Die Gimbal-Kamera Osmo Pocket 4P kommt mit Doppelobjektiv, bietet hohen Dynamikumfang und 4K-Zeitlupe. Kann sie sich gegen die Insta360 Luna Ultra behaupten?
DJI hat mit der Osmo-Pocket-Reihe einen neuen Typ kompakter Kameras mit mechanischer Bildstabilisierung geprägt. Die ersten Generationen bis zur Osmo Pocket 4 [1] [1] (OP4) hatten noch eine einzelne Kamera. Beim getesteten Spitzenmodell DJI Osmo Pocket 4P (OP4P) hängt hingegen eine Doppelkamera am Gimbal. Der schärfste Konkurrent Insta360 verfolgt mit der kürzlich vorgestellten Luna Ultra [2] [2] dasselbe Konzept. Stellt sich nun für Käufer die Frage, ob die Pocket 4P oder gar die OP4 die bessere Wahl ist.
Alle drei Kameras ähneln sich fast bis aufs Haar; Größe und Gewicht sind vergleichbar. Die Osmo Pocket 4P bringt 230 Gramm auf die Waage und passt in die Hosentasche. Die Hauptkamera der OP4P kommt mit einer auf Kleinbild umgerechneten Brennweite von 20 Millimetern und einem für kompakte Geräte recht großen 1-Zoll-Sensor. Das zweite Kameramodul hat einen etwas kleineren Sensor und ein Objektiv mit umgerechnet 60 Millimetern Brennweite. Der von DJI genutzte Begriff „Tele“ ist dafür ein großes Wort. Zusätzlich unterstützt die Kamera bis zu zwölffachen Digitalzoom.
Die Insta360 Luna Ultra kommt mit Leica-Optik aus Wetzlar und zoomt wie die Osmo Pocket 4P optisch kleinbildäquivalent von 20 mm auf 60 mm und digital weiter auf 240 mm (ebenfalls zwölffach). Im Makrobereich leistet die Optik der Luna Ultra mehr: Nahaufnahmen stellt sie auf gut 13 Zentimeter scharf; die Osmo Pocket 4P erst bei 17 Zentimetern.
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Gemeinsam mit Partnern präsentiert IBM drei Szenarien, in denen Quantenrechner herkömmlichen überlegen sind. Erstmals seien die Ergebnisse dabei verifizierbar.
Der IT-Konzern und Hersteller von Quantenchips IBM präsentiert gemeinsam mit den Quantensoftware-Unternehmen [1] Algorithmiq und Qedma sowie der University of Chicago drei Szenarien, in denen Quantencomputer herkömmlichen Rechnern überlegen sein sollen.
Damit demonstriert das Unternehmen drei Fälle eines sogenannten Quantenvorteils, bei denen Quantencomputer Rechnungen ausführen, die klassische Computer nicht bewältigen können.
Insbesondere seien die Rechenergebnisse der Quantencomputer in allen drei Fällen verifizierbar. Dies gab das Unternehmen heute auf seinem Blog sowie in zugehörigen fachlichen Manuskripten bekannt.
Quantencomputer sollen eines Tages Probleme lösen, die selbst die Kapazitäten von Supercomputern übersteigen. Viele der heute verfügbaren Quantenrechner [2] sind jedoch noch reine Demonstratoren. Sie führen zwar bereits Rechnungen aus, doch sind diese meist simpel genug, um die Ergebnisse mit herkömmlichen Computern zu überprüfen.
Die Forschungsgruppen demonstrierten ihre Ergebnisse mithilfe des Chips Heron von IBM. Dieser nutzt 156 supraleitende Qubits.
(Bild: IBM)
Das Forschungsfeld steht daher vor zwei Herausforderungen. Zum einen soll ein Quantenvorteil demonstriert werden. Zum anderen müssen die dabei berechneten Ergebnisse validiert werden – eine schwierige Aufgabe, wenn herkömmliche Computer an der Rechnung scheitern und keinen Vergleich liefern können. IBM und seinen Partnern soll nun beides gelungen sein.
„Die drei Ergebnisse bilden ein Gerüst, mit dessen Hilfe wir beginnen können, den Ergebnissen von Quantenrechnungen Glauben zu schenken – indem wir das Vertrauen auf eine fundierte Theorie stützen“, sagt Jay Gambetta, Direktor von IBM Research. „Zusammengenommen zeigen unsere Demonstrationen, welche grundlegenden Kriterien erforderlich sind, um die Entwicklung des Quantencomputings zuverlässig voranzutreiben.“
Eines seiner Ergebnisse erzielte IBM in Zusammenarbeit mit dem Quantensoftware-Start-up Algorithmiq, das kürzlich seinen Hauptsitz nach Mailand verlegte. Das Team betrachtete die Aufgabe, Eigenschaften echter physikalischer Materialien mit einem Quantencomputer zu simulieren.
„Der Großteil der Physik, die wir in der Schule lernen, beschreibt idealisierte Materialien: perfekte Kristalle oder saubere, symmetrische Strukturen“, erklärt die Physikerin Sabrina Maniscalco, CEO und Mitgründerin von Algorithmiq. „Aber die reale Welt sieht anders aus. Katalysatoren, Batterien und eigentlich alle Materialien, die die nächste Generation sauberer Energie und Industrie antreiben werden, sind chaotisch, ungeordnet und unregelmäßig. Genau diese Unordnung macht es so schwierig, sie zu simulieren, und genau deshalb ist es so wichtig, sie zu verstehen.“
Die Software von Algorithmiq ermöglicht es, spezielle, realistische Materialien mithilfe von Quantencomputern zu simulieren. Konkret hat sich das Team angeschaut, wie sich Informationen in einem Material ausbreiten, dessen Eigenschaften sich von einer Region zur nächsten unterscheiden. Im Gegensatz zu echten Materialien können die Forschenden die Eigenschaften ihres Simulators aber kontrollieren und ihn somit erforschen.
Das Team führte seine Simulationen auf zwei verschiedenen IBM-Heron-Quantenprozessoren [4] aus. Beide führten zum gleichen Ergebnis – auch, wenn das Team die Quantenchips mit gezieltem Rauschen störte. Diese Methode eigne sich laut der Forschenden als Blaupause, um auch andere Quantenrechnungen zu validieren.
Darüber hinaus testete das Team verschiedene klassische Methoden, um das Problem zu lösen. Diese wichen jedoch nicht nur vom Ergebnis der Quantenrechnungen ab, sondern auch voneinander. „Wir haben eng mit führenden Experten zusammengearbeitet, um unseren Quantenvorteil mit verschiedenen Arten klassischer Simulationen anzugreifen“, sagt Maniscalco. Das sei nicht gelungen, was die Behauptung des Quantenvorteils stärkt.
Das zweite Projekt entstand in Kooperation mit Qedma aus Israel, ebenfalls ein Quantensoftware-Start-up. Dieses hat sich darauf spezialisiert, heutige, fehlerbehaftete Quantencomputer nutzbar zu machen. Seine Software QESEM soll Fehler, die während der Ausführung von Quantenschaltkreisen entstehen, abschwächen.
Im Projekt befasste sich das Team ebenfalls mit der Simulation von Quantenmaterialien. Ziel war es, die Magnetisierung eines Materials vorherzusagen, das durch externe Pulse angeregt wird – ein typisches Problem in der Physik. Ahmt man ein solches Material mithilfe weniger Teilchen nach, können klassische Computer die Magnetisierung berechnen. Ist die Zahl der Teilchen zu klein, reproduziert die Simulation die magnetischen Eigenschaften des Materials aber nicht korrekt. Je mehr Teilchen hinzukommen, desto besser wird die Vorhersage, doch desto komplexer wird auch die Berechnung.
Qedma simulierte das Verhalten von 51 Quantenteilchen mithilfe von herkömmlichen GPUs sowie mit dem Fugaku-Supercomputer des japanischen RIKEN Center for Computational Science. Beide Systeme konnten das Verhalten des Materials für einen kurzen Zeitraum vorhersagen. Nur der Supercomputer konnte das Verhalten für längere Zeiträume berechnen.
Die supraleitenden Quantenchips von Herstellern wie IBM sitzen in einem großen, metallischen Aufbau, manchmal „Kronleuchter“ genannt. Dieser erlaubt es erst, die Chips zu steuern und Rechnungen durchzuführen.
(Bild: IBM)
Mithilfe eines IBM-Quantenprozessors gelang dem Team nicht nur die Vorhersage für lange Zeiträume, sondern die Rechnung konnte auch Oszillationen auflösen, die der Supercomputer nicht berechnet hatte. Die Software QESEM von Qedma war dabei notwendig, um Fehler der Quantenhardware auszugleichen und brauchbare Ergebnisse zu produzieren. Die Quantenrechnung war darüber hinaus bedeutend schneller: Der Supercomputer benötige für seine Vorhersage rund 720.000 CPU-Stunden Rechenzeit – 82 Jahre. Die Quantenrechnung hingegen benötigte nur 7 QPU-Stunden und 250 CPU-Stunden Rechenzeit.
Seine Ergebnisse validierte das Team mit mehreren Methoden, unter anderem, indem es die Simulation auf einer anderen Quantenhardwarearchitektur ausführte. Außerdem wiederholte es die Rechnung mit 74 Teilchen und erhielt ein konsistentes Ergebnis. „Dies ist das erste Experiment, das einen Quantenvorteil auf kommerziell verfügbarer Hardware mithilfe kommerziell verfügbarer Software gezeigt hat“, sagt Netanel Lindner, CTO und Mitgründer von Qedma.
Die ersten beiden Demonstrationen behandeln Szenarien, die für die physikalische Forschung relevant sind und zur Entwicklung neuer Materialien beitragen können. Das dritte Beispiel hingegen, bei dem IBM mit der University of Chicago zusammenarbeitete, ist abstrakter.
Eine etablierte Methode, die Fähigkeiten von Quantencomputern zu testen, ist das Random Circuit Sampling (RCS) [5]. Die Grundidee dabei ist es, ein komplexes Muster zu generieren, das klassische Rechner nur schwer reproduzieren können. Der Benchmark wurde zu diesem speziellen Zweck konstruiert und hat keine praktische Anwendung.
Das Kernproblem vom RCS ist die Verifizierung. Je härter das Problem, desto schwieriger wird es, das Ergebnis der Quantenrechnung zu überprüfen. Dieses Problem lösen IBM und das Team der University of Chicago mit einer strukturierten Alternative zum RCS. Ihre Variante ist genauso komplex wie das herkömmliche RCS. Allerdings kann das Team mit seiner Methode Fehler detektieren, die während der Rechnung auftauchen.
Das Team kombinierte 97 physikalische Qubits zu 70 logischen Qubits. Die physikalischen Qubits sind die ursprünglichen, fehlerbehafteten Recheneinheiten eines Quantenprozessors. Diese arbeiten zusammen, um Fehler zu erkennen und zu korrigieren, und bilden logische Qubits, die (im Idealfall) eine geringere Fehlerrate haben als die physikalischen Qubits.
Der Quantenchip und die Elektronik sind im fertigen Quantencomputer nicht länger zu sehen, sondern verstecken sich in einem Kryostat, der den Chip auf sehr kalte Temperaturen kühlt.
(Bild: IBM)
In der Demonstration von IBM war der Fehler der logischen Qubits zehnmal geringer als der der physikalischen Qubits. Die Quantenrechnung benötigte außerdem gerade einmal 16 Minuten, während ein Supercomputer laut Einschätzung der Experten daran gescheitert wäre. Die Rechnung erfüllt damit die Grundvoraussetzung für einen Quantenvorteil. Gleichzeitig validierte das Team seine Ergebnisse, indem es eine statistische Fehlergrenze berechnete, die die Verlässlichkeit der Rechnung abschätzt.
Google gelang 2019 erstmals [6] die Demonstration eines Quantenvorteils mit seinem Prozessor Sycamore. Wenig später fanden IBM-Experten jedoch eine bessere Methode [7], das Problem mit herkömmlichen Mitteln zu lösen, sodass der Quantenvorteil verschwand. Dies ist ein bekanntes Muster des Forschungsfelds: Nicht nur die Quantencomputer entwickeln sich weiter, sondern auch klassische Methoden verbessern sich. Quantencomputer konkurrieren mit einem veränderlichen Maßstab [8].
Um diesem Effekt entgegenzuwirken, veröffentlichten die Forschenden ihre Ergebnisse auf der Website Quantum Advantage Tracker [9]. Dieses Community-Projekt starteten Mitarbeiter von IBM im November 2025 auf GitHub. Auf der Seite können Forschende ihre Kandidaten für einen Quantenvorteil vorstellen und ihren Kolleginnen und Kollegen ermöglichen, sie herauszufordern. Auch wenn das Projekt von IBM-Mitarbeitern gestartet wurde, so sind dort nicht nur Rechnungen auf IBM-Hardware zugelassen. Bisher trugen bereits Forschende von mehr als 15 Organisationen zum Projekt bei.
Auch die drei Beispiele von IBM und seinen Partnern sind auf dem Quantum Advantage Tracker einsehbar – und konnten bislang nicht gebrochen werden. Das Beispiel von IBM und Algorithmiq ist dort bereits seit acht Monaten gelistet. Die Beispiele von Qedma und der University of Chicago sind seit dem Frühjahr auf der Plattform.
„Ein Vergleich mit jeder nur denkbaren Methode ist nahezu unmöglich, da wir nicht wissen, welche Methoden es überhaupt gibt“, sagt Jay Gambetta. Ein endgültiger Beweis für einen Quantenvorteil ist somit nie möglich. Sabrina Maniscalco erklärt: „Der Nachweis eines Quantenvorteils ist ein fortlaufender Prozess und kein einmaliger Moment.“
Heute sei Quantencomputing auf einem ähnlichen Stand, auf dem künstliche Intelligenz 2016 war, als AlphaGo erstmals einen Menschen beim Spiel Go geschlagen hat. „Es ist der Beweis, dass etwas funktioniert, was man vorher für unmöglich hielt“, sagt Maniscalco. Das sei der nächste, wichtige Schritt, um den kommerziellen Nutzen von Quantencomputern zu eröffnen, der in greifbare Nähe rückt.
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(Bild: Ulrike Weis / KI / heise medien)
Die beiden Suchdienste bauen eine Suchinfrastruktur ohne Google und Microsoft auf. Jetzt liefert das Joint Venture Suchergebnisse aus einem deutschen Index.
Das von Ecosia [1] und Qwant [2] gegründete Joint Venture European Search Perspective [3] (EUSP) hat einen eigenen Webindex für Deutschland in Betrieb genommen. Neben dem Index haben die beiden Suchanbieter ein eigenes Ranking entwickelt, also Algorithmen, die Suchergebnisse nach Relevanz sortieren. Nach Frankreich ist Deutschland damit der zweite Markt, für den die EUSP Webinhalte auf eigener Infrastruktur erschließt.
Ein Webindex ist die technische Grundlage jeder Suchmaschine: eine durchsuchbare Datenstruktur, die erfasst, welche Seiten existieren, was sie enthalten und wie sie verknüpft sind. Bislang kontrollieren im Wesentlichen Google und Microsoft mit Bing diese Infrastruktur. Fast alle vermeintlich alternativen Suchdienste beziehen ihre Ergebnisse [4] ganz oder teilweise von den beiden US-Konzernen oder vom ebenfalls US-amerikanischen Brave – auch Ecosia und Qwant selbst.
Eine autarke Suchinfrastruktur ist ein Schlüsselfaktor für die digitale Souveränität Europas, auch in Bezug auf KI. Denn bei vielen Antworten, die ein Chatbot produziert, nutzt er die Ergebnisse einer Suchmaschine. Wohin die Abhängigkeit von US-Anbietern führen kann, zeigte sich im Juni: Auf Anweisung der US-Regierung musste das KI-Unternehmen Anthropic den Zugang zu seinen leistungsfähigsten Modellen Fable 5 und Mythos 5 für Nicht-US-Bürger aussetzen [5]. Europäische Unternehmen und Behörden standen von einem Tag auf den anderen ohne die Systeme da.
Qwant [6] und Ecosia wollen sich aus der Abhängigkeit von ihren US-Zulieferern lösen. Dafür haben sie sich Ende 2024 zur EUSP zusammengeschlossen. Seit August 2025 speist der gemeinsame Index bereits Teile der Suchergebnisse von Ecosia und der französischen Suchmaschine Qwant. Den Start des europäischen Suchindex im August 2025 [7] hatten Ecosia und Qwant damals als Meilenstein für mehr Pluralismus im Suchmaschinenmarkt angekündigt.
Jetzt kommt der deutsche Index hinzu. Der Index enthält, ähnlich wie der französische, rund eine Milliarde Webseiten, sagte Ecosia-Geschäftsführer Wolfgang Oels im Gespräch mit heise online. Ecosia werde nicht sofort alle deutschen Ergebnisse aus diesem Index speisen, sondern nach und nach den Anteil der Ergebnisse aus dem eigenen Index hochfahren.
Über die Schnittstelle Staan (Search Trusted API Access Network) können auch Dritte auf den Index zugreifen, etwa Suchmaschinen und KI-Anbieter. Im März 2026 hatte die EUSP in offenen Briefen an alle EU-Regierungschefs [8] vorgeschlagen, nationale Suchindexe als öffentliche digitale Infrastruktur aufzubauen und Staan auf weitere Mitgliedstaaten auszuweiten. Für den schon länger im Betrieb befindlichen französischen Index gebe es mehrere Kunden, sagte Oels.
Oels verweist auf die EU-Kommission, die Google im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) verpflichtet hat, Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen: Das sei eine wichtige Grundlage, auf der die EUSP aufbaue. Ob Europa seine digitale Souveränität gewinne, hänge davon ab, dass die Kommission den DMA weiterhin konsequent durchsetze.
Nach Artikel 6(11) DMA muss Google als Gatekeeper im Suchmarkt Ranking-, Anfrage-, Klick- und Anzeigedaten zu fairen Bedingungen an Dritte weitergeben. Weil die Kommission Googles bisherige Umsetzung für unzureichend hielt, hatte sie im Januar 2026 ein Präzisierungsverfahren [9] eröffnet, in dem sie selbst vorschreibt, wie der Konzern die Pflicht zu erfüllen hat.
Auch in den USA steht Google unter Druck. Ein Bundesgericht in Washington DC hatte geurteilt, dass der Konzern sein Suchmonopol durch Exklusivverträge mit Apple, Samsung und Mozilla illegal aufrechterhalten habe, und ihn ebenfalls zur Weitergabe von Suchdaten an qualifizierte Wettbewerber verpflichtet. Gegen dieses Urteil hat Google im Mai 2026 Berufung eingelegt [10].
An den Marktverhältnissen ändert der neue Index zunächst nichts: Google hält in Europa knapp 90 Prozent des Suchmaschinenmarkts, auf Mobilgeräten rund 95 Prozent. Mit dem deutschen EUSP-Index existiert nun aber erstmals eine Infrastruktur, mit der Suchmaschinenanbieter und KI-Dienstleister das deutsche und französische Web unabhängig von US-Anbietern suchen lassen können.
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So, der Hasenstall steht da. Wäre doch gut, wenn man damit gleich auch kühlen könnte, oder?
(Bild: Clemens Gleich / Heise Medien)
Eine Wärmepumpe kann meistens auch kühlen. Wir erklären, worauf es bei der Heizungsplanung ankommt, wenn Heizen und Kühlen implementiert werden sollen.
Eine Wärmepumpe und eine Klimaanlage unterscheiden sich funktionell hauptsächlich in der Prozessrichtung: Die Wärmepumpe konzentriert Wärmeenergie aus der Umgebung und gibt sie ins Hausinnere ab. Die Klimaanlage dagegen konzentriert Wärme aus dem Haus und gibt sie an die Umgebung ab. Wenn der Kältekreislauf des Geräts den Prozess umkehren kann, sind beide Varianten möglich.
Viele Split-Klimaanlagen können mit dem Kompressor heizen und viele Zentralheizungs-Wärmepumpen können auch kühlen. Die Prozessumkehr nutzen die Hersteller zum Beispiel, um den Radiator von Luft-Wasser-Wärmepumpen bei Vereisung periodisch abzutauen. Man kann sie mit etwas zusätzlicher Technik allerdings auch dazu nutzen, kühles statt warmes Wasser durchs Haus zu pumpen. Dazu muss man jedoch einiges beachten bei Planung und Bau – manches ist nicht sofort offensichtlich.
Dieser Artikel beleuchtet typische Fallstricke rund um Kondensat, Verteilung, Pufferspeicher, Thermostattechnik und Sensorik. Er spezifiziert, was eine Kühlung über Wärmepumpe und Fußbodenheizung leisten kann und was nicht und welche baulichen Voraussetzungen dazu gegeben sein müssen. Zuletzt widmet er sich noch der Frage, ob man ohne Fußbodenheizung mit Konvektoren statt Heizkörpern ebenfalls kühlen und heizen könnte. Kurz vorab: Ja, das geht. Aber es ist selten sinnvoll.
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Framework macht beim Laptop 13 Pro einiges neu und bewirbt es als Alternative zum MacBook Pro. Wir haben das Notebook mit vorinstalliertem Ubuntu getestet.
Neues Gehäuse, neues Display, neues Touchpad: Framework macht beim Laptop 13 Pro vieles neu, bleibt sich dabei aber treu. Es ist bereits die siebte Variante des modularen Laptop 13. Obwohl der kleine Notebookhersteller dessen Gehäuse grundlegend überarbeitet hat, bleibt auch das Pro-Modell nahezu komplett kompatibel mit seinen Vorgängern. Im Laptop 13 Pro steckt wahlweise ein Prozessor aus Intels Core Ultra Series 3 oder ein AMD Ryzen AI 300, wobei Framework den Fokus auf die Intel-Variante legt. Die Pro-Modelle richten sich an Entwickler und Power-User. Framework selbst zieht den Vergleich zum MacBook Pro und will ein leistungsstarkes Notebook anbieten, das aber im Unterschied zum Apple-Gerät einfach aufzurüsten und zu reparieren ist.
Der Laptop 13 Pro ist die erste Framework-Konfiguration, die der Hersteller ab Werk auf Wunsch mit Linux ausliefert: Bei den Intel-Varianten installiert Framework dann Ubuntu vor. Vorher gab es lediglich die Option, beim Kauf auf Windows zu verzichten. Doch verbaute Framework schon vorher Linux-freundliche Komponenten und stellte für diverse Distributionen verständliche Anleitungen bereit. Am nachhaltigen, modularen Konzept hält Framework fest: Akku, Display, Mainboard, RAM, SSD, Tastatur, Touchpad, Lautsprecher, Gehäuseteile und Anschlüsse lassen sich tauschen; neue Komponenten sogar in ältere Geräte einbauen.
Wir haben ein Ubuntu-Modell als Testgerät erhalten, genauer gesagt ein Laptop 13 Pro „Pre-Built“ mit Intel Core Ultra X7 358H, 32 GByte LPDDR5X-RAM und 1-TByte-SSD in Schwarz mit vorinstalliertem Ubuntu 24.04.4 LTS. Wie gut die Hardware mit dem aufgespielten Ubuntu harmoniert, haben wir uns angeschaut. Aber auch wer sich nicht für das freie Betriebssystem erwärmt, erfährt, welchen Eindruck die neue Hardware bei uns hinterlässt.
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(Bild: Hooded Horse)
Im Aufbaustrategiespiel „Corsair Cove“ von Limbic Entertainment müssen Spieler ein Piratenimperium aufbauen. Wir haben das Spiel angespielt.
Der Juli ist Piratenmonat. Nach dem gelungenen Remake des Piraten-Action-Abenteuers „Assassin’s Creed Black Flag Resynced“ [1] dürfen sich nun Fans von Aufbaustrategiespielen ins wilde Piratenleben stürzen. Statt Action und Abenteuer erwartet Spieler in „Corsair Cove“ aber komplexe Städteplanung und cleveres Warenmanagement.
Da liegen wir nun am Strand. Von der Piratenanführerin betrogen, haben wir uns auf die einsame Insel gerettet und müssen jetzt unser eigenes kleines Piratenimperium aufbauen. Wir brauchen Hütten für unsere Piraten, ein Lagerfeuer zum Essen und irgendwann auch neue Schiffe, um die Meere zu erkunden. Dublonen und Rohstoffe sind lebensnotwendig, denn unsere Erzfeindin wird uns keine lange Ruhepause gönnen.

„Corsair Cove“ ist ein Spiel der Details. Alles hängt zusammen, jeder Warenkreislauf muss auf den schnellsten Wegen laufen. Das Besondere: Wo Spieler bei der Konkurrenz von „Anno“ meist nur auf dem Boden bauen, errichten die Piraten ihre Gebäude auch auf den steilen Hängen der kleinen Inseln. Leitern und kleine Klippenpfade sorgen für reibungslose Transportwege. Über 130 Gebäude stehen im Laufe des Spiels zur Verfügung.
Wer sich am Ende als König auf den Piratenthron setzen will, muss sogenannte Prinzipien-Quests erfüllen. Sie geben so etwas wie die Story und den Spielstil vor. Wählen die Spieler den Weg des „Imperiums“, müssen sie in einer Questreihe ihre Städte ausbauen, wählen sie den Weg des „Reichtums“, sollten am Ende die meisten Dublonen in ihrer Schatztruhe liegen. Ähnliches gilt für die Prinzipien der „Seefahrt“ oder des „Ruhms“.
Das geht langsam los. Die ersten Missionen lotsen die Spieler durch die Grundlagen. Erst einmal das Wrack ausschlachten, dann den Wald roden und ein paar Hütten bauen. Langsam wird die kleine Siedlung zu einem typischen Piratenunterschlupf mit Lagerfeuer, Taverne und Schnapsbrennerei. Schon bald können die Spieler einen Pier bauen und mit selbstgebauten Schiffen in See stechen. Dann müssen die Piraten Waren schmuggeln, Konkurrenten jagen oder einfach die Welt kartografieren.
Der „Kompass“ dient als eine Art Fertigkeitenbaum. Aufgeteilt in die einzelnen Prinzipien schaltet er neue Gebäude frei oder erhöht die Effektivität der Arbeiter. Eine „Spielhölle“ verstärkt die Produktion und auf einem „Großen Markt“ werden Waren getauscht. Jeder Weg bietet Vor- und Nachteile, wirkte aber bei unseren Anspielstunden nicht ungewöhnlich oder originell. Genrefans werden sich hier sofort zu Hause fühlen.
Der Siedlungsbau auf der kleinen Insel erfordert von den Spielern Eingewöhnungszeit. Bis der Kanonenturm mit Munition versorgt ist oder das erste Schiff vom Pier läuft, sollten sich die Spieler erst einmal mit der unübersichtlichen Karte herumplagen. Wo die Konkurrenz scheinbar endlos Platz bietet, konzentriert sich die Städteplanung auf eine kleine Insel. Es ist nicht immer zu erkennen, welche Gebäude miteinander verbunden werden können. Ständig wird die Kamera justiert, um sich Überblick zu verschaffen.
Die Expeditionen über das Meer laufen geradliniger ab. Nachdem die Spieler einen von mehreren Kapitänen ausgewählt und in der Taverne die Mannschaft rekrutiert haben, geht es per Mausklick ans Ziel. In der Regel endet das mit einer Seeschlacht, die rundenweise über Würfel und Karten ausgetragen wird. Manchmal müssen die Piraten einfach den Gegner besiegen, manchmal sich auch nur davonschleichen. Anfangs ist das noch simpel. Später können die Spieler ihre Schiffe verbessern oder gleich stärkere Schiffe kaufen, um neue Spielmöglichkeiten freizuschalten.
Abseits der Prinzipienquests gibt es noch den Modus „Freies Spiel“ in dem sich die Spieler auf mageren drei Inseln austoben dürfen. Diese boten zwar unterschiedliche Herausforderungen, sahen sich aber visuell sehr ähnlich. Bis jetzt ist „Corsair Cove“ eine klassische Einzelspielererfahrung. Das macht das Piratenabenteuer fast schon zu einer puristischen Aufbaustrategieerfahrung, die das Genre bis auf wenige Details nicht neu erfindet. Auf Steam können sich Fans eine kostenlose Demo herunterladen, um in das gar nicht so feucht-fröhliche Piratenleben hineinzuschnuppern.
So ein Piratenleben kann ganz schön anstrengend sein. In „Corsair Cove“ werden schon kleine Details zum Verhängnis. Irgendwo einen Weg vergessen, die Träger nicht rechtzeitig beauftragt oder einfach vergessen, Essen zu kochen? Plötzlich stockt dann der Warenkreislauf, und die Piraten fangen an zu meutern. Das Spiel verzeiht wenig, wird deshalb aber Genrekenner angenehm fordern.
Die müssen sich aber trotzdem zuerst an die Steuerung gewöhnen. Es ist nämlich gar nicht so leicht, sich auf den kleinen Inseln zurechtzufinden. Die an sich clevere Idee, den Bau in die Vertikale zu verlagern, sorgt für Unübersichtlichkeit. Dazu kommen dann noch komplexes Städtemanagement und Würfel-Glück auf See. „Corsair Cove“ ist ein Rohdiamant, der Einarbeitungszeit, Geduld und nicht zuletzt ein paar Updates erfordert, um das Piratenleben zu genießen.
„Corsair Cove“ erscheint am 31. Juli für Windows. Der Preis stand zum Zeitpunkt des Artikels noch nicht fest. Auf Steam gibt es eine kostenlose Demo. Es ist im PC Game Pass von Microsoft enthalten. USK nicht geprüft.
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KI-generierte Wasserzeichen wie Googles SynthID sind robust, aber nicht unangreifbar. Wir erklären, wie sie funktionieren und wie sie sich manipulieren lassen.
KI-generierte Bilder fluten das Internet und soziale Medien. Viele sind harmlos, zu viele aber wirken manipulativ, verzerren Geschichte und Gegenwart und lassen Fakten letztlich als etwas Dehnbares, Interpretierbares erscheinen. Die Qualität der Fakes wird immer besser, sodass der Mensch sie mit bloßem Auge kaum mehr von authentischen Abbildungen unterscheiden kann. Nun sollen verschiedene, teils raffinierte technische Verfahren dokumentieren, wo ein Bild herkommt und wie es verarbeitet wurde: unsichtbare, KI-generierte Wasserzeichen sowie eine Art digitale Signatur, die die Änderungshistorie dokumentiert.
Früher traten digitale Wasserzeichen für Bilder entweder als großflächige Stempel in Erscheinung und zerstörten die Ästhetik des Motivs; oder sie waren unsichtbar und ließen sich ihrerseits leicht zerstören. Angreifer brauchten nicht mal Photoshop-Profis zu sein, denn die versteckten Signale überlebten selbst die simpelsten Filter wie Entrauschen, Zuschneiden oder JPEG-Komprimierung nicht. Endgültig überlebt hatten sich die klassischen Methoden, als maschinell trainierte Bildgeneratoren wie Stable Diffusion und Dall-E auf die Bühne traten. Ein guter Prompt genügt, schon fällt ein von allen störenden Markern und Stempeln befreites Foto heraus, selbstverständlich in Druckqualität. Raffiniertere Methoden mussten her.
Um herauszufinden, wie sich ein unsichtbares Wasserzeichen möglichst engmaschig mit dem Inhalt eines Bildes verweben lässt, schärften Forscher und Unternehmen ebenfalls ihre KI-Werkzeuge. Heraus kamen unter anderem sogenannte „semantische Wasserzeichen“, die KI-Generatoren schon sehr früh im Entstehungsprozess einer Szene einpflanzen und mitgedeihen lassen. Dazu gesellen sich kryptografisch abgesicherte Zertifikate (Content Credentials), die ein Bild von der Herstellung über seinen Werdegang hinweg begleiten und diesen protokollieren sollen. Für Werke unklarer Herkunft muss man sich mit KI-Detektoren behelfen, die nach verräterischen Mustern und Inkonsistenzen im Motiv fahnden – etwa hinsichtlich der Ausleuchtung, Geometrie oder Anatomie von Objekten. All diese Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, jede ist auf die ein oder andere Art angreifbar. Wir beleuchten den Stand der Technik.
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Der Whisker Litter-Robot 4 kümmert sich vollautomatisch um Katzen-Hinterlassenschaften. Wir haben ausprobiert, wie hilfreich die Katzentoilette im Alltag ist.
Eine der lästigeren Aufgaben des Haustierbesitzers ist das Beseitigen des großen und kleinen Geschäftes der Fellnasen. Katzen sagt man zwar Reinlichkeit nach, doch die Toilette säubern sie dann doch nicht allein. Was schon im Alltag nervig sein kann, gerade mit zwei oder mehr Katzen, wird im Urlaub erst recht zum Problem: Will man die Tiere ein paar Tage allein lassen, muss jemand anderes die tägliche Aufgabe übernehmen, sonst stinkt es gewaltig und die Katzen meutern.
Das Saubermachen kann man inzwischen aber der Technik überlassen. Immer mehr Hersteller bringen smarte, selbstreinigende Katzenklos mit App-Steuerung auf den Markt, die den schmutzigen Teil übernehmen und Herrchen oder Frauchen zumindest für einige Tage die Sorge abnehmen sollen. Aber nicht nur hygienische Unterstützung bieten die smarten Toiletten. Die ermöglichen ebenfalls, mehr über die Gesundheit der Katzen herauszufinden. Sie messen das Gewicht der Katzen und können überwachen, wie oft eine bestimmte Katze ihr Geschäft verrichtet.
Wir haben uns den Litter-Robot 4 von Whisker in die Wohnung gestellt und im Langzeittest geschaut, wie viel Arbeit er uns im Alltag abnimmt. Außerdem probieren wir aus, ob er beispielsweise im Urlaub ohne permanente Überwachung mit den beiden Test-Katzen zurechtkommt.
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2006 befreite der Core 2 Duo Intel aus der Pentium-4-Sackgasse. Die Desktop-CPU übertraf alle Erwartungen und wirkt bis heute nach. Wir blicken 20 Jahre zurück.
Am 26. Juli 2006 begann Intel mit dem Verkauf der Core-2-Duo-Prozessoren. Nach dem Flop der Baureihe Pentium 4 mit hohem Energiebedarf und zu niedrigen Taktraten sowie dem Erfolg der Athlon 64 X2 von AMD stand Intel unter massivem Zugzwang. Die Rückschau offenbart, wie aus einer Notlösung die Basis für alle nachfolgenden Core-Generationen bis zu den aktuellen Intel-CPUs entstand.
Wir beleuchten auch die Vorgeschichte, wie ein sparsames Mobildesign den Chiphersteller rettete, welchen enormen Performancesprung die Core 2 Duo brachten und wie es um die Effizienz bestellt war. Zudem gehen wir auf die wesentlichen Unterschiede und vor allem Verbesserungen zum Netburst-Design der Pentium 4 ein.
Die Prozessoren [5] [5] der Serie Core 2 Duo brachten viele Neuerungen bei der Kernarchitektur, richteten den Fokus stärker auf den Energiebedarf und führten CPU-Schlafzustände wie C-States bei Desktop-Prozessoren ein.
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Eine riesige einheitliche Datenbank soll das Wissen aus Kultur- und Forschungseinrichtungen vernetzen. Doch wie funktioniert die „Gemeinsame Normdatei“?
Winston Churchill hatte es, Thomas Müller hat es besonders und Neustadt sowieso: das Problem, dass ihre Namen nicht nur ihnen gehören. Diese sprachliche Unschärfe kann zu Verwechslungen führen, weil Computersysteme Datensätze nicht eindeutig identifizieren und voneinander abgrenzen können. Datenbanken bevorzugen daher Identifikatoren für Objekte, zum Beispiel für den einen Thomas Müller, der Fußballprofi beim FC Bayern war. Um Redundanz zu vermeiden, entwickelten sich im Bibliothekswesen dafür sogenannte Normdateien, Verschlagwortungsdatenbanken, die diese Identifikatoren zentral verwalten.
Für den deutschsprachigen Raum erledigt die Deutsche Nationalbibliothek diese Aufgabe in der sogenannten „Gemeinsamen Normdatei“ (GND) und öffnet diese fortlaufend für weitere Einrichtungen aus Kultur und Forschung. Von diesem großen offenen Wissensnetzwerk profitieren auch alle außerhalb dieser Institutionen, die hochwertige Daten suchen oder zur Verfügung stellen, wie Entwickler und Webseitenbetreiber.
Im Gespräch mit c’t erklären Barbara Fischer und Jürgen Kett von der Deutschen Nationalbibliothek die Bedeutung ihrer Normdatei, ihren bisherigen Öffnungsweg und kommende Projekte. Außerdem erläutern sie, welche Rolle KI-Sprachmodelle für die GND spielen und umgekehrt. Denn die GND bietet sich mit ihren strukturierten Daten als Infrastruktur an, um Recherchen mit und ohne KI-Unterstützung zu verbessern.
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Meta und Ray-Ban machen ihre Smart Glasses alltagstauglicher: Die neue Blayzer setzt vor allem auf besseren Sitz, höheren Komfort und mehr „Brillengefühl“.
Der französisch-italienische Optikriese EssilorLuxottica hat in Zusammenarbeit mit Meta das Portfolio an KI-Brillen seiner Marke Ray-Ban erweitert: Hinzugekommen sind die hier getestete, Blayzer Optics (Gen 2) mit rechteckigem Gestell und die Scriber Optics (Gen 2) in ründlicher „Panto“-Form, erhältlich jeweils in den Größen Standard und Large sowie in vier Farben. Sie richten sich laut Hersteller vor allem an Menschen, die Gläser mit Sehstärken benötigen. Der Partner Apollo-Optik bietet die neuen „Optics“-Brillen passend dazu aktuell nur mit Sehhilfen an, in den Online-Stores von Meta und Ray-Ban bekommt man sie aber auch ohne Korrekturgläser.
Die spezielle Ausrichtung auf Brillenträger ist zunächst nicht unbedingt klar ersichtlich. Immerhin lassen sich bei den Ray-Bans mit Meta-Technik schon seit der ersten Generation ab Werk Einstärken- und Gleitsichtgläser mitbestellen beziehungsweise nachträglich beim Optiker einsetzen. Dass man bei den neuen Modellen höhere Werte (von – 12 bis + 6 Dioptrien) angeben kann als bei den ersten Meta-Brillen (damals zwischen −6,00 und +4,00 Dioptrien), ist erfreulich, gilt aber etwa auch für die zweite Generation der Ray-Ban Wayfarer.
Erst bei genauerem Hinsehen sieht man, dass sich die neuen Modelle gleich an mehreren Stellen individuell auf den Träger anpassen lassen. Und dann wird auch klar, in welche Richtung Meta und Ray-Ban mit den neuen Modellen gehen.
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AMD baut seinen schnellsten KI-Beschleuniger grundlegend um. Bis zu 80 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde sind möglich.
AMD-Chefin Lisa Su hat das riesige Chipkonstrukt Instinct MI455X schon gezeigt, jetzt kommen technische Details zum Innenleben. Zudem erklärt die Firma das Zusammenspiel aus Prozessoren, Beschleunigern und Netzwerk-Hardware im eigenen Server-Rackdesign Helios. Die Parallelen zu Nvidias Server Vera Rubin NVL72 [1] sind nicht zufällig; AMD tritt in direkte Konkurrenz.
Eine komplette Instinct-MI455X-GPU besteht aus insgesamt 24 Chip-Bausteinen, die auf einem Package vereint sind. Zwölf stellt der Chipauftragsfertiger TSMC her, dazu gesellen sich zwölf High-Bandwidth-Memory-4-Stapel (HBM4). Die sogenannten „Accelerator Complex Dies“ (XCDs) enthalten die eigentlichen Rechenwerke. Vier Stück sitzen auf jedem der beiden „Fabric and Cache Dies“ (FCDs), die den zweigeteilten Level-2-Cache, die Leitungen zum HBM4-Speicher und die Verbindungen zur Kommunikation untereinander enthalten. Die I/O-Dies enthalten die PCI-Express-6.0-Links, die in Helios-Servern zur Anbindung der Netzwerk-Controller per Ultra Accelerator Link (UALink) dienen.
Darüber hinaus befinden sich in den I/O-Dies (IODs) Infinity-Fabric-Links zur Anbindung eines Epyc-9006-Prozessors [2] mit direktem GPU-Speicherzugriff. 256 GByte/s bidirektionale Transferrate stehen hier zur Verfügung.
(Bild: AMD)
Die Accelerator Complex Dies stellt TSMC mit aktueller 2-Nanometer-Technik (N2) her, die schlechter skalierenden Fabric and Cache Dies und I/O-Dies mit 3-Nanometer-Strukturen (N3P). Zusammen kommen sie auf etwa 320 Milliarden Transistoren. Die HBM4-Bausteinen haben eine Kapazität von je 32 GByte. Das ergibt 432 GByte Speicher mit einer Transferrate von 23,3 TByte/s pro GPU-Package.
Aus 256 Compute Units (CUs) bei der Vorgängerin MI355X [3] werden bei der MI455X ebenso viele Work Group Processors (WGPs). AMD sagt es nicht direkt, aber das müsste eine Verdoppelung der Rechenwerke bedeuten. Bei Radeon-Grafikkarten enthielt ein Work Group Processor bisher immer zwei Compute Units.
Das erklärt auch die verdoppelte Rechenleistung bei 32 sowie 16 Bit breiten Datenformaten: Bei FP32-Operationen soll eine MI455X jetzt 315 Billionen Operationen pro Sekunde (315 Teraflops) schaffen. Ab 16 Bit steigt die Rechenleistung dank der integrierten Matrix-Einheiten erheblich an, bei FP16 und BF16 auf nunmehr fünf Billiarden Operationen pro Sekunde (5,03 Petaflops).

Bei 8 und 4 Bit nennt AMD gut 20 beziehungsweise 40 Petaflops. Gemeint ist die Rechenleistung bei sogenannten dichten (dense) Matrizen. Mit dünn besetzten Matrizen sind maximal 80 Petaflops drin, da die GPU Rechenoperationen mit Nullwerten überspringen kann. Diese Sparsity genannte Funktion ist bei KI-Beschleunigern firmenübergreifend verbreitet.
Gegenüber der Instinct MI355X entspricht die Rechenleistung bei 8- und 4-Bit-Operationen einer Vervierfachung. AMD schafft das vermutlich durch breitere Matrizen bei gleichzeitiger Verdoppelung der Matrix-Einheiten.
Nvidia gibt bei seiner aktuellen Rubin-GPU je nach Workload 35 bis 50 Petaflops inklusive Sparsity an, womit AMDs Beschleuniger zumindest auf dem Papier flotter ist. Das sollen auch eigene Benchmarks beweisen, allerdings stellen sich firmen gern im bestmöglichen licht dar. Die Hersteller-Benchmarks sind daher wie immer mit Vorsicht zu betrachten. Insbesondere KI-Workloads hängen stark davon ab, wie die Rechenwerke angesprochen werden.
AMD geht derweil den branchenweiten Trend zu sogenannten Microscaling-Formaten wie MXFP8 und MXFP4 mit – spezielle Varianten der weiterhin unterstützten FP8- und FP4-Datenformate.
Zahlreiche GPU-interne Anpassungen sollen die Auslastung und damit etwa den Token-Output von KI-Modellen verbessern. Der bisherige Infinity Cache fällt weg, dafür vergrößert AMD den Level-2-Cache mit 192 MByte pro Beschleuniger erheblich, der jetzt auch global und nicht mehr pro Compute Unit gefasst ist. Gleichzeitig wachsen die lokalen Caches der Rechenwerke.
Hervorzuheben ist der Multicast einzelner Speicher-Leseoperationen auf mehrere Work Group Processors. Da KI-Modelle häufig dieselben Gewichte und Aktivierungen wiederverwenden, spart die GPU damit Rechenzeit.
In einem Helios-Server stecken insgesamt 72 Instinct-MI455X-Beschleuniger. 18 Epyc-Venice-Prozessoren übernehmen die Arbeits-Orchestrierung an jeweils vier GPUs. AMD verfolgt das gleiche Ziel wie Nvidia, ein komplettes Serverrack möglichst wie eine einzelne Recheneinheit arbeiten zu lassen.
AMD sieht dafür drei Network Interface Controller (NICs) pro GPU vor, die per UALink mit 256 GByte/s angebunden sind. AMD setzt hier auf Netzwerktechnik der übernommenen Firma Pensando. Nach außen verbindet sich jeder Tray über 12 × 800-Gigabit-Ethernet.
Insbesondere bei der Verkabelung zeigt sich AMDs Rückstand gegenüber Nvidia, der mit dem GB200 NVL72 sein erstes vergleichbares System im Jahr 2024 vorgestellt hat. Zwei Jahre später hat Nvidia die meisten Kabel durch feste Steckverbindungen ersetzt, um die Inbetriebnahme zu beschleunigen und Fehlerquellen zu minimieren.

Eine Angabe fehlt derweil auffällig in AMDs Dokumentation: Wie viel elektrische Leistung eine Instinct MI455X oder ein ganzes Helios-System aufnimmt. Die Werte können sich je nach Konfiguration erheblich unterscheiden, allerdings nennt die Firma auch keine Spanne. Bereits die Vorgängerin MI355X schluckt bis zu 1,4 kW. Mehr als 200 Kilowatt für einen Helios-Rack wären durchaus denkbar. Der Kaufpreis dürfte bei mehreren Millionen US-Dollar liegen.
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c't präsentiert das runderneuerte Sicherheitstool Desinfec't 2026. Außerdem: Politiker und Journalisten im Visier von KI-Detektoren.
Hallo aus Hannover,
manchmal muss man ein bewährtes Werkzeug komplett zerlegen, damit es danach besser läuft. Genau das haben meine Kollegen Dennis Schirrmacher und Peter Siering mit Desinfec't gemacht, dem c't-Sicherheitstool, das seit Jahren digitales Ungeziefer auf Windows-Rechnern aufspürt. Herausgekommen ist eine Version 2026, die unter der Haube kaum wiederzuerkennen ist, sich aber angenehm vertraut bedienen lässt. In der aktuellen c't-Titelstrecke erklären wir, was neu ist und wie Sie rasch damit loslegen können. Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Desinfec't scannt Windows-PCs von einem transportablen Datenträger aus, etwa einem USB-Stick oder einer SSD. Während das Windows-System ruht, kann auch der Schadcode kein Unheil anrichten. So weit, so das bekannte und bewährte Prinzip. Neu ist praktisch alles darunter: Als Basis dient jetzt Ubuntu 26.04 LTS, das Dateisystem auf dem Stick ist Btrfs, und ein beim Erstellen angelegter Snapshot bringt den Datenträger auf Wunsch in den Auslieferungszustand zurück. Ebenfalls neu: RustDesk statt bisheriger Fernwartungslösung, ein SSH-Server für Kommandozeilenfans und der Spezialterminal AVCompanion für Malwareanalysten.
An Bord sind ESET Server Security, IKARUS cmd.scan, WithSecure ATLANT und ClamAV. Dazu gesellen sich Werkzeuge für Malware-Analysten wie Capa und FLOSS. Ein Jahr lang gibt es kostenlose Signaturupdates. Der neue Scanassistent AVRunner bündelt, was bisher über mehrere Tools verstreut war: Er bindet Windows-Laufwerke ein (inklusive BitLocker-Abfrage), zeigt den Fortschritt, überwacht die Systemressourcen und merkt sogar, wenn ein Scanner sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedet hat. Für Firmen und Unis gibt es Sonderkonditionen im heise shop.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung darf natürlich auch nicht fehlen. Meine Kollegen Dennis Schirrmacher und Peter Siering erklären im Detail, wie Sie Desinfec't auf den Stick und den Stick zum Laufen bekommen. Erstmals hat das Tool eine eigene Projektseite (ct.de/desinfect) mit Image und dem selbst entwickelten Imagewriter für Windows und macOS. Der überträgt die knapp 4 GByte große xz-Datei direkt auf den Datenträger, ohne vorheriges Entpacken. Wir empfehlen einen Marken-USB-Stick oder besser eine externe SSD mit mindestens 32 GByte Kapazität. Untaugliche Billigsticks werden von Desinfec't gnadenlos entlarvt – notfalls durch den kleinen Wächter „Flashguard", der Schreibfehler und Überlastung meldet.
Der Start klappt entweder aus dem laufenden Windows (Umschalt-Taste + Neustart) oder über die Bootweiche mit F9, F11 oder F12. Halten Sie unbedingt Ihren BitLocker-Schlüssel griffbereit, bevor Sie mit Experimenten beginnen.
Ist das System oben, übernimmt AVRunner: Windows-Laufwerke einbinden, Scanziele festlegen, Signaturen aktualisieren, loslegen. Vorfilter beschleunigen Scans, etwa indem sie nur ausführbare oder kürzlich geänderte Dateien prüfen. Parallel-Scans sind auf üppig ausgestatteten Rechnern möglich, für Ungeduldige gibt es „Scanner starten und herunterfahren". Die Ergebnisse landen als HTML- oder JSON-Bericht auf dem Datenaustauschbereich des Sticks. Für alle Funde werden SHA256-Prüfsummen berechnet. Per Doppelklick auf eine Prüfsumme zeigt der Onlinedienst VirusTotal Informationen über die jeweilige Datei.
Bei Funden hilft AVRunner mit einer minimalinvasiven Säuberung: An befallene Dateien wird „_desinfected" angehängt, damit Windows sie nicht mehr automatisch startet. Für Notfälle bringt das Bootmenü außerdem einen Systemdateischutz mit, der alle Änderungen ins RAM umleitet, und die Werkseinstellungen-Wiederherstellung setzt den Stick per Btrfs-Snapshot auf den Ursprungszustand zurück.
In der nächsten c't-Ausgabe verraten wir, welche technischen Entscheidungen hinter der Neuentwicklung stecken und welche Probleme dabei zu lösen waren. Bis dahin: gutes Gelingen!
(Bild: Martina Bruns / KI / heise medien)
Es birgt schon eine gewisse Ironie: Die versammelte Tech-Elite arbeitet fieberhaft an der Superintelligenz, kein Einsatz scheint zu hoch, dieses hehre Ziel zu erreichen. Aber wofür? Nach Deepfake-Pornografie, Propaganda und Überwachung befördert KI jetzt den Rückfall in die gute alte Zeit, und damit sind leider nicht die 50er-Jahre gemeint.
Aktuell werden die für eine Weile aus der Mode gekommenen mittelalterlichen Praktiken Hexenjagd und Pranger wieder salonfähig, sie hüllen sich nur ins schicke Tech-Gewand. An der Hexenjagd kann sich jedermann bequem vom heimischen Sofa aus beteiligen, indem er abends noch ein paar journalistische Texte an den gehypten KI-Detektor Pangram verfüttert. In den USA wird diese Neuauflage der früher gegen Politiker und Wissenschaftler gerichteten Plagiatsjagd offenbar bereits im größeren Stil praktiziert; ein Opfer war die Tech-Journalistin Taylor Lorenz [3]. Nach heftigem Widerspruch prüften die Pangram-Entwickler, gestanden den Irrtum und entschuldigten sich. In der Regel lässt sich nicht transparent nachvollziehen, wie genau Pangram zu seiner Einschätzung kommt und welches Trainingsmaterial seiner Prognosefähigkeit zugrunde liegt. Es spuckt nur einen Wahrscheinlichkeitswert aus.
Der Pranger wiederum erlebt sein Revival als Plattform für KI-getriebenes Journalisten-Ranking. Der von Palantir-Gründer Peter Thiel finanzierte Dienst startete ursprünglich unter dem Namen Objection und hatte das Ziel, Klagen gegen Journalisten zu unterstützen. Nach seiner Neuausrichtung heißt er Primary und gibt vor, die Qualität journalistischer Arbeit anhand „eines empirischen Scores, mithilfe einer konsistenten, transparenten und auf Grundprinzipien basierenden Methodik“ zu evaluieren. Doch mit welchen Texten und welchen Optimierungszielen dieses Verfahren trainiert wurde, bleibt offen.
Mein Kollege Jo Bager wirft einen Blick auf die aktuelle Diskussion rund um KI-generierte Texte in Politik und Journalismus. Unser Chefredakteur Volker Zota nimmt ebenfalls Stellung zum Thema. Aber ganz unabhängig von der inhaltlichen Auseinandersetzung zeigt die Debatte, wie wichtig es ist, die Funktionsweise KI-gestützter Prüfwerkzeuge zu verstehen. Denn sie liefern keine Beweise, sondern versuchen anhand von Mustern die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, ob ein Text KI-generiert ist oder nicht. Dabei können sie auch gründlich danebenliegen. Vor allem aber ist die Technik nicht per se "neutral" oder "unvoreingenommen", sondern ihr Training stützt sich auf menschliche Entscheidungen, Annahmen und Strategien.
Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich mit sozialen Netzwerken, Videoplattformen und KI auf. Politik fordert Verbote, Plattformen versprechen Besserung, doch für Kinder ändert sich wenig. Eine ernüchternde Bestandsaufnahme. [7]
Jeden Sommer dasselbe Spiel: Werbebanner, Videos und Spam-Mails versprechen Linderung bei Hitze. Doch was – und wer – steckt dahinter? [8]
Die praktischen Kombinationen aus USB-Webcam, einfacher Mikroskopoptik und Farbdisplay erleichtert das Arbeiten an filigraner Elektronik und Feinmechanik und unterstützt Sammler beim Begutachten von Münzen und Briefmarken. Die preisgünstigen und leicht zu bedienenden Geräte eignen sich auch gut für Kinder bei der Ersterforschung des Mikrokosmos. [9]
In immer mehr Regionen in Deutschland und Europa gibt es für Fahrgäste bequeme Verfahren, um sich selbst in Bus und Bahn ein- und auszubuchen. Wir haben sie uns die universellen ÖPNV-Apps in Hannover, Kopenhagen und Amsterdam genauer angesehen. [10]
Das E-Auto wird mit Vehicle-to-Grid (V2G) zum dezentralen Stromspeicher fürs öffentliche Netz. Wir erklären, wie V2G funktioniert und was Sie dafür benötigen. [11]
Bald soll die EUDI-Wallet die Digitalisierung antreiben. Doch die Gefahr einer Bauchlandung ist real, weil anfangs nur eine abgespeckte Version der Brieftasche verfügbar sein wird und Nutzer ihre E-Perso-PIN benötigen. [12]
Die Grammatik- und Schreibstilprüfung in Microsoft Word ist nur so mittelgut. Den wesentlich besseren Lektor gibt der Onlinedienst LanguageTool, den Sie per Add-in einfach in Word einbinden können. Wir zeigen, wie das geht und wie Sie einen LanguageTool-Server lokal installieren und mit Word verbinden können. [13]
E-Reader gibt es in vielen Größen und Preisklassen. Wir zeigen, worauf es beim Kauf ankommt und welches Modell Ihre Anforderungen erfüllt. [14]
(Bild: Andreas Wodrich / heise medien)
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Metallorganische Gerüstverbindungen (MOF) sollen Sorptionskühlung schon bei den relativ niedrigen Kühlwassertemperaturen von Rechenzentren ermöglichen.
Die Adsorptionskältemaschine, die grob vereinfacht Hitze in Kälte verwandelt, ist ein schon über 100 Jahre alter Hut. Sie kommt ohne Verdichter beziehungsweise Kompressor aus, arbeitet folglich leise und war deshalb für die Minibars in Hotelzimmern beliebt. Weil auch eine Gasflamme als Energiequelle für den Kältekreislauf dienen kann, wurden Adsorptionskühlschränke früher in Wohnmobile eingebaut.
Adsorptionskältemaschinen eignen sich grundsätzlich aber auch für andere Zwecke, etwa zur Klimatisierung von Gebäuden. Sie können im Prinzip auch Abwärme nutzen, um Kälte zu erzeugen, doch bisherige Systeme brauchen dazu relativ hohe Temperaturen von mehr als 60 Grad Celsius.
Weil jedoch CMOS-Logikchips keine sonderlich hohen Temperaturen vertragen, arbeiten Wasserkühlungen in Rechenzentren mit Rücklauftemperaturen zwischen nur 30 und bestenfalls 45 Grad Celsius. Das erschwert die Nachnutzung der Abwärme grundsätzlich, etwa auch in Fernwärmenetzen.
Firmen wie Exora wollen Abwärme künftig schon ab etwa 35 Grad Celsius effizient nutzbar machen, und zwar mit Sorptionsmaterialien auf Basis metallorganischer Gerüste beziehungsweise Gerüstverbindungen (Metal-Organic Framework, MOF).
Auf dem OCP Global Summit des Open Compute Project (OCP) stellt Exora-CEO Alexis Van Wesemael den Stand der Technik vor. Bisher läuft demnach ein Prototyp mit 3 Kilowatt, bis 2028 soll eine 100-kW-Einheit in Serie produziert werden. Bis 2030 will die Firma in den Megawatt-Bereich vorstoßen.
Im Vergleich zu herkömmlichen Kältemaschinen soll das in der Entwicklung befindliche Exora-System für dieselbe Kühlleistung nur rund zehn Prozent der elektrischen Leistung benötigen, indem es auch die Energie der Abwärme nutzt.
Der Nobelpreis für Chemie ging 2025 [1] an die Forscher Susumu Kitagawa, Richard Robson und Omar Yaghi für die Entwicklung von metallorganischen Gerüsten. Die Metallionen bilden darin die Eckpfeiler, die durch lange organische Moleküle miteinander verbunden sind. So entstehen Kristalle mit großen Hohlräumen. Welche Substanzen ein MOF einfangen und speichern kann, hängt von seiner jeweiligen Zusammensetzung ab. MOF lassen sich also gezielt an bestimmte Anwendungsfälle anpassen. An MOF forschen auch viele andere Teams.
Mehrere Hersteller liefern Adsorptionskältemaschinen, die beispielsweise das Kühlwasser großer Verbrennungsmotoren oder Fernwärme nutzen. Viele verwenden Zeolithe oder Silikagel (Kieselgel) als Sorptionsmaterial.
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(Bild: Shutterstock.com/DimaBerlin)
Eine Übersichtsarbeit zeigt, dass nur etwa die Hälfte aller Mental Health Apps mit wissenschaftlich geprüfter Wirksamkeit noch öffentlich verfügbar ist.
Digitale Mental-Health-Anwendungen sollen psychologische Unterstützung niedrigschwellig und jederzeit verfügbar machen. Insbesondere Apps [1] gegen Depressionen, Angststörungen, Nervosität, Schlafstörungen oder andere psychische Belastungen ermöglichen einen einfachen Zugang zu Übungen, psychoedukativen Inhalten und strukturierten Selbsthilfeprogrammen. Gerade bei langen Wartezeiten auf Therapieplätze oder in unterversorgten Regionen können solche Angebote eine wertvolle Hilfe sein. Voraussetzung ist aber natürlich, dass wissenschaftlich geprüfte Anwendungen nach Abschluss einer Studie weiterhin auffindbar, technisch funktionsfähig und öffentlich zugänglich sind.
Ein internationales Forschungsteam hat nun untersucht, was aus Apps für psychische Gesundheit geworden ist, deren Wirksamkeit in früheren Forschungsarbeiten untersucht wurde. Die in der Fachzeitschrift npj Digital Medicine veröffentlichte Übersichtsarbeit [2] zeigt in ihren Ergebnissen ein grundlegendes Problem auf. Tatsächlich steht ein Großteil der Apps Patientinnen und Patienten nicht dauerhaft zur Verfügung. Etwa die Hälfte aller Anwendungen verschwand nach einiger Zeit wieder aus dem App Store und Google Play.
Für die Übersichtsarbeit durchsuchten die Forscher:innen die wissenschaftliche Literatur nach kontrollierten Studien zu selbstständig nutzbaren Mental-Health-Apps. Gemeint waren hierbei Anwendungen, die Betroffene ohne fortlaufende Begleitung durch Therapeut:innen oder anderes Fachpersonal verwenden können. Solche Angebote sind besonders interessant, weil sie eine große Zahl von Menschen mit vergleichsweise geringem Personalaufwand erreichen könnten.
Die Literatursuche lieferte zu Beginn 16.971 Einträge, wovon nach der Prüfung 110 Studien mit insgesamt 112 untersuchten Apps die Einschlusskriterien erfüllten. Da einzelne Anwendungen in mehreren Studien untersucht worden waren, ergab sich am Ende eine Gesamtzahl von 81 evidenzbasierten Apps. Anschließend prüften die Forschenden, ob diese Anwendungen weiterhin öffentlich im Apple App Store oder Googles Play Store verfügbar waren.
Die Studie verknüpft zwei Fragen, die bislang oft getrennt betrachtet werden: Wirkt eine App unter Studienbedingungen und ist sie für Betroffene später überhaupt noch verfügbar? Denn ein nachgewiesener Nutzen hilft in der Versorgung wenig, wenn die Anwendung nicht mehr heruntergeladen oder genutzt werden kann.
Von 81 evidenzbasierten Selbsthilfe-Apps waren zum Zeitpunkt der Untersuchung nur noch 42 (52 Prozent) öffentlich verfügbar. Unter den weiterhin erhältlichen Apps wurden 79 Prozent sowohl im Apple App Store als auch bei Google Play angeboten. 40 Prozent der Apps konnten kostenlos genutzt werden.
Die Untersuchung zeigt, dass ein wissenschaftlich bestätigter Wirksamkeitsnachweis keine dauerhafte Präsenz auf dem Markt garantiert. Ein Gutachten zur Evidenzlage von Gesundheits-Apps [3] hatte bereits 2022 kritisiert, dass die Wirksamkeitsstudien zu digitalen Gesundheitsanwendungen vielfach nicht den wissenschaftlichen Standards genügen. Tatsächlich konnte auch kein Zusammenhang zwischen der Qualität der zugrunde liegenden Studien und der späteren Verfügbarkeit erkannt werden. Ebenso konnte kein Zusammenhang zwischen stärkerer Wirksamkeit einer App und dauerhafter Verfügbarkeit nachgewiesen werden.
Die Ergebnisse weisen auf eine zentrale Schwäche der Digital-Health-Forschung hin. Forschungsvorhaben sind häufig darauf ausgerichtet, eine Intervention zu entwickeln, ihre Wirksamkeit zu prüfen und die Ergebnisse zu veröffentlichen.
Warum viele Anwendungen nicht dauerhaft verfügbar bleiben, lässt sich aus der Meta-Analyse nicht ableiten. Für den langfristigen Betrieb könnten jedoch Faktoren eine Rolle spielen, die über den Wirksamkeitsnachweis hinausgehen: Apps müssten technisch gepflegt, an neue Betriebssysteme angepasst und sicherheitstechnisch aktualisiert werden. Auch Datenschutz, regulatorische Anforderungen, Support und die Finanzierung der technischen Infrastruktur dürften den dauerhaften Betrieb erschweren.
Zu betonen ist, dass die Übersichtsarbeit die öffentliche Verfügbarkeit untersuchte, nicht die tatsächliche Nutzung oder Verbreitung. Eine auffindbare App kann nur wenige aktive Nutzer haben, in bestimmten Ländern nicht erhältlich sein oder hinter hohen Kosten verborgen bleiben. Umgekehrt könnte eine nicht öffentlich verfügbare Anwendung weiterhin noch innerhalb einzelner Kliniken oder Forschungsprogrammen eingesetzt werden.
Die Meta-Analyse erlaubt außerdem keine Aussage darüber, warum einzelne Apps verschwanden. Die Ursachen können deshalb nicht aus den Zahlen herausgelesen werden. Naheliegend ist jedoch, dass Faktoren jenseits wissenschaftlicher Untersuchungen über die langfristige Übersetzung in die Versorgung entscheiden. Dazu können fehlende Geschäftsmodelle, auslaufende Forschungsförderung, technische Wartungskosten oder eine nicht gelungene Kommerzialisierung gehören.
Für Betroffene entsteht dadurch ein echtes Problem. Im App Store und auf Google Play finden sich unzählige Apps mit kaum überprüfbaren Gesundheitsversprechen. Gleichzeitig werden die wenigen Apps, für die kontrollierte Wirksamkeitsdaten vorliegen, oft nicht langfristig weiterentwickelt und bleiben nicht dauerhaft erhältlich.
Die zentrale Botschaft der Arbeit ist damit weniger ein Urteil über die Wirksamkeit psychologischer Apps als über ihre Nachhaltigkeit. Wissenschaftliche Evidenz kann nur dann Teil der Versorgung werden, wenn das geprüfte Produkt die Studie überlebt.
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(Bild: Garmin / Fabian Stoffers)
Garmin hat mit dem Cirqa seinen ersten bildschirmlosen Fitnesstracker vorgestellt. Das Band erfasst Gesundheitsdaten und kommt ohne Abozwang.
Mit dem Cirqa bringt Garmin seinen ersten bildschirmlosen Fitnesstracker auf den Markt. Das Armband folgt auf die Modelle der Mitbewerber Whoop, Amazfit, Polar [1] und Google Fitbit [2]. Es ist kein Abo erforderlich, jedoch müssen Interessierte 200 Euro auf den Tisch legen.
Laut Garmin richtet sich das Armband an Nutzerinnen und Nutzer, die „ihre Gesundheit und Fitness ganz bewusst leben, aber nicht ständig auf ein Display schauen möchten“. Das Smartband soll Gesundheits- und Fitnessdaten rund um die Uhr erfassen können und bietet eine Akkulaufzeit von bis zu zehn Tagen.
Laut Garmin [3] soll sich das Band durch die kompakte und dezente Form leicht tragen lassen. Es helfe dabei, „Gewohnheiten besser zu verstehen sowie persönliche Ziele im Blick zu behalten“. Das Cirqa-Band erfasst unter anderem Garmin-typische Werte wie „Body Battery“, Stresslevel, Schritte und soll zudem Einblicke in die Frauengesundheit liefern.
Ferner liefert das Band Schlafanalyse mit Sleep Score, HFV-Status (Herzfrequenzvariabilität) und Schlafcoach-Informationen rund um die persönliche Schlafqualität und den Biorhythmus. Außerdem analysiere das Band VO2max und Trainingszustand, um Trägern und Trägerinnen „fundierte Einblicke in Leistungsfähigkeit, Trainingsfortschritt und die Wirksamkeit des Trainings“ zu liefern.
Das Band erkennt allerlei Aktivitäten automatisch und zeichnet sie dann auf. Ebenso sollen sich mehr als 80 verschiedene Aktivitäten manuell starten lassen, darunter Laufen, Gehen und Yoga. Zudem lasse sich eine individuell festgelegte Lieblingsaktivität über eine Taste an der Gehäuseseite starten.
Laut Garmin sollen Nutzerinnen und Nutzer durch Bestätigungen oder Anpassungen in der Garmin-Connect-App dabei helfen, die Aktivitätserkennung stetig zu verbessern, um „präzisere Ergebnisse zu erhalten“.
Das Garmin Cirqa-Band lässt sich per Bluetooth und ANT+ mit Geräten verbinden, ferner unterstützt es sowohl Android als auch iOS. GPS hat das Band nicht an Bord; entsprechende Daten lassen sich in Verbindung mit einem Smartphone tracken, so der Hersteller.
(Bild: Garmin)
Das Armband ist in den Farben „Schwarz“, „French Gray“, „Malve“ und „Kapitänsblau“ erhältlich. Zusätzlich sind Armbänder in den Farben „Zitronengrau“, „Dark Olive“ und „French Blue“ sowie für den Oberarm in Schwarz – jeweils in zwei Größen (S–M: 120 bis 200 mm; L–XL: 145 bis 240 mm). Das Cirqa-Band ist ab dem 24. Juli über die Garmin-Webseite erhältlich und kostet 199,99 Euro [5].
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(Bild: Nvidia)
Nach dem Shitstorm im März zeigte Nvidia DLSS 5 auf der Siggraph deutlich zurückhaltender. Ob es auf aktueller Hardware läuft, bleibt offen.
Auf der Siggraph-Konferenz in Los Angeles hat Nvidia am Montag eine kurze Vorführung von DLSS 5 gezeigt, die deutlich zurückhaltender ausfällt als der umstrittene Erstauftritt der Technik im März. Nvidia-Forscher Edward Liu präsentierte DLSS 5 in der Keynote „Next Era of Graphics“ inklusive eines knapp 30-sekündigen Clips.
Anstatt wie bei der GTC im Frühjahr auf ein reines Vergleichsvideo zu setzen, zeigte Nvidia diesmal auch, wie sich DLSS 5 im Detail live steuern lässt. So lässt sich etwa feinjustieren, wie stark das KI-Modell Gesichter verändert. Liu hatte schon vorab betont [2], dass die Simulation weiterhin die Welt definiere und die künstlerische Kontrolle bei den Entwicklern bleibe.
DLSS 5 unterscheidet sich grundlegend von früheren DLSS-Versionen. Statt wie bisher primär die Performance zu verbessern, indem Grafik hochskaliert oder zusätzliche Frames eingefügt werden, nutzt DLSS 5 ein generatives KI-Modell, das aus Farben und Bewegungsvektoren fotorealistischere Bilder erzeugt, ohne die Geometrie der Szene zu verändern. Auf der GTC im März hatte Nvidia die Technik erstmals vorgestellt [3]. DLSS 5 soll im Herbst für RTX-50-Grafikkarten erscheinen, unter anderem für „Starfield“, „Assassin's Creed Shadows“, „Hogwarts Legacy“ und „The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered“.
Bei der Vorführung auf der Siggraph zeigte Nvidia die Technik an einigen Spielfiguren in einer virtuellen Umgebung. Mit kontrastreicherer Beleuchtung, verbesserten Kontaktschatten und mehr Streulicht auf der Haut wirkten die Figuren realitätsnäher als in der zugrundeliegenden Render-Version, ohne dabei wie in früheren Demos zu sehr in das Uncanny Valley abzukippen.
Nvidia betonte, dass Entwickler über Regler für „Struktur-“ und „Ton-Intensität“ sowie über Masken für einzelne Objekte genau festlegen können, wie stark DLSS 5 in welchen Bildbereichen eingreift. So lassen sich einzelne Requisiten oder auch nur Teile einer Spielfigur separat regeln, während der Rest der Szene unverändert bleibt.
Die dezentere Demo dürfte auch eine Reaktion auf die heftige Kritik sein, die DLSS 5 seit der GTC-Präsentation begleitet. Fans warfen Nvidia vor, mit der Technik die künstlerische Vision der Entwickler durch KI-Gesichter zu ersetzen. Nvidia-Chef Jensen Huang wies die Kritik zurück [4] und nannte die Spieler „komplett im Unrecht“.
„DLSS 5 muss das Bild so verändern, dass sich die Geschichte nicht ändert“, sagte Liu auf seiner Siggraph-Keynote. Ob das reicht, um die Kritiker zu überzeugen, ist offen. Die frühen Vergleichsbilder aus dem März sorgten für heftige Vorwürfe, weil Gesichter von Figuren wie Grace Ashcroft aus „Resident Evil Requiem“ kaum wiederzuerkennen waren. YouTube-Kommentare unter dem Keynote-Video hat Nvidia deaktiviert.
Unklar bleibt weiterhin, wie viel Rechenleistung DLSS 5 tatsächlich benötigt. Die Demo auf der GTC im März lief auf zwei GeForce RTX 5090 gleichzeitig: Eine Karte übernahm das eigentliche Spiel, die zweite ausschließlich die DLSS-5-Berechnung. Nvidia hatte damals angekündigt, die Technik bis zum Marktstart auf eine einzelne Grafikkarte zu optimieren. Auf welcher Hardware die Vorführung bei der Siggraph lief, teilte Nvidia nicht mit.
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Mit dem CMS WordPress sind Websites auch ohne Fachwissen schnell aufgebaut. Damit dessen JSON-API nicht sämtliche Daten ausplaudert, müssen Sie es schützen.
Mit WordPress ein eigenes Blog oder eine Homepage aufzusetzen, ist leicht. Schlüsselfertige Installationen des CMS bekommt man praktisch bei jedem Hoster. Das ist ideal, um Informationen zu verbreiten. Manche Daten nur bestimmten Benutzern zugänglich zu machen, ist hingegen nicht so leicht. Denn was viele Betreiber nicht wissen: WordPress besitzt ein leistungsfähiges, standardmäßig ziemlich auskunftsfreudiges JSON-API. Darüber lassen sich zum Teil sensible Daten ohne vorherige Anmeldung am Frontend vorbei abrufen.
Durch das JSON-API ist WordPress besonders ausbaufähig und flexibel. Es ermöglicht die Entwicklung von Erweiterungen auf Basis einer stabilen, klar definierten Schnittstelle, die noch dazu zustandslos ist – also nicht abhängig davon, was andere Benutzer gerade auf der Website tun. So gibt es Smartphone-Apps und verschiedene Editoren, mit denen man Inhalte erstellen und verwalten kann: Neben dem Classic Editor den aktuellen Standard-Editor Guttenberg, Thrive Architect, Elementor und Divi, um nur drei bekanntere zu nennen. Auch viele Plug-ins wie Kontaktformulare nutzen das JSON-API als Schnittstelle zu WordPress.
Für ein Reise-Blog mag es kein Problem sein, dass standardmäßig alle Inhalte jedem zugänglich sind, doch schon bei einer Vereinswebsite liegt der Fall anders: Dort gibt es üblicherweise einen Mitglieds- oder gar Vorstandsbereich, den eben nicht jeder einsehen können soll. Denn selbst wenn der Abruf dieser Seiten über das Standard-Theme nur angemeldeten Benutzern möglich sein sollte, kommt über das JSON-API jeder ohne eine Anmeldung heran. Abhilfe bringt ein Plug-in, das den Zugang zum JSON-API einschränkt.
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Infineon eröffnet eine große Fab in Dresden. Elon Musk kritisiert die Benennung von Chip-Fertigungstechnik. Neue RAM-Varianten versprechen mehr Speed.
Da muss man Elon Musk mal recht geben: Die Bezeichnungen von Halbleiter-Fertigungsverfahren sind reines Marketing – c’t-Leser wissen das schon längst. Mit den kleinsten physischen Strukturbreiten auf den jeweiligen Chips haben die Namen von Herstellungsverfahren wie Intel 18A, Samsung SF2 oder TSMC N2 nichts zu tun. Musk schlägt vor, die Benennung sollte künftig wieder die tatsächliche Größe der kleinsten Strukturen aufgreifen und beispielsweise die kleinste Anzahl der Atome nennen, die sich damit anordnen lässt.
Anlass der Kritik von Elon Musk war die von IBM auf dem VLSI-Symposium 2026 vorgestellte „7-Ångström-Technik“. Die verspricht zwar tatsächlich erhebliche Vorteile, vor allem durch die vertikale Stapelung von n- und p-Kanal-Feldeffekttransistoren. Aber wie IBM selbst in einem Querschnittsbild aus dem Rasterelektronenmikroskop zeigt, haben die dünnen Blättchen (Sheets) der Nanosheet-Transistoren eine Stärke von 15 Silizium-Atomlagen. Und da der Abstand zwischen den Gitterebenen eines Siliziumkristalls je nach dessen Orientierung zwischen 3,14 und 5,43 Å beträgt, entspricht das 47 bis 81 Å, also 4,7 bis 8,1 Nanometer (1 Å = 0,1 nm). Fertigungspartner von IBM ist die japanische Firma Rapidus, die aber zunächst die schon 2021 von IBM angekündigte „2-Nanometer“-Technik umsetzt. Das 7-Å-Verfahren folgt frühestens 2030.
Um ganz andere Dimensionen geht es in der nagelneuen „Smart Power Fab“ von Infineon in Dresden. Denn die verarbeitet Silizium-Wafer zu Leistungshalbleitern, bei denen starke Ströme, niedriger Widerstand und geringe Schaltverluste wichtiger sind als feinste Strukturen. Obwohl: Ein paar logische Schaltungen, Sensoren und analoge Messverstärker will Infineon durchaus integrieren. Denn „Smart Power“ bezieht sich auch auf neuartige Bauelemente wie „ProFET Wire Guard“ mit eingebauter Messtechnik, die Schmelzsicherungen in modernen Autos ersetzen. Doch vor allem will Infineon vom KI-Boom profitieren und baut möglichst schnell zusätzliche Kapazitäten für Leistungshalbleiter auf, die in den Stromversorgungen von KI-Beschleunigern sitzen.
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(Bild: BlurryMe / Shutterstock.com)
Die Nutzung von Videosprechstunden wächst bei Senioren. TeleClinic-Chef Benedikt Luber spricht im Interview über Hürden, Technik und einen Datenschutzvorfall.
Üblicherweise geht man davon aus, dass telemedizinische Angebote vor allem jüngere und technikaffine Menschen erreichen. Ältere Menschen würden dagegen weiterhin hauptsächlich in die Arztpraxis gehen und dort oft mehr Zeit benötigen [1] als die jüngeren Patienten.
Nach Angaben vom Telemedizinanbieter TeleClinic greifen zunehmend jedoch auch ältere Menschen auf Angebote zurück, bei denen sie medizinische Hilfe aus der Ferne eigenständig über Smartphone oder PC nutzen. Dass Seniorinnen und Senioren der Digitalisierung im Gesundheitswesen insgesamt offener gegenüberstehen, zeigt auch eine Umfrage, die Bitkom Anfang des Jahres veröffentlicht hat [2].
(Bild: Teleclinic)
Wie sich die aktive Nutzung von Videosprechstunden bei älteren Menschen über die Jahre entwickelt hat, darüber haben wir mit Benedikt Luber, Managing Director von TeleClinic, gesprochen.
TeleClinic hat der Redaktion von heise Zahlen zur Nutzung der Telemedizin vorgelegt. Da kamen Sie unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Nutzung seit 2021 bei der Gruppe der über 65-Jährigen deutlich gestiegen ist. Hat Sie das überrascht und können Sie die Zahlen noch etwas ins Verhältnis setzen?
Ja, das hat uns tatsächlich etwas überrascht. Das ist das stärkste relative Wachstum aller Altersgruppen und widerlegt ein Stück weit die häufig geäußerte Annahme, Telemedizin sei vor allem etwas für junge, technikaffine Menschen in Großstädten.
Interessant war für uns außerdem, dass wir nicht nur die „fitten“ 65-Jährigen sehen. Wir haben uns die Alterskohorten genauer angesehen und können sagen, dass sich die Nutzung relativ gleichmäßig über die Gruppen 65 bis 75, 75 bis 85 und sogar 85 plus verteilt. Das zeigt, dass Telemedizin inzwischen auch bei sehr alten Menschen ankommt und nicht nur von einer kleinen, besonders digitalaffinen Gruppe genutzt wird.
Über unsere Plattform wurden inzwischen mehr als vier Millionen Videosprechstunden durchgeführt. Insgesamt sehen wir über alle Altersgruppen hinweg weiteres Wachstum, bei den älteren Nutzerinnen und Nutzern allerdings überproportional.
Wie kommen ältere Menschen mit der Technik zurecht?
Der Einstieg dauert manchmal etwas länger als bei jüngeren Nutzern. Das überrascht auch nicht. Häufig unterstützen Kinder oder Enkel beim ersten Einrichten der App. Gleichzeitig machen Funktionen wie das Einscannen der Gesundheitskarte die Nutzung auch für ältere Menschen einfacher.
Entscheidend ist aber: Die Technik ist heute kein grundsätzliches Hindernis mehr. Wir sehen sehr deutlich, dass ältere Menschen bereit sind, digitale Angebote zu nutzen, wenn diese einfach gestaltet sind.
Deshalb investieren wir derzeit stark in sprachbasierte Bedienkonzepte. Langfristig sollte sich nicht mehr der Mensch an die Technik anpassen müssen, sondern die Technik an den Menschen. Gerade für ältere Nutzerinnen und Nutzer kann das ein großer Fortschritt sein.
Ihren Zahlen zufolge sprechen ältere Menschen länger mit dem behandelnden Arzt. Es hieß ja in der Vergangenheit immer wieder, dass Anbieter wie TeleClinic vor allem unkomplizierte Fälle aus den Hausarztpraxen herausziehen.
Genau. Unsere Daten zeigen, dass Videosprechstunden mit Menschen ab 65 Jahren durchschnittlich rund 13 Minuten dauern. Das ist mehr als doppelt so lang wie der Videosprechstunden-Durchschnitt.
Für uns ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass ältere Patientinnen und Patienten eben nicht nur mit einer kurzen Rezeptanfrage kommen. Sie haben häufig mehrere Erkrankungen gleichzeitig, komplexere Fragestellungen oder benötigen schlicht mehr Gesprächszeit.
Ein Vorteil der Videosprechstunde kann dabei sein, dass Ärztinnen und Ärzte häufig nicht immer unter dem Druck eines vollen Wartezimmers stehen. Seit einiger Zeit können Videosprechstunden unter bestimmten Voraussetzungen auch aus dem Homeoffice [3]erbracht werden. Dadurch entsteht häufig mehr Raum für das eigentliche Gespräch.
Mit welchen Anliegen kommen ältere Menschen typischerweise zu Ihnen?
Typische Anwendungsfälle sind chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes, Rezeptverlängerungen bei Dauermedikationen oder stabile Krankheitsverläufe. Dazu kommen einfache Infekte ohne Warnzeichen, Hautveränderungen, die sich anhand von Fotos gut beurteilen lassen, oder allgemeinmedizinische Fragestellungen.
Daneben sehen wir durchaus auch psychosoziale Anliegen. Gerade ältere Menschen nutzen die Videosprechstunde zunehmend als niedrigschwelligen Zugang zur medizinischen Versorgung, wenn sie kurzfristig ärztlichen Rat benötigen.
Relevant wird künftig auch das Thema Zweitmeinung. Mit dem GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz soll sie vor bestimmten Eingriffen verpflichtend werden, und das lässt sich sehr gut telemedizinisch abbilden. Bevor eine größere Operation ansteht, kann eine Patientin oder ein Patient Befunde und Bildgebung hochladen, und eine erfahrene Fachärztin oder ein Facharzt bewertet aus der Ferne, ob der Eingriff wirklich notwendig ist.
Auch im Bereich der Vitalparameter-Erfassung entwickelt sich einiges. Je mehr Messwerte sich zuverlässig aus der Ferne erfassen lassen, desto mehr Behandlungsanlässe eignen sich künftig für die Telemedizin. Das ist ein Bereich, der sich in den nächsten Jahren sicher noch deutlich weiterentwickeln wird.
Sowohl mit dem GeDIG als auch mit der Notfallreform und dem geplanten Primärversorgungssystem sollen digitale Erstkontakte und Telemedizin fest eingebunden werden. Wie könnte das konkret aussehen und wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei der Umsetzung?
Auf dem Papier ist tatsächlich schon vieles vorgezeichnet. Im Primärversorgungssystem sollen Versicherte künftig neben dem Hausarzt und der 116117 auch einen digitalen Zugangsweg wählen können, bei dem Erst- beziehungsweise Bedarfseinschätzung, elektronische Überweisung und digitale Terminvermittlung, wenn möglich per Telemedizin, zu einem Service zusammengeführt werden. Auch in der Notfallreform ist vorgesehen, dass Kassenärztliche Vereinigungen künftig verpflichtend rund um die Uhr telemedizinische Beratung anbieten müssen, bevor überhaupt ein Rettungswagen oder ein persönlicher Termin notwendig wird.
Das ist aus unserer Sicht genau die richtige Richtung. Die eigentliche Herausforderung liegt jetzt aber in der konkreten Ausgestaltung: Wie genau werden Bedarfseinschätzung, Terminvermittlung und Überweisung technisch miteinander verzahnt? Und wie offen ist dieses System am Ende tatsächlich für unterschiedliche Anbieter?
Wichtig ist uns dabei vor allem, dass es nicht nur einen einzigen Zugangsweg gibt, sondern mehrere gleichwertige Einstiegsmöglichkeiten – über die Kassenärztlichen Vereinigungen, über die Krankenkassen-Apps, aber eben auch über etablierte private Anbieter wie uns, sofern einheitliche Qualitätskriterien erfüllt werden. Genau das leben wir bereits heute in der Praxis, etwa in unserer Zusammenarbeit mit der KV Niedersachsen. Wenn diese Systeme durch einheitliche Schnittstellen und Standards miteinander vernetzt sind, kann daraus eine funktionierende digitale Versorgung entstehen.
Sie arbeiten bereits mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen zusammen. Wie funktioniert dieses Modell?
Wer dort den ärztlichen Bereitschaftsdienst über die 116117 kontaktiert, wird zunächst mithilfe des Systems SmED [4] medizinisch eingeschätzt. Ergibt diese Ersteinschätzung, dass eine Videosprechstunde geeignet ist, wird zunächst ein Tele-Arzt zugeschaltet. Nur wenn dieser feststellt, dass eine Behandlung aus der Ferne nicht ausreicht, fährt anschließend der Bereitschaftsdienst zum Patienten.
Inzwischen wurden über dieses Modell mehr als 100.000 Behandlungen durchgeführt. Über 80 Prozent der Fälle konnten vollständig telemedizinisch abgeschlossen werden. Nur bei rund 20 Prozent musste anschließend noch ein Fahrdienst ausrücken, der dann von der Johanniter-Unfall-Hilfe übernommen wird.
Das zeigt aus unserer Sicht sehr gut, welches Potenzial Telemedizin bei der Entlastung des Bereitschaftsdienstes und der Notaufnahmen haben kann. Aus unserer Sicht ist dieses Modell durchaus auch ein Vorbild dafür, wie sich ähnliche Strukturen künftig auf andere KV-Regionen übertragen lassen könnten.
Derzeit wird ja auch wieder über die sogenannte Telefon-AU diskutiert, also die telefonische Krankschreibung, die zeitweise ausgesetzt und dann wieder eingeführt wurde. Können sich Anbieter von Videosprechstunden wie TeleClinic eigentlich freuen, wenn die Telefon-AU wieder eingeschränkt oder abgeschafft würde, weil dann mehr Patientinnen und Patienten auf die Videosprechstunde ausweichen müssten?
Das ist ein sehr berechtigter Punkt, und ich verstehe, warum das kontrovers diskutiert wird. Erst einmal zur Einordnung: Es gibt Auswertungen, die zeigen, dass weder die telefonische noch die videobasierte Krankschreibung ein relevanter Treiber der Krankheitstage in Deutschland sind. Aus einer Analyse des ZI und der Barmer wissen wir, dass telefonische Krankschreibungen bei etwa 0,8 bis 1 Prozent aller Krankschreibungen lagen, bei der Videosprechstunde waren es sogar nur 0,1 bis 0,4 Prozent.
Jetzt gibt es aber Überlegungen, die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag wieder einzuführen. Für uns ist dabei vor allem wichtig, dass das nicht zum Nadelöhr wird, gerade für Menschen ohne festen Hausarzt oder in unterversorgten Regionen. Genau das befürchten ja auch viele Ärztinnen und Ärzte, dass es zu einer massiven Überlastung der Praxen führen könnte.
Ich würde es deshalb nicht sagen, dass wir uns über mehr Zulauf durch eine strengere Regelung freuen. Uns geht es darum, dass ein guter digitaler Versorgungseinstieg zur Verfügung steht, wenn Menschen ihn brauchen. Wichtig ist außerdem, dass für Krankschreibungen per Videosprechstunde ohnehin klare Vorgaben gelten. Laut G-BA, dem höchsten Beschlussgremium im Medizinwesen, darf eine Erstbescheinigung per Video nur einmalig und für maximal drei Tage ausgestellt werden, und es muss vorher eine strukturierte Ersteinschätzung erfolgen. Das ist also kein Freifahrtschein, sondern reguliert wie jede andere Versorgungsform auch.
Aus aktuellem Anlass: Nina Warken hat angekündigt [5], die Fragebogen-Krankschreibung verhindern zu wollen. Das betrifft TeleClinic ja nicht, oder?
Nein, eine Krankschreibung basierend auf Fragebögen wird über die technischen Dienste der TeleClinic nicht ermöglicht. Approbierte, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte führen eine echte ärztliche Videosprechstunde mit strukturierter Ersteinschätzung und vollumfänglicher audiovisueller Behandlung über unseren zertifizierten Videodienst durch. Dabei werden insbesondere die strengen G-BA-Vorgaben und Qualitätskriterien nach Anlage 31c Bundesmantelvertrag zur Videosprechstunde eingehalten.
Was wäre für Sie der wichtigste Schritt, damit Telemedizin wirklich in der Regelversorgung ankommt?
Ich glaube, es kommt vor allem darauf an, dass wir jetzt konsequent dranbleiben. Die technischen Grundlagen entstehen gerade erst richtig, und parallel braucht es ein Vergütungssystem, das digitale Versorgung fair abbildet. Wenn das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass Telemedizin in einigen Jahren ganz selbstverständlich zur Versorgung dazugehört – gerade auch für ältere Menschen, wie wir das in unseren Zahlen ja bereits sehen.
Wie könnte eine gerechte Vergütung aussehen?
Das heutige Vergütungssystem orientiert sich stark an der klassischen Quartalsversorgung durch den Hausarzt. Das passt nicht immer zu digitalen Erstkontakten, die häufig einzelne akute Anliegen betreffen.
Deshalb braucht es aus unserer Sicht eine eigenständige, faire Vergütung für telemedizinische Erstkontakte innerhalb der gesetzlichen Versorgung. Ärztinnen und Ärzte sollten durch Telemedizin weder benachteiligt noch bevorteilt werden. Entscheidend sollte sein, dass die jeweils passende Versorgungsform vergütet wird.
Darüber hinaus stellt sich aber noch eine grundsätzlichere Frage. Unser Gesundheitssystem vergütet heute überwiegend die Behandlung bereits bestehender Erkrankungen. Langfristig müsste Prävention deutlich stärker honoriert werden. Wenn Ärztinnen und Ärzte dazu beitragen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen oder sogar zu verhindern, sollte sich das auch im Vergütungssystem widerspiegeln. Solche Ansätze werden unter dem Begriff „Value Based Healthcare“ seit Längerem diskutiert.
Vor wenigen Tagen gab es einen Datenschutzvorfall bei TeleClinic. Was genau ist passiert?
Am 10. Juli kam es aufgrund eines technischen Fehlers in einer Caching-Komponente für einen Zeitraum von rund 30 Minuten zu einer fehlerhaften Anzeige von Daten. Betroffen waren insgesamt 60 Nutzerinnen und Nutzer. Einzelnen angemeldeten Personen wurden zeitweise personenbezogene Daten anderer Nutzer angezeigt.
Niemand konnte sich in fremde Konten einloggen oder im Namen anderer Personen handeln. Auch Änderungen an fremden Konten waren zu keinem Zeitpunkt möglich. Nicht betroffen waren Diagnosen, Rezepte, Atteste sowie Zugangs- oder Zahlungsdaten. Sichtbar werden konnten lediglich personenbezogene Stamm- und Versichertendaten sowie Terminübersichten. Nach der Auswertung unserer Zugriffs- und Telemetriedaten gibt es außerdem keine Hinweise darauf, dass die Daten weiterverbreitet oder missbräuchlich genutzt wurden.
Unsere Monitoring-Systeme haben den Fehler innerhalb weniger Minuten erkannt. Parallel ging auch eine erste Rückmeldung eines Nutzers ein. Aus Vorsicht haben wir die betroffenen Systeme sofort eingeschränkt, den Fehler innerhalb von 20 Minuten behoben und anschließend weitere technische und organisatorische Maßnahmen umgesetzt, um eine Wiederholung auszuschließen.
Anhand unserer Zugriffs- und Telemetriedaten konnten wir genau nachvollziehen, welche Inhalte in welchem Zeitraum angezeigt wurden und welche Personen betroffen waren. Alle 60 Betroffenen haben wir dann anschließend persönlich informiert, und den Vorfall haben wir auch an die zuständige Aufsichtsbehörde gemeldet. Die Aufsichtsbehörde hat uns zwischenzeitlich den Abschluss des Verfahrens ohne weitere Maßnahmen bestätigt.
Natürlich ist unser Anspruch, dass ein solcher Fehler gar nicht erst passiert. Gleichzeitig wäre es nicht ehrlich zu behaupten, dass sich in hochkomplexen IT-Systemen technische Fehler mit absoluter Sicherheit ausschließen lassen. Entscheidend ist deshalb, wie ein Unternehmen mit einer solchen Situation umgeht. Für uns gehören dazu ein engmaschiges Monitoring, eine schnelle technische Reaktion, vollständige Transparenz gegenüber den Betroffenen und eine gründliche Analyse der Ursachen. Nach jedem Vorfall werden technische und organisatorische Prozesse überprüft und weiterentwickelt.
Datenschutz und Informationssicherheit sind für digitale Gesundheitsangebote die Grundlage für Vertrauen. Dieses Vertrauen entsteht nicht nur dadurch, dass Systeme zuverlässig funktionieren, sondern auch dadurch, dass offen und nachvollziehbar kommuniziert wird.
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