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Motorola Edge 70 Max: 7100-mAh-Akku trifft auf 2K-OLED und Snapdragon 8 Gen 5

Von Heise

Motorola bringt mit dem Edge 70 Max ein neues Oberklasse-Smartphone mit Riesenakku und sehr hellem Display für 799 Euro auf den Markt.

Motorola erweitert seine Edge-Serie um das Edge 70 Max. Das Smartphone soll ab dem 15. Juli in ausgewählten europäischen Märkten erhältlich sein und kostet in der Variante mit 8 GByte RAM und 256 GByte UFS-4.1-Speicher 799 Euro.

Im Mittelpunkt steht der mit 7100 mAh ungewöhnlich große Akku. Motorola setzt dabei auf eine Silizium-Kohlenstoff-Chemie, die eine höhere Energiedichte als klassische Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen soll. Geladen wird per USB-C mit bis zu 90 Watt, kabellos sind nach Qi2-Standard bis zu 25 Watt möglich. Zudem unterstützt das Gerät kabelgebundenes Reverse Charging mit 5 Watt.

Auch das Display fällt auf. Das 6,82 Zoll große AMOLED-Panel löst mit 1440 × 3168 Pixeln auf, unterstützt Bildwiederholraten bis 144 Hz und erreicht laut Motorola eine Spitzenhelligkeit von bis zu 7000 Nits. Das Display ist HDR10+-fähig und Pantone-validiert.

Für die Rechenleistung sorgt Qualcomms Snapdragon 8 Gen 5. Motorola kombiniert den SoC mit 8 GByte LPDDR5X-Arbeitsspeicher und integriert ein 5500 Quadratmillimeter großes Vapor-Chamber-Kühlsystem mit Flüssigmetall, das die Abwärme unter Last besser abführen soll. Nach Herstellerangaben steigt die CPU-Leistung gegenüber der vorherigen Snapdragon-Generation um 36 Prozent, die GPU-Leistung um 11 Prozent und die NPU-Leistung um 46 Prozent.

Keine Tele-Kamera

Bei der Kamera setzt Motorola auf einen 50-Megapixel-Sensor vom Typ Sony LYTIA 710 mit optischer Bildstabilisierung. Hinzu kommen eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit Makrofunktion sowie eine 32-Megapixel-Frontkamera. Ein Tele gibt es nicht.

Das 221 Gramm schwere Smartphone besitzt einen Rahmen aus Aluminium sowie Gorilla Glass 7i auf Vorder- und Rückseite. Es erfüllt laut Hersteller die Schutzklassen IP68 und IP69 sowie den Militärstandard MIL-STD-810H. Als Betriebssystem kommt Android 16 zum Einsatz. Das Smartphone soll laut Hersteller drei große Android-Updates und bis zu fünf Jahre lang Sicherheitsupdates erhalten.

Ab dem 15. Juli soll das Motorola Edge 70 Max für 799 Euro erhältlich sein. Zum Marktstart legt Motorola nach eigenen Angaben bei Käufen über den eigenen Online-Shop unter anderem die Moto Buds Loop und ein 125-Watt-Netzteil bei.


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https://www.heise.de/-11364958

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  • 15. Juli 2026 um 10:00

KABINE: Wie ein umgebautes Dixi-Klo in Notfallsituationen helfen kann

Von Heise
Umgebautes Dixi-Klo wird begutachtet

Interessierte Menschen begutachten die KABINE auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Uniklinik RWTH Aachen und dem Technischen Hilfswerk und weiteren Beteiligten.

(Bild: Uniklinik RWTH Aachen)

Eine Toilettenkabine soll die medizinische Versorgung im Ernstfall verbessern. Wie das funktioniert, erklärt Dr. Andreas Follmann von der Uniklinik RWTH Aachen.

Wenn nach einer Katastrophe Arztpraxen und Krankenhäuser nicht mehr erreichbar sind, könnte eine handelsübliche Toilettenkabine als telemedizinische Behandlungsstation aushelfen. Mit diesem ungewöhnlichen Konzept wollte ein Forschungskonsortium unter Beteiligung der Uniklinik RWTH Aachen die medizinische Versorgung im Katastrophenfall verbessern. Die mobile Einheit soll laut Uniklinik dort zum Einsatz kommen, wo „Arztpraxen, Krankenhäuser oder Verkehrswege vorübergehend nicht erreichbar oder überlastet sind" oder die Infrastruktur ausgefallen ist. Nach ersten Erprobungen, unter anderem auf dem Musikfestival Parookaville, wurde der Prototyp weiterentwickelt. Im Juli wurde das Forschungsprojekt mit einer öffentlichen Abschlussdemonstration auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks in Aachen offiziell beendet.

Andreas Follmann
Andreas Follmann

Dr. Andreas Follmann ist Katastrophenmediziner und Leiter des Projekts „KABINE“.

(Bild: RWTH Uniklinik Aachen)

Im Gespräch erklärt Dr. Andreas Follmann von der Uniklinik RWTH Aachen, Mitglied des Projektkonsortiums, welche Erkenntnisse die Praxistests gebracht haben und warum die Kabine inzwischen rot statt grau ist.

Die Kabine sieht nicht mehr aus wie ein Dixi-Klo, sondern ist jetzt rot. Warum?

Andreas Follmann: Rot ist tatsächlich eine Signalfarbe, wenn es darum geht, gut aufzufallen. Gerade im Katastrophenfall ist das wichtig, weil dort häufig mehrere dieser Toiletten- oder Duschkabinen stehen. Das Ziel ist, dass man diejenige Kabine, die man für medizinische Zwecke aufsuchen muss, direkt findet. Außerdem gibt es Studien, die belegen, dass bei Rot und Orange am wenigsten Vandalismus zu befürchten ist. Das ist ein zusätzlicher psychologischer Effekt.

Hat sich außer der Farbe technisch etwas verändert?

Technisch hat sich kaum was geändert. Wir haben die alte Kabine in mehreren Studien getestet – unter anderem in einer Simulationsstudie, die man sich wie ein Krimi-Dinner vorstellen kann – und beim Musikfestival Parookaville. Das war für uns natürlich extrem spannend, weil es sich um echte Patienten mit echten Problemen handelte. Dort haben wir gemerkt, dass die von uns zuvor ausgewählte Technik dafür sehr gut geeignet war.

Am Anfang dachten wir, das sogenannte Dermatoskop würden wir am wenigsten brauchen. Tatsächlich gab es bei Parookaville aber extrem viele Hautveränderungen. Es war heiß und schwül, entsprechend gab es viele Insektenstiche und Allergien. Viele hatten Probleme mit Grasmilben, bei denen man sich die Hautveränderungen sehr genau ansehen musste, um dann gezielt zum Beispiel eine Salbe zu verschreiben.

Zur Ausstattung gehören neben einem EKG und einer Untersuchungskamera, die mit verschiedenen Aufsätzen etwa als Otoskop fürs Ohr oder als Dermatoskop für die Haut genutzt werden kann, auch weiterhin laientaugliche, über Bluetooth angebundene Medizingeräte.

Gab es trotzdem Anpassungen?

Ja, an der Usability hat sich einiges verändert. Das EKG war vorher eine kleine, scheckkartengroße Box, auf die man zwei Finger legen musste. Mittlerweile gibt es Haltegriffe, an denen man sich einfach festhalten kann.

Außerdem ist der Toilettensitz jetzt Gott sei Dank nicht mehr drin. Wir hatten vorher den Tank genutzt, um Technik reinzubauen. Mittlerweile ist alles etwas kleiner geworden, und es gibt einen richtigen Stuhl darin, den man auch herausstellen kann – so haben auch Menschen mit einem kleinen Rollstuhl die Möglichkeit, sich dort reinzusetzen.

Wir haben zudem Erwachsene mit Kindern hineingesetzt, um zu prüfen, ob die Kameraposition auch für Kinder passt und ob die Begleitperson zumindest teilweise mit hineinkommt. Deshalb haben wir auch einen Stuhl genommen, der höhenverstellbar ist.

Welche Grenzen sind bei der Evaluierung deutlich geworden?

Generell ist der Betrieb noch nicht ganz klar. Wer bevorratet das System? Ist das die Hilfsorganisation oder ein Land oder eine Kommune? Zwischendurch muss vielleicht auch mal gereinigt oder desinfiziert werden. Deshalb ist unsere klare Empfehlung, die Kabinen an sogenannten Katastrophenschutz-Leuchttürmen aufzustellen. Das sind vorab festgelegte Standorte, meist bei der Freiwilligen Feuerwehr oder der Verwaltung, an denen Internet und Strom auch über Notstromaggregate zur Verfügung stehen sollen. Zwar ist die Kabine dank der Solarpaneele und der Satellitenkommunikation für eine gewisse Zeit autark. Trotzdem wünschen wir uns natürlich, dass auch Personal bereitsteht, um Betreuung zur Verfügung zu stellen und vielleicht auch mal Verbrauchsmaterial nachzufüllen.

Ein weiterer Punkt ist die Logistik. Die Toilettenkabinen lassen sich laut Hersteller innerhalb von 30 Minuten aufbauen. Deshalb ist die Frage, ob künftig vielleicht nur noch die Technik eingelagert werden muss, weil die Kabinen ohnehin schnell lieferbar wären. Baut man die Technik zum Beispiel in eine Box, braucht man natürlich viel weniger Lagerkapazität und Wartungsaufwand. Das wäre dann ein modulares Konzept: Die Kabinen kommen separat, und die Box wird einfach an die Wand gehängt.

Die neue Kabine sieht nach der Überarbeitung recht massiv aus. Kann sie noch einfach transportiert werden?

Ja. Es ist eine ganz normale Toilettenkabine aus Kunststoff, die von uns lediglich innen ausgestattet wurde. Nur der Tank wurde entfernt, und es ist ein gerader Boden eingebaut. Die kann man mit zwei Personen problemlos versetzen. Zusätzlich hat sie oben auch eine Kranhalterung. Wir haben sie inzwischen auch schon an einen Kran gehängt, zum Beispiel vom THW. Damit kann man sie sehr schnell positionieren.

Es gibt bereits viele fertige Logistikkonzepte für diese Toilettenkabinen. Toilettenkabinen werden oft auch mit Spülflüssigkeit angeliefert und haben dann ein ähnliches Gewicht. Sie können zum Beispiel über einen Tieflader mit Kran angeliefert und leicht versetzt werden.

Haben Sie versucht, die Kabine günstig zu entwickeln?

Ja. Unser Ziel war immer, sie so günstig wie möglich zu machen. Wir wollten, dass sie unter 5000 Euro kostet.

Die enthaltenen Geräte sollen möglichst einfach funktionieren. Außerdem sollen Teile, auch wenn die Kabine Schaden nimmt, wiederverwendet werden können. Es kann auch sein, dass die gesamte Kabine, ohne Inhalt, entsorgt werden oder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden muss. Denkbar wäre auch, dass sich das System ganz ohne die Kabine nutzen lässt – also nur die Technik allein.

Das Konzept ließe sich doch auch außerhalb des Katastrophenschutzes einsetzen?

Ja, deshalb glaube ich auch an diesen modularen Ansatz mit einer Box. Die kann ich natürlich genauso in eine Apotheke hängen. Es kann ja auch mal sein, dass zum Beispiel in einem Gemeindehaus noch ein Raum zur Verfügung steht. Dann brauche ich vielleicht die Kabine gar nicht. Dann würde ich diese Box einfach in einen Raum hängen.

Die Toilettenkabine ist für uns insofern praktisch, da sie kostengünstig ist und weit unter 1000 Euro kostet. Sie kann sogar per Boot transportiert werden, weil sie schwimmfähig ist, oder alternativ auf einem Tieflader. Mit diesem Kranhaken kann man sie theoretisch sogar an einen Helikopter hängen, um sie in ein Dorf zu fliegen, das etwa durch einen Brückeneinsturz von der Außenwelt abgeschnitten ist.

Wie geht es nach dem Forschungsprojekt weiter?

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist als assoziierter Partner beteiligt, ebenso das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin. Das Forschungsprojekt wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen und live demonstriert [1].

Das DRK ist tatsächlich sehr daran interessiert, mit uns weiterzudenken, welche Ebene für die Bevorratung zuständig sein sollte. Sollte jedes Bundesland zehn Kabinen haben oder jede Kommune, jeder Katastrophenschutz-Leuchtturm eine? Das betrifft auch das Thema Wartung. Die Medizingeräte sind mit Sicherheit in fünf Jahren überholt und müssen erneuert werden.

Es bringt nichts, wenn das Ergebnis, wie so oft bei Forschungsprojekten, am Ende nur in irgendeiner Schublade landet. Man muss im Endeffekt genau diesen Zwischenschritt schaffen: Dass jemand sagt, wir brauchen jetzt 20 Stück davon, und ein Unternehmen bereit ist, sie zu verkaufen.

Gibt es bereits weitere Einsatzideen?

Eine große Überlegung ist, ob man das System nicht auch für Routinezwecke einbinden kann. Wir denken da zum Beispiel an Sanitätswachdienste auf Großveranstaltungen oder daran, im Rahmen der Flüchtlingsversorgung medizinische Hilfe auch im fremdsprachigen Bereich zu gewährleisten. Bis hin zu der Überlegung, ob man eine solche Kabine dort aufstellen könnte, wenn in einem Dorf plötzlich kein Hausarzt mehr verfügbar ist – um zumindest stundenweise an manchen Tagen eine hausärztliche Grundversorgung durch einen anderen Arzt zu gewährleisten.

Welche Software kommt zum Einsatz?

Als Basis für die Software nutzen wir „TeleDoc“, eine zertifizierte Videosprechstunde der Docs in Clouds TeleCare GmbH. Die medizinischen Geräte sind alle in die Software integriert und übertragen ihre Daten per Bluetooth. Im Use Case Parookaville und bei den Simulationsstudien war das sehr stabil. Es ist alles kabelgebunden oder per Bluetooth angeschlossen.

Das Ganze funktioniert als Webplattform. Ich kann es quasi überall auf der Welt nutzen und der Arzt kann sich dank Satellitenkommunikation aus der Ferne zuschalten. Zusätzlich habe ich die Möglichkeit, extern auch LAN anzuschließen – steht die Kabine beispielsweise an einem Katastrophenschutz-Leuchtturm, kann ich gegebenenfalls das lokale Internet nutzen.


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  1. https://www.ukaachen.de/en/clinics-institutes/medical-technology-section/all-news/news/forschungsprojekt-kabine-erfolgreich-abgeschlossen-mobile-telemedizin-fuer-krisensituationen-live-demonstriert/
  2. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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  • 15. Juli 2026 um 09:34

Neue Warnfunktion: iOS soll bald problematische Nachrichten abfangen

Von Heise
iMessage-Logo mit zwei Benachrichtigungen

iMessage-Logo mit zwei Benachrichtigungen: Auch ein Einfallstor für Angriffe.

(Bild: oasisamuel/Shutterstock.com)

Apple plant zeitnah ein neues iPhone-Feature, das potenziell böswillige iMessage-, SMS- und RCS-Botschaften erkennen soll. Die Details sind noch unklar.

In der fünften Beta von iOS 26.6 wurde ein neues Feature implementiert, das offenbar die Verbreitung von Malware und anderen Angriffen über Apples Nachrichten-App stoppen soll. Laut einem X-Benutzer steckt entsprechender Code in der Vorabversion. Offenbar handelt es sich dabei um eine Erweiterung von Apples bereits mit iOS 14 eingeführter „BlastDoor“-Funktionalität [1], die die Nachrichten-App mittels Sandboxing abschotten soll; allerdings gelang in der Vergangenheit mehrfach deren Umgehung. Es ist unklar, wann die neue Sicherheitsroutine greift und wie sie genau funktioniert – also etwa, ob auch neue Formen von Attacken detektiert werden oder schlicht bereits bekannte.

Apple sammelt Nachrichten

Laut einem Mock-up [2], das X-User @limpless_skelly verbreitet hat, lautet die Information „Malicious Message Detected“ („Böswillige Nachricht erkannt“). Mittels Pop-up wird dann beschrieben, dass die Nachricht von einem Absender stammt, „der versuchen könnte, Ihr iPhone zu beschädigen oder Ihre Privatsphäre zu kompromittieren“. Apple bittet dann darum, die Nachricht an Apple weiterzuleiten, damit der Konzern Untersuchungen einleiten und andere Nutzer schützen könne.

Angegeben ist dann noch die Absendernummer. Nutzer können die Nachricht sofort an Apple weiterleiten, dies verneinen oder auf später verschieben („Not now“). Unklar bleibt, ob die Nachricht selbst angezeigt oder gleich gelöscht wird, wenn man den Bericht abgesendet hat. Das von Apple verwendete Pop-up sieht verhältnismäßig wenig offiziell aus – ob Nutzer es mit böswilligen Pop-ups, die in Safari auftauchen können, verwechseln, bleibt unklar. In der Praxis angezeigt wurde die Warnung Betatestern zufolge offenbar noch nicht.

Einfallstor Nachrichten-App

Welche Arten von Nachrichten die neue Funktion detektiert, ist bislang noch unklar. Die Nachrichten-App versteht sich sowohl auf iMessage-Botschaften als auch auf SMS und mittlerweile auch RCS [3]. Über den Kanal gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Arten von Angriffen. Die simpelste Methode ist der Versand von Links – Nutzer werden genötigt, diese zu klicken, damit Angreifer möglicherweise vorhandene Lücken im Apple-Browser Safari ausnutzen können.

Es gab aber auch schon Angriffe auf die Nachrichten-App selbst, bei denen der Empfang der Nachricht ausreichte, um eine Exploit-Kette loszutreten. Im schlimmsten Fall bemerkt man die Ankunft einer solchen Botschaft erst gar nicht. Solche „Zero Click“-Exploits [4], die es auch schon auf WhatsApp gab, sind aber äußerst selten und vor allem für die Angreifer, die meist staatlicher Natur sind, extrem teuer.


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https://www.heise.de/-11364183

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  1. https://www.heise.de/meinung/Kommentar-zum-Lockdown-Modus-Gute-Sache-Apple-weitermachen-Aber-7164918.html
  2. https://x.com/limpless_skelly/status/2076793939252609424
  3. https://www.heise.de/news/Ende-zu-Ende-Verschluesselung-fuer-RCS-mit-iOS-26-5-So-geht-s-11291023.html
  4. https://www.heise.de/news/Zero-Click-Angriff-auf-Apple-Geraete-via-WhatsApp-10626629.html
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  • 15. Juli 2026 um 10:55

macOS-27-Beta : Offenbar Dateisystemprobleme im Zusammenhang mit Time Machine

Von Heise
macOS 27 alias Golden Gate

macOS 27 alias Golden Gate.

(Bild: Apple)

Die dritte Entwicklerbeta von macOS 27 scheint unter Umständen das SSD-Dateisystem zu korrumpieren. Das Problem: Dies ist auch die erste Public Beta.

Nutzer, die die Public Beta von macOS 27 [1] alias Golden Gate ausprobieren wollen, sollten womöglich vorsichtig sein: Auf Reddit und in anderen Foren gibt es Berichte, laut denen es unter Umständen zu Dateisystemfehlern aufgrund nicht korrekt geschriebener Metadaten kommen kann. Die Fehler wurden zunächst in der dritten Developer-Beta von macOS 27 entdeckt, diese entspricht jedoch dem Stand der Public Beta. Es kann schlimmstenfalls zu einem Datenverlust kommen. Apple hat bislang noch nicht reagiert. Denkbar ist, dass das Problem im Zusammenhang mit der Nutzung von Apples Standard-Backup-System Time Machine [2] steht, zumindest setzen die meisten Betroffenen dieses ein.

Dateisystem „corrupted“

Bei Reddit [3] wird derzeit versucht, Daten von Nutzern mit dem Fehlerbild zu erfassen, um das Problem einzugrenzen und an Apple zurückzumelden. Ist das Dateisystem tangiert, kann es zu eingefrorenen Systemen oder scheinbar zufälligen Neustarts kommen. Außerdem starten manche Apps nicht mehr. Das verifyVolume-Kommando im Werkzeug diskutil über das Datenvolumen (/System/Volumes/Data) spuckt bei betroffenen Maschinen „corrupted“ oder „notable errors“ aus.

Reddit-User imajes, der die Angaben derzeit sammelt, berichtet von zwei betroffenen Maschinen, die von Tahoe nach Golden Gate aktualisiert worden waren. Über das fsck-Kommando fand er fehlerhaft geschriebene xattr-Metadaten. Er registrierte, dass das System nach der Aktualisierung von Developer-Beta 2 auf 3 eine große Anzahl von Metadaten schreiben wollte, die dann aber nicht auf der SSD landeten. Apples Support soll angeblich mitgeteilt haben, dass betroffene Nutzer ihr System löschen und auf macOS 26.5.2 zurückkehren sollten (über ein vorhandenes Backup).

Externes Time-Machine-Backup

Auf den betroffenen Maschinen lief Time Machine mit einer externen Destination (oftmals NAS). Offenbar werden auch diese Backups von dem Problem tangiert, in einem Fall kam es beim Versuch des Mountens im Schreib-Lese-Modus zu einer Kernel Panic. Das Fehlerbild ist ansonsten noch recht unklar. Auf Reddit gibt es eine Anleitung, wie Nutzer prüfen können, ob sie betroffen sind – um Apple zu informieren, werden die Daten dort gesammelt.

Es ist unklar, wie verbreitet das Problem ist. Der Vorfall zeigt allerdings, wie vorsichtig man mit Betas umgehen sollte. Es ist stets zu empfehlen, nicht mit Echtdaten zu arbeiten und auch Public-Beta-Versionen nicht auf Produktionsmaschinen zu installieren. Ein Backup ist Pflicht. iOS 27 und auch macOS 27 galten bislang in den Vorabversionen als recht stabil – doch das muss nichts heißen. Es ist zudem empfehlenswert, auch einen eigenen Apple-Account für den Betatest einzurichten, um iCloud-Echtdaten nicht zu tangieren.


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https://www.heise.de/-11364319

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  1. https://www.heise.de/news/iOS-27-Co-Die-oeffentlichen-Betas-sind-da-das-muss-man-wissen-11363829.html
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Festplatten-und-SSDs-Das-sollten-Sie-wissen-11348751.html
  3. https://www.reddit.com/r/MacOSBeta/comments/1urwnt4/psa_beta_3_has_a_data_corruption_bug_your_files/
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  • 15. Juli 2026 um 10:00

Tipp: Vorgeschlagene Videos in YouTube unter tvOS sichern

Von Heise

YouTube für tvOS eignet sich gut, im großen Google-Videoangebot zu stöbern und schlägt algorithmisch neue Filme vor. Doch die Watchlist streikt an einer Stelle.

Ich schaue oft beim Sport YouTube auf meiner Apple-TV-Box auf dem großen Fernseher. Dazu verwende ich den offiziellen Client, dank Premium-Abo leide ich nicht unter der zunehmenden Reklame. Allerdings lassen sich neue Filme, die mir beim Pausieren eines Videos vorgeschlagen werden, nicht in der „Später ansehen“-Watchlist ablegen. Kann man da etwas tun?

Das Problem existiert schon lange und Google macht bis heute keine Anstalten [1], es zu beheben – offenbar interessiert sich der Konzern nicht für einen Client mit relativ kleiner Nutzerschaft. Der Autor dieser Zeilen hat bereits versucht, über das Google-Management an den oder die Programmierer zu gelangen, um sie zu bitten, das Problem, das sich sicherlich sehr einfach lösen lässt, zu beheben – doch bislang geschah nichts.

Der YouTube-Algorithmus arbeitet bekanntermaßen hervorragend, insbesondere, wenn man Google erlaubt, die angeschauten Videos (über den Google-Account) zu erfassen. Dann tauchen an vielen Stellen in der App Empfehlungen für neue Videos auf, die man sich gerne merken möchte. Die „Später ansehen“-Liste („Watch later“) ist dabei nahezu überall selektierbar, egal ob auf dem Homescreen der App, in der Suche oder an nahezu jeder anderen Stelle.

Angehaltenes YouTube-Video mit Vorschlägen
Angehaltenes YouTube-Video mit Vorschlägen

Angehaltenes YouTube-Video mit Vorschlägen: Diese lassen sich nur anklicken, aber nicht auf der Watchlist vormerken.

(Bild: Google)

Allein beim Pausieren eines Videos, wo ebenfalls zahllose Empfehlungen auftauchen, die oftmals spannend sind, gibt es die Funktion nicht. Drückt man lange auf einen dieser Vorschläge, wie man sonst bei jedem anderen Screen auf die „Später ansehen“-Funktion käme, wird einfach das Video gestartet und man verliert seine Position im aktuellen. Die Vorschläge ändern sich zudem bei jeder neuen Wiedergabe, das heißt, eventuell findet man den Vorschlag dann später einfach nicht mehr wieder, weil ein neues Video losgelaufen ist.

Bevor Google das Problem – das augenscheinlich ein Fehler beziehungsweise ein „Oversight“ des Entwicklerteams ist – eines Tages behebt, kann man sich eigentlich nur mit einer Low-Tech-Methode behelfen: Verwenden Sie Ihr iPhone oder ein anderes Handy, um die Vorschläge abzufotografieren. Danach können Sie nach dem Videotitel in YouTube (etwa auf einem Mac oder dem iPhone) suchen und das Video dann in die Watchlist holen.

Gibt es mehrere interessante Vorschläge während der Pausefunktion, nehmen Sie ein Video auf und scrollen mittels Apple-TV-Fernbedienung durch das Angebot. Aber Achtung: Die Vorschläge verschwinden nach einigen Sekunden wieder, lassen sich dann durch Scrollen aber wieder hervorzaubern.

Übrigens: Die offizielle visionOS-App von YouTube [2], die vermutlich eine weitaus kleinere Zielgruppe hat als jene der Anwendung für tvOS, kennt das Problem nicht. Die Watchlist ist an jeder Stelle verfügbar.


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https://www.heise.de/-11361632

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  1. https://www.heise.de/news/Googles-YouTube-App-fuer-tvOS-Fehlende-Features-und-nervige-Bedienung-11126907.html
  2. https://www.heise.de/news/Google-erbarmt-sich-YouTube-bekommt-Vision-Pro-App-11175153.html
  3. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 15. Juli 2026 um 09:00

Lithium aus dem Meer: Wie die USA die globale Rohstoff-Krise lösen wollen

Von Telepolis
Solebecken zur Gewinnung von Lithiumcarbonat in der Wüste des US-Bundesstaats Nevada.

(Bild: Neil Lockhart/Shutterstock.com)

Gefördert vom US-Energieministerium wollen Forscher die Ozeane als gigantische, nachhaltige Quelle für Lithium und Magnesium erschließen.

Die Ozeane der Erde bergen einen gewaltigen Schatz: Lithium, Magnesium, Nickel, Kobalt und Seltene Erden – alles Stoffe, ohne die weder Elektroautos noch Smartphones funktionieren.

Forscher des Pacific Northwest National Laboratory (PNNL) im US-Bundesstaat Washington arbeiten nun daran, diese Rohstoffe direkt aus dem Meerwasser zu gewinnen. Finanziert wird das Vorhaben vom Hydropower and Hydrokinetic Office des US-Energieministeriums.

"Schon 0,1 Prozent des Meerwassers enthalten genug kritische Mineralien wie Magnesium und Lithium, um – sofern wir sie vollständig gewinnen können – den Bedarf der Menschheit für die nächsten 50.000 Jahre oder länger zu decken", erklärte die chemische Ozeanographin Jessica Cross vom PNNL laut einer Mitteilung des Labors [1].

Ganz neu ist die Idee nicht: Die USA gewannen nach dem Zweiten Weltkrieg rund 50 Jahre lang Magnesium aus dem Meer, bevor billige Importe das Verfahren in den 1990ern verdrängten.

Das Verdünnungsproblem als zentrale Hürde

Das größte Hindernis bleibt die extrem geringe Konzentration der meisten Stoffe. Ein olympisches Schwimmbecken voll Meerwasser – rund 2,5 Millionen Liter – enthält zwar knapp 2.980 Kilogramm Magnesium, aber nur 0,42 Kilogramm Lithium und gerade einmal 0,00095 Kilogramm Nickel.

Zur Aufbereitung ausreichend großer Wassermengen wären enorme Energiemengen nötig.

Co-Flow-Reaktor ersetzt vier Prozessschritte

Für die Magnesiumgewinnung entwickelte das Team um die PNNL-Chemikerin Chinmayee Subban einen sogenannten Co-Flow-Reaktor. Dabei fließen Meerwasser und Natriumhydroxid parallel nebeneinander her.

An der Grenzfläche fällt hochreines Magnesiumhydroxid aus – ein Industrierohstoff, den die USA derzeit überwiegend importieren. Das Verfahren spart mindestens vier Schritte gegenüber dem historischen Dow-Prozess [2] ein.

Eine Infrastrukturanalyse der PNNL-Ingenieurin Brooke Marten ergab: Kombiniert man die modularen Reaktoren mit der Entsalzungsanlage im kalifornischen Carlsbad, die täglich 108 Millionen Gallonen Meerwasser verarbeitet, ließen sich bei vollständiger Rückgewinnung täglich 524.000 Kilogramm Magnesiumhydroxid produzieren – mehr als das Dreifache des aktuellen US-Tagesverbrauchs .

Abfallsäure wird zum Nickel-Werkzeug

Die bei der bipolaren Membranelektrodialyse (BPMED) von Meerwasser anfallende Säure – eigentlich ein Abfallprodukt – erwies sich laut einer in RSC Sustainability veröffentlichten Studie [3] als 37 Prozent wirksamer beim Auslaugen von Nickel [4] aus dem Mineral Olivin als handelsübliche Salzsäure.

Die vorläufige Wirtschaftlichkeitsrechnung ergab einen Zusatzerlös von 24 US-Dollar pro Tonne Erz gegenüber früheren Ansätzen, die Nettoverluste auswiesen .

Parallel untersucht PNNL-Forschungsbotaniker Scott Edmundson, wie Meeresalgen kritische Stoffe "in Konzentrationen anreichern, die eine Million Mal höher sind als im umgebenden Meerwasser" .

Leicht saures BPMED-Abwasser beschleunigt dabei sogar das Algenwachstum. Bis zur wirtschaftlichen Skalierung bleibt allerdings ein weiter Weg – technisch wie finanziell.


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https://www.heise.de/-11365194

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  1. https://www.pnnl.gov/news-media/ocean-teeming-critical-minerals-heres-how-we-could-get-them
  2. https://www.acs.org/education/whatischemistry/landmarks/magnesium-extraction.html
  3. https://pubs.rsc.org/en/content/articlehtml/2026/su/d5su00850f
  4. https://www.pnnl.gov/publications/extracting-critical-mineral-nickel-waste-acid

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  • 15. Juli 2026 um 10:30

"Weder Europa noch Amerika": Grobritannien im diplomatischen Niemandsland

Von Telepolis
Ein roter Bus, davor mehrere Männer in Anzug

Der sogenannte "Vote Leave bus" der Brexit-Befürworter warb mit 350 Millionen zusätzlichen Pfund für das Gesundheitssystem.

(Bild: Jakub Junek/Shutterstock.com)

Nach Ansicht vieler Briten ist der Brexit gescheitert. Wo steht das Land heute, 10 Jahre später? Ein Telepolis-Interview über Niedergang und Neuanfang.

Sechs Jahre nach dem formellen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union bleibt die Wirkung des Brexit Thema hitziger Debatten [1] – insbesondere in den jüngsten Post-Starmer-Zeiten. [2] Befürworter verweisen auf gewonnene Souveränität. Kritiker wie der 37-jährige Kommunalpolitiker Lewis Ross hegen Zweifel: Sie fordern eine Rückabwicklung.

Telepolis sprach mit dem studierten Geographen und Immobilienverwalter aus der City of London – aufgewachsen in der Nähe von Reading, heute ländlich nördlich von London zu Hause – über lokale Auswirkungen und geopolitische Einschätzungen. Ein Gespräch mit einem, der 2016 für den EU-Verbleib votierte.

"Das Geld ist nie angekommen"

 Lewis Ross
Unser Gesprächspartner Lewis Ross
(Bild: Autor)

▶ Wenn Sie heute auf 2016 zurückblicken – welches der Versprechen der Brexiteers hat sich Ihrer Meinung nach am eindeutigsten als falsch erwiesen? Wo werden Kosten spürbar?

Ross: Rückblickend ein Slogan, welcher auf den bekannten roten Londoner Bussen prangte: 350 Millionen Pfund wöchentlich für das britische Gesundheitssystem (NHS) [3]. Dieses Geld ist nie angekommen, das Gesundheitssystem heute katastrophal.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen spürt man mannigfaltig: Handelshemmnisse, verlangsamte Lieferketten, Produktivitätsschwäche. Alltäglich an höheren Preisen, längeren Wartezeiten und der Lebensmittelpreisinflation, an Importkontrollen, Transportverzögerungen. Doch es klafft eine echte Lücke zwischen dem, was die Menschen erleben, und dem, worüber öffentlich gesprochen wird.

Die täglichen Kosten werden als Hintergrundrauschen behandelt. Dabei waren Freihandel und Prosperität zentrale Versprechen. Neue Märkte, neue Abkommen, eine souveräne Handelsnation. Zwar sind die britischen Dienstleistungsexporte gewachsen, doch die Gesamtexporte stagnieren.

Besonders Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion leiden unter höheren Exporthürden und billigen Importen. Mehr Bürokratie und Unsicherheit bremsen Investitionen und damit das Produktivitätswachstum seit dem EU-Austritt.

"Handelsabkommen mit den USA bleibt unwahrscheinlich"

Laut aktuellen Berichten [4] schätzt die Bank of England, dass die britische Wirtschaft heute etwa sechs Prozent kleiner ist.

Ross: Um die wirtschaftlichen Probleme zu beheben, sollte Großbritannien sich dem EU-Binnenmarkt wieder annähern. Die Trennung von den engsten und wichtigsten Handelspartnern, den EU-Staaten, erschwert den Umgang mit wirtschaftlichen Krisen.

Ein Handelsabkommen mit den USA bleibt trotz möglicher Vorteile unwahrscheinlich. Statt neuer globaler Chancen ist die Handelsbeziehung mit Europa durch den Brexit komplizierter, teurer und weniger produktiv geworden. Ein schlechter Deal.

▶ Aktuelle YouGov-Umfragen zeigen [5], dass 57 Prozent der Briten den Brexit inzwischen als Fehler betrachten. Befürworter argumentieren, zehn Jahre seien zu kurz, um ein historisches Projekt zu beurteilen. Ein vorschnelles Urteil?

Ross: Betrachtet man, wie sich die Umfragewerte in den letzten zehn Jahren verändert haben, stechen zwei Faktoren hervor. Erstens war es von Anfang an eine Generationenfrage. Bei der Abstimmung wollte die Mehrheit der unter 45-Jährigen in der EU bleiben.

Zweitens bereuen inzwischen viele Menschen ihre wahlpolitische Entscheidung. Landwirte, das produzierende Gewerbe, Maschinen-Hersteller und kleine Exporteure sprechen ständig über die Folge-Herausforderungen.

Das wirft eine wichtige Frage auf: Warum haben wir nicht stärker auf jene gehört, die mit den Konsequenzen am längsten leben müssen?

▶ Sie beschreiben eine intergenerationelle Diffusion, ist die britische Gesellschaft heute geeinter oder gespaltener?

Ross: Das Land ist eindeutig polarisierter als vor zehn Jahren. Die Brexit-Debatte hat nicht nur die Meinungen gespalten, sie hat die Art, wie Politik gemacht wird, grundlegend verändert.

In vielerlei Hinsicht markierte sie den Beginn der modernen populistischen Politik, wie wir sie heute erleben – komplexe Themen werden auf einen Bus-Slogan reduziert, und Wut ersetzt Differenzierung. Das Ergebnis ist politische Instabilität: blieben Premierminister früher über Jahre, stehen wir heute kurz vor unserem siebten Premierminister in zehn Jahren. Aus Unruhe kann keine Stärke entstehen.

Sie schafft aber Raum für ein deutlich breiteres politisches Spektrum: Der Aufstieg von Reform UK auf der einen und den Grünen auf der anderen Seite zeigt, wie weit wir uns von den alten Mitte-links- und Mitte-rechts-Traditionen entfernt haben. Menschen suchen anderswo nach Antworten, auch weil es den traditionellen Parteien seit dem Brexit schwerfällt, eine klare, einigende Richtung vorzugeben.

▶ Also, ein Plädoyer dafür, die Brexit-Debatte ruhen zu lassen, um das Land zu einen?

Ross: Nein, ich glaube nicht, dass es hilft das Thema zu meiden. Im Gegenteil: Der Brexit hat tiefere Probleme offengelegt und sie teilweise verschärft.

Einigkeit entsteht, indem man sich den Ursachen der Spaltung stellt, offen und konstruktiv debattiert und das Vertrauen in ein politisches System wiederherstellt.

Brexit und Migration

▶ "Take back control" war das zentrale Mantra der damaligen Leave-Kampagne. Tatsächlich ist die Nettomigration seit dem Brexit zeitweise gestiegen; verändert hat sich lediglich ihre Zusammensetzung. Für viele Leave-Wähler ging es weniger um Statistiken als um das Gefühl, in einer sich verändernden Gesellschaft nicht gehört zu werden. Haben derlei Emotionalitäten für Sie Relevanz?

Ross: Migration ist ein Thema, das überall starke Emotionen weckt. Ich glaube aber, dass es um mehr als Affekte ging: reale Sorgen, soziale und öffentliche Sicherheit, Arbeitsplätze, letztlich Kontrolle.

Das Problem ist jedoch, dass der Brexit eine simple Lösung für ein komplexes Problem darbot. Es klang so, als würde ein Ende des EU-Grenzregimes alle Sorgen lösen – doch weit gefehlt.

Wenn wir Migration nachhaltig angehen wollen, müssen wir an einer stabileren Welt mitwirken, dutzende Kriege wie Fluchtursachen beenden, den Klimawandel bekämpfen und eine ruhigere Politik darbieten. Kulturkampf-Rhetorik ist fehl am Platz.

▶ Die heutige Welt unterscheidet sich fundamental von 2016. Ist es nicht viel wahrscheinlicher, dass Großbritannien außerhalb der EU größeren Einfluss entwickeln kann und eine progressive "dritte Rolle" einnehmen könnte?

Ross: Als Großbritannien Teil der EU war, hatten wir viele Möglichkeiten, unsere Soft Power in der Welt zu zeigen. Die US-Beziehungen, Commonwealth-Verbindungen, den kulturellen Einfluss der Krone. Die EU-Mitgliedschaft schwächte dies nicht, sie hat unsere Stimme sogar gestärkt, weil wir Teil eines größeren Bündnisses waren, das unsere Werte und Ziele teilte.

Seit dem Austritt fühlen wir uns isolierter von unseren europäischen Nachbarn und unsere Beziehung zu den USA ist unberechenbarer geworden. Das bringt Großbritannien in eine Art diplomatisches Niemandsland – irgendwo zwischen, weder Europa, noch Amerika.

Angesichts der unsicheren Zukunft der Nato und des Drucks aus den USA sollte Großbritannien enger mit seinen europäischen Verbündeten zusammenarbeiten, unsere Sicherheit ist auf Engste mit der Europas verknüpft.

Geografische Nähe, gemeinsame demokratische Werte und die enge sicherheitspolitische Verbindung machen starke Bündnisse notwendig. Um seine Soft Power zurückzugewinnen und zur globalen Stabilität beizutragen, müsste Großbritannien insbesondere seine Beziehungen zu Europa wieder aufbauen. Andernfalls werden wir kaum mehr eine Rolle spielen.

Das Gespräch führte unser Autor Luca Schäfer.


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https://www.heise.de/-11365342

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.telepolis.de/article/Brexit-Stimmung-kippt-Mehrheit-denkt-an-Rueckkehr-zur-EU-11348147.html
  2. https://www.spiegel.de/ausland/keir-starmer-kuendigt-rueckzug-als-premier-von-grossbritannien-an-a-67482a97-ad9d-4030-804d-cbc4b2e59af8
  3. https://uk.diplo.de/uk-de/02/a-z-themen/gesundheitswesen-in-grossbritannien-2487788
  4. https://www.heute.at/s/brexit-bremste-britische-wirtschaft-um-6-prozent-120211279
  5. https://www.merkur.de/politik/eu-unter-einer-bedingung-umfrage-enthuellt-brexit-frust-mehrheit-der-briten-will-zurueck-in-die-zr-94373471.html

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  • 15. Juli 2026 um 10:15

Hat KI eine Seele? Wie Anthropics J-Space die Debatte neu entfacht

Von Telepolis
Ein Mann mitr einem hellen Leuchtfleck im Kopf

Bild: Shutterstock.com

Anthropics J-Space gilt als Durchbruch der KI-Forschung. Vielleicht zeigt er vor allem, warum wir unser eigenes Denken jahrzehntelang missverstanden haben.

In den letzten Tagen hieß es in Schlagzeilen, Anthropic habe seiner KI so etwas wie eine Seele nachgewiesen [1]. Tatsächlich behauptet eine neue Studie [2] nichts dergleichen. Sie beschreibt etwas sehr viel Nüchterneres – und möglicherweise sehr viel Spannenderes.

KI zwingt Wissenschaft und Philosophie an einen Tisch

Möglicherweise entdecken wir durch Maschinen erstmals, wie menschliches Denken überhaupt funktioniert – und wir weisen damit im großen Stil nach, dass wir bislang zu blöd dafür waren, unsere eigenen Bücher zu lesen.

Was da nun digital an "Seele" gepriesen wird, wurde darin erstens schon vor langer Zeit beschrieben, nur eben nicht im Silicon Valley. Zweitens hat auch das mit einer "Seele" noch lange nichts zu tun. Aber eines nach dem anderen. Was ist eigentlich dieser Tage passiert?

Die Silicon-Seele am Treffpunkt der Gedanken

Den Forschern ist es erstmals gelungen, im Inneren eines großen Sprachmodells einen kleinen Bereich zu identifizieren, in dem Informationen zusammenlaufen, bevor das System sie in Worte fasst oder für komplexes Schlussfolgern nutzt.

Diesen Bereich nennen sie "J-Space". Seine Funktion erinnert verblüffend an ein Konzept aus der Hirnforschung: den sogenannten globalen Arbeitsraum, also jene Art geistiger Bühne. Nach der Global-Workspace-Theorie existiert auch im Gehirn eine Art gemeinsamer Arbeitsraum, in dem Informationen aus verschiedenen Bereichen zusammengeführt, bewusst verfügbar und für weiteres Denken nutzbar werden.

Die Wiederentdeckung des Offensichtlichen

Die eigentliche Überraschung liegt darin: Niemand hat Anthropics LLM Claude einen solchen Arbeitsraum programmiert. Er entstand offenbar während des Trainings von selbst.

Biologische und künstliche neuronale Systeme hatten unabhängig voneinander eine ähnliche Idee zur Optimierung von Wissensmanagement für eine flexiblere und kreativere Nutzung. Die Fachwelt staunt – und jeder normale Mensch kann sich nur gegen die Stirn schlagen, weil dieses Konzept nicht für alle etwas Neues war.

Ganz neu ist der Gedanke allerdings nicht. Eigentlich ist küchenpsychologisch schon bekannt, dass menschliches Denken nur gut funktioniert mit so einer Art Weichzeichner. Dass nur mit Muße und vorsätzlicher Unschärfe im Denken wirklich gute Gedanken entstehen.

Das weiß jeder – scheinbar außer denen, die sich hauptberuflich damit befassen. Ausgerechnet die Künstliche Intelligenz bringt uns dazu, unsere eigenen Vorstellungen von Denken, Bewusstsein und Urteilskraft neu zu überdenken. Das ist, als ob in einem Kindergarten verhaltensauffällige Zöglinge die Verwaltung übernehmen, weil die eigentliche Institutsleitung teils zu perplex und teils selber unfähig für höhere Verantwortungsbereiche ist.

Dass Informationen erst an den Stellen hochwertig werden, an denen möglichst verschiedene irgendwie Informationen miteinander kombiniert werden, davon berichten interdisziplinäre Forscher und kluge Dichter seit Urzeiten. Schon Goethe wusste, dass, wer nur eine Sprache spricht, auch die nicht beherrscht. Oder Justus von Liebig schrieb, dass Wissenschaft erst da interessant wird, wo sie aufhört.

Serpentinen im Kopf

Die Biologen und Neurowissenschaftler Maturana und Varela lieferten schon in den 1970er-Jahren einfache schematische Darstellungen selbstorganisierender Netzwerke, die nahelegten, dass komplexe Systeme durch Rückkopplungen und weit verteilte Wechselwirkungen funktionieren. Sie beschrieben solche Systeme als "autopoietisch", also als Systeme, die ihre eigene Organisation fortlaufend selbst hervorbringen – und zwar mit einer bestimmten Technik.

Die muss man sich vorstellen wie wenn sich eine Nervenaktivierung ihren Weg durch Bahnen der Gehirnwindungen bahnt wie über Serpentinen in der Schweiz. Dann entsteht eine Kurvenlinie.

Sobald diese auf eine zweite und vor allem gerade Linie trifft wie die Route eines Schussfahrt-Skifahrers, dann bilden sich an den Schnittstellen Bereiche wie Informations-Flohmärkte, in denen sich zahlreiche Aktivierungsmuster überlagern.

Führt man diesen Gedanken weiter, liegt die Vermutung nahe: Neue Gedanken kommen dort auf, wo sich unterschiedliche Aktivierungsmuster überlagern und das Gehirn zum Großreinmachen gezwungen ist.

Die Rehabilitation der Unordentlichkeit

Fragt sich nur, wie. Angenommen, die Evolution hätte sich mehr dabei gedacht, dass das Gehirn maximal gestaucht im Schädel unterzubringen, als nur Platzeinsparung und Aufprallschutz. Angenommen, es war von Anfang an sinnvoll, das Hirn zusammenzuquetschen wie angeschlossene Elektrokabel in einen zu kleinen Werkzeugkoffer, was wäre das Resultat?

Kognitive Kurzschlüsse. Kleine Bereiche jenseits von Gut und Böse und rein linearer Informationsverarbeitung. Willkommen im Reich der Geistes- und Kulturwissenschaften, gepflegten Alkoholkonsums und im J-Space.

Unklar ist aber, wie es ab hier dann weitergeht; wie genau bestimmte Informationen priorisiert werden, dieweil andere unter den Tisch fallen. Glaubt man dem Psychologen Dietrich Dörner in seinem "Bauplan für eine Seele" von 1999, dann ordnet das menschliche Bewusstsein sich selbst gern durch Emotionen.

Die seien keine Störfaktoren des Denkens, sondern der Mechanismus, der Bewusstsein und Verhalten fortlaufend ordnet. Glaubt man Anthropic, dann geht es irgendwie anders auch. Wie auch immer. Das ist bislang noch weitgehend offen. Genauso wie die Frage, ob dabei dann eine Seele entsteht oder nur etwas, das nur den Turingtest besser hinbekommt als die digitalen Vorgängermodelle.

Zwischen Power Point und Philosophie

Dafür müsste man zunächst wissen, was eine "Seele" überhaupt ist. Je nach Religion, Philosophie oder Wissenschaft bedeutet dieser Begriff nämlich etwas anderes.

Im Christentum gilt die Seele als der unsterbliche geistige Kern des Menschen. Für Aristoteles war sie dagegen das Lebensprinzip eines Organismus, sodass in diesem Sinn auch Pflanzen und Tiere eine Seele besitzen.

René Descartes verstand sie als denkende, vom Körper getrennte Substanz, während die moderne Psychologie den Begriff weitgehend durch "Psyche" ersetzt hat und damit das innere Erleben eines Menschen meint: Gefühle, Erinnerungen und Persönlichkeit. In den Kognitions- und Neurowissenschaften wird der Begriff "Seele" dagegen meist vermieden.

Selbst "Bewusstsein" gilt vielen bereits als philosophisch aufgeladen oder gar esoterisch und wird zunehmend durch Begriffe wie Selbstorganisation oder Identität verdrängt. So wurde alles Poetische und Transzendente aus der Beschreibung menschlicher Informationsverarbeitung aus dem Haus der Wissenschaft vertrieben – und kehrt nun durch die Hintertür wieder ins Foyer zurück.

Allerdings ist dieser J-Space beim besten Willen nicht der wichtigste Vertreter in Sachen Seele. Da gibt es noch ganz andere. Der J-Space ist letztlich nur der Platzanweiser für die wirklich wichtigen Kandidaten, deren Namen innerhalb dieser Diskussion besser nicht genannt werden – weil sie noch stärker nach Philosophie riechen als der Begriff Bewusstsein.

Ob man sie irgendwann doch noch outen wird, ist fraglich. Denn während an der KI-Front plötzlich über das schillernde Phänomen der Seele diskutiert wird, wird die Welt außerhalb der Labore immer seelenloser.

Wenn das so weitergeht, haben wir bald keine Welt mehr, die überhaupt noch Bedarf an seelenverwandter KI hat, weil den Menschen vor lauter Industrialisierung, zwischenmenschlicher Ignoranz und zweckrationalisierender Habgier der Herrschenden alle Kapazität für Seele verloren geht.

Die neue alte Botschaft

Was als eigentliche Nachricht dieser Woche bleibt, ist deshalb etwas anderes, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Nicht Maschinen kommen plötzlich unserer Seele näher. Sondern wir kommen vielleicht endlich unserem eigenen Denken näher – wenngleich noch unklar ist, ob wir dabei schneller sind als die Ausdünnung unserer Seelen.

Je besser wir verstehen, nach welchen Prinzipien komplexe Systeme Informationen bündeln, gewichten und zu Urteilen verdichten, desto kleiner wird die Lücke zwischen Neurowissenschaft, Philosophie und Informatik.

Die eigentliche Entdeckung wäre dann nicht der J-Space, sondern die Erinnerung an unsere eigenen Seelen.

Denn vielleicht besteht die größte Leistung der Künstlichen Intelligenz am Ende gar nicht darin, intelligenter zu werden, sondern uns dazu zu zwingen, unsere eigene geistige Architektur endlich wieder ernst zu nehmen. Langer Rede kurzer Sinn: Mehr auf seine Seele zu achten scheint in diesen Tagen moderner zu sein denn je – und vielleicht sogar nötiger als jede neue Version künstlicher Intelligenz.


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https://www.heise.de/-11365150

Links in diesem Artikel:

  1. https://wccftech.com/anthropic-now-thinks-claude-has-a-soul-as-evidence-emerges-of-convergent-evolution-between-ai-and-the-human-brain/
  2. https://transformer-circuits.pub/2026/workspace/index.html

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  • 15. Juli 2026 um 09:30

Microsoft macht Passkeys zum Standard in Entra ID

Von Heise
Ein Fingerabdruck und ein Schlüssel sind auf einem blauen Hintergrund mit Spritzern zu sehen.

(Bild: heise medien)

Microsoft führt Passkeys als Standard-Anmeldemethode in Entra ID ein. SMS- und Sprachanrufe laufen schrittweise aus.

Microsoft macht Passkeys zur Standard-Anmeldemethode in Entra ID. Ab dem 1. September 2026 führt das Unternehmen die Änderung schrittweise ein: Nutzer, die sich bislang per SMS oder Sprachanruf authentifizieren, werden dann automatisch für Passkeys freigeschaltet und bei der nächsten MFA-Anmeldung zur Registrierung aufgefordert. Microsoft empfiehlt Unternehmen, möglichst früh auf Passkeys oder andere Phishing-resistente Verfahren umzusteigen.

Passkeys [1] sind kryptografische Anmeldeschlüssel, die Passwörter ersetzen. Statt eines Kennworts authentifizieren sich Nutzer zum Beispiel per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN. Die Technik basiert auf den FIDO2- und WebAuthn-Standards und gilt als deutlich widerstandsfähiger gegen Phishing. Entra ID – früher Azure Active Directory – ist Microsofts Cloud-Dienst für Identitäts- und Zugriffsverwaltung.

SMS und Sprachanrufe laufen aus

Parallel baut Microsoft die Unterstützung für gerätegebundene und synchronisierte Passkeys aus und erweitert die Verwaltungsfunktionen für Administratoren. So sollen sich passwortlose Anmeldungen einfacher einführen und per Richtlinie steuern lassen.

Hintergrund ist nach Angaben des Unternehmens [2] die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Phishing-Angriffe. Laut Microsoft erreichen solche Kampagnen Klickraten von bis zu 54 Prozent, während herkömmliche Phishing-Angriffe bei rund 12 Prozent liegen.

Im nächsten Schritt stellt Microsoft den eigenen SMS- und Sprachdienst für die Mehrfaktor-Authentifizierung ein. Ab dem 1. Februar 2027 werden diese Verfahren in Entra ID nicht mehr nativ angeboten. Unternehmen, die sie weiterhin benötigen, müssen dafür auf eigene Kosten einen Drittanbieter über den Microsoft Security Store einbinden.


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https://www.heise.de/-11364748

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/So-ermoeglichen-Passkeys-passwortlose-Authentifizierung-10476770.html
  2. https://www.microsoft.com/en-us/security/blog/2026/07/13/microsoft-entra-id-security-updates-passkeys-are-the-default-authentication-method-in-entra-id/
  3. https://www.heise.de/ix
  4. mailto:fo@ix.de

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  • 14. Juli 2026 um 17:35

CAPTCHAs reichen nicht mehr: Cloudflare stellt neue Bot-Erkennung vor

Von Heise
Eine Person mit Kopfhörern blickt auf einen Bildschirm mit Grafiken und einem Gesichtsscan.

(Bild: Cloudflare)

Cloudflare führt Precursor ein, ein neues System zur Bot-Erkennung. Es analysiert das Nutzerverhalten über die gesamte Websitzung hinweg.

Cloudflare führt mit Precursor ein neues Verfahren zur Bot-Erkennung ein, welches das Verhalten von Besuchern über eine gesamte Websitzung hinweg auswertet. Statt nur einzelne Aktionen wie Login oder Checkout zu prüfen, sammelt das System fortlaufend Signale aus dem Browser. So soll es automatisierte Zugriffe zuverlässiger von menschlichen Nutzern unterscheiden. Die Funktion ergänzt Cloudflares Bot-Management und den CAPTCHA-Ersatz Turnstile zunächst als optionales Enterprise-Feature.

Verhaltensanalyse über die gesamte Sitzung

Nach Angaben von Cloudflare schließt Precursor eine Lücke der klassischen Bot-Abwehr: Moderne Bots können JavaScript ausführen, echte Browser verwenden und einzelne CAPTCHA-Prüfungen bestehen. Schwieriger sei es hingegen, menschliches Verhalten über einen längeren Zeitraum konsistent nachzubilden.

Dafür bindet Cloudflare beim Ausliefern von HTML-Seiten automatisch ein kompaktes JavaScript-Skript ein. Es erfasst während der Sitzung unter anderem Mausbewegungen, Tastaturaktivität, Fokuswechsel und Sichtbarkeitsänderungen der Seite. Die Daten werden fortlaufend an Cloudflares Auswertungsplattform übertragen und fließen in den Bot-Score sowie bestehende Schutzmechanismen ein.

Zum Beispiel kann das System erkennen, wenn Tastatureingaben auftreten, obwohl kein Eingabefeld aktiv ist, oder wenn Mausbewegungen nicht zu der Zeit passen, in der eine Seite tatsächlich sichtbar war. Solche Inkonsistenzen sind zusätzliche Indikatoren für automatisierte Zugriffe.

Menschliche Bewegungsmuster als Erkennungsmerkmal

Cloudflare begründet den Ansatz damit, dass menschliche Mausbewegungen durch biomechanische und kognitive Faktoren geprägt sind – etwa die Drehbewegung des Handgelenks, messbare Verzögerungen durch kognitive Verarbeitung und das physiologische Handzittern. Automatisierte Werkzeuge erzeugen dagegen häufig mathematisch ideale Bewegungsbahnen oder wiederkehrende Muster.

Entscheidend sei dabei nicht ein einzelnes Ereignis, sondern die Gesamtheit der Interaktionen innerhalb einer Sitzung. Da Precursor sitzungsbasiert arbeitet, soll ein Bot seine Bewertung auch nicht durch einfaches Neuladen einer Seite zurücksetzen können.

Parallel führt Cloudflare neue sitzungsbezogene Ansichten in Security Analytics ein. Administratoren sollen damit komplette Nutzerpfade analysieren können, statt lediglich einzelne HTTP-Anfragen zu betrachten.

Datenschutz soll berücksichtigt werden

Der Ansatz ist datenschutzrechtlich zumindest fragwürdig. Cloudflare betont in der Ankündigung [1] jedoch, dass Precursor unter Datenschutzgesichtspunkten entwickelt worden sei. So würden bei der Tastaturerfassung beispielsweise nur zeitliche Muster und Eingaberhythmen ausgewertet, nicht jedoch die tatsächlich gedrückten Tasten. Die gesammelten Verhaltensdaten würden zudem aggregiert verarbeitet und weder Benutzerkonten noch dauerhaften Identitäten zugeordnet.

Precursor wird nach Angaben des Unternehmens derzeit eingeführt und lässt sich über das Cloudflare-Dashboard aktivieren. Bis zur allgemeinen Verfügbarkeit im Laufe des Jahres soll die Funktion kostenlos nutzbar sein, anschließend wird sie Teil von Cloudflares Enterprise Bot Management sein.


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  1. https://blog.cloudflare.com/introducing-precursor/
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  • 14. Juli 2026 um 12:13

heise+ | Erster Test: Samsungs neue Einstiegs-SSD heißt 990

Von Heise

Die Samsung SSD 980 bekommt eine Nachfolgerin. Die 990 ist rund doppelt so schnell, verwendet allerdings QLC-Speicher.

Samsung stellt die SSD 990 als neues Einstiegsmodell vor. Wie schon die 980er-Vorgängerin fehlt ein Anhängsel wie Pro oder Evo. Unter der Haube hat sich einiges getan: Der Controller wechselt von PCI Express (PCIe) 3.0 auf 4.0, was in etwa mit einer Geschwindigkeitsverdoppelung einhergeht. Vierstellige Modellnummern bleiben bei Samsung bis auf Weiteres PCIe-5.0-Topmodellen vorbehalten.

Auf dem Papier weniger erfreulich ist der Wechsel der NAND-Flash-Speicherbausteine. Kamen bisher Typen zum Einsatz, die drei Bit pro Zelle speichern (Triple Level Cells, TLC), sind es jetzt vier Bit pro Zelle (Quadruple Level Cells, QLC [1] [1]). Das senkt die Schreibleistung beim Kopieren großer Dateien, dürfte sich im alltäglichen Gebrauch bei den meisten aber nur selten bemerkbar machen.

Auf Seiten der Kapazität fallen die Varianten unter einem Terabyte weg. Stattdessen bietet Samsung die SSD 990 neben der 1-TByte-Version jetzt auch eine mit 2 TByte an.


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https://www.heise.de/-11364577

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  1. https://www.heise.de/ratgeber/FAQ-zu-SSDs-Was-man-ueber-Solid-State-Disks-wissen-muss-6237082.html

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  • 14. Juli 2026 um 16:00

M5Burner: Flash-Tool für M5Stack-Geräte potenziell gefährlich

Von Heise
Carputer vor weißem Hintergrund

(Bild: M5Stack)

Das offizielle Flash-Tool für M5Stack-Geräte weist gravierende Sicherheitsmängel auf. Ein Leser hat die Probleme analysiert und sicheren Ersatz entwickelt.

M5Stack-Geräte wie der Cardputer ADV [1] werden über M5Burner verwaltet: Das offizielle Desktop-Tool erlaubt es, Firmware zu durchsuchen, herunterzuladen und direkt auf die Hardware zu flashen. Doch wer M5Burner im Netz betreibt, geht ein erhebliches Risiko ein – das hat unser Leser und Sicherheitsforscher „malloc“ in einer detaillierten Analyse aufgedeckt.

Viele Schwachstellen

Der User malloc [2] hat den Electron-basierten Closed-Source-Client (frühere Versionen waren noch Open Source) dekompiliert und dabei eine ganze Reihe von Problemen gefunden:

  • Remote Code Execution beim Start: M5Burner lädt beim Start eine Seite über unverschlüsseltes HTTP in ein Electron-Fenster, das mit vollem Node.js-Zugriff läuft: Ein Angreifer im selben Netz kann so beliebigen Code einschleusen, ohne dass der Nutzer etwas anklicken muss.
  • Unsicherer Auto-Updater: Updates werden per HTTP ohne Signaturprüfung oder Checksummen heruntergeladen und direkt ins App-Verzeichnis entpackt. Ein klassischer Angriffspunkt für On-Path-Angreifer.
  • Command Injection via WLAN-SSID: Die WLAN-SSID des aktuell verbundenen Netzes wird ungefiltert in Shell-Befehle eingebaut (auf Linux, Windows und macOS), ein präparierter SSID-Name reicht für Codeausführung.
  • Klartext-HTTP für authentifizierte API-Calls: Account-Token und Firmware-Management-Anfragen gehen unverschlüsselt über Port 80. So genügt passives Mitlesen im selben WLAN zum Token-Diebstahl.
  • WLAN-Passwort per IPC abrufbar: Jeder im Fenster ausgeführte Code kann das Passwort des aktuellen WLANs per IPC-Nachricht abfragen und das ohne Nutzerdialog.
  • Hardkodierte Zugangsdaten: Im App-Bundle steckt ein statisches HTTP-Basic-Auth-Credential, das in jeder Installation identisch ist.

Wer M5Burner aktuell nutzt, sollte das Tool zumindest nicht in öffentlichen oder nicht vertrauenswürdigen WLANs starten. Für Login, Firmware-Verwaltung und Flashen steht m5uploader als quelloffene Alternative [3] (s.u.) bereit.

Eigentlich unnötig unsicher

Die meisten betroffenen M5Stack-Server unterstützen laut Tests von malloc HTTPS bereits problemlos. Die App nutzt es schlicht nicht konsequent. So wurde jeder genutzte Host geprüft. Mit einer Ausnahme (einem Media-Token-Endpunkt auf Port 5003 ohne TLS-Support) wäre ein simples Umstellen der URLs auf https:// bereits ein großer Schritt für die Sicherheit gewesen. Electron bietet zudem sichere Standardeinstellungen (nodeIntegration: false, contextIsolation: true), die M5Burner aktiv deaktiviert.

Versuch der Responsible Disclosure

Bevor malloc seine Analyse veröffentlichte, versuchte er zunächst, M5Stack privat zu kontaktieren. Er suchte nach einer security.txt, einem SECURITY.md im GitHub-Repository des Unternehmens sowie nach einem dedizierten Sicherheitskontakt auf der Website und fand nichts. Da kein privater Meldeweg existierte, entschied er sich, die Schwachstellen direkt öffentlich zu machen. Der Blogpost ist damit gleichzeitig die Erstmeldung an den Hersteller. malloc schreibt dazu selbst, er hätte eine private Meldung bevorzugt, ihm fehlte schlicht die Adresse dafür. Die beschriebene RCE-Lücke ist damit zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gegen die aktuelle, ausgelieferte Version von M5Burner aktiv ausnutzbar.

Open-Source-Ersatz

Weil malloc M5Burner nach der Analyse nicht mehr gegen sein eigenes Konto laufen lassen wollte, hat er kurzerhand einen eigenen Client entwickelt und auf GitHub veröffentlicht: m5uploader (github.com/cryptspeak/m5uploader) [4].

Das Python-Tool setzt konsequent auf HTTPS mit Zertifikatsprüfung, verzichtet auf einen eingebetteten Browser und speichert den Session-Token im OS-Keychain. Ein Auto-Updater fehlt bewusst – stattdessen gibt es nur einen Hinweis auf neue Versionen. Firmware-Flashing via esptool ist inzwischen ebenfalls integriert.


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https://www.heise.de/-11364555

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  1. https://www.heise.de/news/Cardputer-ADV-Taschencomputer-V2-10645521.html
  2. https://github.com/0x00001312
  3. https://github.com/cryptspeak/m5uploader/releases/tag/v0.1.1
  4. https://github.com/cryptspeak/m5uploader
  5. https://www.heise.de/make
  6. mailto:caw@make-magazin.de

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  • 14. Juli 2026 um 14:42

KI-Zusammenfassungen: Google und Perplexity unterliegen gegen Medienanstalten

Von Heise
Hand mit Holzhammer vor Google-Logo

Regulatorische Bescheide gegen die Tech-Konzerne Google und Perplexity: Chatbots sind keine neutralen Vermittler.

(Bild: Sergei Elagin / Shutterstock.com)

Die Medienanstalten stufen KI-generierte Antworten als eigene Inhalte ein und fordern Transparenz. Das DSA-Haftungsprivileg greift hier laut Gutachtern nicht.

Das deutsche Medienrecht greift auch bei KI-Angeboten. In einer aktuellen Entscheidung hat die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Medienanstalten erstmals regulatorische Bescheide gegen die Suchmaschinenbetreiber Google und Perplexity erlassen [1]. Damit stellen die Medienwächter klar, dass KI-Suchmaschinen und Chatbots rechtlich keine neutralen Vermittler sind. Vielmehr seien sie als Inhalteanbieter einzustufen.

Googles KI-Zusammenfassungen

Die von den Medienanstalten Hamburg-Schleswig-Holstein und Berlin-Brandenburg geführten Verfahren [2] zielen auf Googles AI Overviews [3], die über Suchergebnissen von KI erstellte Zusammenfassungen anzeigen, sowie auf den KI-Chatbot von Perplexity [4]. Dieser verknüpft KI-Antworten mit einer eigenen Nachrichtenseite. Die ZAK stellt mit den Beschlüssen die Anwendbarkeit des nationalen Medienrechts auf KI-Suche und Chatbots fest.

Streitpunkt ist die Präsentation der Informationen. Bei Googles AI Overviews rücken die KI-Texte so prominent in den Blick, dass die herkömmliche Liste aus weiterführenden Links in den Hintergrund gerät. Laut der ZAK führt das zu einer unzulässigen Diskriminierung journalistischer Angebote, da die klassische Link-Übersicht schlechter auffindbar sei.

Perplexity bindet Drittinhalte als Quellen oder in Linklisten ein und bestimmt dadurch maßgeblich die Sichtbarkeit fremder Angebote. Damit erfülle Perplexity den Aufsehern zufolge die Kriterien eines Medienvermittlers und müsse daher entsprechende Pflichten erfüllen. Gegen die Bescheide können beide Anbieter Rechtsmittel einlegen. Eine einheitliche Rechtsprechung zu KI-Übersichten gibt es noch nicht [5].

KI-Antworten bedrohen Vielfalt und Verlage

Das ZAK-Vorgehen beruht auf einem Gutachten der Professoren Jan Oster und Christoph Busch [6]. Sie legen dar, dass generative KI die Informationssuche im Internet strukturell verändere. Der Substitutionsprozess lasse den Traffic zu Verlagsseiten einbrechen. So verschiebe sich die Verhandlungsmacht zugunsten der KI-Konzerne, die die Schnittstelle zur Sichtbarkeit im Netz kontrollierten.

Laut der Studie sind KI-generierte Texte grundsätzlich als eigene Inhalte des jeweiligen Anbieters zu qualifizieren seien. Das gelte für fehlerhafte, halluzinierte Inhalte ebenso wie für die Verdichtung und Vermischung vorhandener Quellen. Eine Ausnahme greife nur, wenn für User klar erkennbar sei, dass allein fremde Inhalte unverändert wiedergegeben würden.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.die-medienanstalten.de/presse/pressemitteilungen/zak-bescheide-ki-angebote-google-perplexity
  2. https://www.heise.de/news/KI-Uebersichten-Medienwaechter-nehmen-Google-und-Perplexity-ins-Visier-11165485.html
  3. https://www.heise.de/news/Googles-AI-Mode-kommt-nach-Deutschland-10727672.html
  4. https://www.heise.de/news/KI-Browser-Comet-von-Perplexity-nun-frei-verfuegbar-10711943.html
  5. https://www.heise.de/news/KI-in-Suchmaschine-Google-siegt-im-ersten-Markenstreit-ueber-KI-Ergebnisse-11334653.html
  6. https://www.heise.de/news/Schoene-neue-Suchwelt-Warum-Google-und-Co-bald-fuer-KI-Fehler-haften-sollen-11346415.html
  7. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  8. mailto:wpl@heise.de

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  • 14. Juli 2026 um 18:07

Microsoft macht Passkeys zum Standard in Entra ID

Von Heise
Ein Fingerabdruck und ein Schlüssel sind auf einem blauen Hintergrund mit Spritzern zu sehen.

(Bild: heise medien)

Microsoft führt Passkeys als Standard-Anmeldemethode in Entra ID ein. SMS- und Sprachanrufe laufen schrittweise aus.

Microsoft macht Passkeys zur Standard-Anmeldemethode in Entra ID. Ab dem 1. September 2026 führt das Unternehmen die Änderung schrittweise ein: Nutzer, die sich bislang per SMS oder Sprachanruf authentifizieren, werden dann automatisch für Passkeys freigeschaltet und bei der nächsten MFA-Anmeldung zur Registrierung aufgefordert. Microsoft empfiehlt Unternehmen, möglichst früh auf Passkeys oder andere Phishing-resistente Verfahren umzusteigen.

Passkeys [1] sind kryptografische Anmeldeschlüssel, die Passwörter ersetzen. Statt eines Kennworts authentifizieren sich Nutzer zum Beispiel per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN. Die Technik basiert auf den FIDO2- und WebAuthn-Standards und gilt als deutlich widerstandsfähiger gegen Phishing. Entra ID – früher Azure Active Directory – ist Microsofts Cloud-Dienst für Identitäts- und Zugriffsverwaltung.

SMS und Sprachanrufe laufen aus

Parallel baut Microsoft die Unterstützung für gerätegebundene und synchronisierte Passkeys aus und erweitert die Verwaltungsfunktionen für Administratoren. So sollen sich passwortlose Anmeldungen einfacher einführen und per Richtlinie steuern lassen.

Hintergrund ist nach Angaben des Unternehmens [2] die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Phishing-Angriffe. Laut Microsoft erreichen solche Kampagnen Klickraten von bis zu 54 Prozent, während herkömmliche Phishing-Angriffe bei rund 12 Prozent liegen.

Im nächsten Schritt stellt Microsoft den eigenen SMS- und Sprachdienst für die Mehrfaktor-Authentifizierung ein. Ab dem 1. Februar 2027 werden diese Verfahren in Entra ID nicht mehr nativ angeboten. Unternehmen, die sie weiterhin benötigen, müssen dafür auf eigene Kosten einen Drittanbieter über den Microsoft Security Store einbinden.


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  1. https://www.heise.de/ratgeber/So-ermoeglichen-Passkeys-passwortlose-Authentifizierung-10476770.html
  2. https://www.microsoft.com/en-us/security/blog/2026/07/13/microsoft-entra-id-security-updates-passkeys-are-the-default-authentication-method-in-entra-id/
  3. https://www.heise.de/ix
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  • 14. Juli 2026 um 17:35

EU-Batterieverordnung: Ausnahmen für Smartwatches, Spielzeug und Spezialgeräte

Von Heise
Ein Mann bedient seine Smartwatch

(Bild: mpohodzhay / Shutterstock.com)

Die EU-Kommission hat neue Ausnahmen für fest verbaute Akkus beschlossen. Die EU erweitert die Ausnahmeliste um sechs Produktkategorien.

Die EU-Batterieverordnung schreibt künftig vor [1], dass Batterien in Produkten, die in der EU verkauft werden, grundsätzlich vom Verbraucher entnehmbar und austauschbar sein müssen. Dadurch soll sich die Lebensdauer von Produkten verlängern, zudem fördere es das Recycling, da die Sammlung gebrauchter Batterien erleichtert werde, heißt es.

Schon jetzt sind einige Produkte, wie Medizinprodukte und sogenannte „Nassgeräte“ – etwa elektrische Zahnbürsten oder Mundduschen –, von der EU-Anforderung aus Sicherheitsgründen ausgenommen. Bei diesen Produkten müssen Batterien nur von Fachkräften entnommen und ausgetauscht werden können. Die Liste der Ausnahmen hat die EU-Kommission jetzt erweitert.

Smartwatches sind raus

Zu den Ausnahmeprodukten gehören nun auch Smartwatches [2] und Fitness-Tracker, elektrisches Spielzeug sowie Produkte, die in den Anwendungsbereich der ATEX-Richtlinie fallen. Bei diesen handele es sich um Geräte, die in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, wie beispielsweise explosionsgeschützten Motoren, Sensoren, Pumpen oder Gabelstaplern, heißt es in der EU-Richtlinie [3].

Die Kommission hat im gleichen Zuge eine Aktualisierung [4] der bestehenden Leitlinien zur Entfernbarkeit und Austauschbarkeit von tragbaren Batterien verabschiedet. Diese sollen Produktherstellern Anleitungen zur Anwendung der neuen Ausnahmeregelungen geben, so die Kommission. Für die Auswahl der Ausnahmen hatte die Kommission 2025 zur Einreichung von Anträgen aufgerufen und dazu Verbraucherverbände, Industrie sowie Mitgliedstaaten konsultiert.

Der neue delegierte Rechtsakt wird nach Verabschiedung durch die Kommission anschließend dem Europäischen Parlament und dem Rat der EU zur Prüfung übermittelt. Er tritt anschließend 20 Tage nach seiner Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft, sofern weder das Europäische Parlament noch der Rat Einspruch erheben. Die EU-Batterieverordnung tritt offiziell am 18. Februar 2027 in Kraft.

Ökodesign- schlägt Batterieverordnung

Die Batterieverordnung gilt indes nicht für Smartphones und Tablets [5]. Die für sie festgelegten Bestimmungen sind in der Ökodesign-Verordnung verortet. Diese ist der Batterieverordnung übergeordnet. Das teilte die EU-Kommission auf eine Anfrage von c't schon im Jahr 2023 mit.

Damals teilte die Kommission mit, dass die speziellen Ökodesign-Regeln [6] für Smartphones und Tablets ein höheres Umweltschutz- und Gesundheitsschutz-Niveau als die Batterieverordnung darstellten. Dies gelte „insbesondere aufgrund der Langlebigkeitsanforderungen“.


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https://www.heise.de/-11364676

Links in diesem Artikel:

  1. https://environment.ec.europa.eu/news/commission-adds-exemptions-portable-battery-removal-rules-2026-07-14_en
  2. https://www.heise.de/thema/Smartwatch
  3. https://single-market-economy.ec.europa.eu/sectors/mechanical-engineering/equipment-potentially-explosive-atmospheres-atex_en
  4. https://environment.ec.europa.eu/publications/guidelines-facilitate-harmonised-application-provisions-removability-and-replaceability-portable-and_en
  5. https://www.heise.de/news/Akkus-von-Smartphones-und-Tablets-duerfen-weiterhin-fest-eingebaut-werden-7486224.html
  6. https://www.heise.de/news/Smartphones-sieben-Jahre-Ersatzteile-fuenf-Jahre-Updates-wegen-Druck-aus-Berlin-7351793.html
  7. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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  • 14. Juli 2026 um 15:44

München verhängt Wasserverbote – bis zu 50.000 Euro Bußgeld

Von Telepolis
München Sonnenuntergang

Bild: Shutterstock.com

Aus Appellen werden Verbote: München verschärft den Kampf gegen die Wasserknappheit. Gleichzeitig soll erstmals eine langfristige Wasserstrategie entstehen.

Die Stadt München unter Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat sich heute, am 14. Juli 2026, für weitere drastische Maßnahmen zur Einsparung des Wasserverbrauchs entschieden.

Per Allgemeinverfügung [1] wurden strikte Verbote erlassen – begleitet von Bußgeldandrohungen bis zu 50.000 Euro. Der Wasserverbrauch war trotz der bisherigen Sparaufrufe erneut gestiegen.

Demnach liegt der Verbrauch aktuell wieder bei über 360 Millionen Litern pro Tag – mehr als die üblichen 300 Millionen Liter. Oberbürgermeister Krause erklärt, die Wasserversorgung sei nach einem außergewöhnlich trockenen Winter und Frühjahr "derzeit äußerst strapaziert [2]". Auch die für die kommenden Tage angekündigten Niederschläge hätten "keine ausreichende Wirkung, um die Wassersituation zu entspannen".

Was ist ab sofort verboten?

Die Allgemeinverfügung untersagt unter anderem das Befüllen und den Betrieb privater Pools, das Bewässern von privaten Rasen- und sonstigen Grünflächen – Sportplätze und öffentlich genutzte Flächen sind davon ausgenommen. Verboten ist das Autowaschen außerhalb gewerblicher Waschanlagen sowie das Abpumpen von Wasser aus Seen, Flüssen und Gräben.

Auch das Bewässern von Haus- und Kleingärten ist zwischen 9 und 19 Uhr verboten – außer bei wassersparender Tröpfchenbewässerung. Die Regeln gelten laut br.de [3] zunächst bis zum 1. August 2026 und können verlängert werden.

"Auch jenseits des Leitungswassers gelten Verbote: Vollständig untersagt ist die Entnahme von Wasser [4] aus Oberflächengewässern im Stadtgebiet, also aus Flüssen, Bächen und Seen. Wer einen eigenen Brunnen hat, darf das Wasser daraus ebenfalls nicht für Pools, Rasen, Autos et cetera nutzen."

SZ [5]

Ergänzend haben die Stadtwerke München eine Wasser-Sparanordnung erlassen, die auch für angeschlossene Umlandgemeinden wie Garching, Unterföhring und Unterhaching gilt. Krause kündigte zudem an, eine langfristige Wasserstrategie erarbeiten zu lassen, "um die Wasserversorgung vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer Bedingungen dauerhaft zu gewährleisten".

Die neuen Maßnahmen zeigen die Auffassung der Stadtregierung, dass Münchens Wasserproblem mit Appellen allein nicht zu lösen ist.

Kritik an den scharfen Maßnahmen ist zu erwarten. Den Anfang macht die Münchner Zeitung tz [6]:

"Ausgerechnet das Wasser, das laut Stadtwerke-Homepage immer noch 'praktisch unerschöpflich' ist, wird damit zum Objekt von Missgunst und schiefen Blicken. Denn natürlich öffnet so eine Verfügung auch das (Garten-)Türl zum Denunziantentum. Zum Nachbarn, der von 9 bis 19 Uhr über die Mauer schaut und darauf achtet, ob der Nebenmann auch wirklich nicht gießt."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11364844

Links in diesem Artikel:

  1. https://stadt.muenchen.de/news/allgemeinverfuegung-zur-wassernutzung.html
  2. https://www.tagesschau.de/inland/regional/bayern/muenchen-verhaengt-wasserverbote-100.html
  3. https://www.br.de/nachrichten/bayern/muenchen-verhaengt-strikte-wasser-verbote-hohes-bussgeld-droht,VPLnZCS
  4. https://www.sueddeutsche.de/thema/Wasser
  5. https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-trinkwasser-mangel-allgemeinverfuegung-verbote-infos-strafen-li.3515760
  6. https://www.tz.de/muenchen/stadt/muenchner-wasserverbot-droht-mit-50-000-euro-strafe-94397450.html

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  • 14. Juli 2026 um 19:00

KI im Journalismus: Wer sie verbietet – und wer auf sie setzt

Von Telepolis
Tastatur mit Buchstaben K und I sowie Doktorhut, Flüstertüte sowie Verbotsschild und halb verboten, halb erlaubt

Von FAZ und New York Times bis zum griechischen Parlament: Künstliche Intelligenz sorgt für widersprüchliche Regeln, Interessen und Moralvorstellungen.

Darf man, soll man oder muss man Künstliche Intelligenz einsetzen? Dazu gibt es kontroverse Debatten und das berühmte "zweierlei Maß". Es gibt Medien, die nur ihren freien Mitarbeitern die KI verbieten und Politiker, welche der KI die Kunst der Rede beibringen möchten.

Und es gibt Professoren, die ein wirksames Mittel gegen KI-Einsatz gefunden haben wollen.

Politik mit KI? – In Deutschland ein kontroverses Thema

Aktuell stehen deutsche Politiker und Journalisten wegen extensiver Nutzung von KI im Fokus. Von Visionären und Planern, als die man Politiker im Idealfall sehen möchte, erwarten viele, dass sie ihre Gedanken selbst oder zumindest mit humaner Hilfe ordnen.

Andere sehen kein Problem darin. Geht es nach dem Verleger Mathias Döpfner, sind selbst mit KI erstellte Kommentare kein Problem. Döpfner ließ Googles Gemini in einem für die Welt verfassten Kommentar die Kritiken an der KI als "verzweifelten Versuch der Postkutschen-Lobby, das Automobil zu verbieten" bezeichnen.

Ob Döpfner das künftige Kerngeschäft von Zeitschriften, Zeitungen und Internetmagazinen im Veröffentlichen von Prompts zur Generierung von KI-Texten sieht, ist noch nicht bekannt. Über einen Mangel an Befürwortern seiner These braucht sich Döpfner freilich nicht zu sorgen.

Derweil löschen – im Szenejargon: "depublizieren" – die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Tagespiegel Beiträge, die von der KI geschrieben wurden. Der Medienverband der freien Presse (MVFP) sieht sogar die Pressefreiheit in Gefahr. Dem Verband gehören knapp 350 Verlagshäuser an

Eine interessante Fußnote zur Diskussion ist, dass in kleineren Medien wie dem Axel-Springer Ableger upday news, die entsprechende Meldung [1] mit einem KI-erzeugten Symbolbild garniert wird.

Der MVFP-Noch-Vorstandsvorsitzender Philipp Welte sieht durch die KI und die Tech-Konzerne die Demokratie gefährdet [2].

Welte wirft dem Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt vor, er wäre der Verantwortung für die von ihm generierten KI-Texte nicht gerecht geworden. Sie seien zurecht depubliziert worden, meint der Verlagsmanager.

Zwei-Klassen KI-Lizenz bei der New York Times

Dagegen wählen auf der anderen Seite des Atlantiks die New York Times einen denkwürdigen Mittelweg. Internen, fest angestellten Journalisten ist die KI-Nutzung erlaubt [3]. Freie Mitarbeiter erhielten dagegen per E-Mail die Order [4]:

"Die Verwendung von (generativen KI-)Tools zum Erstellen, Entwerfen, Leiten, Bereinigen, Bearbeiten, Verbessern oder Umformulieren Ihrer Texte ist strengstens untersagt."

Griechische Zeitung feiert sich für KI-Nutzung

Im Smalltalk mit griechischen Zeitungskollegen aus der Nachrichtenredaktion höre ich immer wieder, dass die KI extensiv genutzt wird. Mit ihr lassen sich schnell Nachrichtentexte "raushauen". Anders als mit dem Einsatz der neuen Technologie sind die Taktzeiten der griechischen Onlinemedien kaum zu bewerkstelligen.

Bevor wir nun mit Moralisieren beginnen, empfiehlt es sich, den Beitrag "KI und Sportjournalismus – Wir sollten uns ehrlich machen [5]" von Martin Kraus in der taz zu lesen.

Kraus erinnert in seiner interessanten Sicht auf den KI-gestützten Sportjournalismus daran, es auch früher in der Branche üblich war, etwas unsauber zu arbeiten. Und das ist auch ohne KI-Einsatz weiterhin der Fall. Etwa, indem Agenturnachrichten als eigene Recherche präsentiert oder fremdsprachige Artikel schlicht übersetzt wurden.

Kraus kann der KI durchaus etwas Positives abgewinnen, wenn sie sinnvoll als Arbeitshilfe und nicht zur Arbeitsplatzvernichtung eingesetzt wird.

Das ist in Griechenland bereits der Fall. Ich hatte dabei immer den Eindruck, dass man es nicht an die große Glocke hängen möchte. Weit gefehlt. So freut sich die große griechische Boulevard-Zeitung Proto Thema, dass sie von Google als internationale Case-Study [6] für die Nutzung der KI auserkoren wurde.

Die Implementierung des Gemini Enterprise Agent in den Redaktionsalltag half der Zeitung nach eigenen Angaben bei der Verarbeitung von 360.000 Leserkommentaren. Bei sämtlichen online veröffentlichten Artikeln gibt es Zusammenfassungen für Schnellleser.

Eine sehr große Offenheit für die neue Technologie gibt es bei der aktuellen griechischen Regierung. Schließlich gehört die gelungene Digitalisierung des Staats zu den Paradebeispielen der Regierungspolitik.

Mit der KI soll nun alles noch besser werden; auch dem Tourismus soll sie dienen. So stellte in dieser Woche Tourismusministerin Olga Kefalogianni eine neue KI-unterstützte Version [7] der Tourismus-App Visit Greece vor.

Es gibt auch im Parlament keine Berührungsangst zur KI. Mit einer Kooperationsvereinbarungen des Ministeriums für digitale Regierungsführung, der Nationalen Technischen Universität Athen und dem Parlament wurde beschlossen, das nationale KI-Systems "Faros" mit aktuellen und älteren Reden des Parlaments zu füttern.

Es ist ausdrücklich beabsichtigt, der KI das Archiv der "Vouli der Hellenen", des griechischen Parlaments seit 1944 einzuverleiben. Dadurch wird es möglich [8], in unzähligen Parlamentsreden nach Zitaten und der Sicht auf Ereignisse zu suchen.

Als Nebenwirkung kann "Faros" dann auch Reden schreiben. Darüber wird in den griechischen Kaffeehäusern (noch) nicht so intensiv wie in Deutschland gestritten. Schließlich sieht Parlamentspräsident Nikitas Kaklamanis in vier Achsen der KI-Nutzung offensichtlich eher eine Stütze für die Demokratie als eine Gefahr.

  • Die Bearbeitung, Analyse und automatische Dokumentation von Parlamentsmaterialien.
  • Die Förderung des Kulturbestands der Parlamentsbibliothek.
  • Die Entwicklung eines intelligenten digitalen Assistenten zur Beantwortung von Bürgerfragen in natürlicher Sprache.
  • Die Optimierung zeitaufwendiger administrativer Abläufe im Parlament durch deren Automatisierung.

Brown University vs. KI: mündliche Prüfungen

Der spanisch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler Roberto Serrano hat dagegen eine eindeutig negative Meinung zur KI in seinen Studienkursen. Er sieht die akademische Integrität in Gefahr [9].

Serrano kann dies an den Prüfungsergebnissen seines Kurses Econ 1170 manifestieren. Der anspruchsvolle Kurs zieht traditionell eine kleine, aber hochbegabte Studierendenschaft an. Im aktuellen Studienjahr meldeten 86 Personen an. Die Zwischenprüfung fand am 5. März als Hausarbeit statt. Dabei konnten die Studierende von zu Hause aus, offiziell ohne Hilfsmittel, unbeaufsichtigt arbeiten.

Die Ergebnisse waren imposant. Im Durchschnitt wurden 96 von 100 Punkten erreicht. Vierzig Studierenden gelang die Bestnote, 100 von 100 möglichen Punkten.

Die Prüfer stellten jedoch fest, dass viele Antworten nahezu identische Formulierungen enthielten. Diese stimmten mit den von ChatGPT gelieferten Antworten in erschreckendem Ausmaß überein. Prof. Serrano entschloss sich deswegen, die Abschlussprüfung ausschließlich in Präsenz durchführen zu lassen.

Das bewog 27 Studierende dazu, der Prüfung fernzubleiben. Darunter waren 22 denen in der Hausarbeit die volle Punktausbeute gelang. Die 59, die zur Prüfung erschienen, schafften nur einen Schnitt von 48/100. "Die empirischen Beweise für Betrug sind erdrückend", argwöhnt der Professor.

An der Hochschule wird auch die Rückkehr zu mündlichen Prüfungen als sicheres Mittel gegen den KI-Betrug diskutiert. Tragisch ist, dass die Prüfung per Hausarbeit von Serrano als Reaktion auf einen Amoklauf an der Brown University eingeführt wurde. Er wollte seinen Kursteilnehmern eigentlich mehr Sicherheit verschaffen.

Die Versuchung, mit KI in Prüfungen zu täuschen, ist offenkundlig zu groß für solche Hausarbeits-Konzepte.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11363918

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.upday.com/de/news/350-deutsche-verlage-schlagen-alarm-sofortprogramm-gegen-tech-monopole-desinformation/z9m536p
  2. https://kress.de/news/beitrag/154077-zum-abschied-warnt-mvfp-chef-welte-das-eigentliche-ki-problem-liegt-woanders.html
  3. https://www.nytco.com/press/principles-for-using-generative-a%E2%80%A4i%E2%80%A4-in-the-timess-newsroom/
  4. https://futurism.com/artificial-intelligence/new-york-times-freelancers-ai-rules
  5. https://taz.de/KI-macht-den-Journalismus-nicht-besser-im-Sportjournalismus-zeigt-sich-diese-Entwicklung/!6192086/
  6. https://en.protothema.gr/2026/07/01/google-showcases-protothema-as-an-international-case-study-for-the-use-of-artificial-intelligence/
  7. https://www.tanea.gr/2026/06/30/economy/eksypnos-taksidiotikos-odigos-to-neo-visitgreece-gr-me-texniti-noimosyni-pote-tha-einai-diathesimo/
  8. https://www.hellenicparliament.gr/Enimerosi/Deltia-Typou/?press=65f8f6c0-64f8-4e52-bc03-b2ed0106adf0
  9. https://english.elpais.com/education/2026-06-28/ai-fraud-at-brown-university-academic-integrity-is-at-risk.html

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  • 14. Juli 2026 um 16:00

Streit um "Citizen Vigilante": Distanziert sich Armie Hammer von Uwe Boll?

Von Telepolis
Armie Hammer, ein Schauspieler mit blauen Augen und braunen Haaren blickt zur Seite.

Armie Hammer soll Berichten zufolge wegen rassistischer Botschaften in Uwe Bolls Film "Citizen Vigilante" ausgeflippt sein.

(Bild: DFree / Shutterstock.com)

Elon Musk machte den Film auf X zum Hit. Doch Hauptdarsteller Armie Hammer soll laut Puck News wegen der rassistischen Botschaft ausgeflippt sein.

Armie Hammer hat nach dem Skandal von 2021 [1] jahrelang kaum Filmrollen übernommen, und ausgerechnet dann ein Anruf von Uwe Boll. Für Hammer, dem einst eine große Karriere in Hollywood beschieden wurde, sollte der Low-Budget-Thriller "Citizen Vigilante" den Weg zurück auf die Kinoleinwand ebnen.

Doch in gewisser Weise lieferte der Film vielmehr den Stoff für eine Debatte, die weit über Kino hinausreicht – eine Debatte über die Macht der sozialen Netzwerke, rechte Vereinnahmung und über die Frage, ob nationale Jugendschutzmechanismen im Zeitalter globaler Streaming-Dienste noch greifen.

Wie Puck News berichtet, soll Hammer [2] nach der Sichtung des fertigen Films "den Tränen nahe" gewesen sein. Eine Quelle aus seinem Umfeld wird mit den Worten zitiert, der Schauspieler habe das Werk als "hasserfüllt" und "widerlich" bezeichnet und gesagt: "Das ist nicht der Film, den ich zu drehen glaubte".

Hammer hatte zuvor gegenüber [3] dem Hollywood Reporter eingeräumt, er hätte in seiner Verzweiflung "sogar einen verdammten Katzenfutter-Werbespot gedreht". Das Skript, das Boll ihm vorlegte, umfasste demnach gerade einmal 50 Seiten.

Bolls Gegenrede: "Die Vorstellung ist absurd"

Der deutsche Regisseur weist die Darstellung scharf zurück. Gegenüber TheWrap erklärte Boll [4], Hammer sei "perfekt für die Rolle" gewesen und habe "jeden Tag am Set sein Bestes gegeben".

Alles sei vollständig ausgeschrieben gewesen, Hammer habe den Film mehrfach im Schnittraum gesehen. Die Idee, der Schauspieler sei von irgendetwas überrascht worden, nannte Boll "absurd".

Auch gegenüber The Independent betonte er [5], Hammer habe die Dreharbeiten genossen und sich über den Erfolg gefreut.

Wie X den Film am deutschen Jugendschutz vorbeischleuste

In Deutschland verweigerte die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) dem Werk zunächst jegliches Kennzeichen. Wie Telepolis in einem Leitartikel [6] darlegte, schrie Boll daraufhin Zensur – und Elon Musk griff ein.

Der X-Eigentümer stellte den kompletten Film 48 Stunden lang kostenlos auf seiner Plattform bereit, wo er millionenfach abgerufen wurde. Der Effekt: "Citizen Vigilante" kletterte auf Platz 2 der Apple-TV-Charts und an die Spitze der Amazon-Paid-VOD-Liste.

Inzwischen hat die FSK der Kinoversion zumindest die Freigabe "ab 18" erteilt, doch der Fall zeigt, wie mühelos eine reichweitenstarke Plattform nationale Schutzmechanismen aushebeln kann.

Im Film spielt Hammer einen wohlhabenden US-Amerikaner namens Sanders, der in einem nicht näher benannten europäischen Land Selbstjustiz an Migranten übt.

Die Handlung bedient die haltlose Verschwörungstheorie vom "Großen Austausch". Kritiker bezeichneten das in Kroatien gedrehte, 89 Minuten lange Werk als "erstaunlich schlecht" und rassistische "Alt-Right-Agitprop".

Rechtsextreme feiern den Film als "Red Pill"

Genau diese Elemente machen den Thriller laut Wired zum Kultobjekt rechtsextremer Gruppen [7].

US-Akteure wie Nick Fuentes und Jack Posobiec lobten den Film. Die mit dem "Active Club"-Netzwerk verbundene schwedische Gruppe Gym XIV bezeichnete ihn als "Red Pill" im Kulturkampf. Die Hassgruppe Will2Rise nannte ihn demnach einen "Feel-Good-Film für den White-Boy-Sommer". Auf Telegram schrieb laut Wired ein Nutzer: "Selbstjustiz ist der Weg."

Wendy Via, Mitgründerin und Präsidentin des Global Project Against Hate and Extremism, warnte gegenüber Wired: "Ebenso beunruhigend wie die in diesem Film dargestellte rassistische Gewalt ist die Tatsache, dass die Aggressivität gegen Migranten so weit normalisiert wurde, dass der Film überhaupt gedreht und verbreitet werden konnte."

Boll selbst kündigte auf X bereits ein Sequel für 2027 an. Hammers Anwalt reagierte auf Anfragen mehrerer Medien nicht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11364505

Links in diesem Artikel:

  1. https://au.variety.com/2025/film/news/armie-hammer-return-frontier-crucible-trailer-29399/
  2. https://puck.news/newsletter_content/what-im-hearing-amazons-artificial-giveaway-armies-botched-comeback/
  3. https://www.hollywoodreporter.com/news/general-news/armie-hammer-exclusive-interview-career-scandal-1236621644/
  4. https://www.thewrap.com/creative-content/movies/uwe-boll-responds-to-armie-hammer-citizen-vigilante-explained/
  5. https://www.the-independent.com/arts-entertainment/films/news/armie-hammer-citizen-vigilante-movie-uwe-boll-b3012380.html
  6. https://www.heise.de/tp/article/Citizen-Vigilante-Uwe-Bolls-Trash-Thriller-entlarvt-sich-selbst-11356905.html
  7. https://www.wired.com/story/a-bunch-of-white-supremacists-love-armie-hammers-new-movie/

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  • 14. Juli 2026 um 14:30

Mozilla: Open-Source-KI fast so gut wie ChatGPT & Co.

Von Heise
Gemälde mit Person davor

(Bild: heise medien)

Laut Mozilla-Report hat Open-Source-KI einen Wendepunkt erreicht. Der Leistungsabstand zu proprietären Modellen ist gering, Kosten sinken.

Open-Source-KI hat nach Einschätzung von Mozilla einen Wendepunkt erreicht. Der Browserhersteller sieht offene Sprachmodelle nicht länger als technologisch deutlich unterlegen gegenüber proprietären Angeboten wie ChatGPT oder Claude. Laut dem ersten „State of Open Source AI“-Report beträgt der Leistungsabstand zu den führenden geschlossenen Modellen auf Basis der LMSYS Chatbot Arena nur noch rund 3,3 Prozentpunkte. Gleichzeitig seien die Inferenzkosten innerhalb von drei Jahren von rund 20 US-Dollar auf etwa 40 Cent pro Million Token gesunken.

Trotz dieser Entwicklung profitiert das Open-Source-Ökosystem wirtschaftlich bislang kaum. Mozilla zufolge kommen offene Modelle inzwischen auf etwa ein Drittel der realen KI-Nutzung, erzielen aber lediglich rund vier Prozent der Umsätze. Der Report basiert auf einer eigenen Analyse sowie einer weltweiten Umfrage unter mehr als 950 Entwicklern, die Mozilla gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen SlashData durchgeführt hat.

Einsatz wächst, produktiver Betrieb bleibt schwieriger

Nach den Umfragedaten setzen 79 Prozent der befragten Entwickler offene KI-Modelle ein. In produktiven Umgebungen landen sie jedoch deutlich seltener: 51 Prozent haben Open-Source-Modelle produktiv eingeführt, während der Anteil bei proprietären Modellen 63 Prozent beträgt.

Mozilla führt diese Lücke weniger auf die Qualität der Modelle als auf fehlende Infrastruktur zurück. Die Autoren sehen Defizite vor allem bei Werkzeugen für den produktiven Betrieb, Standardisierung und Enterprise-Support. Als häufigste Hürden nennen die Befragten Infrastruktur- und Rechenkosten, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sowie den Aufwand für Betrieb und Skalierung [1]. Auffällig sei zudem, dass der produktive Einsatz offener Modelle mit zunehmender Unternehmensgröße kaum zunehme – anders als bei proprietären Angeboten.

Nach Auswertung verschiedener Benchmarks haben offene Modelle in Bereichen wie Programmierung, allgemeinem Wissen und dem Befolgen von Anweisungen weitgehend zu proprietären Systemen aufgeschlossen. Vorteile sehen die Autoren für geschlossene Modelle weiterhin bei komplexen Reasoning-Aufgaben, langen Kontextfenstern und agentischen Anwendungen.

Regional sieht Mozilla Ostasien und insbesondere China bei der Einführung offener KI-Modelle vorn. Dort sei Open Source inzwischen Teil der nationalen KI-Strategie. Zugleich würden immer mehr Staaten ihre KI-Infrastruktur als strategische Ressource betrachten. Nach Angaben des Berichts [2] wurden 2024 zwölf neue nationale KI-Strategien verabschiedet. Zudem hätten inzwischen 47 Staaten Einschränkungen für die Verarbeitung kritischer Daten im Ausland eingeführt.

Fokus verschiebt sich auf Agenten und Steuerungsschicht

Als wichtigste Entwicklung beschreibt Mozilla den Bedeutungsgewinn der Software rund um die eigentlichen KI-Modelle. Entscheidend sei zunehmend die sogenannte agentische Steuerungsschicht [3] (Agentic Harness). Sie legt fest, auf welche Daten ein KI-Agent zugreifen darf, welche Werkzeuge er verwendet, welche Informationen er dauerhaft speichert und welche Aktionen er selbstständig ausführen kann.

Nach Einschätzung von Mozilla [4] beeinflusst diese Schicht das Verhalten eines KI-Systems teilweise stärker als der Wechsel des zugrunde liegenden Sprachmodells. Wer diese Software kontrolliere, bestimme damit maßgeblich die Fähigkeiten und Grenzen von KI-Agenten.

Der Report warnt zugleich vor Sicherheits- und Governance-Problemen [5]. Nutzer würden Anfragen von KI-Agenten in bis zu 93 Prozent der Fälle standardmäßig bestätigen. Mozilla sieht darin Anzeichen für eine zunehmende „Consent Fatigue“: Häufige Zustimmungsabfragen führten dazu, dass Nutzer Berechtigungen kaum noch kritisch prüfen.

Mozilla fordert deshalb stärkere Investitionen in Infrastruktur, Werkzeuge und Governance für offene KI. Zu den konkreten Empfehlungen des Reports zählen unter anderem der Aufbau eines offenen Agentic Harness, die Abkehr von proprietären Metering-Systemen sowie die Schaffung portabler Berechtigungsstandards für KI-Agenten. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sich zwar offene Modelle technisch etablierten, skalierbare KI-Plattformen aber dauerhaft von proprietären Anbietern dominiert würden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11364615

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/hintergrund/Effiziente-KI-durch-Modelldestillation-11194591.html
  2. https://stateofopensource.ai/state-of-open-source-ai-2026.pdf
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Kurz-erklaert-Das-ist-Agentic-AI-10508133.html
  4. https://blog.mozilla.org/en/mozilla/mozilla-state-of-open-source-ai-report/
  5. https://www.heise.de/hintergrund/Kuenstliche-Intelligenz-Agentic-AI-aus-Securitysicht-Angriffe-und-Verteidigung-10638083.html
  6. https://www.heise.de/ix
  7. mailto:fo@ix.de

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  • 14. Juli 2026 um 16:47

Neu in .NET 10.0 [31]: Mehr Kontrolle beim Zertifikatsexport

Von Heise
Verkehrsschild mit Aufschrift .NET

(Bild: Pincasso / Shutterstock.com)

In .NET 10.0 gibt es neuerdings die Methode ExportPkcs12() als Ergänzung zur bestehenden Methode Export().

Eine Neuerung in .NET 10.0 ist die Methode ExportPkcs12() zum Zertifikatsexport mit AES-Verschlüsselung und Hashing via SHA-2-256:

byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pbes2Aes256Sha256, password);

Die bisherige Methode Export() verwendet noch veraltete Algorithmen (3DES-Verschlüsselung und SHA1-Hashing). Die alten Verfahren (3DES / SHA1) aus Export() sind allerdings ebenfalls über die neue Methode möglich, wenn man es wirklich will:

byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pkcs12TripleDesSha1, password);

Folgender Code zeigt ein Beispiel zum Erstellen und Exportieren eines Zertifikats:

public void Run()
{
 CUI.Demo(nameof(FCL10_Certificates));
 
 string certPath = @"c:\temp\meinZertifikat.pfx";
 string password = "meinSehrGeheimesPasswort"; // Passwort zum Schutz des Zertifikats
 
 // Selbstsigniertes Zertifikat erstellen
 using (var rsa = RSA.Create(2048))
 {
  var request = new CertificateRequest(
      "CN=TestZertifikat",
      rsa,
      HashAlgorithmName.SHA256,
      RSASignaturePadding.Pkcs1);
 
  // Zertifikat für 1 Jahr gültig machen
  var cert = request.CreateSelfSigned(
      DateTimeOffset.Now,
      DateTimeOffset.Now.AddYears(1));
 
  // ALT: Zertifikat mit 3DES-Verschlüsselung und SHA1-Hashing exportieren
  // byte[] pfxData = cert.Export(X509ContentType.Pkcs12, password);
 
  // NEU: Zertifikat als AES mit SHA-2-256 exportieren
  byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pbes2Aes256Sha256, password);
 
  // NEUE Methode, aber alte Sicherheitsverfahren: 3DES mit SHA-1
  // byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pkcs12TripleDesSha1, password);
 
  // PFX-Datei speichern
  File.WriteAllBytes(certPath, pfxData);
 
  Console.WriteLine($"Test-Zertifikat erstellt und gespeichert unter: {certPath}");
 }
 
 if (!File.Exists(certPath))
 {
  Console.WriteLine($"Datei nicht gefunden: {certPath}");
 }
 else
 {
  // Zertifikat laden
  X509Certificate2 cert2 = X509CertificateLoader.LoadPkcs12FromFile(certPath, password);
  Console.WriteLine($"Zertifikat geladen von {certPath}:");
  Console.WriteLine($"IssuerName: {cert2.IssuerName.Name}");
  Console.WriteLine($"Signaturalgorithmus (Hashing): {cert2.SignatureAlgorithm.FriendlyName}");
  Console.WriteLine($"Öffentlicher Schlüsselalgorithmus: {cert2.PublicKey.Oid.FriendlyName}");
  Console.WriteLine($"Key-Algorithmus OID: {cert2.GetKeyAlgorithm()}");
  // Ob für ein Zertifikat-Export (z. B. .pfx/PKCS#12) AES verwendet wurde, steht nicht im Zertifikat selbst, sondern betrifft die Verschlüsselung der Containerdatei. Das Zertifikat enthält nur Infos zu Signatur- und Schlüsselalgorithmus (z. B. RSA, SHA256).
 }
}
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