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Die Apps der „CallPhantom“-Kampagne versprechen, gegen Zahlung Anrufverlauf beliebiger Nummern zu liefern. Die Daten sind erfunden.
Die IT-Forscher von Eset haben eine Malware-Kampagne namens „CallPhantom“ aufgespürt, bei der die Drahtzieher hinter den Android-Apps versprechen, den Anrufverlauf beliebiger Nummern zu liefern. Millionen Nutzer haben dafür tatsächlich gezahlt, am Ende jedoch lediglich erfundene Daten erhalten.
In einem Beitrag schreiben die Malware-Analysten [1], dass die Apps behaupten, SMS-Verläufe und sogar WhatsApp-Anrufprotokolle beliebiger Telefonnummern zugreifen und zugänglich machen zu können. Allerdings mussten Interessierte dafür zahlen oder ein Abo abschließen. Das haben Eset zufolge mehrere Millionen Nutzer von 28 derartigen Apps getan. Sie standen im Google-Play-Store zum Download, wo sie insgesamt rund 7,3 Millionen Mal heruntergeladen und installiert wurden. Nach Information durch das Antivirenunternehmen hat Google die Apps inzwischen entfernt.
Auslöser war eine App namens „Call History of Any Number“, die auch in den App-Store-Screenshots eine Liste mit angeblicher Telefonie-Historie veröffentlicht hatte. Auch die waren gefälscht. Eine Analyse durch die Malware-Analysten ergab, dass die App zufällige Telefonnummern erzeugt, sie mit fix hinterlegten Namen, Uhrzeiten und Gesprächsdauern aus dem eigenen Quellcode versieht. Um die Daten angezeigt zu bekommen, war eine Zahlung notwendig.
Mitte Dezember vergangenen Jahres hat Eset die 28 aufgespürten Apps mit gleichem Verhalten an Google gemeldet, inzwischen sind alle aus dem Play Store entfernt. Die einzelnen Apps unterscheiden sich optisch stark. Sie hatten alle insbesondere Nutzer und Nutzerinnen in Indien und anderen Regionen im asiatisch-pazifischen Raum im Visier. Die Ländervorwahl +91 für Indien war in den Apps oft voreingestellt. Sie unterstützen neben den Google-Store-Zahlungsmitteln das in Indien gebräuchliche UPI.
Die Bewertungen zeigten Nutzerbeschwerden, dass es sich etwa um Betrug handele. Die Nutzer hätten gezahlt, aber keine echten Daten erhalten. Die Eset-Forscher schätzen, dass die Aussicht, heimlich Einblick in private Kommunikationsdaten anderer Menschen zu erhalten, für manche verlockend genug gewesen sei, die Apps dennoch zu installieren. Dazu können auch einige positive Bewertungen beigetragen haben, die aber ebenfalls einen gefälschten Eindruck bei den IT-Forschern hinterließen.
Nutzer konnten reguläre In-App-Abos über das Google-Abrechnungssystem erstehen, das darüber geflossene Geld lässt sich möglicherweise zurückholen. Die anderen Zahlungsweisen mittels UPI oder direkt integrierter Kreditkartenformulare verstoßen gegen Google-Richtlinien, zudem ist darüber gezahltes Geld wohl in jedem Fall futsch. Einige Apps waren recht aggressiv mit ihrer Werbung. Haben Nutzer sie geschlossen, ohne etwas zu zahlen, erschienen Benachrichtigungen im Smartphone im Stile neu eingetroffener E-Mails. Ein Klick darauf beförderte Interessierte jedoch nicht zu vorliegenden Daten, sondern auf den Abo-Bildschirm der betrügerischen App.
Die Eset-Forscher liefern noch eine Liste mit den 28 gefundenen Apps und ihren Hashes. Am populärsten war demnach „Call history : any number deta“ (calldetaila.ndcallhisto.rytogetan.ynumber) mit mehr als 3 Millionen Downloads sowie Call History of Any Number (com.pixelxinnovation.manager) und Call Details of Any Number (com.app.call.detail.history) mit jeweils über einer Millionen Downloads. Interessierte können anhand der Liste prüfen, ob sie die Malware installiert haben und diese dann deinstallieren.
Malware in den App-Stores zu den Smartphones ist nicht selten anzutreffen. Im vergangenen August hatten etwa Zscalers ThreatLabz 77 Malware-Apps mit 19 Millionen Installationen [2] gefunden, die den Anatsa-Schadcode aufs Handy beförderten. In der nun gefundenen „CallPhantom“-Kampagne jedoch war offensichtlich keine Malware-Funktion enthalten, sondern die Täter nutzten schlicht die übergriffige Neugier der Opfer aus, um sie zu Zahlungen zu verleiten.
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Das Hauptgebäude der Bauman MSTU in Moskau
(Bild: A.Savin, Wikipedia)
An einem Lehrstuhl einer Moskauer Universität lässt der Militärgeheimdienst GRU angeblich seinen Nachwuchs ausbilden. Mehrere Medien zitieren interne Dokumente.
An der Staatlichen Technischen Universität Moskau „N. E. Bauman“ lernen Studierende eines geheimen Lehrstuhls, wie man westliche Gesellschaften mit Propaganda destabilisiert oder in unterschiedlich gut gesicherte Rechner eindringen kann. Das und viel mehr hat ein internationales Rechercheteam anhand von mehr als 2000 internen Dokumenten der Universität herausgefunden, die „erstmals einen tiefen Einblick in diese Form der Agentenausbildung“ ermöglichen, wie „Der Spiegel“ ausführt. Es handelt sich demnach um Interna aus dem sogenannten „Lehrstuhl 4, Spezialausbildung“, der Ausbildungsaufgaben für den Militärgeheimdienst GRU übernimmt. Dem wurden eine ganze Reihe von Cyberangriffen der vergangenen Jahre zugeschrieben.
Laut dem Spiegel [1] ist der Lehrstuhl dafür verantwortlich, Agenten, Cyberangreifer und Saboteure für den Geheimdienst auszubilden. Dafür sei er in drei „militärische Fachrichtungen“ aufgeteilt, von denen der „Spezialdienst für Aufklärung“ für die IT-Ausbildung zuständig sei. Dort geht es demnach um „Informationskriegsführung, elektronische Aufklärung und IT-nahe Spezialkompetenzen“, wobei der GRU direkten Einfluss auf die Ausbildung nehmen würde. Laut den Dokumenten sendet der Geheimdienst Prüfer zu Examen, definiert die Anforderungen und genehmigt Kandidaten. Eingebunden seien einige der höchsten Personen aus den Bereichen für Cyberkriegsführung.
In einem Kurs „Abwehr technischer Aufklärung“ lernt man dem Bericht zufolge, „in insgesamt 144 Stunden über zwei Semester den kompletten Werkzeugkasten“ der modernen Cyberkriegsführung [2]. Dabei gehe es etwa um das Eindringen in fremde Rechner mittels Passwortattacken, über das Ausnutzen von Sicherheitslücken oder mithilfe von Trojanern. Eine praktische Übung behandle „Penetrationstests mit Viren“, ein Modul „Computerviren und Würmer“. Am Kursende müssen die Studenten demnach einen Testserver hacken. Auch DDoS-Attacken gehören zum Lehrstoff. Zum Einsatz von Propaganda zitiert der Spiegel eine Praxisaufgabe folgendermaßen: „Erstelle ein Social-Video für ein beliebiges Thema, indem du Manipulation, Druck und versteckte Propaganda verwendest, um ein ‚heißes‘ Thema zu promoten oder zu entkräften“.
Die Dokumente geben dem Bericht zufolge auch einen Einblick in die jungen Männer selbst, die an dem geheimen Lehrstuhl ausgebildet werden. So konnten einigen von ihnen angeblich Konten in sozialen Netzen zugeordnet werden, die auf ein unverdächtiges Teenagerleben hindeuten. Am Lehrstuhl 4 sitzen sie dann aber wohl nicht ausschließlich vor dem Computer, zur Ausbildung gehört dem Bericht zufolge auch ein einmonatiges Trainingscamp, in das alle müssen. „Fotos zeigen junge, teils übergewichtige Männer in Tarnkleidung, die sich an Kletterstangen abstrampeln und Schießübungen mit einer Pistole machen“, schreibt der Spiegel zu Bildern dieses Teils der Ausbildung.
Wie die Medien an die Dokumente gelangt sind, schreibt der Spiegel nicht. Gleichzeitig weist das Nachrichtenmagazin darauf hin, dass Geheimdienste auch in Deutschland und anderen westlichen Staaten immer offener an Universitäten um Nachwuchs werben. Die Verbindung zwischen der Moskauer Universität und dem Militärgeheimdienst geht aber deutlich weiter. Zugleich geben die Dokumente Einblick in die Hintergründe teils verheerender Cyberattacken, die in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt haben. So schreibt der Spiegel, dass ein Absolvent kurz nach seinem Abschluss offenbar bei einer Spezialeinheit gelandet ist, die hinter der Malware NotPetya [3] gesteckt haben soll. Die hat im Sommer 2017 weltweit für Chaos gesorgt.
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(Bild: AMD)
AMD nennt ein Leistungsziel seines kommenden GPU-Beschleunigers Instinct MI430X. Anders als die meisten Neuankündigungen spielt KI eine untergeordnete Rolle.
Ein Schwestermodell der Instinct MI455X bewegt den Fokus weg von Künstlicher Intelligenz, hin zu einem klassischen Beschleuniger fürs High-Performance-Computing (HPC). AMD maximiert bei der GPU die Rechenleistung bei Gleitkomma-Berechnungen mit doppelter Genauigkeit (FP64), die etwa für akkurate physikalische Simulationen notwendig sind.
Erstmals nennt AMD einen konkreten Wert [1]: Mehr als 200 FP64-Teraflops soll die Instinct MI430X schaffen, also über 200 Billionen Berechnungen pro Sekunde. Stumpf hochgerechnet würden bereits 5000 GPUs für ein Exascale-System reichen. Das bisherige Instinct-Topmodell MI355X [2] ist noch ein Hybrid-Beschleuniger sowohl für hochgenaue FP64- als auch KI-Berechnungen, das 78,6 FP64-Teraflops erreicht.
Jede Instinct MI430X trägt 432 GByte Stapelspeicher in Form von HBM4, vermutlich aufgeteilt auf 12 Bausteine. Sie kommen zusammen auf eine Übertragungsrate von 19,6 TByte/s. Es wurden bereits drei Supercomputer angekündigt, die neue Epyc-Venice-Prozessoren und MI430X-GPUs von AMD verwenden: Herder in Deutschland [3], Alice Recoque in Frankreich [4] und Discovery in den USA [5].
AMD muss für die Instinct MI430X eigene Compute-Dies auflegen, deren Rechenwerke und Datenpfade auf die 64-Bit-Werte ausgelegt sind. Die Instinct MI455X mit KI-Fokus ist für eine hohe Rechenleistung bei geringerer Genauigkeit gedacht, primär 4 bis 16 Bit. Beim Training und Ausführen von KI-Modellen spielt die Genauigkeit eine untergeordnete Rolle, weil die Ergebnisse ohnehin nur Annäherungen darstellen. Wichtiger sind hier viele schnelle Berechnungen.
AMD lässt es sich allerdings nicht nehmen, auch bei der Instinct MI430X das Thema KI einzubringen. Demnach könnten Systeme mit der GPU hochwertige Simulationsdaten liefern, die wiederum KI-Modellen beim Training helfen würden. Zudem enthält auch diese GPU KI-Recheneinheiten für Hybrid-Workloads, allerdings weniger als die Instinct MI455X.
Zur Verfügbarkeit der Instinct MI430X äußert sich AMD bislang nicht. Spätestens 2027 muss der Versand beginnen, wenn die ersten Supercomputer mit der GPU entstehen. Erste Auslieferungen in der zweiten Jahreshälfte 2026 erscheinen realistisch.
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Anton Baranov vor dem Schriftzug der Swift Student Challenge. Der 22-Jährige zählt zu den Preisträgern des diesjährigen Programmierwettbewerbs und wurde von Apple zur WWDC nach Cupertino eingeladen.
(Bild: Apple, Bearbeitung: heise medien)
Anton Baranov hat es aus dem Stand zu höchsten Ehren bei der Swift Student Challenge gebracht. Wie er Apple überzeugte und was ihn und 49 andere jetzt erwartet.
Die Geschichte der App von Anton Baranov ist eine von der Sorte: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Nein, nicht gleich die vom Tellerwäscher zum Millionär, aber immerhin vom Küchentisch nach Cupertino hat es der 22-Jährige gebracht. Seine erste Reise in die USA. All das gelang mithilfe der Apple-Programmiersprache Swift. Und mit großem Engagement und Zeiteinsatz, was er im Gespräch eher beiläufig erwähnt.
Für Anfang Juni hat Apple ihn nach Kalifornien, in den Apple Park, den futuristischen Stammsitz des iPhone-Herstellers, eingeladen. Dort beginnt am 8. Juni 2026 die Entwicklerkonferenz WWDC [1]. Baranov ist einer von 50 geladenen Nachwuchsentwicklern aus aller Welt, die beim jährlichen Wettbewerb Swift Student Challenge die Jury begeistern konnten und dorthin eingeladen wurden.
Aus dem Stand hat der Student es geschafft, gleich bei seiner ersten Teilnahme an der Challenge in die erste Reihe der Distinguished Winners aufzusteigen. Die Reise nach Cupertino ist die höchste Ehre. Manche brauchen dafür Jahre, viele schaffen es nie. Insgesamt hat Apple 350 junge Menschen aus 37 Ländern ausgezeichnet. 50 erhielten den Titel des „Distinguished Winner“ – für herausragende Einreichungen. Die frohe Botschaft erreichte ihn im Frankfurter Hauptbahnhof, erinnert er sich. „Ich habe die Mail aufgemacht und dachte erst: Okay, ich habe verloren. Weil die normalerweise direkt mit Glückwunsch anfangen.“ Er öffnet sie trotzdem. Liest. Liest noch einmal. Und war begeistert.
Die App, um die es geht, heißt „Pitch Coach: Sicher auftreten“ und sie ist seit März im App Store verfügbar [2]. Pitch Coach analysiert Sprache in Echtzeit. Die App erkennt Füllwörter wie „ähm“, „halt“ oder „irgendwie“ und misst die Redegeschwindigkeit. Nach jeder Sitzung wird eine KI-generierte Auswertung angezeigt. Das Besondere: Die gesamte Verarbeitung läuft auf dem Gerät selbst. Kein Ton, keine Daten verlassen das iPhone. Möglich macht dies Apples Foundation-Models-Framework [3], das seit iOS 26 für Entwicklerinnen und Entwickler zugänglich ist.
Noch eine Funktion sticht heraus: Wer AirPods trägt, bekommt auch Feedback zur Körperhaltung. Die Bewegungssensoren in den Ohrhörern verraten, ob jemand den Kopf hängen lässt, ob die Haltung kippt. „Ich habe irgendwo gelesen, dass AirPods so einen Sensor haben. Einfach gegoogelt – und es hat funktioniert“, sagt Baranov. „Voll cool.“
Die Idee zur App entstand am heimischen Küchentisch. Seine Mutter, von Beruf Professorin, erzählte vom Uni-Alltag. Von talentierten Studenten, die hinter ihren Möglichkeiten bleiben, weil Sprache und Haltung nicht das ausstrahlen, was sie können. Baranov hörte zu – und erkannte sich selbst. Dass es darauf ankommt, wie man sich präsentiert, wie man spricht, wie man wirkt. Eine App, die dabei hilft, fand er im App Store nicht.
Die gute Idee ist das eine, die Umsetzung aber nochmal eine ganz andere Sache. Im August 2024 fing der 22-Jährige an, erste Projekte mit Swift umzusetzen, las Bücher und veröffentlichte Apps im App Store. Hier war es von Vorteil, dass Baranov Softwaretechnologie an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) studiert – dual, in Kooperation mit der Deutschen Bank.
Seine App wurde inzwischen 9000 Mal heruntergeladen – das Neunfache dessen, was er sich als Ziel bis zum Sommer vorgenommen hatte. Und das Interesse dürfte durch die Medienberichterstattung über die Student Challenge noch zunehmen. Die Lokalisierung in 20 Sprachen ist bereits erledigt, weitere Updates sollen folgen. Und mit jedem User kommen neue Ideen. Manche Nutzungsszenarien überraschen ihn, sagt er. „Ich dachte, die Menschen bereiten Präsentationen vor, üben für Vorstellungsgespräche. Und dann schickt mir jemand eine Audio-Datei von einem Rap. Jemand anderes übt Stand-up-Comedy.“ Er zuckt mit den Schultern. „Users define the app. Wenn sie sie dafür benutzen, dann ist das eben so.“
Vibe-Coding – die Möglichkeit, dass jeder ohne Programmierkenntnisse heutzutage eine App per Zuruf erstellen kann – bereitet dem Challenge-Gewinner übrigens keine großen Sorgen. Man müsse wissen, welche Libraries gefragt sind, welche APIs genutzt werden, wie man ein Problem überhaupt präzise beschreibt. „Man steuert das trotzdem.“ Damit bestätigt er, was Forscher zuletzt in Studien herausgefunden haben: Entwickler mit solidem Hintergrundwissen sind die besseren Vibe-Coder – weil sie KI-Werkzeugen genau sagen können, was sie brauchen. Baranov sieht das pragmatisch: Die Tools erleichtern die Arbeit, aber sie machen nicht die Arbeit.
Und wo geht seine Reise nach diesem Erfolg beruflich hin? Die WWDC sieht Baranov auch als große Chance an, zu netzwerken. An seiner derzeitigen beruflichen Laufbahn bei der Bank will er aber aktuell nicht rütteln: Diese Erfahrung sei wertvoll, sagt er. Aber dass der Bilderbuchstart bei der Swift Student Challenge irgendwann doch in eine Solo-Karriere mündet – wer möchte das schon ausschließen?
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Hinter Quasar Linux (QLNX) steckt kein Betriebssystem, sondern ein Supply-Chain-Angriffstool, das sich nur schwer erkennen und entfernen lässt.
Mit Quasar Linux (QLNX) ist ein neuer Remote Access Trojan (RAT) aufgetaucht, der Systeme von Linux-Entwicklerinnen und -Entwicklern im Visier hat. Durch seine Kombination aus Rootkit‑Techniken, Credential‑Diebstahl und Tarnmechanismen versetzt das erstmals Anfang Mai von Trend Micro dokumentierte Linux-RAT Bedrohungsakteure in die Lage, einen kompletten und verdeckten Angriffs-Workflow durchzuführen.
Konkrete, durch QLNX verursachte Schadensfälle nennen die Sicherheitsforscher von Trend Micro nicht. In ihrer ausführlichen Analyse [1] stufen sie das Bedrohungspotenzial dennoch als hoch ein, weil die Linux-Malware auf Entwickler‑ und DevOps‑Zugangsdaten in der gesamten Software‑Lieferkette abzielt und sich nur schwer von infizierten Systemen entfernen lässt.
Zum Zeitpunkt der Analyse schien Trend Micro der einzige AV-Anbieter mit detaillierten Detection-Regeln zu QLNX zu sein. Mittlerweile hat sich SOC Prime [2] dazugesellt.
Auf infizierten Systemen stiehlt QLNX Geheimnisse zu npm, PyPI, GitHub, Amazon Web Services (AWS), Docker und Kubernetes. Informationen wie private SSH-Schlüssel, Browserlogins, Shell-Histories, der Inhalt der Zwischenablage sowie Passwörter, die im Linux‑PAM‑Authentifizierungsprozess unverschlüsselt vorliegen, stehen ebenfalls im Fokus der Datendiebe.
Die Informationen fließen über HTTPS, HTTP oder ein Custom-TLS-Protokoll an einen entfernten Server der Angreifer. Über den gleichen Kommunikationskanal empfängt die Malware auch Befehle. Durch seine P2P‑Mesh‑Funktion kann QLNX Daten zudem über andere kompromittierte Systeme weiterleiten, was seine Erkennung und Entfernung deutlich schwieriger macht.
Die gleiche Hartnäckigkeit legt QLNX auf infizierten Endgeräten an den Tag, denn dort betreibt es einigen Aufwand, um unauffällig im Hintergrund agieren zu können. Nach der Erstinfektion löscht das Linux-RAT seine Binärdateien, läuft fileless im Arbeitsspeicher weiter, fälscht seinen Prozessnamen, lässt Systemprotokolle verschwinden und installiert sieben redundante Persistenzmechanismen, um auch nach einer Teilbereinigung weiter aktiv bleiben zu können.
Seinen Namen verleiht sich Quasar Linux quasi selbst. Die Malware verwendet zur Installation systemd-Einträge wie ~/.config/systemd/user/quasar_linux.service und /etc/systemd/system/quasar_linux.service.
QLNX bringt alle Voraussetzungen mit, um eine Supply-Chain-Attacke à la LiteLLM [3] durchzuführen. Zur Erinnerung: Am 24. März 2026 kompromittierten Cyberkriminelle über einen aus LiteLLMs CI/CD-Pipeline erbeuteten PyPI-Token zwei LiteLLM-Pakete (v1.82.7 und v1.82.8) im Python Package Index und versahen sie mit einem Credential-Stealer.
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Google Fitbit Air.
(Bild: Google)
Googles neues Fitnessarmband Fitbit Air verzichtet auf ein Display und kostet 99 Euro. Zudem benennt Google die Fitbit- in Google-Health-App um.
Google hat sein erstes Fitbit-Wearable seit dem Charge 6 [1], das im Jahr 2023 eingeführt wurde, vorgestellt. Mit dem Fitbit Air steigt Google in den Markt der bildschirmlosen Fitnesstracker à la Whoop, Amazfit Helio Strap und Polar Loop [2] ein. Googles Armband ist mit 99 Euro günstiger als zwei der Konkurrenzmodelle, zudem gibt es keinen Abozwang.
Außerdem benennt Google seine Fitness-App von Fitbit in Google Health um. So gerät die Marke Fitbit weiter in den Hintergrund.
Der Fitbit-Air-Tracker ist mit einem Gewicht von nur 12 Gramm ein regelrechtes Leichtgewicht – Whoop 5.0 [3] wiegt mit 26,5 Gramm etwa das Doppelte, was allerdings immer noch leicht ist. Die Laufzeit des Google-Trackers ist mit gut einer Woche angegeben, womit das Gadget ausdauernder als die Pixel Watch 4 ist, die spätestens nach zwei Tagen nachgeladen werden muss. Whoops aktueller Tracker hält etwa zwei Wochen mit einer Akkuladung durch.
(Bild: Google)
Immerhin soll ein Tag Laufzeit in nur einer Minute über das Ladedock nachgeladen werden können. Zudem funktioniert das mitgelieferte magnetische Ladegerät bidirektional, sodass man den Air-Tracker nicht falschherum auflegen kann. Falls der Tracker einmal komplett leer sein sollte, soll er binnen 90 Minuten wieder voll aufgeladen sein.
(Bild: Google)
Google spricht ferner davon, dass der Fitbit Air komfortabler als die Konkurrenz am Handgelenk sitzt. Der Hersteller bietet verschiedene Armbänder an, die sich in „Sekundenschnelle“ austauschen lassen. Wasserfest ist der Fitnesstracker für bis zu 50 Meter. Google ermöglicht zudem die Nutzung zweier Fitbit-Produkte: Tagsüber könne man die Pixel Watch verwenden, während man den weniger stark auftragenden Fitbit Air für den Schlaf verwenden könne, „ohne etwas zu verpassen“.
Wie die Konkurrenzmodelle soll das Air-Gadget jedoch rund um die Uhr getragen werden. Es trackt nicht nur die üblichen Fitnessdaten wie Herzfrequenz, Distanz und Schritte, sondern auch den Schlaf inklusive der Schlafqualität. Durch die permanente Herzfrequenzmessung kann der Tracker Anzeichen von Vorhofflimmern bei unregelmäßigem Herzrhythmus erkennen und entsprechende Warnungen aussprechen. Ferner können Nutzerinnen und Nutzer sich benachrichtigen lassen, wenn die Herzfrequenz über oder unter ihrem üblichen Bereich liegt. Zudem misst der Fitbit Air die Herzfrequenzvariabilität (HRV) sowie deren Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden. Der Air trackt außerdem die wöchentliche Cardio-Belastung und überwacht sämtliche Basiswerte, um die persönliche Fitness „visualisieren und verstehen“ zu können.
(Bild: Google)
Gesammelt und aufbereitet werden sämtliche Daten in der neuen Fitbit-App mit KI-Coach, die Google im August vergangenen Jahres vorgestellt [4] hat. Seit einigen Wochen lässt sie sich auch hierzulande in der öffentlichen Vorschau ausprobieren [5]. Mit der Ankündigung des Air-Trackers benennt Google die App und die Dienste um: Statt Fitbit-App heißt sie nun „Google Health App“. Aus dem kostenpflichtigen Fitbit Premium wird „Google Health Premium“.
Laut Google sind mit der Google-Health-App „alle Funktionen zur Erfassung von Schlaf-, Aktivitäts- und Gesundheitsdaten“ verfügbar. Mit Google Health Premium erhalten Nutzerinnen und Nutzer Zugriff auf den Google Health Coach, der die Funktion „Ask Coach“, proaktive Benachrichtigungen, adaptive Trainingspläne und Zusammenfassungen des Coaches sowie „multimodale/konversationsbasierte Protokollierung“ umfasst.
Dieser auf Gemini basierende Fitnesscoach ist dem Konzern zufolge dazu in der Lage, alle Fitness-, Gesundheits- und wichtigen medizinischen Daten inklusive des Zyklus zusammenzuführen, um Nutzerinnen und Nutzern einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Der KI-Coach erinnert ein wenig an jenen, den Whoop vor einer Weile eingeführt hat. Er erklärt etwa, wie sich ein Training und Schlaf auf den Körper auswirken und rät anhand der Daten, ob man sich besser ausruhen oder eine weitere harte Trainingseinheit absolvieren sollte.
(Bild: Google)
Der KI-Coach soll etwa auch bei der wöchentlichen Trainingsplanung helfen und detaillierte Workouts sowie Trainingsziele erstellen, die auf den persönlichen Gesundheitszielen basieren. Die KI soll zudem dazu in der Lage sein, die Workouts anhand von Echtzeitdaten dynamisch anzupassen. Wenn man etwa eine schlechte Nacht hatte, soll das berücksichtigt werden, sodass das Training für den Tag entsprechend weniger intensiv ausfällt.
Nutzer sollen die Google-Health-App mit „hunderten“ Apps und Geräten verbinden können – „unabhängig davon, ob diese über Health Connect, Apple Health oder die Google Health-APIs integriert sind“, schreibt Google. Damit könne man die Daten an einem Ort einsehen, „beispielsweise die Radtouren von Peloton oder Ihre Mahlzeiten von MyFitnessPal“. Nicht unterstützt wird offenbar die Kopplung des Fitbit Air mit anderen Geräten wie Radcomputern, um die Herzfrequenz darauf anzeigen zu können. Mit der Pixel Watch 3 und 4 war das unter Wear OS 6 möglich, mit Wear OS 6.1 hatte Google die Verbindung offenbar gekappt – ein Verbindungsaufbau zu Wahoo-Fahrradcomputern lässt sich nicht mehr herstellen, auch wenn Google in einem Supportdokument anderes schreibt [6]. Mit einem Whoop-Armband geht das reibungslos.
Googles Fitbit Air unterstützt Smartphones, auf denen Android 11 oder neuer sowie Apples iOS 16.4 oder neuer läuft. Zudem seien ein Google-Konto und die Google-Health-App erforderlich. Das Gadget kostet 99,90 Euro und umfasst eine dreimonatige Testversion von Google Health Premium, das danach mit 8,99 Euro im Monat oder knapp 80 Euro im Jahresabo zu Buche schlägt. Zum Vergleich: Whoop 5.0 kostet in der günstigsten Variante 200 Euro im Jahr.
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KI-GPUs für Rechenzentren werden bevorzugt im OAM-Format (Open Compute Platform Accelerator Module) gebaut. Das ermöglicht zusammen mit Wasserkühlung die höchste Leistungsdichte. Gleichzeitig schränkt das Format aber auch die Flexibilität ein: Es benötigt spezielle Mainboards.
PCIe hingegen ermöglicht flexibel die Aufrüstung bestehender Server. Aus diesem Grund bringt AMD mit der Instinct MI350P seine aktuelle CDNA4-Generation von KI-GPUs als PCIe-Karte auf den Markt.
Auch wenn der Name anderes vermuten lässt, handelt es sich bei der MI350P praktisch um eine halbierte MI350X . Entsprechend sind auch nur vier HBM3e-Stacks mit einer Gesamtkapazität von 144 GByte verbaut. Mit 4-Bit-Quantisierung reicht das für bis zu 250 Milliarden Parameter. Der Cache fasst 128 MByte, die Anbindung an die Host-CPU erfolgt über 16 PCIe-Gen5-Lanes.
Die FHFL-Karte (Full Height, Full Length) darf bis zu 600 W Leistung aufnehmen, kann aber auf 450 W begrenzt werden. Es handelt sich um ein Dual-Slot-Design. Bis zu acht MI350P können pro Server installiert werden, ein Scale-up-Netzwerk für die breitbandige Vernetzung fehlt den MI350P aber. Modelle sollten idealerweise also in den Speicher einer GPU passen.
Trotz halbiertem Chip ist die MI350P die aktuell leistungsfähigste KI-GPU für den PCIe-Slot. Bei der Rechenleistung liegt sie mit 4,6 PFlops bei MXFP4 und MXFP6 in der Spitze 15 Prozent vor Nvidias RTX Pro 6000 .
Größere Datentypen skalieren linear, mit 8-Bit-Typen erreicht die GPU theoretisch 2,3 PFlops, bei 16 Bit sind es noch 1,15 PFlops. Wichtiger als die maximale theoretische Rechenleistung – in der Praxis erreicht die Karte deutlich niedrigere Werte – ist allerdings die mehr als doppelt so hohe Speicherbandbreite. Dank HBM3e erreicht die MI350P bis zu 4 TByte/s, die RTX Pro 6000 kommt mit GDDR7 auf nur 1,6 TByte/s.
Die zwei integrierten VCN-Decoder (Video Core Next) unterstützen die Formate AC1, HEVC, H.264 und VC1. Auch für JPEG-Bilder sind 20 Decoder integriert, so dass die Dekompression gängiger Bild- und Videoformate die Host-CPU nicht belastet.
Gedacht ist die MI350P für Unternehmen, die bei der KI-Nutzung von Cloud- auf On-Premises-Modelle umsteigen wollen. AMDs Enterprise AI Stack soll dabei den Umstieg erleichtern.
Der Hardware-Hersteller stellt aber auch für seine Programmierumgebung Rocm (g+) angepasste Varianten von Frameworks wie Pytorch bereit. Auch eine Aufteilung der GPU in bis zu vier gleichwertige Partitionen etwa zur Nutzung durch VMs ist möglich.
Angaben zu Preis und Verfügbarkeit der Instinct MI350P machte AMD bislang nicht.
Qualcomm hat zwei neue SoCs für Smartphones vorgestellt. Der Snapdragon 6 Gen 5 richtet sich an Mittelklassegeräte, der Snapdragon 4 Gen 5 an preiswertere Smartphones im unteren Marktsegment. Beide Chipsets sollen effizienter und schneller sein als ihre Vorgänger und werden in einem 4-nm-Prozess gefertigt.
Der Snapdragon 4 Gen 5 lieferte in CPU-Benchmarktests um 77 Prozent bessere Werte. Bei CPU-Benchmarks waren die Werte um 54 Prozent besser. Beim Snapdragon 6 Gen 5 waren die Ergebnisse bei der CPU um 21 Prozent und bei der GPU um 20 Prozent besser.
App-Starts sollen bei Smartphones mit dem Snapdragon 4 Gen 5 um 43 Prozent schneller erfolgen, bei Geräten mit dem Snapdragon 6 Gen 5 um 20 Prozent. Gleichzeitig soll die Benutzeroberfläche weniger Ruckler aufweisen. Das neue Modell aus der 4er-Serie unterstützt zudem Gaming mit bis zu 90 fps.
Beim Snapdragon 6 Gen 5 legt Qualcomm den Fokus auf KI-Funktionen beim Fotografieren. So ermöglicht das Chipset KI-unterstützte Nachtbilder sowie einen 100x-In-Sensor-Zoom. Beide Chips unterstützen 5G mit bis zu 2,8 Gbps im Downstream. Der Snapdragon 4 Gen 5 unterstützt Wi-Fi 5, der Snapdragon 6 Gen 5 Wi-Fi 7.
Qualcomm zufolge werden unter anderem die Hersteller Honor, Oppo, Realme und Redmi Smartphones mit den neuen Chipsets auf den Markt bringen. Die Geräte sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 erscheinen.
Der Klarna-CMO (Chief Marketing Officer) David Sandström hat eine KI-Version seiner selbst dafür verwendet, um den Frust seiner Angestellten abzufangen. Wie Business Insider berichtet , geschah dies während einer schwierigen Phase des Fintech-Unternehmens, in der Budgetkürzungen vorgenommen werden mussten.
Der Bericht zitiert ihn mit den Worten: "Ich glaube, dass die Leute wahrscheinlich ziemlich sauer auf mich sind, und ich möchte ihnen eine Möglichkeit geben, diesem Ärger Luft zu machen, ohne mir wütende Slack-Nachrichten schicken zu müssen." Der KI-CMO habe gemäß seiner Programmierung stets freundlich reagiert und die Schuld auf sich genommen, erklärte er.
Als Weiterentwicklung wurde anschließend eine KI-Version des Unternehmenschefs Sebastian Siemiatkowski veröffentlicht, die von Kunden angerufen werden kann. Dies sei zunächst als PR-Aktion geplant gewesen, habe sich aber zu einer sehr guten Quelle für Kundenfeedback entwickelt, so Sandström. Das Training von Siemiatkowskis KI erfolgte auf Basis seiner zahlreichen Podcastauftritte.
Klarna setzte bereits im Jahr 2024 auf den Einsatz von KI und erklärte damals , dass das interne Marketingteam mit nur noch halb so vielen Mitarbeitern auskomme. Auch im Bereich des Kundenservice wurden viele Angestellte durch KI ersetzt.
Im Jahr 2025 räumte das Unternehmen allerdings ein , dass die mithilfe von KI vorgenommenen Kosteneinsparungen zu weit gegangen seien und wieder mehr Mitarbeiter für den Kundensupport eingesetzt werden müssten.
Sandström sagte dazu, dass es nach wie vor Bereiche gebe, in denen menschliches Eingreifen erforderlich sei. So neigten die generativen KI-Tools für Werbetreibende von Meta, die Klarna für die entsprechenden Social-Media-Plattformen verwendet, dazu, beim Erstellen viraler Kampagnen dazu, "völlig durchzudrehen" , führte er aus.
Um dem zu begegnen, sei Klarna vermehrt auf der Suche nach Marketingingenieuren, die nicht nur das Marketinggeschäft verstünden, sondern auch die zugrundeliegende Technik beherrschten, sagte Sandström. Er gebe Marketingexperten allerdings meist den Vorzug, weil es einfacher sei, diesen das wenige notwendige technische Basiswissen zu vermitteln, als einem Ingenieur das Werbegeschäft nahezubringen.
Supercage von Moment: iPhone-Kamera-Professionalisierung.
(Bild: Moment)
Mit dem iPhone-Käfig Supercage von Moment wird eine flexible Kamerahalterung mit einem USB-Hub kombiniert. Was hat das für Vorteile?
Mit einem Käfigsystem (englisch „Cage“) spannen Filmemacher Kamera oder Smartphone ein, um den Halt mit beiden Händen zu verbessern. Obendrein lässt sich die Kamera so auf ein Stativ oder andere Halterungen montieren. Über Blitzschuhadapter passt allerlei Zubehör daran: vom Mikrofon über kleine Leuchten und Griffe bis zum Bildschirmhalter.
Der Supercage von Moment besteht aus einem gefrästen schwarzen Aluminiumrahmen. Der Käfig ist hochwertig verarbeitet, die Kanten sind entgratet und abgerundet. Mit beinahe 500 Gramm ist er relativ schwer. Er lässt sich an einem der insgesamt 43 Gewinde (4-mal 3/8 und 39-mal 1/4 Zoll) sowohl im Hoch- als auch im Querformat befestigen.
Für Zubehör sind vier Blitzschuhadapter sowie zwei eingefräste Kabelführungen an Bord. Das iPhone spannt man in die mitgelieferte Klemme, die sich auf einer verstellbaren Schiene verschieben lässt.
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Extremes Wetter im Frühling trifft Wälder, Felder und Ernten hart – und die Ursache dahinter ist komplexer als viele denken.
Im April regnete es nur gut die Hälfte der Menge, die im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 gemessen wurde. So war in Nord- und Nordosthessen die Wasserknappheit gegen Ende des Monats bereits 1,80 Meter tief vorgedrungen, betont hr-Meteorologe Tim Staeger [1].
Trockener war es in einem hessischen April zuletzt in den Jahren 2020 und 2017. In einem geschwächten Wald geraten Flachwurzler schneller unter Trockenstress. Doch gerade zu Beginn der Vegetationsperiode benötigen die Bäume und andere Pflanzen besonders viel Wasser zum Wachsen.
Der Dürremonitor [2] des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung gibt an, in welchen Regionen die Dürre besonders stark ausgeprägt ist. Während einige Gebiete bis zum 20. April 70 Millimeter Regen verzeichneten, fiel in anderen Regionen mit unter zehn Millimetern deutlich weniger Regen. Hier waren die oberen 60 Zentimeter im Boden trockener [3] als für die zweite Aprilhälfte üblich.
Hinzu kommen die Temperaturen, die vor allem tagsüber besonders hoch sind. So war es in der Rhein-Main-Region Ende April nachmittags mehr als 20 Grad warm, ähnliche Temperaturen gab es in Nordhessen. Wegen der kalten Nächte betrug die Temperaturabweichung zum langjährigen Mittel von 1991 bis 2020 zwar nur 0,4 Grad. Verglichen mit der Periode zwischen 1961 und 1990 war es allerdings 1,9 Grad wärmer.
Am 1. Mai brannte im brandenburgischen Jüterbog ein Truppenübungsplatz, der sich bis zum 3. Mai auf 113 Hektar ausbreitete [4]. Weil die Fläche mit Munition belastet war, habe die Feuerwehr nicht löschen können. Man habe es stattdessen "kontrolliert abbrennen" lassen. Die Brände bedrohten hier auch seltene Arten wie den Wiedehopf, klagten Naturschützer. Ende April musste die Feuerwehr einen Moorbrand auf einem Bundeswehrübungsgelände [5] im niedersächsischen Landkreis Meppen löschen. An Straßen und Bahndämmen flammten Böschungsbrände auf.
Auch im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der sächsischen Grenze war "aus noch ungeklärter Ursache" ein Feuer ausgebrochen. Auch in den bayerischen Chiemgauer Alpen brannten an einem Steilhang in unzugänglicher Lage vier bis fünf Hektar Waldfläche.
Zu einem größeren Moorbrand kam es Ende April in einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Bad Segeberg (Schleswig-Holstein). Hier zerstörte das Feuer 4.000 Quadratmeter der renaturierten Fläche [6]. Trockenheit mit Waldbrandgefahr meldete der Wetterdienst im Landkreis Celle, in der Region Hannover sowie im Landkreis Gifhorn. In Lüneburg wurde die Feuerwehr in diesem Frühjahr bereits zwölfmal alarmiert. In Vechta und bei Meppen gerieten zudem Moorflächen in Brand.
Regnet es zu wenig, wird es zunehmend trockener und können sich trockene Gräser und Holz auf den Waldböden leichter entzünden. Weht dazu noch ein trockener, böiger Wind, verstärkt sich die Waldbrandgefahr [7]. Ausgelöst werden Feuer meist durch menschliche Aktivitäten wie etwa weggeworfene Zigaretten, fahrlässiges Zündeln oder technische Defekte an Zügen, glaubt Förster Benjamin Evers [8], der ein Waldrevier in der Südheide bei Celle betreut.
Auch in Südhessen gab es Ende April erste Waldbrände [9]: So musste die Freiwillige Feuerwehr Frankfurt in einem Stadtwald ein Feuer von rund 100 Quadratmeter Wald löschen. Gleichzeitig standen am Kleinen Feldberg im Taunus rund 70 Quadratmeter Waldfläche in Flammen. In beiden Fällen sind die Brandursachen unklar. Für mehrere Regionen Hessens hat der Deutsche Wetterdienst bereits die zweithöchste Waldbrand-Warnstufe Vier [10] ausgerufen.
Aufgrund ausgeprägter Trockenheit keimte das Saatgut kaum aus. Zwar regnete es in einigen Regionen ein wenig, doch er reichte nicht aus, um den Wasserspeicher der Böden aufzufüllen. Die sandigen Böden im Norden und Nordosten konnten das Wasser kaum speichern. Vielerorts haben die Niederschläge vor allem die Böden verschlämmt.
Auch den Dünger können die ausgetrockneten Böden nur schlecht verwerten. So liegen auf vielen Flächen die Düngergaben seit Tagen ungenutzt herum. Sollte es nicht bald ausreichend regnen, sind die Ernten gefährdet, warnt [11] das Fachmagazin Agrarheute. Laut einer Umfrage [12] der Zeitschrift Land & Forst sind auf einigen Betrieben seit Tagen die Beregnungsanlagen im Einsatz.
Mitte April meldete der Deutsche Wetterdienst [13] in manchen Regionen Nachtfröste. Während es tagsüber sehr warm wurde, fielen die Temperaturen nachts unter null Grad. Wenn aufbrechende Knospen erfrieren – bei Kirschen, Äpfeln oder Weinreben – bilden sich keine Früchte mehr aus, dann ist die Ernte in Gefahr.
In Sachsen griffen die Bauern im Kampf gegen Nachtfröste auf unkonventionelle Methoden zurück: In Weinbergen und auf Obstplantagen zündeten sie Kerzen und Fackeln an, damit sich die kalte Luft erwärmt. In den Versuchsanlagen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Pillnitz kamen hingegen automatische Frostschutzberegnungsanlagen [14] zum Einsatz.
Ob Dürre, Hitze, Starkregen – der Obstanbau in Mitteldeutschland muss widerstandsfähiger werden – zu diesem Schluss kamen Obstbauern und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung, die sich gemeinsam Gedanken machten. Die Ergebnisse veröffentlichten sie in einem gemeinsamen Papier mit Best-Case-Szenarien [15].
So dienen artenreiche Streuobstwiesen mit robusten Sorten nicht nur der Obst- und Insektenvielfalt, sondern stärken gleichzeitig den Klimaschutz. Flexible Arbeitszeiten, Robotik und künstliche Intelligenz sollen den Anbau effizienter gestalten. Wissen soll dadurch leichter an die Arbeitskräfte weitergegeben werden. Wie gut sich die Ideen in der Praxis umsetzen lassen, wird sich in den nächsten Jahren zeigen [16].
2021 analysierten Wissenschaftler des World Weather Attribution Network den möglichen Zusammenhang zwischen unerwarteten Frostperioden in Europa und dem globalen Klimawandel.
Denn Anfang April 2021 folgten Spätfröste auf eine Periode sehr milden Wetters. Das verursachte Schäden auf französischen Weinbergen sowie im Obst- und Gemüseanbau. Weil der milde März den frühen Austrieb der Pflanzen begünstigt hatte, waren die Frostschäden besonders dramatisch.
Die Wahrscheinlichkeit unerwarteter oder extremer Wetterlagen, die auch aufeinander folgen können, wird durch den Klimawandel deutlich erhöht, warnen die Forscher.
Es gebe keinen einheitlichen Starttermin für alle Pflanzen, erklärt Luzia Keupp [17] von der Universität Würzburg. Für die Klimaexpertin beginnt die Vegetationsperiode, also der durchschnittliche Wachstumsbeginn der Pflanze, wenn mindestens fünf Tage lang hintereinander mindestens fünf Grad Celsius Tagesmitteltemperatur erreicht werden.
In Bayern lag der Vegetationsbeginn Anfang des Jahrhunderts Mitte März. Ende dieses Jahrhunderts werde er bereits Ende Januar einsetzen, prophezeien die Klimatologen der Universität Würzburg. Am Untermain startet die Vegetation noch früher, in Alpennähe später. Dadurch verschieben sich auch die Eisheiligen von Mitte Mai auf Ende April. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts wird es den Klimamodellen zufolge Ende März zum letzten Mal Minusgrade haben.
Der Abstand zwischen Vegetationsbeginn und letztem Frost, dem sogenannten Spätfrost-Versatz, werde im Mittel um 19 Tage länger. Um das Jahr 2100 herum setze der letzte Spätfrost um 29 Tage früher ein, der Vegetationsbeginn hingegen verfrüht sich um 59 Tage. Wie Auswertungen zeigen, werde sich der Spätfrost-Versatz deutlich verlängern.
Im Winter sind Gehölze und viele andere Pflanzen in Winterruhe und auf Kälte eingestellt, deshalb können Obstbäume im Winter zwanzig Grad Minus aushalten. Bei Minusgraden Ende April jedoch werden die Triebe braun, die Knospen fallen ab. Denn sobald die Bäume im Frühjahr austreiben, und "im Saft stehen", können Fröste Schaden anrichten.
Das liege am Verdünnungseffekt, weiß Hubert Siegler [18] von der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim. Je weiter es in die Blüte geht, desto empfindlicher sind die Pflanzen. Spätfrostschäden können besonders für frisch ausgetriebenen Obstbäume lebensbedrohlich werden.
Ein Kalkanstrich im Dezember oder Januar [19] verhindert, dass die Rinde von jungen Obstbäumen rissig wird. Zudem beugt er dem Befall von Krankheitserregern vor. Für einen Weißanstrich sei es jetzt zwar zu spät, so Hubert Siegler. Doch kurzfristig könne man noch einen Jutesack um den Stamm binden, oder einfach ein Brett an die Südseite des Stammes stellen.
Auch frisch gesäte einjährige Blumen wie Kapuzinerkresse, Kräuter wie Borretsch oder Gemüse oder zu früh ausgepflanzte Tomaten können von Spätfrösten geschädigt werden. Je nach Region wartet man mit dem Auspflanzen ins Freie am besten bis Mitte Mai.
Eigentlich gehört die Rotbuche zu den letzten Bäumen, die im Frühjahr neu austreiben. Inzwischen hat sich ihr Austrieb in den vergangenen 25 Jahren pro Jahr um etwa 0,3 Tage nach vorn verschoben, wie Daten des Thünen-Instituts für Waldökosysteme zeigen.
Für ihre Studie [20] beobachteten Wissenschaftler deutschlandweit die ausgewählten Bäume auf insgesamt 19 Flächen. Ursache seien die stets steigenden Temperaturen im Frühjahr. Der verfrühte Austrieb bringt Chancen und Risiken mit, erklärt die Forstwissenschaftlerin und Studienleiterin Tanja Sanders. Er verlängert die Wachstumsphase, erhöht aber auch die Gefahr von Spätfrostschäden.
Im langjährigen Durchschnitt begann der Austrieb der Rotbuche um den 26. April. Im Steigerwald in Bayern beobachteten die Forscher 2017 bereits am 27. März das erste Grün bei Rotbuchen. Gehen steigende Temperaturen mit Wassermangel einher, könne das für die ansonsten sehr robusten Rotbuchen lebensbedrohlich werden, warnt die Wissenschaftlerin. Im Nationalpark Hainich in Thüringen zum Beispiel sind im Dürresommer 2018 sehr viele ältere Buchen vertrocknet.
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Trumps Söhne Eric und Donald junior profitieren auch persönlich vom Iran-Krieg
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Krieg ist gut fürs Geschäft – erst recht in den USA. Rüstungskonzerne, Elitenkinder und Wettmärkte kassieren ab. Die Rechnung zahlt der Bürger. Ein Gastbeitrag.
Während die US-Blockade der Straße von Hormus einen ohnehin fragilen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran gefährdet, wittern viele im eigenen Land Profitchancen. Im Folgenden finden Sie fünf Beispiele für Kriegsgewinnler, Profiteure und Opportunisten, die sich selbst übertreffen.
Ende letzten Monats überschüttete Jim Taiclet, CEO von Lockheed Martin, die Trump-Regierung mit Lob dafür [1], der Rüstungsindustrie den roten Teppich ausgerollt zu haben.
"Das ist im Moment eine goldene Gelegenheit, je nachdem, wer an der Regierung ist", sagte Taiclet Investoren während einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen. Er verwies insbesondere auf die "Bereitschaft zur Veränderung" der Verantwortlichen und "die Nachfrage nach dem, was wir und unsere Partner in der Branche tun".
Diese "Nachfrage [3]" ist natürlich Krieg, und die Regierung steckt seit Trumps Amtseinführung 2025 im Grunde darin – von der Unterstützung Israels bei seinen Operationen in Gaza und im Libanon über Gefechte mit den Huthis bis hin zum Iran.
Lockheed hat seit Jahresbeginn Verträge [4] im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar [5] mit dem Pentagon abgeschlossen, vor allem zur Auffüllung von Raketenbeständen. Zudem hat Lockheed Martin eine Vereinbarung mit dem Pentagon getroffen, die Produktion von Thaad-Abfangraketen bis 2027 zu vervierfachen.
Und die USA haben viele davon bereits eingesetzt. Wie das Center for Strategic and International Studies Ende letzten Monats feststellte [6], haben die USA über 45 Prozent ihrer Präzisionsraketen (PrSM) sowie etwa die Hälfte ihrer Thaad- und Patriot-Abfangraketen verbraucht [7].
Um diese Bestände wieder aufzufüllen, erwägen [8] die USA ein Zusatzbudget für den Iran-Krieg in Höhe von geschätzten 80 bis 100 Milliarden US-Dollar [9] zur Beschaffung verlorener Munition und anderer militärischer Ausrüstung. Laut Recherchen [10] von Mike Fredenburg aus dem Jahr 2024 zahlen die USA pro Rakete viel zu viel, nämlich deutlich mehr als nötig: für eine SM-2 etwa 1,2 bis 2 Millionen Dollar pro Stück und für eine SM-6 über 5 Millionen Dollar pro Stück. Da es in diesem Bereich jedoch nur eine Handvoll Hauptauftragnehmer gibt, können diese praktisch jeden Preis verlangen.
Wie Stephen Semler, Journalist und Mitgründer des Security Policy Reform Institute, sagt: "Der Mangel an Abfangraketen wird auf die Lieblingsweise des militärisch-industriell-kongressionalen Komplexes gelöst: Man wirft einfach Geld auf das Problem."
Powerus, ein Drohnenunternehmen, das von den Söhnen des US-Präsidenten, Eric Trump und Donald Trump Jr., finanziert wird [11], erhielt [12] in der vergangenen Woche einen Auftrag der US-Luftwaffe über eine nicht näher spezifizierte Anzahl von Abfangdrohnen. Zudem berichtete Bloomberg, dass Powerus mit den Vereinigten Arabischen Emiraten über einen möglichen Verkauf von Drohnen verhandelt [13], die iranische Angriffe abwehren können.
In den letzten Monaten haben die Trump-Brüder massiv in Verteidigungstechnologie investiert und sich so positioniert, um von den Kriegen ihres Vaters zu profitieren [14]. Neben Powerus hat Eric Trump in das israelische Angriffsdrohnenunternehmen Xtend investiert [15], das Drohnen an das Pentagon liefert [16] und einen millionenschweren Vertrag [17] mit einer nicht genannten Regierung im Nahen Osten abgeschlossen hat. Donald Trump Jr. unterstützt [18] seinerseits das Drohnen-Start-up Unusual Machines und ist zudem [19] Partner bei der auf Verteidigung und Technologie spezialisierten Venture-Capital-Firma 1789 Capital.
Keith Kellogg, Trumps ehemaliger Sondergesandter für die Ukraine, ist im vergangenen Monat gleichsam als Berater zu Powerus gestoßen [20] – nur wenige Monate nach seinem Ausscheiden aus dem diplomatischen Dienst – und positioniert sich damit ebenfalls, um aus seiner Regierungszeit Kapital zu schlagen.
Vergangene Woche schätzte das Pentagon die Kosten des Iran-Kriegs auf etwa 25 Milliarden Dollar. Matthew Kroenig, leitender Direktor beim von Rüstungsunternehmen finanzierten Atlantic Council [21], bezeichnete diesen niedrigen Betrag [22] als "sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis".
"Der gesamte US-Verteidigungshaushalt liegt bei rund einer Billion Dollar und ist darauf ausgelegt, China, Russland, Nordkorea und den Iran zu begegnen", schrieb [23] Kroenig auf X. "Es hat nur 2,5 Prozent des jährlichen Verteidigungsbudgets gekostet, einen der vier ernsthaft zu schwächen."
Doch andere müssen für dieses "Schnäppchen" zahlen.
"Ich bin sicher, dass Landwirte, Transportunternehmen und andere kleine Betriebe, die wegen der stark steigenden Benzinpreise pleitegehen, nicht überrascht sein werden, dass ein von der Rüstungsindustrie finanzierter Thinktank dem Iran-Krieg ein 'sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis' attestieren", sagte Ben Freeman vom Quincy Institute.
Die tatsächlichen Kosten des Iran-Kriegs sind umstritten. Kritiker stellten die Schätzung [24] des Pentagons von 25 Milliarden infrage, während US-Beamte später angaben [25], der Konflikt habe eher rund 50 Milliarden gekostet. Die Harvard-Ökonomin Linda Bilmes prognostizierte [26] zudem, dass die Steuerzahler langfristig mindestens eine Billion Dollar zahlen werden. Keine dieser Schätzungen berücksichtigt allerdings die breiteren Auswirkungen des Krieges auf die Weltwirtschaft.
Laut dem "Funding Tracker [27]" des Quincy Institute hat der "Atlantic Council" seit 2019 fast 13 Millionen Dollar [28] von Pentagon-Auftragnehmern erhalten.
Prognosemärkte wie Polymarket und Kalshi haben offenbar Personen mit Insiderwissen ermöglicht [29], auf den Ausgang von Kriegsereignissen zu wetten – und dabei viel Geld zu verdienen.
So setzten anonyme Händler am 23. März etwa 500 Millionen Dollar darauf [30], dass die Rohölpreise fallen würden. Dies geschah nur 15 Minuten, bevor Trump die Verschiebung geplanter Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur ankündigte [31], was die Ölpreise tatsächlich sinken ließ.
Ein weiterer verdächtig gut getimter Handel fand am 21. April statt [32]. Polymarket-Nutzer setzten [33] rund 430 Millionen Dollar auf fallende Ölpreise, kurz bevor Trump erklärte, er werde den Waffenstillstand mit dem Iran auf unbestimmte Zeit verlängern. Auch diese Ankündigung ließ die Preise sinken. Experten zufolge [34] lassen Zeitpunkt und Höhe der Einsätze nur den Schluss zu, dass es sich kaum um Glück handelte, sondern dass die Wetten auf Basis von Vorabinformationen platziert wurden.
Das Weiße Haus erklärte [35], es dulde nicht, dass Regierungsmitarbeiter aus Insiderwissen Profit schlagen. Donald Trump Jr. sitzt im Beirat [36] von Polymarket.
Um weitere Gewinne zu sichern, drängen Waffenhersteller auf mehr politischen Einfluss in Washington.
Wie NOTUS berichtete [37], investierten Political Action Committees (PACs), die mit elf großen Rüstungsunternehmen verbunden sind, zwischen dem 1. Januar und dem 31. März rund 4,7 Millionen Dollar in Kongresswahlkämpfe und Parteikomitees. Laut [38] Washington Times hatten sich bis Ende März fast drei Dutzend Firmen neu registriert, um die US-Regierung zu Verteidigungs- und Energiefragen zu lobbyieren, seit der Konflikt begonnen hat.
Aus Sicht der Auftragnehmer liegt Geld auf dem Tisch. Neben einem möglichen Zusatzbudget für den Iran-Krieg prüft der Kongress auch den Antrag [39] des Weißen Hauses auf einen Rekord-Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen Dollar für das Haushaltsjahr 2027 – ein Anstieg gegenüber 2026, als der Verteidigungshaushalt erstmals die Marke von einer Billion Dollar erreichte [40].
"Jedes Jahr bekommen Pentagon-Auftragnehmer mehr und mehr Steuergelder und verwenden dann einen Teil davon, um den Kongress zu überzeugen, ihnen im nächsten Jahr noch mehr Geld zu geben", sagte Freeman. "Ein Gewinn für Auftragnehmer, Lobbyisten und den Kongress."
"Der Verlierer? Die amerikanischen Steuerzahler, die für diese korrupte Kriegsprofiteurerei aufkommen müssen."
Stavroula Pabst ist Reporterin für Responsible Statecraft.
Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [41] auf Englisch.
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Dienstagabend waren .de-Domains wegen DNSSEC-Fehlern nicht erreichbar. Einiges lässt sich rekonstruieren – noch schweigt sich die DENIC über die Ursache aus.
Der Abend des 5. Mai war für viele Administratoren, die Dienste und Webseiten mit .de-Domain betreuen, nicht vergnüglich: Kurz vor 22 Uhr schlugen Monitoringsysteme Alarm [1], Kunden und Mitarbeiter lösten Supportfälle aus und die Fehlersuche begann – Websites waren nicht erreichbar, Apps funktionierten nicht und VPN-Verbindungen scheiterten. Die Ursache lag aber nicht bei Betreibern von Diensten, sondern an zentraler Stelle: Im Domain Name System (DNS) der Zone .de, genauer in deren DNSSEC-Konfiguration.
Verantwortlich für die Konfiguration ist die DENIC eG, die bisher über den Vorfall [2]nur knapp [3] Auskunft gibt [4]. Am Mittwoch hat sich der Staub zwar gelegt, die Störung ist beseitigt und manche Details zu den Ereignissen werden klarer. Der Blick in die DNS-Daten zeigt aber auch: Die genaue Ursache kann nur die DENIC erklären, eine Stellungnahme steht noch aus. Zur Rekonstruktion der Ereignisse haben wir die historischen DNS-Einträge untersucht, die der Dienst dnsviz.net [5] aufzeichnet.
DNSSEC hat die Aufgabe, DNS-Antworten mit digitalen Signaturen gegen Manipulationen zu schützen. Ohne DNSSEC könnten Angreifer Antworten fälschen, wenn sie den Verkehr zwischen Client und Resolver abfangen und verändern. DNSSEC arbeitet mit asymmetrischer Kryptografie, also mit Schlüsselpaaren aus öffentlichem und privatem Schlüssel. Die öffentlichen Schlüssel werden in einem Eintrag vom Typ DNSKEY im DNS hinterlegt. Zum Signieren von Antworten gibt es kürzere Zone-Signing-Keys (ZSK), die wiederum mit einem längeren Key-Signing-Key (KSK) signiert werden.
Geprüft wird die Integrität einer DNS-Antwort schrittweise und zwar von hinten, ausgehend von der Root-Zone, deren Schlüsseln der Anfragende vertrauen muss. Die Root-Zone verweist, digital signiert, auf die zuständigen Nameserver der Toplevel-Domain – im konkreten Fall .de. Liefern die einen gültigen signierten Verweis auf den Nameserver, der für diese Domain zuständig ist, wird dieser befragt. Wenn eine Signatur auf dem Weg fehlerhaft ist, wird die ganze Kette als fehlerhaft betrachtet und die Namensauflösung scheitert. Das ist das gewünschte Verhalten, das vor Manipulationen schützt.
(Bild: 21:43, Beginn der Probleme: Die Signatur für den SOA-Eintrag der Zone .de ist ungültig. Der neue Schlüssel wird erstmals verwendet. Signaturen für andere Einträge können damit erzeugt werden.)
In regelmäßigen Abständen werden die Zone-Signing-Keys auf Ebene der Toplevel-Domains getauscht. Weil das ein zentraler Schritt mit weitreichenden Folgen ist, passiert das in mehreren Schritten: Am 2. Mai hat die DENIC [7] als Verantwortliche für die Zone .de einen neuen öffentlichen Schlüssel mit der ID 33834 bekanntgegeben. Das passierte so rechtzeitig, dass sich der neue Eintrag im DNS herumsprechen konnte. Signiert wurde mit dem neuen Schlüssel vorerst nicht, das übernahm der alte Schlüssel 32911. Erstmals als signierender Schlüssel in Erscheinung trat 33834 am 5. Mai um 21:43 (19:43 UTC) [8] in einer Signatur (RRSIG) für den SOA-Eintrag der Zone .de. SOA steht für „Start of Authority“, der Eintrag enthält Informationen zur Zone selbst. Diese Signatur war aus noch ungeklärter Ursache ungültig. Die Daten von dnsviz.com zeigen: Alle 6 zuständigen Nameserver lieferten zu diesem Zeitpunkt diese defekte Signatur mit dem Schlüssel 33834 aus.
Gegen 21:59 [9] waren die ersten Gegenmaßnahmen zu erkennen: Einer der Nameserver, n.de.net, lieferte ab da einen neuen RRSIG-Eintrag für den SOA-Eintrag mit einer gültigen Signatur, signiert mit dem neuen Schlüssel 33834. Die anderen fünf Server verbreiteten weiter die falsche Signatur.
(Bild: dnsviz.net)
Um 22:27 zeigte sich ein neues Bild [10]: n.de.net lieferte wieder eine ungültige Signatur, jetzt hatten a.nic.de und z.nic.de gültige Einträge mit dem alten Schlüssel 33834 zu bieten – jedoch unterschiedliche per IPv4 und IPv6. z.nic.de zeigte parallel auch noch eine defekte Signatur. Um 22:31 dann der nächste Zustand [11], jetzt waren fünf Server in der Lage, richtig mit dem neuen Schlüssel 33834 zu signieren und nur n.de.net, der dieses Kunststück zuvor schon vollbracht hatte, lag mit seinem Eintrag daneben. Nur drei Minuten später lieferten zur Abwechslung alle falsche Antworten, in kurzen Abständen kamen immer andere Kombinationen von den Servern, die alle ungültig waren.
Um 22:50 hatten sich zwischendurch die meisten Server auf eine gemeinsame gültige Signatur mit dem alten geeinigt, nur n.de.net lag weiter daneben. Das änderte sich erstmals um 1:15 am 6. Mai (23:15 UTC) [13], als wieder alle Server korrekte Antworten parat hatten – wenn auch noch nicht perfekt: a.nic.de und z.nic.de lieferten parallel zwei Signaturen, immerhin waren beide gültig. Um 1:17 dann endlich der erwünschte Zustand [14]: Sechs Nameserver konnten eine gültige Signatur erzeugen. Weil es nicht gelungen war, alle sechs Nameserver zu überzeugen, gleichzeitig mit 33834 zu signieren, waren zu diesem Zeitpunkt alle auf den Schlüssel 32911 ausgewichen, der Schlüsseltausch wurde also rückabgewickelt. Daran hat sich bis zum Nachmittag des 6. Mai nichts geändert [15], bisher gab es keinen erneuten Versuch, den Schlüssel 33834 wieder einzusetzen.
(Bild: dnsviz.com)
Die Karriere des neuen Schlüssels ist damit vorbei, bevor sie begonnen hat – der DNSKEY-Eintrag für Schlüssel 33834 war zuletzt um 1:12 zu sehen. Um 1:15 [16] war er auf allen Nameservern entfernt. Ein neuer Anlauf der Verantwortlichen beim DENIC wird dadurch zu erkennen sein, dass ein neuer Schlüssel im DNSKEY hinterlegt wird.
Der Blick in die historischen DNS-Daten zeigt: Mit dem Schlüssel 33834 war etwas faul, zumindest im Zusammenspiel mit SOA-Einträgen. Andere DNS-Einträge konnten zu jeder Zeit erfolgreich signiert werden. 15 Minuten nach der ersten ungültigen Signatur begannen deren Gegenmaßnahmen. Trotz einigen Wirrungen gelang es aber nicht, den Schlüssel auf allen sechs Servern für SOA-Signaturen zu nutzen. Um den Ausfall in den Griff zu bekommen, entschied man sich dann, diese wieder mit dem Schlüssel 32911 zu signieren.
Für .de-Domains ist ein solcher Ausfall wegen eines DNSSEC-Fehlers bisher einmalig. Im Jahr 2022 gab es in Schweden [17] mit der Domain .se Probleme, die auf DNSSEC zurückzuführen waren. Russland hatte 2024 mit .ru-Domains ein DNSSEC-Problem [18]. Ursächlich damals war eine doppelt vergebene Keytag-ID.
DENIC ist jetzt in der Verantwortung, die Ursache des Problems zu benennen und zu erklären, welche Gegenmaßnahmen ergriffen wurden. Unbeantwortet ist auch die Frage, warum die Signaturprobleme nicht bereits in einer Testumgebung aufgefallen sind.
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Weil Glasfaserseekabel zunehmend zum Ziel von Angriffen werden, haben Union und SPD am 6. Mai 2026 einen Antrag zur Kabeldiplomatie in den Bundestag eingebracht. Es ging um technischen Schutz der Seekabel und eine internationale Ächtung von Angriffen auf die Infrastruktur.
Nicolas Zippelius (CDU) sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ): "Wir brauchen bessere Fähigkeiten zur schnellen Erkennung, Reparatur und Wiederherstellung von Kabelschäden. Notwendig ist es zudem, zu prüfen, wie man im Seerecht die Rechte der betroffenen Staaten bei Kabelschäden stärken kann."
In dem Antrag wird gefordert , dass die "Bundesregierung die Zusammenarbeit mit den EU-Institutionen, europäischen Partnern und strategischen internationalen Partnern" dazu ausbauen solle. Laut Aussagen von Zippelius in der Bundestagsdebatte seien Untersee-Kabel "als außen- und sicherheitspolitisch relevante Infrastruktur zu betrachten" und entsprechend nötig sei eine internationale Kooperation.
Der Informationsaustausch mit internationalen Partnern, insbesondere mit Indopazifik, müsse verbessert werden. Und dabei solle geprüft werden, wie bestehende Informationsplattformen auf europäischer Ebene auch für Partner außerhalb der EU geöffnet werden könnten. "Zudem sind bestehende Vereinbarungen etwa auf G7-Ebene konsequent umzusetzen und im NATO-Rahmen bleibt die Beteiligung an Baltic Century zentral" , erklärten die Antragssteller.
Die EU-Kommission stellt rund 270 Millionen Euro für die Sicherung und schnellere Reparatur beschädigter Seekabel bereit. Wie sie am 5. Februar 2026 erklärte , erfolgt dies im Rahmen einer neuen sogenannten Toolbox für Kabelsicherheit mit einem Volumen von insgesamt 347 Millionen Euro für strategische Seekabelprojekte.
Ein Jahr nach dem Start der Nato-Mission Baltic Sentry zum Schutz von Pipelines und Unterseekabeln in der Ostsee zieht der Inspekteur der Deutschen Marine, der Vizeadmiral Jan Christian Kaack, eine positive Bilanz.
Dabei werde auch eine neue Untersee-Kabelroute über die Westarktis-Passage um den arktischen Ozean in Betracht gezogen. Dies könnte unter anderem Deutschland mit den USA, Japan und Südkorea verbinden, sagte Zippelius.
Im internationalen Recht bestünden Lücken beim Schutz und der Reparatur von Untersee-Kabeln, insbesondere auf hoher See. Zippelius betonte: "Auch hier braucht es Lösungen mit den internationalen Partnern, um ein effizienteres Vorgehen zu ermöglichen."
Nancy Faeser (SPD) erklärte in der Debatte: "Und würde das Internet einen einzigen Tag ausfallen, entstünde in Deutschland geschätzt ein Schaden für die deutsche Volkswirtschaft von 7 Milliarden Euro." Es ginge darum, eine multinationale Strategien zu entwickeln, damit wir den Schutz dieser kritischen Infrastruktur besser aufstellen.
Jan Köstering (Linke) betonte, dass man über EU und Nato hinausdenken müsse, um die Seekabel zu schützen. "Wenn wir also über Kabeldiplomatie reden, dann darf es nicht um Bündnisse gehen. Regierungen müssen zu einer weltweiten Übereinkunft kommen, so wie es längst zum Schutz beispielsweise von Krankenhäusern und ziviler Infrastruktur geht." Vergleichbare Schutzregeln kennen man auch von Kulturgütern. Zahlreiche Grundsätze seien hier beispielsweise in der Genfer Konvention verankert.
Auch Christoph Schmid (SPD) forderte, es ginge darum, "die Bundesregierung dabei zu unterstützen, ihre Bemühungen zum besseren Schutz der kritischen Unterwasserinfrastruktur zu verstärken und international abzustimmen." Dafür sei "entsprechendes Material und Personal über den Tag hinaus" nötig.
Tobias Winkler (CSU) erklärte, es ginge um "technische Maßnahmen, aber auch um eine internationale Ächtung dieser Angriffe " . Bei der Jahrestagung und der Parlamentarischen Versammlung der OSZE im vergangenen Jahr in Porto hätten sich am Ende unter knapp 300 Abgeordneten aus über 50 Teilnehmerstaaten der OSZE eine Mehrheit dafür erzielen lassen, "Angriffe auf Unterseekabel und weitere Anlagen kritischer Infrastruktur als inakzeptable und unrechtmäßige Handlungen" anzuerkennen, betonte Winkler.
Konventionen und Völkerrecht nicht eingehalten
Doch in aktuellen Kriegen spielen Konventionen und Völkerrecht kaum noch eine Rolle: Im März 2022 erfolgte der weltweit erste militärische Angriff auf ein laufende Atomkraftwerk Saporischschja durch russische Truppen in der Ukraine. Seit Beginn des israelischen Krieges gegen Gaza im Oktober 2023 kam es an fast allen großen Kliniken im Gazastreifen zu militärischen Operationen, Belagerungen und Beschuss. US‑Präsident Donald Trump hatte am 7. April 2026 im Zuge des Ultimatums zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz auf Truth Social gedroht: "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben und nie wieder zurückkehren. "
Immer wieder hatte es in der Ostsee Sabotageakte an Seekabeln gegeben. Schiffe mit Verbindungen zu Russland sollen dabei mehrfach vorsätzlich mit Schiffsankern Seekabel zerstört haben. Seit 2025 gab es mindestens fünf größere Vorfälle, bei denen Russland-nahe Schiffe Glasfaserkabel in der Ostsee beschädigten.
Doch der Einfluss der Regierungen schwindet: direkt im Staatsbesitz befinden sich heute nur noch etwa 25 bis 30 Prozent der weltweiten Seekabel-Infrastruktur. Glasfaserseekabel werden von europäischen Telekommunikationskonzernen wie Vodafone, Orange, Telefónica oder Telecom Italia und von den US-Hyperscalern Google, Meta, Microsoft und Amazon errichtet und betrieben, die seit Jahren bei fast jedem Projekt als Hauptfinanziers auftreten. Die Billionen-Konzerne haben die finanziellen Mittel, um Seekabel mit Sensorik abzusichern und schnell zu reparieren.
Angesichts der ökonomischen Bedeutung dauere die Reparatur von Glasfaserseekabeln bisweilen zu lange. Das sagte die ITU-Generalsekretärin Doreen Bogdan-Martin am 26. Februar 2025 auf dem International Submarine Cable Resilience Summit in Abuja in Nigeria.
Die ITU, die Internationale Fernmeldeunion der Uno, teilte mit: "Mehr als 99 Prozent des internationalen Datenverkehrs werden über ein Netzwerk von etwa 500 Untersee-Telekommunikationskabeln übertragen, das sich über mehr als 1,7 Millionen Kilometer weltweit erstreckt."
SpaceX plant mit Investitionen in Höhe von 55 Milliarden US-Dollar für seine Halbleiterfertigungsanlage Terafab in Austin im US-Bundesstaat Texas. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Regierungsdokumente. Sollten weitere Ausbaustufen fertiggestellt werden, könnten sich die Gesamtkosten auf rund 119 Milliarden US-Dollar belaufen.
Das Projekt soll mit einer kleineren Fertigungsanlage beginnen, die eine breite Palette von Chips entwirft und testet. Elon Musk, der sowohl Tesla als auch SpaceX leitet, argumentiert, dass die derzeitigen Chiphersteller ihre Kapazitäten nicht schnell genug ausbauen würden, um den Anforderungen der nächsten Generation von KI-Systemen gerecht zu werden.
Ohne die Terafab "sehen wir keinen Weg" , um genügend Chips für KI bereitzustellen, angesichts "der Geschwindigkeit, mit der die Branche wächst" , erklärte Musk vor Investoren. Die geplante Fabrik soll energieeffizientere Prozessoren für Fahrzeuge, Robotaxis und humanoide Roboter sowie leistungsstärkere Chips produzieren, die speziell für Rechenanwendungen im Weltraum konzipiert sind.
Ziel ist die Produktion von einem Terawatt Rechenleistung pro Jahr. Vom Chipdesign über die Lithografie und Speicherproduktion bis hin zum Packaging und Testen soll alles in einer Anlage geschehen.
Im vergangenen Monat gab Musk bekannt , dass beim Terafab-Projekt der 14A-Fertigungsprozess von Intel zum Einsatz kommen soll. Dafür wurde unlängst Intel als Technologiepartner gewonnen .
Neben den selbst entwickelten KI-Chips, die künftig nicht nur in Teslas, sondern auch in humanoiden Optimus-Robotern verbaut werden sollen, plant ein anderes Musk-Unternehmen GPUs. Wie Amazon, Google und Microsoft dürfte das Ziel für das mit SpaceX fusionierte xAI sein, eine günstigere Alternative zu Nvidias KI-Ökosystem zu entwickeln.
Die Entwicklung eines eigenen Beschleunigers für KI-Training mit dem Supercomputer Dojo war für Tesla in der Vergangenheit ein Fehlschlag. Das Team hinter dem Chip in Wafer-Größe wurde 2025 aufgelöst .
Der vollelektrische Mercedes-Benz C 400 4Matic kommt zum Einstiegspreis von 67.711 Euro auf den Markt. Die monatliche Leasingrate für Privatkunden starte bei 470 Euro, teilte das Unternehmen am 6. Mai 2026 mit .
Durch einen Herstellerrabatt, der als individueller Kundenvorteil bezeichnet wird, sinkt der Preis jedoch auf 64.325 Euro. Bei der Vorstellung des C 400 vor rund zwei Wochen nannte Mercedes noch einen Einstiegspreis von 70.000 Euro.
Die vollelektrische C-Klasse steht zum Verkaufsstart laut Konfigurator nur mit einer Motorisierung und einer Akkugröße zur Verfügung. Der Allradantrieb mit 360 kW beschleunigt die Limousine in 4 Sekunden von null auf 100 km/h. Die nutzbare Akkukapazität beträgt 94,5 kWh, die maximale Ladeleistung 330 kW. Die WLTP-Reichweite liegt bei 763 km.
Als Ausstattungslinien sind Avantgarde als Serienversion sowie wie die aufpreispflichtigen AMG Line (3.451 Euro) und AMG Line Plus (7.556,50 Euro) verfügbar. Das Ausstattungspaket Advanced Plus mit digitalen Extras kostet zusätzliche 3.570 Euro und enthält unter anderem ein Panoramadach, einen beleuchteten Grill an der Fronthaube und eine Ambientebeleuchtung.
Das Premium-Paket kostet 7.497 Euro und verfügt unter anderem zusätzlich über ein 3D-Surround-Soundsystem von Burmester, eine induktive Ladeschale für zwei Smartphones, flächenbündige Türgriffe, einen adaptiven Fernlichtassistenten und eine aktive Ambientebeleuchtung. Das Premium-Plus-Paket für 11.543 Euro enthält darüber hinaus Sportsitze, eine Sitzheizung im Fond, den sogenannten Hyperscreen und beleuchtete Sterne im Panoramadach. Allerdings ist das Paket nicht mit der Basislinie Avantgarde kompatibel. Für eine Lenkradheizung inklusive beheizbarer Scheibenwischer muss das Winterpaket geordert werden, das 309,40 Euro kostet.
Serienmäßig verfügt der C 400 über das Assistenzsystem MB.Drive Standard mit Abstandsregeltempomaten Distronic und automatischer Anpassung der Geschwindigkeit. Eine Rückfahrkamera und ein Parkassistent sind ebenfalls ab Werk integriert. Der MB.Drive Assist mit Spurwechsel- und Lenkassistent kostet zusätzliche 1.785 Euro.
Weitere Extras sind der Hyperscreen für 1.487,50 Euro, bei dem die drei Bildschirme vorne unter einem gemeinsamen Deckglas verschmelzen. Das Head-up-Display kostet zusätzliche 1.249,50 Euro. Die MBUX Augmented Reality für Navigation schlägt mit rund 500 Euro zu Buche.
Serienmäßig lädt der C 400 mit 800 Volt Gleichstrom und 11 kW Wechselstrom. Gegen einen Aufpreis von 654,50 Euro kann das Auto auch mit 400 Volt laden. Ein On-Board-Lader für 22 kW Wechselstrom kostet ebenfalls 654,50 Euro.
Das Agility & Comfort Paket mit Hinterachslenkung und Luftfederung Airmatic kostet 2.844,10 Euro. Anders als beim SUV-Pendant GLC ist damit aber keine höhere Reichweite verbunden. Für die teilelektrisch ausklappbare Anhängevorrichtung werden 1.279,25 Euro verlangt. Das Panoramadach kostet bei einer separaten Bestellung 1.249,50 Euro.
Laut Mercedes sollen weitere C-Klasse-Modelle mit Heck- und Allradantrieb sowie verschiedene Batterievarianten folgen. Dazu zählt ein Heckantriebsmodell mit einer erwarteten Reichweite von rund 800 Kilometern.
| C 400 4Matic | |
|---|---|
| Motorleistung | 360 kW |
| Akkukapazität | 94,5 kWh |
| max. DC-Ladeleistung | 330 kW |
| DC-Laden: 10-80 % | 22 min |
| Länge/Breite/Höhe | 4.883/1.892/1.503 mm |
| Radstand | 2.962 mm |
| Wendekreis | 12,1 m |
| Kofferraumvolumen (VDA) | 470 Liter |
| Stauraum Frunk | 101 Liter |
| Leergewicht inkl. Fahrer | 2.460 kg |
| Zuladung | 505 kg |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 4,0 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h |
| Verbrauch kombiniert | 18,5 - 14,1 kWh/100km |
| Reichweite | 592 - 762 km |
| Preis | 67.711 Euro |
(Bild: Apple)
Apple hat den Release Candidate von watchOS 26.5 veröffentlicht. Das Update behebt zwei Fehler bei Dual-SIM-iPhones und Training-Alerts.
Apple hat den Release Candidate von watchOS 26.5 (Build 23T570) für Entwickler freigegeben. Das Update beseitigt zwei Fehler, die insbesondere Nutzer mit Dual-SIM-iPhones und Sportler ohne gekoppeltes iPhone betreffen. Parallel ist auch iOS 26.5 als RC [1] erschienen.
Wie Apple in den Release Notes auf der Entwicklerseite [2] dokumentiert, behebt watchOS 26.5 ein Problem, bei dem die Nachrichten-App auf der Apple Watch SMS statt iMessage verwendete, wenn die Uhr mit einem Dual-SIM-iPhone gepairt war. Der Bug trat auf, wenn die Watch die primäre iMessage-Rufnummer bei einer Konfiguration aus physischer SIM und eSIM nicht korrekt erkannte – ein Problem, das vor allem Business-Nutzer und internationale Anwender mit mehreren Rufnummern betraf.
Der zweite Bugfix betrifft die Workout-App (Training): Audio-Hinweise für Pace, Herzfrequenz oder Splits konnten ausbleiben, wenn das iPhone nicht in Bluetooth-Reichweite der Apple Watch war. Das traf besonders Läufer und Sportler, die ihre Cellular-Watch ohne iPhone zum Training mitnehmen. Die Benachrichtigungen werden nun lokal auf der Watch wiedergegeben – über den eingebauten Lautsprecher oder verbundene Bluetooth-Kopfhörer.
Neben den Bugfixes bringt watchOS 26.5 ein neues „Pride Luminance“-Ziffernblatt mit zahlreichen Anpassungsoptionen für Layout und Farben. Es ergänzt das ebenfalls neue Pride-Zubehör für die Apple Watch [3].
Das Update unterstützt alle Apple-Watch-Modelle ab der Series 6, einschließlich SE (2. und 3. Generation), Ultra, Ultra 2, Ultra 3 und Series 11. Voraussetzung ist ein iPhone 11 oder neuer mit iOS 26. Da Apple Software-Updates typischerweise weltweit simultan ausrollt, ist mit der Freigabe für alle Nutzer – auch in der EU – ab der kommenden Woche zu rechnen, voraussichtlich zwischen dem 11. und 13. Mai 2026. Das Update wird wie gewohnt über die Watch-App auf dem iPhone per Over-the-Air-Update verteilt.
Sicherheitsrelevante Patches sind in watchOS 26.5 nicht enthalten. Apple dürfte auf der WWDC (8. bis 12. Juni 2026) dann den Blick nach vorn richten und watchOS 27 vorstellen.
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Die beiden Honor-Smartphones sehen ähnlich aus, liegen allerdings leistungsmäßig ein ganzes Stück auseinander – und auch preislich.
Smartphones der oberen Mittelklasse [1] [1] sollen in puncto Leistung und Ausstattung wie die teuren Luxusmodelle wirken, müssen aber preislich deutlich drunter bleiben – ein echter Spagat für die Hersteller. Mit dem Honor 600 und dem 600 Pro reizt der Hersteller die Spanne innerhalb dieser Preisklasse weit aus.
Die unverbindliche Preisempfehlung des Honor 600 liegt bei knapp 650 Euro, das 600 Pro sortiert sich mit 1000 Euro eine Etage höher ein. Diese Preise dürften allerdings kaum je verlangt werden: Zum Start gewährt Honor einen Monat lang 100 beziehungsweise 200 Euro Preisnachlass und legt noch etwas Zubehör mit ins Paket. Schwer vorstellbar, dass man für die Smartphones nach der Einführungsphase wirklich den vollen UVP zahlen muss.
Beim Design gehen die beiden Geschwister Hand in Hand, sie sehen sich sehr ähnlich. Ein Rahmen aus Metall verbindet Glasflächen vorne und hinten. Die Rückseite ist weitestgehend matt gehalten; nur der obere Bereich, in dem die Kamera sitzt, ist glänzend ausgeführt – und sammelt schnell feinen Schmutz und Fingerabdrücke ein, sehr zum Missfallen unseres Redaktionsfotografen. Im Rahmen steckt außer den üblichen Tasten zum Einschalten und für die Lautstärke ein weiterer Knopf, der die Kamera auslöst oder KI-Funktionen aktiviert. Die Verarbeitung der Smartphones, die nach IP68/IP69K gegen Untertauchen, Strahlwasser und Staub geschützt [8] [8] sind, ist dem Hersteller gut gelungen.
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Pride-Wallpaper für das Jahr 2026 von Apple.
(Bild: Apple)
Apple hat seine diesjährige LGBTQ+-Sammlung vorgestellt. Wer auf ein Solo-Loop-Armband gehofft hatte, wird leider enttäuscht.
Jedes Jahr feiert Apple verschiedene soziale Bewegungen mit passendem Zubehör: Neben der Black-Unity-Kollektion [1], die zum Gedenkmonat Black History Month in den USA erscheint, ist dies regelmäßig auch eine neue Pride-Kollektion für die LGBTQ+-Gemeinschaft. Die Angebote sind dabei jeweils limitiert und nur solange erhältlich, bis die nächste Sammlung verfügbar ist oder sie ausverkauft wurde. Nun steht zum Pride-Month auch eine neue Apple-Pride-Collection bereit. Sie setzt sich aus drei Teilen zusammen, wobei nur eine davon echte „Hardware“ ist.
In diesem Jahr hat Apple ein neues Sportarmband gestaltet. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Sport Loop [2] aus einem Kunststofffasermaterial, das man dank Klettverschluss frei verstellen kann. Fans der Sonderedition hatten, wie schon beim Black-Unity-Armband [3], das im Januar verfügbar gemacht wurde, eigentlich auf ein sogenanntes Solo-Loop-Band gehofft, in das man nur hineinschlüpfen muss. Dieses hat allerdings den Nachteil, dass man vorab die richtige Größe zu ermitteln hat und es auf Dauer auch ausleiern kann.
Das Pride-Edition-Sportarmband für 2026 hat als Grundfarbe Weiß mit bunten, an die LGBTQ+-Flagge erinnernden Regenbogenfarben, die ebenfalls recht hell ausfallen. Es wird in den Größen 40, 42 und 46 mm angeboten, eignet sich also auch für die Apple Watch Ultra. Verbaut wird laut Apple 80 Prozent recyceltes Nylon (also 20 Prozent Neumaterial) plus 100 Prozent recyceltes Polyester und 100 Prozent recyceltes Elastan. Der Preis liegt stets bei 49 Euro, egal welche Größe erworben wird. Apple betonte, dass man Organisationen, die sich für LGBTQ+-Gemeinschaften einsetzen, finanziell unterstütze – es wurde aber keine Angabe dazu gemacht, ob ein direkter Beitrag des Armbandverkaufs an solche Gruppen geht.
Neben dem Armband gibt es auch kostenloses Pride-Merchandising: Mit iOS 26.5 [4], iPadOS 26.5 und watchOS 26.5, die in den kommenden Tagen erwartet werden, liefert Apple zum Look des Armbands passende Hintergrundbilder (Wallpaper) sowie auf der Watch auch ein eigenes Zifferblatt („Pride Luminance”) aus, ohne dass das etwas kosten würde.
Auch das hat schon jahrelange Tradition. „Mit der Kollektion können Nutzer:innen das Zifferblatt mit noch mehr Farboptionen individuell gestalten, um einen einzigartigen Ausdruck ihrer selbst und ihrer Communitys zu schaffen“, schreibt der Konzern.
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Der neue chinesische Kampfpanzer ZTZ-100, ausgestattet mit fortschrittlicher Technologie, wurde nun offiziell in Dienst gestellt.
(Bild: Chinese MoD/Weibo)
Der unbemannte Turm und AR-Helme machen ihn zum modernsten Kampfpanzer Chinas – jetzt ist er offiziell im Einsatz.
Die chinesische Volksbefreiungsarmee hat kürzlich Trainingsaufnahmen ihres neuen Kampfpanzers vom Typ 100 veröffentlicht und damit bestätigt, dass er jetzt im Dienst ist, wie Army [1]Recognition [2] berichtet.
Erstmals hatte China den ZTZ-100 Anfang September 2025 [3] bei der Victory-Day-Parade zum 80. Jahrestag des Sieges über Japan in Peking der Öffentlichkeit präsentiert. Nur etwa acht Monate später rollen die ersten Exemplare in operativen Einheiten – wenn auch vorerst in einer Kleinserie von etwa vier Fahrzeugen.
Der vom 201. Forschungsinstitut entwickelte und im Panzerwerk Baotou gefertigte Panzer markiert einen konzeptionellen Bruch mit bisherigen chinesischen Kampfpanzern.
Wo der bisherige Standardpanzer Typ 99A noch auf einen bemannten Turm, reine Dieselmotorisierung und konventionelle Optik setzt, verlagert der ZTZ-100 die dreiköpfige Besatzung komplett in ein gepanzertes Abteil im vorderen Rumpf.
Der Turm arbeitet vollständig unbemannt und wird ferngesteuert – ein Konzept, das dem russischen T-14 Armata und dem US-amerikanischen AbramsX ähnelt.
China klassifiziert den ZTZ-100 als Kampfpanzer der vierten Generation, wobei diese Einstufung keiner internationalen Standardisierung folgt.
Das Antriebssystem stellt eine der auffälligsten Neuerungen dar. Ein hybrides Diesel-Elektro-System erzeugt rund 1500 PS und treibt den 35 bis 45 Tonnen schweren Panzer auf Straßengeschwindigkeiten von etwa 80 km/h. Im Gelände erreicht er noch 50 km/h.
Bei einem Leistungsgewicht von geschätzten 33 bis 40 PS pro Tonne ist der ZTZ-100 damit deutlich agiler als sein 52 Tonnen schwerer Vorgänger Typ 99A, der maximal 65 km/h schafft.
Die Besonderheit des Systems liegt im reinen Elektrobetrieb: In diesem Modus bewegt sich der Panzer geräuschlos und mit reduzierter Infrarot-Signatur, was Einsatzmodi wie „Silent Watch“ und „Silent Approach“ für Aufklärungs- oder Hinterhaltsszenarien ermöglicht.
Die Reichweite im Dieselbetrieb beträgt laut Interesting Engineering [4] bis zu 600 Kilometer, während der reine Elektromodus auf kürzere Strecken beschränkt bleibt.
Statt herkömmlicher Periskope und optischer Visiere nutzt die Besatzung Augmented-Reality-Helmsysteme.
Diese fusionieren Daten aus externen Kameras, vier Phased-Array-Radarpanels an den Turmecken sowie Infrarot- und UV-Sensoren zu einer zusammengesetzten 360-Grad-Sichtumgebung. Zielinformationen, Navigationsüberlagerungen und Fahrzeugstatus werden direkt ins Sichtfeld projiziert.
Eine Head-Tracking-Funktion richtet Turm oder Waffenstation an der Blickrichtung des Bedieners aus, was die Reaktionszeit laut chinesischen Angaben um 20 bis 40 Prozent gegenüber älteren optischen Systemen verkürzen soll.
Die vier Radarpanels arbeiten im Millimeterwellenbereich und liefern eine kontinuierliche Rundum-Erfassung einschließlich hochgelegener Bedrohungen.
Das System erkennt Panzerabwehrlenkflugkörper in mehreren Kilometern Entfernung und Drohnen in 1 bis 5 km Distanz – Fähigkeiten, die den Vorgängermodellen Typ 96 und Typ 99 fehlten.
Die Verteidigungsphilosophie des ZTZ-100 setzt weniger auf massive Panzerungsdicke als auf aktive Abwehr. Zwei GL-6-Schutzsysteme am Turm verfügen über jeweils vier Abschussrohre mit insgesamt acht einsatzbereiten Abfangraketen.
Diese sollen Panzerabwehrlenkflugkörper, Panzerfäuste, Top-Attack-Munition und Loitering-Munition in Entfernungen zwischen 10 und 30 Metern abfangen – automatisiert gesteuert durch die Millimeterwellen-Radare und Laserwarnempfänger.
Gerade die Abwehr von Drohnen-Munition und Top-Attack-Waffen berücksichtigt Lehren aus aktuellen Konflikten, in denen konventionelle Panzer durch kostengünstige Aufschlagmunition von oben verwundbar wurden.
Die modulare Verbundpanzerung ergänzt das aktive System als passive Schutzschicht.
Die Hauptbewaffnung besteht aus einer 105-mm-Glattrohrkanone mit automatischem Lader und einer Feuerrate von 8 bis 12 Schuss pro Minute. Das Kaliber liegt damit unter den 120 mm der NATO-Panzer und den 125 mm russischer Modelle.
China kompensiert dies nach eigenen Angaben durch panzerbrechende, flügelstabilisierte Sabotgeschosse (APFSDS) mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 1706 m/s – ein Wert, der durch verbessertes Treibmittel eine vergleichbare Durchschlagsleistung erzielen soll.
Die Munitionsladung umfasst 30 bis 40 Schuss, die Direktfeuer-Reichweite liegt bei 2 bis 4 km, durch vernetzte Zielerfassung sollen Ziele jenseits von 5 km bekämpfbar sein.
Der ZTZ-100 ist als Knoten in einem vernetzten Gefechtsfeld-Ökosystem konzipiert. Datenlinks verbinden ihn mit Aufklärungsdrohnen, Artillerie, Mehrfachraketenwerfern und elektronischen Kampfsystemen.
Bei kombinierten Waffenübungen im vergangenen Jahr sollen Panzerkommandanten bereits Ziele außerhalb der direkten Sichtlinie bekämpft haben, indem sie externe Sensordaten nutzten.
Ergänzt wird der Kampfpanzer durch ein Feuerunterstützungsfahrzeug auf gleicher Plattform, das eine 30- bis 35-mm-Kanone, am Heck montierte Aufklärungsdrohnen und Platz für drei bis vier Infanteristen mitführt.
Die geschätzten Stückkosten von 4,5 bis 7,5 Millionen US-Dollar bei Kleinserienfertigung positionieren den ZTZ-100 zwischen dem russischen T-90M (3 bis 4,5 Millionen) und dem US-amerikanischen M1A2 SEPv3 (über 10 Millionen).
Bei höheren Produktionsraten könnten die Kosten auf 3,5 bis 6 Millionen US-Dollar sinken. Die geringe bisherige Stückzahl deutet allerdings darauf hin, dass China den ZTZ-100 vorerst in einer erweiterten Testphase betreibt, bevor eine Massenproduktion folgt .
Defence Blog [5] bestätigt anhand der Xinhua-Aufnahmen erste Feldübungen mit operativen Einheiten.
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