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Studie mit Apple-Health-Daten: Hörverlust hängt mit Mobilität im Alltag zusammen

Von Heise
iPhone Air in erster Generation

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Eine groß angelegte Studie der Uni Michigan zeigt: Ein schlechteres Gehör korreliert mit einer langsameren Gehgeschwindigkeit. Die Daten lieferten iPhones.

Gesundheitsfunktionen [1] in Wearables sind bekanntlich eine niedrigschwellige Möglichkeit, bei sich selbst nach dem Rechten zu sehen. Den als rasend empfundenen Puls zu kontrollieren, ist mit einer entsprechend ausgestatteten Smartwatch nur ein Antippen entfernt. Wie genau dabei etwa die Pulsmessung der Apple Watch [2] im Vergleich zu medizinischen Referenzsensoren abschneidet, hat eine Fallstudie untersucht. Aber auch die Forschung kann von den Gesundheitsaufzeichnungen von iPhone & Co. erheblich profitieren, wie jetzt eine Langzeitstudie der Universität Michigan aufzeigt [3], die am 30. April 2026 erschien und in Kooperation mit Apple entstanden ist. Sie liefert zwei bemerkenswerte Befunde über den Zusammenhang zwischen Hörvermögen und spürbaren Alltagsproblemen.

Da ist zunächst der Befund, dass das subjektive Erleben des eigenen Hörvermögens und klinische Befunde teilweise erheblich auseinanderliegen. Von rund 85.000 Studienteilnehmern mit klinisch normalem Gehör bewerteten mehr als 16 Prozent ihr eigenes Gehör als „mittelmäßig“ oder „schlecht“. Über sieben Prozent gaben an, im Alltag große Schwierigkeiten beim konzentrierten Zuhören oder bei Gesprächen mit Hintergrundgeräuschen zu haben, und bewerteten ihre Beeinträchtigung mit acht oder mehr von zehn möglichen Punkten.

Was ist schon „normal“?

Das Hörvermögen wird mit dem sogenannten 4PTA-Wert ermittelt (Four-Frequency Pure Tone Average). Dieser gibt an, wie leise jemand Töne bei vier sprachrelevanten Frequenzen (500, 1000, 2000 und 4000 Hz) noch wahrnehmen kann. Zwar gibt es laut Studie kein grundsätzliches Problem mit diesem Wert, weil sich zeigte, dass Menschen, die ihr Hören als schlecht empfinden, auch einen höheren 4PTA-Wert aufwiesen. Die Einstufung als „normal“ führt allerdings in der Praxis dazu, dass keine weiteren Maßnahmen empfohlen werden. Regelmäßige, niedrigschwellige Tests würden schneller aufzeigen, wenn es zu weiteren Verschlechterungen kommt.

Der zweite Befund betrifft einen statistischen Zusammenhang zwischen Hörverlust und Gehvermögen. Die Forscher analysierten dafür die passiv per iPhone-Sensoren erfassten Gehgeschwindigkeiten von rund 57.000 Teilnehmern im Alltag. Das Ergebnis: Je höher der 4PTA-Wert – also je schlechter das Gehör –, desto langsamer bewegten sich die Probanden im Alltag. Der Zusammenhang blieb auch nach statistischer Bereinigung um Alter und Geschlecht signifikant und war besonders ausgeprägt bei Personen ab 60 Jahren.

Wer schlecht hört, geht langsamer

Die Erklärung der Wissenschaftler: Gutes Hören liefert permanent akustische Umgebungsinformationen – Schrittgeräusche, Verkehrslärm, räumliche Signale – die unbewusst zur sicheren und zügigen Fortbewegung beitragen. Fällt diese akustische Orientierung weg oder wird schwächer, bewegen sich die Menschen vorsichtiger. Gehgeschwindigkeit gilt dabei als vielschichtiger Gesundheitsmarker, der Herz, Lunge, Muskulatur, Gleichgewichtssinn und eben auch das Gehör einschließt.

Apple nutzt die Studienergebnisse naturgemäß dazu, auf Funktionen seiner Produkte hinzuweisen. Die 2024 eingeführten Hörtests und Hörhilfen – verfügbar auf AirPods Pro 2 [4] und AirPods Pro 3 in Kombination mit einem iPhone – sind inzwischen in über 150 Ländern erhältlich. Der Hörtest misst den 4PTA-Wert direkt auf dem Gerät, die Hörhilfe-Funktion kann bei festgestelltem leichtem bis mittelschwerem Hörverlust als klinisch zugelassenes Hörgerät fungieren.

Riesiger Datenpool mit Wenn und Aber

Die Studie hat die Besonderheit, dass sie auf einen sehr großen Datenpool mit 160.000 Teilnehmern zurückgreifen kann und dieser obendrein nicht unter Laborbedingungen entstanden ist, sondern passiv im Alltag. Auch Apples eigene KI-Forschung nutzt solche Massendaten: Ein neues Grundmodell auf Basis von Apple-Watch-Sensordaten [5] soll Erkrankungen wie Herzprobleme oder Atemwegsinfektionen frühzeitig erkennen. Andererseits ist die Teilnehmerauswahl im Vergleich zu anderen Studien nicht repräsentativ, was die Übertragbarkeit auf die Allgemeinbevölkerung einschränkt. iPhone-Nutzer, die aktiv an einer Gesundheitsstudie teilnehmen, sind tendenziell gesundheitsbewusster als der Durchschnitt – das könnte die Ergebnisse verzerren. Wer die eigene Apple Watch noch gezielter zur Gesundheitsüberwachung einsetzen möchte, findet in spezialisierten Gesundheits-Apps für die Apple Watch [6] tiefergehende Analysen und Empfehlungen.


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https://www.heise.de/-11282708

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/Gesundheit
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Apple-Watch-vs-Brustgurt-Wie-genau-ist-die-Apple-Uhr-beim-Sport-11253667.html
  3. https://sph.umich.edu/applehearingstudy/study-updates/assess-and-assist-features.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/AirPods-auskosten-So-nutzen-Sie-alle-Funktionen-der-Apple-Kopfhoerer-11186753.html
  5. https://www.heise.de/news/Studie-Apple-Watch-soll-mit-KI-versteckte-Krankheiten-aufdecken-10484905.html
  6. https://www.heise.de/tests/Apple-Watch-als-Whoop-Ersatz-Gesundheits-Apps-fuer-Fitness-und-Erholung-11199866.html
  7. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 05. Mai 2026 um 16:48

MacBook Neo: Weiter bei Apple schlecht zu kriegen

Von Heise
MacBook Neo in verschiedenen Farben auf einem Tisch

MacBook Neo in verschiedenen Farben auf einem Tisch: Wochenlange Wartezeit.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Apple selbst kann sein Billig-Notebook erst nach Wochen liefern. Wer das Neo unbedingt schnell will, sollte es im Handel versuchen.

So viel ist sicher: Das MacBook Neo [1] ist ein Hit. Apples günstigstes Notebook aller Zeiten soll sich Analysten zufolge mindestens sechs Millionen Mal verkauft haben, wenn nicht sogar öfter. Die Nachfrage ist so groß, dass die Geräte schon seit Längerem nur mit Wartezeit zu bekommen [2] sind. Ein Blick in Apples Angebot zeigt: Auch im Mai hat sich daran nichts geändert. Allerdings kann man in einzelnen Ladengeschäften sowie im Einzelhandel Glück haben.

Alle Modelle frühestens ab dem 22. Mai

Die Modellauswahl beim Neo ist Apple-untypisch sehr einfach: Es gibt vier Farben (Silber, Rosa, Zitrus und Indigo) bei jeweils nur zwei Gerätevarianten: Eine mit 256 GByte großer SSD [3] (699 Euro) und eine mit 512 GByte großer SSD [4] (799 Euro; Geräte mit Bildungsrabatt günstiger), die zusätzlich über die sinnvolle Touch-ID-Fingerabdruckerkennung verfügt. Das heißt: Insgesamt acht Modelle muss Apple vorhalten, manche Farbe gilt als beliebter als die andere.

Im Apple Online Store sieht es aktuell wie folgt aus: Alle acht Neos sind bei Bestellung heute nicht vor dem 22. Mai zu haben, schlimmstenfalls erst am 1. Juni – das teilt Apple erst zum Versand mit. Keine einzige Variante ist sofort lieferbar, egal mit welcher Farbe oder Ausstattung. Hilfreich kann allerdings sein, das Notebook nicht nach Hause zu bestellen, sondern in einem der Apple-Ladengeschäfte [5] abzuholen. Denn dort hat man unter Umständen Glück und kann sofort auf den Bestand zugreifen. Dazu wählt man vorab die Lieferpostleitzahl aus, um dies oben angezeigt zu bekommen.

Der Handel ist sogar günstiger

Hilfreich kann außerdem ein Blick in den heise-Preisvergleich [6] sein. Dort findet man schnell heraus, ob vielleicht ein Händler Bestand hat. Zudem lässt sich gegebenenfalls einiges an Geld sparen: Der Preis geht dort bei 589 beziehungsweise 689 Euro los. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich die Tarife recht dynamisch entwickeln.

Anfangs waren die Neos im Handel schon einmal minimal billiger, doch aufgrund der großen Nachfrage zogen die Preise wieder an. Aktuell sind sie wieder gesunken, was allerdings nur hilft, wenn der jeweilige Händler Geräte hat. Momentan sieht es bei einigen großen Anbietern wie Amazon, Galaxus oder Coolblue gut aus – wie lange das so bleibt, ist unklar.


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https://www.heise.de/-11276403

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  1. https://www.heise.de/tests/MacBook-Neo-im-Test-Der-Budget-Mac-mit-dem-Smartphone-Herz-11205775.html
  2. https://www.heise.de/news/Chip-Dilemma-beim-MacBook-Neo-und-die-Frage-nach-der-naechsten-Generation-11248318.html
  3. https://www.apple.com/de/shop/buy-mac/macbook-neo/indigo-256gb?afid=p239%7C121977&cid=aos-de-aff-ir
  4. https://www.apple.com/de/shop/buy-mac/macbook-neo/indigo-512gb?afid=p239%7C121977&cid=aos-de-aff-ir
  5. https://www.apple.com/de/retail/
  6. https://preisvergleich.heise.de/?fs=macbook+neo&in=&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-mac-and-i
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  • 05. Mai 2026 um 14:00

Formel 1: Apple will mehr Lizenzen – neuer Chef ist Porsche-Fahrer

Von Heise
Formel 1 bei Apple TV

Formel 1 bei Apple TV: Rechte aktuell nur für die USA.

(Bild: Apple)

Apples Dienstechef hat sich über die Strategie des iPhone-Herstellers in Sachen Auto-Content geäußert. Dabei wurde auch ein neues Detail zu John Ternus bekannt.

Apple glänzt eigentlich mit seinem Ökoimage: So versucht der Konzern, immer mehr Recyclingmaterial [1] bei der Produktion zu verwenden und will seine gesamte Lieferkette alsbald dekarbonisieren [2]. Doch in Sachen Sportunterhaltung bei Apple TV geht es derzeit eher weg vom Umweltschutz: Hier steht zunehmend die nicht gerade als nachhaltig verschriene Formel 1 im Mittelpunkt. Und das soll auch noch länger so bleiben, wie der Dienste- und Inhaltechef des iPhone-Herstellers, Eddy Cue, vor Journalisten sagte.

Formel-1-Film bekommt Nachfolger, Apple will mehr Rechte

Gegenüber Reuters deutete Cue auf Nachfrage an, dass Apple darauf hofft, die Rennserie eines Tages global zu lizenzieren [3]. Aktuell hat das Unternehmen nur die Formel-1-Rechte für die Vereinigten Staaten [4] erwerben können, die man für (sehr) viel Geld von der Disney-Tochter ESPN übernommen hatte. In Europa wird die Rennserie im Rahmen von Apple TV blockiert.

Apples Formel-1-Enthusiasmus speist sich unter anderem aus dem Erfolg des Films „F1“ mit Brad Pitt, der auch an der Kinokasse ein Hit [5] war (200 Millionen US-Dollar Kosten bei mindestens 634 Millionen Dollar Einspielergebnis). Laut der Macher ist ein zweiter Teil derzeit geplant. „Ich hoffe und erwarte, dass es den geben wird“, so Cue am Rande des Formel-1-Rennens in Miami in der vergangenen Woche. Für Apple seien schon die USA ein Riesenmarkt für die Formel 1. Von dort aus wolle man „ausbauen“ – sofern die Rennserie hier mitzieht.

Neuer Chef John Ternus ist Porsche-Fahrer

Gegenüber Reuters verriet Cue auch noch ein weiteres Detail, das so nicht bekannt war: Nicht nur Tim Cook [6] ist ein Formel-1-Fan, sondern auch sein im September startender Nachfolger als CEO John Ternus [7]. Der fahre selbst einen Porsche und sei bei Amateurrennen dabei, sagte der Dienstechef.

Zur Formel 1 in Miami habe es Ternus nur deshalb nicht geschafft, weil er zum Porsche-Rennen in Laguna Seca war, das am gleichen Wochenende lief. Dort war Apple unter anderem als Fahrzeugsponsor im Retrolook [8] aus den Achtzigern mit am Start. „Seid also ganz beruhigt: Wenn überhaupt, wird er sogar bei noch mehr Rennen dabei sein als Tim. Er ist ein riesiger Formel-1-Fan und weiß genau Bescheid“, so Cue gegenüber Reuters.


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https://www.heise.de/-11280797

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Apple-erhoeht-Recycling-Anteil-in-Produkten-aber-immer-noch-nur-bei-30-Prozent-11262217.html
  2. https://www.heise.de/news/Bis-2030-250-Apple-Lieferanten-dekarbonisieren-8645602.html
  3. https://www.reuters.com/business/media-telecom/apples-cue-expects-f1-movie-sequel-hopes-more-global-tv-expansion-2026-05-01/
  4. https://www.heise.de/news/Formel-1-Apple-schnappt-sich-die-Exklusivrechte-fuer-die-USA-10778082.html
  5. https://www.heise.de/news/Apples-F1-Film-nimmt-halbe-Milliarde-an-der-Kinokasse-ein-10501744.html
  6. https://www.youtube.com/watch?v=3aG5HEih-O4
  7. https://www.heise.de/news/John-Ternus-als-neuer-Apple-CEO-Mehr-Entscheidungsfreude-erwartet-11266703.html
  8. https://newsroom.porsche.com/en/2026/motorsports/porsche-imsa-laguna-seca-apple-computer-design-42283.html
  9. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 05. Mai 2026 um 13:07

Rheinmetall verfehlt Umsatzziel, Marge steigt – Aktie legt zu

Von Telepolis
Gebäude mit dem Schriftzug RHEINMETALL und einem Logo

Das Hauptquartier von Rheinmetall in Düsseldorf.

(Bild: nitpicker / Shutterstock.com)

Rheinmetall meldet für Q1 2026 eine operative Marge von 11,6 Prozent, doch der Umsatz bleibt mit 1,9 Milliarden Euro deutlich unter den Erwartungen.

Die Erwartungen der Anleger an den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall waren hoch – und das Unternehmen konnte sie nicht erfüllen. Dennoch blieben die Anleger gelassen, nachdem die vorläufigen Quartalszahlen präsentiert wurden: Die Aktie legte zu.

Der Kursanstieg machte am Dienstag bis zu 4,4 Prozent aus, wie Bloomberg berichtet [1].

Der Markt honorierte demnach in erster Linie die verbesserte Gewinnmarge. Analysten hatten mit einem Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro gerechnet. Der Konzern erwirtschaftete aber nur rund 1,938 Milliarden Euro.

Wie Rheinmetall in einer Ad-hoc-Mitteilung erklärte [2], handele es sich bei der Umsatzverfehlung nicht um ein strukturelles Problem, sondern um strategische Verschiebungen ins zweite Quartal.

Als Gründe nannte das Unternehmen prognostizierte Lkw-Übergaben in Deutschland sowie die Wiederaufnahme der Produktion in einem spanischen Munitionswerk. Die operative Marge von 11,6 Prozent traf die Markterwartungen und stieg gegenüber 10,5 Prozent im Vorjahresquartal. Das Betriebsergebnis belief sich auf 224 Millionen Euro.

Auftragsbestand auf Rekordniveau

Der Auftragsbestand des Konzerns erreichte zum Ende des ersten Quartals rund 73 Milliarden Euro – inklusive der neu erworbenen Werft NVL BV [3].

An seiner Jahresprognose hält Rheinmetall fest: Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 14 bis 14,5 Milliarden Euro bei einer operativen Marge von etwa 19 Prozent. Das entspricht einem geplanten Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Umsatzverschiebung vom ersten Quartal hin zum zweiten beeinflusst die Gesamtjahresprognose laut Unternehmensangaben nicht, da eine Beschleunigung im zweiten Quartal erwartet wird. Wesentliche Treiber seien höhere Lieferungen im Segment Waffen und Munition. Die vollständigen Q1-Ergebnisse will Rheinmetall am 7. Mai veröffentlichen.

300-Millionen-Auftrag für Angriffsdrohnen

Zu den bedeutendsten Aufträgen zählt ein im April geschlossener Vertrag mit der Bundeswehr über 300 Millionen Euro für Loitering Munitions [4] vom Typ FV-014. Der Erstabruf umfasst rund 2500 Einheiten, der Rahmenvertrag bewegt sich im Milliardenbereich.

Die Drohne erreicht eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern bei einer Flugdauer von 70 Minuten und trägt einen 5-Kilogramm-Gefechtskopf, der mehr als 600 Millimeter Panzerstahl durchschlagen kann.

Die Produktion soll vollständig mit europäischen Komponenten in der EU erfolgen – ein bewusster Schritt zur Unabhängigkeit von außereuropäischen Lieferketten, der allerdings mit höheren Kosten verbunden ist.

Ebenfalls im April kündigte Rheinmetall ein Joint Venture mit der Destinus Group BV [5] an, um sich stärker im Bereich Raketensysteme und Raketenartillerie zu positionieren.

Das Unternehmen weist seine Ergebnisse künftig in fünf Segmenten aus: Fahrzeugsysteme, Waffen und Munition, Digitale Systeme, Luftverteidigung sowie Marinesysteme. Die zivile Tochtergesellschaft Power Systems meldet keine Ergebnisse mehr separat, da Rheinmetall deren Verkauf vorbereitet.

Staatsfonds Kenfo öffnet sich für Rüstung

Parallel zur operativen Entwicklung bei Rheinmetall vollzieht sich ein bemerkenswerter Wandel in der deutschen Finanzlandschaft.

Wie Bloomberg Mitte April berichtete [6], hebt der deutsche Staatsfonds Kenfo seine langjährige Beschränkung auf, wonach keine liquiden Mittel in Unternehmen mit mehr als 5 Prozent Rüstungsumsatz gehalten werden durften.

Der Fonds mit einem verwalteten Vermögen von 25,6 Milliarden Euro darf nun Aktien und Anleihen von Rüstungsunternehmen aus der EU, dem Vereinigten Königreich, Norwegen und der Schweiz erwerben.

"Wir sind weiterhin der Meinung, dass Rüstung nicht nachhaltig ist", sagte Kenfo-Vorstandsvorsitzende Anja Mikus laut Bloomberg. "Aber sie ist aufgrund einer veränderten Sicherheitslage notwendig geworden."

Bis Mitte des Jahres rechne sie mit einem höheren Engagement im Rüstungsbereich, schränkte aber ein, dass die hohen Bewertungsniveaus vieler Rüstungsaktien externe Vermögensverwalter zu vorsichtigem Agieren veranlassen könnten. Investitionen in Hersteller umstrittener Waffen wie Streubomben bleiben weiterhin ausgeschlossen.

Industrieller Umbruch im Zeichen der Aufrüstung

Die Öffnung des Kenfo spiegelt einen breiteren europäischen Trend wider: Institutionelle Investoren, die ein Engagement in der Rüstungsindustrie zuvor als Reputationsrisiko betrachteten, überdenken ihre Ausschlusskriterien.

Hintergrund ist das massive Hochfahren der europäischen Verteidigungsausgaben. Allein Deutschland plant für 2026 Verteidigungsausgaben von über 108 Milliarden Euro und strebt an, das Nato-Ziel von 3,5 Prozent des BIP sechs Jahre früher als gefordert zu erreichen.

Der industrielle Umbau geht dabei weit über klassische Rüstungsunternehmen hinaus. Wie Telepolis bereits zeigte [7], wandeln sich quer durch den deutschen Industriegürtel Fertigungslinien, die einst das Exportwunder antrieben, zu Produktionsstätten für Rüstungsgüter.

Die Umstellung der Produktion auf Rüstung ist für viele Unternehmen eine Art Rettungsanker. Denn für sie hat sich das wirtschaftliche Umfeld stark verschlechtert, die Autoindustrie ist dafür ein Beispiel: Sie kämpft mit massiven Gewinneinbrüchen und hat binnen eines Jahres rund 50.000 Arbeitsplätze verloren.

Rheinmetalls Aktie hat in diesem Jahr zwar rund 10 Prozent verloren, nachdem sich ihr Wert sowohl 2024 als auch 2025 mehr als verdoppelt hatte. Doch der Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro und die bestätigte Jahresprognose signalisieren, dass der Konzern von der europäischen Aufrüstungswelle weiterhin profitieren dürfte.


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https://www.heise.de/-11282860

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-05-04/rheinmetall-sales-miss-estimates-as-revenues-shift-into-2q
  2. https://ir.rheinmetall.com/de/news/rheinmetall-ag-vorlaeufige-operative-ergebnismarge-auf-markterwartung-umsatz-trotz-wachstum-durch-verschiebungen-ins-q2-unterhalb/91243bc6-11ba-4f75-a616-f3f2b58f964b
  3. https://www.rheinmetall.com/de/media/news-watch/news/2025/09/2025-09-15-rheinmetall-einigt-sich-mit-luerssen-ueber-erwerb-der-naval-vessels-luerssen-nvl
  4. https://www.rheinmetall.com/de/media/news-watch/news/2026/04/2026-04-22-rheinmetall-gewinnt-grossauftrag-im-drohnenbereich
  5. https://www.rheinmetall.com/de/media/news-watch/news/2026/04/2026-04-13-rheinmetall-und-destinus-gruenden-joint-venture-fuer-raketensysteme
  6. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-20/germany-s-sovereign-wealth-fund-is-dropping-weapons-exclusions
  7. https://www.heise.de/tp/article/Patriot-statt-Porsche-Wie-Deutschland-seine-industrielle-Identitaet-opfert-11264909.html

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  • 05. Mai 2026 um 16:40

Hantavirus auf Hoher See: Drei Tote und ein Schiff in der Falle

Von Telepolis
Ein Schiff vor einer Küste

Die MV Hondius bei einer früheren Fahrt

(Bild: Mystic Stock Photography/Shutterstock.com)

Drei Tote, fünf weitere Verdachtsfälle, 149 Menschen an Bord – und ein Virus, dessen Übertragungsweg auf dem Schiff niemand erklären kann. Ein Überblick.

Die MV Hondius, ein Expeditionskreuzfahrtschiff, das derzeit vor Kap Verde liegt, hat seit Wochen keinen Hafen mehr anlaufen dürfen. Drei Passagiere des Expeditionskreuzfahrtschiffes MV Hondius sind gestorben, nachdem an Bord Verdachtsfälle auf Hantavirus aufgetreten sind: ein niederländisches Ehepaar und ein deutscher.

Der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions teilte mit, dass das Schiff derzeit vor der Küste von Kap Verde liegt. Fünf weitere Verdachtsfälle werden laut WHO untersucht, darunter ein Besatzungsmitglied.

Zwei Besatzungsmitglieder – ein britisches und ein niederländisches – zeigen akute Atemwegssymptome, eines davon schwerwiegend. Das Hantavirus wurde bei beiden bislang nicht bestätigt. Doch wie kam es überhaupt erst so weit?

Chronologie der Ereignisse

Das Schiff verließ laut Unternehmensunterlagen im März den argentinischen Hafen Ushuaia zu einer als Antarktis-Naturexpedition vermarkteten Reise, bei der Kabinen zwischen 14.000 und 22.000 Euro kosteten.

Die Route führte an der Antarktis, den Falklandinseln, Südgeorgien, Nightingale Island, Tristan da Cunha, St. Helena und Ascension vorbei, bevor das Schiff am 3. Mai in kapverdische Gewässer einlief.

Der erste Todesfall ereignete sich am 11. April, als ein niederländischer Passagier während der Fahrt in Richtung Tristan da Cunha starb. Seine Leiche verblieb bis zum 24. April an Bord, als das Schiff in St. Helena anlegte.

Seine Frau begleitete die Überführung, erkrankte jedoch auf der Rückreise und starb ebenfalls. Am 27. April wurde ein britischer Passagier nach Südafrika ausgeflogen. Am 2. Mai starb ein weiterer Passagier deutscher Nationalität – die Todesursache ist noch ungeklärt.

Diplomatische Verhandlungen

Oceanwide Expeditions beschrieb die Stimmung an Bord als ruhig. Ein anonym bleibender Passagier sagte [1] gegenüber der BBC, die Kapverdischen Behörden wollten "offensichtlich nichts mit uns zu tun haben".

Das Schiff darf nicht anlegen, da die lokalen Behörden die Bevölkerung schützen wollen, wie Maria Da Luz, Präsidentin des Kapverdischen Instituts für öffentliche Gesundheit erklärte. Da das Schiff auf See geblieben sei, bestehe "derzeit kein Risiko für die Bevölkerung an Land", hieß es.

Die niederländischen Behörden bereiten laut Oceanwide Expeditions eine medizinische Evakuierung mit zwei Spezialflugzeugen vor. Als mögliche Alternative prüft das Unternehmen, nach Las Palmas oder Teneriffa zu fahren, um dort medizinische Untersuchungen durchführen zu lassen.

Passagier Jake Rosmarin, der auf sozialen Medien zunächst noch fröhlich von seltenen Vogelarten auf Nightingale Island berichtet hatte, äußerte [2] sich am 3. Mai sichtlich bewegt: "Was gerade passiert, ist für uns alle sehr real. Wir sind nicht nur Schlagzeilen. Wir sind Menschen mit Familien, mit Leben, mit Menschen, die zu Hause auf uns warten. Alles, was wir wollen, ist, uns sicher zu fühlen und nach Hause zu kommen."

Was ist das Hantavirus?

Laut [3] dem Robert Koch-Institut wird das Hantavirus ausschließlich über Nagetiere übertragen – durch Einatmen virushaltiger Aerosole oder direkten Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere.

Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gilt für alle in Europa und Asien verbreiteten Virusstämme als ausgeschlossen. Es gibt jedoch eine Ausnahme: das Andesvirus (ANDV), das in Südamerika vorkommt – genau jener Region, die die MV Hondius zu Beginn ihrer Reise durchquert hat. Für diesen Typ allein gibt es laut RKI Hinweise auf eine mögliche Übertragung von Mensch zu Mensch. Die Inkubationszeit [4] beträgt laut RKI üblicherweise zwei bis vier Wochen.

Die Gefährlichkeit hängt stark vom Virusstamm ab. Die in Deutschland üblichen Typen verlaufen vergleichsweise mild, mit einer Sterblichkeit von deutlich unter einem Prozent. Das Andesvirus hingegen verursacht ein schweres Atemnotsyndrom – und weist laut RKI eine Letalität von 25 bis 40 Prozent auf. Eine spezifische Behandlung oder ein zugelassener Impfstoff existieren nicht; therapiert wird ausschließlich symptomatisch.

Die genaue Virusvariante auf der MV Hondius ist bislang nicht bestätigt.

Kein Grund zur Panik

Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Dr. Hans Henri P. Kluge, betonte: "Hantavirus-Infektionen sind ungewöhnlich. Obwohl sie in manchen Fällen schwerwiegend verlaufen, ist das Virus nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Das Risiko für die allgemeine Bevölkerung bleibt gering. Es besteht kein Grund zur Panik oder für Reisebeschränkungen."

Südafrikas Gesundheitsminister Dr. Aaron Motsoaledi erklärte zum britischen Patienten: "Er wird versorgt. Wie Sie wissen, haben Viren wie Hantavirus keine spezifische Behandlung, daher wird symptomatisch behandelt und so viel Unterstützung wie möglich geleistet." Gesundheitspersonal und alle Kontaktpersonen des Patienten würden nun nachverfolgt und getestet.

Die WHO erklärte, sie handle "mit Dringlichkeit", um das Schiff zu unterstützen, und dankte den südafrikanischen Behörden für die Versorgung des britischen Patienten. Ein Sprecher der britischen Regierung teilte mit, das Außenministerium stehe mit der Familie des Mannes in Kontakt; konsularische Teams seien im Vereinigten Königreich, in Südafrika, Spanien und Portugal aktiv.


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https://www.heise.de/-11281788

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bbc.com/news/articles/cy0294829ndo
  2. http://reuters.com/world/europe/how-an-ocean-cruise-turned-into-hantavirus-nightmare-2026-05-04/
  3. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Hantaviren.html
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Inkubationszeit

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  • 05. Mai 2026 um 14:00

Studie zu ChatGPT-Vorteilen im Unterricht zurückgezogen

Von Telepolis
Eine Frau steht vor einem Bildschirm mit mathematischen Kursangeboten.

Ein Bildschirm zeigt mathematische Kurse wie Algebra und Geometrie an, während eine Frau davor steht.

(Bild: Halfpoint / Shutterstock.com)

Springer Nature zieht eine Meta-Analyse zurück, die großen Lerneffekt durch ChatGPT belegte. Das Paper wurde bereits über 500 Mal zitiert.

Über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Schulen wird viel diskutiert: Die Europäische Union und die OECD wollen KI in den Schulen fest verankern. Forscher sehen hingegen die Gefahr, dass sich dies negativ auf Intelligenz und Lernleistung der Kinder auswirkt.

Die Position der Skeptiker dürfte durch eine aktuelle Entwicklung gestärkt sein. Und zwar geht es um eine der am meisten beachteten Studien über den Nutzen von ChatGPT im Bildungswesen. Diese hat sich jetzt als nicht haltbar erwiesen.

Der Verlag Springer Nature hat die Meta-Analyse der chinesischen Forscher Jin Wang und Wenxiang Fan von der Hangzhou Normal University offiziell zurückgezogen [1]. Als Begründung nennt der Verlag "Diskrepanzen in der Meta-Analyse", die das Vertrauen in die Validität der Ergebnisse und Schlussfolgerungen untergraben. Die Autoren hätten auf Korrespondenz nicht reagiert.

Die im Mai 2025 im Journal Humanities & Social Sciences Communications erschienene Studie war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Nutzung von ChatGPT einen "großen positiven Einfluss" auf die Lernleistung hat. Ausgewertet wurden dafür 51 Einzelstudien.

Für die Lernleistung wurde eine Effektstärke von g=0,867 festgestellt; für Lernwahrnehmung und analytisches Denken wurden noch moderat-positive Effekte gemessen.

In sozialen Medien wurde das Paper daraufhin als einer der ersten belastbaren Belege für den Nutzen generativer KI im Unterricht gefeiert.

Fragwürdige Datenbasis und zeitlicher Rahmen

Doch die Kritik an der Arbeit wog schwer. Ben Williamson, Senior Lecturer am Centre for Research in Digital Education der University of Edinburgh, wies gegenüber Ars Technica [2] auf grundlegende Probleme hin.

Die Studie habe "teilweise sehr minderwertige Studien synthetisiert oder Ergebnisse von Arbeiten zusammengemischt, die aufgrund völlig unterschiedlicher Methoden, Populationen und Stichproben schlicht nicht vergleichbar sind". Das Paper hätte seiner Einschätzung nach "von Anfang an nicht veröffentlicht werden dürfen".

Williamson stellte zudem den zeitlichen Rahmen infrage. Zwischen der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 und dem Erscheinen der Meta-Analyse lagen nur zweieinhalb Jahre.

"Es ist nicht realistisch, dass Dutzende qualitativ hochwertige Studien zu ChatGPT und Lernleistung in dieser Zeit durchgeführt, begutachtet und veröffentlicht werden konnten", sagte der Bildungsforscher.

Hunderte Zitationen trotz methodischer Mängel

Das Ausmaß des Schadens ist beträchtlich. Seit ihrer Veröffentlichung wurde die Studie laut Bericht 262 Mal in peer-reviewed Journals von Springer Nature zitiert, insgesamt verzeichnet sie 504 Zitationen aus begutachteten und nicht-begutachteten Quellen.

Fast eine halbe Million Leser riefen das Paper auf, das beim Attention Score im 99. Perzentil aller Journalartikel rangierte.

Die Rücknahme wirft Fragen zur Qualitätssicherung auf. Weder war eine Verbindung der Autoren zu OpenAI bekannt, noch gab es eine externe Finanzierung durch den ChatGPT-Entwickler. Wang und Fan forschen an der bildungswissenschaftlichen Fakultät der Hangzhou Normal University – ihre spezifische Expertise im Bereich KI-Systeme ist nicht dokumentiert.

Konsequenzen für die Bildungsdebatte

Für die laufende Diskussion um KI im Unterricht bedeutet die Rücknahme einen Rückschlag. In Deutschland sieht etwa die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz zwar "großes Potenzial" für Large Language Models (LLM) wie ChatGPT [3] im Bildungswesen, betont jedoch Voraussetzungen wie qualifizierte Lehrkräfte und eine Fehlerkultur im Umgang mit KI-generierten Inhalten.

Vergleichbare Meta-Analysen zu anderen KI-Tools wie Gemini oder Claude liegen bislang nicht vor.

Ob die bereits publizierten Arbeiten, die sich auf die zurückgezogene Studie stützen, ebenfalls überprüft werden, bleibt offen.

Forschungen zeigen, dass selbst KI-Systeme Retractions in ihren Trainingsdaten häufig ignorieren – die falschen Schlussfolgerungen könnten sich so weiter verbreiten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11282390

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.nature.com/articles/s41599-026-07310-z
  2. https://arstechnica.com/ai/2026/05/influential-study-touting-chatgpt-in-education-retracted-over-red-flags/
  3. https://www.swk-bildung.org/pressemitteilungen/lernfoerderlicher-einsatz-von-chat-gpt-und-co-ist-entscheidend/

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  • 05. Mai 2026 um 13:15

Störungsmeldung vom 05.05.2026 12:56

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider O2

Details

Beginn
05.05.2026 12:56
Region
Oldenburg Oldb (0441)
Provider
O2
Zugangsart
VDSL

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  • 05. Mai 2026 um 12:56

NE555: Der unsterbliche Timer-Chip feiert den 55. Geburtstag

Von Heise
555 als Plüschtier DIP und Waffer

(Bild: KI / heise medien)

Mit über einer Milliarde Exemplaren ist NE555 immer noch der meistproduzierte Chip. Er ist wohl in jedem Haushalt mit elektronischen Geräten irgendwo verbaut.

Heute, am 5. Mai 2026, wird der wohl berühmteste integrierte Schaltkreis der Welt 55 Jahre alt: der NE555 Timer-Chip. Ein Anlass, den auch der bekannte YouTuber Big Clive auf besonders kreative Weise feiert – mit einem 5 Minuten und 55 Sekunden langen Video, das exakt um 5:55 Uhr morgens am 5. Tag des 5. Monats veröffentlicht wird. Zusätzlich gibt es um 17:55 Uhr (UK-Zeit) einen 55-minütigen Livestream.

Ein Chip, der Geschichte schrieb

Der NE555 wurde 1971 von Hans Camenzind für Signetics [1] entworfen und gehört zu den ersten integrierten Schaltkreisen, die auch heute – 55 Jahre später – noch in massenhafter Verwendung sind. Camenzind schuf damit einen außergewöhnlich vielseitigen Baustein, der sich am besten als Sammlung elektronischer Lego-Bausteine beschreiben lässt: Er kann als Timer, Oszillator, Schwellwertdetektor und für viele weitere Anwendungen eingesetzt werden.

Zu den großen Stärken des Chips gehören sein weiter Versorgungsspannungsbereich von 4,5 V bis 16 V sowie die Fähigkeit, direkt Lasten von bis zu 200 mA am Ausgang zu treiben – Eigenschaften, die ihn auch heute noch konkurrenzfähig machen. Wer es ganz genau wissen will und dem Chip aufs Silizium schauen möchte, ist bei Ken Shirriff genau richtig [2].

(Bild: ZeptoBars)

Übrigens: Die landläufige Meinung, der Name „555“ leite sich von den drei 5-kΩ-Widerständen im internen Spannungsteiler ab, wurde von Camenzind selbst zurückgewiesen. Den eingängigen Namen verdanken wir laut ihm einem Marketing-Mitarbeiter mit dem fast schon zu schön klingenden Namen Art Fury. Ob Fury sich nicht doch von den drei Widerständen inspirieren ließ, bleibt allerdings sein Geheimnis.

Hans Camenzind (gest. 2012) [3] selbst soll einmal gesagt haben, er würde den Chip heute anders entwerfen – aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer. 1971 betrat er Neuland und landete mit dem 555 einen Volltreffer, der die Elektronikwelt bis heute prägt.

Das Video (5min 55s) zum NE555 von Big Clive bietet einen unterhaltsamen und praktischen Einblick in die Funktionsweise dieses außergewöhnlichen Chips.

Bekannte und weniger bekannte Anwendungen

Praktisch jeder hat irgendwo einen 555 in seinen elektronischen Geräten – oft, ohne es zu wissen. Hier eine kleine Auswahl:

Klassische Anwendungen:

  • Blinkschaltungen: Vom einfachen LED-Blinker bis zur Warnblinkanlage
  • Zeitrelais: Verzögerungsschaltungen in Haushaltsgeräten, Treppenhauslichtern
  • Tongeneratoren: Türklingeln, einfache Sirenen, elektronische Spielzeuge
  • PWM-Generatoren: Zur Helligkeits- oder Drehzahlregelung
  • Entprellung von Tastern: In Bedienpanels und Eingabegeräten

Weniger bekannte Einsätze:

  • Metronome und einfache Musikinstrumente
  • Als Taktgenerator in einigen alten (Retro)-Computern
  • Theremin-ähnliche Synthesizer in DIY-Projekten [6]
  • Kapazitive Berührungssensoren
  • Servo-Tester für Modellbauer
  • Logiksonden und einfache Messgeräte
  • Modulationsschaltungen für Infrarot-Fernbedienungen
  • Geigerzähler-Hochspannungserzeuger in Bastelprojekten
  • Polygraf-/Lügendetektor-Bausätze
  • Zaunprüfer in der Landwirtschaft

Die anderen „Daddy Chips“

Big Clive (siehe Video oben) würdigt im Video auch andere langlebige Klassiker, die ähnlich allgegenwärtig sind: den LM358 Dual-Op-Amp, den LM324 Quad-Op-Amp, den LM393 Komparator sowie zahlreiche TTL- und CMOS-Logikbausteine. Selbst in der Welt der Mikrocontroller gibt es solche Urgesteine: Die 8051-Architektur von 1980 findet sich noch immer in vielen generischen Chips aus chinesischer Produktion – und ist damit über 45 Jahre alt.

Happy Birthday [7], kleiner Chip – auf die nächsten 55 Jahre!


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11282093

Links in diesem Artikel:

  1. https://en.wikipedia.org/wiki/555_timer_IC
  2. https://www.righto.com/2016/02/555-timer-teardown-inside-worlds-most.html
  3. https://www.heise.de/news/Hans-Camenzind-gestorben-der-NE555-lebt-weiter-1669451.html
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://www.heise.de/make
  6. https://www.heise.de/news/Der-Poly555-Synthesizer-von-Oskitone-laesst-tief-blicken-7142956.html
  7. https://www.heise.de/news/Dauerbrenner-50-Jahre-NE555-7305857.html
  8. mailto:caw@make-magazin.de

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  • 05. Mai 2026 um 12:50

Daemon Tools: Mit Malware verseuchte Downloads

Von Heise
Ein Vergrößerungsglas mit Daten

(Bild: Balefire / Shutterstock.com)

Offiziell signierte Daemon-Tools-Installer von der Herstellerseite bringen Malware mit. Offenbar durch einen Lieferkettenangriff.

Wer seit dem 8. April die Daemon Tools Lite von der Herstellerwebseite heruntergeladen hat, hat damit Schadsoftware auf den Rechner verfrachtet. Die Installer sind mit den offiziellen digitalen Zertifikaten signiert und wirken zunächst unscheinbar. Anscheinend handelt es sich um eine Supply-Chain-Attacke.

Die Virenanalysten von Kaspersky [1] sind auf die infizierten Installer gestoßen. In ihrer Untersuchung führen sie aus, dass die Installer seit dem 8. April 2026 trojanisiert wurden – und das bis jetzt zu den aktuellen Downloads anhält. Anfang Mai sind die IT-Forscher darauf gestoßen und konnten dann die älteren infizierten Installer identifizieren. Betroffen sind demnach die Installer der Daemon Tools und Daemon Tools Lite von Version 12.5.0.2421 bis hin zu 12.5.0.2434. Eine Analyse der Fassung 12.5.0.233b des Lite-Installers auf VirusTotal [2] bestätigt mit einer heuristischen Erkennung von Kaspersky (HEUR:Trojan.Win64.Agent.gen) den Befall der aktuell auf der offiziellen Webseite der Daemon Tools herunterladbaren Dateien [3] (Achtung, zum Meldungszeitpunkt noch trojanisierte Downloads!). Kaspersky hat den Hersteller der Daemon Tools, AVB Disc Soft, kontaktiert, jedoch bislang offensichtlich erfolglos.

Die IT-Forscher ordnen aufgrund der Malware-Analyse die Angreifer als chinesisch-sprechend ein. Die Telemetrie der Kaspersky-Sensoren zeigt demnach, dass Individuen und Organisationen aus mehr als 100 Ländern die Software zum Hantieren mit Disk-Abbildern wie ISO-Images in infizierter Fassung installiert haben. Von allen betroffenen Maschinen habe jedoch lediglich ein Dutzend weitere Malware-Stufen nachgeladen. Die gehörten zu Einzelhandel, Wissenschaft, Behörden und Fertigungsindustrie. Das sei ein Hinweis auf gezielte Angriffe. Die Opfer stammen aus Russland, Brasilien, Türkei, Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien und China.

Weitergehende Details

Interessierte finden in der Kaspersky-Analyse tiefergehende Details zu Malware und infizierten Dateien. Die Schadsoftware sammelt unter anderem Informationen, darunter Hardwaredaten wie MAC-Adressen oder über laufende Prozesse und installierte Software. Eine minimalistische Backdoor bringt sie ebenfalls mit. Am Ende listet Kaspersky eine längere Liste an Hinweisen auf Infektionen (Indicators of Compromise, IOC).

In jüngster Zeit kommt es vermehrt zu Angriffen, bei denen die bösartigen Akteure Schadcode in sonst vertrauenswürdige Software einschleusen. Ende vergangenen Jahres hatte es etwa den mächtigen Texteditor Notepad++ getroffen [4]. Auch die Webseite CPUID, die die populären Tools CPU-Z und HWMonitor [5] beheimatet, hatte Mitte April Malware verteilt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11282006

Links in diesem Artikel:

  1. https://securelist.com/tr/daemon-tools-backdoor/119654/
  2. https://www.virustotal.com/gui/file/e22024a58de56b3655d6be7e3b21703325a57e0dd920bd9611588f5e33bb5132/detection
  3. https://www.daemon-tools.cc/deu/downloads
  4. https://www.heise.de/news/Notepad-Updater-installierte-Malware-11109571.html
  5. https://www.heise.de/news/CPUID-Durch-Schwachstelle-mehrere-Stunden-Malware-verteilt-11256219.html
  6. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  7. mailto:dmk@heise.de

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  • 05. Mai 2026 um 12:13

Patchday: Kritische Schadcode-Lücke bedroht Android 14, 15 und 16

Von Heise
Grüne Android-Figur vor Schloss-Symbol

Google Android-Bugdroid vor Schloss-Symbol.

(Bild: Primakov/Shutterstock.com)

Schadcode kann durch ein fehlerhaftes Debugging-Modul auf Androidgeräte schlüpfen. Nun hat Google die kritische Schwachstelle geschlossen.

Um Attacken auf Smartphones und Tablets mit Android 14, 15, 16 und 16qpr2 vorzubeugen, sollten Besitzer von noch im Support befindlichen Geräten das aktuelle Sicherheitsupdate installieren. Neben Googles Pixel-Serie steht es auch für ausgewählte Geräte von unter anderem Samsung zur Verfügung (siehe Kasten).

Im März dieses Jahres ist der Support für Android 13 ausgelaufen, und diese Version bekommt seitdem keine Sicherheitspatches mehr. Davon sind Millionen Geräte betroffen [1].

Smartphones kompromittierbar

Nutzen Angreifer eine „kritische“ Sicherheitslücke (CVE-2026-0073) im Debugging-Modul adbd aus, können sie aus der Ferne Schadcode ausführen, erläutern die Entwickler in einer Warnmeldung [2]. In der Regel gelten Systeme im Anschluss als vollständig kompromittiert. Wie ein solcher Angriff ablaufen könnte, ist zurzeit unklar. Bislang gibt es seitens Google keine Hinweise, dass Angreifer die Schwachstelle bereits ausnutzen. Die Entwickler führen aus, das Sicherheitsproblem im Patch Level 2026-05-01 gelöst zu haben.

Im Juli 2025 hat Google sich dafür entschieden [3], am monatlichen Android-Patchday nur noch seiner Einschätzung nach besonders gefährliche Sicherheitslücken zu schließen. Weitere Patches folgen seitdem quartalsweise.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11281884

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Android-13-Google-hat-Support-fuer-Betriebssystem-eingestellt-11262547.html
  2. https://source.android.com/docs/security/bulletin/2026/2026-05-01
  3. https://www.heise.de/news/Schlecht-fuer-Custom-ROMs-Google-aendert-Android-Sicherheitspatch-Strategie-10645581.html
  4. https://support.fairphone.com/hc/en-us/articles/360048139032-Fairphone-OS-releases-for-FP3-FP3-
  5. https://support.fairphone.com/hc/en-us/articles/4405858220945-Fairphone-4-OS-Release-Notes
  6. https://consumer.huawei.com/de/support/bulletin/
  7. https://de-de.support.motorola.com/app/software-security-update/g_id/7112
  8. https://www.hmd.com/en_int/security-updates
  9. https://security.oppo.com/en/mend
  10. https://security.samsungmobile.com/securityUpdate.smsb
  11. https://xpericheck.com/
  12. https://support.google.com/pixelphone/answer/4457705#pixel_phones&nexus_devices
  13. https://security.oneplus.com/en/home
  14. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  15. mailto:des@heise.de

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  • 05. Mai 2026 um 11:27

Datenschutzvorfall bei Verlag Delius Klasing

Von Heise
Logo des Delius Klasing Verlags vor Matrix-Regen-Hintergrund

(Bild: heise medien)

Der Verlag Delius Klasing räumt in einer E-Mail an Kunden einen IT-Vorfall ein. Personenbezogene Kundendaten wurden offengelegt.

Beim Special-Interest-Verlag Delius Klasing konnten kriminelle Täter unbefugt Daten einsehen und abziehen. Davor warnt das Unternehmen nun in einer E-Mail an betroffene Kundinnen und Kunden.

Der Verlag bedient die Interessengebiete Wassersport, Radsport und Autos mit jeweils mehreren Zeitschriftentiteln. Einzelne Zeitschriftentitel erreichen jeweils [1] fünfstellige Auflagen. Wie der Delius-Klasing-Verlag in der E-Mail mitteilt, sind bei einem der Dienstleister „personenbezogene Kundendaten unbefugt offengelegt worden“. Demnach seien das Namen und E-Mail-Adressen und möglicherweise die Postanschrift der Kundinnen und Kunden.

Welcher Dienstleister das ist und womit der beauftragt ist, nennt das Unternehmen nicht. Jedoch hat es zusammen mit dem Dienstleister eine Untersuchung vorgenommen und nennt beispielsweise eine Logfile-Analyse, um Details des Zugriffs der unbekannten Dritten aufzuklären. Sowohl die Untersuchungen als auch das Ergreifen technischer und organisatorischer Gegenmaßnahmen zur Eindämmung des Vorfalls dauerten noch an. Der Verlag Delius Klasing hat ihn zudem der zuständigen Datenschutzbehörde gemeldet.

Daten für Phishing nützlich

Der Verlag erörtert, dass die Daten dazu missbraucht werden könnten, um die Kunden mit echt wirkenden Nachrichten oder Schreiben zu kontaktieren, die vorgeben, vom Verlag Delius Klasing zu stammen. Bösartige Akteure können so versuchen, weitere Daten und Passwörter sowie sonstige Informationen von potenziellen Opfern zu erlangen.

Daher sollten Kundinnen und Kunden insbesondere bei unerwarteten E-Mails oder Schreiben Vorsicht walten lassen, keine verdächtigen Anhänge daraus öffnen oder auf Links darin klicken. Auch sollten Empfänger keine Passwörter, Zugangsdaten oder Zugangscodes preisgeben. Im Zweifelsfall sollten Kunden den Verlag über die offiziellen Wege kontaktieren.

Auf Anfrage von heise online zu etwaigen Details des IT-Vorfalls hat der Verlag Delius Klasing bislang noch nicht reagiert.

Derartige Datenlecks häufen sich seit einiger Zeit. Etwa beim Videodienst Vimeo entwendete Daten sind zunächst im Darknet und nun beim Have-I-Been-Pwned-Projekt gelandet [2]. Auch die lassen sich für glaubwürdigeres Phishing missbrauchen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11281800

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.klambt-mediasales.de/medienmarken/
  2. https://www.heise.de/news/Vimeo-Datenleck-119-000-E-Mail-Adressen-betroffen-11281379.html
  3. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  4. mailto:dmk@heise.de

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  • 05. Mai 2026 um 11:25

Model-Schau: TurboQuant, Gemma und DeepSeek v4

Von Heise
Chatbot und Menschen

(Bild: pncha.me / Shutterstock.com)

Google bringt neue Gemma-Modelle und einen neuen Algorithmus, endlich ist DeepSeek v4 verfügbar, und Anthropic sorgt mehrfach für Schlagzeilen.

In den letzten Wochen passierte in kurzer Zeit wieder enorm viel in der Welt der großen Sprachmodelle. Neben der neu eingeführten TurboQuant-Methode hat Google mit Gemma 4 eine weitere Serie von Sprachmodellen mit offenen Gewichten veröffentlicht. Deutlich später kam das lang erwartete DeepSeek v4 zumindest in einer Vorabversion auf den Markt.

Derweil macht Anthropic ein großes Geheimnis um sein Sprachmodell Mythos, und Qwen veröffentlicht ein inkrementelles Update zu seiner erfolgreichen Qwen3.5-Serie.

Neuer Algorithmus TurboQuant

Viele feierten das Folgende als Revolution, mit der große Modelle endlich auch auf kleineren und erschwinglichen Grafikkarten laufen können: Google hat mit TurboQuant eine neue Quantisierungsmethode erfunden, die fast keine Qualitätseinbußen mit sich bringt.

Was man dabei leicht übersehen kann: Google hat den Algorithmus auf den Key-Value-Cache ausgerichtet, der in der Inferenzphase der LLMs sehr viel Speicher erfordert, denn die dazu notwendigen Daten wachsen quadratisch mit der Kontextlänge. Und der Algorithmus selbst ist auch nicht ganz neu.

Den Key-Value-Cache kann TurboQuant nahezu verlustfrei komprimieren: Wo man vorher sechzehn Bit brauchte, sind nur noch vier Bit – oder in Ausnahmefällen sogar nur drei Bit – notwendig. Das spart viel Platz und erlaubt größere Kontextlängen. Der Algorithmus nutzt dafür eine trickreiche Rotation der Vektoren, um sie verlustärmer zu komprimieren.

Google zeigt in dem Blogbeitrag zu TurboQuant [1], dass die Quantisierung des KV-Cache die Perplexität, also die Unsicherheit des Modells, kaum erhöht. Damit sollten auch im täglichen Gebrauch der Sprachmodelle kaum Unterschiede auftreten. Tatsächlich erschien die erste Abhandlung zu TurboQuant [2] bereits im April 2025, aber es gab bisher keine brauchbaren Implementierungen, und es fehlten vor allem die Testfälle.

Inzwischen unterstützen viele Softwarepakete wie llama.cpp oder transformers von Hugging Face den TurboQuant-Cache. Teilweise muss man noch etwas basteln und zusätzliche Pakete installieren, aber die Speichereinsparungen sind deutlich messbar. Auch für das MLX-Framework von Apple gibt es die ersten Implementierungen.

Spannend wird, wofür sich TurboQuant jenseits des KV-Cache eignet. Google spricht von Vektordatenbanken, aber dafür gibt es bereits andere effektive Quantisierungsmethoden. Ob sich die Gewichte der Sprachmodelle mit TurboQuant so quantisieren lassen, dass sie auch in der Inferenz effektiv funktionieren, muss sich zeigen.

Neue Gemma-Modelle mit offenen Gewichten

Google war nicht nur methodisch aktiv, sondern hat auch neue Modelle mit offenen Gewichten veröffentlicht. Die lang erwartete Gemma-4-Serie enthält viele Neuerungen und steht in Größen von effektiv 2, 4 und echten 31 Milliarden Parametern zur Verfügung, dazu kommt noch ein MoE-Modell (Mixture of Experts) mit 26 Milliarden Parametern, von denen jeweils 4 Milliarden aktiv sind. Google trickst hier etwas, denn die Zahl der effektiven Parameter ist deutlich geringer als die der tatsächlich im Speicher benötigten. So hat das kleinere Modell nicht zwei, sondern etwa fünf Milliarden Parameter, das größere statt vier in Wahrheit acht Milliarden.

Alle Gemma-4-Modelle sind multimodal und für agentische Aufgaben optimiert, außerdem können sie Bilder interpretieren. Was man heute fast schon als Standard annimmt, ist bei Weitem nicht immer so, wie der Blick auf DeepSeek v4 gleich zeigen wird. Auch Reasoning beherrschen die Gemma-4-Modelle. Um zu viele Token in der Antwort zu vermeiden, lässt sich die Reasoning-Intensität einstellen.

Wie viele andere Anbieter dreht auch Google an der Attention, um Speicherplatz und Rechenzeit zu sparen. Der hybride Attention-Mechanismus in Gemma 4 nutzt abwechselnd Layer mit voller Attention und solche mit Sliding Window Attention, bei der das Modell immer nur ein bestimmtes Fenster von Token verwendet.

Mit Gemma 4 ist Google zweifellos ein großer Wurf gelungen. Besonders bei den offenen Modellen in der Größenordnung von 30 bis 40 Milliarden Parametern war bisher Alibabas Qwen3.5 der unangefochtene Platzhirsch. So eindeutig ist die Lage nun nicht mehr, denn Gemma 4 kann hier definitiv punkten.

Lang erwartet: DeepSeek v4

Über ein Jahr ist seit der Veröffentlichung von DeepSeek-R1 im Januar 2025 vergangen. So lange hat die Community auf DeepSeek v4 gewartet. Nach einigen verfrühten Falschmeldungen über das Release ist das Modell endlich als Preview erschienen [3]. Das Warten hat sich gelohnt, denn DeepSeek hat mit v4 gleich zwei Modelle veröffentlicht, die durch einen aufwendigen Trainingsprozess (Pre-Training mit 32 Billionen Token, aufwendiges mehrstufiges Post-Training) entstanden. Eines ist mit 1,6 Billionen Parametern sehr groß: Die Größe hat sich im Vergleich zum Vorgänger mehr als verdoppelt, auch wenn hier „nur“ 49 Milliarden aktiv sind. Flankiert wird dieses Pro-Modell von einem Flash-Modell mit lediglich 284 Milliarden Parametern, von denen 13 Milliarden aktiv sind. Das ist immer noch sehr groß, man kann es aber auf leistungsfähigen PCs mit genügend Arbeitsspeicher ausführen. Besonders eignen sich die (derzeit nicht erhältlichen [4]) Mac-Studio-Rechner.

DeepSeek hat erneut an der Attention gebastelt. Nachdem das Vorgängermodell die Multi-Head Latent Attention brachte, kombiniert DeepSeek v4 gleich zwei neue Attention-Mechanismen. Die Details zu Compressed Sparse Attention (CSA) und Heavily Compressed Attention (HCA) bleiben aktuell noch etwas im Dunkeln, aber DeepSeek soll damit im Vergleich zum Vorgängermodell nur 27 Prozent der Gleitkommaoperationen bei der Single-Token-Inferenz benötigen. Der KV-Cache schrumpft sogar um 90 Prozent. Es wäre spannend zu untersuchen, ob sich das auch noch mit TurboQuant kombinieren lässt.

DeepSeek trickst noch weiter an der Architektur und führt die sogenannten Manifold-Constrained Hyper-Connections (mHC) ein, bei denen bestimmte Verbindungen zwischen den Layern stärker ausgeprägt sind, um die Stabilität in der Vorwärtspropagation zu erhöhen. Ähnlich wie Moonshot bei Kimi nutzt DeepSeek nun auch den Muon-Optimizer statt des sonst gebräuchlichen AdamW, um die Gewichte im Trainingsprozess noch schneller zu optimieren. Dass diese neuerdings gemischt als FP4 und FP8 abgespeichert sind, spart zusätzlich viel Speicher. Das große Modell benötigt nur wenige Byte mehr als das v3.2-Modell, und das Flash-Modell kommt sogar mit 158 GByte aus, was für ein Modell mit 284 Milliarden Parametern sonst nur über starke Post-Training-Quantisierung möglich ist.

Erstaunlicherweise ist DeepSeek v4 kein multimodales Modell, sondern kann ausschließlich mit Text umgehen. Vielleicht legt DeepSeek bis zum endgültigen Release hier noch nach, es gibt aber leider bisher auch keine Prognosen, wann es so weit sein könnte. DeepSeek hält sich mit weiteren Informationen ohnehin ungewohnt bedeckt, Details über Training und Architektur stehen noch nicht öffentlich bereit.

Spannend ist der Vergleich zwischen dem kleinen und großen (oder besser zwischen dem riesigen und dem gigantischen) Modell. Das kleinere Flash-Modell erzeugt wohl ähnlich gute Resultate, wenn man ihm mehr Reasoning zugesteht. Man tauscht somit die Zahl der Parameter gegen die Länge der Antwort bei Logikfragen. Wie gut das funktioniert, muss ein ausführlicher Test noch zeigen. Bei Wissensfragen ist das kleinere Modell erwartungsgemäß unterlegen.

DeepSeek v4 unterstützt drei unterschiedliche Thinking-Modi, von abgeschaltetem Reasoning bis zu sehr intensivem. Im Performance-Vergleich zu v3.2 sind die Fortschritte moderat. Erstaunlich ist allerdings, dass das Flash-Modell fast so gut funktioniert wie v3.2 mit immerhin doppelt so vielen Parametern (in früher deutlich höherer Genauigkeit, DeepSeek v3 hat noch überall FP8 benutzt).

DeepSeek v4 ist ein interessantes Modell, aber enttäuschend ist, dass der Hersteller entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten deutlich weniger technische Details veröffentlicht hat. Hoffentlich erscheint ein Artikel dazu zum endgültigen Release.

Was sonst noch war

Anthropic findet sich ebenfalls in den Schlagzeilen, allerdings nicht nur positiv. Im März geriet dem Unternehmen der Sourcecode zu Claude aus den Händen [5]. Unabhängig davon forscht Anthropic an immer leistungsfähigeren Modellen – so leistungsfähig, dass die damit (automatisch) zu entdeckenden Sicherheitslücken gefährlich werden können. Daher wurde Mythos nicht öffentlich zur Verfügung gestellt, war aber wohl doch für Unbefugte zugänglich [6]. Wie leistungsfähig das Modell tatsächlich ist, zeigt sich unter anderem darin, dass es über 270 Lücken in Firefox aufgedeckt hat [7]. Gut möglich, dass sich daraus eine völlig neue Richtung in der Cybersecurity entwickelt.

Auch die chinesischen Anbieter jenseits von DeepSeek schlafen nicht. Qwen hat ein kleineres Update für einige der Qwen3.5-Modelle veröffentlicht. Qwen3.6 steht als Max Preview [8] nur via API zur Verfügung, kleinere Modelle wie das MoE mit 35 Milliarden Parametern, von denen drei Milliarden aktiv sind, und das dichte mit 27 Milliarden Parametern stehen ebenfalls offen zur Verfügung. Besonders letzteres Modell zeigt sich als extrem leistungsfähig und schlägt deutlich größere Modelle. Wie gut das funktioniert, müssen genauere Analysen zeigen.

Qwen3.5 nutzt bei der Hybrid-Attention sogenannte Mamba-Layer. Für die State-Space-Modelle gibt es nun mit Mamba-3 [9] eine neue Architektur. Möglicherweise lassen sich dadurch in den entsprechenden Layern weitere Verbesserungen erzielen, so dass sich längere Kontexte abbilden lassen. Leistungsfähige Modelle mit dieser Architektur gibt es allerdings noch nicht.

Die Firma Tesslate hat basierend auf Qwen3.5-9B ein Modell mit von Claude Opus generierten Daten auf Coding-Aufgaben feingetuned. Daraus entstand das OmniCoder-Modell [10], das sich äußerst gut für Coding-Aufgaben eignet und dabei das Basismodell in allen Dimensionen schlägt. Dabei ist es klein genug, um in einer quantisierten Version lokal zu laufen.

Moonshot hat mit Kimi K2.6 [11] nachgelegt. Das Modell fokussiert sich besonders auf Coding- und agentische Aufgaben, die es in Schwärmen aus bis zu 300 Agenten erledigen kann. Wie gewohnt ist das Modell mit einer Billion Parametern sehr groß und lässt sich nur mit Mühe auf bezahlbarer Hardware ausführen [12].

Von MiniMax gibt es eine neue Version 2.7 des MoE-Modells [13]. Bemerkenswert daran ist, dass das Modell für sein eigenes Update zum Einsatz kam. Dabei hat es seinen Speicher aktualisiert, mehrere Dutzend Skills für Reinforcement Learning „erfunden“ und autonom seinen eigenen Optimierungsprozess verbessert. Dabei behauptet MiniMax AI, dass es bis zu 30 Prozent Performanceverbesserung erreicht hat. Es wird spannend zu beobachten, ob andere Anbieter einen ähnlichen Weg gehen und allein dadurch ihre Modelle verbessern können.

Da die Modelle immer größer werden, erforschen Anbieter neben dem allgegenwärtigen Attention-Mechanismus auch neue Quantisierungsverfahren. Ein interessanter Kandidat ist die JANG-Quantisierung [14], die dynamisch die optimale Quantisierungsstufe auswählt und dadurch enorm Platz spart. Aktuell ist die Software allerdings nur auf Macs verfügbar. Dort ist es dann möglich, ein Modell mit 397 Milliarden Parametern mit 128 GB RAM zu betreiben. Meine eigenen Tests haben gezeigt, dass das erstaunlich gut funktioniert und mit MLX Studio [15] auch relativ einfach zu installieren ist. Die dazu passenden Python-Tools [16] sind allerdings nicht immer ganz up to date.

Open AI hat GPT-5.5 öffentlich bereitgestellt [17]. Es glänzt insbesondere beim Coding mit neuen Bestwerten und kann auch mehrstufige Aufgaben gut erledigen. Im Gegensatz zu GPT 5.4 kommt es auch mit Fremdsprachen offenbar besser zurecht, denn der erste Satz des vorherigen Blogartikels [18] klang auf Deutsch zumindest merkwürdig: „Heute veröffentlichen wir GPT‑5.4 in ChatGPT (als GPT‑5.4 Thinking), der API und Codex.“

Auch wenn bei den Sprachmodellen das meiste in China und den USA passiert, gibt es Neuigkeiten aus dem Rest der Welt, darunter aus Europa. So planen Cohere aus Kanada und das deutsche Unternehmen Aleph Alpha einen Zusammenschluss. Gemeinsam wollen sie einen Sprachmodell-Champion schaffen [19]. Vor einer ganzen Weile waren die Cohere-Modelle ganz vorn mit dabei, sind aber in der Zwischenzeit fast unbedeutend. Vielleicht braucht es einen Restart, der möglicherweise durch die Fusion gelingt.

Clevere Mechanismen und Optimierungen

Was für ein Frühling! Bei den Sprachmodellen kann man große Fortschritte beobachten. Wenn man die Ideen der letzten Wochen wie clevere Attention-Mechanismen, verbesserte Quantisierung und optimiertes Training zusammennimmt, kann man davon ausgehen, dass in der nächsten Zeit deutlich bessere Modelle und weitere Neuerungen auf uns warten.

Besonders spannend dabei ist, dass die Wachstumskurve beim Speicherbedarf abflacht. Das lässt darauf hoffen, dass sich zumindest einige dieser Modelle künftig auf leistungsfähiger eigener Hardware souverän nutzen lassen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11281489

Links in diesem Artikel:

  1. https://research.google/blog/turboquant-redefining-ai-efficiency-with-extreme-compression/
  2. https://arxiv.org/abs/2504.19874
  3. https://www.heise.de/news/KI-Modell-DeepSeek-v4-Neue-Generation-mit-1-6-Billionen-Parametern-11271579.html
  4. https://www.heise.de/news/Mac-mini-und-Mac-Studio-vergriffen-Apple-gehen-manche-Macs-aus-11263965.html
  5. https://www.heise.de/news/Claude-Code-ungewollt-Open-Source-Source-Map-verraet-alles-11241752.html
  6. https://www.heise.de/news/Anthropics-gefaehrliche-KI-Mythos-Unbefugte-wohl-mit-Zugriff-seit-dem-ersten-Tag-11266891.html
  7. https://www.heise.de/news/271-Firefox-Luecken-dank-Mythos-KI-geschlossen-Durchbruch-fuer-IT-Sicherheit-11267401.html
  8. https://qwen.ai/blog?id=qwen3.6-max-preview
  9. https://arxiv.org/abs/2603.15569
  10. https://huggingface.co/Tesslate/OmniCoder-9B
  11. https://huggingface.co/moonshotai/Kimi-K2.6
  12. https://www.heise.de/news/KI-Cluster-Vier-Macs-mit-2-TByte-koennen-Riesenmodell-Kimi-K2-Thinking-ausfuehren-11085555.html
  13. https://huggingface.co/MiniMaxAI/MiniMax-M2.7
  14. https://jangq.ai/
  15. https://mlx.studio/
  16. https://github.com/jjang-ai/vmlx
  17. https://openai.com/de-DE/index/introducing-gpt-5-5/
  18. https://openai.com/de-DE/index/introducing-gpt-5-4/
  19. https://www.heise.de/news/Eine-politische-Ehe-Aleph-Alpha-und-Cohere-verhandeln-ueber-Fusion-11253023.html
  20. mailto:rme@ix.de

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  • 05. Mai 2026 um 12:47

Daemon Tools: Mit Malware verseuchte Downloads

Von Heise
Ein Vergrößerungsglas mit Daten

(Bild: Balefire / Shutterstock.com)

Offiziell signierte Daemon-Tools-Installer von der Herstellerseite bringen Malware mit. Offenbar durch einen Lieferkettenangriff.

Wer seit dem 8. April die Daemon Tools Lite von der Herstellerwebseite heruntergeladen hat, hat damit Schadsoftware auf den Rechner verfrachtet. Die Installer sind mit den offiziellen digitalen Zertifikaten signiert und wirken zunächst unscheinbar. Anscheinend handelt es sich um eine Supply-Chain-Attacke.

Die Virenanalysten von Kaspersky [1] sind auf die infizierten Installer gestoßen. In ihrer Untersuchung führen sie aus, dass die Installer seit dem 8. April 2026 trojanisiert wurden – und das bis jetzt zu den aktuellen Downloads anhält. Anfang Mai sind die IT-Forscher darauf gestoßen und konnten dann die älteren infizierten Installer identifizieren. Betroffen sind demnach die Installer der Daemon Tools und Daemon Tools Lite von Version 12.5.0.2421 bis hin zu 12.5.0.2434. Eine Analyse der Fassung 12.5.0.233b des Lite-Installers auf VirusTotal [2] bestätigt mit einer heuristischen Erkennung von Kaspersky (HEUR:Trojan.Win64.Agent.gen) den Befall der aktuell auf der offiziellen Webseite der Daemon Tools herunterladbaren Dateien [3] (Achtung, zum Meldungszeitpunkt noch trojanisierte Downloads!). Kaspersky hat den Hersteller der Daemon Tools, AVB Disc Soft, kontaktiert, jedoch bislang offensichtlich erfolglos.

Die IT-Forscher ordnen aufgrund der Malware-Analyse die Angreifer als chinesisch-sprechend ein. Die Telemetrie der Kaspersky-Sensoren zeigt demnach, dass Individuen und Organisationen aus mehr als 100 Ländern die Software zum Hantieren mit Disk-Abbildern wie ISO-Images in infizierter Fassung installiert haben. Von allen betroffenen Maschinen habe jedoch lediglich ein Dutzend weitere Malware-Stufen nachgeladen. Die gehörten zu Einzelhandel, Wissenschaft, Behörden und Fertigungsindustrie. Das sei ein Hinweis auf gezielte Angriffe. Die Opfer stammen aus Russland, Brasilien, Türkei, Spanien, Deutschland, Frankreich, Italien und China.

Weitergehende Details

Interessierte finden in der Kaspersky-Analyse tiefergehende Details zu Malware und infizierten Dateien. Die Schadsoftware sammelt unter anderem Informationen, darunter Hardwaredaten wie MAC-Adressen oder über laufende Prozesse und installierte Software. Eine minimalistische Backdoor bringt sie ebenfalls mit. Am Ende listet Kaspersky eine längere Liste an Hinweisen auf Infektionen (Indicators of Compromise, IOC).

In jüngster Zeit kommt es vermehrt zu Angriffen, bei denen die bösartigen Akteure Schadcode in sonst vertrauenswürdige Software einschleusen. Ende vergangenen Jahres hatte es etwa den mächtigen Texteditor Notepad++ getroffen [4]. Auch die Webseite CPUID, die die populären Tools CPU-Z und HWMonitor [5] beheimatet, hatte Mitte April Malware verteilt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11282006

Links in diesem Artikel:

  1. https://securelist.com/tr/daemon-tools-backdoor/119654/
  2. https://www.virustotal.com/gui/file/e22024a58de56b3655d6be7e3b21703325a57e0dd920bd9611588f5e33bb5132/detection
  3. https://www.daemon-tools.cc/deu/downloads
  4. https://www.heise.de/news/Notepad-Updater-installierte-Malware-11109571.html
  5. https://www.heise.de/news/CPUID-Durch-Schwachstelle-mehrere-Stunden-Malware-verteilt-11256219.html
  6. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  7. mailto:dmk@heise.de

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  • 05. Mai 2026 um 12:13

Software Testing: Sicherheitstests für KI-Systeme

Von Heise
Software Testing:Sicherheitstests für KI Systeme

(Bild: Richard Seidl)

Was macht KI-Systeme angreifbar? Ein Überblick über Sicherheitslücken, manipulierte Trainingsdaten und wirksame Tests wie Penetrationstests.

In dieser Episode sprechen Richard Seidl und Jan Jürjens über Sicherheitstests in KI‑Systemen. Die beiden beleuchten Herausforderungen rund um selbstlernende Software, diskutieren typische Angriffsflächen und wie sich manipulierte Trainingsdaten oft schwer erkennen lassen. Jan Jürjens gibt Einblicke in praktische Schutzmechanismen und betont die Wichtigkeit intensiver Tests, etwa durch Penetrationstests und Filter für sensible Anfragen.

Jan Jürjens [2] verfügt über mehr als 25 Jahre praktische Erfahrung mit Softwaresicherheit. Erstes Buch (2005) ins Chinesische übersetzt. Aktuell: Director Research Projects (Fraunhofer ISST); Professor & Leiter, Institut Softwaretechnik (Uni Koblenz). Vorher: Professor für Software Engineering (TU Dortmund), Senior Member/Research Fellow (Robinson College, Uni Cambridge), Royal Society Industrial Fellow (Microsoft Research Cambridge), Postdoc (TU München), PhD Informatik (Uni Oxford) in Softwaresicherheit, Dipl.-Math. (Uni Bremen).

Software-Testing im Gespräch

Bei diesem Format dreht sich alles um Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste schauen sich Dinge an, die mehr Qualität in die Softwareentwicklung bringen.

Die aktuelle Ausgabe ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar: „Sicherheitstests für KI-Systeme – Jan Jürjens [4]“.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11255639

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  2. https://www.uni-koblenz.de/de/informatik/ist/juerjens/team/jan-jurjens
  3. https://www.heise-devsec.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_devsec.empfehlung-ho.link.link&LPID=33786
  4. https://www.richard-seidl.com/de/blog/sicherheitstests-ki-systeme
  5. mailto:mdo@ix.de

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  • 05. Mai 2026 um 08:25

heise+ | Agentic Commerce: Wer haftet, wenn KI einkauft?

Von Heise

Der Onlinehandel über KI-Agenten ist ein technisch neues und auch rechtlich komplexes Phänomen. Wir haben mit einem Juristen darüber gesprochen.

Der KI-Agent bestellt einen Laptop mit weniger Hauptspeicher als gewünscht. Ist er für diese Fehlbestellung selbst verantwortlich? Wer hat überhaupt mit wem einen Vertrag geschlossen? Und wie wird bei solchen Geschäften rechtlich sichergestellt, dass der Händler den Agenten nicht manipuliert – oder der Agent den Nutzer? Unser Dossier zu Agentic Commerce als neues Phänomen im Internethandel [1] [1] wirft viele rechtliche Fragen auf.

Das einschlägige Recht, das im Onlinehandel greift, ist auf Agentic Commerce bislang nicht zugeschnitten, sagt der Rechtsanwalt Peter Frey. Frey ist Partner der Kanzlei Annerton und auf Finanz- sowie Finanzaufsichtsrecht spezialisiert. Im Gespräch mit c’t betont er, dass praktische Erfahrungen noch fehlen, weil bisher kein Dienstleister Agentic Commerce in vollem Umfang vom Nutzerprompt bis zum automatischen Kauf durch den KI-Agenten unter Geltung des deutschen Rechts anbietet. Für solch einen Prozess gibt es in Deutschland folglich weder Verwaltungspraxis der Aufsichtsbehörden noch Rechtsprechung.

Immerhin existieren bei wichtigen Aspekten wie Vertragsschluss, Haftung und Zahlung Denkansätze, allerdings nicht immer unmittelbar rechtssichere Lösungen. Unser Artikel geht der Frage nach, ob und unter welchen Bedingungen vollautonomer Agentic Commerce aus rechtlicher Sicht bereits stattfinden könnte.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11184822

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/Agentic-Commerce-Wie-weit-autonomes-Einkaufen-schon-ist-11184792.html
  2. https://www.heise.de/ratgeber/Agentic-Commerce-Wie-weit-autonomes-Einkaufen-schon-ist-11184792.html
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Agentic-Commerce-Wer-haftet-wenn-KI-einkauft-11184822.html
  4. https://www.heise.de/hintergrund/Wero-in-ersten-Onlineshops-Ueberblick-und-Hintergrund-11077850.html
  5. https://www.heise.de/hintergrund/Wie-Amazon-kuenstliche-Intelligenz-einsetzt-10178707.html
  6. https://www.heise.de/hintergrund/So-funktioniert-Kaeuferschutz-bei-Bezahldiensten-11089055.html
  7. https://www.heise.de/hintergrund/So-funktioniert-Kaeuferschutz-auf-Onlinemarktplaetzen-11137477.html

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  • 05. Mai 2026 um 07:00

Google-Leak: Pixel-11-Serie soll neue Kameras und weniger RAM bekommen

Von Tobias Költzsch
Ein großer Leak zur kommenden Pixel-11-Reihe verrät im Grunde alle wichtigen Details – unter anderem zum SoC und zu den Kameras .
Der Temperatursensor der Pro-Modelle (hier ein Pixel 10 Pro XL) soll einem LED-Display weichen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Temperatursensor der Pro-Modelle (hier ein Pixel 10 Pro XL) soll einem LED-Display weichen. Bild: Tobias Költzsch/Golem

Ein Leaker hat zahlreiche Details zu den kommenden Pixel-11-Modellen veröffentlicht. Wie 9to5Google berichtet , hat Mystic Leaks auf Telegram nahezu alle wichtigen technischen Daten zu den neuen Modellen Pixel 11, Pixel 11 Pro, Pixel 11 Pro XL und Pixel 11 Pro Fold preisgegeben.

Demnach soll Google einige Hardware-Änderungen planen. So soll die neuen Pixel-11-Reihe mit dem Tensor-G6-SoC erscheinen, der eine 1+4+2-Konfiguration hat. Verwendet werden sollen Arm-C1-Kerne, die maximale Taktrate des C1 Ultra soll bei 4,11 GHz liegen. Als Grafikeinheit soll eine CXTP-48-1536 von PowerVR verwendet werden, das Modem soll von Mediatek stammen.

Den Arbeitsspeicher soll Google bei den Einsteigermodellen der Pro-Geräte von bisher 16 auf 12 GByte reduzieren. Dies könnte ein Zugeständnis an die gestiegenen Speicherpreise sein, um den Verkaufspreis der Geräte halbwegs stabil zu halten. Zu Preisen gibt es noch keine Informationen.

Neue Kamerasensoren für alle Modelle

Das Pixel 11 soll einen neuen Hauptkamerasensor bekommen, der 50 Megapixel haben soll. Dieser kommt dem Leak zufolge auch beim Fold-Modell zum Einsatz. Die Pro-Geräte sollen neue Sensoren für die Haupt- und die Telekameras bekommen, zu denen es noch keine Informationen gibt.

Den Temperatursensor im Kameramodul der Pro-Modelle soll Google abschaffen wollen. Stattdessen wird ein kleines, offenbar "Pixel Glow" genanntes LED-Display verbaut. Diese könnte, wie die Glyph-Anzeige von Nothing-Smartphones, Details zu Benachrichtigungen oder Anrufen anzeigen.

Die Pixel-11-Serie soll zudem die erste sein, die mit Googles neuer Gesichtserkennung zum Entsperren kommt. Das grundlegende Design der neuen Geräte soll dem der Pixel-10-Serie entsprechen. Erscheinen werden die neuen Smartphones wahrscheinlich im August 2026.

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  • 05. Mai 2026 um 12:45

Gamepad: Scalper fordern Wucherpreise - Steam Controller nach Minuten ausverkauft

Von Peter Steinlechner
Der neue Steam Controller ist nach rund 30 Minuten ausverkauft gewesen. Scalper bieten das Eingabegerät für teils mehr als das Doppelte an.
Artwork des Steam Controller (Bild: Steam)
Artwork des Steam Controller Bild: Steam

Der neue Steam Controller von Valve ist ein Opfer seines eigenen Erfolgs geworden: Das Gamepad ist rund 30 Minuten nach der Verfügbarkeit am 4. Mai 2026 komplett ausverkauft gewesen. Zeitweise brach der Shop unter der Last der Zugriffe ein, Nutzer berichteten von Fehlermeldungen und abgebrochenen Bestellvorgängen.

Der Ansturm kam wenig überraschend, fiel aber offenbar heftiger aus als erwartet. Viele Interessenten gingen leer aus, obwohl sie pünktlich zum Verkaufsstart bereitstanden.

Kurz nach dem Ausverkauf waren dann auch erste Angebote auf Zweitmarktplätzen zu finden. Dort verlangen Scalper teils drastische Aufpreise: Statt der offiziellen 100 Euro werden in ersten Listings häufig 180 bis über 250 Euro aufgerufen. Einzelne Angebote liegen sogar noch darüber.

Ob diese Preise tatsächlich bezahlt werden, ist wie immer bei solchen Angeboten offen. Es wird aber deutlich, wie stark die Nachfrage aktuell ist und wie gezielt Wiederverkäufer die Situation ausnutzen.

Das Interesse am zweiten Steam Controller speist sich aus mehreren Faktoren. Valve bleibt einem ungewöhnlichen Konzept treu und kombiniert Trackpads, Gyroskop und umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten mit moderner Technik wie TMR-Sticks.

Wohl kein Eingabegerät für jeden Spieler

Für viele PC-Spieler ist das Gerät damit eine potenziell flexible Alternative zu klassischen Gamepads – insbesondere für Strategietitel oder Aufbauspiele, die sonst Maus und Tastatur erfordern.

Wie schnell Nachschub verfügbar sein wird, ist bislang unklar. Valve hat sich dazu noch nicht konkret geäußert. Erfahrungsgemäß könnten weitere Verkaufswellen folgen, allerdings dürfte die Nachfrage auch dann hoch bleiben und damit das Risiko erneuter Engpässe.

In ersten Tests und Einschätzungen zeigt sich der Controller als technisch spannend und vielseitig, aber auch als gewöhnungsbedürftig. Je nach Spiel kann er klassische Eingabegeräte sinnvoll ersetzen oder ergänzen, verlangt Nutzern aber eine gewisse Einarbeitung ab. Damit bewegt sich auch die neue Version zwischen innovativem Werkzeug und Nischenlösung.

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  • 05. Mai 2026 um 12:30

KI-Agenten-Smartphone: OpenAI arbeitet mit Mediatek an Smartphone-Prozessor

Von Mike Faust
Ein Analyst sieht in der Zusammenarbeit zwischen OpenAI und Mediatek deutliche Anzeichen für die Entwicklung eines KI -Agenten- Smartphones .
Sam Altman nannte bisher nur wenig Details zur Art des KI-Geräts von OpenAI. (Bild: Andrew Harnik/Getty Images)
Sam Altman nannte bisher nur wenig Details zur Art des KI-Geräts von OpenAI. Bild: Andrew Harnik/Getty Images

Laut dem Tech-Analysten Ming-Chi Kuo beschleunigt OpenAI die mögliche Entwicklung eines KI-Agenten-Smartphones. In einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X schreibt er, dass die Massenproduktion des Geräts bereits im Jahr 2027 starten könnte, um den für Ende des Jahres 2026 geplanten Börsengang von OpenAI zu unterstützen und der steigenden Konkurrenz im Bereich der KI-Agenten auf Smartphones entgegenzuwirken.

Als möglichen Partner sieht Kuo Mediatek als am besten positioniert. Das Unternehmen könnte eine angepasste Version des Smartphone-Prozessors Dimensity 9600 liefern, der ab dem zweiten Halbjahr 2026 auf TSMCs verbessertem Zwei-Nanometer-Fertigungsknoten (N2P) produziert werden soll.

Die damit möglichen Verbesserungen des Dimensity 9600 sollen sich insbesondere positiv auf die Bildverarbeitung auswirken, wodurch eine bessere visuelle Wahrnehmung der realen Umgebung möglich werden soll. Die Dual-NPU-Architektur soll zudem heterogene KI-Berechnungen ermöglichen und LPDDR6 sowie UFS 5.0 Speicherengpässe vermeiden.

Umfassender KI-Agenten-Service benötigt Kontrolle über Soft- und Hardware

Dass OpenAI mit Mediatek und Qualcomm an der Entwicklung von Smartphone-Prozessoren arbeitet, gab Kuo bereits in einem früheren Beitrag auf X bekannt. Darin nannte er noch das Jahr 2028 als möglichen Produktionsbeginn und führte an, was für die Entwicklung eines Smartphones durch OpenAI spricht.

Demnach kann OpenAI nur dann einen umfassenden KI-Agenten-Service anbieten, wenn es die vollständige Kontrolle über Soft- und Hardware ausüben kann. Zudem erfassen Smartphones permanent und in Echtzeit ihre Nutzer, was Kuo als wichtigste Eingangsgröße für die Echtzeit-Inferenz von KI-Agenten bezeichnet.

Da OpenAI bereits über eine etablierte Marke sowie jahrelang gesammelte Kundendaten verfüge und die Smartphone-Technik bereits ausgereift sei, liege es daher für OpenAI nahe, mit der bestehenden Lieferkette zusammenzuarbeiten, um ein solches Gerät zu entwickeln, heißt es weiter. Indem OpenAI sein Geschäftsmodell der Abonnements mit Hardware bündelt, könnte das Unternehmen ein neues Ökosystem für KI-Agenten aufbauen, so Kuo.

OpenAI-Chef Sam Altman sprach bisher immer nur davon, dass ein KI-Gerät entwickelt werde , beschrieb die Geräteklasse aber nicht genauer. An der Entwicklung ist auch der ehemalige Apple-Chefdesigner Jony Ive beteiligt, dessen Start-up von OpenAI im Mai 2025 aufgekauft wurde .

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  • 05. Mai 2026 um 12:15

Störungsmeldung vom 04.05.2026 14:20

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider T-Mobile

Details

Beginn
04.05.2026 14:20
Region
Witzenhausen (05542)
Provider
T-Mobile
Zugangsart
FTTH

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 04. Mai 2026 um 14:20

Tim Cook: Erster großer Fehler war Apple Maps

Von Heise
Tim Cook und die erste Version von Apple Maps

Tim Cook und die erste Version von Apple Maps: Anfangs viel Kritik.

(Bild: Apple / Montage heise medien)

Der Umstieg von Google Maps auf den eigenen Kartendienst war 2012 für Apple peinlich – und führte zu Verwerfungen. Der aus dem Amt scheidende CEO erinnert sich.

Im Herbst liegt Apples Entscheidung, sich von Google Maps als Kartendienst abzuwenden [1] und mit Apple Maps ein eigenes Angebot aufzubauen, 14 Jahre zurück. Für Tim Cook, der als CEO im September den Staffelstab an John Ternus übergeben [2] wird, ist die Erinnerung daran offensichtlich immer noch mit einem gewissen Trauma verbunden. Denn der Service war anfangs keineswegs fehlerfrei [3] und Cook höchstpersönlich entschuldigte sich daraufhin [4] öffentlich. Es folgte das Feuern eines direkt Verantwortlichen [5] und schließlich der Abgang des einst mächtigen iOS-Chefs Scott Forstall [6].

Produkt nicht bereit – aber Cook reagierte

Davon berichtete Cook bei einer im April abgehaltenen Town-Hall-Veranstaltung des iPhone-Konzerns [7]. Der Start von Apple Maps sei „sein erster wirklich großer Fehler“ als Firmenchef gewesen. „Das Produkt war nicht bereit und wir dachten, wir würden da nur so einen lokalen Dienst testen“. Stattdessen zeigte sich, wie abhängig die Nutzer davon waren. So zeigte Apple Maps bekannte Orte falsch an, es gab diverse Grafikfehler und eine teilweise nicht funktionierende Navigation. Alles in allem war die Nutzererfahrung signifikant schlechter als zuvor mit Google Maps.

Neben dem Managementumbau infolge dieses Fehltrittes reagierte Apple schnell: Cook ordnete an, das Problem zu lösen, und Apple Maps wurde mit den Jahren immer besser. Mittlerweile liegt der Dienst gleichauf zu Google Maps, ist in manchen Bereichen sogar besser, beispielsweise beim Straßenbilderdienst LookAround [8] („Umsehen“). Allerdings plant Apple ab Sommer auch eine – zumindest aus Kritikersicht – Verschlechterung: Apple Maps soll dem Konzern erstmals mit Werbung Geld in die Kasse [9] spülen. Nutzer, die rein redaktionelle Inhalte gewohnt sind, könnte das stören, sind doch einige genau deshalb von Google Maps „geflohen“.

Stolz auf die Apple Watch

Stolz gab sich Cook auf der Veranstaltung jedoch zur Vorstellung der Apple Watch und insbesondere derer Gesundheitsfeatures. Er bekomme täglich von Nutzern Nachrichten, dass die Uhr ihnen das Leben gerettet habe – dank der verschiedenen Diagnosefunktionen etwa für hohen Blutdruck oder Puls. Er erinnere sich noch daran, als er die erste Nachricht dazu bekam, sagte Cook.

Apple gehe es immer darum, das Richtige für die Nutzer zu tun. „[Beim Apple-Maps-Debakel] entschuldigten wir uns und sagten den Leuten: Geh zu diesen anderen Apps, die sind besser als unsere.“ Das sei eine bittere Pille gewesen. „Aber es war das Richtige für unsere Nutzer.“ Das sei ein Beispiel dafür, diese in den Mittelpunkt für die eigenen Entscheidungen zu stellen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11276421

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Apple-gibt-iOS-6-frei-1711439.html
  2. https://www.heise.de/meinung/Kommentar-zum-Wechsel-an-der-Apple-Spitze-Danke-Tim-Cook-hallo-John-Ternus-11265093.html
  3. https://www.heise.de/news/Unmut-und-Erheiterung-ueber-iOS-6-Maps-1714063.html
  4. https://www.heise.de/news/Apple-Chef-Cook-entschuldigt-sich-fuer-Karten-Probleme-in-iOS-6-1720155.html
  5. https://www.heise.de/news/Berichte-Apples-Maps-Manager-gefeuert-1758194.html
  6. https://www.heise.de/news/Apple-Chef-baut-Firmenspitze-um-iOS-Chef-gefeuert-1738890.html
  7. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-22/tim-cook-regrets-maps-flub-sees-apple-watch-as-his-proudest-work
  8. https://www.heise.de/news/Apple-Karten-Streetview-Ansicht-jetzt-auch-am-PC-10213071.html
  9. https://www.heise.de/news/Bericht-Werbung-in-Apples-Karten-App-bereits-im-kommenden-Jahr-10900059.html
  10. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  11. https://www.heise.de/mac-and-i
  12. mailto:bsc@heise.de

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  • 04. Mai 2026 um 17:06
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