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(Bild: Oleg Elkov,shutterstock)
Die langfristige Tragfähigkeit einer Umorientierung hängt – genau wie bei Dollar und Euro – davon ab, ob genug Yuan erwirtschaftet werden können. Eine Analyse.
Afrikanische Länder nutzen ihre Chancen für einen Währungswechsel: Kenia hat im Oktober vergangenen Jahres Kredite in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar von chinesischen Gläubigern in Yuan umgewandelt. Dabei wurden die ursprünglich auf fünf Milliarden Dollar laufenden Eisenbahnkredite der Export-Import Bank of China umgeschuldet.
Wichtig: Der chinesische Gläubiger halbierte den Zinssatz, was dem ostafrikanischen Land Einsparungen von jährlich rund 215 Millionen Dollar beschert, wie Finanzminister John Mbadi mitteilte [1].
Äthiopien verhandelt derzeit über einen ähnlichen Schritt. Das Land will etwa 5,4 Milliarden Dollar seiner chinesischen Schulden in Renminbi umwandeln [2], was die Zinskosten von derzeit 7,25 auf drei Prozent senken würde. Der Internationale Währungsfonds stuft Äthiopiens Schuldenlast bereits als "nicht tragfähig" ein, nachdem das Land im Dezember 2023 eine Zinszahlung auf Eurobonds verpasst hatte.
Sambia geht sogar noch einen Schritt weiter. Als erstes afrikanisches Land akzeptiert der zweitgrößte Kupferproduzent des Kontinents seit Oktober die chinesische Währung offiziell für Steuern und Lizenzgebühren aus dem Bergbausektor. Die Zentralbank bestätigte, dass chinesische Bergbauunternehmen nun einen Teil ihrer Steuerverpflichtungen in Renminbi begleichen [3] können.
Die Umschuldungen erfolgen vor dem Hintergrund massiv gestiegener Zinslasten. Kenias Eisenbahnkredite liefen ursprünglich mit variablen Zinssätzen von drei und 3,6 Prozent über dem US-Marktzins. Als 2019 und 2020 die Tilgungspausen ausliefen, betrugen die Gesamtzinsen etwa vier Prozent. Bis 2023 hatten sich diese Kosten mehr als verdoppelt.
Die Schuldenkrise Kenias wurde durch den starken Dollar und die US-Zinserhöhungen verschärft. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt hatte das ostafrikanische Land seine Staatsschulden zwischen 2013 und 2023 nahezu verdoppelt.
Für China sind die Schuldenumwandlungen Teil einer langfristigen Strategie zur Internationalisierung des Renminbi. Seit der globalen Finanzkrise verfolgt Peking einen schrittweisen, staatlich gesteuerten Ansatz. Zunächst wurde die Währung im grenzüberschreitenden Handel etabliert, dann Offshore- und Reservemärkte entwickelt. Nun kommen bilaterale Schuldenumwandlungen hinzu.
Die Bank of Zambia begründete die Annahme von Yuan-Steuerzahlungen damit, dass ein großer Teil der Kupferexporte nach China gehe und chinesische Bergbauunternehmen bereits Zahlungen aus China in Renminbi erhielten. "Die Diversifizierung und der Aufbau der Reserven ist ein zentrales Ziel der Bank of Zambia, und der Kauf von Renminbi ermöglicht es der Bank, dieses Ziel zu verwirklichen", teilte die Zentralbank mit.
Sie fügte hinzu, dass das Halten von Yuan es Sambia erlaube, "seine Schulden gegenüber China auf kostengünstigere Weise zu bedienen". Im Oktober begann die sambische Zentralbank, einen offiziellen Wechselkurs zwischen Renminbi und Kwacha zu veröffentlichen, damit Bergbauunternehmen wählen können, ob sie Dollar oder Yuan verkaufen, um Steuern zu zahlen.
China fördert darüber hinaus aktiv ein alternatives Zahlungssystem [4]. Das Cross-Border Interbank Payment System (CIPS) verbindet laut der chinesischen Zentralbank mittlerweile über 1.600 Finanzinstitute in fast 120 Ländern.
Die langfristige Tragfähigkeit der Währungsumstellung hängt jedoch davon ab, ob afrikanische Länder genug Yuan durch Exporte nach China erwirtschaften können.
Kenia steht diesbezüglich vor erheblichen Herausforderungen. Im Jahr 2023 betrugen die kenianischen Exporte nach China lediglich 200 Millionen Dollar, während die Importe aus China 3,2 Milliarden Dollar erreichten. Um die Yuan-Kredite zu bedienen, muss das Land entweder seine Dollareinnahmen in Yuan umtauschen oder die Exporte nach China massiv steigern.
Die Central Bank of Kenya wies im Juni 2025 aus, dass Yuan fünf Prozent der offiziellen Währungsreserven ausmachten. Der US-Dollar dominiert weiterhin mit 59,7 Prozent, gefolgt vom Euro mit 27,3 Prozent. Kenias wichtigste Exportgüter wie Tee, Kaffee und Avocados und die Tourismuseinnahmen werden in Dollar umgesetzt. Auch Überweisungen aus dem Ausland (remittances), die einen erheblichen Teil der Devisenzuflüsse ausmachen, stammen zur rund der Hälfte (2,78 Milliarden Dollar in 2024) aus den USA.
Für multilaterale Institutionen wird die Schuldenverwaltung komplizierter. Der Gemeinsame Rahmen der G20 für Umschuldungen souveräner Schulden basiert auf Dollar-Benchmarks und der Vergleichbarkeit der Behandlung. Der wachsende Anteil von Renminbi-Verbindlichkeiten wirft Fragen auf, wie Forderungen bewertet oder auch Verluste aufgeteilt und die differierenden Systeme finanzieller Steuerung (financial governance) aufeinander abgestimmt werden.
Für Länder mit Verpflichtungen gegenüber westlichen und chinesischen Gläubigern wird die Politik der Schuldenerleichterung zunehmend mit der Geopolitik des Währungswettbewerbs verwoben. Selbst wenn die Gläubiger chinesisch bleiben, verändert die Umstellung von Dollar- auf Yuan-Kredite die Währungszusammensetzung der Portfolios und führt neue Herausforderungen für Bewertung, Aufsicht und politische Abstimmung ein.
In Kenia war die Entscheidung zur Umschuldung stark von innenpolitischem Druck getrieben. Mitte 2024 führten vom IWF geforderte Steuererhöhungen zu einer großen, von Jugendlichen angeführten Protestbewegung, die 50 Menschenleben kostete. Um die Risiken breiter zu streuen, bemüht sich Nairobi daher, sein Schuldenportfolio zu differenzieren.
Die Einsparungen bei den Zinskosten mit China sind daher nur ein Element von Kenias Strategie zur Schuldenverwaltung, zu der auch zwei Eurobond-Emissionen in Höhe von jeweils 1,5 Milliarden Dollar in diesem Jahr und eine von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte kommerzielle Kreditfazilität gehören.
Eine Diversifizierung der kenianischen Wirtschaftsbeziehungen scheint denn auch überfällig. Die Schließung von USAID und das Auslaufen des African Growth and Opportunity Act (AGOA) – von dem Kenia einer der größten Nutznießer in Afrika war – haben die Beziehungen zwischen Washington und Nairobi spürbar abgekühlt.
Mehrere andere afrikanische Länder prüfen [5] ähnliche Schritte. Simbabwe handelt schon länger [6] in Yuan mit China. Nigeria, Südafrika und Angola haben bereits durch Vereinbarungen ihrer Zentralbanken mit Peking Handels- und Finanzierungsrahmen auf Yuan-Basis geschaffen.
Die Zentralbank von Ghana nutzt den Renminbi bereits als Teil ihrer Abrechnungs- und Reservewährung. Die nigerianische Zentralbank kündigte Anfang des Jahres Berichten zufolge an, einen größeren Teil ihrer Devisenreserven von Dollar in Yuan umzuschichten. Noch werden etwa 85 Prozent der nigerianischen Reserven in US-Dollar gehalten.
Im März vergangenen Jahres unterzeichnete die südafrikanische Reservebank ein Abkommen mit der People's Bank of China, um in Chinas Anleihemarkt zu investieren.
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[1] https://www.chathamhouse.org/2025/11/kenyas-conversion-chinese-debt-renminbi-reflects-economic-pragmatism-more-strained-us-ties
[2] https://thediplomat.com/2025/11/debt-relief-as-currency-strategy-chinas-renminbi-push-in-africa/
[3] https://africa.businessinsider.com/local/markets/zambia-becomes-the-first-african-country-to-take-mining-taxes-in-chinas-yuan/ef0t668
[4] https://www.telepolis.de/article/Chinas-Zahlungssystem-Im-Schatten-von-SWIFT-waechst-CIPS-11127865.html
[5] https://birdstoryagency.com/more-african-countries-are-embracing-the-yuan/
[6] https://africarenewal.un.org/en/magazine/chinese-yuan-penetrates-african-markets
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Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist angespannt
(Bild: Pawel Michalowski/Shutterstock.com)
Die Wirtschaft in Deutschland startet verhalten ins Jahr 2026. Unternehmen kämpfen weiterhin mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und strukturellen Risiken.
Die DIHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026 [1] zeichnet ein weiterhin angespanntes Bild der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Trotz leichter Aufhellungen bleibt die konjunkturelle Dynamik schwach. Hohe Standortkosten, geopolitische Unsicherheiten und eine schwache Inlandsnachfrage belasten die Unternehmen branchenübergreifend.
Grundlage der Auswertung [2] ist eine bundesweite Befragung von rund 26.000 Unternehmen aller Branchen und Regionen, deren Antworten von den Industrie- und Handelskammern erhoben und aggregiert werden. Die Umfrage liefert regelmäßig ein Stimmungsbild zu Geschäftslage, Erwartungen sowie Investitions- und Beschäftigungsplänen der Betriebe.
Die jüngste Erhebung wurde vor Beginn des Iran-Krieges [3] durchgeführt, dessen Folgen also noch nicht eingepreist sind.
Zu Jahresbeginn 2026 zeigt sich die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin schwach. Die DIHK rechnet lediglich mit einem Wachstum von etwa einem Prozent, das zum großen Teil auf statistische Effekte zurückzuführen ist und keine nachhaltige Dynamik widerspiegelt.
Die Geschäftslage verbessert sich nur leicht. Nur 16 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit besseren Geschäften, 25 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.
Als häufigste Geschäftsrisiken nennen die Unternehmen die Arbeitskosten (59 Prozent), die Inlandsnachfrage (58 Prozent) und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (58 Prozent). Darauf folgen Energie- und Rohstoffpreise (48 Prozent), die Auslandsnachfrage (44 Prozent) und der Fachkräftemangel (40 Prozent).
Die Exporterwartungen haben sich leicht verbessert, bleiben jedoch kein tragender Wachstumsmotor. 22 Prozent der Unternehmen rechnen mit sinkenden Ausfuhren, ebenso viele erwarten eine Steigerung.
Bei Investitionen dominieren weiterhin Ersatz- (66 Prozent) und Rationalisierungsmaßnahmen (34 Prozent. Erweiterungsinvestitionen (19 Prozent) oder innovationsgetriebene Projekte (29 Prozent) bleiben selten, was auf strukturelle Unsicherheiten und hohe Kosten hinweist. Ebenfalls ein geringfügiges Investitionsmotiv ist der Umweltschutz (17 Prozent), was auf mangelnde Anreize dazu hinweist. Nur 23 Prozent der Betriebe planen mit erhöhten Budgets, 33 Prozent beabsichtigen einer Verringerung ihrer Investitionen.
Die Industrie bleibt unter erheblichem Druck. Hohe Energie- und Arbeitskosten sowie schwache Nachfrage beeinträchtigen Produktion und Wettbewerbsfähigkeit.
Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Zurückhaltung bei Inlandsinvestitionen. Einige Unternehmen orientieren sich stärker international, um bessere Rahmenbedingungen zu nutzen. Im Baugewerbe dämpfen hohe Finanzierungskosten, Materialpreise und eine schwache Nachfrage im Wohnungsbau die Geschäftsentwicklung.
Gleichzeitig sorgen öffentliche Infrastrukturmaßnahmen für punktuelle Stabilisierung. Diese können den Rückgang im privaten Bau jedoch nur teilweise ausgleichen. Der Handel leidet besonders unter der schwachen Konsumnachfrage. Die Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte wirkt sich unmittelbar auf Umsatz und Planungssicherheit aus.
Zugleich verschärfen steigende Betriebskosten und strukturelle Veränderungen im Konsumverhalten den Anpassungsdruck im stationären und digitalen Handel. Die Dienstleister zeigen sich insgesamt etwas stabiler, profitieren jedoch nicht von einer breiten konjunkturellen Belebung.
Während unternehmensnahe Dienstleistungen von Transformations- und Digitalisierungsprozessen profitieren, bleibt die Nachfrage in anderen Segmenten verhalten.
Die Entwicklung am Arbeitsmarkt spiegelt die schwache Konjunktur wider. Die Beschäftigungsdynamik verliert an Schwung, und erste Anpassungen sind in mehreren Branchen sichtbar. Zwölf Prozent der Unternehmen planen eine Ausweitung ihres Personalbestands, während 23 Prozent von einem Rückgang ausgehen.
Viele Unternehmen planen derzeit zurückhaltend. Neueinstellungen werden vorsichtig geprüft, während Effizienzsteigerungen und Automatisierung stärker in den Fokus rücken. Die DIHK geht von einem Rückgang der Erwerbstätigen in Höhe 50.000 Personen aus.
"Der internationale Wettbewerb wird stärker", warnt Helena Melnikow, Hauptgeschäftsführerin der DIHK in der Pressemitteilung vom 17. Februar [4]. Die DIHK fordert Reformen: "Bürokratie runter, Arbeits- und Energiekosten runter, Regeln verlässlich."
Die DIHK argumentiert vor allem aus der Perspektive der Unternehmer. Das Stimmungsbild ersetzt keine umfassende makroökonomische Analyse [5]. Der Fokus auf Kostenbelastungen, insbesondere der Arbeitskosten [6], sucht kurzfristige Entlastungen, lässt jedoch die damit verbundene Externalisierung von Kosten und langfristige Kosten und Auswirkungen auf die Inlandsnachfrage außer acht.
Auch die Forderung nach Bürokratieabbau muss stärker konkretisiert und kritisch abgewogen werden. Der Abbau an der falschen Stelle [7] kann Schäden und Mehrkosten nach sich ziehen. Auch konterkariert der Abbau von Verwaltung tendenziell die Forderung nach verlässlichen Regeln. Diese brauchen nämlich jene, die sie umsetzen und überprüfen.
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[1] https://www.dihk.de/de/newsroom/konjunkturumfrage-jahresbeginn-2026-167022#:~:text=%22Wir%20rechnen%202026%20mit%20einem,,%20unsere%20Wettbewerber%20sind%20dynamischer.%22&text=Die%20DIHK%20erwartet%20f%C3%BCr%20das,Wirtschaftswachstum%20von%201,0%20Prozent.
[2] https://www.dihk.de/resource/blob/168718/096b5f927c7554d856c54c0e8471569a/konjunktur-dihk-konjunkturumfrage-jahresbeginn-2026-data.pdf
[3] https://www.telepolis.de/thema/Irankrieg-2026
[4] https://www.dihk.de/de/newsroom/melnikov-mit-angezogener-handbremse-kommen-wir-aus-dem-tal-nicht-heraus--169606
[5] https://www.telepolis.de/article/IMK-Bericht-Konjunkturampel-weiter-auf-gelb-11165057.html
[6] https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.dgb.de/aktuelles/news/druck-auf-die-arbeitskosten-ist-kontraproduktiv/&ved=2ahUKEwjN8pTinO-SAxX88LsIHWb7Ef4QFnoECCIQAQ&usg=AOvVaw2ACv8njbbAnWgJeK53y_X6
[7] https://makroskop.eu/02-2025/verwaltung-am-limit-uberforderung-ist-das-neue-normal/
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Neue Bahnprojekte verbinden Häfen, Rohstoffe und Märkte. Hinter dem Infrastrukturboom wächst ein geopolitischer Wettbewerb, in dem Europa kaum vorkommt.
Ostafrika erlebt einen neuen Schienen-Boom. Der Hafen von Mombasa ist das wirtschaftliche Herzstück Ostafrikas — doch sein Hinterland bleibt schwer erreichbar.
Eine Eisenbahn soll das ändern: Kenia hat den Bau der Normalspur-Eisenbahn SGR (Standard Gauge Railway) von Naivasha bis zur ugandischen Grenze bei Malaba wieder aufgenommen, nachdem das Projekt sechs Jahre lang wegen ausgetrockneter chinesischer Kreditlinien brach gelegen hatte.
Die Strecke ist das Kernstück eines regionalen Handelskorridors, der Uganda, Ruanda, die Demokratische Republik Kongo und Südsudan mit dem Indischen Ozean verbinden soll.
Achtzig Prozent des afrikanischen Güterverkehrs laufen über die Straße, wie das Fachportal Logistics Update Africa [1] in einer Analyse der regionalen Logistiklandschaft festhält.
Rund siebzig Prozent der 7,37 Millionen Tonnen Transitfracht [2], die jährlich den Hafen von Mombasa passieren, sind für den Binnenstaat bestimmt oder kommen von dort – über die Straße. Eine fertiggestellte SGR-Verbindung bis Malaba würde die Frachtkosten nach Berechnungen der kenianischen Regierung um rund 35 Prozent senken und die Reisezeit zwischen Kampala und Nairobi von 14 auf etwa vier Stunden verkürzen, so das ugandische Wirtschaftsportal PML Daily [3].
Dass das bestehende Teilstück zwischen Mombasa und Nairobi wirtschaftlich trägt, belegen die Betriebszahlen: Die Frachteinnahmen übersteigen monatlich knapp neun Millionen Euro, die Passagiereinnahmen sind um vierzig Prozent gestiegen und lagen allein im Dezember 2025 bei rund vier Millionen Euro, sagte Ruto beim Spatenstich laut Logistics Update Africa [4].
Die Finanzierung ist der politisch heikelste Punkt: Nach dem Rückzug chinesischer Kredite im Rahmen der Belt and Road Initiative stagnierte das Projekt über sechs Jahre und endet bis heute in Naivasha, rund 350 km vor der ugandischen Grenze; Kritiker sehen darin ein Symbol chinesischer Schuldendiplomatie, was Peking zurückweist [5].
Der Bau erfolgt erneut mit einem chinesischen Unternehmen (China Communications Construction Company), diesmal jedoch ohne neue Staatskredite: Finanziert wird über eine "Revenue Securitisation", bei der Einnahmen der bestehenden Frachtlinie als Sicherheit dienen; zugleich wurden frühere Kredite mit China neu verhandelt, um den Schuldendruck zu senken, während Ruto nur vage von „innovativen Finanzierungsmechanismen“ sprach.
Uganda finanziert den Ausbau teilweise über den islamischen Kapitalmarkt: Für die 273 km lange Strecke Malaba–Kampala ist ein Sovereign Sukuk [6] über 405 Millionen Euro geplant, bei dem Investoren an Projekterträgen beteiligt werden; damit zielt Kampala gezielt auf Kapital aus dem rund 4,9 Billionen Dollar schweren islamischen Finanzmarkt.
Uganda ist der Schlüsselstaat des gesamten Korridors — und genau das macht seine Position so interessant. Kampala ist der größte Transitkunde des Hafens von Mombasa, schickt aber gleichzeitig Signale in eine andere Richtung.
Am 13. März 2026, weniger als eine Woche vor dem kenianischen Spatenstich, unterzeichneten Uganda und Tansania in Daressalaam ein Memorandum of Understanding zur gemeinsamen Entwicklung einer SGR-Verbindung zwischen den beiden Ländern, berichtet die ugandische Tageszeitung New Vision [7].
Die geplante Strecke Isaka–Lusahunga–Murongo/Kikagati–Mpondwe soll mehr als 600 Kilometer umfassen und bis in den Osten der Demokratischen Republik Kongo verlängert werden.
Ugandas Regierung begründet das Projekt mit hohen Transportkosten; laut Außenministerium ist es ein trilaterales Vorhaben mit Tansania und der DR Kongo, dessen Verhandlungen abgeschlossen sind und das bereits von der Afrikanischen Entwicklungsbank für 2026 priorisiert wurde.
Dass Uganda parallel Verbindungen nach Kenia und Tansania plant, ist Kalkül: Laut Reuters [8] will Kampala seine neue SGR gezielt mit dem tansanischen Netz und dem Hafen Dar es Salaam verknüpfen, da dieser Korridor für den Abtransport von Gold, Kupfer und Eisenerz aus dem Süden und Südwesten günstiger sein könnte als der Weg über Mombasa.
Während Kenia im Westen des Landes den SGR-Ausbau vorantreibt, verfolgt es im Norden eine zweite, noch weitreichendere Schienenambition: Den Lamu-Port-South-Sudan-Ethiopia-Transport-Corridor, kurz LAPSSET, das größte und ambitionierteste Infrastrukturprojekt Ostafrikas.
Eine 3.000 Kilometer lange Standardspurstrecke soll den baulich fertiggestellten, aber operativ noch unvollständigen Hafen von Lamu mit dem Landesinneren verbinden und sich in drei Äste aufteilen — nach Addis Abeba, nach Juba im Süd-Sudan und nach Nairobi.
Allein das erste Teilstück von Lamu nach Isiolo, dem neuen Netzknotenpunkt, wird 544 Kilometer lang und auf mindestens 3,49 Milliarden Dollar veranschlagt. [9] Die Verlängerung bis Äthiopien auf weitere 3,17 Milliarden Dollar. Das Projekt ist noch in der Planungs- und Machbarkeitsphase und wird vom Infrastrukturfonds der Afrikanischen Union unterstützt.
Der wichtigste potenzielle Nutzer des LAPSSET-Korridors ist Äthiopien. Das Land mit über 130 Millionen Einwohnern verlor seinen Meereszugang mit der Unabhängigkeit Eritreas in den frühen 1990er Jahren und zahlt seither jährlich rund zwei Milliarden Dollar an Hafen- und Liegegebühren im Hafen von Djibouti — Kosten, die Addis Abeba als untragbar betrachtet. Äthiopiens Außenhandel belief sich 2023 auf rund 20 Milliarden Dollar, und Prognosen gehen davon aus, dass er sich binnen eines Jahrzehnts mehr als verdoppeln [10] könnte.
Lamu wäre für Äthiopien eine deutlich günstigere Alternative — sofern die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Wie sehr sie noch fehlt, zeigte sich bereits praktisch: Als Äthiopien erstmals Fracht über Lamu abwickelte, eine Lieferung von 60.000 Tonnen Düngemittel, musste die gesamte Ladung per Lastwagen ins Landesinnere transportiert werden.
Im März 2025 vereinbarte die südkoreanische Staatsbahn KORAIL mit Äthiopien den Bau der Bahn von Mojo über Moyale nach Lamu; bereits 2023 hatten Kenia und Äthiopien eine Kooperation zur Finanzierungssuche geschlossen, doch Zeitplan und Finanzierung bleiben offen.
Dass Lamu trotz fehlender Bahnanbindung wächst, zeigen die Umschlagszahlen des Hafens: 2025 wurden dort 799.161 Tonnen Fracht abgefertigt, gegenüber 74.380 Tonnen im Vorjahr. Die weltgrößte Containerreederei MSC sowie die drittgrößte, CMA CGM, haben den Hafen bereits in ihre Routen aufgenommen.
Einen unerwarteten Schub erhält Lamu derzeit durch den Krieg im Nahen Osten. Die Schließung der Straße von Hormus im Zuge des US-israelischen Angriffs auf Iran hat zahlreiche Schiffe, die eigentlich für den Persischen Golf bestimmt waren, zur Umleitung gezwungen.
Seit Jahresbeginn 2026 haben 74 Schiffe den Hafen angelaufen — etwa ein Drittel aller Schiffe, die Lamu seit seiner Eröffnung 2021 insgesamt abgefertigt hat. Im ersten Quartal 2025 waren es lediglich zwei Containerschiffe gewesen, berichtet Bloomberg [11].
Allein am 19. März entlud ein Autotransporter 3.800 Fahrzeuge aus Yokohama, die ursprünglich für Jebel Ali in Dubai bestimmt waren und nun mangels Alternative in Lamu lagern, zu einem Stellplatzpreis von zehn Dollar pro Fahrzeug nach Ablauf der zehntägigen Freifrist.
Der strukturelle Engpass bleibt dennoch offensichtlich: Von den geplanten 23 Liegeplätzen sind bisher nur drei fertiggestellt, für rund 480 Millionen US-Dollar.
Hinter den einzelnen Bauprojekten steht ein grundlegender geoökonomischer Konflikt: Kenia und Tansania konkurrieren um die Vorherrschaft als Transitdrehscheibe für den gesamten ostafrikanischen Binnenmarkt.
Der kenianische Northern Corridor soll Mombasa mit Uganda, Ruanda, der DR Kongo und Südsudan verbinden. Der tansanische Central Corridor führt von Dar es Salaam westwärts in dieselben Zielländer. Beide Systeme buhlen um dieselben Kunden, bauen deshalb parallel statt gemeinsam – und sind nicht verbunden, bis sich beide Netze in Uganda treffen werden. Eine direkte Verbindung zwischen Tansania und Kenia ist derzeit nicht geplant.
Die Ostafrikanische Gemeinschaft EAC (East African Community) hat zwar eine Gesamtvision formuliert: ein integriertes SGR-Netz von 6.220 Kilometern, das alle acht Mitgliedsstaaten verbinden soll. Von den geplanten Strecken sind derzeit 1.120 Kilometer in Kenia und Tansania in Betrieb, weitere 1.100 Kilometer befinden sich in Tansania im Bau, und rund 4.000 Kilometer stecken noch in der Planungsphase, so das kenianische Fachportal Construction Review Online [12] unter Berufung auf EAC-Angaben berichtet.
Der intraregionale Handel der EAC liegt derzeit bei 28 Prozent — in Europa, Asien und Lateinamerika sind es über 60 Prozent.
Tansania hat dabei einen technischen Vorsprung herausgearbeitet: Es ist das erste Land in Ostafrika mit einem vollständig elektrifizierten SGR-Netz. Dass Uganda nun gleichzeitig mit Kenia und Tansania Schienenabkommen unterzeichnet, spiegelt rationales Kalkül wider — Kampala sichert sich maximale Optionen in einem Wettbewerb, den es nicht selbst entfacht hat, aber zu seinen Gunsten nutzen kann.
Ostafrikas Schienenbauprogramm ist letztlich ein Integrationsexperiment unter Marktbedingungen: Ob die EAC jemals zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum zusammenwächst, wird weniger in Konferenzsälen entschieden, sondern eher entlang von Gleisen. Ohne durchgehende Verbindungen bleiben die ambitionierten Handelsziele der Gemeinschaft Papier.
Wer diese Gleise baut, steht fest: China. Ob über die Belt-and-Road-Initiative, über neu verhandelte Kreditkonditionen oder über staatliche Baukonzerne wie CCCC — Peking ist der dominante Akteur auf dem Kontinent, auch dort, wo die Finanzierungsmodelle sich gewandelt haben. Der Rückzug chinesischer Direktkredite hat nicht zu einem Machtvakuum geführt, sondern zu kreativeren Arrangements — mit demselben Auftragnehmer.
Europa fehlt in diesem Bild weitgehend. Während die EU ihren Carbon Border Adjustment Mechanism [13] einführt und afrikanische Lieferketten damit unter Druck setzt, überlässt sie den Aufbau eben jener Infrastruktur, die sauberere Lieferketten erst ermöglichen würde, anderen. Das ist ein Widerspruch, der sich mit jedem neuen Spatenstich zwischen Nairobi und Kampala vertieft.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.logupdateafrica.com/railways/race-for-the-rails-how-billion-dollar-logistics-war-is-unlocking-africas-hinterland-1357920
[2] https://www.standardmedia.co.ke/national/article/2001543401/how-the-new-sgr-extension-to-kisumu-will-boost-regional-trade
[3] https://pmldaily.com/news/world/2026/03/museveni-ruto-to-kick-off-construction-of-8-5-billion-sgr-link.html
[4] https://www.standardmedia.co.ke/national/article/2001543401/how-the-new-sgr-extension-to-kisumu-will-boost-regional-trade
[5] https://www.citizen.digital/article/inside-the-ksh500b-naivasha-malaba-sgr-extension-project-n379291
[6] https://pmldaily.com/news/2026/03/uganda-targets-middle-east-liquidity-for-sgr-construction.html
[7] https://www.newvision.co.ug/category/news/uganda-tanzania-sign-mou-on-cross-border-sgr-NV_229815_032026
[8] https://www.reuters.com/world/africa/uganda-wants-link-new-railway-line-tanzania-opening-up-new-export-route-2026-02-23/
[9] https://www.the-star.co.ke/business/2026-02-12-lapsset-sgr-project-gains-momentum-as-kenya-gears-up-for-lamu-isiolo-line
[10] http://www.ntu.edu.sg/cas/news-events/news/detail/south-korea-signs-rail-deal-to-connect-ethiopia-with-kenyan-port?utm_source=chatgpt.com
[11] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-19/iran-s-hormuz-blockade-is-helping-a-little-used-kenyan-port
[12] https://constructionreviewonline.com/east-africas-6220-kilometers-standard-gauge-railway-sgr-project-promoting-economic-integration-within-the-region/
[13] https://african.business/2025/11/politics/africa-braces-for-impact-of-eu-carbon-border-tax
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(Bild: Alberto Garcia Guillen/Shutterstock.com)
Apple hat einmal mehr zahlreiche Sicherheitsprobleme in seinen Betriebssystemen behoben. Warum eine Aktualisierung gerade jetzt wichtig ist.
Mit den am Dienstagabend veröffentlichten Aktualisierungen auf iOS 26.4, macOS 26.4, iPadOS 26.4, watchOS 26.4, visionOS 26.4, tvOS 26.4 [1] sowie einer neuen Firmware für die HomePods liefert Apple einmal mehr ein großes Paket an Sicherheitsfixes aus. Diese sollte man ernst nehmen: Zuletzt hatte es schwerwiegende Angriffe auf ältere iOS-Versionen [2] gegeben, zudem ist ein bekanntes Exploitkit im Quellcode verfügbar gemacht [3] worden. Die Vorfälle zeigen, dass Apple schneller reagieren muss – und Nutzer dringend auf dem aktuellen Stand bleiben müssen. Apple hat zwar neue Möglichkeiten wie die sogenannten Background Security Improvements [4] eingeführt, die schnellere Updates (mit geringerer Reboot-Zeit) versprechen, nutzt diese aber noch selten beziehungsweise versteckt diese in den Systemeinstellungen.
Wie üblich erhalten bei Apple nur die neuesten Betriebssysteme alle Fixes – auch das wird immer wieder kritisiert [5]. Die Aktualisierungen auf iOS 26.4 und iPadOS 26.4 [6] sowie macOS Tahoe 26.4 [7] liefern Dutzende Fehlerbehebungen, darunter auch solche, die aus der Ferne ausgenutzt werden können. Auf dem iPhone kann so das Baseband im 16e außer Betrieb gesetzt werden (Denial of Service), auf anderen Geräten lassen sich darüber Apps abschießen. Gleiches gilt für das Calling Framework, das es mittlerweile auch für macOS gibt.
Die Zwischenablage kann Daten leaken, über einen iCloud-Trick lässt sich auslesen, welche Apps installiert sind und im Kernel stecken gleich mehrere Bugs, die für tiefere Hackversuche genutzt werden könnten. Immerhin nennt Apple keine direkten Berichte über bekannte Angriffe auf die nun gefixten Sicherheitslücken. Über 40 in den neuen Systemen gestopfte Löcher führt Apple nicht detailliert aus – auch das wird immer wieder kritisiert. Was genau angreifbar ist, wird oft erst nach Monaten mitgeteilt.
visionOS 26.4 [8], watchOS 26.4 [9] und tvOS 26.4 [10] enthalten ebenfalls viele Sicherheits-Fixes mit auf die Systeme angepassten Änderungen. Einzeln ausgeliefert wird Safari 26.4 [11] mit Fehlerbehebungen für verschiedene WebKit-Lücken. Es steht für macOS Sonoma (14) und Sequoia (15) bereit, ist sonst Teil von macOS 26.4. Auch die Entwicklungsumgebung Xcode enthielt sicherheitsrelevante Bugs und sollte auf Xcode 26.4 [12] aktualisiert werden.
Weiterhin stellt Apple macOS 15.7.5 [13], macOS 14.8.5 [14] und iOS und iPadOS 18.7.7 [15] zum Download bereit, die Teile der Fehler auch für ältere Betriebssysteme ausbessern. Vollends geschützt ist man wie erwähnt nur, wenn man auf die Version 26.4 der jeweiligen Betriebssysteme aktualisiert.
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https://www.heise.de/-11223747
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/iOS-26-4-ist-da-Diese-Neuerungen-bringen-die-Apple-Updates-11223122.html
[2] https://www.heise.de/news/Beispiellose-Malware-Angriffe-auf-iPhones-Apple-mahnt-zum-Update-11217842.html
[3] https://www.heise.de/news/Das-ist-uebel-DarkSword-Malware-auf-Github-iPhones-sofort-patchen-11223084.html
[4] https://www.heise.de/news/Schwer-zu-finden-Apple-spielt-Background-Security-Improvement-Update-aus-11215220.html
[5] https://www.heise.de/meinung/Kommentar-Apple-betreibt-bei-Updates-Scheinsicherheit-11097267.html
[6] https://support.apple.com/en-us/126792
[7] https://support.apple.com/en-us/126794
[8] https://support.apple.com/en-us/126799
[9] https://support.apple.com/en-us/126798
[10] https://support.apple.com/en-us/126797
[11] https://support.apple.com/en-us/126800
[12] https://support.apple.com/en-us/126801
[13] https://support.apple.com/en-us/126795
[14] https://support.apple.com/en-us/126796
[15] https://support.apple.com/en-us/126793
[16] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[17] https://www.heise.de/mac-and-i
[18] mailto:bsc@heise.de
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In immer mehr Publikationen, auf Plakaten oder Bildschirmen finden sich QR-Codes, die man abscannen soll. Wie geht das aber mit dem Rechner?
Auf dem iPhone und iPad kann ich problemlos QR-Codes scannen und beispielsweise hinterlegte URLs öffnen. Doch wie geht das auf dem Mac?
Apple hat die Funktion bislang nicht in macOS integriert.
Während unter iOS die Systemfunktion Live-Text auch QR-Codes in Bildern erkennt, hebt der Mac lediglich den erkannten Text hervor. Auch ein unter iOS erstellter Kurzbefehl mit der Aktion „QR- oder Strichcode scannen“ funktioniert am Mac nicht.
Sie benötigen also ein Zusatztool. Das kostenlose QR Journal [1] erfasst QR- und EAN-Codes über eine Webcam. Klicken Sie dazu auf den Button „Scan“ in der Symbolleiste.
Sobald Sie den Code ins Bild halten, betätigt das Programm den Auslöser. Handelt es sich um eine URL, öffnen Sie diese mit „Open Link“ im Standardbrowser. Befinden sich mehrere Codes im Bild, überspringen Sie mit „Skip“ den gerade erfassten und gehen zum nächsten über. Sie müssen dabei nichts im Bild abdecken.
Über den Importbutton lesen Sie Codes in bereits existierenden Fotodateien ein. Ziehen Sie das Motiv dazu einfach in die graue Fläche mit „Drag image to import“. Möchten Sie auf dem Bildschirm sichtbare QR-Codes scannen, machen Sie mit Umschalt + Command + 4 einen Screenshot davon und ziehen diesen dann auf das Fenster von QR Journal.
Um mehrere QR-Codes hintereinander zu verarbeiten, bietet sich URL Watch an. Die Funktion öffnet von QR Journal erkannte URLs automatisch. Auf Wunsch passiert das im Hintergrund. Über weitere Optionen speichert das Tool das Bild samt URL im programmeigenen Journal oder führt ein AppleScript aus.
Mit dem Programm TextSniper [2] (ab 8 Euro oder im Setapp-Abo [3]) lesen Sie auf dem Bildschirm sichtbare QR-Codes ohne Umweg über eine Screenshot-Datei ein. Entweder führen Sie über dessen Menüleistensymbol „Read QR/Bar Code“ aus oder Sie definieren sich in den Einstellungen gleich ein Tastaturkürzel.
Wie bei der Bildschirmfotofunktion von macOS ziehen Sie einen Auswahlrahmen um den Code, woraufhin das Tool etwa die darin codierte URL in die Zwischenablage kopiert. Auf Wunsch öffnet TextSniper erkannte URLs automatisch im Browser. Zudem kann TextSniper auch beliebigen Text auf dem Bildschirm erkennen, in die Zwischenablage kopieren und auch direkt laut vorlesen.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://apps.apple.com/de/app/qr-journal/id483820530?mt=12
[2] https://www.textsniper.app/de
[3] https://setapp.sjv.io/rnre3y
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] mailto:wre@heise.de
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Ugreen-Bluetooth-Transmitter.
(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)
Nicht überall gibt es Bluetooth-Funk für Audio – etwa in vielen Flugzeugen und manchen Autos. Ein Zubehör von Ugreen hilft.
Wenn der Anschluss der Audioquelle rein analog und der Bluetooth-Kopfhörer rein kabellos ist, dann schlägt ein Bluetooth-Transmitter die Brücke zwischen den zwei Geräten: Ihn schließt man an den Kopfhörerausgang an, sodass er den Ton an den gekoppelten Kopfhörer überträgt.
So kann man etwa die AirPods am Entertainmentsystem im Flugzeug oder Fitnessstudio nutzen oder Musik vom betagten iPod hören.
Es gibt zwar schon Modelle mit Bluetooth 6 und Audioübertragung in beide Richtungen, auch von Ugreen. Wir entschieden uns dennoch für den Bluetooth 5.4 Transmitter BT305, ohne Empfangsfunktion und mit einem zeitgemäßen, aber nicht dem aktuellsten Funkstandard. Grund: Dieses Modell für an die 20 Euro Straßenpreis [1] [1] kann sich neben anderen Kopfhörern auch mit den AirPods Pro 2 und neuer verbinden. Unter derartigen Adaptern scheint eine beträchtliche Zahl genau das nicht zu leisten, selbst wenn sie die passenden Audio-Codecs verwenden.
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[1] https://preisvergleich.heise.de/5972201040?hocid=macandiqr&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-mac-and-i
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(Bild: KiCAD, Bearbeitung NanoBanana)
Das große Elektronik-CAD-System KiCAD erreicht die zehnte Version. Mit den jährlichen Updates sollen Planungssicherheit und Aktualität gesichert werden.
Fast genau ein Jahr nach dem Release von KiCad 9 [1] hat das Entwicklerteam wie geplant die Version 10 fertiggestellt [2]. Das Open-Source-Projekt, das sich in vielen Bereichen als vollwertige Alternative zu kommerziellen EDA-Suiten wie Altium oder Eagle etabliert hat, bringt mit dem neuen Major-Release eine Reihe von Verbesserungen, die besonders für Maker, Hobby-Elektroniker und kleine Entwicklerteams interessant sind. Mit den jährlichen Updates sollen Planungssicherheit und Aktualität gesichert werden.
Das Herzstück jeder PCB-Designsoftware ist das Routing – und hier legt KiCad 10 deutlich nach. Der interaktive Router unterstützt jetzt Multi-Net-Routing, mit dem sich mehrere Leiterbahnen gleichzeitig verlegen lassen. Gerade bei Bussen oder differenziellen Paaren spart das erheblich Zeit. Außerdem wurde die Schub- und Umgehungslogik (Shove & Walkaround) überarbeitet: Bestehende Leiterbahnen weichen beim Routen intelligenter aus, was zu saubereren Layouts führt, ohne dass man manuell nacharbeiten muss.
Im Schaltplan-Editor können Nutzer jetzt hierarchische Blätter flexibler handhaben. Neue Optionen zum Navigieren und Organisieren komplexer Designs erleichtern es, auch größere Projekte mit mehreren Teilschaltungen übersichtlich zu halten. Für Maker, die häufig Referenzdesigns wiederverwenden, ist das ein echter Workflow-Gewinn.
Aber auch sogenannte „Hop-overs“ im Schaltplaneditor erleichtern das Erfassen von Schaltungen.
Ebenfalls neu: Die Darstellung von Power-Symbolen und Netzlabels wurde vereinheitlicht, sodass Schaltpläne auf Anhieb lesbarer werden.
Der integrierte SPICE-Simulator, der in Version 9 bereits aufgewertet wurde, bekommt in KiCad 10 weitere Verbesserungen. Die Simulationseinstellungen lassen sich nun komfortabler konfigurieren, und die Ergebnisdarstellung wurde überarbeitet. Für Maker, die vor dem Bestellen einer Platine schnell prüfen wollen, ob ein Filter oder eine Verstärkerschaltung wie erwartet funktionieren, senkt das die Einstiegshürde weiter.
Der 3D-Viewer rendert Platinen jetzt mit verbesserter Darstellungsqualität und schnellerer Performance. Im Footprint-Editor wurde die Sketcher-Funktionalität erweitert – eigene Footprints lassen sich so präziser und schneller erstellen. Gerade wer für selbst entworfene Gehäuse oder ungewöhnliche Bauteile eigene Footprints benötigt, profitiert davon.
Sämtliche Änderungen mit Bildern und erklärendem Text findet man zusammengefasst in einem Forum-Post auf dem KiCAD Server [4]. Hier noch kurz einige weitere Highlights:
Daneben wurden hunderte Bugs und Issues [5] bearbeitet.
KiCad 10.0 steht ab sofort für Windows, macOS und Linux auf der offiziellen Download-Seite [6] bereit. Das Projekt finanziert sich über Spenden und Sponsoren; die Software ist und bleibt kostenlos unter der GPL-3.0-Lizenz verfügbar. In unserem Make-Artikel „Kostenlose E-CAD-Programme im Vergleich [7]“ finden Sie eine Übersicht der beliebtesten E-CADs für Maker.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Open-Source-ECAD-Version-9-von-KiCAD-veroeffentlicht-10285933.html
[2] https://www.kicad.org/blog/2026/03/Version-10.0.0-Released/
[3] https://www.heise.de/make
[4] https://forum.kicad.info/t/post-v9-new-features-and-development-news/58848/27
[5] https://gitlab.com/groups/kicad/-/milestones/42#tab-issues
[6] https://www.kicad.org/download/
[7] https://www.heise.de/ratgeber/Kostenlose-E-CAD-Programme-im-Vergleich-10321246.html
[8] mailto:caw@make-magazin.de
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Linux bietet mehr Freiheit als Android und iOS. Wir haben getestet, ob Ubuntu Touch es im Alltag mit den etablierten Betriebssystemen aufnehmen kann.
Nur zwei Betriebssysteme dominieren den gesamten Smartphone-Markt: Android und iOS. Und damit gibt es auch nur noch zwei US-amerikanische Unternehmen, die als Gatekeeper für Inhalte und Anwendungen agieren.
Ein Name, der das ändern könnte, lautet Ubuntu: Mit Ubuntu Touch bietet Canonical eine auf Smartphones zugeschnittene Linux-Version an.
Wir haben Ubuntu Touch installiert und zeigen, was das System jetzt schon kann und wo es noch hakt.
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https://www.heise.de/-11199964
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Linux-fuers-Smartphone-Ubuntu-Touch-auf-dem-Volla-Phone-Quintus-im-Test-11199964.html
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Linux-Wie-Kmscon-virtuelle-Textkonsolen-modernisiert-11179998.html
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Linux-Fehlende-Bibliotheken-bei-Programmen-ergaenzen-11166039.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/eBPF-Wie-der-Kernel-programmierbar-wurde-10627880.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Linux-Mit-Systemd-Timer-Dienste-und-Jobs-flexibel-planen-und-Cron-abloesen-11091833.html
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Gegen Meta ist eine Geldstrafe von 375 Millionen US-Dollar verhängt worden, weil das Facebook-Unternehmen nach Überzeugung einer US-Jury wider besseres Wissen nicht genug für den Schutz junger Nutzer getan hat. Damit wurde der gesetzlich zulässige Höchstbetrag für eine Strafe ausgereizt.
Die Geschworenen sahen den Vorwurf bestätigt, dass das Unternehmen Profite über die Sicherheit der Nutzer gestellt und jungen Nutzern sowie deren Eltern die Risiken der Nutzung verschwiegen habe.
Meta habe damit gegen zwei Gesetze zum Verbraucherschutz des Bundesstaates New Mexico verstoßen, entschieden die Geschworenen eines Gerichts in Santa Fe, wie unter unter anderem Bloomberg und Reuters berichteten.
Meta will Berufung gegen das Urteil einlegen . Das Unternehmen sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und arbeite hart daran, die Nutzer zu schützen, sagte ein Unternehmenssprecher. "Wir werden uns weiterhin energisch verteidigen und sind nach wie vor zuversichtlich, was unsere Erfolgsbilanz beim Schutz von Jugendlichen im Internet angeht."
Während des Prozesses wurden den Geschworenen zahlreiche interne Dokumente aus der gesamten Unternehmensgeschichte Metas vorgelegt. Dazu gehörten die Ergebnisse von Untersuchungen zu psychischen Problemen bei Jugendlichen sowie E-Mail-Korrespondenz, in der Meta-Führungskräfte Sicherheitsprobleme wie Sextortion, Inhalte zur Selbstverletzung und Grooming diskutierten.
Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die Dokumente belegten, Meta habe gewusst, dass Kindern in seinen Apps Schaden zugefügt worden sei, obwohl das Unternehmen öffentlich erklärt hatte, der Sicherheit oberste Priorität einzuräumen.
Die Gerichtsentscheidung in New Mexico ist das erste Urteil zu einer Serie von Klagen gegen Meta und andere Onlineplattformen. In Los Angeles beraten die Geschworenen gerade in einem Prozess, in dem eine junge Frau Meta und der Google-Tochter Youtube vorwirft, ihre Dienste seien bewusst so gestaltet, dass sie Nutzer süchtig machten.
Die Klage in New Mexico war 2023 vom Generalstaatsanwalt des Bundesstaates, Raúl Torrez, eingebracht worden. Sie ging zum Teil auf Ermittlungen zurück, bei denen Torrez' Angestellte sich auf Facebook und Metas Foto- und Videoplattform Instagram als Kinder ausgaben und belästigt wurden.