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Nasa verliert Kontakt zu Mars-Orbiter Maven

Von Marcel Kunzmann

Marcel Kunzmann

Eine Sonde im Marsorbit

Computerillustration von Maven im Marsorbit

(Bild: joshimerbin/Shutterstock.com)

Seit dem 6. Dezember schweigt die Raumsonde Maven. Die Nasa untersucht die Ursachen für den Kommunikationsabbruch mit dem wichtigen Mars-Orbiter.

Die US-Raumfahrtbehörde [1] Nasa hat den Kontakt zu ihrer Mars-Raumsonde Maven [2] verloren. Wie die Behörde am 9. Dezember mitteilte [3], brach die Verbindung zu dem Orbiter drei Tage zuvor ab, als dieser planmäßig hinter dem Mars vorbeiflog.

Telemetriedaten zeigten, dass das Raumfahrzeug vor dem Verschwinden hinter dem Planeten normal funktionierte. Nach dem Wiederauftauchen konnte jedoch keine Kommunikation mehr hergestellt werden, erklärte die Nasa in einer Stellungnahme. "Die Raumfahrzeug- und Betriebsteams untersuchen die Anomalie, um die Situation zu beheben", hieß es. Weitere Details zur Ursache des Problems nannte die Behörde zunächst nicht.

Über ein Jahrzehnt im Dienst der Wissenschaft

Maven – die Abkürzung steht für Mars Atmosphere and Volatile Evolution – startete im November 2013 von der Erde und erreichte im September 2014 die Mars-Umlaufbahn. Die Hauptaufgabe der Sonde besteht darin, die obere Atmosphäre des Planeten und deren Wechselwirkungen mit dem Sonnenwind zu erforschen. Dabei untersucht Maven insbesondere, wie atmosphärische Bestandteile ins All entweichen.

Diese Forschung soll Wissenschaftlern helfen zu verstehen, wie sich der Mars von einem einst feuchteren Planeten mit dichter Atmosphäre zu der heutigen kalten, trockenen Welt entwickelte. Die von Maven gesammelten Daten lieferten wichtige Hinweise darauf, dass der atmosphärische Verlust ein entscheidender Faktor für das Verschwinden des Wassers vom Mars war. Demnach wurde Wasser während heftiger Staubstürme hoch in die Atmosphäre geschleudert, wo es vom Sonnenwind weggeblasen werden konnte.

Zu den weiteren Entdeckungen der Mission gehören die Kartierung von Windmustern in der oberen Mars-Atmosphäre, die Aufdeckung eines unsichtbaren magnetischen "Schweifs" des Planeten sowie die Entdeckung eines neuen Typs von Protonenaurorae. All diese Erkenntnisse tragen zum Verständnis der planetaren Evolution bei – wie zwei anfangs ähnliche Welten wie Erde und Mars völlig unterschiedliche Entwicklungswege einschlagen können.

Wichtige Kommunikationsrelaisstation

Neben ihrer wissenschaftlichen Mission erfüllt Maven eine weitere wichtige Funktion: Mit einer UHF-Antenne dient die Sonde als Kommunikationsrelais zwischen den Nasa-Rovern Curiosity und Perseverance [4] auf der Marsoberfläche und dem Deep Space Network auf der Erde. Auch die älteren Orbiter Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter übernehmen diese Aufgabe, sind jedoch deutlich älter als Maven.

Der Ausfall von Maven könnte daher nicht nur wissenschaftliche Folgen haben, sondern auch die laufenden Operationen auf dem Mars beeinträchtigen. "Mehr Informationen werden geteilt, sobald sie verfügbar sind", erklärte die Nasa.

Technische Probleme in der Vergangenheit

Die Raumsonde hatte in der Vergangenheit bereits technische Schwierigkeiten, insbesondere mit ihren Trägheitsnavigationssystemen (IMUs), die für die Navigation verwendet werden. Im Jahr 2022 stellte Maven auf ein sogenanntes "all-stellares" Navigationssystem um, um die Nutzung der IMUs zu minimieren, berichtet [5] das Fachportal SpaceNews.

Nach Angaben der Nasa verfügt Maven über ausreichend Treibstoff, um ihre Umlaufbahn mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts aufrechtzuerhalten. Der Haushaltsvorschlag der Behörde für das Haushaltsjahr 2026 sah allerdings keine Mittel mehr für Maven vor. Die Mission, deren Betrieb 2024 rund 22,6 Millionen US-Dollar kostete, gehörte zu mehreren Projekten, die "weit über das Ende ihrer Hauptmission hinaus operieren" und die der Vorschlag beenden wollte – trotz Mavens Rolle als Kommunikationsrelais.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11111681

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.telepolis.de/thema/Raumfahrt
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/MAVEN
[3] https://science.nasa.gov/blogs/maven/2025/12/09/nasa-teams-work-maven-spacecraft-signal-loss/
[4] https://www.heise.de/tp/article/Schneller-weiter-Mars-Nasa-Rover-auf-Rekordfahrt-10487034.html
[5] https://spacenews.com/nasa-loses-contact-with-maven-mars-orbiter/

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  • 12. Dezember 2025 um 06:00

Störungsmeldung vom 10.12.2025 06:24

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
10.12.2025 06:24
Region
München (089)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
FTTH

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  • 10. Dezember 2025 um 06:24

Störungsmeldung vom 11.12.2025 23:04

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
11.12.2025 23:04
Region
Unna (02303)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 11. Dezember 2025 um 23:04

Störungsmeldung vom 11.12.2025 14:15

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
11.12.2025 14:15
Region
Rödinghausen (05746)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
FTTH

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  • 11. Dezember 2025 um 14:15

Anonymisierendes Linux: Tails 7.3.1 pflegt Kern-Programme

Von Heise
Desktop von Tails 7.3.1 auf Notebook

(Bild: heise medien)

Das anonymisierende Linux Tails aktualisiert in Version 7.3.1 die wichtigsten Programme. Version 7.3 wurde übersprungen.

Die Entwickler der für mehr Privatsphäre sorgenden Linux-Distribution Tails haben Version 7.3.1 veröffentlicht. Im Wesentlichen haben sie darin die Kernkomponenten auf den aktuellen Stand gebracht.

Die Versionsankündigung zu Tails 7.3.1 [1] listet daher lediglich die aufgefrischten Programmversionen auf. Der Tor Browser ist nun auf Stand 15.0.3 und basiert auf Firefox ESR 140.6. Der Tor Client kommt in Fassung 0.4.8.21 mit, während Thunderbird 140.5.0 (die ESR-Version) dabei ist. Laut Changelog ist zudem das Firmware-Repository auf dem Debian-Trixie-Stand vom 11.11.2025.

Die Version 7.3 von Tails haben die Projekt-Maintainer übersprungen. Sie sind direkt auf Stand 7.3.1 gegangen, da während der Vorbereitungen eine Sicherheitslücke in einer Softwarebibliothek geschlossen wurde, die Tails mitbringt. Um die Korrektur einzubauen, haben sie direkt den Release-Prozess für Tails 7.3.1 gestartet. In welcher Bibliothek die Schwachstelle gefunden wurde, schreiben die Tails-Macher jedoch nicht.

Aktualisierte Images

Die neuen Abbilder stehen auf den Download-Servern von Tails bereit. Außerdem liefert das Projekt auch Bittorrent-Links, um den Download Server-los im Peer2Peer-Netzwerk anzubieten. Wie üblich stehen Abbilder zum Verfrachten auf USB-Sticks [2] zur Verfügung. Aber auch ISO-Images zum Brennen auf DVD [3] oder zur Nutzung in einer virtuellen Maschine stellt das Tails-Projekt bereit.

Mit Tails etwa auf USB-Stick lassen sich fremde Rechner mit einer geschützten Umgebung starten. Tails legt dabei Wert auf anonymes Surfen im Netz. Durch die Nutzung des Tor-Netzwerks [4] ist es einfacher, nicht unabsichtlich rückverfolgbaren Spuren zu hinterlassen.

Tails 7.2 ​ist Mitte November erschienen [5] und hatte ebenfalls im Wesentlichen Versionspflege bei den mitgebrachten Programmen vorzuweisen. Daneben haben die Entwickler jedoch auch einige Probleme und Ärgernisse beseitigt und etwa dem Mailprogramm Thunderbird das Übersenden von Telemetriedaten an Mozilla abgewöhnt.

Siehe auch:

  • Tails [6]: Download schnell und sicher von heise.de


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11111948

Links in diesem Artikel:
[1] https://tails.net/news/version_7.3.1/
[2] https://tails.net/install/download/index.en.html
[3] https://tails.net/install/download-iso/index.en.html
[4] https://www.heise.de/thema/Tor
[5] https://www.heise.de/news/Anonymisierendes-Linux-Tails-7-2-mit-dezenter-Versionspflege-11078646.html
[6] https://www.heise.de/download/product/tails-85042?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[7] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
[8] mailto:dmk@heise.de

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  • 11. Dezember 2025 um 13:43

WinRAR: Codeschmuggel-Lücke wird attackiert

Von Heise
Achtung-Schild neben WinRAR-Logo auf Matrix-Regen-Hintergrund

(Bild: heise online / dmk)

Im Sommer hat ein WinRAR-Update eine Sicherheitslücke geschlossen, die Codeschmuggel erlaubt. Nun wird sie angegriffen.

Im Packprogramm WinRAR klafft bis zur Version 7.12 Beta 1 eine Sicherheitslücke, die Angreifern das Einschleusen von Schadcode erlaubt. Attacken auf diese Lücken wurden nun beobachtet. Wer WinRAR einsetzt, sollte daher zügig auf eine neuere Version aktualisieren.

Die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA hat die Schwachstelle in WinRAR [1] in der Nacht zum Mittwoch in den „Known Exploited Vulnerabilities“-Katalog aufgenommen, also die Sammlung der bekannt angegriffenen Sicherheitslücken. Die Lücke wurde gegen Ende Juni des Jahres bekannt, als WinRAR sie in der Version 7.12b1 geschlossen [2] hat.

Schwachstelle erlaubt Einschleusen von Schadcode

WinRAR beschrieb die Sicherheitslücke: „Beim Extrahieren von Dateien kann WinRAR, RAR, UnRAR, portable UnRAR sowie die UnRAR.dll dazu gebracht werden, einen Pfad zu nutzen, der in einem manipulierten Archiv vorgegeben wird, anstatt einen Nutzer-vorgegebenen Pfad zu verwenden“. Die Zero-Day-Initiative von Trend Micro (ZDI) präzisierte hingegen: „Der spezielle Fehler besteht im Umgang mit Pfaden innerhalb von Archiv-Dateien. Ein präparierter Dateipfad kann dazu führen, dass der Prozess in nicht vorgesehene Verzeichnisse wandert (traverse). Angreifer können das missbrauchen, um Schadcode im Kontext des aktuellen Users auszuführen“ (CVE-2025-6218, CVSS 7.8, Risiko „hoch“).

Weder Rarlabs noch ZDI präzisieren, welche Dateitypen betroffen sind. Jedoch können Angreifer das offenbar mit manipulierten Dateien ausnutzen – und machen das auch. Die CISA verrät jedoch nicht, wie Angriffe aussehen und in welchem Umfang sie stattfinden. Daher gibt es auch keine Hinweise dazu, wie sich herausfinden lässt, ob man selbst betroffen ist. Abhilfe schafft auf jeden Fall die Aktualisierung auf eine neuere Version des Packprogramms für Windows.

Auf der Download-Seite von WinRAR [3] steht als aktuelle stabile Version WinRAR 7.13 zum Herunterladen bereit. Wer WinRAR einsetzt, sollte mindestens den Stand 7.12b1, besser jedoch die aktuelle stabile Fassung einsetzen.

Siehe auch:

  • WinRAR [4]: Download schnell und sicher von heise.de


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11111474

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.cisa.gov/news-events/alerts/2025/12/09/cisa-adds-two-known-exploited-vulnerabilities-catalog
[2] https://www.heise.de/news/WinRAR-Windows-Version-kann-beliebigen-untergeschobenen-Code-ausfuehren-10455413.html
[3] https://www.win-rar.com/download.html?&L=0
[4] https://www.heise.de/download/product/winrar-1380?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
[6] mailto:dmk@heise.de

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  • 11. Dezember 2025 um 10:57

Ventana Micro Systems: Qualcomm kauft Entwickler von Hochleistungs-RISC-V-Chips

Von Achim Sawall
Mit der Übernahme von Ventana Micro Systems kann Qualcomm neben kundenspezifischen ARM-Kernen auch RISC-V-basierte Kerne anbieten.
Der Veyron V2 gilt als einer der leistungsstärksten RISC-V-Chips der Welt. (Bild: Ventana Micro Systems)
Der Veyron V2 gilt als einer der leistungsstärksten RISC-V-Chips der Welt. Bild: Ventana Micro Systems

Qualcomm hat am 10. Dezember 2025 die Übernahme von Ventana Micro Systems angekündigt . Man freue sich sehr, seine RISC-V-Expertise in die Entwicklung der "Oryon-CPU-Technologie von Qualcomm einzubringen" , sagte Balaji Baktha, Chief Executive Officer von Ventana Micro Systems. "Wir sind überzeugt, dass die RISC-V-Befehlssatzarchitektur das Potenzial hat, die Grenzen der CPU-Technologie zu erweitern" , sagte Durga Malladi, Executive Vice President für Technologieplanung bei Qualcomm.

Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Experten und Marktbeobachter schätzen den Wert der Transaktion auf 200 bis 600 Millionen US-Dollar. Qualcomm integriert das etwa 150-köpfige Team.

Ventana Micro Systems mit Hauptsitz im kalifornischen Cupertino wurde im Jahr 2018 gegründet. Im Gegensatz zu vielen anderen RISC-V-Firmen, die sich auf kleine, stromsparende Chips für IoT-Geräte konzentrieren, spezialisierte sich Ventana auf High-Performance-Prozessoren für Rechenzentren, 5G-Edge-Computing und KI-Anwendungen.

Das bekannteste Produkt des Unternehmens ist die Veyron-Prozessorlinie. Der Veyron V2 gilt als einer der leistungsstärksten RISC-V-Chips der Welt.

Kunden sind Cisco, AWS oder Google

Baktha war an der Entwicklung des ersten Prozessors für Rechenzentren mit ARM-Architektur beteiligt, aus dem der X-Gene von Applied Micro wurde.

Normalerweise verkaufen Unternehmen wie Ventana kein fertiges Silizium, sondern ihr Prozessordesign als sogenanntes Intellectual Property (IP). Um die Halbleiterfertigung kümmeren sich dann die Kunden, eventuell passen sie noch den Prozessor an. Dieses Modell bietet auch Ventana an, das fertige Silizium ist allerdings das Kerngeschäft, wie Golem im Dezember 2022 berichtete . Ziel sind Unternehmen wie Cisco, AWS oder Google, die so weniger Aufwand mit der Entwicklung eigener Prozessoren haben, da sie nur noch ihre spezifischen Beschleuniger als abgeschlossenen Chip entwickeln müssen. Die Integration anderer Komponenten entfällt.

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  • 11. Dezember 2025 um 18:44

Anzeige: Apple Airtag zum Jahresbestpreis bei Amazon

Von Erik Körner
Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft bietet Amazon den Apple Airtag 30 Prozent reduziert an. Günstiger war der Tracker dieses Jahr noch nicht.
Der Apple Airtag zum niedrigsten Preis des Jahres bei Amazon (Bild: Amazon.de/Apple/Golem)
Der Apple Airtag zum niedrigsten Preis des Jahres bei Amazon Bild: Amazon.de/Apple/Golem

Einmal nicht aufgepasst, schon hat man den Geldbeutel verlegt oder den Rucksack stehen gelassen. Bestenfalls hat sich das Problem nach fünf Minuten Suche mit erhöhtem Puls erledigt, schlimmstenfalls wird der Ersatz extrem teuer. Apples Airtag beugt dem Trubel vor. Amazon bietet den kompakten Tracker für iOS-Nutzer aktuell zum niedrigsten Preis des Jahres an. Wir empfehlen, schnell zuzugreifen. Der Deal gilt nur für einen begrenzten Vorrat.

Das bietet der Apple Airtag

Der Apple Airtag hilft dabei, verlorene Gegenstände schnell wiederzufinden. Einmal angebracht und mit einem iPhone oder iPad gekoppelt, spielt er bei Bedarf einen Signalton ab oder erlaubt die genaue Suche mit Richtungsangabe via Ultrabreitband-Technologie. Praktisch: Seit iOS 18 kann man den Airtag mit bis zu fünf Personen teilen – ideal für gemeinsam genutzte Gegenstände. Der Tracker ist mit einem austauschbaren Akku ausgestattet, der laut Hersteller über ein Jahr durchhalten soll, und ist wasserfest.

Auch weiter entfernte Gegenstände findet man mit dem Airtag wieder. Markiert man den Tracker als verloren, erhält man automatisch eine Benachrichtigung, sobald ihn ein iOS-Gerät im Wo-ist-Netzwerk aufgestöbert hat. Das Netzwerk besteht aus Millionen Apple-Geräten weltweit, die via Bluetooth miteinander kommunizieren. Auch lassen sich auf Wunsch persönliche Kontaktdaten durch Berührung des Airtags mit einem NFC-fähigen Smartphone abrufen. Zum Beispiel, wenn man beim Fund direkt angerufen werden möchte.

Die Kommunikation mit dem Wo-ist-Netzwerk ist anonym und verschlüsselt. Auch werden Standortdaten und der Verlauf nicht lokal auf dem Airtag gespeichert. Nicht nur damit sorgt Apple für Sicherheit: Die Tracker wurden so entwickelt, dass sie unerlaubtes Verfolgen verhindern. Erkennt ein iPhone einen fremden Airtag, der zu weit von seinem Besitzer entfernt ist, erhält man eine Benachrichtigung.

Amazon-Kunden bewerten den Apple Airtag mehrheitlich positiv. Über 140.000 Nutzer vergeben im Schnitt 4,7 Sterne. Die Suchfunktion arbeite zuverlässig und präzise, die Verarbeitung sei Apple-typisch hochwertig und die Einrichtung enorm einfach. Etwas Kritik gibt es für die Akkulaufzeit: Manche Nutzer scheinen ein Montagsmodell erwischt zu haben, bei dem die Batterie schon innerhalb der ersten Monate gewechselt werden musste. Auch stören sich manche Nutzer am aus ihrer Sicht hohen Preis der Tracker. Das zumindest erübrigt sich dank des aktuellen Angebots.

Apple Airtag bei Amazon: Jetzt zum Jahrestiefstpreis bestellen

Der Apple Airtag ist bei Amazon 30 Prozent reduziert. Im befristeten Angebot zahlt man 27,39 Euro statt der unverbindlichen Preisempfehlung von 39 Euro. Außerdem erhältlich sind Bundles mit zwei, drei oder vier Airtags.

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Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem eine kleine Provision. Das ändert nichts am Preis der Artikel.

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  • 11. Dezember 2025 um 18:11

Telekom: Monopolkommission-Forderung "seltsam aus der Zeit gefallen"

Von Achim Sawall
Die Forderung der Monopolkommission nach mehr Regulierung weist die Telekom zurück. Die Politik sollte sich auf andere Felder konzentrieren.
Partnertag der Deutschen Telekom im Jahr 2025 (Bild: Deutsche Telekom)
Partnertag der Deutschen Telekom im Jahr 2025 Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom hat den Vorstoß der Monopolkommission nach mehr aktiver Regulierung durch die Bundesnetzagentur zurückgewiesen. Wolfgang Kopf, Leiter Politik & Regulierung Telekom, sagte im Gespräch mit Golem: "Die Bundesnetzagentur stellt fest, dass es derzeit 200 ausbauende Unternehmen gibt und der Wettbewerb funktioniert. Der Bericht der Monopolkommission ist sehr meinungsstark. Der Ruf nach mehr Regulierung ist sehr schwer nachvollziehbar und seltsam aus der Zeit gefallen."

Die Telekom sorge mit ihren Investitionen in Deutschland dafür, dass Verbraucher auf Glasfaser wechseln könnten. "Und das machen wir zusammen mit mehr als 50 Partnern . Damit nimmt die Telekom eine Vorreiterrolle bei Open Access ein: Kein anderes Unternehmen kann so viele Kooperationen aufweisen."

Sven Knapp, Leiter des Hauptstadtbüros des Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation), sagte Golem dazu: "Die Telekom propagiert öffentlichkeitswirksam ihre Offenheit für Kooperationen. In der Praxis setzt sie allerdings ausschließlich auf Kooperationen auf Basis ihres sogenannten Faser-Mietmodells und verweigert den Einkauf von Bitstrom-Vorleistungen – obwohl sie selbst ihren Vorleistungsnachfragern ausschließlich Bitstrom-Kooperationen anbietet."

Recht auf Vollausbau in Gebäuden

Damit drücke der Konzern den Partnern einseitig höhere Investitionsrisiken auf, während der Großteil der Wertschöpfung bei der Telekom bleibe. Um Wettbewerber zur Kooperation zu bewegen, drohe sie zudem häufig mit einem Glasfaser-Doppelausbau.

Kopf erklärte weiter: "Anstatt noch mehr Beschränkungen und Bürokratie aufzubauen, sollte sich die Politik besser darauf konzentrieren, Ausbauhürden aus dem Weg zu räumen. Beispielsweise brauchen Netzausbauer ein Recht auf Vollausbau in Gebäuden für Glasfaser." Und auch TV-Kabelnetze sollten in die Diskussion um die Abschaltung von Kupfernetzen einbezogen werden, forderte der Cheflobbyist.

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  • 11. Dezember 2025 um 17:54

heise+ | Teure Speichermodule: Gründe für die extremen RAM-Preise

Von Heise

Die Preise für PC-Arbeitsspeicher sind explodiert. Das liegt vor allem, aber nicht nur am extremen RAM-Bedarf von KI-Rechenzentren: Eine Analyse mit Ausblick.

Die RAM-Preise gehen durch die Decke: Vor vier Monaten kostete ein typischer 16-Gigabyte-Speicherriegel noch 50 Euro, nun mehr als 150 Euro. Vordergründig betrachtet liegt die Ursache beim KI-Hype. Denn weil weltweit gigantische KI-Rechenzentren aus dem Boden gestampft werden, ist die komplette RAM-Produktion des Jahres 2026 weitgehend ausverkauft. Speicherchips sind daher knapp und werden folglich immer teurer.

Die Preisexplosion bei DRAM ist vor allem bei DDR4- und DDR5-Speichermodulen im Einzel- und Großhandel sichtbar. Das ist nur die Spitze eines Eisbergs, weil der bei Weitem überwiegende Teil aller DRAM-Chips über Lieferverträge zwischen Großfirmen gehandelt wird. Diese Geschäftspartner veröffentlichen ihre Preise nicht. Man erfährt darüber nur etwas aus Berichten von Marktanalysefirmen wie Trendforce, die den Markt mit Schätzmodellen und Erfahrung nachbilden. Einen Teil der Daten veröffentlicht Trendforce bei Dramexchange.com [1] [1].

Es stellt sich die Frage, wann die Preise wieder sinken könnten. Und wieso die RAM-Hersteller ihre Fertigungskapazität nicht rechtzeitig hochgefahren haben. Denn KI boomt nicht erst seit gestern. Es ist aber gar nicht so leicht, die Nachfrage vorauszusagen, zumal es um sehr unterschiedliche Typen von Speicherchips und verschiedene Teilmärkte geht. Deshalb wiederum sind Smartphones, Notebooks, Server und Desktop-PCs ganz unterschiedlich von Preissteigerungen und Lieferengpässen betroffen. Zwar können wir nicht vorhersagen, wann die Preise fallen. Aber wir können erklären, welche Speicherchips in welchen Produkten stecken, wer sie produziert und welche Entwicklungen absehbar sind.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11109897

Links in diesem Artikel:
[1] https://dramexchange.com
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Teure-Speichermodule-Gruende-fuer-die-extremen-RAM-Preise-11109897.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Praxis-Windows-stark-verkleinern-mit-einfachen-Befehlen-10380646.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Flexible-Cloud-Speicher-fuer-Backups-So-geht-das-mit-dem-Mac-10252358.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Gluster-Tutorial-Teil-1-Verteilter-Storage-Cluster-9791371.html
[6] https://www.heise.de/ratgeber/Neues-iPhone-So-uebertraegt-man-Daten-vom-alten-iPhone-richtig-6289636.html
[7] https://www.heise.de/tests/Mobile-Platzschaffer-Was-taugen-Apps-zum-Aufraeumen-von-iPhone-und-iPad-10372636.html

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  • 11. Dezember 2025 um 16:30

KI-Geräte: OpenAI und Jony Ive planen ein „Always-on“-Device

Von Heise
Jony Ive und Sam Altman

Jony Ive und Sam Altman

(Bild: OpenAI)

Ein neues KI-Gerät von OpenAI und Apples Ex-Chefdesigner Jony Ive soll „Always-on“ sein und den Datenschutz wahren. Ein Prototyp zirkuliert bereits.

Die Geheimniskrämerei und die wohldosierte, aber sehr prominente Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld erinnern einen verdächtig an den gescheiterten AI Pin: Ein Apple-Designer, Künstliche Intelligenz und ein speziell zugeschnittenes Gerät dafür – das war genau auch die Rezeptur, mit der die früheren Apple-Mitarbeiter Imran Chaudhri und Bethany Bongiorno vor zwei Jahren Großes verhießen [1]. Der Rest der Geschichte ist bekannt: Das Start-up Humane wurde von HP aufgekauft, der AI Pin abgewickelt [2].

Für die kommenden Jahre steht eine ähnliche Konstellation in den Startlöchern, aber mit ChatGPT-Schmiede OpenAI und Apples früherem Chefdesigner Jony Ive [3] spielt das Vorhaben in einer ganz anderen Liga. Auch monetär: Schon jetzt hat Altmans Unternehmen 6,4 Milliarden US-Dollar in Optionsscheinen eingebracht und Ives Firma „io“ übernommen. Manch einer argwöhnt schon: Wenn Ive und Altman es nicht schaffen, wäre das womöglich der Todesstoß für die Idee, dedizierte Consumer-Geräte für KI zu schaffen. Zwar forschen auch Google und Meta in diesem Feld: Google entwickelt mit Warby Parker KI-Brillen für 2026, Meta übernahm das Start-up Limitless, das „AI-Memory“-Wearables baut. Aber der prominenten Konstellation wird viel Wert beigemessen. Der Fokus könnte sich dann endgültig dahin verlegen, vorhandene Geräte mit KI aufzuwerten, nicht aber eigens welche für sie zu erschaffen.

Always-on – mit Datenschutzversprechen

Doch bei aller Skepsis: Noch schaut die Fachwelt gespannt auf das, was in Kalifornien vielleicht schon nächstes Jahr veröffentlicht werden soll. Reuters berichtete jetzt von einem Prototyp [4], der intern zirkuliere. Und von den Rahmenbedingungen, die für so ein Gerät nötig sind. Vor allem ist dem Bericht etwas Ernüchterndes zu entnehmen: Denn die ganz große Vision von Ive und Altman soll 2026 noch nicht Gestalt annehmen. Stattdessen ist von einer wachsenden Gerätefamilie die Rede, in deren Verlauf dann erst der große Wurf folgen soll.

Als eine Grundvoraussetzung wird beschrieben, dass das Gerät von OpenAI immer präsent sein soll. Anders als das Smartphone, das auch allgegenwärtig scheint, soll es sich keine Pausen gönnen. Nur so könne es den nötigen Kontext haben, als Alltagsbegleiter nützlich zu sein. Welche Anwendungen das genau sein sollen, bleibt indes noch offen. Vorstellbar, dass das Gerät seinen Besitzer proaktiv an Dinge erinnern soll, weil es mitbekommt, wenn jemand einem etwas zuruft oder der Nutzer eine Tätigkeit erledigt, die Folgeaufgaben nach sich zieht. Es könnte auch eine Art digitales Gedächtnis sein, das es einem ermöglicht, irgendwann am Tag Gehörtes wieder hervorzuholen und abzufragen.

Spezielle Hardware benötigt

Für OpenAI ist das Device in seiner geplanten maximalen Ausstattung laut Reuters eine besondere Herausforderung, da es anders als die energieintensive Cloud Hardware benötigt, die stark miniaturisiert werden muss – eigentlich Apples Spezialität. Energiesparend und schnell soll es sein. Und leistungsstark, da wohl der lokalen Verarbeitung von Daten große Bedeutung eingeräumt wird. Nur so würden Menschen es in ihrem Alltag akzeptieren – alles in die Cloud zu schicken, sei undenkbar. OpenAI untersuche derzeit die Entwicklung eines maßgeschneiderten Chips. Und das ist nur die eine Komponente: Das Unternehmen müsse auch KI-Modelle vorhalten, die leistungsstark sind und zugleich auf einem kleinen Gerät betrieben werden können. Bislang hatte sich OpenAI eher auf die Cloud konzentriert.

Schon kürzlich war von einer ganzen Gerätefamilie die Rede [5]. Bevor das beschriebene KI-Gerät mit lokalem Modell erscheint, soll es erstmal auf bestimmte Aufgaben zugeschnittene Varianten geben, die dann doch auf die Cloud zurückgreifen. Unklar bleibt, wie lange dieser Übergang dauert, bis OpenAI tatsächlich in der Lage ist, ständig aktive Geräte auf den Markt zu bringen, die den Datenschutz besonders beherzigen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11112355

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Ai-Pin-Ehemalige-Apple-Mitarbeiter-bauen-den-Star-Trek-Communicator-9208317.html
[2] https://www.heise.de/news/Konkurrent-fuers-Smartphone-gescheitert-HP-kauft-Humane-AI-Pin-wird-stillgelegt-10287378.html
[3] https://www.heise.de/news/Bestaetigt-Sam-Altman-und-Jony-Ive-arbeiten-an-neuem-KI-Geraet-9939923.html
[4] https://www.reuters.com/technology/artificial-intelligence/artificial-intelligencer-openai-explores-ai-devices-with-small-models-new-chip-2025-12-11/
[5] https://www.heise.de/news/Ive-und-Altman-In-die-OpenAI-Hardware-will-man-reinbeissen-11090725.html
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[7] mailto:mki@heise.de

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  • 11. Dezember 2025 um 16:54

heise+ | Launchpad-Alternativen: So ersetzen Sie den Programmstarter in macOS 26

Von Heise
Quo vadis, LaunchPad?

Quo vadis, LaunchPad?

(Bild: KI / heise medien)

Apple hat das Launchpad in macOS 26 gestrichen. Wer es vermisst, kann zu einem Nachbau greifen. Wir stellen sieben Apps vor, die teilweise deutlich mehr bieten.

Mit dem Launchpad von macOS lassen sich ähnlich dem Homescreen vom iPad Programme anordnen und per Klick starten. In Tahoe hat Apple es jedoch durch eine funktionsärmere Ansicht in Spotlight ersetzt – wie Sie damit umgehen, lesen Sie in diesem heise+-Artikel [1] [1].

Wer damit jedoch nicht klarkommt und wem auch die weiteren Möglichkeiten von macOS nicht genügen, kann auf zahlreiche, teils frisch entwickelte Alternativen zurückgreifen. Neben den Gratistools LaunchNext [2] [2] und LaunchPanel [3] [3] haben wir die Bezahl-Apps AppGrid [4] [4], AppHub [5] [5], Launchie [6] [6], QAL Pro [7] [7] und uDock [8] [8] genauer unter die Lupe genommen.

Die meisten vorgestellten Programme spüren automatisch die installierten Anwendungen auf. Nicht alle Launcher können benutzerdefinierte Orte untersuchen. Externe Volumes, die der App Store auf Wunsch zum Auslagern großer Apps benutzt, ignorieren sie etwa. App-Sammler müssen genauer hinschauen: Einige Tools gerieten im Test mit rund 750 Anwendungen auf unserem Test-Mac ordentlich ins Schwitzen. Das Problem ließ sich aber abmildern, indem wir Apps ausblendeten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11091138

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/Startklar-ohne-Launchpad-So-geht-s-ohne-Apples-Programmstarter-in-macOS-26-11091702.html
[2] https://github.com/RoversX/LaunchNext
[3] https://noteifyapp.com/launchpanel/
[4] https://apps.apple.com/de/app/appgrid-launcher/id6748853585?mt=12&uo=4
[5] https://bohdank1.gumroad.com/l/apphub
[6] https://apps.apple.com/de/app/launchie-app-launcher/id6752657468?mt=12&uo=4%20
[7] https://apps.apple.com/de/app/quick-app-launcher-qal-pro/id6740396517?mt=12&uo=4
[8] https://apps.apple.com/de/app/udock/id1563545181?mt=12%20

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  • 11. Dezember 2025 um 08:00

USA beschlagnahmen venezolanischen Öltanker – Caracas spricht von Piraterie

Von Marcel Kunzmann

Marcel Kunzmann

Ein Öltanker auf Hoher See

Symbolbild: Die USA nehmen jetzt Venezuelas Wirtschaft auch militärisch ins Visier

(Bild: Parilov/Shutterstock.com)

Die USA haben einen Öltanker vor Venezuelas Küste beschlagnahmt. Das Schiff transportierte Öl nach Kuba. Wie weit wird Trump noch eskalieren?

Die USA haben am Mittwoch einen Öltanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt. Das bestätigte US-Präsident Donald Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Die Aktion markiert eine weitere Eskalation in den seit Monaten angespannten Beziehungen zwischen Washington und Caracas.

"Wir haben gerade einen Tanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt – ein großer Tanker, sehr groß, tatsächlich der größte, der jemals beschlagnahmt wurde", sagte Trump. Auf die Frage, was mit dem Öl geschehen werde, antwortete er: "Wir behalten es, nehme ich an."

Venezuela verurteilt "dreisten Diebstahl"

Die venezolanische Regierung reagierte umgehend mit scharfer Kritik. In einer Stellungnahme bezeichnete das Außenministerium die Beschlagnahme als "dreisten Diebstahl" und "Akt internationaler Piraterie, der vom Präsidenten der Vereinigten Staaten öffentlich angekündigt wurde". Venezuela werde seine Souveränität, natürlichen Ressourcen und nationale Würde mit absoluter Entschlossenheit verteidigen und die USA vor internationalen Gremien anklagen, hieß es in der Erklärung.

Auch der Iran, der ebenfalls von US-Sanktionen betroffen ist, verurteilte die Aktion, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet [1]. Die iranische Botschaft in Caracas bezeichnete die Beschlagnahme in einer Mitteilung auf X am Donnerstag als "schwerwiegende Verletzung internationaler Gesetze und Normen".

Kuba-Lieferungen im Visier

US-Generalstaatsanwältin Pam Bondi erklärte auf X, dass FBI, Heimatschutzministerium und Küstenwache mit Unterstützung des Militärs einen Durchsuchungsbefehl für einen Rohöltanker vollstreckt hätten, der sanktioniertes Öl aus Venezuela und Iran transportiert habe. Ein von Bondi veröffentlichtes 45-sekündiges Video zeigte zwei Hubschrauber, die sich einem Schiff näherten, sowie bewaffnete Personen in Tarnkleidung, die sich auf das Schiff abseilten.

"Seit mehreren Jahren ist der Öltanker von den Vereinigten Staaten sanktioniert, weil er in ein illegales Ölversandnetzwerk zur Unterstützung ausländischer Terrororganisationen involviert war", schrieb Bondi.

Nach Angaben der britischen Seerisiko-Gruppe Vanguard handelt es sich vermutlich um den Supertanker Skipper. Die USA hatten gegen das Schiff Sanktionen verhängt, als es noch unter dem Namen Adisa fuhr, wegen angeblicher Beteiligung am iranischen Ölhandel. Das Schiff hatte zwischen dem 4. und 5. Dezember den venezolanischen Hauptölhafen Jose verlassen, nachdem es rund 1,8 Millionen Barrel venezolanisches Merey-Schweröl geladen hatte.

Laut Satellitenanalysen von TankerTrackers.com und internen Daten der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft PDVSA übertrug der Tanker etwa 200.000 Barrel in der Nähe von Curaçao auf das unter panamaischer Flagge fahrende Schiff Neptune 6, das nach Kuba unterwegs war. Die Seefahrtsbehörde Guyanas teilte mit, dass die Skipper fälschlicherweise die Flagge des Landes führte. Nach PDVSA-Daten hatte das Schiff zwischen 2021 und 2022 venezolanisches Öl nach Asien transportiert.

Die USA haben venezolanische Öllieferungen nach Kuba bereits seit Jahren im Visier. Erklärtes Ziel der US-Politik ist es seit 1961, mit Hilfe des Wirtschaftsembargos [2] auf der sozialistisch regierten Insel einen Regime-Change herbeizuführen.

Erste Beschlagnahme eines Öltankers unter Trump

Die Beschlagnahme ist die erste eines venezolanischen Öltankers seit Inkrafttreten der US-Sanktionen im Jahr 2019. Sie ist zudem die erste bekannte Aktion der Trump-Regierung gegen einen Venezuela-bezogenen Tanker seit der massiven Militäraufstockung in der Region. Trump hat wiederholt die Möglichkeit einer militärischen Intervention in Venezuela ins Spiel gebracht.

Die US-Regierung hat bereits mehrere Angriffe auf mutmaßliche Drogenschmuggler-Schiffe durchgeführt, was bei Abgeordneten und Rechtsexperten Besorgnis ausgelöst hat. Seit Anfang September hat die US-Armee mehr als 20 Angriffe auf verdächtige Drogenboote in der Karibik und im Pazifik durchgeführt, bei denen mehr als 80 Menschen getötet wurden.

Experten bezweifeln die Rechtmäßigkeit dieser Angriffe. Es wurde kaum oder gar kein Beweis öffentlich gemacht, dass die Boote Drogen transportierten oder dass es notwendig war, sie zu zerstören, anstatt sie zu stoppen, ihre Ladung zu beschlagnahmen und die Menschen an Bord zu befragen.

Auswirkungen auf Ölmarkt begrenzt

Die Ölpreise stiegen nach Bekanntwerden der Beschlagnahme. Brent-Rohöl-Futures legten um 27 Cent oder 0,4 Prozent auf 62,21 Dollar pro Barrel zu, während US-West-Texas-Intermediate-Rohöl-Futures um 21 Cent oder ebenfalls 0,4 Prozent auf 58,46 Dollar pro Barrel stiegen.

Venezuela exportierte im vergangenen Monat mehr als 900.000 Barrel pro Tag Öl, der dritthöchste monatliche Durchschnitt in diesem Jahr. PDVSA hatte mehr Naphtha importiert, um sein extraschweres Öl zu verdünnen. Obwohl Washington den Druck auf Präsident Nicolás Maduro erhöht hat, hatte die Trump-Regierung bisher nicht in die Ölströme eingegriffen.

Venezuela musste sein Rohöl an seinen Hauptabnehmer China stark rabattieren, da die Konkurrenz durch sanktioniertes Öl aus Russland und Iran zunimmt. "Dies ist nur ein weiterer geopolitischer Gegenwind durch Sanktionen, der das Spotangebot belastet", sagte Rory Johnston, Analyst bei Commodity Context. "Die Beschlagnahme dieses Tankers verschärft die Sorgen um das prompte Angebot, ändert aber die Situation nicht grundlegend, da diese Barrels ohnehin eine Weile unterwegs gewesen wären", erklärte Johnston.

Der US-Ölkonzern Chevron, der mit PDVSA zusammenarbeitet, teilte mit, dass seine Geschäfte im Land normal und ohne Unterbrechungen weiterliefen. Das Unternehmen, das für alle venezolanischen Rohölexporte in die USA verantwortlich ist, hatte diese Lieferungen im vergangenen Monat von 128.000 auf 150.000 Barrel pro Tag erhöht.

Wachsender Druck auf Maduro

Maduro hat wiederholt erklärt, dass der militärische Aufbau der USA darauf abziele, ihn zu stürzen und die Kontrolle über die Ölressourcen des Opec-Landes zu erlangen, das über die weltweit größten Rohölreserven verfügt. Seit seiner Rückkehr ins Amt hat Trump seine Drohungen gegen Venezuela verstärkt und erhebliche Militärkräfte in die Karibikregion verlegt, darunter den weltgrößten Flugzeugträger USS Gerald Ford und seine Kampfgruppe.

Trump bestätigte Anfang Dezember, dass er verdeckte Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela [3] freigegeben habe. Maduro reagierte auf die Truppenbewegungen mit einem eigenen Militäraufbau entlang der venezolanischen Küste und erklärte, die Streitkräfte seines Landes würden jedem möglichen Militärangriff der USA Widerstand leisten.

In einem umfassenden Strategiedokument, das in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, erklärte Trump, dass sich die außenpolitische Ausrichtung seiner Regierung auf die Wiederherstellung der Dominanz in der westlichen Hemisphäre konzentrieren werde.

Auf die Frage, ob er seit der Beschlagnahme mit Maduro gesprochen habe, antwortete Trump am Mittwoch, dass dies nicht der Fall sei. Allerdings hatte er Anfang des Monats angegeben, kürzlich Kontakt mit dem venezolanischen Präsidenten gehabt zu haben.

Die jüngste Eskalation stößt auf nationale und internationale Kritik. Erst in diesem Monat äußerten zwei UN-Experten in einer gemeinsamen Erklärung "tiefe Besorgnis über den zunehmenden Druck der Vereinigten Staaten auf Venezuela". Eine Umfrage von The Economist und YouGov aus dem November ergab, dass nur 17 Prozent der US-Erwachsenen den Einsatz militärischer Gewalt zum Sturz der venezolanischen Regierung befürworten, während 45 Prozent dagegen sind.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11111600

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reuters.com/world/americas/trump-administration-seizes-oil-tanker-off-venezuela-coast-us-officials-say-2025-12-10/
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Embargo_der_Vereinigten_Staaten_gegen_Kuba
[3] https://www.heise.de/tp/article/Auftakt-zum-Regime-change-Trump-autorisiert-CIA-Geheimoperationen-in-Venezuela-10771260.html

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  • 11. Dezember 2025 um 14:00

FAQ zum neuen Wehrdienst: Was sich für junge Menschen in Deutschland ändern wird

Von Marcel Kunzmann

Marcel Kunzmann

Junge Menschen in Bundeswehr-Uniform

Frauen sind von den Pflichten des neuen Wehrdienstes – analog zur alten Wehrpflicht – ausgenommen.

(Bild: Ryan Nash Photography/Shutterstock.com)

Der Wehrdienst kommt – zunächst freiwillig. Ab 2026 müssen alle 18-jährigen Männer einen Fragebogen ausfüllen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Der Bundestag hat am 5. Dezember das neue Wehrdienstgesetz beschlossen [1]. Die Regierung will damit einen "neuen und attraktiven" Wehrdienst schaffen, um die Bundeswehr in den nächsten Jahren deutlich zu vergrößern. Das Gesetz gilt ab 2026.

Fragen und Antworten zum neuen Gesetz (Stand: 09.12.2025):

Was ändert sich konkret für junge Menschen?

Änderungen gibt es primär für Männer: Ab 2026 greifen neue Erfassungsregelungen. Alle deutschen Männer, die seit dem 1. Januar 2008 geboren wurden, müssen mit 18 Jahren dann einen Fragebogen der Bundeswehr ausfüllen. Darin werden Angaben zum Gesundheitszustand, zu Bildungsabschlüssen und zum Interesse am Bundeswehrdienst abgefragt.

"Wer darin seine Bereitschaft erklärt, dienen zu wollen und Auskunft über seine körperliche Fitness gegeben hat, kann dann bei Eignung zur Musterung eingeladen werden. Aus den dann bereits Gemusterten sollen die Geeignetsten und Motiviertesten ausgewählt werden", heißt es [2] auf der Website des Deutschen Bundeswehrverbands, der von einer "Auswahl der Besten" spricht.

Frauen erhalten den Fragebogen ebenfalls und können freiwillig teilnehmen, sind aber nicht verpflichtet.

Die Einführung der flächendeckenden Musterung erfolgt etappenweise in landesweit 24 Musterzentren. Ab 1. Juli 2027 sollen alle erfassten 18-jährigen Männer zur Musterung eingeladen werden – unabhängig davon, ob sie Interesse am Dienst geäußert haben oder nicht. Dies gilt auch für Männer, die ihren Geschlechtseintrag geändert haben [3].

Welche Anreize und Sanktionen gibt es?

Für 18-jährige Männer besteht die Pflicht, den Erfassungsfragebogen wahrheitsgemäß auszufüllen und bei Bedarf an der Musterung teilzunehmen. Wer den Fragebogen grundlos verweigert, könnte laut Bundeswehr mit Sanktionen wie Bußgeldern belegt werden [4].

Neu ist zudem, dass mit stärkeren monetären Anreizen gearbeitet wird. Freiwillige erhalten künftig den Status "Soldat auf Zeit" und bekommen eine deutlich höhere Vergütung von 2.600 Euro brutto monatlich. Der Grundwehrdienst dauert mindestens sechs Monate, kann aber auf bis zu 23 Monate verlängert werden. Wer sich für mindestens ein Jahr verpflichtet, kann mit verschiedenen Prämien und Zuschüssen, beispielsweise zum Führerschein, rechnen.

Wie unterscheidet sich das neue Modell von der früheren Wehrpflicht?

Der neue Wehrdienst setzt (zunächst) auf Freiwilligkeit und gezielte Auswahl, im Gegensatz zur alten allgemeinen Wehrpflicht. Früher mussten alle jungen Männer etwa neun bis zwölf Monate dienen. Im neuen Modell wird hingegen aus einer großen Zahl von Interessenten gezielt ausgewählt. Gleich bleibt, dass nur Männer verpflichtend zur Musterung vorgeladen werden können.

Die Freiwilligen durchlaufen eine Grundausbildung mit Fokus auf Heimatschutz-Aufgaben wie Sicherungs- und Wachdienst. Die Bundeswehr wirbt in diesem Kontext heute vermehrt mit Karrieremöglichkeiten und Weiterbildungen, etwa Ausbildungen für Führerscheine oder Technikkurse.

Müssen Familien mit einer Einberufung ihrer Kinder rechnen?

Derzeit nicht. Die Regierung erklärt, dass zunächst alle Möglichkeiten freiwilliger Rekrutierung ausgeschöpft werden sollen. Wenn die Zahl der Freiwilligen nicht ausreicht, könnte allerdings später nach gesonderter Entscheidung im Bundestag zur regulären Einberufung übergegangen werden.

Laut dem Ministerium wäre das erst frühestens Ende des Jahrzehnts zu erwarten – also für Jugendliche, die etwa um 2012 geboren wurden. Geburtsjahrgänge ab 2012 oder später könnten also von einer möglichen Wehrpflicht betroffen sein.

Was passiert bei Verweigerung?

Da der Wehrdienst derzeit freiwillig ist, entstehen keine Nachteile für diejenigen, die nicht teilnehmen möchten [5]. Allerdings ist die Beantwortung des Fragebogens für Männer verpflichtend.

Sollte später eine Wehrpflicht eingeführt werden, können Betroffene weiterhin im Rahmen der Kriegsdienstverweigerung einen Ersatzdienst beantragen. Mit der Wehrpflicht würde dann auch wieder der Zivildienst eingeführt.

Gibt es Alternativen zum Wehrdienst?

Zurzeit gibt es keinen neuen verpflichtenden Zivildienst. Der Zivildienst wurde 2011 abgeschafft und käme nur mit einer offiziellen Wiedereinführung der Wehrpflicht zurück.

Unverändert bleibt die Möglichkeit, sich freiwillig zu engagieren – etwa im Bundesfreiwilligendienst, in sozialen Projekten oder im Katastrophenschutz wie der Freiwilligen Feuerwehr oder dem THW.

Worüber streitet die Koalition?

Politiker von CDU und CSU drängen darauf, dass im Gesetz ein Automatismus für eine Wehrpflicht verankert wird. Sie fordern eine Regelung, mit der die Bundesregierung die Wehrpflicht bei Unterschreiten festgelegter Rekrutierungsziele unverzüglich wieder in Kraft setzen kann – ohne erneute Beteiligung des Bundestages.

Die SPD beharrt darauf, dass der neue Wehrdienst als Freiwilligendienst eingeführt wird. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller sagte [6]: "Wir haben uns im Koalitionsvertrag eindeutig verständigt: Der neue Wehrdienst startet freiwillig – und das gilt."

Am Ende der Debatte hat sich bislang das freiwillige Modell zunächst durchgesetzt.

Welche Ziele verfolgt die Bundeswehr?

Ziel ist es, dass bis 2030 insgesamt über 100.000 freiwillig Wehrdienstleistende ihren Einsatz absolviert haben und dann der aktiven Reserve zur Verfügung stehen. 2025 sollen 15.000 Soldaten aufgenommen werden, 5.000 mehr als im Vorjahr. Diese Zahl soll jährlich um 3.000 bis 5.000 steigen.

Ab 2031 sollen dann jährlich bis zu 40.000 Personen über das neue Wehrdienstmodell rekrutiert werden. Kritiker bezweifeln allerdings, ob diese Ziele erreicht werden können.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (CDU), und der Militärhistoriker Sönke Neitzel warfen Pistorius vor, sein Entwurf werde den Anforderungen "angesichts der Bedrohung durch Russland" nicht gerecht.

Bundeskanzler Friedrich Merz betonte [7]: "Wenn wir sehen, dass wir die Zahlen nicht erreichen, die wir brauchen, dann wird der nächste Schritt folgen müssen – und zwar beginnend mit einer Wehrerfassung."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10621438

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw49-de-wehrdienst-1128220
[2] https://www.dbwv.de/aktuelle-themen/blickpunkt/beitrag/wehrpflicht
[3] https://www.rnd.de/politik/sonderregelung-fuer-kriegsfall-einberufung-trotz-geaendertem-geschlecht-XJ3VBPSS4RMT7DE7Q67F436DCM.html
[4] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/wehrdienst-bundeswehr-reform-100.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/Interview-Kriege-werden-unmoeglich-wenn-die-Menschen-sich-ihnen-verweigern-11098975.html
[6] https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/ringen-um-wehrgesetz-nach-kabinettsbeschluss-nachschaerfen
[7] https://www.radiorst.de/artikel/merz-koalition-bei-wehrdienst-in-der-zielrichtung-einig-2420855.html

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  • 11. Dezember 2025 um 13:13

48 Prozent Rentenniveau: Eine Garantie, die nichts garantiert

Von Alexander Horn

Alexander Horn

Ein älteres Paar, das einem Theaterstück bewohnt

Das Renten-Theater ist nicht wirklich lustig. Bild: Shutterstock.com

Die SPD feiert die Haltelinie – doch real können Renten trotzdem sinken. Der Grund liegt woanders als in der Demografie. Gastbeitrag.

Mit der Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis 2031 hat die SPD in der vergangenen Woche ein Herzensanliegen durch den Bundestag gebracht, das sie seit vielen Jahren wie eine Monstranz vor sich herträgt.

SPD feiert die Haltelinie als erneuertes Sozialstaatsversprechen

Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, betonte im Bundestag [1], dass sich die Menschen trotz Wirtschafts- und Bankenkrisen oder etwa der Coronapandemie seit Jahrzehnten auf die sozialen Sicherungssysteme verlassen könnten, denn vor allem die gesetzliche Rente [2] habe "für Sicherheit in unsicheren Zeiten gesorgt".

So gehe es nun weiter, denn "alle Generationen werden von der Haltelinie profitieren, die das Rentenniveau sichert", was zu "mehr Gerechtigkeit" führe, so Bas. Insbesondere die Jüngeren profitierten, da sie höhere Rentenanwartschaften erwerben.

Mit der Stabilisierung des Rentenniveaus werde ein "Sozialstaatsversprechen [3]" erneuert, das über alle Altersgruppen hinweg gelte, befand die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt bei der abschließenden Lesung des Rentenpakets im Bundestag [4]. Mehr als zwei Drittel der jungen Menschen seien dafür.

Anders als von der SPD wie auch den anderen Befürwortern eines Rentenniveaus von 48 Prozent – oder sogar mehr, wie es Linke und AfD fordern – stellt diese Haltelinie keineswegs die Erfüllung eines Sozialstaatsversprechens dar und insbesondere wird damit nicht etwa das reale Einkommensniveau heutiger oder zukünftiger Rentner gesichert.

Ablenkungsmanöver Rentenniveau

Ein gleichbleibendes Rentenniveau bedeutet lediglich, dass sich die durchschnittlichen Nettoeinkommen der Erwerbstätigen im Gleichschritt mit den durchschnittlichen nominalen Renten bewegen. Da alle nominalen Einkommen dem gleichen Anstieg der Verbraucherpreise unterworfen sind, werden auch real steigende oder sinkende Erwerbstätigeneinkommen 1:1 an die Rentner durchgereicht.

Rentenkürzungen [5]sind demnach – nicht wie von Bas insinuiert – bei einem gleichbleibenden Rentenniveau zu verhindern. Vielmehr stellt ein gleichbleibendes Rentenniveau sicher, dass sich Reallohnzuwächse als realer Rentenanstieg auswirken, umgekehrt jedoch auch, dass Reallohnverluste 1:1 auf die realen Renten durchschlagen.

Real sinkende Renten wirken sich jedoch nicht nur auf die heutige Rentnergeneration aus, vielmehr vermindert sich auch der Lebensstandard [6]aller zukünftigen Rentnergenerationen im gleichen Umfang. Würden beispielsweise die realen Renten bis zum Jahr 2031 um 5 Prozent sinken, träfe dies – trotz des auf 48 Prozent fixierten Rentenniveaus und der Anwartschaften – auch die ab 2031 neu hinzukommenden Rentner.

Im Vergleich zu den heutigen Renten müssten sie eine fünf Prozent niedrigere reale Rente hinnehmen.

Reallöhne statt Haltelinien: Was den Lebensstandard wirklich bestimmt

Um den Lebensstandard der Rentenbezieher zu sichern, ist demnach die Entwicklung der Reallöhne entscheidend, denn der Effekt eines steigenden oder sinkenden Rentenniveaus ist im Vergleich zur Reallohnentwicklung relativ unbedeutend.

So würde zwar eine angenommene Anhebung des Rentenniveaus von heute 48 auf 49 Prozent bis 2031 einen Rentenanstieg um etwa zwei Prozent bedeuten, wenn jedoch die Reallöhne bis dahin um fünf Prozent sänken, lägen die Renten dann real drei Prozent niedriger als heute.

Ein Rentner mit einer durchschnittlichen Rente von 1200 Euro pro Monat [7] würde 2031 in heutigen Preisen 36 Euro weniger Rente erhalten – trotz gestiegener Rentenniveaus.

Kollabierter Wohlstandsmotor

In der Rentendiskussion wird die Reallohnentwicklung jedoch völlig ignoriert. Dies ist umso problematischer, da die Reallöhne wegen der seit Jahrzehnten in Deutschland rückläufigen Produktivitätszuwächse [8]kaum noch steigen.

Ganz im Gegenteil liegen die Reallöhne in Deutschland trotz eines Anstiegs um durchschnittlich sogar drei Prozent im vergangenen Jahr noch immer 2,5 Prozent niedriger als 2019 [9].

Seit 2015 ist die Arbeitsproduktivität pro Erwerbstätigenstunde in Deutschland nur noch um knapp ein Prozent jährlich gestiegen, seit 2022 sinkt die Arbeitsproduktivität [10] sogar.

Produktivitätssteigerungen sind jedoch die wirtschaftliche Grundlage für Reallohnsteigerungen, denn Unternehmen, die die Arbeitsproduktivität anheben, erreichen dadurch in aller Regel Kosteneinsparungen, wodurch sie ihre Wettbewerbsfähigkeit [11]verbessern.

Den Erwerbstätigen kommt dies ebenfalls zugute, da die Unternehmen in einem wettbewerblichen Umfeld gezwungen sind, die erreichten Kostenvorteile teilweise oder vollständig an die Kunden weiterzugeben, was über die Wertschöpfungsketten letztlich zu sinkenden Konsumentenpreise führt beziehungsweise inflationsdämpfend wirkt.

Produktivität am Boden – und mit ihr der verteilbare Wohlstand

Da der Produktivitätszuwachs ausbleibt und die insgesamt in Deutschland von allen Erwerbstätigen geleisteten Arbeitsstunden obendrein zurückgehen [12] – im Zeitraum von 2019 bis 2024 sind sie von 62,1 auf 61,4 Milliarden Stunden gesunken [13] – stagniert der von allen Erwerbstätigen erarbeitete Wohlstand; seit 2022 nimmt er wegen der seitdem sinkenden Arbeitsproduktivität sogar ab.

Aufgrund der demografischen Alterung [14], die in den nächsten zehn bis 15 Jahren dazu führt, dass einer steigenden Anzahl Rentner immer weniger Erwerbstätige gegenüberstehen, muss bei Fortsetzung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Entwicklung der nun sogar sinkende Wohlstand in Deutschland auf immer mehr Bürger aufgeteilt werden.

Politik im Ausweichmodus: Verteilung statt Ursachenbekämpfung

Die seit vielen Jahren geführte Diskussion über das Rentenniveau ist ein willkommenes Ablenkungsmanöver, das allen Beteiligten erlaubt, die politisch weitgehend unabänderliche demografische Alterung in den Fokus zu nehmen, um nicht die politisch stark beeinflussbare wirtschaftliche Entwicklung adressieren zu müssen.

Dies entspricht dem heutigen Politikstil, der auf das Management beziehungsweise die Verwaltung des Status quo ausgerichtet ist und Veränderung meidet [15].

Politiker aller Couleur können sich durch die derart geführte Rentendiskussion als mehr oder weniger brillante Verwalter in Szene setzen, denen eine noch "gerechtere" Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstands am Herzen liegt. Obwohl es dabei nur um des Kaisers Bart geht, ist die Diskussion umso unversöhnlicher, weil nicht mehr – wie seit den 1950er-Jahren in Deutschland üblich – Wohlstandsgewinne zu verteilen sind, sondern Wohlstandsverluste [16]unter den Bürgern aufgeteilt werden müssen.

Um dies mittels Schuldenaufnahme vorläufig so weit wie möglich zu verschleiern, wurde das 500 Milliarden schwere Sondervermögen mitsamt des Verschiebebahnhofs zugunsten steigender konsumtiver Ausgaben geschaffen. Da die für die Rente freigeschaufelten finanziellen Mittel dennoch auf Dauer nicht reichen, um die Rentenlöcher zu stopfen, werden ständig neue Strohmänner aufgestellt, wie beispielsweise die Einbeziehung von Beamten und Selbstständigen in die Rentenversicherung [17].

Da diese jedoch aufgrund des Äquivalenzprinzips [18]bei Einbeziehung in die Rentenversicherung eine Rentenhöhe erzielen, die ihren persönlichen Beitragszahlungen entspräche, würde dies die Rentenkassen langfristig nicht entlasten. Dies wäre nur möglich, wenn die Rentenkassen durch Aushebelung des Äquivalenzprinzips zulasten von Selbstständigen und Beamten saniert würden – was inzwischen die Linke fordert [19] und Bas beabsichtigt.

Verteilungskonflikte

Die derart geführte Rentendiskussion droht im Kontext der demografischen Alterung bei gleichzeitiger Wohlstanderosion Verteilungskonflikte [20]zu politisieren und gesellschaftliche Spaltungen unter den Erwerbstätigen zu schaffen, so etwa zwischen Jungen und Alten und zwischen verschiedenen Erwerbstätigengruppen wie Beamten, Selbstständigen oder abhängig Beschäftigten sowie gegenüber den Empfängern von Transferleistungen.

Mit der einseitigen Fokussierung auf das Rentenniveau und "gerechte" Verteilung befeuert die Regierungskoalition die Entstehung dieser Konflikte.

Dies gilt auch für die jungen CDU-Rentenrebellen [21], die zur akuten Lösung der Rentenprobleme ausschließlich darauf gedrungen haben, das Rentenniveau ab 2031 auf 47 Prozent abzusenken, anstatt es – wie nun vom Bundestag beschlossen – bei 48 Prozent zu belassen.

Insbesondere CDU/CSU und SPD, aber auch die politische Opposition im Bundestag haben keine Antwort auf die Frage, wie sich die in den nächsten zehn bis 15 Jahren stark steigenden demografischen Lasten ohne wohlstandsmindernde Effekte für alle Bürger ausgleichen lassen.

Sichere Renten durch höhere Wettbewerbsfähigkeit

Da die Rentendiskussion ausschließlich auf Verteilungsgerechtigkeit reduziert wird, gibt es keinerlei Bestrebungen, die von der Produktivitätsschwäche [22]ausgehende Wohlstandserosion zu stoppen. Daraus resultieren jedoch nicht nur schwerwiegende Wohlstandseffekte für Rentenbeitragsempfänger, -beitragszahler sowie für die Steuerzahler.

Diese müssen jährlich weit über 100 Milliarden Euro in die Rentenkasse einzahlen, um versicherungsfremde Leistungen zu finanzieren und um eine Senkung der ansonsten viel höheren Rentenbeitragssätze zu bewirken.

Dass immer mehr Brutto vom Netto der Erwerbstätigen durch Beiträge und Steuern in die Rentenkasse fließt, führt aufgrund steigender Sozialversicherungsbeiträge [23] auch zu kontinuierlich wachsenden Belastungen bei den Unternehmen.

Steigende Beiträge, sinkende Wettbewerbsfähigkeit

Durch die Produktivitätsstagnation geraten die Unternehmen unter einen immer größeren wirtschaftlichen Druck. Denn sie können latent steigende Kosten, etwa bei den Lohnnebenkosten, für Energie oder mehr regulatorischen Aufwand, nicht wie in früheren Jahrzehnten durch kontinuierliche Produktivitätssteigerungen kompensieren, sodass ihre Wettbewerbsfähigkeit leidet. Infolge der Produktivitätsstagnation geraten sie sogar in eine Abwärtsspirale, weil nicht nur ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit schwindet.

Denn die Produktivitätsstagnation führt auch zu stagnierenden Reallöhnen, sodass die demografische Alterung, wegen des nun bis 2031 fixierten Rentenniveaus, zu einem Anstieg der Rentenbeitragssätze von heute 18,6 auf dann 20,3 Prozent bei zudem steigenden Steuerzuschüssen führt. Dies erhöht die Standortkosten der Unternehmen und schwächt ihre Wettbewerbsposition zusätzlich.

Würden die Unternehmen jedoch Arbeitsproduktivitätssteigerungen im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen, was ähnlich hohe Reallohnsteigerungen mit sich brächte, könnten die prozentualen Rentenversicherungsbeiträge stabil gehalten werden. Dies gelänge, wenn die realen Renten im Vergleich zu den Reallöhnen etwas abgebremst wachsen würden, sodass der Lebensstandard generell steigt, derjenige der Rentner jedoch etwas abgemindert.

Nachhaltigkeitsfaktor entkernt – und die Politik schaut zu

Genau dies sollte der 2004 unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in die Rentenformel eingefügte Nachhaltigkeitsfaktor [24]bewirken, der das Verhältnis von Rentenbeitragszahlern und Rentnern bei der Rentenberechnung berücksichtigte und zu Zeiten eingeführt wurde, als das jährliche Produktivitätswachstum noch bei knapp 1,5 Prozent [25] lag.

Die seitdem verschärfte und zudem verfestigte Produktivitätsschwäche hat den Nachhaltigkeitsfaktor jedoch ad absurdum geführt. Anstatt nun jedoch die Ursachen der Produktivitätsschwäche zu adressieren, werden Reallohnstagnation [26], Wohlstandserosion und der inzwischen eklatante Verlust der Wettbewerbsfähigkeit hiesiger Unternehmen weitgehend achselzuckend hingenommen [27].

Offenbar erscheint es den etablierten Parteien weitaus einfacher, über Verteilungsfragen oder soziale Gerechtigkeit zu streiten, obwohl immer mehr Wähler dies als inszenierte Showdebatten und Showreformen erkennen, die nichts zur Sicherung der Renten beitragen – sofern man darunter die Erhaltung oder gar Steigerung des Lebensstandards heutiger und zukünftiger Rentnergenerationen versteht.

Viel schwerer, aber umso notwendiger wäre es, die eklatanten wirtschaftlichen Probleme zu adressieren, in die sich Deutschland seit Jahrzehnten mit einer völlig verfehlten Wirtschafts- sowie Energie- und Klimapolitik [28] selbst hineingeritten hat.

Um dies zu erreichen, müsste die Wirtschaftspolitik so ausgerichtet werden, dass die Unternehmen durch verschärften Wettbewerb einerseits zu wettbewerbssteigernden Produktivitätsverbesserungen animiert und gedrängt werden, ihnen jedoch anderseits nicht durch ausufernde Regulierung und vor allem explodierende Strom- und Energiekosten [29] die wirtschaftliche Basis entzogen wird.

Mehr von Alexander Horn lesen Sie in seinem aktuellen Buch Die Zombiewirtschaft - Warum die Politik Innovation behindert und die Unternehmen in Deutschland zu Wohlstandsbremsen geworden sind [30] mit Beiträgen von Michael von Prollius und Phil Mullan.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7637562
[2] https://www.heise.de/tp/article/Rente-in-Deutschland-Umlageverfahren-schlaegt-Kapitaldeckung-10666340.html
[3] https://www.heise.de/tp/article/Sozialstaat-am-Abgrund-Warum-Deutschland-seinen-Zusammenhalt-verspielt-10237157.html
[4] https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7646123
[5] https://www.heise.de/tp/article/Die-Rentenkuerzung-ist-sicher-10500889.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/Wie-westliche-Aussenpolitik-den-deutschen-Lebensstandard-einbrechen-laesst-9663160.html
[7] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/durchschnittsrente-wie-viel-rente-die-deutschen-beziehen-03/100109822.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/Wachstumsbooster-ohne-Wirkung-warum-Deutschland-seine-Produktivitaet-verspielt-10457606.html
[9] https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Realloehne-Nettoverdienste/Tabellen/liste-reallohnindex.html#134650
[10] https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/81000/table/81000-0017/table-toolbar/search/s/YXJiZWl0c3Byb2R1a3Rpdml0JUMzJUE0dA%3D%3D
[11] https://www.heise.de/tp/article/Warum-kann-Deutschland-Spitzenforschung-nicht-zu-Geld-machen-11090953.html
[12] https://www.heise.de/tp/article/Arbeitszeit-Debatte-Von-Work-Life-Balance-zu-Work-Work-Balance-10424815.html
[13] https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/81000/table/81000-0015/table-toolbar
[14] https://www.heise.de/tp/article/Kommt-der-demografische-Winter-9853767.html
[15] https://www.novo-argumente.com/artikel/fuehrungsversagen_im_ki_zeitalter
[16] https://www.heise.de/tp/article/Merz-Albtraum-Deutschland-schlittert-in-die-Triple-Rezession-10356159.html
[17] https://www.heise.de/tp/article/Rente-Daenemark-schuetzt-vor-Armut-Deutschland-belohnt-Leistung-10747482.html
[18] https://www.heise.de/tp/article/Gesetzliche-Rente-Rentensystem-Rentenpunkte-und-Vorsorge-einfach-erklaert-10621605.html
[19] https://www.novo-argumente.com/artikel/fuehrungsversagen_im_ki_zeitalter
[20] https://www.heise.de/tp/article/Gleichheit-in-Gefahr-Philosophen-fordern-radikales-Umdenken-10629137.html
[21] https://www.heise.de/tp/article/Generationenkonflikt-in-der-CDU-Warum-die-Junge-Union-gegen-Merz-rebelliert-11081267.html
[22] https://www.heise.de/tp/article/Deutsche-Industrie-im-Sinkflug-OECD-sieht-trotzdem-Licht-am-Horizont-11103475.html
[23] https://www.heise.de/tp/article/Rentenanstieg-und-Beitragsschock-Was-auf-Beitragszahler-zukommt-11074648.html
[24] https://www.heise.de/tp/article/Rentendebatte-Das-Maerchen-von-der-unbezahlbaren-Rente-11100895.html
[25] https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/81000/table/81000-0017/table-toolbar/search
[26] https://www.heise.de/tp/article/Sind-hohe-Loehne-wirklich-schuld-am-Niedergang-der-Autobranche-10968597.html
[27] https://www.ifo.de/fakten/2025-08-12/industrie-verliert-weiter-wettbewerbsfaehigkeit
[28] https://www.heise.de/tp/article/Klimaschutz-als-Wirtschaftsmotor-Wie-Deutschland-es-besser-machen-kann-11097970.html
[29] https://www.heise.de/tp/article/Dunkelflaute-Wurden-wir-von-Stromkonzernen-abgezockt-10899847.html
[30] https://www.amazon.de/Die-Zombiewirtschaft-Unternehmen-Deutschland-Wohlstandsbremsen/dp/394461061X/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=die+zombiewirtschaft&qid=1576494596&sr=8-1

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  • 11. Dezember 2025 um 13:00

software-architektur.tv: Modelle und Modularisierung mit Alistair Cockburn

Von Heise
Logo software-architektur.tv: Modelle und Modularisierung mit Alistair Cockburn

(Bild: software-architektur.tv)

Eberhard Wolff und Alistair Cockburn sprechen über Modelle, Modularisierung, Bounded Contexts und Architekturansätze wie Ports and Adapters.

Auf dem jüngsten Software Architecture Gathering hielt Eberhard Wolff einen Vortrag über Modelle, Modularisierung und Bounded Contexts, während Alistair Cockburn [1] in Gesprächen mit den Teilnehmenden ähnliche Themen beleuchtete. In dieser englischsprachigen Episode des Videocasts kommen die beiden zusammen, um die zentralen Konzepte hinter diesen Themen zu diskutieren, ihre Perspektiven zu vergleichen und Fragen aus dem Publikum zu beantworten.

Das Duo spricht über verschiedene Konzepte – beispielsweise über die ursprünglichen Arbeiten von Parnas zur Modularisierung, die hexagonale Architektur beziehungsweise „Ports and Adapters“ (die von Alistair Cockburn entwickelt wurde) oder auch Domain-driven Design.

Lisa Maria Schäfer malt dieses Mal keine Sketchnotes.

Livestream am 12. Dezember

Die Ausstrahlung findet am Freitag, 12. Dezember 2025, live ab 15:00 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [3] einbringen.

software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, Blogger sowie Podcaster auf iX [4] und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer [5] (Socreatory) und Ralf D. Müller [6] (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren bindet iX (heise Developer) die über YouTube gestreamten Episoden im Online-Channel ein, sodass Zuschauer dem Videocast aus den Heise Medien heraus folgen können.

Weitere Informationen zu den Folgen finden sich auf der Videocast-Seite [7].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11109697

Links in diesem Artikel:
[1] https://alistaircockburn.com/Bio
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://software-architektur.tv/
[4] https://www.heise.de/developer/Continuous-Architecture-2687847.html
[5] https://www.socreatory.com/de/trainers/lisa-moritz
[6] https://techstories.dbsystel.de/blog/profiles/Ralf-D.-Mueller.html
[7] https://software-architektur.tv/
[8] mailto:mdo@ix.de

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  • 11. Dezember 2025 um 17:17

Die Produktwerker: Was man selbst tun kann, um mehr Ownership zu erhalten

Von Heise
Produktwerker auf einem Bild (3 Männer), dazu Text

(Bild: Die Produktwerker)

Die Produktwerker diskutieren in dieser Folge darüber, dass man einiges selbst tun kann, um mehr Product Ownership zu bekommen beziehungsweise zu übernehmen.

Viele Menschen starten motiviert in ihre berufliche Rolle und stellen dann fest, dass ihnen Entscheidungen entzogen werden oder dass bestimmte Aufgaben weiterhin von anderen übernommen werden. Der Frust wächst, weil der Wunsch nach Verantwortung da ist, aber die Strukturen nicht mitziehen. Genau daran knüpfen Dominique Winter und Oliver Winter in dieser Folge an und zeigen Wege, wie man Ownership nicht nur fordert, sondern im Alltag schrittweise aufbaut.

Fachliche Tiefe, Klarheit und Kommunikation

Direkt zu Beginn wird klar, dass ein wichtiger Aspekt für mehr Ownership fachliche Tiefe ist. Menschen, die die Kundinnen und Kunden, den Markt, das eigene Produkt und relevante Wettbewerbsangebote sehr gut verstehen, entwickeln ein anderes Standing. Sie können Diskussionen auf eine faktische Ebene bringen und wegführen vom Raum der reinen Meinungen. Das öffnet Türen, weil Entscheidungen nachvollziehbarer werden und Stakeholder merken, dass jemand nicht nur koordinieren möchte, sondern echte Produktverantwortung übernimmt.

Fachliche Klarheit wirkt auf die Organisation, auch wenn sie anfangs kaum Freiraum bietet. Damit verbunden ist aber auch der Umgang mit Unsicherheit. Jede Produktentscheidung bleibt eine Wette. Wer diese Wette sauber beschreibt, ihre Risiken benennt und darauf achtet, auf welcher Datengrundlage entschieden wird, tritt automatisch verantwortlicher auf. Das Gespräch zeigt gut, wie stark sich die Wirkung eines Product Owners verändert, sobald Entscheidungen nicht mehr als absolute Wahrheiten präsentiert werden, sondern als reflektierte Schritte mit nachvollziehbarer Logik. Viele Stakeholder reagieren positiv darauf, weil sie erkennen, dass Entscheidungen begleitet und nicht blind getroffen werden.

Das zeigt, dass Kommunikation eine wichtige Rolle spielt. Klare Sprache erzeugt Klarheit über Risiken, Annahmen und Wissenslücken. Sie macht sichtbar, welche Informationen fehlen und wo die Organisation Prioritäten setzen sollte. Es steckt viel Ownership darin, offen zu sagen, welche Informationen fehlen, welche Wahrscheinlichkeiten realistisch sind und welche Konsequenzen bestimmte Wege haben. Gute Kommunikation heißt in diesem Kontext nicht, Konflikte zu vermeiden, sondern Orientierung zu schaffen.

Die eigene Haltung ist entscheidend

Aber am Ende geht es um die eigene Haltung. Ownership entsteht nicht dadurch, dass jemand sie verleiht. Sie wächst durch konsequentes Handeln. Dazu gehört, aktiv Informationen zu suchen, Discovery voranzutreiben, Entscheidungen einzufordern und Transparenz darüber herzustellen, was möglich ist und wo Grenzen liegen. Wer sein Umfeld so begleitet, verändert Schritt für Schritt die Wahrnehmung der eigenen Rolle und schafft die Grundlage für echte Product Ownership, selbst wenn die Organisation noch im alten Denken steckt.

Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der Produktwerker bereit: „Was kann ich selber tun, um mehr Ownership zu erhalten? [3]“.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11105880

Links in diesem Artikel:
[1] https://product-owner-day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://produktwerker.de/was-kann-ich-selber-tun-um-mehr-ownership-zu-erhalten/
[4] mailto:mai@heise.de

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  • 11. Dezember 2025 um 11:42

RSL 1.0 statt robots.txt: Neuer Standard für Internet-Inhalte

Von Heise
Ein Flatterband.

(Bild: MemoryMan / Shutterstock.com)

Ein neuer Standard, um Inhalte im Internet zu schützen. RSL wird von Akteuren wie Verlagen und der Werbebranche unterstützt.

Really Simple Licensing 1.0 – der Name soll Programm sein. Mit RSL 1.0 soll geregelt werden, wie KI-Unternehmen Inhalte von Verlagen und anderen Inhalteerstellern nutzen dürfen. Dazu gehören auch Lizenzvereinbarungen. Es handelt sich um einen offenen Web-Standard, der zusätzlich von Organisationen wie Cloudflare, Akamai, Creative Commons und der IAB, also dem Verband der Online-Werbebranche, unterstützt wird.

Mehr als 1500 Medienunternehmen sollen den Standard bereits befürworten. Auf der eigens eingerichteten Webseite [1] heißt es, RSL werde von Milliarden Webseiten genutzt. Das entspräche den meisten hochwertigen Inhalten des Internets, die für das KI-Training der großen Anbieter relevant sind. Es ist „der erste Lizenz-Standard, der Inhalte im KI-Zeitalter schützt“, heißt es.

Der Standard soll maschinenlesbar und transparent Lizenzvorgaben bereithalten, er basiert auf dem bekannten RSS-Standard (Really Simple Syndication). Die bisher genutzte robots.txt-Datei ermöglicht den Webseitenbetreibern nur einfache Ja/Nein-Regeln. RSL soll das um eine „universelle Sprache für Inhaltsrechte und Lizenzbedingungen“ erweitern. Webseitenbetreiber können so festlegen und kommunizieren, dass etwa Suchmaschinen Inhalte nutzen dürfen, KI-Suchanwendungen aber ausgeschlossen sind. Zudem ist auch die Möglichkeit gegeben, Geld- oder Sachleistungen zu verlangen, wenn Inhalte genutzt werden – etwa für das Training von KI-Modellen.

RSL selbst kann Crawler technisch nicht ausschließen. Unterstützer des Standards wie Cloudflare und Akamai können das jedoch.

Bisher waren Inhalte Freiwild für KI-Anbieter

Derzeit ist es so, dass beispielsweise Google keine Unterscheidung seiner Crawler anbietet. Wer in der Suche auftauchen möchte, muss auch jene Crawler zulassen, die Inhalte etwa für KI-Produkte und das Training abgreifen. Die EU-Kommission hat erst diese Woche ein Verfahren eingeleitet [2], um genau dieses Verhalten zu untersuchen. Im Raum steht, ob Google wettbewerbswidrig handelt und sowohl Inhalteersteller als auch andere KI-Unternehmen benachteiligt.

Auch einzelne Lizenzvereinbarungen, die Google, OpenAI und Perplexity mit ausgewählten Verlagen aushandeln, sind keine flächendeckende Option, um faire Bedingungen zu schaffen. Sie betreffen immer nur wenige Inhalteersteller.

Zudem ist die robots.txt-Datei von einigen Crawlern ignoriert [3] worden. Auch mit ihr lässt sich keine technische Blockade einrichten, es ist die maschinenlesbare Form einer Aufforderung, ein Standard, an den sich lange alle hielten. Umso wichtiger, dass nun auch CDN-Anbieter wie Cloudflare dabei sind.

Die IAB dürfte ebenfalls wegen des sich verändernden Werbemarktes an einer Lösung interessiert sein. Das bekannte Problem der wegfallenden Klicks und damit fehlender Anzeigenplätze auf Webseiten, wenn Menschen nur noch KI-Zusammenfassungen und KI-Antworten lesen, betrifft auch sie. Selbst wenn Google, OpenAI und Co Werbung in ihre KI-Produkte integrieren, obliegt ihnen dann auch das dazugehörige Geschäft samt allen Bedingungen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11111422

Links in diesem Artikel:
[1] https://rslstandard.org/press/rsl-1-specification-2025
[2] https://www.heise.de/news/EU-eroeffnet-Verfahren-gegen-Google-KI-wettbewerbswidrig-11107967.html
[3] https://www.heise.de/news/Crawler-ohne-Grenzen-Perplexity-ignoriert-robots-txt-9770336.html
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:emw@heise.de

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  • 11. Dezember 2025 um 11:20

Störungsmeldung vom 11.12.2025 14:30

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
11.12.2025 14:30
Region
Verl (05246)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
FTTH

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  • 11. Dezember 2025 um 14:30

Störungsmeldung vom 11.12.2025 09:22

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
11.12.2025 09:22
Region
Garching (a d Alz) (08634)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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  • 11. Dezember 2025 um 09:22
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