Die USA drohen mit Stopp von Waffenlieferungen und Geheimdienst-Infos. Europäische Diplomaten nennen den Plan "Kapitulation".
Die Vereinigten Staaten haben der Ukraine bis Donnerstag nächste Woche Zeit gegeben, den 28-Punkte-Friedensplan mit Russland zu unterzeichnen. Dieser Vorstoß löste am Rande des G20-Gipfels in Johannesburg hektische Abstimmungen unter europäischen Staats- und Regierungschefs aus.
Für das Publikum in Europa und den G7-Staaten steht dabei viel auf dem Spiel: Die Frage, ob Grenzen mit militärischen Mitteln verschoben werden dürfen, wurde eigentlich schon im Konflikt um das Kosovo (1998 bis 1999) von den westlichen Staaten mit einem Ja beantwortet. Aber nachdem Russland diese Frage im Jahr 2022 mit dem militärischen Vorgehen in der Ukraine erneut auf den Tisch gebracht hat, möchte man von dieser Politik wieder Abstand nehmen.
Letztlich geht es aber auch um die Frage, welche Rolle EU und Nato künftig spielen – und ob die transatlantische Geschlossenheit Bestand hat.
US-Präsident Donald Trump machte am Freitag deutlich, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Plan akzeptieren müsse. "Irgendwann wird er etwas akzeptieren müssen, das er bisher nicht akzeptiert hat", sagte Trump laut Reuters.
Bei einem Treffen in Kiew erklärte US-Armeeminister Daniel Driscoll europäischen Botschaftern, man verhandle nicht über Details. Man müsse diese Sache endlich hinter sich bringen, betonte er dort [1] laut Financial Times (FT).
Laut informierten Kreisen drohte Washington damit, Geheimdienstinformationen und Waffenlieferungen einzustellen, falls Kiew nicht unterschreibt.
Weitreichende Zugeständnisse und Selenskyjs Dilemma
Der Plan sieht vor, dass die Ukraine weite Landesteile abtritt und auf einen Nato-Beitritt verzichtet. Die Regionen Krim, Luhansk und Donezk [2]würden de facto als russisch anerkannt. Nato-Truppen dürften auch nach einem Waffenstillstand nicht in der Ukraine stationiert werden.
Im Gegenzug soll Russland schrittweise von Sanktionen befreit und zur Rückkehr in die G8 eingeladen werden. Rund 100 Milliarden US-Dollar eingefrorener russischer Staatsgelder sollen für Wiederaufbauprojekte eingesetzt werden, an denen die USA beteiligt wären.
Europäische Hauptstädte kritisieren, der Entwurf sei einseitig zugunsten Moskaus ausgearbeitet worden – maßgeblich durch einen US-Unterhändler und Russlands Sondergesandten.
In einer Fernsehansprache warnte Selenskyj [3] laut FT, die Ukraine stehe vor einer schwierigen Wahl: entweder den Verlust der Würde in einem harten Frieden oder das Risiko, die Unterstützung der USA [4] zu verlieren.
Er kündigte an, Alternativen anzubieten und "ruhig" mit Amerika und allen Partnern zusammenzuarbeiten. Gemeinsam mit den Spitzen Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens betonte er, die aktuelle Frontlinie müsse Ausgangspunkt jeder Einigung sein. Die ukrainischen Streitkräfte seien weiterhin in der Lage, die Souveränität des Landes wirksam zu verteidigen. Selenskyj machte aber auch klar: Die Alternative zum Plan könnte ein "extrem schwieriger Winter [5]" und weitere Risiken bedeuten.
Europäische Koordination
Westliche Staats- und Regierungschefs – darunter die EU, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, die Niederlande, Spanien, Finnland, Italien, Japan und Norwegen – bezeichneten den US-Entwurf als Grundlage, die "zusätzlicher Arbeit" bedürfe.
Sie äußerten Sorge, dass vorgeschlagene Beschränkungen für die ukrainischen Streitkräfte das Land für künftige Aggressionen anfällig machten. Zudem verwiesen sie darauf, dass Elemente, die EU und Nato betreffen, die Zustimmung der jeweiligen Mitglieder erfordern würden.
Am Rande des G20 trafen sich die Staats- und Regierungschefs laut Reuters in einem Raum namens "Lion". Laut einer Quelle [6] der deutschen Regierung machten sie sich den "Geist" des Tieres zu eigen, um einen gemeinsamen Kurs zu finden.
Die Europäer erarbeiteten einen Gegenvorschlag [7] – eine überarbeitete Fassung der 28 Punkte – und übermittelten ein Arbeitspapier nach Washington. Ihr Leitprinzip: Grenzen dürfen nicht mit Gewalt verändert werden.
Für Sonntag ist ein Treffen der E3-Sicherheitsberater aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland mit Vertretern der EU, der USA und der Ukraine in Genf geplant.
Bei einem Treffen in der Kiewer Residenz der US-Geschäftsträgerin Julie Davis stieß der amerikanische Vorstoß auf scharfe Reaktionen. Europäische Botschafter bezeichneten den Ton laut FT als "widerwärtig" und den Plan als "Kapitulation".
Einige EU-Diplomaten sehen darin einen strategischen Sieg für Russland. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, so berichtet Spiegel Online, in Johannesburg, Kriege auf europäischem Boden dürften nicht von Großmächten "über die Köpfe" der betroffenen Länder entschieden werden.
Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete den Plan als mögliche Grundlage, sagte aber, er sei nicht "im Detail" mit Moskau besprochen worden.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.ft.com/content/f4112e32-b742-4e91-9c51-aab08067e53e [2] https://www.heise.de/tp/article/Ist-Rheinmetalls-Skyranger-die-Zukunft-der-Flugabwehr-10625899.html [3] https://www.ft.com/content/069843a4-7f8b-4fb8-a2f5-dc4be258c23c [4] https://www.heise.de/tp/article/Wenn-die-Kirche-den-Zeitgeist-der-Kriegstuechtigkeit-umarmt-11081345.html [5] https://www.heise.de/tp/article/Ukraine-signalisiert-Gespraechsbereitschaft-zu-US-Friedensplan-11087054.html [6] https://www.reuters.com/world/americas/western-leaders-race-agree-response-us-peace-plan-ukraine-2025-11-22/ [7] https://www.spiegel.de/politik/europaeer-lehnen-teile-des-us-friedensplans-ab-und-schicken-einen-gegenvorschlag-a-9c75627f-1e9d-409b-a056-948f51864f4f
Nichts bleibt verborgen: Drohnen und Daten machen Bewegung riskant und Ziele angreifbar. Was bedeutet diese offene Kampfumgebung für schwere Verbände?
Der Panzer hat ausgedient – diese provokante These stammt von Jurij Balujewski, dem ehemaligen Generalstabschef der russischen Streitkräfte.
In einer detaillierten Analyse für das russische Magazin Globalaffairs [1] diagnostiziert der Militärstratege einen fundamentalen Wandel:
"Die Kampagne in der Ukraine beendete die fast hundertjährige Herrschaft der Vorstellungen vom mechanisierten Krieg."
Diese Infragestellung eines Kernelements moderner Kriegsführung steht im Kontrast zu Analysen westlicher Militärexperten. Jack Watling [2] vom renommierten Royal United Services Institute (RUSI) beschreibt in seinem Bericht "Neuere Ansätze zur Gefechtsführung mit verbundenen Waffen [3]" ähnliche Phänomene auf dem ukrainischen Schlachtfeld, zieht jedoch andere Schlussfolgerungen für die Zukunft mechanisierter Verbände.
Beide Texte sind hochaktuell und nahezu zeitgleich erschienen.
Während Balujewski einen Paradigmenwechsel konstatiert, sieht Watling Fragen der Anpassungsnotwendigkeit innerhalb bestehender Konzepte.
Watling konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der "Gefechtsführung mit verbundenen Waffen", dem Kern der Nato-Landkriegsdoktrin. Der russische General sieht die Panzerwaffe in ihrer bisherigen Form als überholt an, während der Rusi-Bericht auf Verbesserungen der Reparierbarkeit und Wartbarkeit westlicher Modelle setzt.
Die Transparenz des Schlachtfelds: Eine neue militärische Realität
Ein Kernpunkt in Balujewskis Analyse ist die fundamentale Veränderung des Gefechtsfeldes. "Ein wichtigstes Ergebnis der beschriebenen Revolution ist die Transparenz des Schlachtfelds, im Grunde die vollständige Auflösung des 'Kriegsnebels'", schreibt der ehemalige Generalstabschef. Diese Transparenz erreicht seiner Auffassung nach mittlerweile beunruhigende Dimensionen.
Die "Zone totaler Vernichtung" reicht demnach "viele Dutzend Kilometer" weit – ein Radius, in dem jede Bewegung auch in der operativen Tiefe zu einem tödlichen Risiko wird. Nicht nur die unmittelbare Frontlinie, sondern auch rückwärtige Gebiete, Versorgungslinien und Bereitstellungsräume bieten keinen Schutz mehr.
Wie entsteht diese neue Transparenz? Durch ein Zusammenspiel moderner Technologien: Aufklärungsdrohnen scannen permanent große Gebiete, moderne Kommunikationssysteme übertragen diese Daten in Echtzeit, und Angriffsdrohnen stehen ständig bereit. Balujewski betont die Rolle kommerzieller Mobilfunknetze für die Drohnensteuerung, die "die Anwendung auch kleiner unbemannter Systeme auf theoretisch unbegrenzter Reichweite" ermöglichen.
Der Rusi-Bericht kommt zu ähnlichen Beobachtungen, jedoch mit anderer Terminologie.
Beide Analysen erkennen die fundamentale Veränderung an, dass traditionelle Konzepte wie die Konzentration von Kräften oder überraschende Manöver durch die allgegenwärtige Aufklärung extrem erschwert werden. Doch während Balujewski daraus das Ende der mechanisierten Kriegsführung ableitet, versucht der Rusi-Bericht, neue Ansätze innerhalb des bestehenden Paradigmas zu finden.
Die Statistiken untermauern die Dramatik dieser Entwicklung: "Nach russischen Angaben entfielen Anfang 2025 auf Drohnen über 70 Prozent der Verluste an Personal", schreibt Balujewski. FPV-Drohnen, die in Schwärmen angreifen, sind zur Hauptwaffe gegen Personal und Technik geworden. Die monatlichen Beschaffungszahlen für diese Systeme erreichen laut dem russischen Experten "Hunderttausende Einheiten pro Monat für jede der Seiten".
"Zielscheibe Panzerwaffen": Eine ernüchternde Bilanz
Die Debatte über die Zukunft des Kampfpanzers wird besonders deutlich, wenn man die nüchternen Zahlen betrachtet. Aktuelle Verlustdaten aus dem Ukraine-Konflikt zeichnen ein erschütterndes Bild der Überlebensfähigkeit gepanzerter Fahrzeuge auf dem modernen Gefechtsfeld.
Nach Analysen des Open-Source-Portals Oryx, hier von Militärbeobachterin Patricia Marins [4] zitiert, verlor die Ukraine bereits 1.267 Panzer – eine Zahl, die die westlichen Lieferungen von etwa 1.056 Fahrzeugen übersteigt. Ähnlich dramatisch sind die Zahlen bei Schützenpanzern: 1.442 verlorene Fahrzeuge bei einer gleichen Anzahl gelieferter Systeme. Bei Selbstfahrlafetten wurden 638 Verluste bei 794 gelieferten Einheiten registriert.
Diese Statistiken bestätigen Balujewskis Diagnose von der grundlegenden Veränderung des Gefechtsfeldes. "Im Ergebnis wird der Panzer zu einer leicht aufklärbaren und leicht bekämpfbaren Zielscheibe mit einem zunehmend ineffektiven Waffensystem für direkte Bekämpfung", resümiert er.
Der Rusi-Bericht bietet eine andere Perspektive. Watling stellt fest, dass der Einsatz von Panzern auf dem Schlachtfeld stark zurückgegangen ist:
"Zwischen 1. und 24. August 2025 stellte die ukrainische Aufklärung insgesamt nur 23 russische Panzer fest, die innerhalb von 70 km der Frontlinie operierten, verglichen mit 470 Panzern allein auf der südlichen Achse im Mai 2023."
Dennoch hält der britische Analyst am Konzept der Panzerwaffe fest. Er argumentiert, dass Panzer weiterhin in Angriffsoperationen "unentbehrlich" seien durch ihre Feuerkraft und die Fähigkeit, Feuer vom Infanteristen abzulenken. Mit "entsprechenden Modifikationen" könnten Panzer laut Watling "10-15 FPV-Treffer überstehen, während sie reparierbare Schäden erleiden".
Diese optimistische Einschätzung steht in auffälligem Kontrast zu den dokumentierten Verlusten gepanzerter Fahrzeuge. Selbst Watling räumt ein, dass westliche Panzer als "übermäßig schwer und schwer zu reparieren" wahrgenommen werden. Für Balujewski ist die Schlussfolgerung klar:
"Es ist unklar, welchen Nutzen auf dem Schlachtfeld ein verwundbares und in seinen Bewaffnungsmöglichkeiten begrenztes Fahrzeug bringt, das sich preislich einem Jagdflugzeug nähert."
Eine interessante Entwicklung, die beide Analysen erwähnen, sind die sogenannten "Zar-Mangal"-Panzer – umgebaute russische Panzer mit massiven Käfig- oder Stachelaufbauten. Diese Fahrzeuge folgen einem anderen Konzept als klassische Kampfpanzer: Sie maximieren den Schutz, während sie Mobilität und Feuerkraft unterordnen – eine Rückkehr zu Konzepten, die an die Panzer des Ersten Weltkriegs erinnern.
Die Rolle der Drohnen: Kontroverse Einschätzungen
Bei der Bewertung von Drohnen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Analysten. Der Rusi-Bericht betont vermeintliche Einschränkungen: "FPVs funktionieren nicht bei schlechtem Wetter, haben eine zu kleine Nutzlast und sind leicht abzuschießen." Watling begrenzt ihre effektive Reichweite auf etwa drei Kilometer.
Der deutsche Militäranalyst Waldemar Geiger argumentiert in einem Hartpunkt [5]-Artikel ähnlich, dass "Wetter, Infrastruktur, Bewuchs und Tageszeit die begrenzenden Hauptfaktoren" seien. Er behauptet, ein "Großteil der Systeme verfügt über keine Nachtsichtfähigkeit".
Diese Einschätzungen stehen im Widerspruch zu den Kampferfahrungen aus der Ukraine. Moderne Drohnensysteme operieren zunehmend bei Nacht und unter verschiedenen Wetterbedingungen, während Glasfasertechnologie und Repeater ihre Reichweite auf 30 bis 50 km erweitern.
Besonders kontrovers ist die Haltung zur Automatisierung von Drohnensystemen. Während Watling und Geiger skeptisch gegenüber KI-gesteuerten Systemen bleiben, prognostiziert Balujewski einen "Übergang zu Gruppen- und Schwarmtaktiken“.
Konzeptioneller Streit: Neues Paradigma vs. Anpassung
Die gegensätzlichen Analysen von Balujewski und Watling werfen eine grundlegende Frage auf: Erleben wir eine fundamentale Transformation der Kriegsführung oder nur deren graduelle Weiterentwicklung?
Balujewski plädiert für einen radikalen Neuansatz. Er argumentiert für eine "einheitliche multifunktionale Streitmacht", die nicht mehr starr in Waffengattungen unterteilt ist. Diese Vision kann als Weiterentwicklung des russischen BTG-Konzepts (Bataillonskampfgruppe) verstanden werden. BTGs waren eine russische Innovation: kleinere, flexiblere Kampfverbände mit integrierter Artillerie, Luftabwehr und anderen Unterstützungselementen, die selbstständiger operieren konnten als traditionelle Strukturen.
Doch Balujewskis Konzept geht noch weiter in Richtung einer "molekularisierten" Form: kleine, verteilte Gruppen von nur zwei bis vier Soldaten, die flexibel operieren. Dies markiert eine fundamentale Abkehr von der bisherigen Kriegsführung großer Verbände.
Der Rusi-Bericht versucht stattdessen, Drohnen und andere neue Technologien in die bestehende Doktrin der "Gefechtsführung mit verbundenen Waffen" einzugliedern. Anstatt ein grundlegend neues Paradigma zu akzeptieren, bemüht sich Watling, die neuen Realitäten in traditionellere Frameworks zu integrieren und Drohnen primär als Unterstützungssysteme für traditionelle Gefechtsformen einzugliedern.
Einschätzung: Die letzte, unbequeme Konsequenz
Der Ukraine-Krieg liefert seit 2022 ein Laboratorium für die Wirklichkeit moderner Gefechtsführung. Dennoch bleibt ein großer Teil westlicher Kommentatoren und militärischer Führungsebenen erstaunlich zurückhaltend, diese Realität vollständig anzuerkennen.
Die neue Kriegsform wird zwar beschrieben, aber gedanklich immer wieder in die vertrauten Raster des mechanisierten Manövers zurückgeführt. Während Russland, China oder der Iran ihre Doktrinen und Produktionslinien radikal anpassen, hält der Westen an Konzepten fest, deren Voraussetzungen – Überraschung, Masse, Bewegung, relative Unsichtbarkeit – sich sehr stark verändert haben und in der alten Form schlicht nicht mehr existieren.
Europa befindet sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs in einer Phase des politischen Bedeutungsverlusts. Es kompensiert diese Schwäche durch militärische Rhetorik und gigantische Aufrüstungsprogramme – das ist eine Kraftmeier-Logik. Nach Auffassung des Autors dieses Beitrags läuft dies auf eine strategische Selbsttäuschung von historischem Ausmaß hinaus.
Europa hat rhetorisch und finanziell massiv aufgerüstet, gleichzeitig aber versäumt, die Schlachtfeld-Realität analytisch nachzuvollziehen. Enorme Mittel fließen so in Technologien und Doktrinen, deren operative Halbwertszeit bereits abläuft.
Dieses Missverhältnis erzeugt eine paradoxe Lage: Ein Kontinent, dessen Ländergemeinschaft gegen ihren dramatischen politischen Bedeutungsverlust ankämpft – deutlich daran abzulesen, welche Rolle den Europäern bei den Bedingungen zu Friedensverhandlungen zugemessen wird und gegenüber den Interessen der US-amerikanischen Rüstungsindustrie –und daher militärische Stärke demonstrieren will, investiert ausgerechnet in jene Strukturen, die im modernen Gefechtsfeld am wenigsten tragen.
Diese Mischung aus politischer Schwäche und technischer Fehleinschätzung ist brandgefährlich.
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Links in diesem Artikel: [1] https://globalaffairs.ru/articles/czifrovaya-vojna-baluevskij-puhov/ [2] https://www.rusi.org/explore-our-research/publications/insights-papers/emergent-approaches-combined-arms-manoeuvre-ukraine [3] https://www.rusi.org/explore-our-research/publications/insights-papers/emergent-approaches-combined-arms-manoeuvre-ukraine [4] https://x.com/pati_marins64/status/1971353601248317551?s=20 [5] https://www.hartpunkt.de/mythen-der-drohnenkriegsfuehrung/
Bauern ernten 20 Prozent mehr, doch die Preise stürzen ab. Hunderte Tonnen landen in Biogasanlagen statt auf dem Teller.
In Südwestfalen zwischen Unna und Soest holt Christoph Peuckmann aus seinem acht Hektar großen Feld etwa 400 Tonnen raus – deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Für seine Speisekartoffeln hat er feste Abnehmer, wie zum Beispiel Supermarktketten.
Zwar ernten die Bauern zehn bis zwanzig Prozent mehr Kartoffeln als gewöhnlich. Doch die Freude darüber hält sich in Grenzen. Denn mehr Geld lässt sich damit nicht unbedingt verdienen. Die Investitions- und Anbaukosten liegen bei 4.000 bis 4.500 Euro je Hektar. Sind die Kosten höher als die Erlöse, lohnt es sich für viele Landwirte nicht mehr, die Kartoffeln vom Feld zu holen.
Zu viele, aber auch zu wenige Kartoffeln können zum Problem werden
Viele Landwirte ließen sich durch hohe Vorjahrespreise locken und investierten in den Kartoffelanbau. Infolgedessen sind in diesem Jahr deutlich zu viele Kartoffeln am Markt.
Weil man nie weiß, wie das Erntejahr verlaufen wird, verspricht man meist nur zwei Drittel der geplanten Kartoffelanbaumenge [2]vorab an Vertragspartner, weiß Olaf Feuerborn, Vorstandsvorsitzender der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft. Könne man eine vertragliche Menge wegen Ernteausfällen nicht liefern, muss man Ersatz beschaffen, was richtig teuer werden kann. Das passierte dem Landwirt im Dürrejahr 2018.
Die Kehrseite: Ist der Markt übersättigt und sind die Preise im Keller wie jetzt, kann es zum Problem werden, das letzte Drittel der Ernte kurzfristig zu verkaufen. Werden die Kartoffeln nicht sofort abgenommen, kommen mit Kühlung und Lagerung zusätzliche Kosten auf die Landwirte zu.
Hagen Meyer aus dem Landkreis Peine kultiviert Kartoffeln auf 125 Hektar. Fünf Prozent seiner Ernte kann er nicht mehr verkaufen. Rund zehn Prozent landeten bereits in Biogasanlagen. Kartoffelbauern bekämen derzeit sechs bis sieben Cent für das Kilo, sagt er. Im Supermarkt liegen die gleichen Sorten für 70 Cent bis einen Euro pro Kilo. [4] Darüber ist der Landwirt frustriert.
Christian Schridde, der im selben Landkreis Kartoffeln kultiviert, musste nach eigenen Angaben etwa 400 seiner insgesamt rund 2.000 Tonnen Ernte in der Biogasanlage entsorgen. Damit machte er einen Verlust von bis zu 50.000 Euro.
Obwohl er bei verschiedenen Abnehmern angefragt hatte, wollte niemand seine Kartoffeln, auch nicht kostenlos, denn überall waren die Lager bereits überfüllt. [5]Für die kommende Saison will der Kartoffelbauer seine Anbaufläche deutlich reduzieren. Er hofft, dass auch andere Betriebe diesen Schritt gehen, damit sich der Markt langfristig stabilisieren kann.
Mit einer Anbaufläche von rund 140.000 Hektar [6] werden in Niedersachsen bundesweit die meisten Kartoffeln angebaut. Das trockene, warme Frühjahr bot hier optimale Wachstumsbedingungen. In Niedersachsen wurden 6,4 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet – rund 200.000 Tonnen mehr als im vergangenen Jahr.
Zwischenhändler profitieren von niedrigen Erzeugerpreisen
Kartoffelbauern bekommen derzeit drei bis zwölf Euro je 100 Kilogramm. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag der Preis für Frühkartoffeln bei 40 oder gar 60 Euro je 100 Kilogramm.
In der Regel verkaufen die Bauern ihre Ernte über Zwischenhändler an den Lebensmitteleinzelhandel, der die Erzeugerpreise auf ein niedriges Niveau drückt. Nennenswerte Umsätze können jetzt nur die Erzeuger machen, die Umfang der Liefermengen und Vergütung vertraglich vereinbart haben.
Verarbeiter weigern sich, mehr Kartoffeln anzunehmen
Warum macht man nicht aus überzähligen Kartoffeln haltbare Chips oder Flocken – für Kartoffelpüree bzw. Verdickungsmittel für Soßen?
Die Produktion über den tatsächlichen Marktbedarf hinaus zu erhöhen und unnötig Lagerkapazitäten zu binden, nur weil der Rohstoff gerade preiswert verfügbar ist, sei betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll, erklärt Snackhersteller Lorenz [9]auf entsprechende Nachfrage des ZDF. Man arbeite nur mit langfristigen Verträgen und kaufe nicht kurzfristig ein.
Knödelhersteller Burgis [10] zahlt den Vertragslandwirten für ihre Kartoffeln nach eigenen Angaben einen Preis deutlich oberhalb des aktuellen Preises von drei bis zehn Euro je 100 Kilogramm. Man setze auf stabile Lieferbeziehungen mit den Vertragsbetrieben.
Für die Verarbeiter sei es schwierig, kurzfristig mehr Kartoffeln abzunehmen. Denn Kartoffeln lassen sich nur begrenzte Zeit lagern, danach sinke die Qualität. Zudem lasse sich die Produktion nicht einfach hochfahren [11], lässt die Firma verlauten.
Auch in anderen EU-Ländern sind Erntemengen höher als die Nachfrage
Allein in Deutschland ist die Anbaufläche um 6,7 Prozent auf 301.000 Hektar angewachsen, damit so groß wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr.
Rund 13,4 Millionen Tonnen Kartoffeln wurden hierzulande laut Bundesministerium für Landwirtschaft geerntet, zwei Millionen Tonnen mehr als im Durchschnitt. Der Hektarertrag liegt im bundesweiten Schnitt bei etwa 44 Tonnen und damit knapp fünf Prozent über dem mehrjährigen Durchschnitt. Hinzu kommt, dass das Wetter für Kartoffeln in diesem Jahr deutlich günstiger war [13] als in den beiden Vorjahren.
Deutsche Landwirte produzieren seit Jahren mehr Kartoffeln, als von deutschen Konsumenten verbraucht werden. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei über 150 Prozent. Moderne Lagertechnik hält die Kartoffeln bis zur nächsten Ernte frisch.
Trotzdem liegen von März bis Juli ägyptische Kartoffeln in den Regalen. Denn Supermärkte verkaufen gerne Importkartoffeln, um mit besonders günstigen Preisen zu punkten. Obwohl deutsche Kartoffeln das ganze Jahr verfügbar wären, haben heimische Lagerkartoffeln wegen der Dumpingpreise für Importkartoffeln kaum eine Chance.
Kartoffelanbau in Ägypten mit katastrophaler Ökobilanz
Die Knollen aus der Wüste verbrauchen gigantische Wassermengen. So verschlingt ein Kilo Kartoffeln fast 400 Liter Wasser, das aus bis zu 2.000 Metern Tiefe hochgepumpt werden muss. Dieses Wasser hat sich seit Jahrtausenden gebildet und erneuert sich nicht mehr. In einigen Jahrzehnten könnten die Speicher leer sein. In den Kartoffeln fließt das wertvolle Wasser aus Ägypten nach Europa.
Demgegenüber benötigen deutsche Kartoffeln nur 28 Liter pro Kilo und kommen dabei meist ohne künstliche Bewässerung aus.
Wie eine Stichprobenuntersuchung des NDR ergab, wurden 40 Prozent der geprüften Kartoffeln aus Ägypten [15]von Edeka, Rewe und Netto Markendiscount zumindest teilweise mit Tiefenwasser gewässert. Die getesteten Kartoffeln von Penny wurden mit Nilwasser gewässert.
Lange Lieferketten und tausende Kilometer Transportwege und ein hoher Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sorgen für katastrophale Ökobilanzen. Zudem treffen die Importkartoffeln in Deutschland auf ein ideales Kartoffelanbaugebiet. Zumindest Niedersachsen kann sich aus heimischen Anbau das ganze Jahr über problemlos selbst versorgen.
Wer heimische Kartoffeln kauft, unterstützt regionale Bauern!
Landwirte in Deutschland protestieren immer wieder gegen die ägyptische Ware in den Supermarktregalen, weil ihre Kartoffeln dann unverkauft in den Lagern bleiben. Der Deutsche Bauernverband sieht zwar Supermärkte und Discounter in der Pflicht, auf heimische Kartoffeln umzusteigen. Doch diese unterbieten sich [16] mit den Preisen im Konkurrenzkampf um Kunden gegenseitig.
Wenn Konsumenten das Ursprungsland herausfinden wollen, müssen sie genau hinsehen: Es steht oft ganz klein auf Etiketten auf der Rückseite. Wer also Kartoffeln kauft und dabei (Bio-)Betriebe in der eigenen Region unterstützen will, sollte stärker auf regionale Herkunft achten. Auf "Frühkartoffeln" aus Ägypten sollte, wo es geht, verzichtet werden.
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Einem internen Bericht zufolge sollen die Kapazitäten bei Google alle sechs Monate verdoppelt werden. Helfen könnte ein eigener Chip.
Google-CEO Sundar Pichai auf der Google I/O 2025Bild:
Getty Images/Camille Cohen
Einem Bericht von CNBC zufolge plant Google eine schnelle Erweiterung seiner KI-Infrastruktur. In den kommenden vier bis fünf Jahren soll sich die Rechenleistung alle sechs Monate verdoppeln. Am Ende des vorgesehenen Zeitraums hätte sie sich demnach um das Tausendfache erhöht.
Gleichzeitig soll dieses Wachstum ohne höhere Kosten und vor allem ohne eine Steigerung des Energiebedarfs erfolgen. Ein verbessertes Zusammenspiel der Systeme von Google soll das möglich machen.
Engpässe bei Hardware
Diesen Wachstumsplänen, die bei OpenAI, Microsoft und anderen Konkurrenten kaum anders aussehen dürften, steht eine begrenzte Verfügbarkeit von Chips entgegen. So sind laut Nvidia sämtliche Chips bereits ausverkauft.
Gleichzeitig stellte Google Anfang November die siebte Generation seiner eigenen TPU , die speziell für die Beschleunigung von maschinellem Lernen ausgelegt ist. Die Effizienz soll sich seit der ersten Generation aus dem Jahr 2018 um das 30‑Fache erhöht haben.
Lösung liegt nicht in bloßem Wachstum
Bis die derzeitigen Engpässe bei der Rechenkapazität von Google behoben seien, blieben verschiedene Funktionen in der Gemini-App nur eingeschränkt nutzbar. Das bestätigt Sundar Pichai, CEO von Google, laut dem Bericht von CNBC in internen Besprechungen.
Gelöst werden sollen die Probleme nicht nur durch Investitionen, sondern durch eine bessere Ausnutzung vorhandener Systeme und vor allem durch die Verwendung der eigenen Hardware. Auch zu den Gefahren einer möglichen KI-Blase äußerte sich Pichai mit Blick auf die geplanten Kapazitätssteigerungen. Durch das angestrebte Vorgehen stünde man in einem solchen Fall besser da als andere Unternehmen.
Ein Magier hat sich durch ein vergessenes Passwort dauerhaft aus dem RFID -Chip in seiner eigenen Hand ausgesperrt.
Implantierbarer Chip (Symbolbild)Bild:
David Friedman/Getty Images
Zi Teng Wang, der unter dem Künstlernamen Zi the Mentalist auftritt, ließ sich einen RFID-Chip in die Hand implantieren – mit der Idee, diesen für Zaubertricks zu nutzen. Laut einem Bericht von The Register sollten Zuschauer einfach mit ihren Smartphones seine Hand scannen können, um Informationen abzurufen.
Wie Wang gegenüber The Register erklärte, war der Effekt allerdings weniger magisch als gedacht, weil er wiederholt die Handys anderer Leute an seine Hand drücken musste, um deren RFID-Leser zu finden. Erschwerend kam hinzu, dass viele Menschen überhaupt keine aktivierten RFID-Funktionen auf ihren Geräten hatten.
Sein eigenes Smartphone für die Demonstration zu verwenden, hätte den Effekt zunichtegemacht, so Wang. Auch sein ursprünglicher Plan, über den Chip eine Bitcoin-Adresse anzuzeigen, scheiterte – die Gelegenheit ergab sich während seiner Auftritte nie.
Vom Bitcoin-Traum zum Meme-Speicher
Wang programmierte den Chip schließlich um und ließ ihn auf ein bei Imgur gehostetes Meme verlinken. Laut The Register konnte nun jeder, der ihm persönlich begegnete, den Chip scannen und das Bild betrachten. Diese Lösung funktionierte, bis der Imgur-Link seinen Dienst versagte – möglicherweise aufgrund regionaler Zugriffsbeschränkungen, die im September britische Nutzer betroffen hatten.
Als Wang versuchte, den Chip mit einem neuen Link zu programmieren, stellte er fest: Der Zugriff war ihm verwehrt, da er das Passwort, das er zum Schutz des Geräts eingerichtet hatte, vergessen hatte.
Die einzige praktikable Option war, einen RFID-Leser anzuschließen und über mehrere Tage oder Wochen hinweg alle möglichen Passwortkombinationen durchzuprobieren – oder die Hardware chirurgisch entfernen zu lassen. Der Imgur-Link funktionierte schließlich wieder, doch Wang bleibt aus seinem eigenen Implantat ausgesperrt. Sollte der Link künftig erneut ausfallen, kann er den Inhalt nicht aktualisieren.
Bethesda veröffentlicht eine hochwertige Replik des berühmten Pip-Boy 3000 aus Fallout – mit echten Bedienelementen und animiertem Display.
Artwork der Pip-Boy-Replik von Bethesda GearBild:
Bethesda
Im Onlineshop bietet Bethesda seit Kurzem eine detailgetreue Replik des legendären Pip-Boy 3000 aus dem Fallout-Universum an. Das Gerät ist in den Spielen der unverzichtbare Begleiter aller Vault-Bewohner: ein tragbarer Computer, der Statuswerte, den Gesundheitszustand sowie Karten, Radiosignale und das komplette Inventar verwaltet.
Die neue Umsetzung orientiert sich eng an den Vorlagen aus Fallout 3 und 4, setzt aber auf moderne Materialien sowie eine hochwertigere Verarbeitung als frühere Editionen.
Die Replik besteht überwiegend aus gegossenem Kunstharz und Metallteilen, was Gewicht und Stabilität erhöht und den Eindruck eines funktionalen Stücks Vault-Tech-Technologie verstärkt.
Voll bewegliche Bedienelemente wie Drehregler, Kippschalter und Tasten steuern ein integriertes Display, das vorgefertigte Animationen im typischen Retro-Grün zeigt.
Eine Interaktivität per Smartphone-App wie bei der Collector's Edition von Fallout 4 ist nicht vorgesehen; stattdessen soll die Replik möglichst authentisch wirken und sich an Sammler richten, die einen optisch und haptisch überzeugenden Pip-Boy wünschen.
Zum Lieferumfang gehören ein abnehmbares Armband mit Innenpolstern für unterschiedliche Armgrößen sowie ein neuer Ständer, der optisch an die Ladestationen und Werkbänke aus den Spielen erinnert.
Das lange Warten auf Fallout 5
Der Ständer kann das Gerät zudem beleuchten, was die Präsentation in einer Vitrine oder auf dem Schreibtisch unterstützt. Die Replik kostet in Europa 300 Euro.
Passend dazu gehen die postapokalyptischen Abenteuer per Serie weiter. Die zweite Staffel von Fallout startet am 12. Dezember 2025 bei Amazon Prime Video.
Parallel kam mit der Anniversary Edition von Fallout 4 gerade eine überarbeitete Neuauflage inklusive aller sechs DLCs und mehr als 150 Bonusinhalten auf den Markt.
Außerdem arbeitet Bethesda Game Studios weiter an Fallout 5. Das Spiel ist offiziell bestätigt, Informationen zum Inhalt oder dem anvisierten Erscheinungstermin liegen nicht vor. Es soll in jedem Fall erst nach dem nächsten The Elder Scrolls auf den Markt kommen, das vermutlich auch noch ein paar Jahre auf sich warten lässt.
Unternehmen sammeln Klicks, Likes und Standortdaten und leiten daraus psychologische Profile ab. Wie das abläuft, erläutern die c’t-Experten im c’t uplink.
Wir alle hinterlassen täglich unzählige Datenspuren im Netz - oft ohne es zu merken. Unternehmen sammeln diese Informationen ein und erstellen daraus detaillierte Profile über uns als Nutzer. Und diese Profile werden gehandelt, nicht nur um gezielte Werbung an uns auszuspielen.
Wie einfach man an die Daten kommt und welche Details sie über unser aller Leben offenbaren, haben Journalisten von Netzpolitik.org und dem Bayerischen Rundfunk eindrucksvoll gezeigt. Anhand von frei verkäuflichen Daten aus Apps konnten sie Geheimdienstmitarbeiter identifizieren, deren Wohnort ermitteln und herausfinden, wo deren Kinder zur Schule gehen.
Wenn das schon bei Mitarbeitern von Geheimdiensten gelingt, dann erst recht bei normalen Bürgern. Wo diese Datenspuren anfallen, dem ist c’t Redakteur Jo Bager nachgegangen: scheinbar harmlose Apps, Social-Media-Plattformen und ganz allgemein das Smartphone als größte Datenschleuder. Die Werbeindustrie nutzt Daten wie Likes und Surfverhalten, um daraus psychologische Profile zu erstellen und Nutzer Werbezielgruppen zuzuordnen, die sie dann adressieren kann. Welche psychologischen Modelle zum Einsatz kommen, hat sich c’t Redakteur Hartmut Gieselmann angeschaut.
Moderator Keywan Tonekaboni diskutiert gemeinsam mit seinen beiden c’t Kollegen darüber, wie weitreichend das Milliardengeschäft mit unseren Daten ist. Reicht es aus, wenn man auf bestimmte Apps verzichtet? Warum kann weiterhin praktisch jeder Interessierte mit ausreichend Kleingeld an die Daten kommen, auch feindlich gesinnte Geheimdienste? Diese und weitere Fragen sind Thema im c’t uplink diese Woche.
Zu Gast im Studio: Jo Bager und Hartmut Gieselmann Host: Keywan Tonekaboni Produktion: Anna Köhler
In unserem WhatsApp-Kanal [14] sortieren Torsten und Jan aus der Chefredaktion das Geschehen in der IT-Welt, fassen das Wichtigste zusammen und werfen einen Blick auf das, was unsere Kollegen gerade so vorbereiten.
Der Streit um fleischlose Schnitzel, Wurst und Burger treibt derzeit seltsame Blüten. Ein Wort wird zum Schlachtfeld: Die große Schnitzel-Lüge.
Die Herkunft von Begriffen wie Schnitz oder Schnitzel zu kennen, ist durchaus interessant im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Diskussion, ob der Begriff nur für Fleischprodukte genutzt werden darf.
So ist ein Apfelschnitz durchaus vegan und zeigt, dass die Einengung des Begriffs auf Fleischprodukte eine neuere Entwicklung ist. Auch die Schnitzeljagd, manchmal auch als Schnipseljagd bezeichnet, weist darauf hin, dass der Begriff traditionell nicht exklusiv mit Fleisch in Verbindung gebracht wird.
Das Wort "Schnitzel" leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort "snitzel" ab, was "kleines Stück" oder "abgeschnittenes Stück" bedeutet. Es wurde ursprünglich vom mittelhochdeutschen sniz für Schnitt abgeleitet. Es entwickelte sich dann als Verkleinerungsform für ein kleines, abgeschnittenes Stück Fleisch oder Obst.
Die Bezeichnung Schnitzel für eine Scheibe Fleisch war bereits im 17. Jahrhundert bekannt. Sie trat im Laufe der Zeit an die Stelle der älteren Begriffe Schnitz oder Schnitzchen. Überlebt hat der Begriff außerhalb der Fleischkonsumtradition auch in den Begriffen Sellerieschnitzel und Holzhackschnitzel, während das Schnitzel beim Hamburger Schnitzel im Laufe der Zeit wohl verloren ging und nur der Hamburger [1] blieb.
Ein einschlägiger Text zum Thema Schnitzel [2] von Clemens Ruthner, Assistenzprofessor für Germanistik und Kulturwissenschaft am Department of Germanic Studies des Trinity College Dublin, der auf der Website des Hauses der Geschichte Österreich veröffentlicht wurde, erhellt den Schnitzel-Hintergrund überaus passend:
"Linguistisch, so der Sprachforscher Heinz Dieter Pohl, ist 'Schnitzel' als Begriff nichts anderes als eine süddeutsch-österreichische Verkleinerungsform von 'Schnitte', einem ziemlich multifunktionalen Wort (in der DDR etwa bedeutete es 'Butterbrot').
In den Kochbuch-Klassikern des 19. Jahrhunderts komme es freilich noch nicht häufig vor. 'Panier' wiederum stammt von frz. pain (Brot) ab und müsste eigentlich 'Panade' heißen – obwohl zwischen Wiener, Pariser und anderen Schnitzeln ohnehin heiß diskutiert wird, ob Semmelbrösel und/oder Mehl dazugehören müssen; unstrittig ist lediglich das Ei."
Die Geschichte des Fleischkonsums in Deutschland
Die Geschichte des Fleischkonsums in Deutschland reicht von historisch niedrigen Verbrauchszahlen im Mittelalter und nach den Weltkriegen bis hin zu einem starken Anstieg im Wirtschaftswunder. Er erreichte seinen Höhepunkt in den 1980er-Jahren.
Als die Menschen anfingen, Fleisch zu essen [3], was anfänglich aus der Jagd stammte, markierte dies eine entscheidende Wende in der menschlichen Evolution. Zu Beginn stand Fleisch, wenn überhaupt, nur selten auf dem Speiseplan der frühen Einwohner, wie anhand von Zahnschmelzproben ermittelt werden konnte.
Die proteinreiche Fleisch-Nahrung wird unter anderem mit der Zunahme des Gehirnvolumens und der Fähigkeit, Werkzeuge zu entwickeln, in Verbindung gebracht.
Die ersten brauchbaren Erhebungen über den Fleischkonsum pro Kopf der Bevölkerung und Jahr in Deutschland stammen von den preußischen Statistikern Carl Friedrich Wilhelm Diderici und Georg von Viehbahn sowie dem "Statistischen Bureaus" aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, stellt die Studie [4] "Die Entwicklung des Fleischverbrauchs in Deutschland 1816 bis 2000" von Hans J. Teuteberg aus dem Jahr 2008 fest.
In dieser Studie wird zur Entwicklung des Fleischkonsums in Deutschland festgestellt:
"Nimmt man die Jahre 1825/30 als eigentlich sinnvolle Ausgangsbasis, dann kann man behaupten, dass sich der Fleischkonsum bis 1900 in Deutschland mehr als verdoppelt und bis in die Mitte der 60er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland mehr als verdreifacht hat."
Mit der Industrialisierung der Fleischproduktion wandelten sich auch die Lieferketten des Fleisches. Dezentrale kleine Schlachthäuser fielen vielfach den gestiegenen Hygieneanforderungen der EU zum Opfer und wurden durch integrierte Fleischverarbeitungskonzerne wie Tönnies vom Markt verdrängt.
Heute wird Fleisch hauptsächlich aus der industriellen Massentierhaltung von Geflügel und Schweinen bezogen. Das Angebot an Rindfleisch geht dagegen zurück, weil immer mehr Halter aus diesem Markt aussteigen. Und damit steigen die Preise für Rindfleisch.
Das Fleisch für die Burger von McDonalds stammt in der Hauptsache von ehemaligen Milchkühen [5], deren Milchleistung nach spätestens fünf Jahren den wirtschaftlichen Anforderungen der Milchviehhalter nicht mehr entspricht.
Die kulturelle Bedeutung von Fleisch hat sich im Laufe der Zeit stark verändert
Die kulturelle Bedeutung von Fleisch hat sich im Laufe der Menschheitsgeschichte von einem essenziellen Überlebensmittel hin zu einem Symbol für Wohlstand, soziale Identität und Gemeinschaft entwickelt. Heute ist Fleisch ein zentraler Bestandteil von Traditionen, Festen und gesellschaftlichen Anlässen und wird oft mit Stärke und Männlichkeit assoziiert.
Gleichzeitig steht Fleisch heute in der öffentlichen Diskussion zunehmend im Spannungsfeld zwischen kulturellen Traditionen und modernen Debatten über Gesundheit, Umwelt, Ethik und Nachhaltigkeit.
Mit der politischen Diskussion, ob Schnitzel exklusiv Fleischprodukten vorbehalten werden soll, will man offensichtlich die Bedeutung des Wortes Schnitzel verengen, um den Fleischkonsum als Element deutscher Tradition wieder anzukurbeln.
Da der Blick zurück in die gute alte Zeit des Wirtschaftswunders derzeit Konjunktur hat, ist diese Entwicklung zwar nachvollziehbar, aber nur bedingt sinnvoll, weil sie zeitgerechte Weiterentwicklungen kategorisch ausschließt.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www1.wdr.de/radio/wdr2/themen/frag-doch-mal-die-maus/warum-heisst-der-hamburger-so-100.html [2] https://hdgoe.at/100x_schnitzel [3] https://www.mpg.de/23978407/australopithecus-nahrung-vegetarisch [4] https://search.gesis.org/research_data/ZA8303 [5] https://www.change-m.de/2022/08/10/fakten-zum-tierwohl-bei-mcdonalds-rindfleisch/
Europa könnte beim Flüssiggas zwischen sinkender Nachfrage und steigenden Preisen gefangen sein – schuld ist auch die Politik.
Die USA stehen an der Spitze der weltweiten LNG-Lieferanten. In diesem Jahr verschifften sie rund 98 Millionen Tonnen Flüssiggas und stellten damit ein Viertel aller globalen Exporte. Der Löwenanteil – etwa zwei Drittel – erreichte europäische Häfen.
Diese Entwicklung wird in der Branche nicht nur begrüßt – im Gegenteil: Der Chef des französischen Ölkonzerns TotalEnergies, Patrick Pouyanne, warnte jetzt vor einer zu großen Abhängigkeit.
Der US-Präsident Donald Trump versuche offenbar, die Abhängigkeit von Russland durch die von den USA zu ersetzen, so Pouyanne [1] gegenüber dem Fernsender LCI. Rund 40 Prozent des Flüssiggases, das Europa importiert, stamme bereits aus amerikanischen Anlagen.
Seine Mahnung: Die Bezugsquellen müssten breiter gestreut werden.
Schrumpfende Nachfrage trifft auf wachsendes Angebot
Der Blick auf die Zahlen offenbart ein Paradoxon: Während das globale LNG-Angebot erheblich wächst, schrumpft in Europa die Nachfrage auf lange Sicht. Seit 2022 ist der zusätzliche LNG-Bedarf der EU nur minimal um zwei Prozent gestiegen.
Bis Mitte der 2030er Jahre könnte der europäische Gasverbrauch um über zehn Prozent zurückgehen, prognostiziert die Internationale Energie-Agentur [2] (IEA). Je nachdem, wie sich die Pipeline-Lieferungen und die Eigenproduktion bis dahin entwickeln, könnte der Bedarf an Flüssiggas damit deutlich zurückgehen.
Gedämpft wird der Hunger nach Erdgas durch Wärmepumpen, die stärkere Verbreitung finden, durch eine höhere Energieeffizienz in der Industrie und durch den Ausbau der erneuerbaren Energien.
Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den kurzfristigen politischen Weichenstellungen. So will die EU-Kommission den Import von russischem Erdgas ab 2027 verbieten. Das würde nicht nur den LNG-Bedarf, sondern auch die Beschaffungskosten in die Höhe treiben.
Gleichzeitig setzen LNG-Exporteure häufig auf langfristige Vereinbarungen, was beim Ausblick auf die sinkende Gesamtnachfrage dazu führen könnte, dass Vertragsabschlüsse mit Europäern überdacht werden.
Amerikanische Anbieter suchen asiatische Kunden
Es ist aber auch der Wettbewerb auf den Gasmärkten, der zu einem Risiko für die Versorgungssicherheit der Europäer werden könnte. Denn spätestens, wenn sich der Rückgang der europäischen Nachfrage zeigt, stellt sich für die US-Lieferanten die Frage: wohin mit all dem Gas? Schließlich gehen in den nächsten Jahren weitere Exportkapazitäten in Betrieb.
Die Gasexporteure in Nordamerika werden nicht umhinkommen, sich neue Absatzmärkte zu erschließen. Asien gilt als ein Schlüsselmarkt – aber US-Firmen sind hier nur marginal vertreten. Bei den fünf wichtigsten Abnehmern – darunter Japan, China und Indien – liegt ihr Anteil bei acht Prozent, heißt es bei [3]Reuters. Rivalen aus Katar, Australien oder auch Russland beherrschen diese Region.
Hier Fuß zu fassen, wird eine wirtschaftliche Herausforderung für LNG-Exporteure aus den USA. Sie müssten nicht nur die Platzhirsche am Gasmarkt, die ebenfalls mit einem ebenfalls steigenden Angebot aufwarten, unterbieten, sie hätten auch mit längeren Lieferzeiten und -kosten zu rechnen.
Während die Lieferung aus Sabine Pass in den USA nach Rotterdam nur etwa 15 Tage dauert, wären es zum Hafen von Dahej in Indien schon 30 Tage, heißt es bei Reuters. Zwangsläufig schrumpfen dadurch die Gewinnmargen.
Was bedeutet das für europäische Verbraucher?
Die Auswirkungen auf Haushalte und Unternehmen sind zwiespältig. Mehr Angebot auf dem Weltmarkt drückt tendenziell die Preise. Andererseits können politische Weichenstellungen – etwa Brüssels Importverbot für russisches LNG – sowie die starke Fokussierung auf wenige Lieferanten die Kosten in die Höhe treiben.
Der rückläufige Gasbedarf in Europa spricht gegen überlange Lieferverträge. Zudem garantieren langfristige Abnahmezusagen gegenüber US-Anbietern keine Versorgungssicherheit. Im Gegenteil – sie binden Käufer an Konditionen, die sich in wenigen Jahren als unrentabel erweisen können.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht auszuschließen, dass die Preisentwicklungen auf dem europäischen Gasmarkt schwer kalkulierbar sein werden.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-19/totalenergies-ceo-warns-europeans-not-to-overrely-on-us-lng [2] https://www.iea.org/reports/world-energy-outlook-2025/executive-summary [3] https://www.reuters.com/markets/commodities/us-lng-export-dominance-be-tested-sellers-look-beyond-europe-2025-11-21/
Küssen kann Krankheiten übertragen und bringt keinen Überlebensvorteil. Warum tun wir es trotzdem? Die Antwort reicht 17 Millionen Jahre zurück.
Ein Kuss kann das Herz schneller schlagen lassen. Er ist Ausdruck von Zuneigung, Vertrauen und Intimität. In unserer Kultur gehört Küssen zum Verliebtsein dazu wie kaum eine andere Geste. Der erste Kuss bleibt oft unvergessen, und in langen Beziehungen schaffen Küsse Momente der Nähe im Alltag.
Fast jeder Mensch in westlichen Gesellschaften küsst – sei es romantisch, zärtlich oder leidenschaftlich. Filme enden mit einem Kuss, Lieder besingen ihn, und Paare küssen sich zur Begrüßung und zum Abschied. Küssen scheint selbstverständlich, natürlich, menschlich.
Doch warum eigentlich? Was bringt uns dazu, unsere Lippen auf die eines anderen Menschen zu pressen? Diese scheinbar simple Frage führt tief in die Evolutionsbiologie – und zu überraschenden Antworten, die Millionen Jahre zurückreichen.
Was ist „Küssen"? – Definition und Abgrenzung
Ein Kuss ist mehr als eine Geste der Zuneigung. Für die Wissenschaft beginnt die Analyse mit einer klaren Definition: Küssen ist ein nicht-aggressiver, innerartlicher Mund-zu-Mund-Kontakt, bei dem sich die Lippen bewegen, aber keine Nahrung übertragen wird.
Diese Abgrenzung ist wichtig. Denn viele Tiere zeigen ähnliche Verhaltensweisen, die aber anderen Zwecken dienen. Mütter, die Nahrung vorkauen und an ihre Jungen weitergeben, küssen nicht im eigentlichen Sinn. Ebenso wenig wie Ameisen, die sich Flüssigkeit von Mund zu Mund reichen.
Auch aggressives "Mundkämpfen", wie es bei manchen Fischen vorkommt, fällt nicht unter diese Definition. Küssen ist gezielt, friedlich und findet zwischen Artgenossen statt – eine Verhaltensweise, die sich über Millionen Jahre entwickelt hat.
Wie datiert man ein Verhalten ohne Fossilien? – Daten und Methode
Verhalten hinterlässt keine versteinerten Spuren. Wie lässt sich also die Geschichte des Küssens rekonstruieren? Das Team um Matilda Brindle von der Universität Oxford nutzte eine clevere Methode: Sie sammelten Berichte über Küssen bei Primaten aus der wissenschaftlichen Literatur.
Für jede Art notierten die Forscher [1], ob Küssen beobachtet wurde oder nicht. Diese Daten ordneten sie dann dem Stammbaum der Primaten zu – wie Puzzleteile, die ein Bild der Vergangenheit ergeben.
Mit Hilfe von 10.000 verschiedenen Stammbäumen und einem statistischen Verfahren namens Bayesianische Rekonstruktion berechneten sie, wann und wo Küssen erstmals auftrat. Die Modelle liefen jeweils zehn Millionen Rechenschritte durch, um verlässliche Wahrscheinlichkeiten zu ermitteln.
Seit wann gibt es Küssen? – Evolutionärer Ursprung
Die Ergebnisse zeigen [2]: Küssen ist uralt. Es entstand wahrscheinlich vor etwa 21,5 bis 16,9 Millionen Jahren bei einem gemeinsamen Vorfahren der großen Menschenaffen. Damals gab es weder Menschen noch Schimpansen in ihrer heutigen Form.
Diese frühe Entstehung erklärt, warum Küssen bei so vielen Arten der Menschenaffen vorkommt. Das Verhalten blieb über die Evolution hinweg erhalten – ein Hinweis darauf, dass es einen Nutzen haben könnte. Nur in der Linie der Östlichen Gorillas ist unklar, ob Küssen verloren ging oder einfach noch nicht beobachtet wurde.
Das starke phylogenetische Signal bedeutet: Küssen ist kein Zufall, sondern tief in der Biologie der Menschenaffen verwurzelt. Es wurde von Generation zu Generation weitergegeben, über Jahrmillionen hinweg.
Wer küsst bei den Menschenaffen? – Feld- und Beobachtungsbefunde
Schimpansen, Bonobos und Orang-Utans küssen sich regelmäßig. Bei Schimpansen dient der Kuss oft der Versöhnung nach Konflikten. Bonobos küssen sich intensiver und länger, manchmal mit Zungenkontakt, besonders in sexuellen Situationen.
Orang-Utans zeigen seltener, dass sie sich küssen, aber das Küssen wurde sowohl in Gefangenschaft als auch in freier Wildbahn dokumentiert. Bei Westlichen Gorillas ist Küssen eine Rarität. Für Östliche Gorillas fehlen bislang jegliche Beobachtungen – was nicht heißt, dass sie nicht küssen.
Viele Berichte stammen aus Zoos oder Auffangstationen. In freier Wildbahn ist Küssen schwerer zu beobachten, da es oft schnell und in intimen Momenten geschieht. Die Kontexte reichen von zärtlich über versöhnend bis sexuell – Küssen ist vielseitig.
Haben Neandertaler geküsst?
Die statistische Analyse legt nahe: Ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit. Das Modell errechnete eine Wahrscheinlichkeit von etwa 84 Prozent dafür, dass Neandertaler sich küssten. Diese Schätzung basiert auf der Position der Neandertaler im Stammbaum und dem Verhalten ihrer nächsten Verwandten.
Zusätzliche Hinweise liefern fossile Zahnbeläge. In ihnen fanden Forschende das Bakterium Methanobrevibacter oralis, das sowohl bei Neandertalern als auch bei modernen Menschen vorkommt. Der Austausch solcher Mundkeime deutet auf Speicheltransfer hin.
Neandertaler und moderne Menschen haben sich auch genetisch vermischt, wie der Fund der Überreste eines Neandertaler-Kindes [3] und Erbgutanalysen zeigen. Zusammen mit den mikrobiellen Spuren spricht vieles dafür, dass sich die beiden Menschenarten nicht nur begegneten und fortpflanzten, sondern auch küssten [4].
Warum küssen? – Das Rätsel und geprüfte Hypothesen
Küssen birgt Risiken. Krankheitserreger können übertragen werden, von Erkältungsviren bis zu schwereren Infektionen. Warum hat die Evolution dieses Verhalten trotzdem begünstigt? Die Antwort ist noch nicht eindeutig geklärt.
Eine Hypothese: Küssen hilft bei der Partnerwahl. Über Geruch und Geschmack könnten unbewusst Informationen über Gesundheit, genetische Kompatibilität oder den Immunstatus des Gegenübers aufgenommen werden.
Frauen, zumindest die modernen Frauen, legen oft mehr Wert auf Küssen als Männer – und für sie hat es auch eine andere Bedeutung. Steht es auf der einen Seite als Mittel, um einen Partner zu bewerten und eine Beziehung aufrechtzuerhalten, so steht auf der anderen Seite das Streben, die Wahrscheinlichkeit von Sex zu erhöhen (Susan M. Hughes et al., 2007 [5]).
Küssen könnte auch Bindungen stärken und Spannungen abbauen. Bei Schimpansen folgt ein Kuss oft auf Streit. Beim Menschen werden beim Küssen Hormone wie Oxytocin und Dopamin freigesetzt, die Nähe und Wohlbefinden fördern. Paare, die sich häufig küssen, berichten von höherer Beziehungszufriedenheit.
Eine weitere Idee: Der Austausch von Bakterien könnte das Immunsystem trainieren. Kinder erkennen schon früh [6], dass Speichelteilen ein Zeichen besonders enger Beziehungen ist. Doch all diese Hypothesen sind bislang nicht experimentell getestet – sie bleiben plausible Erklärungen.
Kulturell ist Küssen nicht universell. Nur in 46 Prozent der menschlichen Kulturen wurde es dokumentiert. Das zeigt: Biologie und Kultur wirken zusammen. Küssen mag evolutionär angelegt sein, doch ob und wie es ausgelebt wird, hängt von sozialen Normen ab.
Grenzen der Evidenz und Forschungsagenda
Die Studie hat Lücken. Außerhalb der Menschenaffen gibt es kaum Daten. „Nicht beobachtet" bedeutet nicht „nicht vorhanden" – viele Arten sind einfach zu wenig erforscht. Auch Häufigkeit und Unterschiede zwischen Populationen bleiben unklar.
Viele Beobachtungen stammen aus Gefangenschaft, wo Verhalten anders sein kann als in freier Wildbahn. Die Forschenden kodierten Küssen nur grob als „vorhanden" oder „nicht gesehen" – feinere Abstufungen fehlen. Künftige Studien sollten systematischer vorgehen.
Der Fahrplan: Verhaltensforscher sollen Küssen in ihre Beobachtungsprotokolle aufnehmen. Wichtig sind Angaben zu Alter, Geschlecht, Beziehung der Beteiligten und Kontext. Nur so lassen sich adaptive Hypothesen testen. Bessere Feldbeobachtungen und Daten zur Häufigkeit sind nötig.
Die Studie ist ein erster Schritt. Sie zeigt, dass sich auch Verhalten ohne fossile Spuren rekonstruieren lässt. Küssen ist älter und verbreiteter als gedacht – ein Erbe unserer affenartigen Vorfahren, das bis heute Bindungen schafft und Rätsel aufwirft.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.ox.ac.uk/news/2025-11-19-ape-ancestors-and-neanderthals-likely-kissed-new-analysis-finds [2] https://doi.org/10.1016/j.evolhumbehav.2025.106788 [3] https://www.telepolis.de/article/Neandertaler-starben-nicht-aus-sie-gingen-in-uns-auf-11079607.html [4] https://www.sciencealert.com/neanderthals-and-our-ape-ancestors-probably-kissed-study-reveals [5] https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/147470490700500310 [6] https://hal.science/hal-04311287/document
Koroutinen erleichtern die asynchrone Entwicklung in C++ deutlich: Die intendierte Reihenfolge bleibt im Code erhalten und asynchrone Schleifen sind möglich.
Mit dem Boost.Asio-Framework steht C++-Developern eine altbewährte Werkzeugsammlung zur Verfügung, die auch im modernen C++ noch ihre Berechtigung hat. Mit Kontexten, Exekutoren und Completion Tokens erlaubt sie es, asynchrone Programme nach unterschiedlichen Prinzipien sauber und effizient zu entwickeln. Callbacks Futures, spawn und yield_context gestatten auch einen an Koroutinen angelehnten Stil. Das hat der vorangegangene Artikel bereits gezeigt, der die Grundlagen von Boost.Asio vorgestellt hat.
Ab C++20 stehen nun aber Compiler-basierte stackless Koroutinen zur Verfügung. Damit kombiniert, spielt Boost.Asio seine vollen Stärken aus. Entwickler können jede Funktion oder Methode zu einer Koroutine ändern, indem sie eines der Schlüsselwörter co_yield, co_await odere co_return einsetzen. Der Compiler transformiert diese Funktion in eine Zustandsmaschine (Coroutine Frame), deren Ausführung an den durch co_await oder co_yield markierten Suspensionspunkten (Suspension Points) unterbrochen und später über einen std::coroutine_handle fortgesetzt wird. Der Coroutine Frame, der den Zustand speichert, liegt standardmäßig auf dem Heap, nicht auf dem Stack.
In Boost.Asio muss jede Koroutine eine Instanz vom Typ boost::asio::awaitable<T> zurückgeben. awaitable kapselt den Rückgabe-Typen: awaitable<void> bei einer Funktion ohne Rückgabewert, awaitable<int> bei int, awaitable<std::string> bei String-Typen usw. (Listing 1).
Listing 1: Kapselung der Rückgabe-Typen mit awaitable<T>
Für den Wechsel aus einem normalen Programmteil in einen Koroutinenteil dient die Funktion boost::asio::co_spawn. Sie erwartet drei Parameter:
den Executor (oder execution_context aus convenience) auf dem die verzahnte oder parallele Ausführung der Koroutinen erfolgt
eine Instanz von awaitable<T>
ein CompletionToken vom Typ detached, Funktions-Objekt oder use_future
Mit detached läuft awaitable in einem eigenen Ablauf-Ast, ohne dass man das Ergebnis verarbeiten kann. Dieses wird oft in der main-Methode verwendet, um initial eine Koroutine aufzurufen (Listing 2).
int main()
{
boost::asio::io_context io_context;
// co_spawn mit CompletionToken Function-Object
boost::asio::co_spawn(io_context, async_int_sample(), [](std::exception_ptr,
int result)
{
std::cout << "async_int_sample() = " << result << std::endl;
});
// co_spawn mit CompletionToken use_future
std::future future = boost::asio::co_spawn(io_context,
async_string_sample(), boost::asio::use_future);
// co_spawn mit CompletionToken detached
boost::asio::co_spawn(io_context, async_caller(), boost::asio::detached);
io_context.run();
std::string s = future.get();
std::cout << "async_string_sample() = " << s << std::endl;
Listing 2: Beispiele von co_spawn mit awaitable zum Aufruf einer Koroutine.
Verwenden von co_await in Boost.Asio
Listing 3 zeigt die Verwendung von co_await. Bei dem Aufruf von awaitable mit co_await passiert Folgendes:
Der Executor kann an dieser Stelle die Ausführung der Koroutine unterbrechen. Ob die Unterbrechung tatsächlich stattfindet, ist unbekannt und unerheblich.
Unter Umständen führt der Executor andere Aktionen aus – verzahnt ( concurrent) auf einem Kontext mit einem Thread oder parallel auf einem Kontext mit mehreren Threads.
An einem dem Entwickler unbekannten Zeitpunkt bringt der Exekutor awaitable auf einem der Threads des execution_context zur Ausführung – auf welchem genau, ist unbekannt und unerheblich.
Sobald das Ergebnis von awaitable vorliegt, setzt der Exekutor die Koroutine an der Stelle fort, an der er sie verlassen hat.
boost::asio::awaitable<int> async_callee(int i)
{
std::cout << "hello from awaitable, i=" << i << std::endl;
co_return i + 1;
}
boost::asio::awaitable<void> async_caller()
{
int i = co_await async_callee(1);
// erzeugt ein awaitable, es wird aber nicht ausgeführt
boost::asio::awaitable<int> aw = async_callee(2);
// awaitable kann nicht kopiert werden, move erforderlich
// co_await std::move(aw);
std::cout << "i=" << i << std::endl;
co_return;
}
// Ausgabe:
hello from awaitable, i=1
i=2
Listing 3: Beispiel für die Verwendung von co_await mit boost::asio::awaitable.
Der Ablauf aus Sicht der einzelnen Funktion ist also synchron – in dem Sinn, dass die Funktion stoppt, bis das Ergebnis von awaitable vorliegt. Es kommt aber nicht zu einer Blockierung des Threads, auf dem Entwickler ihre Funktion aufgerufen haben. Der Thread stand für andere Aktionen kooperativ zur Verfügung.
Entwickler können awaitable nur einmal verwenden. Wenn sie ein awaitable erzeugen, aber nicht mit co_await aufrufen, dann führt das Programm die Funktion nicht aus.
Listing 3 zeigt auch, wie der mit co_return zurückgegebene Wert durch den co_await-Ausdruck aus dem awaitable<T>-Objekt extrahiert und einer Variablen in der aufrufenden Funktion zugewiesen wird. Dies ist ein sehr komfortabler Mechanismus, schließlich ist gar nicht bekannt, auf welches Thread async_callee zur Ausführung kommt.
Unbehandelte Execeptions, dieinnerhalb einer Koroutine auftreten, nimmt die aufrufende Koroutine co_await entgegen. Koroutinen fangen Exceptions also analog zur synchronen Funktionsweise ab, unabhängig davon, in welchem konkreten Thread die Exception auftrat. Listing 4 zeigt ein kurzes Beispiel.
Verwendung der Boost-Asio Funktionen mit CompletionToken use_awaitable
Listing 5 zeigt, wie Entwickler die asynchronen Funktionen der Boost.Asio-Bibliothek mit co_await verwenden: Dazu übergeben sie das CompletionToken use_awaitable als Parameter an die Methode async_wait des timer – Objektes, dementsprechend ist der Rückgabetyp der Funktion nun awaitable.
Listing 5: Beispiel für die Verwendung der Boost.Asio-Funktionen mit co_await und dem CompletionToken use_awaitable.
Asynchrone Schleifen
Ein weiterer Vorteil der Koroutinen ist, dass sich damit Schleifen im gewohnten for- oder while-Stil auch für asynchrone Abläufe formulieren lassen. Ohne Koroutinen müsste man die Iterationen in Callbacks auflösen oder komplexere Zustandsautomaten schreiben.
Der Code in Listing 6 liest einen Socket in einer Endlosschleife und schreibt die empfangenen Daten direkt wieder zurück – ein einfacher Echo-Server. Obwohl der Code wie eine normale Schleife aussieht, blockiert er keinen Thread. Jeder co_await-Ausdruck gibt die Kontrolle an den Exekutor zurück. Sobald Daten verfügbar sind oder ein Schreibvorgang abgeschlossen ist, läuft die Schleife an der unterbrochenen Stelle weiter – auf welchem Thread die Lese- und Schreibvorgänge ablaufen, ist unbekannt – dies wird durch den Exekutor bestimmt, den der Entwickler im co_spawn angegeben hat.
Wie in vorangegangenen Beispielen bereits gezeigt, gibt es bei Koroutinen mehrere Möglichkeiten der Fehlerbehandlung:
keine Fehlerbehandlung
mit Try-Catch
lokale Fehlervariable mit boost::asio::redirect_error als CompletionToken
als Teil eines Tupel-Rückgabewertes mit dem CompletionToken boost::asio::as_tuple.
Das folgende Listing 7 zeigt entsprechende Beispiele:
boost::asio::awaitable<void> errors_sample(boost::asio::ip::tcp::socket socket)
{
boost::asio::any_io_executor executor = co_await
boost::asio::this_coro::executor;
std::array<char, 4> buffer;
// 1. ohne Fehler-Behandlung
std::size_t n = co_await socket.async_read_some(boost::asio::buffer(buffer),
boost::asio::use_awaitable);
// 2. mit try-catch
try
{
std::size_t bytes_read = co_await
socket.async_read_some(boost::asio::buffer(buffer),
boost::asio::use_awaitable);
}
catch (const boost::system::system_error& e)
{
std::cerr << "Boost error during async_read_some: " << e.what() <<
std::endl;
}
// 3. mit redirect_error CompletionToken
boost::system::error_code ec;
std::size_t bytes_read2 = co_await
socket.async_read_some(boost::asio::buffer(buffer),
boost::asio::redirect_error(boost::asio::use_awaitable, ec));
if (ec)
{
std::cerr << "Error using error_code: " << ec.message() << std::endl;
}
// 4. mit as_tuple CompletionToken
auto [ec2, bytes_read3] = co_await
socket.async_read_some(boost::asio::buffer(buffer),
boost::asio::as_tuple(boost::asio::use_awaitable));
if (ec2)
{
std::cerr << "Error using as_tuple: " << ec2.message() << std::endl;
}
}
Listing 7: Beispiele für verschiedene Arten der Fehlerbehandlung in Boost.Asio.
Ausführliches Beispiel für einen IoT-Client
Listing 8 zeigt, wie sich mit Boost.Asio, Koroutinen sowie den weiteren Bibliotheken Boost.MQTT5 und Boost.Beast in unter hundert Zeilen ein voll funktionsfähiger IoT-Client realisieren lässt. Der Client verbindet sich mit einem MQTT-Broker, veröffentlicht periodisch Werte, empfängt Nachrichten und löst HTTP-Anfragen aus – alles vollständig asynchron und ohne Threads zu blockieren. Trotz der umfangreichen Funktionalität bleibt der Code klar strukturiert und leicht verständlich, was die Stärke von Koroutinen und Boost.Asio in der Praxis eindrucksvoll demonstriert. Noch dazu ist der Code sehr performant, energieschonend und damit auch auf leistungsschwachen Geräten im IoT Edge zuverlässig einsetzbar.
Listing 8: Beispielhafter IoT-Client in unter hundert Zeilen.
Vorteile von Coroutinen mit Boost.Asio
Rein aus Performance-Sicht sind Compiler-basierte Koroutinen das effizienteste Mittel für die asynchrone Programmierung. Die zur Verfügung stehenden Ressourcen werden optimal ausgenutzt, es kommt zu keinem Blockieren von Threads und Aufgaben verteilen sich automatisch optimal.
Koroutinen erleichtern die asynchrone Entwicklung und das Debuggen deutlich: Die Lesbarkeit und Wartbarkeit sind wesentlich höher, da die intendierte Reihenfolge trotz asynchroner Ausführung im Programmcode erhalten bleibt. Entwickler fangen Exceptions zentral sowie Thread-unabhängig ab. Asynchrone Schleifen sind überhaupt nur dank Koroutinen möglich. Die Programmierung ist fokussiert auf die Funktionalität und abstrahiert von den darunter liegenden Thread-Mechanismen. Dadurch skalieren die Programme nativ.
Boost.Asio selbst baut direkt auf effizienten Betriebssystem-Mechanismen wie epoll, kqueue oder I/O Completion Ports auf, damit verbindet sich die maximale Effizienz der Plattform mit den Vorteilen von Coroutinen.
Zukunftssicher mit Koroutinen
Die Open-Source Bibliothek Boost.Asio ermöglicht es, asynchrone Programme mit oder ohne Koroutinen flexibel, aber klar strukturiert und wartbar zu schreiben, bei gleichzeitig optimaler Effizienz. Boost.Asio stellt dafür eine bewährte, getestete und stabile Grundlage bereit, die bei geringem Entwicklungsaufwand sowohl einfache IoT-Clients als auch hoch skalierende Serveranwendungen ermöglicht.
Mit der laufenden Standardisierung von Netzwerk- und Executor-Konzepten in den Networking Technification Specification von C++ entwickelt sich Boost.Asio kontinuierlich weiter und bleibt kompatibel zu diesen Erweiterungen. Wer heute Boost.Asio zusammen mit Koroutinen einsetzt, orientiert sich damit bereits an den kommenden C++-Standards und ist langfristig zukunftssicher aufgestellt.
Der nächste Teil der Serie beschäftigt sich mit Mechanismen für nebenläufige, parallele und asynchrone Programmierung in C++ mit Qt. Das Qt-6-Framework erfreut sich unter anderem wegen seiner mächtigen Werkzeuge zur Gestaltung von Benutzeroberflächen eingebetteter Geräte einer großen Verbreitung.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11081682
Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/hintergrund/Asynchrone-Programmierung-Teil-1-C-komfortabel-mit-Boost-Asio-10748185.html [2] https://www.heise.de/hintergrund/Softwareentwicklung-Echte-Parallelitaet-mit-Python-3-13-10476649.html [3] mailto:who@heise.de
(Bild: erzeugt mit Midjourney von der iX-Redaktion)
Die Übersicht enthält kleine, aber interessante Meldungen zu GitLab, GitHub, VS Code, Rust, Azure, Eclipse Theia, Django und Jetpack Navigation.
Zum Wochenende gibt es einen kleinen Überblick über alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:
Ein neues UI-Design gibt es für GitLab mit Version 18.6 [1]. Es zeigt nun mehrere kontextabhängige Panels nebeneinander. Außerdem enthält das Update eine exakte Code-Suche mit Zoekt. Ferner können CI/CD-Komponenten jetzt ihre eigenen Metadaten referenzieren.
Im Oktober-Update von Visual Studio Code [2] lässt sich für komplexere Entwicklungsaufgaben jetzt mit der Copilot-KI ein Plan erstellen, bevor das Coding beginnt. Eine Neuerung für den Umgang mit Extensions hat VS Code ebenfalls zu bieten: Für Unternehmen führt der Sourcecode-Editor private Marktplätze [3] ein, die nur die Erweiterungen enthalten, die den Richtlinien der Firma entsprechen. Eigene Extensions verbleiben dabei innerhalb des Unternehmensnetzes.
Das Rust Project, das hinter der Programmiersprache Rust steht, hat am Online-Programm Google Summer of Code [5] (GSOC) teilgenommen, und nun stehen die Ergebnisse bereit: 18 von 19 Projekten waren erfolgreich. Sie befassen sich unter anderem mit dem Hinzufügen von Safety Contracts in der Standard Library und dem Verbessern des Rust-Build-Systems bootstrap. Zudem ist der diesjährige Rust Survey gestartet [6].
Eclipse Theia 1.66 [9] ist mit 78 umgesetzten Pull Requests erschienen. Unter anderem lassen sich nun Chat-Sessions beim Neustart von Theia persistieren: Sie werden automatisch auf der Festplatte gespeichert, mit einem Limit von 25 Sessions. Wird das Limit überschritten, wird die älteste Session automatisch gelöscht.
Wie das Spring-Team ankündigt, markiert das Release von Spring Boot 4.0 [10] den Beginn einer neuen Generation und soll eine solide Basis für die kommenden Jahre darstellen. Zu den neuen Features im Java-Framework zählt eine komplette Modularisierung der Spring-Boot-Codebasis, um kleinere und fokussiertere JAR-Dateien zu erstellen.
Microsoft hat die öffentliche Preview des Azure Command Launcher for Java [11] gestartet. Dieses Tool soll dabei helfen, die JVM-Konfiguration in Azure zu standardisieren und zu automatisieren.
Das Django-Entwicklungsteam hat den ersten Release Candidate von Version 6.0 [12] des Webframeworks vorgelegt. Integriert hat das Team den Standard Content Security Policy (CSP) [13], um Webanwendungen leichter gegen Attacken wie Cross-Site Scripting (XSS) zu schützen. Die Django Template Language versteht sich nun auf Template Partials, sodass sich kleine benannte Fragmente innerhalb einer Vorlagendatei kapseln und wiederverwenden lassen. Die neue Hauptversion von Django 6.0 erscheint voraussichtlich Anfang Dezember.
Die vollständig überarbeitete Jetpack-Navigation-Bibliothek liegt ab sofort in einer stabilen Version 1.0 vor. Laut der Ankündigung im Android Developer Blog soll Jetpack Navigation 3 [14] umfassenden Support für Jetpack Compose State bereitstellen. Diese Funktion erleichtert es Developern etwa, den Navigationsstatus beizubehalten und adaptive Layouts zu erstellen – beispielsweise für Listendetails.
Sollten Sie ein wichtiges Thema vermissen, freuen wir uns über Ihre Mail [15].
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Golem hat es ausprobiert: Ein Shooter-Prototyp verbindet KI , Roboter und einen frechen Oberaufseher zu einem erstaunlich glaubwürdigen Erlebnis.
Szene aus TeammatesBild:
Ubisoft
Ubisoft arbeitet an einem KI-Stack, der intern längst nicht mehr als Spielerei gilt, sondern als möglicher Grundstein für eine neue Generation von NPCs. Unter dem offiziellen Namen Teammates testet das Unternehmen ein kurzes, aber voll spielbares Szenario – quasi eine interne Demo.
Darin schreibt generative KI nicht nur Dialoge, sondern beeinflusst das Verhalten von Teamkameraden in einem First-Person-Shooter.
Das Projekt baut auf den Neo-NPCs auf, die Ubisoft 2024 erstmals auf der GDC gezeigt hat. Golem hat sich Neo-NPC damals angeschaut und konnte nun auch Teammates im Hands-on ausprobieren.
Aus dem damaligen Prototyp mit relativ statischer Umgebung ist ein deutlich ambitionierteres Experiment geworden. Teammates verlegt die Neo-NPC-Idee in ein Shooter-Szenario, in dem KI-Gefährten in Echtzeit auf Sprachbefehle reagieren, sich an die jeweilige Spielsituation anpassen und dabei eigene Persönlichkeiten zeigen.
In unserer Session stehen wir in einer Waldumgebung voller feindlicher Roboter, in der Ego-Perspektive flankiert von den beiden verbündeten Einheiten Sofia und Pablo, ebenfalls Roboter. Mit teils ziemlich genuschelter Alltagssprache geben wir Anweisungen: Feuer eröffnen, einen Schalter betätigen, einen Kameraden heilen.
Die KI interpretiert unsere Intention ohne erkennbare Verzögerung, wählt den Gegner, den wir offensichtlich meinen, führt den Befehl aus, kommentiert ihn im jeweiligen Charakterstil und kehrt danach in eine sinnvolle Position zurück.
Die Interaktion fühlt sich gleichzeitig selbstverständlich und neu an, als hätte es diese Form von Sprachsteuerung in Actionspielen immer schon geben müssen – und als wäre sie trotzdem gerade erst erfunden worden.
Technisch basiert das Ganze auf einem hybriden KI-Stack, den Ubisoft intern seit mehreren Jahren ausbaut. Ein Team von inzwischen rund 80 Personen entwickelt eine Plattform, die große Sprachmodelle mit klassischen Behaviour Trees und dem hauseigenen Engine-Ökosystem verbindet.
Die Behaviour Trees definieren, was NPCs überhaupt tun dürfen, vom Einnehmen einer Position über das Heilen bis hin zum Sichern einer Tür oder dem gezielten Beschuss bestimmter Objekte. Das LLM steuert, wie sie es tun: mit welcher Wortwahl, welchem Tonfall, welchen Zwischenbemerkungen und welchen Prioritäten.
Bild 1/9: Nach unserem Befeohl zerstören die Roboter Sofia und Pablo die Mauer. (Bild: Ubisoft)
Bild 2/9: Gemeinsam mit den KI-Begleitern sonderien wir die Lage. (Bild: Ubisoft)
Bild 3/9: Sofia und Pablo müssen auf die Plattformen, damit sich das Tor öffnet. Ein kurzer Satz von uns genügt, es muss keine komplizierte Anweisung sein. (Bild: Ubisoft)
Bild 4/9: Auch aus der Ferne erkennen die Roboter unsere Feinde. (Bild: Ubisoft)
Bild 5/9: Hier drücken wir einen Schalter. (Bild: Ubisoft)
Bild 6/9: Schautafel zu Jaspar. (Bild: Ubisoft)
Bild 7/9: Artwork von Pablo. (Bild: Ubisoft)
Bild 8/9: Artwork von Pablo. (Bild: Ubisoft)
Bild 9/9: Artwork von Pablo und Sofia. (Bild: Ubisoft)
Dazwischen liegt eine Control Layer, die generative Antworten in streng begrenzte Engine-Kommandos übersetzt. Ubisoft beschreibt diese Schicht in der offiziellen Kommunikation als eine Art Middleware für generative KI, die die Komplexität abstrahiert und zugleich Schutzmechanismen einzieht – gegen Halluzinationen, Bias, toxische Ausfälle und andere Effekte, die in einem Spiel nicht tolerierbar wären.
Xavier Manzanares, Director of Gameplay GenAI bei Ubisoft, fasst diese Rolle so zusammen, dass die "Spiele von morgen Spielern viel stärker zuhören, sie verstehen und darauf reagieren" , und dass die eigene Forschung zeige, was adaptive, generative Systeme auf Basis bewährter Spielmechaniken zusätzlich ermöglichen könnten.
Passiv-aggressiver Spiele-Charakter
Das Ziel sei, eine starke technologische Grundlage zu legen, damit die Ubisoft-Teams sich vorstellen können, welchen Mehrwert das für ihre konkreten Projekte und Spiele haben könnte – von Assassin's Creed über Far Cry bis Rainbow Six (Ubisoft hat selbst ausdrücklich keine konkreten Titel geannt).
Ein zentrales Element von Teammates ist Jaspar, der offizielle Name des KI-Oberaufsehers. Der nicht sichtbare, mit witzig zynisch-arroganter Stimme zum Leben erweckte Jaspar erkennt den Spieler beim Namen, hilft beim Onboarding, kennt die Lore der Demo und kann Gefahren oder wichtige Objekte hervorheben.
Er erinnert an Missionsziele, schlägt nächste Schritte vor und fungiert als eine Art taktischer Berater, wenn man nicht weiterweiß. Gleichzeitig steuert er Hud-Elemente, Menüs und Einstellungen: Im Test ändert er auf Zuruf die Farbe der Benutzeroberfläche von Gelb auf Grün.
Künftig könnte er auch für Farbenblinde optimierte Modi aktivieren. Ubisoft verweist in der Pressemeldung explizit auf das Potenzial solcher "agentic capabilities" , um Barrierefreiheit und Personalisierung in künftigen Spielen zu verbessern.
Charakterlich ist Jaspar bewusst auffällig angelegt. In unseren Sessions kommentiert er mit trockenem, leicht passiv-aggressivem Humor, erklärt die Umgebung, macht sich gelegentlich über unser Verhalten lustig.
Frech: Er lehnt es mit souveräner Arroganz ab, Sofia und Pablo nach unseren Redaktionshunden Gino und Charly umzubenennen. Auch seinen eigenen Namen möchte er nicht ändern – "Ich bin rundherum perfekt."
Solche Momente transportieren genau das, was Ubisoft mit dem Projekt erreichen will: Figuren, die mehr sind als Befehlsverarbeiter, und eine generative KI, die sich trotz Technikfokus wie ein echter Charakter anfühlt.
Damit das nicht im Chaos endet, arbeitet das Team mit extrem detaillierten Charakterprofilen. Jedes dieser Character Sheets legt fest, wie sich eine Figur verhält, welche Sprache sie verwendet, wie weit sie improvisieren darf und wo harte Grenzen verlaufen.
"Unsere Aufgabe ist es, der KI Sinn zu geben, sie zu narrativisieren, damit Logik nicht die Seele ersetzt" , sagt Virginie Mosser, Narrative Director des Projekts. "Wir haben Teammates so entwickelt, dass Raum für Kreativität der Spieler bleibt, und suchen die Balance zwischen Emotion und Unvorhersehbarkeit."
An dieser Balance arbeitet das Team intensiv: Drei voll ausgeprägte KI-Gefährten können schnell zu viel werden, Schleichpassagen mit KI-Unterstützung klappen noch nicht so richtig gut, und jede Persönlichkeit muss stark genug sein, um im Gedächtnis zu bleiben, ohne Szenen an sich zu reißen.
Bild 1/9: Nach unserem Befeohl zerstören die Roboter Sofia und Pablo die Mauer. (Bild: Ubisoft)
Bild 2/9: Gemeinsam mit den KI-Begleitern sonderien wir die Lage. (Bild: Ubisoft)
Bild 3/9: Sofia und Pablo müssen auf die Plattformen, damit sich das Tor öffnet. Ein kurzer Satz von uns genügt, es muss keine komplizierte Anweisung sein. (Bild: Ubisoft)
Bild 4/9: Auch aus der Ferne erkennen die Roboter unsere Feinde. (Bild: Ubisoft)
Bild 5/9: Hier drücken wir einen Schalter. (Bild: Ubisoft)
Bild 6/9: Schautafel zu Jaspar. (Bild: Ubisoft)
Bild 7/9: Artwork von Pablo. (Bild: Ubisoft)
Bild 8/9: Artwork von Pablo. (Bild: Ubisoft)
Bild 9/9: Artwork von Pablo und Sofia. (Bild: Ubisoft)
Parallel dazu entwickelt Ubisoft eine API, die als agnostische Schnittstelle für generative Systeme dienen soll. Sie bindet die notwendigen Guardrails direkt ein, kapselt Modelle wie GPT oder Gemini hinter einem stabilen Interface und lässt sich laut Manzanares "leicht an unsere Inhouse-Engines Anvil und Snowdrop anbinden" .
Im Zusammenspiel mit dem Control Layer soll diese API dafür sorgen, dass generative KI zu einem Werkzeug wird, das Designer und Writer einsetzen können, ohne sich in Infrastrukturfragen zu verlieren. In den Worten von Ubisoft eröffnet sie "eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten" für die internen Teams.
Ubisoft-Chef erwartet langfristige Auswirkungen
Der Anspruch reicht dabei über reine Technologie hinaus. Ubisoft versteht Teammates offiziell als nächsten Schritt in einer langfristigen Vision für KI-Systeme, die direkt mit Spielern interagieren, statt im Hintergrund Balancing oder Gegnerlogik zu steuern.
Das Experiment dient gleichzeitig als spielbarer Prototyp und als Testbett für den zugrundeliegenden Tech-Stack.
Yves Guillemot, Mitgründer und CEO von Ubisoft, ordnet das so ein, dass man "spannende Fortschritte bei den Werkzeugen von morgen" mache und dass diese Arbeit die Richtung widerspiegele, die das Unternehmen in den kommenden Jahren einschlagen wolle.
Im Alltag des Projekts sieht das eher nüchtern aus. Die Technologie wird intern nicht als magische Zukunftsvision diskutiert, sondern als Werkzeug, das Narrative-Teams und Designer entlasten soll.
GenAI übernimmt monotone Variantenarbeit, hilft beim schnellen Iterieren und eröffnet Raum für Experimente, während die Kontrolle über Ton, Themen und Dramaturgie klar bei den menschlichen Autoren bleibt.
Aktuell ist Teammates nur für eine begrenzte Zahl von Teilnehmern in einem geschlossenen Playtest verfügbar, der unter NDA läuft und Feedback aus echten Spielsituationen liefern soll.
Über Ubisoft Connect und entsprechende Umfragen sammelt das Team Daten darüber, wie glaubwürdig und hilfreich die Figuren wirken, wie stark sich Spieler an Jaspar, Sofia und Pablo binden und an welchen Stellen die Systeme noch versagen.
Gleichzeitig dient der Playtest dazu, die technischen Annahmen zu überprüfen – von der Latenz der Sprachinterpretation über die Stabilität der Control Layer bis hin zur Frage, wie viel langfristiges Gedächtnis sich performant speichern lässt.
Bis Anfang 2026 will Ubisoft den Stack weiter verfeinern, insbesondere das Memory-System und die API-Schicht. Erst danach wird sich entscheiden, in welcher Form die Technologie in reale Produktionen wandert.
Bild 1/9: Nach unserem Befeohl zerstören die Roboter Sofia und Pablo die Mauer. (Bild: Ubisoft)
Bild 2/9: Gemeinsam mit den KI-Begleitern sonderien wir die Lage. (Bild: Ubisoft)
Bild 3/9: Sofia und Pablo müssen auf die Plattformen, damit sich das Tor öffnet. Ein kurzer Satz von uns genügt, es muss keine komplizierte Anweisung sein. (Bild: Ubisoft)
Bild 4/9: Auch aus der Ferne erkennen die Roboter unsere Feinde. (Bild: Ubisoft)
Bild 5/9: Hier drücken wir einen Schalter. (Bild: Ubisoft)
Bild 6/9: Schautafel zu Jaspar. (Bild: Ubisoft)
Bild 7/9: Artwork von Pablo. (Bild: Ubisoft)
Bild 8/9: Artwork von Pablo. (Bild: Ubisoft)
Bild 9/9: Artwork von Pablo und Sofia. (Bild: Ubisoft)
Klar ist schon jetzt: Teammates ist weniger eine einzelne Demo als ein Schaufenster für eine Plattform, die Ubisoft quer durch seine Marken einsetzen könnte – von kleineren, storylastigen Spielen bis hin zu großen Open-World-Produktionen.
Wenn es gelingt, die derzeit noch fragile Balance aus Kontrollierbarkeit, Persönlichkeit und generativer Freiheit in den Griff zu bekommen, könnten NPCs in einigen Jahren nicht mehr nur Skriptknoten und Trigger sein, sondern echte Teamkameraden, die zuhören, sich erinnern und gemeinsam mit Spielern Geschichten erleben.
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Die besten 30 Deals für unter 20 Euro bei Amazons Black Friday WocheBild:
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Black Friday: die besten Deals für unter 20 Euro
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WISO Steuer 2026Bild:
amazon.de/buhl
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Die Entwickler von IBM haben das Betriebssystem AIX gegen mögliche Angriffe abgesichert.
Sind Attacken auf IBM AIX/VIOS erfolgreich, kann es unter anderem zu Fehlern im Betrieb kommen. Nun sind Sicherheitsupdates erschienen.
Wie aus einer Warnmeldung hervorgeht [1], sind mehrere Module der Python-Komponente wie Expat und SQLite betroffen. Eine Lücke (CVE-2025-6965) gilt als "kritisch". Nach erfolgreichen Attacken kommt es zu Speicherproblemen (Memory corruption).
Sicherheitspatches installieren.
Setzen Angreifer an einer weiteren Schwachstelle (CVE-2025-59375 "hoch") an, können sie Speicherressourcen blockieren. Davon sind den Entwicklern zufolge AIX 7.3 und VIOS 4.1 betroffen. Gegen die geschilderten Attacken sollen python3.9.base 3.9.23.0 und python3.11.base 3.11.13.0 gerüstet sein. Bislang gibt es keine Berichte über laufende Attacken.
Erst kürzlich [2] haben IBMs Entwickler Sicherheitsprobleme in AIX und QRadar SIEM gelöst.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11087315
Links in diesem Artikel: [1] https://www.ibm.com/support/pages/node/7251902 [2] https://www.heise.de/news/Sicherheitsluecken-gefaehrden-IBM-AIX-und-QRadar-SIEM-11078362.html [3] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp [4] mailto:des@heise.de
Entrümpelung beim Virenscanner ClamAV: Cisco lässt die Entwickler alte Signaturen rauswerfen, auch alte Docker-Images müssen gehen.
Der Virenscanner ClamAV soll wieder deutlich schlanker werden. Die Entwickler reduzieren die Virensignaturen, was die Größe der Datenbank spürbar verringert. Zudem fliegen alte Docker-Images raus, es sollen nur noch Images aktiv supporteter ClamAV-Builds weiter gepflegt werden.
Die unter Ciscos Führung laufende Entwicklung des Open-Source-Projekts ClamAV hat auf der Projekt-Webseite die Entrümpelungsaktion [1] angekündigt. "ClamAV wurde erstmals im Jahr 2002 vorgestellt. Seitdem wuchs der Signatursatz unbeschränkt, um der Community so viele Erkennungen wie möglich zu liefern", leiten die Entwickler ein und erklären weiter: "Durch die kontinuierlich wachsende Datenbankgröße und Nutzerzahl sehen wir uns signifikanten Kostensteigerungen für die Verteilung des Signatursatzes an die Community gegenüber."
Cisco Talos habe daher evaluiert, wie relevant und effizient alte Signaturen noch sind. Als Ergebnis daraus schicken die Entwickler Signaturen, die aktuell keinen Wert mehr für die Community haben, in Rente. "Unser erster Durchlauf dieser Verrentungsaktion wird eine signifikante Reduktion der Datenbankgröße sowohl für die daily.cvd als auch die main.cvd haben", führen sie aus.
Aktuelle Bedrohungen erkennen
"Unser Ziel ist es sicherzustellen, dass die Erkennungsinhalte auf aktuell aktive Bedrohungen und Kampagnen ausgerichtet sind. Wir beurteilen dies anhand von Signaturerkennungen, die wir über einen längeren Zeitraum in unseren Datenfeeds und jenen unserer Partner feststellen", erklärt Cisco Talos. Die Programmierer ergänzen: "Wir werden weiterhin die Erkennungshäufigkeit für ausgemusterte Signaturen bewerten und alte Signaturen bei Bedarf wieder in den aktiven Signaturensatz aufnehmen, um die Community zu schützen."
In Zukunft wolle man einen Signatursatz zusammenstellen, der die aktuelle Bedrohungslandschaft abbilde. Das könne zu einer noch weiteren Reduktion der Anzahl Signaturen im Signaturensatz führen – neben dem normalen Wachstum, das durch die Abdeckung neuer Bedrohungen kommt.
Die zu erwartende Größenreduktion ist tatsächlich signifikant. Belegte die main.cvd aus dem September noch 163 MByte Platz, schrumpft sie im Dezember auf rund 80 MByte. Die daily.cvd läuft noch stärker ein, von 62 MByte auf etwa 22 Mbyte Größe. Als konkretes Datum für die Umstellung nennt die FAQ der Ankündigung den 16. Dezember 2025.
Auch Docker Hub will Cisco Talos entlasten. Bislang liegen dort um die 300 GByte an ClamAV-Container-Images herum. Einerseits sollen Images entfernt werden, die potenzielle Schwachstellen enthalten. Am Ende sollen andererseits nur noch unterstützte Versionen von ClamAV zu finden sein, was derzeit die LTS-Versionen 1.0, 1.0.9, 1.4 und 1.4.3 sowie 1.5, 1.5.1 und die Zweige "latest" und "stable" umfasst.
ClamAV wird vor allem im Unternehmensumfeld eingesetzt. Es ist spezialisiert auf Malware-Erkennung in E-Mail-Anhängen.
Der Entwicklungszweig 1.5 von ClamAV [2] wurde erst im Oktober veröffentlicht. Die Verarbeitung einiger verbreiteter Dokumentenarten wie OLE2-basierte Microsoft-Office-Dokumente oder PDFs verbesserten die Programmierer damit. Anderthalb Wochen später folgte bereits ClamAV 1.5.1 [3], das einige Probleme mit dem neuen Softwarezweig ausbügelte. Zuvor war über ein Jahr lang der Branch 1.4 von ClamAV [4] aktuell.
Canva bietet Affinity kostenlos an. Das Programm bündelt Bild-, Vektor- und Layoutfunktionen und fordert den Konkurrenten Adobe ernsthaft heraus.
Das australische Softwareunternehmen Canva hat die Grafiksuite Affinity kostenlos freigegeben. Das ist ein Paukenschlag, denn der größte Konkurrent Adobe genießt seit langem ein Quasimonopol auf professionelle Anwendungen für Bildbearbeitung, Vektorgrafik und Schriftsatz.
Im März 2024 hatte Canva die Software vom britischen Hersteller Serif übernommen. Affinity Photo, Affinity Designer und Affinity Publisher kosteten zuletzt jeweils 85 Euro, etwas mehr als ein Monat Adobe Creative Cloud. Nun sind alle drei Einzelprogramme in einer gemeinsamen Oberfläche unter dem schlichten Titel "Affinity" erschienen; die Arbeitsbereiche "Pixel", "Vektor" und "Layout" repräsentieren die früheren Einzelprogramme.
Viele Nutzer klagen über den Abozwang bei Adobe; nun bekommen sie Affinity kostenlos. Genügen die Anwendungen den Ansprüchen professioneller Grafiker oder erschöpft sich der Funktionsumfang im Einsatz für Heimanwender? Das zeigt der Test.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11082464
Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/tests/Canva-verschenkt-Affinity-Wie-sich-die-Grafiksuite-fuer-Profis-eignet-11082464.html [2] https://www.heise.de/ratgeber/Bildbearbeitung-fuer-Landschaftsfotos-Alternativen-zu-Adobe-Lightroom-im-Test-10387573.html [3] https://www.heise.de/ratgeber/Magische-Bilder-ChromaDepth-in-der-Fotografie-einsetzen-10284849.html [4] https://www.heise.de/ratgeber/Workshop-3D-Modellierung-mit-Cinema-4D-fuer-Einsteiger-9577352.html [5] https://www.heise.de/tests/Berauschendes-Entrauschen-Wie-gut-ist-DxO-PhotoLab-8-10179331.html [6] https://www.heise.de/ratgeber/Bildbearbeitung-Wie-Sie-mit-Farbe-eine-gelungene-Bildwirkung-erzeugen-10097821.html [7] https://www.heise.de/ratgeber/Bildbearbeitung-fuer-unterwegs-Auf-Reisen-mit-Lightroom-9791110.html