FreshRSS

🔒
❌ Über FreshRSS
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.
Vor vorgesternIhre RSS-Feeds

LibrePods: "Volle" AirPods-Unterstützung für Android braucht Root

Von Heise
LibrePods auf einem Android-Gerät

LibrePods auf einem Android-Gerät: Aktuell volle Unterstützung für AirPods Pro 2 und 3.

(Bild: LibrePods-Projekt)

Auf GitHub ist nun das LibrePods-Projekt zu finden. Sein Macher verspricht exakten Support von Apples AirPods-Features – mit einem Haken.

Der junge Entwickler Kavish Devar hat eine (fast) vollständige Android-Anpassung für Apples AirPods-Stöpsel entwickelt. Das Projekt namens LibrePods [1] ist auf GitHub zu finden und ist auch für Linux verfügbar. Momentan ist LibrePods für die AirPods-Pro-Generationen 2 und 3 vorgesehen, andere AirPods-Modelle liefern demnach nur "grundlegende Features" wie den Akkustatus und die Ohrenerkennung. Ein Grundproblem des Tools: Es bedingt Root-Rechte. Grund sei, so Devar, dass es einen Bug im Android-Bluetooth-Stack [2] gibt, der die Verbindung verhindert. Zudem nutzten Hörgerätemodus [3] und die Einstellung des Transparenzmodus Funktionen, die weitergehende Systemmodifikationen notwendig machten. So muss sich Android gegenüber den AirPods als Apple-Gerät melden – über das Service Discovery Protocol.

Nahezu alle Features – mit Risiko

Wer das Rooting-Risiko eingeht, kann laut dem Entwickler diverse Features nutzen, die mit den AirPods Pro 2 und 3 bei Android-Geräten derzeit nicht zur Verfügung stehen. Dazu gehört die automatische Ohrerkennung, die Gesprächserkennung (Musiklautstäre wird automatisch reduziert), die besagte Einstellbarkeit des Transparenzmodus und die Hörgerätefunktion. Letzere hat Devar zufolge mit LibrePod keine Geosperre.

Zudem soll die Genauigkeit des Akkustands höher sein (statt via BLE), Kopfgesten funktionieren unter Android sowie die nützliche Multi-Device-Verbindung, bei denen man schnell zwischen Geräten wechseln kann. Schließlich sind auch die Gesten – also was beim langen Druck auf die AirPods-Stängel passiert – konfigurierbar, zudem Features aus dem Bereich der Barrierefreiheit.

Apple wird wohl nicht liefern

Apple macht bislang keine Anstalten, die AirPods auch unter Android adäquat zu unterstützen. Das dürfte auch so bleiben: Die Stöpsel gehören etwa zu den Geräten, die die EU-Kommission reguliert. Anders ist das beim iPhone: Hier muss Apple jede neue Funktion, die nur mit anderen Apple-Geräten arbeitet, grundsätzlich auch für andere Hardwarehersteller freigeben.

Das führt unter anderem dazu, dass Apple künftig die automatische WLAN-Zugangsübertragung an die Apple Watch innerhalb der EU [4] stoppt, um diese Infos nicht an andere Geräte von Drittanbietern weiterleiten zu müssen. Bei Produkten der Apple-Tochter Beats sieht der Support der Geräte unter Android besser aus. Diese sind stets über eine eigene App [5] konfigurierbar. Apple könnte also, wenn es wollte.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11081462

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/kavishdevar/librepods/tree/multi-device-and-accessibility
[2] https://issuetracker.google.com/issues/371713238
[3] https://www.heise.de/news/Eigenes-Audiolabor-fuer-Apples-AirPods-Pro-2-Hoergeraetefunktion-9994749.html
[4] https://www.heise.de/news/Streit-um-EU-Vorgaben-Apple-will-Funktion-angeblich-lieber-sperren-statt-oeffnen-11068805.html
[5] https://play.google.com/store/apps/details?id=com.apple.bnd&hl=de
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 14:30

Apple baut iPhone-Zeitplan um: Nicht mehr alles im September

Von Heise
iPhone Air in erster Generation

Apples iPhone Air kam noch traditionell im September.

(Bild: heise medien / Sebastian Trepesch)

Aktuell erscheinen die meisten iPhones im Herbst, im Frühjahr gelegentlich ein Einsteigergerät. Laut einem Bericht stehen hier Änderungen an.

Apple wird seine iPhones künftig nicht mehr im Jahresrhythmus im Herbst vorstellen, sondern zu unterschiedlichen Zeiten über das Jahr verteilt. Das will der Bloomberg-Reporter Mark Gurman von Insidern erfahren haben. In seinem Newsletter vom Sonntag [1] schreibt er, Apple wolle vermeiden, "so viele Produkte in die gleiche Zeitperiode zu stopfen". Damit könnten auch die Umsatzerlöse besser über das Jahr verteilt werden. Entsprechende Gerüchte hatte es schon früher gegeben [2]. Apple hatte einst das jeweils neue iPhone – damals war es stets nur eine Modellvariante – im Sommer gezeigt. Mit dem iPhone 5 wanderte der Termin dann in den September. Nun soll es einen neuen Halbjahrestakt geben, schreibt Gurman.

Fünf bis sechs iPhones pro Jahr

Dabei ist geplant, die High-End-Modelle wie gehabt im Herbst, weitere Varianten dann ungefähr sechs Monate später, also im Februar oder März, vorzustellen. Im kommenden Zyklus wären das dann im September 2026 das iPhone 18 Pro, iPhone 18 Pro Max und das erste iPhone-Foldable [3], im Frühjahr 2027 dann das Standard-iPhone 18, iPhone 18e (neues Einsteigermodell) plus möglicherweise ein iPhone Air 2 [4]. Gurman erwartet, dass der Rhythmus "für die kommenden Jahre" erhalten bleibt und Apple pro Jahr "zwischen fünf und sechs neuen Modellen" veröffentlicht.

Zum iPhone Air 2 hat Gurman vernommen, dass es grundsätzlich nicht für Herbst 2026 geplant gewesen sei – Apple also mit einer möglichen Verschiebung ins Frühjahr 2027 nicht auf die unterdurchschnittlichen Verkäufe [5] reagiert. Stattdessen sei der Termin zumindest in den vergangenen Monaten bereits ins Frühjahr 2027 gewandert. Der Name wurde demnach auch deshalb gewählt (also "iPhone Air" statt "iPhone 17 Air"), damit es nicht im gleichen Zyklus wie die Jahresmodelle erscheinen muss.

Neues zum neuen Air

Das zweite Air wird laut Gurman einen neuen, schnelleren und vor allem effizienteren 2-Nanometer-Chip enthalten, der bei der Verlängerung der Akkulaufzeit hilft. Ob tatsächlich eine zweite Kamera in die Kameraplattform eingebaut wird, sei aber unklar. Das Air sei insgesamt eine "Technologieübung" gewesen, die Apple in Vorbereitung auf das iPhone-Foldable durchgeführt hatte – etwa bei der Materialauswahl und der Miniaturisierung der Komponenten.

Bei der Software scheint Apple unterdessen ebenfalls zu einem Halbjahreszyklus zu neigen: Im Frühjahr ist unter anderem mit der dann endlich smarteren Siri [6] zu rechnen, nachdem iOS 26 selbst im September erschienen war.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11081439

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2025-11-16/apple-s-iphone-road-map-iphone-air-2-iphone-18-mac-pro-future-tesla-carplay-mi1q4l2o
[2] https://www.heise.de/news/iPhone-Spekulationen-fuer-2026-und-2027-Dann-sind-17e-und-18-geplant-10572900.html
[3] https://www.heise.de/news/Bericht-Apples-Foldable-wie-zwei-iPhone-Airs-nebeneinander-10664848.html
[4] https://www.heise.de/news/iPhone-Air-2-Schlechte-Verkaeufe-sorgen-angeblich-fuer-Verschiebung-11073002.html
[5] https://www.heise.de/news/iPhone-Air-Noch-mehr-Berichte-ueber-Produktionsreduzierung-10841282.html
[6] https://www.heise.de/news/Fuer-eine-Milliarde-US-Dollar-im-Jahr-Siri-kriegt-wohl-ein-Google-Gemini-Herz-11067255.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 13:58

Zweiter Mann hinter Tim Cook: Ex-COO Jeff Williams verabschiedet

Von Heise
Jeff Williams

Apples Ex-COO Jeff Williams vor einigen Jahren bei einem Interview.

(Bild: dpa, Asa Mathat/Re/code)

Nach einer Übergangsphase war nun Verabschiedung: Die rechte Hand des Apple-CEO verlässt den iPhone-Hersteller.

Bei Apple geht eine Ära zu Ende: Zum Wochenende hat Jeff Williams, langjähriger Chief Operating Officer (COO) unter Konzernchef Tim Cook, das Unternehmen verlassen. Williams' Porträt verschwand gleichzeitig von Apples offizieller Management-Website [1]. Laut einem Bloomberg-Bericht gab es zudem vor kurzem in Cupertino eine offizielle Abschiedsparty [2], bei der viel Apple-Prominenz anwesend war.

Seit Sommer wurden Verantwortlichkeiten verschoben

Dass Williams gehen würde, war schon seit Juli bekannt [3]. Seither gab der COO Schritt für Schritt Aufgaben ab, die er neben seinem regulären Managementposten hatte. Die wohl wichtigste, der COO-Posten, ging an den langjährigen Apple-Mitarbeiter Sabih Khan. Khan ist selbst schon 30 Jahre bei Apple und nicht viel jünger als Williams, macht aber dennoch weiter. Die Verantwortung für den Bereich Apple Watch wird geteilt: watchOS landet bei Softwarechef Craig Federighi, die Hardware der Uhr bei Hardware-Chef John Ternus. Eddy Cue, Dienstechef, übernimmt die Bereiche Health und Fitness+, die Williams ebenfalls mitverantwortet hatte.

Unklar war zuletzt noch der Bereich Design. Doch Molly Anderson (Industriedesign) und Alan Dye (Software und Oberflächen) berichten weiter an Konzernchef Tim Cook direkt [4]. Das erinnert an einstige Verhältnisse, als Jony Ive direkt an Steve Jobs berichtete, Jobs galt allerdings in Sachen Design als sehr "hands on". Für Apple ist Williams' Abgang der größte Umbruch seit 2019, als Jony Ive das Unternehmen verlassen [5] hatte.

Gerüchte über CEO-Nachfolge

Williams war als Operations-Fachmann für Tim Cook, der selbst Spitzenmann in Fertigung und Logistik war, bevor er zum CEO aufstieg, zentrale Bezugsperson, er galt als rechte Hand des Chefs. Entsprechend bedeutsam ist der Wechsel nun. Zuletzt hatte die Financial Times geschrieben, Apple könnte Cooks eigene Nachfolge beschleunigt behandeln und bereits 2026 einen Wechsel einläuten [6]. Als heißer Kandidat gilt nach wie vor John Ternus, der Hardwarechef.

Damit wäre wieder ein Produktmann an der Spitze des Konzerns, von dem viele eine verstärkte Innovationskraft erhoffen. Cook ist nun 65 Jahre alt. Er könnte, sollten die Gerüchte stimmen, zunächst in den Vorsitz des Board of Directors wechseln und dessen Chairman werden. Das hatte Steve Jobs zuletzt auch gemacht, bevor er 2011 dann verstarb.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080489

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.apple.com/leadership/
[2] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2025-11-16/apple-s-iphone-road-map-iphone-air-2-iphone-18-mac-pro-future-tesla-carplay-mi1q4l2o
[3] https://www.heise.de/news/Apple-COO-Jeff-Williams-Tim-Cooks-rechte-Hand-geht-in-Rente-10479663.html
[4] https://www.heise.de/news/COO-geht-in-Rente-Tim-Cook-uebernimmt-oberste-Apple-Design-Verantwortung-10480246.html
[5] https://www.heise.de/news/Der-Abgang-des-Design-Gotts-Warum-Jony-Ive-Apple-wirklich-verliess-7073914.html
[6] https://www.heise.de/news/Apple-CEO-Tim-Cook-koennte-kommendes-Jahr-aufhoeren-11080261.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 11:25

Kosmologie:Es gibt zu viel Bling

Von Uwe Kerkow

Uwe Kerkow

kleine goldene Krümel in einer schwarzen Goldwäscherpfanne

Goldnuggets. Foto: Alexander Stock, shutterstock

Herkömmliche physikalische Modelle können die im All vorhandene Menge an Gold nicht erklären. Warum ist das so?

Den Anlegern ist es wahrscheinlich egal: Aber niemand kann erklären, woher all das Gold kommt, das man bei Untersuchungen des Weltalls findet. Denn Gold kann man nicht durch chemische Reaktionen [1] wie Verbrennen herstellen, wie Alchemisten [2] es jahrhundertelang versucht haben.

Um das funkelnde Metall im wahrsten Sinne des Wortes zu erschaffen, muss man 79 Protonen und 118 Neutronen zu einem einzigen Atomkern zusammenbinden [3]. Das geht nur mittels Kernfusion, dem gleichen Vorgang, bei dem auch unsere Sonne Wasserstoff-Atome zu Helium verschmilzt.

Livescience berichtet [4] nun jedoch, dass „normale“ Supernovae die Menge des im Universum vorhandenen Golds nicht erklären können, weil die Sterne nicht über genügend Masse verfügen, um vor ihrem Tod das Edelmetall mittels Kernfusion zu erzeugen.

„Normale“ Supernovae reichen nicht

Und wenn besonders große Sterne — was selten ist — bei der Explosion am Ende ihres Lebens zu Schwarzen Löchern [5] mutieren, wird ein Großteil der Sternenmasse in das Schwarze Loch hineingesogen und damit leider auch das in ihnen vorhandene Gold.

Astronomen haben indessen erneut nachgerechnet und gezeigt, dass ihre Lieblingstheorie zum Ursprung des Bling — Kollisionen zwischen Neutronensternen — die im Weltall vorhandenen Mengen an Gold ebenfalls nicht erklären kann.

Kollisionen von Neutronensternen erzeugen Gold, indem sie für kurze Zeit Protonen und Neutronen zu Atomkernen zusammenpressen und diese neu gebundenen schweren Atomkerne dann ins All schleudern.

Karambolagen und umgestülpte Sterne

Woher kommt das edle Metall also dann? Außer Stern-Karambolagen gibt es noch eine weitere Möglichkeit zu seiner Entstehung: Supernovae, die so heftig sind, dass sie einen Stern von innen nach außen umstülpen [6]. Doch leider können auch diese extreme Phänomene nicht erklären, warum zumindest das lokale Universum vor Gold nur so funkelt.

Denn diese Art von Sternexplosion, eine sogenannte magneto-rotationale Supernova, ist nicht nur außergewöhnlich. Wichtiger noch ist, dass sie sich extrem schnell dreht. Deshalb wird der sterbende Stern von derart starken Magnetfeldern gepeinigt, dass er sich beim Explodieren von innen nach außen umstülpt.

Währenddessen schießt der sterbende Stern weiß glühende Materiestrahlen ins All. Und weil der Stern von innen nach außen gekehrt wurde, sind diese Jets voller Gold-Atome. Denn diese sind tief im Inneren des Sterns entstanden und haben sich aufgrund ihres Gewichts bis zum Moment der Umstülpung des Sterns auch bevorzugt dort aufgehalten.

Kernfusion zu Gold ist selten

Doch Sterne, die überhaupt Gold fusionieren, sind selten. Sterne, die Gold fusionieren und es dann wie beschrieben ins All schleudern, sind noch seltener. Deshalb können auch Neutronensterne gemeinsam mit magneto-rotationalen Supernovae die Gold-Bonanza auf der Erde nicht erklären.

Zwar setzen Kollisionen von Neutronensternen Goldschauer frei. Aber es ist schwierig, genau abzuschätzen, wie oft die winzigen, aber superschweren Neutronensterne — die selbst die ultradichten Überreste uralter Supernovae sind — überhaupt zusammenkrachen.

Erst eine einzige Kollision von Neutronensternen aufgezeichnet

Häufig ist es aber ganz sicher nicht: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben es erst ein einziges Mal beobachtet, und zwar indem sie die Schwerkraftwellen [7]des Schockereignisses nachgewiesen haben [8]. Selbst grobe Schätzungen zeigen, dass sie nicht für all das Gold verantwortlich gemacht werden können, das im Sonnensystem [9] gefunden wird.

Wie der New Scientist berichtet [10], haben Forscher darüber hinaus aber eine erstaunlich große Menge schwerer Elemente, die – wie Gold – sämtlich schwerer als Eisen sind, in uralten Sternen entdeckt. Doch in der Frühzeit des Universums [11] waren noch kaum Sterne explodiert. Also sollte es damals eigentlich auch keine schweren Elemente gegeben haben.

Damals sah das Universum allerdings völlig anders aus als heute. Sterne waren damals um ein Vielfaches größer und drehten sich folglich viel schneller, als sie es derzeit tun. Und wenn sie ihr Leben beendeten, explodierten sie nicht unbedingt in einer typischen Supernova.

Auftritt der Kollapsare

Einige könnten unter ihrer kolossalen Schwerkraft auch einfach kollabiert sein und unglaublich starke Strahlungsausbrüche und Schockwellen abgestoßen haben. Diese als Kollapsare [12] bezeichneten Sternenereignisse wurden erstmals 1993 vorgeschlagen.

Innerhalb solcher extremen Schock- und Schwerkraftwellen könnten schwerere Elemente als Eisen entstanden sein, da sie Wellen die Materie noch heftiger zusammenquetschen, als es der Stern während seiner Lebensdauer in seinem Kern konnte.

Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass ein Großteil des heute gefundenen Golds fast so alt ist wie das Universum selbst.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11081476

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.livescience.com/45986-what-is-chemistry.html
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Alchemie
[3] https://www.telepolis.de/features/Aus-Blei-Gold-machen-Der-Menschheitstraum-ist-wahr-geworden-und-bleibt-doch-Illusion-10378687.html
[4] https://www.livescience.com/where-did-gold-come-from.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/Baby-Universen-aus-Schwarzen-Loechern-3429139.html
[6] https://www.riken.jp/en/news_pubs/research_news/rr/8136/
[7] https://www.heise.de/tp/article/Dem-Urknall-ein-grosses-Stueck-naeher-3379559.html
[8] https://de.wikipedia.org/wiki/LIGO
[9] https://www.livescience.com/tag/solar-system
[10] https://www.newscientist.com/article/mg25133440-800-how-is-gold-made-the-mysterious-cosmic-origins-of-heavy-elements/
[11] https://www.heise.de/tp/article/Alchemie-im-fruehen-Universum-4017464.html
[12] https://www.spektrum.de/lexikon/astronomie/kollapsar/226

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 16:00

Chinesische Open-Source-Modelle setzen neue Standards in der KI

Von Matthias Lindner

Matthias Lindner

Grafik zur KI mit menschlicher Hand auf der einen Seite, Roboterhand auf der anderen.

(Bild: Summit Art Creations / Shutterstock.com)

Chinesische Entwickler dominieren mit Modellen wie DeepSeek und Qwen die KI-Landschaft. Westliche Firmen setzen bereits auf die Technik.

Chinesische Entwickler haben in den vergangenen Monaten mehr öffentliche Sprachmodelle veröffentlicht als alle anderen Akteure zusammen. Namen wie DeepSeek [1], Qwen, Kimi und MiniMax tauchen mittlerweile regelmäßig in den Download-Charts und Benchmark-Ranglisten auf.

Diese Modelle sind nicht nur kostenlos verfügbar, sondern konkurrieren auch qualitativ mit den besten proprietären Systemen westlicher Anbieter, heißt es in einem Artikel [2] auf GenInnov, einer Branchen- und Investmentplattform für DeepTech.

Westliche Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt. Airbnb nutzt laut Medienberichten Alibabas Qwen für seine Kundendienst-Bots, Cursor setzt chinesische Modelle für Code-Generierungsagenten ein, und Cognition hat sein System SWE-1.5 auf einem chinesischen Basismodell aufgebaut.

Die Gründe für diese Entscheidungen sind laut GenInnov pragmatisch: Die Modelle sind schnell, leistungsstark und deutlich günstiger als westliche Alternativen.

Effizienz durch innovative Architektur

Die technologische Grundlage für diese Entwicklung ist die konsequente Weiterentwicklung der sogenannten Mixture-of-Experts-Architektur, kurz MoE. Statt ein einzelnes großes Modell für jede Anfrage zu nutzen, aktiviert MoE nur jene Teilmodelle (sogenannte "Experten"), die für eine bestimmte Aufgabe benötigt werden. Der Rest bleibt inaktiv, was Kosten senkt, ohne die Gesamtleistung zu verringern.

Chinesische Labore haben MoE auf unterschiedliche Weise optimiert. DeepSeek gruppiert seine Experten hierarchisch und leitet Teilergebnisse an übergeordnete Ebenen weiter. Qwen nutzt Sparse Gating, damit mehrere kleine Experten Rechenressourcen gemeinsam nutzen können. Kimi kombiniert modulares Routing mit Long-Context Attention und ruft für jede Stufe einer Argumentationskette verschiedene Experten hinzu.

Diese Designentscheidungen führen laut Bericht zu messbaren Vorteilen: schnellere Modelle, geringere Kosten und längere Kontextfenster.

Hinzu kommt die Low-Rank Adaptation, kurz LoRA. Diese Technik ermöglicht es, Modelle in wenigen Stunden auf einem Laptop zu trainieren, statt Wochen auf teuren Servern zu verbringen.

Die Updates können zudem gestapelt werden [3], sodass sich Verbesserungen über die Zeit akkumulieren, ohne dass ein komplettes Neutraining nötig ist.

Neue Geschäftsmodelle durch niedrige Kosten

Die Trainingskosten für chinesische Modelle liegen deutlich unter denen westlicher Anbieter. Für das Kimi-Modell werden weniger als sechs Millionen Dollar angegeben. Diese niedrigen Kosten ermöglichen API-Preise, die zehn- bis fünfzigmal günstiger sind als bei westlichen Äquivalenten.

Das Geschäftsmodell lautet: kostenlose Erkenntnis, bezahlte Bequemlichkeit. Das Modell selbst ist frei verfügbar, aber für den bequemen API-Zugriff oder das Hosting wird bezahlt.

Da die Modelle zur Commodity werden, verlagert sich der Wettbewerbsvorteil. Es geht nicht mehr darum, wer das größte Modell hat, sondern wer die besten Produkte und Anwendungen darauf aufbaut.

Ein durchgesickertes Google-Memo aus dem Jahr 2023 [4] hatte diese Entwicklung bereits vorhergesagt. Darin hieß es, dass Open-Source-KI proprietäre Modelle überholen werde.

Praktische Überlegungen für den Einsatz

Für Unternehmen [5], die über den Einsatz chinesischer Open-Source-Modelle nachdenken, stellen sich mehrere Fragen. Sicherheitsbedenken bezüglich der Datenübermittlung nach China sind vorhanden, können aber durch Self-Hosting oder die Nutzung alternativer Hoster [6] wie Perplexity oder LM Studio umgangen werden, da die Modelle Open Source sind.

Es gibt Vorwürfe, dass chinesische Modelle durch sogenannte Distillation trainiert wurden, also durch das Abschöpfen von Wissen aus proprietären Modellen wie denen von OpenAI. Beweise dafür stehen jedoch aus. Die konkreten rechtlichen Risiken für Unternehmen, die solche Modelle einsetzen, sind bislang nicht geklärt.

Trotz dieser offenen Fragen setzen immer mehr Unternehmen auf chinesische Modelle. Die Effizienzvorteile scheinen die Bedenken zu überwiegen. Das Tempo der Innovation ist hoch, und die Qualität der Modelle nähert sich weiter an die besten westlichen Systeme an. Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt und welche Rolle Open Source in der Zukunft der künstlichen Intelligenz [7] spielen wird.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11081732

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/DeepSeek-R1-Chinas-Antwort-auf-OpenAI-uebertrifft-alle-Erwartungen-10252384.html
[2] https://www.geninnov.ai/blog/nothing-is-given-of-chinas-open-source-tsunami
[3] https://newsletter.semianalysis.com/p/google-we-have-no-moat-and-neither
[4] https://legaldata.law/durchgesickertes-google-memo-raeumt-niederlage-bei-kuenstlicher-intelligenz-ein/
[5] https://www.heise.de/tp/article/GenAI-verschlingt-40-Milliarden-Dollar-ohne-messbaren-Nutzen-11071758.html
[6] https://www.aipeanuts.com/p/deepseek-open-source-und-der-tag-an-dem-alles-anders-wurde
[7] https://www.heise.de/tp/article/Kuenstliche-Intelligenz-Wo-Investoren-die-besten-Chancen-finden-11069700.html

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 15:00

"Die My Love": Im Körper von Jennifer Lawrence

Von Rüdiger Suchsland

Rüdiger Suchsland

Jennifer Lawrence im Gras

Filmbild: Copyright MUBI / Kimberly French NPB

Lynne Ramsays Psychodrama: Ein wilder Blick in den Wahnsinn unserer Zeit – und in die Illusion, das Land biete Zuflucht.

"Töte mich, Liebes!" oder im Original: "Mátame amor" – so heißt ein erfolgreicher Roman der in Frankreich lebenden, argentinischen Schriftstellerin Ariana Harwicz, aus dem Jahr 2012. In diesem langen, eruptiven, höchst intensiven inneren Monolog, der in einem französischen Landidyll spielt, geht es darum, was passiert, wenn Ehe und Mutterschaft zu einem Gefängnis für eine Frau werden.

An der Oberfläche dieser subjektivistischen, vermeintlich privaten Geschichte bleibt die Gesellschaft komplett ausgeblendet. Doch bei näherer Betrachtung entpuppt sich der Wahnsinn als gesellschaftlicher, entpuppt sich alles als Spiegel des Mittelstands der westlichen Gesellschaft und ihrer inneren Verfassung.

Es ist Zeit, sich von den eigenen Illusionen zu verabschieden; wer an ihnen festhält, ist ein Fall für die Klapsmühle.

Sexuelle Tagträume und Mordgelüste

Die schottische Filmemacherin Lynne Ramsay ("We Need to Talk About Kevin"; "You Were Never Really Here") nimmt diesen intimen Roman nun zum Ausgangspunkt einer filmischen Tour de Force, rund um das traumatische Ich-Verhältnis einer Frau, die sich unter anderen Menschen grundsätzlich heimatlos fühlt und sich von ihnen unter anderem durch ein diffuses Naturverhältnis unterscheidet, sich selbst nur allein im Wald richtig fühlen kann, und deren Fantasien immer wieder in turbulente Gefilde abdriften.

Sexuelle Tagträume, in deren Zentrum der geheimnisvolle schwarze Nachbar steht, und Mordgelüste gegenüber ihrem frischgeborenen Kind, wie dem ständig kläffenden neuen Hund, den ihr Mann eher als Ablenkung und Spielgefährten gedacht hatte.

Die destruktiven Kräfte in jedem von uns

Es geht um die destruktiven Kräfte in jedem von uns, um den tief-sitzenden Wunsch nach Selbstzerstörung und nach dem radikalen Bruch mit den Überresten eines ehelichen Lebens, das in den ersten Filmminuten als große romantische Lovestory begonnen hat.

Ein Paar, Grace und Jackson, zieht zurück aus der Stadt in die Provinz von Montanas Wäldern; ein schönes Grundstück inmitten der Natur und ein großes altes ererbtes Haus werden zum neuen Heim. Grace, deren Name "Anmut" bedeutet oder "göttliche Gnade", wird schwanger. Pures Glück.

Filmbild: Jennifer Lawrence und Partner beim Tanzen

Filmbild: Copyright MUBI / Kimberly French NPB

Jennifer Lawrence ist das absolute Zentrum des Films

Der Film beginnt mit Lawrence – bekannt aus so unterschiedlichen Werken wie dem Autorenfilm "Winter's Bone", der Jugendkultserie "Tribute von Panem" und "X-Men" – im Trancezustand.

Er beschleunigt aber sofort, und danach tritt Jennifer Lawrence nicht mehr vom Gaspedal. Sie nutzt entschieden extreme Effekte und gibt ihrer Figur, einer Frau jenseits des psychischen Zusammenbruchs (und damit sich selbst als Darstellerin) freien Lauf für alle nur denkbaren selbstzerstörerischen Ausbrüche.

Ihre Darstellung ist wild, schmutzig, schmerzhaft und kompromisslos. Eine durch und durch rohe Performance: Keine romantisierte Darstellung von Leid, keine melancholischen Blicke ins Leere. Sie spielt eine Frau, der das Leben durch die Finger rinnt, die aber nicht in der Lage ist, es zu halten. Es ist eine Rolle, die kein Schauspiel verlangt, sondern eine Offenlegung.

Lawrence scheut sich nicht, alles abzulegen, was Hollywood über Jahre hinweg sorgfältig als Marke auf sie geklebt hat.

Die Kamera folgt ihr, bedrängt sie; es gibt keine Einstellung, die nicht von ihrer Präsenz geprägt wäre. Sie ist das absolute Zentrum des Films – und sie weiß es und nutzt es.

Chaos im Kopf und Hölle in der Welt

In Lynn Ramseys eklektischer Inszenierung wird Sex zum Mittel der gewalttätigen Auseinandersetzung, die Natur zum brennenden Wald, die Ehe zur Hölle und das Zeitgefühl zu einer Schleife, die Vergangenheit und Gegenwart in dem gleichen Chaos vermischt, das angeblich im Kopf der Frau herrscht – einer Frau, der vor allem Lawrence durch ihr faszinierendes, körperliches Spiel Glaubwürdigkeit verleiht.

Die Schottin Lynne Ramsey wurde im internationalen Indie-Kino des beginnenden 21. Jahrhunderts durch ihre unbestechliche Eigenwilligkeit bekannt: Immer wieder weigerte sie sich, den idiotischen Anforderungen der heutigen Filmindustrie und Mainstreamausrichtungen nachzugeben, um sich einem konservativen, ungebildeten und an jeder Herausforderung uninteressierten, auf nichts neugierigem Massenpublikum anzubiedern.

Die natürliche Folge war eine sehr geringe Produktivität: Mehrfach wurde Ramsey aus Projekten entlassen oder stieg selber aus. Bekannt sind "The Lovely Bones" (2009) und "Jane Got a Gun" (2015), die nach ihrem Raufwurf/Abgang schließlich von Peter Jackson bzw. Gavin O’Connor inszeniert wurden.

Aber solch eine Vorgeschichte garantiert noch keine Qualität.

Ramseys neuer Film spricht über Mutterschaft, über mentale Gesundheit, über Paarbeziehungen und über Isolation. Aber er tut es weder analytisch noch diskursiv, sondern instinktiv, körperlich, viszeral.

Alles wird von Ramsey in diesem Film bis zum Äußersten getrieben, einschließlich einer Filmmusik, die fast durchweg mit den üblichen illustrativen Codes bricht, um der Mutter die Hauptrolle streitig zu machen. Formell ist der Film mehr auf Effekt als auf Tiefe ausgelegt, mehr schrill als berührend, mehr willkürlich als konsequent.

Ramsey will vom Wunsch nach Selbstzerstörung und dem radikalen Bruch mit den vergifteten Überresten einer Ehe und des Lebens an der Seite ihres Mannes Jackson (Robert Pattinson in einem sehr guten Auftritt) zu erzählen.

Beunruhigende Selbstzermarterung

Grace versteht sich mit ihrem Gatten Jackson immer schlechter und dafür immer besser mit Jacksons senilem Vater Harry (gespielt von Nick Nolte) als mit dessen schlafwandelnder Mutter Pam, gespielt von Sissy Spacek. Spacek holt das Maximum aus ihrer Rolle heraus: Sie vermittelt mit einem einzigen Blick Zärtlichkeit, Unruhe und die Ahnung, mehr zu wissen, als sie sagt.

Nach der Geburt ihres Kindes taucht Grace zunehmend ab in eine beunruhigende Selbstzermarterung, etwas, das ein Arzt "Wochenbettpsychose" nennen würde, doch der Film visualisiert es eher wie den langsamen Ausbruch eines Vulkans, der sich selbst und alles um sich herum zerstört.

Ihr Gewissen, ihre Identität, ihr Begehren, ihre Freude – alles zerfällt, und ebenso zersplittert ist auch die Erzählweise, wie wenn man sich am Morgen nur an Bruchstücke eines Traums erinnert, der nun keinen Sinn mehr ergibt.

Für all das macht Grace zunächst ihren Partner verantwortlich: Jackson ist oft beruflich abwesend, beteiligt sich kaum an der Kinderbetreuung und bringt obendrein noch einen kläffenden Hund ins Haus.

Grace, eine Schriftstellerin, wird dagegen auch beruflich zunehmend frustriert und deshalb verrückt. Oder umgekehrt. Erst sind es nur kleine Veränderungen, die sie durchläuft, zarte Realitätsverschiebungen, dann wird es krass: Grace säuft, vernachlässigt ihr Kind, verschwindet stundenlang, krabbelt wie ein Tier durch den Wald, verführt den Nachbarn, zerdeppert das Badezimmer, kratzt mit bloßen Händen die Wand kaputt (und ihre Hände).

Es gibt keine Moral und keine Diagnose. Nur eine radikale Erfahrung

Von Anfang an wird hier die Natur zu einem eigenen Akteur: Das Grün der Wiesen und des prachtvollen Waldes ist ein Rückzugsraum für Grace. Das Sounddesign ist eine Sinfonie des Unbehagens: Schritte, Summen, Bellen, Weinen, knisternde Schallplatten… keine Sekunde Stille. Die Musik begleitet nicht – sie drängt, kratzt, bedrängt.

Die Erfahrung ist vollständig sensorisch. Grace reagiert; sie reflektiert nicht – sie läuft über. Ihr Körper handelt schneller als ihr Verstand, wie ein Tier, das Gefahr wittert, sie aber nicht benennen kann. Sie kriecht auf allen Vieren, knurrt, wälzt sich.

Filbild: Jennifer Lawrence im Profil

Fimbild: Copyright MUBI / Kimberly French NPB

Der Film versucht nicht, sie zu erklären oder zu verstehen: Er steckt uns einfach in ihren Körper. Es ist weniger ein Porträt einer Mutter mit Problemen als vielmehr die Erfahrung – mal wunderschön, mal unerträglich –, in diesem Zustand gefangen zu sein. Es gibt keine Moral und keine Diagnose. Nur eine radikale Erfahrung, die sagt, ohne es auszusprechen: Auch das ist Mutterschaft.

So handelt dieser Film nicht nur von einer bipolaren Hauptfigur, sondern er erzählt uns auch viel über das Animalische im Menschen. Und über die Wahrheit der US-amerikanischen Musterehen und ihrer "Desperate Housewifes".

Trotzdem weiß diese Odyssee letztlich nicht, was sie sein will. Sie taumelt verloren zwischen Tragödie, halluzinogenem Horror, pechschwarzer Familien-Komödie und einem Melodram über Weiblichkeit, romantische Beziehungen, Mutterschaft und mentale Krisen.

All das stützt sich auf zwei Figuren, die trotz des großartigen Spiels von Pattinson und Lawrence weder besonders interessant noch sympathisch sind. Das ungleiche Duo tut sein Möglichstes, um die innere Zerrissenheit und ein einfallsloses, sich im Kreis drehendes Drehbuch zu tragen.

Aber der Film zieht sich in die Länge, und der Film gerät mehr als einmal ins Schleudern. Ramsays nicht selten effekthascherische Herangehensweise setzt auf dauernde Irreführungen des Zuschauers, auf Schocks, Verschiebungen vom Realen ins Traumhafte und unsichere Zeitsprünge. Das Endergebnis ist ein Film, dessen größter Anreiz in einem angekündigten Chaos liegt, das die Bilder mehr als deutlich werden lässt.

Es ist ein psychologisches Drama, aber eines, das sich über das Wort "psychologisch" lustig macht und dem Publikum stattdessen die Finger in die Augen drückt, dabei ununterbrochen einen Hund bellen oder ein Kind weinen lässt und überhaupt versucht, es genauso unglücklich und innerlich zerstört zu hinterlassen wie die Hauptfigur.

Dies ist kein Film, der die Zuschauer "an die Hand nimmt"

Der Film wirkt übertrieben, aufgeladen, theatralisch, zersplittert, bisweilen absurd traumhaft. Aber genau in dieser überdrehten Intensität liegen seine Stärke und seine Schwäche. Und genau das erwartet man von Lynne Ramsay: Dass sie, wenn sie einen Film dreht, dies aus der Haltung "lieber zu viel als zu wenig" tut – und die Angst zu Scheitern zu Hause lässt.

Wäre sie auch nur einen Hauch weniger überzeugend, weniger mutig oder weniger bereit, Wahnsinn ohne jede Stilisierung zu zeigen, würde das ganze Werk auseinanderfallen.

Dies ist also kein Film, der die Zuschauer "an die Hand nimmt". Er verdreht ihnen eher das Handgelenk und lacht ihnen ins Gesicht, während er prüft, ob sie durchhalten.

Ramsay hat sich entschieden, Schmerz so zu zeigen, dass sie ihn dem Betrachter in den Hals rammt, statt ihn zu erklären. Manchmal ist das faszinierend, manchmal ermüdend. Manche Szenen besitzen eine brutale Schönheit, doch vor vielen anderen möchte man weglaufen.

Man könnte sagen, Lynne Ramsay muss sich nicht schämen – denn das erratische Fundament ihres Films sinkt nie auf das heutige Mainstream-Niveau, und ihr Versuch, mit einer relativ sinnlichen und experimentellen Herangehensweise die Karten im Verlauf dieses Films immer wieder neu zu mischen, ist im Zeitalter durchnormierter berechenbarer "Reißbrett-Filme" grundsätzlich willkommen, auch wenn der Ausgang der Geschichte für erfahrene Kinogänger relativ vorhersehbar ist.

Glaubt nicht an Eure Illusionen, sondern funktioniert!

Doch die Unschärfen dieses Werks behalten unausgegorene Aspekte: Der Film idealisiert die Verantwortungslosigkeit der Mutter als Freiheitswillen, und bagatellisiert zugleich die kindische Selbstbezogenheit oder eben seelische Krankheit der Hauptfigur Grace.

Und die Gegenwartsgesellschaft bleibt einfach komplett ausgeblendet. Man müsste aber fragen, wovon Roman und Film in sozialer und soziokultureller Hinsicht eigentlich erzählen? Man müsste sich fragen, warum jetzt, gute zehn Jahre, nachdem der Roman erschienen ist, dieser verfilmt wird? Ist dies wirklich nur die Geschichte zweier freischwebender Individuen, oder handelt das Drama von Grace und Jackson nicht auch vom Verhältnis von Anmut und Realismus in den Gesellschaften des Westens?

Vielleicht ist die Lage des Mittelstands und immer weiterer Kreise der westlichen Gesellschaften die, dass sie den zunehmenden Fremdbestimmungen und den damit einhergehenden selbstgestellten Herausforderungen nicht mehr gerecht werden können – die Stadtflucht, die sich im Roman in Frankreich ereignet, im Film in den USA, geschieht ganz real zurzeit genauso in Berlin und vielen anderen europäischen Großstädten.

Filmbild: Jennifer Lawrence in Großaufnahme

Filmbild: Copyright MUBI / Kimberly French NPB

Der Mittelstand – hier ein Paar aus einem Angestellten und einer Künstlerin – können sich das Leben in der Stadt schlicht und einfach nicht mehr leisten. Die Frage, warum Grace und Jackson überhaupt nach Montana herausziehen, bleibt im Film nicht nur unbeantwortet, sie wird nicht einmal gestellt.

Aber auch im Nichtstellen von Fragen und in den Lehrstellen eines Films ist die schottische Regisseurin Ramsey vielleicht doch nur eine Hofnärrin des Kapitals, eine Agentin der herrschenden Verhältnisse, in denen ihr Film den angehenden Angestellten und angehenden Künstlern mehr als deutlich sagt: Glaubt nicht, dass euch der Weg aufs Land die Illusionen bewahren hilft!

Glaubt nicht, dass ihr alle in einem großen Haus mit Garten werdet leben können, naturnah euer Kind großziehen, euch Liebhaber leisten und Illusionen!! Funktioniert stattdessen!!!

Die Hölle, das seid ihr selbst

Die Hölle, das sind längst nicht mehr nur "die anderen" (Jean Paul Sartre), das seid ihr selbst.

Immerhin: "Die My Love" vermeidet jederzeit die Verniedlichung von Wahnsinn und modische Achtsamkeits-Rhetorik und fesselt als überlegtes Gedankenspiel zur Selbstzerstörung und zur rohen, aggressiven Manie, die die Gesellschaften des 21. Jahrhunderts durchziehen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11081578

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 13:54

Die Produktwerker: 300. Jubiläumsfolge – So hat sich Product Ownership verändert

Von Heise
Produktwerker auf einem Bild (3 Männer), dazu Text

(Bild: Die Produktwerker)

Die 300. Folge diskutiert die veränderten Rollen von Product Ownern, Product Managern und UX-Designern seit 2019 – und warum das erst der Anfang ist.

Die Produktwerker feiern 300 Folgen ihres Podcasts. Daher blicken Dominique Winter, Oliver Winter und Tim Klein gemeinsam zurück auf die letzten sechs Jahre und auf eine Community, die sich spürbar verändert hat.

Product Ownership im Wandel

In dieser Jubiläumsfolge geht es um zentrale Fragen wie:

  • Wie hat sich das Verständnis von Product Ownership in der Praxis gewandelt?
  • Warum rückt Produktverantwortung immer stärker in den Mittelpunkt?
  • Welche Rolle spielen Strategie, Metriken und Discovery im Alltag von POs?
  • Und wie verändert sich das Zusammenspiel von PO, PM und UX?

Ein Thema, das sich durch das gesamte Gespräch zieht: Viele Product Owner sind langsam, aber stetig aus der reinen Delivery-Rolle herausgewachsen. Sie übernehmen Verantwortung für Produktideen, messen Wirkung und diskutieren strategische Fragen mit. Gleichzeitig gibt es immer noch viele Organisationen, die gerade erst anfangen, die Product-Owner-Rolle bewusst zu gestalten, allerdings oft noch ohne Klarheit über echte Entscheidungsverantwortung.

Neue Lernwege für Product Owner

Auch der Blick auf Remote-Arbeit, veränderte Lernwege und das Entstehen einer aktiven Community thematisieren die Podcaster, denn viele neue Product Owner haben ihre gesamte Lernreise bislang lediglich digital erlebt. Auch dieser Umstand hat verändert, wie über Discovery, Nutzerfokus und Unsicherheit gesprochen wird.

Dominique Winter, Oliver Winter und Tim Klein teilen in dieser besonderen Episode persönliche Beobachtungen, Erfahrungen und offene Zukunftsfragen. Das alles ganz im Stil der bisherigen 299 Folgen, die immer eins wollten: mehr Wirkung, mehr Verantwortung und mehr Austausch für alle, die Produkte entwickeln.

Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der Produktwerker bereit: "Wie hat sich die PO/PM/UX-Landschaft in den letzten 6 Jahren verändert? [4]"


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080801

Links in diesem Artikel:
[1] https://product-owner-day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[2] https://product-owner-day.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://produktwerker.de/wie-hat-sich-die-po-pm-ux-landschaft-in-den-letzten-6-jahren-veraendert/
[5] mailto:mai@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 11:51

Störungsmeldung vom 16.11.2025 19:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
16.11.2025 19:00
Region
Berlin (030)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 16. November 2025 um 19:00

Ubuntu: Linux-Distribution liefert 15 Jahre Support

Von Heise
Ubuntu 24.10 Desktop auf Noteboook auf Tisch

(Bild: heise online / dmk)

Ab Ubuntu 14.04 LTS (Trusty Tahr) können Interessierte nun 15 Jahre Support erhalten. Bis April 2029 lässt sich die Version sicher nutzen.

Ubuntu hat angekündigt, Ubuntu-LTS-Versionen bis zu 15 Jahren zu unterstützen. Dazu verlängert Canonical die Legacy-Support-Erweiterung von Ubuntu Pro um weitere drei Jahre.

Die Support-Verlängerung hat Canonical auf seinem Blog [1] angekündigt. AB Version Ubuntu 14.04 mit dem Codenamen Trusty Tahr gibt es nun das verlängerte Legacy-Add-on auf Ubuntu Pro. Damit sichert Canonical zu, weiterhin Sicherheits-Updates und Compliance-Tools für die alten Betriebssystemversionen zu liefern. Damit will das Unternehmen "hochregulierte oder hardwareabhängige Geschäftsbereiche" unterstützen, in denen Upgrades eine Unterbrechung der Sicherheitsüberwachung und von Compliance bedeuten könnten. Für viele Einrichtungen sei es eine komplexe Aufgabe, Produktionssysteme für mehr als eine Dekade zu warten, was aber eine sinnvollere Option als ein vollständiges Upgrade darstelle.

Das sei auch der Auslöser für die Einführung der Legacy-Support-Erweiterung für Ubuntu Pro im März 2024 [2] gewesen – die ebenfalls mit Ubuntu 14.04 ihren Anfang nahm und die Unterstützung auf insgesamt zwölf Jahre ausweitete. Nun sind also standardmäßig für Ubuntu-LTS_Versionen fünf Jahre Support enthalten. Darauf folgen fünf Jahre erweiterte Sicherheitswartung (Expanded Security Maintenance, ESM) und nun auch noch fünf weitere Jahre Lgecy-Erweiterung mit optionalem Support. Aufgrund der positiven Resonanz und wachsendem Interesse an einem längeren Lifecycle will Canonical das Angebot für verlängerte Wartung und Support auf 15 Jahre für Ubuntu-LTS-Releases ausweiten.

Vom Support abgedeckte Komponenten

Innerhalb des 15-Jahres-Zeitraums liefert Ubuntu Pro fortlaufend Sicherheitsupdates über die vollständige Ubuntu-Basis, Kernel und Open-Source-Schlüsselkomponenten. Das Security-Team scanne, bewerte und portiere aktiv kritische, hochriskante und mittlere CVE-Schwachstelleneinträge zurück für alle unterstützten LTS-Releases. Es stelle somit Sicherheit her, ohne Unterbrechungen durch größere Upgrades zu erzwingen, die unter Umständen Inkompatibilitäten mitbringen oder Re-Zertifizierungen erfordern.

Nicht dazu gehört der Break-Fix-Support, also Unterstützung für konkrete Problemstellungen. Der bleibt eine optionale Erweiterung, für die weitere Kosten anfallen. Der Umfang der Legacy-Support-Erweiterung bleibt damit unverändert, erörtert Canonical, lediglich der Zeitraum verlängert sich. Ubuntu 14.04 "Trusty Tahr" kann damit bis April 2029 weiter betrieben werden. Die Preise benennt Canonical nicht explizit, sondern gibt an, dass die Legacy-Erweiterung nach zehn Jahren erhältlich ist und 50 Prozent mehr als Standard-Ubuntu-Pro kosten soll. Auf der Ubuntu-Seite mit der Preisliste [3] taucht das Angebot nicht auf. Interessierte sollen dafür das Canoncial-Sales-Team kontaktieren.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080739

Links in diesem Artikel:
[1] https://canonical.com/blog/canonical-expands-total-coverage-for-ubuntu-lts-releases-to-15-years-with-legacy-add-on
[2] https://www.heise.de/news/Ubuntu-Pro-zwoelf-Jahre-Support-fuer-LTS-Versionen-9666468.html
[3] https://ubuntu.com/pricing/pro
[4] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 11:01

Mehrere Sicherheitslücken bedrohen Cisco Catalyst Center

Von Heise
Ein symbolischer Updateschriftzug.

(Bild: heise online)

Sicherheitsupdates schließen mehrere Schwachstellen in Ciscos Netzwerk-Kontrollzentrum Catalyst Center.

Angreifer können sich durch das erfolgreiche Ausnutzen einer Sicherheitslücke in Ciscos Catalyst Center Administratorrechte verschaffen. Die Entwickler haben nun diese und weitere Lücken geschlossen. Bislang gibt es keine Berichte zu Attacken. Das kann sich aber schnell ändern.

Verschiedene Gefahren

Mit Catalyst Center managen Admins Netzwerke. Weil Attacken an so einer Stelle richtig wehtun, sollte die Software zeitnah auf den aktuellen Stand gebracht werden. Am gefährlichsten gilt eine Schwachstelle (CVE-2025-20341 "hoch") über die sich entfernte Angreifer zum Admin hochstufen können. Das klappt aber nur, wenn sie bereits mindestens als Oberserver authentifiziert sind.

Ist diese Hürde überwunden, können sie Attacken mit präparierten HTTP-Anfragen einleiten. Aufgrund von unzureichenden Überprüfungen werden diese verarbeitet und es kommt zu Fehlern. Im Anschluss können Angreifer neue Accounts anlegen. In einer Warnmeldung führen die Entwickler aus [1], dass davon ausschließlich Catalyst Center ab Version 2.3.7.3-VA betroffen ist. Vorige Ausgaben und 3.1 sind davon nicht bedroht. Die Version 2.3.7.10-VA enthält einen Sicherheitspatch.

Die verbleibenden Softwareschwachstellen (CVE-2025-20341, CVE-2025-20349, CVE-2025-20353, CVE-2025-20355, CVE-2025-20346) sind mit dem Bedrohungsgrad "mittel" eingestuft. Sind Attacken an diesen Stellen erfolgreich, können sich Angreifer unter anderem zum Root-Nutzer hochstufen. Damit das klappt, müssen sie aber bereits an Systemen angemeldet sein.

Weiterführende Informationen finden Admins in den verlinkten Warnmeldungen des Netzwerkausrüsters.

Die Schwachstellenliste nach Bedrohungsgrad absteigend sortiert:


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080607

Links in diesem Artikel:
[1] https://sec.cloudapps.cisco.com/security/center/content/CiscoSecurityAdvisory/cisco-sa-catc-priv-esc-VS8EeCuX
[2] https://sec.cloudapps.cisco.com/security/center/content/CiscoSecurityAdvisory/cisco-sa-catc-priv-esc-VS8EeCuX
[3] https://sec.cloudapps.cisco.com/security/center/content/CiscoSecurityAdvisory/cisco-sa-dnac-ci-ZWLQVSwT
[4] https://sec.cloudapps.cisco.com/security/center/content/CiscoSecurityAdvisory/cisco-sa-dnac-xss-weXtVZ59
[5] https://sec.cloudapps.cisco.com/security/center/content/CiscoSecurityAdvisory/cisco-sa-catc-open-redirect-3W5Bk3Je
[6] https://sec.cloudapps.cisco.com/security/center/content/CiscoSecurityAdvisory/cisco-sa-privesc-catc-rYjReeLU
[7] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[8] mailto:des@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 09:53

Thunderbird 145 bringt native Exchange-Unterstützung mit

Von Heise

Thunderbird schließt in Version 145 Sicherheitslücken und bringt native Unterstützung für die Einrichtung von Exchange-Konten mit.

Mozilla hat das Mailprogramm Thunderbird [1] in Version 145 veröffentlicht. Die neue Fassung kann nativ Exchange-Konten mittels EWS-API einbinden. Die Unterstützung startet jedoch rudimentär.

Die Entwickler kümmern sich laut Release-Notes zu Thunderbird 145 [2] auch um das Schließen von neun als hochriskant eingestuften Schwachstellen im Programmcode, sechs als mittleres Risiko und einen als niedrigen Bedrohungsgrad eingestuften sicherheitsrelevanten Programmierfehlern. Laut der Übersicht zu den geschlossenen Sicherheitslücken [3] können Angreifer einige wahrscheinlich zum Ausführen von eingeschleustem Code missbrauchen, außerdem ermöglicht eine Lücke den Ausbruch aus der Sandbox.

Neuerungen im 145-Entwicklungszweig

Der neue Entwicklungszweig von Thunderbird bringt die Unterstützung von DNS over HTTPS [4] mit. Die größte Neuerung dürfte jedoch die native Unterstützung von Exchange-Konten sein. Diese bindet Thunderbird mittels der Exchange-Web-Services-API (EWS) ein. Dazu haben die Entwickler auch eine manuelle Konfiguration für EWS-Kontenerstellung ergänzt. Bei EWS handelt es sich um eine Schnittstelle für Programmierer, die von dem für einige sicherlich ähnlich anmutenden Outlook Web Access (OWA) abzugrenzen ist – letzteres ist lediglich eine WebGUI zum direkten Verwenden.

Thunderbird ermöglicht das Einbinden von Exchange-Konten

Die Thunderbird-Programmierer haben einen neuen Dialog zum Einrichten von Exchange-Konten hinzugefügt.

(Bild: heise medien)

Die Entwickler beschreiben den aktuellen Status der Exchange-Unterstützung in einem Support-Artikel der Mozilla-Webseite [5]. Demnach ist die initiale Unterstützung auf E-Mail beschränkt. Kalender und Kontakte (Adressbuch) über die EWS-API sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. In der Zukunft liegt auch die Unterstützung für Exchange-Zugriff über die Microsoft-Graph-API – die Entwickler bitten darum, dazu keine Bug-Reports einzureichen.

Der Support-Artikel beschreibt auch die Einrichtung von Exchange-Zugängen in Thunderbird, die nun auf dem "Account-Hub"-Workflow aufsetzt. Im ersten Dialog muss etwa noch kein Passwort eingegeben werden, da ein Dialog von Microsoft dazu folgt, der die OAuth-Implementierung des Anbieters dafür nutzt. In den folgenden Dialogen ist dann "Exchange Web Services" auszuwählen. Der Support-Beitrag listet auch die Einschränkungen auf, die die Unterstützung bislang hat. Diverse Funktionen werden noch nicht unterstützt: Adressbuch, Kalender, Filter, Ordner-Größenbegrenzungen, Ordner-Abonnements, Richtlinien zur Nachrichtenaufbewahrungsdauer, Nachrichten-Download für Offline-Nutzung, Tagging von Nachrichten, NTLM-Authentifizierung, OAuth-Authentifizierung mit On-Premises-Instanzen oder geteilte Posteingänge. Bis auf die ersten beiden Funktionen haben die Entwickler die restlichen Punkte für das erste Quartal 2026 auf der Roadmap.

Weitere Änderungen in Thunderbird umfassen etwa die Entfernung von Skype aus der Instant-Messenger-Sektion des Adressbuchs, da der Dienst "in Rente" ist. Der Begriff "Junk" wurde in diversen Sprachversionen durch das geläufigere "Spam" ersetzt. 32-Bit-Binärdateien für x86-Linux erstellt das Thunderbird-Projekt nun nicht mehr. Die Release-Notes listen noch eine Reihe an kleineren Fehlerkorrekturen auf, die die neue Version für viele Nutzerinnen und Nutzer zum interessanten Update machen dürften.

Vor rund einem Monat hatten die Mozilla-Entwickler die Thunderbird-Versionen ESR 140.4 und 144 veröffentlicht [6]. Sie haben vorrangig Sicherheitslecks gestopft.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080601

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Mozilla-Thunderbird
[2] https://www.thunderbird.net/en-US/thunderbird/145.0/releasenotes/
[3] https://www.mozilla.org/en-US/security/advisories/mfsa2025-90/
[4] https://www.heise.de/select/ct/2018/14/1530492966691096
[5] https://support.mozilla.org/en-US/kb/thunderbird-and-exchange
[6] https://www.heise.de/news/Chrome-Firefox-und-Thunderbird-Updates-beseitigen-potenzielle-Einfallstore-10769022.html
[7] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[8] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 09:14

Tape-Backup: LTO-10 erhöht auf 40 TByte

Von Heise

Bei der Vorstellung der zehnten LTO-Generation gab es lange Gesichter, die Kapazitätserhöhung zum Vorgänger fiel gering aus. Nun legt das Konsortium nach.

HPE, IBM und Quantum, die drei Mitglieder des LTO-Konsortiums, haben neue Bänder angekündigt. 40 TByte sollen sie speichern, mit dem als normal angenommenen Kompressionsfaktor 2,5 sollen 100 TByte auf eine Kassette passen. Diese Steigerung um ein Drittel dürfte die Kritiker besänftigen, die zur Vorstellung der zehnten LTO-Generation [1] Ende Mai einen zu geringen Kapazitätszuwachs bemängelten.

Eine neue Technik ist für die Kapazitätserhöhung nicht notwendig, durch einen dünneren Werkstoff passt einfach ein längeres Band auf den Wickel drauf. Das Band besteht aus Aramid, einem synthetischen Faserwerkstoff, der für seine hohe Festigkeit, Hitzebeständigkeit und geringes Gewicht bekannt ist. Der Begriff steht für „aromatisches Polyamid“ und wird oft unter Markennamen wie Kevlar, Nomex oder Twaron verwendet. Aramide finden vielfältige Anwendungen, von schusssicheren Westen und feuerfester Kleidung bis hin zu Verstärkungen in der Luft- und Raumfahrt und im Automobilbau.

Bestehende LTO-10-Bandlaufwerke können die neuen Bänder mit höherer Kapazität verwenden. Admins müssen sich jedoch noch etwas gedulden, bis sie die neue Kapazität nutzen können: Die ersten Bänder sollen im ersten Quartal 2026 erhältlich sein.

Roadmap angepasst

Mit der Erhöhung der LTO-10-Kapazität hat das LTO-Konsortium auch die Roadmap für kommende LTO-Versionen angepasst. LTO-11 soll unkomprimiert 70 TByte speichern, LTO-12 120. Nach 210 TByte bei LTO-13 und 365 TByte bei LTO-14 endet die Roadmap – wir gehen jedoch davon aus, dass diese Angaben nicht nur „ohne Gewähr“ sind, sondern sich sicher noch ändern werden. So lag die geplante Kapazität eines LTO-12-Bands in der Roadmap von 2018 noch bei 192 TByte, rund ein Drittel über der heutigen Planung. Termine für die kommenden LTO-Generationen hat das Konsortium nicht genannt.

Die Roadmap des LTO-Konsortiums nennt eine Maximalkapazität von 365 TByte für eine Kassette.

(Bild: Bild: LTO)

LTO, Linear-Tape-Open, ist das vorherrschende Backup-Medium für große Datenmengen. Im vergangenen Jahr konnten die Bandhersteller Bänder mit einer Gesamtkapazität von 176,5 Exabyte ausliefern [2]. Bei der Kompressionsrate von 2,5 liegt die echte Kapazität jedoch nur bei 70,6 Exabyte.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11081019

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Magnetspeicher-LTO-10-verliert-Abwaertskompatibilitaet-10420257.html
[2] https://www.heise.de/news/Tape-ist-noch-nicht-tot-2024-wurden-LTO-Medien-fuer-176-Exabyte-ausgeliefert-10500928.html
[3] https://www.heise.de/ct
[4] mailto:ll@ct.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 10:43

Dickes Schwergewicht: Legt Apple beim iPhone 18 Pro Max nochmal einen drauf?

Von Heise
Apples iPhone 17 Pro

Schon das iPhone 17 Pro macht es seinen Besitzern nicht leicht.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Schon das iPhone 17 Pro Max ist ein Brummer. Doch beim Nachfolger will Apple offenbar wegen Kamera, Kühlung und neuen Chips nochmals draufsatteln.

Apple plant beim iPhone 18 Pro Max eine neuerliche Gewichtserhöhung. Das für Herbst 2026 erwartete Topmodell soll "dicker und schwerer" als Apples bisheriges Schwertgewicht iPhone 17 Pro Max [1] werden, schreibt der bekannte Leaker Instant Digital aus Asien, der in der Vergangenheit häufiger richtig lag. Das Gerät wird demnach 240 Gramm wiegen und das Gehäuse "ein klein wenig dicker" sein als bisher. "Nächstes Jahr wird Apple ein praktischeres Fitnessgerät auf den Markt bringen", scherzt Instant Digital auf dem chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo [2].

iPhones werden immer beleibter – Air setzt sich nicht durch

Schon das iPhone 17 Pro Max war mit 231 Gramm (EU-Version, US-Variante 2 Gramm mehr) kein Leichtgewicht, stimmt der Leak, würde Apple nochmals 9 Gramm draufsatteln. Das Plus an sich dürfte nicht weiter auffallen, doch das 6,9-Zoll-Smartphone wird die Hose oder die Jackentasche noch etwas mehr ausbeulen als bereits jetzt. Derzeit ist Apples Top-iPhone 8,75 mm dick (Kameraplattform nicht mitgezählt), das entspricht interessanterweise der Dicke seines kleinen Bruders iPhone 17 Pro mit 6,3 Zoll. Letzteres wiegt aber mit 204 Gramm (US-Modell: ebenfalls 2 Gramm mehr) deutlich weniger.

Apple hatte zuletzt versucht, mit dem iPhone Air [3] das dünnste iPhone aller Zeiten an die Kunden zu bringen. Allerdings scheint sich das Modell, das nur über eine rückwärtige Kamera verfügt und recht teuer ist (1199 Euro aufwärts), nicht durchzusetzen. Apple hat die Produktion angeblich teilweise bereits eingestellt und plant nun eine Verschiebung einer zweiten Variante des Air [4]. Der Konzern hatte lange an dem Modell gearbeitet – es ist trotz seiner Dünnheit erstaunlich stabil [5]. Nutzer scheinen die Nachteile – wie besagte Einzelkamera – aber nicht akzeptieren zu wollen.

Was Apple mit dem Zusatzgewicht vorhat

Es ist unklar, was dazu führt, dass das iPhone 18 Pro Max nochmals schwerer werden könnte. Denkbar wäre, dass Apple den Akku nochmals vergrößert. Aktuell verbaut Apple beim 17 Pro Max eine Kapazität von 4832 mAh. Modelle ohne physische SIM-Karte (nicht in Europa erhältlich) kommen auf 5088 mAh. Zum Vergleich: Einige Android-Smartphones sind bereits bei über 7000 mAh gelandet.

Das iPhone 18 Pro Max soll unter anderem mit neuerem Prozessor und besserer Kameratechnik ausgeliefert werden. Ein iPhone 18 Pro ist laut Gerüchteküche ebenso geplant – genauso wie ein erstes Apple-Foldable [6]. Ein iPhone 18 könnte sich auf Frühjahr 2027 [7] verschieben.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080077

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html
[2] https://weibo.com/5143897135/QdpdRxna0
[3] https://www.heise.de/news/Luftig-Apple-schickt-duennes-iPhone-Air-ins-Rennen-10638523.html
[4] https://www.heise.de/news/iPhone-Air-2-Schlechte-Verkaeufe-sorgen-angeblich-fuer-Verschiebung-11073002.html
[5] https://www.youtube.com/watch?v=sQ56ve39l2I
[6] https://www.heise.de/news/Neue-Kamera-Features-bei-iPhone-18-und-Fold-Analysten-und-Leaker-aeussern-sich-11071706.html
[7] https://www.heise.de/news/iPhone-Spekulationen-fuer-2026-und-2027-Dann-sind-17e-und-18-geplant-10572900.html
[8] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[9] https://www.heise.de/mac-and-i
[10] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 10:35

Von Luxusmarke: Neue iPhone-"Socke" nahezu ausverkauft

Von Heise
Apple-Store-Seite für iPhone Pocket

Apple-Store-Seite für iPhone Pocket: Nix mehr da.

(Bild: Apple)

Issey Miyake, Nobelbrand aus Japan, hat Apple eine Smartphone-Tasche aus Stoff geschneidert. iPhone Pocket verkauft sich offenbar gut.

Apples in neuer Form wiederbelebte iPod-Socken [1] verkaufen sich offenbar hervorragend: Nur kurz nach Verkaufsstart der iPhone Pocket [2] genannten Gewebetaschen in ausgewählten Märkten in der vergangenen Woche sind offenbar fast alle Modelle ausverkauft. Die aus einem einzelnen Faden entstehenden Hüllen sind in zwei Größen und diversen Farben zu bekommen, gestaltet wurden sie vom japanischen Modehaus Issey Miyake, der sie auch produziert. Die gesalzenen Preise sorgten nicht dafür, dass die Nachfrage gering war.

Wenige Läden, wenige Länder

Im Apple Online Store lässt sich aktuell weder die Langversion für 229,95 US-Dollar in drei Farben noch die Kurzvariante in acht Tönen (zu jeweils 149,95 Dollar) erstehen. Bei allen Varianten wird nur "Sold Out" (ausverkauft) angegeben. Auch beim Prüfen des Ladenbestandes ergab sich zunächst keiner – womöglich ändert sich das aber noch. Die Designerhüllen, die (ohne iPhone) wirklich nach Strümpfen aussehen, werden sowieso nur in Festlandchina, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Singapur, Südkorea und den USA verkauft – online, sowie in ausgewählten Läden, darunter Paris Saint-Germain, Tokio Ginza und SoHo New York.

Das in Japan hergestellte iPhone Pocket zeichne sich "durch eine einzigartige 3D-Strickkonstruktion, die das Ergebnis der Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Issey Miyake ist", aus, wirbt Apple. Das Design sei vom Konzept "nur ein Stück Stoff" inspiriert. Immerhin: Die neue iPhone-Socke ist so flexibel, dass "jedes" iPhone hineinpassen soll. Der Unterschied zwischen beiden Varianten: Die kürzerer ist eher eine "Handtasche", die längere agiert als eine Art Lanyard.

Einzelstücke am Wochenende

Es ist unklar wie viele Stück Issey Miyake für Apple hergestellt hat und ob es eine Nachfertigung geben wird. iPhone Pocket wird jedoch als "special edition" bezeichnet. In Japan und anderswo gab es auch eigene Launch-Events [3]. Im Gegensatz zu dem neuen Modell war die einstige iPhone-Socke, die zwischen 2004 und 2012 auf dem Markt war, ein Schnäppchen: Das direkt von Apple verkaufte Produkt kam sechs einzelnen Socken, die den MP3-Spieler schützen sollten zum Preis von 29 Dollar.

In Frankreich, wo iPhone Pocket ebenfalls angeboten wird, kostet die Langvariante 249,95 Euro, die Kurzvariante 159,95 Euro. Hier waren am Wochenende noch Einzelstücke zu bestellen, die allerdings nur nach Frankreich ausgeliefert werden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11079356

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Apple-belebt-alte-iPod-Socken-wieder-als-iPhone-Umhaengsel-von-Designermarke-11073936.html
[2] https://www.apple.com/shop/product/hs8n2zm/a/iphone-pocket-by-issey-miyake-short-sapphire
[3] https://x.com/jetdaizu/status/1988946875521904793
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 09:35

Dynamisches Apple-Netzteil in mehr Regionen – wann kommt die EU-Version?

Von Heise
UK-Version des Dynamic-Power-Adapter von Apple

UK-Version des Dynamic-Power-Adapter von Apple: EU-Version fehlt weiter.

(Bild: Apple)

Nach den USA, Kanada und weiteren Ländern erreicht der 40W-Dynamic-Power-Adapter von Apple nun weitere Länder. Wird es eine EU-Variante geben?

Kompaktes Netzteil, dennoch bis zu 60 Watt im Burst-Modus: Apple verkauft seinen sogenannten Dynamic-Power-Adapter [1] nun in weiteren Weltregionen. Das eigentlich mit 40 Watt Leistung ausgestattete Gerät ist so klein wie das frühere 20-Watt-Modell und spart so besonders mobil Platz in der Tasche oder dem Rucksack. Allerdings wird nach wie vor keine Version mit Eurostecker angeboten. Ob die noch kommt, bleibt unklar – Apple hat sich noch nicht dazu geäußert.

Drei Stecker mit Klappe

Während die aktuelle Version für die USA, Kanada, Japan und Mexiko, sowie für China, Taiwan und die Philippinen angeboten wird – mit klappbarem Steckerbereich –, kommt die neue Variante nun mit dem sogenannten Type-G-Plug. Diesen kennt man aus Großbritannien, Apple verkauft ihn aber auch für Irland, Hongkong, Saudi-Arabien, Malaysia und Singapur. Nützlich an dem mit drei Steckern ausgerüsteten Netzteil ist, dass es sich einklappen lässt – die Typ-G-Stecker nehmen üblicherweise viel Platz weg.

Ganz günstig ist der Spaß nicht: In den USA kostet das Netzteil 39 US-Dollar, in Großbritannien [2] nun 39 britische Pfund. In Irland werden wiederum 45 Euro [3] aufgerufen. Es ist möglich, dass Apple das Klappdesign für Eurostecker schlicht nicht umsetzen kann. Bislang hat der Konzern kein solches Modell im Programm. Allerdings ist auch der übliche Typ-G-Stecker Apples [4] nicht klappbar, was das neue Modell besonders macht.

Taschenformat und Kombination mit iPhone 17

Apple betont, dass man mit dem Dynamic-Power-Adapter von "Vorteilen, die auch Ladegeräte mit höherer Wattzahl bieten", profitiert. Das sei nun auch "im Taschenformat" möglich. Ein iPhone 17 soll mit dem Netzteil bis zu 50 Prozent Ladung in 20 Minuten erreichen, beim iPhone Air sind es 50 Prozent in 30 Minuten, so der Hersteller. Die Tests wurden allerdings mit Pre-Production-Geräten durchgeführt.

In den USA war das neue Netzteil gleich im September zusammen mit den neuen iPhone-Modellen [5] auf den Markt gekommen. Es dauerte also zwei Monate bis zur Type-G-Variante. Diese ist aktuell auch nur in den besagten Märkten erhältlich, es ist also nicht möglich, im irischen Apple Online Store nach Deutschland zu bestellen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11079348

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Dynamisches-Laden-und-Qi2-2-Das-ist-in-Sachen-Strom-neu-bei-iPhone-17-Co-10639421.html
[2] https://www.apple.com/uk/shop/product/mgtv4b/a/40w-dynamic-power-adapter-with-60w-max
[3] https://www.apple.com/ie/shop/product/mgtv4b/a/40w-dynamic-power-adapter-with-60w-max
[4] https://www.apple.com/uk/shop/product/mw2l3b/a/96w-usb-c-power-adapter
[5] https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 08:25

Vitamin D im Winter: Darauf kommt es wirklich an

Von Uwe Kerkow

Uwe Kerkow

Hand hält eine weiche Kapsel in die Sonne

Foto: FotoHelin, shutterstock

Im Winter leiden viele Menschen unter Vitamin-D-Mangel. Aber worauf kommt es bei der Dosierung, der Darreichung und der Kombination mit anderen Nährstoffen an?

Vitamin D nimmt unter den Vitaminen eine Sonderstellung ein. Anders als andere lebenswichtige Nährstoffe kann der menschliche Körper dieses "Sonnenvitamin" zu 80 bis 90 Prozent selbst produzieren. Dennoch leiden viele Menschen unter einem Mangel - besonders in den Wintermonaten.

Medizinisch relevant sind hauptsächlich zwei Formen: Vitamin D2 aus pflanzlichen Quellen und Vitamin D3 aus tierischen Produkten. Die Columbia University betont, dass beide Formen einen Vitamin-D-Mangel beheben können. Ärzte empfehlen jedoch meist D3, da es etwas aktiver und damit wirksamer ist.

Vitamin-D-Synthese in mehreren Stufen

Die körpereigene Vitamin-D-Produktion ist ein mehrstufiger Prozess [1]. Das LADR-Labor beschreibt, wie UV-B-Strahlung in der Haut eine Vorstufe des Cholesterins aufspaltet, da der Körper kein Enzym besitzt, das diese Aufgabe übernehmen könnte.

Unter Wärmeeinwirkung entsteht zunächst Vitamin D3. Dieses wird ins Blut transportiert und in der Leber zur Speicherform 25-OH-Vitamin D (kurz D-25) umgewandelt. Den letzten Schritt vollzieht die Niere: Sie produziert die biologisch aktive Form Calcitriol (kurz D-1,25), die dann als Hormon wirkt.

DocCheck beschreibt, wie Calcitriol über spezielle Vitamin-D-Rezeptoren die Expression verschiedener Gene [2] steuert. Die dafür nötigen Rezeptoren finden sich in fast allen Geweben, weshalb Vitamin D vermutlich auf nahezu alle Zellsysteme und Organe wirkt.

Stärker gefährdete Gruppen

Besonders leicht können laut DocCheck Menschen mit dunkler Hautfarbe, chronisch Kranke, Pflegebedürftige und Säuglinge in eine Vitamin-D-Unterversorgung rutschen. Veganer und Vegetarier weisen ebenfalls oft niedrige Vitamin-D-Spiegel auf, obwohl die Gründe dafür noch nicht vollständig geklärt sind.

Auch persönliche Faktoren spielen eine Rolle: Hauttyp, Alter, Aufenthaltsdauer im Freien und die Verwendung von Sonnenschutzmitteln. Menschen über 70 Jahre benötigen mehr als 20 Minuten Sonneneinstrahlung täglich, da ihre Haut weniger effizient Vitamin D produziert. Aber auch diese Lichtdosis lässt sich problemlos ohne Sonnenbrand über den Tag verteilen.

Flüssige Vitamin-D3-Präparate haben Vorteile

Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist die Darreichungsform entscheidend. Multi.at erklärt [3], dass Vitamin D3 in flüssiger Form am besten vom Körper aufgenommen wird. Entsprechende Präparate sind bereits mit einem Trägeröl kombiniert und zeigen eine höhere Bioverfügbarkeit als Kapseln oder Tabletten.

Eine flüssige Darreichungsform ist leichter zu schlucken, hat aber den Nachteil einer oftmals geringeren Haltbarkeit. Auch die Dosierung lässt sich leicht anpassen, und Tropfen sind auch für Babys geeignet und können je nach Bedarf dosiert werden.

Weil Vitamin D fettlöslich ist, sollte es immer zusammen mit Fett eingenommen werden, da dies die Aufnahme und Verwertung des lebenswichtigen Stoffes erleichtert. Kapseln werden etwas schlechter als flüssige Präparate aufgenommen, aber besser als Tabletten.

Vitamin K2: Der wichtige Partner

Das Deutsche Ärzteblatt warnt davor [4], Vitamin D isoliert einzunehmen. Dr. Regine von Gerkan erklärt, dass beide Vitamine synergistisch wirken. Bei der Einnahme von Vitamin D kann es zu einem Mangel an K2 kommen, was den positiven Effekt umkehren kann.

Wichtig ist zudem die Form des Vitamin K2, das in verschiedenen Varianten in der Natur vorkommt. Die Variante MK7 hat die höchste Bioverfügbarkeit [5]. Diese Form stammt oft aus fermentierten Sojabohnen und muss nicht gentechnisch erzeugt oder aus Algen oder gewonnen werden. Die Menge des Vitamins K sollte fünf bis zehn Prozent der Vitamin-D-Gabe ausmachen.

Dauerhafte Einnahmen nur mit ärztlicher Beratung

Die richtige Dosierung ist entscheidend. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt [6], die tägliche Einnahme auf 20 Mikrogramm (800 IE) täglich zu beschränken, um gesundheitliche Beeinträchtigungen auszuschließen. Auch die Empfehlung der Columbia University liegt mit 600 IE. täglich für Erwachsene und 800 IE für Menschen über 70 Jahre in diesem Rahmen.

Höhere Dosierungen sollten nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit gelten 4000 Internationale Einheiten (100 Mikrogramm) täglich als sichere Obergrenze [7].

Qualitätsunterschiede

Öko-Test untersuchte 23 Vitamin-D-Präparate und fand erhebliche Qualitätsunterschiede [8]. Viele Produkte waren zu hoch dosiert oder enthielten bedenkliche Zuschlagstoffe. Problematisch waren vor allem Phosphate, die den Nieren schaden können, und künstliche Süßstoffe, die das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen. In drei Präparaten bekannter Marken wurde Talkum nachgewiesen, das als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird.

Das Hamburger Abendblatt rät, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit dem Hausarzt oder Apotheker zu sprechen. Die Kosten für einen Vitamin-D-Test übernehmen gesetzliche Krankenkassen nur bei medizinischer Notwendigkeit [9].

Fazit

Wer Vitamin D einnehmen möchte, findet auf dem Markt eine große Palette an Produkten. Wichtig ist es, eine mäßige Dosierung und ein Präparat zu wählen, in dem auch Vitamin K2 enthalten ist. Vorzuziehen ist die Einnahme von Tropfen oder fetthaltigen Dragees oder die Einnahme von Tabletten gemeinsam mit fetthaltigen Lebensmitteln, um beide Vitamine für optimale zu resorbieren.

Unschlagbar, kostenlos und am schönsten bleiben aber viele kurze Sonnenbäder im Urlaub und vor allem im nächsten Sommer.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080293

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.vitalstoff-lexikon.de/VitamineA-C-D-E-K/Vitamin-D/Definition-Synthese-Resorption-Transport-und-Verteilung
[2] https://flexikon.doccheck.com/de/Calciferol
[3] https://www.multi.at/de-de/blogs/news/welche-ist-die-optimale-darreichungsform
[4] https://www.aerzteblatt.de/archiv/frakturprophylaxe-vitamin-d-immer-mit-vitamin-k2-kombinieren-a6e57885-e3d4-4354-96fd-88396e2389bd
[5] https://www.mdpi.com/2072-6643/12/1/138
[6] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d/
[7] https://www.akdae.de/arzneimittelsicherheit/drug-safety-mail/newsdetail/drug-safety-mail-2023-48
[8] https://www.abendblatt.de/ratgeber-wissen/article407643372/vitamin-d-test-praeparate-oeko-test-testsieger-im-vergleich.html
[9] https://www.der-niedergelassene-arzt.de/medizin-und-forschung/details/wann-zahlt-die-gesetzliche-krankenkasse-fuer-labor-und-supplemente/1

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 10:00

Ukraine-Krieg: Die Zukunft der Luftabwehr

Von Lars Lange

Lars Lange

KI-generierte Grafik, gezeichnet im Comic-Stil, zeigt einen Drohnenscharm über einer ukrainischen Landschaft

KI-generierte Illustration

Ein unsichtbares Drohnen-Minenfeld soll vor russischen Angriffen schützen. DWS-1 mit 200 KI-Abfangdrohnen. Wie gut ist die fliegende Mauer? Einschätzung.

Ein vertikales Minenfeld schwebt unsichtbar am Himmel über der Ukraine, bestehend aus hunderten kleinen Drohnen. Eine neue Verteidigungstechnologie, bekannt als "Drohnenwall" oder DWS-1 (Drone Wall System), steht kurz vor ihrem ersten Kampfeinsatz gegen russische Luftangriffe.

Das aus Dutzenden kleiner Drohnen bestehende System soll anfliegende Drohnen neutralisieren, wie Business Insider [1] berichtet.

Atreyd, das französische Unternehmen hinter der Entwicklung, beschreibt das System als "fliegende Drohnenmauer" – ein Abwehrschild, der in der Luft platziert wird. Anstatt mit teuren konventionellen Luftabwehrsystemen arbeitet der Drohnenwall mit kostengünstigen FPV-Drohnen (First-Person-View), die mit kleinen Sprengladungen ausgestattet sind.

Bei Erkennung einer Bedrohung steigen die Drohnen von ihren Startplattformen auf und positionieren sich in der Luft, um einen "Vorhang" zu bilden, durch den feindliche Flugkörper nicht unbeschadet durchdringen können.

Das DWS-1-System besteht aus 200 Abfangdrohnen, die nach der Erkennung einer Bedrohung gestartet werden. Künstliche Intelligenz positioniert die Drohnen dann als gestaffelte "Vorhang"- oder "Minenfeld"-Formation in verschiedenen Höhen von mehreren tausend Metern.

Die Drohnen bilden eine mehrstufige Verteidigungslinie am Himmel, wobei jede Drohne als eigenständige, mobile Abfangeinheit fungiert, erläutert Eurasian Times [2].

Das System wurde bereits an die Ukraine geliefert und wird in den nächsten Wochen einsatzbereit sein. Die Drohnenwall-Technologie markiert den ersten bekannten Einsatz dieser Art von Verteidigung in einem bewaffneten Konflikt und verspricht der Ukraine eine neue Schutzschicht gegen die zunehmenden russischen Luftangriffe.

Vorteile des Drohnenwalls gegenüber herkömmlichen Abwehrsystemen

Das DWS-1 Drohnenwall-System bietet mehrere Vorteile gegenüber konventionellen Luftabwehrsystemen. Eine einzelne Abfangdrohne soll nur wenige tausend Dollar kosten, im Gegensatz zu teuren Abwehrraketen, die gegen kostengünstige russische Drohnen auch eingesetzt werden.

Die KI-Steuerung ermöglicht es, dass lediglich zwei Bediener für etwa 200 Abfangdrohnen benötigt werden. So kann ein einzelner Operator mit Hilfe der KI bis zu 100 Drohnen steuern. Das System funktioniert auch in GPS-gestörten Umgebungen durch eine vorinstallierte 3D-Karte seines Einsatzgebietes – besonders wichtig angesichts der elektronischen Kriegsführung in der Ukraine.

Die Abfangdrohnen sind mit Freund-Feind-Erkennung ausgestattet. Für die Bedienung soll keine speziellen Qualifikationen oder Erfahrungen als Drohnenpilot erforderlich sein.

Das System ist flexibel einsetzbar, sowohl zum Schutz von Ballungsräumen und kritischer Infrastruktur als auch näher an der Front gegen Gleitbomben. Die Drohnen operieren in Höhen von mehreren tausend Metern und können nach Einsätzen zur Wiederverwendung zurückkehren, wenn sie kein Ziel getroffen haben.

Unter Laborbedingungen erzielte das System laut Atreyd eine Erfolgsquote von 100 Prozent, wie Business Insider berichtet. Der Einsatz in der Ukraine wird der erste Test unter realen Kampfbedingungen sein.

Die dringende Notwendigkeit der neuen Abwehrtechnologie

Das Ausmaß der russischen Drohnenangriffe ist das ganze Jahr über konstant hoch. Russland setzt periodisch bis zu 600 Geran-2-Drohnen an einem einzigen Tag ein, um ukrainische Infrastruktureinrichtungen anzugreifen.

Die ständige Abwehr dieser Massenangriffe erschöpft die ukrainischen Luftverteidigungsressourcen und erhöht die Verwundbarkeit gegenüber Angriffen mit wirksameren russischen Marschflugkörpern und ballistischen Raketen, so Eurasian Times.

Eine weitere ernsthafte Bedrohung stellen die russischen FAB-Gleitbomben dar. Ihre geringen Radar- und Wärmesignaturen sowie ihre sehr kurze Flugzeit machen ein erfolgreiches Abfangen äußerst schwierig.

Die neueren, mit Strahltriebwerken ausgestatteten Varianten haben Reichweiten von bis zu 150 km. Diese Modifikationen ermöglichen es den Waffen, schneller zu fliegen und schaffen neue Probleme für die ukrainische Luftabwehr.

Gleichzeitig entwickelt auch Russland seine Drohnen weiter, was die Abwehr zusätzlich erschwert. Kürzlich entdeckten ukrainische Streitkräfte modifizierte Shahed-Drohnen mit nach hinten gerichteten Kameras, die sowohl auf den oberen als auch auf den unteren Teilen der Flugzeugzelle montiert waren, sowie zusätzliche Antennen entlang des Heckbereichs.

Die Konfiguration könnte dazu verwendet werden, ukrainische Abfangmanöver zu analysieren oder Ausweichmanöver einzuleiten.

Solche Aufnahmen würden den russischen Betreibern außerdem Telemetriedaten liefern – Geschwindigkeit, Entfernung und Angriffswinkel – um die ukrainischen Taktiken zu analysieren, berichtet United24media [3].

Geran-Drohnen werden zunehmend auch für Aufgaben in Frontnähe eingesetzt, etwa gegen ukrainische Drohnen-Operateure [4]. Seit einigen Wochen wird auch die ukrainische Schieneninfrastruktur [5] gezielt durch Geran-Drohnen bekämpft.

Auswirkungen der russischen Angriffe

Die Folgen der russischen Drohnenangriffe auf die ukrainische Infrastruktur sind weitreichend. In mehreren Regionen der Ukraine wurden die Stromerzeugungskapazitäten auf "Null" reduziert, wie der Guardian [6] berichtet.

Dies führt zu Stromausfällen von acht bis 16 Stunden täglich in den meisten Regionen des Landes.

Die Zerstörung der Energieinfrastruktur stellt vor dem nahenden Winter ein besonderes Problem dar. Nach den Angriffen vom Wochenende vom 8. bis 9. November wurden großflächige Stromausfälle in den Regionen Poltava, Dnipropetrovsk und Charkiw gemeldet. In der Stadt Kremenchuk wurden Elektrizität, Wasser und teilweise auch Heizung abgeschaltet, berichtet The New Voice of Ukraine.  [7]

Die Situation wird durch wiederholte Angriffe auf die Gasinfrastruktur erschwert – seit Anfang Oktober wurden neun größere Angriffe verzeichnet.

Der ukrainische Energieexperte Oleksandr Kharchenko erklärte in einer Medienpräsentation, dass ein Ausfall der beiden Strom- und Heizwerke Kiews für mehr als drei Tage bei Temperaturen unter minus 10 Grad Celsius zu einer "technologischen Katastrophe" in der Hauptstadt führen könnte.

Die Wirtschaftsschule Kiews schätzt in einem Bericht, dass die Angriffe bereits die Hälfte der ukrainischen Erdgasproduktion beeinträchtigt haben, wie der Guardian anführt.

Fazit

Das Drohnenwall-System könnte eine wichtige Rolle bei der Entlastung der bestehenden ukrainischen Luftverteidigung spielen. Die Ukraine produziert derzeit täglich 600-800 Abfangdrohnen mit Plänen, die Produktion auf 1.000 Drohnen pro Tag zu steigern. Erfolgreiche FPV-Drohneneinsätze gegen Geran-Drohnen sind gut dokumentiert [8].

Der Einsatz des weitgehend automatisierten DWS-1 könnte nicht nur die Fähigkeit Russlands einschränken, ukrainische Infrastruktur zu zerstören, sondern auch die Zahl der ukrainischen Soldaten reduzieren, die für die Drohnenabwehr eingesetzt werden, und sie für den Einsatz an der Front freistellen.

Das Problem ist allerdings, dass die Reichweite aufgrund der limitierten Batteriekapazität vermutlich begrenzt ist, besonders gegen hoch fliegende Gerans. Es wären vermutlich tausende Systeme notwendig, um eine flächendeckende Verteidigung zu gewährleisten.

Falls die Geran-Drohnen tatsächlich mit Kameras nachgerüstet werden und Ausweichmanöver fliegen können, so würde sich die Abfangwahrscheinlichkeit weiter reduzieren.

Ob der Drohnenwall die russischen Massenangriffe wirklich bremst, wird sich erst im Einsatz zeigen. Sicher ist nur: Der Luftkrieg über der Ukraine wird noch automatisierter, dichter und algorithmischer werden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080627

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.businessinsider.com/ukraine-gets-drone-wall-to-fight-russian-threats-arms-maker-2025-11
[2] https://www.eurasiantimes.com/ukraine-establishes-drone-wall-to-thwart-russian-attack/?amp
[3] https://united24media.com/latest-news/new-shahed-mod-shows-russia-trying-to-outsmart-ukraines-drone-killers-13411
[4] https://x.com/MilitaryObs2222/status/1988969937516589065?s=20
[5] https://x.com/Bdooher/status/1988930930090836441?s=20
[6] https://www.theguardian.com/world/2025/nov/09/ukraine-facing-widespread-power-cuts-after-generating-capacity-reduced-to-zero-by-russian-attacks
[7] https://english.nv.ua/nation/trains-in-kharkiv-dnipropetrovsk-and-poltava-oblasts-canceled-ukrzaliznytsia-publishes-list-50559069.html
[8] https://x.com/Worldwar_3_/status/1988985074663194874?s=20

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 09:00

Wirtschaft und AfD: Einig bei Steuern und Arbeitsrecht

Von Marcus Schwarzbach

Marcus Schwarzbach

Hände in AfD-Farbe und mit Unternehmer-Symbolen verweisen Arbeiter

Arbeitgeberverbände fordern niedrigere Steuern für Reiche – genau wie die AfD. Auch beim Arbeitsrecht gibt es kaum Unterschiede.

Die CDU streitet über ihr Verhältnis zur AfD [1], deren Wahlergebnisse selbst bei der NRW-Kommunalwahl gut waren. Die Umfragewerte erreichen Bestmarken. Eine klare Positionierung gegen die AfD fordert Markus Scholz [2], Professor für Betriebswirtschaftslehre an der TU Dresden:

"Unternehmer und Manager sind Teil der Zivilgesellschaft und verpflichtet, beides zu verteidigen – und damit letztlich die Freiheit jedes Einzelnen."

Die wirtschaftlichen Risiken, die aus einer AfD-Regierung resultieren, seien "offenkundig". "Die Familienpolitik der AfD, also Frauen zurück an den Herd und Kitaausbau stoppen, würde den Arbeitsmarkt [3]belasten", sagte Scholz im Spiegel-Interview.

Die Ausweitung der Kinderbetreuung erfolgte jedoch nicht durch ein größeres Angebot an Betriebskindergärten der jeweiligen Firmen, sondern wurde durch den Gesetzgeber vorangebracht. Das Kinderförderungsgesetz legte 2009 den Grundstein für einen massiven Ausbau der Angebote.

Gleichzeitig polemisiert der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Rainer Dulger gegen vermeintlich zu hohe Staatsquoten [4]:

"Wir sind kurz davor, eine Staatsquote von mehr als 50 Prozent zu erreichen, und wenn ich Helmut Kohl zitieren darf, beginnt dann der Sozialismus."

Wirtschaft fordert weniger Staat und niedrigere Steuern

Stattdessen werden niedrigere Steuern für Reiche gefordert – so schlagen Rainer Kambeck und Jens Gewinnus für die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) neue Steuerregeln vor [5]:

"Auch Personengesellschaften, für die die Einkommenssteuer die relevante Unternehmenssteuer darstellt, werden berücksichtigt: Für sie soll der Steuersatz auf einbehaltene Gewinne ab 2028 von derzeit 28,25 auf 25 Prozent gesenkt werden."

Ähnliche Forderungen erhebt auch die AfD. Der DGB macht deutlich [6], dass die Partei Steuerpolitik [7]für Reiche betreibt:

"Die AfD plant Steuergeschenke in dreistelliger Milliardenhöhe für Spitzenverdiener und Konzerne. Normale Arbeitnehmer gehen leer aus und müssen die Folgen tragen: weniger Geld für Schulen, Kitas und soziale Sicherung [8]."

Jüngst präsentierte die AfD ihr Steuerkonzept im Bundestag. Mit einer Einheitssteuer wolle sie die "hohe Abgabenquote" reduzieren, sagt die Partei und plädiert in einem zehnseitigen Antrag für einen einheitlichen Satz von 25 Prozent bei der Einkommen- und Gewinnsteuer. Diese Einheitssteuer (Flat Tax) solle es für Privatpersonen und Unternehmen geben.

Die taz [9] schreibt dazu:

"Die Frage ist jedoch: für wen? Laut Berechnungen des Steuer-Experten Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) würden die Leute mit den höchsten Einkommen am meisten profitieren. Rund drei Viertel der privaten Mehreinnahmen der Steuerzahler würden sich demnach mit dem AfD-Vorschlag zukünftig zu den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung verlagern."

Überschneidungen zwischen AfD und Unternehmenslobby

Einen Gegensatz zwischen der Programmatik der AfD und den Unternehmensstrategien vieler Manager gibt es beim Thema Tarifvereinbarungen kaum – beide richten sich gegen die Interessen der Beschäftigten. Die Zahl der Betriebe, die Tarifverträge vereinbaren, sinkt.

AfD-Vertreter sehen kollektiv-arbeitsrechtliche Verbesserungen für Beschäftigte zumeist kritisch, denn "alles, was zur Verschärfung der sozialen Verhandlungsposition innerhalb der Betriebe führe", lehne die AfD ab.

Die Partei fordert eine "Entschlackung und Flexibilisierung des Arbeitsrechts [10]", so der Sozialwissenschaftler Michael Barthel vom Verein zur Bewahrung der Demokratie.

Die wichtige Rolle der Unternehmen beim Aufstieg der AfD lässt der Ethik-Experte Scholz außen vor: Analysen [11] der gewerkschaftlichen Otto-Brenner-Stiftung machen deutlich, dass sich Erfahrungen im Betrieb auf die politische Einstellung auswirken. Die Studie "Arbeitswelt und Demokratie in Ostdeutschland" zeigt einen Zusammenhang zwischen extrem rechten Einstellungen und Ohnmachtsgefühlen am Arbeitsplatz.

Es häufen sich Berichte über Unternehmen, die Betriebsratswahlen [12]behindern und die Beschäftigten drohen, Arbeit in Ausland zu verlagern. Die AfD zu wählen, ist oft auch eine Reaktion auf das Gefühl, nicht mitbestimmen zu können. Arbeitskämpfe können in so einer Situation die Ohnmacht überwinden und neue Erfahrungen ermöglichen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11075450

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Die-20-Prozent-Macher-Die-fatale-Allianz-der-Extremen-Mitte-mit-der-AfD-10292283.html
[2] https://www.focus.de/politik/deutschland/wirtschaftsethiker-sagt-welche-offenkundigen-risiken-eine-afd-regierung-birgt_669380ef-a9e5-41de-9eb3-d92c1bfaef38.html
[3] https://www.heise.de/tp/article/Fachkraeftemangel-war-gestern-Jetzt-kommt-die-grosse-Entlassungswelle-10298181.html
[4] https://www.wa.de/wirtschaft/dann-beginnt-der-sozialismus-arbeitgeberpraesident-kritisiert-sozialstaat-zr-93837209.html
[5] https://www.dihk.de/de/aktuelles-und-presse/tdw/der-investitionsbooster-kommt-jetzt-sind-die-unternehmen-gefragt-134172
[6] https://www.dgb.de/gerechtigkeit/demokratie/afd-der-feind-der-beschaeftigten/
[7] https://www.heise.de/tp/article/Vermoegenssteuer-Der-Mythos-der-Steuerflucht-10235073.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/Grimms-Maerchen-Wenn-Oekonomen-den-Sozialstaat-zum-Suendenbock-machen-10749662.html
[9] https://taz.de/Vorschlag-zur-Steuerreform/!6127556/
[10] https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-009002
[11] https://www.otto-brenner-stiftung.de/arbeitswelt-und-demokratie-in-ostdeutschland/
[12] https://www.heise.de/tp/article/Divide-et-Impera-Wie-Konzerne-ihre-Mitarbeiter-gegeneinander-ausspielen-10420788.html

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 08:00

Microsoft: Windows-Chef geht auf harsche Kritik an Windows 11 ein

Von Oliver Nickel
Das Windows -Team habe viele Kritiken gelesen und sehe Probleme bei der Benutzererfahrung. Softwareentwickler sollen in den Fokus rücken.
Windows 11 kommt bei vielen nicht gut an. (Bild: Microsoft/Montage: Golem.de)
Windows 11 kommt bei vielen nicht gut an. Bild: Microsoft/Montage: Golem.de

Viele Menschen verkünden vor allem nach dem Supportende von Windows 10 ihren Frust über den Nachfolger Windows 11. So meldete sich auch der Substack-Newsletter-Autor Gergely Orosz zu Wort. "Ich sehe nicht, wie Softwareentwickler Windows wählen, nachdem es in diese komischen Richtungen abdriftet" , schreibt er auf X . "Es wird Mac oder Linux für Entwickler."

Der Post wurde etwa 68.000-mal angezeigt und landete anscheinend auch auf der Startseite von Windows-Chef Pavan Davuluri, der zuvor Windows 11 als agentisches Betriebssystem beworben hatte . Davuluri will klarstellen, dass sein Team und er selbst viele Kommentare läsen und auf Kritik hörten. "Ich habe Kommentare gelesen und sehe einen Fokus auf Dinge wie Zuverlässigkeit, Leistung und Bedienbarkeit" , schreibt der Windows-Chef . "Entwickler liegen uns sehr am Herzen."

KI statt Individualisierung?

Dabei räumt Davuluri auch Fehler ein: "Wir wissen, dass wir die Benutzererfahrung verbessern müssen" , sagt er im Post. Er benennt dabei Dinge wie inkonsistente Dialoge und fehlende Funktionen für Power-User. Letzteres kritisierte auch der ehemalige Microsoft-Entwickler Dave Plummer und schlug eine Art betriebssystemweiten Power-User-Modus vor. Er äußerte sich auch negativ über die viele Werbung und das inkonsistente Interface in Windows 11.

Es ist unwahrscheinlich, dass Windows sich sehr weit in Richtung der Individualisierung und Entwicklerfreundlichkeit entwickelt. Auf der eigenen Ignite-Konferenz werden Davuluri und sein Team wohl eher weitere Features vorstellen, die mit KI-Integration zusammenhängen. Er hatte das Betriebssystem bereits als "agentisches Betriebssystem" bezeichnet, das mit vielen KI-Agenten ausgestattet sei und Usern so die Bedienbarkeit erleichtern solle.

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 11:12

Actionspiel: Mega-Flop Concord erlebt überraschendes Comeback

Von Peter Steinlechner
Ein Jahr nach dem Aus von Concord arbeiten Fans an einer spielbaren Neuauflage. Sony reagiert prompt mit rechtlichen Schritten .
Artwork von Concord (Bild: Sony)
Artwork von Concord Bild: Sony

Rund ein Jahr nach dem Aus von Concord führt ein Community-Projekt zu Diskussionen. Drei Hobby-Entwickler haben zentrale Bestandteile der Serverarchitektur rekonstruiert und erste interne Tests gestartet, wie unter anderem Aftermath berichtet.

Unter den Pseudonymen Red, Real und Gwog bauen sie eigene Schnittstellen, fangen alte Netzwerkaufrufe des Spiels ab und ersetzen fehlende Dienste durch eigene Implementationen.

Einige ehemalige Entwickler des Originals wurden eingeladen, den experimentellen Aufbau auszuprobieren. Ziel ist eine spielbare, vollständig Community-betriebene Concord-Version.

Allerdings reagierte inzwischen Sony mit rechtlichen Schritten auf das Projekt. Der Konzern lässt über Dienstleister unter anderem DMCA-Takedowns verschicken und verlangt die Entfernung von allen Dateien, Dokumentationen und Tools, die geschützte Inhalte enthalten könnten. Erste Repositories und Forenbeiträge wurden bereits blockiert.

Technisches Interesse trifft auf Guardians of the Galaxy

Die Fan-Initiatoren sagen, keine Konkurrenz zu Sony schaffen zu wollen. Ihr Projekt sei Ausdruck technischer Neugier und der Wunsch, ein abrupt vom Markt genommenes Spiel vor dem vollständigen digitalen Verschwinden zu bewahren.

Concord existiere nur noch als Client ohne funktionierende Server, und ohne solche Rekonstruktionsversuche blieben selbst dokumentarische Einblicke in Gameplay und Systemschnittstellen unmöglich. Der Fall macht deutlich, wie schmal der Grat zwischen den Erfordernissen von Games-Historie und urheberrechtlichen Konflikten sein kann.

Concord erschien 2024 als Multiplayer-Team-Shooter mit Heldenklassen und Science-Fiction-Szenario. Das Entwicklerstudio Firewalk Studios wollte ein rasantes, squadbasiertes Gefechtsspiel etablieren, das Elemente aus Overwatch und Destiny miteinander verband.

Trotz vieler gelungener Ansätze fand der Titel kaum ein Publikum, verkaufte sich nur wenige Zehntausend Mal und verlor bereits kurz nach Launch seine aktive Spielerschaft. Es gab schlicht keinen Markt für den Titel, zudem konnten viele Spieler mit den irritierenden Ähnlichkeiten mit Guardians of the Galaxy wenig anfangen. Nach zwei Wochen nahm Sony die Server vom Netz und schloss Firewalk wenig später.

Adblock test (Why?)

  • 17. November 2025 um 10:33
❌