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KI: Anthropic will 50 Milliarden US-Dollar investieren

Von Achim Sawall
Anthropic liegt bei seinen Businessplänen vor OpenAI . Eine neue gigantische Investition soll den Vorsprung sichern.
Googles Cloud TPU v4 (Bild: Google)
Googles Cloud TPU v4 Bild: Google

Anthropic will 50 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur in den USA investieren. Das gab das Unternehmen am 12. November 2025 bekannt. Anthropic errichtet gemeinsam mit dem britischen Betreiber Fluidstack Rechenzentren in Texas und New York und plant den Bau weiterer Standorte.

Terawulf, ein Betreiber von Mining- und Rechenzentrumsanlagen, gab bekannt, dass seine Standorte genutzt werden, um "diese KI-Expansion der nächsten Generation zu unterstützen" .

"Wir kommen einer KI immer näher, die wissenschaftliche Entdeckungen beschleunigen und komplexe Probleme auf bisher ungeahnte Weise lösen kann" , sagte Dario Amodei, Chief Executive Officer und Mitgründer von Anthropic.

Das in San Francisco ansässige Unternehmen entwickelt die Claude-Modellfamilie, die in verschiedene Leistungsklassen unterteilt ist. So bietet Claude 4 Sonnet Codegenerierung mittlerer Komplexität. Claude 4.5 Haiku bietet Kundenservice-Bots, Content-Moderation und einfache Interaktionen. Claude 4 Opus soll fortgeschrittene Datenanalyse, Programmierung und langfristige Agent-Aufgaben bewältigen können.

Amazon, Google und SAP sind Geldgeber

Das Unternehmen wird von Amazon und Google mitfinanziert. Weitere Geldgeber sind SAP oder Blackrock. Anthropic verwendet Googles spezialisierte Tensor Processing Units (TPUs). Bei Amazon Web Services (AWS) sind es vermutlich hauptsächlich Nvidia-GPUs in großen Clustern. Vergangene Woche kündigte Anthropic die Eröffnung neuer Büros in Paris und München an. Zuvor hatte es bereits in Tokio, Seoul, Bengaluru, London, Dublin und Zürich Niederlassungen eröffnet.

Laut Informationen für Investoren, die dem Wall Street Journal vorliegen , wird Anthropic die Profitabilität vor dem wichtigsten US-Konkurrenten OpenAI erreichen. In seinen Prognosen geht das Unternehmen davon aus, bereits 2027 einen positiven Cashflow zu erzielen. OpenAI rechnet erst ab 2030 damit.

OpenAI erwartet in diesem Jahr einen Anstieg der operativen Verluste auf rund 74 Milliarden US-Dollar – etwa drei Viertel des Umsatzes – aufgrund stark wachsender Ausgaben für Rechenleistung. Der ChatGPT-Entwickler geht außerdem davon aus, bis 2030 etwa 14-mal so viel Kapital wie Anthropic verbrauchen zu müssen, um Gewinne zu erzielen.

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  • 12. November 2025 um 18:58

Anzeige: Großer Tefal-Raclette-Grill für unter 66 Euro bei Amazon

Von Boris Connemann
Ideal für Weihnachten, Silvester und gemütliche Abende: Das Tefal-Raclette für bis zu zehn Personen ist wieder zum Tiefstpreis erhältlich.
Zum Dahinschmelzen: Tefal-Raclette-Grill für 10 Personen jetzt bei Amazon für unter 66 Euro zu haben. (Bild: Amazon.de)
Zum Dahinschmelzen: Tefal-Raclette-Grill für 10 Personen jetzt bei Amazon für unter 66 Euro zu haben. Bild: Amazon.de

Kaum ein Duft weckt so zuverlässig Vorfreude auf die Feiertage wie geschmolzener Raclette-Käse. Ob Heiligabend mit der Familie oder Silvester mit Freunden: Ein Raclette-Essen gehört für viele einfach dazu. Der Tefal-Raclette-Grill Ambiance bietet genug Platz für Pfännchen für bis zu zehn Personen und ist jetzt bei Amazon pünktlich zu den kommenden Festtagen wieder zum bisherigen Tiefstpreis zu haben.

Raclette und Grill in einem Gerät

Das Modell kombiniert klassischen Raclette-Genuss mit einer 2-in-1-Grillfunktion. Die antihaftbeschichtete Grillplatte ist groß genug für Fleisch, Gemüse oder Fisch und sorgt dank 1350 Watt Leistung für gleichmäßig gegarte Ergebnisse. Praktisch: Das Thermo-Signal zeigt an, wann die ideale Grilltemperatur erreicht ist. So gelingt das Timing auch dann, wenn am Tisch viel los ist.

Für Familienfeste und große Runden

Mit zehn Pfännchen lässt sich jedes Gericht individuell gestalten – vom klassischen Käse-Raclette bis zu kleinen Pfannengerichten mit Gemüse oder Pilzen. Die Platte heizt schnell auf und bleibt konstant heiß, was besonders bei langen Raclette-Abenden angenehm ist. Durch das zwei Meter lange, abnehmbare Kabel kann das Gerät flexibel auf dem Tisch platziert werden. Nach dem Essen ist kein großes Schrubben nötig: Sowohl Pfännchen als auch Grillplatte sind spülmaschinengeeignet, was das Aufräumen nach einem langen Abend deutlich erleichtert.

Tefal-Raclette-Grill bei Amazon wieder zum Tiefpreis

Gerade rechtzeitig zur Festtagszeit sinkt der Preis des Tefal Raclette Grill Ambiance wieder auf 65,90 Euro, also 27 Prozent weniger als die UVP von 89,99 Euro. So günstig war das Modell schon einmal vor Kurzem erhältlich. Nun ist der beliebte Amazon-Tipp erneut auf diesem Niveau zu haben. Wer also für die Feiertage noch kein Raclette bereitstehen hat, dürfte hier das ideale Angebot finden.

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Tefal Raclette Grill Ambiance, Raclette 10 Personen, inkl. Tischgrill-Funktion, Grillplatte antihaftbeschichtet + spülmaschinengeeignet, abnehmbares 2 Meter-Kabel, schwarz, Edelstahl, 1350W, RE4588

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Auch der Bestseller der Kategorie, der ​​WMF Master Raclette Grill mit Keramikpfännchen und Schiebern für acht Personen, ist bei Amazon aktuell wieder im Angebot. Mit einem Rabatt von 15 Prozent gibt es den beliebten Grill jetzt für 169,99 Euro anstatt der UVP von 199,99 Euro.

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Im Store des Herstellers Tefal bei Amazon gibt es aktuell noch weitere Angebote, wie etwa für Grillplatten, weitere Raclette-Grills oder Sandwichmaker. Reinschauen kann sich lohnen!

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Viele weitere Raclette-Grills, auch von anderen Herstellern wie Rommelsbacher, Severin oder Princess, gibt es in der kompletten Angebots-Übersicht bei Amazon:

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Meinungen zum Tefal-Raclette-Grill

Mit über 4.000 Bewertungen und einer Durchschnittsnote von 4,4 von 5 Sternen zählt das Tefal-Modell zu den meistverkauften Raclettes auf Amazon. Positiv genannt werden die schnelle Aufheizzeit, die gleichmäßige Hitzeverteilung und die einfache Reinigung. Einige Nutzer wünschen sich zusätzlich einen Temperaturregler oder beiliegende Holzspachtel, insgesamt überwiegen jedoch die positiven Stimmen.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

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  • 12. November 2025 um 17:45

Störungsmeldung vom 12.11.2025 00:20

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
12.11.2025 00:20
Region
Aachen (0241)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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  • 12. November 2025 um 00:20

Störungsmeldung vom 12.11.2025 00:20

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
12.11.2025 00:20
Region
Aachen (0241)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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  • 12. November 2025 um 00:20

Störungsmeldung vom 12.11.2025 13:25

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
12.11.2025 13:25
Region
Bad Nenndorf (05723)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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  • 12. November 2025 um 13:25

Patchday: Intel dichtet zig Sicherheitslücken ab

Von Heise
Intel-Hauptsitz in Santa Clara, 2023

(Bild: Christof Windeck/heise medien)

Intel hat auch einen Patchday veranstaltet und 30 Sicherheitsmitteilungen mit Updates veröffentlicht. Davon sind sieben hochriskant.

Auch Intel hat eine Reihe an Sicherheitsmeldungen [1] in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht. Von den 30 Sicherheitsmitteilungen behandeln sieben Schwachstellen, die der Chiphersteller als hochriskant einstuft. Admins und Nutzerinnen sowie Nutzer sollten die dafür bereitstehenden Aktualisierungen zügig anwenden.

Unter anderem sticht die Intel PROset / Wireless WiFi Software heraus. Darin klaffen gleich sechs Sicherheitslücken, die Angreifern [2] einen Denial-of-Service ermöglichen. Die Schwachstellen CVE-2025-35971, CVE-2025-30255, CVE-2025-35963 und CVE-2025-33029 erreichen mit einem CVSS4-Wert von 8.3 das Risiko "hoch". Betroffen sind diverse Intel-WiFi-Produkte und Prozessoren mit integrierten Drahtlos-Funktionen; der Treiber für Windows in Version 23.160 und neuere Fassungen stopfen die Sicherheitslecks. Sie stehen auf einer Download-Seite von Intel [3] zum Herunterladen bereit.

In der Firmware und Software von Intels Grafikhardware [4] finden sich ebenfalls teils hochriskante Sicherheitslecks. Angreifer können durch eine Schwachstelle in der Firmware zu Intels Arc-B-Serie-GPUs sowie in den Treibern der Intel-Arc-Grafik ihre Rechte im System ausweiten (CVE-2025-32091, CVSS4 8.4, Risiko "hoch"). Weitere Lücken in den Treibern für Intels Arc-, Arc-Pro- und Iris-Xe-Grafikmodule ermöglichen ebenfalls eine Rechteausweitung (CVE-2025-31647, CVSS4 5.4, Risko "mittel") oder einen Denial of Service (CVE-2025-25216, CVSS4 2.0, Risiko "niedrig"). Intel stellt das Update auf die Treiberversion 32.0.101.6913 für Intel Arc-und Irix-Xe [5] bereit. Für Intel Arc Pro steht die Fassung 32.0.101.6862 [6] bereit. Intel empfiehlt zudem, die Intel-LTS-Kernel-Software auf den aktuellen Stand [7] zu bringen.

Weitere hochriskante Schwachstellen

In Intels UEFI-Referenz-Plattform kann aktiver Debug-Code [8] zur Ausweitung der Rechte oder für Denial-of-Service-Attacken missbraucht werden. Das betrifft Intel Xeon 6 mit E-Cores (Sierra Forest) sowie mit P-Cores (Granite Rapids). Die Systemanbieter haben Zugriff auf die jüngsten Aktualisierungen und sollten die an Kunden verteilen. (CVE-2025-30185, CVSS4 8.3, Risiko "hoch").

Weitere Sicherheitsmeldungen, die Admins zeitnah in der Update-Planung berücksichtigen sollten:

23 weitere Schwachstellen-Meldungen hat Intel im Security-Center [13] veröffentlicht. IT-Verantwortliche sollten prüfen, ob sie verwundbare Produkte einsetzen und die bereitgestellten Aktualisierungen installieren.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11075454

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Patchday
[2] https://www.intel.com/content/www/us/en/security-center/advisory/intel-sa-01398.html
[3] https://www.intel.com/content/www/us/en/download/19351/intel-wireless-wi-fi-drivers-for-windows-10-and-windows-11.html
[4] https://www.intel.com/content/www/us/en/security-center/advisory/intel-sa-01356.html
[5] https://www.intel.com/content/www/us/en/download/785597
[6] https://www.intel.com/content/www/us/en/download/741626/
[7] https://github.com/intel/linux-intel-lts/tags
[8] https://www.intel.com/content/www/us/en/security-center/advisory/intel-sa-01378.html
[9] https://www.intel.com/content/www/us/en/security-center/advisory/intel-sa-01328.html
[10] https://www.intel.com/content/www/us/en/security-center/advisory/intel-sa-01334.html
[11] https://www.intel.com/content/www/us/en/security-center/advisory/intel-sa-01373.html
[12] https://www.intel.com/content/www/us/en/security-center/advisory/intel-sa-01395.html
[13] https://www.intel.com/content/www/us/en/security-center/default.html
[14] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[15] mailto:dmk@heise.de

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  • 12. November 2025 um 13:23

Microsoft veröffentlicht Datenschutz-Hilfen für M365 und Copilot

Von Heise
Landkarte mit Microsoft 365 Schriftzug, Computer mit Ordner-Icon und DSGVO-Symbol, Person mit Lupe

(Bild: heise medien)

Mit einem neuen M365-Kit, aktualisiertem Cloud Compendium und DSFA-Vorlagen will Microsoft Unternehmen die DSGVO-Dokumentation erleichtern.

Microsoft hat drei neue Datenschutz-Hilfen für Unternehmen veröffentlicht, die Microsoft 365 und Copilot einsetzen. Das Paket umfasst das M365-Kit mit Mustervorlagen für die DSGVO-Dokumentation, ein aktualisiertes Cloud Compendium sowie anpassbare Vorlagen für Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA). Die Materialien wurden in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht und dem Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit entwickelt.

Die neuen Dokumentationshilfen zielen darauf ab, Unternehmen bei der Erfüllung ihrer Rechenschaftspflichten nach der Datenschutz-Grundverordnung zu unterstützen. Besonders beim Einsatz von KI-Diensten wie Microsoft 365 Copilot stehen Verantwortliche vor der Herausforderung, die Datenverarbeitung rechtssicher zu dokumentieren und bei Prüfungen durch Datenschutzaufsichtsbehörden nachweisen zu können.

M365-Kit bietet Mustertexte und Dokumentationsbausteine

Das M365-Kit bildet den Kern der neuen Datenschutz-Hilfen. Es enthält Beispiele und Mustertexte für zentrale Bausteine der Datenschutzdokumentation beim Einsatz von Microsoft 365 Copilot. Konkret stellt Microsoft Vorlagen für Einträge ins Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten, Schwellwertanalysen zur Prüfung der DSFA-Pflicht, Rechtsgrundlagen für typische Einsatzszenarien sowie Datenschutzhinweise bereit. Die Materialien sind auf der Webseite aka.ms/mit-sicherheit [1] verlinkt und Unternehmen können sie an ihre spezifischen Anforderungen anpassen.

Sebastian Dürdoth, Senior Corporate Counsel bei Microsoft Deutschland, betont: "Durch unsere neuen Materialien haben Unternehmen alle zentralen Bausteine zur Hand, um beispielsweise ihren datenschutzkonformen Umgang mit personenbezogenen Daten beim Einsatz von Microsoft 365 Copilot zu dokumentieren." Die Abstimmung mit den Datenschutzbehörden in Bayern und Hessen soll dabei für zusätzliche Rechtssicherheit sorgen.

Als zweite Komponente hat Microsoft das Cloud Compendium umfassend aktualisiert. Das 26-seitige Dokument beantwortet häufig gestellte Fragen zur Nutzung von Cloud-Diensten wie Microsoft 365 Copilot oder Azure und ordnet die Antworten in den gesetzlichen und regulatorischen Rahmen ein. Es verweist auf einzuhaltende Bestimmungen und Standards, sodass Unternehmen auf typische Fragen bei Compliance-Prüfungen vorbereitet sind. Das Compendium steht als PDF zum Download bereit und richtet sich an IT-Verantwortliche und Datenschutzbeauftragte.

DSFA-Vorlagen für verschiedene Einsatzszenarien

Die dritte Säule bilden anpassbare Vorlagen für Datenschutz-Folgenabschätzungen nach Artikel 35 der DSGVO. Microsoft stellt vier separate Musterdokumente bereit: jeweils eine DSFA-Vorlage für Office 365 und Microsoft 365 Copilot, differenziert nach Unternehmenskunden und Kunden des öffentlichen Sektors. Die Vorlagen enthalten strukturierte Informationen zur systematischen Risikobewertung und decken unterschiedliche Anforderungen und Einsatzszenarien ab. Unternehmen können diese als Grundlage verwenden und an ihre spezifische Datenverarbeitung anpassen.

Alle Materialien sind im Microsoft Service Trust Portal [2] zum Download verfügbar. Weitere Informationen finden sich in der Ankündigung von Microsoft [3].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11075444

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.microsoft.com/de-de/mit-sicherheit
[2] https://servicetrust.microsoft.com/
[3] https://news.microsoft.com/source/emea/2025/11/neue-datenschutz-hilfen-von-microsoft/?lang=de
[4] https://www.heise.de/ix
[5] mailto:fo@heise.de

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  • 12. November 2025 um 12:51

Microsoft ermöglicht externe Passkey-Verwaltung in Windows 11

Von Heise
Windows Hello erlaubt Passkey-Speicherung in 1Password

Windows Hello ermöglicht Passkey-Speicherung in Drittanbieter-Passkey-Managern

(Bild: Microsoft)

Microsoft hat die Passkey-Verwaltung in Windows 11 aufgebohrt. Nun können das externe Programme übernehmen – etwa 1Password und Bitwarden.

Microsoft [1] hat Windows 11 aufgebohrt und ermöglicht nun die Nutzung externer Passkey-Manager. Nutzerinnen und Nutzer haben von jetzt an die Wahl, ob sie die passwortlose Anmeldung mit dem Microsoft Passwort-Manager oder vertrauenswürdigen Drittanbieter-Programmen erledigen wollen.

Laut dem Blog-Eintrag des Windows-IT-Pro-Blogs in Microsofts Techcommunity [2] ist die Funktion ab sofort mit den Windows-Sicherheitsupdates zum November-Patchday [3] allgemein verfügbar. Zu Anfang unterstützt Microsoft die Passwort-Manager 1Password und Bitwarden.

Plug-in-Passkey-Manager

Passkeys [4] sind nicht für Phishing anfällig, weniger verwundbar bei Datenlecks – und schließlich einfacher und schneller zu nutzen als Passwörter. Die Unterstützung für Plug-in-Passkey-Manager liefere daher Auswahl und Flexibilität, da Nutzer die Wahl haben, ihren bevorzugten Passkey-Manager zu nutzen. Die Authentifizierung sei einfach, da Passkeys sich mit Windows Hello erstellen und zur Anmeldung einsetzen lassen. Zudem werden die Passkeys damit überall verfügbar, da sie zwischen Windows-PC und Mobilgeräten synchronisiert werden.

In der Praxis bietet Windows Hello beim Erstellen von Passkeys nun die Möglichkeit, das Programm zum Speichern auszuwählen. Der Screenshot zeigt etwa, wie 1Password für die Speicherung eines Github-Passkeys genutzt wird. Ein weiterer Screenshot im Blog-Beitrag zeigt, wie Windows Hello den Passwort-Manager Bitwarden zum Ausliefern des Anmelde-Passkeys verwendet.

Die Passkey-Manager-Unterstützung ermöglicht Passwort-Managern mit Passkey-Support, sich direkt in Windows zu integrieren. Nutzerinnen und Nutzer können ihre Passkeys über Browser und native Apps hinweg speichern, verwalten und nutzen. Die Einrichtung der bevorzugten Zugangsdatenverwaltung haben die Entwickler als Teil des Passkey-Erstellungs-Prozesses umgesetzt. Die Authentifizierung setzt dabei auf Windows Hello mit PIN, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, sodass die Zugangsdaten nur vom Besitzer genutzt werden können.

Microsoft-Passwort-Manager

Wie vergangene Woche bekannt wurde, hat Microsoft den Passwort-Manager "Autofill" in Microsofts Webbrowser Edge mit Passkey-Synchronisation [5] versehen. Mit dem November-Sicherheitsupdate für Windows 11 landet der Passwort-Manager als natives Plug-in in Windows. Er lässt sich dadurch mit Microsoft Edge, anderen Webbrowsern oder jeder App nutzen, die Passkeys unterstützt.

Microsoft preist Vorteile an wie die durch die Passwort-Manager-PIN geschützte Synchronisation, die die Passkeys auf weiteren Windows-Geräten verfügbar macht, auf denen Nutzer mit demselben Microsoft-Konto in Edge angemeldet sind. Serverseitig sollen Azure Managed Hardware Security Modules (HSMs) die Verschlüsselungs-Keys schützen. Vertrauliche Operationen finden dort in Hardware-isolierten Umgebungen (Azure Confidential Compute) statt, und die Wiederherstellung soll sicher vor Veränderungen sein durch Azure Confidental Ledger.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11075235

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Microsoft
[2] https://techcommunity.microsoft.com/blog/windows-itpro-blog/windows-11-expands-passkey-manager-support/4467572
[3] https://www.heise.de/news/Patchday-Microsoft-Attacken-auf-Windows-Kernel-beobachtet-11074858.html
[4] https://www.heise.de/thema/Passkey
[5] https://www.heise.de/news/Microsoft-fuehrt-Passkey-Synchronisation-in-Edge-ein-11038464.html
[6] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[7] mailto:dmk@heise.de

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  • 12. November 2025 um 11:45

Linux-Distribution Fedora 43 bringt neuen Installer für Spins und Wayland pur

Von Heise

Die Linux-Distribution Fedora 43 rollt den neuen Web-Installer für offizielle Spins aus. Die Workstation-Variante läuft nur noch im Wayland-Modus.

Das Fedora-Projekt hat am 28. Oktober 2025 Version 43 seiner Linux-Distribution veröffentlicht, nachdem das Release kurzfristig um eine Woche vertagt wurde, weil noch nicht alle kritischen Bugs (Blocker) ausgebügelt waren.

Wie das kürzlich erschienene Ubuntu Desktop 25.10 verzichtet Fedora 43 vollständig auf die X11-Session und setzt auf Wayland pur. Gnome lässt sich im Anmeldebildschirm GDM (Gnome Display Manager) nur noch im Wayland-Modus starten und ein Paket, um X11 für Gnome nachzurüsten, gibt es nicht mehr. Sollten neben Gnome noch andere Desktops installiert sein, kann GDM die aber noch im X11-Modus starten. Anwendungen, die zwingend einen X-Server brauchen, laufen weiterhin mit Xwayland.

Spins ziehen nach

Fedora 42 führte den lang erwarteten neuen Anaconda-Installer (anaconda-webui) ein, der nicht mehr auf GTK basiert, sondern im Browser läuft. Allerdings kam nur die Hauptausgabe Fedora Workstation mit dem Gnome Desktop in diesen Genuss. In Fedora 43 spendieren die Entwickler auch den offiziellen Spins, also Fedora-Varianten mit alternativen Desktops wie KDE Plasma, Xfce, Sway, Budgie oder Cosmic den neuen Installer. Dort muss er zusätzliche Aufgaben schultern, beispielsweise die Einstellungen zu Datum und Zeit, die sonst Gnomes Begrüßungsdialog (GIS, Gnome Initial Setup) übernimmt. Pakete schaufelt Anaconda jetzt mit DNF 5 statt DNF 4 auf die Platte. DNF 4 wird nicht mehr aktiv entwickelt und befindet sich im Wartungsmodus.

Screenshot Ananconda WebUI

In Fedora 43 steht der neue Anaconda-Installer (anaconda-webui) auch in Fedora KDE Plasma und den offiziellen Spins, also Fedora-Varianten mit alternativen Desktops Xfce, Sway, Budgie oder Cosmic, zur Verfügung.

Der neue Installer ist benutzerfreundlicher und führt Schritt für Schritt durch die Installation. Für komplexere Installationen gibt es nach wie vor den etwas versteckten Speicher-Editor, der sich über die Schaltfläche mit den drei Punkten in der linken oberen Ecke des Fensters öffnen lässt. Aber Achtung, anders als andere Partitionierungswerkzeuge führt der Editor Änderungen sofort aus, ohne sie zuvor zu sammeln und sich noch einmal bestätigen zu lassen.

Versionspflege

Fedora Workstation liefert das neue Gnome 49 aus. Die Gnome-Entwickler haben den altgedienten Videoplayer Totem durch Showtime ersetzt, der auf Deutsch schlicht Videowiedergabe heißt. Der Dokumentenbetrachter Evince wird durch Papers ersetzt. Showtime und Papers bauen beide auf den moderneren Bibliotheken GTK und Libadwaita auf. Die Kalender-App ist jetzt barriereärmer und eignet sich besser für Nutzer, die sie mit der Tastatur oder Bedienungshilfen bedienen.

Bei der Paketverwaltung RPM vollzieht Fedora den Sprung auf Version 6. Die bietet prinzipiell neue Funktionen im Bereich Security wie automatische Signaturprüfungen und Abgleich von OpenPGP-Schlüsseln per Fingerprint, die Fedora in diesem Release aber noch nicht nutzt. Sie sollen in einem späteren Release aktiviert werden. Auch beim Paketformat verweilt man bei v4, anstatt auf das neu eingeführte v6-Format zu wechseln.

Im Maschinenraum von Fedora 43 läuft der Linux-Kernel 6.17. Außerdem hebt das Release diverse Pakete für Entwickler auf neuere Versionen, beispielsweise gcc 15.2, binutils 2.45, glibc 2.242. Python wird auf Version 3.14, das neueste Major-Release, angehoben. Das führt jedoch dazu, dass DaVinci Resolve 20 nicht mehr startet, weil der Videoeditor Python 3.11 erwartet. Das Problem lässt sich allerdings durch einen kleinen Workaround beheben [8]. Neu dabei ist die Low-Level-Programmiersprache Hare.

Das Upgrade von Fedora 42 auf 43 schlägt fehl, wenn die Wine-Pakete wine-core oder wine-dxvk installiert sind. Als Workaround bleibt nur, die Pakete zu entfernen und nach dem Upgrade wieder zu installieren.

Fazit

Fedora 43 ist ein solides Release, dessen Neuerungen für die meisten Nutzer allerdings nicht besonders augenfällig sein dürften. Mit dem endgültigen Abschneiden von X11 und dem Ausrollen des neuen Installers auch für die Spins wurden viele Altlasten ("technical debt") getilgt. Damit ist das Projekt gut für die Zukunft aufgestellt. Fedora 43 wird etwa 13 Monate, also bis Dezember 2026 mit Aktualisierungen versorgt. Wer noch Fedora 42 nutzt, sollte das Upgrade bis zum Mai 2026 vornehmen, denn da erreicht der Vorgänger das Ende seines Lebenszyklus.

Fedora Workstation 43
Linux-Distribution
Hersteller Fedora-Projekt [9]
Systemanf. x86-64-Prozessor (2 GHz, Dual-Core) oder gleichwertiger Prozessor mit arm64- oder ppc64le-Architektur, 15 GByte Massenspeicher, 2 GByte RAM
Preis kostenlos (Open Source)


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10969393

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Linux-Distribution-Fedora-43-bringt-neuen-Installer-fuer-Spins-und-Wayland-pur-10969393.html
[2] https://www.heise.de/tests/Linux-Distribution-Omarchy-fuer-Entwickler-im-Test-11069460.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Mit-Distrobox-mehrere-Linux-Distributionen-automatisiert-starten-10371482.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Mit-incron-oder-inotify-Linux-digitalisiert-Text-von-Papiervorlagen-automatisch-10331975.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Linux-auf-Notebook-Exoten-installieren-10310643.html
[6] https://www.heise.de/ratgeber/Wie-Ubuntu-24-10-auf-Notebooks-mit-Snapdragon-X-Elite-funktioniert-10308547.html
[7] https://www.heise.de/tests/Linux-Distribution-elementary-OS-8-0-im-Test-Wayland-und-mehr-Barrierefreiheit-10212792.html
[8] https://forum.blackmagicdesign.com/viewtopic.php?f=21&t=229449
[9] https://fedoraproject.org
[10] mailto:ndi@heise.de

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  • 12. November 2025 um 14:00

Was bleibt von Baerbocks "feministischer Außenpolitik"?

Von Luca Schäfer

Luca Schäfer

Eine Frau vor Vorhängen

Was bleibt von Baerbocks "feministischer Außenpolitik"?

(Bild: Victor Mogyldea/Shutterstock.com)

Zwischen Gaza und Ukraine-Krieg: Warum Baerbocks außenpolitischer Feminismus mehr Feigenblatt als Fortschritt war. Eine Rückschau.

Ohne Frage war die Zeit "feministischer Außenpolitik" unter Annalena Baerbock (B90/Grüne) von multiplen Krisen geprägt. In der Rückschau bezeichnete [1] die gebürtige Hannoveranerin ihre Amtszeit als "auf Highspeed". Dabei erinnerten Programmatik und Realität an Theodor Roosevelt.

Unter dem Slogan "Speak softly and carry a big stick" prägte [2] dieser die als "Big-Stick-Diplomatie" bekannt gewordene Tatsache, dass Rhetorik und Gesten nur in Kombination mit Stärke Geltung erlangen. Während Baerbock auf den Posten der UN-Vollversammlungspräsidentin "entsorgt" wurde [3], blieb die Frage des Outputs einer sich auf den Feminismus beziehenden internationalen Politik offen.

Was den Feuilleton begeisterte, die liberale Oberschicht im Sturm eroberte und als Anbeginn multilateraler Koexistenz klang, wurde mit Widersprüchen kontrastiert. Was bleibt?

Maskuline Außenpolitik

Die Idee einer feministischen Variante von Außenpolitik ist keine originäre Erfindung des ehemals Grün-geführten Außenministeriums. Der Den Haager Kongress 1915 stritt genauso wie auch die heutigen europäischen Staaten um die korrekte Anwendung des Feminismus.

Während Schweden als erstes europäisches Land 2014 in seiner Außenpolitik Feminismus verankerte, war Berlin Nachzügler. Wie die emeritierte Politikwissenschaftlerin Birgit Sauer einordnet [4], gilt insbesondere die Außenpolitik als maskulin, da diese "auf Wettbewerb, Dominanz und Herrschaft zwischen Staaten basiert" und somit "patriarchale Werte" dominieren.

Dreimal R

Damit einhergeht die kritisch zu hinterfragende Erkenntnis, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Konflikt zu befrieden, laut Vereinten Nationen [5] um 35 Prozent ansteigt, wenn Frauen an dessen Lösung beteiligt sind.

Fußend auf jener Prämisse versteifte sich die feministische Außenpolitik auf drei Konstanten: Rechte, Repräsentation und Ressourcen.
Beginnend mit den Rechten, sollen insbesondere Frauen und marginalisierte Gruppen Gleichberechtigung erfahren. Dies umfasst [6] insbesondere den Schutz vor Gewalt.

Zum Zweiten geht [7]es um die Erhöhung der Sichtbarkeit weiblich-gelesener Personen in männlich-dominierten Bereichen. Für die Umsetzung feministischer Policies sind letztlich Ressourcen notwendig: Hierzu zählen [8] finanzielle Mittel, personelle Ressourcen, Infrastruktur, gezielte Förderprogramme, kurzum die fiskalpolitische Deckung von Mitteln und Wegen.

Quotengesichter

Um dem programmatischen Ansinnen Ausdruck zu verleihen [9], sollte vor allem das Auswärtige Amt ein "weiblicheres Gesicht" aufsetzen. Im Rekurs auf die militärische Eskalation in der Ukraine fokussierte sich Berlin im Rahmen der Vereinten Nationen stark auf die vorhandene geschlechtsspezifische Gewalt.

Als ein Beleg mag gelten, dass die deutsche UN-Botschafterin Leendertse in einer 2022 gehaltenen Rede zwar zeilenlang ukrainische Opfer von sexualisierter Gewalt geißelte, aber keine Silbe über andere Weltgegenden verlor. [10]

Deutschland verpflichtete sich ferner, im Ressourcen-Bereich bis zu einem gewissen Anteil Projektmittel "gender-sensitiv" zu verwenden. Dies definierte [11] Baerbock als 85 Prozent "gender-sensitiv" und rund 8 Prozent "gender-transformativ".

Erschwerend trat, wie der US-Thinktank Carnegie Endowment analysiert, [12] hinzu, dass mit den Absichten auch ein rhetorischer Rahmen gesetzt wurde: Fußend auf Diversität wurde ein wertebasierter Duktus manifestiert. Deren Kern es war, Feminismus nicht als Randthematik abzutun, sondern in die Mitte einer pragmatisch-handlungsorientierten Politik zu pressen. Feministische Außenpolitik als "ein umfassender Ansatz", lautete die Devise [13].

Grenzgänge

Ein "umfassender Ansatz" musste weitreichende Kompetenzverschiebungen, Machtrelokalisierungen und Strategieveränderungen mitsichbringen. Aus heutiger Sicht ist dies – primär in den Bereichen Rechte und Ressourcen – nur in Nuancen vorhanden. Wie der Deutsche Bundestag zum Ende der vergangenen Legislaturperiode resümierte [14], sei es gelungen, bei Ernennungen, Veränderungen in Botschaftsbesetzungen oder im Auswärtigen Amt einen deutlichen Egalitätssprung zu erreichen.

Wie OECD-Daten hingegen ergaben [15], konnten die überambitionierten Zielzahlen im Bereich der Ressourcenförderung aus deutscher Sicht nicht erreicht werden: Zwar weisen Projekte mit 56,2 Prozent deutlich höhere Anteile genderrelevanter Zielmarken auf, verfehlen jedoch die definierten Zielwerte deutlich.

Traumgebilde

Primärer Kritikadressat ist die außenpolitische Praxis, nicht deren behördliche Binnenbegleitmusik. Insbesondere bei der Praxis der Waffenlieferungen entstand eine kaum zu überbrückende Diskrepanz: Während internationale Studien nachweisen [16], dass Waffenexporte sowie deren Einsatz geschlechtsspezifische Auswirkungen besitzen, genehmigte die damalige Bundesregierung Rekordmengen. Mit den Export-Explosionen gen Israel und Ukraine verschärfte sich das antagonistische Dilemma.

Die UN-Monitoring-Mission dokumentierte verifizierte [17] zivile Opfer im Ukraine-Konflikt. Allein für die Jahre unter der Ägide Baerbocks können Zehntausende weibliche Opfer gezählt werden. Dabei sabotierte die deutsche Bundesregierung gemeinsam mit ihren westlichen Wertepartnern jegliche Aussicht auf friedliche Koexistenz und untergrub Verhandlungen in Istanbul.

Die militärische Unterstützung der Ukraine durch Ringtauschmaßnahmen und Finanzierungen ließen das feministische Traumgebilde in den Trümmern der ukrainischen Staatlichkeit zurückbleiben [18].

Wendepunkt Gaza

Weit schwerwiegender dürften jedoch die Verwerfungen und westlichen Schutzunterlassungen gegenüber der weiblichen (wie männlichen) Bevölkerung des palästinensischen Küstenstreifens wiegen. Wie Middle East Eye analysiert [19], hat kein anderer Konflikt deutsche Scheinhelligkeit derart bloßgestellt und das deutsche Ansehen international diskreditiert.

Mit freundlicher Genehmigung deutscher Staatsräson zermalmte [20] die israelische Kriegsmaschinerie nach vorläufigen Erkenntnissen 28.000 Frauen und Mädchen. Für den Globalen Süden [21] existiert eine feministische Zeit- und Werterechnung vor und nach dem 7. Oktober.

Feministische Instrumentalisierung

Was bleibt? Auf den ersten Blick: wenig. Vieles wurde kaum umgesetzt, abgebrochen, rückabgewickelt. Manches konnte – dank der durchaus zu kritisierenden "Implementierungslücke" des Maskulinismus – gar nicht ins Werk gesetzt werden.

Neben der weitgehenden Nichtbeachtung der sich zunehmend verschlechternden Lage der Frauen in Deutschland [22] und einem gesellschafts- und sexualpolitischem europaweiten Rollback, posaunte die deutsche Außenpolitik Werte ohne Wirkung in die Weltgeschichte. Feminismus diente maximal als Feigenblatt und rhetorisches Beiwerk einer durch und durch an den geopolitischen Konkurrenzinteressen der deutschen Wirtschaft ausgerichteten Weltordnungspolitik.

Reduziert auf ihre Wirkung führte die "feministische" Außenpolitik exakt zum Gegenteil ihrer formal intendierten Absicht: Sie verschärfte, [23] verlängerte und verschlimmerte militärische internationale Machtpolitik.

Verhaftet in einem selbstgefälligen nordatlantischen Paradigma kamen reale, postkoloniale Feminismen nur als Opfererzählung vor. Auf die durch und durch antifeministische Zeitenwende und ihre rhetorische Verkleidung müsste eine zweite Wende folgen: Die logische Konsequenz in der Diktion feministischer Theoriebildung ist der Schrei nach einer antimilitaristischen und unteilbaren feministischen Theorie und Praxis, die sich nicht in Plattitüden, hehren Werten und Symbolismus erschöpfen lässt.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/baerbock-aussenministerin-g7-100.html#:~:text=Nun%20nimmt%20sie%20im%20Kreis,auf%20Anfrage%20des%20ARD%2DHauptstadtstudios.
[2] https://www.diplomacy.edu/topics/big-stick-diplomacy/
[3] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/baerbock-praesidentin-un-vollversammlung-new-york-100.html
[4] https://geschichtedergegenwart.ch/feministische-aussenpolitik-signum-einer-neoliberal-disziplinierenden-zeitenwende/
[5] https://www.boell.de/de/feministische-aussenpolitik
[6] https://dgap.org/en/research/publications/defining-feminist-foreign-policy-germanys-national-security-strategy
[7] https://medicamondiale.org/en/violence-against-women/sexualised-wartime-violence/feminist-foreign-policy
[8] https://www.auswaertiges-amt.de/en/aussenpolitik/themen/ffp-guidelines-2585074
[9] https://amp.dw.com/en/german-government-to-promote-feminist-foreign-policy/a-64855031
[10] https://new-york-un.diplo.de/un-en/2523476-2523476
[11] https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/baerbock-guidelines-ffp-2586412
[12] https://carnegieendowment.org/research/2023/03/germany-has-a-new-feminist-foreign-policy-what-does-it-mean-in-practice
[13] https://www.auswaertiges-amt.de/en/newsroom/news/baerbock-guidelines-ffp-2586412
[14] https://www.bundestag.de/resource/blob/1103132/WD-2-032-25.pdf
[15] https://www.oecd.org/en/publications/development-co-operation-profiles_04b376d7-en/germany_460a37b1-en.html
[16] https://centreforfeministforeignpolicy.org/2022/12/12/why-the-international-arms-trade-is-a-feminist-issue-and-what-germany-can-do-about-it/
[17] https://ukraine.ohchr.org/sites/default/files/2025-02/Human%20rights%203%20years%20into%20Russia%27s%20full-scale%20invasion%20of%20Ukraine_factsheet%20%28ENG%29.pdf
[18] https://www.swp-berlin.org/10.18449/2023C22/
[19] https://www.middleeasteye.net/opinion/gaza-germany-feminist-foreign-policy-sham-exposes
[20] https://www.unwomen.org/en/news-stories/news/2025/05/un-women-estimates-over-28000-women-and-girls-killed-in-gaza-since-october-2023
[21] https://www.heise.de/tp/article/Wie-der-Westen-den-Globalen-Sueden-verliert-9183423.html
[22] https://www.heise.de/tp/article/Rentenluecke-bei-Frauen-Warum-Altersarmut-oft-weiblich-ist-10699256.html
[23] https://www.akweb.de/ausgaben/692/feministische-aussenpolitik-konzept-und-praxis-deutscher-imperialismus/

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  • 12. November 2025 um 14:00

IEA rechnet plötzlich mit 13 Prozent mehr Ölverbrauch bis 2050

Von Bernd Müller

Bernd Müller

Strahlpumpe oder Eselpumpe, die zur Gewinnung von Rohöl aus dem Förderölbrunnen betrieben wird, mit helllichtem Himmelhintergrund.

(Bild: Nattawit Khomsanit / Shutterstock.com)

Die Agentur nimmt nach fünf Jahren ein Szenario wieder auf, das steigende fossile Nachfrage einkalkuliert – und korrigiert frühere Annahmen.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat im World Energy Outlook 2025 nach fünfjähriger Pause das Current Policies Scenario (CPS) wieder aufgenommen – und zieht damit in Betracht, dass ein schneller Rückgang des Verbrauchs von Kohle, Öl und Gas nicht unbedingt zu erwarten ist. Damit zeichnet die IEA ein deutlich anderes Bild vom künftigen Energiemarkt als bislang.

In diesem Szenario steigt die weltweite Ölnachfrage bis 2050 um 13 Prozent von derzeit rund 100 Millionen auf 113 Millionen Barrel pro Tag. In früheren Prognosen ging man bei der IEA davon aus, dass die Ölnachfrage stagnieren oder zurückgehen würde, heißt es bei [1] Bloomberg.

Drei Szenarien ohne Wahrscheinlichkeitsgewichtung

Dass das CPS-Szenario auf Druck seitens der USA wieder eingeführt worden sei, weist IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol zurück. Grund seien vielmehr die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten, von denen die Welt momentan geprägt ist.

Mit dem CPS-Szenario enthält der Bericht jetzt drei Hauptszenarien, die unterschiedliche Entwicklungspfade des Energiemarkts abbilden. Aber keines von ihnen soll laut IEA als Prognose wahrgenommen werden und keines soll als wahrscheinlicher als andere gelten.

Das CPS basiert auf der Annahme, dass sich Elektroautos deutlich langsamer verbreiten als vielfach erhofft. Der Anteil von E-Autos am weltweiten Gesamtabsatz stagniert demnach nach 2035 weitgehend. Gleichzeitig weisen auch Wind- und Solarenergie geringere Wachstumsraten auf, während Erdgas stärker zulegt.

Im alternativen Stated Policies Scenario (STEPS) verdoppelt sich der E-Fahrzeug-Anteil bis 2030 und übersteigt fünf Jahre später 50 Prozent.

Ölpreise und Investitionsbedarf im Energiemarkt

Die unterschiedlichen Nachfragepfade haben erhebliche Konsequenzen für den Energiemarkt. Im CPS saugt die höhere Nachfrage Überschüsse an Öl und Flüssiggas schneller auf, wodurch die Ölpreise bis 2035 auf etwa 90 US-Dollar pro Barrel steigen.

Um diese Nachfrage zu decken, sind neue Projekte mit einem Umfang von rund 25 Millionen Barrel pro Tag sowie Lieferungen von Produzenten erforderlich, die derzeit Sanktionen unterliegen.

Im STEPS erreicht die Ölnachfrage ihren Höhepunkt "um 2030" – später als im Vorjahresbericht prognostiziert. Für 2050 erwartet die IEA durchschnittlich 96,9 Millionen Barrel pro Tag, gegenüber der vorherigen Schätzung von 93,1 Millionen.

Die Klimawirkung unterscheidet sich zwischen den Szenarien dramatisch: Das CPS führt bis 2100 zu einer Erwärmung um nahezu drei Grad Celsius, das STEPS zu etwa 2,5 Grad.

Kursänderung der IEA sorgt für Diskussionen

Mit ihrer Neupositionierung ist die IEA nicht allein, sondern reiht sich vielmehr in einen Branchentrend ein. So hatte etwa der Energiekonzern BP im September bereits seine Prognose zurückgenommen, wonach der Ölverbrauch schon in diesem Jahr seinen Peak erreichen könnte.

Die IEA selbst hatte im September erklärt, dass Milliarden Dollar in neue Öl- und Gasvorkommen investiert werden müssen – nachdem sie zuvor solche Investitionen als mit Klimazielen unvereinbar bezeichnet hatte.

Aufgrund dieser früheren Szenarien stand die IEA allerdings unter Druck. So hatte ihr der Generalsekretär des OPEC-Kartells vorgeworfen, eine "ölfeindliche Haltung" einzunehmen. Auch aus den Reihen der Republikaner in den USA gab es das Bestreben, ihr deshalb die Mittel zu kürzen.

Kurzfristig reichliches Angebot am Energiemarkt

Kurzfristig deuten alle WEO-2025-Szenarien auf eine reichliche weltweite Versorgung mit Öl und Gas hin. Die Ölmärkte spiegeln dies bereits wider: Trotz geopolitischer Instabilität liegen die Preise im Bereich von 60 bis 65 US-Dollar pro Barrel. Eine ähnliche Entspannung am Gasmarkt scheint unmittelbar bevorzustehen.

Die endgültigen Investitionsentscheidungen für neue LNG-Projekte haben 2025 stark zugenommen. Bis 2030 sollen rund 300 Milliarden Kubikmeter jährlich neue LNG-Exportkapazitäten in Betrieb genommen werden. Dadurch wird das weltweite, verfügbare LNG-Angebot wohl um 50 Prozent erhöhen.

Etwa die Hälfte der neuen Kapazitäten wird in den USA gebaut, weitere 20 Prozent in Katar. Die IEA hat ihre Erdgasnachfrage nach oben korrigiert, doch bleibt die Frage offen, wohin das gesamte neue LNG geliefert werden soll.

Elektrizität als neues Zentrum des Energiemarkts

"Letztes Jahr haben wir gesagt, dass die Welt sich schnell auf das Zeitalter der Elektrizität zubewegt – und heute ist klar, dass es bereits angebrochen ist", so Birol [2].

Der Strombedarf wächst in allen Szenarien viel schneller als der Gesamtenergieverbrauch. Bereits heute fließen etwa 50 Prozent der globalen Energieinvestitionen in Stromerzeugung und Elektrifizierung der Endnutzung.

Die weltweiten Investitionen in Rechenzentren werden bis 2025 voraussichtlich 580 Milliarden US-Dollar erreichen – mehr als die 540 Milliarden US-Dollar, die weltweit für die Ölversorgung ausgegeben werden. "Diejenigen, die sagen, dass 'Daten das neue Öl sind', werden feststellen" – so Birol – dass dies der Wandel moderner Volkswirtschaften sei.

Netzausbau hinkt Erzeugung hinterher

Ein zentrales Thema für die Energiesicherheit ist die Geschwindigkeit, mit der neue Netze, Speicher und andere Quellen für Systemflexibilität eingerichtet werden.

Die Investitionen in Stromerzeugung sind seit 2015 um fast 70 Prozent gestiegen, aber die jährlichen Ausgaben für das Stromnetz wuchsen nur um weniger als die Hälfte dieses Wertes. Dieser Engpass gefährdet die Stabilität des Energiemarkts.

Erneuerbare Energien wachsen in allen Szenarien schneller als jede andere wichtige Energiequelle, angeführt von der Solarenergie. Bis 2035 werden 80 Prozent des globalen Energieverbrauchswachstums in Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung stattfinden.

Die weltweite Kernkraftkapazität steigt bis 2035 um mindestens ein Drittel, wobei sowohl traditionelle Großkraftwerke als auch kleine modulare Reaktoren zum Einsatz kommen.

Eine Gruppe von Schwellenländern – angeführt von Indien und Südostasien, ergänzt durch Länder im Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika – wird zunehmend die Dynamik des Energiemarkts prägen.

Gemeinsam übernehmen sie die Führung von China, das seit 2010 für die Hälfte des weltweiten Wachstums der Öl- und Gasnachfrage und 60 Prozent des Wachstums der Stromnachfrage verantwortlich war.

Kritische Mineralien als neue Schwachstelle

Neben den bekannten Risiken für die Energieversorgung gibt es inzwischen auch Probleme bei den Lieferketten kritischer Mineralien. Ein einziges Land sei dominant als Veredler von 19 der 20 strategischen Mineralien, die im Energiesektor notwendig sind. Und dieses Land hält in dem Bereich einen Marktanteil von 70 Prozent.

Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch geografisch hat die Konzentration bei den kritischen Mineralien zugenommen. Insbesondere für Nickel und Kobalt, wie die IEA berichtet. Und dieser Prozess wird sich laut Analyse auch nur langsam umkehren.

"Wenn wir uns die Geschichte der Energiewelt in den vergangenen Jahrzehnten ansehen, gab es keine andere Zeit, in der die Spannungen im Bereich der Energiesicherheit so viele Brennstoffe und Technologien gleichzeitig betrafen", sagte Birol.

Störungen der kritischen Energieinfrastruktur betrafen im Jahr 2023 mehr als 200 Millionen Haushalte weltweit. Stromleitungen erwiesen sich als besonders anfällig, wobei Schäden an Übertragungs- und Verteilungsnetzen etwa 85 Prozent der Vorfälle ausmachten.

Rund 730 Millionen Menschen leben immer noch ohne Strom, und fast zwei Milliarden Menschen sind auf gesundheitsschädliche Kochmethoden angewiesen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-12/iea-reinstates-bullish-oil-demand-growth-scenario-in-key-report
[2] https://www.iea.org/news/as-risks-multiply-in-a-world-thirsty-for-energy-diversification-and-cooperation-are-more-urgent-than-ever

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  • 12. November 2025 um 12:15

Eklat: EU-Außenbeauftragte streicht Sowjetunion aus dem Sieg gegen Hitler

Von Marcel Kunzmann

Marcel Kunzmann

Eine Frau vor einem Podium vor EU-Flaggen

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas

(Bild: Dan Morar/Shutterstock.com)

Kallas bezeichnete den Sieg von Sowjetunion und China im Zweiten Weltkrieg als falsches "Narrativ". China reagiert empört, die Bundesregierung hält sich zurück.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat mit umstrittenen Äußerungen zur Rolle der Sowjetunion und Chinas im Zweiten Weltkrieg einen diplomatischen Eklat ausgelöst.

Die estnische Politikerin bezeichnete am 3. September bei einer Konferenz des European Institute for Security Studies in Brüssel den Sieg dieser Länder über Nazi-Deutschland als fragwürdiges "Narrativ", wie die Berliner Zeitung berichtet [1].

Kallas bezog sich auf ein Asean-Treffen [2], bei dem Russland und China ihre gemeinsame Rolle im Kampf gegen die Nazis hervorgehoben hatten.

"Ich dachte mir: Okay, das ist etwas Neues. Aber dann sieht man, dass man, wenn man die Geschichte kennt, viele Fragezeichen im Kopf hat", sagte [3] die EU-Außenbeauftragte. Menschen würden heute "nicht mehr so viel lesen" und sich "nicht mehr so gut an die Geschichte erinnern", weshalb sie "diese Narrative glauben" würden.

Scharfe Reaktion aus Peking

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums wies die Äußerungen von Kallas als "Missachtung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs" sowie als "völlig falsch und unverantwortlich" zurück [4]. Die chinesische Regierung forderte, dass "einige in der EU" die falschen Aussagen unverzüglich korrigieren und zu "soliden Beziehungen" zwischen China und der EU beitragen sollten.

Historisch ist unbestritten, dass der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg von 1937 bis 1945 Teil des Zweiten Weltkriegs war. China erklärte am 9. Dezember 1941 Deutschland, Italien und Japan den Krieg und beendete mit Unterstützung der Sowjetunion und der USA die japanische Besetzung. Umstritten ist lediglich die Rolle der Kommunisten unter Mao Zedong, da sich China damals im Bürgerkrieg zwischen Nationalisten und Kommunisten befand.

Bundesregierung hält sich zurück

Auf Anfrage [5] der NachDenkSeiten teilte das deutsche Auswärtige Amt mit: "Die Leistung der Alliierten ist unbestritten. Historische Einordnungen gehören nicht zu den Aufgaben des Auswärtigen Amts."

Eine öffentliche Korrektur der Aussagen von Kallas lehnte die Bundesregierung damit ab.

Kallas rudert bei China zurück, schweigt zur Sowjetunion

Der EU-Abgeordnete Fabio De Masi vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stellte eine schriftliche Anfrage an Kallas und wollte wissen, ob sie tatsächlich der Auffassung sei, dass die Sowjetunion und China keinen Beitrag zum Sieg über Nazi-Deutschland geleistet hätten.

In ihrer Antwort, die der Berliner Zeitung vorliegt, betont Kallas, die EU würdige "alle Opfer, die erbracht wurden, um den Zweiten Weltkrieg zu beenden". Auch "den Mut der Menschen in China, die bei der Verteidigung ihrer Heimat und ihrem Beitrag zur Beendigung des Krieges enormes Leid erlitten haben".

Auffällig ist jedoch, dass Kallas den sowjetischen Anteil am Sieg über den Faschismus vollständig unerwähnt lässt. Weder die Schlacht von Stalingrad noch die Befreiung weiter Teile Europas und von Konzentrationslagern durch die Rote Armee oder die mehr als 27 Millionen getöteten Sowjetbürger, darunter viele Ukrainer, Belarussen und Balten, finden Erwähnung.

Vorwurf der "Kamikaze-Diplomatie"

De Masi bezeichnete [6] Kallas' Antwort als "erstaunliches Geschichtsbild": "Kallas bringt es auch in ihrer Antwort nicht über die Lippen, den Tod von 27 Millionen Sowjetbürgern, darunter etliche Ukrainer, zu würdigen!" Er verwies darauf, dass Kallas' Ehemann während estnischer Wirtschaftssanktionen in Geschäfte mit Russland verwickelt war und ihr Vater Finanzminister der estnischen Sowjetrepublik gewesen sei. "Sie scheint da etwas kompensieren zu müssen", so De Masi.

Der BSW-Politiker bezeichnete Kallas als "diplomatischen Unfall", der Europas Interessen in der Welt schade. Die "Kamikaze-Diplomatie von Kallas" falle in eine Zeit, in der sich die Europäer "in einen Wirtschaftskrieg mit China treiben lassen", warnte De Masi. Als Beispiel nannte er den Fall des Chipherstellers Nexperia [7], den die Niederlande auf US-Druck enteignen wollten [8], nun aber wieder "aushändigen" müssen, da China "mit seiner Kontrolle über kritische Rohstoffe am längeren Hebel sitzt".

Kallas warnt ihrerseits vor russischer Geschichtsmanipulation und zieht Parallelen zum Ukrainekrieg. Russland manipuliere "bewusst historische Narrative im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg", um von der "unangenehmen Wahrheit" abzulenken. Es sei entscheidend, "Versuche, die Geschichte aus politischen Gründen umzuschreiben", zurückzuweisen – sagte Kallas.

Kallas ist bekannt für ihre scharfe antirussische Haltung, auch in der Geschichtspolitik. Während ihrer Zeit als Ministerpräsidentin Estlands ordnete sie [9] die Entfernung eines Denkmals an, das an gefallene Soldaten der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg erinnerte.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/eu-kallas-de-masi-russland-china-li.10004771
[2] https://www.heise.de/tp/article/Wie-westliche-Handelsblockaden-Asean-in-Chinas-Arme-treiben-10748059.html
[3] https://www.youtube.com/watch?v=gPN1d0H5EFg
[4] https://english.news.cn/20250905/91caf27a84154f92b8135877502ef4bc/c.html
[5] https://www.nachdenkseiten.de/?p=138839
[6] https://www.facebook.com/fabio.d.masi/posts/die-eu-au%C3%9Fenbeauftragte-irritierte-k%C3%BCrzlich-mit-aussagen-die-nahelegten-dass-aus/1377929197027769/
[7] https://www.telepolis.de/article/Nexperia-Krise-Produktion-wird-zwischen-Europa-und-Asien-neu-verteilt-11068863.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/China-lockert-Exportregeln-fuer-Nexperia-Chips-mit-ziviler-Nutzung-11071752.html
[9] https://peoplesworld.org/article/estonia-removes-memorial-honoring-estonians-and-russians-who-fought-nazis/

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  • 12. November 2025 um 10:34

Anzeige: Powerbank mit 145 W und 25.000 mAh um 42 Prozent reduziert

Von Antje Lüth
Amazon hat eine starke Powerbank von Ugreen im Angebot, die mit 25.000 mAh handgepäcktauglich ist und drei Geräte mit bis zu 145 W auflädt.
Powerbank von Ugreen (Bild: amazon.de/ugreen)
Powerbank von Ugreen Bild: amazon.de/ugreen

Wer beruflich viel unterwegs ist oder im Urlaub zuverlässig Strom für Smartphone, Tablet oder Laptop braucht, sollte sich eine leistungsstarke und gleichzeitig handgepäcktaugliche Powerbank zulegen. Ein Modell von Ugreen, das diese Anforderungen perfekt erfüllt, ist bei Amazon zurzeit so günstig wie seit Monaten nicht mehr.

Powerbank mit 3 USB-Ports und 145 W

Die Powerbank von Ugreen enthält drei Anschlüsse, die sich aus zwei USB-C-Ports und einem USB-A-Port zusammensetzen und Schnellladeprotokolle wie PD 3.1 und QC 3.0 unterstützen. Dadurch ist sie mit einer Vielzahl von Geräten kompatibel. Mit 140 W hat der stärkste USB-C-Port beispielsweise genug Power, um ein MacBook Pro 14'' in nur 30 Minuten zu 50 Prozent aufzuladen. Der zweite USB-C-Port schafft 65 W, während am USB-A-Port 22,5 W zur Verfügung stehen. Sind mehrere Anschlüsse gleichzeitig im Einsatz, wird die Ladeleistung intelligent aufgeteilt, wobei der stärkste USB-C-Port immer 100 W erreicht.

Powerbank schnell aufladen

Mit einem separat erhältlichen 65-W-Ladegerät lässt sich die Powerbank in nur zwei Stunden vollständig aufladen. Dabei werden auch Durchgangsladungen (Pass-Through-Charging) unterstützt, so dass man die Powerbank und angeschlossene Geräte gleichzeitig mit Strom versorgen kann.

Handgepäcktaugliche Kapazität von 25.000 mAh

Darüber hinaus punktet die Powerbank von Ugreen mit einer Kapazität von 25.000 mAh oder 90 Wh, die den Strombedarf mobiler Geräte für mehrere Tage decken kann. Ein Samsung Galaxy S25 Ultra lässt sich damit zum Beispiel dreimal vollständig aufladen, ein iPhone 17 sogar viermal. Gleichzeitig liegt die Kapazität unter der zulässigen Grenze für das Handgepäck, die zurzeit bei 27.000 mAh und 100 W angesiedelt ist. Auch die kompakte Größe von 16 x 8,08 x 2,67 Zentimetern und das Gewicht von rund 500 Gramm machen die Powerbank zu einem idealen Begleiter für Reisen aller Art.

Die Powerbank von Ugreen bei Amazon

Mit 42 Prozent Rabatt ist die Powerbank von Ugreen bei Amazon aktuell für nur 52,24 statt 89,99 Euro erhältlich. Aber Achtung: Die Aktion ist nur noch für kurze Zeit gültig! Wer sich die Powerbank zum reduzierten Preis sichern möchte, sollte also schnell zugreifen, um den Deal nicht zu verpassen.

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Alternativ hat Amazon weitere Modelle von Ugreen im Angebot, darunter eine Ugreen Nexode Powerbank mit 165 W , 25.000 mAh und vier Anschlüssen inklusive zwei integrierter Kabel, die mit 25 Prozent Rabatt für nur 59,99 statt 79,99 zu haben ist.

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Ebenfalls reduziert ist die Ugreen Nexode Wireless Powerbank mit 10.000 mAh, kabellosen 7,5 W und 15 W USB-C . Dieses Modell gibt es mit 35 Prozent Rabatt für nur 20,88 statt 31,99 Euro.

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Eine Übersicht über alle reduzierten Powerbanks von Ugreen und anderen Herstellern ist hier zu finden:

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  • 12. November 2025 um 14:36

Anzeige: Macbook Pro mit M5 schon jetzt 200 Euro günstiger bei Amazon

Von Simon Krebs
Gerade erst hat Apple das Macbook Pro mit neuem M5 vorgestellt, schon ist es bei Amazon deutlich reduziert. Käufer sparen bereits 200 Euro.
Das neue Macbook Pro M5 mit 200 Euro Rabatt bei Amazon (Bild: Amazon.de/Apple/Golem)
Das neue Macbook Pro M5 mit 200 Euro Rabatt bei Amazon Bild: Amazon.de/Apple/Golem

Erst Mitte Oktober hat Apple das neue Macbook Pro mit dem neuen M5-Chip vorgestellt. Wer sich für den neuen Hochleistungs-Laptop interessiert, sollte allerdings nicht bei Apple bestellen. Obwohl das neue Modell erst wenige Wochen auf dem Markt erhältlich ist, ist es bereits jetzt bei Amazon um 200 Euro im Preis gesenkt worden. Da sich der Preis jederzeit ändern kann und nach so kurzer Zeit auch kein zusätzlicher Black-Friday-Rabatt zu erwarten ist, sollten Interessenten schnell handeln, bevor das Gerät zu dem Preis ausverkauft ist.

Apple Macbook Pro M5: So gut ist das neue Notebook

Angetrieben wird das neue Macbook Pro von Apples neuem M5-Chip, der mit einer 10-kernigen CPU und GPU mit einem Neural Accelerator in jedem Kern arbeitet. Dadurch soll eine noch höhere KI-Performance gewährleistet und auch anspruchsvollste Aufgaben in kürzester Zeit erledigt werden. Die Neural Engine beschleunigt KI-gestützte Aufgaben.

Das Liquid Retina XDR Display des Apple Macbook Pro misst 14,2 Zoll. Dank einer Spitzenhelligkeit von 1.600 Nits lässt sich das Display auch bei widrigen Bedingungen sehr gut erkennen. Es eignet sich für viele verschiedene Aufgaben, sowohl unterwegs als auch zu Hause. Die lange Akkulaufzeit kommt besonders bei der Nutzung unterwegs zum Tragen. Apple gibt die Laufzeit mit bis zu 24 Stunden am Stück an. So muss sich niemand um die Stromversorgung Gedanken machen.

Um in hochwertiger Qualität stets in Verbindung bleiben zu können, ist das Macbook Pro M5 mit einer Center-Stage-Kamera mit 12 Megapixeln ausgestattet, die besonders für Videocalls oder Streamingaktivitäten geeignet ist. Nutzer können sich vor der Kamera bewegen, ohne aus dem Fokus zu geraten. Drei Mikrofone in Studioqualität nehmen die eigene Stimme auf. Zur Tonausgabe sind sechs Lautsprecher mit 3D Audio verbaut, die zudem Dolby Atmos unterstützen. Wer mit mehreren Bildschirmen arbeiten möchte, kann bis zu zwei weitere externe Monitore anschließen. Das Macbook Pro ist mit drei Thunderbolt-4-, einem MagSafe-3- sowie einem HDMI-Anschluss ausgestattet. Zudem sind ein SDXC-Kartensteckplatz sowie ein Kopfhöreranschluss vorhanden.

Apple Macbbok Pro M5 200 Euro günstiger bei Amazon

Das Macbook Pro mit dem neuen M5 ist bei Amazon kurz nach dem Marktstart bereits deutlich günstiger als bei Apple. Wer sich jetzt für die Konfiguration mit 16 GByte gemeinsamem Arbeitsspeicher und einer SSD mit 512 GByte Speicherkapazität entscheidet, spart 200 Euro und zahlt nur noch 1.599 Euro. Da sich der Preis jederzeit wieder nach oben verändern kann, sollten Interessenten nicht zu lange warten. Bei Bedarf stehen auch Konfigurationen mit 24 GByte gemeinsamem Arbeitsspeicher und 1 TByte internem SSD-Speicher zur Verfügung. Die Anpassungen können direkt bei Amazon auf der Produktseite vorgenommen werden.

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Apple MacBook Pro 14,2" Laptop mit M5 Chip mit 10-Core CPU und 10-Core GPU: Entwickelt für Apple Intelligence, Liquid Retina XDR Display, 16 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher, 512 GB SSD Speicher; Silber

200 Euro Rabatt sichern

Weitere Produkte des Herstellers aus Cupertino finden sich im Apple-Store bei Amazon . Wer das neue iPhone 17, Airpods, ein iPad oder ähnliche Produkte sucht, wird dort fündig. Wer noch weitere Laptops miteinander vergleichen möchte, schaut sich die Bestsellerliste Laptops an. Dort sind Modelle diverser Hersteller aus unterschiedlichen Preiskategorien nach ihrer aktuellen Beliebtheit bei Amazon-Nutzern sortiert gelistet, so dass jeder für jeden individuellen Anspruch das für sich am besten passende Gerät finden sollte.

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  • 12. November 2025 um 13:55

(g+) ChatGPT Atlas im Test: Wie ich an OpenAIs KI-Browser verzweifle

Von Tobias Költzsch
Auch OpenAI bietet mit Atlas jetzt einen Browser mit KI -Agenten an. Im Test gibt es lichte Momente, aber auch große Verzweiflung.
ChatGPT Atlas soll Nutzer beim Browsen unterstützen. (Bild: OpenAI)
ChatGPT Atlas soll Nutzer beim Browsen unterstützen. Bild: OpenAI

KI-Browser sind eine Sache, Webbrowser mit KI-Agenten eine andere. Nach Perplexity mit Comet und Opera mit Neon (g+) hat nun auch das weltweit wohl wichtigste KI-Unternehmen, OpenAI, ein entsprechendes Produkt auf den Markt gebracht.

ChatGPT Atlas soll nicht nur gewohnte Anfragen an ChatGPT erledigen, sondern auch das Browserfenster übernehmen und eigenständig Aufgaben erledigen können. Im Test habe ich mich auf diesen Punkt konzentriert – schlicht aus dem Grund, dass Browser mit KI-Integration zum Chatten (ohne agentische Funktionen) nicht neu sind, siehe Edge mit Copilot oder Brave.

Golem Plus Artikel

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  • 12. November 2025 um 13:30

Mac als lokales KI-System: So geht's

Von Heise
, KI-generiert mit freepik; bearbeitet von Mac & i

(Bild: KI-generiert mit freepik; bearbeitet von Mac & i)

Wer Aufgaben an Chatbots wie ChatGPT & Co. delegiert, muss den Betreibern oft sensible Daten anvertrauen. Mit dem Open-Source-Projekt Ollama geht das lokal.

Ein eigener KI-Server klingt zunächst nach einer komplexen Infrastruktur, doch es genügt bereits ein Mac mit Apple-Chip, um moderne Sprachmodelle (LLMs) selbst zu betreiben. Die Vorteile gegenüber KI-Diensten wie ChatGPT, Grok, Copilot, Claude oder Gemini: Ihr eigener Server bearbeitet alle Anfragen lokal – unabhängig vom Internet, externen Anbietern und mit vollständiger Kontrolle über Ihre Daten. Für die komfortable Bedienung eignet sich eine Weboberfläche wie Open WebUI, mit der Sie die Modelle ebenso einfach nutzen können wie kommerzielle Chatbots. Das klappt sogar mit jedem Computer oder Smartphone im lokalen im Netzwerk.

Ein eigener KI-Server eröffnet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten im Alltag. Sie können damit Dokumente erstellen, analysieren, übersetzen, zusammenfassen oder sich risikolos an das Thema KI herantasten. Auch Audioaufnahmen kann eine lokale KI transkribieren und damit Inhalte gezielt durchsuchbar oder gehörlosen Menschen zugänglich machen.

Zudem eignet sich die lokale KI hervorragend zur automatischen Textgenerierung. Persönliche E-Mails, Blogbeiträge oder sogar kreative Geschichten entstehen lokal, ohne dass sensible Informationen nach außen gelangen. Künstler, Designer und Musiker erhalten Unterstützung bei Bildbearbeitung, Kompositionen und kreativen Aufgaben. Entwickler können KI-Modelle zudem direkt in lokale Anwendungen integrieren oder Programmierarbeiten beschleunigen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11019113

Copyright © 2025 Heise Medien

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  • 12. November 2025 um 08:00

.NET 10.0 ist fertig

Von Heise
Verkehrsschild mit Aufschrift .NET

(Bild: Pincasso/Shutterstock.com)

Microsoft hat die produktionsreifen Versionen von .NET 10.0 und Visual Studio 2026 veröffentlicht. Spannende Neuerungen gibt es vor allem für C# und Blazor.

Die fertige Version von .NET 10.0 steht seit den Abendstunden des 11. November 2025 auf der Downloadseite [1] kostenfrei zur Verfügung. Für .NET 10.0 benötigen Entwicklerinnen und Entwickler die Entwicklungsumgebung Visual Studio 2026 [2] (alias Version 18.0), die ebenfalls gestern erstmals in einer stabilen Version erschienen ist.

Support für 36 Monate

Microsoft gewährt für .NET 10.0 einen Long-Term Support (LTS) von 36 Monaten, also von November 2025 bis November 2028. Für die vorherige Version .NET 9.0 endet der Support ebenfalls im November 2028, nachdem Microsoft im September bekanntgab [3], den ursprünglich auf 18 Monate begrenzten Support auf 24 Monate zu erweitern.

Diese Erweiterung gilt ab .NET 9.0 für alle Versionen mit Standard-Term Support (STS). .NET 11.0, das im November 2026 erscheinen soll (voraussichtlich wieder am zweiten Dienstag im November, also am 10.11.2026), wird wieder eine solche Version mit Standard-Term Support sein.

Der aktuelle Standard-Term und Long-Term Support für .NET

Der aktuelle Standard-Term und Long-Term Support für .NET

(Bild: Microsoft)

.NET für Android läuft auch auf .NET Core Runtime

Der Aufbau von .NET 10.0 ist fast der gleiche wie bei .NET 9.0 (siehe Abbildung): zahlreiche Anwendungsarten laufen auf Basis eines gemeinsamen Software Development Kit (SDK), einer gemeinsamen Basisklassenbibliothek, den Sprachen C#, F# und Visual Basic .NET sowie dem in (fast) allen Anwendungsarten verwendbaren objektrelationalen Mapper Entity Framework Core. Anders als der Vorgänger Entity Framework Core 9.0, der auf .NET 8.0 und .NET 9.0 nutzbar war, läuft die Version 10.0 des objektrelationalen Mappers ausschließlich auf .NET 10.0. Im Untergrund von .NET 10.0 wirken weiterhin zwei verschiedene Runtimes, abhängig von Anwendungsart und Betriebssystem: die .NET Core Runtime und die Mono Runtime.

Aufbau von .NET 10.0

Aufbau von .NET 10.0

(Bild: Dr. Holger Schwichtenberg)

Neu in .NET 10.0 ist, dass Android-Anwendungen nicht nur wie bisher auf der Mono Runtime, sondern auch auf der .NET Core Runtime laufen können. Dieses Feature gilt aber in .NET 10.0 als experimentell. Ebenso gilt die Kompilierung von Konsolenanwendungen und Browseranwendungen (außer innerhalb von Blazor) zu WebAssembly weiterhin als experimentelles Feature.

Wieder zahlreiche Breaking Changes

Umsteiger von älteren .NET-Versionen auf .NET 10.0 müssen nicht nur das Target-Framework in der Projektdatei bzw. zentralen Build-Konfigurationsdatei Directory.Build.props auf <TargetFramework>net10.0</TargetFramework> ändern, sondern auch einige Breaking Changes berücksichtigen.

Die Breaking Changes, von denen es in .NET 10.0 weniger als in den letzten Versionen gibt, dokumentiert Microsoft in drei Listen:

.NET 10.0 läuft schneller

Wie in den letzten Versionen hat Microsoft zahlreiche Leistungsverbesserungen eingebaut. Insbesondere sind das in .NET 10.0 Verbesserungen der Ausführungszeit und Speicherallokation bei zahlreichen .NET-Basisklassen, was sich positiv auf viele Anwendungen auswirkt. Erläuterungen zu den Performance- und Speicherverbrauchsverbesserungen und genaue Zahlen findet man in einem sehr langen Dokument [7].

Neuerungen in allen Bereichen

In .NET 10.0 gibt es viele neue Funktionen in allen Bereichen: bei der Programmiersprache C#, in der Basisklassenbibliothek, beim objektrelationalen Mapping mit Entity Framework Core, bei der JSON-Serialisierung mit System.Text.Json, den Webframeworks ASP.NET Core und Blazor sowie bei dem Cross-Platform-UI .NET MAUI. Auch bei den alten Windows-Desktop-Frameworks Windows Forms und WPF gibt es einzelne Verbesserungen.

heise Developer hatte über die Neuerungen in .NET 10.0 jeweils anhand der Preview- und Release-Candidate-1-Versionen berichtet, sofern es dort signifikante Neuerungen gab.

Zehn Highlights der Neuerungen in .NET 10.0

Die folgende Liste nennt zehn meiner persönlichen Highlights in .NET 10.0:

1. In C# 14.0 bietet Microsoft ergänzend zu den seit C# 3.0 vorhandenen Extension Methods mit dem neuen Block-Schlüsselwort extension eine verallgemeinerte Möglichkeit der Erweiterung bestehender (auch bereits kompilierter) .NET-Klassen, die Extension Members heißt. Damit können Entwicklerinnen und Entwickler bestehende, kompilierte Klassen um Instanz-Methoden, statische Methoden, Instanz-Properties, statische Properties und Operatoren erweitern.

public static class MyExtensions
{
 // NEU in C# 14.0: Schlüsselwort extension
 extension(System.String s) // <-- Receiver
 {
  /// <summary>
  /// Erweitern um eine Instanz-Methode (alternative Möglichkeit zur bisherigen Syntax)
  /// </summary>
  public string Truncate(int count)
  {
   if (s == null) return "";
   if (s.Length <= count) return s;
   return s.Substring(0, count) + string.Dots;
  }

  /// <summary>
  /// NEU: Erweitern um eine Instanz-Eigenschaft nur mit Getter 
  /// </summary>
  public bool IsEmpty => String.IsNullOrEmpty(s);

  /// <summary>
  /// NEU: Erweitern um eine Instanz-Eigenschaft mit Getter und Setter
  /// </summary>
  public int Size
  {
   get { return s.Length; }
   set
   {
    if (value < s.Length) s = s.Substring(0, value); // Neuzuweisung geht nicht!!!
    if (value > s.Length) s = s + new string('.', value - s.Length); // Neuzuweisung geht nicht!!!
   }
  }

  /// <summary>
  /// NEU: Erweitern um eine statische Methode
  /// </summary>
  public static string Create(int count, char c = '.')
  {
   return new string(c, count);
  }

  /// <summary>
  /// NEU: Erweitern um eine statische Instanz-Eigenschaft
  /// </summary>
  public static string Dots => "...";

  // NEU: Operatorüberladung für ++ 
  public void operator ++()
  {
   s = s + "..."; // Das funktioniert so nicht :-(
  }

  // NEU: Operatorüberladung für += 
  public void operator +=(string b)
  {
   s = s + b; // Das geht :-)
  }
 }
}

Listing: Erweiterungen für die Klasse System.String mit C# 14.0

2. Die bereits in C# 13.0 als experimentelles Feature eingeführten Semi-Auto Properties gelten nun als einsatzreif. Das neue Schlüsselwort field ersetzt im folgenden C#-Programmcode die Deklaration eines eigenen Feld-Mitglieds in der Klasse. Falls man im Programmcode schon ein Datenmitglied mit Namen field besitzt, muss man @field nutzen, um weiterhin darauf zuzugreifen.

public int ID
 {
  get;
  set // init wäre hier auch erlaubt!
  {
   if (value < 0) throw new ArgumentOutOfRangeException();
   if (field > 0) throw new ApplicationException("ID schon gesetzt");
   field = value;
  }
 } = -1;

3. Entwicklerinnen und Entwickler können mit dem .NET 10.0 SDK einzelne C#-Dateien direkt übersetzen und starten – ohne dass es eine Projektdatei (.csproj) geben muss:

dotnet run .\Dateiname.cs

oder einfach

dotnet .\Dateiname.cs

Mit einer neuen Syntax innerhalb der C#-Datei können Entwicklerinnen und Entwickler Einstellungen vornehmen, die bisher nur in der Projektdatei möglich waren, zum Beispiel SDK, NuGet-Referenzen und Build-Properties wie Sprachversion, siehe nächstes Listing.

Microsoft nennt dieses neue SDK-Feature File-based Apps. Damit kann C# nun auch als Skriptsprache zum Einsatz kommen. Dafür brauchte man vorher Lösungen aus der .NET-Community.

#:package Humanizer@2.14.1
#:package Spectre.Console@0.48.*
#:property LangVersion=preview
#:property Version=1.2.0

using Spectre.Console;
using Humanizer;

var title = "C# Script v" + System.Reflection.Assembly.GetExecutingAssembly().GetName().Version + " mit " + System.Runtime.InteropServices.RuntimeInformation.FrameworkDescription;

// Header
AnsiConsole.Write(
    new Panel(title)
        .Header("[yellow]File Based App[/]", Justify.Center)
        .Border(BoxBorder.Rounded)
        .BorderStyle(new Style(foreground: Color.Green))
        .Padding(1, 1, 1, 1)
);

// Daten
var net80 = new Data { Version = "8.0", Release = "2023-11-14" };
var net90 = new Data { Version = "9.0", Release = "2024-11-12" };
var net10 = new Data { Version = "10.0", Release = "2025-11-11" };

// Textausgabe in Wochen
var dotNet8Released = DateTimeOffset.Parse(net80.Release);
TimeSpan dotNet8Since = DateTimeOffset.Now - dotNet8Released;
Console.WriteLine($"It has been {dotNet8Since.Humanize()} since .NET {net80.Version} was released.");

var dotNet9Released = DateTimeOffset.Parse(net90.Release);
TimeSpan dotNet9Since = DateTimeOffset.Now - dotNet9Released;
Console.WriteLine($"It has been {dotNet9Since.Humanize()} since .NET {net90.Version} was released.");

var dotNet10Released = DateTimeOffset.Parse(net10.Release);
TimeSpan dotNet10Since = DateTimeOffset.Now - dotNet10Released;
Console.WriteLine($"{dotNet10Since.Humanize()} until .NET {net10.Version} release.");

class Data
{
    public string? Version { get; set; }
    public string? Release { get; set; }
}

Listing: File-based C#-App in .NET 10.0

Start der File-based App

Start der File-based App

Wenn die Anforderungen höher werden, sind C#-Skripte keine Sackgasse. Entwicklerinnen und Entwickler können per Kommandozeilenbefehl aus einem C#-Skript ein C#-Projekt mit .csproj-Datei machen:

dotnet project convert .\Dateiname.cs

Ein Left Join und ein Right Join waren in Language Integrated Query (LINQ) bisher schon möglich, aber umständlich mit Hilfe von GroupJoin() und SelectMany() sowie DefaultIfEmpty() nachzubilden. In .NET 10.0 gibt es nun eigene LINQ-Operatoren LeftJoin() und RightJoin(), die die Syntax nicht nur prägnanter, sondern auch performanter zur Laufzeit machen.

Das Beispiel zeigt einen Left Join zwischen den Klassen Company und Website:

 var AllCompaniesWithWebsitesSet = companies.LeftJoin(websites,
  e => e.ID,
  e => e.CompanyID,
  (c, w) => new WebsiteWithCompany { Name = c.Name, City = c.City, URL = w.URL }
  );

Die neuen LINQ-Operatoren LeftJoin() und RightJoin() funktionieren auch in Entity Framework Core 10.0 mit allen Datenbankmanagementsystemen.

5. Entity Framework Core unterstützt ab Version 10.0 die beiden neuen Spaltentypen JSON und VECTOR, die es in Microsoft SQL Server 2025 und der Cloudvariante SQL Azure gibt. Mit dem JSON-Spaltentyp wird die Ablage von JSON-Dokumenten effizienter.

Der objektrelationale Mapper hat bisher schon in Spalten des Typs nvarchar(max) in zwei Fällen JSON-Dokumente gespeichert: Listen elementarer Datentypen wie List<int> sowie Owned Types mit JSON-Mapping.

Neu ist darüber hinaus, dass auch bei Complex Types (dem Nachfolger der Owned Types) ein JSON-Mapping möglich ist.

6. Microsofts JSON-Bibliothek System.Text.Json beherrscht nun den JSON-Patch-Standard nach RFC 6902 [9]. Bisher mussten .NET-Entwicklerinnen und -Entwickler für JSON Patch die ältere Community-Bibliothek Newtonsoft.Json einsetzen. Für JSON Patch mit System.Text.Json gibt es eine Erweiterung für System.Text.Json in Form des neuen NuGet-Pakets Microsoft.AspNetCore.JsonPatch.SystemTextJson. Trotz des "AspNetCore" im Namen funktioniert dieses Zusatzpaket auch außerhalb von ASP.NET Core.

// Originalobjekt
  var person = new Person
  {
   FirstName = "Max",
   LastName = "Mustermann",
   PrivateEmail = "buero@mustermann.ag",
   PrivateWebsite = "www.max-mustermann.de",
   CompanyWebsite = "www.mustermann.ag",
   PhoneNumbers = [new PhoneNumber() { Number = "0123 4567-0", Type = PhoneNumberType.Work }],
   Address = new Address
   {
    Street = "Musterstraße 123",
    City = "Musterstadt",
    State = "NRW"
   }
  };

  // JSON-Patch-Dokument
  string jsonPatch = """
[
    { "op": "test", "path": "/FirstName", "value": "Max" },
    { "op": "test", "path": "/LastName", "value": "Mustermann" },
    { "op": "replace", "path": "/FirstName", "value": "Dr. Max" },
    { "op": "move", "from": "/PrivateEmail", "path": "/OfficeEmail" },
    { "op": "remove", "path": "/PrivateWebsite" },
    { "op": "add", "path": "/Address/ZipCode", "value": "1234" },
    { "op": "add", "path": "/PhoneNumbers/-", "value": { "Number": "0123 4567-8" } }
]
""";

  // JSON-Patch-Dokument laden
  JsonPatchDocument<Person> patchDoc = JsonSerializer.Deserialize<JsonPatchDocument<Person>>(jsonPatch);

  // JSON-Patch-Dokument anwenden auf das Person-Objekt mit ApplyTo()
  patchDoc!.ApplyTo(person, patchError => CUI.PrintError(patchError.ErrorMessage));

Listing: JSON Patch mit Microsoft.AspNetCore.JsonPatch.SystemTextJson in einer Konsolenanwendung

7. Blazor Server besitzt für jeden per Websocket angeschlossenen Browser einen sogenannten Circuit, der für alle aktiven Razor Components sowohl das Document Object Model (DOM) als auch die Werte aller Variablen auf dem Webserver speichert. Ab .NET 10.0 können Entwicklerinnen und Entwickler nun erstmalig Zustände über solche Verbindungsabbrüche hinweg persistieren. Blazor Server persistiert dabei nicht den kompletten Circuit und auch nicht alle Variablen einer Razor Component, sondern nur diejenigen Werte, die explizit in den Persistent Component State gelegt werden.

Ergänzend zu dem bisher codebasierten Weg zum Erzeugen des Persistent Component State gibt es in .NET 10.0 nun die Annotation [PersistentState]. In dem Counter-Beispiel, das Microsoft in der Blazor-Projektvorlage liefert, macht man den Zähler so einfach persistent:

[PersistentState]
public int currentCount { get; set; } = 0;

Die Persistierung erfolgt im Standard im RAM. Die Speicherdauer ist dabei im Startcode der Anwendung (Program.cs) konfigurierbar. Alternativ können Entwicklerinnen und Entwickler auch einen Second-Level-Cache (zum Beispiel Redis oder eine Microsoft-SQL-Server-Datenbank) einsetzen und damit auch eine serverübergreifende Nutzung der persistierten Circuit-Daten erlauben. Für den Second-Level-Cache braucht man das Zusatzpaket Microsoft.Extensions.Caching.Hybrid, das es schon seit .NET 9.0 gibt.

8. Blazor Server stellt schon immer einen modalen Dialog dar, falls ein Abbruch der Websockets-Verbindung zwischen Webbrowser und Webserver erfolgt ist und eine Wiederaufnahme versucht wird. Diese Darstellung war allerdings bisher von Microsoft vorgegeben und nicht anpassbar. In der Projektvorlage "Blazor Web App" findet man ab .NET 10.0 eine neue Razor Component im Ordner _Layout mit Namen ReconnectModal.razor (inklusive ReconnectModal.razor.css und ReconnectModal.razor.js). Diese Komponente enthält die Standarddarstellung des modalen Fensters bei Verbindungsproblemen, die Entwicklerinnen und Entwickler nun anpassen können.

9. In ASP.NET-Core-basierten WebAPIs können Entwicklerinnen und Entwickler beim Generieren der OpenAPI Specification (OAS) nun auch die XML-Kommentare zu Klassen und Methoden aus dem C#-Programmcode als Kommentare in das OAS-Dokument einfließen lassen, wenn sie dafür das NuGet-Paket Microsoft.AspNetCore.OpenApi verwenden.

Diese Integration lässt sich mit einem Eintrag in der Projektdatei aktivieren:

<PropertyGroup>
  <GenerateDocumentationFile>true</GenerateDocumentationFile>
</PropertyGroup>

Die XML-Kommentarinformationen <summary>, <remark> und <param> sind dann im OpenAPI-Dokument sichtbar als summary und description.

OAS-Dokumente können nun auch im Format YAML anstelle von JSON erzeugt werden:

app.MapOpenApi("/openapi/{documentName}.yml");

oder

app.MapOpenApi("/openapi/{documentName}.yaml");

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass das Community-Paket Swashbuckle.AspNetCore [10], das Microsoft vor .NET 9.0 in seinen Projektvorlagen einsetzte, die Berücksichtigung der XML-Kommentare und YAML schon lange beherrscht [11]. Microsoft zieht mit seiner in .NET 9.0 neu eingeführten OAS-Implementierung im NuGet-Paket Microsoft.AspNetCore.OpenApi jetzt nur nach.

Das Paket Microsoft.AspNetCore.OpenApi erzeugt nun OAS-Dokumente in der Standard-Version 3.1 statt 3.0. Das Community-Paket Swashbuckle.AspNetCore kann das ab der Version 10.0 [12], die noch im November erscheinen soll, auch.

10. In Windows Forms können Entwicklerinnen und Entwickler nun Screenshots von einzelnen Windows-Forms-Fenstern mit einem Screenshot-Werkzeug verhindern, wie es Android und iOS schon lange kennen.

Dafür gibt es nun die neue Enumerations-Eigenschaft FormScreenCaptureMode der Klasse Form:

  • Bei HideContent erscheint das Fenster nur als schwarzer Kasten (siehe Abbildung).
  • Bei HideWindow verschwindet das Fenster komplett und man sieht im Screenshot, was hinter dem Fenster liegt.
  • Die Einstellung Allow ist der Standard.

Die neue API verhindert natürlich nicht, dass ein Benutzer mit einer Fotokamera den Bildschirm fotografiert.

Das aus dem Hauptformular geöffnete Anmeldefenster ist im Screenshot nur als schwarzer Kasten sichtbar.

Das aus dem Hauptformular geöffnete Anmeldefenster ist im Screenshot nur als schwarzer Kasten sichtbar.

Auch Lowlights in .NET 10.0

Natürlich sollen nicht nur die guten Seiten von .NET 10.0 hervorgehoben werden. Es gibt auch einige Bereiche, in denen es leider keinen Fortschritt gibt:

  • Microsoft unterstützt .NET MAUI immer noch nicht auf dem Linux-Desktop. Es gibt ein privates Projekt [13] des bei Microsoft angestellten Entwicklers Javier Suárez, aber kein einsetzbares Release.
  • Auch wenn Microsoft in .NET 10.0 Performanceverbesserungen (siehe Abbildung) gemacht haben will: Das Hot Reloading in Blazor-Anwendungen ist immer noch eine große Enttäuschung, weil es oft abstürzt und man sich fragen muss, ob man mit oder ohne Hot Reloading produktiver coden kann. Auf der .NET Conf 2025 hat Microsoft aber angekündigt, hier in Visual Studio 2026 mit einem Update im Februar 2026 Verbesserungen zu liefern.
Microsoft hat das Hot Reloading für Blazor-Anwendungen in .NET 10.0 beschleunigt. In einem Beispiel dauerte das Neuladen bisher ganze 38 Sekunden. Die nun erreichten 3 Sekunden sind viel schneller, aber immer noch nicht so schnell wie bei vielen JavaScript-basierten Webframeworks. 

Microsoft hat das Hot Reloading für Blazor-Anwendungen in .NET 10.0 beschleunigt. In einem Beispiel dauerte das Neuladen bisher ganze 38 Sekunden. Die nun erreichten 3 Sekunden sind viel schneller, aber immer noch nicht so schnell wie bei vielen JavaScript-basierten Webframeworks.

(Bild: Microsoft/.NET Conf 2025)

  • Auch der Blazor-Code-Editor für Razor Components hat in der aktuellen Entwicklungsumgebung Visual Studio 2026 noch viele Macken: Immer wieder sieht man die berüchtigten gelben Balken in der Entwicklungsumgebung, die anzeigen, dass ein Editor-Feature gerade abgestürzt ist.
  • Es gibt weiterhin keinen WYSIWYG-Designer für Blazor. Das erwähne ich immer wieder, auch wenn Microsoft schon klargestellt hat, dass es einen solchen Designer nicht liefern werde.
  • Die in Entity Framework Core 9.0 eingeführte, aber nicht für die Praxis brauchbare Unterstützung des NativeAOT-Compilers wurde in Version 10.0 nicht verbessert.
  • Der NativeAOT-Compiler funktioniert nach wie vor nicht für Windows Forms und WPF sowie ASP.NET Core MVC, Razor Pages und Blazor auf dem Server (weder für Static noch Interactive Server-Side Rendering).
  • Blazor WebAssembly kann immer noch kein vollständiges Multi-Threading, wie die GitHub-Issues #68162 [14] und #54365 [15] zeigen.

Ausblick

iX und dpunkt.verlag werden .NET 10.0 zusammen mit www.IT-Visions.de am 18. November in dem eintägigen Online-Event betterCode() .NET 10.0 [16] für Entwicklerinnen und Entwickler ausführlich präsentieren und die einzelnen Features bewerten. Für Teilnehmende gibt es nicht nur nach jedem Vortrag, sondern auch am Ende des Tages die Möglichkeit, mit allen vortragenden .NET-Experten in den interaktiven Austausch zu treten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11074367

Links in diesem Artikel:
[1] https://dotnet.microsoft.com/en-us/download/dotnet/10.0
[2] https://visualstudio.microsoft.com/de/
[3] https://www.heise.de/news/NET-Jetzt-24-Monate-Support-fuer-Standard-Term-Releases-ab-NET-9-0-10661038.html
[4] https://learn.microsoft.com/en-us/dotnet/core/compatibility/10.0
[5] https://learn.microsoft.com/en-us/dotnet/csharp/whats-new/breaking-changes/compiler%20breaking%20changes%20-%20dotnet%2010
[6] https://learn.microsoft.com/en-us/ef/core/what-is-new/ef-core-10.0/breaking-changes
[7] https://devblogs.microsoft.com/dotnet/performance-improvements-in-net-10
[8] https://net.bettercode.eu/index.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_net.empfehlung-ho.link.link
[9] https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc6902
[10] https://github.com/domaindrivendev/Swashbuckle.AspNetCore
[11] https://learn.microsoft.com/en-us/aspnet/core/tutorials/getting-started-with-swashbuckle?#xml-comments
[12] https://github.com/domaindrivendev/Swashbuckle.AspNetCore/issues/2349
[13] https://github.com/jsuarezruiz/maui-linux
[14] https://github.com/dotnet/runtime/issues/68162
[15] https://github.com/dotnet/aspnetcore/issues/54365
[16] https://net.bettercode.eu/index.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_net.empfehlung-ho.link.link
[17] mailto:mai@heise.de

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  • 12. November 2025 um 09:11

programmier.bar: Embedded Development mit Jakob Czekansky

Von Heise
programmier.bar: Embedded Development

(Bild: programmier.bar)

Jakob Czekansky erläutert, wieso Embedded Systems wichtiger Teil unseres Alltags sind, wie sie entwickelt werden und wie sie die technologische Zukunft prägen.

Embedded Systems stecken heute in nahezu jedem Gerät. Moderne Autos und Spülmaschinen bis hin zu Flugzeugen würden ohne die verbauten Mikrocontroller nicht funktionieren. Doch wie genau entstehen eingebettete Systeme? Wie entwickelt man Software für Mikrocontroller und woher kommt die passende Hardware? Darüber sprechen Jan Gregor Emge-Triebel und Dennis Becker in dieser Podcastfolge mit Jakob Czekansky, der an der Technischen Hochschule Mittelhessen zu Embedded Systems [1] lehrt und forscht.

Im Gespräch wird deutlich, dass die Grenze zwischen "klassischer" Softwareentwicklung und Embedded-Entwicklung oft fließend ist. Jakob Czekansky erläutert die wesentlichen Unterschiede und spricht über die besonderen Herausforderungen aus seiner Lehre. Außerdem berichtet er von seinem Forschungsprojekt MICRO [2], das den Zugang zu Hardware für Studierende aus der Ferne ermöglichen [3] und skalierbar machen soll.

Wie man selbst ohne Lötkolben den Einstieg in Embedded Software Engineering findet und was Software-Teams und Embedded Developer voneinander lernen können, erfährt man am Ende der Folge.

Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der programmier.bar [5] bereit: "Embedded Development mit Jakob Czekansky [6]". Fragen und Anregungen gerne per Mail [7] oder via Mastodon [8], Bluesky [9], LinkedIn [10] oder Instagram [11].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11074291

Links in diesem Artikel:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Eingebettetes_System
[2] https://micro.mni.thm.de/
[3] https://orcid.org/0000-0001-8432-0092
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://programmier.bar/
[6] https://www.programmier.bar/podcast/deep-dive-195-embedded-development-jakob-czekansky
[7] mailto:podcast@programmier.bar
[8] https://social.programmier.bar/@podcast
[9] https://bsky.app/profile/programmier.bar
[10] https://www.linkedin.com/company/programmier-bar
[11] https://www.instagram.com/programmier.bar/
[12] mailto:mai@heise.de

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  • 12. November 2025 um 08:25

Linux: KI-Richtlinien für Kernel-Entwickler in der Diskussion

Von Heise
Die Buchstaben AI umfliegen Haken und Warndreiecke. 

(Bild: tadamichi/Shutterstock.com)

Der Linux-Erfinder will KI-Tools genauso behandeln wie andere Werkzeuge – und sieht auch beim Copyright von KI-Beiträgen keine Gründe für Sonderbehandlungen.

KI-nutzende Entwicklertools sind laut Linus Torvalds auch nur Werkzeuge, daher bedürfen sie keiner neuen Regeln bei der Kernel-Entwicklung – und auch bei Copyright-Fragen greift das Gewohnte. Das ist die Kurz- und Grobform einiger Aussagen, die der Linux-Erfinder diese Woche im Rahmen einer noch laufenden Diskussion getätigt hat.

Anlass für die Aussagen war ein zur Begutachtung eingereichter Text [1], der Richtlinien zum Einsatz von KI [2]-Tools bei der Entwicklung von Torvalds' Kernel definiert. Mitglieder des Linux Technical Advisory Board haben ihn ausgearbeitet, nachdem es vor einigen Monaten eine Debatte um Auszeichnungen beim Einsatz von KI-Werkzeugen gab [3], als ein Entwickler des Stable-Teams von Linux hier vorgeprescht war. [4] Letzterer nutzt schon eine Weile Machine Learning [5] und mittlerweile AI-Tools, um Patches zu identifizieren, die ein Zurückportieren in ältere Versionen wert sind.

Entschieden ist bezüglich der KI-Richtlinien aber noch nichts. Der Text und die Diskussionen sollen die Basis für eine Entscheidung beim diesjährigen Linux Kernel Maintainer Summit Anfang Dezember in Tokio bilden, zu dem jährlich zirka 30 der wichtigsten Linux-Entwickler eingeladen werden.

Gleiche Regeln für Suchen-und-Ersetzen und KI

Torvalds Aussage zur Einstufung von KI-Tools als normale Werkzeuge ist vom Grundton der vorgestellten Richtlinien gar nicht so weit weg. Dieser stuft KI-nutzende Entwicklerwerkzeuge als eine noch gewieftere Form von komplexen und schon länger eingesetzten Werkzeugen ein – etwa das schon seit Jahren bei der Linux-Entwicklung [6] gelegentlich verwendete Refactoring-Tool Coccinelle [7]. Wie zuvor sollten Entwickler daher exakt dokumentieren, welche solcher Tools sie wie bei der Entwicklung eines Patches eingesetzt haben.

Laut dem Richtlinien-Vorschlag soll das allerdings nicht für einfache Tools gelten, etwa solche zum Umformatieren des Codes oder zum Suchen-und-Ersetzen. Daran hat sich Torvalds gestört, denn er will deren Einsatz genauso dokumentiert wissen – und verweist auf einige ältere Änderungen, wo die Patch-Beschreibung beschreibt, wie Entwickler mithilfe von 'sed' komplexere Umbenennungen durchgeführt haben. Dabei betont er, KI-Tools bräuchten keine Sonderbehandlung [8].

Urheberrechtsproblematik ist die Gleiche wie bei anderen Patches

Ähnlich sieht Torvalds es bei der Copyright-Frage, wie er in einem späteren Diskussionsbeitrag erläutert [9]: Der Urheberrecht-Aspekt gelte für anderen Code genauso. So führt er an, dass der Kernel schon allerlei von einem Computer generierten Code enthält, wie Millionen von Zeilen in Headern des Amdgpu [10]-Treibers. Was er nicht sagt, aber damit offenbar meint: Die Verantwortung liegt am Ende beim Entwickler, der den Code einreicht.

In ebendieser Mail teilt Torvalds aber auch in Richtung KI aus und merkt an, das Besondere an KI sei "der Hype und die Milliarden und Abermilliarden von Dollar". Später schließt er mit "KI ist nur ein weiteres Werkzeug, Leute. Eines, mit dem manche Leute viel Geld verdienen. Und ja, es wird die Gesellschaft verändern. Aber es ist und bleibt nur ein Werkzeug".


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  • 12. November 2025 um 08:21

Bundesregierung: IT-Sicherheit im Kanzleramt ist über-geheim

Von Heise
Blick in den Hof des Bundeskanzleramts

Das Bundeskanzleramt zu Berlin signalisiert Transparenz. Architektonisch.

(Bild: Rico Markus/Shutterstock.com)

Informationen über die IT-Infrastruktur im Kanzleramt würden laut der Exekutive das Staatswohl gefährden. Etwaige Angreifer könnten konkrete Hinweise erhalten.

Die deutsche Bundesregierung erachtet die Sicherheit der IKT-Systeme des Kanzleramts als Staatsgeheimnis. Sie weigert sich daher, wesentliche Informationen zur IT-Sicherheit der Regierungszentrale preiszugeben. Die Regierung begründet diesen außergewöhnlichen Schritt in ihrer jetzt veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion so: Sämtliche Auskunft zu dem Thema berührten derart schutzbedürftige Geheimhaltungsinteressen, dass das Staatswohl dem parlamentarischen Auskunftsrecht überwiege.

Selbst die Einstufung der Information als Verschlusssache (VS) und deren Hinterlegung bei der Geheimschutzstelle des Bundestages wäre zu riskant, sagt das Kanzleramt [1]. Denn auch ein geringfügiges Risiko des Bekanntwerdens könne unter keinen Umständen hingenommen werden.

Die IT-Sicherheitslage sei "angespannt bis kritisch". Staatliche Akteure und andere Kriminelle professionalisierten ihre Arbeitsweise und agierten zunehmend aggressiv. Die Situation habe sich durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraus resultierenden vermehrten Angriffe auf Verbündete wie Deutschland weiter verschärft. Die stetig wachsende Komplexität der IT-Landschaft und die zunehmende Vernetzung erweiterten ferner die Angriffsflächen.

Bundes-IT wäre enorm gefährdet

Die Veröffentlichung von Details über Resilienz und Schutzmaßnahmen der Bundes-IT würde diese erheblich gefährden, schreibt das Kanzleramt. Angaben etwa zur Anzahl, zum Ort und zur Ausstattung von Rechenzentren, den Ergebnissen technischer Sicherheitsüberprüfungen und der Entwicklung der IT-Sicherheitsstellen [2] könnten potenziellen Übeltätern konkrete Hinweise auf die im Kanzleramt eingesetzten Schutzmaßnahmen liefern. Insbesondere in Zusammenschau mit anderen Regierungsantworten und unter Nutzung von Techniken KI wären Angreifer in der Lage, Schwachstellen gezielt auszumachen und daraus konkrete Angriffsvektoren abzuleiten.

Eine solche Preisgabe der Verteidigungsstrategie würde die Lage in den Dimensionen Bedrohung, Angriffsfläche, Gefährdung und Schadwirkung dramatisch verschlechtern, heißt es in der Nicht-Antwort. Dies könnte "unmittelbar die Gewährleistung der Handlungsfähigkeit der Bundesregierung gefährden".

BSI ist gegen Security by Obscurity

Das Kanzleramt macht lediglich einzelne operationelle Angaben: Alle einschlägigen Rechenzentren verfügten über Notstromversorgung. Die Funktionsfähigkeit des Kanzleramtes werde durch redundante Systeme gesichert.

Kritik des Bundesrechnungshofes werde bei einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess berücksichtigt. Derzeit seien keine Stellen im IT-Sicherheitsbereich unbesetzt. Generell sieht die Regierung die Notwendigkeit, die IT-Systeme des Kanzleramtes besonders zu schützen, was sich im Entwurf zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie niedergeschlagen habe.

Security by Obscurity (Sicherheit durch Verschleierung) funktioniert Experten zufolge nicht als primäre oder alleinige Sicherheitsstrategie, da sie Angreifer allenfalls kurzzeitig bremst. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt davor [3], da Angreifer automatisierte Werkzeuge nutzten und damit regelmäßig Schwachstellen in verborgenen Systemen fänden.


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[1] https://dserver.bundestag.de/btd/21/025/2102528.pdf
[2] https://www.heise.de/news/Knapp-750-Stellen-fuer-IT-Sicherheit-in-Ministerien-noch-immer-unbesetzt-9613649.html
[3] https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Empfehlungen-nach-Angriffszielen/Industrielle-Steuerungs-und-Automatisierungssysteme/Allgemeine-Empfehlungen/Empfehlungen-fuer-Hersteller-und-Integratoren/empfehlungen-fuer-hersteller-und-integratoren_node.html
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