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Im Verteidigungsfall: Keine parlamentarische Opposition

Von Björn Hendrig

Björn Hendrig

Panzer überfährt eine Friedenstaube

Die deutsche Politik steuert auf einen bewaffneten Konflikt mit Russland zu. Wer könnte Widerstand leisten? Teil 1: Die Opposition im Bundestag.

Wenn die Bundesregierung den Verteidigungsfall ausrufen will, muss sie das dem Bundestag als Initiative vorlegen. Das Parlament entscheidet [1] dann nach Artikel 115a Grundgesetz über die “Feststellung, dass das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht“.

Zwei Drittel der Abgeordneten, die abstimmen, müssen diese Feststellung bejahen; mindestens jedoch die absolute Mehrheit aller Abgeordneten. Und der Bundesrat, die Kammer der Bundesländer, muss ebenfalls zustimmen. Dort bedarf es der absoluten Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Um den Verteidigungsfall zu beschließen, genügt es also, wenn die führenden Politiker in der Regierung und in den Bundestagsfraktionen der Ansicht sind, dass ein Angriff unmittelbar bevorsteht. Dafür müssen gegnerische Soldaten die Grenzen nicht überschreiten. Ein festgestellter Fernwaffenbeschuss reicht gegebenenfalls zur Begründung.

Die Geheimdienste ziehen mit

Wer hier an die Meldungen über russische Drohnen auf deutschem Staatsgebiet denkt und sich an Roderich Kiesewetter (CDU) erinnert, der angesichts der vermeintlichen Bedrohung den Spannungsfall [2] als Vorstufe des Verteidigungsfalls forderte – der liegt richtig.

Zwar blitzte Kiesewetter ab. Aber kurze Zeit später konstatierten [3] der Bundesnachrichtendienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Militärische Abschirmdienst in einer gemeinsamen Pressekonferenz: “Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und denken, ein russischer Angriff kommt frühestens 2029. Wir stehen schon jetzt im Feuer".

Sabotageversuche, Spionagedrohnen, Brandstiftung, generell Angriffe auf die kritische Infrastruktur vonseiten Russlands seien eine “neue Qualität der Konfrontation“.

Ein Anlass für den Verteidigungsfall

Indes zeigt die Geschichte, dass Anlässe für Kriege oft konstruiert werden und Geheimdienste daran aktiv beteiligt sind. Das gilt etwa für den inszenierten Überfall [4] auf einen deutschen Sender zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, die vorgebliche Attacke [5] von nordvietnamesischen Schnellbooten auf US-Kriegsschiffe im Golf von Tonkin als Startschuss vor dem Vietnamkrieg oder für die angeblichen Beweise [6] des US-Geheimdienstes CIA (sic!), dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge.

Der Verteidigungsfall kann daher schneller eintreten als gedacht. Die entsprechende Einschätzung der jeweils amtierenden Regierung müsste jedoch von Bundestag und Bundesrat bestätigt werden. Dem muss sich jedoch auch ein Großteil der Opposition anschließen.

AfD und die Linke: Gemeinsame Sperrminorität im Bundestag

Das lenkt den Blick auf die aktuellen Oppositionsparteien im Bundestag: Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die AfD, plus zwei fraktionslose Abgeordnete. Von den 630 Sitzen im Bundestag haben sie 302 inne. Für die kriegsnotwendige Zwei-Drittel-Mehrheit von 420 Ja-Stimmen fehlen der Regierung 92 Stimmen.

Also könnte die AfD mit ihren 151 Mandaten zusammen mit den 64 Abgeordneten von Die Linke die Feststellung des Verteidigungsfalls scheitern lassen. Sie verfügen über 215 Sitze, fünf mehr als ein Drittel des Bundestages. Doch sollte man nicht allzu viel Hoffnung in die parlamentarische Opposition setzen.

AfD: Nur Kriege im deutschen Interesse

Die AfD will eine starke und moderne Bundeswehr, setzt sich für eine Erhöhung des Wehretats ein und kritisiert die Aussetzung der Wehrpflicht. Dass deutsche Interessen gegebenenfalls mit Gewalt durchzusetzen sind, ist für diese Partei selbstverständlich und so hält es auch der Arbeitskreis Verteidigung der AfD fest.

Lediglich im Fall des Ukraine-Kriegs erkennt die AfD kein hinreichendes deutsches Interesse. Und eine Unterordnung unter die USA hält die Partei für falsch [7], wenngleich manche in der Partei mit Trumps Politik sympathisieren.

Wenn im Verteidigungsfall ganz Deutschland zusammenstehen muss, wird sich diese stramm deutschnationale Partei der verkündeten Notwendigkeit eines Krieges ganz sicher nicht verschließen.

Die Linke: Bundeswehr ja, aber lieber reden

Aber vielleicht wenigstens Die Linke? Sie hält eine „friedliche Welt“ für „möglich“ [8]. Dann setzt diese Partei sich also entschieden gegen jeglichen Krieg zwischen Staaten ein? Und erklärt den Leuten, dass nicht der Staat seine Bürger im Krieg verteidigt, sondern es sich umgekehrt verhält: Die Bundesbürger töten auf Befehl wildfremde Menschen, werden getötet und ihr Zuhause zerstört, weil sie die Pläne der Regierung in Berlin mit Gewalt exekutieren.

So sieht es Die Linke jedoch nicht. Sie hält die Bundeswehr für nötig und der Bundesregierung und der Europäischen Union eine Menge zugute. „Wir wollen Diplomatie stark machen und die EU und Bundesrepublik international glaubwürdig (…) Dafür braucht es eine EU, die sich in der Blockkonfrontation unabhängig macht und ohne Doppelstandards Völkerrecht und Menschenrechte achtet (…).“

Zwar weist [9] Die Linke darauf hin, dass die NATO-Osterweiterung nicht zu einer Errichtung eines nachhaltigen Friedens in Europa führte und fordert eine “europäische Sicherheitsarchitektur unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen aller Staaten“. Doch Ross und Reiter, Ukraine und Russland, werden nicht benannt und keine Alternative zum derzeitigen Vorgehen der Regierungsparteien entwickelt.

Aufrüstung mitbeschlossen

Dies zeigte in aller Deutlichkeit im März bei der Abstimmung im Bundesrat zur Aufhebung der Schuldenbremse, um die Aufrüstung zu finanzieren. Die Linke in den Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern und Bremen stimmte dafür [10]. Eine entschiedene Opposition gegen die derzeitige Politik in Deutschland ist daher auch von dieser Partei nicht zu erwarten.

Bündnis 90/Die Grünen setzen offen [11] auf Gewaltmittel. Und sie nennen Ross und Reiter: “Die russische Führung hat ihr Land auf einen Kurs geführt, der eine harte, umfassende und unmissverständliche Reaktion der internationalen Gemeinschaft erfordert.“

Die Oppositionsparteien im Bundestag werden sich also nicht wirkungsvoll gegen einen Kriegseintritt Deutschlands stemmen.

In Teil 2 des Artikels geht es morgen weiter mit einer Umschau unter den friedensbewegten Akteuren außerhalb des Parlaments.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11071422

Links in diesem Artikel:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Verteidigungsfall_(Deutschland)
[2] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/drohnen-ueber-europa-cdu-politiker-roderich-kiesewetter-will-spannungsfall-ausrufen-lassen-a-672732f6-3d45-4ca9-9ac5-39e21aad3f35
[3] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/geheimdienste-parlamentarisches-kontrollgremium-100.html
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberfall_auf_den_Sender_Gleiwitz
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Tonkin-Zwischenfall
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Begr%C3%BCndung_des_Irakkriegs
[7] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-usa-trump-100.html
[8] https://www.die-linke.de/themen/frieden/
[9] https://www.dielinkebt.de/presse/pressemitteilungen/detail/75-jahre-nato-75-jahre-vorfeldorganisation-der-westlichen-hegemonie/
[10] https://jacobin.de/artikel/linke-frieden-aufruestung-mecklenburg-bremen-bundesrat-abstimmung-sondervermoegen-antikrieg
[11] https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/krieg-gegen-die-ukraine/

Copyright © 2025 Heise Medien

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  • 08. November 2025 um 16:00

Seltene Erden: Bedeutung, Vorkommen und globale Abhängigkeiten

Von Uwe Post

Uwe Post

Chinesische Lore mit chemischen Symbolen seltener Erden. Recycling-Zeichen

Die Metalle stecken in Motoren, Magneten und Displays – doch die Trennung ist teurer als der Abbau. Könnte Recycling helfen?

Kürzlich hat Mr. Trump seinen fettesten Flugzeugträger nach Venezuela geschickt, um – offiziell – Drogenexporte in die USA zu unterbinden. Womöglich gibt es noch andere Gründe, denn ungefähr zeitgleich verhängte China eine Exportbeschränkung für Seltene Erden (die aber inzwischen wieder ausgesetzt ist).

Offiziell gibt es keine nennenswerten Vorkommen Seltener Erden in Venezuela, aber ein paar andere für Technologie wichtige Elemente wie Tantal. Und hörte man nicht kürzlich von einer deutschen Firma, die ihre Fertigung drosseln musste, weil die chinesischen Beschränkungen völlig überraschend auch Europa betrafen?

Höchste Zeit, einen genaueren Blick auf die geheimnisvollen Metalle zu werfen, die teils dermaßen kryptische Namen tragen, dass sie lieber nur unter dem Sammelbegriff "Seltene Erden" (engl.: Rare Earth Elements, REE) verhandelt werden.

Blick ins Periodensystem

Das Koordinatensystem der Chemie ist das Periodensystem der Elemente [1]: Es verzeichnet alle chemischen Elemente, sortiert nach Eigenschaften wie Kernladungszahl (oder Ordnungszahl) und chemischen Eigenschaften. Die Seltenen Erden stehen in der 3. Nebengruppe und in der Reihe der Lanthanoiden. Insgesamt handelt es sich um 17 Elemente mit Namen wie Scandium (Ordnungszahl 21), Yttrium (39), Cer (58) oder Neodym (60).

Eines sind diese Elemente aber nicht (bis auf den radioaktiv zerfallenden Vertreter Prometium (61)): selten.

Tatsächlich kommen Metalle wie Cer oder Neodym weltweit häufiger vor als Kupfer, Gold oder Platin. Aber sie befinden sich nicht in vergleichbaren Lagerstätten, wo man sie mehr oder weniger leicht einsammeln kann, sondern sie sind in bestimmten Mineralien und Gesteinen nur in kleinen Mengen vorhanden, dafür aber sehr gleichmäßig verteilt.

Diese gleichmäßige Verteilung hängt damit zusammen, dass die meisten Seltenen Erden sehr ähnliche chemische Eigenschaften haben. Die äußeren Schalen ihrer Elektronenhüllen sind nämlich gleich besetzt, nur die innere 4f-Schale zeigt Unterschiede.

Anders ausgedrückt: Das Zeug ist überall, aber meist so wenig, dass es sich nicht lohnt, es aus dem Boden zu holen. Denn es ist technisch überaus aufwändig, die kaum zu unterscheidenden Metalle voneinander zu trennen. Das Rohmaterial muss mit Säure aufgeschlossen und bei hohen Temperaturen eingeschmolzen werden und durch Lösungsmittel getrennt werden.

Das kostet alles Unmengen Energie und erzeugt giftigen Schlamm, womöglich schlimmer als bei der Gewinnung von Lithium, die ja gerne als fadenscheiniges Argument gegen Elektromobilität herhalten muss. Seltene Erden stecken aber nicht nur in Elektroautos, sonden in allen möglichen technischen Geräten.

Scandium(-iodid) findet sich beispielsweise in Hochleistungs-Quecksilberdampflampen, weil das erzeugte Farbspektrum dem des Sonnenlichts ähnelt.

Yttrium, das seinen Namen von der Grube Ytterby in Schweden hat, in der es im 18. Jahrhundert zuerst entdeckt wurde, kommt als chemische Verbindung in Bildröhren und Leuchtstofflampen vor. Das radioaktive Isotop 90Y kommt in der Nuklearmedzin gegen bestimmte Karzinomarten zum Einsatz.

Lanthan erhöht den Brechungsindex von Glas und findet sich daher in Linsen von Kameras oder Brillen.

Aus Neodym, Eisen und Bor lassen sich sehr starke Permanentmagnete herstellen. Anders ausgedrückt: Bei gleicher Stärke kann ein Neodym-Magnet viel kleiner sein als einer aus Eisen. Deshalb steckt Neodym in Mikromotoren und damit in Festplatten, aber auch in größeren Elektromotoren (womit wir wieder bei E-Autos wären) oder in Generatoren in Windkraftanlagen. Die Bedeutung für die Energiewende ist deshalb vor allem bei Neodym groß.

Auch Praseodym findet hauptsächlich in Magneten Anwendung. Starke Magnete werden nicht zuletzt in Mini-Kopfhörern und In-Ears gebraucht.

Europiumverbindungen wurden früher für die roten blauen Pixel von Röhrenbildschirmen benutzt, heute ist der Stoff nur noch in Plasmabildschirmen relevant.

Promethium, das seltenste Metall der Seltenen Erden, ist radioaktiv und erzeugt in Radionuklidbatterien Strom in Satelliten. Es lässt sich künstlich herstellen als Zerfallsprodukt anderer radioaktiver Stoffe, spielt aber im Vergleich keine große Rolle.

Größere Vorkommen

Die rentabelsten Lagerstätten mit Seltenen Erden befinden sich in der inneren Mongolei [2], die zu China gehört. "Rentabel" heißt übersetzt: Billige, leicht verfügbare Arbeitskräfte und laxe Umweltschutzbestimmungen. Die Idee, die Abfälle einfach am Stadtrand zwischen ein paar Feldern in einen großen Schlammteich zu kippen, würde hierzulande jedenfalls wenig Freunde finden.

Zwar gibt es auch in Deutschland eine kleine Lagerstätte (in Sachsen), bloß wäre die Förderung unter hiesigen Umständen nicht rentabel.

Weitere Lagerstätten gibt es in Myanmar (Dysprosium, Terbium) und in Australien. Auch in Grönland gibt es große Vorkommen, womit wir wieder bei geopolitischen Ansagen eines gewissen Mr. Trump wären. Die nächstgrößte Lagerstätte gibt es in Schweden.

Um auf Venezuela zurückzukommen: Offizielle Angaben zu Lagerstätten gibt es nicht, bekannt ist aber, dass danach gesucht wurde. Reiche Vorkommen gibt es vom Mineral Coltan, aus dem Tantal gewonnen wird, das für Kondensatoren und damit ebenfalls für die Mikroelektronik wichtig ist. Die wirtschaftliche Bedeutung von Tantal ähnelt also jener der Seltenen Erden, auch wenn es nicht dazu zählt.

China als Vorreiter förderte vor zehn Jahren noch quasi alleine Seltene Erden, inzwischen aber nur noch etwa die Hälfte der Weltproduktion, da viele der genannten anderen Länder ebenfalls aktiv geworden sind.

Noch unerschlossene Lagerstätten gibt es im Pazifik, in Vietnam – und eine exorbitant große in Nordkorea. Diese allerdings hat seit einer einzigen Erwähnung im Jahr 2013 keine Schlagzeilen mehr gemacht.

Auf Satellitenbildern sieht man nur ein paar Schutthaufen, und im Netz finden sich keine vertrauenswürdigen Hinweise auf eine Firma namens "SRE Minerals Limited", die seinerzeit behauptete, an der Förderung beteiligt zu sein. Vermutlich hält auch Mr. Trump diese Meldung für eine Ente, sonst hätte er seinen Flugzeugträger womöglich nach Pjönjang geschickt.

Normalerweise sind Seltene Erden relativ leicht verfügbar. Einen Stapel extra starker Neodym-Magnete bekommen Sie für ein paar Euro im nächstbesten Online-Shop. Das Problem ist eher eines der Lieferketten: Wenn eine Firma all ihre Rohstoffe vom einem einzigen Lieferanten (sagen wir in China) bezieht und dieser von einem Tag auf den anderen aus politischen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht, braucht es einen Plan B.

Wenn der fehlt, kann es eben zu Engpässen kommen. Einen ganz ähnlichen Fall kennen wir alle übrigens vom Beginn des russischen Angriffskrieges, als plötzlich russisches Gas und ukrainisches Getreide ausblieben. Einseitige Abhängigkeiten sind nicht krisensicher.

Alternativlos?

Die vielen Anwendungsfälle zeigen, dass Seltene Erden ganz schön wichtig sind. Verzichten kann man auf sie nicht. Einige Gramm lassen sich sicher einsparen, indem man sich nicht alle zwei oder drei Jahre ein neues Handy oder In-Ears kauft.

Aus Altgeräten lassen sich manche Stoffe durch Recycling wieder hervorholen – wenn auch unter ähnlich hohem Energieaufwand wie beim Abbau in der Natur.

Im Gegensatz zu natürlichen Ressourcen verfügt Europa über Altgeräte im Überfluss. Logisch, dass die EU im Rahmen des kürzlich angekündigten Plans RESourceEU [3] auch diese Option in Betracht zieht.

Tatsächlich wird bereits in Deutschland Neodym aus alten Magneten gewonnen – das Problem ist nur, dass das recycelte Neodym wegen der teuren Prozedur nicht konkurrenzfähig ist. Also bestellt die Industrie natürlich weiter in China.

Methoden der Bio-Metallurgie, die auf Mikroorganismen setzt und umweltschonender sein dürften, sind noch Forschungsgegenstand und weit entfernt von industriellem Einsatz. Bioreaktoren, in die man alte Handys wirft und die handliche Blöcke Seltener Erden auswerfen, sind also noch Science Fiction.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11069046

Links in diesem Artikel:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Periodensystem
[2] https://www.google.com/maps/place/40%C2%B037'32.9%22N+109%C2%B040'10.1%22E/@40.6392149,109.6741149,5931m/data=!3m1!1e3!4m5!3m4!1s0x0:0x975c59ed390d391!8m2!3d40.6258056!4d109.6694722
[3] https://germany.representation.ec.europa.eu/news/eu-kommissionsprasidentin-von-der-leyen-europa-unabhangiger-machen-zugang-zu-kritischen-rohstoffen-2025-10-27_de

Copyright © 2025 Heise Medien

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  • 08. November 2025 um 14:00

Quatschberichte: Googles KI-Ticker verhunzt die Bundesliga-Berichterstattung

Von Andreas Donath
Google setzt bei Bundesliga und Champions League auf KI-generierte Liveticker. Das Ergebnis gehört vom Platz gestellt.
Fußball-Kommentare kann die KI nicht ersetzen. (Bild: Pexels)
Fußball-Kommentare kann die KI nicht ersetzen. Bild: Pexels

Google hat sein Liveangebot für Fußballspiele überarbeitet und setzt dabei auf automatisch generierte Kommentare. Die Qualität der Texte wirft die Frage auf, ob Google überhaupt kontrolliert, was die KI auswirft.

Wie der Spiegel berichtet , nutzt Google seit einigen Wochen für seine Fußball-Liveticker ein neues System. Anders als zuvor arbeitet das Unternehmen hierfür nicht mehr mit menschlichen Redakteuren, sondern lässt die Spielkommentare von einer künstlichen Intelligenz erstellen. Auch auf Reddit regen sich Nutzer über das Angebot auf und haben Screenshots gepostet.

Wer die automatisierten Spielberichte liest, stößt sich an merkwürdigen Formulierungen. Die Texte wirken, als wären sie zunächst auf Englisch verfasst und dann maschinell ins Deutsche übertragen worden. Dabei scheint die Übersetzungssoftware wenig Rücksicht auf sprachliche Feinheiten zu nehmen.

Ungewöhnliche Wortwahl und endlose Wiederholungen

Bei der Berichterstattung über Bundesliga- und Champions-League-Spiele fallen vor allem die gewöhnungsbedürftigen Textbausteine auf. Begriffe wie "probing Versuch" tauchen auf, obwohl das englische Wort im deutschen Kontext fehl am Platz wirkt. Auch Formulierungen wie "während sich diese Überprüfung entfaltet" oder "der Spielstand steht zart" klingen unnatürlich, berichtet der Spiegel.

Besonders auffällig sind die ständigen Wiederholungen. Ortsnamen werden dutzendfach genannt, als müsse den Lesern permanent in Erinnerung gerufen werden, wo das Spiel stattfindet. Auch banale Informationen werden immer wieder eingestreut.

Die inhaltliche Tiefe der Kommentare bleibt begrenzt. Das System liefert überwiegend Allgemeinplätze. Teams müssen "wachsam" bleiben, Abwehrreihen sollen "Ruhe bewahren" – mehr Erkenntnisgewinn bieten die Texte kaum.

Partnerwechsel ermöglicht mehr Ligen

Google hat den Wechsel auf das KI-System gegenüber dem Spiegel inzwischen bestätigt. Ein Unternehmenssprecher erklärte, dass die Migration zu einem neuen Datenanbieter der Grund für die Umstellung sei. Der bisherige Partner hatte demnach noch menschliche Redakteure eingesetzt.

Durch den Wechsel kann Google nach eigenen Angaben nun Livekommentare für deutlich mehr Ligen und in mehr Sprachen anbieten als zuvor.

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  • 08. November 2025 um 16:41

Beschaffung: Verzögerungen bei Kamikazedrohnen-Projekt der Bundeswehr

Von Andreas Donath
Technische Pannen, Verzögerungen und Prototypen statt einsatzbereiter Systeme: Die Ausstattung der Bundeswehr mit Kamikazedrohnen stockt massiv.
Helsing HX-2-Drohne (Bild: Helsing)
Helsing HX-2-Drohne Bild: Helsing

Ein internes Dokument des Koblenzer Beschaffungsamtes vom 31. Oktober 2025 zeigt Probleme bei der geplanten Ausstattung deutscher Streitkräfte mit Kamikazedrohnen. Die Ausrüstung der Bundeswehr-Brigade in Litauen bis Anfang 2027 wird in dem sechsseitigen Papier als "gefährdet" eingestuft, berichtet der Spiegel .

Das Verteidigungsministerium plant demnach die Anschaffung von bis zu 12.000 Einheiten sogenannter Loitering Munition für rund 942 Millionen Euro. Die Firmen Stark, Helsing und Rheinmetall wurden aufgefordert, Angebote einzureichen. Das Budget soll zu jeweils einem Drittel auf die drei Hersteller verteilt werden.

Laut dem als Verschlusssache eingestuften Dokument, das dem Spiegel vorliegt, haben sich die "großen Risiken" einer beschleunigten Serienbeschaffung "größtenteils materialisiert" . Bei allen drei vorgesehenen Lieferanten gebe es derzeit Schwierigkeiten, heißt es in dem Bericht.

Technische Probleme bei Feldversuchen

Die Drohnenmodelle Virtus von Stark und HX-2 von Helsing werden bereits seit April getestet. Beide Hersteller befinden sich bei der Lieferung "wesentlicher vertraglicher Liefergegenstände" im Verzug. Bei Feldversuchen im Oktober auf dem Truppenübungsplatz Munster zeigten sich technische Defizite.

Die Financial Times berichtete, dass die Stark-Drohne Virtus ihr Ziel zweimal verfehlt habe. Eine Drohne sei unkontrolliert über bewaldetem Gebiet niedergegangen. Stark habe zugesagt, ein Konzept zur Behebung vorzulegen.

Helsing kündigte kurzfristig einen Wechsel des Gefechtskopf-Herstellers an. Statt der Saab-Munition soll nun ein panzerbrechender Gefechtskopf des spanischen Anbieters Instalaza verbaut werden. Dieser Wechsel erfordere "weitere technische Klärungen" , so das Beschaffungsamt.

Die Rheinmetall-Drohne Raider befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Das Modell wird als "ähnlich einem Prototypen" beschrieben. Es bestünden "Unsicherheiten zum Planungsstand" , heißt es in dem Dokument.

Bewertung des Bundesverteidigungsministeriums

Das Beschaffungsamt strebt an, bis Ende November Verträge abzuschließen, sofern die Hersteller die Probleme "abschließend überzeugend" klären können. Die Befassung des Haushaltsausschusses mit der notwendigen 25-Millionen-Vorlage noch in diesem Jahr sei allerdings "nicht realistisch" .

Eine Stark-Sprecherin zeigte sich optimistisch: Man sei zuversichtlich, bereits vor 2027 ein zertifiziertes System liefern zu können. Helsing wollte sich zu den laufenden Verhandlungen nicht äußern.

Das Bundesverteidigungsministerium bewertet die Situation anders als das Beschaffungsamt. Eine Sprecherin erklärte, die zeitgerechte Ausstattung der Litauen-Brigade im Jahr 2027 sei "nach aktuellem Projektstand" nicht gefährdet. Man befinde sich im engen Austausch mit den Unternehmen.

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  • 08. November 2025 um 15:56

Tech-Giganten verlieren: KI-Euphorie an der Börse verpufft

Von Andreas Donath
Der Tech-Sektor hat den stärksten Einbruch seit sieben Monaten erlebt. Acht KI -fokussierte Konzerne büßten fast 800 Milliarden US-Dollar Börsenwert ein.
Anleger fürchten um ihre Gewinne. (Bild: Pexels)
Anleger fürchten um ihre Gewinne. Bild: Pexels

Der Technologiesektor hat an der Börse seinen steilsten Wochenrückgang seit sieben Monaten verzeichnet, nachdem auf KI spezialisierte Unternehmen zusammen genommen fast eine Billion US-Dollar Marktwert verloren haben. Der Nasdaq-Composite-Index fiel innerhalb von fünf Handelstagen um 3 Prozent – die schwächste Performance seit den Zollturbulenzen im April 2025, berichtet die Financial Times .

Acht große KI-bezogene Unternehmen, darunter Nvidia, Meta, Palantir und Oracle, verloren innerhalb einer Woche (Freitag bis Freitag) eine gemeinsame Marktkapitalisierung von rund 800 Milliarden US-Dollar. Der Einbruch wirft die Frage auf, ob die aktuellen Bewertungen angesichts der massiven Kapitalanforderungen der KI-Entwicklung noch zu halten sind.

Tech-Konzerne meldeten in ihren jüngsten Quartalsberichten erhebliche Ausgaben. Alphabet, Amazon, Meta und Google gaben allein im dritten Quartal zusammen 112 Milliarden US-Dollar für Investitionen aus. Viele Firmen greifen mittlerweile auf Fremdfinanzierung zurück, um ihre KI-Infrastruktur auszubauen – ein Muster, das an die Investitionswelle während der Technologieblase im Jahr 2000 erinnert.

Konjunktursorgen belasten die Stimmung

Der Ausverkauf fiel mit ersten Anzeichen echter wirtschaftlicher Schwäche zusammen. Die Verbraucherstimmung in den USA sank laut dem November-Index der University of Michigan auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Der anhaltende Regierungsstillstand, der nun 38 Tage andauert, sorgt in den USA auch dafür, dass Wirtschaftsdaten nicht mehr veröffentlicht werden können.

Nvidia und Wettbewerbsängste aus China

Nvidia, derzeit das wertvollste Unternehmen der Welt, verlor im Wochenverlauf rund 350 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung. Auch Microsoft, Oracle und Broadcom verzeichneten Verluste, obwohl sich die Märkte am Freitag zum Börsenschluss etwas stabilisierten.

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  • 08. November 2025 um 15:20

Developer Snapshots: Kleinere News der Woche

Von Heise
Kopf von einem Mann auf blauem Hintergrund zu sehen, der sich selbst mit Blitzlicht fotografiert

(Bild: erzeugt mit Midjourney von der iX-Redaktion)

Die Übersicht enthält kleine, aber interessante Meldungen zu Jupyter, Android-Entwicklung, Vitess, GitLab, GitHub, Databricks, OpenTofu, Hermit und Parasoft.

Zum Wochenende gibt es einen kleinen Überblick über alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • GitHubs jährlicher Game Jam [1] ist gestartet: Im November 2025 lautet das Motto "Waves". Die Teilnehmenden können es wörtlich, digital oder emotional interpretieren und bis zum 1. Dezember – alleine oder im Team – ihre Spieleideen einreichen. Bis zum 8. Januar 2026 stimmen sie dann gegenseitig über ihre Einreichungen ab, und am 10. Januar werden die Gewinner verkündet.
  • Das Vitess-Team hat Version 23.0.0 [2] des Cloud-nativen Cluster-Systems veröffentlicht. Das neue Release verwendet MySQL 8.4 als Standard, hat Legacy-Metriken entfernt und neue Metriken hinzugefügt.
  • Im August 2025 [3] kündigte das Jupyter-Team an, finanzielle Unterstützung für Community-Projekte anzubieten. Nun stehen die ersten Projekte fest, die in den Genuss der finanziellen Zuwendung [4] kommen, darunter eines, das die Keyboard-Accessibility in JupyterLab verbessern soll.
  • Die Health Connect Jetpack Library [5] hat Version 1.1.0 erreicht. Die Plattform Health Connect dient dazu, die Konnektivität zwischen Gesundheits- und Fitness-Apps zu vereinfachen. Sie kann mit über 50 unterschiedlichen Datentypen unter anderem zu Aktivität, Schlaf, Ernährung und medizinischen Aufzeichnungen umgehen.
  • Release Candidate 1 von OpenTofu 1.11. [10] erlaubt die Arbeit mit kurzfristigen Werten und lesegeschützten Attributen, um vertrauliche und temporäre Daten zu verarbeiten, ohne sie dauerhaft im System zu speichern. Mit dem Meta-Argument enable lassen sich ferner Ressourcen bedingt deployen.
  • Hermit, der in Rust geschriebene Unikernel [11], ist in Version 0.12 erschienen und bringt eine Reihe Verbesserungen für das Speichermanagement. Die Entwickler haben die Initialisierung des physikalischen Speichers vereinheitlicht und in den Architekturen aarch64 sowie riscv64 einen Versatz zwischen Kernel und verfügbarem virtuellen Speicher eingefügt.
  • Der auf Test-Tools für Embedded Software spezialisierte Anbieter Parasoft hat neue Versionen von C/C++test und C/C++test CT [12] vorgelegt. Entwicklerinnen und Entwickler erhalten damit unter anderem Unterstützung durch KI-Agenten, die über einen MCP-Server [13] angebunden werden. Mit der neuen CUDA C/C++-Statikanalyse [14] lassen sich zudem Standards wie MISRA, AUTOSAR C++14 und CERT künftig auch über CPU- und GPU-Umgebungen hinweg anwenden.
  • Der Videocast Softwarearchitektur im Stream sucht für seine nächste Folge noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Umfrage zum Thema Diversität [15]. Gefragt sind Erfahrungsberichte von Menschen, "die in der Tech-Branche unterrepräsentiert sind oder sich dort nicht immer willkommen gefühlt haben."

Sollten Sie ein wichtiges Thema vermissen, freuen wir uns über Ihre Mail [16].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11066369

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.blog/company/github-game-off-2025-theme-announcement/
[2] https://www.cncf.io/blog/2025/11/04/announcing-vitess-23-0-0/
[3] https://www.heise.de/news/Developer-Snapshots-Kleinere-News-der-Woche-10625263.html
[4] https://blog.jupyter.org/announcing-our-first-jupyter-community-funded-proposals-dd5263c19be3
[5] https://android-developers.googleblog.com/2025/11/health-connect-jetpack-v110-is-now.html
[6] https://rust.bettercode.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_rust.empfehlung-ho.link.link
[7] https://about.gitlab.com/blog/claude-sonnet-3-7-deprecation-notice-for-gitlab-duo/
[8] https://docs.claude.com/en/docs/about-claude/model-deprecations
[9] https://www.databricks.com/blog/native-openai-models-now-generally-available-databricks
[10] https://github.com/opentofu/opentofu/releases/tag/v1.11.0-rc1
[11] https://github.com/hermit-os/kernel/releases/tag/v0.12.0
[12] https://www.parasoft.com/products/parasoft-c-ctest/
[13] https://www.parasoft.com/blog/ai-agents-mcp-servers-software-quality/
[14] https://www.parasoft.com/blog/rigorous-static-analysis-cuda-code/
[15] https://tally.so/r/w76VV6
[16] mailto:developer@heise.de?subject=Ein%20Vorschlag%20f%C3%BCr%20die%20Developer%20Snapshots
[17] mailto:who@heise.de

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  • 08. November 2025 um 09:05

Linux Mint: VirtualBox startet keine VMs mehr

Von Heise

Ich habe mein Linux Mint von Version 22.1 auf 22.2 aktualisiert. Seitdem startet VirtualBox keine virtuellen Maschinen mehr. Gibt es einen Kniff?

Ich habe mein Linux Mint von Version 22.1 auf 22.2 aktualisiert. Seitdem startet VirtualBox keine virtuellen Maschinen mehr. Gibt es einen Kniff oder muss ich ein Downgrade vornehmen?

Linux Mint 22.2 basiert auf Ubuntu 24.04 und dessen Hardware Enablement Stack (HWE) und kommt mit dem frischen Linux-Kernel 6.14. Die Kernel-Entwickler haben sich ab Kernel 6.12 dafür entschieden, das für Virtualisierung wichtige KVM-Modul (Kernel-based Virtual Machine) standardmäßig zu laden, das legt jedoch Desktopvirtualisierungssoftware wie VirtualBox lahm. Das Problem betrifft auch Ubuntu-Installationen, die HWE aktiviert haben. Um das Modul nicht länger automatisch zu laden, können Sie dem Kernel beim Systemstart folgenden Parameter mitgeben:

kvm.enable_virt_at_load=0

Ergänzen Sie den Parameter mit einem Texteditor wie nano in der Datei /etc/default/grub in der Zeile, die mit GRUB_CMDLINE_LINUX= beginnt. Speichern Sie die Datei und führen Sie danach den Befehl sudo update-grub aus. Nach einem Neustart laufen Ihre virtuellen Maschinen wieder an.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10963599

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/ct-tipps-und-tricks
[2] https://www.heise.de/ct
[3] mailto:ndi@heise.de

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  • 08. November 2025 um 06:30

Warum sterben 50 Prozent der Soldaten, bevor sie kämpfen können?

Von Lars Lange

Lars Lange

Soldat UAV-Betreiber startet Armee-Drohne mit Bombe, um in feindliche Befestigungen und Gräben fallen.

(Bild: Parilov / Shutterstock.com)

Etwa die Hälfte erreicht die Frontlinie nicht – Drohnen und totale Überwachung haben die Kriegsführung grundlegend verändert. Eine Analyse.

Die russischen Streitkräfte kontrollieren mittlerweile etwa 90 Prozent der ostukrainischen Stadt Pokrowsk. Die Stadt kann damit für die ukrainische Armee als verloren gelten.

Nach monatelangen Kämpfen ist die einstmals rund 60.000 Einwohner zählende Stadt im Donbass nahezu vollständig in russische Hand gefallen. Wie der Telegram-Kanal Suriyakmaps [1] berichtet, führen russische Einheiten derzeit Säuberungsoperationen in den Bezirken 8 und Dinas durch, nachdem sie die meisten ukrainischen Widerstandsnester beseitigt haben. Gleichzeitig greifen russische Truppen die Druschba-Datschen an – den letzten Vorort von Pokrowsk unter ukrainischer Kontrolle.

Die Stadt war vor der russischen Belagerung ein wichtiges Logistikzentrum für die ukrainischen Truppen im Donbass. Sie liegt an einer Kreuzung mehrerer Hauptverkehrsrouten und verfügt über Eisenbahnverbindungen, die für den Transport von Truppen, Material und Nachschub entscheidend sind.

Aktuelle militärische Lage in Pokrowsk

In Myrnohrad, östlich von Pokrowsk, ist die Lage für die ukrainischen Streitkräfte besonders kritisch. Die Stadt ist faktisch eingeschlossen. Nur ein schmaler, etwa einen Kilometer breiter Korridor über offenes Feld steht noch zur Verfügung – unter vollständiger russischer Drohnenkontrolle. Jeder Evakuierungsversuch führt zu hohen Verlusten.

Russische Truppen greifen gleichzeitig geschwächte ukrainische Stellungen in Rodynske nördlich von Pokrowsk an. Die ukrainischen Verteidiger in der Region stehen vor einem zahlenmäßigen Nachteil von 1:8, wie die Washington Post berichtet [2].

Die neue Realität des Krieges: Konzeptioneller Rahmen

Der Konflikt in der Ukraine zeigt einen fundamentalen Wandel in der modernen Kriegsführung. Die klassische "Manöverkriegsführung" mit großen mechanisierten Verbänden, die auf Durchbrüche und schnelle Bewegungen setzen, wird zunehmend von einer "molekularen Kriegsführung" auf operativer Ebene abgelöst.

Wie der russische Militärtheoretiker und ehemalige Generalstabschef Yuri Baluyevsky in einem aktuellen Artikel im russischen geopolitischen Journal Global Affairs darlegt [3], erleben wir eine "Drohnenrevolution", die er im weiteren Sinne als "digitalen Krieg" bezeichnet.

Auf strategischer Ebene entwickelt sich parallel dazu eine "kybernetische Kriegsführung", bei der nicht mehr die Eroberung konkreter Geländeabschnitte im Vordergrund steht, sondern die systematische Abnutzung des Gegners in definierten und fluktuierenden Kampfräumen.

Ein zentrales Element dieser neuen Kriegsführung ist das Konzept der "Kriegsführung ohne direkten Kontakt". Wie der prorussische Blogger Simplicius ausführt [4], basiert dieses Konzept auf Ideen früherer sowjetischer Theoretiker, die eine Zukunft vorhersagten, in der selbst das Konzept der "Frontlinien" gänzlich verschwinden würde.

Der russische Militärtheoretiker Generalmajor Slipchenko, den Simplicius in seinem Artikel zitiert, betonte, dass fundamentale Konzepte wie "Front", "Hinterland" und "vordere Linie" zunehmend durch nur zwei Begriffe ersetzt werden: "Ziel" und "Nicht-Ziel" für präzise Fernschläge.

Die totale "Transparenz" des Schlachtfelds durch Drohnen und andere Aufklärungsmittel hat das traditionelle Konzept des "Nebels des Krieges" nahezu beseitigt und eine Ära kompletter Gefechtsfeld-Transparenz eingeläutet. Dies führt dazu, dass selbst das Konzept des taktischen Manövers für einen Sieg nicht mehr zwingend notwendig erscheint.

Die Realität an der Front: Der Weg in die "Todeszone"

Die praktische Realität für Soldaten an der Front in der Region Pokrowsk ist extrem gefährlich. Ein russischer Bericht, zitiert von Simplicius, beschreibt detailliert die Herausforderungen des Truppentransports zur Kontaktlinie.

Der Prozess beginnt 20–25 km von der Frontlinie entfernt, wo die Soldaten an einem Sammelpunkt zusammengezogen werden. Von dort erfolgt ein gestaffelter Transport: Zunächst werden sie an einem Punkt etwa zehn bis dreizehn Kilometer von der Kontaktlinie abgesetzt, wo sie für Stunden oder Tage verbleiben können. Dies ist ein nahegelegener Evakuierungspunkt, von dem aus eine Flucht noch relativ sicher möglich ist.

Der nächste Abladepunkt liegt fünf bis sieben Kilometer von der Kontaktlinie entfernt – weiter können Fahrzeuge nicht mehr vordringen. Alle weiteren Vorwärtsbewegungen durch Minenfelder und offenes Gelände werden von ortskundigen Führern geleitet. Von dort erreichen die Soldaten zu Fuß den Punkt, von dem aus der Angriff beginnen kann.

Etwa die Hälfte der Soldaten erreicht die vorgesehenen Positionen nicht – sie werden durch Drohnenangriffe verwundet oder getötet. Die Überlebenden, typischerweise in Zweiergruppen, verstecken sich in Ruinen und Kellern und vermeiden unnötige Bewegungen im Freien. Sie verbringen dort Wochen oder sogar Monate.

Diese Zersplitterung in isolierte, molekulare Kampfgruppen veranschaulicht exemplarisch den Übergang von der Manöver- zur kybernetischen Kriegsführung. Unter diesen Bedingungen ist davon auszugehen, dass an den eigentlichen Gefechten innerhalb der Stadt jeweils nur einige Hundert Soldaten aktiv beteiligt sind.

Die Diskrepanz zwischen westlicher Berichterstattung und russischer Strategie

Diese Realität an der Front steht in krassem Gegensatz zur Darstellung in westlichen Medien. Ein bemerkenswertes Phänomen ist das wiederkehrende Narrativ einer "gescheiterten russischen Sommeroffensive", das in zahlreichen deutschen und internationalen Publikationen zu finden ist.

So behauptete [5] Die Zeit am 20. Oktober 2025: "Die russische Sommeroffensive ist gescheitert, denn sie hat den Russen keinen operativen Durchbruch verschafft." Die Welt formulierte zwischen September [6] und Oktober [7] 2025 mehrfach als Fazit: "Russlands Sommeroffensive ist gescheitert – Was das für den Ukraine-Krieg bedeutet." Auch internationale Medien wie Reuters, The Economist und Financial Times verbreiteten ähnliche Narrative.

Recherchen zeigen jedoch, dass in offiziellen russischen Verlautbarungen von diesem Jahr keine konkreten Ziele mit festen Terminen wie etwa "Einnahme von Pokrowsk bis Datum X" kommuniziert wurden. Während westliche Medien von einer klar definierten "Sommeroffensive" mit spezifischen Zielen sprechen, verfolgt Russland offenbar eine andere Strategie.

Der fundamentale Unterschied liegt darin, dass Russland bewusst keinen klassischen "Durchbruch" anstrebt, sondern auf kybernetische Kriegsführung setzt – ein systematischer Ansatz, der auf kontinuierliche Abnutzung des Gegners in definierten Kampf- und Ermüdungsräumen abzielt. Diese Vorgehensweise wird von westlichen Beobachtern regelmäßig als "Schwäche" fehlinterpretiert, obwohl sie wahrscheinlich eine bewusste strategische Entscheidung darstellt, die den veränderten Bedingungen des modernen Schlachtfelds Rechnung trägt.

Der Vorwurf des "Scheiterns" offenbart daher ein tiefgreifendes Missverständnis westlicher Analysten bezüglich der russischen Militärstrategie. Während westliche Experten weiterhin in Kategorien von großen Offensiven, Durchbrüchen und schnellen territorialen Gewinnen denken, verfolgt Russland augenscheinlich eine Strategie der kontinuierlichen, stetigen Abnutzung, die langfristig angelegt ist und dem Gegner die eigene Geschwindigkeit aufzwingt.

Fazit und Ausblick

Der Fall von Pokrowsk markiert einen bedeutsamen strategischen Gewinn für Russland. Als wichtiger Logistik- und Verkehrsknotenpunkt wird die Stadt nun vermutlich zu einer vorgeschobenen Basis für russische Logistik und Drohnenoperationen ausgebaut. Dies verbessert die russische Position erheblich, während die ukrainischen Verteidigungsmöglichkeiten durch die hastig errichteten und qualitativ minderwertigen Auffangstellungen hinter Pokrowsk stark eingeschränkt sind.

Entgegen westlichen Erwartungen wird Russland allerdings wahrscheinlich keinen klassischen "Durchbruch" aus dem Erfolg in Pokrowsk anstreben, sondern seine Strategie der "kybernetischen Kriegsführung" fortsetzen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11071306

Links in diesem Artikel:
[1] https://t.me/Suriyak_maps/7887
[2] https://www.washingtonpost.com/world/2025/11/06/ukraine-pokrovsk-fall-russia-war/
[3] https://globalaffairs.ru/articles/czifrovaya-vojna-baluevskij-puhov/
[4] https://substack.com/home/post/p-177913995
[5] https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-10/verhandlungen-ukraine-krieg-russland-donald-trump
[6] https://www.welt.de/politik/ausland/plus68cfb2536199625f8c0f809b/donbass-russlands-sommeroffensive-ist-gescheitert-was-das-fuer-den-ukraine-krieg-bedeutet.html
[7] http://www.welt.de/politik/ausland/article68ef696f06329773ec672bc9/ukraine-krieg-wie-es-nur-die-usa-koennen-hegseths-unverhohlene-warnung-an-moskau.html

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  • 07. November 2025 um 22:30

Anzeige: 10.000-fach verkaufter Snacks-Adventskalender zum Bestpreis

Von Benjamin Gründken
Der Intersnack Adventskalender 2025 von Funny-Frisch mit Chips und Nüssen ist bei Amazon zum Bestpreis im Sale.
10.000 Verkäufe auf Amazon in nur einem Monat unterstreichen die Beliebtheit. (Bild: Erzeugt mit Dall-E 3; Amazon, Funny-Frisch; Montage: Golem.de)
10.000 Verkäufe auf Amazon in nur einem Monat unterstreichen die Beliebtheit. Bild: Erzeugt mit Dall-E 3; Amazon, Funny-Frisch; Montage: Golem.de

Der Intersnack Adventskalender 2025 bietet eine ungewöhnliche, aber viele Kunden überzeugende Alternative zu klassischen Schoko-Kalendern. Statt Süßem verbirgt sich hinter den 24 Türchen eine Mischung aus salzigen Snacks der Marken Funny-Frisch, Pom-Bär, Chio und Ültje – insgesamt rund 810 Gramm Knabberware.

Auf Amazon wurde der Kalender allein im letzten Monat laut Produktseite über 10.000-mal verkauft, was auf eine hohe Nachfrage hinweist. Mit einem aktuellen Preis von 23,99 Euro wird er bei Amazon zudem zum aktuell besten Vergleichspreis laut Geizhals feilgeboten.

Ideal für Gamer?

Der Intersnack-Kalender ist vor allem für Menschen interessant, die viel Zeit am Rechner verbringen – etwa Gamer, Programmierer oder Technik-Enthusiasten – und schnell mal zu Süßem oder einer Knabberei greifen. Der Kalender hat den Vorteil, dass er nur ein Türchen pro Tag mit einer überschaubaren Portion bietet. Das ist fast schon eine integrierte Erziehungsmaßnahme, da man sich täglich nur mit einer kleinen Portion statt der großen Tüte zufriedengeben muss, die man sich anstelle der Kalenderoption womöglich unterwegs geholt hätte.

Durch die Kombination verschiedener Marken entsteht eine abwechslungsreiche Mischung aus Chips, Nüssen und herzhaften Snacks. Das bietet mehr Vielfalt als manch andere Kalender, in denen eigentlich nur das immergleiche Produkt, Schokolade, in unterschiedlicher Form drinsteckt. Spannenderweise handelt es sich um den aktuellen Bestseller Nr. 1 in der Kategorie der Adventskalender mit Speisen & Getränken. Aktuell geht er für 23,99 Euro über den Ladentisch.

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  • 07. November 2025 um 18:54

Apple-Brief: EU-Gesetze widersprechen sich und machen Plattformen unsicher

Von Heise
Europa-Flagge und ein iPhone mit Apple-Logo

(Bild: daily_creativity / Shutterstock.com)

Apple wirft der Europäischen Union vor, dass sich ihre Digitalgesetze gegenseitig in die Quere kommen und mobile Plattformen für Verbraucher unsicherer machen.

Apple wirft der Europäischen Union in einem neuen Brief vor, dass sich ihre Digitalgesetze gegenseitig in die Quere kommen. Dies führe dazu, dass die mobilen Plattformen am Ende für Verbraucher unsicherer werden. In dem Brief von Apple-Justiziar Kyle Andeer geht es um Fragen der Europäischen Kommission zum Schutz vor Betrug und von Minderjährigen im App Store. In dem scharf formulierten Schreiben, das dem US-amerikanischen Fernsehsender CBS vorliegt [1], erklärt Andeer, dass die von der EU gegen Apple ergriffenen Maßnahmen des Digital Markets Act (DMA) genau dazu führten, was der Digital Services Act (DSA) abzuwehren gedenkt.

Während der DMA [2] die Stärkung des Wettbewerbs im digitalen Raum zum Ziel hat, geht es beim DSA [3] darum, den digitalen Plattformen bestimmte Regeln aufzuerlegen, die illegalen und schädlichen Inhalten entgegenwirken. Hierbei geht es im DSA besonders um den Schutz Jugendlicher. In beiden Fällen drohen bei Verstößen hohe Geldstrafen. Apple ist aufgrund seiner Nutzerzahlen eines jener Unternehmen, die besonders im Fokus der Regulierer stehen.

"Rücksichtlos und gefährlich"

Andeer hält es für widersinnig, dass der DMA Apple dazu verpflichtet, Links aus Apps heraus zu ermöglichen und dies "ohne sinnvolle Schutzmaßnahmen". Damit würden Nutzer Betrug und Betrügereien auf Drittplattformen ausgesetzt, die Apple nicht kontrollieren oder überwachen könne. Laut Andeer habe Apple die EU mehrfach gewarnt, dass ihr Ansatz "rücksichtlos und sogar gefährlich" sei. Die neuen Regeln hätten Tür und Tor für Finanzbetrug, Pornografie und Datenschutzprobleme geöffnet.

Zugleich schickte die EU auf Basis des DSA im Oktober Anfragen an Apple und andere, ob ausreichende Sicherheitsmaßnahmen für Minderjährige umgesetzt wurden [4]. Dabei ging es darum, wie zum Beispiel finanzieller Betrug in Apps verhindert wird, und wie sichergestellt wird, dass Firmen wirklich die sind, die sie vorgeben, zu sein. Genau hier sieht Apple den Widerspruch zwischen beiden Gesetzen: Das eine schwäche die Sicherheit, das andere erwarte das bisherige Maß – oder sogar noch mehr.

EU sollte besser ganzheitlich denken

Andeer schreibt, dass die EU ganzheitlich denken sollte, anstatt DMA und DSA als separate Gesetzgebungen anzusehen und durchzusetzen. Apple legt jährlich in öffentlichen Berichten seine Statistiken vor [5], in wie vielen Fällen betrügerische Apps aus dem App Store entfernt wurden. Der jetzige Brief gesellt sich zu dem immer mehr eskalierenden Streit zwischen dem iPhone-Hersteller und der EU. So hat Apple jüngst Klage gegen die EU-Vorschriften eingereicht [6], nachdem das Unternehmen mit einer Strafe über 500 Millionen Euro wegen Verstößen gegen den DMA belegt wurde [7].

Auch konkrete Vorgaben der EU-Kommission zur Umsetzung der Interoperabilität auf Apple-Geräten sorgen für Konfliktpunkte. Aktuell wurde bekannt, dass Apple deshalb auf der Apple Watch die automatische Synchronisation von WLAN-Zugangsdaten zwischen iPhone und Uhr in der EU abschaltet [8].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11071084

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.cbsnews.com/news/apple-blasts-europe-digital-competition-laws-fraud-and-scams/
[2] https://www.heise.de/thema/Digital-Markets-Act
[3] https://www.heise.de/thema/Digital-Services-Act
[4] https://www.heise.de/news/Mangelhafter-Kinderschutz-EU-ermittelt-gegen-US-Plattformen-10749984.html
[5] https://www.heise.de/news/Fake-Bewertungen-Betrug-und-Manipulation-im-App-Store-Apple-nennt-Zahlen-10417623.html
[6] https://www.heise.de/news/500-Millionen-Euro-Strafe-Apple-legt-Berufung-gegen-DMA-Gebuehr-ein-10476924.html
[7] https://www.heise.de/news/DMA-EU-Kommission-verhaengt-hohe-Strafen-gegen-Apple-und-Meta-10359517.html
[8] https://www.heise.de/news/Streit-um-EU-Vorgaben-Apple-will-Funktion-angeblich-lieber-sperren-statt-oeffnen-11068805.html
[9] https://www.heise.de/mac-and-i
[10] mailto:mki@heise.de

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  • 07. November 2025 um 16:59

Intro komplett "in camera": Apple baute neues Apple-TV-Logo physisch auf

Von Heise
Bastelarbeiten am Apple-TV-Intro

Bastelarbeiten am Apple-TV-Intro: Schritt für Schritt zum glasigen Logo.

(Bild: TBWA\Media Arts Lab)

Die beteiligte Agentur hat verraten, wie Apple das neue Introvideo für seinen Streamingdienst hergestellt hat. Der Vorgang war erstaunlich aufwendig.

Das Erstellen auch professionell wirkender Logos samt Animationen ist heute so einfach wie nie: Wer nicht gleich zu KI-basierten Bild- und Videogeneratoren [1] greift, nutzt 3D-Werkzeuge zur Herstellung plastisch wirkender computergenerierter Bilder (CGI). Bei Apple sieht man das anscheinend anders: Das kürzlich frisch überarbeitete offizielle Intro der Streamingtochter Apple TV [2] (in voller Länge anzusehen auf Youtube [3]) wurde vollständig "in camera" hergestellt, also durch das Abfilmen und Zusammensetzen physischer Objekte.

Glas, Beleuchtung, Kamera

Wie genau das umgesetzt wurde, ist in einem Clip beim Werbemagazin AdAge [4] zu sehen. Das Intro wurde von Apples Agentur TBWA\Media Arts Lab zusammen mit Optical Arts umgesetzt. In einem 33 Sekunden langen "Making of"-Video ist zu sehen, wie das Apple-TV-Logo Schritt für Schritt animiert wurde – aus Glasobjekten, die sowohl das Apfellogo als auch die Schrift bildeten. Passende Farbeffekte wurden mit entsprechender Beleuchtungstechnik erzeugt, nur die Stützen der Objekte später heraus editiert.

Interessanterweise sieht das fertige Intro (unter dem neuen Motto "Das ist erst der Anfang") eher nach Computeranimation als nach physisch inszeniertem Trickfilm aus. Auf X wurde auch der neue Intro-Film [5] für Apples Filmtochter Apple Original Films geteilt. Auch dieser Streifen wurde offenbar "in camera" physisch gefilmt, wobei zunächst unklar blieb, ob dies auch für die Schrift galt. Mit dem iPhone [6] wurden die beiden Intros offenbar nicht gedreht, zumindest ist in dem "Making of" davon nichts zu entdecken.

Neue Musik: "Es fehlt Bass"

Apple hatte seinen Streamingdienst kürzlich von Apple TV+ zu Apple TV [7] umbenannt. Laut Angaben von Dienstechef Eddy Cue hätten viele Nutzer TV+ sowieso schon Apple TV genannt [8], ein Verwechselungsproblem mit der Multimediabox Apple TV 4K sieht der Manager hingegen nicht.

Der neue Apple-TV-Introfilm wurde vom Musiker Finneas, dem Bruder der Sängerin Billie Eilish, vertont – offenbar ebenso wie das Intro für Apple Original Films. Der neue Sound kommt – im Gegensatz zum neuen Logo, das viel Lob erntete – nicht bei allen Beobachtern gut an. Ein X-Nutzer, selbst Designer, schrieb, ihm fehle der Bass [9] der alten Version. Ein anderer hielt die Untermalung im Vergleich zum Vorgänger [10] "definitiv für ein Downgrade".

Update

Herkunft des "Making of"-Videos korrigiert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11070747

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Videogenerator-Sora-So-laesst-es-sich-auch-in-Europa-auf-dem-iPhone-nutzen-10794163.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-TV-4K-und-HomePod-mini-Neue-Modelle-noch-im-November-10966249.html
[3] https://www.youtube.com/watch?v=6sX_BfDnyrg
[4] https://adage.com/video/apple-tv-mnemonic-bts-33s/
[5] https://x.com/avstorm/status/1986424015821386211
[6] https://www.heise.de/news/Neuer-Hollywood-Blockbuster-wurde-mit-20-iPhone-15-Pro-Max-gedreht-10421499.html
[7] https://www.heise.de/news/Buntes-Rebranding-Apple-TV-laesst-das-Plus-weg-10757270.html
[8] https://www.heise.de/news/Apples-Dienstechef-Deshalb-wurde-TV-entplusst-10771081.html
[9] https://x.com/Unbaguettable1/status/1986621277122036197
[10] https://x.com/Unbaguettable1/status/1986621277122036197
[11] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 07. November 2025 um 14:54

iOS: Alternative App-Marktplätze jetzt in 29 Ländern

Von Heise
Icons von App Store und Epic Games Store

Icons von App Store und Epic Games Store: Der "Fortnite"-Hersteller machte besonders viel Druck – und tut das weiter.

(Bild: Shutterstock/mundissima)

Apple verliert in immer mehr Ländern sein App-Store-Monopol. Die Liste ist bald bei 30 Regionen angekommen.

In insgesamt 29 Ländern der Erde hat Apple sogenannte alternative App-Marktplätze (Alternative App Marketplace, AAM) offiziell genehmigt – üblicherweise auf Druck des jeweiligen Regulierers [1]. Die jüngste Region ist Japan, wo mit Freigabe von iOS 26.2, die vermutlich im Dezember erfolgt, eine Entscheidung der dortigen Fair Trade Commission aus dem vergangen August [2] umgesetzt wird. Betroffen ist allerdings nicht nur der iPhone-Hersteller: Auch Google muss baldmöglichst die einfachere Installation von Alternativen zum Play Store ermöglichen.

Erste alternative App-Marktplätze laufen schon

Bereits startbereit [3] für Japan sind nach Nutzerangaben sowohl der Epic Games Store [4] als auch der AltStore PAL [5] (demnächst wohl eher AltStore NTSC-J [6]), sobald die Beta von iOS 26.2 auf dem Gerät ist. Weitere AAMs könnten zeitnah folgen. Apple hatte das Grundgerüst für die Installierbarkeit solcher App-Store-Alternativen dereinst in der EU gelegt, die als Vorreiter bei der Regulierung des Konzerns mittels Digital Markets Act gilt.

Allerdings passt Apple die jeweiligen Möglichkeiten für die lokalen App-Anbieter an die jeweilige Gesetzeslage an. So sind in den USA etwa noch keine AAMs erlaubt, dennoch muss Apple aber alternative Bezahlwege [7] freigeben. Der Konzern wehrt sich zumeist gerichtlich oder zumindest mit Lobbyaktivitäten gegen die Regulierung, dies gilt auch für weitere Freigabezwänge, wie sie etwa die EU-Kommission bis ins kleinste Detail [8] einfordert.

Wie sich die Länder zusammensetzen

Die 29 Weltregionen mit alternativen App-Marktplätzen bestehen aus den 27 EU-Staaten, das genannte Japan sowie Brasilien. Sehr bald soll auch Australien [9] hinzukommen, womit Land 30 "geknackt" wäre. Apples größer Markt, die USA, ist bislang noch umkämpft – bis zu einer AAM-Entscheidung könnten Jahre vergehen. In Großbritannien droht Apple unterdessen teurer gerichtlicher Ärger [10], der ebenfalls in eine AAM-Freigabe münden könnte, auch wenn diese bislang noch nicht entschieden [11] ist.

Apple hatte in Großbritannien zuletzt mit der EU als marktpolitisches Negativbeispiel [12] argumentiert. Den Digital Markets Act [13] lehnt der iPhone-Hersteller in seiner jetzigen Form öffentlich ab. Der Konzern sieht unter anderem die "fundamentalen Rechte auf Privatsphäre und Onlinesicherheit der Nutzer" gefährdet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11070639

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Bericht-App-Store-vor-der-Spaltung-wegen-EU-Gesetz-9598470.html
[2] https://www.heise.de/news/Japan-Regulierer-nimmt-App-Store-ins-Visier-wie-in-Europa-10508954.html
[3] https://x.com/Tzzlala/status/1985857946082070604
[4] https://www.heise.de/news/Sechs-Schritte-Epic-Games-zeigt-Apples-neuen-App-Marketplace-Installer-10699238.html
[5] https://www.heise.de/news/App-Store-Alternative-AltStore-will-in-mehr-Laender-kommen-10733838.html
[6] https://en.wikipedia.org/wiki/NTSC-J
[7] https://www.heise.de/news/Alternative-Bezahlwege-fuer-den-App-Store-In-den-USA-unbeliebt-laut-Apple-9716513.html
[8] https://www.heise.de/news/Streit-um-EU-Vorgaben-Apple-will-Funktion-angeblich-lieber-sperren-statt-oeffnen-11068805.html
[9] https://www.heise.de/news/Rechtsstreit-in-Australien-Apple-mit-schweren-Vorwuerfen-gegen-Epic-10778508.html
[10] https://www.heise.de/news/Niederlage-fuer-Apple-in-London-App-Gebuehren-viel-zu-hoch-10837104.html
[11] https://www.heise.de/news/Regulierung-zu-schwach-Epic-Games-will-nicht-zurueck-auf-britische-iPhones-10498066.html
[12] https://www.heise.de/news/Grossbritannien-Apple-argumentiert-gegen-Regulierung-mit-EU-als-Negativbeispiel-10624655.html
[13] https://www.heise.de/news/Streit-mit-EU-Apple-macht-Alternativvorschlaege-zum-DMA-10671290.html
[14] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[15] https://www.heise.de/mac-and-i
[16] mailto:bsc@heise.de

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  • 07. November 2025 um 13:46

Google veröffentlicht Magika 1.0 zur KI-gestützten Dateityp-Erkennung

Von Heise
Bauwürfel mit 0ern und 1ern drauf, Bagger transportiert Bauwürfel, grauer Hintergrund

(Bild: heise medien)

Google hat die erste stabile Version seines KI-gestützten Dateityp-Erkennungssystems Magika veröffentlicht. Version 1.0 wurde in Rust neu entwickelt.

Die erste stabile Version von Googles Open-Source-Werkzeugs Magika zur KI-gestützten Dateityp-Erkennung liegt vor. Die Anwendung wurde für Version 1.0 in Rust neu entwickelt und unterstützt mehr als 200 verschiedene Dateitypen – doppelt so viele wie in der Alpha-Version vom vergangenen Jahr.

Die Neuentwicklung in Rust sorgt laut Google [1] für deutliche Performance-Verbesserungen. Auf einem MacBook Pro mit M4-Chip verarbeite Magika knapp 1000 Dateien pro Sekunde. Das Tool nutzt die ONNX Runtime für schnelle KI-Inferenz und Tokio für asynchrone Parallelverarbeitung. Neben dem neuen nativen Client für die Kommandozeile stehen außerdem Module für Python und TypeScript zur Verfügung.

Von Jupyter Notebooks bis WebAssembly

Die erweiterte Typerkennung deckt auch spezialisierte Formate aus verschiedenen Bereichen ab: Data-Science-Formate wie Jupyter Notebooks, NumPy-Arrays oder PyTorch-Modelle gehören ebenso dazu wie moderne Programmiersprachen (Swift, Kotlin, TypeScript, Dart, Solidity, Zig) und DevOps-Konfigurationsdateien (Dockerfiles, TOML, HashiCorp HCL). Magika kann zudem genauer zwischen ähnlichen Formaten unterscheiden – etwa zwischen JSON und JSONL oder zwischen C- und C++-Code.

Für das Training des erweiterten Modells musste Google nach eigenen Angaben zwei Herausforderungen bewältigen: Der Trainingsdatensatz wuchs auf über 3 Terabyte an, was den Einsatz der hauseigenen SedPack-Bibliothek zum effizienten Streaming erforderte. Für seltene oder spezialisierte Dateitypen, von denen nicht genügend reale Beispiele verfügbar waren, setzte das Unternehmen auf generative KI: Googles Gemini-Modell erzeugte synthetische Trainingsdaten durch Übersetzung von Code und strukturierten Dateien zwischen verschiedenen Formaten.

Magika lässt sich auf Linux, macOS und Windows einrichten. Ferner können Entwickler das Tool als Bibliothek in Python-, TypeScript- oder Rust-Projekte integrieren. Laut Google verzeichnet das Projekt seit der Alpha-Version über eine Million Downloads pro Monat.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11069466

Links in diesem Artikel:
[1] https://opensource.googleblog.com/2025/11/announcing-magika-10-now-faster-smarter.html
[2] https://www.heise.de/ix
[3] mailto:fo@heise.de

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  • 07. November 2025 um 13:30

Steam-Spiele laufen auch auf Android (ja, wirklich)

Von Heise

Fast ohne Frickelei: Emulations-Apps wie GameHub oder Winlator bringen Windows-Spiele auf Android zum Laufen.

Windows-Spiele wie Hollow Knight: Silksong, Dead Cells und Skyrim laufen auch auf Android und sind in weniger als fünf Minuten installiert. Möglich machen es Emulations-Apps wie GameHub oder Winlator. c’t 3003 hat sich angeschaut, was da schon geht und was nicht.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guckt mal hier, das bin ich, wie ich den Kindergeburtstag meines Einjährigen verpasse und das brandneue Hollow Knight: Silksong mit butterweichen 120 FPS spiele. Oder hier, ich, wie ich im Bewerbungstraining beim Arbeitsamt einfach ein bisschen Skyrim spiele. Ja, und das Krasse ist, das hier ist kein Steam Deck oder so ein Windows-Handheld wie das ROG Ally, sondern ein stinknormales Android-Smartphone, wo das Spiel gerade auf der Hardware läuft. Wie bitte? Ja, richtig gehört, das hier ist kein Cloud-Gaming, kein Stream, hier läuft einfach gerade Skyrim auf meinem Smartphone. Oder hier, Dead Cells oder Cult of the Lamb. Ja, läuft alles. Das geht mit Tools wie GameHub oder Winlator. Das Einrichten dauert ungelogen weniger als 5 Minuten und dann kann ich einfach meine komplette Steam-Library durchscrollen, Spiele runterladen und loslegen. Wie das geht und ob es einen Haken gibt, zeigen wir euch in diesem Video. Bleibt dran.

Liebe Hackerinnen, liebe Internetsurfer, herzlich willkommen hier bei…

Also, Gaming auf dem Handy ist ein Ding. Also mal so richtig. Laut dieser Statistik vom Verband der Deutschen Gamesbranche e. V. ist das Handy in Deutschland die populärste Gaming-Plattform mit 22,9 Millionen Spielern. Gefolgt von Konsolen mit 20,5 Millionen und dann weit abgeschlagen der PC mit 13,1 Millionen. Ja, krass. Aber trotzdem hat Mobile Gaming unter den "echten" Gamern, ich sag mal, nicht den besten Ruf. Und ja, ich muss sagen, das ist bei mir auch so. Ich verbinde Handyspiele meistens mit so richtig frechen Pay-to-Win-Mechaniken, so einer 1-Euro-Shop-Optik und komischer Steuerung. Und ja, ja, ich weiß, es gibt auch echt gute Spiele auf Smartphones. Und auch gute Ports von PC-Spielen, z. B. Balatro, Stardew Valley oder Fortnite. Aber davon gibt es leider einfach nicht so viele. Und wie cool wäre das, wenn ich so Spiele wie das neue Hollow Knight: Silksong einfach entspannt auf meinem Handy spielen könnte. Weil das hab ich ja in der Regel eh immer dabei.

Und da kommt Windows-Emulation auf Android ins Spiel. Denn mit der richtigen Software kann man Windows-Spiele auch auf Android laufen lassen. Hier, schaut mal, das hier ist ein Samsung Galaxy S25+, also Samsungs aktuelles Flaggschiff-Modell mit Snapdragon 8 Elite. Die Plus-Variante hat einen größeren Bildschirm als das normale S25, ist ansonsten leistungstechnisch aber gleich. Da öffnet man dann einfach diese App hier, scrollt durch die Spielesammlung und startet beispielsweise Hollow Knight: Silksong. Ja, und das läuft dann einfach mit 120 FPS komplett smooth. Oder hier das Roguelike Dead Cells oder Cult of the Lamb, laufen alle supergut. Und das sieht alles auf dem AMOLED-Display mit 120 Hz wirklich richtig schick aus. Also schaut mal, wenn ich das hier jetzt mal neben mein 60-Hz-LCD-Steam-Deck lege, dann macht das im Vergleich schon ordentlich was her. Und was ich richtig heftig finde: Hier läuft einfach gerade Skyrim. Also nicht so ganz so geschmeidig mit 40 bis 50 FPS, aber trotzdem finde ich das schon krass. Und nochmal, das ist kein Cloud-Gaming oder Stream, hier läuft einfach Skyrim auf meinem Handy. Hätte ich das vor ein paar Jahren irgendwo gesehen, hätte ich das für Fake gehalten. Das Krasse dabei, das habe ich in weniger als 5 Minuten eingerichtet. Ja, wirklich, zeige ich euch gleich.

Ja, und ich weiß, das S25+ kostet über 800 Euro. Dafür könnte man also gleich zwei Steam Decks oder eine Switch 2 oder einen Gaming-PC kaufen. Ja, viel Geld. Aber die Windows-Emulation läuft auch auf schwächeren Android-Geräten, wie hier zum Beispiel dem Retroid Pocket 5, den es bei AliExpress für knapp 200 Euro gibt. Da braucht man nicht mal so eine Game-Controller-Halterung wie für das S25, sondern der Controller ist da direkt eingebaut. Ich finde das Ding optisch richtig geil, besonders hier in diesen GameCube-Farben. Außerdem liegt das Ding super in der Hand und ist echt kompakt. Der Retroid Pocket 5 ist eigentlich für Retro-Spiel-Emulation gedacht, aber der eingebaute Snapdragon 865 reicht auch für Windows-Kram. Allerdings nicht ganz so flüssig wie mit dem High-End-Samsung. Bei Silksong haben wir hier so 80 FPS geschafft, was echt super ist, und auf dem AMOLED-Display sieht das Ganze ähnlich nice aus wie auf dem Samsung. Leider aber nur mit 60 Hz. Skyrim läuft FPS-mäßig sogar besser als auf dem Samsung, stürzt aber leider ständig ab, genau wie Cult of the Lamb. Dead Cells und Hollow Knight 1 haben sich leider gar nicht starten lassen, Stardew Valley ging aber. Ja, also für Windows-Emulation würde ich mir das Teil jetzt nicht unbedingt kaufen, aber wie gesagt, das ist ja eigentlich für Retro-Gaming gedacht. Dafür gibt es auf Android echt eine riesige Emulationswelt mit verschiedenen Frontends wie RetroArch. Das ist aber nochmal ein ganz eigenes Thema, falls wir darüber mal ein Video machen sollen, lasst uns das gerne wissen.

In diesem Video soll es aber erstmal primär um Windows-Emulationen gehen, also Emulation, denn möglich macht das die Kompatibilitätsschicht Wine. Aber was ist das überhaupt? Kurz gesagt: Wine ist sowas wie eine Zwischenschicht, die Windows-API-Aufrufe abfängt und sie für Android oder Linux übersetzt. Also sowas wie Windows-Datei-Operationen, also "Schreibe diese Datei in C:\…", Registry-Kram und so weiter. Der Unterschied zu einem richtigen Emulator bzw. zu einer virtuellen Maschine ist, dass Wine nicht einen kompletten Rechner mit CPU, GPU und so weiter emuliert, sondern halt nur notwendige Funktionen bzw. Operationen von Windows nachbildet. Und mit denen läuft dann das Spiel einfach. Ein Emulator bräuchte immer auch zusätzliche Rechenleistung, um die Hardware zu emulieren, die man mit Wine halt nicht braucht. Und vielleicht fragt ihr euch jetzt: Hä? Gibt es da nicht noch dieses Proton? Das läuft doch auf dem Steam Deck mit SteamOS immer. Ja, stimmt. Proton ist quasi einfach eine von Valve aufgemotzte Version von Wine, die nochmal besser für Spiele optimiert ist. Also so in der Kurzfassung.

So, genug gelabert, wie geht das jetzt? Also ich muss sagen, bei der Vorstellung, Windows-Spiele auf Android-Smartphones zum Laufen zu bringen, ist mir erstmal ein bisschen schwindlig geworden, weil das klingt erstmal nach ’ner Mega-Fummelei. Ja, ich sag mal, es kann frickelig sein, muss es aber nicht. In diesem Video zeige ich euch mal zwei Möglichkeiten, mit denen ihr Spiele zum Laufen bringt. Einmal super bequem mit GameHub, wo man sich allerdings einen Account anlegen muss, und einmal komplett Open Source ohne Account mit Winlator, was aber deutlich frickeliger ist.

Methode Nummer 1 – GameHub. GameHub ist ’ne App des chinesischen Controller-Herstellers GameSir, kennt ihr vielleicht. Die gibt’s nicht im Play Store, sondern nur per Sideloading. Also man muss sich die App manuell runterladen und installieren. Bisschen unschön, weil man damit die Sicherheitsmechanismen des Play Stores nicht hat, aber no risk, no fun; ihr seid auf jeden Fall gewarnt, dass das auf eigene Gefahr passiert. Aber GameSir ist auf jeden Fall ein seriöser und etablierter Hersteller. Das Sideloading funktioniert auf jeden Fall babyeinfach und das alles ist in weniger als 5 Minuten eingerichtet. Hier auf gamehub.xiaoji.com kann man einfach die APK-Datei runterladen. Beim Öffnen meckert das Handy vermutlich aber erstmal, dass es die Datei aus Sicherheitsgründen nicht starten will, weil die App kommt halt nicht aus dem Play Store. Um das zu erlauben, muss ich hier beim Galaxy unter "Sicherheit und Datenschutz" einmal die automatische Sperre ausschalten. Dann einfach öffnen und installieren. Ist das durch, hat man die App wie jede andere hier auf dem Home-Bildschirm und man kann sie einfach starten.

Das Blöde ist, man muss sich leider anmelden, um GameHub nutzen zu können. Das geht per Mail, Google oder Apple. Bei Winlator funktioniert das auch ganz ohne Anmeldung, aber da komme ich gleich noch zu. Naja, hat man sich einmal eingeloggt, landet man auf dem GameHub-Homescreen. Und ja, der gefällt mir echt gut. Das sieht hier ein bisschen aus wie auf dem Steam Deck und ist echt clean und lässt sich vor allem mit Controller easy bedienen. Der wird auch sofort erkannt.

Ja, und apropos Controller, so einen braucht ihr, wenn ihr ein Smartphone und nicht so ein Android-Retro-Handheld wie das Retroid Pocket 5 benutzt. Also ja, man kann theoretisch auch jedes Spiel mit so eingeblendeten Touch-Controls bedienen, aber das ist meiner Meinung nach kompletter Quatsch. Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde so eingeblendete Touch-Bedienung einfach nie gut. Naja, was Controller angeht, könnte man jetzt einen normalen Controller wie von der PlayStation per Bluetooth koppeln. Das finde ich aber irgendwie uncool, weil dann muss man sich ja das Handy irgendwie aufstellen und so komisch davor sitzen. Viel besser für Mobile Gaming finde ich solche Controller-Krallen wie diese hier. Da klemmt man das Smartphone einfach hier so rein und zack, hat man das Handy quasi zum Handheld umgebaut. Schon ganz nice. Ich habe hier zwei Stück. Einmal einen Razer Kishi V2 Pro mit USB-C für ca. 80 Euro und einen 8BitDo mit Bluetooth für ca. 50 Euro. Die Dinger gibt es aber wirklich in allen Geschmacksrichtungen und Preisklassen, also irgendwie von 20 bis 200 Euro.

So, zurück zu GameHub. Hier in der Oberfläche kann man einmal Streaming auswählen, sich bei Steam einloggen oder Games manuell hinzufügen. Steam ist auf jeden Fall die einfachste Möglichkeit, um Spiele zu installieren. Ich kann aber auch verstehen, falls man da vielleicht ein bisschen Bauchschmerzen bekommen sollte, sich da mit seinen Steam-Daten einzuloggen. Falls man da wirklich gar keinen Bock drauf hat, kann man Spiele auch manuell hinzufügen. Komme ich gleich noch zu. Naja, mit Steam muss man sich auf jeden Fall einfach anmelden und kann dann hier durch die Steam-Bibliothek scrollen. Dann einfach ein Spiel auswählen, auf "Get Game" klicken und herunterladen. Ah, und man hat mit Steam natürlich auch seine Cloud-Games zur Verfügung und kann da weiterspielen, wo man am PC aufgehört hat. Naja, zumindest theoretisch. Bei manchen Spielen wie Hollow Knight 1 hatte ich meine Spielstände direkt am Start, bei anderen wie Cult of the Lamb, ja, da waren einfach keine. Hm, naja.

Wenn man keinen Steam benutzen will, kann man Spiele auch manuell hinzufügen. Dafür braucht ihr aber eine kopierschutzfreie Version des Spiels. Solche gibt’s beispielsweise bei Good Old Games, also GOG. Die muss man dann auf einen Windows-PC installieren und den Installationsordner anschließend aufs Handy kopieren, also per USB-C oder so. Ist der Ordner auf dem Handy, muss man in GameHub auf "Import Game" tippen und die Spiel.exe auf dem Handy auswählen. Was cool ist: GameHub hat hier bei Silksong direkt automatisch ein passendes Bild hinzugefügt, das Spiel benannt und direkt die passende Firmware und Wine- bzw. Proton-Version heruntergeladen. Dann kann ich das Spiel einfach starten und es läuft. Im Spiel kann man bei GameHub so ein Seitenmenü noch öffnen wie beim Steam Deck, da kann man dann sowas wie FPS-Limit anpassen oder sich Touch-Controls einblenden.

Aber kann ich denn jetzt einfach jedes Spiel runterladen und das läuft dann einfach? Leider nicht. Und da sind wir auch schon beim größten Haken an der Nummer: Das ist leider alles noch sehr Hit-or-Miss. Also viele Spiele funktionieren einfach direkt und manche starten einfach nicht. Ich hab echt einiges ausprobiert und kann generell sagen, dass ich bei 2D-Spielen wie Cult of the Lamb, Dead Cells oder Stardew Valley die beste Erfolgsquote hatte. Die ließen sich einfach direkt starten und liefen butterweich. Aber auch bei solchen geht’s manchmal einfach nicht. Hotline Miami 1 zum Beispiel, da kann ich machen, was ich will, das startet einfach nicht. Bei grafisch anspruchsvolleren Sachen hab ich dann nochmal deutlich weniger zum Laufen bekommen. Auch bei Spielen, die angeblich "perfect supported" sind. Ja, denn GameHub hat bei manchen Spielen so ’ne Kennzeichnung hier, wie beim Steam Deck, dass das Spiel angeblich perfekt laufen soll. Wenn man da draufklickt, sieht man die Hardwareanforderungen und empfohlenen Einstellungen. Das ist leider aber kompletter Quatsch. Angeblich müssten dann Spiele wie Doom, Dishonored 2 und das Resident Evil 2 Remake perfekt laufen, aber keins von denen konnte ich auch nur starten.

Andere Spiele wie beispielsweise Fallout 4 kann man starten, das läuft aber auf dem S25 echt nicht gut. Das krampft so bei 20 FPS rum. Aber ey, es startet zumindest, und das ist schon beeindruckend. Was tatsächlich spielbar ist, zumindest auf dem S25, ist Skyrim. Das läuft zwar streckenweise echt instabil und nur mit so 40 bis 50 FPS, hat auch hier und da so ein paar Grafikglitches, aber ja, das hier ist ein Android-Smartphone und dass das überhaupt ein bisschen spielbar ist, finde ich schon krass. Und bei Skyrim kann man auch noch mit Einstellungen arbeiten, damit das besser läuft, hatte ich zumindest in ein paar YouTube-Videos gesehen. Denn man kann für jedes Spiel noch Kram einstellen, wie zum Beispiel die Wine- oder Proton-Version auswählen. Oder sowas wie die DXVK-Version wechseln. Das ist so eine weitere Kompatibilitätsschicht, die DirectX zu Vulkan übersetzt. Ja, aber wie ihr merkt, kann das hier echt fummelig werden, bis man da die optimale Kombination rausbekommt. Teilweise kann man dafür aber auch mal im Internet schauen, da haben manche ihre Settings auf Reddit oder so gepostet. Aber ob Spiele laufen oder nicht, kann man halt schnell mal ausprobieren. Das mit GameHub ist wirklich innerhalb von 5 Minuten eingerichtet.

Ganz im Gegensatz zu Methode Nummer 2, Winlator. So, ich meinte ja am Anfang des Videos, dass es noch eine weitere Variante für Windows-Emulation auf Android gibt. Das hier ist Winlator. Winlator funktioniert im Prinzip wie GameHub, also auch mit Wine bzw. Proton. Der dicke Unterschied ist aber, dass Winlator Open Source ist und man sich nicht einloggen muss. Das ist zwar cool, aber Winlator ist auch deutlich unbequemer zu benutzen. Im Gegensatz zu GameHub ist Steam hier nämlich nicht integriert und man muss die Spiele manuell aufs Smartphone laden und importieren. Das funktioniert am einfachsten mit Spielen ohne Kopierschutz. Also im besten Fall nimmt man dafür die GOG-Version. Hatten wir ja vorhin schon. Steam installieren und benutzen geht zwar auch irgendwie, ist aber ’ne riesen Fummelei und würde auf jeden Fall den Rahmen dieses Videos sprengen. Falls ihr das mal ausprobieren wollt, habe ich euch ein Tutorial in der Beschreibung verlinkt.

Ein weiterer Unterschied zu GameHub ist, dass man alles manuell einstellen muss. GameHub versucht ja zumindest für Spiele automatisch die passende Wine- bzw. Proton-Version herunterzuladen, wählt den passenden Treiber aus und hat Controller-Support out of the box. Das muss man bei Winlator alles selber einstellen. Also ja, ihr checkt, bei Winlator muss man keine Daten von sich preisgeben, was super ist, aber man hat halt auch deutlich weniger Komfort.

Ok, aber wie benutzt man Winlator? Als Vorbereitung kann man schon mal das gewünschte Spiel aufs Handy packen. Wie gesagt, am einfachsten geht das mit den kopierschutzfreien Versionen, wie diese hier von Hollow Knight: Silksong von GOG. Da lade ich mir hier unter "Offline Backup Game Installers" die Installationsdatei herunter und ziehe sie per USB-Kabel in den Downloads-Ordner auf meinem Smartphone. Dann Winlator installieren. Wie bei GameHub lädt man sich hier ’ne APK-Datei runter, diesmal von GitHub. Das dann einfach installieren. App öffnen und hier oben rechts auf das Plus. Da kann man einen Container für das jeweilige Spiel anlegen. Hier oben den Namen eintippen und sonst erstmal die Standardeinstellung beibehalten. Die kann man auch später noch ändern. Dann auf den Haken klicken und der "Container" ist erstellt. Also so ’ne Wine-Windows-Umgebung.

Klickt man jetzt hier auf das Play-Zeichen, landet man in diesem, ich nenn ihn mal, Desktop. Hier kann man die Maus ganz gut mit Touch bedienen. Dann ins D-Verzeichnis, da sollte der Inhalt eures Downloads-Ordners auf dem Handy drin sein. Dann einfach die Installationsdatei von Silksong ausführen und installieren. Wenn das Spiel fertig ist, das Spiel einmal starten und wieder beenden. Bei mir hat Silksong dann ’ne Fehlermeldung ausgegeben und ich musste die App einmal komplett neu starten, aber naja. Winlator also wieder starten und nochmal in den Silksong-Container. Und hier unter Shortcuts kann man dann auch das Spiel über diesen Play-Button hier starten.

So, jetzt muss man noch den Controller einstellen. Dafür wieder aufs Menü, auf "Input Controls" und hier über das Plus ein neues Profil anlegen. Controller anschließen oder koppeln und hier unten auswählen. Und ja, dann jede Taste einmal drücken und jeweils Gamepad und die passende Taste auswählen. Mega nervig. Ich hab bisher keine einfache Methode gefunden, falls ihr eine kennt, dann gerne in die Kommentare schreiben. Dann bei "Shortcuts" beim jeweiligen Spiel auf die 3 Punkte und unter "Advanced", "Input Controls", "Profile" das angelegte Profil auswählen. Fertig.

Performance-technisch lief Silksong mit den Standardeinstellungen genauso gut wie bei GameHub. Und was ich so von anderen mitbekommen habe, ist, dass es extrem geräte- und einstellungsabhängig ist, mit welcher Software jetzt was besser läuft. Einige sagen, dass GameHub out of the box bei den meisten Spielen besser funktioniert, andere wiederum haben bessere Ergebnisse mit Winlator. Ich persönlich würde auf jeden Fall zu GameHub raten. Ja, auch wenn man da auf eine Art mit seinen Daten bezahlt. Es ist einfach viel, also wirklich viel bequemer. Das Ding ist, die Nummer ist so oder so noch echt experimentell. Also manche Spiele funktionieren einfach und manche nicht. Und bei GameHub kann man halt echt entspannt verschiedene Spiele ohne Gefrickel ausprobieren. Bei Winlator finde ich das deutlich aufwendiger, nur damit das Spiel dann am Ende vielleicht einfach gar nicht läuft. Außerdem gefallen mir die Steam-Integration mit den Cloud-Saves, wenn sie funktionieren, und die automatischen Presets bei GameHub echt gut. Ich kann aber auf jeden Fall auch verstehen, wenn man seine Daten nicht in die Hände eines random chinesischen Controller-Herstellers legen will. Wenn man Bock hat, sich da ein bisschen reinzunerden, ist Winlator auf jeden Fall auch eine Alternative.

Also generell muss ich sagen, ich finde es echt faszinierend, dass so etwas mittlerweile möglich ist. Also ich kann mich noch erinnern, dass es früher oft so clickbaity Videos und Posts mit so gefakten Thumbnails, so mäßig "GTA 5 auf dem Handy funktioniert, extrem einfach", gab. Das war halt früher immer Quatsch, geht aber jetzt einfach. Das ist schon krass. Aber wie gesagt, die Nummer ist wirklich echt noch sehr experimentell. Wenn man eh ein Android-Gerät rumliegen hat, dann kann man das auf jeden Fall mit GameHub sehr niedrigschwellig einfach mal ausprobieren. Man kann jetzt aber kein Android-Gerät wie das Retro Pocket extra für Windows-Emulation kaufen. Dafür ist die Nummer einfach noch nicht ausgereift genug.

Schreibt doch mal in die Kommentare, welche Spiele ihr hier auf Android zum Laufen bekommen habt. Würde mich echt interessieren. Abonnieren nicht vergessen und bis zum nächsten Mal. Tschüss!

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  • 07. November 2025 um 16:00

Die Republik dreht an der Antenne – und keiner hört hin

Von Christian Bartels

Christian Bartels

Gezeichnete Antenne mit Blitzen

Die Republik verhandelt, was Öffentlichkeit noch wert ist – und wer sie künftig bezahlt. Was geht in den zusammenwachsenden Medien?

Nationale Aufmerksamkeit für Debatten in schnöden Landtagen? Gibt's nicht oft in einer aus sechzehn Bundesstaaten bestehenden Republik mit üppigem Hauptstadtjournalismus neben jeder Menge globaler Aufregung.

"Kein Lauch!" – Wie das BSW den Medienstaatsvertrag zur Profilierungsbühne macht

Sachsens Parlament aber bekam vorige Woche sogar Lob für seine Debatte über den Reform-Medienstaatsvertrag, der Auftrag, Strukturen und weiteres rund um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk neu regeln soll.

Eine "bemerkenswert unpopulistische Debatte" (Süddeutsche) [1], "die überwiegend sachlich und auf fachlich hohem Niveau geführt wurde" (epd medien [2]), hieß es.

Nachdem Sachsen es abnickte, schien das Gesetz, das sechzehnmal angenommen werden muss, um zum 1. Dezember wirksam zu werden, durch. Doch offenbar sind Brandenburg und die Partei BSW, die einen neuen Namen zur selben Abkürzung bekommt und Aufmerksamkeit gebrauchen kann, auf den Trichter gekommen.

Wir "machen uns nicht zum Lauch!", postete ihr relativ profiliertes Mitglied Fabio de Masi [3]. Im Potsdamer Parlament will das BSW, obwohl es da zur Regierungskoalition gehört, nicht zustimmen [4].

Zwar könnte die (in Brandenburg kleinere) CDU einspringen, sodass vielleicht bloß eine ganz gewöhnliche Koalitionskrise draus wird. Doch dürfte dann keiner ihrer Abgeordneten erkranken. Für Brandenburger Verhältnisse überdurchschnittliche Bundes-Aufmerksamkeit dürfte übernächste Woche gesichert sein.

Wie der Reform-Medienstaatsvertrag den öffentlich-rechtlichen Rundfunk umbaut

Was steht drin im Reform-MStV? Allerhand gut klingende, lange zerredete Reform-Ideen zum Kosten-Senken, Doppel-Strukturen-Abbauen und so etwas, dessen Auswirkungen bescheiden bleiben dürften. "Das Reformgesetz finanziert ... weiter separate Verwaltungen, während der Finanzdruck beim Programm voll ankommt, dort die Vielfalt aushebelt und die Kreativbranche schwächt", brachte Claudia Tieschky im oben verlinkten Süddeutsche-Artikel Kritik auf den Punkt.

Die in der Tat hohe Anzahl linearer öffentlich-rechtlicher Radio- und Fernsehsender soll gesenkt werden (wobei der Privatsenderverband Vaunet die Planungen scharf kritisiert). Und die "Presseähnlichkeit" öffentlich-rechtlicher Internetangebote wird weiter reduziert.

Unter diesem im Lauf der Medienentwicklung arg diffus gewordenen Kampfbegriff ärgerten sich Presseverbände über nicht-sendungsbegleitenden Text auf ÖRR-Webseiten.

Das führte vor allem beim ZDF und Deutschlandfunk schon zu Reaktionen. Auf deren Seiten muss man nach schriftlichem Text lange suchen. Auch in der ARD orientieren sich die Anstalten um.

Die Medienkolumne Altpapier, die beim MDR Thüringen erscheint und derart lange Texte bietet, wie sie kaum irgendwo sonst zu finden sind (unter anderem vom Verfasser dieses Beitrags), wird zu ihrem 25. Geburtstag am kommenden Montag zu einem Audio-Format mit begleitendem und (etwas) kürzeren, monothematischen Text relauncht.

Papier wird passé: taz modernisiert, konkret kapituliert

Apropos Papier: Welche Rolle spielt es noch als Speichermedium? Kaum dass die taz mit Pomp ihre lang angekündigte "Seitenwende" vollzog und auf alle gedruckten Werktags-Ausgaben verzichtete, fand sie schon einen Nachahmer [5].

Allerdings einen, der nichts lange ankündigte, sondern seine Leser mit der Ankündigung, im Dezember letztmals gedruckt zu erscheinen, äußerst "unvorbereitet" traf. Um die traditionsreiche Zeitschrift konkret handelt es sich. "Ich habe mir das Magazin immer am Monatsanfang am Bahnhofskiosk gekauft und sofort die Kolumne von Hermann L. Gremliza gelesen", zitiert die taz einen erzürnten Leser. Wobei Gremliza ja auch schon 2019 gestorben ist ...

Damit, dass "Aufklärung bedauerlicherweise kein erfolgsversprechendes Geschäftsmodell ist und zugleich die Kosten für Vertrieb, Druck und Versand rasant steigen", begründet konkret [6] selbst die Entscheidung.

Leben ohne Lokalzeitung

Die kleine Stadt Greiz liegt, wie ihr Name dezent andeutet, nahe bei Schleiz in Südostthüringen [7]. Etwas überregionale Bekanntheit erlangten Teile ihres Landkreises, als die Funke-Mediengruppe ankündigte, Abos der lokalen Ostthüringer Zeitung dort auf Digitalabos umzustellen, weil sich das Austragen bzw. Ausfahren von immer weniger Blättern in dünn besiedelten Gegenden nicht mehr rentiert.

Eine Bilanz dieses betriebswirtschaftlich nachvollziehbaren Schritts zog der Journalistenverein Netzwerk Recherche unter der Überschrift "Leben ohne Lokalzeitung? [8]":

"Fast die Hälfte der betroffenen Abos – 47 Prozent – gingen dem Verlag verloren."

Darüber, wie Lokalzeitungsleser ticken, dass sie etwa an Nachrichten aus 17 Kilometer entfernten Ortschaften schon eher nicht mehr interessiert sind, gibt der lange Beitrag allerhand Aufschluss. Seine Pointe setzt er gleich am Anfang: Im nicht besonders industriestarken Greiz wird wie seit Jahrhunderten immer noch Papier hergestellt, allerdings Verpackungs-Spezialpapier für den Weltmarkt.

Auf den seit Jahren schrumpfenden Markt mit bedruckbarem Zeitungspapier setzen können Unternehmen in einer wachstumsbasierten Wirtschaft nicht – zumal Thüringen (auch aufgrund einer Funke-Entscheidung) schon seit fünf Jahren [9]das erste deutsche Bundesland ohne eigene Zeitungsdruckerei ist.

Papier, Daten, Fußball, TikTok – die bunte Republik der Medienfragmente

+++ Eine gute Nachricht für Fabriken, die außer Pizzakartons auch Zeitungspapier herstellen, gibt es aber auch. Der Postillon, die satirische Webseite mit der hübschen Unterzeile "Ehrliche Nachrichten seit 1845" bedruckt nun einmal monatlich rund 25.000-mal sechzehn Zeitungsseiten (Süddeutsche [10] ).

+++ Rund 13 Milliarden Standortdaten hat das unermüdliche "Databroker Files"-Rechercheteam, zu dem auf deutscher Seite netzpolitik.org gehört, vor allem als kostenlose Werbe-Vorschauen von Datenhändlern gesammelt. 278 Millionen davon gelten Belgien.

Aus den Trackingdaten, die vor allem von Smartphone-Apps "teils metergenau" erheben und in den globalen Handel weiterleiten, konnten die Reporter trotz aller angeblichen Anonymisierung Bewegungsprofile von Spitzenbeamten der EU und aus dem noch strenger geheimen Hauptquartier der Nato erstellen.

"Solche Daten erlauben tiefgreifende Einblicke in das Leben von Menschen – von regelmäßig frequentierten Supermärkten über Auslandsreisen bis hin zu Besuchen in Kliniken oder Bordellen."

Außer Aufforderungen wie "Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden nehmen wir sehr ernst und vertrauen darauf, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende tun, um keine Informationen zu veröffentlichen, die ihnen schaden könnten" (von der Nato) erhielten Ingo Dachwitz und Sebastian Meineck jede Menge "Wir brauchen" –, "Wir müssen" – und "Die EU müsse"-Statements, wie Politiker sie gerne in jedes Mikrofon sprechen.

Wer noch Illusionen über die digitalpolitischen Kompetenzen der EU zu verlieren hat, sollte den neuesten Beitrag zur langjährigen, leider zu wenig beachteten "Databroker"-Recherche [11] lesen.

+++ "Die Radioreportage ist eine Oper der Fußballleidenschaft" hieß ein schöner Artikel der FAZ [12], der in Erinnerung ruft, dass die Medienform der Audio-Live-Reportage zu Fußballspielen am 1. November in Deutschland hundert Jahre alt wurde.

Preußen Münster gegen Arminia Bielefeld, die zufällig gerade beide in der Zweiten Liga spielen, traten damals gegeneinander an. Der mit einem Foto von Manni Breuckmann (nicht 1925, sondern bis ins laufende Jahrtausend aktiv) illustrierte Artikel enthält viel nützliches Wissen.

Zum Beispiel auch, dass das meiststrapazierte Sample aller Nachkriegszeit-/ Wirtschaftswunder-Fernsehdokus, das "Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt. Tor, Tor, Tor, Tooor!", das immer zu Schwarzweißbildern vom Fußball-WM-Finale 1954 einmontiert wird, mitnichten aus dem Fernsehen stammt.

Das gab es zwar 1954 schon und übertrug auch; seine Sendungen wurden aber nicht aufgezeichnet... Vielmehr wurden da Kino-Wochenschau-Bilder mit der Radiostimme des Reporters Herbert Zimmermann kombiniert.

+++ Wenn dann noch dwdl.de [13] meldet: "Tiktok setzt verstärkt auf Links", müssen schnelle Vielleser vorsichtig sein. Schließlich ist "Links" ein Teekesselchen. Außer für eine (im Detail schwer zu umreißende) politische Einstellung steht es auch für Verlinkungen, also das, was das im Prinzip weltumspannende freie Internet zusammenhält.

Hier sind solche Links gemeint, auch wenn Tiktoks Mutterkonzern ja durchaus dem EInflussbereich der Kommunistischen Partei Chinas zugerechnet wird. Wenn Tiktok Verlinkungen fördert, also triggernde Plattformen nicht mehr nur versuchen, ihre Nutzer ausschließlich im eigenen "Ökosystem" zu halten, wäre das eine gute Nachricht.

Das mit dem Teekesselchen gilt natürlich auch für Rechts, das in Kopplungen wie "Rechtsruck" und "Rechtsstaat" identisch aussieht, aber häufig ziemlich anders gemeint ist. Auch in diesem Sinne bleibt es spannend.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.sueddeutsche.de/medien/staatsvertrag-reform-ard-zdf-sachsen-li.3330093?reduced=true
[2] https://medien.epd.de/article/3848
[3] https://x.com/FabioDeMasi/status/1985759497088836084
[4] https://www.stern.de/gesellschaft/regional/berlin-brandenburg/rundfunk--bsw-will-mehrheitlich-gegen-rundfunkreform-stimmen-36187982.html
[5] https://taz.de/Linkes-Monatsmagazin-Konkret-stellt-Druckausgabe-ein/!6126192/
[6] https://konkret-magazin.de/
[7] https://www.telepolis.de/article/Schloss-Burgk-Thueringens-verborgene-Mischung-aus-Geschichte-und-Spionage-10538716.html
[8] https://netzwerkrecherche.org/wir-staerken/lokaljournalismus/dialogprojekt-leben-ohne-zeitung/
[9] https://www.djv-thueringen.de/pressemitteilungen/detail/endgueltig-schluss/
[10] https://www.sueddeutsche.de/medien/satireplattform-der-postillon-printausgabe-li.3332508
[11] https://netzpolitik.org/2025/databroker-files-das-wichtigste-zur-spionage-gefahr-durch-handy-standortdaten-in-der-eu/
[12] https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/100-jahre-fussball-reportage-radioreportage-als-oper-der-fussballleidenschaft-accg-110759010.html
[13] https://www.dwdl.de/magazin/104382/tiktok_setzt_verstaerkt_auf_links_ein_segen_fuer_medienhaeuser/

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  • 07. November 2025 um 13:00

Künstliche Intelligenz: Wo Investoren die besten Chancen finden

Von Matthias Lindner

Matthias Lindner

Futuristisches Rechenzentrum mit Server-Racks in einer großen Lagerhalle.

(Bild: Frame Stock Footage / Shutterstock.com)

Staatliche Milliarden fließen in KI-Infrastruktur. Doch die Strategien unterscheiden sich massiv. Eine Analyse zeigt, welche Länder führen.

Das weltweite Streben nach einer führenden Rolle bei künstlicher Intelligenz erreicht eine neue Dimension. Während die USA auf Deregulierung und private Investitionen setzen, verfolgt China einen zentral gesteuerten Ansatz mit massiven staatlichen Förderprogrammen.

Für institutionelle und strategische Investoren stellt sich die Frage: Welche Standorte bieten die besten Rahmenbedingungen?

Eine umfassende Analyse [1] der Germany Trade & Invest (GTAI) zeigt erhebliche Unterschiede in Regulierung, Förderung und Infrastruktur. Der Bericht betont, dass der rasche Ausbau der Infrastruktur, die Ausbildung von Talenten und ein innovationsfreundliches Umfeld entscheidend für den Erfolg der Strategien seien.

USA: Maximale Freiheit, minimale staatliche Förderung

Die Trump-Administration verzichtet auf neue staatliche Fördergelder und setzt auf den Privatsektor. Allein Amazon, Meta, Microsoft und Google planen laut Wall Street Journal für 2025 Investitionsausgaben von fast 400 Milliarden US-Dollar.

Zum Vergleich: Staatliche KI-Fördermittel beliefen sich 2023 auf nur 4,5 Milliarden US-Dollar, wie die GTAI [2] berichtet.

Diese Strategie zahlt sich aus: 2024 hatten 40 neu entwickelte KI-Basismodelle ihren Ursprung in den USA. KI-Start-ups sammelten 97 Milliarden US-Dollar ein – 45 Prozent des gesamten Wagniskapitals. Die Deregulierung ermöglicht schnelle Innovationszyklen, führt aber zu rechtlicher Fragmentierung: Vier Bundesstaaten haben bereits eigene KI-Gesetze verabschiedet.

China: Zentrale Steuerung mit 54 Milliarden Euro Staatsausgaben

China betrachtet künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie. Die öffentlichen Ausgaben summieren sich 2025 auf 54 Milliarden Euro – Weltspitze bei Staatsausgaben. Der 2025 gegründete Staatsfonds umfasst 7,2 Milliarden Euro bei 13 Jahren Laufzeit, wie aus der GTAI-Analyse hervorgeht [3].

Hinzu kommen regionale Programme: Shanghai (2,7 Milliarden Euro), Shenzhen (1,2 Milliarden Euro), Peking (acht Fonds mit je mindestens 1,2 Milliarden Euro). Bei Patenten führt China: Seit 2017 veröffentlicht das Land jährlich mehr GenAI-Patente als alle anderen Länder zusammen. China und die USA stellen 60 Prozent der globalen KI-Forschungstalente.

Investoren müssen jedoch strenge Regulierung beachten: 30 nationale KI-Standards sind veröffentlicht, 84 weitere in Arbeit. Strenge Datenschutzgesetze und wachsende Ausfuhrkontrollen kommen hinzu.

Europa: Ethik und Forschung als Standortvorteil

Frankreich kombiniert starke Forschungsförderung mit ethischen Standards. Im Februar 2025 kündigten Investoren 109 Milliarden Euro für Rechenzentren und KI-Infrastruktur an. Die VAE planen über Staatsfonds MGX ein Rechenzentrum mit 1.000 Megawatt (30–50 Milliarden Euro) in Frankreich, so die GTAI [4].

National stellt „France 2030“ bis 2030 knapp 2,5 Milliarden Euro bereit. Auf europäischer Ebene mobilisiert InvestAI 200 Milliarden Euro (150 Milliarden privat, 50 Milliarden EU). Mit Mistral AI verfügt Frankreich über das erste KI-Decacorn Europas (Bewertung 12 Milliarden Euro).

Kanada verfolgt ähnliche Ziele. Das Land investiert in nationale Rechenkapazitäten: 176 Millionen US-Dollar für Cohere-Rechenzentrum, "Sovereign AI Factories" von Telus, wie aus dem Bericht hervorgeht [5]. Anders als in den USA, so die GTAI, verfolgt Kanada das Ziel, einen einheitlichen nationalen Rahmen für KI zu schaffen.

Asien-Pazifik: Infrastrukturausbau als Priorität

Südkorea verdreifacht das KI-Budget 2026 auf 7,2 Milliarden US-Dollar. 30 KI-Projekte über öffentlich-private Fonds (71,6 Milliarden US-Dollar) sind geplant. Bis 2028 soll das weltweit größte KI-Datenzentrum (3 Gigawatt, 35 Milliarden US-Dollar) entstehen, wie es der Länderbericht zeigt [6].

Japan stellt bis März 2031 insgesamt 66 Milliarden US-Dollar für Halbleiter und künstliche Intelligenz bereit. Japanische Firmen sollen bis 2030 mehr als 35 Prozent neuer Seekabel weltweit verlegen und ein Fünftel des Datenzentrumsmarkts erobern, berichtet die GTAI [7].

Taiwan nutzt seine Halbleiterstärke: 100 Milliarden Taiwan-Dollar (3,3 Milliarden US-Dollar) Anschubfinanzierung für zehn KI-Infrastrukturprojekte. Das "Chip-Based Industrial Innovation Program" umfasst 9,3 Milliarden US-Dollar bis 2033, wie der Bericht ausführt [8].

Indien konzentriert sich auf Rechenleistung: 1,2 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre, 34.000 Grafikprozessoren [9]angeschafft. Deloitte prognostiziert Marktwachstum von sieben bis acht Milliarden US-Dollar (2024) auf 20–22 Milliarden US-Dollar (2027), heißt es [10].

VAE und Malaysia: Wachstumsstarke Zukunftsmärkte

Die VAE wollen bis 2030 rund 14 Prozent des BIP durch künstliche Intelligenz erwirtschaften (100 Milliarden US-Dollar). Beim Trump-Besuch im Mai 2025 wurden Technologieabkommen über 200 Milliarden US-Dollar geschlossen. Der Stargate-KI-Campus (5 Gigawatt, 20 Milliarden US-Dollar) startet 2026, wie die GTAI zeigt [11].

Malaysia stellt im Budget 2026 umgerechnet 1,4 Milliarden US-Dollar bereit – zehnmal mehr als im Vorjahr. Ein Drittel fließt in KI-Cloud-Infrastruktur, wird berichtet [12].

Chancen für deutsche Unternehmen

Forschungskooperationen lohnen in Kanada, Frankreich und VAE. Siemens errichtet in Kanada ein FuE-Zentrum für KI-gestützte Batterieproduktion (110 Millionen US-Dollar). Der industrielle Einsatz ist in China, Japan, Südkorea und Taiwan aussichtsreich. Daniel Yoo vom VDMA empfiehlt im GTAI-Interview, dass deutsche Maschinenhersteller Kooperationen mit innovativen Start-ups prüfen sollten.

Der Recheninfrastrukturausbau [13]schafft nahezu überall Zulieferchancen. In den VAE besteht hoher Bedarf an Kühltechnologie, energieeffizienten Systemen und nachhaltiger Automatisierung. Die USA bleiben mit dem größten Kapitalmarkt [14]und hoher Anwendungsaffinität der wichtigste Markt.

Risiken beachten

Die Spannungen zwischen den USA und China im Technologiesektor nehmen zu: US-Exportbeschränkungen bei Chips, chinesische Ausfuhrkontrollen bei Seltenen Erden. Regulatorische Fragmentierung in den USA, strenge Datenschutzvorgaben in China und hoher Energiebedarf großer Modelle stellen weitere Herausforderungen dar. Experten weisen auf das Risiko von KI-Blasen hin.

Die strategische Entscheidung hängt von Ökosystem-Reifegrad, Regulierung, Talenten und Anwendungsfeldern ab. Die GTAI-Analyse bietet fundierte Entscheidungsgrundlagen für Investoren.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.gtai.de/de/trade/welt/specials/ki-strategien-im-vergleich-1936732
[2] https://www.gtai.de/de/trade/usa/specials/ki-strategie-1923708
[3] https://www.gtai.de/de/trade/china/specials/ki-strategie-1934098
[4] https://www.gtai.de/de/trade/frankreich/specials/ki-strategie-1917830
[5] https://www.gtai.de/de/trade/kanada/specials/ki-strategie-1912864
[6] https://www.gtai.de/de/trade/suedkorea/specials/ki-strategie-1905364
[7] https://www.gtai.de/de/trade/japan/specials/ki-strategie-1925372
[8] https://www.gtai.de/de/trade/taiwan/specials/ki-strategie-1928470
[9] https://www.heise.de/tp/article/5-Billionen-Dollar-Marktwert-Nvidia-erreicht-was-niemand-zuvor-schaffte-10966138.html
[10] https://www.gtai.de/de/trade/indien/specials/ki-strategie-1901906
[11] https://www.gtai.de/de/trade/vereinigte-arabische-emirate/specials/ki-strategie-1910208
[12] https://www.gtai.de/de/trade/malaysia/specials/ki-strategie-1912866
[13] https://www.heise.de/tp/article/Chinas-erstes-Unterwasser-Rechenzentrum-nimmt-Betrieb-auf-10730093.html
[14] https://www.heise.de/tp/article/Clean-Tech-Aktien-mit-Kursgewinnen-von-bis-zu-500-Prozent-10966308.html

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  • 07. November 2025 um 12:30

Mit gesunder Ernährung das Morgen Ihrer Kinder sichern

Von Susanne Aigner

Susanne Aigner

Löffel steckt in Erdkugel

Eine Ernährungsumstellung könnte jährlich 15 Millionen Leben retten – und die Klimaemissionen halbieren. Was auf den Teller gehört.

Bis zum Ende des Jahrhunderts steuert die Erde auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Allerdings nur, wenn die Länder ihre nationalen Klimaschutzpläne (NDC) wie angekündigt umsetzen, andernfalls wird es noch wärmer. Zu diesem Schluss kommt ein aktueller Bericht, der vom UN-Umweltprogramm (UNEP) [1] veröffentlicht wurde.

Das international vereinbarte 1,5-Grad-Ziel könnte schon innerhalb des nächsten Jahrzehnts überschritten werden, vermuten die Autoren. Extremwetterereignisse wie Stürme, Dürren und Überflutungen sind dann keine Seltenheit mehr. Die Klima-Kipppunkte, an denen sich der Klimawandel von selbst weiter beschleunigt, wurden zum Teil bereits erreicht – etwa bei den tropischen Korallenriffen, die im erwärmten Wasser nicht überleben können.

Werde die Erderwärmung nicht auf deutlich unter zwei Grad begrenzt, dürfte dies schwere und dauerhafte Folgen für die Eisschilde an den Polen und den Amazonas-Regenwalds haben.

Die derzeitigen Maßnahmen, die diese Entwicklung stoppen könnten, reichen nicht annähernd an den global benötigten Umfang heran, kritisiert Klimaexpertin Anne Olhoff [2], die an dem UNEP-Bericht beteiligt war.

Dysfunktionale Ernährungssysteme heizen das Klima auf

Eine wichtige Stellschraube ist die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren und uns ernähren. Weltweite Ernährungssysteme sind ein wesentlicher Treiber für das Überschreiten planetarer Belastungsgrenzen [3], denn sie verursachen 30 Prozent der globalen Emissionen.

Das reichste Drittel der Weltbevölkerung verursacht mehr als 70 Prozent der ernährungsbedingten Umweltbelastungen. Währenddessen können sich Milliarden Menschen nicht gesund ernähren. Und viele Beschäftigte arbeiten unterhalb eines existenzsichernden Lohnes. Das ist das Ergebnis eines im Oktober veröffentlichten Berichtes der internationalen EAT-Lancet-Kommission [4].

Weniger als ein Prozent der Menschheit lebt in Regionen, deren Ernährungssysteme sowohl gesund als auch ökologisch tragfähig sind. Und selbst, wenn fossile Energien vollständig ersetzt würden, könnten die derzeitigen Ernährungssysteme dazu führen, dass die Erderwärmung die angepeilten 1,5 °C übersteigt, schreiben die Autoren.

Moderne Agrarindustrie verschärft soziale Ungleichheiten

Mehr als 700 Millionen Menschen im globalen Süden leiden aktuell an Hunger bzw. Mangelernährung. Obwohl Agrarindustrie und Gentechnik-Lobby seit Jahren versprechen, das Hungerproblem langfristig zu lösen, konnten bisher weder Gentechnik noch der massive Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und künstlichen Düngemitteln die Situation verbessern.

Ein weiterer Teil der Menschheit lebt von billigem, ungesundem Essen, das langfristig Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorruft. Viele Menschen, vor allem in den so genannten Industrieländern, essen zu wenig Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte, während Fleisch, Milchprodukte, Fette, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel im Übermaß verzehrt werden.

Ernährungswende geht nur mit mehr Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten

Die derzeitigen Ernährungssysteme verursachen jährlich verdeckte Kosten von 15 Billionen Dollar. Eine Transformation könnte jährlich Erträge von fünf Billionen Dollar bringen. Dafür seien Investitionen im Umfang von 200 bis 500 Milliarden Dollar erforderlich [5], schreiben die Autoren.

Um alle Menschen dieser Erde bis zum Jahr 2050 nachhaltig und gesund zu ernähren, müssten sich Landwirtschaft und Ernährung grundlegend ändern. Dafür entwickelten die Wissenschaftler ein Ernährungskonzept [6] – die so genannte Planetary Health Diet – das die menschliche Gesundheit fördern und gleichzeitig Klima, Biodiversität, Gewässer und Böden schützen soll.

Es basiert überwiegend auf unverarbeiteten pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen und enthält nur geringe Mengen an Geflügel, Fisch, Milchprodukten und Eiern. Rotes Fleisch, Zucker und hoch verarbeitete Produkte sollten so wenig wie möglich konsumiert werden.

Planetary Health Dietökologisch verträglicher Speiseplan für Flexitarier

Ein wichtiger Bestandteil jeder Mahlzeit ist Gemüse – täglich sollten es im Schnitt 300 Gramm pro Tag sein, rund 100 Gramm davon sollten rotes (z. B. Tomaten, rote Paprika, Rote Bete, Rotkohl) und grünes Gemüse (z. B. Brokkoli, Spinat, Kohlrabi, Grünkohl, Zucchini, Erbsen). Dazu werden 210 Gramm Vollkornprodukte empfohlen, die zu einem Teil als Vollkornnudeln auf den Tisch kommen. Statt Hackfleisch könnte eine Linsen-Sauce wertvolles Eiweiß liefern. Die Autoren empfehlen 75 bis 150 Gramm Hülsenfrüchte täglich. Ein bis zwei Eier pro Woche sollten ausreichen (= 15 bis zu 25 Gramm Ei pro Tag).

Fleischesser müssen sich einschränken: Ein Rindersteak von 210 Gramm pro Woche sollte ausreichen. Immerhin steht jedem Erdenbewohner etwas Geflügelfleisch zu, und zwar ein Hähnchenbrustfilet pro Woche, dazu ein Fischfilet von rund 200 Gramm. Es darf auch etwas mehr sein, wenn dafür bei anderen tierischen Eiweißlieferanten gespart wird.

Darüber hinaus sind täglich pro Kopf im Schnitt 250 Milliliter Vollmilch oder Milchprodukte wie Käse und Joghurt vorgesehen, die aus dieser Menge hergestellt werden können. Auch Nüsse sollten in der täglichen Ernährung nicht fehlen: Etwa 50 Gramm pro Person passen gut in einen Salat. Ein mittelgroßer Apfel deckt die täglich empfohlene Menge an Obst.

Eine Umstellung auf oben genannten Ernährungsplan würde nicht nur die Treibhausgasemissionen halbieren, sondern könnte auch jedes Jahr bis zu 15 Millionen Menschenleben retten, erklären die Autoren.

Menschen gesund ernähren, ohne Belastungsgrenzen des Planeten zu überschreiten

Bereits im EAT-Lancet-Bericht von 2019 [7]untersuchten internationale Experten für Ernährung, Klima, Ökonomie, Gesundheit, Soziologie und Landwirtschaft aus 16 Ländern, wie gerechte und nachhaltige Ernährungssysteme die Gesundheit verbessern und Ungleichheiten abmildern, den Druck auf die planetaren Grenzen verringern und zugleich die menschliche Gesundheit verbessern könnte.

Der kürzlich veröffentlichte aktuelle Bericht [8] wurde an wenigen Stellen leicht angepasst, wobei regionale Ernährungsmuster und Versorgungsdaten berücksichtigt wurden.

Es braucht einen ganzheitlichen Blick auf das Ernährungssystem

Um globale eine Transformation der Ernährungssysteme [9]herbeizuführen, reichen technologische Innovationen alleine nicht aus. Es braucht tiefgreifende strukturelle Veränderungen von der Produktion über die Vermarktung bis hin zu Arbeitsbedingungen und gesellschaftlicher Teilhabe. So müssen Ernährungsumgebungen geschaffen werden, die gesunde und nachhaltige Lebensmittel für jeden Menschen zugänglich und erschwinglich machen.

Dabei müssen traditionelle gesunde Ernährungsweisen gefördert und dabei nachhaltige Produktionspraktiken umgesetzt werden. Lebensmittelverluste und -abfälle sind zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Um landwirtschaftliche Flächen zu erhalten, dürfen keine intakten Ökosysteme zerstört werden.

Mindestens ebenso wichtig ist der soziale Aspekt: Es braucht menschenwürdige Arbeitsbedingungen im gesamten Ernährungssystem. Alle Menschen die in irgendeiner Form beteiligt sind, müssen die Ernährungswende mitgestalten können. Insbesondere gesellschaftlich ausgegrenzte Gruppen müssen wahrgenommen und geschützt werden.

Eine Welt ohne Hunger geht nur ohne Profitmaximierung

Eine ökologisch vertretbare Lebensmittelproduktion setzt voraus, dass die Landnutzung nicht ausgeweitet wird, die biologische Vielfalt erhalten bleibt, der Wasserverbrauch reduziert und mit Wasser verantwortungsvoll umgegangen wird, betont Professor Johan Rockström [10], Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Co-Leiter der EAT-Lancet-Kommission.

Schadstoffbelastungen durch Stickstoff und Phosphor müssen erheblich eingeschränkt, die Kohlendioxid-Emissionen auf Null gesenkt werden. Die Emissionen von Methan und Stickoxiden dürfen nicht weiter zunehmen.

Künftige Ernährungssysteme dürfen nicht dem Prinzip der Gewinnmaximierung untergeordnet sein, sondern müssen das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellen. Lokale Selbstversorgung, regionaler Handel, ökologische Landwirtschaft und faire Arbeitsbedingungen entlang der Lieferketten müssen Vorrang haben vor kurzfristigen Profiten.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.unep.org/resources/emissions-gap-report-2025
[2] https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klimaschutz-erderwaermung-eu-100.html
[3] https://www.pik-potsdam.de/de/produkte/infothek/planetare-grenzen/planetare-grenzen
[4] https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(25)01201-2/abstract
[5] https://www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/eat-lancet-report-ernaehrungssysteme-ueberschreiten-planetare-grenzen-transformation-kann-gesundheit-und-gerechtigkeit-foerdern
[6] https://www.bzfe.de/klima-und-wandel/essen-im-wandel/planetary-health-diet
[7] https://eatforum.org/eat-lancet/summary-report/
[8] https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(25)01201-2/abstract
[9] https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/meldungen/zwischen-hunger-und-ueberfluss-neue-studie-zur-welternaehrung/
[10] https://www.bzfe.de/klima-und-wandel/essen-im-wandel/planetary-health-diet

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  • 07. November 2025 um 12:00

Zulassungszahlen: Skoda Elroq erstmals beliebtestes Elektroauto in Deutschland

Von Tobias Költzsch
Volkswagen liegt im Oktober 2025 bei den Neuzulassungen von Elektroautos vorn: Die ersten fünf Plätze gehen an VW und seine Tochterfirma Skoda .
Der Skoda Elroq (Bild: Skoda)
Der Skoda Elroq Bild: Skoda

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Zahlen der Fahrzeugzulassungen für Oktober 2025 veröffentlicht . Auf dem ersten Platz bei den Neuzulassungen von Elektroautos liegt erstmals der Skoda Elroq mit 3.320 Fahrzeugen. Knapp dahinter auf den zweiten Platz kommt der ID.7 von VW mit 3.193 Autos, gefolgt vom ID.3 mit 3.074 Neuzulassungen.

Auch auf dem vierten Platz liegt ein Fahrzeug der Volkswagen-Gruppe: der Skoda Enyaq mit 2.586 Fahrzeugen. Auf Platz fünf kommen mit dem ID.4 und dem ID.5 zusammengefasst 2.522 Fahrzeuge. Die erfolgreichsten Marken in Deutschland bei den Elektroautos sind VW, Skoda, BMW, Mercedes und Audi.

Tesla hatte auch im Oktober 2025 in Deutschland Absatzprobleme. Trotz einer Modellkur wurden nur 466 Model Y angemeldet – und das ist Teslas Modell, das sich am besten verkaufte.

Tesla mit nur wenigen Zulassungen

Damit liegt das Model Y hinter Modellen wie dem Leapmotor T03 oder dem Hyundai Kona. Insgesamt wies Tesla im Oktober 2025 nur 750 Neuzulassungen auf. Zum Vergleich: Auf dem ersten Platz liegt VW mit 9.720 Neuzulassungen, gefolgt von Skoda mit 5.906 Neuzulassungen und BMW mit 4.978 Neuzulassungen – ausschließlich bezogen auf Elektroautos.

Insgesamt wurden im Oktober 2025 in Deutschland 52.425 batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 21 Prozent an den Gesamtzulassungen von 250.133 Fahrzeugen.

Verglichen mit dem Oktober 2024 stiegen die Zulassungen von BEV um 47,7 Prozent. Insgesamt gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 7,8 Prozent mehr Neuzulassungen.

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  • 07. November 2025 um 17:01

Anzeige: Google Pixel Buds Pro 2 bei Amazon günstig wie nie zuvor

Von Simon Krebs
Bei Amazon sind schon vor dem Black Friday viele Produkte im Angebot erhältlich. Besonders spannend sind die Google Pixel Buds Pro 2.
Die Google Pixel Buds Pro 2 mit einem Drittel Rabatt bei Amazon (Bild: Amazon.de/Google/Golem)
Die Google Pixel Buds Pro 2 mit einem Drittel Rabatt bei Amazon Bild: Amazon.de/Google/Golem

Gerade bei hochpreisigen Produkten lohnt es sich, Verkaufsevents wie den Prime Day oder den Black Friday abzuwarten, um ein lange gewünschtes Gerät zum kleinen Preis zu bekommen. Zweifellos gehören auch Bluetooth-Kopfhörer zu diesen Geräten. Man kann allerdings auch schon vorher Glück haben und sich bereits vorab günstige Konditionen sichern. Bei Amazon sind zum Beispiel gerade die In-Ear-Kopfhörer Google Pixel Buds Pro 2 im befristeten Angebot zum bisher günstigsten Preis erhältlich. Der Deal soll bis zum 1. Dezember laufen, kann allerdings auch jederzeit vorab ausverkauft sein.

Google Pixel Buds Pro 2: So gut sind die In-Ear-Kopfhörer

Die Bluetooth-Kopfhörer Google Pixel Buds Pro 2 werden vom Tensor-A1-Prozessor angetrieben und sollen einen hochwertigen Klang gewährleisten. Neben einem exzellenten Klang sind die Earbuds auch mit Active Noise Cancelling (ANC) mit Silent Seal 2.0 ausgestattet, um unerwünschte Außengeräusche auszublenden und sich ganz auf die Musik oder den Podcast zu konzentrieren. Wird die Unterhaltungserkennung aktiviert, pausiert die Musik automatisch, sobald der Nutzer spricht. Mit der Google Pixel Buds App lässt sich auch Adaptives Audio nutzen, welches den Sound an die Umgebung anpasst.

Google hat die Pixel Buds Pro 2 so konzipiert, dass sie sicher, leicht und bequem im Ohr sitzen, so dass man beinahe vergisst, überhaupt Kopfhörer zu tragen. Wird mehr Stabilität gebraucht, beispielsweise beim Sport, können die In-Ear-Kopfhörer mit dem drehbaren Stabilisator an die Aktivität angepasst werden. Die Akkulaufzeit gibt Google bei eingeschaltetem ANC mit bis zu acht Stunden an. Mit dem Ladecase sind insgesamt 30 Stunden möglich. Wenn die Bluetooth-Kopfhörer leer sind, lassen sie sich kabellos laden.

Google Pixel Buds Pro 2 vor dem Black Friday bei Amazon günstig wie nie

Aktuell sind die Google Pixel Buds Pro 2 schon vor dem Black Friday so günstig wie nie zuvor erhältlich. Wer jetzt zuschlägt, sichert sich die In-Ear-Kopfhörer mit über 80 Euro Rabatt zur UVP und zahlt nur noch 165,99 Euro. Sie sind bei Amazon-Kunden beliebt und wurden im letzten Monat über 1.000-mal bestellt. Laut Amazon sollen die Kopfhörer noch bis zum Cyber Monday am 1. Dezember im Angebot sein. Da sich die Verfügbarkeit allerdings jederzeit ändern kann, sollten Interessenten nicht unbedingt so lange warten und schnell zuschlagen, bevor das Modell ausverkauft ist.

Reklame

Google Pixel Buds Pro 2 - Wireless Earbuds with Active Noise Cancellation - Bluetooth Headphones - Hazel

33% Rabatt

Weitere Produkte des Herstellers finden sich im Google-Store bei Amazon . Für einen Vergleich weiterer Kopfhörer bietet sich die Bestsellerliste In-Ear-Ohrhörer an. Dort sind Produkte diverser Hersteller aus unterschiedlichen Preiskategorien nach ihrer derzeitigen Beliebtheit bei Amazon-Nutzern sortiert gelistet. So sollte jeder die für sich am besten passenden Kopfhörer finden.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem eine kleine Provision. Das ändert nichts am Preis der Artikel.

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  • 07. November 2025 um 16:50

Handelsbeschränkungen für KI-Chips: Nvidia darf B30A-Chips nicht nach China verkaufen

Von Mike Faust
Die US-Regierung verbietet den Verkauf von Nvidias B30A nach China . Dort will man aber ohnehin keine ausländischen Chips mehr.
Nvidia-CEO Jensen Huang warnte bereits davor, dass China verstärkt auf eigene KI-Chips setzen könnte. (Bild: I-HWA CHENG/AFP via Getty Images)
Nvidia-CEO Jensen Huang warnte bereits davor, dass China verstärkt auf eigene KI-Chips setzen könnte. Bild: I-HWA CHENG/AFP via Getty Images

Die US-Regierung hat ihren Bundesbehörden mitgeteilt, dass Nvidia die neuen B30A-Chips nicht nach China verkaufen darf. Wie Reuters berichtet , stellte Nvidia bereits mehreren seiner chinesischen Kunden Muster des Chips zur Verfügung.

Beim B30A handelt es sich um eine Variante des B300 (Blackwell Ultra) , der nur circa die Hälfte der Rechenleistung sowie eine geringere Kapazität und Speicherbandbreite aufweist. Dennoch ist er etwa 25 Prozent leistungsstärker als der H100, den Nvidia ebenfalls nicht in China verkaufen darf.

Nvidia habe bislang keinen Anteil am chinesischen Markt für Rechenzentren, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber Reuters. Man arbeite aber daran, das Design des B30A zu modifizieren und die US-Regierung damit zu einer Revision ihrer Entscheidung zu bewegen.

Keine ausländischen Chips in chinesischen Rechenzentren

Nvidia ist aber auch in China mit regulatorischen Hindernissen konfrontiert. Laut einer Richtlinie der dortigen Regierung müssen alle Chips, die in staatlich geförderten Rechenzentrumsprojekten verwendet werden, ausschließlich im Inland entwickelt worden sein.

Hinzu kommt, dass Rechenzentren, die zu weniger als 30 Prozent fertiggestellt sind, alle ausländischen Chips entfernen und Pläne zu deren Kauf stornieren müssen. Bei fortgeschritteneren Projekten werden derartige Maßnahmen von Fall zu Fall geprüft.

Nvidia praktisch vom chinesischen Markt ausgeschlossen

Bereits im September untersagte die chinesische Regierung heimischen Unternehmen den Kauf von Nvidia-GPUs vom Typ RTX 6000D , um den Umstieg auf KI-Hardware aus chinesischer Produktion zu beschleunigen. Mit all diesen Richtlinien wird Nvidia praktisch vom chinesischen Markt ausgeschlossen.

Nvidia-CEO Jensen Huang warnte im Rahmen der Computex 2025 davor, dass chinesische KI-Unternehmen sehr ehrgeizig seien und durch die Exportbeschränkungen der US-Regierung dazu motiviert würden, die Entwicklung eigener Technologien zu beschleunigen.

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  • 07. November 2025 um 16:34
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