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Störgeräusch etwa im Flugzeug: Problemberichte zu den AirPods Pro 3

Von Heise
AirPods Pro 3

AirPods Pro 3 mit Blick ins Innere.

(Bild: Apple)

In seltenen Fällen kommt es bei Apples neuen ANC-Stöpseln zu Audioproblemen. Apple soll Daten sammeln und teilweise austauschen.

In verschiedenen Nutzergemeinschaften wie Reddit [1] oder Apples offiziellem Forum [2] mehren sich seit Oktober Berichte, laut denen die AirPods Pro 3 [3] in seltenen Fällen unangenehme Störgeräusche verursachen können. Das soll unter anderem auftreten, wenn es zu Druckveränderungen kommt – beispielsweise im Flugzeug – und interessanterweise vor allem dann, wenn keine Musik läuft. User sprechen von einer Art Rauschen, das unvermittelt auftritt. Wie weit das Problem verbreitet ist, blieb zunächst unklar, ein Gerät in der Mac & i-Redaktion war nicht betroffen.

Herzfrequenzsensoren sorgen für Hardware-Umbau

Apple hatte seine AirPods Pro 3 im September zusammen mit neuen iPhones [4] und Apple-Watch-Modellen präsentiert. Die Stöpsel kommen unter anderem erstmals mit einem eingebauten Tracking der Herzfrequenz [5] über integrierte Sensoren und sind von Apple IP57-zertifiziert vor Staub, Schweiß und Wasser geschützt. Auch am Klangbild hat Apple gearbeitet, es soll jetzt bassstärker sein. Die Form der AirPods Pro 3 wurde dafür leicht angepasst.

Bekannt war bereits, dass die neuen ANC-Stöpsel mit manchen Ohrformen Schwierigkeiten verursachen, da sie je nach Anatomie mehr Druck auf den Ohrkanal [6] und den umgebenden Knorpel ausüben können – in Einzelfällen sorgte dies sogar für Verletzungen. Auch an den Größen der Ear-Tips (Ohreinsätze) hat Apple geschraubt – viele User mussten hier wechseln, um sicherzustellen, dass die Abdichtung der In-Ears noch passt.

Rauschen beeinträchtigt Musikgenuss

Die Störgeräusche, über die die betroffenen Nutzer nun berichten, treten angeblich nicht nur dann auf, wenn die aktive Geräuschunterdrückung gestartet wurde, sondern auch dann, wenn diese deaktiviert wurde oder der Transparenzmodus aktiv ist. Manchmal wird das Geräusch als sehr leichtes Rauschen wahrgenommen, als wäre ein "kleiner Ventilator im Raum", wie es hieß. Das Rauschen beeinträchtigt in einzelnen Fällen auch die Audiowiedergabe, wurde weiter berichtet – dann überdeckt der Missklang die Musik.

Apple gibt sich aktuell kulant – im Rahmen der Gewährleistung werden betroffene Geräte getauscht. Teilweise tritt das Problem dann allerdings wieder auf. Betroffene sollten zunächst prüfen, ob die Ear-Tips bei ihnen tatsächlich passen – dafür bietet iOS eine Testfunktion [7], den sogenannten Fit Test, an. Ein User berichtet gar, das Problem habe nicht an seinen AirPods Pro 3, sondern an Ohrverunreinigungen gelegen. Diese können dazu führen, dass die Abdichtung nicht korrekt arbeitet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11067297

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reddit.com/r/AirpodsPro/comments/1nl2fem/ocean_static_noise_with_airpods_pro_3_anyone_else/
[2] https://discussions.apple.com/thread/256145529?sortBy=rank
[3] https://www.heise.de/tests/AirPods-Pro-3-im-Test-Mit-frischem-Klang-und-ANC-10663123.html
[4] https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html
[5] https://www.heise.de/news/AirPods-Pro-3-Herzfrequenzmessung-auch-in-Kombination-mit-Apple-Watch-10645589.html
[6] https://www.heise.de/news/AirPods-Pro-3-Macht-der-Pulssensor-zu-viel-Druck-aufs-Ohr-10702515.html
[7] https://support.apple.com/de-de/guide/airpods/dev5c4d302d7/web
[8] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[9] https://www.heise.de/mac-and-i
[10] mailto:bsc@heise.de

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  • 06. November 2025 um 12:57

Machtwort: Yukihiro "Matz" Matsumoto beendet Streit in der Ruby-Community

Von Heise
Bahnübergang mit Schranke und roter Ampel

(Bild: fotogru/Shutterstock.com)

In der Ruby-Community kehrt Ruhe ein, nachdem sie ein heftiger Machtstreit um Open-Source erschüttert hat.

Nachdem ein wochenlanger Streit zwischen Ruby Central und Teilen der Community um die Herrschaft über das Paket-Repository RubyGems die Ruby-Gemeinschaft in Atem gehalten hat, zeigt sich nun eine Deeskalation.

Am 17. Oktober 2025 veröffentlichte Ruby-Erfinder Yukihiro "Matz" Matsumoto persönlich eine Erklärung auf der offiziellen Ruby‑Website: Das Ruby‑Core‑Team werde künftig die Verantwortung für RubyGems und Bundler [1] übernehmen. Die Projekte würden unter das Dach der Sprache selbst zurückkehren, während Ruby Central als gemeinnützige Organisation den operativen Betrieb über Infrastruktur und RubyGems.org sicherstelle.

Diese Entscheidung brachte Ruhe in die Community. Viele sahen darin einen Kompromiss: Kontrolle und Stabilität bei Ruby Central, offene Entwicklung unter dem Dach des Core‑Teams. Ruby Central begrüßte den Schritt [2] und sprach von einem "gemeinsamen Bekenntnis zur Zukunft des Ruby‑Ökosystems".

Aufarbeitung und Neubeginn

Nach den hitzigen Wochen hat Ruby Central sich bemüht, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. In der Reihe Source of Truth legte die Organisation wöchentlich Berichte und Q&As [3] vor, in denen sie Fragen der Community beantwortete. Die Betreiber räumten Fehler ein: Die Kommunikation sei zu langsam, die Tonlage zu formal gewesen. Nun wolle man "Sichtbarkeit und Beständigkeit schaffen".

Ruby Central betonte mehrfach, dass Sponsoren – allen voran Shopify – keinen operativen Einfluss [4] auf Entscheidungen gehabt hätten. Zugleich wurden neue Verträge für Maintainer und Betreiber eingeführt, um Zuständigkeiten eindeutig zu regeln.

Während Ruby Central an seiner neuen Governance arbeitete, gründeten ehemalige Maintainer [5] das Projekt gem.coop [6] – einen alternativen Spiegel‑ und später eigenständigen Gem‑Server. Damit entstand erstmals ein dezentraler Ansatz im Ruby‑Ökosystem: mehrere Orte, ein gemeinsames Ziel – Software sicher und offenzuhalten. Aktuell sieht es aber stark danach aus, als wenn weiterhin rubygems.org [7] die zentrale Anlaufstelle für Pakete bleibt.

Feindliche Übernahme

Entstanden war der Streit, als Ruby Central Mitte September 2025 den langjährigen Maintainern der zentralen Projekte RubyGems [8] und Bundler [9] die Zugriffsrechte entzog. Damit begann einer der größten Konflikte [10] in der Geschichte der Ruby‑Community [11]. Die Organisation begründete ihren Schritt mit Sicherheitsbedenken und der Notwendigkeit, die Lieferkette des Ökosystems zu schützen. Doch für viele Entwickler klang das nach einem Vorwand – nach einem Machtwechsel hinter den Kulissen, nicht nach Sicherheit.

Seit Jahren ist RubyGems.org ein zentraler Bestandteil des Ruby‑Universums – hier liegen über 175.000 frei verfügbare Bibliotheken, ohne die viele Anwendungen nicht laufen würden. Hinter dem Dienst stand eine kleine, weitgehend ehrenamtliche Gruppe von Maintainern. Sie hielten Server am Laufen, schrieben Code und kümmerten sich um die Sicherheit. Ruby Central finanzierte Infrastruktur und Hosting, doch die operative Kontrolle lag bislang bei Freiwilligen.

Das änderte sich im September abrupt, als Ruby Central das GitHub Repository unter ihre Kontrolle brachte und den Admins sämtliche Rechte entzog [12]. In der Community bekannte Namen wie Ellen Marie Dash, Samuel Giddins und André Arko verschwanden über Nacht aus den Organisationen. Die Erklärung: Man wolle "formale Zuständigkeiten" schaffen und "kritische Schlüsselstellen absichern". Doch in den Augen vieler war es eine Entmachtung.

Der Aufschrei ließ nicht lange auf sich warten. Entwickler Joel Drapper sprach von einer "feindlichen Übernahme" [13] und legte interne Abläufe offen, die Zweifel an Ruby Centrals Kommunikation aufwarfen. Arko selbst, seit Jahren Gesicht und Stimme von Bundler, reagierte empört.

Verdacht, Misstrauen, Eskalation

Die Lage eskalierte, als neue Details ans Licht kamen. Nach internen Mails hatte Ruby Central schon Wochen zuvor erwogen, Zugriffe zu entziehen – aus Sorge, einzelne Maintainer könnten zu viel Kontrolle besitzen [14]. Arko stand dabei im Fokus.

Laut Ruby-Central‑Bericht vom 10. Oktober 2025 verfügte Arko auch nach seiner Abberufung noch über Root‑Zugriff auf die AWS‑Systeme von RubyGems.org [15]. Der Account sei in den frühen Morgenstunden genutzt worden. Zwar habe es keine Hinweise auf Datenmanipulation gegeben, aber der Vorfall habe Sicherheitsprozesse offengelegt, "die dringend verbessert werden mussten".

Arko wies die Vorwürfe zurück. Er habe gehandelt, weil er befürchtete, die Infrastruktur könne ohne seine Zugangsdaten kompromittiert werden. Nach eigener Darstellung habe er Ruby Central schließlich informiert und den Zugang geordnet zurückgegeben. Die Organisation sah wiederum darin einen klaren Verstoß gegen Verantwortlichkeiten.

Im Nachhinein wurde klar, dass beide Seiten Fehler gemacht hatten. Ruby Central hielt eine brisante Sicherheits‑ und Governance‑Frage zu lange intern; Arko handelte ohne Mandat, aber nach eigener Aussage mit der Überzeugung, Schaden abzuwenden.

Zwischen Kontrolle und Vertrauen

Im Kern ging es um die Frage: Wer trägt Verantwortung für Open Source? Ruby Central hatte über Jahre Serverkosten getragen, Fördergelder verwaltet und Sponsorengelder akquiriert. Doch die Entwicklung selbst blieb ein Community‑Projekt – rechtlich, aber auch ideell. Als Ruby Central im September die Kontrolle übernahm, prallten zwei Selbstverständnisse aufeinander: Betriebssicherheit versus Gemeinschaftseigentum.

Die Debatte spitzte sich zu, als bekannt wurde, dass Arko den Namen Bundler zuvor als Marke registriert hatte [16]. Damit wollte er verhindern, dass Ruby Central den Namen für eigene Forks verwenden kann. Aus juristischer Sicht war das legal, aus Community‑Sicht aber ein symbolischer Bruch. Ruby Central sprach von einer "inakzeptablen Vereinnahmung" [17].

Für normale Ruby-Entwickler ergab das alles über mehrere Wochen eine Situation, in der keiner sicher sein konnte, wie es weitergeht. Es fühlte sich oft wie eine dramatische Telenovela an, nur mit dem bitteren Beigeschmack, dass alle Ruby-Entwickler auf eine funktionierende RubyGems Infrastruktur angewiesen sind.

Als Besonderheit der Ruby-Community muss man auch die involvierten und sehr unterschiedlichen Kulturkreise betrachten. Ein bedeutender Teil der Community kommt aus dem asiatischen Raum und löst Probleme ganz anders als die nordamerikanischen Entwickler. Europa war und ist im Ruby-Core-Team eher unterrepräsentiert.

Als Besonderheit in diesem Universum gilt weiterhin die kanadische Firma Shopify, die von Anfang an ganz auf Ruby on Rails gesetzt hat. Selbst wenn die Firma an sich keinen direkten Einfluss ausübt, ist die schiere Anzahl an Ruby-Entwicklern dort schon ein wichtiger Machtfaktor. Außerdem ist Shopify aktuell der größte Sponsor. Shopify braucht Ruby und Ruby braucht Shopify.

Lehren aus der Krise

Die RubyGems‑Affäre zeigte, wie fragil Open‑Source‑Projekte sind, wenn Vertrauen und Transparenz fehlen. Zugleich bewies sie, wie anpassungsfähig eine Community sein kann. Peter Zhu, Ruby Core Mitglied und selbst früher bei Shopify, brachte es auf den Punkt: Open Source sei "das zerbrechlichste und zugleich widerstandsfähigste Ökosystem" [18]. Genau das hat sich hier bestätigt.

Heute, wenige Wochen nach dem Sturm, ist Ruby Centrals Kommunikationsfrequenz höher, die Dokumentation besser, und das Core‑Team hat die Codebasis übernommen. Die Maintainer, die einst gingen, arbeiten an neuen Projekten. Und die Community diskutiert offener über Finanzierung, Verantwortung und Governance.

Die Krise hat Spuren hinterlassen – aber auch Strukturen geschaffen, die künftige Konflikte abfedern können. Vielleicht war dieser Bruch schmerzhaft, aber nötig: ein Weckruf, dass Open Source nicht nur vom Code lebt, sondern vom Vertrauen zwischen denen, die ihn schreiben, finanzieren und schützen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11067871

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.ruby-lang.org/en/news/2025/10/17/rubygems-repository-transition/
[2] https://rubycentral.org/news/ruby-central-statement-on-rubygems-bundler/
[3] https://rubycentral.org/news/source-of-truth-update-friday-october-24-2025/
[4] https://rubycentral.org/news/source-of-truth-update-friday-october-24-2025/
[5] https://www.fullstackruby.dev/ruby-infrastructure/2025/10/06/theres-a-new-gem-server-in-town/
[6] https://gem.coop/
[7] http://rubygems.org/
[8] https://rubygems.org/
[9] https://bundler.io/
[10] https://www.heise.de/news/Wem-gehoert-ein-Open-Source-Projekt-RubyGems-droht-die-Spaltung-10679100.html
[11] https://rubycentral.org/news/strengthening-the-stewardship-of-rubygems-and-bundler/
[12] https://rubycentral.org/news/strengthening-the-stewardship-of-rubygems-and-bundler/
[13] https://joel.drapper.me/p/rubygems-takeover/
[14] https://rubycentral.org/news/source-of-truth-update-friday-october-10-2025/
[15] https://rubycentral.org/news/source-of-truth-update-friday-october-10-2025/
[16] https://andre.arko.net/2025/09/25/bundler-belongs-to-the-ruby-community/
[17] https://rubycentral.org/news/source-of-truth-update-friday-october-10-2025/
[18] https://blog.peterzhu.ca/open-source-is-the-most-fragile-and-resilient-ecosystem/
[19] mailto:who@heise.de

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  • 06. November 2025 um 15:12

OOP-Konferenz 2026: Embrace Change – lasst uns Veränderungen willkommen heißen!

Von Heise
MOC Gebäude

(Bild: MOC)

Die OOP 2026 hat mit dem Motto "Embrace Change" die Veränderungen im Bereich der Softwareentwicklung im Fokus.

Das Motto der von heise conferences veranstalteten Konferenz OOP 2026 lautet "Embrace Change" – ein Leitsatz, der vor allem für Flexibilität steht. Und zwar für eine Flexibilität, die es uns ermöglicht, sowohl mit den Veränderungen, die auf uns einströmen, gut umzugehen als auch selbst Veränderungen voranzubringen. Inwiefern beides wichtig bei der Entwicklung von Softwarearchitektur ist, wird auf der OOP 2026 im Detail untersucht, diskutiert und vorgestellt.

Was ist die Essenz von "Embrace Change" für die Softwarearchitektur?

Gerade in unserer Branche stehen wir ständig vor neuen Herausforderungen. Allzu oft versuchen wir jedoch – fast reflexartig – diese Änderungen zu umgehen, auf die lange Bank zu schieben oder auch vehement die Vorteile des aktuellen Status quo zu betonen. Fakt ist, die Veränderung holt uns dennoch ein. Vor diesem Hintergrund gilt es beispielsweise, die sich ständig wandelnden Cybersicherheitsbedrohungen als Anlass zu nehmen, nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Stabilität des Systems zu verbessern.

Was sind die größten Knackpunkte beim Umgang mit Veränderungen?

Bei den unzähligen (auch gleichzeitig auftretenden) Veränderungen tritt unweigerlich eine Veränderungsmüdigkeit ein. Beispielsweise können wir nicht davon ausgehen, dass die jüngere Generation auf die gleiche Weise motiviert werden kann wie die Generation davor. Das heißt, wir müssen – zum Vorteil aller – auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Erwartungen jüngerer Generationen eingehen.

Auch geänderte Kundenanforderungen empfinden wir oft als Störfaktor unserer Arbeit (was es ja auch ist), aber nicht selten erlauben sie uns sowohl eine größere Marktakzeptanz als auch einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Was sind neue Trends in der Softwarearchitektur?

Auch wenn wir gerne die Stabilität von Softwarearchitektur betonen wollen, gilt es zunehmend, Softwarearchitektur so zu gestalten, dass sie sich kontinuierlich anpasst. Dabei können wir auch generative KI zur Hilfe nehmen, die uns sowohl beim Wie (dem Vorgehen) als auch beim Was (dem Ziel) unterstützen kann. Um diesen Nutzen wirklich ziehen zu können, sind wir gefordert, unser Wissen immer auf dem aktuellen Stand zu halten, damit wir sowohl tragfähige Wartungsstrategien als auch Innovationen entwickeln können. Das heißt, wir müssen verstehen, dass Legacy und Innovation untrennbar miteinander verbunden sind.

Was sind die Future-Skills im Bereich der Softwarearchitektur?

Selbstverständlich gilt es, künstliche Intelligenz als Bestandteil der Softwareentwicklung zu begreifen. Das heißt, dass der Einsatz von KI zur Folge hat, dass wir uns von der gewohnten Art und Weise, wie wir Software entwickeln, verabschieden müssen. Und gleichsam ist es unerlässlich, die Grundlagen von System-Design, -Architektur und -Programmierung zu verinnerlichen, da wir ansonsten beispielsweise die generierten Ergebnisse nicht bewerten können.

Personen diskutieren auf der OOP

Die OOP lädt zum Gedankenaustausch ein.

(Bild: sigs.de)

Die Keynotes und Panels sind die Highlights der OOP

Zum Auftakt am Dienstag lädt Frank Buschmann, Distinguished Key Expert bei Siemens, zu einer Podiumsdiskussion ein. Dabei steht das Motto "Embrace Change" im Fokus: Auf die Woche genau vor 25 Jahren wurde das Agile Manifest verabschiedet, das die Haltung, Veränderungen als Chance zu verstehen und diese immer und überall anzunehmen, in den Vordergrund rückte. Diese Haltung führte zu zahlreichen Veränderungen, beispielsweise von reinen Entwicklungsteams zu multidisziplinären Teams, von klassischer Entwicklung zu nachhaltigem DevOps, von Monolithen zu Microservices, von On-Premises zu Cloud oder von Datenanalyse zu agentenbasierter KI. Auf dem Podium wird diskutiert, wie wir mit einer solchen Menge an Veränderungen umgehen können, ohne den Überblick zu verlieren oder überfordert zu sein.

Max Schrems, als einer der einflussreichsten Datenschutzaktivisten und Anwälte, wird die erste Keynote der OOP 2026 präsentieren. Bekannt wurde er durch seine Klage gegen Facebook und dessen Datenschutzverletzungen. In seiner Keynote beleuchtet er die Abhängigkeit der (europäischen) Unternehmen von den (amerikanischen) Hyperscalern. Das momentane politische Klima erfordert, dass wir dieser Abhängigkeit von US-Clouds ins Auge sehen und uns entsprechend vorbereiten müssen.

Als Softwareentwicklerin, Architektin und Technologin befasst sich Birgitta Böckeler mit KI-unterstützter Softwareentwicklung. Vor dem Hintergrund, dass messbare Erfolge momentan noch ausbleiben, betrachtet sie in ihrer Keynote kritisch den aktuellen Stand, vor allem bezüglich des praktischen Nutzens von KI in der Softwareentwicklung.

Teilnehmende hören Vortrag

Fragen zu den Keynotes lassen sich über das Smartphone stellen.

(Bild: sigs.de)

Die Abschluss-Keynote hält Alistair Cockburn, der nicht nur als Co-Autor des Agilen Manifests bekannt wurde, sondern auch als weltweit anerkannter Experte für Projektmanagement, Softwarearchitektur, Use Cases und (natürlich) agiler Entwicklung. In seiner Keynote diskutiert er, inwiefern Technologie – und damit auch Software – alles, nur nicht neutral ist. Das heißt, jegliche Art von guter oder schlechter Voreingenommenheit, Meinung oder Überzeugung beeinflusst auch die Technologie. Das heißt, jede Innovation sollte auch einem moralischen Prüfstand unterzogen werden.

Intensive Diskussionen und Erfahrungsaustausch

Vor Ort in München ermöglichen tiefergehende Gespräche, Interaktionen und gemeinsames Erleben, das eigene Wissen und Netzwerk in einer entspannten Umgebung zu erweitern.

Vorgestellt: Drei Tracks der OOP 2026

Software Architecture: Building Software That Adapts

Track Chair Eberhard Wolff

In der Softwareentwicklung ist Veränderung allgegenwärtig. Dieser Track beleuchtet praktische Strategien zur Architektur von Systemen, die sich an veränderte Geschäftsanforderungen und technologische Fortschritte anpassen können. Wir setzen auf lose Kopplung, Modularität sowie soziotechnische Ansätze, um schnelle Änderungen zu ermöglichen und Risiken zu minimieren.

In diesem Zusammenhang stehen Softwarearchitekten verschiedenen Herausforderungen gegenüber, darunter:

  • Microservices, moderne Monolithen und mehr
  • Architekturgrundlagen wie modulare Designprinzipien
  • Soziotechnische Ansätze
  • Agile Architektur

Agility, Leadership & Social Integration – Nurture, Sustain, Impact

Track Chair Bettina Ruggeri

Agilität ist kein Projekt – sie ist ein lebendiges System. Um erfolgreich zu sein, braucht sie Menschen, die sie praktizieren, reflektieren und weiterentwickeln. Insbesondere in unsicheren Zeiten. Dieser Track richtet sich an alle, die Agilität leben – in Teams, in der Führung und im Arbeitsalltag.

Agilität ist ein lebendiges System. Es muss gefördert, aufrechterhalten und kontinuierlich gestärkt werden – insbesondere in Zeiten der Unsicherheit. Viele Organisationen haben agile Praktiken eingeführt, doch Rituale und Prozesse allein reichen nicht aus. Echte Agilität wird dadurch gelebt, dass sie praktiziert, reflektiert und kontinuierlich weiterentwickelt wird – von Einzelpersonen, Teams und Führungskräften gleichermaßen.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Agilen Manifests und unter dem Motto "Embrace Change" konzentriert sich dieser Track darauf, wie Agilität hilft, Veränderungen anzunehmen, zu gestalten und nachhaltig zu gestalten. Wir freuen uns deshalb auf ehrliche Geschichten, innovative Tools und mutige Fragen, die einladen zu reflektieren, uns herausfordern und voranbringen zu den folgenden Themen:

  • 25 Jahre Agiles Manifest – Was nun?
  • Soziale Integration und Psychologische Sicherheit
  • Führung, die Wandel ermöglicht
  • Agilität lebendig halten (über Rituale hinaus)
  • Tools und Mikrointerventionen
  • Innere Arbeit und Resilienz
  • Experimente, Movements und Kulturwandel

AI and the End of Business-as-Usual

Track Chair Marc Bless

Künstliche Intelligenz ist nicht nur ein weiteres Werkzeug. Sie verändert die Art und Weise, wie wir denken, entscheiden, gestalten und führen. Dieser Track untersucht, wie KI das "Business as usual" beendet, indem sie die Art und Weise verändert, wie Software entwickelt wird, wie die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Rollen funktioniert und wie sich Organisationen weiterentwickeln. Wir befassen uns mit KI-nativer Produktentwicklung, agentenbasierten Engineering-Praktiken und der strategischen Anpassung an generative KI. Sie erfahren, wie sich agiles Denken, Führung und Leistungskennzahlen verändern, wenn Maschinen mitgestalten und Entwickler eher prompten als programmieren. Wir beleuchten auch, was Organisationen tun müssen, um Schritt zu halten, wenn KI das Tempo vorgibt: Was muss sich in Strukturen, Prozessen und Personalsystemen ändern, damit der Wert nicht in der Komplexität verloren geht?

Die Sessions verbinden praktische Einblicke mit kritischer Reflexion. Von Live-Coding bis hin zu Strategieplanung, von Edge-Deployment bis hin zu ethischen Blindspots. Dieser Track bringt echte Geschichten aus der Praxis der KI-Transition zu den folgenden Themen:

  • KI-native Produktentwicklung und Co-Creation
  • Agentische Engineering-Workflows
  • Strategische Anpassung an GenAI
  • Führung und organisatorische Neugestaltung für KI-Bereitschaft
  • Ethik und Verantwortung in KI-Ökosystemen
  • Geschichten aus der Praxis, wie KI-Teams, Tools und Technologien verändert
Frau mit VR-Brille

Interaktion mit Technik und Menschen ist auf der OOP wichtig.

(Bild: sigs.de)

Die OOP 2026 findet vom 10. bis 13. Februar 2026 im MOC München statt. Alle Informationen dazu finden sich auf der Konferenzseite [1].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11067347

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.oop-konferenz.de/
[2] mailto:rme@ix.de

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  • 06. November 2025 um 12:03

Störungsmeldung vom 06.11.2025 19:30

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider T-Mobile

Details

Beginn
06.11.2025 19:30
Region
Kempen (02152)
Provider
T-Mobile
Zugangsart
LTE

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 06. November 2025 um 19:30

Nvidias Workstation-Grafikkarte RTX 2000 Ada mit 16 GByte im Test

Von Heise

16 GByte Speicher, Tensor-Kerne und CUDA-Support erfüllen viele KI-Träumchen: So schlägt sich Nvidias knapp 2 Jahre alte Workstation-Grafikkarte RTX 2000 Ada.

Auf der Nvidia RTX 2000 Ada vom Februar 2024 sitzt ein Grafikchip aus der Ada-Lovelace-Reihe. Nvidia stattet die rund 650 Euro teure Karte mit 16 GByte Speicher aus. Diese Kapazität hat sich für KI-Anwendungen als so etwas wie die Minimalanforderung herauskristallisiert.

Nachdem bereits Intels billigere Arc Pro B50 [1] [1] aus diesem Grunde Aufmerksamkeit auf sich zog, erreichten uns Leserfragen zur RTX 2000 Ada. Die kostet zwar deutlich mehr, hat trotz ihres Alters aber 28 Prozent mehr Rechenleistung und das "CUDA"-Argument auf ihrer Seite, unterstützt also Nvidias hauseigenes Software-Ökosystem, welches in KI-Anwendungen die höchste Verbreitung besitzt.

Gleichsam als bauliche Vorlage für die Intel-Karte dienend, ist auch die RTX 2000 Ada mit halber Bauhöhe und halber Länge für kompakte, flache Gehäuse geeignet. An der Slotblende, die auch in halber Höhe und zum selbstschrauben im Karton liegt, befinden sich vier Mini-DisplayPorts 2.1, die auch Auflösungen jenseits von Ultra HD (3840 × 2160 Pixel) mit 144 Hertz stemmen. Passende Adapter auf Full-Size-DisplayPort lagen der getesteten "smallbox"-Variante nicht bei.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10777971

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Intel-Arc-Pro-B50-im-Test-Mit-16-GByte-an-die-Spitze-10569834.html
[2] https://www.heise.de/tests/Nvidias-Workstation-Grafikkarte-RTX-2000-Ada-mit-16-GByte-im-Test-10777971.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/So-bringen-die-KI-Upscaler-DLSS-FSR-und-XeSS-mehr-Bilder-pro-Sekunde-in-Spielen-10721453.html
[4] https://www.heise.de/tests/Grafikkarten-Kaufberatung-2025-Wie-Sie-Fehlkaeufe-vermeiden-10544305.html
[5] https://www.heise.de/tests/Grafikkarten-Wegweiser-2025-Performance-Guide-10544309.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/25-Jahre-Radeon-Grafikkarten-10636395.html
[7] https://www.heise.de/tests/Intel-Arc-Pro-B50-im-Test-Mit-16-GByte-an-die-Spitze-10569834.html
[8] https://www.heise.de/tests/GeForce-RTX-5050-OC-LP-Einsteiger-Grafikkarte-von-Gigabyte-fuer-flache-Gehaeuse-10621183.html
[9] https://www.heise.de/tests/Speichermangel-bei-Grafikkarten-RTX-5060-Ti-und-RX-9060-XT-mit-8-und-16-GByte-10493304.html
[10] https://www.heise.de/tests/Test-Asrocks-Radeon-RX-9060-XT-Steel-Legend-ist-fluesterleise-10450555.html
[11] https://www.heise.de/tests/Nvidia-GeForce-RTX-5060-und-RTX-5060-Ti-im-Test-10395140.html
[12] https://www.heise.de/tests/AMD-Radeon-RX-9070-und-9070-XT-im-Test-An-den-richtigen-Baustellen-gearbeitet-10304769.html

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  • 06. November 2025 um 10:00

Hacking at leaves: Dokumentarfilm mit Makerbezug online frei verfügbar

Von Marcus Hansson
Screenshot aus Dokufilm Hacking at Leaves

(Bild: Hacking at Leaves)

Die Doku "Hacking at Leaves" erzählt von der Makerbewegung in einer amerikanischen Kleinstadt. Dabei wirft sie Fragen zu Kolonialismus und Rassismus auf.

In dem Dokumentarfilm "Hacking at Leaves" dreht sich die Geschichte um die Makerbewegung und einen Makerspace in der wohlhabenden Kleinstadt Durango in Colorado, USA. Es ist jedoch weit entfernt von einer platten Heile-Welt-Erzählung.

Mit hohem Tempo und kreativen Bildtechniken erzählt, mischt die Doku Themen wie das Sterben des amerikanischen Traums, atomare Tests und den langen Schatten des Kolonialismus – bis hin zur Ausbeutung der Navajo (auch Diné genannt). Erzählt wird diese Geschichte durch Stimmen von Hackern, Makers und Aktivisten, die in einigen Fällen zugleich Angehörige des Navajo-Stammes sind.

Maker Space trifft Kolonialismus

Eigentlich wollte der österreichische Filmemacher und Regisseur Johannes Grenzfurthner [1] nur die Geschichte erzählen, wie ein Maker Space während der Pandemie medizinische Schutzausrüstung herstellte. Angesichts der ungleichen Auswirkungen der Gesundheitskrise auf die indigene Bevölkerung in den USA sah er jedoch die Notwendigkeit, auch die koloniale Geschichte des Landes in seinem Film zu thematisieren.

Wir treffen zuerst Ryan Finnigan, den Gründer des zur The Powerhouse Science Center [2] gehörigen Maker Space, der uns erzählt, wie die Maker am Anfang von der Pandemie schnell kommerzielle medizinische Schutzausrüstung durch Reverse Engineering analysiert und in nur drei Tagen erste DIY-Prototypen vorgestellt hat. Damit waren sie laut Aussagen im Film in den USA die Ersten, die so etwas gemacht haben. Insgesamt hat der Maker Space 300 ehrenamtliche Mitarbeiter organisiert und große Mengen an medizinischer Schutzausrüstung hergestellt, die verschiedenen Krankenhäusern kostenlos zur Verfügung gestellt wurden.

Was Nerds bewegen können – und was nicht

Diese ehrenamtliche Arbeit wird jedoch nicht von allen Akteuren innerhalb des Gesundheitswesens wertgeschätzt. Zudem wird die Frage aufgeworfen, wie weit das idealistische Ideal der Makerbewegung reicht, wenn es mit der Welt, wie während der Pandemie, bergab geht.

Verschiedene Antworten und Perspektiven bieten Hacker- und Maker-Größen wie Jello Biafra, Cory Doctorow und Mitch Altman, die allesamt im Film zu Wort kommen.

"Ein paar Nerds können die Welt verändern, aber nicht retten. Meistens wird es sie traumatisieren", fasst der Regisseur im Film zusammen. Im gesamten Film trägt er übrigens durchgehend einen gelben Chemikalienschutzanzug. Der Grund dafür dürfte das Thema der Umweltverschmutzung durch Atombombentests auf dem Land der Navajos sein.

(Bild: Hacking at Leaves)

Auch John Wayne ist dabei

Wie diese Gruppe auf vielerlei Weise ausgebeutet worden ist, unter anderem durch atomare Testsprengungen, ist der wahre Schmerzpunkt dieses Films. Ohne zu viel zu verraten, lässt sich hier kurz sagen, dass der Film die gruselige und plausible Begründung dafür liefert, warum der Hollywood-Star John Wayne an Krebs erkrankt und gestorben ist.

Der 1975 in Wien geborene Regisseur Johannes Grenzfurthner bewegt sich seit Jahrzehnten im Umfeld der Hacker- und Maker-Szene. Als Gründer des Kollektivs monochrom arbeitet er an der Schnittstelle von Technologie, Kunst und Gesellschaft. Er ist auch dafür bekannt, das seit 2007 stattfindende Sex-und-Technologie-Festival Arse Elektronika [3] mitgegründet zu haben.

Da für Hacking at Leaves keine kommerzielle Distribution zustande kam, entschied sich Grenzfurthner [4], den Film frei ins Internet zu stellen. Seit Ende August 2025 ist er deswegen im Internet Archive verfügbar [5].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11067577

Links in diesem Artikel:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Grenzfurthner
[2] https://powsci.org/
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Arse_Elektronika
[4] https://blog.archive.org/2025/10/15/hacking-at-leaves/
[5] https://archive.org/details/hacking_at_leaves_release_version
[6] mailto:mch@make-magazin.de

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  • 06. November 2025 um 13:54

Betrug bei Nexperia? Chinesische Tochter soll Millionen heimlich umgeleitet haben

Von Bernd Müller

Bernd Müller

Person, die Handy mit dem Logo des Halbleiterunternehmens Nexperia BV auf dem Bildschirm vor der Business-Webseite.

(Bild: T. Schneider / Shutterstock.com)

Das niederländische Unternehmen wirft der chinesischen Niederlassung vor, Bankkonten manipuliert und Millionen abgezweigt zu haben.

Der niederländische Halbleiterhersteller [1]Nexperia hat am Mittwoch bestätigt, die Lieferungen an sein Montagewerk in China eingestellt zu haben. Grund sei die Weigerung der dortigen Niederlassung, vereinbarte Zahlungen zu leisten.

Zugleich warnte das Unternehmen, es könne die Qualität von Chips, die seit dem 13. Oktober in China gefertigt wurden, nicht mehr garantieren, wie Reuters berichtete [2].

Die Situation spitzt sich damit weiter zu und gefährdet die Lieferketten der globalen Automobilindustrie [3]. Nissan Motors warnte am Donnerstag, die Lieferung von Nexperia-Komponenten bleibe "weiterhin ungewiss". Finanzvorstand Jeremie Papin bezifferte das Risiko für den japanischen Autohersteller auf 25 Milliarden Yen (160 Millionen Euro).

Uneinigkeit über Zahlungen – Gegenseitige Vorwürfe des Vertragsbruchs

"Wir können nicht überwachen, ob und wann Produkte aus unserem Werk in China geliefert werden", erklärte Nexperia in einer Mitteilung [4] vom Mittwoch, aus der Bloomberg zitiert. Die Weigerung der chinesischen Niederlassung, die von europäischen Werken gelieferten Wafer zu bezahlen, sei "kein Einzelfall".

Das Unternehmen warf der lokalen Leitung vor, Firmensiegel zu missbrauchen, unautorisierte Schreiben zu verschicken und separate Bankkonten einzurichten, um Zahlungen umzuleiten, heißt es weiter.

Nexperia China wies die Vorwürfe scharf zurück. Die Behauptungen hinsichtlich nicht gezahlter Leistungen seien "irreführend und höchst täuschend" [5]. Vielmehr schulde die niederländische Mutter dem Werk in Dongguan über eine Milliarde Yuan (141 Millionen Dollar), erklärte die chinesische Einheit am Sonntag in einer Stellungnahme auf WeChat, wie Bloomberg berichtete [6].

Streit um die Kontrolle seit September – Niederländische Intervention führt zu Spannungen

Die Eskalation begann am 30. September, als die niederländische Regierung die Kontrolle über Nexperia übernahm. Das Unternehmen gehört dem chinesischen Konzern Wingtech Technology.

Den Haag berief sich auf ein Gesetz aus der Zeit des Kalten Krieges und warf dem damaligen Geschäftsführer Zhang Xuezheng vor, Maschinen aus Deutschland und Großbritannien abziehen, Patente nach China übertragen und 40 Prozent der europäischen Belegschaft entlassen zu wollen.

"Das Verhalten des CEO stellte eine akute Bedrohung für die Kontinuität der Produktionskapazitäten, des Know-hows und des geistigen Eigentums von Nexperia dar", erklärte das niederländische Wirtschaftsministerium, wie Telepolis bereits berichtete. Wingtech wies die Vorwürfe zurück und forderte die Wiedereinsetzung von Zhang.

Peking reagierte mit einem Exportstopp für Nexperia-Produkte aus China. Am 7. Oktober suspendierte ein Amsterdamer Gericht Zhang auf Antrag der Geschäftsführung. Am 26. Oktober stellte Nexperia Netherlands die Lieferung von Wafern an das chinesische Werk in Guangdong ein.

Qualitätsgarantie nicht mehr möglich – Autobauer unter Druck

Seit dem 13. Oktober kann Nexperia nach eigenen Angaben die Qualität oder Echtheit von in China gefertigten Chips nicht mehr garantieren. Aufgrund „der fehlenden Transparenz und Kontrolle über die Herstellungsprozesse“ könne man die Standards nicht mehr sicherstellen, zitiert Bloomberg aus einer Erklärung von Nexperia, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Nexperia stellt Leistungssteuerungs-Chips wie Transistoren und Dioden her, die in nahezu allen stromverbrauchenden Geräten benötigt werden. Zu den Kunden zählen Automobilhersteller wie BMW und Volkswagen. Die meisten Chips [7]werden in Europa gefertigt, aber rund 70 Prozent in China verpackt und über Distributoren verkauft. Das chinesische Montagewerk machte vor der Krise etwa die Hälfte des Volumens aus.

Der Europäische Automobilherstellerverband ACEA hatte gewarnt, dass Produktionsausfälle innerhalb weniger Tage drohen könnten. Der Zulieferer ZF Friedrichshafen reduzierte bereits Schichten in seinem Hauptwerk in Schweinfurt.

Diplomatische Signale, operative Blockade bleibt bestehen

Nach einem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping kündigten beide Seiten Schritte zur Deeskalation an. Die USA erklärten am Samstag, Peking werde Maßnahmen ergreifen, damit die chinesischen Werke von Nexperia Lieferungen wieder aufnehmen könnten. Das chinesische Handelsministerium teilte mit, Ausnahmen für Chip-Exporte von Nexperia fallweise zu prüfen.

Man begrüße die jüngsten Ankündigungen, dass das chinesische Werk wieder die Lieferungen aufnehmen könne, hatte ein Nexperia-Sprecher erklärt. Gleichzeitig bleibe die Aussetzung der Lieferungen nach China bestehen, "solange das lokale Management die vereinbarten vertraglichen Verpflichtungen nicht vollständig erfüllt hat".

Nexperia China gab sich zuversichtlich. Man verfüge über "ausreichende Lagerbestände" und habe "mehrere Notfallpläne" initiiert. Man beschleunige die Qualifizierung neuer Wafer-Lieferquellen und gehe davon aus, Kunden bis Ende 2025 beliefern zu können.

Die operative Blockade zwischen der niederländischen Zentrale und der chinesischen Tochtergesellschaft besteht jedoch fort.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11068378

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/5-Billionen-Dollar-Marktwert-Nvidia-erreicht-was-niemand-zuvor-schaffte-10966138.html
[2] https://heise-cms.de/exec/reuters.com/world/china/nexperia-cannot-guarantee-quality-chips-made-china-since-october-13-2025-11-06
[3] https://www.heise.de/tp/article/250-TWh-Die-Energieluecke-der-europaeischen-E-Mobilitaet-10655901.html
[4] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-06/nexperia-says-it-halted-supply-after-china-unit-refused-to-pay
[5] https://www.telepolis.de/article/Der-Machtkampf-um-Nexperia-ist-noch-lange-nicht-vorbei-10976097.html
[6] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-02/nexperia-china-says-it-has-enough-stock-despite-supply-halt
[7] https://www.heise.de/tp/article/6G-Chip-Revolutionaerer-Durchbruch-verspricht-100-Gbit-s-fuer-alle-10632074.html

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  • 06. November 2025 um 15:41

Verfassungsbruch durch Zölle? Was Trumps Niederlage für die Wirtschaft bedeutet

Von Bernd Müller

Bernd Müller

2025 U.S. Tariffs Impact, Text geschrieben auf aufgetürmten Paletten

(Bild: Ani_Raw_Shots / Shutterstock.com)

Der Oberste Gerichtshof zeigt Skepsis gegenüber Trumps Zollpolitik. Doch selbst eine Niederlage könnte die Unsicherheit verlängern.

Die wirtschaftlichen Folgen von Trumps Zöllen [1] stehen auf dem Prüfstand. Am 5. November verhandelte der Oberste Gerichtshof der USA über die Rechtmäßigkeit der umfassenden Einfuhrabgaben, die Präsident Donald Trump auf Basis des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 verhängt hat.

Mehrere Richter äußerten deutliche Skepsis – darunter die Konservativen Neil Gorsuch, John Roberts und Amy Coney Barrett. Doch selbst bei einer Niederlage der Regierung bleiben Unternehmen und Handelspartner in einer Warteschleife gefangen.

Vorinstanzen erklärten Zölle bereits für rechtswidrig

Untergerichte hatten zuvor entschieden, dass Trump seine Befugnisse überschritten hat. Die Verfahren – eingereicht von demokratischen Generalstaatsanwälten aus zwölf Bundesstaaten, kleinen Unternehmen und zwei familiengeführten Spielzeugfirmen – wurden zusammengeführt. Die Zölle blieben während des Rechtswegs in Kraft.

Laut [2] Bloomberg zeigten Wettmärkte nach der Verhandlung sinkende Siegchancen für Trump. Aktien großer US-Einzelhandelsketten legten zu, in Erwartung möglicher Entlastungen.

Richter Gorsuch stellt Kernfrage zur Gewaltenteilung

In einem bemerkenswerten Wortwechsel fragte Gorsuch laut [3] Reuters, was den Kongress daran hindern würde, „einfach alle Verantwortung für die Regulierung des Außenhandels – und in diesem Fall sogar für die Kriegserklärung – an den Präsidenten abzugeben“.

Oberrichter Roberts betonte, Zölle seien „die Erhebung von Steuern auf Amerikaner“ und „schon immer die Kernkompetenz des Kongresses“ gewesen.

Der für die Regierung argumentierende Generalstaatsanwalt D. John Sauer machte unter der Befragung Zugeständnisse. Er räumte ein, dass Trumps Auslegung des IEEPA es einem künftigen Präsidenten ermöglichen würde, einen Klimanotstand auszurufen und benzinbetriebene Autos stark zu besteuern.

Rückerstattungen könnten Milliarden kosten – Abwicklung unklar

Bei einem Urteil gegen die Regierung stehen Rückzahlungen im Raum. Bloomberg nennt „mehrere zehn Milliarden Dollar“, Reuters spricht von bereits gezahlten IEEPA-Zöllen von über 100 Milliarden Dollar. Richterin Barrett warnte vor einem „Chaos“ bei der Abwicklung.

Neal Katyal, Anwalt der klagenden Unternehmen, erklärte, seine Mandanten würden automatische Erstattungen erhalten. Alle anderen Firmen müssten Verwaltungsbeschwerden einreichen.

Der Zollrechtler Joseph Spraragen rechnet mit einer Rückverweisung an das US-Gericht für internationalen Handel. Die Abwicklung über das IT-System der Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) könnte bis zu einem Jahr dauern. „Man muss bedenken, dass die Regierung nicht gerade darauf erpicht sein wird, einfach nachzugeben“, sagte Spraragen laut [4] Reuters.

Alternative Rechtswege verlängern Unsicherheit

Die wirtschaftlichen Folgen von Trumps Zöllen bleiben auch bei einer Niederlage bestehen. Handelsjuristen und Regierungsbeamte gehen davon aus, dass Trump auf andere Gesetze ausweichen wird. Bloomberg listet [5] mindestens fünf Alternativen:

Section 232 des Trade Expansion Act von 1962 erlaubt Zölle ohne Höchstgrenze aus Gründen der nationalen Sicherheit. […] Trump nutzte diese Befugnis bereits in seiner ersten Amtszeit für Stahl- und Aluminiumzölle. In seiner zweiten Amtszeit verhängte er auf dieser Grundlage Zölle von 50 Prozent auf die beiden Metalle sowie weitere Abgaben auf Autos, Kupfer-Derivate, Holz und Holzmöbel.

Section 301 des Trade Act von 1974 ermöglicht Zölle ohne Obergrenze als Reaktion auf unfaire Handelspraktiken. Das Büro des US-Handelsbeauftragten muss Untersuchungen durchführen und Konsultationen abhalten. Trump setzte Section 301 massiv gegen China [6]ein. Aktuell läuft eine Untersuchung gegen Brasilien – parallel verhängte Trump via IEEPA 50 Prozent auf viele Brasilien-Importe.

Section 201 des Handelsgesetzes von 1974 erlaubt nach Feststellung „ernsthaften Schadens“ durch die International Trade Commission Zölle bis 50 Prozent über dem bestehenden Satz für anfänglich vier, maximal acht Jahre. Trump nutzte dies für Solarzellen und Waschmaschinen.

Section 122 des Trade Act von 1974 erlaubt bis zu 15 Prozent für maximal 150 Tage zur Behebung von Zahlungsbilanzproblemen – ohne Voruntersuchung, aber Verlängerung nur mit Kongress. Nie angewandt. Das US-Handelsgericht verwies darauf, dass Maßnahmen gegen Handelsdefizite eher unter Section 122 als unter IEEPA fallen.

Section 338 des Smoot-Hawley Tariff Act von 1930 erlaubt bis zu 50 Prozent ohne Voruntersuchung bei diskriminierenden Handelspraktiken. Ebenfalls nie genutzt. Abgeordnete brachten eine Initiative zur Abschaffung ein.

Unternehmen leiden unter anhaltender Instabilität

Die Zollagentin Cindy Allen sagte laut Bloomberg, fehlende Planbarkeit stelle die größte Herausforderung für ihre Kunden dar. „Bei der Zoll- und Grenzschutzbehörde ist die Lage sehr schwierig“, erklärte sie. Mitarbeiter gelten als unverzichtbar, haben aber seit über einem Monat keinen Lohn erhalten. „Wenn das Gericht eine Rückerstattung anordnet, wird das meiner Meinung nach ein massives Projekt werden.“

Vincent Clerc, Chef des Containerschifffahrtsriesen Maersk, nannte „bestehende Unsicherheit“ als Hauptrisiko. „Die langfristigen Rahmenbedingungen sind noch unklar, daher nehmen viele unserer Kunden noch eine abwartende Haltung ein“, sagte er gegenüber Bloomberg.

Travis McMaster, Geschäftsführer von COCOON, einem Importeur von Reisezubehör, hat Messebesuche reduziert und seine Produktpalette gekürzt. Nichole MacDonald von der Sash Group in Kalifornien kann sich laut Bericht die 575.000 Dollar Zollgebühren für in Indien hergestellte Ledertaschen nicht leisten.

Sie musste ihre Preise zweimal erhöhen und die Belegschaft von zwölf auf fünf Mitarbeiter reduzieren. „Als kleines Unternehmen hat man nicht genug Reserven, um sein Geschäft acht oder zwölf Monate lang einfach weiterlaufen zu lassen“, sagte sie.

Zeitachse und Makroeffekte bleiben unklar

Der Zeitpunkt einer Entscheidung ist umstritten. Einerseits gibt es Hinweise auf einen beschleunigten Zeitplan mit möglichem Urteil Ende des Jahres. David Young vom Conference Board sagte jedoch nach Gesprächen mit 40 Geschäftsführern, vor Anfang 2026 sei nicht mit einem Urteil zu rechnen.

Bloomberg Economics schätzt, ein umfassendes Urteil gegen Trump senke den durchschnittlich effektiven US-Zollsatz auf 6,5 Prozent. Der BIP-Rückgang würde auf minus 0,6 Prozent gedämpft, verglichen mit minus 1,7 Prozent bei Fortbestand der aktuellen Zölle. Mögliche Nachfrageimpulse durch Rückerstattungen sind nicht eingepreist.

Fed-Gouverneur Stephen Miran sagte gegenüber Yahoo Finance, eine größere Handelsunsicherheit könnte „die Wirtschaft belasten“. Dies könne durch „moderat lockerere Zinssätze“ ausgeglichen werden.

Geopolitische Neupositionierung möglich

Ein Urteil gegen IEEPA-Zölle könnte laut Expertenmeinung gegenüber Bloomberg die außen- und wirtschaftspolitische Agenda Trumps unterminieren. Josh Lipsky vom Thinktank Atlantic Council argumentiert, dass China-Zölle zwar über andere Befugnisse eher ersetzbar wären, Volkswirtschaften wie die EU, Brasilien und Indien [7]aber ihre Verhandlungspositionen neu kalibrieren könnten.

Eine Quelle warnte laut Bloomberg jedoch: Neue Zölle auf anderer Rechtsgrundlage könnten von China als Bruch des jüngsten „Handelsfriedens“ gewertet werden. Parallel verschieben Exportkontrollen für Halbleiter und Chinas Dominanz bei Seltenen Erden das Kräfteverhältnis. Finanzminister Scott Bessent äußerte sich widersprüchlich zur fiskalischen Bedeutung.

Einerseits nannte er mögliche Rückzahlungen „schrecklich“, andererseits seien Zolleinnahmen „reiner Zusatzgewinn“. Das Defizit lag im letzten Geschäftsjahr bei 1,78 Billionen Dollar – ein Rückgang von zwei Prozent. Zolleinnahmen trugen dazu bei, die Wirkung auf die Schuldenentwicklung blieb jedoch gering.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11068098

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Trumps-Zoelle-auf-Arzneimittel-Die-Folgen-fuer-die-deutsche-Pharmaindustrie-10672464.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-06/supreme-court-s-trump-tariff-skepticism-means-uncertainty-reigns
[3] https://www.reuters.com/legal/government/supreme-courts-gorsuch-leads-conservatives-tough-questions-over-trump-tariffs-2025-11-06/
[4] https://www.reuters.com/world/us/trump-supreme-court-tariff-defeat-would-add-trade-uncertainty-2025-11-06/
[5] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-04/supreme-court-tariffs-case-trump-s-options-if-levies-upheld-as-illegal
[6] https://www.heise.de/tp/article/Wie-westliche-Handelsblockaden-Asean-in-Chinas-Arme-treiben-10748059.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Eisenbahn-als-Waffe-Wie-China-und-Indien-die-Geopolitik-umspuren-10640607.html

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  • 06. November 2025 um 13:30

"Rote Sterne überm Feld": Rote Fahnen überm Reichstag

Von Rüdiger Suchsland

Rüdiger Suchsland

Bild: Copyright farbfilm verleih

Im Osten ist die Welt noch in Ordnung: Wenn linke Aktivisten Windräder sprengen, gibt es noch Hoffnung – jedenfalls fürs Kino. Sehenswert.

"Es ist ein Film der sich um die Gespenster der deutschen Geschichte dreht, die uns heute heimsuchen. .... Gespenster haben ja die Eigenschaft, in dunklen Kellern herumzuspuken. Aber wenn man das Licht anmacht, dann verlieren sie auch ziemlich schnell ihren Schrecken.

Kino als Lichtkunst ist genau dafür prädestiniert. In diesem Sinne würde ich Kino verstehen als Möglichkeit, das Licht anzumachen in sich verfinsternden Zeiten."

Laura Laabs, Regisseurin

Eine Geisterbeschwörung, ein Zeitreisen-Film in die deutsche Geschichte: Laura Laabs erzählt in ihrem hochpolitischen Kino-Debüt "Rote Sterne überm Feld" von einer Aktivistin, deren Rückkehr in ihr Heimatdorf zum Anlass einer Recherche wird, die den verlorenen Zeiten des Landes nachspürt.

Auf vier Zeit-Ebenen reist dieser Film durch die deutsche Geschichte. Jedes Mal fragt er nach Arbeit, nach Gerechtigkeit und nach den Möglichkeiten der Politisierung von beidem.

Polit-Kunst-Aktion der ästhetischen Linken

Rote Fahnen überm Reichstag, endlich! Aber nur kurz und nicht todernst gemeint. Tine, eine junge Frau und linke Aktivistin, wagt diese Polit-Kunst-Aktion im Catsuit [1]wie Musidora [2] über den Dächern [3]von Berlin.

Danach sprintet sie zur S-Bahn, wird schnell von Polizei und Verfassungsschutz gesucht, und taucht unter im Ort ihrer Kindheit, dem mecklenburgischen Bad Kleinen.

Wer tötete wen in Bad Kleinen? Und wenn ja: Wie viele?

Auch diese Stadt spielt für einen langen historischen Augenblick eine wichtige Rolle in der rechtsstaatlichen Geschichte der Bundesrepublik – 1993 wurden hier auf dem Bahnhof der RAF-Terrorist Volker Grams und ein GSG-9-Mann erschossen. Zeugen widersprachen sich, Mordverdacht stand im Raum, der Bundesinnenminister trat unter Hinweis auf Einsatzpannen zurück; lange Zeit war in Zeugenberichten auch die Rede von einem dritten Toten. Und bis heute sind die Ereignisse nicht völlig aufgeklärt.

Filmbild
(Bild: Bild: Copyright farbfilm verleih)

Schillernde deutsche Erinnerungsorte

So hat man es hier schon in den ersten Minuten mit gleich zwei schillernden deutschen Erinnerungsorten zu tun. Darum geht es: Um Politik und um den politisch-historischen Möglichkeitssinn. Die lebendigen Widersprüche im Vergangenen. Und um die Macht und Präsenz der Vergangenheit und ihrer Möglichkeiten in der Gegenwart. Es geht um die Frage, was eigentlich dabei herauskommt, wenn man zurückblickt.

"Ein Sturm weht vom Paradiese her..."

Es schwebt wieder ein Engel über Berlin, ganz zu Beginn dieses Films. Es muss der Engel der Geschichte sein, denn er spricht, abwechselnd mit den Stimmen einer Frau und eines kleinen Mädchens, die berühmten Zeilen aus Walter Benjamins geschichtsphilosophischen Thesen "Über den Begriff der Geschichte": "...wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe. ... Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen."

Dazu sehen wir ein paar zentrale Begriffe aus diesem Text in Neonschrift zu einem langsamen Rückwärtsflug über das Berlin von heute.

Dies ist ein spektakulärer Auftakt, der früh bezaubert, der sofort an Alexander Kluges und Jean Luc Godards Montagefilme denken lässt; der vor allem signalisiert, dass man es hier nicht mit gewöhnlichem deutschem Kino zu tun hat; der das Niveau anzeigt, das dieser Film im Folgenden nie verlassen wird – und es doch auch zugleich ironisch bricht, Zeichen für Humor und Unterhaltung setzt und seinem Publikum von Anfang an das Gefühl gibt, einem Film sich anvertrauen zu können, der es ruhig und sicher bei der Hand nimmt, so wie ein Engel seine Schutzbefohlenen.

Nicht die immergleichen Selbstfindungsgeschichten achtsamer Narzissten

Für solche Filme ist das Kino gemacht! Für Filme, die neue Bilder suchen, die nicht die immer gleichen Selbstfindungsgeschichten achtsamer Narzissten erzählen, die irgendetwas an sich entdecken, und sich wahnsinnig mutig vorkommen, weil sie das auf die Leinwand bringen, was in den Green-Shooting-Katalogen und Diversitätslisten der Filmförderer steht, derweil Donald Trump alle Diversitätsbeauftragten rausschmeißt.

Filmbild

Bild: Copyright farbfilm verleih

Wir könnten in Deutschland jedenfalls Filme gebrauchen, die brechen wollen mit dem geschmacklosen Einerlei des deutschen Filmeintopfs, den Brühwürfelfilmen, und deren Fixierung auf Inhaltismus. Das Kino braucht aber nicht altbekannte, auf neu geschminkte Inhalte, sondern neue Formen, heißt Mut und Wagnisse.

Stilistisch erleben wir ein fragmentarisches Spiel mit Ebenen der Form, des Film-Formats, aber auch der Schrift. Die Tatsache, dass die Regisseurin Schrift als Bild begreift und entsprechend mit Schrifttypen arbeitet, kann man bei Godard wie bei Kluge finden.

Dorftrottel, Dorfnazis und eine Moorleiche

Aber auch in Bezug auf die Filmhandlung passiert hier genug: Dorftrottel, Dorfnazis und linke Aktivisten treffen sich in der einzigen Dorfkneipe Eine Moorleiche wird gefunden und die Suche nach ihrer Identität steht im Zentrum der nun folgenden Ermittlungsarbeit; der mythische Erlkönig [4]taucht immer wieder mal am Rande auf, eine Verführer-Figur aus der Row Zero des Todes; diverse Szenen spielen außer auf das filmische und kulturelle Gedächtnis auch auf historische Erinnerungen an.

Die Regisseurin Laura Laabs hat in ihrem Spielfilmdebüt, das beim Festival in Saarbrücken mit dem Max-Ophüls-Preis der Filmkritik ausgezeichnet wurde, ein dichtes Geflecht aus Handlungsebenen und Zeichen-Referenzen errichtet. In unerwarteten Bildern und Bildern des Unerwarteten begegnet einem ein Crossover aus Genre und Autorenkino.

Geheimnisse werden gelüftet

Zugleich besitzt dieser Film eine sehr gradlinige, einfache Erzählstruktur: Hauptfigur Tine kehrt wie eine Western-Heldin in den Ort zurück, den sie längst verlassen hat, und wird dort mit ihrer eigenen verdrängten Vergangenheit konfrontiert – der Mutter, die einst verschwand; ihrer Familiengeschichte; sowie unaufgearbeiteten DDR-Hinterlassenschaften –, wie zugleich mit den Gespenstern der deutschen Geschichte. Denn im Zuge ihrer Suche kommen alte Briefe zum Vorschein, Geheimnisse aus Familie- und Dorfgeschichte werden gelüftet, Geschichten erzählt. Hinzu kommen auch noch Tag- und Albträume, Erinnerungen und Zeitreisen.

Kaleidoskop deutscher Zeitgeschichte

Dies alles visualisiert die Regisseurin, und so spielt "Rote Sterne auf dem Feld" auf mindestens vier Zeitebenen. Sie alle stehen für unaufgearbeitete Momente der deutschen Geschichte: Die NS-Diktatur, der Zweite Weltkrieg und die Nazi-Begeisterung weiter Teile der deutschen Bevölkerung; die DDR und ihr Stasi-Apparat; ihre Abwicklung nach der Wende 89/90; die RAF, deren Mitglieder zum Teil in Ostdeutschland neue Identitäten bekamen und der erwähnte Vorfall in Bad Kleinen; plus die Gegenwart, aus der auf all dies zurückgeblickt wird.

Filmbild

Bild: Copyright farbfilm verleih

Tine fungiert dabei auch als eine Art Führerin des Publikums, ein Avatar durch diese verschiedenen Zeiten und als deren Klammer. Jedes Mal fragt sie nach Gerechtigkeit und nach den Möglichkeiten der Politisierung und Veränderung des Geschehens.

Diese Rahmenhandlung hält eine Reihe von Erzählungen zusammen, die Schneisen in Dorf- und Gesellschaftsgeschichte schlagen, und verbindet verschiedene Zeitebenen zu einem formal ambitionierten Generationsportrait, den "Whodunnit" mit einem Kaleidoskop deutscher Zeitgeschichte.

Es werden Windräder in die Luft gesprengt (mit Argumenten der Linken), Wehrmacht-Soldaten rückwirkend (per Zeitreise) zum Desertieren gebracht, und es stellt sich heraus, dass eine Mutter bei der RAF war und mehr als ein Vater bei der Stasi.

Die Kunst des Erzählens

Laabs' Film ist eine Ode auf die Kunst des Erzählens und auf jene Erzählungen, die über Generationen reichen, die Gesellschaft formen und sich zu jenen Schichten verdichten, aus denen unsere Geschichte gemacht ist.

Die vielleicht interessanteste Episode ereignet sich zwischen 1990 und 1993: Zur Erbmasse der DDR gehören auch die LPG's. Genossenschaften sind zwar erlaubt, aber die landwirtschaftlichen sind den neuen Herren ein Dorn im Auge. Der Leiter der örtlichen LPG will bei der Abwicklung aber nicht mitmachen, und formiert den Widerstand. Warum soll man auch die eigenen Tomatenfelder stilllegen, um dann holländische Tomaten im neuen Westsupermarkt zu kaufen?

Kino als Gedankenraum

Es ist faszinierend, wie souverän und virtuos die Inszenierung all das stilistisch zusammenhält und es glückt, dass man nie die Orientierung verliert. "Rote Sterne überm Feld" ist ein beziehungsreicher, ausdeutbarer Text, der aber mit Bildern operiert.

Die Regisseurin wechselt dabei immer wieder zwischen Momenten brechtianischer Verfremdungseffekte wie solchen schwelgerischer Verführung und der Hingabe an den Traumcharakter des Kinos, der in "Rote Sterne überm Feld" nie verdrängt wird, immer präsent bleibt. Die Machart (nicht zuletzt in der Montage von Emma Gräf) erinnert dabei trotzdem mehr an Kluges ironische Brechungen und Distanzierungen.

Filmbild

Bild: Copyright farbfilm verleih

Man könnte analog zu dem anfänglichen Theorie-Gedicht Benjamins von einem äquivalenten Kino als Gedankenraum sprechen: Weil in Bildern erzählt wird und diese ausdeutbar, uneindeutig und widersprüchlich sind, verändert sich dieser Raum kaleidoskopisch.

Das verbindende Element ist dabei eine "atmende" Kamera (Carlos Vasquez), die empathisch ist, aber nie verkitscht. Und der hellwache Sinn für Ambivalenzen und Ambiguitäten: Das klassische psychologische Erzählen und Figurenbauen des herkömmlichen Kinos ist demgegenüber zu eindeutig und daher schal.

"Twin Peaks" trifft "Das weiße Band"

Getragen wird der Film auch von mehr als einem Dutzend sehr guter deutscher Schauspieler – heraus ragen Hannah Ehrlichmann, Andreas Döhler und Hermann Beyer –, die mit einem Dutzend Laien zusammen zu sehen sind. Man glaubt zu merken, dass auch sie den größeren Möglichkeitsraum zu schätzen wissen. Manche der Profis spielen mehrere, Jule Böwe sogar drei oder vier Rollen.

Einige von Laabs' Referenzen liegen offen zutage, anderes ist versteckter: Der Film wirft erstaunlich sinnvoll Einfälle aus Philosophie und Politik, Geschichte und Gegenwart, Utopie und Zeitgeist zusammen, zitiert Sixties-Agitprop und UdSSR-Kino, DDR-Musik und Heimatschnulzen.

Das Ergebnis sieht manchmal aus wie "Twin Peaks", mal wie "Midsommar", mal wie "Das weiße Band" oder ein deutsches "Inception" – alle diese Vergleiche treffen zu, und führen doch in die Irre, denn sie überfrachten die Erwartung. Dies ist nämlich alles andere als ein kalkulierter, kühl arrangierter Pop-Zitate-Strom. Es ist ein gradliniger und persönlicher Film, bei dem man spürt, dass er der Regisseurin am Herzen liegt, und so geworden ist, wie er ist, weil er so werden musste.

Dem System gegenüber widerständig

Film sei "das Medium, um Tote zum Leben zu erwecken", hat Jean Luc Godard einmal geschrieben. So darf man sich hier die Frage stellen, was es denn heißen könnte, linkes Kino zu machen, widerspenstiges Kino, Kino, das dem System gegenüber widerständig ist. Man wird auf die Frage geworfen, wie sich die Traditionen politischen Kinos in Deutschland, die mit dem Namen Alexander Kluge und Rainer Werner Fassbinder verbunden sind, zeitgemäß aktualisieren lassen – also ein Kino, das gleichzeitig reflektierend und intellektuell und doch sinnlich ist.

Im Film kommt die Idee einer "ästhetischen Linken" vor. Darüber wurde lange nicht mehr gesprochen – vielleicht aber wäre es an der Zeit, wieder darüber nachzudenken. Darüber, inwieweit dieser Film selbst Ausdruck oder Statement einer solchen ästhetischen Linken ist. Über widerständiges Kino, das in dieser Widerständigkeit den Charakter des Mediums als Zeitreise, als Traumfabrik, als Geisterbeschwörung, der hier so überzeugend entfaltet wird, nicht verrät.

Laura Laabs traut sich was!

Der Film mündet in ein Ende, über das man einen eigenen Text schreiben müsste, und dessen paradoxes Unterfangen, dem Fragmentarischen und Essayistischen als Methode des reflektierenden Weltverstehens dann doch noch eine Art ganzheitliche Form zu geben, nicht nur an Robert Musil erinnert, sondern auch die Widersprüche der Kinogeschichte mit denen des deutschen Linkshegelianismus zusammenbringt – aber das, wie gesagt, wäre eine eigene Geschichte.

Auch hier gilt die unbedingt als Lob gemeinte Feststellung: Laura Laabs traut sich was!

Einer schönsten Filme des deutschen Kinojahres

"Rote Sterne überm Feld" ist keineswegs perfekt, und nimmt doch sehr für sich ein, weil er experimentell ist und Dinge ausprobiert, sehr viele neue Einfälle hat, deren meiste gut funktionieren – und weil er anspruchsvoll ist.

Dies ist endlich einmal ein deutscher Film, dem an neuen Ausdrucksformen, Empfindungen und einem besserem Kino gelegen ist – und darin ähnelt er der anderen aufregenden Entdeckung dieses Kinojahres, Mascha Schilinskis "In die Sonne schauen". Wenn auch "Rote Sterne..." ungleich ironischer, reflektierter und damit erwachsener ist.

Das Ergebnis ist ein wilder, bezaubernder Film – und einer schönsten des deutschen Kinojahres.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11067990

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.youtube.com/watch?v=lSWacsfd-40
[2] http://doku-arts.de/de/2013_14/programme/Musidora-la-dixieme-muse
[3] https://letterboxd.com/film/to-catch-a-thief/
[4] https://www.youtube.com/watch?v=keMlyj6809Y&list=RDkeMlyj6809Y&start_radio=1

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  • 06. November 2025 um 13:15

Anzeige: PCIe-5-SSD mit 1 TByte für unter 100 Euro

Von Erik Körner
Die Lexar Ares Pro mit 1 TByte ist bei Amazon wieder für unter 100 Euro erhältlich. Günstiger war die M.2-SSD noch nie.
Die Lexar-Ares-Pro-M.2-SSD (1 TByte) zum Tiefstpreis bei Amazon (Bild: Amazon.de/Lexar)
Die Lexar-Ares-Pro-M.2-SSD (1 TByte) zum Tiefstpreis bei Amazon Bild: Amazon.de/Lexar

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Das bietet die PCIe-5-M.2-SSD von Lexar

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Besonders bei anspruchsvollen Anwendungen ist gute Kühlung Pflicht. Die Lexar Ares Pro ist mit einem Acht-Kanal-Controller und Graphit-Wärmeableitungsfolien ausgestattet, um auch unter Last optimale Performance zu bieten. Internen Tests zufolge sei sie dadurch auch merklich energieeffizienter als PCIe-4-SSDs, verbraucht also weniger Strom bei gleicher Leistung.

Lexar verspricht volle Kompatibilität mit allen PCIe-5-fähigen Desktop-PCs und Laptops. Auch soll die Ares Pro SSD problemlos in der PS5 funktionieren, könnte aber einen externen Kühlkörper voraussetzen. Dank Abwärtskompatibilität läuft die Festplatten auch in älteren PCIe-4-Systemen, wenn auch mit maximal halber Geschwindigkeit. Gemessen am niedrigen Preis lohnt sich das trotzdem: Die Ares Pro SSD kann die Maximalgeschwindigkeit des Schnittstellenstandards voll ausreizen – anders als die meisten PCIe-4-SSDs.

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  • 06. November 2025 um 16:07

Playstation: So ist mobiles Spielestreaming super!

Von Peter Steinlechner
Dank Firmware-Update wird PS Portal zum vollwertigen Handheld: Endlich lassen sich PS5-Spiele aus der Cloud streamen. Wir haben es ausprobiert.
Das neue Hauptmenü für Cloud-Gaming auf der PS Portal (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Das neue Hauptmenü für Cloud-Gaming auf der PS Portal Bild: Peter Steinlechner / Golem

In den letzten Jahren kam es immer öfter vor, dass ich mit ein paar Extras im Gepäck verreiste: Je nach Spiel mit einer Playstation 5 oder mit der Xbox Series S – so ein bisschen Gaming am Abend ist ja auch im Urlaub was Schönes, nicht immer gibt's was Passendes auf der Switch 2.

Künftig wird der Koffer vermutlich leichter. Entweder kommt das Asus ROG Xbox Ally X ( Test auf Golem ) mit – oder die PS Portal, die dank neuer Firmware seit heute viel mehr kann. Sony hat das Handheld sehr viel umfassender für Cloud-Streaming freigeschaltet, so dass ich viele meiner aktuellen eigenen Spiele verwenden kann.

Nach dem Start sehe ich nun links oben drei Reiter: Remote Play über die eigene PS5, "Cloud-Streaming mit Playstation Plus Premium" und eine Suche. Beim Klick auf Cloud-Gaming kommt ein neues Menü mit drei großen Feldern: Meine Bibliothek, die schon bekannte Cloud-Games-Auswahl aus Premium und ein Bereich, über den ich neue Games kaufen könnte.

Dieser Bereich führt in den Store – allerdings muss ich dann über einen QR-Code auf dem Smartphone kaufen. Das ist etwas umständlich, aber dürfte ja kaum mal vorkommen.

Die wichtigere Neuheit ist der Zugriff auf meine Games. Nach dem Klick läuft nach 15 bis 30 Sekunden der Stream – und das in einer Qualität, die ich so nicht erwartet hätte. Über meine DSL-Verbindung war das Bild klar, die Farben kräftig, und das gesamte Spielerlebnis fühlte sich spürbar flüssiger an als bei Remote Play über die eigene Konsole.

Kein Flackern, kaum Artefakte und die Steuerung reagierte präzise. Besonders bei schnellen Actiontiteln oder Rennspielen ist das ein enormer Fortschritt. Vor allem im Zusammenspiel mit den adaptiven Triggern und dem gestochen scharfen Display ergibt sich ein rundes Gesamtbild.

Schade: Ganz ohne PS5 funktioniert die Sache noch nicht. Nach einem probeweisen Zurücksetzen von PS Portal musste ich bei der Neueinrichtung eine Konsole zum Koppeln angeben, sonst kam ich nicht weiter. Ob das eine technische Notwendigkeit oder nur eine künstliche Hürde von Sony ist, die man vielleicht doch irgendwie umgehen kann – unklar.

Das neue Menü für Cloud-Gaming auf der Playstation Portal (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 1/6: Das neue Menü für Cloud-Gaming auf der Playstation Portal (Bild: Steinlechner / Golem)
Wenn wir in einem Spiel die Playstation-Taste drücken, haben wir die links sichtbaren Optionen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 2/6: Wenn wir in einem Spiel die Playstation-Taste drücken, haben wir die links sichtbaren Optionen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Der Kalalog von PS Plus ist auch recht umfangreich. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 3/6: Der Kalalog von PS Plus ist auch recht umfangreich. (Bild: Steinlechner / Golem)
Nur bei Mafia hätten wir noch mal ganz neu anfangen müssen ... (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 4/6: Nur bei Mafia hätten wir noch mal ganz neu anfangen müssen ... (Bild: Steinlechner / Golem)
Nach dem Reset wären wir ohne PS5 hier nicht weitergekommen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 5/6: Nach dem Reset wären wir ohne PS5 hier nicht weitergekommen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Neue Spiele kaufen wir auf dem Smartphone, der QR-Code schickt uns direkt auf die Spieleseite. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 6/6: Neue Spiele kaufen wir auf dem Smartphone, der QR-Code schickt uns direkt auf die Spieleseite. (Bild: Steinlechner / Golem)

Was per Spielestreaming ebenfalls nicht funktioniert, sind Medien-Apps wie Youtube oder Netflix. Auch ein Zugriff auf irgendeine Art von PS5-Hauptmenü wie beim Remote Play ist nicht vorgesehen.

Unklar ist zudem, wie stabil das Ganze über Hotel- oder Flughafen-WLANs läuft. Da viele Netzwerke Anmeldebildschirme nutzen, könnte es dort Schwierigkeiten geben. Im Zweifel hilft wohl nur ein Hotspot übers Smartphone.

Bei der Speicherstandsynchronisierung lief im Test fast alles problemlos. Ich konnte in mehreren Spielen genau dort weitermachen, wo ich auf der PS5 aufgehört hatte. Nur bei Mafia – The Old Country musste ich neu anfangen, hier wurde der Fortschritt offenbar nicht übernommen.

Playstation Portal kostet rund 220 Euro, für das Cloud-Streaming ist ein Abo von Playstation Plus Premium nötig (17 Euro im Monat, längere Laufzeiten sind günstiger). Sony empfiehlt für flüssiges Spielen eine Internetverbindung mit mindestens 5 MBit/s, ideal sind 15 MBit/s oder mehr.

Fazit

Fantastisch! Wenn das WLAN stimmt, läuft das Cloud-Streaming auf dem PS Portal flüssig, reaktionsschnell und optisch überzeugend. Die neue Firmware macht aus einem Zubehör ein eigenständiges Handheld – leicht, handlich und perfekt für unterwegs.

Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass mobiles Spielestreaming unkompliziert ohne nennenswerte Einschränkungen bei hochwertigen Games einfach funktioniert – und Spaß macht.

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  • 06. November 2025 um 15:36

Anzeige: Macbook, iPhone, iPad - Black-Friday-Deals bei Back Market

Von Simon Krebs
Der November ist der Monat der Schnäppchen. Bei Back Market sind refurbished Produkte von Apple wie iPhone, iPad und Macbook stark reduziert.
Apple-Produkte zu Black Friday Preisen bei Back Market (Bild: Back Market/Apple/Golem)
Apple-Produkte zu Black Friday Preisen bei Back Market Bild: Back Market/Apple/Golem

Am letzten Freitag im November ist Black Friday. Mittlerweile sind viele Händler jedoch dazu übergegangen, den Zeitraum der Schnäppchen deutlich auszudehnen. Beim Händler Back Market, der wiederaufbereitete Produkte (refurbished) anbietet, wodurch Ressourcen gespart werden und Kunden viel Geld sparen können, können sich Interessenten jetzt schon Angebote zum Black Friday sichern. Besonders spannend sind diverse Produkte von Apple, darunter Macbooks, iPads und iPhones.

Apple iPad (2025) über 90 Euro günstiger bei Back Market

Das Apple iPad aus dem aktuellen Jahr mit einem 11 Zoll großen Liquid Retina Display ist bei Back Market als wiederaufbereitete Variante erhältlich. Es bietet mit einer Auflösung von 2.360 x 1.640 Pixeln gestochen scharfe Bilder, die durch True Tone und den großen P3-Farbraum besonders realistisch wirken. Angetrieben wird das Tablet vom Apple-A16-Bionic-Chip, der mit einer 6-kernigen CPU sowie einer 5-kernigen GPU schnell arbeitet, anspruchsvolle Prozesse zügig startet und erledigt und auch vor Multitasking nicht zurückschreckt.

Das iPad eignet sich für viele verschiedene Anwendungszwecke, egal ob beruflich oder privat. Auf der Vorderseite ist eine Ultraweitwinkelkamera mit Folgemodus und 12 Megapixeln (MP) verbaut. Dadurch können Nutzer sich vor der Kamera bewegen und trotzdem im Fokus bleiben. Auf der Rückseite befindet sich eine Weitwinkelkamera mit ebenfalls 12 MP. Wer auf dem iPad einen Film oder eine Serie schauen will, profitiert von den Stereo-Lautsprechern im Querformat. Soll das Tablet auch zum Arbeiten genutzt werden, bietet sich ein Apple Pencil USB-C zum Navigieren und Anfertigen von Skizzen oder Notizen an. Dieser muss allerdings extra geordert werden und liegt der Lieferung nicht bei.

Apple iPad (2025) für 307 Euro sichern

Bei Back Market ist das aktuelle Apple iPad refurbished mit 4 GByte RAM und 128 GByte internem Speicher für nur 307 Euro erhältlich, womit es über 90 Euro unter dem Neupreis von 399 Euro liegt. Käufer bei Back Market sind sehr zufrieden und geben dem iPad durchschnittlich 4,7 von 5 Sternen. Da sich die Preise jederzeit wieder ändern können, sollten Interessenten nicht mehr lange warten und schnell zuschlagen.

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Black Friday Deals von Apple bei Back Market

Das iPhone 16 aus dem vergangenen Jahr mit 128 GByte internem Speicher können sich Interessenten refurbished bereits ab 602 Euro sichern. Wer einen neuen Akku, mehr Speicherplatz oder ein Gerät in einem noch besseren Zustand wünscht, bekommt dies gegen einen Aufpreis.

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iPhone 16

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Ein Macbook Pro von 2023 mit dem M3 Pro und einer Größe von 14 Zoll gibt es ebenfalls im Rahmen der Black Friday Deals. Der Chip verfügt über eine 12-kernige CPU sowie eine 18-kernige GPU. Das Gerät arbeitet dank der verbauten 36 GByte RAM besonders zügig. Für persönliche Daten stehen 512 GByte interner Speicher zur Verfügung. Käufer können verglichen mit dem Neupreis 1.650 Euro sparen und zahlen nur noch 1.579 Euro.

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MacBook Pro (14", 2023, M3 series) - QWERTZ - Deutsch

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Noch günstiger ist ein Macbook Pro von 2021 mit dem M1 Pro mit 8-kerniger CPU sowie 14-kerniger GPU. Es stehen 16 GByte RAM und 512 GByte interner Speicher bereit. Statt des Neupreises von 2.069 Euro werden nur noch 769 Euro fällig.

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Wer lieber ein Macbook Air nutzen möchte, schaut sich das 13-Zoll-Modell von 2022 mit M2-Chip an. Mit 8 GByte RAM und 512 GByte Speicherplatz kostet es statt des Neupreises von 1.729 Euro jetzt nur noch 786,24 Euro.

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Weitere Black Friday Deals bei Back Market finden sich hier.

Warum refurbished bei Back Market kaufen?

Der Kauf eines refurbished Produkts bei Back Market hat verschiedene Vorteile. Ganz vorne steht natürlich der deutlich geringere Preis, verglichen mit einem fabrikneuen Modell. Der Händler selbst hat sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Durch die Wiederaufbereitung von Geräten werden CO 2 -Emissionen eingespart und der Wasserverbrauch deutlich reduziert. Durch die Wiederverwendung alter Geräte entsteht zudem deutlich weniger Elektroschrott.

Alle Produkte durchlaufen vor ihrem Verkauf eine 25-Punkte-Kontrolle von zertifizierten Experten. So muss ein Akku beispielsweise noch immer mindestens 85 Prozent der ursprünglichen Kapazität erreichen. Zudem sind Geräte auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und alle alten Daten gelöscht. Nach Kauf erhalten Kunden ein 30-tägiges Rückgaberecht sowie eine Garantie von 12 Monaten und bei Bedarf Support.

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  • 06. November 2025 um 15:21

Windows: Oktober-Sicherheitsupdates können Bitlocker-Wiederherstellung auslösen

Von Heise
WIndows-Update-Suche mit

(Bild: heise online / dmk)

Die Sicherheitsupdates vom Oktober-Patchday für Windows können dazu führen, dass die Bitlocker-Wiederherstellung startet.

Die Windows-Sicherheitsupdates, die Microsoft zum Oktober-Patchday [1] verteilt hat, können dazu führen, dass beim Rechnerneustart die Bitlocker-Wiederherstellung gestartet wird. Der Startvorgang ist dann nur mit der Eingabe des Wiederherstellungsschlüssels möglich.

Das hat Microsoft nicht öffentlich in den Windows-Release-Health-Notzien eingeräumt, sondern in nur zahlenden Admins zugänglichen Eintrag im Micosoft-Admin-Center [2] versteckt. Dort schreibt der Hersteller: "Nach der Installation der Windows-Updates, die am oder nach dem 14. Oktober 2025 veröffentlicht wurden (KB5066835), können bei einigen Geräten Probleme beim Neustart oder Start auftreten. Betroffene Geräte starten möglicherweise mit dem BitLocker-Wiederherstellungsbildschirm, sodass Benutzer den Wiederherstellungsschlüssel einmal eingeben müssen. Nach Eingabe des Schlüssels und Neustart des Geräts wird es normal gestartet, ohne dass weitere BitLocker-Eingabeaufforderungen angezeigt werden."

Abhilfe schafft Teil-Deinstallation

Das Unternehmen erklärt weiter: "Das Problem scheint vorrangig Intel-basierte Geräte zu betreffen, die Connected Standby unterstützen – einer Funktion, die den Geräten ermöglicht, auch in einem Stromsparmodus mit dem Netzwerk verbunden zu bleiben". Um das Problem zu lösen, bietet Microsoft einen Known Issues Rollback (KIR) an, also eine Teil-Deinstallation der Windows-Updates. Admins, die das in ihrer Einrichtung umsetzen wollen, sollen dazu den Microsoft-Support kontaktieren [3].

Betroffen sind Microsofts Angaben zufolge alle unterstützten Client-Betriebssysteme: Windows 10 22H2, Windows 11 22H2, 23H2, 24H2 und 25H2. Server zeigen offenbar keine derartigen Probleme. Microsoft gibt an, das Problem noch weiter zu untersuchen.

Wer Windows einsetzt, sollte sicherstellen, eine Kopie des Bitlocker-Wiederherstellungsschlüssels im Zugriff zu haben oder in dem eigenen Microsoft-Konto zu hinterlegen. Insbesondere in Windows-Home-Versionen ist Bitlocker öfter aktiviert, ohne, dass die Nutzerinnen und Nutzer ein Backup angelegt haben. In solchen Situationen laufen Betroffene dann Gefahr, den Zugriff auf ihre Daten auf dem Rechner zu verlieren.

Im Oktober kam es bereits zu weiteren unerwünschten Nebenwirkungen der Sicherheitsupdates und der Update-Vorschauen für Windows [4]. Microsoft berichtete von fehlschlagender Authentifizierung mit Smartcards, nicht funktionierender Maus und Tastatur in der Windows-Wiederherstellungsumgebung oder dem Fehlschlagen des Ladens von IIS-Webseiten von localhost.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11068172

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Patchday-XXL-Microsoft-schliesst-teils-aktiv-attackierte-Schwachstellen-10764876.html
[2] https://admin.cloud.microsoft/Adminportal/Home?source=applauncher#/windowsreleasehealth/:/issue/WI1183025
[3] https://support.serviceshub.microsoft.com/supportforbusiness/onboarding
[4] https://www.heise.de/news/Windows-Updates-Probleme-nach-dem-Patchday-10778683.html
[5] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:dmk@heise.de

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  • 06. November 2025 um 13:57

Bundestag: Koalition einigt sich bei NIS2-Richtlinien-Umsetzung

Von Heise
Strommasten in Bremen

Strommasten in Bremen

(Bild: Andreas Wilkens/ heise medien)

Unions- und SPD-Fraktion haben sich nach intensiven Verhandlungen bei der Überarbeitung der Cybersicherheitsvorgaben für Kritische Infrastrukturen geeinigt.

Mitglieder der Unions- und SPD-Fraktion haben sich bei der Überarbeitung der Cybersicherheitsvorgaben für Kritische Infrastrukturen geeinigt. Kurz vor Ende kam noch einmal kräftig Bewegung in die Diskussionen zwischen den Beteiligten: Wie genau soll im Fall der Fälle der Betrieb einer betriebskritischen Komponente in den kritischen Anlagen verboten werden können? Bereits heute gibt es im BSI-Gesetz die Möglichkeit, dass der Einsatz kritischer Komponenten vom Bundesinnenministerium untersagt werden kann. Mit der Ausweitung der Betroffenen des dann überarbeiteten BSI-Gesetzes auf voraussichtlich etwa 30.000 Betreiber wird das wesentlich relevanter.

Künftig sollen in einer Kabinettsverordnung die jeweils als kritisch erachteten Komponenten aufgelistet werden, für die dann ein Verbot möglich wäre, wenn die Hersteller nicht als vertrauenswürdig gelten.

Zugleich wird aber die Reihenfolge geändert: Von einer Ex-Ante, also einer Prüfung im Vorhinein, wird dann auf Ex-Post umgestellt – die Betreiber können auf eigenes Risiko also Komponenten einsetzen, müssen deren Verwendung aber dem BSI anzeigen und im Nachgang bei einem Verbot auch wieder ausbauen. Da die Entscheidung über ein Verbot aber immer auch eine politische Dimension hat, muss dieses von der Hausleitung des Bundesinnenministeriums ausgesprochen werden. Dessen Staatssekretär Hans-Georg Engelke zeigte sich am Mittwochabend auch "ganz zufrieden" mit der gefundenen Lösung.

Telekommunikationsanbieter fürchten Unsicherheit

Insbesondere die Telekommunikationsbranche fordert Planungssicherheit. "Wir brauchen an dieser Stelle Planungssicherheit und nicht ein Wiederaufmachen dieser Thematik im Jahresrhythmus", forderte Telefonica Deutschland-Vorständin Valentina Daiber bei einer Veranstaltung des CDU-nahen Wirtschaftsrats am Mittwoch in Berlin.

Das sei zwar ein absolut legitimer Wunsch, erwiderte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Ihm stehe aber eben eine sich schnell verändernde Welt entgegen. Die Bundesnetzagentur hatte erst am Montag den Entwurf neuer Sicherheitsrichtlinien im Telekommunikationsbereich veröffentlicht [2] – im Vorgriff auf die NIS2-Regelungen.

Er sei zu den Notwendigkeiten mit der Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik Claudia Plattner regelmäßig im Dialog, sagte Müller bei der Veranstaltung: "Das sind keine schönen Gespräche." Tatsächlich dürften die Regelungen vor allem in anderen Kritis-Branchen Auswirkungen haben – der Telekommunikationssektor hat dank der Huawei-Debatte [3] und dem bisherigen §9b BSI-Gesetz bereits vergleichsweise viel Erfahrung.

CISO Bund geht zum BSI

Auf Plattners Behörde kommen nun weitere Aufgaben zu: Die Rolle des "Chief Information Security Officer" (CISO), also des IT-Sicherheitsbeauftragten der Bundesverwaltung, geht nach der Einigung im parlamentarischen Verfahren nun zur Bonner Behörde – dort soll die Stelle angesiedelt werden. Eine weitere relevante Änderung betrifft nicht nur das BSI, sondern auch die anderen nachgeordneten Bundesbehörden: Die sollen zumindest gewisse Sicherheitspflichten künftig auch erfüllen müssen. Eine Forderung, die auch der Bundesrechnungshof erhoben hat [4].

Mit der Einigung im Bundestag wird die Wahrscheinlichkeit von Strafzahlungen an die EU wegen der Nichtumsetzung von EU-Recht deutlich reduziert: Die EU-Kommission hatte zuletzt angekündigt, gegen jene Staaten, die die NIS2-Richtlinie nicht in nationales Recht umgesetzt haben, ein Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten [5]. Bislang haben erst 15 der 27 Mitgliedstaaten die Vorgaben für mehr Cybersicherheit in kritischen Infrastrukturen umgesetzt.

Die Strafe hätte zuständigkeitshalber aus dem Etat des Innenministeriums beglichen werden müssen, das den Entwurf kurz vor der Sommerpause mit einigen offenen Baustellen [6] den Abgeordneten im Bundestag überantwortete. Der soll das Umsetzungsgesetz nach der Einigung aufgrund der vielfältigen Dringlichkeit schnellstmöglich verabschieden – kommende Woche soll das Gesetz den Bundestag passieren.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11068130

Links in diesem Artikel:
[1] https://heise-academy.de/webinare/nis2-umsetzungsgesetz
[2] https://www.heise.de/news/Bundesnetzagentur-verschaerft-Sicherheitsanforderungen-fuer-TK-Anbieter-10995698.html
[3] https://www.heise.de/news/IT-Sicherheitsgesetz-Hohe-Huerde-fuer-Huawei-Ausschluss-vom-Netzausbau-4967768.html
[4] https://www.heise.de/news/NIS2-Umsetzung-Rechnungshof-geht-mit-Regierung-beim-Kritis-Schutz-zu-Gericht-10666605.html
[5] https://www.heise.de/news/NIS2-nicht-umgesetzt-EU-Strafe-fuer-Deutschland-rueckt-einen-Schritt-naeher-10375456.html
[6] https://www.heise.de/news/NIS2-Kabinett-ueberantwortet-Bundestag-offene-Baustellen-10504696.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:wpl@heise.de

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  • 06. November 2025 um 13:31

Sicherheitslücken gefährden PCs mit Dell CloudLink und Command Monitor

Von Heise
Eine Frau drückt einen symbolischen Updateknopf.

(Bild: Alfa Photo/Shutterstock.com)

Patches lösen mehrere Sicherheitsprobleme mit Dell CloudLink und Command Monitor.

Dells Verschlüsselungs- und Key-Managementlösung CloudLink und Command Monitor zum Verwalten von PC-Beständen in Firmen sind verwundbar. Im schlimmsten Fall können Angreifer die volle Kontrolle über Systeme erlangen.

Feindliche Übernahme

In einem Beitrag führen die Entwickler aus [1], dass CloudLink unter anderem über zwei als "kritisch" eingestufte Sicherheitslücken (CVE-2025-45378, CVE-2025-46364) attackierbar ist. In beiden Fällen kann ein Angreifer PCs vollständig kompromittieren. Dafür muss er aber über nicht näher ausgeführte Rechte verfügen.

In den anderen Fällen ist unter anderem Zugriff auf sensible Informationen möglich. Angreifer können aber auch DoS-Zustände herbeiführen. Die verbleibenden Sicherheitslücken sind mit dem Bedrohungsgrad "hoch" (CVE-2025-30479, CVE-2025-45379) und "mittel" (CVE-2025-46365, CVE-2025-46366, CVE-2025-46424) eingestuft. Weitere Lücken betreffen die OpenSSH-Komponente (CVE-2025-26465 "mittel", CVE-2025-26466 "mittel"). Daran können Angreifer etwa für eine DoS-Attacke ansetzen.

Die Entwickler versichern, die Schwachstellen in den CloudLink-Ausgaben 8.1.1 und 8.2 gelöst zu haben. Alle vorigen Versionen sollen angreifbar sein. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Lücken bereits ausnutzen. Admins sollten trotzdem zeitnah handeln.

Durch das erfolgreiche Ausnutzen der Schwachstelle (CVE-2025-46990 "hoch") in Command Monitor können sich Angreifer, die bereits über niedrige Nutzerrechte verfügen, hochstufen. Wie solche Attacken im Detail ablaufen könnten, ist bislang nicht bekannt.

In einer Warnmeldung [2] listen die Entwickler die dagegen geschützte Ausgabe 10.12.3.28 auf.

Erst kürzlich wurde die Datenintegrationsplattform IBM InfoSphere Information Server [3] gegen mögliche Attacken abgesichert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11067491

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.dell.com/support/kbdoc/en-us/000384363/dsa-2025-374-security-update-for-dell-cloudlink-multiple-security-vulnerabilities
[2] https://www.dell.com/support/kbdoc/en-us/000384947/dsa-2025-414
[3] https://www.heise.de/news/Sicherheitspatch-IBM-InfoSphere-Information-Server-fuer-DoS-Attacken-anfaellig-11050114.html
[4] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:des@heise.de

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  • 06. November 2025 um 10:29

Störungsmeldung vom 05.11.2025 17:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
05.11.2025 17:00
Region
München (089)
Provider
1&1
Zugangsart
VDSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 05. November 2025 um 17:00

Für eine Milliarde US-Dollar im Jahr: Siri kriegt wohl ein Google-Gemini-Herz

Von Heise
Siri auf verschiedenen Geräten

Siri auf verschiedenen Geräten: Gelingt Apple ein KI-Befreiungsschlag dank Google?

(Bild: Apple)

Eine kommende LLM-Sprachassistenz von Apple kriegt ein Google-KI-Modell, heißt es in einem Bericht. Umsonst ist das nicht.

Dass Apple nicht auf eigene KI-Modelle für eine intelligentere Sprachassistentin Siri [1] setzen wird, wurde bereits seit Längerem kolportiert. Nun scheint sich der iPhone-Hersteller tatsächlich mit Google geeinigt zu haben, diesen Schritt zu gehen. Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg [2] vom Mittwochabend soll ein entsprechender Deal "nahezu" in trockenen Tüchern sein. Daran erstaunen vor allem die Kosten: Apple ist demnach bereit, für den Zugriff auf Googles Gemini-Modelle "rund eine Milliarde US-Dollar im Jahr" zu bezahlen.

Gut verstecktes Gemini

Der Betrag ist allerdings deutlich geringer als die Einnahmen, die Apple derzeit von Google für einen Werbedeal im Browser Safari generiert: Hier sind es nach Gerichtsdokumenten gut 20 Milliarden Dollar [3] im Jahr. Ob es zu einer Verrechnung kommt oder Apple tatsächlich Bargeld in die Hand nimmt, bleibt unklar. Apple hat nicht vor, öffentlich mitzuteilen, dass Gemini in einer Sprachmodell-basierten Siri ("LLM-Siri") stecken wird. Stattdessen soll Google ein "Technikanbieter hinter den Kulissen" sein.

Die öffentlich sichtbare Einbindung von Gemini [4] (und vermutlich weiteren Modellen wie Claude von Anthropic) in iOS, iPadOS und macOS ist darüber hinaus weiterhin vorgesehen – via MCP beziehungsweise Betriebssystemschnittstellen [5]. Aktuell kann man ChatGPT via Siri (und Apple-Intelligence-Funktionen) befragen, muss dies der Sprachassistenz / dem Betriebssystem aber extra mitteilen. Der nun geplante Deal wird Gemini "nur" im Hintergrund nutzen, um Siri endlich in die KI-Moderne zu holen.

Apple hofft noch auf eigene Technik

Apple soll lange daran gearbeitet haben, seine eigenen KI-Modelle fit zu machen, ist daran aber offenbar zunächst gescheitert. Zwischenzeitlich galt auch Anthropics Claude als Kandidat für Siri [6], doch Gemini soll sich durchgesetzt haben. Dennoch ist die Google-Technik nur als "Interimslösung" vorgesehen, hofft man bei Apple – "bis die eigenen Modelle mächtig genug sind", schreibt Bloomberg. Eine Umsetzung ist angeblich bereits fürs Frühjahr geplant – dann sollte Apple bereits eine neue, kontextsensitive Siri [7] ausliefern. Ob LLM-Siri und letztere gleichzeitig erscheinen, ist offenbar noch nicht geklärt.

Apple selbst arbeitet in seiner angeschlagenen KI-Abteilung [8] an einem Modell mit einer Billion Parametern (Messzahl zur Komplexität), das in der Cloud [9] abgelegt werden soll. Googles für Siri vorgesehenes Gemini-Modell soll "ultramächtig" sein, bis zu 1,2 Billionen Parameter aufweisen und ebenfalls in Apples Private-Cloud-Compute-Rechenzentren (PCC) laufen. Es soll ein "Custom Model" sein. Aktuell erreichen Apples aktuelle Modelle nur 150 Milliarden Parameter, wenn sie in der Cloud laufen. Apples Führungskräfte glaubten, dass sie ein ähnliches Qualitätsniveau wie das maßgeschneiderte Google-Angebot erreichen könnten, hieß es weiter. Doch auch Google verbessere Gemini weiter. Es sei also unklar, ob Apple einen derartigen Rückstand einholen kann.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11067255

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Neue-Siri-Wie-viel-Google-steckt-in-Apples-neuer-Assistentin-10966245.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-05/apple-plans-to-use-1-2-trillion-parameter-google-gemini-model-to-power-new-siri
[3] https://www.heise.de/news/20-Milliarden-US-Dollar-im-Jahr-Google-Suchdeal-mit-Apple-kann-weiterlaufen-10630033.html
[4] https://www.heise.de/news/Deal-noch-dieses-Jahr-Alphabet-hofft-auf-Gemini-in-iOS-10369292.html
[5] https://www.heise.de/news/KI-fuer-iOS-MCP-fuer-Apple-Intelligence-im-Anflug-10669187.html
[6] https://www.heise.de/news/Siri-Kehrtwende-Apple-liebaeugelt-angeblich-mit-Anthropics-KI-Modell-10466925.html
[7] https://www.heise.de/news/Apple-Softwarechef-Kontextsensitive-Siri-war-keine-Vaporware-10440967.html
[8] https://www.heise.de/news/Apple-verliert-nun-auch-KI-Suchechef-erneut-an-Meta-10773770.html
[9] https://www.heise.de/news/Apples-KI-Server-made-in-USA-fertig-10900087.html
[10] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[11] https://www.heise.de/mac-and-i
[12] mailto:bsc@heise.de

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  • 06. November 2025 um 11:00

Apple reicht iOS 18.7.2 und iPadOS 18.7.2 nach – Sicherheitsfixes

Von Heise
iOS-18-Übersicht

iOS 18.

(Bild: Apple)

Apple hat mit iOS 18.7.2 und iPadOS 18.7.2 nun Sicherheitsupdates für die älteren Versionen publiziert. Offenbar werden nicht alle Lücken aus iOS 26.1 gestopft.

Apple hat am Mittwochabend, drei Tage nach der Veröffentlichung von iOS und iPadOS 26.1 [1] mit zahlreichen sicherheitsrelevanten Fehlerbehebungen, auch iOS 18.7.2 und iPadOS 18.7.2 zum Download bereitgestellt. Beide Aktualisierungen hatten bereits den Release-Candidate-Zyklus durchlaufen, wurden von dem Hersteller dann aber zunächst gestoppt. Entsprechend waren drei Tage lang bereits bekannte Lücken in iOS 18 ungepatcht. Funktionale Verbesserungen kommen mit iOS 18.7.2 und iPadOS 18.7.2 nicht auf die Geräte. Stattdessen werden "wichtige Security-Fixes" verteilt, die "für alle Nutzer empfohlen" sind.

Weniger Fixes als in iOS 26

Laut Release-Information wurden Fehler in insgesamt 29 Bereichen behoben [2], zudem werden drei weitere Lücken erwähnt, die Apple aber bislang nicht näher ausführt ("Additional recogntion"). Die gestopften Lücken reichen vom App Store (Fingerprinting-Möglichkeit für Angreifer) über CloudKit (Sandbox-Ausbruch) und Kernel (Systemabsturz möglich) bis hin zu Model I/O (Denial of Service) und Safari (diverse WebKit-Bugs). Remote-Exploits führt Apple nicht auf, bereits (bekanntermaßen) ausgenutzt wird offenbar keine der Lücken.

Wie üblich gilt, dass Apple nicht alle Bugs behebt, die im neueren iOS 26.1 und iPadOS 26.1 angegangen wurden. Wie der Konzern bestimmt, welche Lücken offenbleiben, ist unbekannt. In manchen Fällen dürften Bugs nur in iOS 26 und iPadOS 26 gesteckt haben, aber auch hier gibt es vom iPhone-Hersteller keine Transparenz. Apple hatte bereits 2022 eingeräumt, dass nur das jeweils aktuelle Betriebssystem alle bekannten Sicherheitslücken [3] fixt.

Verzögerung bei iOS 18

Zum Vergleich: iOS 26.1 und iPadOS 26.1 enthalten insgesamt 45 sicherheitsrelevante Verbesserungen, plus 16 weitere Patches, die Apple (leider) nicht näher ausführt. Aufgrund der großen Designänderungen in iOS 26 mit Liquid-Glass-Oberfläche [4] dürften in diesem Jahr mehr User zunächst auf der alten Version verblieben sein – umso unschöner war es, dass die Patches für iOS und iPadOS 18 verzögert wurden.

Nutzer sollten sie jetzt so schnell wie möglich einspielen. iOS 17 versorgt Apple schon seit dem vergangenen Jahr nicht mehr mit Patches. iOS 16 wird wiederum nur bei schwerwiegenden Fehlern angefasst – zuletzt im September 2025.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/iOS-26-1-Co-Apple-aktualisiert-die-Liquid-Glass-Systeme-10989024.html
[2] https://support.apple.com/en-us/125633
[3] https://www.heise.de/news/Apple-raeumt-ein-Nur-aktuelles-macOS-stopft-alle-bekannten-Sicherheitsluecken-7324991.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Liquid-Glass-Apples-neue-Oberflaeche-fuer-iOS-26-macOS-26-und-Co-im-Detail-10487350.html
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
[7] mailto:bsc@heise.de

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  • 06. November 2025 um 10:25

Google Maps: Gemini navigiert via Sprache

Von Heise
Icon von Google Maps auf einem iPhone

(Bild: Mino Surkala / Shutterstock)

Wo ist...? Wo muss ich lang? Wo bin ich? Diese und weitere Fragen beantwortet in Google Maps künftig Gemini via Sprache.

Gemini hilft künftig auch beim Navigieren – und das via Sprachausgabe. Dafür zieht das KI-Modell beziehungsweise der gleichnamige Chatbot mit einem Update in Google Maps ein. Google möchte, dass man "freihändig im Dialog" durch die Straßen ziehen kann, "ohne die Augen von der Straße zu nehmen".

Wie bereits bekannt, hält Google Maps bei Bedarf allerlei Informationen parat. Dazu kann gehören, wo sich die nächste Ladestation für E-Autos befindet oder ein Geldautomat. Der Kartendienst kennt aber dank der aktiven Nutzer, die Fotos hochladen, auch die Speisekarten von Restaurants und Öffnungszeiten von Museen, wenn diese sie eintragen. "Dank Gemini und dem Wissensschatz von Google Maps ist es jetzt einfacher, Dinge während der Fahrt zu erledigen", steht im Blogbeitrag von Google [1].

Gemeint ist tatsächlich, dass man im Sprachmodus etwa während einer Autofahrt nach einem Restaurant entlang der Route suchen kann. Auch die Strecke selbst lässt sich daraufhin anpassen.

Google sammelt auch Daten zur aktuellen Verkehrslage. Dafür werden mehrere Informationsquellen zusammengetragen, beispielsweise die Daten von Smartphones. Wer Google Maps einen Stau oder eine Verkehrsstörung mitteilen wollte, musste bisher tippen. Das ist schwierig bei der Fahrt. Nun kann man dem KI-Chatbot sagen: "Ich sehe einen Unfall" oder "Vor uns scheint es ein Hindernis auf der Straße zu geben." Diese Information gibt Google dann auch an andere Autofahrer weiter.

Zunächst zieht Gemini in die Navigation auf Android- und iOS-Geräten ein. Android Auto soll demnächst folgen.

Gemini agiert Dienste-übergreifend

In den USA lässt sich das, was man mit Gemini in Google Maps bespricht, auch gleich mit anderen Diensten verknüpfen. Der Besuch des Restaurants auf der Strecke wird auf Wunsch in den Kalender eingetragen.

Neu ist dort auch, dass man sich neben der Entfernung sagen lassen kann, welches Gebäude etwa an der Straßenecke ist, an der man abbiegen muss. Auch auf Sehenswürdigkeiten kann Google Maps aufmerksam machen. Dafür gibt es eine neue Verbindung mit Street View.

​Zuletzt hatte Google angekündigt, dass [2]Gemini Bewertungen von Google Maps zusammenfassen kann, damit man diese nicht mehr einzeln lesen muss. Die Routenplanung mittels Sprache war bereits angekündigt, allerdings hatte Google gesagt, gab es noch regulatorische Hürden. Die scheinen jetzt genommen worden zu sein.


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https://www.heise.de/-11067371

Links in diesem Artikel:
[1] https://blog.google/intl/de-de/produkte/suchen-entdecken/gemini-in-google-maps/
[2] https://www.heise.de/news/Mehr-KI-fuer-Google-Maps-Gemini-kuratiert-Inhalte-10001319.html
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[4] mailto:emw@heise.de

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  • 06. November 2025 um 09:02

dstask 1.0: Git-basierter Task-Manager jetzt auch für Windows

Von Heise
Rolodex, aus dem die Karten wegfliegen, grüner Hintergrund

(Bild: heise medien)

Der terminalbasierte Task-Manager dstask hat Version 1.0 erreicht. Die wichtigste Neuerung: Entwickler können das Tool nun auch unter Windows nutzen.

Nach sieben Jahren Entwicklung hat der Open-Source-Task-Manager Version 1.0 erreicht. Hauptentwickler Naggie deklariert das Projekt als "feature complete" und dankt der Community für die langjährige Unterstützung. Die wichtigste Neuerung des Releases ist ein Windows-Port, der dstask nun auch für Entwickler auf Microsofts Betriebssystem zugänglich macht.

dstask richtet sich an Nutzer, die ihre Aufgaben direkt im Terminal verwalten möchten. Das besondere Merkmal des Tools: Es nutzt Git zur Synchronisation von Tasks über mehrere Geräte hinweg. Jede Aufgabe wird als Markdown-Datei gespeichert und versioniert, was insbesondere für Entwickler praktisch ist. Die Synchronisation erfolgt über beliebige Git-Repositories – egal ob selbst gehostet oder über Dienste wie GitHub.

Version 1.0 bringt neben dem Windows-Support mehrere Usability-Verbesserungen. So lassen sich nun Argumente in der EDITOR-Umgebungsvariable verwenden, was die Integration in individuelle Workflows erleichtert. Die Entwickler haben zudem die farbliche Darstellung von Tasks überarbeitet: Gestartete Aufgaben werden jetzt je nach Priorität eingefärbt, während erledigte überfällige Tasks ihre Standard-Farbe behalten. Ein weiterer Bugfix behebt abgeschnittene Ansichten beim Befehl show-open.

Schlanke Alternative zu GUI-Task-Managern

Im Vergleich zu ausgewachsenen Projektmanagement-Paketen wie Redmine oder OpenProject setzt dstask auf Minimalismus und Geschwindigkeit. Nutzer können das Tool mit wenigen Handgriffen installieren und es läuft selbst auf schwachbrüstiger Hardware flüssig.

Im aktuellen Vergleich schlanker Open-Source-Task-Manager [1] trat neben dstask auch Taskwarrior an, das ebenfalls vollständig auf der Kommandozeile arbeitet. dstask unterscheidet sich von diesem primär durch seine Git-Integration, die etablierte Entwickler-Workflows nutzt, statt eigene Sync-Mechanismen zu implementieren. Allerdings fehlen dstask Features wie Kanban-Boards oder Gantt-Diagramme, die viele andere Tools aus dem Vergleich bieten.

Die vollständigen Release-Notes mit allen Änderungen finden sich im offiziellen GitHub-Repository [2]. dstask steht unter Open-Source-Lizenz und lässt sich über verschiedene Paketmanager installieren.


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https://www.heise.de/-11067643

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Projektverwaltung-Open-Source-Task-Manager-im-Vergleich-10672008.html
[2] https://github.com/naggie/dstask/releases/tag/1.0
[3] https://www.heise.de/ix
[4] mailto:fo@heise.de

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  • 06. November 2025 um 11:34
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