Nicht nur die Corona-Infektionen nehmen zu. Im Herbst und Winter ist auch Grippezeit.
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Einen Gang zurückschalten: Zurzeit haben wieder Erkältung und Grippe viele Menschen im Griff. Symbolfoto: dpa
Ende der epidemischen Lage: Das sagen Vogelsberger Mediziner und Politiker
Von Benjamin Gössl — 30. Oktober 2021 um 00:00
Im Vogelsbergkreis haben derzeit 22 798 Personen zwei Impfungen bei Hausärzten erhalten, 2987 Vogelsberger wurden mit dem Einmal-Impfstoff von Johnsen & Johnsen geimpft, 621 Vogelsberger haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Daten vom Stand 24. Oktober stammen von der Kassenärztlichen Vereinigung und werden unter anderem auf der Homepage des Hessischen Sozialministeriums veröffentlicht. Laut Angaben des Kreises, die auf den Daten bis einschließlich 17. Oktober basieren, verteilen sich die Impfungen wie folgt: Erstimpfungen 59,37 Prozent, vollständige Impfungen 63,3 Prozent, Dritt- bzw. Auffrischungsimpfungen 1,82 Prozent.
Architekt Alexander Felde, TÜV-Geschäftsführer Henning Stricker und der Bereichsleiter Facility Management TÜV Hessen Marcus Beschnitt befüllen gemeinsam die Zeitkapsel (von links).
(Foto: Lucas Schwarzburg)
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ALSFELD - Der TÜV modernisiert sein Service-Center in Alsfeld und baut in der Grünberger Straße 76 eine neue Prüfanlage. Aus diesem Anlass hat am Donnerstag eine feierliche Grundsteinlegung mit geladenen Gästen und dem Versenken einer Zeitkapsel stattgefunden.
Unter anderem begrüßte der Geschäftsführer des TÜV Hessen Henning Stricker den Ersten Stadtrat Berthold Rinner (CDU) für die Stadt Alsfeld und den Kreisbeigeordneten Hans-Jürgen Herbst (SPD) für den Landkreis. Der TÜV investiere in Alsfeld, auch wenn das natürlich kein Vergleich zu dem Vorhaben der DHL sei, betonte Stricker während seiner kurzen Rede. Mit einer Investition von rund 2,5 Millionen Euro werde die Beschäftigung der ortsansässigen Mitarbeiter gesichert, „die hier einen wunderbaren Job Vorort machen“. Die Aufgabe des TÜV sei es, die Sicherheit im Straßenverkehr sicherzustellen. Das gelte sowohl für die Abnahme der theoretischen Führerscheinprüfung als auch der Überprüfung und Straßenzulassung der Fahrzeuge. Neben der Hauptuntersuchung werde durch die Abgasuntersuchung auch ein Beitrag für den Umweltschutz geleistet. „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Stricker über die Zeit zur Antragstellung des Neubaus bis hin zur Genehmigung und dem Start der Bauarbeiten.
Nach der kurzen Ansprache von Stricker wurde eine Zeitkapsel mit einer Oberhessischen Zeitung und unterschriebenen Urkunden des TÜV in einer Mauer versenkt.
Der TÜV Hessen ist seit dem Jahr 1964 am Standort in Alsfeld vertreten. Nach über 50 Jahren hat nun der Abriss des alten Gebäudes stattgefunden, an dessen Stelle der Neubau errichtet wird. Dieser soll im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein. In der Zwischenzeit finden aber weiterhin sämtliche Service-Angebote wie Hauptuntersuchungen oder theoretische Fahrerlaubnisprüfungen statt. Diese werden in einem provisorisch errichteten Prüfgebäude durchgeführt. Während der kompletten Bauzeit bleiben auch die Öffnungszeiten unverändert.
Um Wartezeiten zu vermeiden, empfiehlt der TÜV eine vorherige Terminvereinbarung für die Hauptuntersuchung. Dies ist telefonisch unter der Nummer 0800/2727270 oder online unter www.tuev-hessen.de/wunschtermin möglich.
*geschrieben von OZ-Schülerpraktikant Lucas Schwarzburg
"Der Neonazi war nicht durch Aktivität aufgefallen"
Von Christoph Cuntz — 30. Oktober 2021 um 00:00
Samstag,
30.10.2021 - 00:00
2 min
Ein Untersuchungsausschuss will klären, warum der Lübcke-Mörder Stephan Ernst vom Radar genommen wurde. Der war ein gewaltbereiter Rechtsextremist.
Von Christoph Cuntz
Redakteur Politik
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Aussage von Staatsschutz-Mitarbeiter im Lübcke-U-Ausschuss
29. Oktober 2021 um 00:00
Für die Polizei in Nordhessen trat Stephan Ernst in den Jahren vor dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke offenbar nicht besonders in Erscheinung. Er sei meist nur sporadisch durch die Teilnahme an rechten Veranstaltungen aufgefallen, berichtet ein Zeuge im Untersuchungsausschuss.
Ein Stapel Gerichtsakten. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild (Bild: dpa)
(Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild)
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Wiesbaden - Kriminalbeamte des Polizeipräsidiums Nordhessen hatten Stephan Ernst vor dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke «nicht besonders auf dem Schirm». Das sagte der ehemalige stellvertretende Leiter der dortigen Staatsschutzabteilung am Freitag in Wiesbaden im Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag. Die Aussage des Zeugen bezog sich auf den Zeitraum seiner Tätigkeit von November 2009 bis Juli 2015.
Ernst sei ihm zwar «gelegentlich untergekommen in der Zeit», sagte der 58-Jährige weiter. Als dieser aber nach der Tötung des Regierungspräsidenten ins Zentrum der Ermittlungen kam, habe er einige Jahre später erst nachschauen müssen, um wen genau es sich handelte. In Erscheinung getreten seien Ernst und auch Markus H. meist nur «sporadisch» durch Teilnahme an rechten Veranstaltungen. Bei derartigen Treffen seien die beiden aber nicht durch Straftaten in Erscheinung getreten.
Markus H. wurde wegen Beihilfe im Fall Lübcke angeklagt, letztlich aber nur wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt - ein Urteil, gegen das er Revision einlegte.
Stephan Ernst sei in ihrer Zeit nicht Gegenstand der Arbeit gewesen, sagte die ehemalige Dezernatsleiterin des Landesamtes für Verfassungsschutz. Die zweite Zeugin im Ausschuss hatte von Oktober 2011 bis Januar 2015 im Bereich der Auswertung von Rechtsextremismus gearbeitet. Weder in Form einer aktuellen «Bearbeitung» noch wegen einer «Wiedervorlage» hätten sich die Verfassungsschützer in ihrem Dezernat mit Ernst beschäftigt.
«Die Informationslage war nicht so zufriedenstellend gewesen, dass man einen vollen Überblick über die Szene in Nordhessen gehabt hätte», sagte sie mit Blick auf die Überwachung der rechten Szene in der Region. «Einen besseren oder überhaupt einen Zugang» habe man sich gewünscht. Zu ihrer Zeit habe der Verfassungsschutz 140 gewaltbereite, rechtsextreme Personen in Nordhessen registriert. Sechs Zusammenschlüsse in «vertiefter besonderer Zusammenarbeit» habe es gegeben. In keinem seien Ernst und Markus H. in Erscheinung getreten. Lediglich Markus H. sei als «Aktivist in der rechten Szene» eingestuft gewesen.
Der Untersuchungsausschuss soll die Rolle der hessischen Sicherheitsbehörden in dem Mordfall aufarbeiten. Der Regierungspräsident war 2019 getötet worden. Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilte Ernst Ende Januar 2021 wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Deutsche den CDU-Politiker aus rechtsextremen Motiven erschossen hatte.
Aktivisten verschiedener Initiativen malen vor dem ehemaligen EZB-Gebäude in der Innenstadt von Frankfurt ein riesiges Bild auf den Asphalt. Foto: Boris Roessler/dpa (Bild: dpa)
(Foto: Boris Roessler/dpa)
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Frankfurt - Mit einem riesigen Bodengemälde haben Aktivisten verschiedener Initiativen in Frankfurt gegen die Klimapolitik von Banken protestiert. Vor dem ehemaligen EZB-Gebäude in der Innenstadt malten sie am Freitag ein etwa 300 Quadratmeter großes Bild mit dem Schriftzug «Stop funding fossil fuels». Sie verleihen mit der Aktion ihrer Forderung Ausdruck, dass Banken nicht länger die Kohle-, Öl- und Gasindustrie unterstützen und finanzieren sollten. Anlass dafür war der Weltspartag. Die Initiatoren hatten in etwa 25 deutschen Städten Proteste angekündigt.
In Ulrichstein-Wohnfeld wurde die Feuerwehr am späten Freitagabend zu einem Kellerbrand gerufen. Niemand wurde verletzt.
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Am Freitagnachmittag meldete die Leitstelle des Vogelsbergkreises einen Gebäudebrand im Ulrichsteiner Stadtteil Wohnfeld. Rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr machen sich auf dem Weg. Auch Polizei und Rettungsdienst waren vor Ort. Bei Eintreffen der Feuerwehr drang starker Rauch aus dem Keller. "Gemeldet war außerdem eine vermisste Person, aber das hatte sich dann glücklicherweise doch nicht bewahrheitet", erklärte Stadtbrandinspektor Andreas Hädicke nach dem Einsatz. Mit zwei Trupps unter Atemschutz hatte die Feuerwehr zuvor das Gebäude abgesucht und den Brand gelöscht. "Die Brandursache war vermutlich ein Kocher, auf dem sich Kleidungsstücke befunden haben", so Hädicke. Insgesamt 70 Einsatzkräfte aus Ulrichstein waren vor Ort. Auch Nachbarkräfte aus Mücke standen mit einer Drehleiter bereit. (webe)/Foto: Fuldamedia
Die Arbeitlosenquote im Vogelsbergkreis lag im Oktober bei 3,4 Prozent. Demnach waren 1943 Personen erwerbslos gemeldet. Das waren 58 weniger zu September und 308 Personen oder 13,7 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkt auf 3,4 Prozent.
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In der Obergasse in Alsfeld tut sich was. In mehreren leerstehenden Ladengeschäften ist Bewegung.
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Noch herrscht geordnetes Chaos in der Geschäftsfiliale von Textil Sagawe in der Obergasse in Alsfeld. Zum verkaufsoffenen Sonntag aber startet der Verkauf. Foto: Linda Buchhammer
Drittes Quartal: Gewerbesteuereinnahmen über Vorkrisenniveau
29. Oktober 2021 um 00:00
Eurobanknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration (Bild: dpa)
(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration)
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Wiesbaden - Die Gewerbesteuereinnahmen der hessischen Kommunen sind im dritten Quartal 2021 über das Niveau des Vergleichszeitraums vor der Corona-Pandemie gestiegen. Mit 1,49 Milliarden Euro lagen sie 14,4 Prozent höher als im dritten Quartal 2019 und 40,8 Prozent über den Vergleichszahlen 2020, wie das Statistische Landesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Der starke Anstieg von 431,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal sei auch auf einen Basiseffekt zurückzuführen. 2020 sei das Ergebnis aufgrund der starken Pandemie-Einschränkungen schwach ausgefallen, hieß es zu den vorläufigen Zahlen.
Die positive Entwicklung ist dem Landesamt zufolge zum großen Teil auf die Einnahmen von Hessens größter Stadt Frankfurt zurückzuführen. Mit 556 Millionen Euro erzielte die Mainmetropole 37,3 Prozent der hessischen Gewerbesteuereinnahmen. Große Verluste gab es in Wiesbaden (minus 30 Prozent) und Darmstadt (minus 20,3). Fast drei Viertel aller Kommunen konnten ihre Gewerbesteuereinnahmen im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern.
3G oder 2G? Der Zugang zu Veranstaltungen, Lokalen und Einrichtungen ist coronabedingt in Hessen unterschiedlich geregelt. Das sorgt für Ärger.
Eintrittskarte für die Kneipe: Seit es verstärkt die Möglichkeit gibt, unter 2G nur noch Geimpfte und Genesene in der Gastronomie aber auch bei Veranstaltungen reinzulassen, ist dieser Status noch wichtiger geworden. Wer an Corona erkrankt war, gilt sechs Monate lang als „genesen“.
(Foto: dpa)
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HESSEN - Die coronabedingten Zugangsbeschränkungen in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen in Hessen sorgen weiter für Diskussionsstoff. Zwar verzichten bisher viele Betriebe im Einzelhandel und Gastgewerbe auf das 2G-Optionsmodell, das nur Geimpften und Genesenen Zutritt gewährt. Aber auch um die 3G-Regel, die zusätzlich Besuchern und Gästen von Veranstaltungen, Lokalen und Einrichtungen mit aktuellen Corona-Negativtests Zutritt gewährt, gibt es teilweise Konflikte. Eine Übersicht:
Hochschulen
Um in diesem Semester wieder Präsenzveranstaltungen anbieten zu können, arbeiten viele hessische Hochschulen mit der 3G-Regel, die neben Geimpften und Genesenen auch Getesteten Zutritt gewährt. Widerstand dagegen regte sich zuletzt an der Universität Kassel, wo in dieser Woche einige Dutzend Studierende gegen die Beschränkungen auf die Straße gingen. Auch an der Hochschule Fulda wird gelegentlich Kritik laut - größtenteils laufe die 3G-Umsetzung aber gut, sagte eine Sprecherin der Hochschule. In vier Zelten auf dem Gelände können sich die Studierenden dort vor dem Betreten der Gebäude testen lassen, kontrolliert werde das stichprobenartig.
Dagegen setzt die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) auf Abstand und Maskenpflicht statt 3G. Die Hochschule mit ihren 41 eigenen und 19 angemieteten Standorten sei zu weit verteilt, um 3G ausreichend kontrollieren zu können, sagte ein Sprecher. Deshalb halte es die Hochschulleitung für sinnvoller, mit Abstand- und Hygieneregeln zu arbeiten, die von den Lehrenden notfalls auch per Hausrecht durchgesetzt werden könnten.
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Zudem wolle man allen Studierenden die gleichen Bedingungen bieten. Zu Präsenzveranstaltungen können diese sich über ein Online-Tool anmelden. Sind die Veranstaltungen wegen der geltenden Abstandsregeln voll, sei in vielen Fällen eine Teilnahme via Live-Stream oder digitaler Aufzeichnung möglich.
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Gastgewerbe
Ein gemischtes Bild zeigt sich im hessischen Gasgewerbe. Während etwa die Hälfte der Betriebe bisher bei 3G bleibt, wechseln 38 Prozent der Wirte und Hoteliers zwischen den Modellen und lassen etwa bei Veranstaltungen oder an bestimmten Wochentagen nur Geimpfte und Genesene ein, wie eine Umfrage des Branchenverbandes Dehoga Hessen ergab, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zwölf Prozent der Betriebe hingegen setzen allein auf das 2G-Modell. Dazu gehören vor allem Clubs und Diskotheken, in denen Geimpfte und Genesene wieder ohne Maske und Abstand tanzen können. Aber auch kleinere Bars, Kneipen und klassische Restaurants bevorzugten die striktere Variante der Zugangsbeschränkungen, weil ihnen schlicht der Platz fehle, um mit genügend Abstand wirtschaftlich arbeiten zu können, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Julius Wagner.
Gerade Restaurantbetreiber bekämen bei der Entscheidung für das 2G-Optionsmodell teilweise kräftigen Gegenwind zu spüren - von Anfeindungen bis hin zu bewusst negativen Bewertungen im Netz. Dabei seien manche der Verfasser dieser Texte noch nicht einmal wirklich im jeweiligen Lokal zu Gast. "Diese bilden quantitativ zwar die Ausnahme, richten aber Schaden an - sowohl mental bei den Gastronomen als in der medialen Reputation der Betriebe."
Sport
2G, 3G und Platzkapazitäten - auch im Sport ist das ein großes Thema. Die Corona-Vorgaben des Landes sehen bei Veranstaltungen in Hallen jeweils eine 3G-Pflicht vor. Bei den Partien des Basketball-Bundesligisten Fraport Skyliners allerdings gilt beispielsweise die 2G-Regel - mit bestimmten Ausnahmeregeln für Kinder.
Bei den Spielen der Fußball-Bundesliga im Frankfurter Stadion wiederum entscheidet das Gesundheitsamt der Stadt. Das hatte Eintracht Frankfurt vor einigen Tagen grünes Licht gegeben, das Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig an diesem Samstag (30.10.) wieder vor vollen Rängen auszutragen. Bis zu 51.500 Zuschauer dürfen damit in die Arena. Erlaubt sind dabei bis zu 5000 Fußballfans, die nicht geimpft oder genesen, aber negativ getestet sind.
Zudem gilt im Stehplatz-Bereich die 2G-Regel - die Maskenpflicht entfällt hier ebenso wie auf den Sitzplätzen. Dort wiederum wird die 3G-Plus-Regelung angewandt - zugelassen sind somit Genesene, Geimpfte oder Besucher mit einem negativen PCR-Test. Bei Kindern bis einschließlich elf Jahren reicht das Vorzeigen eines Schultestheftes oder eines anderen Antigen-Schnelltestes. Abgesagt wurde hingegen auch in diesem Jahr der Frankfurt Marathon, der eigentlich an diesem Sonntag in der Mainmetropole stattfinden sollte. Der älteste Städtemarathon Deutschlands, bei dem in normalen Zeiten bis zu 25 000 Läufer an den Start gehen, war bereits im Vorjahr ausgefallen. Nun soll stattdessen ein virtueller Lauf stattfinden: Die gelaufene Zeit wird hinterher online im persönlichen Teilnehmerbereich eingetragen.
Handel
Im hessischen Handel wollen einer Umfrage zufolge derzeit 17 Prozent der Betriebe das 2G-Modell umsetzen - und 45 Prozent würden diese Möglichkeit punktuell nutzen, wie der Handelsverband Hessen mitteilte. Damit gehe die Branche "einen weiteren Schritt in Richtung Normalität - aber mit Bedacht", hieß es. Es gehe nicht darum einzelne Personen auszuschließen, sondern bestimmten Branchen mit beratungsintensivem Sortiment eine sichere Beratung, ohne Abstand und ohne Maske zu ermöglichen, betonte der Verband. "Eine dauerhafte 2G-Option für den Lebensmittel- und großflächigen Einzelhandel ist dabei keine realistische Lösung, da dieser die Nahversorgung sichern muss und Zugangskontrollen nicht realisierbar sind."
VOGELSBERGKREIS - (red). Im Vogelsbergkreis wurden seit Oktober 2020 657 Ausbildungsplatzsuchende registriert und beraten. Das waren 51 junge Menschen weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zum Ende des Berichtsjahres im September waren noch 36 Lehrstellensuchende unversorgt. Sie hatten zum Stichtag noch keine Arbeits- oder Ausbildungsstelle oder sonstige Alternative gefunden. Im Vorjahr waren zum Stichtag Ende September 18 Jugendliche mehr unversorgt, berichtet die Arbeitsagentur Gießen in einer Pressemeldung.
Seit Oktober 2020 meldeten Arbeitgeber aus dem Vogelsbergkreis 656 offene Ausbildungsstellen, 84 Stellen weniger im Vergleich zum Vorjahr. Davon waren zum Stichtag Ende September 53 als unbesetzt registriert. Im Vorjahresmonat waren zwei Ausbildungsstellen mehr unbesetzt.
„Für die jungen Menschen, die sich seit Oktober des vergangenen Jahres bei der Berufsberatung zur Beratung und Unterstützung auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle gemeldet haben, war es in vielerlei Hinsicht kein normales Jahr“, kommentiert Michael Beck, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Gießen. „Gerade die Ausbildungssuche stellte die Jugendlichen vor neue Herausforderungen. Praktika zur Berufsfindung wurden kaum angeboten, präferierte Unternehmen meldeten Kurzarbeit an, Vorstellungsgespräche fanden online statt.“ All diese Umstände erzeugten Unsicherheit bei den Lehrstellensuchenden. Ungewissheit und fehlende Planbarkeit herrschte auch bei vielen Betrieben vor. „Dennoch haben sich viele Arbeitgeber dazu entschieden weiterhin Fachkräfte im eigenen Betrieb auszubilden. Ein Großteil der Ausbildungssuchenden konnte ins erste Ausbildungsjahr starten oder bereitet sich auf einen Ausbildungsbeginn im kommenden Jahr vor“, so Beck.
Zum Ende des Berichtsjahres waren noch 354 Jugendliche unversorgt. Für diese jungen Menschen gebe es verschiedene Angebote, darunter die Einstiegsqualifizierung, die auf einen Ausbildungsstart im kommenden Jahr vorbereiten. Auch der weiterführende Schulbesuch, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine Beschäftigung werde als Überbrückung bis zum Ausbildungsbeginn in 2022 genutzt.
Der achte Band der Alsfelder Stadtgeschichte ist nun in einer Auflage von 300 Exemplaren erschienen.
(Foto: Maximilian Gerten)
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ALSFELD - (mge). Bauwerke und Literatur. Das erste Passionsspiel und der erste Bürgermeister. Genuss von Branntwein sowie das Verzapfen von Bier. Diese Geschichten und viele weitere erzählt Stadthistoriker Matthias Nicolai auf 156 Seiten in seinem neuesten Band der „Alsfelder Stadtgeschichte – Jahrestage“.
In diesem bereits achten Teil der Reihe blickt der Autor bis zu 680 Jahre zurück in die Geschichte der Stadt und beschäftigt sich zum Beispiel mit dem Pulverturm, aus dem später einmal das Luthertürmchen werden sollte. Auch der Leonhardsturm spielt im Buch eine Rolle: Hier ging es für Schwerverbrecher einst tief hinab ins dunkelste Verlies Alsfelds. Außerdem beschäftigte den Historiker die Reparaturarbeiten am Liedenteich und einer Auseinandersetzung wegen nicht eingehaltener Versprechen der Branntweinzusage. Der Autor schildert auch die erste Erwähnung eines Bürgermeisters vor 680 Jahren in Alsfeld und schreibt über das Wirken des Alsfelders Konrad Matthäus, der fünf Mal zum Rektor der Philipps Universität in Marburg ernannt worden war. Nicht zuletzt berichtet er über erste Nachweise der Metzger-Zunft.
Die „Illustrierte Alsfelder Statdgeschichte – Jahrestag“ erscheint in einer Auflage von 300 Exemplaren und ist für zehn Euro unter anderem erhältlich in der Buchhandlung Lesenswert am Marktplatz. Auch im Kiosk von Rosi Mück und im Tourist-Center Alsfeld werden Exemplare ausliegen.
Hessen bewegt sich schnell in Richtung Eskalationsstufe
Von Nele Leubner — 29. Oktober 2021 um 00:00
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INZIDENZ
Die Hospitalisierungsinzidenz beschreibt, wie viele Personen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus landesweit neu aufgenommen wurden.
Schwimmende Blumenschau und Burgen: Pläne für die Buga 2029
28. Oktober 2021 um 00:00
Investitionen von vielen Millionen Euro sollen die Bundesgartenschau 2029 im Mittelrheintal zu einem Besuchermagneten machen. Das Land hat konkrete Pläne für die 67 Kilometer zwischen Koblenz, Bingen und Rüdesheim vorgestellt.
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Oberwesel - Schwimmende Blumenschauen, attraktive Burggärten und Rheinbalkone sollen die Menschen zur Bundesgartenschau (Buga) 2029 in das Welterbegebiet Oberes Mittelrheintal ziehen. Das am Donnerstag veröffentlichte Konzept der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz für die Blumenschau zwischen Koblenz, Bingen und Rüdesheim sieht verschiedene Schwerpunkte vor. So sollen Entwicklungsprojekte mehrere Orte langfristig attraktiver machen. Dazu kommen zeitlich begrenzte Attraktionen wie Gärten. Kommunen und Vereine können mit sogenannten Bürgerprojekten eigene Vorhaben umsetzen, gefördert werden diese mit insgesamt 1,2 Millionen Euro, wie die Entwicklungsagentur mitteilte.
Die Planung der Buga soll künftig von Oberwesel aus gesteuert werden. «Wir wollen im Tal agieren und nicht mehr von Mainz aus», sagte ein Sprecher der Buga 2029 gGmbH. «Oberwesel liegt ja recht zentral im Buga-Gebiet.»
Das Budget der Blumenschau liegt bei 108 Millionen Euro. Ziel ist es, 38,7 Millionen Euro Einnahmen zu erwirtschaften.
Der Vater der Blumenschauidee, der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD), nannte es «besonders erfreulich, dass alle 35 Kommunen, die sich mit Flächen für die Buga 2029 beworben haben, bereits Bestandteile der Buga-Planung sind. Das heißt, sie sind mit einer oder mehreren Flächen dabei.» 19 der 35 Kommunen sind dem Konzept zufolge dabei mit kleineren Flächen und Projekten dabei.
Das Obere Mittelrheintal zieht mit der wohl höchsten Burgendichte der Welt, steilen Weinbergen und historischen Ortskernen viele Besucher an - in Zeiten ohne Corona auch aus aller Welt. Zugleich leidet es unter extremem Bahnlärm, einer teils veralteten touristischen Infrastruktur und rückläufigen Bevölkerungszahlen.
Sondersitzung des hessischen Landtags zum Sondervermögen
28. Oktober 2021 um 00:00
Das in der Pandemie gebildete Sondervermögen der Landesregierung ist verfassungswidrig. Was bedeutet das für die künftige Finanzierung der Corona-Hilfen in Hessen? Erste Antworten dazu soll es bei einer extra einberufenen Sitzung des Landtags geben.
Der hessische Finanzminister Michael Boddenberg verlässt den Saal des Gerichts. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild (Bild: dpa)
(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild)
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Wiesbaden - Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) muss nur wenige Tage nach dem Urteil des Staatsgerichtshofes zum Sondervermögen den Abgeordneten des Landtags die künftige Finanzierung der Corona-Hilfen im Land erklären. Auf Antrag der Landtagsfraktionen von SPD und FDP gibt es dazu an diesem Mittwoch (14 Uhr) eine Sondersitzung des Parlaments in Wiesbaden.
Anlass ist, dass der Staatsgerichtshof das Corona-Sondervermögen des Landes als verfassungswidrig eingestuft hat. Das Land hat nach dem Urteil von Hessens obersten Richtern nun eine Übergangsfrist bis Ende März 2022, um eine Neuregelung für die Finanzierung der Corona-Hilfen sicherzustellen. Unmittelbare Folgen hat die Entscheidung des Staatsgerichtshofs allerdings nicht: Es müssen keine schon ausbezahlten oder verplanten Finanzhilfen zurückbezahlt oder einbehalten werden.
Niemand könne nach dem Spruch der obersten Landesrichter einfach zur Tagesordnung übergehen, begründeten die Parlamentarischen Geschäftsführer der beiden Oppositionsfraktionen, Günter Rudolph (SPD) und Matthias Büger (FDP), am Donnerstag den Schritt. Der Landtag solle mit der Sondersitzung die Gelegenheit bekommen, sich intensiv mit dem Urteil des Staatsgerichtshofs auseinanderzusetzen und darüber zu beraten, welche Konsequenzen sich daraus für das Gesetzgebungsverfahren zum Haushalt 2022 ergeben.
«Die öffentlichen Stellungnahmen des Finanzministers und der Regierungsfraktionen machen deutlich, dass CDU und Grüne sich weigern, die ganze Tragweite des Richterspruchs anzuerkennen, und einfach zur Tagesordnung übergehen wollen», kritisierten Rudolph und Büger. «Diese Form der Realitätsverweigerung kann der Landtag als Haushaltsgesetzgeber nicht dulden.»
Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) versicherte am Donnerstag, er werde gut vorbereitet in diese geplante Landtagssitzung gehen. «Nicht nur die geleisteten und auf den Weg gebrachten Corona-Hilfen haben Bestand, auch der aktuelle Haushalt 2021», hatte der Finanzminister nach der Urteilsverkündung betont. Im Haushalt des Jahres 2022, der derzeit vom Parlament beraten wird, werde es allerdings zu Anpassungen kommen.
Der Haushaltsentwurf des Finanzministers für den Etat im nächsten Jahr sieht bislang Gesamtausgaben des Landes von rund 31,7 Milliarden Euro vor. Die Einnahmen des Landes sollen etwa 31,4 Milliarden Euro betragen. Als Ziel der schwarz-grünen Koalition hat Boddenberg ausgegeben, im Jahr 2024 wieder einen Haushalt ohne neue Schulden vorzulegen.
Das kreditfinanzierte Corona-Sondervermögen ist ein milliardenschweres Hilfspaket, mit dem die hessische Landesregierung die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie bekämpfen wollte. Es sieht bis Ende 2023 bis zu zwölf Milliarden Euro an Unterstützungsleistungen vor, etwa für Kommunen, denen wegen der Wirtschaftskrise Steuereinnahmen weggebrochen sind. Das Sondervermögen finanziert das Land mit neuen Schulden.
Der hessische Städte- und Gemeindebund sieht nach dem Urteil des Staatsgerichtshofs keine größeren Folgen für die Kommunen. «Es war politisch und rechtlich nie umstritten, dass die Kommunen infolge der Corona-Pandemie hohen finanziellen Unterstützungsbedarf haben», teilte Geschäftsführer David Rauber der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Staatsgerichtshof kritisiere die rechtliche Umsetzung.
So müssten etwa in dem Gesetz zum Sondervermögen die negativen Folgen von Steuerausfällen dargestellt werden. «Bei den Kommunen wären das: Die Finanzierung nötiger Investitionen wäre nicht gesichert, die vorgeschriebene stetige krisenfeste und verlässliche Erfüllung der kommunalen Aufgaben wäre akut gefährdet.» Auch müssten Soforthilfen etwa für Krankenhäuser und Nahverkehr womöglich etwas genauer und anders abgebildet werden.
Die zukünftige Ausrichtung des Gewerbevereins stand im Mittelpunkt einer Tagung im Akzent Hotel Haus Sonnenberg. Eingeladen dazu waren auch Vertreter der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung sowie Stadtverordnetenvorsteher Hans Dieter Herget und Bürgermeisterin Susanne Schaab.
Der neue Vorstand des Schottener Gewerbevereins mit (von links) Joachim Haas, Marco Frank, Jürgen Schwab, Ralph Koster, Angela Erichs, Arno Mangold, dem Vorsitzenden Eric Pohlmann und Markus Mergard. Es fehlt Ines Armbrust. Foto: Weil
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SCHOTTEN - Die zukünftige Ausrichtung des Gewerbevereins stand im Mittelpunkt einer Tagung im Akzent Hotel Haus Sonnenberg. Eingeladen dazu waren auch Vertreter der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung sowie Stadtverordnetenvorsteher Hans Dieter Herget und Bürgermeisterin Susanne Schaab.
Coronabedingt konnte eingangs Vorsitzender Eric Pohlmann nur von wenig Aktivitäten berichten. Neben verschiedenen Vorstandssitzungen wurde lediglich der Weihnachtsmarkt 2019 durchgeführt.
Die Neuwahlen des Vorstandes waren im Schnelldurchgang erledigt, da das Führungsteam im Vorfeld erklärt hatte, für weitere zwei Jahre zur Verfügung zu stehen. Vorsitzender bleibt Eric Pohlmann, sein Stellvertreter ist Joachim Haas, Rechnerin weiterhin Angela Erichs und Schriftführerin Ines Armbrust. Als Beisitzer fungieren Marco Frank, Ralph Koster, Jürgen Schwab, Markus Mergard und Arno Mangold.
Mit deutlichen Worten führte Eric Pohlmann ins Hauptthema des Abends ein, der zukünftigen Ausrichtung des Vereins: "Wohin geht die Reise? Ist der Name Gewerbeverein noch zeitgemäß? Welche Ziele stecken wir uns?" Seine Fragen ergänzte Pohlmann mit einer Analyse des aktuellen Zustands. "Uns fällt es schwer, neue Mitglieder zu gewinnen. Die Vorteile, die der Gewerbeverein bieten könnte, sind nicht sichtbar. Der Gewerbeverein als solches steht praktisch nur noch auf dem Papier", sagte Pohlmann. Der frühere Vereinszweck sei weitgehend obsolet geworden. "Der klassische Einzelhandel existiert in Schotten praktisch nicht mehr. Wir müssen den Verein anders aufstellen", betonte der Vorsitzende. Als zukünftige Arbeitsfelder nannte er die verstärkte Information über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbilder in der Schottener Großgemeinde, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Ein weiteres Standbein soll die Innenstadtentwicklung werden. Für beide Bereiche hatte der Vorstand in der jüngsten Vergangenheit bereits Arbeitsgruppen gebildet. Um attraktiver und zeitgemäßer zu werden, soll der Verein zudem einen neuen Namen erhalten. Für die Umsetzung wird unter anderem ein Netzwerk mit den politischen Akteuren der Stadt angestrebt. Der Kontakt mit den Schulen soll verstärkt aufgenommen werden. "Wir müssen als Verein in die Schule gehen, um die Schüler über die Vorteile nicht-akademischer Berufe zu informieren, um nicht nur in Richtung Abitur und Studium zu denken", betonte Pohlmann. Als Frist, um etwas zu erreichen, nannte der Vorsitzende die bevorstehenden zwei Jahre. "Wenn sich dann kein Erfolg zeigt, sehe ich für den Verein keine Zukunft mehr."
Mehr Wertschätzung für das Handwerk zu fördern, nannte Ralph Koster ergänzend als wichtiges Ansinnen. In Sachen Stadtentwicklung bringe die Landesgartenschau 2027 genügend Motivation. "Wir sind in Aufbruchstimmung. Wir müssen jetzt die Weichen stellen." Dafür soll der Schulterschluss mit dem Ortsbeirat gesucht und die Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik insgesamt verstärkt werden.
Joachim Haas fragte vor dem Hintergrund des Arbeitskräftemangels nach den Erwartungen junger Menschen hinsichtlich eines beruflichen Umfeldes. "Es geht auch um ein Stück Vertrauen und Geborgenheit, das Arbeitgeber den Jugendlichen vermitteln müssen." Gastronom Karl Appel schlug für die praktische Umsetzung vor, ein Kataster über die vorhandenen Betriebe, die Ausbildungschancen sowie die beruflichen Möglichkeiten zu erstellen. "Wir müssen Schüler und Eltern detaillierter und besser informieren, was Schotten ihnen bieten kann", so Appel. Bürgermeisterin Susanne Schaab wies darauf hin, dass sich "auch im Handwerk gut verdienen lasse. "Wir sollten die Lehrer verstärkt informieren, um bei ihnen die Wertschätzung für handwerkliche Berufe zu erhöhen." Willi Zinnel schlug vor, vermehrt auf digitale Informationsangebote zu setzen, zum Beispiel Videoclips, in denen sich Firmen vorstellen könnten. Dies allein werde nicht ausreichen, so Marco Frank. "Die Jugendlichen haben schon einen sehr starken Medienkonsum. Es benötigt auch persönliche Kontakte."
Hans Dieter Herget schlug vor, einen "strukturierten Prozess" anzustoßen, in dem auch die Vorteile eines "guten Berufes" in Schotten herausgestellt werden könnten. "Wir haben in Schotten viele Stärken wie das Kita- und Schulangebot, das Krankenhaus und die Vereine. Das bekomme ich von Zugereisten immer wieder zu hören." Die Bürgermeisterin appellierte an die Betriebe. "Die Unternehmen sind auch selbst gefordert, um sich für Nachwuchskräfte interessant zu machen. Das bedarf allerdings einiger Anstrengungen."