Der für Einplatinencomputer bekannte chinesische Hersteller Radxa kündigt NAS-Komplettgeräte mit ARM-Prozessoren von Qualcomm an.
Der Hersteller Radxa aus Shenzhen baut zwei kompakte Netzwerkspeicher (NAS) mit ARM-Prozessoren von Qualcomm. In die flache DragonStation mit 10-Gigabit-Ethernet passen sechs M.2-SSDs. Das NAS DragonBay hat hingegen nur 2,5-Gigabit-Ethernet und vier Einbauschächte für 3,5-Zoll-Festplatten sowie zwei M.2-SSDs als Cache.
Auf der Radxa-Website gibt es noch keine detaillierten Informationen zu den beiden NAS. Laut Radxa-Chef Tom Cubie sollen sie aber bald folgen.
Laut Informationen aus dem Discord-Kanal von Radxa steckt in der DragonBay der Qualcomm SC8280XP, also der 2021 für Notebooks angekündigte Snapdragon 8cx Gen3 [1].
Auf den Einplatinencomputer Dragon Q6A lötet Radxa hingegen den Qualcomm Dragonwing QCS6490.
Ein Nachteil des Smartphone- beziehungsweise Embedded-Prozessors ist der fest aufgelötete LPDDR4-Arbeitsspeicher, der sich nicht erweitern lässt. Vorteile sind hohe Effizienz und niedrige Leistungsaufnahme im Leerlauf.
Als Betriebssystem soll „Fygo OS“ zum Einsatz kommen. Dabei kooperiert Radxa mit der chinesischen NAS-Distribution FnOS [2] (FeiNiu, 飞牛) ; der Name bedeutet anscheinend „fliegender Ochse“.
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(Bild: Olimex)
Das neue USB-LTE4G-EU verbindet IoT-Geräte per LTE und benötigt dabei nur eine einzige Antenne.
Mit dem USB-LTE4G-EU [1] hat Olimex ein kompaktes 4G-Modem für IoT- und Embedded-Projekte vorgestellt. Das Gerät basiert auf dem LTE-Modul Quectel EG800K-EU und richtet sich an Anwendungen wie Telemetrie, Fernwartung, industrielle Steuerungen oder mobile Gateways. Der Fokus liegt dabei weniger auf maximaler Geschwindigkeit, sondern auf einer stabilen Datenverbindung für Geräte, die dauerhaft online sein sollen.
Das Modem nutzt LTE Cat.1bis. Der Mobilfunkstandard ist speziell für IoT-Geräte gedacht und arbeitet mit nur einer Antenne. Dadurch sinken Hardwarekosten und Stromverbrauch. Die maximale Datenrate liegt bei bis zu 10 MBit/s im Download und 5 MBit/s im Upload. Das reicht zwar nicht, um das aktuelle YouTube-Video der Make [2] zu schauen, aber für Sensordaten reicht es allemal.
Angeschlossen wird das Modul über USB-C mit USB-2.0-Interface. Laut Olimex funktioniert die Einbindung unter Linux, Windows und Android ohne größere Konfiguration. Besonders interessant für Maker: Systeme wie Raspberry Pi, BeagleBone oder OLinuXino sollen das Modem automatisch erkennen. Einfach einstecken und die Internetverbindung läuft über LTE, wenn man eine SIM-Karte eingesteckt hat.
Die Stromaufnahme fällt laut Olimex niedrig aus. Im Sleep-Modus benötigt das Modem rund 3 mA, im Idle-Betrieb etwa 22 mA. Unter Last steigt der Verbrauch laut Hersteller auf 50 bis 350 mA, kurzzeitig können beim Verbindungsaufbau aber Stromspitzen bis 2 A auftreten. Olimex weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass ein hochwertiges USB-Kabel notwendig ist.
Mit Abmessungen von 34 × 25 × 6 mm fällt das Gerät kompakt aus. Die Betriebstemperatur gibt Olimex mit -35 bis +75 Grad Celsius an, womit sich das Modem auch für Außeninstallationen oder industrielle Umgebungen eignet. Angeboten wird außerdem eine Variante mit integrierter PCB-Antenne unter der Bezeichnung USB-LTE4G-EU-ANT.
Für Maker ergeben sich damit einige interessante Einsatzmöglichkeiten. Denkbar wären etwa autarke Messstationen mit LTE-Anbindung, mobile Raspberry-Pi-Gateways, Fernwartungssysteme für Garten- oder Solaranlagen oder Telemetrie-Projekte ohne vorhandene Netzwerkinfrastruktur.
Im Olimex-Shop [3] kostet das USB-LTE4G-EU derzeit 11,95 Euro pro Stück.
Wer zwar kein Internet braucht, aber Daten weit funken möchte, findet in unserem Artikel zum Klingel-Repeater [4] einen Einstieg in LoRa.
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Auf der Maker Faire Prag sammelte die Make-Redaktion neue Eindrücke und entdeckte Unterschiede zur deutschen Maker-Community.
Die Maker Faire Ruhr ist jetzt schon eine Weile vorbei und die Make-Redaktion scharrt ungeduldig mit den Lötkolben bis zum nächsten Maker-Event. Da passte die Maker Faire Prag perfekt, um wieder die Inspirations-Akkus aufzuladen. Außerdem war es etwas Neues für die heise-Maker: Maker Faires in DACH kennt die Redaktion bereits wie ihre Westentasche.
Aber wie tickt die Maker-Szene eigentlich bei den osteuropäischen Nachbarn? Um das herauszufinden, ist das Team kurzerhand nach Tschechien zur Maker Faire in Prag gereist.
Dort hat sich die Redaktion aufgeteilt und ging getrennt auf Erkundungstour. Im Folgenden berichten die Redakteure, was sie auf ihren Maker-Expeditionen gefunden haben.
Schon beim Betreten des Messegeländes ging es los: Im Außenbereich warteten postapokalyptische Fahrzeuge, die gelegentlich Feuer spuckten, und Maker, die wieder anderes Feuer mit ihren Erfindungen löschten. Daneben waren dann auch gleich die ersten Zelte aufgebaut, in denen Besucher an Maker-Workshops teilnehmen konnten.
Im Zentrum der Anlage, einem Amphitheater rund um den historischen Křižík-Brunnen, gab es den ganzen Tag über Vorträge, die mit Chemieexperimenten und Laserharfenmusik das Publikum begeisterten. Vorbei an den vielfältigen Imbissständen (es gab sogar mittelalterliches Essen) erschlossen sich von dort aus vier prall gefüllte Hallen voller Aussteller.
Unter den Ausstellern waren auch viele junge Menschen von Schulen und Hochschulen, die ihre Projekte präsentierten. Am Stand von „Studentsk HW hackathon“ konnte man zum Beispiel ein paar Lösungen für Astronauten entdecken, die während eines Hackathons innerhalb von 24 Stunden entstanden sind. Einer der Studierenden namens Jan erklärte mir, dass sein Entwurf eine lokale Ortung in einer Raumstation ermögliche. Dafür müsse man vier Sensormodule (im folgenden Bild rot) möglichst weit voneinander entfernt in der Station anbringen und ein fünftes an einem Astronauten befestigen. Mithilfe von WLAN und Time-of-Flight sei es dann möglich, die Position der Person zu bestimmen: Indem man die Dauer misst, die der Datenaustausch benötigt.
Auch der chinesische Hersteller Lilygo war mit einem Stand vertreten und zeigte seine neuesten Produkte. Bereits auf der letzten Maker Faire Hannover hatte er den Prototyp einer Augmented-Reality-Brille dabei, die man vor Ort testen konnte.
Diese wurde auch in Prag präsentiert. Mittlerweile in einer weiterentwickelten Version, sodass man die angezeigten Bilder diesmal viel besser fokussieren konnte. Einen Preis für das ESP32-basierte Gadget konnte ich den Lilygo-Vertretern leider nicht entlocken, aber das Produkt soll wohl in den nächsten zwei Monaten erhältlich sein.
Ich finde es großartig, wenn sich Projekte nicht ganz ernst nehmen und mit einem Augenzwinkern gestaltet sind. Besonders gefreut habe ich mich daher über einen Stand mit Fahrzeugen und Zelten im Mad-Max-Stil: improvisierte Endzeit-Fahrzeuge aus Schrott. Brutal, funktional und einschüchternd gebaut, bei deren Anblick jeder TÜV-Prüfer in Schockstarre verfallen würde. Zwischen all diesen Brachialitäten standen zwei passend gekleidete Herren, die eine Spielplatz-Federwippen-Ente als Arbeitsunterlage wie einen Amboss nutzen.
Was für ein schöner Kontrast! Ähnliche Gegensätzlichkeiten habe ich mehrfach beobachtet. Und das beschränkt sich nicht nur auf die Maker Faire selbst, auch Prag selber scheint so zu sein. Die Innenstadt setzt sich aus Gebäuden ganz unterschiedlicher Epochen und Baustile zusammen, die direkt nebeneinander stehen und sich doch gut ergänzen. Vielleicht färbt diese bunte Mischung eben auch auf die dortige Maker-Szene ab.
Bemerkenswert fand ich außerdem, dass man an den Ständen kaum Bambu-Lab-Drucker gesehen hat, dafür aber umso mehr 3D-Drucker aus dem Hause Prusa. Letzteres ist wenig verwunderlich, das Prusa-Firmengelände ist nur wenige hundert Meter von der Maker Faire Prag entfernt. Dass Bambu Lab in der tschechischen Maker-Szene so viel weniger stark vertreten zu sein scheint, war mir dagegen neu.
Was mich dann doch ein bisschen kalt erwischt hat, war die Sprachbarriere vor Ort. Diese stand mir stärker im Weg, als ich vermutet habe. Die allermeisten Stände sind mit tschechischen Schildern und Texthinweisen versehen. Und wenn man sich ein ausgestelltes Projekt nicht visuell erschließen kann, kommt man ums Fragen nicht herum. Das ist einerseits spannend, weil ich so in kurzer Zeit vergleichsweise viele Gespräche geführt habe, auf der anderen Seite ist das schnelle Erfassen entsprechend schwieriger. Für einen Besuch der Prager Maker Faire würde ich daher beim nächsten Mal beide Öffnungstage einplanen, um genügend Zeit für Gespräche zu haben. Und zwei weitere Tage, um die Stadt weiter erkunden zu können – es lohnt sich!
Wenn ich an Prag denke, habe ich zuerst Bilder von Altstadt, Kultur und Kunsthandwerk im Kopf. Vielleicht bin ich deshalb auch mit der Erwartung zur Maker Faire Prag gefahren, dort vor allem klassische DIY-Projekte und Handmade-Themen zu sehen. Das gab es auch. Aber den spürbaren Schwerpunkt auf moderner Hardware, Mikrocontrollern, Robotik und offenen Hardware-Plattformen gab es dennoch. Zwischen all den Devboards, Sensoren und Technologie-Demos entstand dabei ein Eindruck, der mich über die ganze Messe hinweg begleiten sollte: Da ist unglaublich viel Technologie und Experimentierfreude, aber auch ein gewisses Suchen.
Besonders aufgefallen ist mir das in Gesprächen mit den Hardware-Entwicklern vor Ort. So zeigte mir M5Stack den neuen CardputerZero, eine kleine Hardware-Plattform voller Möglichkeiten und mit einigen eher beispielhaften Software-Demos. Irgendwann fiel dort der Satz: „Can’t wait to see what the community creates!“ Der Satz wirkte zunächst charmant und ehrlich. Je länger ich darüber nachdachte, desto interessanter wurde er aber. Viele der gezeigten Systeme wirkten weniger wie fertige Produkte, sondern mehr wie eine Einladung an Maker, Entwickler und Start-ups, daraus überhaupt erst Anwendungen und Ideen zu entwickeln.
Genau in dieses Bild passten auch andere Gespräche der Messe. STMicroelectronics sprach über seinen Start-up-Accelerator, bei dem junge Hardware-Teams mit Technik, Know-how und Entwicklungsunterstützung gefördert werden, während die eigentlichen Ideen und Anwendungen aus den Start-ups selbst kommen sollen. Bei HP und Moravia standen Bildungsansätze und Robotik-Nachwuchsprojekte im Mittelpunkt. Und schließlich trafen wir zufällig einen deutschen Studenten mit Entrepreneurship-Schwerpunkt, der zum ersten Mal eine Maker Faire besuchte. Er war begeistert von den vielen Ideen und Projekten, stellte aber gleichzeitig die vielleicht passendste Frage der ganzen Messe: Wie wird daraus eigentlich ein Produkt?
Im Gespräch wurde schnell klar, dass genau darin ein aktuelles Spannungsfeld der Maker-Szene liegt. Viele Unternehmen scheinen die technologische Plattform bereits fertig entwickelt zu haben, während die eigentliche Suche nach Anwendungen, Produktideen und echten Einsatzfeldern bewusst an Communitys, Start-ups oder Bildungseinrichtungen weitergereicht wird.
Verglichen mit Deutschland hat Tschechien zwar rund 11 Prozent weniger Absolventen in MINT-Studiengängen, allerdings auch noch keine so klaffende Fachkräftelücke. Dennoch wächst der Bedarf im Nachbarland und so war die Maker Faire Prag aus meiner Sicht stark darauf ausgelegt, dem Nachwuchs Technik und DIY schmackhaft zu machen. Ein Großteil der Aussteller bot Workshops und Mitmach-Aktionen für die vielen Familien mit Kindern an. An vielen Ständen konnten Kinder löten, mit Elektronik experimentieren und Betonobjekte bauen. Daneben gab es erstaunlich viele Anbieter von Experimentierkits rund um Robotik, Modellbau, Elektronik, Mikrocontroller.
Überrascht war ich von einem Stand einiger Retro-Computing-Enthusiasten, die ihre vergilbte Hardware aufgebaut hatten und Kinder Doom und Quake darauf spielen ließen, die meisten geschätzt unter 12, ohne dass irgendein Erwachsener missfallend die Augenbraue hob. In Tschechien ist man in dieser Hinsicht offenbar etwas kulanter. Dennoch erinnerte mich die Maker Faire Prag sehr stark an die Maker Faire Hannover, obwohl in Prag kaum private Maker als Aussteller zu sehen waren, die einfach nur ihr Projekt vorstellten. Was im Vergleich zu deutschen Maker Faires völlig fehlte, waren flanierende Cosplayer und Steampunker. Eine Ausnahme bot das Außenbereichs-Highlight: ein Mad-Max-Ensemble mit Trucks und Feuerschauspiel à la Thunderdome.
Die Präsenz von Espressif und STMicroelectronics in Prag zeigte, dass die tschechische Maker-Community eine gewisse Relevanz unter wichtigen Chip-Produzenten hat. Apropos Maker: Der Dresscode war unter Besuchern und Ausstellern ähnlich wie in Deutschland einheitlich: (bedrucktes) T-Shirt oder Hoodie und Jeans. Ich habe mich jedenfalls sehr wohlgefühlt.
Das klingt doch alles sehr gut! Neue Eindrücke sind ja das Lebenselixier der Maker, das man sich nur von einer Maker Faire abholen kann. Wer in Prag nicht dabei sein konnte oder das als zu weit weg empfand, entdeckt bestimmt im deutschsprachigen Raum noch eine Messe, auf der er sich in das inspirierende Getümmel stürzen kann.
Für die Messen Solothurn, Wuppertal, Hannover und Rheinland ist nach wie vor der Call for Makers offen. Wer also sein cooles Projekt vorstellen will oder als Bildungseinrichtung die MINT-Trommel rühren möchte, sollte sich das nicht entgehen lassen.
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Der freie und offene Webbrowser Firefox ist eine letzte Bastion gegen Chromium-Varianten. Nun gibt es endlich auch die Web-Serial-API für den Fuchs.
Mozilla hat Firefox 151 um die Web-Serial-API für Desktop-Browser erweitert. Die über JavaScript nutzbare Schnittstelle erlaubt Webanwendungen den direkten Zugriff auf serielle Geräte, die per USB oder Bluetooth mit dem Rechner verbunden sind. Entwickler können damit Mikrocontroller programmieren, Firmware aktualisieren oder Messdaten auslesen, ohne native Anwendungen oder Browser-Erweiterungen installieren zu müssen. Die Funktion war bislang Chromium-basierten Browsern wie Chrome oder Edge vorbehalten.
Der Schritt ist wichtiger, als es auf den ersten Blick erscheint. Viele moderne Hardware-Werkzeuge setzen inzwischen auf browserbasierte Oberflächen. Mussten Nutzer dafür bislang oft zwangsläufig zu einem Chromium-Browser greifen, wächst mit Firefox 151 [2] nun die Freiheit bei der Browserwahl. Mozilla hat die Implementierung nach eigenen Angaben gemeinsam mit Adafruit getestet [3] und validiert, dessen Open-Source-Hardwareplattformen in der Maker-Szene weitverbreitet sind.
Die neue Schnittstelle dürfte zudem nicht nur für Maker und Hardwareentwickler interessant sein. Immer mehr Geräte verlagern Einrichtung, Diagnose und Firmwarepflege in den Browser. Von Messgeräten über Laborhardware bis hin zu Reparatur- und Servicewerkzeugen können künftig auch Endanwender profitieren, wenn Hersteller auf offene Webstandards statt auf proprietäre Desktop-Programme setzen.
Dass das bereits funktioniert, zeigte ein kurzer Praxistest mit dem iFixit FixHub [4]. Nach Freigabe des seriellen Zugriffs über den neuen Firefox-Dialog erkannte die browserbasierte Web-Konsole die angeschlossene Power Station sofort.
Eine veraltete Firmware wurde automatisch erkannt und ließ sich direkt aus der Webanwendung aktualisieren.
Anschließend konnte auch der angeschlossene Lötkolben vollständig über Firefox bedient werden. Temperaturanzeige, Sollwertvorgabe und Gerätestatus wurden ohne zusätzliche Software direkt im Browser dargestellt. Damit ist es möglich, den Lötkolben ohne die Station an beliebigen USB-C, Hochstrom-Powerbanks zu nutzen.
Ich werde nun wieder mehr Firefox benutzen, nachdem diese für mich wichtige Funktion endlich verfügbar ist.
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(Bild: Carl Undéhn)
Verbrenner zu Stromer: Die UN arbeiten an einem internationalen Standard für den E-Umbau von Verbrennerautos. Ein Regelwerk soll bis 2027 stehen.
Die UNECE, die Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa, arbeitet an einem weltweit gültigen Regelwerk für den Umbau von Verbrennern auf Elektroantrieb. Eine Arbeitsgruppe unter dem Weltforum für Fahrzeugvorschriften soll bis 2027 harmonisierte Vorschriften entwickeln, die Mindestanforderungen für Umrüstkits festlegen, Leistungsanforderungen für umgebaute Fahrzeuge definieren und den Einsatz standardisierter Kits ermöglichen, die in allen teilnehmenden Ländern anerkannt werden.
Ob auch Tüftler und Selbstumrüster von einem künftigen Regelwerk profitieren werden, ist noch offen. Der aktuelle Entwurf [1] sieht vor, dass nur autorisierte Installateure Umbauten durchführen dürfen. Wer in der eigenen Garage schraubt, bliebe damit vorerst weiterhin auf die nationale Einzelabnahme angewiesen. Das nächste Treffen der Gruppe findet am 11. Juni statt.
Bisher steht, wer seinen Verbrenner auf Elektroantrieb umrüsten will, in Deutschland vor einer teuren Einzelabnahme — und in den meisten anderen Ländern fehlt jeglicher regulatorischer Rahmen. Einzig Frankreich hat 2020 ein eigenes, standardisiertes Zulassungsverfahren für Umrüstkits eingeführt, doch in der Praxis blieb der Durchbruch bisher aus.
Auch in Deutschland sind Unternehmen, die den serienmäßigen Umbau versucht haben, gescheitert. Es gibt aber eine lebendige Tüftlerszene und eine Handvoll kleinerer Werkstätten, die Verbrenner auf Elektroantrieb umrüsten. Make beleuchtet die Hürden und Herausforderungen [2], vor denen Bastler stehen, die ihren Verbrenner in Eigenregie auf Elektroantrieb umrüsten und durch den TÜV bringen wollen.
Die UNECE ist im Hinblick auf Fahrzeugvorschriften kein Papiertiger [3]: Ihre Regelungen werden von 64 Vertragsstaaten anerkannt, darunter die gesamte EU, Großbritannien, Japan und Südkorea. Die Typgenehmigungen und Prüfnormen, nach denen Fahrzeuge und ihre Bauteile in Europa zugelassen werden, stammen größtenteils von dort. Wenn die Arbeitsgruppe eine UN-Regulation für Retrofit verabschiedet, könnten EU-Mitgliedstaaten sie direkt in nationales Recht übernehmen und die bisherige teure Einzelabnahme durch eine standardisierte Zulassung ersetzen. Die Arbeitsgruppe deckt alle Fahrzeugkategorien ab, vom Zweirad bis zum Lkw. Geleitet wird sie von Frankreich und Spanien, unterstützt von Schweden, Deutschland, Großbritannien, Japan und der Europäischen Kommission.
Der Bedarf ist groß. Weltweit sind rund 1,4 Milliarden Pkw unterwegs, die allermeisten davon mit Verbrennungsmotor. Selbst wenn ab morgen nur noch Elektroautos verkauft würden, bliebe der bestehende Fuhrpark über Jahrzehnte auf der Straße. Retrofit könnte helfen, diesen Bestand schneller zu dekarbonisieren — und zwar mit besserer Klimabilanz als ein Neuwagenkauf. Die französische Umweltbehörde ADEME hat 2021 errechnet [4], dass ein umgerüsteter Kleinwagen über seine Restlebensdauer 66 Prozent weniger CO₂ verursacht als ein weiter betriebener Diesel und sogar 47 Prozent weniger als ein fabrikneuer Stromer, weil die Produktion einer neuen Karosserie entfällt.
Eine Kosten-Nutzen-Analyse des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung im Auftrag des SWR zeigt zudem, dass sich ein Umbau auch wirtschaftlich lohnen kann [5]: Bei Kosten von 12.000 bis 15.000 Euro und einer Jahresfahrleistung von 14.000 km amortisiert sich die Investition nach etwa sieben Jahren.
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Die Companion-Apps für Android und iOS reißen ein Sicherheitsleck in Home Assistant. Angreifer könnten Instanzen übernehmen.
Wer Home Assistant mit den Companion-Apps unter Android oder iOS steuert, sollte die verfügbare Aktualisierung schleunigst anwenden. Das Update für die Apps schließt eine Sicherheitslücke, durch die Angreifer ein Zugriffstoken abgreifen und damit die komplette Home-Assistant-Instanz übernehmen können.
Details liefert eine Sicherheitsmeldung im GitHub-Repository von Home Assistant [1], der CVE-Schwachstelleneintrag wurde nun am Wochenende öffentlich (CVE-2026-44698 [2], CVSS 8.3, Risiko „hoch“). Die Schwachstelle beschreibt die Sicherheitsmeldung als Cross-Origin IFrame Token-Exfiltration mittels WebView-JavaScript-Bridge-Callback-Injection. Etwas weniger hakelig: Ein Iframe etwa von einer in Home Assistant eingebundenen externen App kann aufgrund der Schwachstelle beliebigen JavaScript-Code in der Companion-App innerhalb des Haupt-Frames ausführen und dabei den Zugriffstoken des angemeldeten Nutzers ausleiten. Angreifer können sich damit als dieser Nutzer ausgeben und die Kontrolle übernehmen, je nach Rolle des Users auch die komplette Instanz.
Als Angriffsszenario beschreiben die Entwickler, dass ein Opfer die Home-Assistant-Companion-App installiert hat und damit am Server angemeldet ist. Zudem hat das Opfer eine Webseite (Iframe)-Karte zu einem Dashboard hinzugefügt, die auf eine Drittanbieter-Webseite verweist, die Angreifer kontrollieren können – entweder direkt oder etwa nach einem Einbruch in einen solchen Dienst. Das Opfer öffnet das Dashboard, woraufhin der Zugriffstoken an die Angreifer übermittelt wird. Der wiederum nutzt dann den Token zum Zugriff auf die Home-Assistant-REST-API mit den Rechten des angemeldeten Users.
Die Schwachstelle bessern die Home-Assistant-Companion-Apps in Version 2026.4.4 für Android und 2026.4.1 für iOS aus. Wer nicht umgehend auf die aktualisierten Apps umsteigen kann, soll jede Webseiten-Karte aus den Dashboards entfernen und einen Bogen um das Einbinden von Drittanbieter-URLs etwa für Wetter-Widgets, Status-Seiten oder externe Dashboards machen.
Wer Interesse an Smart-Home-Steuerung mittels Home-Assistant hat und einen Weg zum Einstieg sucht, findet hier eine ausführliche Home-Assistant-Einführung [3].
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In „Alan Wake 2“ kann Ray Reconstruction mehr Details rekonstruieren – in diesem Fall Rauschmuster auf Fernsehern.
(Bild: Nvidia)
Nvidias Ray-Reconstruction-Modell für DLSS 4.5 kommt im August und verbessert die Grafik in Raytracing-Spielen wie „Cyberpunk 2077“ – auf Wunsch vieler Nutzer.
Nvidia hat auf der Computex ein verbessertes Ray-Reconstruction-Modell für DLSS 4.5 angekündigt, das im August für alle GeForce-RTX-Grafikkarten erscheint. Davon profitieren Spiele mit anspruchsvollem Ray Tracing und Path Tracing – darunter „Cyberpunk 2077“, „Star Wars Outlaws“ und „Alan Wake 2“.
Ray Reconstruction ist ein KI-Denoiser für Spiele mit intensivem Raytracing. Bei aktiviertem Ray Tracing oder Path Tracing berechnet die Grafikkarte Licht und Schatten, indem sie einzelne Lichtstrahlen verfolgt. Da aktuelle GPUs nicht jedes Pixel vollständig in Echtzeit abtasten können, bleibt das Bild dabei zunächst verrauscht. Denoiser glätten dieses Rauschen mit handoptimierten Algorithmen, was häufig Details weichzeichnet und Bildfehler produziert. Ray Reconstruction ersetzt diese Algorithmen durch ein KI-Modell, das räumliche und zeitliche Bilddaten aus der Spiel-Engine analysiert und fehlende Pixel zuverlässiger als andere Ansätze rekonstruiert. Das Ergebnis ist ein schärferes, stabileres Bild mit präziserer Beleuchtung und generell reduzierten Artefakten.
Ray Reconstruction umfasst eine eigene Upscaling-Komponente. Als Nvidia Anfang des Jahres das Upscaling-Modell mit einem neuen Transformer-Ansatz auf DLSS 4.5 hob und die Bildqualität in Spielen ohne Raytracing verbesserte [2], blieb Ray Reconstruction zunächst außen vor. Spieler von Raytracing-Spielen müssen sich derzeit also zwischen dem verbesserten Upscaling von DLSS 4.5 auf der einen und Ray Reconstruction auf der anderen Seite entscheiden.
Weil Ray Reconstruction bei Spielen mit intensivem Raytracing praktisch alternativlos ist, blieben die Vorzüge von DLSS 4.5 ausgerechnet bei den technischen Vorzeigespielen in der Praxis bisher aus. Ein neues Ray-Reconstruction-Modell stand daher weit oben auf der Wunschliste von Besitzern einer Nvidia-Grafikkarte.
Das neue Ray-Reconstruction-Modell soll im August für alle RTX-Grafikkarten veröffentlicht werden, schreibt Nvidia im Firmenblog [3]. Das neue Modell bietet im Vergleich zum bisherigen Modell laut Nvidia 35 Prozent mehr Rechenkapazität bei ähnlichen Performance-Kosten. Es soll räumliches Bewusstsein für Szenen tiefer verankern und Engine-Daten über Bewegung und Beleuchtung besser auswerten.
In „Indiana Jones und der Große Kreis“ reduziert das neue Modell etwa Schlieren bei Schnee- und Partikeleffekten. In „Pragmata“ reagiert die Beleuchtung auf Lasereffekte schneller und hinterlässt weniger Artefakte, wenn sich ein Laser abschaltet. In „Alan Wake 2“ werden feine Muster auf Fernsehgeräten im Spiel stabiler und klarer dargestellt. Generell sollten Spiele mit dem neuen Ray-Reconstruction-Modell weniger verrauscht dargestellt werden.
Zum Start im August soll Ray Reconstruction 4.5 in 27 Spielen verfügbar sein, darunter auch „Avatar: Frontiers of Pandora“, „Hogwarts Legacy“, „Half-Life 2 RTX“ und „DOOM: The Dark Ages“. Das neue Ray-Reconstruction-Modell kann ab August wie die Upscaling- und Frame-Generation-Komponenten von DLSS über die Nvidia-App manuell eingestellt werden.
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Das Start-up-Unternehmen Itera kündigt Leiterplatten an, deren Flüssigmetall-Leiterbahnen sich in einer Minute durch Elektrobenetzung verlegen lassen.
Das Start-up-Unternehmen Itera kündigt Platinen für elektronische Schaltungen an, deren Leiterbahnen aus Flüssigmetall bestehen. Die Form der Leiterbahnen lässt sich in einem feinen Raster durch Elektrobenetzung (Electrowetting) verändern; das soll weniger als eine Minute dauern. Dadurch können Entwickler die Verschaltung der auf der Platine befestigten Bauelemente und Anschlüsse rasch ändern.
Weil Itera-Leiterplatten Änderungen an der Verdrahtung der Komponenten ohne mechanische Eingriffe ermöglichen, sollen sie die Entwicklung physischer Schaltungen stark beschleunigen.
Bisher verrät die Itera-Website [1] erst wenige Details. Allerdings verspricht das US-Unternehmen, auch mehrlagige Platinen mit Durchkontatkierungen seien machbar.
Elektrobenetzung bezeichnet das physikalische Phänomen, dass ein elektrisches Feld die Oberflächenspannung mancher Flüssigkeiten beeinflusst. Dadurch wiederum benetzt diese Flüssigkeit je nach elektrischer Feldstärke unterschiedlich große Bereiche einer Oberfläche.
Mehrere [2] Forschungsarbeiten [3] haben in den vergangenen Jahren Elektrobenetzung mit Flüssigmetallen untersucht. Dabei ging es unter anderem um Galliumverbindungen, die etwa auch zur Wärmeübertragung zwischen Prozessoren und Kühlkörpern [4] zum Einsatz kommen.
(Bild: Menlomicro)
Eine ebenfalls innovative Alternative zur Umschaltung von Verbindungen hat die Firma Menlomicro als „Ideal Switch“ [5] entwickelt. Das sind Relais in Chip-Bauform, die intern sehr viele winzige Schaltkontakte enthalten. Menlomicro liefert unterschiedliche Varianten beispielsweise für das Schalten relativ hoher Ströme oder von Signalen mit hohen Frequenzen.
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(Bild: Johannes Börnsen / Maker Media)
Ein polnischer Entwickler, eine DMCA-Drohung und fünf chinesische Gesetze: Der Streit um Bambu Labs geschlossenes Ökosystem erreicht eine neue Eskalationsstufe.
Bambu Lab baut 3D-Drucker [1], die den Markt in den vergangenen Jahren ordentlich aufgemischt haben: gute Druckqualität, hohe Geschwindigkeit, attraktive Preise – vom Einsteiger-Modell A1 Mini bis zu großen Maschinen für den professionellen Einsatz. Doch das chinesische Unternehmen steht mal wieder im Kreuzfeuer der Community.
Um zu verstehen, worum es geht, muss man einen Blick auf die Software werfen. Ein Slicer ist die Software, die ein 3D-Modell nimmt und dem Drucker sagt, was er damit machen soll – massiv drucken, mit Gitterstruktur, hohl. Bambu Labs eigener Slicer heißt Bambu Studio. Den hat das Unternehmen aber nicht von Grund auf selbst entwickelt: Bambu Studio basiert auf dem PrusaSlicer des tschechischen Herstellers Prusa Research.
Damit kommt die AGPL-3.0-Lizenz ins Spiel. Sie erlaubt es, den Code eines Open-Source-Projekts zu nehmen, zu verändern, auch kommerziell zu nutzen und wiederzuveröffentlichen – unter der einzigen Bedingung, dass das Ergebnis wieder unter derselben Lizenz steht. Ein Tauschgeschäft: Man nimmt ein fertiges Projekt, passt es an seine Hardware und Bedürfnisse an, und als Gegenleistung dürfen andere wiederum auf die Ergänzungen zugreifen. Bambu Studio steht unter dieser Lizenz, soweit also lizenzkonform.
Bambu hat jedoch ein Netzwerk-Plug-in in den Slicer eingebaut, das die erstellten Daten an die Bambu-Cloud sendet, von wo sie an den Drucker weitergeleitet werden. Seit Anfang 2025 ist dieser Weg verpflichtend. Alternative Slicer wie der beliebte OrcaSlicer [2] können nicht mehr direkt mit dem Drucker kommunizieren, sondern müssen über „Bambu Connect“ – im Wesentlichen dasselbe Netzwerk-Plug-in – die Bambu-Cloud durchlaufen.
Wer einen Bambu-Drucker gekauft hat, bevor diese Änderung kam, erlebt einen massiven Einschnitt: Vorher ließen sich Dateien einfach lokal übers Netzwerk an den Drucker schicken, der Drucker konnte gesteuert und überwacht werden. Das geht jetzt nicht mehr. Der Funktionsumfang des bereits bezahlten Geräts hat sich nachträglich verschlechtert.
Das hat den polnischen Entwickler Pawel Jarczak gestört. Er veröffentlichte einen eigenen Fork von Bambu Studio – was er darf, denn Bambu Studio steht unter AGPL-Lizenz. Dieser Fork ermöglicht wieder die direkte Kommunikation mit Bambu-Lab-Druckern.
Bambu Lab warf Jarczak vor [3], sein Fork melde sich bei den Bambu-Servern als offizieller Bambu-Studio-Client – mit fest einprogrammierter Versionsnummer. Die Server könnten den legitimen von gefälschtem Traffic nicht unterscheiden, was die Cloud-Infrastruktur destabilisieren könne. Bambu drohte mit Sektion 1201 des amerikanischen Digital Millennium Copyright Acts – einem Gesetz, das das Umgehen technischer Schutzmaßnahmen unter Strafe stellt. Jarczak nahm seinen Fork daraufhin offline.
Damit war die Sache aber nicht erledigt. Jarczak wandte sich an Louis Rossmann, einen amerikanischen YouTuber und Right-to-Repair-Aktivisten, sowie an GamersNexus. Beide veröffentlichten den Fork und boten Jarczak jeweils 10.000 Dollar für seine rechtliche Verteidigung an. GamersNexus kündigte außerdem an, alle eigenen Bambu-Lab-Drucker hinauszuwerfen und durch Prusa-Drucker zu ersetzen.
Auch der US-Urheberrechtsanwalt Leonard French meldete sich zu Wort: Was Bambu da mache, sei ein klassisches Vorgehen für „progressives Einschließen“. Ein Hersteller bringe Hardware günstig mit vielen Funktionen auf den Markt, schränke diese dann Schritt für Schritt per Software-Update ein und sperre die Nutzer langsam aber sicher in ein Ökosystem ein, aus dem sie nicht mehr ohne Weiteres herauskommen.
Jarczak legte zusätzlich eine detaillierte technische Analyse vor [4]: Das geschlossene bambu_networking-Plug-in sei kein unabhängiges Add-on, sondern ein tief integrierter Bestandteil von Bambu Studio. Bambu Studio lade, installiere und aktualisiere das Plug-in selbst, löse 108 Funktionen aus der geschlossenen Bibliothek auf und nutze es für zentrale Funktionen wie Login, Monitoring, LAN- und Cloud-Druck, MakerWorld, Kamera und Telemetrie.
Sein Fazit: Das Verteilen von Bambu Studio als AGPL-Programm, ohne den Quellcode des geschlossenen Plug-ins bereitzustellen, sei ein AGPL-Verstoß. Da Bambu Studio auf PrusaSlicer und Slic3r basiert – beides AGPL-Code von vielen Autoren –, könne Bambu Lab diese Ausnahme nicht einseitig einführen.
Josef Prusa ist Gründer von Prusa Research, einem der bekanntesten 3D-Drucker-Hersteller weltweit – und Urheber des PrusaSlicers, auf dem Bambu Studio aufbaut. Er hatte Bambus AGPL-Verstoß bereits 2023 kritisiert, sah aber keine rechtliche Handhabe – ein Verfahren müsste vor einem chinesischen Gericht geführt werden.
In einem langen Post auf X [5] bettet er den Streit nun in einen größeren Kontext: Zwischen 2017 und 2023 habe China fünf Gesetze verabschiedet, die Unternehmen zur Geheimdienstkooperation verpflichten, dem Staat Zugang zu Verschlüsselungsschlüsseln sichern, chinesische Datenzugriffe unabhängig vom Serverstandort ermöglichen und entdeckte Schwachstellen direkt an Behörden leiten. Prusa kommt zu dem Fazit, dass fast die komplette 3D-Druckwelt damit in chinesischen Staatshänden liege. Das gelte ebenso für Hersteller chinesischer Autos, Kameras und KI-Modelle.
Ob Bambu Lab tatsächlich gegen Rossmann und Gamers Nexus vorgeht, ist bisher offen. Öffentlich hat der Streit eine Diskussion ausgelöst, die zumindest Teile der Community aufhorchen lässt. Und grundsätzlich berührt der Fall die Frage: Wem gehört eigentlich ein Gerät, das ich gekauft habe – und darf mir der Hersteller nachträglich Funktionen entziehen?
Für Bambu Lab ist es nicht das erste Mal, dass das Unternehmen sich unbeliebt macht: Bereits die Einführung von „Authorization Control“ Anfang 2025 [6] hatte für massive Kritik gesorgt. Der aktuelle Fork-Konflikt eskaliert diesen Streit nun auf eine neue, rechtliche Ebene. Der Fork selbst ist weiterhin bei Rossmann und GamersNexus verfügbar.
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Die chinesische Marke Firefly verkauft Server mit 48 RISC-V-Modulen, 384 CPU-Kernen und 768 GByte RAM ab 34.150 Euro. Manche Details bleiben bisher unklar.
Die chinesische Marke Firefly offeriert in ihrem Onlineshop unter anderem den Rack-Server CSC2-N48SPK3 mit 48 RISC-V-Rechenmodulen. Jedes davon ist mit dem Achtkerner SpacemiT K3 [1] sowie 16 GByte LPDDR5-RAM bestückt.
Insgesamt stellt der ab 34.150 Euro erhältliche CSC2-N48SPK3 also 384 CPU-Kerne und 768 GByte RAM bereit. Ein separates ARM-Board mit Rockchip RK3588 dient der Fernwartung, was Firefly BMC nennt.
Für rund 20.000 Euro mehr ist eine Version mit doppelt so viel RAM lieferbar. Außerdem hat Firefly den „CSD2-N128 AI Server“ mit bis zu 128 Rechenmodulen angekündigt, die mit ARM- oder RISC-V-Prozessoren von Rockchip oder SpacemiT bestückt sein können.
Der SpacemiT K3 ist einer der ersten RISC-V-Prozessoren, der die Vorgaben der Spezifikation RVA23 [2] erfüllt. Diese wiederum ist die Voraussetzung dafür, die RISC-V-Versionen aktueller Linux-Distributionen [3] installieren zu können. SpacemiT kooperiert mit Canonical [4] bei Ubuntu 26.04 für den K3.
Für die externe Kommunikation stehen vier RJ45-Buchsen mit 10-Gbit/s-Ethernet bereit. Das Fernwartungsmodul hat einen separaten Gigabit-Ethernet-Anschluss.
(Bild: Firefly)
Wie die 48 Boards im Firefly CSC2-N48SPK3 [5] mit den vier 10GE-Ports und dem BMC verbunden sind, hat Firefly noch nicht veröffentlicht. Vermutlich nutzt Firefly dabei die Onboard-Ethernet-Adapter der Rechenmodule.
Auch der Funktionsumfang der Fernwartung ist unklar. Denn anders als bei einem typischen „Baseboard Management Controller“ (BMC) sitzt vermutlich nicht auf jedem einzelnen Modul ein separater Fernwartungschip.
Wahrscheinlich baut Firefly in den CSC2-N48SPK3 48 Module des hauseigenen Typs CORE-K3JD4 [6] ein, das mit einem SpacemiT K3 und 16 GByte RAM jeweils 325 Euro kostet. Das Modul hat die Bauform eines Notebook-Speichermoduls (Small-Outline DIMM/SODIMM) mit 260 Kontakten.
Firefly, früher auch T-Firefly, ist eine Marke der chinesischen Firma T-Chip Intelligent Technology aus Zhongshan in der Provinz Guangdong. Firefly verkauft zahlreiche Minicomputer, Einplatinencomputer [7], Mainboards [8] und Server, viele davon mit ARM-SoCs der chinesischen Firma Rockchip.
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(Bild: RTL-SDR)
Der RTL-SDR V4 verschwindet vom Markt. Ein Nachfolger mit Einschränkungen ist bereits geplant.
Der RTL-SDR V4 wird nicht weiter produziert [1]. Das haben die Entwickler des beliebten Dongles für Software Defined Radio (SDR) offiziell bestätigt. Grund dafür ist das Ende der verfügbaren Bestände des verwendeten Tuner-Chips Rafael R828D, der schon seit längerer Zeit nicht mehr hergestellt wird. Bereits bei der Vorstellung des V4 im August 2023 war klar, dass es sich eigentlich um ein Produkt mit begrenzter Laufzeit handelt, das auf Restposten angewiesen ist. Nun sind die letzten brauchbaren Chips verbaut.
Für Maker und Funk-Enthusiasten ist das durchaus relevant, denn der RTL-SDR V4 gilt in vielen Bastelprojekten als robuste SDR-Lösung. Anders als bei anderen Funkempfängern übernimmt dabei nicht fest verdrahtete Hardware die Signalverarbeitung, sondern größtenteils Software. Ein SDR-Stick digitalisiert Funkdaten direkt und übergibt sie an den Rechner. Mit passender Software lassen sich dann unterschiedlichste Funkstandards analysieren oder empfangen – etwa Flugfunk, Wettersonden, Amateurfunk, ADS-B-Flugzeugdaten, Satellitensignale oder IoT-Funkprotokolle.
Der V4 unterscheidet sich von älteren RTL-SDR-Modellen vor allem durch seine Architektur für den Empfang im hochfrequenten Bereich (HF). Frühere Varianten wie der V3 benötigten meist einen externen Upconverter, um Kurzwellenfrequenzen unterhalb von etwa 24 MHz sinnvoll zu empfangen. Beim V4 ist dieser Upconverter bereits integriert. Zusätzlich setzt das Design auf mehrere Signalpfade und zusätzliche Filter, die über die drei Eingänge des R828D-Chips realisiert werden. Das reduziert Störungen und erleichtert die Verarbeitung unterschiedlicher Frequenzbereiche.
Bei Hochfrequenzen bringt das Vorteile bei der Empfangsqualität. Wer beispielsweise Kurzwelle, CB-Funk oder Amateurfunkbänder empfangen will, muss weniger externe Hardware einsetzen. Für portable Projekte oder kompakte Messaufbauten ist das praktisch. Außerdem ist der Stick dadurch für viele Einsteiger leichter nutzbar, weil zusätzliche Konverter und Filter wegfallen.
Ganz verschwinden soll die Technik aber nicht. Die Entwickler arbeiten bereits an einem neuen Modell namens V4L. Dieses nutzt den R828S-Chip, der allerdings nur zwei Eingänge unterstützt. Dadurch entfallen einige der zusätzlichen Filtermöglichkeiten des bisherigen V4. Die grundsätzliche Architektur mit integriertem HF-Upconverter soll jedoch erhalten bleiben.
Allerdings wird auch der V4L nur begrenzt verfügbar sein. Denn auch der R828S wird nicht mehr produziert, weshalb erneut nur vorhandene Lagerbestände zum Einsatz kommen. Zudem wird ein neuer Treiber erforderlich sein, da der Chip bislang offenbar noch nie in einem RTL-SDR-kompatiblen Produkt eingesetzt wurde.
Den älteren RTL-SDR V3 wollen die Verantwortlichen dagegen weiterhin regulär produzieren. Parallel denken die Entwickler bereits über eine mögliche Version V5 nach. Konkrete Informationen dazu gibt es bisher aber nicht. Noch vorhandene Restbestände des V4 könnten vereinzelt bei Händlern auftauchen. Die Entwickler warnen allerdings vor zahlreichen Fälschungen auf Marktplätzen. Teilweise würden dort Gehäusekopien des V4 mit einfacher V3-Klonhardware verkauft. Für Funkbastler gilt also einmal mehr: Nicht alles, was wie ein SDR aussieht, ist auch einer.
Wer noch so einen Dongle zu Hause hat, findet in unserem Artikel zum USB-C-Umbau Tipps [2], wie man den Stick mit einer USB-C-Buchse versieht.
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(Bild: @MakeSomething)
Gordix möchte die Portalfräse durch ein mobiles CNC-Robotersystem für große Werkstücke auf kleinem Raum ersetzen. Umbaubar zu Laser-Cutter und Plotter.
Portable CNC statt Portalfräse: Das taiwanische Team hinter den Cubiio-Laserwerkzeugen sammelt auf Kickstarter Geld für „Gordix“ ein. Die knapp über vier Kilogramm leichte Maschine verzichtet auf klassische Linearachsen und bewegt sich stattdessen per acht Zahnriemen über Werkstücke bis zu 1,22 × 2,44 Meter. Laut Hersteller soll das System Holz, Kunststoff und sogar dünne Metallplatten bearbeiten können.
Das Gerät kombiniert CNC-Router, Lasergravierer und Plotter in einem Gerät. Als Werkzeugaufnahme dient unter anderem eine Makita-Oberfräse mit 65-mm-Spannhals. Die angegebene Genauigkeit liegt bei ±0,5 Millimetern, die maximale Zustelltiefe bei 30 Millimetern. Neben Fräsen und Gravieren unterstützt Gordix auch Laserbearbeitung mit einem optionalen 10-Watt-Modul sowie großformatiges Zeichnen per Plotteraufsatz.
Interessant ist die Positionierung zwischen klassischen CNC-Konzepten: Gegenüber stationären Portalfräsen spart Gordix massiv Platz und Gewicht, erreicht dafür aber nicht deren Steifigkeit und Bearbeitungsgeschwindigkeit. Im Unterschied zu handgeführten Oberfräsen arbeitet das System automatisiert per G-Code. Gleichzeitig erinnert das Konzept an die portable CNC-Fräse „Shaper Origin [1]“, bei der Anwender die Maschine manuell führen und die Elektronik nur kleine Korrekturen ausführt.
Auch Parallelen zur offenen „Maslow CNC [2]“ sind offensichtlich: Beide Systeme arbeiten mit Riemen beziehungsweise Ketten statt starren Achsen und sind für große Holzplatten gedacht. Während die Maslow jedoch vertikal an der Wand hängt und eher als günstige DIY-Lösung gilt, setzt Gordix auf ein kompaktes, mobiles Robotersystem mit automatischer Kalibrierung und optionalen Zusatzwerkzeugen.
Die Einrichtung soll in wenigen Minuten erledigt sein: Anwender spannen die acht Gurte (vier unten, vier oben) diagonal über den Arbeitstisch bis zu den Ecken. Als Ankerpunkte dienen mitgelieferte Teile, an denen man die Endpunkte der Gurte befestigt. Das System kalibriert sich anschließend selbst. Dabei nimmt das System die Maße des „Frästischs“ (die Software kann sich mehrere Tische merken), die der Anwender vorher gemessen hat, und kompensiert auch Fehler in Winkligkeit der Grundplatte. Richtig messen muss man aber.
G-Code-Dateien lassen sich direkt in die Fräse importieren, alternativ erzeugt die Browser-Software aus Bildern automatisch Werkzeugpfade. Über das runde Display mit Drehencoder steuert man auch die Fräsvorgänge.
Das Kickstarter-Projekt ist bereits kurz nach dem Start deutlich überfinanziert [4]. Die günstigste Konfiguration startet bei 1850 US-Dollar, das Komplettpaket mit Laser- und Plottermodul kostet derzeit 1950 US-Dollar. Die Auslieferung ist für Herbst 2026 geplant. Wie immer gilt für Kickstarter-Kampagnen: Nichts ist garantiert, die Finanzierung geht auf das eigene Risiko.
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(Bild: LaneSaber)
Um sich vor zu eng überholenden Autos zu schützen, hat ein radfahrender US-Maker eine LED-beleuchtete Sicherheitsflagge in Form eines Lichtschwertes gebaut.
Einem Maker aus den USA, der unter dem Pseudonym Sundance auf Bluesky [1] aktiv ist, reichte es: Zu oft wurde er von Autos zu knapp überholt – besonders wenn er seine Kinder und seinen Hund auf dem Lastenfahrrad transportierte. Damit vorbeifahrende Autos den gesetzlich festgelegten Überholabstand einhalten, hat er den LaneSaber gebaut: eine LED-beleuchtete Sicherheitsflagge, die seitlich am Rad montiert wird und den nötigen Abstand bei Tag und Nacht sichtbar markiert.
Der leuchtende Stab beansprucht den eigenen Raum sichtbar, bevor ein Überholvorgang beginnt – damit Autofahrer nicht erst mittendrin merken, dass der Platz nicht reicht. Sundance bezeichnet das in seiner frei verfügbaren Bauanleitung [2] als eine Art „nonverbales Gespräch“ mit Autofahrern, ohne dass man den Blick von der Straße nehmen muss.
Der Aufbau ist bewusst einfach. Basis ist ein handelsüblicher 16-Zoll-Fahrradständer aus Stahl, dessen Feder gekürzt wird. Dann wird der Arm mit Schraubstock und Hammer umgebogen. Als Flaggenstange dient ein 6-mm-Glasfaserstab, umwickelt mit einem roten COB-LED-Streifen. Bei COB-LEDs sitzen die Leuchtdioden so dicht aneinander, dass sie eine durchgehende Leuchtlinie statt einzelner Punkte erzeugen. Wetterfest wird das Ganze durch klaren Schrumpfschlauch. E-Bike-Fahrer können die LEDs per 12-V-DC-DC-Wandler vom Bordakku speisen. Die Materialkosten belaufen sich auf 60 bis 100 US-Dollar; an Werkzeug benötigt man Metallsäge, Schraubstock, Bohrmaschine und Lötkolben.
Wem ein einfarbiges Lichtschwert zu langweilig ist, findet in der Make die passenden Anleitungen, um auf adressierbare RGB-LEDs umzusteigen – etwa mit WLED auf ESP-Basis [4] für App-gesteuerte Lichtmuster oder dem Festival-Totem mit bunten LED-Effekten [5].
(Bild: Make)
In Deutschland gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern innerorts und 2 Metern außerorts beim Überholen von Radfahrenden – Werte, die viele Autofahrer weder kennen noch einhalten, weshalb das Thema Überholabstand schon lange die Rad-Community beschäftigt. Der OpenBikeSensor [6] etwa misst per Ultraschall den tatsächlichen Abstand vorbeifahrender Autos.
Zudem will die Bundesregierung Türwarnsysteme in Fahrzeugen verpflichtend vorschreiben [7], um sogenannte Dooring-Unfälle zu verhindern. Der LaneSaber verfolgt einen pragmatischeren Ansatz: nicht messen, nicht regulieren, sondern Raum beanspruchen.
Der Name kommt nicht von ungefähr – die Sci-Fi-Ikone dient Makern in diversen Kontexten als Inspiration. Die LED-Wasserwaage 2.0 aus der Make [8] etwa besitzt ein verstecktes Lightsaber-Easter-Egg, und bei „Popular Woodworking“ entstand aus Obi-Wans Hilt-Design ein CNC-gefräster Wanderstock, und auf Etsy verkaufen Maker funktionale Gehstöcke im Lichtschwert-Look für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
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(Bild: EleCrow)
Display, Tastatur und Akku im Notebook-Format: Das CrowView Note soll Arduino UNO Q mobiler machen.
Lapdocks für Smartphones, Raspberry Pis und andere Einplatinenrechner gibt es schon seit Jahren. Die Idee dahinter ist simpel: Bildschirm, Tastatur, Touchpad und Akku werden in ein Notebook-ähnliches Gehäuse gepackt, während die eigentliche Rechenarbeit ein über USB-C angeschlossenes Gerät übernimmt. Mit dem CrowView Note versucht Elecrow nun allerdings, das Prinzip stärker auf Maker zuzuschneiden.
Das CrowView Note ist ein 14-Zoll-Lapdock [1] mit IPS-Panel und einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln und 60 Hz bei 100 % sRGB-Abdeckung. Das Gerät integriert Tastatur, Touchpad, Lautsprecher, Mikrofon und einen Akku mit 5000 beziehungsweise 6000 mAh, je nach Angabe im Datenblatt. Angeschlossen werden kompatible Geräte über USB-C. Darüber laufen gleichzeitig Stromversorgung, Audio, Video und Eingaben.
Speziell wird das CrowView Note durch das Bundle mit dem Arduino UNO Q. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Arduino-Board mit kleinem Mikrocontroller allein, sondern um eine Kombination aus Qualcomm Dragonwing QRB2210 und STM32U585. Das System setzt also auf zwei getrennte Recheneinheiten. Der Qualcomm-Chip übernimmt Linux, Netzwerkfunktionen, Videoverarbeitung und KI-Anwendungen, während sich der STM32-Mikrocontroller um Echtzeitaufgaben kümmert.
Der Linux-Teil läuft mit einem Quad-Core-Prozessor mit bis zu 2 GHz, Adreno-GPU und 4 GByte RAM. Dazu kommen zwei ISPs für Kameraverarbeitung. Laut Hersteller eignet sich das Board dadurch für lokale KI-Anwendungen wie Objekterkennung oder Gestensteuerung. Das ist für Maker interessant, weil viele KI-Projekte sonst schnell bei Cloud-Diensten landen oder zusätzliche Hardware benötigen. Hier läuft die Verarbeitung direkt auf dem Gerät.
Zum Bundle gehört außerdem eine USB-Kamera mit 640 × 480 Pixeln. Die Auflösung wirkt im Jahr 2026 zwar eher wie Steinzeit, reicht aber für einfache Computer-Vision-Projekte oder Objekterkennung aus.
Das CrowView Note selbst besitzt neben mehreren USB-C-Anschlüssen auch Mini-HDMI sowie zwei USB-A-Ports. Unterstützt werden neben dem Arduino UNO Q auch Raspberry Pi 5, Raspberry Pi Zero, Jetson Nano, Orange Pi, Rock Pi oder LattePanda. Damit eignet sich das Gerät im Prinzip als universeller Entwicklungsmonitor für viele SBC-Projekte.
Interessant ist auch die Smartphone-Unterstützung. Android-Geräte mit Desktop-Modus lassen sich direkt anschließen und auf dem 14-Zoll-Display nutzen. Unterstützt werden im Apple-Bereich nur iPhones mit USB-3-fähigem Anschluss, also die Pro-Modelle neuerer Generationen. Die normalen iPhone-Varianten mit USB 2.0 bleiben außen vor.
Für Maker könnte das CrowView Note vor allem bei mobilen Projekten spannend werden. Wer beispielsweise an einem Roboter arbeitet, ein KI-Projekt auf Basis eines Jetson Nano testet oder unterwegs Sensorik debuggen möchte, bekommt mit dem Gerät eine kompakte Entwicklungsumgebung. Gerade bei Workshops, Messen oder Feldtests spart das zusätzliche Monitore und Eingabegeräte. Auch als portables Dashboard für Home-Assistant- oder Raspberry-Pi-Projekte wäre das Gerät denkbar.
Das Bundle mit Arduino UNO Q und Kamera wird für 259,90 US-Dollar angeboten. Für Maker könnte das Gerät weniger ein Notebook-Ersatz sein, sondern eher eine Art universeller „Werkstatt-Bildschirm zum Zusammenklappen“.
Wer mehr über den UNO Q erfahren will, findet alles dazu in unserem Test [2].
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(Bild: CERN)
Das CERN hat seine komplette KiCad-Bibliothek mit über 17.000 Bauteilen unter freier Lizenz veröffentlicht – nutzbar für eigene Schaltpläne und Platinenlayouts.
Das Europäische Kernforschungszentrum CERN hat seine hauseigene Bauteilbibliothek für die freie Leiterplatten-Software KiCad als Open Source veröffentlicht [1]. Wer am Genfer Teilchenforschungszentrum eine Schaltung entwirft, greift seit Jahren auf einen Fundus mit mehr als 17.000 elektronischen Bauteilen zu, den das Design Office pflegt. Genau diese Sammlung – Schaltungssymbole für den Schaltplan und passende Footprints für das Platinenlayout – stellt das CERN nun in einem öffentlichen GitLab-Repository [2] zur Verfügung.
Maker, die schon immer mal einen eigenen Teilchenbeschleuniger im Keller bauen wollten, haben ab sofort zumindest schon mal die passende Bauteilbibliothek. Als Lizenz dient die freizügige CERN-OHL-P.
Neben der frischen KiCad-Bauteilbibliothek hat das CERN der Welt schon mehrfach Schlüsseltechnologien als Open Source überlassen – allen voran 1993 den Quellcode des World Wide Web, der das Internet zum Massenmedium machte. Hinzu kommen die CERN Open Hardware Licence, die mittlerweile zur Standardlizenz für viele Open-Hardware-Projekte geworden ist, sowie maßgebliche Beiträge zur PCB-Software KiCad selbst.
KiCad ist mittlerweile De-facto-Standard für Hobby- und Open-Hardware-Projekte, und Make hat auch mehrmals über die [3] Software berichtet [4]. Eine professionell kuratierte Bauteilsammlung erspart viel Recherchearbeit und das fehleranfällige Selbstanlegen von Symbolen. Den dicksten Block in der CERN-Bibliothek stellt mit Abstand „Connectors“ – ein Spiegel der vielen Stecker- und Mezzanine-Karten in der Forschungselektronik. Daneben gibt es eigene Dateien für Logik-ICs, Analog- und Interface-Bausteine, Operationsverstärker, Regler und DC-DC-Wandler, Dioden, Transistoren, Quarze, Sensoren, LEDs, Relais und Optokoppler sowie das komplette Passiv-Sortiment.
Eine Überraschung sind die CERN-eigenen Chips: Die Bibliothek enthält nämlich auch Symbole für hauseigene, strahlungstolerante Schaltkreise (ASICs). Hier finden sich etwa die DC/DC-Wandler FEAST und bPOL, der Gigabit-Optikempfänger GBTIA oder der PICOTDC, ein Time-to-Digital-Wandler mit Pikosekunden-Auflösung.
Welche fertige Hardware teilweise aus diesem Fundus entstanden ist, zeigt das verwandte „Open Hardware Repository [5]“: Am bekanntesten dürfte die Ethernet-Erweiterung „White Rabbit“ sein. Damit wird Sub-Nanosekunden-genaues Ethernet-Timing ermöglicht, eine Technik, die auch weit außerhalb von CERN und anderen hochpräzisen Physikexperimenten Verwendung findet, etwa in europäischen Stromnetzen für Zeitstempel von Schaltvorgängen oder in der Finanzwelt zur Synchronisation von Handelsplätzen.
Generiert wird die Bibliothek aktuell mit KiCad 9.x. Sie ist aber auch mit Version 10 kompatibel.
Siehe auch:
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(Bild: KI / heise medien)
Mit über einer Milliarde Exemplaren ist NE555 immer noch der meistproduzierte Chip. Er ist wohl in jedem Haushalt mit elektronischen Geräten irgendwo verbaut.
Heute, am 5. Mai 2026, wird der wohl berühmteste integrierte Schaltkreis der Welt 55 Jahre alt: der NE555 Timer-Chip. Ein Anlass, den auch der bekannte YouTuber Big Clive auf besonders kreative Weise feiert – mit einem 5 Minuten und 55 Sekunden langen Video, das exakt um 5:55 Uhr morgens am 5. Tag des 5. Monats veröffentlicht wird. Zusätzlich gibt es um 17:55 Uhr (UK-Zeit) einen 55-minütigen Livestream.
Der NE555 wurde 1971 von Hans Camenzind für Signetics [1] entworfen und gehört zu den ersten integrierten Schaltkreisen, die auch heute – 55 Jahre später – noch in massenhafter Verwendung sind. Camenzind schuf damit einen außergewöhnlich vielseitigen Baustein, der sich am besten als Sammlung elektronischer Lego-Bausteine beschreiben lässt: Er kann als Timer, Oszillator, Schwellwertdetektor und für viele weitere Anwendungen eingesetzt werden.
Zu den großen Stärken des Chips gehören sein weiter Versorgungsspannungsbereich von 4,5 V bis 16 V sowie die Fähigkeit, direkt Lasten von bis zu 200 mA am Ausgang zu treiben – Eigenschaften, die ihn auch heute noch konkurrenzfähig machen. Wer es ganz genau wissen will und dem Chip aufs Silizium schauen möchte, ist bei Ken Shirriff genau richtig [2].
(Bild: ZeptoBars)
Übrigens: Die landläufige Meinung, der Name „555“ leite sich von den drei 5-kΩ-Widerständen im internen Spannungsteiler ab, wurde von Camenzind selbst zurückgewiesen. Den eingängigen Namen verdanken wir laut ihm einem Marketing-Mitarbeiter mit dem fast schon zu schön klingenden Namen Art Fury. Ob Fury sich nicht doch von den drei Widerständen inspirieren ließ, bleibt allerdings sein Geheimnis.
Hans Camenzind (gest. 2012) [3] selbst soll einmal gesagt haben, er würde den Chip heute anders entwerfen – aber im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer. 1971 betrat er Neuland und landete mit dem 555 einen Volltreffer, der die Elektronikwelt bis heute prägt.
Das Video (5min 55s) zum NE555 von Big Clive bietet einen unterhaltsamen und praktischen Einblick in die Funktionsweise dieses außergewöhnlichen Chips.
Praktisch jeder hat irgendwo einen 555 in seinen elektronischen Geräten – oft, ohne es zu wissen. Hier eine kleine Auswahl:
Klassische Anwendungen:
Weniger bekannte Einsätze:
Big Clive (siehe Video oben) würdigt im Video auch andere langlebige Klassiker, die ähnlich allgegenwärtig sind: den LM358 Dual-Op-Amp, den LM324 Quad-Op-Amp, den LM393 Komparator sowie zahlreiche TTL- und CMOS-Logikbausteine. Selbst in der Welt der Mikrocontroller gibt es solche Urgesteine: Die 8051-Architektur von 1980 findet sich noch immer in vielen generischen Chips aus chinesischer Produktion – und ist damit über 45 Jahre alt.
Happy Birthday [7], kleiner Chip – auf die nächsten 55 Jahre!
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(Bild: Tux by Larry Ewing / GIMP)
Die Entdecker haben die root-Lücke im Linux-Kernel „Copy Fail“ getauft. Alle größeren Distributionen seit 2017 sind betroffen.
Im Linux-Kernel haben IT-Forscher eine Schwachstelle entdeckt, die Angreifer zum Erlangen von root-Rechten missbrauchen können. Die Entdecker haben die Schwachstelle „Copy Fail“ getauft. Ihnen zufolge sind alle Linux-Distributionen, die seit 2017 verfügbar sind, davon betroffen.
Das schreiben die IT-Forscher in einem Blog-Beitrag [1], der Bericht ist ihnen jedoch sogar eine eigene Domain wert [2]. Die Lücke haben sie offenbar mit dem KI-Werkzeug Xint Code aufgespürt. Es handelt sich um einen Logikfehler, der lokalen Nutzern im System ermöglicht, einen deterministischen, kontrollierten 4-Byte-Schreibzugriff auf den Page-Cache jedes lesbaren Dateisystems eines Rechners auszuführen. Mit einem Python-Skript von 732 Byte Größe gelingt es den Forschern, eine Binärdatei mit setuid-Flag zu manipulieren und dadurch root-Rechte zu erlangen (CVE-2026-31431 [3], CVSS 7.8, Risiko „hoch“).
Die IT-Sicherheitsforscher führen weiter aus, dass der Kernel die manipulierte Page nicht als „Dirty“ zum Rückschreiben aufs Laufwerk markiert, sodass die Datei unverändert bleibt und einfache Checksummen-Prüfungen von der Manipulation nichts mitbekommen. Beim tatsächlichen Dateizugriff erfolgt jedoch der Rückgriff auf den Page-Cache. Damit lassen sich zudem Container-Grenzen sprengen, da der Page-Cache auf dem Host geteilt wird. Konkret kündigen die IT-Forscher an, weitere Details zu veröffentlichen, die den Ausbruch aus Kubernetes-Containern erörtern.
Der Fund sei zwar KI-unterstützt gewesen, basierte aber auf Untersuchungen der Interaktion des Linux-Krypto-Subsystems mit Page-Cache-Daten. Interessierte finden sehr tiefgehende Details im Blog-Beitrag. Dort stellen die Programmierer auch einen Proof-of-Concept-Exploit vor. Das Python-Skript ist 732 Byte groß und verschafft lokalen Angreifern root-Rechte etwa unter Ubuntu 24.04 LTS mit Kernel 6.17.0-1007-aws, Amazon Linux 2023 mit Kernel 6.18.8-9.213.amzn2023, RHEL 10.1 und Kernel 6.12.0-124.45.1.el10_1 sowie SUSE 16 mit Kernel 6.12.0-160000.9-default. Zumindest haben die Entdecker der Schwachstelle diese Kombinationen erfolgreich getestet.
Einen Fix für den Kernel-Quellcode stellen die IT-Forscher ebenfalls bereit. Aktualisierte Kernel sollten inzwischen die größeren Distributionen bereitstellen. Als temporäre Gegenmaßnahme soll demnach aber helfen, AF_ALG-Socket-Erstellung über seccomp zu blockieren oder aber als algif_aead-Modul in die Blacklist aufzunehmen, sodass der Kernel es nicht lädt: echo "install algif_aead /bin/false" > /etc/modprobe.d/disable-algif-aead.conf && rmmod algif_aead 2>/dev/null im Terminal erledigt das und entfernt gegebenenfalls das geladene Modul aus dem Speicher.
Es ist erst wenige Tage her, da hat die Telekom mittels KI die Schwachstelle „Pack2TheRoot“ in Linux [4] aufgespürt. Auch hierbei handelt es sich um eine Rechteausweitungslücke, die sich in mehreren Linux-Distributionen in den Standardkonfigurationen ausnutzen ließ.
Im letzten Satz korrigiert, dass die Lücke „Pack2TheRoot“ in Linux, nicht im Kernel war.
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Espressif
Statt starrer Firmware setzt ESP-Claw auf Chat-Steuerung und KI für flexible IoT-Projekte.
Mit ESP-Claw hat Espressif ein neues Framework für ESP32-Boards veröffentlicht. Statt Geräte direkt zu programmieren, setzt das Projekt auf einen Agentenansatz direkt auf den Chips. Die Idee dahinter: Sensoren liefern Daten, ein lokaler Agent trifft Entscheidungen und das Gerät reagiert selbstständig.
Technisch basiert ESP-Claw auf einem Runtime-System, das auf ESP32-Boards wie dem S3 läuft. Der Ansatz nennt sich „Chat Coding“: Das Verhalten eines Geräts kann über Konversationen definiert werden, statt klassische Firmware zu schreiben. Im Hintergrund werden diese Eingaben in Aktionen übersetzt, die der Mikrocontroller ausführt. Ergänzt wird das Ganze durch eine ereignisgesteuerte Architektur, bei der Sensorwerte, Nachrichten oder andere Trigger direkt eine Verarbeitungskette starten können. Reaktionen sind laut Projekt im Millisekundenbereich möglich.
Für Maker interessant ist vor allem die flexible Erweiterbarkeit. ESP-Claw bringt eine strukturierte Speicherverwaltung mit, um Zustände und Kontext direkt auf dem Gerät abzulegen und nachhaltig zu speichern. Gleichzeitig lassen sich externe Dienste über standardisierte Schnittstellen anbinden, etwa über das Model Context Protocol (MCP). Auch die Integration von Messaging-Diensten wie Telegram ist vorgesehen, dadurch kann man Geräte in bestehende Kommunikationswege einbinden.
Ein weiterer praktischer Punkt ist die vergleichsweise niedrige Einstiegshürde. Unterstützte Boards lassen sich direkt im Browser konfigurieren und flashen, ohne lokale Toolchain. Wer tiefer einsteigen will, kann das System aber auch klassisch selbst bauen und anpassen. Durch den modularen Aufbau lassen sich einzelne Komponenten austauschen oder erweitern, etwa um zusätzliche Sensorik, Aktoren oder eigene Logik einzubinden.
Spannend wird das Ganze in Maker-Händen. Beispiele für Projekte sind etwa smarte Kameraknoten, die Ereignisse selbst interpretieren, Sprachinterfaces für Smart-Home-Steuerung oder Geräte, die auf Basis von Sensordaten eigenständig Entscheidungen treffen, etwa in der Heimautomation.
Auf der offiziellen GitHub-Seite [1] sind in Videos einige Beispielprojekte festgehalten. So wird ein LED-Streifen an einen ESP angeschlossen und dem Agenten via Chat mitgeteilt, wie dieser Streifen angeschlossen ist und dass mit dem LED-Streifen ein Regenbogenlicht realisiert werden soll. Nach kurzer „Überlegung“ des Agenten beginnt der Streifen entsprechend zu leuchten.
Für Maker bedeutet das vor allem weniger Code und mehr Fokus auf das Verhalten eines Projekts. Statt Zustände und Abläufe komplett selbst zu modellieren, kann man mit einem Agenten arbeiten, der sich dynamisch anpassen lässt. Gleichzeitig bleibt die Kontrolle über Daten erhalten, weil viele Funktionen lokal laufen. Noch ist das Projekt in Entwicklung, aber es zeigt recht deutlich, wohin sich IoT im Hobbybereich bewegen könnte: weg von starren Skripten, hin zu kleinen, eigenständig agierenden Systemen.
Wer direkt mit KI loslegen möchte, kann mit unserem selbst gebauten KI-Telefon [2] Ideen austauschen.
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Halbleiterbauelemente sitzen auf Trägern, die als Brücke zur Platine dienen. Die Rohstoffe für diese Bauteile sind derzeit knapp.
(Bild: heise medien)
Der wichtigste Lieferant von Polyphenylenether hat nach einem Angriff offenbar die Auslieferungen eingestellt. Das betrifft alle elektronischen Geräte.
Es bahnt sich ein weiterer Mangel durch den Iran-Krieg an: Polyphenylenether (PPE) für die Herstellung von Platinen und teilweise Chipträgern könnte in den kommenden Monaten knapp werden. Die Saudi Basic Industries Corporation (SABIC) soll nach einem Raketenangriff durch Iran Anfang April die Auslieferungen eingestellt haben.
Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters [1] anhand geschäftsnaher Quellen. SABIC selbst schreibt [2] in seinem jüngsten Quartalsbericht vom 29. April lediglich über „sich verschärfende Lieferstörungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten“, die mehrere Kunststoffe betreffen.
Einen Lieferstopp bestätigt SABIC nicht, dementiert ihn aber auch nicht. Videos von Angriffen auf die saudische Region Al-Dschubail und ihre petrochemische Industrie wurden über soziale Medien geteilt.
Lieferzahlen zu PPE sind rar. Laut Reuters macht SABIC jedoch rund 70 Prozent der weltweiten Lieferungen aus. Gemäß einer Goldman-Sachs-Analyse sind die Preise für das Harz im April bereits um 40 Prozent gestiegen.
PPE ist unter anderem bis mehr als 100 Grad Celsius hitzebeständig, isoliert elektrisch und nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Dadurch eignet sich das Harz für die Isolierschichten vor allem in Platinen (Printed Circuit Boards, PCBs). Alle elektronischen Geräte brauchen heutzutage PCBs, sodass ein Rohstoffmangel potenziell die Preise erhöht.
Schon das Glasgewebe von Nittobo und der Ajinomoto Build-up-Film (ABF) für Chipträger zeigten [3], dass essenzielle Bestandteile in der Halbleiterproduktion an einzelnen Unternehmen hängen. Häufig lohnt es sich für andere Firmen aufgrund normalerweise geringer Margen nicht, in den Markt einzusteigen.
Die Börse reagiert derweil schon auf die aktuelle Entwicklung: Die Aktie des südkoreanischen PPE-Zulieferers Kolon Industries ist allein im April um 30 Prozent gestiegen, seit Jahresbeginn um über 130 Prozent.
Der deutsche Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI schreibt in einer Stellungnahme an heise online, dass ihm zu Engpässen bei Kunststoffen wie PPE zumindest derzeit noch keine Meldungen vorliegen. Das könnte schlicht an der Auslagerung der Produktion nach Asien liegen – in Deutschland ist die Herstellung von PCBs längst nicht mehr rentabel. Bis sich ein Rohstoffmangel zu Beginn der Lieferkette hierzulande auswirkt, dürften Monate vergehen.
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(Bild: ChatGPT)
Kampferprobte 3D-Drucke, mechanischer Flipper, 80 Stimmen Polyphonie mit ESP32, Fotos-Texturen mit FDM-Druck, macOS auf Wii, CardPuter mit Linux.
Bei Recherchen für Artikel oder eigene Projekte bleibt fast immer etwas an Nebenfunden hängen: ein Video, ein Tool, ein Board, eine absurde Portierung oder ein Bastelprojekt, das man eigentlich nur kurz anklicken wollte – und bei dem man dann doch hängen bleibt. Genau dieses digitale Treibgut sammle ich, weil daraus oft schneller neue Ideen entstehen als aus der eigentlichen Suche.
Hier also wieder ein kleiner Fang der letzten Tage. Vielleicht ist ja auch für euch etwas dabei – und wenn ihr selbst über spannende Tools, Hardware oder Videos gestolpert seid, dann gern in die Kommentare damit.
Wer funktionale Teile druckt, landet früher oder später bei der immer gleichen Frage: Wie bekommt man aus normalem PLA(+) noch ein bisschen mehr Belastbarkeit heraus? Im aktuellen Video von Maker’s Muse geht es im Kontext von Roboter-Kämpfen genau darum. Gezeigt werden nicht etwa exotische Materialien oder Spezialhardware, sondern erstaunlich bodenständige Einstellungen in Orca Slicer 2.3.2 (siehe auch diesen Newsbeitrag [1]). 100 Prozent konzentrisches Infill, versetzte zusätzliche Wände, unterschiedliche Linienbreiten für Außen- und Innenbereiche und die Möglichkeit, den Materialfluss gezielt im Inneren zu erhöhen.
Spannend finde ich daran vor allem, dass hier keine Wunderlösung verkauft wird. Stattdessen zeigt sich wieder einmal, wie viel Mechanik und Materialverhalten schon im Slicer entschieden werden. Gerade bei Haltern, Werkzeugen oder Robotik-Teilen lohnt sich der Blick auf solche Profile oft mehr als der reflexhafte Griff zum nächsten „Engineering Filament“.
Nicht jedes spannende Maker-Thema muss ein neues Dev-Board oder eine Library sein. Manchmal reicht auch ein Video, das einen alten Klassiker einmal anders denkt. Schon der Titel „Pinball like you’ve never seen before.“ reicht aus, um bei mir den Spieltrieb anzuschalten. Hier wird ein Flipper, also eigentlich ein komplettes Baukastensystem, entworfen und gebaut. Am Ende steht aktuell ein Flipper für zwei oder vier Personen, die gegeneinander spielen.
Ich mag solche Projekte: Selbst wenn man nichts 1:1 nachbaut, bleibt fast immer irgendeine Idee hängen – sei es für Antriebe, 3D-Druck, Konstruktion oder einfach für die Frage, wie man aus einem bekannten Prinzip mit etwas Kreativität wieder etwas Neues machen kann. Für Maker ist das oft viel interessanter als das hundertste „hier ist ein neues Board mit noch mehr GPIOs“.
Mit dem ESP32Synth-Projekt zeigt Danilo Gabriel auf Hackaday [4], wie weit man heutige Mikrocontroller auch im Hinblick auf Audio treiben kann. Die Library basiert auf ESP-IDF, läuft bare-metal-nah, ist auf hohe Polyphonie ausgelegt und schafft laut Projekt standardmäßig 80 Stimmen, im Grenzbereich sogar deutlich mehr. Audio läuft über I²S, dazu kommen klassische Wellenformen, Wavetables, SD-Streaming für WAV-Dateien und sogar eigene DSP-Hooks für Effekte oder spezielle Oszillatoren.
Besonders sympathisch ist daran, dass das Projekt (gitHub) nicht nur als Synth-Spielerei daherkommt [5], sondern als echter Bausatz für eigene Instrumente, Soundgeneratoren oder Installationen. Wenn man schon einen ESP32 herumliegen hat, ist das genau die Art von Software, aus der schnell ein Wochenendprojekt wird – und im besten Fall ein sehr lautes.
Ebenfalls schön bunt ist das Video „I Built a Tool to Paint 3D Models with Photos“. Dahinter steckt Primed3D von 3D Revolution [7]: ein freies Open-Source-Werkzeug, das STL- oder 3MF-Modelle im Browser bemalen kann – inklusive Farbverläufen, Flächenfüllung und eben auch Foto-Projektion. Anschließend lässt sich daraus wieder ein 3MF exportieren, wahlweise für „normale“ (unbezahlbare) Mehrfarb-Drucker oder als geditherte Mehrmaterial-Version für FDM-Drucker mit Filamentwechsler.
Gerade für Cosplay, Deko, Figuren oder experimentelle Drucke finde ich das spannend. Denn statt nur einzelne Filamentfarben zuzuweisen, rückt damit die eigentliche Oberflächengestaltung stärker in den Mittelpunkt. Schön ist außerdem, dass das Tool komplett clientseitig laufen soll – die Dateien bleiben also im Browser und wandern nicht erst auf irgendeinen Server.
Es gibt diese Projekte, bei denen man schon beim Titel weiß, dass sie völlig unnötig sind – und genau deshalb großartig. „Booting Mac OSX on a Nintendo Wii“ gehört eindeutig in diese Kategorie. Bryan Keller hat Mac OS X 10.0 Cheetah nativ auf die Nintendo Wii portiert [9]und den Weg dorthin in seinem Blog dokumentiert. Weil die Wii auf einem PowerPC 750CL basiert, also auf einem Verwandten der G3-Prozessoren früher Apple-Rechner, war die Idee technisch nicht komplett abwegig – nur eben trotzdem ziemlich wild. Der YouTuber Action retro musste es natürlich ausprobieren.
Richtig schön wird das Projekt aber erst im Detail: eigener Bootloader, Kernel-Patches, Treiberarbeit, SD-Karten-Boot und als Bonus noch die Korrektur des zunächst magentafarbenen Bildes per Dual-Framebuffer-Konstruktion, weil die Wii intern YUV erwartet, Mac OS X aber RGB haben will. Spätestens an diesem Punkt ist man dann wieder bei der beruhigenden Erkenntnis, dass „läuft irgendwie“ in der Maker-Welt oft schon die halbe Miete ist. Und der Classic Mode … uhhh. Das kenne ich nur von meinem Shapeshifter-Mac-Emulator auf dem Amiga.
Die Cardputer auf ESP32-Basis waren nicht uninteressant, aber man musste viel selbst programmieren, wenn man produktiv werden wollte. M5Stack positioniert den CardputerZero mit Linux [11] als „Pocket Raspberry Pi Computer for Hackers“ und zielt damit klar auf alle, denen ein normaler Mikrocontroller-Handheld nicht mehr reicht. Laut Hersteller soll das Gerät als tragbares Linux-Labor für SSH, Python, Git, Vim, Edge-AI-Anwendungen und Hardware-Basteleien dienen. Erwähnt werden außerdem eine eingebaute App- beziehungsweise Firmware-Verteilung, Erweiterbarkeit über Grove, M5Units sowie Schnittstellen wie SPI, I²C, UART, USB und GPIO. Und ja, die Hardware basiert auf einem auch beim Raspi Zero verbauten Chip.
(Bild: m5stack)
Interessant ist daran hauptsächlich die Richtung: Weg vom reinen Gadget, hin zu einem wirklich mobilen „Arbeitsgerät“ für Leute, die gern direkt am Gerät tippen, testen und schrauben. Wenn M5Stack die Versprechen halbwegs einlöst, könnte das ein ziemlich cooles Werkzeug für Feldtests, Mini-Terminals, Off-Grid-Kommunikation oder einfach für unterwegs „Rumnerden“ werden. Laut M5Stack befindet sich das Projekt derzeit noch in der Vorstartphase; der Kickstarter ist für Mitte bis Ende Mai 2026 angekündigt, mit Early-Bird-Preisen von 59 US-Dollar für die Lite-Version und 89 US-Dollar für die reguläre Variante.
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