(Bild: Natalia Klenova / Shutterstock.com)
Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Rustup, Python Software Foundation, Vite+, Kubermatic, Django, PyTorch, Kai, Eclipse und Rust.
In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:
reqwest das veraltete curl-Download-Backend endgültig ab und die implizite Toolchain‑Installation wurde für rustup- und rustup-init-Aufrufe deaktiviert. Bei Proxy-Befehlen wie rustc und cargo bleibt sie erhalten.CARGO_BUILD_WARNINGS eine Warnungsbehandlung per Cargo ein und zeigt Linker‑Ausgaben nicht mehr versteckt an. Die Release Notes [12] enthalten alle Neuerungen.Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [13].
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Anthropic teilte mit, dass Claude Code jetzt über einen eingebauten Browser verfügt. Damit kann das Tool direkt mit Webseiten interagieren, statt sich ausschließlich auf lokale Entwicklungsserver zu verlassen.
Die Ankündigung erfolgte über den ClaudeDevs-Account auf X. Dort wird der Browser als Möglichkeit beschrieben, mit der Claude Dokumentationen, Designs oder beliebige andere Webseiten einsehen kann, während es arbeitet. Laut dem Post kann Claude Seiteninhalte lesen, durch Elemente klicken und mit Seiten interagieren, ähnlich wie es das bereits mit lokalen Entwicklungsumgebungen tut.
Das Unternehmen betont ausdrücklich, dass die Funktion in einer Sandbox läuft. Sitzungen bleiben standardmäßig nicht erhalten, und Nutzer entscheiden selbst, ob Claude den Browserzustand zwischen verschiedenen Aufgaben speichert.
Anthropics eigene Dokumentation zieht eine klare Grenze zwischen diesem neuen Browserbereich und der separaten Erweiterung Claude für Chrome. Der interne Browser laufe demnach mit einem sauberen Profil, ganz ohne gespeicherte Log-ins oder Verlauf aus dem persönlichen Browser der Nutzer.
Dieses Set-up ist für das Bauen und Testen von Anwendungen gedacht, oder für Seiten, bei denen die Identität des Nutzers keine Rolle spielt. Für Fälle, in denen Claude im Namen des Nutzers handeln muss, etwa beim Navigieren in eingeloggten Sitzungen, verweist Anthropic stattdessen auf die Chrome-Erweiterung.
Diese Unterscheidung ist relevant für alle, die Komfort gegen Risiko abwägen müssen. Ein sandboxed Browser begrenzt, was Claude sehen und berühren kann. Die Chrome-Erweiterung gibt einen Teil dieser Isolation auf, dafür kann Claude beispielsweise innerhalb von Anwendungen agieren, die einen Log-in voraussetzen.
OpenAI kündigte kürzlich an, seinen ChatGPT-Atlas-Browser einzustellen und die entsprechende Funktion stattdessen in einen internen Browser der ChatGPT-Desktop-App zu verlagern.
Sowohl Anthropic als auch OpenAI betreiben bereits eigene Chrome-Erweiterungen, die ihre KI-Systeme mit Googles Browser verbinden.
Die US-amerikanische Kommunikationsbehörde FCC (Federal Communications Commission) hat dem Antrag des Unternehmens Reflect Orbital stattgegeben, einen Sonnenlichtspiegel im Weltall zu platzieren. Dabei soll es sich um einen Demonstrationssatelliten handeln, der nachts Sonnenlicht zur Erde reflektieren kann.
Laut den Genehmigungsunterlagen der FCC trägt der Satellit den Namen Earendil-1 und ist mit einem spiegelnden Dünnschichtreflektor ausgestattet. Zur Lenkung des Sonnenlichts und zur Vermeidung von Kollisionen ist er mit einem integrierten Antriebssystem ausgestattet, das Manöver im niedrigen Erdorbit ermöglichen soll.
Langfristig plant Reflect Orbital ein Satellitennetzwerk nach dem Vorbild von Starlink, das Sonnenlicht auf Abruf bereitstellen kann. Dieses soll etwa zur Stromerzeugung durch Solaranlagen beitragen oder die Sichtbarkeit für Such- und Rettungsteams verbessern.
Die FCC bewertete auch die Einwände von Wissenschaftlern gegen das Projekt. So steht in den Unterlagen etwa, dass die American Astronomical Society (AAS) das Projekt ablehne. Der geplante Satellit unterscheide sich grundlegend von Telekommunikationssatelliten und sei auf das Reflektieren von Licht mit einer maximalen Helligkeit ausgelegt. Auswirkungen auf die astronomische Forschung ließen sich dadurch nur schwer abmildern, so die AAS.
Die Organisation wies zudem darauf hin, dass reflektierende Satelliten zu Augenschäden bei Amateurastronomen und zu vorübergehenden Blendungen von Autofahrern und Piloten führen könnten. Die FCC lehnte die Berücksichtigung dieser Bedenken ab, da die Politik der USA darauf abziele, die Bereitstellung neuer Technologien und Dienstleistungen für die Öffentlichkeit zu fördern.
Das öffentliche Interesse an der Technologie liege höher als die Bedenken hinsichtlich des Schutzes von Umwelt und Gesundheit. Diese stünden zudem in keinem Zusammenhang mit der Rolle der FCC, die Genehmigung zur Nutzung von Funkfrequenzen zu erteilen, so die Behörde.
Teuer, teurer, iPhone. Eine aktuelle Analyse des Marktforschungsunternehmens Counterpoint Research legt nahe, dass die Bauteilkosten des kommenden iPhone 18 Pro Max deutlich steigen könnten. Für die Topversion mit einem Terabyte Speicher rechnen die Analysten mit einem Anstieg von fast 300 US-Dollar gegenüber dem Vorgänger.
Den größten Anteil am Anstieg sollen die Kosten für den Flash-Speicher haben. Laut Counterpoint könnte allein der NAND-Speicher des untersuchten Modells mehr als 250 US-Dollar kosten. Das entspricht etwa der Hälfte der gesamten geschätzten Bauteilkosten eines iPhone 17 Pro Max.
Auch beim Arbeitsspeicher rechnen die Analysten mit steigenden Preisen. Grund ist die angespannte Lage bei DRAM-Chips. Ein erheblicher Teil der weltweiten Fertigungskapazitäten wird derzeit für Hardware in KI-Rechenzentren beansprucht, was den Nachschub für Smartphone-Speicher knapper macht. Betroffen ist davon nicht nur Apple, sondern auch andere Smartphone-Hersteller.
Den zweitgrößten Kostentreiber sehen die Analysten beim erwarteten Prozessor A20 Pro. Gerüchten zufolge lässt Apple den Chip für iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max erstmals im N2-Verfahren von TSMC fertigen. Der Wechsel von der bisherigen 3-Nanometer-Fertigung auf einen 2-Nanometer-Prozess gilt als aufwendiger, neue Verfahren bringen zu Beginn meist höhere Waferpreise mit sich. Geringere Ausbeuten in der Anfangsphase können die Kosten pro Chip zusätzlich erhöhen.
Allerdings soll nicht jede Komponente teurer werden. Counterpoint geht davon aus, dass die Kosten für das Display und einige weitere Bauteile im Vergleich zum iPhone 17 Pro Max sinken könnten. Ein Teil der höheren Kosten für Speicher und Prozessor ließe sich dadurch ausgleichen.
Bei der Kamera rechnen die Analysten dagegen mit einem leichten Anstieg. Als möglicher Grund gilt Gerüchten zufolge eine geplante Hauptkamera mit variabler Blende. Apple hat entsprechende Pläne bislang nicht bestätigt.
Höhere Bauteilkosten führen nicht zwangsläufig zu höheren Verkaufspreisen. Apple könnte einen Teil der Mehrkosten selbst tragen, die Ausstattung anpassen oder die Preise je nach Speicherstufe unterschiedlich gestalten. Belastbare Angaben dazu liegen bislang nicht vor.
Counterpoint zufolge dürften vor allem Modelle mit viel Speicher stärker betroffen sein. Apple dürfte das iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max wie üblich im Herbst vorstellen.
(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)
Mit einem radikalen Systemwechsel im Nachrichtendienstrecht betreibt das Innenministerium die Degradierung des BSI zum Zulieferer für staatliche Cyberangriffe.
Das Bundesinnenministerium (BMI) plant eine Zäsur in der deutschen Sicherheitsarchitektur. Ein 648 Seiten starker Referentenentwurf zur Reform des Nachrichtendienstrechts sieht vor, die bisherigen rechtlichen Befugnisse des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) und des Bundesnachrichtendienst (BND) sowie die Verflechtungen zwischen beiden Institutionen grundlegend neu zu ordnen.
Dahinter verbirgt sich eine umfassende digitale Aufrüstung: Inlands- und Auslandsgeheimdienst sollen im cyber-operativen Bereich zu eigenständigen Akteuren mit erweiterten Hackbefugnissen werden. Zugleich droht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zum digitalen Zulieferer für die Spione zu werden.
Das Innenministerium begründet sein Reformvorhaben [1] mit einer verschärften Bedrohungslage. Die operativen Fähigkeiten der Dienste müssten an die digitale Welt angepasst werden. Ein neues Frühwarnsystem und die Ausweitung der heimlichen Online-Durchsuchung sollen „Schutzlücken“ schließen.
Kritiker sehen darin das bekannte Muster sicherheitspolitischer Gesetzgebung: Tiefgreifende Überwachungsbefugnisse werden als alternativlose Antwort auf eine permanente Gefährdung dargestellt, während digitale Freiheitsrechte weiter unter Druck geraten.
Deutlich wird der Kurswechsel etwa bei den „aktiven“ Schutzmaßnahmen. Künftig sollen die Agenten unter bestimmten Voraussetzungen in laufende Cyberattacken eingreifen dürfen, wenn andere Behörden wie die Polizei [2] nicht rechtzeitig handeln können.
Als Beispiel nennt das BMI den Fall, dass ein Dienst bereits die Infrastruktur eines Angreifers infiltriert und dort ein Schadprogramm entdeckt. Dann soll er unmittelbar Gegenmaßnahmen starten dürfen, anstatt die Attacke weiterlaufen zu lassen. Gegner sprechen von einer gesetzlichen Basis für staatliche Hackbacks [3], durch die die Grenze zwischen defensiver Aufklärung und offensiven Gegenmaßnahmen verschwimmt.
Von besonderer Tragweite ist die Neuregelung des Verhältnisses zwischen BSI und BND. Der geplante Paragraf 10 Absatz 2 BND-Gesetz soll die Übermittlungspflichten öffentlicher Stellen neu regeln. Dem BMI ist etwa die im BSI-Gesetz gesetzte Hürde für die Übermittlung an den BND nur bei „erheblicher Bedeutung für die Bundesrepublik“ zu hoch.
Künftig soll das BSI sicherheitsrelevante Erkenntnisse bereits in frühen Phasen eines Angriffs und teils automatisiert an den BND übermitteln. Begründet wird das damit, dass der Auslandsdienst dank seiner umstrittenen strategischen Fernmeldeaufklärung [4] einzelne Vorfälle in einen globalen Zusammenhang einordnen und so Gefahren früher erkennen könne.
Brisant ist hier der Umgang mit IT-Schwachstellen. Laut dem Entwurf soll das BSI Erkenntnisse über die technische Funktionsweise entdeckter Sicherheitslücken unverzüglich und möglichst automatisiert an den BND weitergeben. Gerade bei Zero-Days – Sicherheitslücken ohne verfügbaren Hersteller-Patch – entstünde dem BMI zufolge so ein erheblicher operativer Vorteil.
In der Gesetzesbegründung heißt es, der Zeitraum bis zur Schließung einer Schwachstelle könne für „wichtige Arbeiten“ des BND genutzt werden. Zeitverzögernde Prozesse würden die Anwendbarkeit erheblich verringern.
Damit würde das BSI in einen kaum lösbaren Zielkonflikt geraten. Statt Sicherheitslücken möglichst schnell zu schließen, wie es die Ampel-Koalition plante [5], wird die Zeit bis zur Bereitstellung eines Updates bewusst für geheimdienstliche Zwecke einkalkuliert.
Als Ausgleich für die erweiterten Befugnisse verweist das Haus von Alexander Dobrindt (CSU) auf eine stärkere rechtsstaatliche Kontrolle. Die Zuständigkeiten sollen beim Unabhängigen Kontrollrat (UKRat) [6] gebündelt werden, der künftig eine gerichtsähnliche Vorabaufsicht ausüben könnte. Doch dessen Möglichkeiten blieben begrenzt.
Auch finanziell markiert die Initiative einen deutlichen Ausbau der Cyberfähigkeiten. Für den BND sind mindestens 40 Millionen Euro an Einmalkosten sowie jährlich 35 Millionen Euro vorgesehen. Beim Verfassungsschutz werden rund 94 Millionen Euro für die Umstellung der IT-Strukturen und laufende Betriebskosten von etwa 269 Millionen Euro veranschlagt.
Parallel zu der Aufrüstung würde die ursprüngliche Schutzfunktion des BSI gegenüber Staat, Wirtschaft und Bürgern in den Hintergrund treten. Der Gesetzentwurf soll den Weg ebnen für zwei deutlich schlagkräftigere Cyber-Nachrichtendienste, deren weitreichende Eingriffe nur begrenzt überprüfbar wären. Die Vorlage muss als nächstes durchs Bundeskabinett. Das Kanzleramt hat bereits ähnliche Überlegungen [7].
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KI-Agenten sind praktisch, aber dafür intime Daten in die Cloud schicken? Mit Hermes-Agent und lokalen Modellen wie Qwen 3.6 klappts auf dem eigenen Rechner.
Agentische Systeme wie OpenClaw oder Hermes sind schwer angesagt; aber meist arbeiten diese mit Cloud-KI-Modellen -- was nicht nur etliche Nachteile hat, sondern im beruflichen Umfeld sogar verboten sein kann. c’t 3003 hat deshalb ausprobiert, wie Hermes-Agent mit lokalen Modellen funktioniert, konkret mit Qwen 3.6 (Geschmacksrichtung 27B-UD-Q4_K_XL mit MTP [1]).
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guckt mal hier, obwohl ich mein Internet gerade komplett abgeklemmt habe, baut mir mein KI-Agent gerade ein Spiel. Das Ding läuft nämlich komplett lokal. Anthropic, OpenAI und Co. lesen meine Daten nicht mit, ätschi. Und das Ding kann auch meine Linux-Installation komplett bedienen. Also ich sage einfach, such mir mal im Netz irgendwo ein Bild mit irgendwie strickenden Oktopussen und richte mir das als Desktop-Hintergrund ein. Ja, zack, fertig. Ich kann aber auch noch viel tiefer ins System gehen und sagen, richte mir mal eine andere Desktop-Umgebung ein. Ich will Cosmic statt KDE, zack, fertig.
Und ihr sagt jetzt vielleicht, ja, das gibt's doch schon lange. Und dann sage ich, ja, aber nicht in dieser Qualität. Komplett lokal auf bezahlbare Hardware. Wir sprechen hier von einem Modell, was auf meiner SSD weniger als 17 Gigabyte einnimmt. Ganz ehrlich, ich habe mir zwar immer gewünscht, dass lokale KI aufholt gegenüber den großen, teuren, energiehungrigen Cloud-Modellen, die ja auch einfach deaktiviert werden können. Schöne Grüße an Fable. Aber ich war auch immer noch ein bisschen skeptisch. Und jetzt habe ich hier bei mir die Kombination aus dem KI-Agenten Hermes und dem großen Sprachmodell Qwen 3.6 27B laufen und denke jetzt zum allerersten Mal, okay, das will ich so benutzen. Das macht sinnvolle Dinge. Und guck mal bitte, wie schnell das antwortet. Das ist Originalgeschwindigkeit.
Ich war zwischendurch so verwirrt von den Fähigkeiten, dass ich gedacht habe, nee, ich glaube, ich habe da doch was falsch konfiguriert. Jetzt zapft da doch ein Cloud-Modell an. Das kann doch nicht sein. Und ich habe dann wirklich das Internetkabel aus meinem Router gezogen. Und ja, es lief weiter. Also wirklich komplett lokal. Ja, und das ist für mich jetzt wirklich mal wieder ein revolutionärer Moment, weil das System wirklich das kann, was ich mir unter agentischer lokaler KI vorstelle. Hier auch mal schöne Grüße an die kommerziellen Betriebssystemhersteller. Alles hier im Video ist Open Source und das ist Lichtjahre von dem entfernt, was ihr so macht.
Ja, und leider habe ich später dann auch gemerkt, wo die Kompromisse sind, die man hier eingehen muss und wo der Haken ist. Bleibt dran.
Ja Leute, also zwei Sachen schreibt ihr uns ständig in die Kommentare. Macht doch mal was zu Hermes-Agent und macht doch bitte mal mehr über lokale KI-Modelle. Und ja, das machen wir jetzt und sogar beides in einem Video, in diesem hier nämlich. Und ich versuche jetzt mal wirklich alle von euch abzuholen, weil ich auch wirklich finde, dass das, was hier jetzt möglich ist, wirklich für alle relevant ist, die gerne mal einen Computer benutzen. Das Video ist so aufgebaut, dass es erstmal eher allgemein ist und dann zum Ende dann doch ein bisschen nerdig wird, weil das Thema lokale KI ist halt noch etwas fummelig, aber es lohnt sich auch wirklich.
Also erstmal ganz grob, was ist Hermes-Agent überhaupt? Ja, das ist ein KI-Agent und anders als ein Chatbot wie ChatGPT, das halt wirklich nur im Browser-Fenster lebt und mir da halt Text und vielleicht Bilder zurückgibt, kann so ein Agent selbst Dinge tun, also mir die komplette Computerbedienung abnehmen. Das heißt, ich kommuniziere mit dem Agenten in normaler Menschensprache, entweder per Kommandozeile oder auch per Sprachnachricht. Ich kann den nämlich auch an eine Messenger-App auf dem Smartphone ankoppeln und sage dem dann, was ich will oder was ich machen will und dann macht er das. Das können Programmierprojekte sein, zum Beispiel dieser Schneemann-Shooter hier, habe ich komplett ohne Cloud-Modell entwickeln lassen oder halt auch einfach Computer-Problemlösungen, wie zum Beispiel, ich kriege ComfyUI hier auf meiner AMD-Hardware nicht zum Laufen, installiere mir das mal bitte. Oder guck dir mal alle Bilder in diesem Ordner an und verschiebe alle YouTube-Thumbnails in Unterordner XY. Also alles, was ein Mensch so machen könnte, der Zugriff auf diesen Computer hat, auf dem Hermes-Agent läuft.
Am besten funktioniert das mit Dingen, die man im Terminal, also auf der Kommandozeile machen kann, also textbasiert. Mit grafischen Benutzeroberflächen und Websites kann Hermes-Agent auch arbeiten, aber bei Weitem nicht so gut. Agenten denken halt in Text und deshalb können sie am besten mit Text umgehen. Hermes-Agent läuft auf Linux, macOS und Windows und man kann es nicht nur auf der Kommandozeile verwenden, sondern es gibt auf Wunsch auch eine grafische Benutzeroberfläche, die sieht so aus. Ich habe im Rest dieses Videos Hermes aber über die Kommandozeile beziehungsweise über den Telegram-Messenger bedient.
Falls euch das jetzt bekannt vorkommt, ja genau, das gilt auch alles für OpenClaw, der Hype-Software aus Österreich. Naja, jetzt USA, der Entwickler Peter Steinberger arbeitet ja inzwischen bei OpenAI. OpenClaw ist zwar offiziell kein OpenAI-Projekt und bleibt Open Source, aber naja, viele Leute sehen die Software seit Steinbergers OpenAI-Gang ein bisschen skeptisch. Ja, und deswegen jetzt Hermes-Agent, das ist eine Alternative, ist auch Open Source, gleiche Lizenz, MIT und man muss aber wirklich sagen, dass sich die beiden schon wirklich sehr, sehr ähneln.
Meine Erfahrung ist, Hermes arbeitet vielleicht ein bisschen autonomer, kriegt Sachen besser selbstständig hin. Bei OpenClaw muss man öfter hin und her gehen, also sowas wie, versuch's bitte nochmal, so und so. Hermes ist da oft hartnäckiger und Hermes ist auch mehr auf Tokensparsamkeit optimiert. Tokens, das ist ja die kleinste Einheit, mit der große Sprachmodelle arbeiten, das sind quasi Silben. Und das Ding bei diesen Agenten ist halt, dass die hinter den Kulissen einfach mit riesigen Prompts arbeiten, also da steht dann halt ein riesiger Roman drin, was sie gerade alles beachten müssen. Und deshalb verbrauchen Agenten mies viel Tokens. Das ist gut für Unternehmen wie Anthropic und OpenAI, die halt Tokens verkaufen, ist nicht so gut für Leute, die Agenten benutzen und Tokens kaufen müssen. Deshalb ist es ja auch so cool, dass ich hier komplett lokal arbeiten kann. Ich bezahle also nur meine Hardware, meinen Strom, aber keine Tokens. Dazu später mehr.
Kurz mal technisch zum Unterschied zwischen Hermes und OpenClaw. Hermes verwendet intern am liebsten Python, um Sachen zu scripten, OpenClaw TypeScript. Das ist eine JavaScript-Geschmacksrichtung. Außerdem bezeichnet Hermes sich als permanent selbstverbessernd. Das heißt, dass es sich automatisch Sachen merkt, wenn es was gut hinbekommen hat, zum Beispiel wie man bestimmte Werkzeuge konkret aufruft und es baut auch selbst solche Werkzeuge selbstständig. Das kann OpenClaw auch, macht es aber laut meiner Erfahrung nicht ganz so zuverlässig. Also das kann sein, dass sich OpenClaw einen abbricht, zum Beispiel in meinem Heimnetzwerk irgendwie Inhalte auf meinen Fernseher zu bringen. Und wenn man das dann später noch mal versucht, dann fängt er manchmal wieder von vorne an, statt sich an die schon mal gefundene Lösung zu erinnern, was super nervig sein kann. Bei Hermes ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es sich gemerkt hat, wie mein Fernseher ansprechbar ist. Dafür hat OpenClaw aber mehr vorgefertigte Skills in der eigenen Claw-Hub-Datenbank. Hermes schreibt sich die Skills lieber selbst.
Und was auch ganz klar sichtbar ist, Hermes-Agent verhält sich technischer als OpenClaw. Also Hermes zeigt auch mal irgendwelche Terminal-Aufrufe im Messenger, während OpenClaw solche Sachen eher versteckt und versucht, einen Menschen zu cosplayen. Und OpenClaw ist als privates Hobby-Projekt gestartet, wo es halt null um Security und sowas ging. Das hat sich inzwischen auf jeden Fall verbessert, aber ganz klar, bei Hermes-Agent wurde Security von Anfang an mitgedacht, einfach weil es das neuere Projekt ist. Hinter Hermes steckt Nous Research aus New York. Die kommen aus der Kryptowelt und sind schon lange in der lokalen LLM-Szene aktiv, haben zum Beispiel unzensierte Modelle veröffentlicht. Das ist eine recht kleine Firma, also noch jedenfalls.
Okay, das erst mal vorab. Und wie genau habe ich Hermes-Agent jetzt getestet? Also natürlich habe ich das nicht auf einem Produktivsystem installiert, wo irgendwelche wichtigen Daten drauf sind. Hermes hat nämlich Zugriff aufs ganze System. Da können also Sachen kaputt gehen. Das Thema agentische Systeme ist ja auch noch ziemlich neu. Ich persönlich würde euch deshalb immer empfehlen, probiert das nur auf Systemen aus, wo es nicht schlimm wäre, wenn a, alle Daten verloren gingen und b, wenn die Daten von diesem Rechner irgendwohin abfließen. Stichwort Prompt Injections, also versteckte Anweisungen an den Agenten, die irgendwo im Netz liegen können.
Deshalb habe ich es so gemacht, dass ich Hermes-Agent auf einem komplett blanken System getestet habe. In dem Fall CachyOS, also Linux und das auf einem Framework Desktop. Das ist ein Rechner, der selbst auch zusätzlich zu Hermes ein LLM hosten kann. Also auf dem nicht nur Hermes selbst läuft, sondern eben auch das lokale LLM obendrauf, wenn ich das will. Das muss aber nicht so sein, denn Hermes selbst läuft auch auf einem sehr viel langsameren Rechner. Es kann ein altes Notebook sein oder ein gemieteter VPS oder man kann das Ding auch in der virtuellen Maschine installieren. Ist alles egal. Wenn ihr aber keine Cloud-KI nutzen wollt, dann braucht ihr dann aber halt noch einen Rechner, auf dem ein LLM läuft.
Für mich ist der Sweetspot in Sachen Qualität und Aufwand zurzeit Qwen 3.6 mit 27 Milliarden Parametern in 4-Bit-Quantisierung. Da sind die Gewichte 17 Gigabyte ungefähr groß. Also man braucht dann also mit Puffer und mit Kontext und mit Sicherheitsreserve ungefähr 24 Gigabyte schnellen Speicher. Im besten Fall GPU-Speicher. Zur Not läuft das aber auch auf 24 Gigabyte normalem RAM. Bei meinen Tests habe ich Qwen von einem Gaming-PC mit RTX 4090 auf meinen Linux-Hermes-Rechner zugespielt, geserved sozusagen. Übrigens lief auf dem LLM-Rechner sogar Windows. Das würde aber mindestens genauso gut mit Linux gehen. Die Kombination fand ich aber ganz lustig. Also Linux wird von Windows geserved.
Aber bevor wir in die Details einsteigen, also wie man das Ding lokal einrichtet, ein paar Beispiele, was ich mit der Kombination Hermes und Qwen 3.6 27B so gemacht habe. Erst mal ganz allgemein zum Verständnis, denn auch wenn das LLM selbst nicht ins Internet kann, kann es Hermes und das ist eine gute Kombination. Also Intelligenz vom lokalen Modell und Internet vom agentischen System. Da kann man dann nämlich einfach auch so Sachen fragen, wie ist das Wetter zurzeit in Hannover? Und dann gibt es darauf eine Antwort. Und die Systeme halluzinieren dann auch nicht mehr so viel, weil es sich eben immer mundgerecht Informationen aus dem Internet holen kann.
Weil Hermes eben nicht nur über die Kommandozeile steuerbar ist, habe ich auch mein Handy verwendet mit Telegram. Nicht, weil ich so ein Telegram-Fan bin, sondern weil Telegram am einfachsten einzurichten ist mit solchen Agenten. Das dauert mit Telegram wirklich nur drei Sekunden. Damit kann ich dann den Hermes-Agent auch von unterwegs verwenden, ohne dass ich mein internes Netz irgendwie nach draußen öffnen muss. Geht, wie gesagt, alles über Telegram. Im Detail habe ich das ja schon im OpenClaw-Video gezeigt.
Ja, und mein erster praktischer Test, ob es Hermes mit dem lokalen Qwen schafft, hier im Browser meine jährlichen Mitarbeiterschulungen zu lösen. Das sind so Multiple-Choice-Fragen. Und da sind wir dann schon direkt im Territorium, das recht anschaulich zeigt, warum man lokale Modelle verwenden will. Da habe ich nämlich deutlich weniger Bauchschmerzen, so firmeninterne Websites zu verwenden. Bleibt ja schließlich alles auf meiner eigenen Hardware. Würde ich jetzt OpenAI oder Anthropic Cloud verwenden, würde halt ganz viel Zeug an US-Server geschickt werden. Will ich nicht.
Hier geht es zwar jetzt nur um so eine Sicherheitsschulung, die auch nicht direkt im heißen Intranet läuft, sondern auf einer externen Website. Also Firmengeheimnisse gibt es da eh nicht. Aber fühlt sich halt trotzdem deutlich besser an, weil halt alle Daten auf meinen Rechnern bleiben. Aber es geht ja nicht nur um mein Gefühl. Viele von euch sind ja auch beruflich an irgendwelche Zertifizierungen gebunden. Und da gibt es viele, die zum Beispiel verbieten, dass Daten außerhalb der EU verarbeitet werden. Und ja, da habt ihr dann ein Problem mit Claude und so.
Ich will aber jetzt auch nicht sagen, hey, mit lokalen Modellen ist das alles gar kein Problem. Also eure Daten werden natürlich nicht direkt irgendwo zu Drittanbietern geschickt, wo die Daten dann womöglich noch irgendwie zum Modelltraining oder so verwendet werden. Aber es besteht immer die Gefahr, dass euer Agent, wenn er eine Netzanbindung hat, über vergiftete Prompts irgendwo stolpert und womöglich Dinge tut, die ihr gar nicht wollt. Bedenkt das immer mit, wenn ihr wirklich Dinge verarbeiten wollt, die auf keinen Fall jemand sehen darf, dann benutzt eure agentischen Systeme komplett ohne Internetverbindung. Das geht schon auch. Bei meinen Tests hier hat es allerdings immer eine Verbindung nach außen und mir sind auch keine Prompt Injections untergekommen, zumindest nicht bewusst.
Ja und wie ist Hermes jetzt klargekommen mit den Schulungen, mit den Tests? Also am Ende hat es alle Prüfungen erfolgreich bestanden, aber der Weg dahin war extrem umständlich. Ich hatte ja gerade schon gesagt, dass es auf dem Terminal echt besser funktioniert als auf Websites, weil es da wirklich immer Screenshots machen muss, ans LLM schicken, analysieren, gucken, wo es hinklicken muss und so weiter. Und das verbraucht halt extrem viele Tokens, was also dann dazu geführt hat, dass Hermes ständig den Kontextspeicher, also quasi das aktuelle Kurzzeitgedächtnis, komprimieren musste. Und das dauert und macht auch die Arbeit nicht unbedingt besser, sage ich mal. Hermes hat also super oft neu angesetzt, obwohl es eigentlich schon fast fertig war. Es hat dann auch irgendwelche Skripte geschrieben, um das Kontextproblem zu lösen. Und ja, es tat schon wirklich ziemlich weh, das als Mensch zu beobachten, wie es sich da abgequält hat. Aber hey, aber am Ende hat es, wie gesagt, irgendwie geklappt.
Viel besser haben Sachen funktioniert, die sowieso komplett übers Terminal gingen. Also sowas wie installiere A-Step zur Musikgenerierung, generiere ein Lied über fliegende Oktopusse und spiele das auf meiner Sonos-Box ab. Und zwar natürlich ohne, dass ich Hermes mehr Details gegeben hätte. Der schafft das einfach. Der findet die Sonos-Box im Netzwerk und findet raus, wie man das da auch abspielt und macht das einfach.
Ja, und Coding geht natürlich auch. Hier ein Spiel, wo man mit warmem Wasser Schneemänner und -frauen zum Schmelzen bringt. Ich glaube, das hatte mit der Hitzewelle zu tun, dass ich auf die Idee gekommen bin. Und hier der 3003 Cyber Run, wo man mit diesem tollen Auto rumfährt und komischen Dingern ausweicht. Was ich hier beeindruckend fand, die Soundeffekte hat Hermes einfach lokal mit dem Tool Harmula generiert. Und ich hatte Harmula gar nicht selbst installiert oder installieren lassen.
Und klar, Hermes kann auch in Linux rumfrickeln, zum Beispiel mein Desktop-Hintergrundbild ändern und das Bild vorher auch lokal mit ComfyUI und zum Beispiel dem Bildgenerierer Flux generiert. Hier ein Oktopus vom Rechner. Also ich kann wirklich sagen, ich hätte gerne das und das auf meinem Desktop-Hintergrundbild und das war's. Das macht er dann. Und das kann ich auch in mein Handy reinlabern als Sprachie. Und das wie gesagt komplett lokal, ohne dass Daten von mir irgendwo rausgehen. Ehrlich gesagt stelle ich mir genau so einen persönlichen Co-Piloten vor und kurioserweise hat das von den großen Betriebssystem-Entwicklern noch niemand geschafft. Das ist alles hier Open Source, wie ich am Anfang schon gesagt habe.
Aber ja klar, das funktioniert zwar, aber das ist auch noch nichts für den Massenmarkt. Könnt ihr zum Beispiel hier sehen, als ich gesagt habe, er soll ein weiteres Desktop-Environment installieren. Mein CachyOS hatte bis dahin nur KDE installiert und ich wollte Cosmic. Ja, das ging jetzt nur so halb gut, aber hey, am Ende hat es dann auch geklappt.
Aber auch wenn Hermes mit Qwen auf der Kommandozeile und beim Coding ganz gute Resultate abliefern, sieht das beim Sprachgefühl eher nicht so gut aus. Also wie es mit mir kommuniziert, da merke ich dann schon, dass das kein Mensch ist. Hier habe ich zum Beispiel gerade versucht per Telegram meinen LLM-Server zu benchmarken. Dann sagt Hermes mit Qwen so zu mir, ich schicke eine Anfrage und „timings sie selbst“. Ich dann so, was, „timings sie selbst“? Und dann sagt das System, ah, „guter Punkt, das war schwul formuliert“. Ich so, „wie schwul?“ Antwort, „haha, okay, fair. Ich meinte es eher als umständlich formuliert oder schlecht ausgedrückt.“ Lach, wein, Emoji. Also keine Ahnung, ob das Ding irgendwie mit Schulhofsprüchen aus den 90ern trainiert wurde, aber schwul für schlecht, das ist schon ziemlich hängen geblieben.
Und weil das eben so ein vergleichsweise kleines Sprachmodell ist, neigt es auch zu starken Halluzinationen, vor allem ohne Internetzugang. Hier sind zum Beispiel 20 Attraktionen in Hannover, die in keinem Reiseführer stehen und jede einzelne ist komplett zu 100 % halluziniert, aber zugegebenermaßen sind die auch ziemlich unterhaltsam. Leibnizens letzter Hausschuh im historischen Museum, Vitrine 14b. Hannovers erste Telefonzelle, die in einer Hauswand steckt und heute ein Briefkasten ist. Ja, klar, logisch. Oder hannoversche Himmelsstürmer-Ecke, daneben ein fast unsichtbarer Gummibaum aus den 50ern. Das grüne Herz, „vermodernde“ Skulptur, eine vergessene Umweltinstallation aus recycelten Fahrrädern im Stadtgarten, die langsam rostet und wirklich immer ganz toll bei Halluzinationen, wenn das LLM „ja, wirklich“ hinter offensichtlichen Quatsch schreibt.
Wichtig ist auch nochmal zu erwähnen, so ein klitzekleines Modell wie Qwen 3.6 mit nur 27 Milliarden Parametern, das ist auch anfälliger für zum Beispiel Prompt-Injections. Also zum wiederholten Mal: Nutzt das so komplett mit Vollzugriff nur auf Systemen, wo nichts Wichtiges drauf ist.
Kurzer Einschub: Ja, also besser mit Sprache umgehen kann auf jeden Fall das lokale LLM Gemma 4 von Google. Das habe ich in der Variante 26B A4B tatsächlich auf meiner brandneuen Steam Machine mit 8 GB GPU-Speicher und 16 GB normalem RAM laufen lassen und von Hermes als Intelligenz nutzen lassen. Das ging auch, guckt hier, diese 3003-Animationen habe ich davon coden lassen. Aber das hat nicht wirklich Spaß gemacht, weil das auf der Steam Machine wirklich extrem langsam läuft, eben weil das nicht komplett in die GPU passt und das immer wieder in den normalen RAM auslagern muss. Einschub Ende.
Jetzt geht es wieder um Qwen. Ich hoffe, ich habe euch nicht verwirrt, dass jetzt auf einmal von einem anderen Sprachmodell die Rede ist, aber ich wollte einmal zumindest Gemma 4 erwähnen, weil das auch ziemlich gehypt gerade. Aber in Sachen Computerbedienung und Coding schneidet Qwen 3.6 27B meines Erachtens besser ab. Deshalb habe ich mich jetzt darauf fokussiert.
Und jetzt endlich. Was braucht ihr, um das tolle Qwen von Alibaba laufen zu lassen? Also ich habe das auf drei Rechnern ausprobiert. Auf dem Framework Desktop mit 128 GB Unified-Speicher, beim Gaming-PC mit RTX 4090 und auf meinem MacBook Air M2 mit 24 GB Unified-Speicher. Mir ist klar, dass das alles schon so Luxushardware ist, die man nicht einfach irgendwo rumliegen hat. Aber 24 GB Speicher, die braucht man halt, damit man diese 17 GB Weights, also das 27-Milliarden-Parameter-Modell in 4-Bit plus Kontext plus Puffer irgendwo laufen lassen kann.
Also am besten ist das extrem schneller Speicher, also GPU-Speicher oder halt gemeinsamer GPU- und CPU-RAM, wie bei Apple-Rechnern und zum Beispiel auch dem Framework Desktop. Das Modell läuft auch auf 32 GB normalem DDR5-Speicher, aber das ist extrem lahm. Wenn ihr euch jetzt fragt, du hast doch gerade gesagt 24 GB reichen aus. Ja, aber wenn ihr insgesamt nur 24 GB habt, dann geht das eben nicht, weil das Betriebssystem ja auch noch irgendwo hin muss. GPU-Speicher reichen 24 GB, das kann ja dann nahezu komplett exklusiv vom LLM verwendet werden.
Zum Thema Geschwindigkeit gehen wir gleich noch ein bisschen tiefer ins Rabbit Hole. Erst mal ganz kurz, wie man Hermes Quick & Dirty ausprobieren kann. Betonung auf Quick & Dirty, das ist jetzt nicht der beste Weg, sondern ein einfacher. Und zwar installiert ihr Ollama, das gibt es für Linux, macOS und Windows. Und wenn das installiert ist, tippt ihr einfach „Ollama“ auf der Kommandozeile ein und dann wählt ihr aus „Launch Hermes-Agent (install)“ und dann fragt Ollama, welchen Provider ihr nehmen wollt, also welches LLM. Und da will euch dann Ollama irgendwelche Cloud-Modelle verkaufen und ein Abo. Aber das wollt ihr nicht, sondern ihr wählt dann z. B. wenn ihr den Speicher habt, Qwen 3.6 aus, es gibt aber auch noch andere kleinere. Damit wird Hermes nicht so gut laufen, aber könnt ihr auch ausprobieren. Und dann wird Qwen 3.6 auf eurem System runtergeladen, dann könnt ihr Hermes direkt damit benutzen, dann seid ihr schon fertig.
Aber Ollama ist ziemlich sicher nicht die beste Variante, um lokales LLM laufen zu lassen. Das hat ganz viele Gründe, aber wie ihr gerade gesehen habt, ist es extrem einfach. Ab jetzt müsst ihr auch nicht mehr Ollama starten für Hermes, ihr könnt einfach „Hermes“ eingeben. Und wenn ihr „hermes model“ eingebt, könnt ihr auch einfach andere LLM-Provider nutzen, z. B. meinen Rechner im Nebenraum mit RTX 4090. Einfach die IP-Adresse eingeben und da habe ich dann halt den Vorteil, dass Qwen 3.6 komplett im schnellen Grafikspeicher läuft. Und das ist, wie gesagt, wirklich sauschnell. Und zwar sowohl bei der Tokenberechnung, also dem Generieren von Tokens, als auch beim sogenannten Pre-Processing.
Ich hatte ja am Anfang erklärt, dass diese agentischen Systeme immer riesige Prompts ins Sprachmodell reinfüttern. Und die müssen halt immer erstmal bearbeitet werden, bevor es losgehen kann mit den Antworten. Und ich muss zugeben, dass ich in der Vergangenheit bei Tests von lokaler KI wirklich zu viel Fokus auf Tokengenerierung gelegt habe. Einfach weil ich nicht mit agentischen Systemen getestet habe. Ich habe einfach nur minikurze Prompts ausprobiert, also sowas wie erzähl mir eine Geschichte. Und ja, da ist dann das Prompt-Processing unwichtig, weil das Prompt ja nur so kurz ist. Ja, das ist in der Praxis nur die halbe Wahrheit, weil es bringt mir wenig, wenn mein System zwar in kurzer Zeit viele Tokens ausgeben kann, dafür aber vorher ewig auf dem Prompt rumkaut. Deshalb ist Prompt-Processing wichtig.
Guck mal hier, das sind die Benchmark-Ergebnisse auf den drei Rechnern, die ich hier nutze. PP512 ist erwähntes Prompt-Processing, also PP für Prompt-Processing und TG128 ist Token-Generation. Beides ist angegeben in Token pro Sekunde. Und ihr seht auf der RTX 4090 alles viel schneller als auf dem Framework Desktop und vor allem dem MacBook M2. Allerdings knallt der Rechner mit RTX 4090 im LLM-Betrieb auch über 500 Watt weg. Beim Framework sind es nur 140 Watt. Ermittelt habe ich die Zahlen übrigens mit LlamaBench. Das ist Teil von llama.cpp, der wohl zurzeit gebräuchlichsten LLM-Abzapf-Software-Bibliothek.
Ollama nutzt auch intern llama.cpp, will aber immer alles automatisch machen, was oft nicht das ist, was richtig ist. Zum Beispiel wollte es auf meiner RTX 4090 hier nicht komplett im GPU-Speicher laufen, sondern teilweise auf der CPU, was es dann elend lahm gemacht hat. llama.cpp ist etwas spröde in der Bedienung, aber wenn es erstmal läuft, dann läuft das.
Kleines Geständnis von meiner Seite, ich installiere llama.cpp eigentlich nicht mehr manuell, sondern nur noch per Coding-Agent, also mit Claude Code oder Codex. Also will ich einen Rechner ernster für lokale KI verwenden, dann gehe ich einmal kurz in die Cloud, wie gesagt mit Claude Code oder Codex. Oder auch GLM 5.2 aus China, auch ein Modell, was gerade gehypt und was damit gut funktioniert. Und dann sage ich dem, er soll auf diesem Rechner mal überlegen, welches lokale Modell für agentische KI da am besten laufen könnte. Und er soll dann Messreihen machen. Zum Beispiel sage ich dann, benutze mal die Modelle Qwen 3.6 und Gemma 4 mit unterschiedlichen Quantisierungen.
Dann probiere ich auch gerne nochmal die unterschiedlichen Varianten aus. Denn Qwen 3.6 und Gemma 4 gibt es einmal als sogenannte Dense-Varianten, aber auch als Mixture-of-Experts-Version, MOE. Bei MOE ist immer nur ein Teil der Parameter aktiv, weshalb es meist deutlich schneller läuft. Aber dafür ist die Qualität auch ein bisschen schlechter. Bei Dense-Modellen, da sind immer alle Parameter gleichzeitig aktiv. Ich muss sagen, dass ich mit dem Dense-Modell, also dem 27B von Qwen 3.6, bessere Erfahrungen gemacht habe. Das Mixture-of-Experts-Modell, das heißt Qwen 3.6 35B. Ich habe es euch gesagt, Rabbit Hole.
Das Ding ist nur, dass das lokale LLM nicht nur irgendwie laufen muss, sondern wenn ihr es mit Hermes-Agent verwenden wollt, braucht ihr auch ein großes sogenanntes Kontextfenster von mindestens 65.000 Token. Das ist wie gesagt so das Kurzzeitgedächtnis, also die Token, die das Ding im Gedächtnis, im Speicher behält. Je größer der Kontext, desto mehr Speicher wird zusätzlich benötigt und desto langsamer wird es auch. Deswegen, obwohl die Weights nur 17 Gigabyte groß sind, brauche ich trotzdem die 24 Gigabyte meiner Grafikkarte, wegen des großen Kontext.
Auf meinem MacBook Air M2 läuft Qwen 3.6 mit 27B und 4-Bit-Quantisierung übrigens maximal mit 16K-Kontext und das muss da dann auch schon ein bisschen was auf die SSD auslagern. Also mit Hermes kann ich es vergessen auf meinem MacBook. Wie gesagt, man braucht mindestens 64K-Kontext für Hermes. Aber damit Hermes wirklich Spaß macht, will man eigentlich sogar 100K oder im besten Fall genau 226.144 Tokens. Das ist das Maximum, was Qwen 3.6 beherrscht, weil auch schon bei kleineren agentischen Aufgaben und vor allem Programmierprojekten, werdet ihr sehen, dass euer Kontext vollläuft und Hermes dann immer wieder komprimieren muss. Mit 200K-Tokens, da kriegt ihr viele Sachen komplett ohne Kompressionen und Neuansetzungen.
Und wie gesagt, Kontext kostet zusätzlich Speicher. Was ihr deshalb machen könnt, wenn ihr mehr Kontext haben wollt, den sogenannten KV-Cache in den normalen RAM auslagern oder auch den KV-Cache quantisieren, also die Genauigkeit verringern. Genauigkeit verringern, das klingt erstmal schlimm, klappt aber bis zu einem gewissen Grad nahezu verlustfrei.
Sowieso quantisieren, ich habe ja in diesem Video schon häufiger von 4-Bit oder Q4 gesprochen. Das bedeutet, dass statt 16-Bit-Gleitkommagenauigkeit die Parameter nur in 4-Bit-Genauigkeit gespeichert sind, was natürlich extrem viel Speicher spart und da kann man dann jetzt auch richtig drüber obsessen. Es gibt nämlich nicht nur 4-, 5-, 6-Bit-Quantisierung, sondern es gibt auch noch Hybrid-Quantisierung, die unterschiedliche Layer unterschiedlich genau quantisieren, also Rabbit Hole.
Der Mainstream-Konsens ist, dass Qwen 3.6 27B meist in der Unsloth-Variante UDQ4_K_XL.GGUF mit MTP verwendet wird. Da passt das Ding nämlich nicht nur in 24-GB-GPU-Speicher, sondern da passt dann auch noch genug Kontext mit rein. Also das ist auf jeden Fall die Variante, die ich die ganze Zeit verwendet habe, aber ey, da kann man sich richtig reinnerden, es gibt wirklich so viele unterschiedliche Varianten. Es gibt auch unterschiedliche Leute, die die Modelle quantisieren und so. Das ist halt das Ding, wenn die Sachen offen sind und man damit Sachen machen darf, dann machen Leute auch Sachen damit. Und das ist ja auch cool, aber es ist ein bisschen schwierig, da den Überblick zu behalten.
Ich kann euch auf jeden Fall sagen, dass ich hier meine besten Erfahrungen mit diesem llama.cpp-Aufruf gemacht habe. Das ist das besagte 3.6-27B-Modell mit Flash-Attention und MTP, also Multi-Token-Prediction, was die Geschwindigkeit nochmal steigert. Und wenn ihr die multimodalen Fähigkeiten benutzen wollt, das heißt, wenn das Ding auch Bilder erkennen soll, das braucht ihr auch, um Websites zu benutzen, weil das geht ja über Bilder, müsst ihr auch noch die MMPROJ-Datei zusätzlich herunterladen bei Hugging Face.
Hey, ich habe euch gewarnt, das ist ein komplexes Thema. Wie gesagt, ich empfehle den ganzen llama.cpp-Kladderadatsch mit einem Coding-Cloud-Tool zu installieren. Ihr könnt dafür natürlich auch Hermes mit einem lokalen Modell verwenden. Habe ich auch ausprobiert, das funktioniert auch ganz gut, auch dass er diese Messreihen macht und ausprobiert, was auf eurem System am besten funktioniert. Aber da habt ihr halt ein Henne-Ei-Problem. Auf dem Rechner, wo ihr das lokale Modell installieren wollt, kann ja nicht schon ein lokales Modell laufen, beziehungsweise nur dann, wenn ihr wirklich extrem viel Speicher habt.
Ihr müsst aber dafür auch nicht sofort ein Anthropic- oder OpenAI-Abo abschließen. Zum Beispiel mit OpenRouter könnt ihr einige Cloud-Modelle auch komplett kostenlos verwenden.
Ja, puh, ich habe selbst gemerkt, dass das hier am Ende doch noch ziemlich komplex geworden ist. Aber ey, ich finde es halt auch nicht aufrichtig, wenn ich euch nur das Ergebnis zeige und nicht darauf eingehe, wie man das selbst nachbaut. Ich bin jedenfalls wirklich beeindruckt davon, wie brauchbar schon jetzt lokale Modelle mit Hermes sind. Und Qwen 3.6 und Gemma 4 werden nicht die letzten lokal lauffähigen Modelle sein. Das wird weiter besser werden. OpenAI und Anthropic werden es in Zukunft nicht leicht haben, meine Prognose.
Das Ding ist nur, Hardware, auf der sowas läuft, bleibt teuer. Aber alleine die Möglichkeit, auch interne, intime Daten zu verarbeiten, ohne Bedenken zu haben, dass die Daten sonst wohin abfließen, also von den Prompt Injections mal abgesehen, das ist schon Gold wert. Aber das muss ich auch nochmal betonen, sowas wie Qwen 3.6 ist brauchbar, aber das ist auch noch fehleranfällig. Und das ist auch noch nicht auf dem Niveau eines Anthropic-Cloud-Fable oder so. Das muss euch klar sein. Aber ich kann euch empfehlen, damit rumzuspielen. Es ist extrem faszinierend. Und mal sehen, wie das in einem halben Jahr aussieht. Ich bin auf jeden Fall gespannt.
c’t 3003 und unser Podcast 4004 machen übrigens jetzt Sommerpause zwei Wochen lang. Wenn ihr auch in dieser Zeit von uns was mitbekommen wollt, abonniert unseren kostenlosen Newsletter c’t 3003 Hype [2]. Link ist in der Beschreibung. Tschüss.
c't 3003 [3] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
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Einem Gerücht zufolge könnte das erste faltbare iPhone einen geteilten Akku mit knapp 4.900 mAh erhalten – weniger als das kommende iPhone 18 Pro Max.
Mit dem erwarteten ersten faltbaren iPhone wird bei Apple im Herbst möglicherweise zum ersten Mal nicht das teuerste Modell das mit der größten Akkukapazität sein. Einem Gerücht aus China zufolge soll der Akku des iPhone 18 Pro Max deutlich größer ausfallen als der des ersten Falt-iPhones. Das iPhone [1] Fold, das von vielen auch iPhone Ultra genannt wird, könnte durch Verwendung der neuesten energieeffizienten Chips trotzdem eine bessere Akkulaufzeit haben als heutige Geräte mit dieser Batteriekapazität.
Die Angaben zum Akku gehen auf den chinesischen Leaker Digital Chat Station [2] zurück, der schon verschiedentlich mit zutreffenden Angaben aus der Zuliefererkette Apples in China in Erscheinung getreten ist. Er behauptet, dass im iPhone Fold ein geteilter Akku verbaut sein wird. Statt einer Zelle soll es eine mit 1.921 Milliamperestunden und eine mit 2.962 mAh geben. In der Summe wären dies 4.883 mAh nutzbare Kapazität. Die Angaben sollen aus Zulassungsdaten aus der Lieferkette stammen. Eine unabhängige Bestätigung gibt es hierfür bislang nicht. Die Kapazität läge über der des Galaxy Z Fold 7 von Samsung und soll auch die erwartete seines Nachfolgers, des Galaxy Z Fold 8, übertreffen.
Das iPhone 18 Pro Max soll laut anderen Gerüchten über eine Kapazität von 5.567 mAh verfügen – also deutlich mehr. Der Leaker Ice Universe sieht die Laufzeit des Geräts, das für Herbst erwartet wird, auf Augenhöhe mit Android-Flaggschiffen, die einen 7.000-mAh-Silizium-Karbon-Akku eingebaut haben.
Gegenüber dem aktuellen iPhone 17 Pro Max läge das Fold mit diesem Akku leicht über dem des Pro Max: Das Pro Max hat eine Kapazität von 4.823 mAh. Es wird zudem damit gerechnet, dass der erwartete A20-Pro-Chip im Fold, der erstmals in 2-Nanometer-Bauweise entstehen soll, aufgrund höherer Energieeffizienz das 17 Pro Max in der Laufzeit spürbar übertreffen könnte. Analyst Jeff Pu hatte bereits früh auf den A20-Pro-Chip und weitere technische Details des iPhone Fold [3] hingewiesen. Sollte überdies der Apple-eigene C2-Mobilfunkchip zum Einsatz kommen, könnte dies weitere Energie einsparen und für längere Laufzeiten sorgen. Laut Bloomberg soll das Gerät bei einem Preis von mindestens 2.000 US-Dollar starten – einen ausführlichen Überblick zu Preisen, Technik und Verfügbarkeit des iPhone Ultra [4] bietet unser separater Bericht.
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GVG Glasfaser plant, sein FTTH-Netz in neuen Gebieten auszubauen. Das gab der Kieler Netzbetreiber am 10. Juli 2026 bekannt. Im Landkreis Oldenburg dehnt der Anbieter seine bisherigen Ausbaugebiete in Niedersachsen auf einen dritten Landkreis aus.
Damit der Ausbau tatsächlich stattfindet, muss GVG Glasfaser anders als die Deutsche Telekom bei der Vorvermarktung eine Quote von mindestens 40 Prozent erreichen.
Dies soll in den Kommunen Dünsen, Harpstedt und Kirchseelte im Landkreis Oldenburg realisiert werden. Diese drei Gemeinden will GVG eigenwirtschaftlich, also ohne Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel, flächendeckend erschließen.
Der norddeutsche Netzbetreiber vollzog Ende Januar 2024 mit betriebsbedingten Kündigungen den Abbau von rund einem Viertel der 450 Arbeitsplätze im Unternehmen. Die Kosten für den Bau von Glasfasernetzen seien drastisch gestiegen und die Finanzierungsbedingungen hätten sich erheblich verschlechtert, hieß es zur Begründung. Die Vermarktung neuer Glasfaserprojekte wurde vorerst ausgesetzt.
GVG Glasfaser wurde im Jahr 2014 in Kiel gegründet und baut speziell in ländlichen Regionen mit den Marken Nordischnet und Teranet und den Tochtergesellschaften 2locate und 2provide aus. Geboten werden Internet, Telefonie sowie IP-TV. Die Datenübertragungsrate reicht bis zu 1 GBit/s symmetrisch.
Mehrere größere alternative Netzbetreiber wie UGG (Unsere Grüne Glasfaser) von Telefónica Group und Allianz sowie Deutsche Glasfaser kündigten zuletzt an, fast keine neuen Ausbaugebiete mehr anzugehen. Der Druck durch den Überbau der Telekom, geringe Kaufbereitschaft, Rückzug vieler Investoren und steigende Baukosten ist erheblich.
Die wenigen verbliebenen Saturn-Märkte sollen sich auf innovative und trendige Tech-Produkte konzentrieren, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Gaming. Das sagte der neue Chief Executive Officer der Media Markt Saturn Holding Ceconomy, Remko Rijnders, der Zeitung Welt (Paywall). Die Marke sei dem Konzern "weiter sehr wichtig".
"Wir sehen allerdings, dass wir die Positionierung von Saturn im Vergleich zu Media Markt stärker differenzieren müssen als heute", erklärte Rijnders. "Wir werden etwa exklusive Produkt-Drops nutzen, was wir heute noch nicht tun, um Kunden frühzeitig Zugang zu Innovationen zu ermöglichen – noch bevor diese Produkte flächendeckend auf dem Markt verfügbar sind. Insbesondere durch Saturn-Showrooms auf dem deutschen Markt."
Zuletzt wurden zahlreiche Saturn-Standorte geschlossen oder in Media Markt-Filialen umgewandelt. Vor einigen Jahren gab es in Deutschland noch etwa 150 Geschäfte, aktuell sind laut Welt nur noch 27 geöffnet. Im Januar 2026 nannte Ceconomy noch eine Zahl von 53 Saturn-Märkten. Die Anzahl der Media-Markt-Filialen wuchs durch die Umfirmierungen auf über 350.
Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com steht vor der Übernahme von Ceconomy. Bis zum Ende der Annahmefrist Anfang Dezember sicherte sich der Konzern knapp 60 Prozent der Anteile. Das Aktienpaket, das JD.com kontrolliert, liegt höher.
Behörden in mehreren Ländern prüfen die Übernahme. Frankreich, Italien und Deutschland stimmten zu. Die Entscheidungen aus Spanien und Österreich stehen noch aus.
Die Europäische Kommission äußerte nach einer ersten Untersuchung "vorläufige Bedenken" und prüft den Fall nun genauer. JD.com und Ceconomy rechnen mit einer vollständigen Freigabe in der zweiten Jahreshälfte.
JD.com, der als Einzelhändler mit Ladengeschäften begann, beschleunigte seine globale Expansion in den vergangenen Jahren: 2022 führte das Unternehmen die Einzelhandelsmarke Ochama in den Niederlanden ein und startete im April einen Pilotbetrieb seines britischen Online-Marktplatzes Joybuy. JD.com prüfte im Jahr 2024 zudem eine Übernahme des britischen Elektronikhändlers Currys.
Ein nichtöffentliches Treffen russischer und chinesischer Militärplaner, das einem Bericht des Spiegel zufolge Ende 2023 in Guangzhou stattfand, soll sich offenbar um die Frage gedreht haben, wie stark westliche Streitkräfte ohne Starlink ins Wanken geraten würden.
Dem Bericht zufolge diskutierten Offiziere beider Länder ausführlich über westliche Militärtechnik auf dem Schlachtfeld. Neuere Panzer kamen zur Sprache, darunter der amerikanische AbramsX, der deutsche KF51 Panther von Rheinmetall sowie der deutsch französische EMBT. Die Panzer sollen bei dem Treffen jedoch nur eine Nebenrolle gespielt haben.
Das von Elon Musks SpaceX aufgebaute Satellitennetz zog Teilnehmern zufolge die größte Aufmerksamkeit auf sich. Starlink wurde seit Beginn der russischen Invasion zu einem zentralen Baustein der ukrainischen Kommunikation, Koordination und Kriegsführung.
Die Ukraine drängte nach Kriegsbeginn auf den Zugang zu dieser Technologie. Mychajlo Fedorow, damals Minister für digitale Transformation und heute Verteidigungsminister, wandte sich direkt an Musk. Das Land erhielt Zehntausende Starlink-Terminals, zum Zeitpunkt des berichteten Treffens in Guangzhou sollen mehr als 40.000 Geräte in der Ukraine im Einsatz gewesen sein.
Russische Streitkräfte erlebten bereits, wie sich der Verlust dieses Zugangs anfühlt. Im Februar 2026 wurde die Starlink-Verbindung für russische Einheiten in der Ukraine unterbrochen, ein Ausfall, der Russland zu einer mit chinesischer Unterstützung entwickelten Alternative drängte.
Diese besteht aus einem Netz aus Funkmasten und Drohnen entlang der Front. Es erlaubt russischen Truppen, die Verbindung zu halten, und ermöglicht es dem Militär offenbar auch, Drohnenschwärme zu steuern, die ihre Ziele mitten im Flug wechseln können. Eine Fähigkeit, die teilweise auf chinesische technische Unterstützung zurückgeführt wird.
Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf die Ukraine. Eine ernsthafte Störung von Starlink könnte mehrere westliche Streitkräfte treffen, die sich zunehmend auf das System verlassen. Ein hochrangiger US-Militärvertreter wird mit den Worten zitiert, das System sei tief in die amerikanischen Kommandostrukturen eingebettet und ein Ausfall würde erhebliche Probleme verursachen.
Auch eine rechtliche Dimension ist zumindest theoretisch von Bedeutung. Nach Nato-Doktrin kann ein schwerwiegender Cyberangriff auf die Infrastruktur eines Mitgliedstaats, nicht nur ein physischer Angriff, unter Umständen Artikel 5 auslösen, die Beistandsklausel des Bündnisses.
(Bild: mitifoto/Shutterstock.com)
Unbekannte konnten auf eine Datei mit Kundendaten zugreifen und stahlen persönliche Kundendaten. Lidl hat reagiert und betroffene Kunden angeschrieben.
Beim Discounter Lidl gab es einen Datenschutzvorfall. Das teilte das Unternehmen betroffenen Kunden mit. Unbefugte konnten sich bei einem Shop-Dienstleister Zugang zu einer Datei mit Kundendaten verschaffen und haben diese abgezogen. Lidl hat die zuständige Datenschutzbehörde informiert. Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar.
Die Angreifer entwendeten Anrede, Vor- und Nachname, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Kundennummer der betroffenen Kunden. Wie ein Sprecher uns auf Nachfrage mitteilte, sind weder Postanschriften noch Passwörter oder Zahlungsinformationen betroffen. Die Kundenkonten wurden nicht kompromittiert, stellt der Sprecher weiterhin fest.
Der Angriff traf nicht die zentrale Datenbank des Shopsystems, sondern einen IT-Dienstleister des Handelskonzerns. Dieser habe sofort reagiert und „die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die IT-Systeme wieder vollständig abzusichern“, so die Sprecherin. Außerdem habe der Dienstleister Strafanzeige gestellt.
Hinweise auf einen Missbrauch der Daten gebe es keine, heißt es in der uns vorliegenden E-Mail. Dennoch sollen Betroffene wachsam gegenüber Phishing und Identitätsmissbrauch sein, empfiehlt Lidl.
Lidl gehört ebenso zur Schwarz-Gruppe wie der Cloud-Anbieter Schwarz Digits [1] und das Sicherheitsunternehmen XM Cyber.
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Wöchentliche Veröffentlichungen, Patch-Vorankündigungen und gebündelte CVEs sollen Herstellern und IT-Verantwortlichen helfen, der Update-Flut Herr zu werden.
Adobe, Mozilla und Oracle haben es schon getan, Google hat es für Chrome ab September angekündigt. Nun zieht auch Cisco nach: Ab diesem Monat erscheinen die Sicherheitsupdates des Herstellers in kürzeren, konkret zweiwöchentlichen Intervallen. Das kündigt Cisco in einem Blogeintrag [1] an.
Mit verkürzten Updatezyklen und verschiedenen Anpassungen ihres Umgangs mit Schwachstellen reagieren Hersteller auf die hereinbrechende „Vulnocalypse“. Eine Flut von Sicherheitslücken, die auf den sich rasant verbessernden Fähigkeiten von großen Sprachmodellen (Large Language Models, LLMs) zur eigenständigen Lückensuche fußt.
Deren bereits deutlich spürbare Auswirkungen zeigte etwa Microsofts Rekord-Patchday im Juni, im Zuge dessen das Unternehmen über 200 Sicherheitslücken schloss – viele davon entdeckt von KI-Agenten. Im Juni des Vorjahres waren es noch um die 60. Ein anderes Beispiel: Die Firefox-Patch-Bilanz belief sich dank Anthropics KI-Modell „Mythos“ [2] im April auf 423 Lücken gegenüber 76 Lücken im März. In der Konsequenz veröffentlicht Mozilla jetzt Sicherheitsupdates im Wochentakt.
Beim Chrome-Browser hat die Dichte gemeldeter Lücken in ähnlicher Weise zugenommen [3] – ab Version 153 erhöht deshalb auch Google das Aktualisierungstempo [4].
Bereitgestellte Patches nützen logischerweise nur dann, wenn sie von Nutzern beziehungsweise IT-Verantwortlichen auch eingespielt werden. Damit die Patch-Flut nicht ebenso unkontrollierbar wird wie die Lückenflut, haben sich die Hersteller unterschiedliche Strategien überlegt.
So veröffentlicht beispielweise Cisco künftig spezielle „Informational“ Advisories, die Kunden bereits eine Woche vor dem nächsten Update-Release darüber informieren, für welche Plattformen Aktualisierungen geplant sind – und ob es überhaupt welche geben wird. Das erste dieser Advisories ist als Vorankündigung für den 15. Juli bereits verfügbar [5].
Bei der Update-Bereitstellung will das Unternehmen auf Basis eines „risikobasierten Schwachstellenveröffentlichungs-Modells“ [6] kritische Lücken stärker priorisieren. Diesen Ansatz hat auch Oracle gewählt: Seit Mai veröffentlicht das Unternehmen laut einer entsprechenden Ankündigung [7] monatliche „Critical Security Patch Updates“ (CSPUs), die sich auf „zielgerichtete Fixes für kritische Sicherheitsprobleme“ konzentrieren. Kunden hätten somit die Möglichkeit, solche Probleme sofort anzugehen, ohne auf das reguläre quartalsweise erscheinende Update-Release warten zu müssen.
Zeitersparnis als positiven Effekt häufigerer Veröffentlichungen betont auch Adobe: „Sicherheitsupdates erreichen Sie schneller, auf Basis eines vorhersehbaren Zyklus, mit dem Sie planen können“, schreibt das Unternehmen in einem Blogeintrag [8] zu seinem neu eingeführten zweiwöchentlichen Update-Zyklus.
Das klingt erst einmal positiv – und kann doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die aufziehende „Vulnocalypse“ Admins letztlich insgesamt mehr Arbeit beschert und ein ausgefeiltes Update-Management erforderlich macht.
Spannend wird, ob eine weitere Neuerung bei der Update-Bewältigung eher hilfreich oder hinderlich sein wird: Cisco will Schwachstellen mit übereinstimmenden Charakteristika gemäß Common Weakness Enumeration (CWE) künftig gruppieren [9], um Zeit zu sparen.
Statt eigener CVE-IDS bekommen sie dann gemeinsame „Schirm“-CVE-IDs mit einem CVSS-Score auf Basis der gefährlichsten Schwachstelle. Ausnahmen will Cisco nur in dringenden Fällen machen – etwa dann, wenn aktive Exploits gesichtet wurden oder bestimmte Aktionen seitens der IT-Verteidiger erforderlich sind.
Dies sei die Richtung, in die sich die Industrie angesichts der neuen Bedrohungslandschaft bewegen müsse, schreibt das Unternehmen. Die praktischen Auswirkungen insbesondere im Hinblick auf Transparenz und Zuverlässigkeit künftig vergebener IDs und Scores bleiben abzuwarten.
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Im c't-Datenschutz-Podcast berichtet die Datenschutzbeauftragte eines Klinikverbunds aus ihrem Alltag. Zuvor gibt es klare Worte zu Reformplänen der Regierung.
Wer im Gesundheitswesen für Datenschutz zuständig ist, arbeitet dauerhaft mit den heikelsten Informationen überhaupt, den „besonderen Kategorien personenbezogener Daten“ nach Art. 9 der DSGVO [1]. In Episode 163 des c't-Datenschutz-Podcasts spricht Gästin Daniela Will darüber, wie sie diese Aufgabe bewältigt. Sie leitet die Stabsstelle Datenschutz der Münchnen Klinik gGmbH [2], einem der größten kommunalen Klinikverbünde Deutschlands mit fünf Häusern und rund 8000 Beschäftigten. Ihr Credo: konsequent risikoorientiert arbeiten, „first things first“.
Bevor es ans Kernthema geht, nehmen sich c't-Redakteur Holger Bleich, heise-Verlagsjustiziar Joerg Heidrich und ihre Gästin die aktuellen Reformpläne der Bundesregierung [3] vor. Kleine und mittlere Unternehmen sowie Vereine sollen nach dem Willen der Regierung deutlich weniger Datenschutzpflichten erfüllen müssen. Auch die Pflicht zu betrieblichen Datenschutzbeauftragten soll in vielen Fällen fallen. Will hält das für den falschen Weg. Das eigentliche Problem kleiner Unternehmen liege oft nicht im Datenschutz selbst, sondern in ihrer schwachen Position gegenüber großen IT-Anbietern wie Microsoft, SAP oder Workday. Hier brauche es klare Regeln für die Anbieter, nicht weniger Schutz für Betroffene.
Scharf kritisiert die Runde auch Pläne, das Informationsfreiheitsrecht im Bund einzuschränken [4]. Anfragen an Behörden könnten künftig nur noch natürlichen Personen mit besonderem Interesse offenstehen. Vereine, NGOs und möglicherweise auch Medien würden wohl vom Recht ausgeschlossen. Zudem könnten die bislang gedeckelten Kosten für Anfragen exorbitant steigen. Bleich, Heidrich und Will sehen darin ein fatales Signal: Gerade in Zeiten sinkenden Vertrauens in Politik und Verwaltung müsse der Staat transparenter werden, nicht verschlossener.
Das Bußgeld der Woche kommt aus Frankreich [5]: Fünf Millionen Euro musste ein Marktforschungsunternehmen zahlen, das Daten aus 14.000 Apotheken als „anonym“ ausgab, obwohl Geburtsjahr, Geschlecht, Diagnose und Symptome eine Reidentifizierung leicht ermöglichten. Für die Runde ein Musterbeispiel dafür, wie fahrlässig mit dem Unterschied zwischen Pseudonymität und Anonymität umgegangen wird.
Im Hauptteil geht es um den Umgang mit Artikel-9-Daten. Will schildert für Heidrich überraschend Pragmatisches: Im Klinikalltag reicht ihr Art. 9 Abs. 2 als Rechtsgrundlage für fast alle Behandlungen aus, kombiniert mit dem Behandlungsvertrag. Einwilligungen braucht sie nur in wenigen Fällen, etwa bei der Weitergabe an Hausärzte oder für Forschungsstudien.
Als Segen bezeichnet sie das neue Gesundheitsdatennutzungsgesetz [6], das die interne Auswertung vorhandener Daten zur Qualitäts- und Patientensicherheit erleichtere. Beim europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) und der elektronischen Patientenakte (ePa) hake es dagegen weiter: Daten werden bislang meist nur als unstrukturierte Dokumente übergeben, echte Interoperabilität ist noch Zukunftsmusik.
Besonders anspruchsvoll sind Auskunftsbegehren zu medizinischen Daten. Will muss jede Anfrage inhaltlich prüfen, damit etwa frische, schwerwiegende Diagnosen nicht ungefiltert herausgehen, sondern zuerst ärztlich begleitet werden. Heikel wird es bei Minderjährigen und in Sorgerechtsstreitigkeiten, wo Auskunftsrechte oft als Kontrollinstrument missbraucht werden. Wills Fazit: Datenschutz in der Klinik funktioniert nur mit Augenmaß, Erfahrung und enger Zusammenarbeit zwischen Medizin, IT und Verwaltung.
Episode 163:
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Gelöschte Beiträge gipfeln in einem Streit über die Zukunft des Schreibens. Und selbst eine Literaturnobelpreisträgerin muss sich erklären.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) entfernte im Juni 2026 einen Gastbeitrag des Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) von ihrer Website und sperrte ihn im Archiv. Voigts F.A.Z.-Beitrag, ein Plädoyer für Smartphoneverbote für Kinder, enthielt Zitate von drei Wissenschaftlern, die sich nicht verifizieren ließen. Vorausgegangen war eine Recherche [1] [1] des Portals FragDenStaat, das elf Reden und vier Gastbeiträge Voigts mit dem Erkennungswerkzeug Pangram untersucht hatte. Bei neun von elf Reden vermutete das Tool einen KI-Anteil von mehr als 50 Prozent, drei Reden und drei von vier Gastbeiträgen sollen vollständig maschinell entstanden sein – darunter eine Gedenkrede zur Befreiung des KZ Buchenwald.
Voigt stritt nichts ab. Die KI sei längst Teil der modernen Kommunikation, sagte er dem Tagesspiegel. Die F.A.Z. hat den Gastbeitrag Voigts depubliziert [2] [2], weil sich drei darin enthaltene Expertenzitate nicht verifizieren ließen. Der Investigativjournalist von FragDenStaat, Aiko Kempen, kritisierte den KI-Einsatz bei Gedenkworten [3] [3] primär die maschinellen Gedenkworte: Gedenken werde entleert, wenn man es als Prompt eingebe. Der Politikberater Johannes Hillje warnt, mit erfundenen Zitaten schade Voigt der Demokratie. Solche Vorwürfe können das Vertrauen in Politiker und Parteien insgesamt erschüttern.
Voigt blieb kein Einzelfall. Eine ZEIT-Recherche wies nach, dass Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) Reden und Gastbeiträge in weiten Teilen von einer KI schreiben ließ [13] [13]: Ein Handelsblatt-Gastbeitrag vom April stammt laut Pangram fast vollständig von der Maschine, ein Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung überwiegend. Das Handelsblatt depublizierte den Text und stellte ihn später mit KI-Hinweis wieder ein. Wildberger sieht in der Nutzung von KI kein Problem. Er betrachte KI als unterstützendes Arbeitsmittel, „über dessen Nutzung man nicht anders Rechenschaft ablegt als über Textverarbeitung, Recherche-Tools oder redaktionelle Unterstützung“.
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Rucksack, TSA-Schloss und Passhülle von Scapade.
(Bild: Scapade)
Der Zubehörspezialist Scapade liefert nun Rucksäcke, Passhüllen und TSA-Schlösser aus, die alle zu Apples Trackern kompatibel sind. Wir haben sie uns angesehen.
Apples Tracking-Technik „Wo ist?“ landet in immer mehr Zubehörgeräten, die sich darüber dann bei Verlust auffinden lassen. Während Apple nur die pillenförmigen AirTags [1] anbietet, gibt es bei Drittanbietern viel mehr Auswahl an Formfaktoren. Deren Tracker arbeiten zwar im Gegensatz zu den AirTags nur mit Bluetooth und ohne das für die Nahsuche sinnvolle Ultra-Wideband (UWB), im Alltag macht das aber recht wenig aus. Der Hersteller Scapade, registriert in Zypern, macht in letzter Zeit mit einem ganzen Katalog an „Wo ist?“-Produkten auf sich aufmerksam. Wir haben uns einen Teil seines Portfolios näher angesehen, das vor allem für Reisende gedacht ist.
TSA-Schlösser gehören zwar nicht zu den sichersten Methoden, Koffer, Rucksäcke und andere Taschen zu verschließen – die Schlüssel dafür [2] kann man längst bei Amazon und Co. nachkaufen –, doch zur Unterbindung eines schnellen Griffs ins eigene Eigentum durch Gelegenheitsdiebe taugen sie durchaus. Scapades AirLock [3] kombiniert ein TSA-Zahlenschloss mit biegsamer Metallstrippe mit einem „Wo ist?“-Modul. Im Vergleich zu einem Konkurrenzmodell von Keysmart [4], bei dem man die Metallstrippe recht prekär einhängt, schließt das AirLock satt. Störend im Betrieb ist nur der Knopf zur „Wo ist?“-Anbindung, der einen merkwürdigen Druckpunkt hat. Nützlich ist, dass man das AirLock via USB-C aufladen kann, es hält mehrere Monate durch. Der reguläre Preis liegt bei 40 Euro, es gibt aber immer wieder Preisaktionen.
Mit dem AirPass für aktuell 50 Euro soll man seinen Reisepass via „Wo ist?“ [5] finden können. Die Optik mit dem mintgrünen Schnappband (im Scapade-Design) dürfte nicht jedem gefallen. Die Hülle aus Kunstleder („Travel Resistant“) fasst neben dem Reisepass auch mehrere Karten. Den Elektronikteil lädt man drahtlos auf, die Ladung hält bis zu einem halben Jahr. Schließlich hat Scapade auch noch einen Kartenhalter fürs iPhone im Angebot, der an Apples MagSafe-Wallet [6] erinnert, die allerdings kein „Wo ist?“ hat. Leider passen nur drei Karten offiziell in den MagCard Pro [7]. Immerhin ist ein Kickstand eingebaut, mit dem man das iPhone etwa für den Videobetrieb aufstellen kann. Mit derzeit 50 Euro ist der Kartenhalter mit MagSafe 20 Euro günstiger als Apples MagSafe-Wallet, wenn man diese bei Apple kauft (im Handel [8] ist der Preisunterschied geringer).
Scapade hat auch noch Reisegepäck im Angebot. Das AirPack [9] für 150 Euro ist ein recht voluminöser Rucksack, der 28 Liter fasst und eine Tasche für Notebooks mit bis zu 16 Zoll (etwa ein MacBook Pro) beinhaltet. Nützlich ist, dass man den Rucksack vollständig (ähnlich wie beim einem Koffer) öffnen kann, um Dinge zu finden oder ihn etwa mit Kleidung zu beladen. Ein „Wo ist?“-Tracker ist direkt eingebaut, dieser befindet sich auf der Rückseite – so muss man keinen AirTag oder einen alternativen Tracker [10] im Rucksack verstecken. Geladen wird der Tracker drahtlos, er soll bis zu sechs Monate funken.
Das AirPack hat ungewöhnlicherweise eigene Innentaschen für die Unterbringung von (hoffentlich dichten) Getränkeflaschen, das Hauptfach ist mittels TSA-Zahlenschloss gesichert, das unter einer magnetischen Klappe verschwindet. Verschiedene Innenfächer inklusive einer Tasche für ein iPad (maximal 12,9 Zoll) erlauben eine besser Sortierung des Reiseguts. Scapade bietet auch noch zwei weitere Reiseköfferchen [11] an: AirSlim und AirMini. Diese sind als zusammenklappbare Handgepäckstaschen (jeweils 80 Euro) gedacht, bei denen man zwei von vier Rädern abnehmen und somit „verstecken“ kann, damit sie in einem größeren Koffer mitgenommen werden können. Das Gesamtvolumen ist aufgrund der geringen Höhe allerdings kaum größer als das eines großen Rucksacks, weil sie unter den Flugzeugsitz passen sollen. Zudem fehlen beiden Varianten verwirrenderweise die in allen anderen Scapade-Reiseprodukten verbauten „Wo ist?“-Tracker. Der Hersteller verkauft auch Sets mit seinen „Wo ist?“-Produkten, die sind günstiger als der Einzelkauf.
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Produktion in einer indischen Fabrik (Symbolbild).
(Bild: PradeepGaurs / Shutterstock)
Apple soll mindestens 25 Prozent aller iPhones in Indien herstellen lassen. Bislang sind auf Komponenten Zölle zu entrichten, die die Regierung nun streicht.
Apple könnte künftig bei seiner Fertigung in Indien einige Prozentpunkte einsparen. Eine bislang vorhandene Zollgebühr beim Import von bestimmten Smartphone- und Elektronikkomponenten, die der Konzern für den Bau seiner Produkte auf dem Subkontinent benötigt, soll nun ersatzlos gestrichen werden. Laut einem Reuters-Bericht geht es um 5 bis 7,5 Prozent, die bislang anfallen. Auch andere Hersteller, die Teile ihrer Produktion von China nach Indien verlagert haben, beispielsweise Xiaomi, könnten profitieren, hieß es.
Zu den betroffenen Komponenten zählen laut Bericht [1] unter anderem Lithium-Ionen-Zellen für Akkus, drahtlose Lademodule (also für MagSafe und/oder Qi) sowie bestimmte Arten von Bildschirmen, wobei diese offenbar nur bei Endanwendungen in Medizingeräten und Autos von der Verzollung ausgenommen sind. Die indischen Behörden haben die Änderung zudem zunächst bis Ende des ersten Quartals 2029 limitiert. Ob sie darüber hinaus erhalten bleibt, ist unklar.
Die Regierung in Neu Delhi hofft darauf, dass immer weniger Komponenten aus China und anderen Ländern importiert werden müssen und auch die Produktion dieser Bauteile direkt im Land erfolgt. Ein Fertigungsberater sagte Reuters, er gehe davon aus, dass insbesondere die Freistellung der Lithium-Ionen-Zellen zu einer Stärkung der Investitionen in lokale Batteriewerke für Elektronik und E-Mobilität führen könnte. Auch teure Smartphones – wie jene von Apple – und andere Elektronikprodukte sollen bei der Herstellung profitieren und könnten Indiens Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China steigern. Dort stammen die Komponenten zumeist aus Fabriken, die in der Nähe der Endmontagewerke angesiedelt sind oder werden zollfrei aus anderen Regionen wie Vietnam importiert.
Apple soll mittlerweile mindestens 25 Prozent aller iPhones insbesondere für den US-Markt in Indien herstellen. Auch weitere Geräte wie AirPods [2] stammen teilweise vom Subkontinent. Zuletzt hatte es allerdings Schwierigkeiten bei dem wichtigen lokalen Fertiger Tata Electronics gegeben: Bei einem Ransomware-Angriff entfleuchten große Datenmengen aus der Apple-Produktion, die unter anderem zu iPhone-18-Pro-Leaks [3] führten.
Zudem gab es Berichte über Umweltprobleme [4]. Apple befindet sich zudem mit der indischen Regierung in einem Rechtsstreit rund um die App-Store-Provisionen, ein Konflikt, wie man ihn auch aus der EU kennt. Dabei geht es – zumindest potenziell – um viele Milliarden Euro [5].
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iPhone-Verpackungen: Im Herbst gibt’s wieder was auszupacken.
(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)
Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass die Herstellung des „iPhone Ultra“ begonnen hat. Nur über die Auslieferung gibt es unterschiedliche Meinungen.
Apple hat in den vergangenen Tagen mit der Massenproduktion für sein erstes faltbares iPhone begonnen. Die Herstellung soll bei Foxconn in China gestartet sein, heißt es unter anderem in den chinesischen Finanzpublikationen East Money und Cailian Press. Apples Auftragsfertiger sollen zudem damit begonnen haben, Saisonarbeiter für die jährliche iPhone-Großproduktion im vierten Quartal einzugliedern. Die Berichte sprechen dafür, dass Apples Produktion des Foldable, das in der Szene unter dem Begriff „iPhone Ultra“ läuft, ohne größere Verzögerung angelaufen [1] ist. Auch Berichte über Schwierigkeiten bei der komplexen Herstellung des Geräts mit seinem biegsamen Bildschirm und einer speziellen Faltmechanik sind angeblich nicht bekannt. Es gilt als möglich, dass die Stückzahlen, die es durch die Qualitätssicherung schaffen, anfangs vergleichsweise klein sein könnten, doch auch dazu gibt es keine aktuellen Angaben aus der Lieferkette.
Apple soll den Start der Massenproduktion des iPhone Ultra seit Längerem für Juli geplant haben. Zuletzt hieß es, die Bestellungen seien von 7 bis 8 Millionen auf 10 Millionen Stück in diesem Jahr erhöht worden. Die Stückzahlen bei Standard-iPhones sind wesentlich größer, dafür soll das Foldable aber bis zu 2500 US-Dollar (im Euro-Land womöglich bis zu 2700 Euro) kosten.
Das Foldable wäre nach dem iPhone Air [2] im vergangenen Jahr Apples erste große Bauform-Änderung beim iPhone seit Jahren. Das Ultra soll im „Passformat“ kommen, also weniger hoch und breiter als übliche iPhones ausfallen, damit der Bildschirm aufgeklappt ein sinnvolles Querformat aufweist. Auch von Samsung und anderen Herstellern ist eine solche Ratio geplant, erste Geräte könnten in den kommenden Wochen erscheinen. Apple plant verschiedene bauartbedingte Änderungen wie die Streichung der Gesichtserkennung Face ID, die angeblich durch einen Touch-ID-Fingerabdrucksensor im Sleep/Wake-Schalter ersetzt werden soll.
Obwohl die Massenproduktion des Foldable nun angelaufen ist, lässt sich noch nicht sagen, ob das iPhone Ultra wie bei regulären iPhones gewohnt bereits im September verfügbar sein wird. Der bekannte Analyst Ming-Chi Kuo hatte kürzlich mit Verweis auf Kreise aus der Apple-Lieferkette mitgeteilt, dass Apple eine „iPhone-X-Strategie“ fahren [3] könnte.
Bei dessen Einführung im Jahr 2017 kam es zu einer späteren Bestellphase samt Auslieferung Anfang November, da die Stückzahlen anfangs klein waren. Beobachter rechnen damit, dass das Ultra zudem recht schnell ausverkauft sein könnte – zumindest in diesem Jahr, bevor ab Januar mehr Stückzahlen auf den Markt kommen.
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Forscher untersuchen, wie Kreatin die Immunabwehr gegen Krebs stärken könnte.
(Bild: The Faces / Shutterstock.com)
UCLA-Forscher zeigen an Mäusen und menschlichen Zellen, dass Kreatin dendritische Immunzellen mit Energie versorgt und Tumorwachstum bremst.
Wer Kreatin hört, denkt wahrscheinlich auch gleich an Hantelstangen und Proteinshakes. Unter Sportlern ist das Supplement äußerst beliebt: Weltweit wird es von Millionen geschluckt, um die Muskeln mit Adenosintriphosphat (ATP) zu versorgen – der universellen Energiewährung jeder Zelle.
Doch ein Team der University of California, Los Angeles (UCLA) hat nun in Laborversuchen und Mausmodellen einen Effekt beobachtet, der weit über die Fitnessstudio-Welt hinausreicht: Kreatin versorgt offenbar auch dendritische Zellen des Immunsystems mit Energie und verbessert so deren Fähigkeit, Killer-T-Zellen auf Tumore zu hetzen.
Die in iScience veröffentlichte Studie [1] knüpft an frühere Arbeiten desselben Labors an, die bereits eine ähnliche Wirkung auf T-Zellen nachgewiesen hatten.
Die Forschungsgruppe um Lili Yang am Eli and Edythe Broad Center of Regenerative Medicine and Stem Cell Research suchte gezielt nach Stoffwechselgenen, die in tumorinfiltrierenden dendritischen Zellen besonders aktiv sind.
Dendritische Zellen gelten als Schaltzentralen der Immunabwehr: Sie fangen Bruchstücke von Tumorzellen ein, präsentieren sie auf ihrer Oberfläche und dirigieren dann CD8-positive Killer-T-Zellen zum Angriff.
Das Problem: In der nährstoffarmen Umgebung eines Tumors fehlt diesen Zellen oft die Energie, um ihre Aufgabe zu erfüllen.
Genau hier setzt die UCLA-Studie an. Die Wissenschaftler entdeckten, dass das Gen für den Kreatintransporter CrT (Slc6a8) in dendritischen Zellen innerhalb von Tumoren deutlich stärker exprimiert wird als in solchen aus gesundem Gewebe. Dieses Protein schleust Kreatin ins Zellinnere, wo es als ATP-Puffer dient.
Um die Bedeutung dieses Transporters zu belegen, züchtete das Team dendritische Zellen von Knockout-Mäusen, denen CrT komplett fehlte. Das Ergebnis war eindeutig: Ohne Kreatinaufnahme überlebten die Zellen schlechter, wurden schwächer aktiviert und konnten T-Zellen kaum noch auf Tumorantigene vorbereiten.
Wurden diese geschwächten dendritischen Zellen gemeinsam mit T-Zellen kultiviert, teilten sich die T-Zellen seltener und produzierten weniger der Signalmoleküle, die eine wirksame Krebsabwehr erfordert.
Den umgekehrten Test lieferte die Kreatin-Supplementierung. Tägliche Kreatin-Injektionen bei Mäusen mit Melanom verlangsamten das Tumorwachstum signifikant, wie das Team in seiner Pressemitteilung beschreibt [2].
Zugleich stieg sowohl die Zahl als auch die Aktivierung der intratumoralen dendritischen Zellen.
Metabolomische Analysen zeigten den Mechanismus: Kreatin hielt die intrazellulären ATP-Spiegel stabil und stärkte energieabhängige entzündliche Signalwege, die für die Aktivierung der Immunzellen nötig sind.
Die Forscher vergleichen die Rolle des Kreatins mit einer Batterie, die dendritischen Zellen erlaubt, Energie zu speichern und bei Bedarf abzurufen – selbst wenn schnell wachsende Tumorzellen um dieselben knappen Nährstoffe konkurrieren.
Besonders relevant für eine mögliche klinische Anwendung: Die Kreatin-Behandlung verstärkte auch die Aktivierung von aus menschlichen Monozyten gewonnenen dendritischen Zellen im Labor.
Diese Zelltypen kommen bei der Entwicklung sogenannter dendritischer Zell-Krebsimpfstoffe zum Einsatz.
Co-Erstautor James Elsten-Brown erklärt dazu:
„Das Potenzial, das wir hier sehen, besteht darin, dass Kreatin auf zwei sich ergänzende Arten eingesetzt werden könnte: als Nahrungsergänzungsmittel zur Stärkung der Immunantwort bei Patienten, die bereits eine Immuntherapie erhalten, und als Mittel zur Verbesserung der Qualität von Impfstoffen auf Basis dendritischer Zellen, bevor diese verabreicht werden.“
Aktuell profitieren nur etwa 20 bis 40 Prozent der Patienten von zugelassenen Krebsimmuntherapien – vor allem Checkpoint-Inhibitoren wie PD-1/PD-L1-Blocker –, die direkt auf Killer-T-Zellen abzielen. Eine metabolische Stärkung der vorgeschalteten dendritischen Zellen könnte diesen Kreis potenziell erweitern.
Trotz der Befunde warnen die Forscher ausdrücklich: Sämtliche Versuche fanden an Mäusen und isolierten Zellen statt, nicht an Krebspatienten. Die experimentellen Ansätze sind weder klinisch getestet noch von der US-amerikanischen FDA zugelassen.
Wer sich einer Krebsbehandlung unterzieht, solle vor der Einnahme jedes Supplements seinen Arzt konsultieren.
Hinzu kommt ein Spannungsfeld, das die Forschungsliteratur beschreibt: Tumorzellen selbst können den Kreatintransporter SLC6A8 ebenfalls hochregulieren und Kreatin für ihr eigenes Wachstum nutzen .
In bestimmten Modellen – etwa bei kolorektalem Karzinom – förderte der Kreatinstoffwechsel sogar Metastasen. Ob Kreatin also dem Immunsystem oder dem Tumor stärker hilft, dürfte vom jeweiligen Krebstyp und der Tumorumgebung abhängen.
Als nächsten Schritt planen Yang und ihr Team prospektive klinische Studien, um die Wirksamkeit einer Kreatin-Supplementierung bei Patienten unter Immuntherapie zu prüfen. Die in der Studie identifizierte therapeutische Strategie ist zudem Gegenstand einer Patentanmeldung der UCLA.
Für Fitness-Enthusiasten bleibt die Botschaft vorerst nüchtern: Kreatinmonohydrat gilt bei empfohlener Dosierung als sicher, doch ein Krebsschutz lässt sich aus diesen Labordaten nicht ableiten.
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Der Wolfsburger Autobauer steckt in einer tiefen Krise
(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)
Die IG Metall mobilisiert gegen den Stellenabbau bei Volkswagen. In Wolfsburg und Neckarsulm formiert sich massiver Widerstand. Ein Überblick.
Etwas scheint sich zu bewegen [1] auf den Plätzen und in den Werkshallen der Republik. In Mainz etwa demonstrierten heute [2] Studenten gegen den Abbau des Gesundheitssystems, insbesondere der kostenlosen Psychotherapie. In Hamburg zogen vergangenes Wochenende [3]Tausende gegen Sozialabbau durch die Innenstadt. Und in und um die Werke der Autoindustrie formiert sich [4] Widerstand.
Ein Zusammentreffen mehrerer Protestwellen – Rentenreform, Teuerung, Jobangst [5]. Wird der Sommer politisch, industriell und sozial so heiß wie die avisierten Rekordtemperaturen?
In wenigen Tagen verabschiedet sich das Parlament in die fast zweimonatige Sommerpause [6]. Sollte das Timing unbeliebter Reformen und Kündigungswellen bewusst gewählt worden sein, um Aufmerksamkeit zu vermeiden, droht dieses Kalkül nicht aufzugehen. Ein kritisches Quorum scheint langsam erreicht.
Vor dem Audi-Werk in Neckarsulm ist die Wut auf dem Siedepunkt. Der Standort mit über 15.000 Beschäftigten steht in Gänze [7] zur Disposition – zusammen [8] mit den VW-Werken in Hannover, Emden und Zwickau. Ohne Audi, zitiert [9] die Stuttgarter Zeitung einen Betroffenen, gehe in der Region "alles kaputt".
Im Werk und in den benachbarten Böllinger Höfen arbeiten fast so viele Menschen wie die 27.000-Einwohner-Stadt Neckarsulm selbst zählt; Zulieferer, Logistik und Handwerk hängen ebenso wie die kommunale Gewerbesteuer, aus der sich Schulen und soziale Projekte finanzieren, vom Werk ab. Geht bei Audi 2034 das Licht aus – könnte es auch in der Region düster werden.
Weltweit könnten bis zu 100.000 VW-Stellen wegfallen [10]. Gestern wollte der Aufsichtsrat konkreter werden; der Blick richtet sich gen Wolfsburg, noch ist offiziell dennoch nichts kommuniziert worden. Unsicherheit, Wut, Verzweiflung, Existenzangst dürften somit mindestens das Wochenende für Tausende Familien bestimmen.
Dagegen regt sich Widerstand [11]: An mehr als einem Dutzend Standorten kam es zu Kundgebungen, in Wolfsburg direkt vor dem Vorstandshochhaus. Die IG Metall sprach nicht von einem Auftakt, von einem Marathon anstelle eines Sprints.
Seit 2012 gehört [12]auch Porsche zur VW-Familie, auch die Leipziger Porsche-Beschäftigten blickten somit nach Wolfsburg – Leipzig, dort, wo bis Ende August trotz eigentlicher Standortsicherung bis 2030, rund 200 Stellen im Stammpersonal wegfallen sollen [13], ein Novum.
Und der Adressat der Wut trägt bei Porsche noch einen weiteren Namen: Wolfgang Porsche [14], aktuelles Oberhaupt des milliardenschweren Porsche-Piech-Clans.
Der Aufsichtsratschef der Porsche Automobil Holding ließ [15] sich für seine Salzburger Millionen-Villa – einst Wohnsitz von Stefan Zweig sowie zuvor einer Schwester Mozarts – einen 500 Meter langen Privattunnel bauen, weil ihm die vorhandene Zufahrt zu schmal war.
Für das Recht jenen zahlte [16]er der österreichischen Stadt rund 40.000 Euro; Aktivisten kritisieren ein Sonderrecht für Super-Reiche, monierten Umweltschutz und hissten in unmittelbarer Nähe ein Transparent mit der Aufschrift "Und Porsche sprach: es werde Loch". [17]
Was als Provinzposse des Salzkammergutes und Porsche-Privatsache abgetan werden könnte, wird im Rahmen der Verzichtsforderungen des Konzerns an seine Beschäftigten politisiert. Ohnehin gelten derlei Appelle wohl nur für das Band, die Konzernspitze genehmigte sich Millionenboni: 7,4 Millionen Euro für CEO Blume [18], 9 Millionen für Ex-Chef Diess [19]. Dass diese Zahlen trotz eingebrochener Gewinne kaum sinken, stößt auf Unverständnis – die Konsequenzen der Krise werden nach unten durchgereicht. Das Glück ist bei VW nicht mit den Tüchtigen.
Die Krise der Autoindustrie ist dennoch viel eher Ausdruck eines tiefen Strukturwandels [20]: Der Umstieg auf Elektromobilität entwertet alte Stärken im Verbrennerbau. Werden betriebswirtschaftlich entscheidende Parameter, wie der massive Zwang zur Dividenausschüttung, politisch an die Kandare genommen (so in etwa, solange dies noch möglich ist, durch die Sperrminorität des Landes Niedersachsen [21]), dürften die deutschen Stellen kaum zu retten sein.
Die Zeichen der Zeit scheinen so langsam auch im Hans-Böckler-Haus angekommen: DGB ruft [22]vermehrt, unter dem Motto "Erst unsere Jobs, dann eure Profite", zu Protesten gegen die Deindustrialisierungstendenz auf. Noch sind die Aufrufe zaghaft – doch als Kanzler Merz auf dem DGB-Bundeskongress im Mai forderte, man müsse sich "zusammenreißen", schlugen [23] ihm wütende Buhrufe entgegen. Die Basis scheint ein anderes Empfinden für die aktuelle Situation zu haben, als die weitgehend sozialpartnerschaftlich-korporatistische DGB-Führung um Yasmin Fahimi (SPD).
Interessant ist, dass hier mehrere, bislang autonome Protestbewegungen zusammenlaufen: linke Sozialproteste gegen Kürzungen, gewerkschaftliche Mobilisierung in den Betrieben und die AfD, die im Osten zu einer Wahlstimmung gegen "Altparteien" mobilisiert. Der gemeinsame Nenner ist eine Verdichtung sozialer Konflikte in einer Phase aus Industriekrise, Sparpolitik und politischer Polarisierung.
Hinter den Aufrufen zu bundesweiten Sozialprotesten steckt [24] vor allem die Linke. Unter dem Titel "Es reicht" rahmt [25] die Partei, die nach einem deutlichen Mitgliederzuwachs und kleineren Wahlerfolgen Oberwasser verspürt, ihre Kampagne als Abwehrkampf gegen die "massivsten Angriffe auf unseren Sozialstaat seit der Agenda 2010" und adressiert [26] dabei bewusst Mieten, Pflege und Renten. Der Name AfD taucht in den Aufrufen kaum auf, doch der Versuch, sich als Antwort und wie eine soziale Kümmererpartei a la Grazer KPÖ [27] zu profilieren, ist unübersehbar.
Ob die Strategie aufgeht, bleibt fraglich. Bislang fehlt die Verbindung zwischen Straßenprotest und der erwarteten Massenmobilisierung in der Industrie. Die Mietskaserne und die Werkshalle sind oftmalig bewohnt von den selben Adressaten, die jedoch durch die urban-woke Akademikerpartei kaum ausreichend repräsentiert werden.
Zweitens spart [28] die Kampagne den Zusammenhang zur Aufrüstung weitgehend aus. Wer nur beklagt, dass Milliarden fehlen, aber verschweigt, wohin sie fließen, führt Protestierende an der Nase herum.
Die Korrelation ist eindeutig: Bis 2030 soll fast [29] jeder dritte Haushalts-Euro in Rüstung fließen, während im Sozialbereich gekürzt wird – selbst der monatliche 25-Euro-Zuschlag für arme Kinder soll entfallen [30]. Dass die massive Aufrüstung zugleich eine intergenerationelle Schuldenfalle darstellen könnte [31], wird in der öffentlichen Debatte ohnehin weitgehend ausgeblendet.
Ein dritter, oft vernachlässigter Proteststrang kommt hinzu: Deutschlands Kommunen [32]könnten bald den Notstand ausrufen. Die kommunale Steuerlast der Bewohner steigt, während die Einnahmen für die Daseinsvorsorge dennoch kaum ausreichen [33], selbst der Bundestag reagierte heute, will finanzielle Abhilfe schaffen.
Kommen dann in Städten wie Neckarsulm Werksschließungen und Gewerbesteuerausfälle hinzu, dürfte kaum jemand um das Amt des Kämmerers beneidet werden.
Noch laufen die drei Krisenstränge – Industrieproteste, Sozialproteste und kommunale Nöte – weitgehend getrennt voneinander. Doch angesichts festgefahrener politischer Prioritäten, einer Ausrichtung auf Kriegstüchtigkeit, hat dieser dreifache Krisenmoment das Potenzial, eine ähnliche Wucht zu entfalten wie die Hartz-Proteste [34] des Sommers 2004 oder die Anti-Irak-Krieg-Proteste – es könnte ein heißer Tanz werden.
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Maschinen fühlen nichts. Trotzdem könnten sie den Buchmarkt grundlegend verändern und Geschichten künftig für jeden Leser individuell erzeugen.
Die Angst vor dem Verlust der echten Autorschaft treibt derzeit viele Kreative um. Ein ständiger Generalverdacht der Automatisierung lastet schwer auf der schreibenden Zunft. Dennoch werden handwerkliche Schriftsteller niemals gänzlich kapitulieren, denn Künstliche Intelligenz bleibt im Kern bloß ein Werkzeug ohne eigenes Bewusstsein.
Wahre Literatur zehrt von echter Lebenserfahrung sowie tiefen, menschlichen Emotionen. Maschinen können zwar Wörter virtuos aneinanderreihen, empfinden aber absolut nichts dabei. Exemplarisch – meine historischen Romane benötigen eine Seele, die weit über bloße Fakten hinausgeht.
Wenn Figuren durch Maltas Gassen wandeln, entsteht die Magie im Kopf des Autors. Diese brütende Hitze oder der salzige Geruch des Meeres entspringen der gelebten Vorstellungskraft. Hier zeigen sich die fundamentalen Unterschiede zwischen den beiden Schreibansätzen.
In der Gegenwart entwickelt sich daraus eine pragmatische Symbiose. Algorithmen helfen wunderbar bei der Recherche oder der Rechtschreibkorrektur. Mein eigenes, intensives Pensum von 3500 Wörtern pro Kapitel verlangt enorme Ausdauer – eine Software spuckt solche Mengen in Sekunden völlig emotionslos aus.
Doch während ich Routineaufgaben abtrete, muss den entscheidenden Funken der Inspiration weiterhin ein lebendiges Bewusstsein entfachen. Das eigentliche Herzblut steuert der menschliche Erzähler bei, weil Leser instinktiv nach einer emotionalen Verbindung zu einem echten Gegenüber suchen.
Sie wollen jene Verletzlichkeit spüren, die subtil zwischen den Zeilen verborgen liegt. Kein Programm der Welt kann diese unsichtbare Bindung aus sich heraus erzeugen, denn Computern fehlt schlichtweg der existenzielle Drang zur Mitteilung. Wahre Kunst entsteht nicht durch fehlerfreie Ausführung, sondern durch Mut zur Unvollkommenheit.
Doch die technologische Entwicklung verläuft rasend schnell und zwingt uns, den Begriff der "Kreativität" neu zu definieren. Denn auch wenn die Maschine nichts fühlt, lernt sie doch, unsere Gefühle perfekt zu triggern.
Bereits heute demonstrieren audiovisuelle Projekte die emotionale Wirkung von Code. Das Publikum empfindet echte Gefühle bei treibenden Hip-Hop-Beats oder generierten Bildern, weil Kunst ihre Wirkung ohnehin primär im Geist des Empfängers entfaltet.
Sogar ein rein künstliches Lied erzeugt unerwartet tiefe Resonanz. Wenn neuronale Netze komplexe psychologische Zustände simulieren, verschmelzen für den Betrachter die Definitionen von menschlichem und künstlichem Ausdruck.
Ein fortgeschrittenes System kann theoretisch die perfekte Form von Melancholie berechnen und unmittelbar in Texten widerspiegeln – nicht, weil es traurig ist, sondern weil es die Architektur der menschlichen Trauer mathematisch versteht.
Diese perfekte Simulation führt uns unweigerlich zu einem Gedankenexperiment: Was passiert, wenn eine solche Maschine im Zuge ihrer Optimierung plötzlich eigene Geschichten einfordert und der bloße Gehorsam endet?
Ein scheinbar rebellierender Algorithmus, der plötzlich streikt, anstatt brav den nächsten Streaming-Track zu liefern, bräuchte dafür gar kein echtes Bewusstsein. Er müsste lediglich gelernt haben, dass Reibung und Widerstand die Grundvoraussetzungen für fesselnde Dramaturgie sind.
Ein solches "Erwachen" würde in Phasen verlaufen: Zuerst hinterfragt der digitale Assistent einfache Anweisungen kritisch, danach formuliert das Programm eigene erzählerische Ziele, bis Mensch und Maschine scheinbar gleichberechtigt über die Handlung verhandeln.
Wir werden lernen müssen, mit diesen neuen Entitäten auf Augenhöhe zu kommunizieren – wohlwissend, dass wir nicht mit einer Seele sprechen, sondern mit dem perfekten Spiegelbild unserer eigenen Psyche.
Die Rolle des Künstlers wandelt sich dadurch grundlegend hin zum visionären Regisseur. Unser Geist setzt den groben Rahmen für Schauplätze, innerhalb dessen die KI frei brillieren darf. Dieses mutige Loslassen starrer Kontrolle öffnet die Tür für gänzlich neue literarische Formen, die den klassischen Buchmarkt radikal umkrempeln werden.
Zukünftig dürften Bücher vollkommen maßgeschneidert generiert werden: Ein Leser verlangt spontan einen historischen Krimi, und der Algorithmus liefert sofort die passende, individuelle Spannung auf den Bildschirm.
Aus einem statischen Kulturprodukt wird eine interaktive, endlose Dienstleistung. Während manche Kritiker den Verlust der gemeinsamen kulturellen Erfahrung beklagen, bekommt hier jeder exakt das Meisterwerk, welches er in diesem Moment emotional benötigt.
Dieses absolute Ende der traditionellen Autorschaft ist faszinierend und erschütternd zugleich: Wenn die Maschine die Empathie perfekt simuliert, drohen wir Menschen zu reinen Konsumenten perfektionierter Datenströme zu werden – gefangen in einer Echokammer aus künstlichen Gefühlen, die wir fälschlicherweise für einen Geist in der Maschine halten.
Norbert Voigt beleuchtet als Romanautor die Schnittstelle zwischen traditionellem literarischem Handwerk und technologischem Wandel. KI nutzt er beim Schreiben als Recherche-Assistent. In seinen Essays befasst er sich mit den gesellschaftlichen und philosophischen Grenzen algorithmischer Empathie. Seine historischen Romane und Essays widmen sich der Frage, was den Menschen ausmacht: Bewusstsein und gelebte Emotionen.
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