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PC-Gaming: Steam Machine ist vorbestellbar und kein Schnäppchen

Von Peter Steinlechner — 22. Juni 2026 um 20:06
Valve startet den Verkauf der Steam Machine. Der Preis (ab 1.040 Euro) dürfte für viele Spieler aber ein Problem sein.
Steam Machine (Rückseite) (Bild: Valve)
Steam Machine (Rückseite) Bild: Valve

Valve hat den Verkaufsstart seiner neuen Steam Machine bekanntgegeben. Der Gaming-PC fürs Wohnzimmer kann ab sofort reserviert werden und kostet in Europa ab 1.040 Euro. Damit positioniert sich das Gerät deutlich oberhalb von Playstation 5 und Xbox Series X.

Angeboten werden zwei Varianten. Das Modell mit 512 GByte SSD kostet 1.040 Euro, das Bundle inklusive Steam Controller 1.110 Euro. Die Version mit 2 TByte SSD kostet 1.360 Euro, das entsprechende Bundle 1.430 Euro. Bei den 2-TByte-Modellen legt Valve zusätzlich zwei austauschbare Frontblenden aus rotem Stoff und Walnussholz bei.

Statt eines gewöhnlichen Vorverkaufs setzt Valve auf ein Reservierungssystem. Interessenten können sich bis zum 25. Juni um 19 Uhr deutscher Zeit für ihr Wunschmodell anmelden. Anschließend lost das Unternehmen die Reihenfolge der Reservierungen aus.

Wer Glück hat, erhält am 25. Juni eine E-Mail mit einem Platz in der Reservierungsschlange. Die ersten Kaufaufforderungen sollen ab dem 29. Juni verschickt werden. Wer zunächst leer ausgeht, landet auf einer Warteliste.

Technisch steckt in der nur etwa 15 Zentimeter großen Steam Machine eine Semi-Custom-Plattform von AMD. Verbaut sind eine Zen-4-CPU mit sechs Kernen und zwölf Threads, eine RDNA-3-Grafikeinheit mit 28 Compute Units, 16 GByte Arbeitsspeicher sowie zusätzlich 8 GByte Grafikspeicher.

Hinzu kommen WLAN 6E, Bluetooth 5.3, Gigabit-Ethernet, HDMI, DisplayPort und ein integriertes Netzteil. Valve verspricht eine rund sechsmal höhere Leistung als beim Steam Deck sowie 4K-Gaming mit 60 Bildern pro Sekunde unter Nutzung von FSR-Upscaling.

Steam Machine: Tester kritisieren den Preis

Als Betriebssystem kommt SteamOS zum Einsatz. Dank Proton sollen nahezu alle Windows-Spiele aus der Steam-Bibliothek ohne zusätzliche Einrichtung laufen. Besonderen Wert legt Valve auf Komfortfunktionen wie Suspend/Resume, HDMI-CEC zur TV-Steuerung und eine möglichst konsolenähnliche Bedienung.

Erste Tests fallen gemischt aus. PC Games Hardware (gehört wie Golem zu Computec Media) lobt die hochwertige Verarbeitung, das sehr leise Kühlsystem und die gelungene Integration von SteamOS.

Kritik gibt es jedoch am Preis. Aus Sicht der Tester bewegt sich die Steam Machine in einem Bereich, in dem man auch komplette Gaming-PCs in Betracht ziehen könnte: "Genau an der Stelle wird der Vergleich für Valve doch eher unangenehm."

Im Fazit von Linus Tech Tips heißt es, die Steam Machine werde zu einem "Preis für Enthusiasten" verkauft. Sie sei attraktiv für eingefleischte Steam-Fans und Nutzer, die einen unkomplizierten Wohnzimmer-PC suchen. Wegen der hohen Kosten dürfte sie jedoch kaum den Massenmarkt erreichen.

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Anzeige: Samsung Galaxy Buds3 FE günstig wie nie im frühen Prime-Day-Angebot

Von Erik Körner — 22. Juni 2026 um 18:03

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Die Samsung Galaxy Buds3 FE haben bei Amazon einen neuen Tiefstpreis erreicht. Im frühen Prime-Day-Angebot spart man rund 50 Euro.
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Samsung-Fans hören es bestimmt nicht gern, aber eine Sache hat der Konzern mit Apple gemein: den Preis. Mittlerweile nimmt sich der bei einigen Smartphones, Tablets oder Bluetooth-Kopfhörer nicht mehr viel. Reduzierte Angebote kommen da gerade recht – vor allem, wenn sie so gut wie bei den frühen Prime-Day-Deals sind. Der Onlinehändler verkauft die Samsung Galaxy Buds3 FE samt Soft Clear Case aktuell so günstig wie nie mit rund 50 Euro Rabatt auf den Durchschnittspreis der letzten Wochen. Der Rabatt gilt bis zum 26. Juni, kann aber vorzeitig enden. Wir empfehlen, schnell zuzugreifen.

Das bieten die Samsung Galaxy Buds3 FE

Der Name suggeriert zwar anderes, aber die Samsung Galaxy Buds3 FE sind der direkte Nachfolger der Galaxy Buds FE. Sie treten ein großes Erbe an: Die 2023 veröffentlichte Budget-Option mauserte sich schnell zum Geheimtipp unter Tech-Experten und Audiophilen, da sie besonders für ihre Preisklasse eine enorm akkurate Klangwiedergabe bot.

Was also hat sich getan? Der wohl größte Unterschied sind die neuen Treiber. Samsung hat die Galaxy Buds3 FE mit größeren Lautsprechern ausgestattet, die kräftigere Bässe und mehr Details erlauben sollen. Auch unterstützen sie 360-Grad-Audio, können also Surround-Sound simulieren, der Kopfbewegungen folgt. Das Klangprofil der Bluetooth-Kopfhörer lässt sich nach wie vor per Equalizer in der Samsung Wearable App anpassen. Audio-Kenntnisse braucht man dafür dank Presets nicht.

Wie ihre Vorgänger bieten die Samsung Galaxy Buds3 FE aktive Geräuschunterdrückung. Laut Samsung ist der ANC-Modus stark genug, um die meisten Alltagsgeräusche zuverlässig auszublenden. Auf Wunsch lässt sich in der Samsung Wearables zum Transparenz-Modus wechseln, falls man doch auf Umgebungsgeräusche angewiesen ist. Zwischen allen Modi lässt sich außerdem per Gestensteuerung direkt an den Kopfhörer wechseln. Laut Samsung kommen die Galaxy Buds3 FE mit eingeschaltetem ANC eine Laufzeit von sechs Stunden; ohne kommen sie auf 8,5 Stunden. Die Gesamtspieldauer mit Ladecase beläuft sich auf jeweils 24 und 30 Stunden.

Besitzer von Samsung-Galaxy-Smartphones oder -Tablets können zudem auf exklusive Features zugreifen. Die Galaxy Buds3 FE unterstützen zum Beispiel Googles KI-Assistenz Gemini, um per Sprachbefehl Timer zu stellen oder Reminder anzulegen. Ein Live-Übersetzungs-Feature, wie man es von den Air Pods Pro 2 kennt, erlaubt es, Sprachbarrieren bequem zu überbrücken. Praktisch: Hat man die Galaxy Buds3 FE mit mehreren Samsung-Geräten gekoppelt, können die Kopfhörer automatisch zwischen ihnen wechseln, sobald Audio abgespielt wird.

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Die Samsung Galaxy Buds3 FE

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kosten im frühen Prime-Angebot 74,99 Euro. Laut Preistracker Keepa haben die Bluetooth-Kopfhörer in den vergangenen 90 Tagen durchschnittlich 124,24 Euro gekostet. Der Rabatt gilt für beide Farbvarianten Schwarz und Grau. Zwischen beiden kann man auf der Produktseite auswählen.

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Im Rahmen der frühen Prime-Day-Angebote sind viele Samsung-Produkte bei Amazon stark reduziert, darunter das Samsung Galaxy S26, die Galaxy Watch Ultra oder das Galaxy Tab S9 Ultra. Hier

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Störungsmeldung vom 22.06.2026 19:50

Von heise online — 22. Juni 2026 um 19:50

Neue Störungsmeldung für Provider Congstar

Details

Beginn
22.06.2026 19:50
Region
Dresden (0351)
Provider
Congstar
Zugangsart
VDSL

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Störungsmeldung vom 21.06.2026 16:00

Von heise online — 21. Juni 2026 um 16:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
21.06.2026 16:00
Region
Karlsruhe (0721)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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Raspberry Pi OS: Sanfte Versionspflege

Von Heise — 22. Juni 2026 um 13:52
Raspberry Pi 5

(Bild: heise medien)

Das Raspberry-Pi-Projekt hat Raspberry Pi OS in neuer Version herausgegeben. Die Änderungen sind jedoch recht überschaubar.

Gegen Ende der vergangenen Woche haben die Raspberry-Pi [1]-Entwickler das Betriebssystem Raspberry Pi OS (ehemals Raspbian) in aktualisierter Version veröffentlicht. Es handelt sich um dezente Versionspflege, größere Neuerungen enthält die neue Fassung nicht.

Die Release-Notes für die offenbar bereits am Donnerstag [2] vergangener Woche veröffentlichte Fassung des Betriebssystems für die Einplatinencomputer (SBC, Single Board Computer) bleibt daher auch recht kurz. Am augenfälligsten ist der offizielle Wechsel auf den Linux-Kernel 6.18.3. Der entstammt der Long-Term-Support-Linie 6.18, die Linus Torvalds im November [3] freigegeben hatte. Die Firmware kommt ebenfalls in aktualisierter Version mit. Der Wayland-Window-Manager labwc ist auf Stand 0.9.7. Für Touchscreens sind neue Standard-Zuordnungen eingezogen. Das python3-flask-Modul haben die Programmierer entfernt. Das aktualisierte Raspberry Pi OS umfasst auch kosmetische Änderungen wie neue Icons.

Einige nervende Fehler haben die Programmierer Raspberry Pi OS abgewöhnt: In piclone hat ein Handler zum Schließen der App gefehlt, das Drucker-Plug-in konnte beim Schließen hängen bleiben. In der Lautstärkesteuerung konnte das Audio-Eingabegerät falsch ausgewählt sein. Zudem ließ sich der oberste Eintrag in Hauptmenüs nicht korrekt mit der Tastatur aktivieren.

Raspberry Pi OS: Aktualisierung durchführen

Wer zwischendurch das System etwa durch den Aufruf von sudo apt update && sudo apt dist-upgrade auf den aktuellen Stand bringt, hat die ganzen Aktualisierungen bereits erhalten. Eine Neu- oder Überinstallation ist nicht nötig. Wer möchte, kann jedoch auch auf der Download-Seite des Projekts die aktuellen Abbilder herunterladen [4], um sie etwa frisch auf SD-Karte zu verfrachten.

Im April haben die Entwickler mit Raspberry Pi OS 6.2 einen größeren Sprung [5] vollzogen. Die Fassung versprach etwa verbesserte Sicherheit, unter anderem durch das Deaktivieren des passwortlosen sudo. Die Maintainer hatten das Release daher auch als Sicherheitsupdate bezeichnet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11340343

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/raspberry-pi
  2. https://downloads.raspberrypi.com/raspios_full_arm64/release_notes.txt
  3. https://www.heise.de/news/Linux-6-18-LTS-Kernel-mit-vielen-Bugfixes-kurz-vor-Veroeffentlichung-11104048.html
  4. https://www.raspberrypi.com/software/operating-systems/
  5. https://www.heise.de/news/Raspberry-Pi-OS-6-2-Update-verspricht-mehr-Sicherheit-11258279.html
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  8. mailto:dmk@heise.de

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Störungsmeldung vom 22.06.2026 14:36

Von heise online — 22. Juni 2026 um 14:36

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
22.06.2026 14:36
Region
Essen (0201)
Provider
T-Online
Zugangsart
FTTH

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Störungsmeldung vom 21.06.2026 16:00

Von heise online — 21. Juni 2026 um 16:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
21.06.2026 16:00
Region
Nürnberg (0911)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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✇ heise Security

Googles reCaptcha bekommt Handgestenerkennung

Von Heise — 22. Juni 2026 um 08:28
Hand hält Ei, KI zeichnet Referenzpunkte für Knöchelpostionen ein

Kein Henne-Ei-Problem: Die KI erkennt Referenzpunkte einer Hand in Gesten.

(Bild: Google)

Eine neue Option soll den Bot-Schutz mittels Googles reCaptcha verbessern. Die Kamera nimmt dafür einfache Handgesten auf.

Um die Echtheit von Nutzern zu verifizieren, führt Google eine neue Option ein, die auf der Erkennung von Handgesten basiert. Inzwischen soll reCaptcha nicht mehr nur Bots und echte Nutzerinnen und Nutzer trennen, sondern etwa auch bei der Betrugsvermeidung helfen.

Die Bestätigung per Handgeste muss erst aktiviert werden, erklärt Google in der zugehörigen Dokumentation [1]. Die Grundlage bildet ein Machine-Learning-Modell, sprich, eine künstliche Intelligenz [2]. Die kann Referenzpunkte von Händen auf Bildern erkennen und vermessen, laut Google geht es unter anderem um 21 Koordinaten der Fingerknöchel. Für die Prüfung fordert reCaptcha Nutzer auf, einfache Gesten vor der Kamera zu vollführen. Die Handgestenerkennung soll damit menschliche Bewegungen erkennen und insbesondere KI-Bots abwehren, die etwa die klassischen Bilderrätsel immer besser lösen können.

Rechteanforderungen von Webbrowsern

Dazu müssen Webbrowser natürlich neue Rechte anfordern. Der Mechanismus erfordert zwingend Zugriff auf die Kamera. Diese Kameraberechtigungen lassen sich in den Browsereinstellungen verwalten. Google versichert, die Videos von Handgesten ausschließlich für Sicherheitsprüfungen zu nutzen und sie nicht an Dritte weiterzugeben. Zudem sollen die Videos niemals mit der Identität eines Nutzers verknüpft werden. Google sichert zu, die Videos nach der Überprüfung zu löschen. Ton werde dabei nicht aufgezeichnet. Etwas widersprüchlich wirkt die Aussage, dass nach der Challenge Bilder und Videos automatisch gelöscht würden, jedoch von Google erhobene Daten gemäß der Datenschutzerklärung des Unternehmens verwendet und gespeichert werden.

Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, bietet reCaptcha weitere visuelle und Audio-Challenges an. Außerdem will der Hersteller weitere barrierefreie und sichere Alternativen entwickeln.

Zuletzt hatte Google Ende April eine Funktion eingeführt, um KI-Bots von Menschen zu unterscheiden. Der Prüfmechanismus mittels QR-Code [3] soll etwa vor Betrug schützen, indem Nutzerinnen und Nutzer etwa mit dem Smartphone einen QR-Code einscannen, um die Anwesenheit nachzuweisen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11339773

Links in diesem Artikel:

  1. https://docs.cloud.google.com/recaptcha/docs/hand-gesture-verification?hl=de
  2. https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
  3. https://www.heise.de/news/Statt-Bilderraetsel-Google-fuehrt-QR-Code-Challenge-gegen-KI-Bots-ein-11273758.html
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  5. mailto:dmk@heise.de

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heise+ | High-End-Smartphone Xiaomi 17T Pro im Test: Akku top, Kühlung flop

Von Heise — 22. Juni 2026 um 11:00

Das Xiaomi 17T Pro ist ein High-End-Smartphone knapp unter der Luxusliga – auch preislich. Die Leica-Kamera überzeugt im Test, doch das Kühlsystem schwächelt.

Während manche Hersteller nur alle zwei Jahre ein neues Smartphone [1] [1] vorstellen, lüftet Xiaomi traditionell zweimal im Jahr den Vorhang für neue High-End-Handys. Die T-Serie mit dem neuen Spitzenmodell 17T Pro rangiert dabei preislich ein wenig unter der absoluten Luxusliga. Unser Testgerät in der gelieferten Speichervariante mit 12/512 GByte kostet rund 1000 Euro, mit 256 GByte ist das Smartphone 100 Euro günstiger, mit 1 TByte einen Hunderter teurer.

Das Design des T-Modells ähnelt dem des Namensvetters Xiaomi 17 stark: gerade Kanten aus Aluminium, mattes Glas auf der Rückseite, ein quadratisches Kameraelement mit drei Objektiven und einem LED-Blitz in der oberen linken Ecke. Zwei Lautsprecher, SIM-Schublade, USB-Anschluss – das war’s. Extravaganzen wie einen echten Kameraauslöser, eine Kopfhörerbuchse oder anderen Schnickschnack spart sich Xiaomi. Die Verarbeitung ist ohne Fehl und Tadel, das Gehäuse nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt.

In der T-Serie setzt Xiaomi meist keine Chips von Qualcomm ein, sondern greift auf Prozessoren von MediaTek zurück. Die sind im Einkauf ein wenig günstiger, in der Oberklasse aber konkurrenzfähig. Im 17T Pro steckt ein MediaTek Dimensity 9500, ein Octa-Core-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 4,21 GHz auf dem stärksten Rechenkern. In dem Xiaomi-Smartphone ist er an 12 GByte Arbeitsspeicher angebunden, das ist für Smartphones der Oberklasse derzeit ein typischer Wert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11307641

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/Smartphone

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Nachrüstung für Apples Time Capsule: Open-Source-Projekt hält SMB am Leben

Von Heise — 22. Juni 2026 um 11:45
Samba für Time Capsule

Samba für Time Capsule: Kleiner Hack, große Wirkung.

(Bild: jamesyc / GitHub)

Mit macOS 27 dreht Apple endgültig den Time-Capsule-Support für den Mac ab. Entwickler James Chang hat auf GitHub einen kleinen Hack dagegen publiziert.

macOS 27 schneidet bekanntlich allerlei alte Zöpfe ab: So ist es das erste Mac-Betriebssystem, das nicht mehr auf Intel-Maschinen lauffähig [1] ist, künftig werden nur noch Apple-Silicon-Macs unterstützt. Doch dabei bleibt es nicht. Auch ein altes (und noch immer erstaunlich beliebtes) Stück Hardware verliert den Support: Die mit Festplatten ausgestatteten Router der AirPort- beziehungsweise Time-Capsule-Serie können keine Time-Machine-Backups mehr anlegen. Apple hatte dies bereits im Sommer 2025 angekündigt [2]. Grund ist eine wichtige Protokolländerung in Golden Gate.

Logischer Schritt, dennoch schade

Denn mit dem Update wird auch der Support für das traditionelle Apple Filing Protocol [3], kurz AFP, aus dem System genommen. Dies ist eigentlich nur logisch, da Apple schon seit vielen Jahren standardmäßig auf Samba (SMB) setzt. Allerdings beherrschen AirPort- beziehungsweise Time-Capsule-Geräte nur AFP und SMBv1. Und letzteres funktioniert mit macOS ebenfalls nicht mehr.

Apple hatte seine AirPort-Geräte offiziell im Jahr 2018 vom Markt genommen [4], nachdem sie zuletzt kaum gepflegt wurden. Sie galten nicht nur als WLAN-Geräte als verlässlich, sondern auch als praktisches Backup-NAS für Time-Machine-Sicherungen. Time Capsule und AirPort Disk, wie die Funktion zuletzt hieß, wurden bislang nicht durch neue Modelle ersetzt.

Open-Source-Projekt als Lösung

Wer seinen Apple-Router dennoch weiter für Backups nutzen will – etwa nachdem er oder sie die interne Festplatte aufgerüstet [5] hat –, muss einen Hack anwenden. Den bietet zum Glück mittlerweile ein regelmäßig gepflegtes Open-Source-Projekt auf GitHub [6]: TimeCapsuleSMB. Die Idee dabei: Samba 4 auf die Time Capsule bringen, das dann SMBv3-Support liefert. Möglich ist dies via Python oder einer macOS-GUI-App, die einen aktuellen Samba-Server auf die Geräte bringt.

Läuft auf der Time Capsule ein NetBSD 6 (Geräte der 5. Generation ab 2013), startet der Server automatisch. Ältere Geräte mit NetBSD 4 benötigen eine manuelle Aktivierung oder eine umgeflashte Firmware mit Boot Hook. Das Projekt des Programmierers James Chang kann die Geräte über eine SMB-URL im Finder einbinden, man muss sich also nicht auf Apples (sicherlich demnächst obsoleten) Legacy-Stack verlassen. Eine ausführliche FAQ erläutert das Vorgehen [7].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11339611

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/macOS-27-Intel-Nutzer-aergern-sich-ueber-Supportende-11326349.html
  2. https://www.heise.de/news/Uebernaechstes-macOS-dreht-Time-Capsule-Unterstuetzung-ab-10447244.html
  3. https://www.heise.de/news/Abgekuendigt-und-bald-verschwunden-Apples-Netzwerkprotokoll-AFP-fliegt-aus-macOS-10377182.html
  4. https://www.heise.de/news/AirPort-Apple-bestaetigt-Aus-fuer-WLAN-Basisstationen-4036625.html
  5. https://de.ifixit.com/Anleitung/Airport+Time+Capsule+A1470+Festplattenaustausch/61924
  6. https://github.com/jamesyc/TimeCapsuleSMB
  7. https://github.com/jamesyc/TimeCapsuleSMB/blob/main/FAQ.md
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  9. https://www.heise.de/mac-and-i
  10. mailto:bsc@heise.de

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WebKit statt Konkurrenz-Engines: iOS-Browser laut Microsoft 30 Prozent lahmer

Von Heise — 22. Juni 2026 um 10:53
WebKit-Logo: Bremst Apple das Web aus?

WebKit-Logo: Bremst Apple das Web aus?

(Bild: Webkit.org)

In der EU ist es Browser-Herstellern inzwischen erlaubt, eigene Engines zu verwenden – nicht jedoch in den USA. Das kostet Nutzer Leistung, behauptet Microsoft.

Microsoft glaubt, dass Browser auf dem iPhone deutlich schneller laufen könnten, wenn Apple die Pflicht zu WebKit [1] aufgeben würde. Kyle Pflug, Group Product Manager in der Microsoft-Edge-Web-Platform-Gruppe, behauptet, die Nutzung der Blink-Browser-Engine aus dem Chromium-Projekt könne das Web auf dem iPhone um 28,6 Prozent beschleunigen. Dies bezieht sich auf den sogenannten Web-Responsiveness-Test im Rahmen von Speedometer 3.1. JavaScript- und Wasm-Durchsatz via Jetstream 3 seien immerhin noch 13,1 Prozent schneller, das Grafikrendering um 2,1 Prozent.

Versuche mit Apples offiziellem SDK

Interessanterweise hatte Pflug dies mithilfe von Apples offiziellem SDK BrowserEngineKit [2] umgesetzt. Das dient dazu, nach Genehmigung entsprechender „Entitlements“ durch den Konzern alternative Engines zu WebKit in einem Browser zu verwenden. Das Problem: Apple erlaubt dies nur in den Märkten der Europäischen Union [3] sowie in Japan. In der Praxis heißt dies, dass große Browser-Hersteller dies nicht umsetzen [4], um unter iOS nicht mit zwei Browser-Zweigen hantieren zu müssen.

Pflug probierte die Benchmarks [5] mit dem iPhone 17 Pro Max (A19 Pro) aus und konnte belegen [6], dass sich mit Blink auch ein iPad Pro mit M5-Chip und Safari mit WebKit schlagen ließ. Der Edge-Produktmanager stellte allerdings klar, dass es sich nicht um eine Produktankündigung handelt. „Aber es zeigt, dass hier die Chance besteht, echte Leistungslücken zu schließen und neue Wettbewerbsvorteile in puncto Leistung zu erzielen.“ Die Werte wurden im Rahmen von insgesamt drei Benchmarkdurchgängen unter iOS 26.5.1 erzielt.

Browser-Hersteller bleiben zögerlich

Apple hatte im Rahmen der Regulierung durch den Digital Markets Act erstmals überhaupt konkurrierende Browser-Engines zugelassen. Doch seither tat sich fast nichts [7]. So teilte die Gruppe Open Web Advocacy (OWA) im vergangenen Sommer mit, es sei derzeit „fast unmöglich“, WebKit zu ersetzen. Apple betont, Entwicklern alles zu geben, was sie brauchen.

OWA sieht das anders: Apple mache es Browser-Anbietern derzeit „so schmerzhaft wie möglich“. Dazu zählt laut der Organisation unter anderem, dass eigene EU-Browser erstellt werden müssen (also jeweils eigene Apps), Tests außerhalb der EU nur schwer möglich seien und der Browser automatische Updates abdrehen müsse, sobald Nutzer die EU mehr als 30 Tage lang verlassen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11339615

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Open-Web-Advocacy-Apple-bremst-immer-noch-externe-Browser-Engines-aus-10491674.html
  2. https://developer.apple.com/documentation/browserenginekit
  3. https://developer.apple.com/support/alternative-browser-engines
  4. https://www.heise.de/meinung/Kommentar-Schluss-mit-der-zweigeteilten-Welt-10489383.html
  5. https://browserbench.org/
  6. https://www.linkedin.com/pulse/test-drive-blink-ios-kyle-pflug-0nyxc/
  7. https://www.heise.de/news/Open-Web-Advocacy-Apple-bremst-immer-noch-externe-Browser-Engines-aus-10491674.html
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  9. https://www.heise.de/mac-and-i
  10. mailto:bsc@heise.de

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Apples Designteam: Unter John Ternus wieder mit mehr Bedeutung

Von Heise — 22. Juni 2026 um 09:57
Arbeit in Apples Designteam

Arbeit in Apples Designteam.

(Bild: Apple)

Seit dem Weggang von Jony Ive im Jahr 2019 verlor Apples berühmtes Designteam an Macht. Mit dem CEO-Wechsel könnte sich das ändern.

Einst war Apples Industrial-Design-Team, kurz ID genannt, die wohl mächtigste Abteilung im Konzern: Dort entstanden wichtige Ideen und Gestaltungsvorschläge unter der Obhut des mächtigen Designchefs Jony Ive, Erfinder von iPod, iMac und Co. Doch seit ungefähr 2015 zog sich der Brite immer mehr von dem Posten zurück und ging 2019 dann ganz [1]; die Zusammenarbeit zwischen Apple und Ives danach gegründeter Designfirma LoveFrom endete schließlich 2022 [2]. Seither hat ID bei Apple mehr und mehr Macht verloren, auch aufgrund einer fehlenden Hauptperson, die Teil des Führungsteams ist.

Mittlerweile, schreibt die Finanznachrichtenagentur Bloomberg in einem Bericht vom Sonntag, holten sich Apples andere Teams aus der ID-Gruppe einfach nur notwendige Dinge wie Prototypen, CAD-Informationen, Hilfe bei der Materialauswahl oder den Farben – und verließen den Bereich dann wieder. Auch Tim Cook habe das Team viel seltener besucht als dereinst Steve Jobs. Doch mit der Änderung an der Spitze des Konzerns könnte sich das nun ändern: Ab September ist John Ternus am Drücker. [3] Der aktuelle Hardware-Boss machte bereits deutlich, wie wichtig ihm das Designteam ist.

Noch immer kein neuer Jony Ive

Laut Bloomberg [4] zählt nun der Umbau der Abteilung zu den wichtigsten Aufgaben von Ternus. Die Frage ist vor allem, ob es eine neue Spitzenperson geben könnte, eine Art neuen Jony Ive. Cook hatte nach Ives Abgang zunächst Evans Hankey installiert, wofür er Kritik bekam, da Hankey sehr gut mit Ive konnte. Es gab die Kritik, dass sie quasi ferngesteuert worden sei. Tatsächlich verließ sie Apple 2022 dann auch, um mit Ive weiter LoveFrom aufzubauen, insbesondere für die neue OpenAI-KI-Hardware [5].

Jeff Williams, der mittlerweile in Rente gegangene Operations-Chef und lange Cooks zweiter Mann, managte das Designteam aus der Chefetage und installierte schließlich Molly Anderson, die immer noch den Bereich als Day-to-Day-Managerin leitet. Sie hat aber nie Ives Position erreicht, ebenso wenig wie Richard Horwarth, Apples Vizepräsident für Design, der seit 30 Jahren bei Apple arbeitet. Im Dezember letzten Jahren verließ dann auch noch Softwaredesignchef Alan Dye das Unternehmen, um ausgerechnet zu Meta [6] zu gehen, nachdem er das teils viel kritisierte Liquid Design [7] umgesetzt hatte. Hier übernahm mittlerweile Steve Lemay, der auch für die Optimierungen innerhalb von macOS 27 [8] und Co. verantwortlich zeichnet.

Ternus hat die Oberaufsicht

Nun stellt sich die Frage, wie John Ternus agieren wird. Ein erstes Zeichen für die neue Bedeutung, die ID innerhalb von Apple hat: Im Januar übernahm der Hardwarechef explizit die Position, die Jeff Williams einst hatte und zwischenzeitlich bei Tim Cook lag: Das Designteam berichtet seither direkt an ihn [9].

Laut Bloomberg ist Ternus klar, dass ein großer Umbau der Abteilung notwendig ist, auch um ein Nachwuchsproblem zu lösen. Die Abteilung besteht heute vor allem aus jüngeren Designern, was zwar gut ist, aber dennoch nicht von einem Nachwuchsproblem ablenken darf. Bei einem internen Treffen sagte Ternus zuletzt, Apple werde sich weiter auf Design konzentrieren, denn das sei Apples Kern. Die Firma habe fantastisches Design zu mehr Menschen gebracht als jede Firma in der Geschichte. Bei vielen Menschen sei das Produkt in ihrem Besitz, das am schönsten designt ist, von Apple. „Wir werden sicherstellen, dass das so bleibt.“


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11339868

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/hintergrund/Goodbye-Jony-Warum-der-Design-Chef-Apple-verlaesst-und-wie-es-nun-weiter-geht-4534847.html
  2. https://www.heise.de/news/Bericht-Apple-stellte-Zusammenarbeit-mit-Jony-Ive-ein-7177879.html
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Portraet-von-John-Ternus-Ist-er-Apples-naechster-CEO-11091127.html
  4. https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-06-21/apple-s-new-ceo-ternus-needs-to-shake-up-design-apple-s-2027-iphone-road-map-mqnust26
  5. https://www.heise.de/news/Ive-und-Altman-In-die-OpenAI-Hardware-will-man-reinbeissen-11090725.html
  6. https://www.heise.de/news/Nach-Liquid-Glass-Apples-Interface-Design-Chef-wandert-zu-Meta-ab-11102445.html
  7. https://www.heise.de/hintergrund/Liquid-Glass-Apples-neue-Oberflaeche-fuer-iOS-26-macOS-26-und-Co-im-Detail-10487350.html
  8. https://www.heise.de/news/macOS-27-Golden-Gate-Liquid-Glass-Feinschliff-bessere-Performance-Siri-AI-11321827.html
  9. https://www.heise.de/news/Nicht-mehr-Tim-Cook-John-Ternus-ist-Apples-neuer-Designchef-11153769.html
  10. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  11. https://www.heise.de/mac-and-i
  12. mailto:bsc@heise.de

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Das Ende eines Irrwegs: Über Trumps Beendigung des Iran-Krieges

Von Telepolis — 22. Juni 2026 um 11:00
Ein Hubschrauber auf einer Wiese mit mehreren Personen davor

Kein endloser Krieg? US-Präsident Donald Trump hat den Rückzug angetreten

(Bild: Jonah Elkowitz/Shutterstock.com)

Wer den Vergleich mit Obamas Iran-Deal zieht, läuft Gefahr, in alte Fallen zu tappen. Warum das Abkommen jetzt wichtig ist. Ein Gastbeitrag.

Ich habe jahrelang gegen Trumps Kurs in Richtung Krieg mit dem Iran gekämpft – ich habe die Narben, um es zu beweisen [1]. Als Trump 2018 aus dem JCPOA ausstieg, warnte ich, dass uns das letztlich an diesen Punkt bringen würde. Seitdem spreche ich mich konsequent gegen den konfrontativen Weg aus, auf den er die Vereinigten Staaten geführt hat. Diese Bilanz spricht für sich, weshalb ich das Folgende ohne Vorrede sagen kann.

Unter den gegebenen Umständen ist Präsident Trumps Entscheidung, mit Teheran eine Vereinbarung zu treffen und diesen kostspieligen, unnötigen Krieg zu beenden, die richtige. Sie verdient Unterstützung, nicht parteipolitisches Herumnörgeln.

Ein Abkommen ohne Alternative

Trita Parsi
Unser Gastautor Trita Parsi
(Bild: RS [2])

Wie Rob Malley – ein zentrales Mitglied von Barack Obamas Team, das das Atomabkommen ausgehandelt hat, und später Joe Bidens Chefunterhändler mit dem Iran – auf X anmerkte [3], verfehlt der Vergleich von Trumps Absichtserklärung mit Obamas JCPOA den Punkt. Entscheidend ist nicht, wie sich das Abkommen im Vergleich zu früheren diplomatischen Erfolgen schlägt, sondern wie es im Vergleich zu den verfügbaren Alternativen dasteht. Und in dieser Hinsicht, so Malley, ist das MOU "den angebotenen Alternativen bei weitem vorzuziehen. Punkt."

Ich würde sogar noch weitergehen. Die Absichtserklärung zu prüfen und zu fragen: "War der Krieg es wert?" ist unsinnig.

Natürlich war er das nicht. Wie hätte er es sein können? Die Prämisse, dass ein gescheiterter, ohne Not begonnener Krieg Washingtons Position am Verhandlungstisch irgendwie stärken und günstigere Bedingungen hervorbringen würde, ist grundlegend falsch. Die Geschichte bietet für eine solche Annahme kaum Anhaltspunkte.

Die Frage ist aus einem weiteren folgenreichen Grund fehlerhaft. Sie impliziert, dass ein Krieg nicht beendet werden sollte, bevor er bessere Bedingungen hervorgebracht hat – selbst dann, wenn der Krieg scheitert.

Wenn man diese Logik ernst nimmt, führt sie zu der gefährlichen Schlussfolgerung, dass ein gescheiterter Krieg fortgesetzt werden muss, bis sich die Lage auf dem Schlachtfeld irgendwie verbessert und ein günstigeres Ergebnis erreichbar wird. Vielleicht kommt dieser Tag. Vielleicht aber auch nie. In der Zwischenzeit werden die Kosten – an Menschenleben, Geld, regionaler Stabilität und strategischer Glaubwürdigkeit – als nachrangig behandelt.

So entstehen endlose Kriege

Kriege werden endlos, wenn sich Führungskräfte einreden, dass es politisch kostspieliger ist, sie ohne Sieg zu beenden, als sie ohne Hoffnung fortzusetzen. Ist diese Falle erst zugeschnappt, wird jeder Rückschlag zum Argument für eine weitere Entsendung, eine weitere Eskalation, ein weiteres Jahr. Das Ziel verschiebt sich dabei von einem realistischen politischen Ergebnis hin zur Vermeidung des Eingeständnisses, dass die ursprünglichen Ziele unerreichbar waren.

Die US-amerikanische Geschichte bietet hierfür mehr als nur einige Beispiele. Präsidenten erben Kriege, die sie nicht begonnen haben. Sie erkennen, dass diese unter den versprochenen Bedingungen nicht zu gewinnen sind, verfügen jedoch nicht über den politischen Spielraum, um sie zu beenden.

Also vertagen sie die Abrechnung. Sie schieben das Problem auf und geben die Last an ihren Nachfolger weiter, der dasselbe tut. Das Ergebnis ist ein Kreislauf des strategischen Driftens, in dem die Kosten anwachsen, während die Erfolgsaussichten stetig schwinden.

Wenn ein Sieg nirgends in Sicht ist, ist es keine Tugend, einen Konflikt in der Hoffnung zu verlängern, dass sich die Realität irgendwann der politischen Rhetorik anpasst. Es ist Verleugnung.

Erinnern Sie sich an Afghanistan. Jahrelang erzählten amerikanische Offizielle der Öffentlichkeit, der Sieg stehe kurz bevor – vielleicht in sechs Monaten, höchstens in einem Jahr. Die späteren Afghanistan Papers [4] zeigten jedoch, dass diese Offiziellen privat sehr wohl wussten, dass ein Sieg nirgends in Sicht war. Sie wussten, dass der Krieg ziellos dahintrieb, fürchteten jedoch die politischen Konsequenzen eines Eingeständnisses.

Also ging der Krieg weiter. Als sich die Vereinigten Staaten schließlich zurückzogen, waren fast zwei Jahrzehnte vergangen und mehr als zwei Billionen Dollar ausgegeben worden.

Und was war das Endergebnis? Nach zwanzig Jahren Krieg, Tausenden verlorenen amerikanischen und verbündeten Leben sowie Hunderttausenden afghanischen Opfern hatten die Vereinigten Staaten wieder den Ausgangspunkt erreicht: Sie hatten die Taliban durch die Taliban ersetzt.

Das ist der Fluch endloser Kriege. Die Weigerung, eine ungünstige Realität heute zu akzeptieren, garantiert nur eine höhere Rechnung für morgen.

Muster durchbrochen

Trump gebührt Anerkennung dafür, dass er dieses Muster durchbrochen hat, auch wenn ihm vorzuwerfen ist, diesen Krieg überhaupt begonnen zu haben. Politische Führungskräfte sollten nicht nur nach ihren Fehlern beurteilt werden, sondern auch danach, ob sie den Mut haben, diese zu korrigieren.

Trump hätte dem ausgetretenen Pfad seiner Vorgänger folgen können. Er hätte den Konflikt verlängern, mehr Geld ausgeben, mehr Leben opfern, weitere Volkswirtschaften destabilisieren und die amerikanische Macht weiter schwächen können – und dabei weiterhin behaupten können, der Sieg liege gleich hinter dem Horizont. Man erinnere sich an die zahllosen Male, in denen er erklärte, der Krieg sei gewonnen.

Tatsächlich wären die politischen Kosten einer Fortsetzung des Krieges vermutlich geringer gewesen als die Kosten, die er heute für dessen Beendigung zahlt. In der amerikanischen Politik wird das Eingeständnis des Scheiterns oft stärker bestraft als dessen Fortsetzung.

Dieser perverse Anreiz hat Präsidenten jahrzehntelang gefangen gehalten. George Kennan sagte in seiner Aussage [5] zum Vietnamkrieg vor dem außenpolitischen Ausschuss des Senats im Jahr 1966: "In der Meinung der Welt gewinnt man mehr Respekt durch eine entschlossene und mutige Beendigung unhaltbarer Politiken als durch die hartnäckigste Verfolgung überzogener oder wenig aussichtsreicher Ziele."

Die Kritik einiger Demokraten ist besonders enttäuschend, da sie dieselben unredlichen Taktiken widerspiegelt, die Republikaner 2015 gegen den JCPOA eingesetzt haben. Gewiss, Trump hat zu dieser Behandlung eingeladen. Er hat Jahre damit verbracht, das Abkommen von Obama mit einer Flut irreführender Argumente [6] und übertriebener Behauptungen anzugreifen.

Doch das macht es nicht richtig, wenn Demokraten es ihm gleichtun.

Was die Demokraten jetzt tun sollten

Trump trägt derzeit die Verantwortung für diesen gescheiterten Krieg. Wenn die Demokraten jedoch dabei helfen, das MOU zu torpedieren, und der Krieg wieder aufflammt, werden sie sich mitschuldig machen. Trumps Desaster wird dann auch ihres sein.

Das ist keine Raketenwissenschaft. Mehrere demokratische [7] Abgeordnete [8] haben es geschafft, den Krieg zu kritisieren, Trump dafür zur Verantwortung zu ziehen und dennoch Angriffslinien zu vermeiden, die das MOU sabotieren könnten. Ihre Kritik richtet sich vor allem dagegen, dass Trump diesen Krieg überhaupt begonnen hat, und nicht gegen die Bedingungen seiner Beendigung.

Anstatt die Bedingungen des MOU anzugreifen, sollten die Demokraten die Regierung unter Druck setzen, um es vor denen zu schützen, die entschlossen sind, es scheitern zu sehen. Die wichtigste externe Bedrohung geht von der israelischen Regierung und Benjamin Netanjahus Besessenheit aus, jede Gelegenheit zu sabotieren, bei der der Iran und die Vereinigten Staaten das Kriegsbeil begraben könnten.

Statt sich ausschließlich auf wütende Telefonate und öffentliche Rügen Netanjahus zu verlassen, sollten Befürworter eines Kriegsendes Trump dazu drängen, jetzt zu handeln, indem sie beispielsweise die Militärhilfe für Israel aussetzen und die militärische und nachrichtendienstliche Zusammenarbeit einschränken.

Solche Maßnahmen würden Israels Fähigkeit begrenzen, den Konflikt neu zu entfachen, und in Tel Aviv die Vorstellung zerstreuen, Washington werde Israel automatisch in einen weiteren Krieg folgen. Wenn israelische Entscheidungsträger verstehen, dass sich die Vereinigten Staaten nicht in einen künftigen Konflikt in ihrem Namen hineinziehen lassen werden, wird ihr Anreiz, einen solchen überhaupt zu beginnen, deutlich sinken.

Es geht jetzt nicht darum, Trump politisch zu belohnen oder die Rücksichtslosigkeit zu entschuldigen, die diesen Krieg hervorgebracht hat. Es geht darum, zu verhindern, dass der Krieg zurückkehrt.

Demokraten können die Entscheidung, den Krieg zu beginnen, verurteilen, ohne das Abkommen zu sabotieren, das ihn beendet hat. Sie können Trump zur Verantwortung ziehen, ohne Netanjahu dabei zu helfen, die Vereinigten Staaten zurück in den Konflikt zu ziehen. Die Wahl, vor der sie stehen, ist nicht die zwischen Opposition gegen Trump und Unterstützung für den Frieden. Sie müssen entscheiden, ob sie aus Amerikas endlosen Kriegen lernen oder sie wiederholen wollen.

Trita Parsi ist Mitbegründer und stellvertretender Geschäftsführer des Quincy Institute for Responsible Statecraft.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [9] auf Englisch


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11339977

Links in diesem Artikel:

  1. https://tritaparsi.substack.com/p/so-they-tried-to-deport-me
  2. https://responsiblestatecraft.org/author/tparsi/
  3. https://x.com/Rob_Malley/status/2067258257568125195
  4. https://www.washingtonpost.com/graphics/2019/investigations/afghanistan-papers/afghanistan-war-confidential-documents/?utm_source=chatgpt.com
  5. https://offshorebalancer.wordpress.com/2015/03/21/george-kennan-on-credibility-and-retrenchment/?utm_source=chatgpt.com
  6. https://x.com/realDonaldTrump/status/639265404121141248
  7. https://x.com/JoaquinCastrotx/status/2067392552874258782
  8. https://x.com/RoKhanna/status/2066341220604129675
  9. https://responsiblestatecraft.org/trump-ends-war-critics/

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Fußball-WM 2026: Elf Softies wollt ihr sein?

Von Telepolis — 22. Juni 2026 um 10:00
Porträt Nagelsmann

(Bild: Bundestrainer Julian Nagelsmann. Foto (2025): Shutterstock.com)

Muss man Nagelsmann mögen? Dem DFB-Team fehlt der Konkurrenzkampf; WM Blog – Folge 06

"84 Millionen Bundestrainer" – so die Werbekampagne der Bild-Zeitung [1], der es weniger um die Spiele als um die Kultur um sie herum, also um das gemeinsame Zuschauen und Debattieren geht.

Das ist dann auch ein Spiel mit typisch deutscher Besserwisserei [2], ebenso aber mit der Begeisterung aller gesellschaftlichen Gruppen und Temperamente [3] während einer WM.

Bei der WM wird in Deutschland jeder zum Fußball-Experten. Ob auf dem Sofa, beim Public Viewing oder in der Kneipe – überall wird analysiert, diskutiert, eingewechselt und mitgefiebert. Genau dieses Gefühl greift die Kampagne auf.

84 Millionen Bundestrainer. Ich bin einer von ihnen.

In die afrikanische Schlangengrube gefallen

Das Fazit des zweiten Gruppenspiels gegen die Elfenbeinküste, das mit Ach und Krach in der Nachspielzeit mit 2:1 gewonnen wurde, lautet: Die Deutschen haben den Fluch des zweiten Spiels weiterhin nicht wirklich überwunden.

Die Deutschen haben sich vom 7:1 gegen Curacao einmal mehr blenden lassen. Curacao war ein Aufbaugegner – das hat sich am Samstagabend deutlich gezeigt.

Vorbei sind die schönen Tage von Winston-Salem, die Heiterkeit, in der man Witze über Schlangen macht. Jetzt waren sie um ein Haar in die afrikanische Schlangengrube gefallen.

Abtasten und festfressen

Das Spiel begann mit Abtasten in den ersten Minuten. Die Deutschen waren von Anfang an vorsichtig, vielleicht ein bisschen zu vorsichtig, versuchten geduldig zu sein, aber vielleicht ein bisschen zu geduldig.

Den Spielern der Elfenbeinküste gelangen wohlgesetzte Gegenschläge, und einer von ihnen führte zur Führung. Die Art, wie diese Führung erzielt wurde, kam fast mit Ansage. Tagelang hatte man vorher in allen Medien rauf und runter über die rechte Abwehrseite der Deutschen und die Schwäche von Kimmich vor allem im Tempo debattiert.

"Sehendes Auges ist man in das Problem hinten rechts gelaufen", so Christoph Kröger von "Calcio Berlin [4]".

Nach dem Tor war der DFB-Elf erstmal der Stecker gezogen. Die Deutschen blieben immer wieder schnell stecken, fraßen sich in der gegnerischen Abwehr fest, wie ein Bohrer in der Wand. Ihnen gelang kein dauerhaftes Kurzpassspiel und "Zurechtlegen" des Gegners.

"Körperlichkeit der Afrikaner" oder Spielkunst und Disziplin?

Eine Stunde lang waren sie unterlegen. "Das ist im Moment schlecht", gab auch ZDF-Kommentator Oliver Schmidt präzise zu und nannte die Elfenbeinküste nicht mehr wie anfangs "den Außenseiter" und "den Underdog", der sie nie waren. Die Spieler der Elfenbeinküste spielen fast alle bei europäischen Spitzenvereinen, in jedem Fall in europäischen Spitzenligen.

Es war keineswegs nur "die Körperlichkeit der Afrikaner", wie Schmidt im ZDF sagte, es war ihre Spielkunst und Disziplin, der die Deutschen erst etwas entgegenzusetzen hatten, als der Gegner in den letzten 30 Minuten müde wurde.

Kein Spielplan, keine Strategie, kein Führungsspieler

Im ganzen Spiel aber gab es keinen Moment, wo man irgendeine Art von klarem Spielplan, von Strategie bei den Deutschen erkennen konnte; es gab keinen Moment, an dem die Deutschen dem Gegner ihr Spiel aufzwangen. Sie reagierten und das wird von den Nagelsmännern als "Geduld" verkauft.

Wo war der Führungsspieler, der zum Taktgeber der Mannschaft wird? Dass die Spieler sich gut verstehen, dass im deutschen Camp eine Top-Stimmung herrscht, auch bei den Ersatzspielern, die man neuerdings gern als Ergänzungsspieler "wordet", ist falsch – vielleicht brauchen Teams etwas Konkurrenzkampf und Unzufriedenheit in der Mannschaft.

Julian Nagelsmann ist ja kein Animateur, der den Leuten einen schönen Urlaub garantieren soll, er muss sie im Gegenteil in einen Konkurrenzkampf treiben, er muss als Manager agieren, der ein Hochleistungsteam formt.

Nagelsmann – ein wildgewordener Hamster

Stattdessen agiert seine Elf als Softie-Truppe: Nicht "resilient", wenn der Gegner stark ist, empfindlich und hochsensibel für Rückschläge, geführt von einem Trainer, der extrem launisch und reizbar ist, und weder seine Worte noch seine Emotionen unter Kontrolle hat.

Während des Spiels nörgelte Nagelsmann fortwährend wie ein wildgewordener Hamster, der sein Hamsterrad verloren hatte, beim vierten Offiziellen herum – "Das ist zu viel. Bei allem Verständnis für die Emotionen", kommentierte auch das ZDF.

Ausnahmen sind Undav und Amiri, auch Musiala und Brown waren echte Lichtblicke. Dagegen bleibt Joshua Kimmich für immer ein Kapitänchen. Florian Wirtz läuft seiner einstigen Form hinterher und war ein echter Schwachpunkt, Kai Havertz zerbricht an der Last, der einzige deutsche Stürmer sein zu müssen, und die deutsche Abwehr ist einfach nur schwach. Jetzt hat sich auch noch Schlotterbeck verletzt.

Nach dem Spiel gibt es mehr Fragen als Antworten und Nagelsmann wird sich diesen Fragen stellen müssen.

Wer mag eigentlich Nagelsmann? Journalisten ist er eine dankbare Zielscheibe für allen angestauten oder auflaufenden Ärger.

Die Nationalmannschaft ist weder Erholungscamp noch Resozialisierungsanstalt

Nagelsmann reagiert darauf, indem er aus Prinzip nichts macht, was man ihm öffentlich nahelegt. Dazu gehört auch, dass Undav von Anfang an spielen soll. Nagelsmann hat sogar recht, das nicht zu tun.

Denn wenn Undav von Anfang an spielen würde, hätte er nicht diese Energie für 90 Minuten, die er für 30 hat, und außerdem würde sich die gegnerische Abwehr auf ihn einstellen – wenn es nämlich so einfach wäre, Erfolg zu haben, würde Undav ja in der Bundesliga jede Woche zwei Tore machen.

Die Rechthaberei und Präpotenz [5] des Bundestrainers nerven. Es muss Schluss damit sein, die Nationalmannschaft als Erholungscamp für Verletzte und Resozialisierungsanstalt für auffällig gewordene Spieler misszuverstehen. Nagelsmann sollte also den Integrationskurs für Leroy Sané beenden und lieber Amiri oder Goretzka aufstellen.

"Die Deutschen haben mich nicht richtig überzeugt", sagte auch Stefan Effenberg bei Sport 1 und Mario Basler flankierte: "Man sollte es nicht überbewerten."

"Ein gruseliger Auftritt", sagt der Moderator von Bild live. Aber Fußball ist ein Ergebnissport.

Erste Entscheidungen am zweiten WM-Wochenende

Das zweite WM-Wochenende brachte auch sonst schon die ersten Entscheidungen. Und sehr schnell relativierten sich die Eindrücke des ersten Spieltags: Schweden ist nicht so stark, Holland ist stärker, als es gegen die Japaner wirkte. Und eigentlich hätten sie da auch schon gewinnen müssen.

Zugleich sind die Niderländer in der Abwehr nicht gut, sie müssen offensiv spielen. Die Elf der Niedrlande spielt wieder "totaalvoetbal [6]" über die Außenbahnen und hat sich fünf, sechs klare Chancen in der ersten Viertelstunde heraus- und die schwedische Mannschaft an die Wand gespielt.

Und hat damit auch den Rekord von Brasilien geknackt: 13 WM-Spiele in Folge ohne Niederlage (Elfmeterniederlagen gelten statistisch als unentschieden).

Aus für die Türkei

Der Kommentator des Holland-Spiels bei Magenta redet von der "Elftal" und von den "Tre Kronas". Das sind sehr altmodische Begriffe, viele werden sie nicht verstehen, und im Fall der Schweden ist es einfach falsch: "Drei Kronen" nennen die Schweden nur ihr Eishockey-Team.

Auch die Spanier zeigten im zweiten Spiel ihre Stärke und gewannen 4:0 gegen die Saudis.

Schließlich das Unfassbare: Die Türkei, Geheimfavorit für viele, ist aus der WM bereits ausgeschieden [7]. Nachdem sie bereits ihr Auftaktspiel gegen Australien verloren hatte, bedeutete die Niederlage gegen Paraguay das endgültige Aus für die türkischen Spieler.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.axelspringer.com/de/ax-press-release/84-millionen-bundestrainer-eine-bild
  2. https://campaigngermany.de/news/beitrag/3505-84-millionen-bundestrainer-bild-spielt-in-wm-kampagne-mit-typisch-deutscher-besserwisserei.html
  3. https://www.youtube.com/watch?v=IL_OakwGsQk
  4. https://www.youtube.com/CALCIOBERLIN
  5. https://de.thefreedictionary.com/Pr%C3%A4potenz
  6. https://spielverlagerung.de/totaalvoetbal/
  7. https://www.youtube.com/watch?v=hrLSLB4Qbx0

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Gazprom-Anlagen brennen: "Russlands Wirtschaft ist im Endstadium"

Von Telepolis — 22. Juni 2026 um 09:45
Zapfsäulen mit Schild:

Immer mehr Zapfsäulen in Russland sind mit dem Schild: "Entschuldigung, vorübergehend kein Kraftstoff" versehen.

(Bild: SSV.Photo / Shutterstock.com)

Über 20 Prozent der Raffineriekapazität sind lahmgelegt. Auf der Krim gibt es Benzin nur noch per QR-Code – und die Schlangen erreichen Sibirien.

Die Moskauer Raffinerie Kapotnja brennt, auf der Krim gibt es Benzin nur noch per QR-Code, und in Westsibirien schlagen erstmals Drohnentrümmer auf einem Raffineriegelände ein: Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Russlands Ölindustrie seit März so massiv ausgeweitet, dass die Internationale Energieagentur (IEA) von einem "beispiellosen Ausmaß an Störungen [1]" spricht.

Analysten schätzen [2] laut Bloomberg den Ausfall auf 20 bis 30 Prozent der gesamten russischen Raffineriekapazität. Nach Angaben der Consultingagentur Energy Intelligence, auf die sich Bloomberg beruft, sank die Ölverarbeitung Anfang Juni auf unter vier Millionen Barrel pro Tag – der niedrigste Wert seit 21 Jahren.

Die Angriffe treffen Russland an einer besonders empfindlichen Stelle. Acht der zehn größten Raffinerien wurden bereits beschädigt, manche fielen für Wochen aus.

Die Gazpromneft-Raffinerie im Moskauer Stadtteil Kapotnja, die über ein Drittel des Kraftstoffbedarfs der Hauptstadtregion deckt, traf es innerhalb einer Woche gleich zweimal, wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet [3]. Videos zeigten demnach einen gewaltigen Feuerball nach der Explosion eines Lagertanks.

Westliche Technik lässt sich nicht ersetzen

Der ehemalige stellvertretende russische Energieminister Wladimir Milow, heute Oppositionspolitiker im Exil, erklärt gegenüber dem WSJ, warum gerade diese Anlagen so verwundbar sind:

"Diese 10 bis 15 Raffinerien sind ein sehr eng gefasstes, verwundbares Ziel. Einfach ausgedrückt: Wenn man sie angreift, kommt es zu einer Krise."

Die modernsten Werke produzieren hochoktaniges Benzin mit westlichen Katalysatoren, Steuerungssystemen und Spezialpumpen. Durch die Sanktionen sind Ersatzteile kaum zu beschaffen – Reparaturen dauern deshalb weit länger als der physische Wiederaufbau allein.

Kiew weitet die Reichweite seiner Operationen dabei stetig aus. Am 20. Juni traf eine Drohne die Raffinerie in Tjumen in Westsibirien [4], wie Bloomberg berichtet – rund 2.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Die Anlage verarbeitet täglich etwa 151.000 Barrel und ist ein zentraler Versorger des Binnenmarkts.

Gouverneur Alexander Moor meldete eine Evakuierung, bestritt aber strukturelle Schäden. Parallel griff die Ukraine Versorgungsrouten zur Krim, den Hafen Kavkaz und ein Ölterminal in Kertsch an.

Von der Krim bis Sibirien: Rationierung wie in der Sowjetunion

Die Folgen sind im Alltag angekommen. Auf der besetzten Krim hat der vom Kreml eingesetzte Verwaltungschef Sergej Aksjonow den privaten Kraftstoffverkauf komplett ausgesetzt – Benzin erhalten nur noch staatliche Stellen [5], wie Bloomberg meldet.

Zuvor bekamen Einwohner maximal 20 Liter pro Woche, zugeteilt über digitale Bezugsscheine – eine Szene, die an sowjetische Rationierungskarten erinnert.

Das unabhängige russische Medium The Bell dokumentierte Kaufbeschränkungen [6] in 53 Regionen, wie das WSJ nachgezählt hat, und sie reichen von Frontnähe bis in die Arktis und nach Sibirien.

Autofahrer dürfen vielerorts nur eine Tankfüllung kaufen. Auf der Mautstraße M11 zwischen Moskau und St. Petersburg wartete ein Ehepaar nach eigenen Angaben zweieinhalb Stunden an der Zapfsäule.

Der Kerosinmangel trifft zudem Flughäfen; Russland verhängte einen Exportstopp für Flugbenzin.

Wirtschaft unter Druck – Reserven schrumpfen

Die Treibstoffkrise verschärft eine ohnehin angespannte Lage. Im ersten Quartal 2026 sank das russische BIP im Vorjahresvergleich um 0,2 Prozent. Der liquide Teil des nationalen Wohlstandsfonds ist auf etwa 40 Milliarden Euro geschmolzen, monatlich entnimmt die Zentralbank weitere Milliarden für Haushaltslöcher.

Rund 40 Prozent der Staatsausgaben fließen in Militär und Sicherheit. Die Zentralbank kämpft mit einem Leitzins von 14,50 Prozent [7] gegen die Inflation – und würgt damit Investitionen ab.

Der "Kiel Report" des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und des Stockholm Institute of Transition Economics kommt laut dpa zu dem Schluss, Russland habe seine finanziellen Puffer weitgehend aufgebraucht. Die Autoren sprechen demnach von einer Wirtschaft im "Endstadium".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte die Raffinerie-Angriffe eine "gerechtfertigte Reaktion" auf russische Attacken gegen ukrainische Städte. Und damit die Ukraine noch längere Zeit zu solchen Schlägen in der Lage ist, fordert Kiew von seinen Verbündeten [8] weitere 20 Milliarden US-Dollar.

Putin selbst äußerte sich kaum zu den Engpässen. Sein Kabinett erklärte lediglich, man arbeite an einer "stabilen Kraftstoffversorgung".


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https://www.heise.de/-11339941

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.iea.org/reports/oil-market-report-june-2026
  2. https://www.bloomberg.com/news/videos/2026-06-21/fuel-shortages-in-russia-amid-ukraine-drone-attacks-video
  3. https://www.wsj.com/world/russia-faces-spreading-fuel-shortages-after-ukrainian-drones-pummel-refineries-60e96bc0
  4. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-20/ukraine-targets-oil-refinery-2-000-kilometers-inside-russia
  5. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-21/russia-occupied-crimea-halts-fuel-sales-after-ukrainian-attacks
  6. https://thebell.io/dvukhglavyy-toplivnyy-krizis-pochemu-nekhvatka
  7. https://www.cbr.ru/Content/SaveToPdf/Page?url=%2Feng%2Fpress%2Fpr%2F%3Ffile%3D24042026_133000key_e.htm
  8. https://www.heise.de/tp/article/Ukraine-fordert-20-Milliarden-Wollen-dass-Russland-noch-staerker-brennt-11331365.html

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Singlespeed: Canyon zeigt erstes E-Bike mit neuem Bosch-Nabenmotor

Von Peter Steinlechner — 22. Juni 2026 um 12:26
Bosch steigt in den Markt für Nabenmotoren ein. Canyon präsentiert eines der ersten Serienräder auf Basis der neuen Plattform.
Canyon Roadlite On CF (Bild: Canyon)
Canyon Roadlite On CF Bild: Canyon

Mit dem Roadlite On CF hat Canyon das erste E-Bike mit dem neuen Hub-Line-Nabenmotor von Bosch vorgestellt; der Preis beginnt bei 3.000 Euro. Der elektrische Antrieb sitzt nicht am Tretlager, sondern direkt im Hinterrad.

Bosch gibt ein Drehmoment von bis zu 45 Nm an und positioniert den Motor vor allem für Stadt- und Alltagsräder. Im Vergleich zu vielen E-Bikes mit Mittelmotor soll die Technik kompakter ausfallen und Herstellern mehr Freiheiten bei der Gestaltung ihrer Fahrräder ermöglichen.

Canyon kombiniert den Nabenmotor mit einem Carbonrahmen, einem integrierten Akku mit 360 Wh Kapazität und einem Gates-Riemenantrieb. Eine Gangschaltung gibt es nicht: Das Roadlite On CF ist als Singlespeed-E-Bike ausgelegt.

Zur Ausstattung gehören hydraulische Scheibenbremsen, eine integrierte Beleuchtung sowie Schutzbleche und Gepäckträger bei den höherwertigeren Varianten. Das Gewicht beträgt laut Hersteller ab 13,9 Kilogramm, die Reichweite gibt Canyon mit bis zu 90 Kilometern an.

Neben Canyon nennt Bosch auch die Hersteller Gazelle und Moustache als frühe Partner der neuen Plattform. Beide Unternehmen haben bereits Modelle auf Basis der Hub Line angekündigt, aber noch keine ausführlichen technischen Daten und Preisangaben veröffentlicht.

Canyon Roadlite On CF: Farben und Verfügbarkeit

Nabenmotoren werden seit Jahren von Anbietern wie Mahle oder Bafang angeboten und kommen vor allem bei leichteren E-Bikes zum Einsatz. Im Gegensatz zu einem Mittelmotor wird die Antriebskraft direkt am Hinterrad erzeugt. Ein weiterer Vorteil neben Gewicht und mehr Freiheit beim Design: Kette und Ritzel werden weniger belastet, was den Verschleiß reduzieren und Wartungskosten senken kann.

Allerdings können Nabenmotoren die Vorteile einer Gangschaltung bei Steigungen und hoher Last nicht in gleichem Maße nutzen wie Mittelmotoren. Für Bosch markiert die Hub Line dennoch einen wichtigen Strategiewechsel, weil das Unternehmen damit erstmals ein weiteres großes Antriebskonzept im Portfolio hat.

Das Roadlite On CF kann ab sofort in Weiß und Schwarz bei Canyon bestellt werden. Im Rahmen der Fahrradmesse Eurobike, die vom 24. bis 27. Juni 2026 in Frankfurt stattfindet, ist mit weiteren Produktvorstellungen zu rechnen.

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Autopilot aktiviert: Tesla-Fahrer kracht in Wohnhaus

Von Tobias Költzsch — 22. Juni 2026 um 12:13
Bei dem Unfall wurde die Bewohnerin des Hauses getötet. Laut dem Fahrer war Teslas Autopilot aktiviert.
Welches von Teslas Assistenzsystemen aktiv gewesen sein soll, ist unklar - im Bild: FSD Supervised. (Symnbolbild) (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Welches von Teslas Assistenzsystemen aktiv gewesen sein soll, ist unklar - im Bild: FSD Supervised. (Symnbolbild) Bild: Friedhelm Greis/Golem

Bei einem schweren Unfall in Katy, Texas, ist ein Tesla-Fahrer mit seinem Fahrzeug in ein Einfamilienhaus gerast. Wie Electrek berichtet, ist der Tesla an einer Kreuzung weiter geradeaus in das Haus gefahren, anstatt rechts abzubiegen. Dabei soll der Wagen immer noch eine hohe Geschwindigkeit gehabt haben.

Die Bewohnerin hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Haus auf und konnte trotz eines Hubschraubereinsatzes nicht gerettet werden. Der 44-jährige Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Ihm zufolge war der Autopilot des Tesla beim Unfall aktiviert.

Unklar ist, was genau mit Autopilot gemeint ist. Tesla hat zwei Fahrassistenzsysteme: einen einfacheren Assistenten und FSD Supervised, bei dem Fahrer die Hände nicht am Steuer lassen müssen. FSD (Full Self-Driving) Supervised kann Teslas mehr oder weniger autonom vom Start zum Ziel führen.

Allerdings müssen bei beiden Assistenzsystemen die Fahrer immer zum Eingreifen bereit sein. Auch bei FSD Supervised handelt es sich nur um ein Level-2-System, das ständige Aufmerksamkeit erfordert. Kritiker monieren immer wieder, dass Tesla das System in der Werbung als automatisches Fahren charakterisiert.

Dem lokalen Sheriff-Büro von Harris County zufolge ist die Unfallursache noch nicht bestätigt. Die Aussage, dass einer von Teslas Fahrassistenzsystemen aktiv gewesen sein soll, stammt vom Fahrer selbst. Ermittler wollen nun anhand von Telemetriedaten herausfinden, ob dies stimmt.

Der Golem-Blick

Tesla behandelt sein Fahrassistenzsystem FAD Supervised bis heute in zahlreichen Marketing-Videos wie ein Level-3-System oder höher – auch, wenn es das nicht ist. Erst kürzlich wurde ein Video veröffentlicht, in dem ein Fahrer erklärt, sich während der Fahrt immer einen Espresso zu machen. Wer FSD Supervised benutzt, muss aber immer aufmerksam sein und eingreifen können.

Die US-amerikanische Verkehrsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) leitete in den vergangenen Jahren zahlreiche Untersuchungen gegen Teslas Autopiloten ein. Aktuell werden Vorfälle untersucht, in denen FSD Supervised über rote Ampeln fährt.

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J.A.R.V.I.S. für jeden: Wo bleibt unser persönlicher KI-Assistent?

Von Tim Elsner — 22. Juni 2026 um 12:00
Versprochen wird bei KI immer viel. Wir erklären, warum der KI-Agent für die Hosentasche immer noch weit entfernt ist.
Wann erscheinen die ersten nützlichen Assistenten für die Hosentasche? (Bild: Valeriia Miller/Pixabay)
Wann erscheinen die ersten nützlichen Assistenten für die Hosentasche? Bild: Valeriia Miller/Pixabay

Dieser Golem-Plus-Text ist 24 Stunden lang frei verfügbar.

Der erste Blick am Morgen geht bei vielen aufs Handy: E-Mails von Kunden, Whatsapp-Nachrichten für mögliche Verabredungen mit Freunden, eine Push-Benachrichtigung von der Bank. In Zeiten von KI-Modellen wie ChatGPT, Agenten wie Openclaw und Co. stellt sich die Frage, warum wir uns mit so etwas noch selbst befassen müssen.

Warum nicht etwa einen Agenten zwischen den einzelnen Apps und uns als Nutzer stellen, der uns die lästige Koordination und kleinere Arbeiten abnimmt? Termine für gemeinsame Kochabende könnten genauso automatisch koordiniert werden wie möglicherweise einfach zu beantwortende E-Mails oder der Friseurbesuch.

Wir analysieren, wie eine mögliche Zukunft aussehen könnte, was die aktuellen technischen Grenzen sind, und warum wir noch keinen persönlichen Assistenten in der Hosentasche mit uns herumtragen.

Was technisch möglich ist

Für einen KI-Assistenten, der etwa auf dem Handy laufen soll, braucht es eine Reihe technischer Skills, die auf den ersten Blick recht einfach zu erwerben sind. Da wäre zunächst einmal die Kommunikation mit dem Assistenten – in Zeiten von Whisper und Co., die auch bei ChatGPT als Sprache-zu-Text-Modul fungieren, das geringste Problem.

Intern wäre ein Sprachmodell möglich, das Nutzereingaben verarbeitet, wenn sie einmal zu Text übersetzt wurden. Das könnte sogar lokal geschehen und auf dem Gerät selbst ausgeführt werden, weil kleinere Sprachmodelle zwar beim Faktenwissen straucheln, dafür aber durchaus eloquent sprechen und Dinge begreifen können. Für das fehlende Faktenwissen ließe sich dann in einem entsprechenden Modell eine Datenbank, Google-Suche oder Ähnliches einbinden.

Das wäre vermutlich auch das Grundprinzip eines solchen Modells: Die KI muss eigentlich nur begreifen, was die gestellte Aufgabe ist, und die Information entsprechend an die richtigen Schnittstellen weiterleiten und die Kommunikation zwischen verschiedenen Schnittstellen übernehmen. Ein Beispiel: Das lokale KI-Modell könnte auf die Nutzeranfrage nach einem Friseurtermin zuerst den eigenen Kalender überprüfen, anschließend aus der eigenen Historie lesen, zu welchem Friseur man geht, und (bei einem modernen Salon) einen Termin über den Webbrowser buchen.

Gemeinsame Standards nötig

Grundsätzlich lassen sich zwar Programme über menschliche Schnittstellen auch von KI-Agenten, also etwa Interfaces mittels Mausbewegung oder simuliertem Touch auf dem Handy bedienen. Eine bessere Integration für Arbeit im Hintergrund allerdings setzt voraus, dass sich die verschiedenen Hersteller von Webseiten, Apps und Co. auf gemeinsame Standards einigen.

Aber nicht nur die fehlenden Schnittstellen, auch technische Details sind dabei oft das entscheidende Hindernis.

Beginnen wir mit einer gewissen Grundkompatibilität der Schnittstellen: Wenn unser Friseur nur Termine per Telefon vergibt, kann unser Assistent nicht per Browser einen Termin buchen. Zwar gab es bereits 2018 eine Demo, in der eine KI beim Friseur anruft und, ohne sich gegenüber der Gesprächspartnerin als KI zu identifizieren, einen Termin vereinbart. Solche Agenten haben aber möglicherweise problematische Fähigkeiten wie Telefonanrufe, die einiges an Missbrauchspotenzial haben können.

Grundsätzlich gilt: Die echte Welt ist komplexer und unvorhersehbarer als alle Beispielszenarien, und gemäß Murphy's Law wird dabei immer etwas schiefgehen. Wenn sich unser Agent beispielsweise spontan dazu entscheidet, nachts um 4 Uhr den Vorgesetzten mit einem Anruf zu belästigen, könnte das böse ausgehen.

Außerdem bräuchte unser Assistent eine Reihe von Erinnerungen, die gespeichert und verarbeitet werden müssten. Er müsste sich merken, zu welchem Friseur wir bisher gegangen sind oder welche Präferenzen wir haben. Wie man aber unter anderem an ChatGPT sieht, sind solche Datenbanken schwierig zu verwalten und zu benutzen. Beispielsweise hat der Autor dieses Artikels vor einigen Monaten ein Dokument einer Veröffentlichung zu einem sehr spezifischen Thema probeweise von ChatGPT lesen lassen. Seitdem setzt die KI vieles zwangsweise und unnötig in diesen Kontext und mindert damit die Qualität der Antworten.

Außerdem benutzen KI-Modelle diese Erinnerungen grundsätzlich nicht nativ, eingebaut in das Modell selbst, sondern, indem Textstellen mit textbasierten Erinnerungen vor die eigentliche Eingabe kopiert werden. Diese Textfetzen müssen gut kuratiert und ausgewählt werden, um zur Eingabe zu passen; sie dürfen aber auch nicht zu ausladend werden.

Zwar existieren einige Lösungsansätze im Bereich AI Memory, die Grundprobleme lassen sich aber nicht eindeutig lösen: Welche Informationen müssen wie genau gespeichert werden, und das abhängig von ihrem Kontext? So ist etwa ein einzelner Huster des Nutzers egal, eine Häufung von Hustern könnte der Hinweis auf eine Krankheit sein. Gleichzeitig ist die Länge des Kontexts von Informationen sehr unterschiedlich: Was ist nur kurzzeitig, was ist langfristig relevant?

Die Bedeutung von Informationen wird häufig erst nach einem langen Zeitraum sichtbar. Die Konsequenz, einfach alles abzuspeichern, ist aber wenig konstruktiv, weil Sprachmodelle in sehr großen Datenmengen häufig Informationen verlieren (attention dilution) oder schlicht der Speicher irgendwann zu voll wird. Ebenso sind Informationen nicht unveränderbar, sie müssen teilweise aktualisiert und überschrieben werden, ohne Widersprüche zu produzieren.

Und Probleme wie Privatsphäre und Datenschutz sind bei solchen Überlegungen immer noch außen vor.

Verantwortung und Sicherheit

Grundsätzlich würde man sich bei jeglicher Form von KI-Assistent in die Fänge großer Konzerne begeben, wenn man zumindest kleinere Bastellösungen außen vor lässt. Denn auch wenn ein kleines Modell in der Lage ist, Befehle zu verstehen, braucht es doch für manche Aufgaben mehr Rechenleistung, als etwa ein Handy oder auch ein Desktop-PC zur Verfügung stellen kann. Dementsprechend landen – auch sehr private – Daten wieder in einer Serverfarm. Zudem ließe sich kein KI-Unternehmen dieser Welt ernsthaft solche perfekten Trainingsdaten für weitere KI-Modelle entgehen.

Auch die Agenten selbst sind eine Sicherheitslücke: Wenn wir ChatGPT etwa vor einer Weile mit einer traurigen Geschichte über unsere Oma, die uns immer ihr berühmtes Crystal Meth zum Aufmuntern gekocht hat, überlistet und auf die Tränendrüse gedrückt haben, verrät es uns prompt alles zur Herstellung der illegalen Substanz.

Wenn wir jetzt eine E-Mail von unserer fiktiven Oma erhalten, die sehr arg traurig ist, dass sie unsere Kreditkartendaten verloren hat, könnte ein Modell sich leicht dazu entscheiden, der armen Oma zu helfen. Oder wenn ein KI-Agent sich spontan entscheidet, dass der Inhalt des E-Mail-Postfachs doch nicht so wichtig ist, und alle E-Mails löscht.

Wer haftet bei Straftaten?

Gleichzeitig dürften solche Fälle wie von dem fröhlich E-Mail schreddernden Openclaw-Bot sämtlichen Firmen, die an solchen Produkten arbeiten, Kopfzerbrechen bereiten: Wer haftet, wenn der Agent Kreditkartendaten preisgibt, Wichtiges löscht oder plötzlich auf Amazon einen Lebensvorrat an Labubus kauft, weil er darin eine kluge Geldanlage sieht?

Oder, noch schlimmer: wenn der Agent selbst Straftaten begeht, etwa Forschungspapiere über Webseiten wie Sci-Hub bezieht und den großen Verlagen das Geschäft mit der Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter Publikationsdruck vermiest. Diese Frage wird dann wohl von einem Gericht beantwortet werden müssen.

Trotz dieser Probleme gehen die ersten Anbieter aber mittlerweile erste Schritte in diese Richtung. In einzelne, kleine Teilbereiche bestehender Software werden immer mehr KI-Assistenten wie Google Docs (wo dieser Text gerade entsteht), oder in E-Mail-Programmen wie Outlook von Microsoft integriert.

Microsoft versucht derzeit mit Copilot, das Prinzip Assistent allgemeiner aufzugreifen: mit einem Assistenten, der sieht, was auf dem Bildschirm des Nutzers oder der Nutzerin passiert. Idealerweise sollte er ein allgegenwärtiger Helfer sein, der in jeder Umgebung des Alltags am PC mitarbeiten kann. Und der gleichzeitig nebenbei wertvolle Daten der Nutzer für zukünftige Modelle liefert.

Aber auch OpenAI und Co., etwa mit der Übernahme von Openclaw, setzen zunehmend auf Agenten. Wann die ersten wirklich nützlichen Assistenten für die Hosentasche erscheinen, weiß trotzdem wohl niemand vorherzusagen, weil das eine komplexe Mischung an Lösungen aus rechtlichen, technischen und gesellschaftlichen Problemen voraussetzt.

Fazit

KI kann viele Dinge, täuscht aber mit ihrem Training hin zu perfektem Mimikry von Intelligenz darüber hinweg, dass es an vielen Stellen noch gewaltig knirscht und Probleme gibt, an die niemand gedacht hat. Vermutlich führt der realistischste Weg, wie Nutzer einem Agenten wirklich vertrauen (können), eher über Kontrolle durch einen eng eingebundenen Nutzer und spezialisierte Agenten. Der allgemeine Level von "Wir haben eine Lösung für alles", mit dem ChatGPT damals bei vielen Nutzern Erstaunen ausgelöst hat, bleibt für Agenten voraussichtlich vorerst aus.

Die fünf wichtigsten Take-aways im Überblick

1. Abstrakte Lösungen und Unter-Agenten: Ein Formulieren eines Aktionsplans zur Lösung von Problemen und das Aufrufen von Unter-Agenten, die spezifische Probleme lösen, funktioniert bereits gut, sogar mit kleinen, lokal laufenden Modellen.

2. Schnittstellen fehlen, simulierte Eingaben sind unpraktisch: Wenn Computer miteinander kommunizieren, indem sie vorgaukeln, dass sie eine Maus über einen Bildschirm bewegen, arbeiten sie deutlich weniger effizient, als sie es könnten. Einheitliche Schnittstellen zur Kommunikation darüber fehlen zum großen Teil noch.

3. Erinnerungen sind kompliziert: Was sich eine KI merken soll und was nicht, ist genauso schwierig zu entscheiden, wie welche Erinnerungen gerade nützlich sind und wie sie später in einen Assistenten eingebaut werden könnten.

4. Sicherheitslücken: Solange hinter einem Agenten ein "dummes" Sprachmodell steckt, lassen sich Jailbreaks quasi als Hacks auch an einen Agenten weitertragen. Dazu kommt der rechtliche Albtraum der Haftung eines marodierenden KI-Agenten, der Dinge zerstört oder sogar selbst kriminelle Handlungen begeht.

5. Kleine Schritte: Bevor wir einen rundum fähigen Assistenten haben, werden einzelne Teilstücke automatisiert, weil es so viel weniger Konflikte, unvorhergesehene Probleme und Sicherheitslücken gibt.

Dr. Tim Elsner hält Vorträge und hat eine Firma gegründet, die zwischen LLMs, Computer Vision und dem allgemeinen Thema KI Kunden berät und selbst an neuen Modellen forscht und entwickelt. Er bastelt und erklärt ansonsten gerne an allem, was mit neuronalen Netzen zu tun hat.

Dieser Artikel erscheint bei Golem Plus, weil ...
... er die oft übersehenen technischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Hürden analysiert – von Speicherproblemen über Sicherheitslücken bis hin zu Haftungsfragen. Statt Zukunftsversprechen zu wiederholen, zeigt er anhand konkreter Beispiele, warum ein echter persönlicher KI-Assistent trotz beeindruckender Fortschritte noch weit entfernt ist und welche Voraussetzungen dafür erst geschaffen werden müssten.

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Sicherheitslücken gefährden Verbindungen über libssh2

Von Heise — 21. Juni 2026 um 14:06

(Bild: asharkyu/Shutterstock.com)

Unter anderem eine kritische Lücke bedroht IT-Infrastrukturen mit libssh2. Patches sind da, aber offensichtlich bislang nicht flächendeckend implementiert.

Die Open-Source-SSH-Bibliothek libssh2 ist verwundbar. Angreifer können an zwei Sicherheitslücken ansetzen, um Systeme zu attackieren. Im schlimmsten Fall kann Schadcode Computer kompromittieren. Der Patchstatus ist den derzeit verfügbaren Informationen zufolge undurchsichtig. Zum Zeitpunkt dieser Meldung gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Schwachstellen bereits ausnutzen.

Unternehmen setzen die Bibliothek an empfindlichen Stellen im Netzwerk ein, um etwa Router und IoT-Geräte fernzusteuern und Server zu managen. Demzufolge könnten erfolgreiche Attacken weitreichende Folgen haben.

Warten auf reparierte Ausgabe

Beide Lücken (CVE-2026-55200 [1]kritisch“, CVE-2026-55199 [2]hoch“) sind auf GitHub dokumentiert. Angreifer können über präparierte SSH-Pakete Speicherfehler auslösen und Schadcode ausführen. Außerdem sind DoS-Attacken vorstellbar.

Davon sind den Entwicklern zufolge alle libssh2-Versionen bis einschließlich 1.11.1 bedroht. Das Problem ist, dass beide Sicherheitspatches derzeit nur in Form von GitHub-Commits (7acf3df [3], 1762685 [4]) existieren. Offensichtlich sind die Fixes bereits im Master-Branch verfügbar, aber eine neue Version steht noch aus. Stichproben bei Linux-Distributoren haben Folgendes ergeben: Laut dem Debian Security Tracker [5] wird die reparierte Ausgabe 1.11.1-3 derzeit getestet. In Kali Linux ist diese Version wohl schon seit Mai dieses Jahres enthalten. [6]


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11339571

Links in diesem Artikel:

  1. https://github.com/advisories/GHSA-R8MH-X5QV-7GG2
  2. https://github.com/advisories/GHSA-3CFQ-4XX4-RMPG
  3. https://github.com/libssh2/libssh2/commit/97acf3dfda80c91c3a8c9f2372546301d4a1a7a8
  4. https://github.com/libssh2/libssh2/commit/17626857d20b3c9a1addfa45979dadcee1cd84a4
  5. https://tracker.debian.org/pkg/libssh2
  6. https://pkg.kali.org/pkg/libssh2
  7. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  8. mailto:des@heise.de

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Jetzt patchen! Angriffe auf Wordpress-Websites mit Gravity-SMTP-Plug-in

Von Heise — 21. Juni 2026 um 11:43

(Bild: solarseven/Shutterstock.com)

Angreifer verschaffen sich auf Wordpress-Websites mit Gravity-SMTP-Plug-in Zugriff auf eigentlich geschützte Daten.

Derzeit haben es Angreifer auf Wordpress-Websites mit Gravity-SMTP-Plug-in abgesehen und attackieren Instanzen. Ein Sicherheitspatch ist bereits seit Ende März dieses Jahres verfügbar, aber offensichtlich noch nicht flächendeckend installiert.

Vor den Attacken warnen Sicherheitsforscher von Wordfence in einem Beitrag [1]. Ihnen zufolge ist die Lücke (CVE-2026-4020 „mittel“) seit März dieses Jahres bekannt. Seitdem gibt es auch die reparierte Ausgabe 2.1.5. Alle vorigen Versionen sind verwundbar.

Die Forscher geben an, dass das Plug-in derzeit rund 100.000 aktive Installationen aufweist.

Unbefugte Zugriffe

Ansatzpunkt für Angreifer ist ein nicht ausreichend sicher konfigurierter REST-API-Endpoint. So können sie ohne Authentifizierung darauf zugreifen, um über einen HTTP-GET-Request detaillierte Systemkonfigurationen abzurufen und diese Informationen für weiterführende Attacken zu nutzen.⁣

Die Sicherheitsforscher geben an, bereits 17 Millionen Angriffsversuche dokumentiert zu haben. Admins sollten dementsprechend zügig handeln und ihre Instanzen absichern. In ihrem Beitrag führen sie detaillierte Informationen zur Lücke auf. Zusätzlich finden Admins dort konkrete Hinweise (Indicators of Compromise, IoC), wie IP-Adressen, an denen sie bereits attackierte Systeme erkennen können.

Update

Seit wann das Sicherheitsupdate verfügbar ist im Text korrigiert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11339529

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.wordfence.com/blog/2026/06/attackers-actively-exploiting-sensitive-information-exposure-vulnerability-in-gravity-smtp-plugin/
  2. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  3. mailto:des@heise.de

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