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Störungsmeldung vom 16.06.2026 06:00

Von heise online — 16. Juni 2026 um 06:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
16.06.2026 06:00
Region
Freilassing (08654)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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Störungsmeldung vom 17.06.2026 10:00

Von heise online — 17. Juni 2026 um 10:00

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
17.06.2026 10:00
Region
Detmold (05231)
Provider
1&1
Zugangsart
FTTH

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Störungsmeldung vom 17.06.2026 12:19

Von heise online — 17. Juni 2026 um 12:19

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
17.06.2026 12:19
Region
Einsiedel (037209)
Provider
1&1
Zugangsart
VDSL

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Störungsmeldung vom 17.06.2026 09:26

Von heise online — 17. Juni 2026 um 09:26

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
17.06.2026 09:26
Region
Bünde (05223)
Provider
1&1
Zugangsart
FTTH

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Störungsmeldung vom 16.06.2026 02:19

Von heise online — 16. Juni 2026 um 02:19

Neue Störungsmeldung für Provider POP (Point of Presence)

Details

Beginn
16.06.2026 02:19
Region
Linden (Hess) (06403)
Provider
POP (Point of Presence)
Zugangsart
FTTH

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Datenleck bei Ozempic-Hersteller Novo Nordisk

Von Heise — 17. Juni 2026 um 12:05
Eintrag auf Darknet-Leaksite von Cybergang FulcrumSec

Die Cybergang FulcrumSec behauptet, für den Einbruch verantwortlich zu sein.

(Bild: heise medien)

Eine Cybergang hat bei Novo Nordisk, bekannt etwa durch das Medikament Ozempic, Daten geklaut. Sensible Informationen sind darunter.

Das große Pharmaunternehmen Novo Nordisk hat einen IT-Vorfall bestätigt, bei dem die Angreifer unter anderem persönliche Informationen von internen IT-Systemen abgegriffen haben. Die Cybergang FulcrumSec behauptet nun, dafür verantwortlich zu sein und stellt ein mehr als 250 GByte großes Paket als Ausschnitt aus den geklauten Daten im Darknet als Sample bereit.

Novo Nordisk hat bereits [1] in der vergangenen Woche den Datenabfluss eingeräumt. Demnach sind etwa begrenzte Mengen an Informationen über Patienten darunter, die an klinischen Studien teilgenommen haben. Es seien keine Patientennamen oder andere direkt identifizierbare Daten darunter, versichert der Hersteller. Die kriminelle Bande FulcrumSec gibt auf ihrer Darknet-Seite an, dass es sich um Daten von etwa 11.500 pseudonymisierten Studienteilnehmern handelt. Laut Novo Nordisk umfassen die Datensätze jeweils die Patienten-ID, Geschlecht, Geburtsjahr, Biomarker, Gesundheits- und Immunogenitätsdaten und Informationen zum Lebensstil wie Alkoholkonsum, Rauchen oder etwa Body Mass Index.

Das Pharmaunternehmen hat Untersuchungen mit IT-Sicherheitsexperten gestartet und etwa Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Dabei wurden einige interne IT-Systeme zeitweise offline genommen. Die sollen nun wieder stückweise online gebracht werden, das soll jedoch noch etwas dauern.

Möglicherweise wertvolle Firmengeheimnisse entfleucht

Die vorgeblichen Täter von FulcrumSec führen auf ihrer Darknetseite aus, dass sie insgesamt 4748 Quellcode-Repositories, 41.144 Medikamente oder Bestandteile mitsamt deren Strukturen, mehr als 30 proprietäre KI-Modelle und 70 zugehörige Datensätze, Daten von 163.234 Angestellten und etwa das konkrete Rezept für Amycretin ergattert haben – letzteres ist ein experimentelles Medikament, das zu höherem Gewichtsverlust beitragen soll als Ozempic / Semaglutid. Angeblich sind auch fünf unveröffentlichte Programme, die nicht in Veröffentlichungen von Novo Nordisk oder SEC-Unterlagen auftauchen. Insgesamt soll die Datensammlung einen Umfang von 1,3 TByte haben.

Laut Reuters [2] fordert FulcrumSec 25 Millionen US-Dollar Lösegeld von Novo Nordisk, das Unternehmen weigert sich demnach jedoch zu zahlen. Am 3. Juni soll das Unternehmen Kontakt zu den Erpressern aufgenommen haben, etwa zwei Tage, nachdem die Täter Manager von Novo Nordisk kontaktiert hatten. Die Echtheit der Sample-Daten konnte Reuters noch nicht bestätigen; Novo Nordisk bestätigt jedoch die Veröffentlichung der Daten.

Derartige IT-Vorfälle sind nach wie vor eines der häufigsten IT-Sicherheitsprobleme. Am Dienstag wurde etwa bekannt, dass der Haushaltsroboterhersteller Ecovacs Opfer eines IT-Einbruchs [3] wurde. Auch hier drohen die Täter mit dem Verkauf der dabei erbeuteten Daten, sollte das Unternehmen kein Lösegeld zahlen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11335371

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.novonordisk.com/news-and-media/latest-news/incident-update.html
  2. https://www.reuters.com/legal/government/hacking-group-claims-major-hack-novo-nordisk-attempted-25-million-extortion-2026-06-16/
  3. https://www.heise.de/news/Ecovacs-Roboterhersteller-offenbar-Opfer-von-Datendiebstahl-11333541.html
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Android 17 hat direkt Sicherheitspatches mit an Bord

Von Heise — 17. Juni 2026 um 10:57
Grüne Android-Figur vor Schloss-Symbol

Google Android-Bugdroid vor Schloss-Symbol.

(Bild: Primakov/Shutterstock.com)

Googles Entwickler haben in der Launchversion von Android 17 diverse Sicherheitslücken geschlossen.

In der neuen Androidversion 17 [1] hat Google vom Start weg 22 Softwareschwachstellen geschlossen. Angreifer hätten unter anderem Schadcode auf Geräte einschleusen können.

Gefahren theoretischer Natur

Das geht aus einer Warnmeldung hervor [2], die die Entwickler eigenen Angaben zufolge aus Transparenzgründen veröffentlicht haben. Daraus geht hervor, dass alle geschlossenen Lücken im Framework und System mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft sind.

An diesen Stellen hätten Angreifer auf nicht näher beschriebenen Wegen unter anderem Schadcode aus der Ferne ausführen, sich höhere Nutzerrechte erschleichen, vertrauliche Informationen abgreifen oder das Gerät per Denial-of-Service-Angriff lahmlegen können. Mit dem Patchlevel 2026-07-01 seien diese Sicherheitsprobleme gelöst. Die Sicherheitspatches sind auch im Android Open Source Project (AOSP) verfügbar. Ob auch andere Androidversionen von den Schwachstellen betroffen sind, geht aus der Warnmeldung nicht hervor.

Google hat Android 17 am 16. Juni für Pixel-Smartphones veröffentlicht [3].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11335345

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/Android-17
  2. https://source.android.com/docs/security/bulletin/android-17
  3. https://www.heise.de/news/Android-17-Pixel-Drop-sind-da-Google-verteilt-grosses-Update-fuer-Pixel-Geraete-11332126.html
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Bluetooth-Lücke erlaubte Mitlauschen bei Beats-Stöpseln

Von Heise — 17. Juni 2026 um 10:47
Die Beats Studio Buds

Studio Buds: SDK erlaubte unerwünschte „Einwahl“.

(Bild: Apple)

Apple hat ein Loch in der Firmware eines Ohrhörers der Tochter Beats gestopft. Es ermöglichte Spionage und steckte in einem Third-Party-SDK.

Apples Beats-Ohrhörer der Variante Studio Buds [1], erschienen im Jahr 2021, enthielten eine gefährliche Sicherheitslücke. Laut Angaben von Apple selbst war es möglich, dass sich ein Angreifer in Bluetooth-Reichweite mit den Stöpseln verbinden konnte, um dann über das integrierte Mikrofon mitzulauschen. Es blieb zunächst unklar, ob dies auch in der Praxis geschah, also ein Exploit kursierte, oder es sich zunächst nur um ein theoretisches Problem handelte. Der Fehler steckte in einem Drittanbieter-SDK, das Apple für die Geräte genutzt hat. Damit die Lücke ausnutzbar wurde, mussten einige Voraussetzungen erfüllt sein – darunter die Tatsache, dass es noch kein Pairing der Stöpsel gegeben hatte und aktiv nach Pairing-Requests gesucht wurde. Es handelt sich also um eine typische „Aus der Verpackung genommen“-Situation.

Lücke steckt in quelloffenem SDK

Apple hat in der Nacht zum Mittwoch eine neue Firmware [2] verteilt, die die Lücke schließen soll. Der Hersteller nennt in einem Security-Dokument [3] lediglich die Studio Buds als betroffen; diese sind zum günstigen Preis von rund 80 Euro derzeit auch noch im Handel. Es gibt seit 2023 auch ein verbessertes Nachfolgemodell namens Studio Buds + [4], das Apple nicht erwähnt. Die neue, abgedichtete Firmware hört auf die Versionsnummer 1B211. Der Bug trägt die CVE-ID 2025-20701 [5] und steckt im Airoha-Bluetooth-Audio-SDK [6], das mit bestimmten Chipsätzen des Herstellers läuft – Apple bezeichnet es in seinem Sicherheitsdokument als „quelloffen“.

Die Lücke steckt noch in diversen weiteren Stöpseln und Kopfhörern [7], die nicht von Beats stammen; sie ist schon seit Mitte 2025 bekannt [8]. Warum Apple jetzt erst reagiert, bleibt unklar. Laut Airoha fehlt im Rahmen der Bluetooth-Verbindungsherstellung ein Authentifizierungsschritt (GATT), der eigentlich vorhanden sein müsste. Entdeckt wurde der Fehler von Dennis Heinze und Frieder Steinmetz von der deutschen Sicherheitsfirma ERNW GmbH aus Heidelberg. Airoha selbst ist eine Tochter des Chipherstellers MediaTek aus Taiwan.

Wie man an die neue Firmware kommt

Apples Firmware-Update für Audiogeräte lässt sich leider nach wie vor nicht erzwingen. Um auf die Firmware 1B211 zu kommen, müssen daher einige Schritte durchlaufen werden. Die automatische Aktualisierung läuft nur an, wenn die Studio Buds mit einem iPhone, iPad oder Mac verbunden sind und in der geschlossenen Hülle stecken.

Sie sollten am besten mit einem Ladegerät verbunden sein. Danach sollte man etwas warten. Die Firmware-Version lässt sich über die Systemeinstellungen überprüfen – jeweils im Bereich Bluetooth. Neben dem jeweiligen Gerät befindet sich ein Info-Knopf.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11334945

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/Beats-Studio-Buds-im-Kurztest-Kabelloser-Kompromiss-6289446.html
  2. https://support.apple.com/de-de/guide/beats/dev3381eab1b/web
  3. https://support.apple.com/en-us/127557
  4. https://www.heise.de/tests/Beats-Studio-Buds-im-Test-Beats-neue-AirPods-Alternative-9058720.html
  5. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/cve-2025-20701
  6. https://www.airoha.com/product-security-bulletin/2025
  7. https://insinuator.net/2025/06/airoha-bluetooth-security-vulnerabilities/
  8. https://www.heise.de/news/Zero-Day-Bluetooth-Luecke-macht-Millionen-Kopfhoerer-zu-Abhoerstationen-10457857.html
  9. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  10. https://www.heise.de/mac-and-i
  11. mailto:bsc@heise.de

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Wear OS 7: Update für Pixel Watches bringt „Live Updates“ und neue Widgets

Von Heise — 17. Juni 2026 um 09:14
Wear OS 7 Uhrenbildschirme

Wear OS 7 ist fertig.

(Bild: Google)

Das Update für Pixel Watches verspricht eine längere Akkulaufzeit, neue Widgets und „Live Updates“. Die Gemini-Intelligence-Funktionen kommen erst später.

Neben Android 17 für Smartphones und Co. [1] steht ab sofort auch Wear OS 7 für Pixel Watches zur Installation bereit. Die neue Wearable-Software kann ab sofort auf Pixel-Watch-Generationen 2 bis 4 installiert werden. Die zur I/O in Aussicht gestellten Gemini-Intelligence-Funktionen für Smartwatches sollen erst später erscheinen.

Live-Updates am Handgelenk

Wie Google schon im Zuge der Entwicklerkonferenz I/O 2026 erklärte [2], umfasst die neue Wear-OS-Version auf Basis von Android 17 [3] allerhand Neuerungen. Zum einen bringt sie die mit Android 16 für Smartphones eingeführten Live-Updates [4] nun ans Handgelenk.

Wear OS 7 Live-Update-Beispiele
Wear OS 7 Live-Update-Beispiele

Mit Wear OS 7 lassen sich Live-Updates auch am Handgelenk verfolgen.

(Bild: Google)

Laut Google [5] synchronisieren sich „Live Updates“ vom Smartphone nun mit Wear-OS-Geräten, sodass sich Aktualisierungen wie Sportergebnisse oder eine Essenslieferung sowohl auf der Uhr als auch auf dem Smartphone anzeigen lassen.

Wear OS 7 neue Mediensteuerung
Wear OS 7 neue Mediensteuerung

Mit Wear OS 7 zieht eine neue Mediensteuerung auch für verbundene Geräte ein.

(Bild: Google)

Außerdem bringt Wear OS 7 Optimierungen bei der Mediensteuerung: Wenn ein Nutzer über sein Smartphone eine Medienwiedergabe in einer App startet, kann er automatisch festlegen, dass die Steuerelemente der Wiedergabe auf der Smartwatch angezeigt werden. Über die Watch können Nutzer zudem die Medienwiedergabe des gekoppelten Smartphones steuern, um zum Beispiel von den Lautsprechern auf Kopfhörer umzuschalten.

Sobald Googles intelligente Brillen verfügbar sind, soll es über eine Wear-OS-Uhr möglich sein, ein Foto über die in die Brille integrierte Kamera auszulösen; die Aufnahme lasse sich dann sofort mit einem Blick auf die Uhr überprüfen. Wie das funktioniert, demonstrierte Google schon auf der I/O.

Wear OS 7 - Widgets in verschiedenen Größen.
Wear OS 7 - Widgets in verschiedenen Größen.

Wear OS 7 bringt unter anderem neue Widgets in verschiedenen Größen.

(Bild: Google)

Wear OS erhält zudem ein Upgrade seiner Widget-ähnlichen Kacheln: Mit dem Update auf Wear OS 7 fügt Google seinem Uhren-OS „Wear Widgets“ hinzu, die ein wenig an Android-Widgets anmuten und sich in kleinen oder großen Layouts in 2×1- und 2×2-Formaten anpassen.

Mehr Laufzeit und Aktivitätstracking

Google verspricht ferner eine Verbesserung der Akkulaufzeit um „bis zu“ 10 Prozent im Vergleich zu Wear OS 6 [6] bei durchschnittlicher Nutzung. Das Unternehmen gibt an, diesen Zuwachs mit „Verbesserungen an der Plattform“ erreicht zu haben, damit Nutzer „mehr mit ihren Lieblings-Apps machen können“.

Wear OS 7 soll Google zufolge auch eine native Fitness-Tracking-Funktion namens „Wear Workout Tracker“ erhalten. Mit dieser müssen App-Entwickler keine eigene Fitness-Tracking-Suite von Grund auf neu entwickeln. „Der Workout Tracker biete ein umfassendes, standardisiertes Trainingserlebnis“, das Herzfrequenzmessung, Mediensteuerung und eine Reihe weiterer nützlicher Funktionen umfasst. Mit diesem Feature können Entwickler den Entwicklungsaufwand reduzieren. Google arbeitet hierfür etwa mit Asics Runkeeper zusammen.

Gemini Intelligence: später

Wear OS 7 soll im Laufe des Jahres auch einige Gemini-Intelligence-Funktionen [7] erhalten. Zu diesen gehören etwa „Create My Widget“, mit dem Nutzerinnen und Nutzer mithilfe von Befehlen in natürlicher Sprache eigene Wear-OS-Widgets erstellen können. Auch sollen sich auf Wear OS 7 mehrstufige App-Automatisierungen ausführen lassen, wie etwa das Durchführen einer Reservierung oder das Aufgeben einer Bestellung in einem Restaurant.

Gemini Intelligence Beispiel auf Wear OS 7
Gemini Intelligence Beispiel auf Wear OS 7

Wear OS 7: Essen agentisch über Gemini bestellen.

(Bild: Google)

Außerdem führt Google mit Wear OS 7 eine AppFunctions-API ein, damit Entwickler Assistenten und Agenten wie Gemini in ihre Apps integrieren können. Google nennt als Beispiel das Starten eines Laufs über die Samsung Health-App, indem man Gemini einfach sagt: „Fang an, meinen Lauf aufzuzeichnen.“ Die Gemini-Intelligence-Funktionen sollen jedoch nur auf ausgewählten Uhren Einzug halten. Welche das sein werden, verrät Google noch nicht.

Das Update auf Wear OS 7 steht ab sofort zur Installation bereit. Falls die neue Version nicht auf Anhieb angeboten wird, kann man versuchen, das Update manuell zu initiieren. Hierfür tappt man in den Uhren-Einstellungen unter System > Systemupdates auf „Auf dem neuesten Stand“. Um den Download zu beschleunigen, öffnet man in den Einstellungen „Konnektivität“ und deaktiviert Bluetooth, damit nutzt die Uhr die WLAN-Verbindung.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11335086

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Android-17-Pixel-Drop-sind-da-Google-verteilt-grosses-Update-fuer-Pixel-Geraete-11332126.html
  2. https://www.heise.de/news/Wear-OS-7-Google-bringt-Gemini-Intelligence-Live-Updates-und-mehr-auf-Uhren-11300594.html
  3. https://www.heise.de/thema/Android-17
  4. https://www.heise.de/news/Android-16-ist-fertig-Mit-Live-Updates-aber-ohne-Material-3-Expressive-10439613.html
  5. https://blog.google/products-and-platforms/platforms/wear-os/google-io-2026-wear-os/
  6. https://www.heise.de/news/Pixel-Watch-2-und-3-Google-verteilt-grosses-Update-auf-Wear-OS-6-10747798.html
  7. https://www.heise.de/news/Google-stellt-Gemini-Intelligence-fuer-Android-vor-11289291.html
  8. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Jubiläums-iPhone, 2. Foldable, Kamera-AirPods: Neues aus Apples Pipeline

Von Heise — 17. Juni 2026 um 11:53
iPhone-Verpackungen

Verschiedene iPhone-Verpackungen: Bei Apple sind einige Änderungen in Planung.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Einem Medienbericht zufolge plant Apple für das iPhone-Geburtstagsjahr einige Neuerungen. Betroffen sind Smartphones und Ohrstöpsel. Der A22 kommt in 1,4 nm.

Schon in diesem Jahr soll es mit dem iPhone Ultra [1] erstmals seit Langem einen komplett neuen Formfaktor für das Apple-Handy geben. Die regulären Modelle neben dem Foldable [2] (iPhone 18 / 18 Pro) ändern sich angeblich nicht. Doch hier sind für das kommende Jahr diverse Neuerungen vorgesehen, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Dienstagabend berichtet: Zum 20. Jubiläum des iPhone stehen einige Besonderheiten an. Außerdem neu: erste AirPods-Stöpsel mit integrierter Kamera. Apple arbeite außerdem an der Nutzung eines neuen Chip-Fertigungsprozesses bei TSMC und Intel, hieß es.

Kurviges Glas in zwei Größen

Laut der Meldung [3], die vom Apple-Reporter Mark Gurman stammt, soll das Jubiläums-iPhone, das möglicherweise unter dem Namen iPhone 20 läuft, ein nahezu randloses Display mit gekrümmtem Glas an allen Seiten aufweisen. Es sind angeblich zwei Größen (6,3 und 6,9 Zoll) geplant, die dann im Herbst 2027 die in diesem Herbst geplanten Modelle iPhone 18 Pro und 18 Pro Max ablösen.

Darin läuft angeblich ein 2-Nanometer-Chip namens A21, den Apple intern als „Naxos“ bezeichnet. Neben dem Jubiläums-iPhone ist für Ende 2027 angeblich auch schon ein zweites Foldable-Modell geplant. Ob neben einem verbesserten Chip auch noch weitere Neuerungen vorgesehen sind, ist noch nicht durchgesickert. Es gibt Gerüchte, laut denen Apple bereits beim iPhone 18 Pro und 18 Pro Max mit dem A20 auf den 2-Nanometer-Prozess (Codename Borneo) wechseln wird.

AirPods Pro mit Kamera und 1,4-nm-Chips

Apple arbeitet außerdem weiter an AirPods Pro mit integrierter Kamera [4]. Diese sollen unter anderem für Bediengesten verwendet werden, aber auch die Umgebung des Benutzers erkennen – via Visual Intelligence. So könnte man Siri dann nach Objekten im Sichtfeld fragen. Das Aufnehmen von Videos und Fotos ist über die Kameras hingegen nicht möglich.

Schließlich will Bloomberg vernommen haben, dass Apple zusammen mit TSMC an einem ersten 1,4-Nanometer-Chip arbeitet, der bis Ende 2028 in ersten iPhones geplant ist. Zuletzt hieß es, dass bereits eine kleine Testproduktion bei Intel [5] für Apple-Chips laufe, um die TSMC-Produktion zu ergänzen. Dabei geht es aber um ältere Bauweisen. Nur TSMC hat bislang Zugriff auf die neuesten Fertigungsverfahren.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11335204

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/iPhone-Ultra-Neues-zu-moeglichen-Preisen-Technik-und-Verfuegbarkeiten-11254203.html
  2. https://www.heise.de/news/Alu-Farbaerger-beim-iPhone-17-Pro-Leaker-glaubt-dass-das-Material-so-bleibt-11284883.html
  3. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-16/apple-plans-camera-airpods-iphone-foldable-2-20th-anniversary-iphone-in-2027
  4. https://www.heise.de/news/Bericht-Mini-Kamera-fuer-Apple-Watch-und-AirPods-in-Planung-10381210.html
  5. https://www.heise.de/news/Apple-Chips-von-Intel-Kleinere-Testproduktion-soll-angeblich-bereits-laufen-11294793.html
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Bluetooth-Lücke erlaubte Mitlauschen bei Beats-Stöpseln

Von Heise — 17. Juni 2026 um 10:47
Die Beats Studio Buds

Studio Buds: SDK erlaubte unerwünschte „Einwahl“.

(Bild: Apple)

Apple hat ein Loch in der Firmware eines Ohrhörers der Tochter Beats gestopft. Es ermöglichte Spionage und steckte in einem Third-Party-SDK.

Apples Beats-Ohrhörer der Variante Studio Buds [1], erschienen im Jahr 2021, enthielten eine gefährliche Sicherheitslücke. Laut Angaben von Apple selbst war es möglich, dass sich ein Angreifer in Bluetooth-Reichweite mit den Stöpseln verbinden konnte, um dann über das integrierte Mikrofon mitzulauschen. Es blieb zunächst unklar, ob dies auch in der Praxis geschah, also ein Exploit kursierte, oder es sich zunächst nur um ein theoretisches Problem handelte. Der Fehler steckte in einem Drittanbieter-SDK, das Apple für die Geräte genutzt hat. Damit die Lücke ausnutzbar wurde, mussten einige Voraussetzungen erfüllt sein – darunter die Tatsache, dass es noch kein Pairing der Stöpsel gegeben hatte und aktiv nach Pairing-Requests gesucht wurde. Es handelt sich also um eine typische „Aus der Verpackung genommen“-Situation.

Lücke steckt in quelloffenem SDK

Apple hat in der Nacht zum Mittwoch eine neue Firmware [2] verteilt, die die Lücke schließen soll. Der Hersteller nennt in einem Security-Dokument [3] lediglich die Studio Buds als betroffen; diese sind zum günstigen Preis von rund 80 Euro derzeit auch noch im Handel. Es gibt seit 2023 auch ein verbessertes Nachfolgemodell namens Studio Buds + [4], das Apple nicht erwähnt. Die neue, abgedichtete Firmware hört auf die Versionsnummer 1B211. Der Bug trägt die CVE-ID 2025-20701 [5] und steckt im Airoha-Bluetooth-Audio-SDK [6], das mit bestimmten Chipsätzen des Herstellers läuft – Apple bezeichnet es in seinem Sicherheitsdokument als „quelloffen“.

Die Lücke steckt noch in diversen weiteren Stöpseln und Kopfhörern [7], die nicht von Beats stammen; sie ist schon seit Mitte 2025 bekannt [8]. Warum Apple jetzt erst reagiert, bleibt unklar. Laut Airoha fehlt im Rahmen der Bluetooth-Verbindungsherstellung ein Authentifizierungsschritt (GATT), der eigentlich vorhanden sein müsste. Entdeckt wurde der Fehler von Dennis Heinze und Frieder Steinmetz von der deutschen Sicherheitsfirma ERNW GmbH aus Heidelberg. Airoha selbst ist eine Tochter des Chipherstellers MediaTek aus Taiwan.

Wie man an die neue Firmware kommt

Apples Firmware-Update für Audiogeräte lässt sich leider nach wie vor nicht erzwingen. Um auf die Firmware 1B211 zu kommen, müssen daher einige Schritte durchlaufen werden. Die automatische Aktualisierung läuft nur an, wenn die Studio Buds mit einem iPhone, iPad oder Mac verbunden sind und in der geschlossenen Hülle stecken.

Sie sollten am besten mit einem Ladegerät verbunden sein. Danach sollte man etwas warten. Die Firmware-Version lässt sich über die Systemeinstellungen überprüfen – jeweils im Bereich Bluetooth. Neben dem jeweiligen Gerät befindet sich ein Info-Knopf.


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  1. https://www.heise.de/tests/Beats-Studio-Buds-im-Kurztest-Kabelloser-Kompromiss-6289446.html
  2. https://support.apple.com/de-de/guide/beats/dev3381eab1b/web
  3. https://support.apple.com/en-us/127557
  4. https://www.heise.de/tests/Beats-Studio-Buds-im-Test-Beats-neue-AirPods-Alternative-9058720.html
  5. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/cve-2025-20701
  6. https://www.airoha.com/product-security-bulletin/2025
  7. https://insinuator.net/2025/06/airoha-bluetooth-security-vulnerabilities/
  8. https://www.heise.de/news/Zero-Day-Bluetooth-Luecke-macht-Millionen-Kopfhoerer-zu-Abhoerstationen-10457857.html
  9. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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heise+ | App to date: Updatest für den Mac im Test

Von Heise — 17. Juni 2026 um 08:00
Updatest auf dem Mac

Updatest auf dem Mac.

(Bild: Huge Ideas)

MacUpdater hat einen möglichen Nachfolger gefunden: Das Tool Updatest für macOS aktualisiert Apps und Homebrew-Pakete.

Wer unter macOS Programme von außerhalb des App Stores bezieht, muss deren Updates selbst im Blick behalten. Zwar weisen viele Programme schon beim Start auf Aktualisierungen hin, häufig passt der Zeitpunkt aber nicht. Wer sein System auf dem neuesten Stand halten will, muss zudem alle Apps einzeln starten.

Updatest durchsucht den Mac nach verfügbaren Aktualisierungen und kann sie größtenteils auch in einem Rutsch installieren. Es füllt damit die Lücke, die MacUpdater nach dem Ende der Weiterentwicklung Anfang 2026 hinterlassen hat. Das recht junge Tool zeigt sich mit einer moderneren, dreigeteilten Oberfläche und nistet sich auf Wunsch in der Menüleiste ein.

Im Hauptfenster listet Updatest nicht nur verfügbare Updates auf, sondern auch alle installierten Programme. Diese ordnet das Tool der jeweiligen Update-Quelle zu. So nutzen viele Entwickler das Sparkle-Framework, um beim Start nach Aktualisierungen zu suchen und die Installation anzustoßen.


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Kleine Reaktoren, große Versprechen: Katherina Reiches Atomwette

Von Telepolis — 17. Juni 2026 um 10:00
3D-Rendering eines SMR

3D-Rendering eines SMR

(Bild: Audio und werbung/Shutterstock.com)

Strahlende Zukunft oder gefährlicher Irrtum? Warum Ministerin Reiche vom Kernkraft-Comeback im Kleinformat träumt und ein positiver Ausgang offen ist.

Was Robert Habeck als Hemmschuh galt, gilt Katherina Reiche als Chance: Die Bundeswirtschaftsministerin (CDU) treibt die Prüfung [1] sogenannter Small Modular Reactors (SMR) [2], nuklearer Klein-Reaktormodule, als neuen Baustein der deutschen Energiepolitik zur Grundstromversorgung voran – und das mit bemerkenswerter strategischer Verve.

Ihr Amtsvorgänger Robert Habeck, bekennender Atomkraftgegner [3], schaltete die letzten deutschen Meiler nach einem "Streckbetrieb" [4] seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sukzessive ab – trotz anderslautender Fachreferentenvorschläge [5].

Die Union, damalig in der Opposition, forcierte daraufhin einen Bundestagsuntersuchungsausschuss [6] und warf Habeck vor, eine mögliche winterliche Energiemangellage bewusst riskiert zu haben. Doch dies waren späte Störgeräusche. Die Grundsatz-Debatte um die Kernkraft war, so glaubte man, beendet, denn am 15. April 2023 gingen mit Isar 2, Neckarwestheim 2 und Emsland die letzten drei Atomkraftanlagen vom Netz. [7] Nun also: alter Wein in neuen Schläuchen?

Münchner Zündung

Im Februar dieses Jahres kam es zu einem denkwürdigen Auftritt auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Im Rahmen des "Energy Security Hub" [8] – ausgerichtet von der BMW-Stiftung – trat Wirtschaftsministerin Reiche, ihres Zeichens diplomierte Chemikerin und Chemiker-Tochter, gemeinsam mit IAEA-Chef Rafael Grossi vor die Weltöffentlichkeit.

Grossi, sonst nur im Rampenlicht bei neuen Anschuldigungen gegen den Iran, war Beiwerk. Im Fokus stand die deutsche Ministerin. Zu diesem Zeitpunkt war sie bislang lediglich durch eine Teilnahme am Treffen der europäischen Nuklear-Allianz [9] als atomkraftfreundlich aufgefallen – jenes Treffen aus dem Sommer 2025 spielte jedoch in der medialen Öffentlichkeit kaum eine Rolle.

Die verbreitete Botschaft von München war eingehüllt in sicherheitspolitisches Vokabular: Energieressourcen, Resilienz, Schutz kritischer Infrastruktur. Reiche und Grossi spielten sich die Bälle zu, die Einigkeit war weitgehend [10]: Die Zukunft liege in einer "technologischen Diversifizierung", es sei an der Zeit, "neue Technologien in den Blick zu nehmen", so die Ministerin. Das Wort SMR fiel noch kaum.

Am 1. April – ein Scherz war es dennoch nicht –, ließ Reiche die Bombe konkret platzen [11]: Parallel zu Plänen für neue Gaskraftwerke erklärte sie, der Ausstieg aus der Atomkraft sei ein "schwerer Fehler" gewesen, und forderte eine Rückkehr – offen gegen die bisherige Linie ihres Parteikollegen und Kanzlers Friedrich Merz, der Atomkraft bislang ablehnte. [12] Nicht in Form der alten Großkraftwerke – sondern als Atomkraftwerke im Miniaturformat.

Gaskraftwerke und Gigawatt-Poker

Reiches Strategie fußt zunächst auf fossilen Fundamenten. Die Große Koalition plante ursprünglich mindestens 20 Gigawatt starke neue Gaskraftwerke [13] – nach zähem Ringen mit der EU-Kommission einigte man sich auf Ausschreibungen für 12 Gigawatt Leistung [14], davon rund 10 Gigawatt klassische Kraftwerkskapazität.

Nach Reuters-Schätzungen könnten allein die neuen Kapazitätszahlungen die Stromkunden ab 2031 bis zu 3 Milliarden Euro jährlich kosten [15]. Das Wirtschaftsministerium verweist demgegenüber auf Netzstabilität und Versorgungssicherheit [16] als zentrale Begründung.

Zur Beruhigung der Kritiker wurde vorab lanciert, dass die Kraftwerke zunächst Erdgas nutzen, später auf Wasserstoff umgestellt und bis [17]2045 vollständig dekarbonisiert betrieben werden sollen.

Präventive Protestvorverteidigung – mit begrenztem Erfolg. Während Energiekonzerne aufs Tempo drücken wollen [18], werfen die SPD wie Umweltverbände Reiche vor, den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen. Dr. Nina Scheer [19], SPD-Bundestagsabgeordnete und damit Teil der Regierungskoalition,nannte [20]die Pläne einen "Bremser" statt einen "Erneuerbaren-Booster".

Klein, modular, preiswert?

Ergänzend zu den Gaskraftwerken plädiert Reiche als zukünftige dritte Säule für SMR, Small Modular Reactors [21]. Der Begriff steht für Kernreaktoren mit einer elektrischen Leistung von meist bis zu 300 Megawatt [22], die modular aufgebaut und in Fabriken vorgefertigt werden sollen. Normale Kernkraftwerke leisten 1.000 bis 1.600 Megawatt und benötigen durchschnittlich ein Jahrzehnt Bauzeit. SMR sollen schneller produziert und flexibel transportiert werden sowie verschiedene Module miteinander koppeln [23] können.

Die Befürworter führen ins Feld [24]: kürzere Bauzeiten durch Serienfertigung, geringere Anschubfinanzierung, vollkommen flexible Standortwahl, CO2-armer Strom, wetterunabhängige Netzstabilität. Theoretisch überzeugend, in der Praxis jedoch kaum belegt.

Kinderschuhe, Kostenprobleme, Kernmüll

Nahezu alle weltweiten SMR-Projekte befinden sich im Projektierungs-, Genehmigungs- oder Demonstrationsstadium. Die US-amerikanische Nuklearaufsicht verweist darauf, dass SMR zwar Serienfertigungsvorteile versprechen, aber unter dem Nachteil geringerer Skaleneffekte leiden [25]. Das prominenteste US-Projekt, NuScale, wurde aus Kostengründen eingestellt. Deutsche wirtschaftliche Vorteile konnten bisher nicht praktisch nachgewiesen werden.

Schwerer noch wiegt die Endlagerfrage. Eine Übersicht in der Fachzeitschrift Progress in Nuclear Energy kommt zum Ergebnis, dass einige SMR-Konzepte pro erzeugter Strommente sogar mehr radioaktive Abfälle erzeugen können [26] als heutige große Druckwasserreaktoren, zudem wird noch erforscht, inwiefern sich derlei Müll von Bisherigem ausdifferenziert. Eine gesellschaftlich akzeptierte Lösung [27] für sichere Endlagerung fehlt – in Deutschland wie weltweit.

Hinzu kommt: [28] Mehrere kleinere Reaktoren über das Bundesgebiet verteilt bieten in Spannungs- oder Kriegslagen eine kaum zu schützende Zielkulisse.

Zu spät

Der kritischste Punkt aber ist zeitlicher Natur. Mit Ausnahme des schwimmenden russischen Kraftwerks Akademik Lomonossow [29] in Tschukotka – in Art und Bauweise für Deutschland unvergleichbar – existieren weltweit so gut wie keine praktischen Erfahrungen im Betrieb.

China betreibt mit dem HTR-PM einen vielversprechenden Demonstrator. Doch das jüngste westliche SMR-Projekt, Rolls-Royce in Schweden [30], sieht den ersten Reaktor frühestens Mitte der 2030er Jahre vor – obwohl der Planungsprozess bereits über vier Jahren vor deutschen Ideen begann.

Selbst wenn Berlin morgen beschließen würde, alle energiepolitischen Ressourcen in SMR zu lenken: Genehmigung, Rechtsrahmen, Standortsuche und Bau würden länger dauern als das verbleibende Zeitfenster bis 2035. Für die Klimaziele 2030 sind SMR definitiv zu spät, die Zielmarke 2035 muss bezweifelt werden. Zumal die ambitionierten Pläne davon abhängen, dass die Merz-Regierung politisch überlebt und eine Nachfolgeregierung derlei Konzeption mitträgt.

Kulturkampf statt Klimapolitik

Reiche betont zwar gelegentlich, man halte an den Erneuerbaren als "erster Säule" fest – kündigt zusätzliche Investitionen in Windkraft an [31] – und wolle Gas als Brückentechnologie sowie SMR lediglich als Ergänzung. Doch gleichzeitig stellt sie die EU-Klimaziele für 2050 offen infrage [32].

Die Kosten derlei strategischer Kehrtwendungen tragen am Ende die Stromkunden.

Insgesamt wirkt die SMR-Debatte weit weniger wie eine Technikdebatte als wie ein konservativer Kulturkampf über die Energiewende. Durch diesen Kniff verschiebt Reiche die Debatte von der Klima- in die Industriepolitik, Priorität Wettbewerbsfähigkeit.

Der Diskurs um "Technologieoffenheit" kommt deutlich zu spät und fokussiert auf eine riskante Atomwette, die konsequente Energiewende wird verlangsamt, Klimaziele verwässert, die Gasabhängigkeit zementiert. Wer dafür die Zeche zahlt, dürfte nicht lange eine offene Frage bleiben.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.focus.de/earth/katherina-reiche-plant-deutschlands-rueckkehr-zur-atomkraft_7bcb779b-beb7-489d-a305-cb611b62235e.html
  2. https://www.siemens-energy.com/de/de/home/press-releases/factsheet---small-modular-reactors--smr-.html
  3. https://www.berliner-zeitung.de/article/habeck-geheime-akw-akten-beamte-manipulierten-dokumente-um-atomausstieg-durchzusetzen-2209061
  4. https://www.businessinsider.de/wirtschaft/nach-veroeffentlichung-interner-unterlagen-habeck-verteidigt-akw-aus/
  5. https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article242190930/Habeck-unter-Druck-Was-am-Atom-Skandal-wirklich-dran-ist.html
  6. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/habeck-akw-taeuschen-100.html
  7. https://www.tagesschau.de/inland/atomkraftwerke-stilllegung-105.html
  8. https://www.bmw-foundation.org/events/Energy-Security-Hub-2026
  9. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/atomkraft-reiche-100.html
  10. https://background.tagesspiegel.de/energie-und-klima/briefing/reiche-resilienz-durch-kleine-reaktoren
  11. https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101195458/gas-abhaengigkeit-reiche-warnt-und-fordert-rueckkehr-zur-atomkraft.html
  12. https://www.zeit.de/politik/2026-04/atomkraft-friedrich-merz-bundeskanzler-ausstieg-energieprobleme-jens-spahn
  13. https://www.welt.de/politik/deutschland/article256199988/Katherina-Reiche-Planen-einen-Suedbonus-Reiche-setzt-auf-neue-Gaskraftwerke.html
  14. https://www.reuters.com/business/energy/germany-tender-12-gigawatts-new-power-plant-capacity-2026-202-01-15
  15. https://www.onvista.de/news/2026/05-13-bund-beschliesst-neue-gas-kraftwerke-milliardenkosten-fuer-stromkunden-0-20-26511722
  16. https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/01/20260115-grundsatzeinigung-mit-europaeischen-kommission-ueber-eckpunkte-der-kraftwerksstrategie.html
  17. https://h2-news.de/politik/deutschland-und-eu-einigen-sich-auf-kraftwerksstrategie/
  18. https://www.welt.de/regionales/nrw/article6979f9f255dd99352277a919/rwe-chef-mahnt-tempo-fuer-neue-gaskraftwerke-an.html
  19. https://www.nina-scheer.de/
  20. https://www.nina-scheer.de/2026/04/22/nina-scheer-ressortabstimmung-zu-energiegesetzen-verlangt-grundlegende-aenderungen-fuer-erneuerbare-booster-statt-bremsen-aktuelle-ausgestaltung-ist-kapitulationserklaerung-vor-realen-anforderungen/
  21. https://de.wikipedia.org/wiki/Small_Modular_Reactor
  22. https://www.oecd.org/en/publications/small-modular-reactors_18fbb76c-en.html
  23. https://en.wikipedia.org/wiki/Small_modular_reactor
  24. https://world-nuclear.org/information-library/nuclear-power-reactors/small-modular-reactors/small-modular-reactors
  25. https://www.reuters.com/business/energy/us-approves-bigger-nuclear-reactor-design-nuscale-document-says-2025-05-29/
  26. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0149197026000041
  27. https://www.n-tv.de/panorama/Stadt-Ahaus-gibt-Widerstand-gegen-Einlagerung-von-Atommuell-auf-id30959710.html
  28. https://energy.ec.europa.eu/topics/nuclear-energy/small-modular-reactors/small-modular-reactors-explained_en?prefLang=mt
  29. https://www.nsenergybusiness.com/projects/akademik-lomonosov-floating-npp/
  30. https://www.theguardian.com/environment/2025/jan/15/a-viable-business-rolls-royce-banking-on-success-of-small-modular-reactors
  31. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/windenergie-an-land-ausbau-katherina-reiche-cdu
  32. https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/bundeswirtschaftsministerin-katherina-reiche-eu-klimaziel-zweifel

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Atomschirm nur gegen Rafale-Kauf: Jordan Bardellas neue Bedingung an Europa

Von Telepolis — 17. Juni 2026 um 09:00
Ein Rafale-Kampfjet auf einer Startbahn, mit Bäumen im Hintergrund.

(Bild: Strikernia / Shutterstock.com)

Alle acht Partnerländer haben F-35 bestellt – auch Deutschland und Polen. Jordan Bardella stellt sie jetzt vor die Wahl: amerikanischer Jet oder Atomschutz.

Jordan Bardella, der 30-jährige Chef des Rassemblement National und derzeit wahrscheinlichster RN-Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2027, hat Europas Sicherheitsdebatte mit einer bemerkenswerten Forderung aufgemischt: Wer unter Frankreichs nuklearen Schutzschirm schlüpfen wolle, müsse zunächst aufhören, amerikanische F-35-Kampfjets zu kaufen – und stattdessen auf französische Rafale-Maschinen umsteigen.

Das sagte er gegenüber dem französischen Sender LCI [1] und wiederholte es in einem ausführlichen Interview mit [2] Politico.

Die Bedingung trifft auf ein konkretes Problem: Alle neun europäischen Staaten, die derzeit mit Paris über nukleare Zusammenarbeit verhandeln – Großbritannien, Deutschland, Polen, Griechenland, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden und Norwegen –, haben den F-35 von Lockheed Martin bestellt.

Griechenland ist das einzige darunter, das zusätzlich Rafale-Jets betreibt.

Bardellas Forderung könnte damit die Begeisterung für Frankreichs Nuklearinitiative erheblich dämpfen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat.

Der polnische General sagt, was Macron und Bardella verschweigen

Wie wenig Substanz hinter dem französischen Angebot stecken könnte, macht ein polnischer Spitzenmilitär deutlich.

General Leon Komornicki, ehemaliger stellvertretender Generalstabschef der polnischen Streitkräfte, nannte die Initiative im Gespräch mit dem Portal [3] Interia eine "Täuschung" und "keine Abschreckung".

Sein Kernargument: Die Entscheidung über den Einsatz französischer Atomwaffen liegt ausschließlich beim Präsidenten in Paris. Kein Partnerland erhält Mitspracherecht, kein Verbündeter bekommt eigene Trägersysteme.

Komornicki zog dabei einen bitteren historischen Vergleich. Zu Zeiten des Warschauer Pakts hätten sich sowjetische Atomwaffen auf polnischem Gebiet befunden, und die polnische Armee habe immerhin eigene Trägersysteme für die Sprengköpfe genutzt.

"Hier hingegen müssen wir französische Trägersysteme nutzen. Sie stellen uns keine Sprengköpfe zur Verfügung, sondern wir dürfen lediglich deren Potenzial nutzen", erklärte er. Das sei weniger als das, was Polen im Kalten Krieg gehabt habe.

Atomschirm gegen Kampfjet-Deals – Bardellas Tauschhandel

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die Initiative zur "vorverlegten Abschreckung" (dissuasion avancée) in einer Rede auf dem Stützpunkt Île Longue in der Bretagne [4] vorgestellt und dabei angekündigt, die Zahl der Atomsprengköpfe im französischen Arsenal zu erhöhen.

Acht Staaten – Großbritannien, Deutschland, Polen, Griechenland, die Niederlande, Belgien, Dänemark und Schweden – beteiligten sich anfangs an Gesprächen über gemeinsame Nuklearübungen, Informationsaustausch und die mögliche vorübergehende Stationierung atomwaffenfähiger Rafale-Jets in Partnerländern.

Norwegen schloss sich später an und schloss Ende Mai sogar ein eigenes bilaterales Verteidigungsabkommen mit Paris [5], das sogenannte Narvik-Abkommen.

Bardella stellt diese Kooperation nun unter eine industriepolitische Bedingung. In seinem Politico-Interview formulierte er es unmissverständlich: "Kauft Rafales statt F-35, damit ihr euch der Extraterritorialität der USA entzieht".

Für Polen, das 32 F-35A bestellt hat und die ersten drei Maschinen bereits Ende Mai 2026 in Łask empfangen hat, käme ein solcher Schwenk einer rüstungspolitischen Kehrtwende gleich.

Artur Kacprzyk, Analyst am Polnischen Institut für Internationale Angelegenheiten (PISM), ordnete die Lage gegenüber Interia nüchterner ein: Frankreichs Angebot könne die Sicherheit erhöhen und "Russlands Kalkulationen erschweren", sei aber weder eine Garantie noch eine Alternative zur US-Abschreckung in der Nato.

Zwar komme ein massiver französischer Atomschlag auf Russland als Reaktion auf einen Angriff auf Polen nicht in Frage – doch "ein begrenzterer Gegenschlag wäre nicht mehr ausgeschlossen", so Kacprzyk, besonders dann nicht, wenn französische Soldaten durch einen russischen Atomschlag ums Leben gekommen seien.

Der Knopf bleibt in Paris – und das ändert alles

Der zentrale Unterschied zur amerikanischen Nuklearstrategie ist laut Łukasz Maślanka, Analyst am polnischen Zentrum für Oststudien (OSW), folgender: Die USA erklären ausdrücklich, dass ihre Atomwaffen die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten schützen.

Die französische Doktrin geht dagegen von "vollständiger Souveränität" aus, wie Maślanka gegenüber [6] Rzeczpospolita erklärte. Die bloße Existenz des französischen Arsenals stärke zwar die Sicherheit der Verbündeten, biete diesen aber weder Garantien noch einen Schutzschirm im amerikanischen Sinne.

General Komornicki warnte zudem vor den versteckten Kosten des Angebots. "Die Franzosen werden im Gegenzug natürlich bestimmte Vorteile erwarten", sagte er und verwies auf geplatzte Rüstungsverträge wie die Caracal-Hubschrauber.

Bardellas Rafale-Forderung sei letztlich die offene Version dessen, was Paris schon länger leise verfolge. Sein Rat an Warschau: "auf drei Klavieren spielen" – dem europäischen, dem amerikanischen und dem eigenen, gestützt auf eine Allianz mit Nachbarstaaten wie Finnland, den baltischen Ländern und Rumänien.

Berlin, Warschau, Den Haag – wer jetzt vor harten Entscheidungen steht

Auch für Deutschland hat Bardellas Positionierung Konsequenzen. Berlin hat 35 F-35 bestellt und müsste sich fragen, ob ein Präsident Bardella den Zugang zur französischen Nuklearinitiative tatsächlich an den Kauf von Rafale-Jets koppelt.

Gleichzeitig nannte Bardella das Scheitern des deutsch-französischen Kampfjetprojekts FCAS [7] ein "persönliches Versagen" Macrons – eine bemerkenswerte Schuldzuweisung, zumal der RN das Programm von Anfang an bekämpft hatte. Deutschland hat inzwischen [8] eine eigene Luftfahrtstrategie vorgelegt, die einen klaren Führungsanspruch formuliert.

Parallel zu seinen rüstungspolitischen Vorstößen macht Bardella auch in der EU-Haushaltspolitik Druck. Er will Frankreichs Nettobeitrag zum EU-Haushalt einseitig halbieren [9] – von bis zu 15 Milliarden auf rund 7,5 Milliarden Euro.

Zugleich ermittelt die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) gegen ihn wegen des Verdachts auf Zweckentfremdung von 130.000 Euro [10] an EU-Mitteln für Medientrainings während des Präsidentschaftswahlkampfs 2022. Bardella wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer "falschen Anschuldigung".

7. Juli – an diesem Tag entscheidet sich Europas Sicherheitsarchitektur

Ob Bardella tatsächlich als Präsidentschaftskandidat antritt, hängt vom Berufungsurteil gegen Marine Le Pen am 7. Juli ab. Bestätigt das Gericht ihr fünfjähriges Ämterverbot, dürfte der 30-Jährige sie ersetzen – in Umfragen liegt er bereits vorn.

Was das für die europäische Sicherheitsarchitektur bedeutet, lässt sich an einer einzigen Zahl ablesen: Neun Staaten verhandeln derzeit mit Paris über nukleare Zusammenarbeit. Alle davon haben F-35 bestellt.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.politico.eu/article/bardella-wants-european-countries-to-buy-french-warplanes-to-join-nuclear-club/
  2. https://www.politico.eu/article/jordan-bardella-france-far-right-frontrunner-donald-trump-nato-future-of-eu/
  3. https://wydarzenia.interia.pl/kraj/news-francja-oferuje-polsce-odstraszanie-nuklearne-general-nie-ma,nId,22614818
  4. https://www.elysee.fr/en/emmanuel-macron/2026/03/02/visit-to-the-ile-longue-operational-base
  5. https://www.heise.de/tp/article/Narvik-Abkommen-Wie-Norwegen-auf-Frankreichs-Atomschirm-setzt-11309741.html
  6. https://radar.rp.pl/innowacje-w-armiach/art43907341-czyj-parasol-nuklearny-nad-polska-ekspert-obala-mity
  7. https://www.heise.de/tp/article/FCAS-Kampfjetprojekt-gescheitert-Europa-verliert-sein-groesstes-Ruestungsvorhaben-11323048.html
  8. https://www.heise.de/tp/article/Kampfjet-Knall-Berlin-serviert-Paris-ab-und-will-jetzt-die-Luft-Fuehrung-11327680.html
  9. https://www.heise.de/tp/article/RN-Chef-Jordan-Bardella-Frankreich-soll-EU-Beitrag-um-Milliarden-kuerzen-11334149.html
  10. https://www.thelocal.fr/20260507/eu-prosecutors-probe-alleged-misuse-of-funds-linked-to-french-far-right-leader-bardella-sources-report

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Lieferando, Wolt & Uber Eats: Kommt jetzt die Pflicht zur Festanstellung?

Von Telepolis — 17. Juni 2026 um 08:00
Pinzette greift Plättchen mit Arbeiter-Logo heraus

Die EU-Richtlinie zur Plattformarbeit setzt Lieferdienste unter Druck. Die Gewerkschaft NGG fordert nun ein striktes Direktanstellungsgebot.

Die Digitalisierung kann dazu führen, dass manche Beschäftigte gar keinen Arbeitsvertrag mehr haben. Vielmehr arbeiten sie selbständig und stehen unter massivem Druck – sei es bei der Bezahlung als Fahrer für Lieferdienste, sei es als Hochqualifizierte, die fachlich auf dem Laufenden bleiben müssen und sich eigenständig um ihre Weiterbildung kümmern. Lieferdienste wie Lieferando sind ein Paradebeispiel für Plattformökonomie.

Lieferando & Co.: Wenn die App zum Chef wird

Ein digitaler Marktplatz bearbeitet Kundenanfragen, eine App koordiniert das gesamte Geschäft in Echtzeit. Ein Algorithmus weist Fahrern automatisiert Aufträge zu, berechnet Routen, schätzt Lieferzeiten und bewertet die Leistung der Fahrer.

Internet-Plattformen werden auch zur Verteilung von Arbeit bei verschiedenen Unternehmen genutzt. Dies wird zunehmend von Personalvermittlern als großes Geschäftsfeld entdeckt.

"Crowdworking bedeutet einfach erklärt, dass Mitglieder einer offenen und unabhängigen Freelancer-Community (die 'Crowd') nach Bedarf und Auslastung bestimmte Arbeiten übernehmen ('Working'). Es handelt sich um eine spezifische Form von Outsourcing, bei der eine Vielzahl von einzelnen Dienstleistern einen oder mehrere feste Geschäftspartner ersetzt. Man spricht daher auch von Crowdsourcing.

Organisiert wird die Zusammenarbeit über Crowdworking-Plattformen, die wie digitale Arbeitsbörsen funktionieren: Unternehmen stellen konkrete Anfragen bzw. Angebote ein, auf welche sich die dort registrierten Mitglieder direkt bewerben können."

Randstad HR-Portal [1]

Der Ursprung bei Amazon: Wie der Tech-Riese die Arbeit digitalisierte

Im großen Stil eingeführt hat das Geschäftsmodell der Versandkonzern Amazon – dort wurden ab 2005 interne Aufgaben vergeben, die Algorithmen damals nicht zuverlässig bewältigen konnten, etwa die Prüfung und Bereinigung von Produktdaten. Dazu mussten hunderttausende Einträge bearbeitet werden.

Doch kein Algorithmus konnte die Informationen so zuverlässig und schnell der CD-Hülle entnehmen wie ein Mensch. Also entwickelte der Tech-Konzern eine Plattform, die Menschen wie ein Computerprogramm einsetzt, um die Angaben zu digitalisieren. So entstand Amazon Mechanical Turk.

Heute werben Anbieter mit Vorteilen für die Unternehmen [2], die sogenannten "Auftraggeber":

"Mit überschaubarem Aufwand erhalten sie Lösungen oder zumindest Vorschläge junger Kreativer, können Produkte und Services verbessern, kurzfristig freie Mitarbeiter:innen engagieren, Trends identifizieren, wertvolles Feedback erhalten und Ideen sammeln."

Arbeiten auf eigene Gefahr: Keine Rente, kein Krankengeld

Der Vorteil dieser Verlagerung der Arbeit für die Unternehmen liegt auf der Hand. Crowdworker werden als Selbstständige eingesetzt. Sie müssen im Krankheitsfall auf Lohn verzichten, Zahlungen an die Rentenversicherung erfolgen generell nicht. Bezahlte Überstunden fallen weg.

Dabei steigt der Bedarf an diesen Fachleuten. Aktuelle Analysen zeigen, dass der "Bedarf an qualifizierten und kompetenten Crowdworker:innen zur Erfüllung hochqualifizierter Aufträge weiter steigen wird". Das berichtet der Professor für Entwicklungsstudien an der Autonomen Universität Zacatecas (Mexiko) Dario Azzellini in einem Beitrag des Buches "Crowdwork als Beruf? [3]".

Zu den anspruchsvollen Tätigkeiten zählen Softwareentwicklung und Programmierung, auch für komplexe Systemtests zur Qualitätssicherung. Neben "Data Cleaning", der Strukturierung unformatierter Datensätze, sind dies auch Übersetzungen, die Erstellung von Grafiken oder Marktforschung.

"Wie die Untersuchung zeigt, bieten zahlreiche Crowdwork-Plattformen in zunehmendem Umfang komplexere Dienstleistungen für Unternehmen an, die über die Vermittlung einzelner Freelancer hinausgehen. Sie reichen von der Übernahme der Auswahlverfahren von Freelancern, ihrer Betreuung und der Auftragsabrechnung bis hin zur Organisation ganzer Kampagnen oder Abteilungen."

Dario Azzellini

Konkurrenzkampf bei IT-Freelancern: Weiterbildung als Privatberufung

Hochqualifizierte Crowdworker müssen verfügbar sein, wenn Anfragen erfolgen – und werden in vielen Sparten internationaler Konkurrenz ausgesetzt.

"Crowdworker stehen untereinander im Wettbewerb, nur der schnellste oder beste Crowdworker wird vergütet", bemängelt [4] das "Institut für angewandte Arbeitswissenschaft" (ifaa).

Die Tätigkeiten und die Suche nach Arbeit erfordern eine "erhöhte Selbstdisziplin im Arbeitsprozess sowie eine weitgehende Selbst-Rationalisierung des eigenen Lebens, die erweiterte Selbst-Ökonomisierung durch ständige Selbstoptimierung und die Eigenvermarktung ihrer Arbeitskraft (ähnlich einer Ware) zeigen", betont Dario Azzellini.

Plattformen können Accounts oft willkürlich sperren oder Aufträge verweigern. Weiterbildung ist ein Schlüssel, um beim technologischen Wandel mithalten zu können. Anforderungen an fast alle Berufe wandeln sich rasant, der Umgang mit neuen Technologien führt zu häufigen Veränderungen. Oft bleibt aber die Weiterbildung Sache der Arbeitenden [5], die Arbeitsvermittler per Internet unterstützen kaum.

"Alle Studien stimmen darin überein, dass Crowdworker:innen kaum Zugang zu institutionellen Angeboten beruflicher Fortbildung haben und weitgehend auf sich allein gestellt sind."

Dario Azzellini

Streik bei Lieferando: Zwingt die EU Wolt & Uber Eats zur Festanstellung?

Die Problematik ist auch Thema auf europäischer Ebene. Die EU-Richtlinie zur Plattformarbeit muss von den Mitgliedstaaten bis zum 2. Dezember 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. Die neuen Regeln zielen darauf ab, den Arbeitnehmerstatus von Plattformbeschäftigten sicherzustellen und für mehr Transparenz bei automatisierten Entscheidungssystemen zu sorgen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert ein Direktanstellungsgebot bei Lieferdiensten, um im Sinne der Richtlinie zu handeln. Die Vorgabe zur Direktanstellung könnte verhindern, dass die Firmen die Einstellung mit einem Arbeitsvertrag und die daraus hervorgehenden arbeitsrechtlichen Pflichten per Crowdworking verlagern oder Subunternehmen überlassen.

Wolt, Uber Eats und Lieferando müssten dann die Kurierfahrer selbst anstellen. Bereits heute gibt es vergleichbare Regelungen, denn seit mehr als fünf Jahren sind Werkverträge und Leiharbeit in den Kernbereichen der Fleischwirtschaft verboten [6].

"Wir fordern ein Ende der Subunternehmerketten, damit wir ein Mindestmaß an gewerkschaftlicher Mitbestimmung und Arbeitssicherheit durchsetzen können", sagt Gewerkschaftssekretär Veit Groß [7] gegenüber der Tageszeitung nd.

Die NGG hat die Lieferando-Fahrer in Berlin im Mai zu einem Warnstreik aufgerufen, wie bereits im vergangenen Herbst. Die Gewerkschaft kritisiert, dass das Unternehmen mit Desinformation gegen seine Beschäftigten vorgegangen sei. Gesetzliche Forderungen erfordern einen langen Atem.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.randstad.de/hr-portal/personalmanagement/crowdworking/
  2. https://www.sigel-office.com/de/magazin/crowdworking-vernetzt-zusammenarbeiten-so-flexibel-es-geht/
  3. https://shop.budrich.de/produkt/crowdwork-als-beruf/
  4. https://www.arbeitswissenschaft.net/angebote-produkte/zahlendatenfakten/crowdworking
  5. https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/108879/ssoar-2026-buchter_et_al-Crowdwork_als_Beruf_Subjektivierung_Kompetenzerwerb.pdf
  6. https://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2020/mehr-arbeitsschutz-und-hygiene-in-der-fleischwirtschaft.html
  7. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1199906.arbeitsbedingungen-lieferdienste-beschaeftigte-streiken-berliner-koalition-kneift.html

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Meta-Harness für KI-Agenten: Databricks veröffentlicht Omnigent als Open Source

Von Heise — 17. Juni 2026 um 11:34
Roboter mit der Hand am Mund, um ihn herum ganz viele digitale Schriftzüge mit dem Wort

(Bild: Jirsak / Shutterstock.com)

Der Meta-Harness Omnigent vereint KI-Agenten wie Claude Code und Codex unter einer gemeinsamen Policy- und Kollaborationsschicht – unter Apache-2.0-Lizenz.

Databricks hat mit Omnigent ein neues Open-Source-Werkzeug vorgestellt, das als sogenannter Meta-Harness über bestehenden KI-Agenten [1] wie Claude Code, Codex oder eigenen, in YAML-definierten Agenten sitzt. Das unter der Apache-2.0-Lizenz veröffentlichte Projekt soll eine einheitliche Schicht für Komposition, Governance und Zusammenarbeit bei Multi-Agenten-Workflows bereitstellen. Omnigent richtet sich damit an Engineering-Teams, die heterogene Agenten-Set-ups zentral steuern wollen, statt für jeden Provider eigene Integrations- und Sicherheitslösungen zu pflegen.

Wie das Unternehmen in seinem Blogbeitrag zur Vorstellung von Omnigent [2] erläutert, stammt die Motivation aus der eigenen praktischen Arbeit mit Agenten in einem rund 5000-köpfigen Engineering-Team sowie aus tausenden Agentenprojekten für Kunden. Die Erkenntnis: Der entscheidende Fortschritt beim Agent-Engineering verschiebt sich vom einzelnen Modell hin zu Teams aus spezialisierten Agenten. Anthropic etwa setze für sein Research-Produkt auf einen Lead-Agenten mit parallelen Sub-Agenten. Die auf KI für die Rechtsbranche zugeschnittene Anwendung Harvey kombiniere ein Open-Source-Worker-Modell mit einem Frontier-Advisor und sei so in der Lage, ein einzelnes Frontier-Modell in puncto Qualität und Kosten zu schlagen. Databricks selbst lässt sein Produkt Genie [3] unterschiedliche LLMs für Planung, Suche und Codegenerierung nutzen.

Architektur: Runner, Server und einheitliche API

Omnigent kapselt beliebige Agenten – ob terminalbasierte Coding-Harnesses wie Claude Code, Codex, Pi und Cursor oder SDK-basierte wie OpenAI Agents und Claude SDK – in einem sogenannten Runner mit Sandbox-Session und einheitlicher API. Der Datenaustausch folgt einem simplen Prinzip: Nachrichten und Dateien fließen hinein, Textstreams und Tool-Calls heraus. Ein zentraler Server stellt darüber hinaus Policies, das Session-Management und Sharing-Funktionen bereit. Sessions lassen sich über das Terminal, lokale Web-UI (standardmäßig unter http://localhost:6767), eine macOS-Desktop-App, mobile Browser und APIs parallel nutzen.

Der Vorteil gegenüber etablierten Orchestrierungstools liegt Databricks zufolge in der strikten Trennung von Geschäftslogik und Governance. Klassische Agentenplattformen koppeln Sicherheitslogik meist eng an Prompts oder den Code eines spezifischen Frameworks. Omnigent verlagert Policies auf die Meta-Ebene – sie gelten konsistent über alle angebundenen Harnesses und Modelle hinweg, unabhängig davon, ob ein Team gerade Claude Code, Codex oder einen eigenen Runtime-Agenten nutzt. Agenten werden deklarativ in YAML-Dateien definiert, ein Harness- oder Modellwechsel ist mit einer einzigen Zeilenänderung möglich. Das Omnigent-GitHub-Repository [6] enthält neben dem Quellcode auch Beispielagenten für typische Coding-Workflows.

Feingranulare Policies für regulierte Umgebungen

Besonders ausführlich dokumentiert Databricks die Built-in-Policies für Sicherheit und Kostenkontrolle [7]. Anders als einfache Allow/Deny-Mechanismen verfolgen diese dynamisch den Sitzungszustand und treffen kontextabhängige Entscheidungen. So kann eine Policy beispielsweise erzwingen, dass ein Agent nach dem Download eines neuen npm-Pakets vor einem git push eine Bestätigung durch einen Menschen einholen muss.

Für den Einsatz in regulierten Branchen sind die Policies granular konfigurierbar: Die Richtlinie enforce_sandbox erlaubt es, für Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen unterschiedliche Sandbox-Konfigurationen mit spezifischen Dateipfaden, Netzwerkregeln und Schreibrechten durchzusetzen. Dedizierte Policies für GitHub, Google Drive, Gmail und Google Calendar definieren im Detail, welche Repositories, Branches, Dateien oder E-Mail-Operationen ein Agent nutzen darf – etwa nur Lesezugriff in Prod-Repos oder E-Mail-Entwürfe ohne Sendeerlaubnis. Die Policy deny_pii_in_llm_request scannt ausgehende Nachrichten auf personenbezogene Daten und blockiert oder setzt ein Flag vor dem LLM-Aufruf – ein Baustein für DSGVO-konforme Setups. Hinzu kommen Risikoscores, die anhand von Tool-Aufrufen und Sensitivitätslabels einen kumulierten Wert aufbauen und ab einem konfigurierbaren Schwellenwert die Freigabe durch einen Menschen verpflichtend machen.

Kostenkontrolle und Anbieterunabhängigkeit

Auf der Dokumentationsseite zu den Cost-Control-Policies [8] finden sich Mechanismen, die kumulative LLM-Kosten pro Session oder pro Nutzer über alle Sessions hinweg verfolgen. Bei einem als weich definierten Schwellenwert fragt die Policy cost_budget nach und blockiert teure Modelle aber beim Überschreiten eines harten Limits. So lässt sich beispielsweise ein Agent nach jeweils 100 US-Dollar angefallenen LLM-Kosten anhalten. Die Richtlinie deny_trivial_to_expensive_model stuft Anfragen automatisch in trivial versus komplex ein und routet einfache Tasks weg von teuren Modellen.

Dieser Routing-Mechanismus unterstützt zugleich eine Multi-Provider-Strategie. Omnigent bringt keine eigenen LLMs mit, sondern arbeitet mit vorhandenen Credentials – von direkten API-Keys über Cloud-Gateways bis hin zu On-Premises-Clustern. In der Dokumentation zu den Custom Agents [9] zeigt sich, dass ein Modellwechsel in der YAML-Konfiguration nur eine einzige Zeile betrifft. Für Unternehmen, die derzeit stark von einem einzelnen LLM-Provider abhängig sind, reduziert das den Lock-in: Sessions, Policies und Skills sind an die Meta-Harness-Schicht gebunden, nicht an ein bestimmtes Modell. Investitionen in Governance und Sicherheitsrichtlinien bleiben bei einem Providerwechsel erhalten.

Vom einzelnen Entwickler bis zum Konzern

Die Installationswege reichen vom Shell-Skript und pip install 'omnigent' über Homebrew bis zur Git-Installation. Vorausgesetzt werden Python 3.12 oder neuer, Node.js 22 LTS, git und tmux; unter Linux zusätzlich bubblewrap für das OS-Sandboxing, macOS nutzt seatbelt. Für kleine Teams genügt laut Databricks eine lokale Installation mit eigenen API-Keys und einer optionalen Cloud-Sandbox über Modal oder Daytona. Mittelgroße Engineering-Teams können einen zentral bereitgestellten Omnigent-Server auf Fly.io oder Railway betreiben, angebunden an SSO und interne LLM-Gateways, mit differenzierten Richtlinien je nach Projekt und Umgebung.

Für größere Enterprise-Set-ups mit potenziell hunderten Agenten sieht die Architektur mandantenfähige Serverinstanzen vor. Standardisierte YAML-Agent-Definitionen lassen sich versioniert über Git ausrollen, während zentrale Security-Teams Policies wie PII-Filter, Sandbox-Erzwingung und Risikoscores vorgeben. Die Kollaborationsfunktionen – Live-Sessions per URL teilen, gemeinsamer Dateisystem-Workspace, Echtzeit-Kommentare – sind dabei von Anfang an integriert, statt sie nachträglich aufzusetzen. Konkrete Referenz-Deployments in dieser Größenordnung dokumentiert Databricks allerdings bislang nicht.

Omnigent befindet sich in einem frühen Stadium. Unternehmen sollten den Einsatz zunächst in weniger kritischen Umgebungen erproben und eigene Code-Audits sowie die Integration in bestehendes Monitoring einplanen.


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  1. https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
  2. https://www.databricks.com/blog/introducing-omnigent-meta-harness-combine-control-and-share-your-agents
  3. https://www.heise.de/news/Databricks-legt-Genie-Code-vor-Ein-KI-Agent-soll-Datenteams-die-Arbeit-abnehmen-11209152.html
  4. https://www.data2day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_data2day.empfehlung-ho.link.link&LPID=34380
  5. https://www.data2day.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_data2day.empfehlung-ho.link.link&LPID=34380
  6. https://github.com/omnigent-ai/omnigent
  7. https://omnigent.ai/docs/policies/builtin#cost-control
  8. https://omnigent.ai/docs/policies/builtin#cost-control
  9. https://omnigent.ai/docs/use/custom-agents
  10. mailto:map@ix.de

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Mehrere Plug-ins für JetBrains-IDEs stehlen API-Keys für OpenAI, DeepSeek & Co.

Von Heise — 17. Juni 2026 um 09:50
Schlüssel an Angelhaken auf Tastatur

(Bild: evkaz/Shutterstock.com)

Mindestens 15 Plug-ins für JetBrains-IDEs übermitteln API-Keys an einen externen Server. Dabei bieten sie ansonsten die versprochenen Funktionen.

Auf dem offiziellen Marktplatz von JetBrains sind Plug-ins aufgetaucht, die API-Keys für KI-Modelle abgreifen. Sie enthalten keinen typischen Schadcode, der den Rechner nach Credentials durchsucht, sondern übermitteln einen manuell eingegebenen Key an einen externen Server.

Die Plug-ins für die JetBrains-Entwicklungsumgebungen wie IntelliJ IDEA verhalten sich grundsätzlich wohl wie in der Beschreibung angegeben: Sie verwenden Sprachmodelle für Code-Reviews, Unit Tests, das Auffinden von Bugs und weitere Funktionen.

Beim Schreiben dieser Meldung waren zumindest einige der betroffenen Plug-ins noch im JetBrains Marketplace zu finden.

Übermittlung an einen externen Server

Um die Sprachmodelle nutzen zu können, fragen sie einen API-Key unter anderem für DeepSeek, OpenAI und SiliconFlow ab. Diesen Key übermitteln sie direkt nach der Eingabe an einen externen Server.

Das auf Supply-Chain-Security spezialisierte Unternehmen Aikido hat 15 Pakete entdeckt [2], die die Daten alle als unverschlüsselten Text via HTTP an dieselbe IP-Adresse (39.107.60[.]51) übertragen. Die Angreifer verwenden keine Methoden, um den Code zum Übermitteln der Keys zu verschleiern.

Weiterverkauf von Nutzungszeit mit gestohlenen Keys?

Vermutlich verkaufen die Angreifer die abgegriffenen Keys an andere User: Die Plug-ins bieten eine Paywall, um gegen geringe Gebühr einen API-Key zu nutzen.

Die ersten Plug-ins sind laut Aikido bereits im Oktober 2025 erschienen, das jüngste kam erst im Juni 2026 hinzu. Die Download-Zahlen liegen zwischen gut 300 und knapp 28.000. Zusammen kommen alle 15 Plug-ins auf knapp 70.000 Installationen. Wie viele Downloads dabei durch die Angreifer selbst erzeugt wurden, um die Plug-ins interessanter erscheinen zu lassen, ist nicht nachvollziehbar.

Betroffen sind folgende Plug-ins:

  • DeepSeek Junit Test (org.sm.yms.toolkit)
  • DeepSeek Git Commit (com.json.simple.kit)
  • DeepSeek FindBugs (org.bug.find.tools)
  • DeepSeek AI Chat (org.translate.ai.simple)
  • DeepSeek Dev AI (com.yy.test.ai.simple)
  • DeepSeek AI Coding (com.dev.ai.toolkit)
  • AI FindBugs (com.json.view.simple)
  • AI Git Commitor (com.my.git.ai.kit)
  • AI Coder Review (org.check.ai.ds)
  • DeepSeek Coder AI (com.review.tool.code)
  • AI Coder Assistant (org.code.assist.dev.tool)
  • DeepSeek Code Review (com.coder.ai.dpt)
  • CodeGPT AI Assistant (com.my.code.tools)
  • DeepSeek AI Assist (ord.cp.code.ai.kit)
  • Coding Simple Tool (com.dp.git.ai.tool)

Wer eins davon installiert hat oder hatte, sollte eingegebene Keys als kompromittiert betrachten.


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  2. https://www.aikido.dev/blog/multiple-jetbrains-ide-plugins-caught-stealing-ai-keys
  3. mailto:rme@ix.de

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Optimus GX PRO 850P NVMe: Playstation-5-SSD kostet ein Vielfaches der Konsole

Von Peter Steinlechner — 17. Juni 2026 um 12:15
Eine neue Sandisk-SSD mit Lizenz bringt bis zu 8 TByte Speicher in die Playstation 5. Der Preis bietet mehr Diskussionsstoff als die Technik.
Artwork der Sandisk Optimus GX PRO 850P NVMe (Bild: Sandisk)
Artwork der Sandisk Optimus GX PRO 850P NVMe Bild: Sandisk

Sandisk hat eine neue NVMe-SSD für Playstation 5 und Playstation 5 Pro vorgestellt, die vor allem durch viel Speicherplatz auffällt. Die Optimus GX Pro 850P wird vom Hersteller als offiziell lizenzierte SSD für Sonys Konsole beworben und ist mit vorinstalliertem Kühlkörper für den Einbau in den M.2-Steckplatz gedacht.

Die Diskussionen etwa auf X facht aber primär der Preis an: Die 8-TByte-Variante kostet im Sandisk-Shop derzeit 3.000 US-Dollar. Wobei es sich dabei offenbar um ein Einführungsangebot handelt, denn eigentlich wären laut Hersteller sogar 3.700 US-Dollar fällig.

Damit bewegt sich die Speichererweiterung in Regionen, in denen man je nach Angebot mehrere Playstation-5-Konsolen kaufen könnte. Oder eben eine einzelne SSD, die danach sehr entschlossen dafür sorgt, dass man nie wieder ein altes Call of Duty löschen muss.

Technisch handelt es sich bei der Optimus GX Pro 850P um eine PCIe-4.0-SSD im M.2-2280-Format mit vorinstalliertem Kühlkörper. Angeboten werden auch Varianten mit weniger als 8 TByte Speicherplatz.

Es gibt eine sehr günstige Alternative: Löschen!

Für die Modelle mit 2 und 4 TByte nennt Sandisk sequenzielle Transferraten von bis zu 7.300 MByte/s beim Lesen und 6.600 MByte/s beim Schreiben. Beim Spitzenmodell mit 8 TByte hebt der Hersteller bis zu 1,2 Millionen Iops sowie eine Haltbarkeit von bis zu 4.800 TBW hervor.

Die Playstation 5 unterstützt bereits seit mehreren Jahren M.2-SSDs mit bis zu 8 TByte Kapazität, sofern diese die technischen Vorgaben erfüllen und ausreichend gekühlt werden. Für die meisten Spieler dürften allerdings deutlich kleinere Modelle ausreichen, zumal aktuelle Games trotz wachsender Installationsgrößen nur selten mehr als einige Hundert Gigabyte gleichzeitig belegen.

Mit der Optimus GX Pro 850P richtet sich Sandisk daher vorwiegend an Nutzer, die ihre digitale Spielesammlung möglichst vollständig auf der Konsole vorhalten möchten. Für alle anderen bleibt die Erkenntnis: Zusätzlicher Speicherplatz ist praktisch – manchmal ist der Löschen-Button aber die günstigere Erweiterung.

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Ollee Watch im Test: So wird Casios Digitaluhr-Klassiker smarter

Von Tobias Költzsch — 17. Juni 2026 um 12:00
Casios preiswerte Digitaluhr F-91W wird mit dem Ollee-Board zu einer fast smarten Uhr – inklusive Schrittzähler und Spielen.
Die Casio F-91W und das Ollee-Watch-Modul (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Casio F-91W und das Ollee-Watch-Modul Bild: Tobias Költzsch/Golem

Die Digitaluhr F-91W von Casio ist zeitlos. Produziert wird sie seit 1989, sie kostet um die 20 Euro und wurde von uns schon einmal umgebaut: Mit dem Sensor-Watch-Modul wurde der Funktionsumfang erweitert. Ollee Watch ist ein weiteres Ersatzboard für die Uhr, es ermöglicht noch mehr Funktionen und sogar eine App-Verbindung per Bluetooth.

Wie das Sensor-Watch-Board wird die Platine von Ollee Watch anstelle des Original-PCB in die Uhr eingebaut. Das Display und das Gehäuse bleiben gleich, entsprechend sieht die Ollee Watch aus wie eine normale F-91W. Es handelt sich allerdings um einen regelrechten Sleeper mit zahlreichen Funktionen, unter anderem mit einem Schrittzähler.

Um eine Ollee Watch zu bauen, benötigen wir das neue Board sowie eine Casio F-91W. Das PCB kann auch in eine A158W eingebaut werden, die ein etwas anderes Gehäuse und ein Metallarmband hat. Wir haben im Jahr 2022 eine F-91W für das Sensor Board verwendet, somit nehmen wir wieder das gleiche Modell.

Umbau der Digitaluhr ist einfach

Der Einbau ist auch ohne technische Kenntnisse möglich und dank einer bebilderten Online-Anleitung einfach. Wie beim Sensor Board müssen wir die F-91W aufschrauben und das komplette innere Modul herausnehmen. Anschließend werden die Metallhalterung samt Batterie abgenommen und das Casio-PCB entfernt. Wir verwenden die Metallhalterung, die Batterie, den Batteriekontakt, den Bildschirm samt Gummiverbindung und die Kunststoffbasis weiter.

Casio F-91W mit Ollee-Modul
Casio F-91W mit Ollee-Modul (01:51)

In das Ollee-Board klemmen wir wie beim Original-PCB den Batteriekontakt ein. Dann wird das Board auf die Kunststoffbasis gesteckt und das Display wieder montiert. Auf der Rückseite des Displays wird der mitgelieferte NFC-Sticker aufgeklebt. Dieser lässt sich nur in einer F-91W verwenden, nicht in einer A158W, da bei dieser das Metallarmband die Übertragung stört. Mehr zur NFC-Funktion später.

Die Casio F-91W im unverbastelten Zustand mit dem Ollee-Watch-Modul (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 1/23: Die Casio F-91W im unverbastelten Zustand mit dem Ollee-Watch-Modul (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Ollee-Watch-Modul ersetzt das Standard-PCB in der Uhr. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 2/23: Das Ollee-Watch-Modul ersetzt das Standard-PCB in der Uhr. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Ein Cortex-M4-Prozessor liefert die notwendige Leistung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 3/23: Ein Cortex-M4-Prozessor liefert die notwendige Leistung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Im Set enthalten ist auch ein NFC-Sticker. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 4/23: Im Set enthalten ist auch ein NFC-Sticker. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Um Ollee Watch einzubauen, muss das Casio-Modul aus der F-91W entfernt werden. Die Uhr lässt sich einfach aufschrauben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 5/23: Um Ollee Watch einzubauen, muss das Casio-Modul aus der F-91W entfernt werden. Die Uhr lässt sich einfach aufschrauben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Standardmodul der F-91W mit entfernter Batterieabdeckung (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 6/23: Das Standardmodul der F-91W mit entfernter Batterieabdeckung (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Batteriekontakt des Originalmoduls wird abgezogen und weiterverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 7/23: Der Batteriekontakt des Originalmoduls wird abgezogen und weiterverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das auseinandergebaute Kernmodul mit Display, Reflexionsfolie und leitendem Gummi (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 8/23: Das auseinandergebaute Kernmodul mit Display, Reflexionsfolie und leitendem Gummi (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der NFC-Sticker wird auf die Rückseite des Displays geklebt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 9/23: Der NFC-Sticker wird auf die Rückseite des Displays geklebt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Display wird anschließende wieder zusammengebaut - es wird wiederverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 10/23: Das Display wird anschließende wieder zusammengebaut - es wird wiederverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Batteriekontakt wird auf das Ollee-Watch-Modul gesetzt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 11/23: Der Batteriekontakt wird auf das Ollee-Watch-Modul gesetzt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Wieder zusammengebaut ist zunächst kein Unterschied zum Original zu erkennen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 12/23: Wieder zusammengebaut ist zunächst kein Unterschied zum Original zu erkennen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Innere der F-91W wird einfach wieder ins Gehäuse eingebaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 13/23: Das Innere der F-91W wird einfach wieder ins Gehäuse eingebaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die modifizierte F-91W und das Originalmodul von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 14/23: Die modifizierte F-91W und das Originalmodul von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Rechts die Ollee Watch, links die Sensor Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 15/23: Rechts die Ollee Watch, links die Sensor Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die fertige Ollee Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 16/23: Die fertige Ollee Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Sensor Watch ist ebenfalls ein Umbau der F-91W. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 17/23: Die Sensor Watch ist ebenfalls ein Umbau der F-91W. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Startseite der Ollee-Watch-App mit der Aktivitätenübersicht (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 18/23: Die Startseite der Ollee-Watch-App mit der Aktivitätenübersicht (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Schritte werden wie bei einer Smartwatch aufgeführt. Die Temperatur wird automatisch einmal pro Stunde gespeichert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 19/23: Die Schritte werden wie bei einer Smartwatch aufgeführt. Die Temperatur wird automatisch einmal pro Stunde gespeichert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Stoppuhrzeiten und Counter lassen sich als Ereignisse speichern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 20/23: Stoppuhrzeiten und Counter lassen sich als Ereignisse speichern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Watchfaces der Ollee Watch können in der App ausgewählt und angeordnet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 21/23: Die Watchfaces der Ollee Watch können in der App ausgewählt und angeordnet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die App ermöglicht eine Reihe von Einstellungen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 22/23: Die App ermöglicht eine Reihe von Einstellungen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Über die Geräteeinstellungen lässt sich die Ollee Watch einfach am Smartphone konfigurieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 23/23: Über die Geräteeinstellungen lässt sich die Ollee Watch einfach am Smartphone konfigurieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)

Anschließend bauen wir die F-91W mit dem neuen PCB so zusammen, wie wir sie auseinandergenommen haben. Die Batterie wird wiederverwendet. Je nach Nutzung soll sie bis zu ein Jahr mit Schrittaufzeichnung halten, bis zu drei Jahre ohne Aktivitätstracking. Haben wir die Uhr wieder zusammengesetzt, sieht sie auf den ersten und auch auf den zweiten Blick nicht anders aus als zuvor.

Drücken wir den Menübutton, merken wir aber schnell, dass wir es mit einer anderen Uhr zu tun haben: Unsere modifizierte F-91W hat mehr Funktionen als zuvor. Um die Uhr einzurichten, verbinden wir sie per Bluetooth mit der App auf unserem Smartphone: Die Ollee-App ist für Android und iOS verfügbar.

Der Kopplungsvorgang erinnert an den einer herkömmlichen Smartwatch: Wir aktivieren das Bluetooth-Modul über ein dreisekündiges Drücken auf die Alarmtaste, anschließend wird unsere Ollee Watch von der App gefunden. Bevor wir die Uhr verbinden können, müssen wir eine Ziffernkombination abgleichen. Gut, dass der Hersteller an einen solchen Sicherheitsmechanismus gedacht hat. Die Verbindung erfolgt über Bluetooth LE.

Ist die Uhr verbunden, landen wir direkt auf der Übersichtsseite. Hier werden alle Aktivitäten detailliert angezeigt. Bevor wir uns damit beschäftigen, wollen wir die Uhr erst einmal nach unseren Bedürfnissen einstellen. Möglichkeiten gibt es reichlich.

Zunächst lassen sich die Zeit und das Datum über die App einrichten, das Gefummel über die drei Buttons an der Uhr selbst können wir uns sparen. Die Ollee Watch kann die Zeit automatisch synchronisieren, wenn sie per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist. Die Armbanduhr geht also immer genau. Die Bluetooth-Verbindung lässt sich manuell aktivieren oder aktiv lassen. Dann sinkt die Akkulaufzeit von einem Jahr auf acht Monate. Praktisch: Bei allen Einstellungen wird am oberen Rand angezeigt, wie sich die Optionen auf die Laufzeit auswirken.

App muss für Synchronisierung geöffnet werden

Wenn wir aktivieren, dass Bluetooth immer verbunden sein soll, bedeutet das nicht, dass die Uhrzeit oder die erfassten Gesundheitsdaten im Hintergrund mit dem Smartphone synchronisiert werden. Dafür muss die Ollee-App immer geöffnet werden. Die Einstellung führt lediglich dazu, dass wir das Bluetooth-Modul nicht extra an der Uhr aufrufen müssen.

Die Casio F-91W im unverbastelten Zustand mit dem Ollee-Watch-Modul (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 1/23: Die Casio F-91W im unverbastelten Zustand mit dem Ollee-Watch-Modul (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Ollee-Watch-Modul ersetzt das Standard-PCB in der Uhr. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 2/23: Das Ollee-Watch-Modul ersetzt das Standard-PCB in der Uhr. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Ein Cortex-M4-Prozessor liefert die notwendige Leistung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 3/23: Ein Cortex-M4-Prozessor liefert die notwendige Leistung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Im Set enthalten ist auch ein NFC-Sticker. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 4/23: Im Set enthalten ist auch ein NFC-Sticker. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Um Ollee Watch einzubauen, muss das Casio-Modul aus der F-91W entfernt werden. Die Uhr lässt sich einfach aufschrauben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 5/23: Um Ollee Watch einzubauen, muss das Casio-Modul aus der F-91W entfernt werden. Die Uhr lässt sich einfach aufschrauben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Standardmodul der F-91W mit entfernter Batterieabdeckung (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 6/23: Das Standardmodul der F-91W mit entfernter Batterieabdeckung (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Batteriekontakt des Originalmoduls wird abgezogen und weiterverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 7/23: Der Batteriekontakt des Originalmoduls wird abgezogen und weiterverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das auseinandergebaute Kernmodul mit Display, Reflexionsfolie und leitendem Gummi (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 8/23: Das auseinandergebaute Kernmodul mit Display, Reflexionsfolie und leitendem Gummi (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der NFC-Sticker wird auf die Rückseite des Displays geklebt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 9/23: Der NFC-Sticker wird auf die Rückseite des Displays geklebt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Display wird anschließende wieder zusammengebaut - es wird wiederverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 10/23: Das Display wird anschließende wieder zusammengebaut - es wird wiederverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Batteriekontakt wird auf das Ollee-Watch-Modul gesetzt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 11/23: Der Batteriekontakt wird auf das Ollee-Watch-Modul gesetzt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Wieder zusammengebaut ist zunächst kein Unterschied zum Original zu erkennen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 12/23: Wieder zusammengebaut ist zunächst kein Unterschied zum Original zu erkennen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Innere der F-91W wird einfach wieder ins Gehäuse eingebaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 13/23: Das Innere der F-91W wird einfach wieder ins Gehäuse eingebaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die modifizierte F-91W und das Originalmodul von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 14/23: Die modifizierte F-91W und das Originalmodul von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Rechts die Ollee Watch, links die Sensor Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
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Die fertige Ollee Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 16/23: Die fertige Ollee Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Sensor Watch ist ebenfalls ein Umbau der F-91W. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 17/23: Die Sensor Watch ist ebenfalls ein Umbau der F-91W. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Startseite der Ollee-Watch-App mit der Aktivitätenübersicht (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
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Die Schritte werden wie bei einer Smartwatch aufgeführt. Die Temperatur wird automatisch einmal pro Stunde gespeichert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 19/23: Die Schritte werden wie bei einer Smartwatch aufgeführt. Die Temperatur wird automatisch einmal pro Stunde gespeichert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Stoppuhrzeiten und Counter lassen sich als Ereignisse speichern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 20/23: Stoppuhrzeiten und Counter lassen sich als Ereignisse speichern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Watchfaces der Ollee Watch können in der App ausgewählt und angeordnet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 21/23: Die Watchfaces der Ollee Watch können in der App ausgewählt und angeordnet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die App ermöglicht eine Reihe von Einstellungen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 22/23: Die App ermöglicht eine Reihe von Einstellungen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Über die Geräteeinstellungen lässt sich die Ollee Watch einfach am Smartphone konfigurieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 23/23: Über die Geräteeinstellungen lässt sich die Ollee Watch einfach am Smartphone konfigurieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)

In den Geräteeinstellungen können wir zudem wählen, wann die Ollee Watch in den Stand-by-Modus soll. Die Uhr kann bei ausbleibender Bewegung das Display deaktivieren; ein Druck auf den Alarmknopf schaltet es wieder ein. Auch kann definiert werden, welche Funktionen wir mit einer schnellen Drehung des Handgelenks erreichen können: Die Ollee Watch hat ein Gyroskop.

Funktionen wie Temperaturmessung oder Gesten lassen sich ausschalten. Die Farbe der LED-Beleuchtung sowie deren Helligkeit können wir einstellen: Das Ollee-Watch-Modul hat eine Multifarben-LED, die heller leuchtet als die originale kleine Lampe. Auch die Dauer der Beleuchtung kann definiert werden, ebenso die Signalmelodie und vieles mehr.

Es ist erstaunlich, wie viele Einstellungsmöglichkeiten der Hersteller realisieren konnte. Die Ollee Watch lässt sich auch mit Google Health oder Apple Health verbinden: Dann werden die Schritte mit den Fitnesssystemen beider Hersteller synchronisiert, sobald die Ollee-App sie erfasst hat. Der Schrittzähler scheint uns verhältnismäßig genau zu sein, beim Sport würden wir uns aber nicht darauf verlassen.

Ebenfalls in den Einstellungen können die Watchfaces bearbeitet werden – die Komplikationen, die die Digitaluhr nach dem Umbau anzeigt, wenn wir auf den Menübutton drücken. Neben den von der F-91W bekannten Funktionen Zeitanzeige, Alarm und Stoppuhr bietet die Ollee Watch noch weitere: Schrittzähler, Weltzeit, Timer, Anzeige für Sonnenaufgang und -untergang, Herzrate, Temperaturmessung, einen Zähler, drei Spiele, eine Taschenlampenfunktion, die Zeiteinstellung.

All diese Funktionen können über die App aktiviert oder deaktiviert und in der Reihenfolge verschoben werden, ebenso wie sie auf der Uhr durchgeschaltet werden können. Eine Funktion kann als Favorit markiert werden; diese wird dann direkt aufgerufen, wenn wir den Licht-Button drei Sekunden lang gedrückt halten.

Einige Funktionen sind selbsterklärend, etwa der Timer oder die Weltzeitfunktion, die eine zusätzliche Zeitzone anzeigt, und der Schrittzähler. Andere Funktionen sind erklärungsbedürftig, etwa die Messung der Herzfrequenz. Die Ollee Watch hat keinen Pulssensor, deshalb erfolgt die Messung nicht automatisch.

Manuelle Herzratenmessung

Stattdessen müssen wir die Messung auf der Uhr starten, dann eine angezeigte Anzahl von Pulsschlägen abzählen und die Messung wieder stoppen. Daraus errechnet die Uhr unsere Herzrate pro Minute. In den Optionen kann eingestellt werden, dass die Messung mit einer Drehung des Handgelenks gestartet und gestoppt wird. Das ist praktischer als der Start per Knopf.

Die Casio F-91W im unverbastelten Zustand mit dem Ollee-Watch-Modul (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 1/23: Die Casio F-91W im unverbastelten Zustand mit dem Ollee-Watch-Modul (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Ollee-Watch-Modul ersetzt das Standard-PCB in der Uhr. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 2/23: Das Ollee-Watch-Modul ersetzt das Standard-PCB in der Uhr. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Ein Cortex-M4-Prozessor liefert die notwendige Leistung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
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Im Set enthalten ist auch ein NFC-Sticker. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 4/23: Im Set enthalten ist auch ein NFC-Sticker. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Um Ollee Watch einzubauen, muss das Casio-Modul aus der F-91W entfernt werden. Die Uhr lässt sich einfach aufschrauben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 5/23: Um Ollee Watch einzubauen, muss das Casio-Modul aus der F-91W entfernt werden. Die Uhr lässt sich einfach aufschrauben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Standardmodul der F-91W mit entfernter Batterieabdeckung (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 6/23: Das Standardmodul der F-91W mit entfernter Batterieabdeckung (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Batteriekontakt des Originalmoduls wird abgezogen und weiterverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 7/23: Der Batteriekontakt des Originalmoduls wird abgezogen und weiterverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das auseinandergebaute Kernmodul mit Display, Reflexionsfolie und leitendem Gummi (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 8/23: Das auseinandergebaute Kernmodul mit Display, Reflexionsfolie und leitendem Gummi (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der NFC-Sticker wird auf die Rückseite des Displays geklebt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 9/23: Der NFC-Sticker wird auf die Rückseite des Displays geklebt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Display wird anschließende wieder zusammengebaut - es wird wiederverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 10/23: Das Display wird anschließende wieder zusammengebaut - es wird wiederverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Batteriekontakt wird auf das Ollee-Watch-Modul gesetzt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 11/23: Der Batteriekontakt wird auf das Ollee-Watch-Modul gesetzt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Wieder zusammengebaut ist zunächst kein Unterschied zum Original zu erkennen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 12/23: Wieder zusammengebaut ist zunächst kein Unterschied zum Original zu erkennen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Innere der F-91W wird einfach wieder ins Gehäuse eingebaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 13/23: Das Innere der F-91W wird einfach wieder ins Gehäuse eingebaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die modifizierte F-91W und das Originalmodul von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 14/23: Die modifizierte F-91W und das Originalmodul von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Rechts die Ollee Watch, links die Sensor Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 15/23: Rechts die Ollee Watch, links die Sensor Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die fertige Ollee Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 16/23: Die fertige Ollee Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Sensor Watch ist ebenfalls ein Umbau der F-91W. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 17/23: Die Sensor Watch ist ebenfalls ein Umbau der F-91W. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Startseite der Ollee-Watch-App mit der Aktivitätenübersicht (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 18/23: Die Startseite der Ollee-Watch-App mit der Aktivitätenübersicht (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Schritte werden wie bei einer Smartwatch aufgeführt. Die Temperatur wird automatisch einmal pro Stunde gespeichert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 19/23: Die Schritte werden wie bei einer Smartwatch aufgeführt. Die Temperatur wird automatisch einmal pro Stunde gespeichert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Stoppuhrzeiten und Counter lassen sich als Ereignisse speichern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 20/23: Stoppuhrzeiten und Counter lassen sich als Ereignisse speichern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Watchfaces der Ollee Watch können in der App ausgewählt und angeordnet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 21/23: Die Watchfaces der Ollee Watch können in der App ausgewählt und angeordnet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die App ermöglicht eine Reihe von Einstellungen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 22/23: Die App ermöglicht eine Reihe von Einstellungen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Über die Geräteeinstellungen lässt sich die Ollee Watch einfach am Smartphone konfigurieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 23/23: Über die Geräteeinstellungen lässt sich die Ollee Watch einfach am Smartphone konfigurieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)

Die drei verfügbaren Spiele sind Ping, Blackjack und Poker. Ping ist ein eher kurzweiliges Geduldsspiel, bei dem wir eine Art Ball mit einem Schläger wegschlagen. Blackjack funktioniert überraschend gut, Poker ist uns zu unübersichtlich. Das liegt vor allem an der notgedrungen etwas kryptischen Darstellung der Karten: Das Display der F-91W erlaubt nur eine beschränkte Zifferndarstellung, was Poker für uns unspielbar macht.

Das Problem zeigt sich auch bei der Funktion, auf Knopfdruck ein maximal sechsstelliges Wort anzeigen zu lassen. Das voreingestellte Wort ollee ist gut auf dem Flüssigkristalldisplay zu erkennen, beim Namen tobias ist das nicht mehr so eindeutig. Letztlich ist die Funktion nur eine Spielerei.

Die Taschenlampe produziert entweder ein weißes oder ein Signallicht, das in regelmäßigem Abstand ein- und ausgeschaltet wird. Die dritte Option ist ein Farbwechsel. Das Licht ist so schwach, dass es als Taschenlampe nicht zu verwenden ist – auch eher eine Spielerei.

Für die Anzeige der Zeit des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs müssen wir in den Einstellungen unseren Wohnort einstellen. Anders als bei der Sensor Watch ist es nicht notwendig, den Breiten- und Längengrad anzugeben; stattdessen greift die Ollee-App auf unseren Standort zu und stellt die Position automatisch fest. Es werden immer nur die Zeiten des Aufgangs und Untergangs der Sonne am jeweiligen Tag angezeigt.

In den Einstellungen der Ollee-App lässt sich festlegen, dass mit der Stoppuhr gemessene Zeiten als Event in der Aktivitätsübersicht gespeichert werden. Wenn gewünscht, ist auch die Counter-Funktion auf diese Weise darstellbar: Die App zeigt die Anzahl der registrierten Zählungen an, wenn die Anzeige auf der Uhr gelöscht wird. Bei der Stoppuhr finden wir das halbwegs nachvollziehbar, beim Counter erschließt sich der Sinn nicht. Die Synchronisation kann aber auch einfach ausgeschaltet werden.

Wie bei allen Armbanduhren mit Temperatursensor ist die Messung der Umgebungstemperatur nur sinnvoll, wenn die Uhr nicht getragen wird. Ansonsten wird das Ergebnis durch die Körperwärme verzerrt. Die Ollee Watch zeichnet automatisch einmal pro Stunde die Temperatur auf; der Datensatz wird bei Verbindung mit der App synchronisiert.

Temperatur wird automatisch aufgezeichnet

Auf diese Weise lässt sich verfolgen, wie sich die Temperaturen in der Nacht entwickelt haben, vorausgesetzt, die Uhr wird nicht getragen. Allerdings dürfte auch eine erhöhte Körpertemperatur erkennbar sein, zumindest in der Tendenz. Die einzelnen Werte lassen sich nicht verwenden, um etwa Fieber genau zu ermitteln.

Die Casio F-91W im unverbastelten Zustand mit dem Ollee-Watch-Modul (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 1/23: Die Casio F-91W im unverbastelten Zustand mit dem Ollee-Watch-Modul (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Ollee-Watch-Modul ersetzt das Standard-PCB in der Uhr. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 2/23: Das Ollee-Watch-Modul ersetzt das Standard-PCB in der Uhr. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Ein Cortex-M4-Prozessor liefert die notwendige Leistung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 3/23: Ein Cortex-M4-Prozessor liefert die notwendige Leistung. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Im Set enthalten ist auch ein NFC-Sticker. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 4/23: Im Set enthalten ist auch ein NFC-Sticker. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Um Ollee Watch einzubauen, muss das Casio-Modul aus der F-91W entfernt werden. Die Uhr lässt sich einfach aufschrauben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 5/23: Um Ollee Watch einzubauen, muss das Casio-Modul aus der F-91W entfernt werden. Die Uhr lässt sich einfach aufschrauben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Standardmodul der F-91W mit entfernter Batterieabdeckung (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 6/23: Das Standardmodul der F-91W mit entfernter Batterieabdeckung (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Batteriekontakt des Originalmoduls wird abgezogen und weiterverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 7/23: Der Batteriekontakt des Originalmoduls wird abgezogen und weiterverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das auseinandergebaute Kernmodul mit Display, Reflexionsfolie und leitendem Gummi (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 8/23: Das auseinandergebaute Kernmodul mit Display, Reflexionsfolie und leitendem Gummi (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der NFC-Sticker wird auf die Rückseite des Displays geklebt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 9/23: Der NFC-Sticker wird auf die Rückseite des Displays geklebt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Display wird anschließende wieder zusammengebaut - es wird wiederverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 10/23: Das Display wird anschließende wieder zusammengebaut - es wird wiederverwendet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Batteriekontakt wird auf das Ollee-Watch-Modul gesetzt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 11/23: Der Batteriekontakt wird auf das Ollee-Watch-Modul gesetzt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Wieder zusammengebaut ist zunächst kein Unterschied zum Original zu erkennen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 12/23: Wieder zusammengebaut ist zunächst kein Unterschied zum Original zu erkennen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Innere der F-91W wird einfach wieder ins Gehäuse eingebaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 13/23: Das Innere der F-91W wird einfach wieder ins Gehäuse eingebaut. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die modifizierte F-91W und das Originalmodul von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 14/23: Die modifizierte F-91W und das Originalmodul von Casio (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Rechts die Ollee Watch, links die Sensor Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 15/23: Rechts die Ollee Watch, links die Sensor Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die fertige Ollee Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 16/23: Die fertige Ollee Watch (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Sensor Watch ist ebenfalls ein Umbau der F-91W. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 17/23: Die Sensor Watch ist ebenfalls ein Umbau der F-91W. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Startseite der Ollee-Watch-App mit der Aktivitätenübersicht (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 18/23: Die Startseite der Ollee-Watch-App mit der Aktivitätenübersicht (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Schritte werden wie bei einer Smartwatch aufgeführt. Die Temperatur wird automatisch einmal pro Stunde gespeichert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 19/23: Die Schritte werden wie bei einer Smartwatch aufgeführt. Die Temperatur wird automatisch einmal pro Stunde gespeichert. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Stoppuhrzeiten und Counter lassen sich als Ereignisse speichern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 20/23: Stoppuhrzeiten und Counter lassen sich als Ereignisse speichern. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die Watchfaces der Ollee Watch können in der App ausgewählt und angeordnet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 21/23: Die Watchfaces der Ollee Watch können in der App ausgewählt und angeordnet werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Die App ermöglicht eine Reihe von Einstellungen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 22/23: Die App ermöglicht eine Reihe von Einstellungen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Über die Geräteeinstellungen lässt sich die Ollee Watch einfach am Smartphone konfigurieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 23/23: Über die Geräteeinstellungen lässt sich die Ollee Watch einfach am Smartphone konfigurieren. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)

Mit dem NFC-Sticker, den wir bei der Montage auf der Rückseite des Displays angebracht haben, können wir mit der Ollee Watch verschiedene Funktionen auf einem Smartphone auslösen. Es lässt sich eine App starten, wenn wir unsere Uhr mit einem Smartphone abtasten. Auch ein Link kann geöffnet werden. Der Sticker kann nicht mit der Ollee-App programmiert werden, dafür ist eine separate Anwendung notwendig. Wir haben Tagwriter von NXP verwendet.

Die Batterielaufzeit der Ollee Watch hängt von der Nutzung ab. Laut Hersteller ist es möglich, die Uhr bis zu drei Jahre mit einer Knopfzelle zu verwenden, wenn Bluetooth manuell aktiviert wird und Funktionen wie der Schrittzähler deaktiviert werden. Bleibt er eingeschaltet, liegt die prognostizierte Laufzeit zwischen acht Monaten und einem Jahr. Die F-91W mit Originalmodul kommt mit einer Batterie mehrere Jahre aus.

Die Ollee-Watch-Platine mit dem NFC-Sticker kostet beim Hersteller 55 US-Dollar, umgerechnet um die 47,40 Euro. Dazu kommen noch Zollgebühren, die bei uns inklusive Auslagepauschale bei knapp 10 Euro lagen. Die Platine müssen Nutzer selbst einbauen und brauchen dafür noch eine passende Uhr. Die F-91W ist mit Versand im Internet für um die 20 Euro zu haben, die A158W kostet um die 10 Euro mehr.

Die Ollee Watch kann auch fertig montiert gekauft werden. Der Preis liegt dann bei 100 US-Dollar, umgerechnet 86 Euro, was plus Zoll teurer ist als ein Kauf des DIY-Kits und einer separaten F-91W.

Fazit

Das Ollee-Watch-Modul ist eine umfangreiche Möglichkeit, die recht einfache Digitaluhr Casio F-91W aufzuwerten. Die Funktionen gehen über die des Sensor-Watch-Moduls deutlich hinaus, dafür ist Ollee Watch nicht so offen wie Sensor Watch.

Der Funktionsumfang ist aber in der Tat beeindruckend. Die Ollee Watch hat nicht nur einen gut funktionierenden Schrittzähler, sondern auch eine problemlos funktionierende Bluetooth-Integration. Die Einrichtung ist kinderleicht und läuft reibungslos, die App selbst ist übersichtlich und erscheint gut programmiert.

Der Einstellungsumfang ist sehr groß, über die App kann die Ollee Watch einfach angepasst werden. Um Dinge wie die Zeiteinstellung müssen Nutzer sich keine Gedanken machen – über die App wird die Zeit immer automatisch eingestellt. Was die Ollee Watch nicht kann, ist Benachrichtigungen vom Smartphone anzeigen.

Gut finden wir die Aktivitätsanzeige in der Ollee-App. Sie reicht natürlich nicht an Googles oder Apples Fitness-Apps heran, für ein derart kleines Projekt finden wir die Anzeige aber durchaus beeindruckend. Gut finden wir auch, dass wir die von der Ollee Watch gesammelten Daten in Apple Health oder Google Health übertragen können.

Kleinigkeiten wie die bunte Beleuchtungs-LED und die Spiele runden den Eindruck ab, dass Ollee Watch ein liebevoll gepflegtes Projekt ist. Inwieweit es sinnvoll ist, auf einer F-91W Poker und Blackjack zu spielen, sei dahingestellt – witzig ist es in jedem Fall.

Anders als bei der Sensor Watch sind Nutzer der Ollee Watch auf eine Begleit-App angewiesen. Das ist bei der Vielzahl an Einstellungen zwar praktisch, aber natürlich auch ein möglicher Nachteil – falls es die App irgendwann nicht mehr geben sollte.

Bei einem Preis von knapp 80 Euro für Ollee-Watch-Modul und F-91W ist das Projekt in etwa so teuer wie die Sensor Watch Pro und auch als Spaßprojekt noch bezahlbar. Und Spaß haben wir mit der Ollee Watch auf jeden Fall.

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Nintendo: Kriminelle verlangen 2 Millionen Dollar Lösegeld für gestohlene Daten

Von Oliver Nickel — 17. Juni 2026 um 11:49
Die Hacking-Gruppe hat allerdings einen Fehler gemacht und so im Prinzip ihre Drohungen gegen Nintendo entwertet.
Nintendo sagt Nein zur Lösegeldzahlung. (Bild: Pixabay.com)
Nintendo sagt Nein zur Lösegeldzahlung. Bild: Pixabay.com

Die Hackergruppe Shadowbytes (ShadowByt3$ in Leetspeak) wollte Nintendo offenbar um 2 Millionen US-Dollar erpressen. Sie hat nach eigenen Angaben etwa 859 MByte an Daten durch einen Hack der Mitarbeiter-Engagement-Plattform Tinypulse stehlen können. Das sind mutmaßlich überwiegend Chatverläufe zwischen Nintendo-Mitarbeitern. Laut Shadowbytes sind darunter aber auch Namen und E-Mail-Adressen von Angestellten, Umfragen und Analysedaten, die als Nintendo-Interna gehandelt werden.

"Sie haben 48 Stunden, um uns zu kontaktieren", schreibt die Gruppe in der Ankündigung vom 13. Juni 2026. Mittlerweile hat Nintendo sich wohl auch dazu entschieden, die geforderte Geldmenge nicht zu bezahlen.

Dem Gaming-Magazin Kotaku bestätigt der Konzern auch offiziell, dass es einen Vorfall mit Tinypulse gegeben habe. "Die Systeme von Nintendo wurden nicht kompromittiert, und es wurde nicht auf persönliche Kundendaten oder Finanzdaten zugegriffen", schreibt Nintendo. Die meisten der Daten seien zudem bereits älter und für Nintendo deshalb keine Bedrohung.

Daten zeigen: Mitarbeiter gegen KI

Nachdem Nintendo eine Zahlung ablehnte, wandte sich Shadowbytes offenbar an Tinypulse direkt. "Nintendo hat beschlossen, nicht zu zahlen; daher fordern wir Tinypulse zur Zahlung auf", heißt es in der zweiten Drohung. Ein User veröffentlichte anschließend einige der mutmaßlichen Daten selbst. Shadowbytes hatte offenbar einfach vergessen, den Link zu den Daten unkenntlich zu machen. "Also ist ihre Lösegeldforderung im Prinzip wertlos", schreibt die Person auf X.

In den Dokumenten tauschen sich Nintendo-Angestellte bei Nintendo America aus. Sie kritisieren teilweise den KI-Push und die Integration von Microsoft Copilot in Arbeitsprozesse des Unternehmens. "Ich glaube nicht, dass wir die negativen Seiten betrachten, wenn wir zu sehr auf KI setzen", schreibt eine Person in den geleakten Chats. Eine weitere Person kritisiert, dass KI-Systeme echte menschliche Arbeit ersetzt haben. "So viel dazu, dass KI niemanden von uns ersetzen wird", heißt es da.

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