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In 153 Tagen zum Mars und zurück

Von Telepolis — 01. Mai 2026 um 14:00
Detailansicht des Mars mit sichtbaren Kratern und geologischen Formationen

(Bild: Alones / Shutterstock.com)

Ein brasilianischer Astronom nutzt Asteroidenbahnen als Abkürzung – und könnte die Mars-Reisezeit um 85 Prozent senken.

Eine Reise zum Mars dauert nach heutigem Stand sieben bis zehn Monate – sowohl der Hin- als auch der Rückweg. Und wer dies auf sich nimmt, hinfliegt und dann wieder zurück möchte, muss zusätzlich monatelang auf dem Roten Planeten warten, bis die Konstellation für den Rückflug stimmt.

Insgesamt ist bei einer solchen Mission mit einer Zeitdauer von zwei bis drei Jahren zu rechnen.

Ein Astronom aus Brasilien hat nun einen Ansatz vorgestellt, der diese Zeitspanne drastisch verkürzen könnte: Marcelo de Oliveira Souza von der State University of Northern Rio de Janeiro nutzte die frühen Bahndaten des erdnahen Asteroiden 2001 CA21, um geometrische Korridore für schnellere Transfers zwischen Erde und Mars zu identifizieren.

Die Ergebnisse seiner in Acta Astronautica veröffentlichten Studie [1] beschreiben eine Rundreise-Route mit einer Gesamtdauer von nur 153 Tagen [2].

Das Besondere an diesem Ansatz liegt in der Datengrundlage: Souza verwendete nicht die aktuellen Bahnparameter des Asteroiden, sondern dessen frühe Orbitvorhersagen aus dem Jahr 2015.

Diese basierten auf einem kurzen Beobachtungsfenster und beschreiben eine hoch exzentrische Trajektorie mit einer Bahnebene nahe der Erdbahn (Ekliptik). Gerade diese Geometrie macht die frühen Daten wertvoll: Sie zeichnen einen Korridor vor, der beide Planetenbahnen kreuzt.

Geometrischer Filter statt Gravitationsassist

Der Forscher suchte nach Flugrouten, die innerhalb von fünf Grad Neigung zur Bahnebene des Asteroiden verlaufen. Dieser geometrische Filter ermöglicht einen direkteren Flug zum Mars als die klassische Hohmann-Transferbahn, die seit den 1920er-Jahren als Standard für interplanetare Missionen gilt.

Bei einem Hohmann-Transfer benötigt ein Raumschiff typischerweise rund 259 Tage für den Einweg-Flug bei einem Delta-v (Geschwindigkeitsänderung) von etwa 3,9 km/s.

Souza analysierte drei mögliche Startfenster während der Mars-Opposition – jener Konstellation, bei der die Erde alle 26 Monate direkt zwischen Sonne und Mars steht und der Abstand zwischen beiden Planeten minimal wird.

Untersucht wurden die Oppositionsfenster 2027, 2029 und 2031. Die Analyse ergab, dass ausschließlich 2031 die nötige geometrische Übereinstimmung zwischen der Erde-Mars-Konfiguration und der Asteroiden-Bahnebene bietet.

Zwei Missionsprofile für 2031

Für das Startfenster 2031 identifiziert die Studie zwei konkrete Rundreise-Szenarien:

  • Extremszenario: Rund 153 Tage Gesamtdauer.
  • Moderates Szenario: Etwa 226 Tage Gesamtdauer.

Beide liegen weit unter den üblichen zwei bis drei Jahren konventioneller Mars-Missionen. Konkrete Delta-v-Anforderungen für die neuen Routen nennt die Studie allerdings nicht – die Methode zielt primär auf die Identifikation geometrisch günstiger Korridore, nicht auf die vollständige Missionsplanung.

Die verkürzte Reisezeit hätte auch erhebliche Auswirkungen auf die Strahlenbelastung der Besatzung. Bei einer typischen Mars-Rundreise von rund 960 Tagen – mit 360 Tagen Hin- und Rückflug plus 600 Tagen Aufenthalt – liegt die kosmische Strahlenbelastung laut NASA-Messungen bei etwa 1,1 Sievert.

Eine 153-Tage-Mission würde diese Dosis auf geschätzt 0,2 bis 0,3 Sievert reduzieren und damit deutlich unter die NASA-Grenzwerte für interplanetare Missionen fallen.

Asteroiden als Planungswerkzeug

Souza betrachtet seinen Ansatz ausdrücklich als neues Screening-Werkzeug für die interplanetare Routenplanung.

Statt Asteroiden wie üblich vor allem als potenzielle Bedrohung für die Erde zu beobachten, könnten ihre frühen Bahndaten systematisch nach geometrisch günstigen Transferkorridoren durchsucht werden.

In der aktuellen Studie hat der Forscher allerdings nur den Asteroiden 2001 CA21 analysiert; ob weitere erdnahe Asteroiden ähnlich vielversprechende Routen offenbaren, bleibt offen.

Bislang haben weder NASA, ESA noch SpaceX auf die Studie reagiert oder Pläne angekündigt, die Methode in konkrete Missionsplanungen einzubeziehen. SpaceX plant zwar Mars-Starts – etwa den Transport des ESA-Rovers Rosalind Franklin per Falcon Heavy im Jahr 2028 –, setzt dabei aber auf konventionelle Transferbahnen.

Ob Asteroiden-Daten eines Tages tatsächlich als Navigationsgrundlage dienen, hängt unter anderem davon ab, wie zuverlässig sich die frühen, auf kurzen Beobachtungszeiträumen basierenden Bahndaten als geometrische Referenz erweisen.

Ihre groben strukturellen Eigenschaften – Bahnebene und Exzentrizität – bleiben laut Souza auch bei späterer Verfeinerung als Planungsgrundlage nützlich.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11278327

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0094576526002456
  2. https://gizmodo.com/astronomer-finds-a-shortcut-to-mars-by-following-an-asteroids-journey-through-space-2000752127

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Bulgarien hat gewählt: Radev regiert, Brüssel zittert

Von Telepolis — 01. Mai 2026 um 12:00
Rumen Radev steht vor einer Flagge und einem blauen Hintergrund mit einem Kreis-Symbol.

Der frühere bulgarische Präsident und neue Premierminister Rumen Radev.

(Bild: Alexandros Michailidis / Shutterstock.com)

Am Sonntag hat in Sofia ein Außenseiter bei den Wahlen gesiegt. Brüssel ist nervös — droht der EU ein neuer Orbán? Eine Analyse.

Kaum konnte die Von-der-Leyen-Administration nach der Wahl in Ungarn eine Sorgenfalte streichen [1], droht neues Ungemach: Rumen Radev, ehemaliger Präsident und als prorussischer Politiker geframt, gewann [2]die vorgezogenen Parlamentswahlen in Bulgarien haushoch. Er wird neuer Premierminister des Landes.

Nach den winterlichen Massenprotesten schien [3] die Stimmung auf Wechsel zu stehen – proeuropäische NGOs, westliche Medien [4] und ein Schwall junger Social-Media-Influencer läuteten einen Wandel nach EU-Gusto ein.

An der Urne folgte der Dämpfer: Im Nato- und EU-Mitgliedsstaat, in welchem zum Jahreswechsel auch der Euro eingeführt wurde [5], holte Progressives Bulgarien, die Partei Radevs, 44,6 Prozent [6] der Stimmen – mit einer absoluten Mehrheit von 131 Sitzen [7] kann alleine regiert werden. [8]

Die zuvor regierende, prowestliche Koalition aus GERB-SDS, der sozialdemokratisch-prorussischen Bulgarischen Sozialistischen Partei (BSP) sowie der rechts-populistischen ITN war durch die Proteste zerbrochen. Die GERB-SDS landete abgeschlagen auf Platz zwei mit gerade einmal 13 Prozent – die BSP, eine Dauerkonstante im politischen System seit 1989, wird dem kommenden Parlament überhaupt nicht mehr angehören [9].

Armenhaus und Aderlass

Im In- und Ausland überschlagen sich die Spekulationen: statt Orbán nun Radev als EU-Veto? [10] Moskaus Einfluss bis Sofia? [11] Man steht unter Druck – acht Wahlen in fünf Jahren sind hauptsächlich ein Zeichen für Instabilität und strukturelle Schieflagen, an denen bislang auch Subventionen wenig änderten [12].

Bulgarien bleibt das ökonomische Armenhaus der Europäischen Union: Nirgendwo schrumpft [13] die Bevölkerung schneller als zwischen Sofia und Varna – fast 2,5 Millionen Netto-Verlust seit 1990, ein gesellschaftlicher Aderlass [14].

Innenpolitik schlägt Geopolitik

Auch wenn der Urnengang im Ausland nahezu ausschließlich aus geopolitischer Perspektive kommentiert wurde – wahlentscheidend blieben innerbulgarische Faktoren.

Dem Wahlsieger gelang es vor allem, die Landbevölkerung zu mobilisieren [15], getrieben durch tiefes Misstrauen gegen die herrschende politische Klasse. Nach Meldungen der Nachrichtenagentur Reuters [16] dominierte eine gärende Melange aus Frustration über Korruption und wirtschaftlichen Sorgen den Wahltag.

Dass Radev außenpolitisch – gut vergleichbar mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico – staatlich-militärische Unterstützung für die Ukraine ablehnt, schien dabei sekundär. Er profitierte weit mehr von einem Winkelzug aus dem Vorjahr: Noch 2025 versuchte Radev, den bulgarischen Euro-Beitritt per Referendum zu kippen [17] – letztlich ohne juristischen Erfolg, aber mit politisch bleibendem Eindruck.

Getragen wurden die Wahlen durch die Massenproteste: Ausgelöst wurden sie durch einen Haushaltsentwurf, der im Kontext der Euro-Einführung Steuererhöhungen und höhere Sozialabgaben vorsah [18]. Als tieferliegende Ursachen gelten die grassierende Korruption, jahrelange politische Instabilität und die miserable ökonomische Performance – die Proteste wurden massiv von der Generation Z getrage [19]n. Taktisch klug, solidarisierte sich Radev schon Ende Dezember mit den Protesten öffentlich.

Im Schatten der Oligarchen

Mit dem ehemaligen Premier Bojko Borissow stand ein langjähriger GERB-Machtpolitiker im Fokus der Proteste. Borissow dominierte [20] in drei Amtszeiten zwischen 2009 und 2021 die Politik des Landes als Premier und kontrollierte neben den Regierungsgeschäften insbesondere die EU-Fördermittelvergabe.

Borissow wird zudem Nähe zu Deljan Peewski nachgesagt [21] – dem einflussreichsten Akteur ohne offizielles Regierungsamt, Peewski soll den bulgarischen Staat im Würgegriff gehabt haben. Der Medienmogul strahlte auf Verwaltung und Justiz aus, zog mit seiner kleinen, aber entscheidenden Scharnierpartei DPS [22] im Hintergrund die Fäden und erzwang als Zünglein an der Waage politisch-ökonomische Konzessionen.

Peewski ist mittlerweile durch die USA und Großbritannien weitgehend sanktioniert [23], politisch kaltgestellt. Jedoch wurde Peewski bis heute in Bulgarien nicht rechtskräftig verurteilt und bestreitet alle Vorwürfe. Denkbar bleibt, dass die transatlantischen Sanktionen auch deshalb erlassen wurden, weil man in ihm einen von Russland käuflichen Einflussfaktor sah, den man schnellstmöglich neutralisieren wollte.

Auffällig erschien schon damals [24], dass zwar ein Unternehmernetzwerk [25] sanktioniert wurde – die politischen Teile der Korruption, wahrscheinlich in der GERB vorzufinden, jedoch sanktionsfrei blieben. Sofern man sie weiterhin nutzen wollte, ist dies misslungen. Peewski dürfte dennoch den direkten Macht-Zugang verloren haben [26].

Protestwahl oder echte Alternative?

Der Ex-Kampfpilot und Luftwaffenchef Radev entstammt dem Militär, war von 2017 bis 2026 Präsident [27] und zog sich aus jenem Amt zurück, um nun Premier zu werden. Radev positioniert sich klar gegen das nepotistische Gespann um Peewski und Borissow – von Radev als Outsider des Systems zu sprechen, kommt dennoch der Quadratur des Kreises gleich, er ist Polit-Profi und Insider.

Wie eine Analyse der London School of Economics belegt [28], baute er über Jahre jedoch ein Image als Korruptionsbekämpfer auf, das in seiner öffentlichen Solidarisierung mit den Protesten gipfelte. Abseits seiner Anti-Mafia-Rhetorik setzte er vorwiegend auf eine eigentliche Selbstverständlichkeit: das Versprechen einer funktionierenden Regierung.

Sein Bündnis ist dabei weniger ein breit getragenes Projekt als ein auf die Person Radev zugeschnittenes Wahlinstrument. Radev besaß jedoch einen entscheidenden strukturellen Vorteil: Er war die einzige glaubwürdige Alternative [29] zum herrschenden Block.

Zwischen Brüssel und Moskau

Bis heute erscheint eine "Rumänisierung des Ergebnisses" denkbar [30] – zur Erinnerung: Der prorussische Călin Georgescu war bei den Wahlen in Bukarest zunächst als Sieger vom Feld gegangen, ehe die Wahl aufgrund vorgeblicher russischer Einflussnahme annulliert [31]und wiederholt wurde. Bislang blieb ein vergleichbares Vorgehen gegen Radev aus.

Die Basis für Bedenken liefert Radevs pragmatische Haltung gegenüber Moskau: Er will die Beziehungen wiederherstellen [32] und Energiekooperationen eingehen. Ihn deswegen pauschal als Mann Moskaus zu verunglimpfen, folgt einer ureigenen Agenda und stellt die bulgarische Souveränität in Abrede.

Radev dürfte Bulgarien zum moderaten Wackelkandidaten machen – ein Kippen in ein prorussisches Lager droht zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Immer wieder verwies [33] er auf eine vermeintliche Balance zwischen Moskau und Brüssel. Eine erste Gratulation aus Brüssel ist erfolgt – auch dort scheint man sich mit dem neuen Mann ins Benehmen setzen zu wollen, man "freue sich auf die Zusammenarbeit" [34].

Endlich für Sofia?

Wahlentscheidend war die innerbulgarische Konstellation, nicht Moskau. Radev dürfte mehr als eine bloße Protestwahl sein, muss aber mit Pragmatismus und Programmatik liefern: Er wird einen wirtschaftlichen Aufschwung, EU-Subventionen und einen langen Atem gegenüber dem angestauten Filz in den Verwaltungen benötigen. Misslingt dies zeitnah, kann die Stimmung schnell kippen.

Ein Orbán-Erbe zeichnet sich – bei allem Schaukelstuhl-Pragmatismus – nicht ab. Seine Haltung gegenüber Moskau ist auf allen Ebenen kalkuliert: Sie baut Brücken, liefert Kontakte und baut Druck auf Brüssel auf.

Ob dieses Va-Banque-Spiel langfristig aufgeht oder ob windige Machenschaften drohen, muss offen bleiben. Radev ist kein Orbán – aber auch kein Péter Magyar. [35] Wie lange sich Brüssel eine bulgarische Blockade ukrainischer Waffenlieferungen anschauen wird, ist fraglich. Es riecht – trotz einer scheinbar konsequent progressiven Politik für die Interessen in Sofia – nach Ärger in vielerlei Richtung.


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https://www.heise.de/-11277688

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.telepolis.de/article/Ungarn-Wahl-Geopolitik-schlaegt-Demokratie-11247019.html
  2. https://orf.at/stories/3427366/
  3. https://www.srf.ch/news/international/wahlen-nach-gen-z-protesten-bulgarien-will-einen-neuanfang
  4. https://www.ardmediathek.de/video/phoenix-plus/bulgarien-vor-der-wahl/phoenix/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvNTE5MDUzOA
  5. https://www.srf.ch/news/wirtschaft/euro-in-bulgarien-bulgarien-fuehrt-den-euro-ein-kommt-das-gut
  6. https://apnews.com/article/bulgaria-election-radev-borissov-corruption-russia-oligarchs-2f821c5a659a8ca4ab9dfe28b9138236
  7. https://www.freiheit.org/de/europa/wahlen-bulgarien-eindeutige-ergebnisse-schlussfolgerungen-stehen-noch-aus
  8. https://www.deutschlandfunk.de/bulgarien-wahlsieger-radev-wird-wohl-alleine-regieren-koennen-100.html
  9. https://www.hss.de/weltweit-aktiv/europa/artikel-europa/absolute-mehrheit-fuer-das-neue-parteienbuendnis-von-rumen-radev-news13974/
  10. https://www.washingtonpost.com/world/2026/04/18/bulgaria-election-radev-russia-orban/
  11. https://www.youtube.com/watch?v=_JPsUoMQWdU
  12. https://www.theguardian.com/world/2026/apr/19/bulgaria-election-rumen-radev-boyko-borissov
  13. https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/bevoelkerung-in-bulgarien-schrumpft-populisten-schueren-aengste-17744144.html
  14. https://euractiv.de/news/die-verschwindenden-bulgaren-verzweiflung-wegen-der-abreise-junger-menschen/
  15. https://de.euronews.com/my-europe/2026/04/19/wahlen-bulgarien
  16. https://www.reuters.com/world/bulgaria-faces-turmoil-after-protests-topple-government-eve-euro-entry-2025-12-11/
  17. https://constitutionnet.org/news/bulgarias-president-calls-referendum-euro-despite-court-ruling-it-would-be-unconstitutional
  18. https://apnews.com/article/bulgaria-protest-corruption-election-prosecutor-general-a17a3ea62236083743c205cfcb578801
  19. https://www.zois-berlin.de/publikationen/zois-spotlight/warum-die-gen-z-proteste-in-bulgarien-erfolgreich-waren
  20. https://fr.wikipedia.org/wiki/Bo%C3%AFko_Borissov
  21. https://www.gmfus.org/news/democracy-captured-bulgarias-peevski-predicament
  22. https://www.dps.bg/
  23. https://ihr-advisors.com/us-magnitsky-sanctions-unenforceable-in-bulgaria/
  24. https://www.occrp.org/en/news/us-sanctions-bulgarian-oligarchs-public-officials-for-corruption
  25. https://www.euronews.com/2021/06/02/us-usa-sanctions-bulgaria
  26. https://www.rferl.org/a/bulgaria-peevski-dps-corruption-sanctions/33072468.html
  27. https://www.president.bg/cat73/briefings/
  28. https://blogs.lse.ac.uk/europpblog/2026/04/28/bulgaria-2026-election-rumen-radev-progressive-bulgaria/
  29. https://vorwaerts.de/international/wahl-bulgarien-neuer-orban-radew-ist-eher-mit-magyar-vergleichbar
  30. https://balkaninsight.com/2026/04/07/bulgaria-ex-president-alleges-plan-underway-to-discredit-expected-election-win/bi/
  31. https://www.telepolis.de/article/Rumaeniens-Wahl-Deja-vu-Zweiter-Anlauf-fuer-die-Demokratie-10371062.html
  32. https://www.rt.com/news/638749-radev-bulgaria-dialogue-russia/
  33. https://elpais.com/internacional/2026-04-27/bulgaria-vuelve-la-vista-hacia-moscu.html
  34. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/wahl-bulgarien-104.html
  35. https://vorwaerts.de/international/wahl-bulgarien-neuer-orban-radew-ist-eher-mit-magyar-vergleichbar

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Signal-Angriffe: Politische Realität beißt den IT-Admin

Von Heise — 01. Mai 2026 um 16:46

(Bild: In Green/Shutterstock.com)

Erfolgreiche Phishing-Attacken auf Signal zeigen: Politik ist kein Konzern. Die IT-Strukturen im Bundestag sind komplex und durch das freie Mandat begrenzt.

Dass die jüngsten Phishing-Attacken auf Politiker, Beamte, Journalisten [1] und andere Akteure in der Hauptstadtblase teilweise erfolgreich waren, mag man noch als selbstverschuldet abtun. Denn auf diese Phishingversuche hätte niemand reinfallen müssen. Ein Problem aber bleibt, und das adressieren auch die jetzt ins Feld geführten zahlreichen „Lösungen“ nicht.

So hat unter anderem die als betroffen geltende Bundestagspräsidentin [2] Julia Klöckner (CDU) den Abgeordneten inzwischen dringend den Messenger Wire empfohlen [3], der auf den Dienstgeräten des Bundestages als Alternative zur Verfügung steht.

Wire – geschlossen und föderiert

Tatsächlich ist eine angepasste Version des Messengers namens „Wire Bund“ vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geprüft und für ausreichend sicher befunden worden, um die unterste der Geheimhaltungsstufen der Bundesrepublik einzuhalten. Wire Bund ist bis zur Stufe Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch (VS-NfD) zugelassen.

Wire Bund folgt dabei dem Prinzip einer geschlossenen Benutzergruppe: Nur zugelassene Geräte können darin registriert werden. Verschiedene Instanzen können sich föderieren, um etwa Kommunikation zwischen Bundestag und BSI zu erlauben.

Auch andere Services werden gerade als irgendwie besser angepriesen: Das etwas ins Vergessen geratene Threema rückt wieder in den Fokus, Matrix und Element sind bei der Bundeswehr als „BWMessenger“ im Einsatz und der „Bundesmessenger“ als Weiterentwicklung daraus könnte ebenfalls auf mehr Interesse stoßen.

Doch Klöckners Brief zeigt vor allem, was außerhalb des Berliner Politikbetriebs vielleicht schwer verständlich ist: Die Präsidentin und die Bundestags-Admins haben nur Einfluss auf die IT der Bundestagsverwaltung („Parlakom”) und ihrer Mitarbeiter, aber nicht der Abgeordneten und Fraktionen.

Darüber hinaus müssen Systeme die Logik der Bundesverwaltung und ihrer Sicherheitsbedürfnisse abbilden: Sichere Kommunikation erfolgt in gekapselten Umgebungen – was über „VS-NfD“ ist, muss in separaten Systemen verhandelt werden. Signal etwa ist etwa auf Dienstgeräten, die dem „Sichere Inter-Netzwerk Architektur“-Standard (SINA) folgen, gar nicht installierbar, da nicht geprüft.

Für die Sicherheitsstandards ist die Kommission des Ältestenrates für Informationstechnologien und Digitalisierung (IuD-Kommission) des Deutschen Bundestages zuständig. Sie betont, es sei „zu berücksichtigen, dass die IT-Landschaft des Deutschen Bundestages ein Verbundsystem darstellt”. Es gibt Dienste für Abgeordnete, parlamentarische Gremien und die Bundestagsverwaltung, die Fraktionen betreiben aber „aufgrund ihrer eigenständigen Stellung ihre eigene Informationstechnik“.

Abgeordnete und Fraktionen sind frei

Der Bundestag ist ein Parlament frei gewählter Abgeordneter. Und diese grundgesetzlich verbriefte Freiheit heißt auch: Jeder Abgeordnete hat das Recht, eigene IT zu nutzen. Die IT der Fraktionen ist ebenfalls unabhängig, wenn auch – nach einigen schlechten Erfahrungen [4] – oft an die Hauptkonzepte des Hauses angelehnt.

Für alle Menschen, die vor allem mit der IT-Organisationsbrille auf den Bundestag schauen, zeigt sich hier ein wesentlicher Teil des Problems: Die Menschen sollen innerhalb der Umgebung „Bundestag“ mit unterschiedlichen Arbeitsmitteln nach unterschiedlichen Standards interoperabel arbeiten können.

Die Abgeordneten genießen einen besonders hohen Schutz – auch vor der Exekutive. Während manche vielleicht kein Problem damit hätten, wenn der Verfassungsschutz zur Gefahrenabwehr ihre Inbox scannt oder das BSI eine Firewall wirksam konfiguriert, wäre das für andere womöglich inakzeptabel – denn das würde Kontrolle des Parlaments ermöglichen, das seinerseits eigentlich die Exekutive, also die Behörden, kontrollieren soll.

Über die Organisationsgrenzen hinweg

Ein inhaltlich harmloses Beispiel hilft, das zu illustrieren: die Tagesordnung des Bundestages. Sie muss zwischen den Fraktionen abgestimmt werden, üblicherweise von den Parlamentarischen Geschäftsführern. Die müssen sich mit Fraktionsmitarbeitern und Abgeordneten rückkoppeln. Und weil Politik nicht nur im Bundestag stattfindet, kommen weitere Akteure ins Spiel. Soll ein Minister sprechen, muss dessen Haus einbezogen werden. Das ist aus Bundestagssicht organisationsfremd. Minister sind oft, aber nicht immer zugleich Abgeordnete.

Der vielleicht schwierigste Teil: die Parteien und ihre Apparate – mit Parteizentrale, Bundesgeschäftsführer, Mitarbeitern. Die Mitglieder des Präsidiums wiederum sind vielleicht Ministerpräsidenten, Bundesminister, Bundestagspräsidentin oder Fraktionsvorsitzende. Dann müssen vielleicht noch Arbeitnehmerflügel oder die Mittelstandsgruppe konsultiert werden.

Eine Partei ist keine staatliche Organisation, sondern ein privater Verein – und darf auch nicht auf Services von Bundesbehörden zurückgreifen. Für ihre Parteiarbeit wiederum dürfen sie, denn sonst wäre das eine Nutzung von Staatsmitteln zu dafür nicht vorgesehenen Zwecken, ihre Dienstgeräte und deren Software aus staatlichen Funktionen nicht nutzen.

Überdies haben Politiker oft mehrere Rollen: Friedrich Merz ist Bundeskanzler, Parteivorsitzender, Abgeordneter und kooptiertes Mitglied im Vorstand des CDU-Kreisverbandes Hochsauerland. Er muss als Kanzler hochsicher kommunizieren können. Als Abgeordneter ist er frei, die Nutzung der Parlaments-IT und Fraktionsdienste wie etwa geteilter Laufwerke unterliegt den jeweiligen Regeln für diese. Als Parteivorsitzender und Vorstandsmitglied im Heimatkreisverband ist er formal normaler Bürger.

All das sind Gründe, warum eine einfache „Lösung“ – „der Admin“ lässt einen „sicheren Messenger“ zu und kontrolliert die Infrastruktur – an der Vielzahl von Organisationskontexten scheitert. Weshalb in der Realität oft das private Endgerät das Kommunikationsmittel der Wahl ist. Und da in der Politik oft schnell und über Grenzen hinweg kommuniziert werden muss, gibt es dazu auch kaum eine verfügbare, skalierende Alternative.

Zwischen peinlicher Betroffenheit und Offenheit

Es sieht also danach aus, dass man die Kommunikationswege von Politikern nicht vollständig absichern können wird. Die nächste Phishing-Welle wird kommen – und sie könnte noch ausgefeilter sein. Es kann jeden treffen. Weshalb wir weiter über Absicherungen nachdenken müssen. Dazu gehört auch die Option, dass Signal Konten deaktivieren können sollte, wenn der ursprüngliche Eigentümer Anzeichen für einen Kontrollverlust hat. Dazu müsste der legitime Nutzer den Betreibern des Messengers einen Hinweis geben können. Signal seinerseits müsste dessen Inhaberschaft des Kontos prüfen können – zumindest als optionales Angebot beim Einrichten eines Kontos sollte das vorhanden sein.

Dass ein Messenger wie Signal nicht mehr als Nerdkram gesehen wird, der von ein paar Whistleblowern genutzt wird, sondern als Messenger bis in die Politik gelangt ist, ist eigentlich positiv. Dass die Nutzer dann allerdings auch grob verstehen sollten, was sie tun, dürfte nach den Ereignissen der vergangenen Wochen auch vielen bislang Unbedarften klarer geworden sein. Und etwas Funkdisziplin, also das Nachdenken darüber, was wann mit wem geteilt wird, ist allgemein ratsam.

Viele Namen von Betroffenen sind bislang nicht öffentlich, die wenigsten bekennen sich öffentlich dazu, dass sie auf die Phishing-Attacke hereingefallen sind. Manche werden nur dadurch wahrgenommen, dass Konten für andere Nutzer überraschenderweise aus Chatgruppen entfernt werden oder ganz offline darauf hingewiesen wird, dass der Account nun von woanders weiterbetrieben wird.

Der frühere BND-Vize Arndt Freytag von Loringhoven etwa hat es klüger gemacht und verdient dafür Anerkennung: Er hat beschlossen, dass die Peinlichkeit geringer zu gewichten ist als die Warnung an Betroffene und sich mehrfach öffentlich dazu verhalten [5]. Denn das wiederum ist aus der normalen IT-Welt ein gutes Learning für die Politik: Data Breach Notifications sind wichtig für die indirekt Mitbetroffenen.


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https://www.heise.de/-11278948

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Signal-Affaere-Angriffe-halten-an-Bundesanwaltschaft-ermittelt-11272101.html
  2. https://www.heise.de/news/Signal-Phishing-Warnung-Ausloeser-wohl-Angriff-auf-Julia-Kloeckner-11268708.html
  3. https://www.heise.de/news/Digitale-Souveraenitaet-Wire-soll-Signal-als-Standard-im-Bundestag-abloesen-11275640.html
  4. https://www.heise.de/news/Bundestag-Hack-war-ein-Phishing-Angriff-ueber-un-org-2811847.html
  5. https://www.n-tv.de/politik/Ex-BND-Mann-offenbart-wie-er-Opfer-der-Signal-Attacke-wurde-id30764612.html
  6. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Massive Cyberattacke auf Canonical-Server

Von Heise — 01. Mai 2026 um 14:02
Stark verzerrtes Bild eines Fingers auf einer Tastatur, im Vordergrund ein digitales Ausrufezeichen

(Bild: janews/Shutterstock.com)

Ein laufender Angriff auf die Canonical-Server beeinträchtigt den Snapstore und andere wichtige Komponenten.

Update, Samstag, 2. Mai, 10:49: Laut Canonical laufen alle Komponenten wieder normal. Insgesamt haben die Probleme rund 20 Stunden gedauert.

Canonicals IT-Infrastruktur steht unter Beschuss: Snapstore, Launchpad, die Ubuntu-Website und andere wichtige Komponenten sind zurzeit schwer bis gar nicht erreichbar. Canonical bestätigt den Angriff und arbeitet bereits an der Behebung der Probleme.

Derzeit gibt es einen „laufenden, grenzüberschreitenden Angriff“, schreibt Canonical auf seiner Statusseite [1]. Dadurch häufen sich Spekulationen über eine DDoS-Attacke, bestätigt ist das aktuell jedoch nicht (Stand: Freitag, 1. Mai, 13:28). Der Angriff fällt laut der Seite unter die Kategorie „Komplettausfall“. Die Liste betroffener Linux-Komponenten ist lang:

  • gopkg.in
  • lists.ubuntu.com
  • security.ubuntu.com
  • jaas.ai
  • keyserver.ubuntu.com:11371
  • wiki.ubuntu.com
  • ppa.launchpad.net
  • archive.ubuntu.com
  • Livepatch API
  • canonical.com
  • login.ubuntu.com
  • maas.io
  • launchpad.net
  • blog.ubuntu.com
  • developer.ubuntu.com
  • contracts.canonical.com
  • Ubuntu Security API - CVEs
  • Ubuntu Security API - Notices
  • academy.canonical.com
  • ubuntu.com
  • Landscape,
  • portal.canonical.com
  • images.maas.io
  • assets.ubuntu.com

Nutzer können derzeit keine ISO-Images von Linux-Distros bei Ubuntu beziehen oder sich in ihre Canonical-Accounts einloggen. Ein Ad-hoc-Versuch, via snap install eine Anwendung unter Kubuntu 25.10 herunterzuladen, verlief aber erfolgreich (Stand: Freitag, 1. Mai, 13:33). Laut einem Bericht des IT-Newsportals The Register [2] bekennt sich die pro-iranische, cyberkriminelle Gruppe „313 Team“ zu dem Angriff. Dieser hätte demnach am Donnerstag begonnen und sollte laut einer Ankündigung auf einem Telegram-Kanal der Gruppe vier Stunden lang laufen. Aktuell dauern die Probleme aber immer noch an. 313 Team hat sich laut dem Bericht mit Kontaktdetails an Canonical gewendet und droht, dass der Angriff weitergeht, wenn Canonical sich nicht bei der Gruppe meldet.

Auch einen DDoS-Angriff auf die Social-Media-Plattform Bluesky reklamierte 313 Team bereits für sich [3], ebenso geriet Mastodon schon ins Visier der Kriminellen. Die Cybergang wird von IT-Sicherheitsexperten dem Iran zugeordnet. Sie ist offenbar für zahlreiche DDoS-Angriffe verantwortlich und liegt ideologisch mit dem Regime des Iran [4] auf einer Linie. Die Auswahl der Angriffsziele wirkt jedoch willkürlich. Konkrete Forderungen sind nicht erkennbar.

Update

Da die Cyberattacke nicht mehr läuft, wurde die Überschrift des Artikels entsprechend angepasst.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11279200

Links in diesem Artikel:

  1. https://status.canonical.com/#/incident/KNms6QK9ewuzz-7xUsPsNylV20jEt5kyKsd8A-3ptQEHpOd8VQ40ZQs-KD81fboQXeGZB94okNHdHBGlCv58Sw==
  2. https://www.theregister.com/2026/05/01/canonical_confirms_ubuntu_infrastructure_under/
  3. https://www.heise.de/news/Bluesky-Ausfall-DDoS-Angriff-angeblich-von-iranischer-Gruppe-313-Team-11265319.html
  4. https://falconfeeds.io/blogs/313-team-iran-israel-shadow-war/
  5. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  6. mailto:nen@heise.de

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Neu in .NET 10.0 [21]: Ausgabe der Befehle und Parameter in JSON bei SDK-Tools

Von Heise — 01. Mai 2026 um 09:00
Verkehrsschild mit Aufschrift .NET

(Bild: Pincasso / Shutterstock.com)

Die .NET-SDK-Befehle liefern über einen neuen Parameter die Hilfeinformationen nun auch in JSON-Form.

Mit dem neuen Parameter --cli-schema erhalten Entwicklerinnen und Entwickler seit .NET 10.0 bei den .NET-SDK-Kommandozeilenbefehlen eine Ausgabe der Befehlsoptionen und Parameter in JavaScriot Object Notation (JSON) [1].

Zuvor waren diese Informationen bereits in reiner Textform über die Hilfefunktion abrufbar, allerdings durch mehrere Einzelbefehle, wie beispielsweise

dotnet package -h
dotnet package add -h
dotnet package list -h
Screenshot
Screenshot

Der Screenshot zeigt einen Ausschnitt aus der Ausgabe des JSON-Schemas eines .NET-SDK-CLI-Befehls (Abb. 1).
Screenshot
Screenshot

Der Screenshot zeigt einen Ausschnitt der Hilfeinformationen eines .NET-SDK-CLI-Befehls (Abb. 2).


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11277568

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.entwickler-lexikon.de/JavaScriptObject%20Notation/lex/4577.aspx
  2. mailto:rme@ix.de

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Die beste Discord-Alternative? TeamSpeak-Server selbst hosten | c't 3003

Von Heise — 01. Mai 2026 um 16:15

Discord steht wegen geplanter Alterschecks per Ausweis, Foto oder KI in der Kritik. Ist TeamSpeak plötzlich wieder die bessere Alternative?

TeamSpeak ist mit seinen 25 Jahren ein richtiges Urgestein unter den Sprachkommunikations-Apps. Mit TeamSpeak 6 bietet das Tool mittlerweile auch viele Funktionen, die User von Discord kennen. Unter anderem Freundeslisten, Screen-Sharing und Gruppenchats. c’t 3003 hat sich angeschaut, ob sich der Wechsel von Discord lohnt und wie man einen eigenen Server aufsetzt.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, das ist die beliebte Sprach- und Textchat-Software Discord, und die hat sich mal wieder sehr unbeliebt gemacht. Discord hat Anfang des Jahres angekündigt, eine verpflichtende Altersverifikation für bestimmte Inhalte zu verlangen. Dafür muss man entweder ein Bild von sich machen, gleich ein Bild vom Ausweis einschicken, oder das Alter wird per KI geschätzt. Okay? Ich glaube, es hakt. Naja, aber es gibt ja noch den seit 25 Jahre bestehenden Urgroßvater des Sprachchats aus Deutschland: TeamSpeak. Und da gibt es eigentlich alles, was die meisten Discord-User brauchen. Textchannel, Screensharing und natürlich Sprachchat. Sogar mit deutlich besserer Audioqualität als bei Discord. Und wenn ihr jetzt denkt: Hä, aber bei TeamSpeak kostet das doch Geld und so, und ich muss mir einen Server mieten und so weiter. Nein, nicht, wenn ihr euren eigenen Server aufsetzt. Das ist sehr einfach und schnell gemacht und bietet Platz für bis zu 32 Leute. Komplett kostenlos. In diesem Video zeigen wir euch, wie das geht, klären ab, ob TeamSpeak Discord ersetzen kann und wie ihr eure Freunde davon überzeugt, Discord endlich loszulassen. Bleibt dran.

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier, bei...

Also, für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand Discord nicht kennt, ganz kurz: Discord ist primär ein Sprach- und Chat-Tool, aber auch noch sehr viel mehr als das. Also da kann man easy einen eigenen Server erstellen, seine Freunde einladen, dann über Voice-over-IP miteinander sprechen und auch den Screen sharen, also für Freunde live streamen. In persistenten Text-Chat-Kanälen kann man Nachrichten schreiben, Umfragen erstellen, Spiele spielen, Bots für alles Mögliche einstellen oder gleich komplette Foren anlegen. Ein Discord-Server funktioniert dabei quasi wie ein Community-Hub mit verschiedenen Unterkanälen, die alle für unterschiedliche Zwecke benannt und verwendet werden können. Also ein Discord-Server kann sehr viel mehr sein als nur eine Sprach- und Chat-Software für Freunde. Alles in einem Tool gebündelt und theoretisch komplett kostenlos. Für fast jedes Thema, Spiel, Verein, Hobby oder andere Dinge gibt es einen eigenen Discord-Server. Und ja, das Tool ist beliebt, also wirklich extrem beliebt. Aktuell hat Discord laut Schätzung 200 Millionen User. Jesus Christus.

Okay, aber warum sollte man überhaupt wechseln, wenn Discord doch so toll ist? Ja, das Ding ist, Discord will zukünftig das Alter von Usern verifizieren, entweder per Bild, Ausweis oder KI. Da kommen wir später nochmal im Detail zu. Fakt ist, die Ankündigung hat den Leuten mal so gar nicht gefallen. Wer hätte das ahnen können? Das sieht man auch sehr schön in den Google-Trends zu Discord-Alternativen und in den vielen Videos und Artikeln, die seitdem online gegangen sind und verschiedene Alternativen auflisten. In diesem Video konzentrieren wir uns aber nur auf eine einzige und die meiner Meinung nach beste Alternative: TeamSpeak. Die haben auch kurz nach der Discord-Ankündigung auf X gepostet, dass sie durch einen riesigen Anstieg an Usern in vielen Regionen an die Grenzen ihrer Server-Kapazitäten gekommen sind.

Und ja, ich muss zugeben, ich bin da nicht ganz unvoreingenommen, was TeamSpeak angeht. Denn meine Freunde und ich benutzen das seit mittlerweile 20 Jahren und wir sind nie auf Discord gewechselt. Dafür wurde ich auch schon oft ausgelacht, vor allem von Leuten, die jünger sind als ich. Aber ich muss keinen Ausweis einschicken. Wer lacht jetzt? Also TeamSpeak kommt aus Deutschland und existiert seit 2001. Der Teil des Unternehmens, der sich um Softwareentwicklung kümmert, sitzt auch weiterhin in Deutschland. Der Teil für Vermarktung und Vertrieb aber mittlerweile in den USA. Das ist alles ein bisschen verwirrend, aber ja, ich fand es wichtig zu erwähnen, dass TeamSpeak nicht nur noch ein rein deutsches Unternehmen ist.

Aber erstmal ein Rundgang, was TeamSpeak so kann. Also wenn man TeamSpeak runterladen will, ist das erstmal ein bisschen verwirrend, denn es gibt zwei verschiedene Versionen zur Auswahl: TeamSpeak 3 und TeamSpeak 6. Logisch. TeamSpeak 3 ist quasi noch die klassische uralte Version vom Client, die viele im Kopf haben, wenn sie an TeamSpeak denken, und die noch so aussieht wie der Windows-XP-Hardware-Manager. Ach nee, sorry, sorry, sorry. Kleine Korrektur. Wie der Windows-11-Hardware-Manager, der sieht nämlich immer noch ganz genauso aus. Okay, also manche würden sagen, TeamSpeak 3 ist hässlich. Ich sage, das ist Vintage. TeamSpeak 6 ist die modernere Version, die viel mehr Funktionen hat und auch deutlich schicker aussieht. TeamSpeak 3 hat den Vorteil, dass es extrem ressourcenschonend ist und man keinen Account braucht. Für TeamSpeak 6 muss man sich einen anlegen, wie bei Discord. Hat dann aber auch deutlich mehr Funktionen als TeamSpeak 3.

Was den Privacy-Aspekt angeht, muss man sagen, dass die Zusatzfunktionen von TeamSpeak 6, wie die Freundesliste, Gruppenchats und das Verschicken von Bildern, nicht über den eigenen Server laufen, sondern über den Account und die MyTeamSpeak-Cloud. Aber ja, gut, was Discord angeht, läuft das ja eh alles über die Discord-Server, also wenn man von da wechselt, dann ist TeamSpeak 6 auf jeden Fall trotzdem die attraktivere Alternative. Deswegen konzentrieren wir uns hier mal da drauf. Wenn man das installiert und sich einen Account erstellt, sieht das so aus. Hat auf den ersten Blick schon auch Ähnlichkeit zu Discord und ist am Anfang auch mindestens genauso verwirrend. Im Prinzip ist das aber simpel aufgebaut. Hier links oben werden die Server aufgelistet, mit denen man verbunden ist. Darunter kann man sich Lesezeichen abspeichern, dann kommen Kontakte und dann Gruppenchats. Hier in der Mitte werden einem öffentliche Server vorgeschlagen, denen man joinen könnte.

Tritt man einem Server bei, sieht man hier die einzelnen Räume, in denen man sprechen kann. Die kann man je nach Themen aufteilen und benennen. Hier auf diesem offiziellen Community-Server gibt es beispielsweise eine Gaming-Area, normale Talk-Channel und so AFK-Channel, wo man nicht reden kann. Anders als bei Discord ist man quasi direkt in einem Call, sobald man den Server betritt. Also man kann nicht auf irgendeinen Server gehen, ohne dass man in irgendeinem dieser Channel hängt. In meiner Vorstellung ist das wie so ein großes Büro, wo man halt unterwegs ist und jeweils in die einzelnen Räume geht oder halt im Flur rumsteht. Wenn man nicht reden will, dann mutet man sich einfach oder geht gleich in einen AFK-Channel. Wenn man will, könnte man hier auch so einen temporären und privaten Channel mit Passwort erstellen, der gelöscht wird, sobald man den Server wieder verlässt. Das ist auf so Community-Servern meistens so eingestellt, dass das geht.

Ein dicker Unterschied zu Discord ist, es gibt auf den Servern keine persistenten Chatkanäle. Also man kann innerhalb eines Channels schreiben, aber der Chat wird nur so lokal im Client gespeichert, und Leute, die danach reinkommen, sehen dann auch die Nachrichten gar nicht mehr. Bei TeamSpeak 6 sind persistente Chats ausgelagert, hier links bei Gruppenchats. Die existieren unabhängig von Servern. Einfach Gruppenchat erstellen, Freunde einladen und fertig. Dann kann man chatten, Bilder senden, und ja, das war’s. Also das ist alles schon ein bisschen basic. Es macht, was es soll, aber da geht in Discord-Chatkanälen schon deutlich mehr mit sowas wie Umfragen, einzelnen Threads oder so Integration von beispielsweise YouTube, wo man Videos zusammenglotzen kann. Freunde kann man auch per Direct Message anschreiben, aber sie wie bei Discord direkt anrufen geht nicht.

Aber ja, wir waren jetzt nur auf einem öffentlichen Server unterwegs, und eigentlich will man ja in 90 % der Fälle einen eigenen für sich und seine Freunde erstellen, wie bei Discord. Aber da, wo bei Discord der Button für Server hinzufügen wäre, steht hier nur „Erstelle eine TeamSpeak-Community“. Hm, klickt man da drauf, sieht man den größten Knackpunkt bei TeamSpeak. Die Nummer ist nicht kostenlos. Wenn man einen Server für bis zu zehn gleichzeitige User erstellen will, kostet das 5 US-Dollar im Monat. Okay, das ist nicht superteuer und man kann sich das mit Freunden teilen, aber ja, da haben viele einfach keinen Bock drauf. Und wenn man mehr Slots braucht, für beispielsweise eine WoW-Gilde oder so mit bis zu 60 Slots, dann kostet das schon 17,99 im Monat, und ja, das haut schon rein. Und ja, bei Discord kostet das halt keinen Cent, so gut wie unbegrenzt große Server zu erstellen. Kein Wunder, dass das so beliebt ist.

Aber wenn wir eins hier bei c’t 3003 lieben, dann ist es, Dinge selbst zu hosten. Und das Geile ist, man kann sich einen TeamSpeak-6-Server selber aufsetzen für bis zu 32 User gleichzeitig und das komplett kostenlos. Wie das geht, kommt gleich. Timestamps für jeweilige Betriebssysteme sind hier unten. Vorher noch die Frage: Wie kriege ich eigentlich meine Freunde dazu, auf TeamSpeak zu wechseln? Dafür schauen wir uns nochmal die Altersverifikation genauer an. Das ist nämlich schon echt nicht ohne und auf jeden Fall ein Argument gegen Discord. Das US-Unternehmen hat im Februar dieses Jahres angekündigt, eine verpflichtende Altersverifikation für bestimmte Inhalte einzuführen. Damit sollten alle neuen und bestehenden Benutzerkonten weltweit automatisch auf jugendgerechte Erfahrung mit eingeschränktem Zugang zu altersbeschränkten Bereichen und Inhaltsfeldern eingestellt werden. Dafür können User wählen, ob sie zur Altersverifikation eine Schätzung durch Gesichtserkennung nutzen, also ein Foto einschicken oder gleich den Ausweis. Toll, hat man auf jeden Fall Bock drauf.

Und ja, der Shitstorm war anscheinend so groß, dass das Unternehmen dann in einem zweiten Statement leicht zurückgerudert ist. In einem Update heißt es, der Gesichtsscan oder die Vorlage eines Ausweisdokuments werde nur für eine Minderheit von Nutzern notwendig. Das Alter der meisten User werde von einem KI-Modell automatisch geschätzt. Dafür zieht die KI Verhaltensmuster und mehrere andere Signale heran. Erst wenn die automatische Altersschätzung kein mit hoher Wahrscheinlichkeit verlässliches Ergebnis erzielt, wird eine manuelle Verifizierung notwendig. Okay, das User-Alter wird also mit KI geschätzt. Aber wie? Laut Discord wird dabei sowas wie das Account-Alter, die Zahlungsmethode, besuchte Server und allgemeine Aktivitätsmuster in Betracht gezogen. Bei diesen allgemeinen Aktivitätsmustern verlinkt Discord auf sein DERE-System. Das steht für Discords Entity-Relationship-Embeddings. Vereinfacht gesagt untersucht das System dabei die Beziehung zwischen User, Server und Spiel, um daraus beispielsweise Analysen abzuleiten oder auf den User angepasste Empfehlungen anzuzeigen. So oder so ähnlich könnte dann DERE oder eine Abwandlung davon auch das Alter schätzen. Genau bestätigt hat Discord diesen Zusammenhang noch nicht, aber will dazu zukünftig noch genauere technische Details veröffentlichen.

Diese Methode, also Altersschätzung mit KI, ist übrigens auch kein Einzelfall. YouTube testet gerade auch sowas Ähnliches. Naja, das ist schon mal besser, als ein Bild oder gleich den Ausweis einzuschicken, aber trotzdem bekommt man schon irgendwie ein mulmiges Gefühl, dass Discord permanent das Verhalten der User auch für Altersschätzung analysiert. Oder geht nur mir das so? Und ja, das ist auch nicht das erste Mal, dass Discord negative Schlagzeilen gemacht hat. 2025 gab es ein Datenleck bei Discords Kundenservice-Dienstleister Zendesk, bei dem sensible Daten geklaut wurden. Unter anderem Fotos, die für Altersnachweise verwendet wurden. Haha, tja, hoppla.

Okay, also das sind eigentlich alles Argumente, um sich einen eigenen TeamSpeak-Server aufzusetzen. Aber wie geht das? Erstmal die Installation. Falls ihr eh schon sowas wie Unraid laufen habt, wo ihr über ein grafisches Interface Docker-Container installieren könnt, ist das wirklich kinderleicht. Hier bei Unraid einfach auf Apps nach TeamSpeak 6 suchen und beim binhacks-official-teamspeak-6-server auf „Installieren“ drücken. Fertig. Der Server läuft. Jetzt noch bei Docker auf den Container und dann auf „Logs“ klicken und da dann den „Server Privilege Key“ rauskopieren und irgendwo für später abspeichern. Auf Windows läuft das ähnlich einfach. Hier auf dem offiziellen GitHub-Repository die Dateien für Windows runterladen und „ts-server.exe“ doppelklicken. Fertig. Der Server läuft. Hier nur noch den „Server Admin Key“ rauskopieren und abspeichern. Den braucht man wieder später.

Falls ihr einen Linux-Server laufen habt oder sowas wie einen Raspi, Thin-Client oder gemieteten Server, dann muss man ein klein wenig mehr machen, aber das ist immer noch okay einfach. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, das mit Docker zu machen. Nur ganz grob: Mit Docker kann man Serveranwendungen wie beispielsweise TeamSpeak in einem Container aufsetzen, der abgeschottet für sich läuft, und da ist alles drin, was der Server so braucht. In erster Linie ist das viel einfacher, als alles manuell selbst zu installieren. Was Docker genau ist und wie das im Detail funktioniert, hatten wir schon mal ausführlich in einem Video erklärt. Falls euch das interessiert, Link ist in der Beschreibung. Aber keine Angst, für TeamSpeak muss man eigentlich nur stumpf zwei, drei Sachen machen.

Einmal Docker installieren. Falls ihr das nicht schon habt, das geht am einfachsten über das offizielle Installationsskript. Dafür öffnet ihr das Terminal oder verbindet euch per SSH mit eurem Server und knallt diese beiden Befehle rein. Ich packe die auch alle noch in die Beschreibung. Falls ihr eine Fehlermeldung für curl bekommt, einmal sudo apt install curl eingeben. Dann legen wir eine Datei namens docker-compose.yml an. Das ist eine Konfigurationsdatei, in der man Eigenschaften für Container definieren kann, also auch für unseren TeamSpeak-Server. Dafür dann nano docker-compose.yml eingeben und dann das hier reinkopieren. Findet man alles in der Beschreibung. Dann speichern mit Strg+O, also STRG oder CMD+O. Einmal bestätigen und mit Strg+X beenden. Jetzt ist quasi die Konfiguration für den TeamSpeak-Server angelegt.

Jetzt nur noch den Server starten mit sudo docker-compose up -d. Ja, und jetzt läuft der Server. Wir brauchen aber noch den Berechtigungsschlüssel, damit wir uns als Admin auf dem Server anmelden können. Dafür sudo docker logs teamspeak-server eingeben und da, wo server admin privilege key created steht, den Key kopieren und irgendwo abspeichern. Fertig. Okay, der TeamSpeak-Server läuft, und man kann sich jetzt verbinden. Aus dem Heimnetz verbindet man sich mit der lokalen IP und schreibt :9987 dahinter. Einfach hier links oben die IP eingeben, bestätigen und man joint dem Server. Nice. Hier oben sollte dann stehen: „Ist dies dein TeamSpeak-Server?“ Ja, ist es. Da kommt dann dieser Server-Privilege-Key rein, den man sich vorher irgendwo abgespeichert hat. Reinkopieren, bestätigen, und dann seid ihr Server-Admin.

Als Erstes würde ich dann auf jeden Fall hier oben beim Server über Rechtsklick, „Edit Server Settings“, „Show Advanced“ ein Passwort festlegen und den Haken bei „Add Server to Public Directory“ rausnehmen. Dann kann der nicht mehr in Suchen gefunden werden. Trotzdem soll er für Freunde mit der richtigen IP erreichbar sein. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste wäre es, die Ports im Router freizugeben. Dafür geht man in den Routereinstellungen, wie hier beispielsweise in der FRITZ!Box, auf „Internet“, „Freigabe“, „Gerät für Freigaben hinzufügen“, dann das Gerät hier aus der Liste auswählen und hier unten auf „Neue Freigabe“ klicken. Dann auf „Portfreigabe“, bei „Anwendung“ „Andere Anwendung“ auswählen, „UDP“ als Protokoll auswählen und hier dreimal den Port 9987 eintragen. Bestätigen und auf „Übernehmen“ drücken.

Ports freigeben macht vielleicht bei dem einen oder anderen ein bisschen Bauchschmerzen. Damit ist dann halt ein Dienst von außen zugänglich. Ich halte das für vertretbar, wenn man wirklich nur genau die richtigen Ports für den jeweiligen Dienst öffnet. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, einen Home-Server von außen erreichbar zu machen. Wir haben genau zu dem Thema schon mal ein komplettes Video gemacht, also checkt das gerne mal aus, falls ihr Bedenken habt. Ah, und standardmäßig bietet ein TeamSpeak-Server auch File-Transfer, für den man noch einen zusätzlichen Port öffnen müsste. Also damit kann man dann Dateien auf den Server hoch- und runterladen. Das ist noch so ein uraltes Feature und ich finde, dafür gibt es mittlerweile deutlich bessere Dienste, deswegen ignoriere ich das hier und ich würde den Port dafür auch geschlossen halten. Für Voice braucht man den nicht.

Okay, naja, also so oder so, der Server ist jetzt von außen erreichbar, und man kann sich mit der IP-Adresse verbinden. Wenn ihr eure öffentliche IP herausfinden wollt, geht das beispielsweise im Online-Monitor in der FRITZ!Box oder über verschiedene Websites von VPN-Anbietern oder sowas wie „wieistmeineip.de“. Kopiert da die IPv4-Adresse und schreibt :9987 dahinter. Das ist die Adresse eures TeamSpeak-Servers, womit sich eure Freunde und ihr verbinden könnt. Okay, das Ding ist erreichbar, weiter mit den Server-Settings. Hier kann man nämlich einiges einstellen, zum Beispiel hier rechts bei den Rechten. Also beispielsweise kann man Servergruppen festlegen und was die alles so dürfen. Zum Beispiel will ich nicht, dass Gäste sich frei auf dem Server bewegen können. Dafür klicke ich hier auf „Guest“, scrolle runter und nehme beim Zugang alle Haken raus. Genauso auch unter „Erstellen“, damit Gäste keine neuen Channels erstellen können. Also ihr checkt, ich gehe jetzt nicht über jede Einstellung einzeln, aber wenn man will, kann man sich das hier alles ganz genau anpassen.

Auf dem Server ist es noch relativ leer. Standardmäßig gibt es hier nur einen „Default Channel“, den kann man rechtsklicken, bearbeiten und beispielsweise in Eingang umbenennen. Unten auf „Channel erstellen“ kann man neue hinzufügen. Wenn man bei einzelnen Channels auf das Symbol hier oben klickt, kann man da auch noch eine Bild-URL einfügen, um die irgendwie bunt aussehen zu lassen. Ja, also da lässt sich insgesamt viel einstellen, wenn man die Lust dazu hat. So setzt man sich auf jeden Fall seinen eigenen TeamSpeak-Server auf, wo man jetzt mit seinen Freunden abhängen kann. Screensharing funktioniert übrigens auch. Einfach nur auf diesen Knopf hier unten drücken. Dann kann man verschiedene Dinge wie die Auflösung, FPS und Bitrate einstellen und Stuff von seinem Bildschirm streamen. Das läuft dann über Peer-to-Peer, also nicht über euren Server. Das heißt, man streamt direkt von sich zu den jeweiligen Zuschauern. Das hat weniger Latenz, als wenn es noch über irgendeinen Server laufen würde, belastet aber auch je nach Zuschauerzahl mehr den Upload.

Was jetzt noch im Vergleich zu Discord fehlt, sind Text-Channel, also dauerhafte Text-Channel. Die gibt es, wie ich schon meinte, nur ausgelagert. Also der Move wäre hier, einen Server für eure kleine Freundes-Community zu erstellen und jeweils hier links dann noch einen Gruppenchat und alle einladen. Also ja, alles nicht ganz so mächtig wie bei Discord, aber das funktioniert auch schon ganz nice, wie ich finde. Übrigens gibt es bisher keine Möglichkeit, mit einer TeamSpeak-6-Lizenz die Slotgröße vom eigenen Server zu erhöhen. Das geht bisher nur mit einem TeamSpeak-3-Server. Aber das kommt vermutlich noch, denn dieser TeamSpeak-6-Server-Release ist bisher auch noch in der Beta. Wenn man mehr Slots für einen eigenen TeamSpeak-6-Server haben will, geht das bisher nur über den Community-Plan für, wie ich schon meinte, 17,99. Der hat dann 60 Slots und ist dann logischerweise nicht lokal gehostet, sondern läuft über TeamSpeak selbst, wie bei Discord.

Ah, übrigens, mit dem TeamSpeak-6-Client kann man auch auf TeamSpeak-3-Server und andersrum. Aber dann fehlen halt dementsprechend Funktionen, wie beispielsweise das Livestreaming. Trotzdem cool, dass das geht. Naja, also TeamSpeak ist nicht so mächtig wie Discord, und so riesige Community-Server für verschiedene Themen zu erstellen, ist bisher noch nicht so richtig gut möglich. Dafür bräuchte es servergebundene persistente Chats und mehr Hosting-Optionen, aber für das Abhängen mit Freunden reicht so ein 32-Slot-Server auf jeden Fall. Und mit Livestreaming, Freundesliste und Gruppenchats kommt das der Discord-Experience schon irgendwie nah. Wechselt ihr von Discord weg? Wenn ja, wohin? Schreibt das gerne mal in die Kommentare. Und sonst Daumen nach oben bitte und bis zum nächsten Mal. Tschüss!

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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Fitnesslabor: So entstehen die Messwerte von Sportuhren

Von Peter Steinlechner — 01. Mai 2026 um 14:30
Vom Höhenlabor bis zum Strömungskanal: In einer Turnhalle prüft Huawei die Sensoren seiner Sportuhren . Ich habe mir das mal angeschaut.
Golem-Autor Peter Steinlechner im Sports Lab von Huawei in Dongguan (Bild: Peter Steinlechner / Golem)
Golem-Autor Peter Steinlechner im Sports Lab von Huawei in Dongguan Bild: Peter Steinlechner / Golem

Ich stehe in der chinesischen Stadt Dongguan in einer Halle, die auf den ersten Blick wie ein überdimensioniertes Fitnessstudio wirkt. Laufbänder, Fahrräder, eine Kletterwand, hinten im Eck ein Tischtennisroboter. Allerdings geht es hier nicht um Training – sondern darum, dass eine Uhr am Ende recht behält.

Der Ort gehört zu den Huawei Sports Labs, einem Netzwerk aus drei Standorten in Xi'an, Dongguan und Helsinki. Hier werden Funktionen von Wearables nicht nur entwickelt, sondern vor allem überprüft und kalibriert.

Ein Beispiel für solche Funktionen sind virtuelle Kadenz und virtuelle Leistung beim Radfahren – beides Werte, die ohne zusätzliche Sensoren direkt von der Uhr berechnet werden. Das gibt es bislang nur bei Huawei.

Grundlage dafür sind Sensordaten wie Beschleunigung (IMU), Bewegungsrhythmus, Geschwindigkeit und Steigung sowie physiologische Parameter wie die Herzfrequenz. Die Modelle dahinter kombinieren diese Datenpunkte und gleichen sie mit Referenzwerten ab, beispielsweise von Powermetern oder externen Kadenzsensoren.

Damit solche Funktionen im Alltag brauchbar sind, müssen sie unter kontrollierten Bedingungen getestet werden – genau das passiert hier. "Wir führen hier vor allem Zuverlässigkeitstests durch, bevor Produkte ausgeliefert werden" , erfahre ich zu Beginn der Führung.

Das Ziel: Die Messwerte sollen auch unter schwierigen Bedingungen stabil bleiben. Entsprechend arbeitet Huawei mit externen Partnern wie der chinesischen Meteorologiebehörde oder Forschungsinstituten für Wintersport zusammen.

Ein zentraler Bereich ist die Simulation von Umweltbedingungen. In einer Klimakammer lassen sich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Höhenbedingungen präzise einstellen. "Wir können hier Höhen bis zu 6.000 Metern simulieren" , erklärt einer der Entwickler.

In dieser Umgebung werden Sensoren für Blutsauerstoff (SpO₂), Herzfrequenz und Herzratenvariabilität getestet. Die Messwerte werden direkt mit Referenzgeräten wie medizinischen Fingerpulsoximetern verglichen.

Atemprobleme im Schlaf?

Dabei geht es nicht nur um absolute Werte, sondern auch um Stabilität und Reaktionsverhalten, etwa bei sinkender Sauerstoffsättigung im Schlaf oder unter Belastung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Messungen unter Wasser. Das Labor nutzt dafür ein Strömungsbecken mit Geschwindigkeiten von bis circa 1,5 m/s – das ist sehr schnell. Kameras erfassen Bewegungsparameter wie Zugfrequenz und Beinschlag, während parallel Sensordaten aufgezeichnet werden.

Hier werden Trainingswerte von einem Radfahrer erfasst. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 1/10: Hier werden Trainingswerte von einem Radfahrer erfasst. (Bild: Steinlechner / Golem)
Der Fuhrpark ist groß, fast alle Arten von Rädern sind vertreten. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 2/10: Der Fuhrpark ist groß, fast alle Arten von Rädern sind vertreten. (Bild: Steinlechner / Golem)
Hinter den Rudergeräten ist ein Teil der Kraftsportausrüstung zu erkennen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 3/10: Hinter den Rudergeräten ist ein Teil der Kraftsportausrüstung zu erkennen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Die Sporthalle ist klimatisiert, draußen kann man dann Werte in der typischen Schwüle von Dongguan messen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 4/10: Die Sporthalle ist klimatisiert, draußen kann man dann Werte in der typischen Schwüle von Dongguan messen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Es gibt nicht viele Fitnessstudios, die so viele so hochwertige Laufbänder haben. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 5/10: Es gibt nicht viele Fitnessstudios, die so viele so hochwertige Laufbänder haben. (Bild: Steinlechner / Golem)
Hinter diesen massiven Fenstern befindet sich die Höhenkammer. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 6/10: Hinter diesen massiven Fenstern befindet sich die Höhenkammer. (Bild: Steinlechner / Golem)
Das Schwimmbecken (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 7/10: Das Schwimmbecken (Bild: Steinlechner / Golem)
Auf diesem riesigen Laufband hätten mehreren Sportler Platz. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 8/10: Auf diesem riesigen Laufband hätten mehreren Sportler Platz. (Bild: Steinlechner / Golem)
Golf wird zum Teil virtuell erfasst. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 9/10: Golf wird zum Teil virtuell erfasst. (Bild: Steinlechner / Golem)
Die Kletterwand ist wichtig für Boulder-Werte. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 10/10: Die Kletterwand ist wichtig für Boulder-Werte. (Bild: Steinlechner / Golem)

Der Hintergrund sei ein bekanntes Problem bei optischen Sensoren, erklärt der Entwickler: "Wenn Wasser unter der Uhr entlangströmt, sind Herzfrequenzmessungen normalerweise nicht sehr genau."

Deswegen wird untersucht, wie stark diese Abweichungen ausfallen und wie sich die Signalverarbeitung anpassen lässt, etwa durch Filterung oder Kombination mehrerer Sensordaten.

Der technisch umfangreichste Bereich ist eine kombinierte Bewegungs- und Simulationsplattform. Sie besteht aus einem Hochgeschwindigkeitslaufband mit Geschwindigkeiten bis 50 km/h und variabler Steigung von 0 bis 25 Prozent. Ich würde gerne darauf rumrennen, aber aus Sicherheitsgründen darf das nur das Personal.

Ergänzt wird das System durch ein Motion-Capture-System mit mehreren Kameras sowie durch externe Referenzsensoren. Bewegungen werden dreidimensional erfasst, die Abtastraten liegen deutlich über typischen Consumer-Werten, um auch schnelle Änderungen präzise abzubilden.

Gerade für Funktionen wie virtuelle Kadenz und virtuelle Leistung ist dieser Aufbau wichtig: Die berechneten Werte der Uhr werden parallel mit echten Messwerten, beispielsweise von Powermetern verglichen.

Ein nettes Detail am Rande: Beim Blick über die Trainingsgeräte sehe ich auch Hardware von Konkurrenten, etwa einen Smart Trainer von Kickr (Wahoo) und ein Fahrradnavi von Garmin; beide dienen erkennbar nur als Ausstattung, nicht als technisches Vorbild zum Nachbauen. Derartige Produkte hat Huawei selbst nicht im Angebot.

Mit der Bewegungs- und Simulationsplattform werden gezielt Szenarien wie konstante Belastung, wechselnde Trittfrequenz oder starke Steigungsänderungen durchgespielt. Die Abweichungen fließen direkt in die Modellanpassung ein.

"Wir können unsere Uhren hier kalibrieren" , heißt es dazu. "Bei einigen aeroben Fitnessindikatoren erreichen wir eine Genauigkeit von etwa 98 Prozent im Vergleich zu professionellen Laborgeräten." Diese Angabe bezieht sich auf kontrollierte Tests und umfasst unter anderem herzfrequenz-basierte Kennwerte, Distanzmessung und Teile der Trainingsanalyse.

Zur Validierung nutzt das Labor auch instrumentierte Streckenabschnitte. Gerade und gekrümmte Segmente ermöglichen es, Unterschiede zwischen idealisierten und realen Bewegungsabläufen zu analysieren. Ergänzt wird das durch zusätzliche Sensorik wie Brustgurte oder externe Messsysteme zur Erfassung von Herzfrequenzvariabilität (HRV).

Dadurch lassen sich typische Fehlerquellen wie Richtungswechsel oder variierende Schrittlängen gezielt untersuchen. Weitere Bereiche sind auf spezifische Anwendungen ausgelegt.

Im Golflabor werden GPS-Signale simuliert, um Distanzberechnungen und Kartenmaterial zu überprüfen. Dabei wird nicht nur die Position bestimmt, sondern auch die Stabilität des Signals unter wechselnden Bedingungen getestet, etwa bei schwachem Empfang.

Tischtennis für Profis

Im Tischtennisbereich erzeugt ein automatisierter Profi-Trainingsroboter definierte Ballsequenzen mit variabler Geschwindigkeit und Rotation, um Sensorreaktionen reproduzierbar zu messen. Ich trete aus Neugier gegen den Roboter an und schlage mich halbwegs ordentlich auf der niedrigsten Stufe – schon auf der nächsthöheren habe ich keine Chance.

Ein Bereich, der noch in Entwicklung ist, betrifft das Krafttraining. Die Herausforderung liegt laut dem Entwickler in der Vielfalt der Bewegungen und der fehlenden Standardisierung. "Es gibt so viele unterschiedliche Bewegungen – das ist ein großes Problem" , heißt es dazu.

Hier werden Trainingswerte von einem Radfahrer erfasst. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 1/10: Hier werden Trainingswerte von einem Radfahrer erfasst. (Bild: Steinlechner / Golem)
Der Fuhrpark ist groß, fast alle Arten von Rädern sind vertreten. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 2/10: Der Fuhrpark ist groß, fast alle Arten von Rädern sind vertreten. (Bild: Steinlechner / Golem)
Hinter den Rudergeräten ist ein Teil der Kraftsportausrüstung zu erkennen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 3/10: Hinter den Rudergeräten ist ein Teil der Kraftsportausrüstung zu erkennen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Die Sporthalle ist klimatisiert, draußen kann man dann Werte in der typischen Schwüle von Dongguan messen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 4/10: Die Sporthalle ist klimatisiert, draußen kann man dann Werte in der typischen Schwüle von Dongguan messen. (Bild: Steinlechner / Golem)
Es gibt nicht viele Fitnessstudios, die so viele so hochwertige Laufbänder haben. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 5/10: Es gibt nicht viele Fitnessstudios, die so viele so hochwertige Laufbänder haben. (Bild: Steinlechner / Golem)
Hinter diesen massiven Fenstern befindet sich die Höhenkammer. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 6/10: Hinter diesen massiven Fenstern befindet sich die Höhenkammer. (Bild: Steinlechner / Golem)
Das Schwimmbecken (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 7/10: Das Schwimmbecken (Bild: Steinlechner / Golem)
Auf diesem riesigen Laufband hätten mehreren Sportler Platz. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 8/10: Auf diesem riesigen Laufband hätten mehreren Sportler Platz. (Bild: Steinlechner / Golem)
Golf wird zum Teil virtuell erfasst. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 9/10: Golf wird zum Teil virtuell erfasst. (Bild: Steinlechner / Golem)
Die Kletterwand ist wichtig für Boulder-Werte. (Bild: Steinlechner / Golem)
Bild 10/10: Die Kletterwand ist wichtig für Boulder-Werte. (Bild: Steinlechner / Golem)

Aktuell konzentrierten sich die Entwickler auf grundlegende Bewegungsmuster wie Kniebeugen, Zug- und Druckübungen. Ziel sei es, dafür zunächst stabile Modelle zu entwickeln, bevor nach und nach immer komplexere Bewegungsabläufe folgen.

Insgesamt zeigt das Labor einen klar strukturierten, datengetriebenen Ansatz. Sensoren werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines Systems aus Messung, Referenzvergleich und Modellierung.

Die Werte, die später auf der Uhr angezeigt werden, basieren auf diesen Testreihen – auch bei Funktionen wie virtueller Kadenz und virtueller Leistung, die ohne zusätzliche Hardware auskommen. Es hängt dann von der Qualität der zugrunde liegenden Modelle ab, ob die Uhr bei ihrer Anzeige tatsächlich recht hat.

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Anzeige: TP Link-Innenraumkamera im 2er-Pack unter 40 Euro bei Amazon

Von Boris Connemann — 01. Mai 2026 um 13:45
Die Tapo-Innenraumkamera bietet 360°-Sicht und Nachtsicht. Aktuell ist die smarte WLAN-Kamera im Doppelpack wieder für unter 40 Euro zu haben.
Nur rund 20 Euro pro Stück: Smarte-WLAN-Kamera im Zweierpack im neuen Amazon-Angebot (Bild: Amazon.de)
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Ob als Babyphone-Ersatz, Haustierkamera oder einfach zur Sicherheit im Alltag: Die Tapo-C200-Innenraum-Überwachungskamera im Doppelpack hat eine gute Leistung zu einem Preis, der aktuell kaum zu schlagen ist. Dank Full-HD-Video, App-Steuerung, Zwei-Wege-Audio und Nachtsicht bietet sie alles, was moderne Heimüberwachung braucht – und ist jetzt im praktischen Zweierpack bei Amazon mit rund 20 Euro pro Einheit bei Amazon wieder günstig zu haben.

Rundumsicht in Full-HD

Die Tapo-Innenraum-Überwachungskamera überwacht mit einer 1080p-Full-HD-Auflösung, die selbst Details klar sichtbar macht. Dank motorisierter Schwenk- und Neigefunktion (340° horizontal, 55° vertikal) lässt sich fast jeder Winkel des Raums abdecken. Das ist ideal für Wohnzimmer, Kinderzimmer oder Büro. Besonders beliebt ist die Kamera auch als Baby- oder Haustiermonitor, da sie automatisch Bewegungen verfolgt und stets den Überblick behält. In der Nacht schafft die infrarotbasierte Nachtsicht auf bis zu neun Metern klare Bilder. So bleibt alles im Blick, auch wenn das Licht längst aus ist.

Mit Zwei-Wege-Audio und Alexa-Sprachsteuerung

Mit dem integrierten Zwei-Wege-Audio lässt sich direkt über das Smartphone mit Personen oder Haustieren sprechen. Sei es zur Beruhigung des Babys oder um den Hund vom Sofa zu scheuchen. Die Steuerung erfolgt intuitiv über die App, die eine Live-Ansicht, Bewegungsalarme und Aufzeichnungen in Echtzeit ermöglicht. Wer Alexa nutzt, kann die Kamera außerdem per Sprachbefehl ansteuern: Ein einfaches "Alexa, zeige mir das Wohnzimmer" genügt, und das Livebild erscheint sofort.

Datenschutz und flexible Speicherung

Videos werden wahlweise lokal auf einer Micro-SD-Karte (bis 128 GByte, separat erhältlich) oder im optionalen Cloudspeicher gesichert. Besonders praktisch: Der Clouddienst lässt sich 30 Tage lang kostenlos testen, bevor ein Abo erforderlich wird. Damit bleibt die Kontrolle stets in den eigenen Händen: sicher, flexibel und ohne Zwang zur Cloudnutzung.

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Soll zusätzlich auch der Außenbereich überwacht werden, ist das Angebot für die Ezviz 4MP Überwachungskamera Außen

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einen Blick wert. Der Rabatt liegt hier aktuell bei 22 Prozent, der Preis bei 44,99 Euro. Der Durchschnittspreis der letzten 180 Tage liegt bei 50,93 Euro.

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Quartalszahlen: Apple verkündet Gewinn von 25 Milliarden Euro

Von Mario Petzold — 01. Mai 2026 um 13:30
Das aktuelle iPhone und ein überraschend starker ausländischer Markt lassen Umsatz und Gewinn steigen.
Tim Cook mit einem iPhone 17 Pro, einer der Gründe für Apple starkes Quartal (Bild: Getty Images/Justin Sullivan)
Tim Cook mit einem iPhone 17 Pro, einer der Gründe für Apple starkes Quartal Bild: Getty Images/Justin Sullivan

Apple hat am 30. April seine Quartalszahlen von Januar bis März verkündet. Laut Tim Cook sind es im Vergleich zu den Vorjahren die bisher besten Zahlen für ein erstes Quartal. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 111 Milliarden US-Dollar, der Gewinn lag bei 29 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 25 Milliarden Euro.

Grund dafür ist neben weiterhin hohen Verkaufszahlen des iPhone 17 der unerwartet stark gestiegene Absatz in China. Um fast 30 Prozent sind die Erlöse in dem Land im Vergleich zum vorherigen Quartal angestiegen. Insgesamt hätte Apple laut Cook weltweit noch mehr iPhones verkaufen können, was aber durch Lieferengpässe verhindert wurde.

Angesichts hoher Speicherpreise und der Konkurrenz durch KI-Chips, die ebenfalls hoch entwickelte Halbleiter benötigen, waren die guten Zahlen so nicht unbedingt zu erwarten. Weil jedoch mit den verschiedenen aktuellen iPhones trotz aller Schwierigkeiten 57 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert wurden, stieg auch der Gewinn entsprechend.

Vorbereitungen auf hohe Ausgaben

Gleichzeitig berichtet das Handelsblatt (Paywall), dass sich Apple auf hohe Ausgaben vorbereitet; das werde aus Äußerungen des CFO Kevan Parekh geschlossen.

Im Gespräch sind kostenintensive Übernahmen beziehungsweise eine eigene Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Ein solches Unterfangen könnte einen dreistelligen Milliardenbetrag kosten. Allerdings wurde erst im März ein Vertrag mit Google zur Nutzung von dessen KI-System Gemini geschlossen.

Spielraum für neues Management

Erleichtern dürfte die Situation die Übergabe des CEO-Postens von Tim Cook an John Ternus, der aktuell noch die Hardwareentwicklung leitet und deshalb einen Teil der guten Quartalszahlen auf sich verbuchen dürfte.

Mit dem hohen Gewinn ergeben sich mehr Spielräume für das zukünftige Management. Für das zweite Quartal 2026 wurde bereits ein weiterer Anstieg des Umsatzes angekündigt.

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Apple-Quartalszahlen: Wieder Rekorde, doch Speicherkrise schlägt durch

Von Heise — 01. Mai 2026 um 02:16
Zwei Laptops mit Apple-Logo

Zwei Apple-Logos auf Rechnern des Herstellers: Geld für Zölle kommen zurück, dafür wird bei RAM draufgezahlt.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Apple machte im ersten Quartal fast 30 Milliarden US-Dollar Gewinn. Das Wachstum war in allen geografischen Regionen zweistellig. Doch bleibt das so?

In Kalifornien dürften am Donnerstagabend die Korken geknallt haben: Apple ist zum wiederholten Mal in Folge ein Rekordquartal gelungen – und diesmal war es besonders stark. Der Umsatz in Apples zweiten Finanzjahresquartal, von 28. Dezember 2025 bis 28. März 2026, stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 17 Prozent auf nun 111,2 Milliarden US-Dollar. Apples Betriebsgewinn stieg um 21 Prozent auf 35,9 Milliarden Dollar.

Der Gewinn pro verwässertem Anteilsschein stieg gar um 22 Prozent auf 2,01 Dollar. Nach Abzug der um 38 Prozent gestiegenen Steuern bleiben Apple netto 29,6 Milliarden Dollar. Es sei das „beste März-Quartal überhaupt“ gewesen, so der im September abtretende Konzernchef Tim Cook [1]. Besonders große Nachfrage verzeichnete Apple demnach beim iPhone-17-Lineup, aber auch das Dienstegeschäft war noch nie so gut (fast 31 Milliarden, plus 16 Prozent).

Rekord auch beim operativen Cashflow

Hilfreich waren beim Umsatz- und Gewinnrekord aber auch neue Produkte wie das iPhone 17e [2], die neuen MacBook Pros mit M5 Max und M5 Pro [3] oder das MacBook Neo [4], Apples bislang billigstes Notebook. An operativem Cashflow genierte Apple im Märzquartal laut Finanzchef Kevan Parekh insgesamt 28 Milliarden Dollar, mehr als in jedem März-Quartal zuvor.

Bei der installierten Basis gab es ebenfalls einen neuen Höchstwert. Apple werde 0,27 Dollar pro Anteilsschein an Dividende zahlen, ein Plus von vier Prozent (für alle Aktionäre, die bis zum 11. Mai Anteilsscheine halten). Apple will laut Parekh außerdem insgesamt 100 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe aufwenden.

Das gesamte iPhone-Geschäft erreichte laut Apples vorläufiger Zahlen 56,9 Milliarden Dollar (Vorjahresvergleichsquartal: 46,8 Milliarden [5]). Beim Mac ging es auf 8,3 Milliarden hoch (von 7,9 Milliarden), beim iPad von 6,4 auf 6,9 Milliarden. Auch die Wearables-, Home- und Zubehörsparte wuchs wieder leicht um rund 400 Millionen Dollar. Bei der Dienstesparte ging es von 26,64 auf 30,9 Milliarden hoch. Der Blick ins kommende Quartal ist positiv: Apple erwartet ein Umsatzwachstum zwischen 14 und 17 Prozent mit einer Marge zwischen 47,5 und 48,5 Prozent. Problematisch ist allerdings die RAM- und NAND-Versorungskrise, die KI-getrieben [6] ist.

RAM-Krise, Zölle und ein Auftritt von Ternus

So erwartet das Unternehmen, dass es sowohl Mac mini als auch Mac Studio in den kommenden Monaten nur eingeschränkt im Handel geben wird. Der Grund sei höhere Nachfrage als erwartet. Der Konzern kann nicht ausreichend Apple-Silicon-Chips produzieren lassen, es gibt Wartezeiten, verriet Cook. In Sachen US-Zölle, wo das Unternehmen in den vergangenen Quartalen Milliarden zurückgelegt hatte, erwartet Apple nun Rückzahlungen nach einer Entscheidung des obersten Gerichtshofs. Apple werde das Geld in die US-Produktion stecken, betonte Cook. Dies seien „neue Investitionen, zusätzlich zu unseren früheren Zusagen“.

Neben Cook und Parekh hatte auch der ab September amtierende neue CEO (und heutige Hardware-Engineering-Chef) John Ternus beim Investorengespräch zu den Quartalszahlen einen Auftritt. In einem kurzen Statement betonte er, dass Apple eine „unglaubliche Roadmap” an neuen Produkten habe. Es sei die spannendste Zeit in seiner 25-jährigen Karriere bei Apple. Der Konzern habe „so viele Chancen“ und er könne „nicht optimistischer sein, was da noch kommt“. Er bedankte sich bei Cook für sein Vertrauen und nannte ihn „einen der größten Firmenlenker aller Zeiten“. Es sei eine „unglaubliche Ehre, die Rolle als CEO zu übernehmen“.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11279074

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/meinung/Kommentar-zum-Wechsel-an-der-Apple-Spitze-Danke-Tim-Cook-hallo-John-Ternus-11265093.html
  2. https://www.heise.de/tests/iPhone-17e-im-Test-Sparphone-mit-Highend-Chip-11229656.html?seite=all
  3. https://www.heise.de/tests/MacBook-Pro-mit-M5-Max-im-Test-Apples-neue-mobile-Boliden-11204665.html?seite=all
  4. https://www.heise.de/tests/Apple-MacBook-Neo-im-Test-schick-rasant-und-guenstig-11168637.html?seite=all
  5. https://www.apple.com/newsroom/pdfs/fy2026q2/FY26_Q2_Consolidated_Financial_Statements.pdf
  6. https://www.heise.de/news/Apples-KI-Strategie-Spielt-Tim-Cook-3D-Schach-11277316.html
  7. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  8. https://www.heise.de/mac-and-i
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Was die AfD für Sachsen-Anhalt plant – und warum kaum jemand darüber spricht

Von Telepolis — 01. Mai 2026 um 10:00
Flagge Sachsen-Anhalts mit AfD-Zeichen verfremdet

Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt erstmals allein regieren. Ihr 138-seitiges Programm enthüllt, was das konkret bedeuten würde.

Im September ist Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Für die AfD würden nach einer Insa-Umfrage vom 25.03.2026 38 Prozent der Wähler stimmen. Potenzialanalysen zeigen, dass die AfD ihr Ergebnis noch ausbauen könnte. 46 Prozent der Wähler wünschen sich die AfD in der Regierung, sei es in einer Alleinregierung oder in einer Koalition.

Bei der Konstellation, wie sie die Umfrage spiegelt, wären eine ganz knappe Regierungsmehrheit ohne die AfD nur in einer wenig wahrscheinlichen Koalition von CDU, Linke und SPD möglich, sonst sind nur Mehrheiten unter AfD-Beteiligung denkbar.

Die AfD strebt die Alleinregierung an und wirbt damit, dass sie "keine faulen Kompromisse" mit den "Altparteien" eingehen will. Dies Argument ist durchaus geeignet, noch Zuwachs bei Wählern hervorzurufen.

So könnte es dazu kommen, dass die AfD in Sachsen-Anhalt als erstes Land der BRD die Alleinregierung stellt. Somit ist diese Landtagswahl eine Schlüsselwahl für die mittel- und ostdeutschen Länder, wenn nicht für die ganze Republik.

Inzwischen hat dIe AfD Sachsen-Anhalts ihr "Regierungsprogramm" vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Partei eine massive Umorientierung der bisherigen Landespolitik vorsieht. Das Programm beschränkt sich aber nicht nur auf die Landespolitik, sondern zielt auf eine Vorbild-Wirkung eines AfD-geführten Sachsen-Anhalts auf ganz Deutschland:

"Wir werden Sachsen-Anhalt zum Musterland der Kulturpolitik machen, das eine Strahlwirkung auf andere Bundesländer entfaltet und so den notwendigen Wandel in ganz Deutschland anstoßen kann."

Ich nehme an, dass nur die wenigsten der potentiellen AfD-Wähler das Programm der Partei gelesen haben. Die meisten werden sich auf Schlagworte beschränken, die die Partei ausgibt oder Auftritten vertrauen, die die Partei medienwirksam inszeniert.

Es wäre aber wünschenswert, das, was die Partei vorhat, im Ganzen zur Kenntnis zu nehmen und die Folgen zu bedenken. Denn aus Opposition oder Unzufriedenheit – ohne genau hinzuschauen – eine Partei zu wählen, die vorgibt, die anstehenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme zu lösen, heißt noch nicht, dass diese Partei dazu in der Lage ist. Es könnte sein, dass man sich mit einer AfD-Regierung neue Probleme einhandelt.

Nur die AfD kann Sachsen-Anhalt retten. Wirklich? – Eine Analyse des Regierungsprogramms der Partei

Bereits die "Präambel" spricht die Unzufriedenheit von Bürgern an. "Wir sind schon sehr unerzogene Bürger, undankbar, anspruchsvoll und unbequem." – so stilisiert sich die AfD als Ausdruck der Unzufriedenheit – vor allem ostdeutscher Bürger – und dreht damit westdeutsche Kritik um.

Populistisch wird die Kritik an bisherigen Regierungen und am politischen System aufgenommen, die man an Stammtischen, in Begegnungen und Gesprächen von Bürgern untereinander hören oder in Social Media finden kann. Das AfD-Regierungsprogramm zeichnet ein krasses Bild des Mangels und der Missstände des Lebens und der Einrichtungen im Lande. Gleich zu Beginn werden aktuelle – und berechtigte – Sorgen eines Großteils der Bevölkerung angesprochen:

"Die Preise für Strom, Sprit und Lebensmittel sind weiter gestiegen. Ebenso die Steuern und Abgaben. Wir können uns von unseren Löhnen immer weniger leisten. Die Rente reicht nicht mehr zum Leben."

Es folgen dann Behauptungen, die nicht ohne Anhalt in der Realität sind, aber sehr pauschal vorgebracht werden – ohne Zweifel publikumswirksam:

"Unsere Straßen und Plätze sind nicht mehr sicher ... Die Kinder werden an den Schulen nicht mehr gebildet, dafür erwachsene Bürger bevormundet. Krankenhäuser und Schulen schließen. Infrastruktur wird abgebaut, dafür Bürokratie aufgebaut..." usw.

Differenzierte oder gar wissenschaftsorientierte Bestandsaufnahmen sucht man vergebens, womöglich komplexe Ursachen und Zusammenhängen werden nicht genannt. Schnell werden die Allein-Schuldigen ausgemacht: es sind die "Altparteien", die sich vom Volk entfernt haben, nur für ihr Eigeninteresse sorgen und sich an die Macht klammern.

"Altparteien" ist ein Kampfbegriff, der von Parteien verwendet wird, die sich von etablierten Parteien absetzen wollen. Er suggeriert, dass die bisher herrschenden Parteien allesamt verbraucht und abgelebt sind, ohne dass man da auf Unterschiede und Zusammensetzung achten müsste. Rechtspopulisten benutzen den Ausdruck gern, aber auch die Grünen haben ihn in ihrer Frühphase benutzt.

Am liebsten – so das AfD-Programm – würden die "Altparteien" ein anderes Volk wählen. "Die Diktatur der Altparteien ist im Moment noch nicht Realität." Die Wahl im September sei "vielleicht die letzte Chance", diese Diktatur zu verhindern. "Der Horror-Vision einer Altparteiendiktatur setzen wir unsere Vision 2026 entgegen!"

Immerhin – die "Horror-Vision" ist noch nicht "Realität" – aber dass so unterschiedliche Parteien wie SPD, CDU, FDP sich gemeinsam dazu verschworen haben, eine Diktatur zu errichten, erscheint der AfD nicht zweifelhaft. Dass diese Parteien sich zur Demokratie bekennen und dies ja auch praktizieren, wenn auch nicht immer gelungen, tut nichts zur Sache, es sei nur Fassade, denn: "Wenn die Altparteien von unserer Demokratie sprechen, meinen sie ihre Herrschaft."

Im Grunde strebt die AfD mit ihrem Ausschließlichkeitsanspruch eine Ein-Parteien-Herrschaft an, was eher Scheindemokratien oder diktatorischen Regierungsformen als demokratischen Verhältnissen entspricht.

Die AfD jedenfalls nimmt für sich in Anspruch, die wahre Demokratie, das Volk und den Volkswillen zu vertreten. Übersehen wird dabei, dass 38 Prozent Zustimmung noch nicht bedeutet, dass das ganze Volk hinter der AfD und dem gesamten Programm der Partei stünde.

"Demokratie heißt, dass die Mehrheit entscheidet und dass deshalb am Ende eine Politik herauskommt, die im Interesse der Mehrheit liegt."

Mit ihrem Plädoyer für "mehr direkte Demokratie" und Volksabstimmungen öffnet die AfD den Weg zur akklamativen Zustimmung von Regierungsvorhaben, der – wie aus autoritären oder diktatorischen Staatsverhältnissen bekannt – darin enden kann, dass vorgegebene Entscheidungen den Anschein demokratischen Zustandekommens haben.

Es hatte seine historischen Gründe, wenn die Väter und Mütter des Grundgesetzes eine parlamentarische Demokratie für die BRD vorsahen. Deutschland ist nicht die Schweiz. Und ob in einer "Akklamations-Demokratie" immer eine Politik herauskommt, die zum "Wohl der Bürger" ausschlägt, mag man bezweifeln.

"Wir wollen nicht gegen die Interessen der Bürger regieren, sondern im Interesse der Bürger. Nicht das, was die Brüsseler EU, was die Ukraine, der UN-Migrationspakt, die Pariser Klimakonferenz wollen und vorschreiben, ist unser Maßstab, sondern einzig und allein das Wohl der Bürger in Sachsen-Anhalt."

Es ist ja nun keinesfalls ausgemacht, dass die Abkehr von den genannten Projekten letztendlich zum Vorteil und Wohl der Bürger ist. Auch die Aussage, dass die AfD "einzig und alleine zum Wohl der Bürger" arbeitet, erscheint gewagt – angesichts der Korruptions-Vorwürfe, die selbst innerhalb der Partei erhoben wurden.

Auf 138 Seiten werden nun sämtliche Bereiche der Politik eines Landes abgehandelt, das die "Altparteien" "zugrunde gerichtet haben". Und: "nur" die AfD könne den "Karren aus dem Dreck ziehen".

Ein Schwerpunkt des Programms ist die Migration, die mit nahezu allen gesellschaftlichen Übeln in Verbindung gebracht wird. Damit lässt sich gut Stimmen fischen, in einem Land, das zwar eine der geringsten Zahlen an Zuwanderern in der Republik aufweist, aber in dem sich nach einer Befragung 40 Prozent fremdenfeindlich äußern. (Das deckt ungefähr mit der Zustimmungsrate zur AfD!)

Die Themen des Programms der AfD

Es geht um:

Familie und Kinder, Einwanderung und Remigration, Kultur und Integration, Schulbildung, Wissenschaft, Innere Sicherheit, Justizwesen, Demokratie und Bürgerrechte, Wirtschaft und Tourismus, Energiepolitik, Landwirtschaft und Heimatpflege, Ländlicher Raum und Kommunales, Verkehr und Infrastruktur, Öffentlicher Dienst und Veraltungsreform, Medien, Finanzen und Steuern, Gesundheit und Pflege.

Die Unterthemen bezeichnen nicht einfach Aufgaben, sondern erheben schlagwortartig Forderungen, die anzeigen, wie die AfD strittige Fragen und Probleme lösen will. Ich führe hier einige der zentralen Forderungen in den aufgeführten Bereichen an:

Familienpolitik:

  • Familie mit Kindern als Vorbild der Lebensgestaltung!
  • Die Familie als Keimzelle der Gesellschaft würdigen!
  • Pervers-linke Agitation (gegen traditionelle Rollenbilder und Leugnung "biologischer Tatsachen") beenden!

Migration:

  • Grundrecht auf Asyl abschaffen!
  • Kirchenasyl in Sachsen-Anhalt unterbinden!
  • Aufnahmestopp für Nicht-EU-Ausländer sofort!
  • Asylanten und Flüchtlinge zentral unterbringen!
  • Asylanten und Flüchtlinge an Versorgungskosten beteiligen – Vermögensüberprüfungen durchführen! (Konfiszierung von Kreditkarten und Vermögen)
  • Schluss mit der Willkommenspropaganda!
  • EU-Armutseinwanderung stoppen!
  • Technisierung, Digitalisierung und KI statt kulturfremder Fachkräfte!
  • Task Force für Abschiebungen einrichten!
  • Remigrationslotsen statt Integrationslotsen!
  • Ukrainer nicht mehr als Kriegsflüchtlinge anerkennen!

Kultur/Integration:

  • Deutsch denken!
  • Patriotismus fördern – Kein Staatsgeld für antideutsche Kunst und Kultur!
  • Nein zu Muezzin und Minarett!
  • Staatsleistungen für "Kirchensteuerkirchen" sofort einstellen! (Stattdessen Förderung von Freikirchen)
  • Kein Geld mehr für die Evangelischen Akademien! (angeblich "politische Agitation im Sinne der Altparteien")

Schule:

  • Bildung statt politischer Indoktrination! Lehrer müssen politisch neutral sein!
  • Mehr 1813 und 1871 – Geschichtslehrpläne überarbeiten!
  • Regenbogenflaggen an Schulen verbieten! (Deutsche) Flagge zeigen!
  • Russisch-Unterricht erhalten! Schüleraustausch mit Russland wiederbeleben!
  • Keine Experimente an unseren Kindern! (Abschaffung von Inklusionsklassen)
  • Sonderklassen für Flüchtlingskinder!
  • Bildungspflicht statt Schulzwang! (Aufhebung der in Landesverfassung verankerten Schulpflicht)

Wissenschaft:

  • Bologna-Prozess (Angleichung der europäischen Hochschulbildung) rückabwickeln!
  • Gleichberechtigung statt Gleichstellung!
  • Gender-Studien abschaffen!

Innere Sicherheit /Justiz:

  • Mehr Polizisten! Freiwillige Bürgerwacht einführen
  • Sogenannte „Hassverbrechen" hinterfragen – Meinungsfreiheit verteidigen!
  • Schutz für das Deutschtum im Strafrecht verankern!
  • "Antifa" zur Terrorvereinigung erklären!

Demokratie:

  • Demokratie braucht die Urnenwahl! (Einschränkung der Briefwahl)

Wirtschaft, Klima:

  • Förderung des Mittelstands statt Subventionierung globalistischer Großkonzerne!
  • Subventionen für erneuerbare Energien streichen!
  • Wärmeplanungs- und Gebäudeenergiegesetz abschaffen, Förderung von Wärmepumpen beenden!
  • Windkraftausbau stoppen! Keine Solarparks in deutschen Kulturlandschaften und auf heimischem Ackerland!
  • Energiepolitische Russlandsanktionen beenden, Nord-Stream- Pipelines wieder in Betrieb nehmen!
  • Neue Gaskraftwerke errichten! Kohleausstieg stoppen! Wiedereinstieg in die Kernenergie einleiten! E-Auto-Subventionen streichen!
  • Heimatschutz und Klimaanpassung statt „Klimarettung"!
  • Pariser Klimaabkommen und Green Deal aufkündigen – Bundesklimaschutzgesetz abschaffen!
  • Klimaextremismus mit den Mitteln des Rechtsstaats entschlossen bekämpfen!

Landwirtschaft:

  • Jede Form der Landwirtschaft fördern!
  • Agrarpolitik renationalisieren!

Medien:

  • Sofortmaßnahme: Rundfunkstaatsverträge kündigen!
  • Genug GEZahlt – steuerfinanzierten Grundfunk nach dem Vorbild Finnlands einführen.
  • Zensur im Internet verhindern! Medienanstalt reformieren, verschlanken, kontrollieren!

Eine liberale und plurale Landesverfassung soll umgebaut werden

Ich habe einige der Grundforderungen und -pläne der AfD für Sachsen-Anhalt herausgegriffen, die Geist und Richtung anzeigen. Sie decken sich mit den Grundzügen des Wahlprogramms 2025 der Bundes-Partei.

Die AfD will eine bisher liberale, plurale, vielfältige, am deutschen Grundgesetz, an der EU-Charta, an Europa orientierte Landesverfassung umbauen – hin zu einem autoritär geleiteten, in vielen Positionen extrem konservativen, deutsch-nationalistisch ausgerichteten Staatswesen und einer dementsprechenden Gesellschaft, kulturell, wirtschaftlich … Abweichendes von dieser Vision soll eingedämmt oder ausgemerzt werden.

Beispielhaft ist die Agitation gegen die "Kirchensteuerkirchen", denen die AFD die grundgesetzlich verankerten Staatsleistungen und den in Staatsverträgen vereinbarten Kirchensteuereinzug ersatzlos streichen will. Die Kirchen sehen in dem Programm (zutreffend) "einen Angriff auf Menschenwürde, Freiheit, Solidarität und sozialen Frieden." Die Positionen der AfD seien mit dem christlichen Menschenbild "der von Gott gegebenen Gleichwertigkeit und unantastbaren Würde jedes einzelnen Menschen" nicht vereinbar.

Wie Trump in den USA will die AfD bestimmen, was "wahres" Christentum sei. Hans-Thomas Tillschneider, Vize-Landeschef der AfD Sachsen-Anhalt, unterstellt den Kirchentheologen "satanische Eingebungen" und greift zur schein-frommen Bitte: "Der Herr möge ihnen Augen und Herzen öffnen und sie auf den rechten Weg zurückführen!"

Was der Entzug von öffentlich-staatlichen Zuschüssen für die soziale und bildungsbezogenen Arbeit der Kirchen, ihrer Werke und die Gesellschaft bedeutet, möge man bitte einmal bedenken. Ähnliches wird andere staatliche und halbstaatliche Einrichtungen, zivilgesellschaftliche Organisationen (Vereine, NGOs) oder Personen treffen, die nicht mit dem Welt-, Menschen-, und Gesellschaftsbild der AfD konform gehen.

Krass ist die Forderung, antifaschistische Gruppen unterschiedslos zu "Terroristen" zu erklären (von gewaltbereiten neofaschistischen Gruppen ist nicht die Rede).

Die AfD beklagt Diskriminierung, aber ihre Vertreter zeigen keine Scheu, Gegner sowie Unerwünschte zu diskriminieren und auszugrenzen. Eine plurale Diskussionskultur, Auseinandersetzungen über strittige Fragen, wie sie zu einer Demokratie gehören, sind weder innerhalb der AfD gefragt. noch werden sie für die Gesellschaft gewünscht.

Wer sich den Vorstellungen der AfD nicht einordnet, soll sanktioniert werden: für viele dürfte das die wahre "Horror-Vision 2026" sein! Unter diesen Umständen kann die Einführung einer "Bürgerwacht", die neben der Polizei für "Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung" sorgen soll, schon misstrauisch stimmen.

Hatte sich Sachsen-Anhalt bisher dem Motto "Modern denken" – mit beachtlichen Erfolgen – verschrieben, so würde unter einer AfD-Regierung in vielen Bereichen eine "Rolle rückwärts" stattfinden.

Schule als Beispiel – reaktionäre Rückentwicklung

Ein Beispiel für die reaktionäre Rückwendung der AfD, die mir als ehemaligem Lehrer und Lehrerfortbildner besonders auffällt, ist die Schulpolitik. Ich greife hier nur einige Punkte heraus:

"Der Lehrer hat die Meinungsäußerungen der Schüler zu moderieren, aber nicht mit eigener Meinung mitzudiskutieren."

Das ist eine Art "Maulkorberlass". Schüler sollen und möchten wissen, mit welcher Person sie es zu tun haben. Persönliche Stellungnahmen von Lehrerinnen und Lehrern zu Lebensfragen und die Auseinandersetzung damit sind für die Identitätsbildung von jungen Menschen wichtig. Damit muss keine Indoktrination verbunden sein, jeder gute Pädagoge wird sich davor hüten. Das Ziel wird immer sein, eigene und begründete Ansichten der anvertrauten Zöglinge zu fördern.

"Das von Bismarck gegründete Deutsche Reich hat in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft Maßstäbe gesetzt, die uns auch heute noch als Inspiration und Vorbild dienen können. Wir werden deshalb im Unterricht einen deutlichen Schwerpunkt auf die Entstehung und die Erfolgsgeschichte dieses Staates legen."

Das ist eine einseitige Schwerpunktsetzung auf eine Epoche mit vielen Schattenseiten. Es ist überhaupt historisch und pädagogisch nicht vertretbar, bestimmte Epochen zu glorifizieren und andere, auch schlimme, Zeiten der wechselvollen Geschichte Deutschlands jungen, in Deutschland lebenden Menschen vorzuenthalten. Zudem sollte Geschichtsunterricht sich nicht nur auf die deutsche Geschichte beschränken.

Die AfD möchte die Schule von allen angeblich nicht-schulischen Aufgaben befreien und zu alten "guten pädagogischen Traditionen" zurückkehren. Das sieht so aus:

"Weder soziale und psychologische Betreuung noch Integration und Inklusion, sondern allein die Vermittlung von Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) und Bildungsgütern ist Aufgabe der Schule ... Hausaufgaben, Frontalunterricht, regelmäßige Übungsaufgaben im Unterricht, systematische Wiederholung und Leistungskontrolle, umfangreiche Lektüre – das sind die Instrumente, die unserem Schulsystem wieder auf die Beine helfen."

Das ist die alte, lehrer- und stoffzentrierte "Paukschule", in der innovative, zeitgemäße Lehrmethoden, Persönlichkeitsbildung, individuelle und gruppenspezifische Förderung, soziales und selbstbestimmtes Lernen keine Rolle spielen. Als Lehrerausbildner hätte ich Lehramtskandidaten, die diese schlechte alte pädagogische Tradition wieder aufleben lassen wollten, sofort den Laufpass gegeben.

Die Einengung schulischer Bildung auf Vermittlung von Basis-Kulturtechniken und parteiisch ausgewählten, traditionellen Bildungsstoffen mit dem Vorzugsziel der "nationalen Identitätsbildung" wird den Anforderungen einer modernen Schule nicht gerecht. Die deutsche Gesellschaft ist nicht mehr homogen – wenn sie das je war – sie ist plural und das wird sie bleiben.

Zudem wandeln sich die gesellschaftlichen Herausforderungen ständig. Dementsprechend haben Schulen heute sehr viel mehr und komplexere Aufgaben als früher. Auch das Schulsystem kann nicht mehr auf die traditionellen Schulzweige beschränkt werden, wie es die AfD wieder zurückführen will.

Das AfD-Programm "rückentwickelt" mit wenigen Federstrichen eine lange Forschungs- und Praxisarbeit moderner Pädagogik in ignoranter und populistischer Weise.

Unverantwortlich ist die von der AfD vorgesehene, dem Grundgesetz und der Landesverfassung widersprechende Wahlfreiheit der Eltern zwischen Schul- und Hausunterricht.

Häuslicher Unterricht sollte nur in besonders begründeten Notfällen die öffentliche Schule ersetzen. Es ist bis auf solche Ausnahmen unverzichtbar, dass angehende Staatsbürger in einem staatlich und öffentlich kontrollierten, qualifizierten, aber auch geschützten Raum ihre Erfahrungen mit den Verhaltens- und Lernanforderungen einer Gesellschaft machen, in die sie hineinwachsen.

Zudem sichert die Schulpflicht allen Kindern das Grundrecht auf die für ihr zukünftiges individuelles und gesellschaftliches Leben notwendige Bildung. Dies allein Eltern zu überlassen, ist mit dem Risiko von Defiziten, Willkür, Vernachlässigung oder obskuren Sonderentwicklungen verbunden.

Es ist deutlich: AfD-Eltern könnten im Falle dieser Wahlfreiheit ihre Kinder in ihrem Sinne indoktrinieren und sie von den "verderblichen" Einflüssen anderer Lebensorientierungen und Ansichten abschirmen – so wie wir es von manchen religiösen Sondergemeinschaften kennen.

Sachsen-Anhalt – ein neues Paradies unter AfD-Führung?

Es wäre sonderbar, wenn sich unter den vielen Forderungen des AfD-Programms nicht auch sinnvolle Vorschläge finden würden, die diskutiert werden sollten. Aber ob Gesamtprogramm – und -richtung vorteilhaft für die Entwicklung des Landes und das Wohl der Bürger wäre, muss in Zweifel gezogen werden.

Die AfD verspricht dem Land geradezu paradiesische Zustände unter ihrer Regierung, die Lösung aller Probleme. Sie gerät damit in Widerspruch zur Realität. Vieles lässt sich von einem Bundesland schon rein rechtlich nicht durchsetzen, Grundgesetzänderungen, Pläne, die in die Kompetenz des Bundes, der EU, eingreifen, wie die Aufhebung von Sanktionen gegen Staaten, bestimmte Ankündigungen zur Energie- und Klimapolitik … Solche Wünsche von Ländern können allenfalls in den Bundesrat eingebracht werden, worauf das Programm immer wieder hinweisen muss.

Ein "politisch souveränes" Sachsen-Anhalt dürfte weder realisierbar noch wünschenswert sein. Auch die Verflochtenheit der Wirtschaft mit dem europäischen und globalen Wirtschaftssystem lässt sich nicht ohne weiteres und ohne Schäden aufheben. Eine Abkehr von den erneuerbaren Energien hätte in einem Land, das seine Elektrizitätsversorgung bereits zum großen Teil daher bezieht, negative Folgen für Arbeitsplätze, Wirtschaft und Privatkonsum.

Die extrem restriktive Zuwanderungs-Politik der AfD würde unerwünschte Auswirkungen auf eine Vielzahl von Wirtschaftsbereichen und "Engpassberufen" haben, in denen Ausländer beschäftigt sind und zu Wirtschaftswachstum und Versorgung der Bevölkerung beitragen.

Man fragt sich auch, wie alles das, was die AfD plant, finanziert werden soll – Steuererhöhungen schließt die AfD jedenfalls aus.

Darauf hält die AfD die Antwort parat:

"Die Altparteien behaupten immer, das, was wir wollten, wäre unmöglich. Wir treten mit unserem Regierungsprogramm den Gegenbeweis an: Alles ist möglich!"

Wirklich?

Eigentlich müssten die Bürger Sachsen-Anhalts gewarnt sein. Man hatte ihnen doch schon einmal ein "Paradies" versprochen, das "sozialistische"! In der Realität waren die Verhältnisse in den DDR-Zeiten desolat, es herrschte Mangelwirtschaft, die Umweltbelastung war katastrophal, die Stasi war allgegenwärtig. Schon damals hat man die Kirchen unter Kontrolle genommen, Bedienstete und Mitglieder bespitzelt, benachteiligt ...

Mein Eindruck vom heutigen Sachsen- Anhalt entspricht nicht dem verheerenden Bild, das die AfD zeichnet. Wollen die Sachsen-Anhalter sich nun in das Experiment eines neuen autoritären "Paradieses" stürzen, diesmal freiwillig – in ein rückwärtsgewandtes, deutsch-nationales, sich isolierendes System? Trumps Amerika, Putins Russland und Orbans Ungarn lassen grüßen – wünschenswerte Zustände?

Offenbar ist unter Bürgern der früheren DDR immer noch der regressive Wunsch nach einer Staatsmacht verbreitet, die dafür sorgen soll, dass vermeintliche und offensichtliche Missstände autoritär beseitigt und mit Missliebigem bzw. Missliebigen "kurzer Prozess" gemacht wird. Allerdings hat sich dieser Wunsch inzwischen auch in den westlichen Teilen Deutschlands verbreitet – oder ist wieder aufgelebt, wenn auch (noch?) nicht in demselben Maße wie in "Ostdeutschland".

Statt Schimpfen und AfD wählen – konstruktive Mitarbeit zum Wohle des Landes

Alles vom Staat erwarten, enttäuscht sein, wenn er das nicht erfüllt, was man erwartet, nichts zur Veränderung der Verhältnisse beitragen und dann die Verantwortung einer Partei übertragen, die verspricht, es autoritär zu richten – das ist eines der Syndrome, die zur Wahl der AfD führen. Diese Haltung ist auch eine Verkennung der Demokratie.

Wir leben in demokratischen Verhältnissen und die demokratischen Einrichtungen und Abläufe funktionieren einigermaßen, wenn auch nicht perfekt. Aber sie sind veränderbar. Wenn wir uns in der Welt umblicken, sehen wir, dass dies nicht selbstverständlich ist. In einer Demokratie sind wir alle der Staat und wir alle haben Verantwortung für diesen Staat, nicht nur Politiker. Wir sind der Souverän und wir erteilen die Aufträge an die die Politik – da hat die AfD recht.

Aber das heißt nicht, dass wir damit unsere Verantwortung abgeben müssten. Es liegt an uns, diesen Staat mitzugestalten und zu verändern, nicht nur durch Wählen, sondern durch aktive Mitbeteiligung, wozu Auseinandersetzungen, unterschiedliche Positionen, konstruktive Opposition, aber auch Fehler gehören, die wir und Politiker machen.

Die bestehende demokratische und parlamentarische Verfassungen Deutschlands und seiner Länder bieten genügendMöglichkeiten, um Veränderungen im Sinne des individuellen und gemeinsamen Wohls zu schaffen.

Dass in unserem Staat und mit den gegenwärtigen Regierungen nicht alles zum Besten läuft, sei unbestritten. Da ist viel zu tun und im Programm der AfD finden sich Misstände und Aufgaben, auf die die die Partei mit Recht hinweist.

Ich wüsste noch andere zu nennen, z. B. die Herstellung von mehr sozialer Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft, die Zurückdrängung des Lobbyismus, mehr Orientierung der Politik am Gemeinwohl und weniger am Parteieninteresse, mehr Ausrichtung an Vernunft und Sachbezogenheit in politischen Entscheidungen, mehr Respekt vor dem politischen Konkurrenten und mehr Bemühung um Zusammenarbeit.

Die Wege und Mittel, die die AfD anbietet, sind aufs Ganze gesehen fragwürdig. In der Schmoll- und Schimpfecke zu hocken und zu erwarten, dass diese Partei "den Karren aus dem Dreck zieht", wird keine besseren Verhältnisse schaffen. Ich halte eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt – einem Land, in dem ich in DDR-Zeiten berufliche Kontakte hatte und an dem ich durch nachbarschaftliches Wohnen sehr viel schätzen – und kennengelernt habe – nicht für wünschenswert und vorteilhaft.

Aber sollte es doch zu einer Alleinregierung der AfD kommen, dann sage ich voraus: diese Regierung wird scheitern. Das wäre vielleicht das einzig Günstige unter der jetzigen Perspektive – für das Land und die ganze Republik. Aber auch für eine Koalitionsregierung mit einer Partei, die erklärtermaßen zu Kompromissen wenig bereit ist, ist vorauszusehen, dass sie misslingen wird.

Quellen

AfD Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt [1]

Exklusive INSA-Umfrage: AfD dominiert Sachsen-Anhalt deutlich – CDU fällt zurück, Linke legt zu (NIUS ) [2]

AfD-Wahlprogramm Sachsen-Anhalt, Bistum Magdeburg, Kirche [3]

In der Kirche bleiben oder austreten? – Argumente für den Austritt sind populär, es gibt auch gute Gründe fürs Bleiben [4]

Bundestagswahl 2025: Nur die AfD kann Deutschland retten? Wirklich? – Eine Prüfung ihres Parteiprogramms [5]

Wieder ein zweigeteiltes Deutschland? – Ein Kommentar zu den Bundestagswahlergebnissen 2025 und dem Erfolg der AfD in den "alten" und "neuen" Bundesländer [6]


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https://www.heise.de/-11274579

Links in diesem Artikel:

  1. https://afd-regierungsprogramm.de/
  2. https://nius.de/politik/exklusive-insa-umfrage-afd-dominiert-sachsen-anhalt-deutlich-cdu-faellt-zurueck-linke-legt-zu
  3. https://www.bistum-magdeburg.de/aktuelles-termine/nachrichten/leitende-geistliche-in-sachsen-anhalt-zum-afd-wahlprogramm
  4. https://lobosgegenwartswahrnehmung.blogspot.com/2023/01/in-der-kirche-bleiben-oder-austreten.html
  5. https://lobosgegenwartswahrnehmung.blogspot.com/2025/01/bundestagswahl-2025-nur-die-afd-kann.html
  6. https://lobosgegenwartswahrnehmung.blogspot.com/2025/02/wieder-ein-zweigeteiltes-deutschland.html

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Iran-Krieg: Trump erklärt Konflikt für beendet – um den Kongress auszutricksen

Von Telepolis — 01. Mai 2026 um 08:15
Donald Trump glänzt im Scheinwerferlicht und erklärt den Iran-Krieg für pausiert.

(Bild: FotoField / Shutterstock.com)

Die US-Regierung betrachtet den Iran-Krieg als pausiert und will so die 60-Tage-Frist der War Powers Resolution umgehen.

Die Trump-Regierung möchte bei ihrem Krieg gegen den Iran den US-Kongress umgehen. Eigentlich musste dieser jetzt darüber abstimmen, ob der Waffengang fortgesetzt werden darf. Um dies zu verhindern, greift das Weiße Haus jetzt zu einem juristisch umstrittenen Kniff.

Wie das Wall Street Journal berichtet [1], erklärt die Regierung den seit dem 8. April geltenden Waffenstillstand zum Grund dafür, dass die 60-Tage-Frist der War Powers Resolution aus dem Jahr 1973 unterbrochen sei. Die Frist wäre am Freitag, dem 1. Mai 2026, abgelaufen.

Kriegsminister Pete Hegseth verteidigte die Position bei einer Anhörung vor dem Senatsausschuss für Streitkräfte am Donnerstag: "Wir befinden uns derzeit in einem Waffenstillstand, was nach unserem Verständnis bedeutet, dass die 60-Tage-Frist während eines Waffenstillstands pausiert oder stoppt", sagte Hegseth laut New York Times [2].

Die Argumentation hat einen offensichtlichen Haken: Das US-Militär setzt weiterhin eine Seeblockade iranischer Häfen durch und kapert alle Schiffe mit Verbindung zum Iran, wenn sie die Straße von Hormus passieren wollen – eine Maßnahme, die nach internationalem Recht als Kriegshandlung gilt.

Verfassungsrechtler widersprechen

Die War Powers Resolution verpflichtet den Präsidenten, den Kongress innerhalb von 48 Stunden über Militäreinsätze zu informieren. Nach 60 Tagen muss er die Truppen abziehen, sofern der Kongress den Krieg nicht erklärt oder die Gewaltanwendung genehmigt.

Trump hatte die Kongressführung am 2. März über die Feindseligkeiten informiert, womit der Countdown begann.

Führende Verfassungsrechtler beider politischer Lager weisen die Interpretation der Regierung zurück.

John B. Bellinger III, ehemaliger Rechtsberater im Nationalen Sicherheitsrat und Außenministerium unter George W. Bush, nannte es "juristisch weit hergeholt zu behaupten, dass keine Feindseligkeiten im Gange sind, wenn US-Kriegsschiffe die Straße von Hormus blockieren und auf iranische Schiffe feuern".

Harold Hongju Koh, Jura-Professor in Yale und ehemaliger Rechtsberater des Außenministeriums unter Obama, formulierte es laut NYT noch knapper: "Es gibt keinen Pauseknopf in der War Powers Resolution."

Republikaner zwischen Skepsis und Loyalität

Bemerkenswert ist, dass die Kritik nicht nur von Demokraten kommt. Senator Todd Young (R-Indiana) fragte: "Es wurde durch den Waffenstillstand gestoppt? Welcher Waffenstillstand? Gilt der Waffenstillstand noch, wenn sie nicht aufhören zu schießen?"

Senator John Curtis (R-Utah) stellte im Wall Street Journal klar: "Nach 60 Tagen müssten die militärischen Maßnahmen ohne formelle Genehmigung des Kongresses auslaufen."

Senatorin Lisa Murkowski (R-Alaska) kündigte bereits an, eine Autorisierung des Militäreinsatzes (AUMF) mit Schutzklauseln und Berichtspflichten einzubringen, sobald der Senat am 11. Mai wieder zusammentritt. "Es ist kein Blankoscheck", betonte sie.

Eine Abstimmung über eine Resolution zum Truppenabzug blockierte der Senat am Donnerstag allerdings – nur die Republikaner Susan Collins und Rand Paul stimmten gemeinsam mit den Demokraten dafür.

Für Collins war die 60-Tage-Marke entscheidend: "Diese Frist ist keine Empfehlung, sondern eine Verpflichtung", sagte sie dem WSJ.

Nach der Anhörung reiste der Senat für eine Woche in die Sitzungspause [3] ab, ohne weitere Schritte zur Durchsetzung der War Powers Resolution einzuleiten.

25 Milliarden Dollar und steigende Ölpreise

Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts sind erheblich. Das Pentagon beziffert die bisherigen Kosten der Operation Epic Fury auf 25 Milliarden Dollar [4], auch Telepolis hatte berichtet [5]. Der Rohölpreis der Sorte Brent kletterte am Donnerstag zeitweise auf über 126 Dollar pro Barrel – ein Vierjahreshoch.

Die fortgesetzte Blockade hat den Iran laut Schätzungen bereits über 6 Milliarden Dollar an Ölexporteinnahmen gekostet, während in Deutschland [6] die Importpreise im März um 3,6 Prozent gegenüber dem Vormonat stiegen – getrieben durch einen Energiepreisanstieg von 33,6 Prozent.

Wie lange die Pattsituation anhält, bleibt offen. Hegseth weigerte sich, einen Zeitrahmen für das Kriegsende zu nennen, warb aber gleichzeitig um Unterstützung für einen Pentagon-Haushalt von 1,45 Billionen Dollar – eine Steigerung von 40 Prozent.

Derweil berichtete [7] Axios, dass das US-Zentralkommando Trump über einen Plan für eine "kurze und schlagkräftige" Angriffswelle informieren wolle, um die festgefahrenen Verhandlungen zu durchbrechen.

Der Waffenstillstand, mit dem die Regierung die Kongressfrist aushebeln will, könnte also bald selbst Geschichte sein.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.wsj.com/politics/policy/trump-iran-congress-approval-deadline-ff546611
  2. https://www.nytimes.com/2026/04/30/us/politics/hegseth-iran-cease-fire-congress.html
  3. https://apnews.com/article/iran-congress-war-powers-republicans-trump-authorization-41ef029df176a6486422e9d68aa6d872
  4. https://foreignpolicy.com/2026/04/30/hegseth-senate-testimony-iran-war-60-days-war-powers-resolution/
  5. https://www.heise.de/tp/article/25-Milliarden-Dollar-und-kein-Ende-in-Sicht-11277322.html
  6. https://www.stern.de/politik/ausland/irankrieg-news--zustimmung-des-kongresses-laut-hegseth-noch-nicht-noetig-37087516.html
  7. https://www.axios.com/2026/04/30/trump-military-plans-iran-briefing-centcom

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✇ Telepolis

"Kriegskritische Stimmen aus dem Iran sind häufig komplexer"

Von Telepolis — 01. Mai 2026 um 08:00
Iran auf einer Karte mit Pins

Leerstellen und Gewalt: Über die Berichterstattung des Iran-Krieges und Perspektiven für die iranische Gesellschaft

(Bild: Rokas Tenys/Shutterstock.com)

Über die Auswirkungen des Kriegs gegen den Iran, die Verzerrungen der deutschen Berichterstattung und die Lage vor Ort. Ein Interview mit Saman Mahdevar.

Benjamin Roth sprach mit Saman Mahdevar [1]. Mahdevar studierte Maschinenbau, Management und Religionsphilosophie in Teheran und Ökumenische Studien an der Universität Bonn. Er promoviert in der Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main über interreligiöse Hermeneutiken der Apokalypsen. Zum Angriff auf den Iran äußerte er sich unter anderem bei Jacobin [2] und taz [3].

"Der Krieg trifft die Menschen"

▶ Roth: In einem Beitrag [4] nennen Sie den Angriff auf den Iran einen historischen Moment. Wie ordnen Sie den Angriff geopolitisch und ethisch ein?

 Saman Mahdevar
Unser Gesprächspartner Saman Mahdevar
(Bild: fau [5])

Mahdevar: Der Angriff spitzt eine seit Jahren abzeichnende Entwicklung zu: die schrittweise Erosion internationaler Normen und die Rückkehr militärischer Gewalt als scheinbar legitimes Mittel der Politik.

Geopolitisch lässt sich bereits jetzt erkennen, dass dieser Krieg nicht zu einer Stabilisierung im Sinne westlicher Interessen führen wird. Im Gegenteil: Viele Akteure im Westen Asiens beobachten, dass externe Interventionen eher Instabilität erzeugen.

Das könnte zudem zu einer Reduzierung des US-amerikanischen Einflusses in der Region führen, während regionale Mächte versuchen, eigenständiger zu agieren und neue Bündnisse zu formen; beispielsweise mit China, das nun mehr Berechenbarkeit und weniger Risiko darstellt als die USA. Gleichzeitig wächst in vielen Gesellschaften das Misstrauen gegenüber westlichen Absichten, gerade wenn militärische Eingriffe als "humanitäre Hilfe" gerahmt werden.

Die ethische Bewertung ist weniger ambivalent, als sie oft dargestellt wird. Der Versuch, durch Bombardements eine politische Transformation zu erzwingen, widerspricht dem Prinzip der Selbstbestimmung. Der Krieg trifft nicht das "Regime", sondern Menschen: ihre Wohnungen, ihre Arbeitsplätze, ihre sozialen Beziehungen. Er ersetzt die Idee von Freiheit durch die Logik der Gewalt.

Sie sehen in der deutschen Berichterstattung eine Verzerrung. Wessen Positionen werden bevorzugt – und warum?

Mahdevar: In vielen deutschen und westlichen Medien werden vor allem Stimmen aus dem Exil sichtbar, darunter häufig diejenigen, die militärische Interventionen unterstützen oder sie zumindest als notwendiges Übel darstellen.

Das hat mehrere Gründe. Erstens sind diese Stimmen leichter zugänglich: Sie sprechen Deutsch oder Englisch, sind medienerfahren und bewegen sich in Netzwerken, die eng mit westlichen Öffentlichkeiten verbunden sind.

Zweitens passen ihre Positionen oft besser in bestehende geopolitische Narrative, in denen militärisches Eingreifen als potenziell "befreiend" gedacht wird.

Drittens gibt es eine gewisse mediale Logik, die klare, zugespitzte Positionen bevorzugt. Kriegskritische Stimmen aus dem Iran sind häufig komplexer, ambivalenter und schwerer einzuordnen.

Das Problem entsteht, wenn aus dieser selektiven Sichtbarkeit ein verzerrtes Gesamtbild entsteht. Dann erscheinen bestimmte exilpolitische Positionen plötzlich als die Stimme "der Iraner", während große Teile der Gesellschaft unsichtbar bleiben.

Eine zentrale Lehre aus diesem Krieg sollte daher sein, dass sich Exil-Iraner stärker an den Perspektiven der Aktivist:innen und Journalist:innen im Iran orientieren sollten. Und die Medien müssen Wege finden, auch unter schwierigen Bedingungen Stimmen aus dem Land selbst einzubeziehen, statt sich auf leicht verfügbare Deutungen zu verlassen.

Leerstellen der Berichterstattung

Welche Stimmen werden ausgeblendet? Wer müsste stärker zu Wort kommen?

Mahdevar: Vor allem jene Stimmen, die tatsächlich in den sozialen und politischen Kämpfen innerhalb des Irans verankert sind, werden ausgeblendet. Dazu gehören Arbeiteraktivisten, feministische Bewegungen, Studierende, kritische Intellektuelle und politische Gefangene.

In einem Beitrag habe ich einige dieser Stimmen wiedergegeben. Danach bin ich auch auf andere starke Positionierungen von dem Arbeiteraktivisten Esmaeil Bakhshi [6] oder dem inhaftierten Reformpolitiker Mostafa Tajzadeh [7] gestoßen, die eine Perspektive vertreten, die sowohl autoritäre Strukturen im Inneren als auch militärische Interventionen von außen entschieden kritisiert.

Gerade diese Perspektiven zeigen, dass es im Iran keine einfache Gegenüberstellung von "Regime" und "Volk" gibt, sondern ein komplexes Geflecht sozialer Auseinandersetzungen.

Welche Auswirkungen haben die Bombardements auf die iranische Bevölkerung und Wirtschaft?

Mahdevar: Die humanitären und sozialen Kosten sind enorm. Insgesamt wurden über 3.300 Menschen getötet. Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten des Roten Halbmonds [8], dass über 113.000 Wohnhäuser und mehr als 23.000 Gewerbeeinheiten beschädigt wurden.

Laut offiziellen Regierungsangaben belaufen sich die direkten und indirekten Schäden auf etwa 270 Milliarden US-Dollar [9]. Diese Summe umfasst nicht nur militärische Ziele, sondern vor allem die breite zivile und wirtschaftliche Infrastruktur, darunter Wohngebäude, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Treibstofflager, Flughäfen, Bahnstrecken, Brücken sowie industrielle Anlagen, insbesondere in der Stahl- und Petrochemie.

Dies hat wirtschaftliche Folgen in Form von Produktionsausfällen, unterbrochenen Lieferketten und einem massiven Rückgang wirtschaftlicher Aktivität.

Diese Zahlen machen deutlich, dass es sich nicht um "präzise" oder begrenzte militärische Eingriffe handelt, sondern um eine umfassende Erschütterung der gesellschaftlichen Grundlagen. Dabei bleibt das strukturelle Problem zentral: Diese Form der Zerstörung schwächt nicht primär politische Machtzentren, sondern die Gesellschaft selbst.

Besonders problematisch ist die Kombination aus Kriegsschäden und bestehenden Sanktionen. Sollte es hier keine Lockerungen geben, droht eine drastische Verschärfung der Armut.

Gewalt statt Gesellschaft

Warum ist die Ablehnung von Krieg und die Ablehnung von Autoritarismus kein Widerspruch?

Mahdevar: Letztlich laufen beide Formen von Gewalt auf dasselbe hinaus: die Entmündigung der Gesellschaft.

Autoritäre Herrschaft entzieht den Menschen die Möglichkeit, über ihr eigenes Leben und ihre politische Ordnung zu bestimmen. Krieg tut etwas sehr Ähnliches von außen: Er zerstört die materiellen und sozialen Grundlagen, die notwendig sind, um kollektiv handeln zu können.

In beiden Fällen wird die Handlungsmacht der Gesellschaft durch Gewalt ersetzt. Deshalb ist es konsequent, beides gemeinsam abzulehnen. Es geht nicht um eine taktische Abwägung zwischen zwei Übeln, sondern um ein prinzipielles Verständnis von Freiheit.

Freiheit bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Repression, sondern auch die Möglichkeit, politische und soziale Prozesse aktiv mitzugestalten. Diese Möglichkeit verschwindet sowohl unter autoritären Bedingungen als auch im Krieg.

Die Proteste gegen den Krieg: Stärken sie die Regierung oder eröffnen sie Chancen für Reformen?

Mahdevar: Kurzfristig ist kaum zu bestreiten, dass Proteste im Kontext eines äußeren Angriffs oft als Stärkung der Regierung wahrgenommen werden. In vielen Gesellschaften führt eine externe Bedrohung zu einem sogenannten "Rally-around-the-flag"-Effekt, bei dem interne Konflikte in den Hintergrund treten. Auch im Iran verschieben sich dadurch die Prioritäten. Für viele Menschen geht es zunächst ums Überleben und nicht um politische Reformen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die gesellschaftliche Dynamik dauerhaft zugunsten der Regierung verändert. Nach dem Krieg könnten sich neue Räume für gesellschaftliche Organisation und politische Artikulation eröffnen.

Entscheidend ist: Die Frage nach Reformen darf nicht von außen beantwortet werden. Weder Regierungen noch Exilgruppen können festlegen, wann und wie gesellschaftliche Veränderungen stattfinden sollen. Diese Entscheidungen können nur aus der iranischen Zivilgesellschaft selbst hervorgehen. Jede Form externer Prioritätensetzung läuft Gefahr, genau jene Selbstbestimmung zu untergraben, die sie eigentlich unterstützen will – selbst wenn sie gut gemeint ist.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://uni-frankfurt.academia.edu/SamanMahdevar
  2. https://jacobin.de/artikel/iran-usa-bomben-krieg-frau-leben-freiheit
  3. https://taz.de/Krieg-im-Iran/!6166798/
  4. https://jacobin.de/artikel/iran-krieg-frieden-leben-freiheit-zivilgesellschaft
  5. https://www.zr2.rw.fau.de/faudir/saman-mahdevar/
  6. https://www.instagram.com/smaeil.bakhshi/
  7. https://www.iranintl.com/en/202511181790
  8. https://www.middleeasteye.net/live-blog/live-blog-update/iranian-red-crescent-over-11500-civilian-units-damaged-attacks
  9. https://taz.de/Blockade-der-Strasse-von-Hormus/!6171113/

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Störungsmeldung vom 01.05.2026 08:04

Von heise online — 01. Mai 2026 um 08:04

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
01.05.2026 08:04
Region
Bielefeld (0521)
Provider
T-Online
Zugangsart
Modem

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Auslegungssache 158: Die Databroker Files

Von Heise — 01. Mai 2026 um 06:10

Im c't-Datenschutz-Podcast berichtet Ingo Dachwitz von netzpolitik.org, wie ein Recherche-Team Milliarden Standortdaten von Datenhändlern erhielt.

Was passiert eigentlich mit den Standortdaten, die Smartphone-Apps tagtäglich sammeln? Diese Frage haben sich Ingo Dachwitz und sein Kollege Sebastian Meineck von netzpolitik.org gestellt. Seit fast zwei Jahren sind sie gemeinsam mit dem Bayerischen Rundfunk und internationalen Partnern den sogenannten „Databroker Files“ auf der Spur [1]. Was sie dabei zutage förderten, ist erschreckend: Über die Plattform Datarade.ai bekamen die Journalisten von Datenhändlern kostenlose „Probedatensätze“ mit inzwischen mehr als 13 Milliarden Standortdaten aus über 140 Ländern zugespielt. Allein in einem deutschen Datensatz fanden sich 3,6 Milliarden Standortpunkte, zugeordnet zu rund elf Millionen Smartphones.

Im Gespräch mit c't-Redakteur Holger Bleich und heise-Justiziar Joerg Heidrich erläutert Dachwitz, wie die Recherche funktionierte. Mit einem von BR-Datenjournalistin Katharina Brunner gebauten Tool ließen sich die Daten auf Karten visualisieren. Anhand der Mobile Advertising ID – einer eindeutigen Werbe-Kennung, die Android und iOS den Apps zur Verfügung stellen – konnten die Bewegungsmuster einzelner Personen über Wochen nachvollzogen werden.

Ingo Dachwitz
Ingo Dachwitz

Ingo Dachwitz im c’t-Podcast Auslegungssache

Mit einfachen OSINT-Methoden, etwa dem Abgleich von Wohnadressen mit Klingelschildern und Telefonbüchern, gelang es dem Team in einigen Fällen, die vermeintlich anonymen Daten Personen zuzuordnen: hochrangigen Beamten, Mitarbeitern von Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz, Soldaten auf US-Militärbasen wie dem Fliegerhorst Büchel und sogar einer mutmaßlichen NSA-Mitarbeiterin in Bad Aibling.

Bußgeld ante portas

Die Daten stammen aus zwei Quellen: zum einen aus Tracking-SDKs, die App-Entwickler gegen kleines Geld in ihre Anwendungen einbauen, zum anderen aus Echtzeit-Auktionssystemen für Online-Werbung (Real-Time Bidding). Besonders aufgefallen war den Journalisten die App Wetter Online. Die nordrhein-westfälische Datenschutzaufsicht stattete dem Anbieter daraufhin einen Besuch ab und stellte fest, dass tatsächlich präzise Standortdaten abflossen. Auch die Hamburger Datenschutzbehörde wurde aufgrund der Recherche bei einer Dating-App fündig.

Rechtlich, da sind sich die drei einig, ist das gesamte Geschäftsmodell kaum zu rechtfertigen. Eine Einwilligung kann die komplexen Datenflüsse mit hunderten beteiligten Firmen praktisch nicht abbilden, ein berechtigtes Interesse scheidet nach Auffassung der Datenschutzbehörden für Werbe-Tracking ohnehin aus. Hinzu kommt, dass sich Plattformen wie Datarade laut Dachwitz selbst nicht als Verantwortliche im Sinne der DSGVO sehen, sie vermittelten ja nur. Dachwitz fordert daher eine politische Debatte: Statt die Verantwortung allein auf Nutzer abzuwälzen, brauche es klare Verbote bestimmter Datengeschäfte.

Wer sich schützen will, kann immerhin die Werbe-ID auf dem Smartphone zurücksetzen oder deaktivieren, Apps den Standortzugriff nur bei aktiver Nutzung erlauben und konsequent Tracking ablehnen. Ein Tool auf netzpolitik.org erlaubt es zudem, die eigene Werbe-ID gegen den deutschen Datensatz abzugleichen.

Episode 158:

Hier geht es zu allen bisherigen Folgen:


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Links in diesem Artikel:

  1. https://netzpolitik.org/databroker-files/
  2. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  3. https://www.heise.de/thema/auslegungssache
  4. https://www.heise.de/ct
  5. mailto:hob@ct.de

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Anthropic startet öffentliche Beta von Claude Security für Unternehmen

Von Heise — 30. April 2026 um 23:05
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(Bild: Sashkin/Shutterstock.com / Bearbeitung heise medien)

Anthropic schickt Claude Security in den öffentlichen Beta-Test. Es scannt Code auf Schwachstellen, schlägt Patches vor und soll bei Sicherheit streng sein.

Kein Donnerstag ohne neues Sprachmodell: Anthropic eröffnet den Beta-Test für Claude Security. Das auf Künstliche Intelligenz [1] spezialisierte Produkt soll Quellcode auf Schwachstellen scannen und gezielte Patches zur menschlichen Überprüfung vorschlagen. Es steht ab sofort allen Claude-Enterprise-Kunden zur Verfügung – erreichbar direkt über die Claude.ai-Seitenleiste oder unter claude.ai/security. Eine Ausweitung auf Team- und Max-Kunden soll folgen. Im Kern des Angebots steht laut Anthropic [2] das kürzlich veröffentlichte Sprachmodell Claude Opus 4.7 [3].

Claude Security – zuvor Claude Code Security [4] – ist nach Unternehmensangaben in den vergangenen zwei Monaten von Hunderten Unternehmen in einer eingeschränkten Forschungsvorschau getestet worden. Auf Basis der Rückmeldungen sind geplante und gezielte Scans, bessere Integration in Audit-Systeme sowie verbessertes Tracking von Erkenntnissen hinzugekommen. Eine API-Integration oder ein eigener Agentenbau seien nicht nötig: Wer Claude bereits nutze, könne sofort loslegen, schreibt Anthropic [5].

Das Modell soll Code nicht durch Musterabgleich analysieren, sondern Interaktionen zwischen Komponenten über Dateien und Module hinweg verstehen und Datenflüsse verfolgen – ähnlich wie ein erfahrener Sicherheitsforscher, beschreibt Anthropic das Vorgehen. Zu jedem Fund liefere Claude Security eine Erklärung mit Konfidenzwert, Schweregrad, wahrscheinlicher Auswirkung und Reproduktionsweg. Gefundene Schwachstellen ließen sich direkt in Claude Code im Web beheben. Ergebnisse könnten als CSV oder Markdown exportiert oder per Webhook an Slack, Jira und andere Tools weitergeleitet werden.

Unternehmen aus der frühen Testphase berichten laut Betreiber, den Weg vom Scan zum fertigen Patch in einer einzigen Sitzung zurückgelegt zu haben – statt tagelangem Hin-und-Her zwischen Sicherheits- und Entwicklungsteam. Zu den Technikpartnern, die Opus 4.7 in ihre Plattformen integrieren wollen, gehören demnach CrowdStrike, Microsoft Security, Palo Alto Networks, SentinelOne, TrendAI und Wiz. Beratungsunternehmen wie Accenture, BCG, Deloitte, Infosys und PwC sollen Unternehmen bei der Einführung unterstützen.

Bewusst gedrosselt? Claude 4.6 nervöser bei Exploit-Fragen

Wer in den vergangenen Wochen mit Claude Opus 4.6 Fragen zu Sicherheitslücken stellte, bekam eine sanfte Abfuhr.

Wer zuletzt Claude Opus 4.6 nach Exploits oder Schwachstellendetails gefragt hat, dürfte zunehmende Zurückhaltung bemerkt haben – das ist vermutlich kein Zufall. Im Kleingedruckten zu Claude Security schreibt Anthropic, dass Opus 4.7 mit neuen Schutzmaßnahmen ausgestattet sei, die Anfragen mit Bezug auf verbotene oder hochriskante Sicherheitsanwendungen automatisch erkennen und blockieren sollen. Organisationen, die legitim in diesem Bereich arbeiten, könnten sich für ein „Cyber Verification Program“ qualifizieren, so das Unternehmen.

Mythos weiterhin exklusiv – und politisch brisant

Claude Security ist das breite Angebot; das mächtigere Modell „Mythos“ bleibt für die meisten ein solcher. Anthropic hat Anfang April mit Mythos Preview ein KI-Modell vorgestellt [6], das nach eigenen Angaben so gefährlich sei, dass es nicht öffentlich zugänglich gemacht werden solle. Im Rahmen von „Project Glasswing“ erhalten bislang nur rund 40 ausgewählte Unternehmen Kritischer Infrastruktur – darunter Apple, AWS, Cisco, Google, Microsoft und Nvidia – Zugang, um ihre Systeme nach Schwachstellen zu durchsuchen.

Anthropics Plan, diesen Kreis um rund 70 weitere Unternehmen auszuweiten, stößt nun auf politischen Widerstand: Laut einem Bericht des Wall Street Journal [7] hat das Weiße Haus dem Unternehmen mitgeteilt, gegen die Ausweitung. Als Gründe werden Sicherheitsbedenken genannt – und die Sorge, Anthropic könnte schlicht nicht genug Rechenkapazität haben, um so viele Anwender zu bedienen, ohne die Nutzung durch die US-Regierung selbst zu beeinträchtigen.

Auch in Deutschland sorgt Mythos für Nervosität [8]. BSI-Präsidentin Claudia Plattner hat bereits kurz nach der Vorstellung erklärt, „Umwälzungen im Umgang mit Sicherheitslücken und in der Schwachstellenlandschaft insgesamt“ zu erwarten. Sie stellte die Frage, ob derart wirkmächtige Werkzeuge mittelfristig überhaupt noch auf dem freien Markt verfügbar sein werden.

Spezialisierung als Strategie

Claude Security reiht sich in eine erkennbare Produktstrategie ein: Nach Claude Code für die Softwareentwicklung und Claude Design für kreative Aufgaben folgt jetzt das Sicherheitsprodukt. Die gesamte Branche folgt diesem Trend zur Spezialisierung. OpenAI hat vergangene Woche GPT-5.5 vorgestellt [9], das ebenfalls stark auf agentisches Arbeiten setzt – und bereits Mitte April mit GPT-5.4-Cyber eine Variante mit gelockerten Sicherheitsbeschränkungen für verifizierte Sicherheitsforscher angekündigt. Als europäische Alternative präsentierte das französische Unternehmen Mistral Medium 3.5 [10] – ein Open-Weights-Modell mit den Verkaufsargumenten Datensouveränität und Selbst-Hosting.


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https://www.heise.de/-11279018

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
  2. https://www.heise.de/thema/Anthropic
  3. https://www.heise.de/news/Befolgt-Anweisungen-substanziell-besser-Anthropic-gibt-Opus-4-7-frei-11261267.html
  4. https://www.heise.de/news/Anthropic-launcht-Claude-Code-Security-Cybersecurity-Aktien-verlieren-11185198.html
  5. https://claude.com/blog/claude-security-public-beta
  6. https://www.heise.de/news/Anthropics-neues-KI-Modell-Mythos-Zu-gefaehrlich-fuer-die-Oeffentlichkeit-11248034.html
  7. https://www.wsj.com/tech/ai/white-house-opposes-anthropics-plan-to-expand-access-to-mythos-model-dc281ab5
  8. https://www.heise.de/news/Mythos-von-Anthropic-Schwachstellen-KI-wirft-neue-Sicherheitsfragen-auf-11270831.html
  9. https://www.heise.de/news/OpenAI-stellt-GPT-5-5-vor-Mehr-Agent-weniger-Chatbot-11270515.html
  10. https://www.heise.de/news/Mistral-AI-Neues-Sprachmodell-Medium-3-5-und-Cloud-Coding-Agenten-11277993.html
  11. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  12. mailto:vza@heise.de

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Anthropic startet öffentliche Beta von Claude Security für Unternehmen

Von Heise — 30. April 2026 um 23:05
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(Bild: Sashkin/Shutterstock.com / Bearbeitung heise medien)

Anthropic schickt Claude Security in den öffentlichen Beta-Test. Es scannt Code auf Schwachstellen, schlägt Patches vor und soll bei Sicherheit streng sein.

Kein Donnerstag ohne neues Sprachmodell: Anthropic eröffnet den Beta-Test für Claude Security. Das auf Künstliche Intelligenz [1] spezialisierte Produkt soll Quellcode auf Schwachstellen scannen und gezielte Patches zur menschlichen Überprüfung vorschlagen. Es steht ab sofort allen Claude-Enterprise-Kunden zur Verfügung – erreichbar direkt über die Claude.ai-Seitenleiste oder unter claude.ai/security. Eine Ausweitung auf Team- und Max-Kunden soll folgen. Im Kern des Angebots steht laut Anthropic [2] das kürzlich veröffentlichte Sprachmodell Claude Opus 4.7 [3].

Claude Security – zuvor Claude Code Security [4] – ist nach Unternehmensangaben in den vergangenen zwei Monaten von Hunderten Unternehmen in einer eingeschränkten Forschungsvorschau getestet worden. Auf Basis der Rückmeldungen sind geplante und gezielte Scans, bessere Integration in Audit-Systeme sowie verbessertes Tracking von Erkenntnissen hinzugekommen. Eine API-Integration oder ein eigener Agentenbau seien nicht nötig: Wer Claude bereits nutze, könne sofort loslegen, schreibt Anthropic [5].

Das Modell soll Code nicht durch Musterabgleich analysieren, sondern Interaktionen zwischen Komponenten über Dateien und Module hinweg verstehen und Datenflüsse verfolgen – ähnlich wie ein erfahrener Sicherheitsforscher, beschreibt Anthropic das Vorgehen. Zu jedem Fund liefere Claude Security eine Erklärung mit Konfidenzwert, Schweregrad, wahrscheinlicher Auswirkung und Reproduktionsweg. Gefundene Schwachstellen ließen sich direkt in Claude Code im Web beheben. Ergebnisse könnten als CSV oder Markdown exportiert oder per Webhook an Slack, Jira und andere Tools weitergeleitet werden.

Unternehmen aus der frühen Testphase berichten laut Betreiber, den Weg vom Scan zum fertigen Patch in einer einzigen Sitzung zurückgelegt zu haben – statt tagelangem Hin-und-Her zwischen Sicherheits- und Entwicklungsteam. Zu den Technikpartnern, die Opus 4.7 in ihre Plattformen integrieren wollen, gehören demnach CrowdStrike, Microsoft Security, Palo Alto Networks, SentinelOne, TrendAI und Wiz. Beratungsunternehmen wie Accenture, BCG, Deloitte, Infosys und PwC sollen Unternehmen bei der Einführung unterstützen.

Bewusst gedrosselt? Claude 4.6 nervöser bei Exploit-Fragen

Wer in den vergangenen Wochen mit Claude Opus 4.6 Fragen zu Sicherheitslücken stellte, bekam eine sanfte Abfuhr.

Wer zuletzt Claude Opus 4.6 nach Exploits oder Schwachstellendetails gefragt hat, dürfte zunehmende Zurückhaltung bemerkt haben – das ist vermutlich kein Zufall. Im Kleingedruckten zu Claude Security schreibt Anthropic, dass Opus 4.7 mit neuen Schutzmaßnahmen ausgestattet sei, die Anfragen mit Bezug auf verbotene oder hochriskante Sicherheitsanwendungen automatisch erkennen und blockieren sollen. Organisationen, die legitim in diesem Bereich arbeiten, könnten sich für ein „Cyber Verification Program“ qualifizieren, so das Unternehmen.

Mythos weiterhin exklusiv – und politisch brisant

Claude Security ist das breite Angebot; das mächtigere Modell „Mythos“ bleibt für die meisten ein solcher. Anthropic hat Anfang April mit Mythos Preview ein KI-Modell vorgestellt [6], das nach eigenen Angaben so gefährlich sei, dass es nicht öffentlich zugänglich gemacht werden solle. Im Rahmen von „Project Glasswing“ erhalten bislang nur rund 40 ausgewählte Unternehmen Kritischer Infrastruktur – darunter Apple, AWS, Cisco, Google, Microsoft und Nvidia – Zugang, um ihre Systeme nach Schwachstellen zu durchsuchen.

Anthropics Plan, diesen Kreis um rund 70 weitere Unternehmen auszuweiten, stößt nun auf politischen Widerstand: Laut einem Bericht des Wall Street Journal [7] hat das Weiße Haus dem Unternehmen mitgeteilt, gegen die Ausweitung zu sein. Als Gründe werden Sicherheitsbedenken genannt – und die Sorge, Anthropic könnte schlicht nicht genug Rechenkapazität haben, um so viele Anwender zu bedienen, ohne die Nutzung durch die US-Regierung selbst zu beeinträchtigen.

Auch in Deutschland sorgt Mythos für Nervosität [8]. BSI-Präsidentin Claudia Plattner hat bereits kurz nach der Vorstellung erklärt, „Umwälzungen im Umgang mit Sicherheitslücken und in der Schwachstellenlandschaft insgesamt“ zu erwarten. Sie stellte die Frage, ob derart wirkmächtige Werkzeuge mittelfristig überhaupt noch auf dem freien Markt verfügbar sein werden.

Spezialisierung als Strategie

Claude Security reiht sich in eine erkennbare Produktstrategie ein: Nach Claude Code für die Softwareentwicklung und Claude Design für kreative Aufgaben folgt jetzt das Sicherheitsprodukt. Die gesamte Branche folgt diesem Trend zur Spezialisierung. OpenAI hat vergangene Woche GPT-5.5 vorgestellt [9], das ebenfalls stark auf agentisches Arbeiten setzt – und bereits Mitte April mit GPT-5.4-Cyber eine Variante mit gelockerten Sicherheitsbeschränkungen für verifizierte Sicherheitsforscher angekündigt. Als europäische Alternative präsentierte das französische Unternehmen Mistral Medium 3.5 [10] – ein Open-Weights-Modell mit den Verkaufsargumenten Datensouveränität und Selbst-Hosting.


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  1. https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
  2. https://www.heise.de/thema/Anthropic
  3. https://www.heise.de/news/Befolgt-Anweisungen-substanziell-besser-Anthropic-gibt-Opus-4-7-frei-11261267.html
  4. https://www.heise.de/news/Anthropic-launcht-Claude-Code-Security-Cybersecurity-Aktien-verlieren-11185198.html
  5. https://claude.com/blog/claude-security-public-beta
  6. https://www.heise.de/news/Anthropics-neues-KI-Modell-Mythos-Zu-gefaehrlich-fuer-die-Oeffentlichkeit-11248034.html
  7. https://www.wsj.com/tech/ai/white-house-opposes-anthropics-plan-to-expand-access-to-mythos-model-dc281ab5
  8. https://www.heise.de/news/Mythos-von-Anthropic-Schwachstellen-KI-wirft-neue-Sicherheitsfragen-auf-11270831.html
  9. https://www.heise.de/news/OpenAI-stellt-GPT-5-5-vor-Mehr-Agent-weniger-Chatbot-11270515.html
  10. https://www.heise.de/news/Mistral-AI-Neues-Sprachmodell-Medium-3-5-und-Cloud-Coding-Agenten-11277993.html
  11. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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heise+ | Das Leben des Brian erstmals in 4K: Ist die UHD gut genug für Jehova?

Von Heise — 01. Mai 2026 um 06:01

Monty Pythons Klassiker darf an Feiertagen noch immer nicht aufgeführt werden. Wir vergleichen die neue 4K-UHD von Criterion mit Stream und Blu-ray Disc.

An „stillen“ Feiertagen wie Karfreitag müssen in Deutschland nicht nur Discos schließen, Kinos und TV-Sender dürfen auch bestimmte Filme nicht zeigen, allen voran „Das Leben des Brian“ (Monty Python's Life of Brian) der britischen Komikertruppe Monty Python von 1979. Wie kaum ein anderer Film brachte er konservative Kirchenvertreter auf die Barrikaden, denn so scharfzüngig war der Missbrauch von Religion selten aufs Korn genommen worden.

Der Film war bislang nur in mäßiger technischer Qualität auf Blu-ray Disc und im Stream zu bekommen. Jetzt hat Criterion in den USA den Klassiker erstmals aufwendig in 4K restauriert und auf Ultra HD Blu-ray (UHD) veröffentlicht. Wir haben die Disc eigens aus den USA importiert und uns für den Vergleich mit den bisherigen Versionen schon mal ein paar handliche Pflastersteine und einen Beutel Kies bereitgelegt – nur für den Fall, dass es zu einer Steinigung kommt.

In unserem Test zählen wir nicht nur Pixel, sondern gehen auch auf die Tonspuren ein. Wir klären, welche Besonderheiten das englische Original und die deutsche Übersetzung in den unterschiedlichen Formaten haben und welche wo zu bekommen ist. Bevor wir aber ab Seite 3 zur technischen Würdigung und Fragen zum Import aus den USA kommen, blicken wir hinter die Kulissen dieser chaotisch kreativen Produktion, wie sie heute kaum noch möglich wäre.


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  1. https://www.heise.de/tests/Das-Leben-des-Brian-erstmals-in-4K-Ist-die-UHD-gut-genug-fuer-Jehova-11276651.html
  2. https://www.heise.de/tests/Nobody-s-perfect-Billy-Wilders-Manche-moegen-s-heiss-im-4K-Heimkinotest-11268506.html
  3. https://www.heise.de/tests/Im-Labyrinth-der-Moderne-Jacques-Tatis-Herrliche-Zeiten-im-4K-Heimkinotest-11261078.html
  4. https://www.heise.de/tests/Heimkino-Test-Die-Unbestechlichen-rollt-den-Watergate-Skandal-in-4K-neu-auf-11250701.html
  5. https://www.heise.de/tests/The-Secret-Agent-im-Heimkinotest-Wer-hat-Angst-vorm-Pixelbrei-11245478.html
  6. https://www.heise.de/tests/Ben-Hur-in-4K-Warum-die-UHD-heute-besser-aussieht-als-das-Kino-damals-11203874.html
  7. https://www.heise.de/tests/Heimkino-Test-Das-Verschwinden-des-Josef-Mengele-polarisiert-11186098.html
  8. https://www.heise.de/tests/Predator-Badlands-im-4K-Heimkinotest-Monster-Hunter-statt-Schwarzenegger-11201078.html
  9. https://www.heise.de/tests/Minority-Report-im-Heimkinotest-Predictive-Policing-in-4K-11190977.html
  10. https://www.heise.de/tests/Blue-Velvet-im-4K-Heimkinotest-Die-Gewalt-die-wir-sehen-wollen-11182417.html
  11. https://www.heise.de/tests/4K-Epos-neu-aufgelegt-Lawrence-von-Arabien-im-Heimkinotest-11175124.html
  12. https://www.heise.de/tests/Als-Pornos-noch-Kunst-waren-Boogie-Nights-im-4K-Heimkinotest-11166880.html
  13. https://www.heise.de/tests/The-Revolution-will-be-televised-One-Battle-After-Another-im-4K-Heimkinotest-11157964.html
  14. https://www.heise.de/tests/253-Meter-ohne-Sauerstoff-Luc-Bessons-Im-Rausch-der-Tiefe-im-4K-Heimkinotest-11141317.html
  15. https://www.heise.de/tests/Revolverhelden-im-4K-Duell-Die-glorreichen-Sieben-im-Heimkinotest-11134476.html
  16. https://www.heise.de/meinung/Heimkino-Jahresrueckblick-Die-besten-Filme-2025-11077069.html
  17. https://www.heise.de/tests/100-Jahre-Panzerkreuzer-Potemkin-Zwischen-Zensur-und-popkultureller-Umdeutung-11079334.html
  18. https://www.heise.de/tests/Tarantinos-Popcorn-Feminismus-Kill-Bill-in-4K-im-Heimkinotest-11077109.html
  19. https://www.heise.de/tests/Taugen-iPhones-fuer-Kinofilme-28-Years-Later-und-June-John-im-Heimkinotest-11074236.html
  20. https://www.heise.de/tests/Ja-wo-laufen-sie-denn-Der-Horrorfilm-Weapons-im-Heimkinotest-11074176.html
  21. https://www.heise.de/tests/Sprengstoff-im-Nacken-Lohn-der-Angst-und-Sorcerer-im-Heimkinotest-10793469.html
  22. https://www.heise.de/tests/4K-Dinner-mit-Hannibal-Lecter-Das-Schweigen-der-Laemmer-im-Heimkinotest-10793453.html
  23. https://www.heise.de/tests/Kathedralen-aus-Licht-Die-4K-Restaurationen-von-Tron-und-Tron-Legacy-im-Test-10793437.html
  24. https://www.heise.de/tests/Last-Action-Hero-Die-letzte-Mission-Impossible-von-Tom-Cruise-im-Heimkinotest-10773499.html
  25. https://www.heise.de/tests/Der-Wumms-der-90er-Kultfilm-Hackers-mit-Atmos-Ton-im-Heimkinotest-10748976.html
  26. https://www.heise.de/tests/Volle-Breitseite-Master-Commander-im-Heimkinotest-von-Stream-bis-4K-Disc-10670838.html
  27. https://www.heise.de/tests/Sechsmal-007-Restaurierte-Bond-Klassiker-im-Test-auf-Disc-und-im-Stream-10661835.html
  28. https://www.heise.de/tests/Wer-blinzelt-verliert-Die-Dollar-Trilogie-im-Triell-zwischen-Streams-und-UHDs-10640917.html
  29. https://www.heise.de/tests/Heimkino-Test-Die-Ritter-der-Kokosnuss-auf-UHD-Blu-ray-und-im-Stream-10549937.html

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Anzeige: Bifaziales Balkonkraftwerk bei Amazon nur bis Sonntag im Angebot

Von Benjamin Gründken — 30. April 2026 um 19:00
Bei Amazon gibt es ein Balkonkraftwerk befristet im Angebot. Es wird viel gekauft und bietet bifaziale Module.
Balkonkraftwerke mit bifazialen Modulen erzeugen auch über die Panelrückseite Strom. (Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Solakon; Montage: Golem.de) amazon Affiliate

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Balkonkraftwerke mit bifazialen Modulen erzeugen auch über die Panelrückseite Strom. Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Solakon; Montage: Golem.de

Balkonkraftwerke haben während der aktuellen Energiekrise nicht an Attraktivität verloren. Über eine Million der steckerfertigen Anlagen waren laut Bundesnetzagentur schon im vergangenen Jahr im Einsatz.

Die Preise der Sets liegen nach wie vor niedrig, allerdings ist zu befürchten, dass sie wieder teurer werden. Hintergrund ist der Wegfall der Exportsubventionen Chinas am 1. April. Diese Steuererleichterungen waren mit ein Grund, warum das Reich der Mitte Panels so günstig ins Ausland exportieren konnte.

Stand jetzt haben wir noch keine großen Preissprünge beobachtet. Es dauert vermutlich noch eine Weile, bis sich die günstig eingekauften Vorräte erschöpfen. Hiernach könnten Balkonkraftwerke zehn bis 15 Prozent teurer werden. Jetzt allerdings gibt es den aktuellen Bestseller Nr. 1 auf Amazon besonders günstig.

Was bietet das Komplett-Set?

Es geht um ein Balkonkraftwerk des baden-württembergischen Anbieters Solakon. Dieser ist bei Amazon als Händler aktiv und hat dort eine seiner Anlagen mit Gratisversand eingestellt.

Das Set setzt auf zwei bifaziale Module, die somit auch über Reflexionen auf die Rückseite Energie erzeugen können. Konkret geht es um zwei TWMNH-48HD mit je 450 Wp, wie man der Produktseite

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entnehmen kann. Dort ist auch von einem Fox ESS 800W als Wechselrichter die Rede. Zudem winken Solarverlängerungskabel und ein fünf Meter langes Anschlusskabel.

Aktuell steht das Balkonkraftwerk auf Platz 1 in der Bestsellerkategorie der netzgebundenen Photovoltaikanlagen

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beim Onlinehändler. Zeitlich befristet bis zum 3. Mai zahlt man nur noch 244,96 Euro anstelle der hinterlegten UVP von 309,99 Euro. Im 90-Tage-Mittel waren es laut Preistracker Keepa noch 282,26 Euro über Amazon als Handelsplattform.

Anzeige

Solakon 900W Balkonkraftwerk

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Günstiger soll es dieses Set dort nie gegeben haben, wenngleich der Preis laut Verlauf bereits Mitte des Monats im Zuge einer Aktion aufgegriffen wurde. Damals fand man auf der Produktseite

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aber noch einen Growatt-Wechselrichter, von dem immer noch die Produktbilder künden.

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Horror: Trailer zum Kino-Reboot von Resident Evil veröffentlicht

Von Peter Osteried — 30. April 2026 um 17:33
Constantin Film zeigt ersten Trailer zum neuen Resident Evil von Zach Cregger. Kinostart des Horror-Reboots ist im September 2026.
Der Neustart soll sich deutlich von den bisherigen Filmen abheben. (Bild: Constantin)
Der Neustart soll sich deutlich von den bisherigen Filmen abheben. Bild: Constantin

Der erste Trailer zum Kino-Reboot von Resident Evil ist erschienen. Wie der deutsche Filmverleih Constantin Film mitteilt, startet der Horrorfilm am 17. September 2026 in den Kinos. Regie führt Zach Cregger, der zuvor mit dem Horrorfilm Barbarian Aufmerksamkeit erregte.

Ein Kurierfahrer als Held

Der Trailer zeigt eine neue, eigenständige Interpretation der bekannten Videospielreihe. Im Mittelpunkt steht der Kurierfahrer Bryan, gespielt von Austin Abrams. Er übernimmt einen scheinbar routinemäßigen Auftrag: den Transport eines biomedizinischen Pakets. Die Situation eskaliert jedoch schnell, als aus der Lieferung ein Überlebenskampf wird. Der Film setzt dabei auf ein klaustrophobisches Setting und konzentriert sich auf eine einzige Nacht, in der sich die Ereignisse zuspitzen.

Cregger inszeniert den Film nach einem Drehbuch, das er gemeinsam mit Shay Hatten geschrieben hat. Der neue Resident Evil entfernt sich damit inhaltlich von früheren Filmadaptionen und verfolgt einen stärker auf Horror fokussierten Ansatz, der weniger auf Actionelemente setzt.

Neben Abrams gehören Paul Walter Hauser, bekannt aus den US-Produktionen Fantastic Four und Cobra Kai, sowie Zach Cherry, Kali Reis und Johnno Wilson zur Besetzung.

Eine neue Constantin-Produktion

Produziert wurde der Film von Constantin Film in Zusammenarbeit mit Vertigo Pictures, Playstation Productions, Columbia Pictures und Davis Films. Damit bleibt die deutsche Produktionsfirma weiterhin eng mit dem Franchise verbunden, das bereits seit den frühen 2000er Jahren mehrfach für das Kino adaptiert wurde.

Mit dem Neustart soll die Marke neu positioniert werden. Statt einer Fortsetzung der bisherigen Filmreihe setzt die Produktion auf eine eigenständige Geschichte und eine veränderte Tonalität.

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