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Tipp: Universal-Zylinder des Nuki Smart Lock Ultra korrekt zusammenbauen

Von Heise — 30. April 2026 um 09:00

Wenn der Zylinder des Nuki Ultra es von außen nicht erlaubt, zweimal abzuschließen, ist er vermutlich falsch konfiguriert. Darauf müssen Sie achten.

Ich habe mir das schnelle (und teure) Nuki Smart Lock Ultra gekauft, um meine Tür mittels HomeKit öffnen und schließen zu können. Meine Frau nutzt weiterhin den Schlüssel, kann das Schloss jetzt aber nicht mehr doppelt abschließen, wie sie das vorher getan hat.

Offenbar haben Sie den beim Smart Lock Ultra [1] mitgelieferten Universal-Zylinder falsch montiert.

Das kann leider passieren, denn der Selbstzusammenbau ist alles andere als leicht. Nuki selbst empfiehlt, bei der Anpassung des Universal-Zylinder seine hauseigene App zu verwenden, die durch den Prozess lenkt. Das tut sie zum Teil leider etwas schneller.

Es ist daher sinnvoll, sich die Montageanleitung samt Video [2] vorher genau anzusehen und sich Zeit für Ausmessung und Anpassung zu nehmen, damit der Zylinder wirklich passt.

Montage des Universal-Zylinder für das Nuki Ultra
Montage des Universal-Zylinder für das Nuki Ultra

Montage des Universal-Zylinder für das Nuki Ultra: Alles andere als unterkomplex.

(Bild: Nuki)

Die Anleitung ist zum Ausdrucken oder Download zudem auch im PDF-Format verfügbar [3]. Doch allein die vielen Möglichkeiten zur Erweiterung und die vielen Schrauben und Mittelstücke sind verwirrend (siehe Übersicht).

Ihnen scheint es ja gelungen zu sein, den Zylinder in passende Form zu bringen. Das ist gut. Doch offenbar haben Sie beim Aufbau einen Fehler gemacht: Der sogenannte Zylinderbart, jenes Stück, das in die Tür greift, ist falsch platziert.

Dann ist es tatsächlich nicht mehr möglich, das Schloss mittels Schlüssel von Außen doppelt abzuschließen, wie man es normalerweise tut.

Lösen lässt sich das Problem, in dem Sie den Universal-Zylinder erneut auseinanderschrauben, beim Zusammenbau aber darauf achten, dass der Zylinderbart nicht nach oben steht, während sich der Schlüssel in Abzugsposition befindet.

Steht der Bart nach oben, wenn der Schlüssel gezogen werden kann, stimmt etwas nicht
Steht der Bart nach oben, wenn der Schlüssel gezogen werden kann, stimmt etwas nicht

Steht der Bart nach oben, wenn der Schlüssel gezogen werden kann, stimmt etwas nicht.

(Bild: heise medien)

Wie es also nicht sein sollte, sehen Sie auf dem obigen Bild. Schließt der Zylinderbart flach mit Zylinder ab und sie können den Schlüssel abziehen, haben Sie es richtig gemacht. Das Schloss lässt sich auch mit Schlüssel doppelt abschließen.


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https://www.heise.de/-11253541

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/Nuki-Pro-5-und-Nuki-Ultra-Tipps-und-Tricks-zu-den-smarten-Schloessern-10635420.html
  2. https://help.nuki.io/hc/de/articles/24621439712785-Smart-Lock-Ultra-Montage-Installation
  3. https://help.nuki.io/hc/article_attachments/34192824247185
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://www.heise.de/mac-and-i
  6. mailto:bsc@heise.de

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heise+ | NeatPass fürs iPhone im Test: Eintritt, bitte!

Von Heise — 30. April 2026 um 08:00
NeatPass wandelt zu Wallet-Pässen um

NeatPass wandelt zu Wallet-Pässen um.

(Bild: Justin Lanfermann)

Für weniger PDF-Papierkram: NeatPass überträgt Tickets und Fahrausweise in die Wallet-App von Apple.

NeatPass schließt eine Lücke im Apple-Ökosystem: Die App verwandelt klassische Tickets, Bordkarten und andere Einlassdokumente mit Bar- oder QR-Code in vollwertige Wallet-Pässe. Der schnelle Zugriff über Apples Wallet-App erspart damit lästiges Suchen, Scrollen und Zoomen am Flughafen, Bahnhof oder vor der Konzerthalle.

NeatPass in Aktion
NeatPass in Aktion

NeatPass in Aktion.

Die Anwendung analysiert per PDF oder Foto hinzugefügte Tickets lokal mit einem integrierten KI-Modell von Qwen. Das macht die App zwar knapp über ein Gigabyte groß, sie ist dadurch aber nicht auf Apple Intelligence angewiesen und läuft auch auf älteren iPhones.

Die KI erkennt in einem Dokument relevante Daten wie Veranstaltung, Datum, Ort, Namen sowie Bar- oder QR-Codes und baut daraus automatisch einen Wallet-Pass, der sich dem Wallet hinzufügen lässt. Das iPhone 16 Pro benötigte in unserem Test hierfür rund 20 Sekunden pro Ticket.


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Milliarden für Kraftwerke, die möglichst nie laufen sollen

Von Telepolis — 30. April 2026 um 08:00
Gastank vor 100-Euro-Schein mit Katherina Reiche-Porträt

Neue Gaskraftwerke sollen die Stromversorgung sichern. Batteriespeicher werden ausgebremst – und Verbraucher zahlen per Umlage.

Wie eine beratungsresistente Ministerin erfolgreich dafür sorgt, dass die Haushaltskunden, die für etwa 25 Prozent des deutschen Stromverbrauchs verantwortlich sind, künftig mehr für ihren Strom bezahlen müssen und somit nur wenig zur Energiewende beitragen können.

Noch 2026 will Katherina Reiche neue Backup-Kraftwerke ausschreiben, um die deutsche Stromversorgung zu sichern. Batteriespeicher sind dabei jedoch de facto vorerst ausgeschlossen. Da diese nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen so wenig wie möglich in Betrieb sein sollten, steht die Politik inzwischen vor einem Dilemma.

Strom aus Gas ist spätestens seit dem Iran-Krieg, dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft noch längst nicht vollständig abzusehen sind, die mit Abstand teuerste Erzeugungsform für elektrischen Strom, die dann zudem über die Börse und den Merit-Order-Effekt [1] auf die Preise aller Stromerzeuger durchschlägt und die Kosten der nicht politisch begünstigten Privatkunden nach oben treibt.

Wer will Gaskraftwerke bauen, die möglichst lange stillstehen?

Die Bundesregierung will den Bau von Gas-Backup-Kraftwerken jetzt mit Milliarden fördern. Nach jahrelangem Ringen sieht ein Gesetzentwurf für dieses Jahr erstmals konkrete Ausschreibungen vor: Bis Ende 2026 sollen insgesamt 12 Gigawatt neue steuerbare Kapazität ausgeschrieben werden, wie aus Bundestagsdokumenten hervorgeht [2]. Die genaue Aufteilung der Ausschreibungsrunden wird im Gesetz geregelt.

Das Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche hat die Regelungen in dem Entwurf so geschaffen, dass in den ersten neun Gigawatt nur Gaskraftwerke zum Zug kommen können.

Das wirtschaftliche Problem dabei ist die Tatsache, dass sich im aktuellen deutschen Strommarktdesign keine Investoren finden, die solche reinen Backup-Kraftwerke bauen und finanzieren möchten. Denn bislang verdienen nur Kraftwerke Geld, wenn sie auch laufen.

Im aktuellen System der Strombörse kommen immer zuerst die Anbieter mit den günstigsten Grenzkosten zum Zuge, das sind meistens Windkraftanlagen, im Sommer auch Photovoltaik.

Um jetzt den von der Politik bevorzugten Gaskraftwerken den Vortritt zu lassen und Batteriespeichern den Marktzugang zu erschweren, wurden für die Zulassung der Bewerbungen für eine staatliche Subvention Bedingungen festgeschrieben, die Batteriespeicher aufgrund fehlerhafter politischer Entscheidungen der Vergangenheit derzeit nicht erfüllen können.

50 Prozent der Bauteile der angebotenen Vorhaben müssen aus Europa stammen. Für Batteriespeicher, deren Zellen zum überwiegenden Teil aus China kommen, ist diese Regel kaum zu erfüllen. Das ist jedoch energiepolitisch weitgehend inkonsistent. Denn auch das Erdgas für die Kraftwerke kommt nur teilweise aus Europa und sein Preis bildet sich am Weltmarkt.

Die geplanten Gaskraftwerke sollen von 2031 an für einen Zeitraum von fünfzehn Jahren für die Versorgungssicherheit zur Verfügung stehen. Da diese Kraftwerke nur zeitweise einspringen, müssen sie mit mehreren Milliarden Euro subventioniert werden.

"Die Kosten sollen über eine neue Umlage finanziert werden, wie aus dem Gesetzentwurf hervorgeht. Sie soll 2031 eingeführt werden. Zu den durch die Umlage zu finanzierenden Kosten zählen unter anderem von 2031 an anfallende Vergütungszahlungen an bezuschlagte Bieter, wie es im Entwurf heißt."

Die Zeit

Es ist zu erwarten, dass diese Umlage von Tarifkunden [3] erhoben wird, um den Industriestrompreis nicht zu gefährden. Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft zufolge könnten einem durchschnittlichen Zweipersonenhaushalt dabei jährliche Mehrkosten von bis zu 178 Euro [4] entstehen.

Der Mythos von den hohen Systemkosten der Erneuerbaren

Ein Gutachten [5], das im Auftrag der DUH [6] und des Wirtschaftsverbands Windkraftwerke (WVW [7]) von Ralf Bischof [8], Geschäftsführer der RBID erstellt wurde, hat die Kosten für Netzausbau von Übertragungs- sowie Verteilnetzen anteilig auf Windenergie an Land, Auf-Dach-Solar sowie Freiflächen-Solar verteilt. Auch die Kosten für den Ausbau von Batteriespeichern wurden den Erneuerbaren rechnerisch angelastet.

Während Gasstrom auf Kosten von bis zu 31 Cent pro Kilowattstunde kommt, liegen die Vollkosten von Wind- und Solarstrom inklusive Netz- und Speicherausbau bei rund 11 Cent. Kostentreiber sind dabei die rasant gestiegenen Preise der Kraftwerkshersteller, Brennstoff- und Emissionszertifikate-Kosten sowie die erwartbar niedrigen Betriebsstunden der Gaskraftwerke.

Lothar Schulze [9], Vorstandsvorsitzender Wirtschaftsverband Windkraftwerke stellt im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der aktuellen Studie fest:

"Die Kostenrisiken fossiler Energieerzeugung sind angesichts der aktuellen Krise fast eine Binsenweisheit. Dennoch gab es bisher keine Quantifizierung der Systemkosten im Vergleich. Unser Gutachten schafft die Faktengrundlage für energiepolitisch vernünftige Entscheidungen. Der ambitionierte Ausbau der Erneuerbaren Energien ist wirtschaftlich vorteilhaft und sichert uns gegen Importabhängigkeiten ab.

Dagegen würde ein Ausbau von Gaskraftwerken dafür sorgen, dass hohe Gaspreise direkt auf die Strompreise durchschlagen. Dies würde jegliche Bemühungen um niedrige Energiekosten für Verbraucher und Industrie konterkarieren. Auch technisch gibt es keine belegbaren Gründe für ein Abbremsen des Ausbaus.

Die konsequente Umsetzung von Netzoptimierungsmaßnahmen kann die Transportkapazitäten unserer Stromnetze um 50 Prozent erhöhen. Redispatch-Abregelungen könnten schnell auf ein Minimum zurückgeführt werden. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien kann ungehindert weitergehen und für niedrige Energiepreise und eine weniger verwundbare Volkswirtschaft sorgen, bei gleichzeitiger Gewährleistung der Versorgungssicherheit."


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tp/article/Merit-Order-Wie-der-Gaspreis-den-Strompreis-treibt-11246676.html
  2. https://dserver.bundestag.de/btd/21/039/2103928.pdf#page=52
  3. https://www.t-online.de/finanzen/energie/id_101224312/katherina-reiche-plant-neue-stromumlage-zur-finanzierung-der-gaskraftwerke.html
  4. https://www.heise.de/tp/article/Reiches-Gas-Plaene-Warum-Verbraucher-jetzt-178-Euro-mehr-zahlen-koennten-11262661.html
  5. https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Energiewende/20260426_RBID_Systemkostenvergleich_Erdgas_-_PV_-_Wind_an_Land.pdf
  6. https://www.duh.de/
  7. https://wvwindkraft.de/
  8. https://www.linkedin.com/in/ralf-bischof-5917b489/
  9. https://wvwindkraft.de/index.php/vorstand/lothar-schulze/

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Nach Orbán: Die Slowakei als letzter EU-Störfaktor?

Von Telepolis — 30. April 2026 um 06:00
Robert Fico vor Mikrofonen

Robert Fico balanciert und polarisiert die Slowakei zwischen West und Ost

(Bild: Alessia Pierdomenico/Shutterstock.com)

Der slowakische Premier kämpft gegen Sanktionen, Solidarität und die eigene Zivilgesellschaft – droht die Orbánisierung des Landes? Eine Analyse.

Orbán muss gehen, Fico bleibt: Nach der überraschend deutlichen Abwahl Viktor Orbáns [1] in Budapest schrumpft das informelle Bündnis Ukraine-kritischer, Russland-freundlicher Staaten innerhalb der EU auf eine One-Man-Show zusammen. Das ungarische Veto ist passé – doch offen bleibt der Widerstand aus der Slowakei [2].

Ein möglicher Abwahltermin Robert Ficos läge frühestens 2027 [3]. Zwar kursierten [4] bereits 2025 Vorstöße rund um ein parlamentarisches Misstrauensvotum, doch diese wurden nicht weiter verfolgt.

Innerhalb von Ficos ideologisch vielfältigem Regierungsbündnis – neben seiner sozialdemokratischen SMER ist die pro-europäische HLAS sowie die euroskeptische, nationalkonservative SNS Teil – gärte es lange [5]: Die Koalition gilt als instabil, man verstritt sich über Posten. Vor allem aber über Außenpolitik [6]: die Haltung zu Brüssel, Kiew oder Moskau – und konkret: soll die Slowakei weiterhin russisches Öl und Gas via Ukraine-Transit empfangen?

Orbánisierung auf Slowakisch?

Fico sichert seine Herrschaft mittlerweile systematisch, so scheint es, ab: Er schwört [7] die Medien auf sein Narrativ ein, zensiert Kunst [8] und versucht [9], die Auslandsbriefwahl abzuschaffen – erste Parallelen zu Orbán sind unverkennbar.

Entscheidend bleibt aber seine Außenpolitik: Nach dem Machtantritt Péter Magyars in Budapest und den freigegebenen Ukraine-Milliardenhilfen [10] könnte Fico das letzte Störfeuer einer nach Osten hin geeinten EU sein.

Unterdessen verschärft sich auch der Ton zwischen Budapest und Bratislava: Auslöser ist die rund zehn Prozent starke ungarische Minderheit in der Slowakei – die slowakische Regierung will deren Rechtsschutz weiter beschneiden, was Magyar heftig kritisierte [11]. Wird hier durch Magyar ein neuer EU-Rammbock in Position gebracht?

Am Vehikel der Minderheitenpolitik entzündet sich ein im Kern geopolitischer Richtungsstreit: Russische Energie fließt weiterhin [12] durch die Druschba-Pipeline gen Budapest und Bratislava – die neue ungarische Regierung dürfte diese Praxis kippen wollen, Fico daran festhalten. Die Lunte, die schon die Ungarn Wahl entschieden hatte, klimmt weiterhin an der Donau.

Putsch, Proteste, Attentat

Dennoch: Ficos Geschichte mit der EU war lange eine positive. In seinen früheren Amtszeiten (2006–2018) war er zwar links-national orientiert (manche Analysten ordnen [13] ihn als linken Populisten ein), blieb aber klar EE- und Nato-fokussiert und unterstützte [14] die Linie gegen Russland, inklusive der Sanktionen ab 2014. Fico galt als kritischer, aber integrierter Partner – nicht als Außenseiter.

Nach seinem durch Massenproteste erzwungenen Rücktritt 2018 [15] – ausgelöst durch den Mord an einem kritischen Journalisten – änderte sich sein Politikstil zusehends: Er verschob sich hin zu einem obskuren Anti-Elitismus, Anti-Liberalismus und wachsender Skepsis gegenüber Brüssel. In den Wirren des Ukraine-Krieges polarisierte [16] er sein Land, an Fico scheiden sich die slowakischen Geister.

Seine Rückkehr an die Macht 2023 brachte auch der EU neue Probleme: Er forderte Verhandlungen statt Krieg, bezeichnete die Russland-Sanktionen als wirtschaftlich schädlich [17] und forderte zuletzt offen [18] ein Ende des Energieembargos gegen Russland.

Der Höhe- und Wendepunkt: Am 15. Mai 2024 wurde [19] Robert Fico bei einem Bürgerdialog in Handlová niedergeschossen, er überlebte nur knapp. Der 71-jährige Täter Juraj Cintula, mittlerweile zu 21 Jahren Haft verurteilt [20], handelte politisch motiviert – er wollte für "eine freie Kultur eintreten", kritisierte Ficos Medien-, Rechtsstaats- und Ukrainepolitik scharf.

Die Regierung instrumentalisierte das Attentat [21] sofort zur Delegitimierung politischer Gegner, aber auch zur Brandmarkung einer verfehlten [22], polarisierten EU-Kriegspolitik gen Russland.

Alles Gute kommt aus dem Osten

Im Kern geht es – auf supranationaler Ebene – nicht um Attentate oder Wertekonflikte, sondern um handfeste Wirtschaftsinteressen. Fico argumentiert in einer Melange aus nationalem Interesse und historischer Pfadabhängigkeit: Die Slowakei bezieht laut Konrad-Adenauer-Stiftung [23] bis zu 86 Prozent ihrer Energie traditionell aus Russland.

Im Wettbewerb mit stärkeren EU-Partnern setzt Bratislava auf einen historischen Vorteil: niedrige Energiepreise sichern Produktionskostenvorteile für energie-intensive Industrien. Pro Kopf ist die Slowakei der größte Autobauer der Welt – Volkswagen, Kia, PCA Slovakia oder Stellantis steuern rund 40 Prozent der nationalen Exportquote bei.

Ficos Politik ist damit weniger Ideologem als sektorale Industriepolitik: Er schützt Lieferketten und Schwerindustrie. Ob das angesichts des EU-weit eingeleiteten grünen Transformationsplans [24] hin zur E-Mobilität langfristig trägt, sei dahingestellt. Bratislava kritisierte auch die grünen Pläne der EU-Kommission scharf und verhandelte über Erleichterungen für eine Zustimmung.

Hinzutreten wiederholend lancierte Berichte über Korruption und Nepotismus [25]: Lokale Eliten sollen EU-(Agrar-)Subventionen in private Kassen umgeleitet haben, veröffentlicht hat derlei Recherche unter Anderem ein grüner Europa-Abgeordneter. Sie sollen Vergleiche mit Orbáns Firmengeflecht nahelegen [26] – jedoch: Die Anschuldigungen gegen Fico bleiben nebulös, belegt ist bis auf Aussagen der kaum-prüfbaren und in Brüssel hofierten [27]Whistleblowerin Zuzana Subova (slowakische Piraten-Partei) wenig.

Fico forderte von der EU keine Ausnahmen für Einzelne, sondern eine generelle Abkehr von der wirtschaftsfeindlichen Konfrontationspolitik: Der deutsche Thinktank SWP bringt Ficos Leitlinie auf eine schlichte Formel: "Der Westen bringt Krieg, der Osten Frieden." [28] Die EU-Linie gefährdet Ficos Mantra: die Steigerung des Wohlstandes der Slowaken durch eine starke Exportpolitik.

Slowakische Ambivalenz

Warum es bislang nicht zum großen Knall mit Brüssel kam, hat mehrere Gründe: Erstens wollte die Von-der-Leyen-Kommission zunächst das Problem Orbán lösen. Zweitens liegt es an Ficos kluger Linie: Ja zur EU, aber nicht um jeden Preis. Diese erlaubt strategische Druckmomente, verhindert aber einen totalen Bruch, den Bratislava klar verlieren würde.

Zwar lehnt Bratislava militärische Hilfen an Kiew offen ab – warb jedoch gleichzeitig wiederholt für einen ukrainischen EU-Beitritt [29]und kooperiert bilateral mit der Ukraine. Indirekte, private Waffenlieferungen blieben möglich [30] – eine totale Blockade gab es nie.

Die strategische Rolle der Slowakei ist daher besser mit Vetospieler als mit Blockierer beschrieben. Fico nutzt EU-Mechanismen selektiv und weitaus weniger radikal als Orbán. Die Verteidigungsausgaben [31] will er jedoch eng begrenzen – ein Konfliktpotenzial mit Nato-Partnern und dem Zwei- bzw. Fünf-Prozent-Ziel bleibt.

Orbáns Erbe?

Wirklich vergleichbar sind die Politiken Ungarns und der Slowakei daher nicht: Es fehlt ein belegter Firmenfilz um Fico, die Opposition in Bratislava ist handlungsfähig, noch stehen Repressalien am Anfang, weitreichende Kooperationen mit der Ukraine existieren, noch sind aktuelle Korruptionsaffären kaum belegbar – und Bratislava legt es nicht auf eskalierende Fundamentalopposition an.

Innerhalb der EU könnten nun Reformforderungen zunehmen – Abschaffung des Einstimmigkeitsprinzips oder Bildung von Koalitionen der Willigen.

Orbáns politischer Einfluss könnte auch nach seinem Abgang fortbestehen. Ob Fico dieses Erbe übernimmt oder ob die Slowakei weiterhin eine ambivalente Position zwischen Ost und West einnimmt, bleibt abzuwarten.


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https://www.heise.de/-11276538

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.telepolis.de/article/Ungarn-nach-Orban-Aufbruch-oder-Illusion-11254758.html
  2. https://www.srf.ch/news/international/wahlen-ungarn-nach-orbans-abwahl-steht-die-eu-vor-einer-grundsatzfrage
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalratswahl_in_der_Slowakei_2027
  4. https://de.euronews.com/my-europe/2025/01/21/slowakische-opposition-wirft-ministerprasident-fico-vor-den-austritt-aus-der-eu-zu-planen
  5. https://euractiv.de/news/slowakei-ministerpraesident-fico-warnt-vor-neuwahlen
  6. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/fico-protest-slowakei-100.html
  7. https://www.diepresse.com/20791922/droht-der-slowakei-die-orbanisierung
  8. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/slowakei-zensur-100.html
  9. https://www.spiegel.de/ausland/slowaken-protestieren-gegen-abschaffung-der-briefwahl-im-ausland-a-3339aa21-80c0-44c2-a506-81838b6a3d01
  10. https://www.theguardian.com/world/live/2026/apr/23/eu-ukraine-loan-russia-sanctions-zelenskyy-cyprus-latest-news-updates
  11. https://www.reuters.com/world/minority-rights-resurface-slovak-hungarian-relations-after-magyars-win-2026-04-21/
  12. https://www.reuters.com/business/energy/druzhba-oil-flow-slovakia-resumed-early-thursday-slovak-ministry-says-2026-04-23/
  13. https://www.dw.com/de/slowakei-linkspopulist-fico-schmiedet-regierungsb%C3%BCndnis/a-67071208
  14. https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/25739638.2025.2599340
  15. https://www.srf.ch/news/international/nach-mord-an-journalisten-slowakischer-ministerpraesident-fico-tritt-zurueck
  16. https://bti-project.org/de/reports/country-dashboard/SVK
  17. https://en.wikipedia.org/wiki/Slovak_opposition_to_sanctions_on_Russia
  18. https://www.theguardian.com/world/2026/apr/05/ukraine-war-briefing-slovakia-pm-calls-on-eu-to-lift-sanctions-on-russian-oil-and-gas
  19. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/slowakei-fico-attentat-100.html
  20. https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2025-10/slowakei-urteil-attentaeter-fico
  21. https://www.lemonde.fr/en/international/article/2024/05/16/slovakia-s-ruling-coalition-targets-opposition-after-pm-fico-s-attempted-assassination_6671632_4.html
  22. https://www.theguardian.com/world/article/2024/may/17/first-edition-robert-fico
  23. https://www.kas.de/de/
  24. https://europeanconservative.com/articles/news/slovakia-eu-russia-sanctions-conditioned-climate-energy-objectives-modified/
  25. https://danielfreund.eu/aktuelles/villen-videos-und-whistleblower-so-sieht-korruption-in-der-slowakei-aus/
  26. https://www.epochtimes.sk/slovensko-nedokaze-chranit-financne-zaujmy-eu-povedala-subova-europskemu-vyboru-pre-kontrolu-rozpoctu_74637.html
  27. https://europeannewsroom.com/the-ep-committee-on-budgetary-control-addressed-the-protection-of-the-eus-financial-interests-in-slovakia/
  28. https://www.swp-berlin.org/publikation/der-frieden-kommt-aus-dem-osten
  29. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/slowakei-robert-fico-spricht-in-berlin-unterstuetzung-fuer-eu-beitritt-der-ukraine-aus-a-ef61a0d9-a1fb-4c1c-8480-ed5d5dcfd1d0
  30. https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/politik/slowakei-ukraine-ruestungsindustrie-exporte-waffen-100.html
  31. https://www.investing.com/news/economy-news/slovakia-reserves-right-to-decide-pace-of-defence-spending-rise-pm-fico-says-4106288

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25 Milliarden Dollar und kein Ende in Sicht

Von Telepolis — 29. April 2026 um 22:15
US-Kriegsminister Pete Hegseth sitzt an einem Podium mit Mikrofon.

(Bild: Joshua Sukoff / Shutterstock.com)

Das Pentagon nennt erstmals die Kosten des Iran-Kriegs. Experten warnen: Die wahren Folgekosten könnten weit höher ausfallen.

Zwei Monate nach Beginn der US-Militäroperationen gegen den Iran hat das Pentagon erstmals eine offizielle Kostenschätzung vorgelegt. Die Ausgaben belaufen sich demnach auf rund 25 Milliarden US-Dollar.

Das teilte der amtierende Pentagon-Finanzchef Jay Hurst am Mittwoch bei einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses mit [1]. Es handelt sich um die erste konkrete Zahl, die die Trump-Regierung seit Beginn des Konflikts am 28. Februar 2026 öffentlich nennt.

Den größten Anteil an den Kosten macht demnach der Verbrauch von Munition aus. Zehntausende Bomben und Raketen kamen bei Luftangriffen zum Einsatz, darunter nach externen Schätzungen über 1.000 Tomahawk-Marschflugkörper sowie mehr als 1.200 Patriot-Abfangraketen.

Hinzu kommen Ausgaben für den Betrieb von Flugzeugen und Schiffen sowie für zerstörte Ausrüstung. Allein die erste Kriegswoche hatte laut Hurst rund 11 Milliarden Dollar verschlungen. Der deutliche Rückgang in der Zeit danach deutet auf eine Verlangsamung der Operationen hin.

Kontroverse Anhörung im Kongress

Die ursprünglich als Routinetermin zum 1,45-Billionen-Dollar-Haushaltsantrag für das Fiskaljahr 2027 angesetzte Anhörung geriet schnell zur Grundsatzdebatte über den Krieg.

Kriegsminister Pete Hegseth nutzte seinen ersten öffentlichen Auftritt auf dem Capitol Hill seit Kriegsbeginn, um Kritiker frontal anzugreifen.

"Die größte Herausforderung, der größte Gegner, dem wir derzeit gegenüberstehen, sind die rücksichtslosen, unüberlegten und defätistischen Äußerungen der Demokraten im Kongress und einiger Republikaner", erklärte [2] er in seiner Rede – noch bevor die Abgeordneten eine einzige Frage gestellt hatten.

Demokraten bezweifeln strategische Erfolge

Der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, Adam Smith, stellte die militärischen Ergebnisse grundlegend infrage.

"Während wir heute hier sitzen, ist das iranische Atomprogramm genau das, was es vor Beginn dieses Krieges war", sagte er laut Politico [3].

Iran verfüge weiterhin über ballistische Raketen und blockiere die Straße von Hormus. Hegseth entgegnete, die nuklearen Fähigkeiten des Iran seien "ausgelöscht" worden.

General Dan Caine, Vorsitzender der Vereinigten Stabschefs, bezifferte die US-Verluste laut New York Times auf 14 gefallene Soldaten – leicht über der offiziellen Pentagon-Zählung von 13 Todesfällen. Der Iran sei "schwächer und weniger handlungsfähig als seit Jahrzehnten", sagte Caine aus [4].

Nachtragshaushalt noch offen

Die genannten 25 Milliarden Dollar liegen deutlich unter der ursprünglichen Planung von 200 Milliarden Dollar, die das Pentagon Mitte März dem Weißen Haus vorgelegt hatte. Diese wurde nie an den Kongress weitergeleitet.

Hurst kündigte an, einen offiziellen Nachtragshaushalt einzureichen, "sobald wir eine vollständige Einschätzung der Kosten des Konflikts haben".

Eine unabhängige Schätzung der ehemaligen Pentagon-Haushaltsbeamtin Elaine McCusker kam zum Zeitpunkt des Waffenstillstands auf 25 bis 35 Milliarden Dollar, heißt es im [5] Wall Street Journal.

Experten warnen zudem vor den langfristigen Kosten: Die massiv dezimierten US-Munitionsbestände – darunter Präzisionswaffen, die auch für ein mögliches China-Szenario vorgesehen waren. Es wird wohl Jahre dauern, bis sie wieder aufgefüllt sind.

Die Operation wurde ohne Zustimmung des Kongresses begonnen und nähert sich der 60-Tage-Grenze des War Powers Act, ab dem auch Republikaner stärkere Kontrolle einfordern könnten.

Auf die Frage nach einem Zeitplan verweigerte Hegseth die Antwort: Man würde dem Gegner niemals solche Informationen mitteilen. Trump hatte ursprünglich eine Dauer von "vier bis fünf Wochen" in Aussicht gestellt.


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https://www.heise.de/-11277322

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.politico.com/news/2026/04/29/hegseth-iran-war-cost-00898174
  2. https://www.nytimes.com/2026/04/29/us/politics/hegseth-iran-war-cost.html
  3. https://www.politico.com/news/2026/04/29/hegseth-iran-war-cost-00898174
  4. https://www.nytimes.com/2026/04/29/us/politics/hegseth-iran-war-cost.html
  5. https://www.wsj.com/politics/national-security/pentagon-says-military-operations-in-iran-cost-25-billion-8c7b387f

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Microsoft veröffentlicht frühesten bekannten DOS-Quellcode

Von Heise — 29. April 2026 um 18:09
Ein historischer IBM-PC mit 3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk, Röhrenmonitor und Tastatur, alles von IBM

Ein Artefakt der IBM-Konzerngeschichte, der IBM-PC – Microsoft hat jetzt weitere Quelltexte des Betriebssystems veröffentlicht.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Zum 45. Geburtstag von 86-DOS veröffentlicht Microsoft die frühesten bekannten Quellcode-Listings – transkribiert von vergilbten Endlospapierausdrucken.

Microsoft hat die ältesten bekannten Quellcode-Listings von DOS als Open Source freigegeben. Die Veröffentlichung umfasst den 86-DOS-1.00-Kernel, PC-DOS-1.00-Pre-Release-Snapshots sowie Utilities wie CHKDSK und den SCP-Assembler – allesamt transkribiert von einem rund zehn Zentimeter hohen Stapel Assembler-Ausdrucke auf grün-weißem Endlospapier.

Die Listings stammen von Tim Paterson persönlich, dem Entwickler von 86-DOS bei Seattle Computer Products. Paterson hatte das Betriebssystem 1980/81 im Alleingang geschrieben – Microsoft lizenzierte es 1981 und machte daraus PC-DOS 1.0 für den IBM PC. Wie Microsoft in seinem Open-Source-Blog [1] mitteilt, erscheint die Veröffentlichung exakt zum 45. Jahrestag von 86-DOS 1.00. Die transkribierten Quellen stehen unter MIT-Lizenz im GitHub-Repository DOS-History [2] bereit.

Gedruckte Commit-History auf Endlospapier

Die insgesamt zehn Bundles offenbaren den Entwicklungsprozess in einer Zeit vor Versionskontrollsystemen. Zeitstempel auf den Ausdrucken dokumentieren die jeweiligen Snapshots: Der 86-DOS-1.00-Kernel wurde am 15. Juni 1981 erstellt, eine PC-DOS-1.00-Beta datiert auf den 7. Juli 1981. Diffs wie die Datei 86DOS.DIF zeigen die konkreten Änderungen zwischen Kernelversionen – darunter Fehlerkorrekturen und Feature-Ergänzungen. Mit 86-DOS wird erstmals der unmittelbare Vorläufer von PC-DOS in einer so frühen Entwicklungsstufe zugänglich – ein seltener Einblick in die Entstehung des IBM-PC-Standards.

Im Gegensatz zu modernen Open-Source-Projekten wie dem Linux-Kernel, der von Tausenden Entwicklern über Git kollaborativ gepflegt wird, war DOS das Werk eines Einzelnen – Patersons „Commits“ existierten nur auf Papier. 86-DOS galt schon damals als stark von CP/M inspiriert, was in der Frühphase der PC-Industrie zu Kontroversen führte.

Aufwendige Digitalisierung

Die Transkription der 45 Jahre alten Ausdrucke war laut Microsoft eine Herausforderung. Rich Cini scannte die 15 Zoll breiten Fanfold-Ausdrucke. Anschließend transkribierten Yufeng Gao und Cini die Listings – unterstützt durch OCR-Verfahren, die bei der verblassten Druckqualität an ihre Grenzen stießen. Die Bundles 9 und 10 – darunter eine 459-seitige MS-BASIC-86-Compiler-Runtime-Library – sind bislang nicht transkribiert; das Projekt nimmt Pull Requests entgegen. Scans aller Originaldokumente liegen zudem beim Internet Archive.

Die Originale sollen künftig im Interim Computer Museum im US-Bundesstaat Washington ausgestellt werden. Für die Retro-Computing-Szene eröffnet die MIT-Lizenz, die freie und auch kommerzielle Nutzung gewährt, zahlreiche Möglichkeiten: Der Code lässt sich mit dem historischen SCP-Assembler (Version 2.24) und dem Tool HEX2BIN assemblieren – oder als Basis für Mods, Portierungen und Experimente nutzen.

Fortsetzung einer Reihe historischer Freigaben

Die Veröffentlichung reiht sich in Microsofts Bemühungen um Software-Archivierung ein. 2018 gab der Konzern MS-DOS 1.25 und 2.11 frei, 2024 folgte MS-DOS 4.0. Auch ältere Microsoft-Projekte wurden zuletzt als Open Source veröffentlicht: Bill Gates stellte den Quellcode von Altair BASIC [3] bereit, später folgte Microsofts 6502 BASIC von 1976 [4]. All diese Systeme bildeten die Grundlage für Windows 1.0, das 1985 auf MS-DOS aufsetzte [5].

Ob Microsoft weitere unveröffentlichte DOS-Versionen plant, ist nicht bekannt. Der Fokus liege auf der Bewahrung historischer Artefakte, bevor diese unwiederbringlich verloren gehen – ein Anliegen, das angesichts vergilbender Ausdrucke auf 45 Jahre altem Papier durchaus dringlich erscheint.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://opensource.microsoft.com/blog/2026/04/28/continuing-the-story-of-early-dos-development/
  2. https://github.com/DOS-History/Paterson-Listings
  3. https://www.heise.de/news/Mein-coolster-Code-Bill-Gates-veroeffentlicht-Quellcode-von-Altair-Basic-10339005.html
  4. https://www.heise.de/news/Microsoft-gibt-6502-BASIC-frei-10631730.html
  5. https://www.heise.de/hintergrund/40-Jahre-Windows-11083539.html
  6. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Motorola zeigt Razr-70-Trio und Edge 70 Pro: Foldables mit großen Außendisplays

Von Heise — 29. April 2026 um 18:00

Motorola erweitert sein Smartphone-Portfolio um drei neue Klapphandys der Razr-70-Familie sowie das Edge 70 Pro – flankiert von neuen Modellen der G-Reihe.

Motorola hat gleich mehrere neue Smartphones vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen drei neue Foldables: das Razr 70 Ultra, das Razr 70 Plus und das Razr 70. Sie ergänzen das bereits Anfang des Jahres gezeigte Razr Fold [1]. Parallel dazu präsentiert der Hersteller mit dem Edge 70 Pro das erste Gerät einer neuen Designlinie namens „Collections by Motorola“.

Razr 70 Ultra: Klapphandy-Topmodell mit Snapdragon 8 Elite

Das Razr 70 Ultra ist laut Hersteller das leistungsstärkste Razr aller Zeiten. Angetrieben wird es von dem Qualcomm Snapdragon 8 Elite [2]. Das Außendisplay misst 4 Zoll, intern entfaltet sich ein 6,96 Zoll großes OLED-Panel – eines der größten in einem Klapphandy. Beide Displays bieten eine Bildwiederholrate von 165 Hz; das Innendisplay erreicht eine HDR-Spitzenhelligkeit von 5000 cd/m² und ist Pantone-validiert.

Das Kamerasystem setzt auf einen 50-MP-LOFIC-Sensor der nächsten Generation, der laut Motorola einen bis zu sechsfach größeren Dynamikumfang erfasst als beim Vorgänger. Hinzu kommen ein 50-MP-Ultraweitwinkel mit Makrofunktion sowie eine 50-MP-Frontkamera. Unterstützt wird das Setup von OIS (optische Bildstabilisierung), Dolby Vision Capture und KI-Funktionen wie Gruppenfoto-Optimierung, Frame Match oder dem neuen „Camcorder Rotate to Zoom“-Modus. Dabei reagiert das Smartphone auf Drehbewegungen, um hinein- oder herauszuzoomen.

Der 5000-mAh-Akku soll über 36 Stunden Laufzeit liefern und lässt sich mit bis zu 68 Watt kabelgebunden und bis zu 30 Watt über ein proprietäres Ladedock kabellos laden, zudem unterstützt es Reverse-Charging. Das Außendisplay ist mit Corning Gorilla Glass Ceramic geschützt. Als Materialien stehen eine Alcantara-Textur in Pantone Orient Blue oder eine Holzfurnier-Oberfläche in Pantone Cocoa zur Wahl. Das Razr 70 Ultra wird zu einem Preis von 1399 Euro erhältlich sein.

Razr 70 Plus: Snapdragon 8s Gen 3 und Dolby Vision

Das Razr 70 Plus übernimmt das 4-Zoll-Außendisplay des Ultra-Modells und kombiniert es mit einem 6,90-Zoll-Innendisplay mit Dolby-Vision-Unterstützung. Im Inneren arbeitet der Qualcomm Snapdragon 8s Gen 3 mit Taktraten bis zu 3 GHz.

Bei der Kamera kommt ein duales 50-MP-System aus Hauptkamera (mit OIS, Quad-Pixel-Technologie und Pantone-validierten Farben) und 50-MP-Ultraweitwinkel mit Makrofunktion zum Einsatz. Die Frontkamera löst mit 32 MP auf. Der 4500-mAh-Akku hält laut Motorola über 31 Stunden durch und lädt mit bis zu 45 Watt kabelgebunden beziehungsweise15 Watt kabellos. Für das Razr 70 Plus, das ausschließlich in der Farbvariante Pantone Mountain View mit einer von Webstoffen inspirierten Jacquard-Oberfläche angeboten wird, ruft Motorola 1149 Euro auf.

Moderne Foldables wie das Razr 70 Plus dürfen auch nass werden.

(Bild: Motorola)

Razr 70: Einstiegs-Foldable mit MediaTek-Chip

Das Razr 70 hat ein kleineres 3,63-Zoll-Außendisplay, auf dem sich aber ebenfalls vollständige Apps ausführen lassen. Innen kommt ein 6,90-Zoll-OLED-Panel zum Einsatz. Als Antrieb dient der MediaTek Dimensity 7450X.

Die Kamera entspricht weitgehend der des Razr 70 Plus mit dualem 50-MP-System und 32-MP-Frontkamera – allerdings ohne den KI-Modus „Gruppenfoto“, der dem Plus- und Ultra-Modell vorbehalten bleibt. Der 4800-mAh-Akku soll über 36 Stunden durchhalten und lädt mit 30 Watt kabelgebunden sowie 15 Watt kabellos. Das Razr 70 erscheint in den Farbvarianten Pantone Hematite, Violet Ice, Sporting Green und Bright White (Acetat) und ist mit einem Preis von 869 Euro das günstigste Modell der neuen Foldable-Familie.

Alle drei Razr-Modelle teilen sich ein titanverstärktes Scharnier, KI-Funktionen via moto ai (etwa „Catch me up“ und „Next Move“) sowie Integrationen von Google Gemini, Microsoft Copilot und Perplexity. Erstmals kommt mit Google Photos Wardrobe zudem eine Funktion zum digitalen Anprobieren von Outfits zum Einsatz. Die Verpackungen sind kunststofffrei und mit Sojatinte bedruckt; alle drei Geräte erreichen die höchste EU-Energieeffizienzklasse A.

Edge 70 Pro: Periskop-Tele und 6500-mAh-Akku

Mit dem Edge 70 Pro startet Motorola die neue Designlinie Collections by Motorola, die einen einheitlichen Designansatz über alle Produktreihen hinweg etablieren soll. Das Smartphone ist laut Hersteller eines der dünnsten und leichtesten seiner Klasse – mit einer Bauhöhe von 7,19 mm, 190 Gramm Gewicht und einem vierseitig gewölbten Gehäuse.

Motorola Edge 70 Pro

(Bild: Motorola)

Die Kameraausstattung liest sich gut: Vier 50-MP-Sensoren, darunter eine Hauptkamera mit Sony LYTIA 710-Sensor, ein 3,5-fach-Periskop-Teleobjektiv mit 81 mm äquivalenter Brennweite (laut Motorola das flachste Modell seiner Kategorie mit Periskop-Tele), ein 50-MP-Ultraweitwinkel mit 122° Sichtfeld sowie eine 50-MP-Selfie-Kamera. Per KI-gestütztem „Super Zoom Pro“ sind bis zu 50-fache Vergrößerungen möglich.

Trotz der schlanken Bauweise verbaut Motorola einen 6500-mAh-Silizium-Kohlenstoff-Akku mit einer Laufzeit von bis zu zwei Tagen. Geladen wird mit bis zu 90 Watt kabelgebunden oder 15 Watt kabellos. Das 6,8-Zoll-Extreme-AMOLED-Display löst in 1,5K auf, bietet 144 Hz Bildwiederholrate und eine Spitzenhelligkeit von bis zu 5200 cd/m². Als Prozessor kommt der MediaTek Dimensity 8500 Extreme zum Einsatz, kombiniert mit bis zu 12 GB LPDDR5X-RAM. Auf der Software-Seite läuft Android 16 [3] mit moto-ai-Funktionen.

Das Moto Edge 70 Pro sowie die Razr-70-Reihe erhalten drei Jahre Android-Updates und 5 Jahre Sicherheitspatches im zweimonatlichen Zyklus.

Robust ist das Gerät dank IP68/IP69-Zertifizierung, MIL-STD-810H und Corning Gorilla Glass 7i. Im Vergleich zum Vorgänger reduziert sich der CO₂-Fußabdruck laut Hersteller um 25 Prozent. Das Edge 70 Pro kostet 799 Euro und ist in den Farbvarianten Pantone Zinfandel und Pantone Titan erhältlich.

Moto g87

(Bild: Motorola)

Auch neu: Moto G87 sowie G47, G37 und G37 Power

Neben den Premium-Modellen erweitert Motorola auch das Mittelklasse-Portfolio: Das Moto G87 bringt für 399 Euro eine 200-MP-Hauptkamera mit OIS, ein 6,78-Zoll-OLED-Display und IP66/IP68/IP69-Schutz mit. Darunter siedelt der Hersteller das Moto G47 für 319 Euro, das Moto G37 Power für 279 Euro sowie das Moto G37 für 249 Euro an. Diese Modelle zielen auf preisbewusste Käufer mit langer Akkulaufzeit – das G37 Power bietet etwa einen 7000-mAh-Akku – sowie 5G-Konnektivität und MIL-STD-810H-zertifizierten Gehäusen.

Bei der Moto-G-Reihe ist Motorola im Hinblick auf Updates noch sparsamer unterwegs: Alle Geräte erhalten nur ein Android-Update sowie 3 Jahre Sicherheitspatches alle vier Monate. Ausnahme ist das Moto G87: Es erhält 3 Jahre Android-Updates und 4 Jahre Sicherheitspatches, jedoch nur im zweimonatlichen Rhythmus.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Razr-Fold-Erstes-grosses-Foldable-von-Motorola-11194322.html
  2. https://www.heise.de/news/Qualcomm-Snapdragon-8-Elite-Gen-5-Mehr-Power-mehr-KI-mehr-Multimedia-10668098.html
  3. https://www.heise.de/thema/Android-16
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Anzeige: Wera-Tool-Check Modular bei Amazon nie billiger

Von Benjamin Gründken — 29. April 2026 um 19:11
Bei Amazon gibt es den Wera Tool-Check Modular vorübergehend im Angebot. Günstiger gab es ihn dort nie.
Wera hat die Tool-Check-Serie im vergangenen Jahr erweitert. (Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Wera; Montage: Golem.de) amazon Affiliate

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Wera hat die Tool-Check-Serie im vergangenen Jahr erweitert. Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Wera; Montage: Golem.de

Der Wera-Tool-Check gehört in den unterschiedlichsten Varianten zum Sortiment der Wuppertaler. Am verbreitetsten ist vermutlich der Tool-Check Plus. Der bietet alles, was ein kleines Werkzeugset benötigt, auf einem kleinen Halter. Bits und Stecknüsse sind dabei, eine Zyklop-Mini-Ratsche, ein Schnellwechselfutter und ein Bit-Handhalter mit Kraftformgriff.

Tool-Check Modular als jüngster Spross

Im vergangenen Jahr gesellte sich der Tool-Check Modular hinzu. Der Name ist Programm, da man mehrere Module miteinander kombiniert. Das Hauptmodul ist der Tool-Check Modular 1 mit Bits, Stecknüssen, Bit-Schraubendrehergriff und einer Wera Zyklop. Die Mini-Ratsche wurde aber noch mal verkleinert, ist im Prinzip nur noch der Ratschenkopf. Man steckt ihn in den Handhalter.

Ergänzen kann man den Tool-Check Modular Micro 1 mit Feinmechaniker-Bits und passender Bit-Aufnahme, den Tool-Check Modular Winkelschlüssel Hex-Plus 1, den Adapter 9549 und das flexible Scharnier 9550. Gemeinsam bilden sie den aktuellen Vollausbau in Gestalt des Tool-Check Modular Set 1.

Dieses Set befindet sich bei Amazon gerade befristet im Angebot. Das war vergangene Woche schon der Fall, allerdings hat der Onlinehändler den Sale am Freitag beendet und erst Dienstag wieder freigeschaltet - möglicherweise hatten sich die Vorräte zwischenzeitlich erschöpft. Jedenfalls zahlt man aktuell nur noch 89,28 Euro

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. Laut Keepa-Preistracker wurde dieser Preis seitens Amazon noch nicht unterboten. Das 90-Tage-Mittel mit Verkauf über den Händler selbst lag noch bei 95,90 Euro. Im Golem-Preisvergleich, powered by Geizhals, ist nur Banemo günstiger: um einen Cent. Dort werden aber 6,90 Euro für den Versand fällig. Obacht: Der Amazon-Deal gilt laut Produktseite bis zum 2. Mai.

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Wera Tool-Check Modular Set 1

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Übrigens: Wer sich den Tool-Check Modular selbst zusammenstellen möchte, findet den 21-teiligen Modular Micro ebenfalls befristet im Angebot. Er bietet Feinmechaniker-Bits und einen entsprechenden Bit-Halter. Der Preispunkt: 32,99 Euro

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. Auch dieser Kurs wurde durch Amazon selbst laut Preistracker noch nicht unterboten. Hier ist der 11. Mai als Aktionsschluss hinterlegt.

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Tool-Check Modular Micro 1

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Befristet im Angebot findet man auch das Kraftform kompakt VDE 17 RA 1. Dabei handelt es sich um ein 17-teiliges Schraubendreher-Set für Elektriker. Mehrere lange Bits sind dabei, ebenso zwei Bit-Halter. Interessant: Einer davon bietet eine Ratsche.

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Kraftform Kompakt VDE 17 RA 1

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70,98 Euro

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stehen auf dem Preisschild und damit abermals ein Kurs, der laut Preistracker durch Amazon noch nicht unterboten wurde. Allerdings gilt diese Offerte nur bis zum 2. Mai. 77,68 Euro soll man noch im 90-Tage-Mittel bezahlt haben.

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Netz33: Neue Glasfaser statt 30 Jahre alte Kabel der Deutschen Bahn

Von Achim Sawall — 29. April 2026 um 19:07
Ein homogenes Glasfasernetz mit hoher Kapazität soll deutschlandweit entlang des Schienennetzes errichtet werden. Wir sprachen mit Netz33 von Niedax über die Ziele.
Auf der geplanten Teststrecke in Teltow-Fläming am 27. April 2026 (Bild: Achim Sawall/Golem)
Auf der geplanten Teststrecke in Teltow-Fläming am 27. April 2026 Bild: Achim Sawall/Golem

Betreiber Netz33 von Niedax will sein neues bundesweites Glasfaser nur mit Ringstrukturen bauen. Das sagte Nick Hake, Leiter Produktmanagement und Technologie bei Netz33, am 27. April 2026 im Gespräch mit Golem. "Das heißt, wir arbeiten nur in Ringstrukturen. Wenn mal eine Einzelstrecke ausfällt, können wir eine Ersatzstrecke zur Verfügung stellen."

In einer Ringtopologie ist jeder Netzknoten mit zwei Nachbarknoten verbunden und bildet so eine Schleife. "Dadurch ist auch die Alternativroute nicht unbedingt viel länger als der Erstweg. Das heißt, wenn ich das in einem Aktivnetz betreibe, muss ich nicht großartig konfigurieren oder einsparen" , erklärte Hake. "Das haben wir im Endeffekt bei so einem hochvermaschten Netz in dem Volumen am Ende des Tages nicht mehr."

Das Niedax-Tochterunternehmen Netz 33 baut seit dieser Woche südwestlich von Berlin eine 130 Kilometer lange Teststrecke auf. Die Teststrecke sei Teil eines Konzepts mit rund 33.000 Kilometern Länge, 10.000 Zugangspunkten und 300 Ringstrukturen.

Homogenes Netz am Schienenstrang

Glasfasernetze gebe es schon viele in Deutschland, räumte Hake auf Nachfrage ein. "Aber natürlich in einer sehr heterogenen Qualität. Und generell variiert das Ganze dann auch hinsichtlich der verfügbaren Kapazitäten. Es gibt ja auch zum Beispiel entlang von Schienenwegen Glasfaserkabel, die sind jedoch ungefähr 30 Jahre alt. Der Unterschied ist, unser Projekt ist komplett neu, die Flächendeckung ist homogen" , sagte er. Dadurch sei alles in der gleichen Qualität. Doch das alte Netz entlang der Bahnlinie existiert bereits, während die Finanzierung des Projektes von Netz33 noch nicht gesichert ist.

Was die geplante Infrastruktur auf der Netzarchitekturseite sicher mache, sei die Topologie und die hohe Kapazität der Kabel, sagte Hake weiter. "Wir werden deutschlandweit auf einer einzigen Meldung 800 GBit/s übertragen können. Perspektivisch dann 1,6 Terabit. Und das ohne zwischendurch optisch-elektrisch wandeln zu müssen und dadurch auch latenzoptimiert." Auch wenn man die größten Umwege nehme, um von Süd nach Nord zu kommen, sei man bei knapp 1.500 Kilometern. "Die 800 kriege ich noch um ein Vielfaches auf eine Phase drauf" , erklärte der Entwicklungsingenieur. 800 GBit/s pro Kanal sind State of the Art, 1,6 TBit/s sind die nächste Evolutionsstufe.

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Razr-70-Familie: Motorola bringt drei neue Flip-Phones ab 870 Euro

Von Tobias Költzsch — 29. April 2026 um 18:00
Gleich drei neue Razr-Falt-Smartphones hat Motorola angekündigt: Das Razr 70 ist das Einstiegsmodell, das Razr 70 Ultra das Oberklasse-Phone.
Die neuen Razr-70-Smartphones von Motorola (Bild: Motorola)
Die neuen Razr-70-Smartphones von Motorola Bild: Motorola

Motorola hat neue Falt-Smartphones im Flip-Format in drei Preiskategorien vorgestellt. Das Razr 70 für 870 Euro ist das günstigste Modell, das Razr 70 Plus ist etwas besser ausgestattet und kostet 1.150 Euro. Das Top-Modell mit der besten Ausstattung ist das Razr 70 Ultra, das 1.400 Euro kostet. Auf dem MWC 2026 hatte Motorola gerade erst ein Foldable im Buch-Format präsentiert.

Das Razr 70 hat ein 6,9 Zoll großes, faltbares Innendisplay. Die Auflösung liegt bei 2.640 x 1.080 Pixeln, die Bildrate beträgt 120 Hz. Die maximale Helligkeit liegt bei 3.000 cd/m² im HDR-Modus. Das Razr 70 ist aufgeklappt 171 x 74 x 7,25 mm groß, zusammengefaltet 88 x 74 x 15,85 mm. Das Gewicht beträgt 188 Gramm.

Das Außendisplay ist 3,63 Zoll groß und damit das kleinste der Smartphone-Familie. Nutzer können auf dem Bildschirm mit einer Auflösung von 1.066 x 1.056 Pixeln normale Apps ausführen. Die beiden Kameraobjektive sind in das Displaypanel integriert.

Zwei 50-Megapixel-Kameras bei allen Modellen

Die Hauptkamera hat 50 Megapixel, dazu kommt eine Superweitwinkelkamera mit ebenfalls 50 Megapixeln. Die im inneren Display untergebrachte Frontkamera hat 32 Megapixel. Als SoC kommt ein Dimensity 7450X von Mediatek zum Einsatz; der Arbeitsspeicher ist 8 GByte groß, der Flash-Speicher 256 GByte. Der Akku des Razr 70 hat eine Nennladung von 4.800 mAh und lässt sich per Kabel mit 30 Watt und drahtlos mit 15 Watt laden.

Das Razr 70 von Motorola (Bild: Moptorola)
Bild 1/9: Das Razr 70 von Motorola (Bild: Moptorola)
Das Razr 70 von Motorola (Bild: Moptorola)
Bild 2/9: Das Razr 70 von Motorola (Bild: Moptorola)
Das Razr 70 von Motorola (Bild: Moptorola)
Bild 3/9: Das Razr 70 von Motorola (Bild: Moptorola)
Das Razr 70 Ultra von Motorola (Bild: Moptorola)
Bild 4/9: Das Razr 70 Ultra von Motorola (Bild: Moptorola)
Das Razr 70 Ultra von Motorola (Bild: Moptorola)
Bild 5/9: Das Razr 70 Ultra von Motorola (Bild: Moptorola)
Das Razr 70 Ultra von Motorola (Bild: Moptorola)
Bild 6/9: Das Razr 70 Ultra von Motorola (Bild: Moptorola)
Das Razr 70 Plus von Motorola (Bild: Moptorola)
Bild 7/9: Das Razr 70 Plus von Motorola (Bild: Moptorola)
Das Razr 70 Plus von Motorola (Bild: Moptorola)
Bild 8/9: Das Razr 70 Plus von Motorola (Bild: Moptorola)
Das Razr 70 Plus von Motorola (Bild: Moptorola)
Bild 9/9: Das Razr 70 Plus von Motorola (Bild: Moptorola)

Das Razr 70 Plus hat ebenfalls ein 6,9 Zoll großes, faltbares Innendisplay. Die Auflösung liegt bei 2.620 x 1.080 Pixeln, die Bildrate bei schnellen 165 Hz. Die Helligkeit beträgt auch 3.000 cd/m². Das Außendisplay ist mit 4 Zoll etwas größer, die Auflösung beträgt 1.272 x 1.080 Pixel.

Das Kamerasystem entspricht dem des Razr 70. Als SoC kommt ein Snapdragon 8s Gen 3 zum Einsatz. Der Arbeitsspeicher ist 12 GByte groß, der Flash-Speicher 512 GByte. Der Akku hat 4.500 mAh, geladen werden kann er per Kabel mit 45 Watt und drahtlos mit 15 Watt. Das Razr 70 Plus ist aufgeklappt 171,5 x 74 x 7 mm groß, zusammengeklappt 88 x 74 x 15,3 mm. Das Gewicht liegt bei 189 Gramm.

Das Razr 70 Ultra hat ein 6,96 Zoll großes Innendisplay mit einer Auflösung von 2.992 x 1.224 Pixeln und einer Bildrate von 165 Hz. Die maximale Helligkeit liegt bei 5.000 cd/m². Auch das Top-Modell hat zwei Kameras mit 50 Megapixeln. Bei der Hauptkamera kommt ein Lofic-Sensor zum Einsatz, der einen größeren Dynamikumfang haben soll.

Bestes SoC beim Ultra-Modell

Als SoC kommt ein Snapdragon 8 Elite aus dem Jahr 2024 zum Einsatz. Der Arbeitsspeicher ist 16 GByte groß, der Flash-Speicher 512 GByte. Das Razr 70 Ultra misst geöffnet 171,5 x 74 x 7,2 mm, zusammengeklappt 88,1 x 74 x 15,7 mm. Das Gewicht liegt bei 199 Gramm. Der Akku hat eine Nennladung von 5.000 mAh und lässt sich per Kabel mit 68 Watt und drahtlos mit 30 Watt laden.

Alle drei Modelle haben Moto AI, Motorolas KI-Funktionen. Dazu zählen unter anderem Zusammenfassungen von Benachrichtigungen und eine systemweite Suche. An Kamerafunktionen gibt es unter anderem einen Camcorder-Modus, bei dem das Smartphone halb zusammengeklappt zum Filmen verwendet wird. Zoomen lässt sich dann über Drehbewegungen des Smartphones; das Bild wird dabei stabil gehalten.

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Bericht: Vision-Pro-Chef wollte Apple verlassen

Von Heise — 29. April 2026 um 19:11
Person, die eine Apple Vision Pro trägt

Person, die eine Apple Vision Pro trägt: Mike Rockwell war der wichtigste Mann hinter dem Gerät.

(Bild: Apple)

Der Mann gilt als Apple-Allzweckwaffe: Mike Rockwell setzte die Vision Pro aufs Gleis – jetzt soll er Siri fixen. Das sah offenbar zwischenzeitlich anders aus.

Einer der wichtigsten Apple-Manager soll zumindest zwischenzeitlich erwogen haben, das Unternehmen zu verlassen. Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Mike Rockwell, der als Vater der Vision Pro [1] gilt und derzeit dabei ist, die Sprachassistentin Siri endlich auf Vordermann [2] zu bringen, habe „überlegt, nächstes Jahr in eine Beraterrolle zu wechseln“. Das sollen informierte Personen mitgeteilt haben.

Die Generation nach Steve

Demnach soll sich Rockwell unwohl gefühlt haben, an Softwarechef Craig Federighi zu berichten – und erhoffte sich eine „größere Rolle“. Rockwell soll zwischenzeitlich auf dem Weg gewesen sein, Chef von Apples Produkt- und KI-Roadmap zu werden, schreibt Bloomberg [3] weiter – dies sei als eine Art Chief Technology Officer (CTO) angedacht gewesen. Doch daraus wird wohl nichts, auch weil Chip-Chef John Srouji nun zum Chief Hardware Officer berufen wurde.

Die weiteren Aussichten für Rockwell sind angeblich immer noch unklar, nachdem mit John Ternus ab September ein neuer CEO übernimmt [4]. Allerdings werde Rockwell mindestens noch das Siri-Upgrade komplettieren, hieß es. Apple-Veteran Tony Blevins, der für den Konzern einst das knallharte Supply-Chain-System erstellte, sagte Bloomberg, die größte Herausforderung für Ternus werde „dieselbe sein, vor der auch Cook stand: der Übergang über die Generation der Führungskräfte hinaus, die ursprünglich von Steve Jobs zusammengestellt wurde“. Die Herausforderung sei gewaltig.

Sroujis Imperium

Srouji wiederum soll Ende vergangenen Jahres beim aktuellen Apple-Chef Tim Cook vorstellig geworden sein, um ihm zu erklären, dass er „ernsthaft“ über einen Abgang nachdenke. Daraus ergab sich dann die neue Rolle als Chief Hardware Officer – inklusive einem neuen Kompensationspaket. Der Chip-Experte, der hinter den A- und M-Chips steckt, wird damit zur Nummer zwei hinter Ternus. Der Israeli mit arabischen Wurzeln soll bereits damit begonnen haben, sein neues Reich auszubauen.

Laut Blevins ist eine neue Engineering-Organisation vorgesehen, die Entscheidungen erleichtern soll. Es laut Bloomberg fünf Unterchefs geben, die Srouji angeblich aggressiver führen wird, als sie es aus Ternus’ Organisation gewohnt sind. Unklar bleibt zudem, wer Srouji einst ablösen könnte. Er ist zehn Jahre älter als der knapp 50 Jahre alte neue CEO.


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  1. https://www.heise.de/tests/Apple-Vision-Pro-im-ausfuehrlichen-Test-Wackliger-Blick-in-die-Zukunft-9629236.html
  2. https://www.heise.de/news/Apple-baut-Siri-Abteilung-um-uebernimmt-Vision-Pro-Entwickler-10359675.html
  3. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-21/apple-ceo-ternus-confronts-test-of-retaining-company-s-top-talent
  4. https://www.heise.de/meinung/Kommentar-zum-Wechsel-an-der-Apple-Spitze-Danke-Tim-Cook-hallo-John-Ternus-11265093.html
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Nach Aus für gewerkschaftlich organisierte Apple-Läden: Beschwerde eingereicht

Von Heise — 29. April 2026 um 18:05
Apple Towson Town Center

Apple Towson Town Center: Bald komplett dicht.

(Bild: Apple)

Apple macht mehrere US-Stores dicht, darunter einen, in dem es erstmals eine gewerkschaftliche Vertretung gab. Die IAM Union geht dagegen nun vor.

Nach dem von Apple beschlossenen Aus des ersten US-Ladengeschäftes, das eine gewerkschaftliche Vertretung hatte [1], gibt es Streit vor dem für Arbeitnehmerangelegenheiten zuständigen National Labor Relations Board (NLRB). Die unabhängige US-Bundesbehörde erhielt eine Beschwerde seitens der zuständigen Gewerkschaft IAM Union, die die Arbeiter in dem Laden in Towson, Maryland, vertritt. In dem Schreiben an die NREL heißt es, Apple diskriminiere gesetzeswidrig Personen, die gewerkschaftlich organisiert seien [2]. Dazu wurde eine so genannte Unfair Labor Practice Charge (ULPC) eingereicht. Diese fordert das NLRB auf, tätig zu werden.

Gewerkschaft sieht Diskriminierung

Apple habe, heißt es in der ULPC, den Mitarbeitern in Towson verweigert, sich zu anderen Läden versetzen zu lassen. Dies widerspreche dem Vorgehen in anderen Ladengeschäften, die Apple schließen will und die keine gewerkschaftliche Repräsentanz haben. Die IAM Union meint, dass dies eine Diskriminierung der von ihr vertretenen Arbeitnehmer sei, damit diese ihre verbrieften Rechte, sich zu organisieren, nicht ausüben können.

Apples Angaben zufolge macht der Konzern insgesamt drei Läden – neben Towson auch in Trumbull, Connecticut, und Escondido, Kalifornien – dicht, weil das jeweilige Umfeld immer schlechter geworden sei. Es habe in den Einkaufszentren, in denen diese liegen, den Abgang mehrerer Händler sowie „sich verschlechternde Bedingungen“ gegeben. Apple hatte gegenüber US-Medien mitgeteilt, im Umkreis von 80 km keine Läden zu betreiben oder betreiben zu wollen, die die nun zu entlassenden Mitarbeiter aufnehmen könnten.

Apple sieht die Sache anders

Das NLRB hat nur wenige Sanktionsmöglichkeiten, es spricht unter anderem Rügen und Anordnungen aus. Was bei Erfolg der ULPC wäre, blieb zunächst unklar. Apple selbst reagierte gegenüber Macrumors [3] auf das Vorgehen von IAM Union. „Wir weisen die vorgebrachten Behauptungen entschieden zurück und werden uns auch weiterhin an die Vereinbarung halten, die mit der Gewerkschaft ausgehandelt wurde. Wir freuen uns darauf, dem NLRB alle Fakten darzulegen“, so der Konzern.

IAM Union hatte unter anderem kritisiert, dass den Mitarbeitern in Trumbull und Escondido Ersatzarbeitsplätze angeboten wurden. IAM Union hält das Vorgehen Apples für einen „zynischen Versuch des Union-Busting [4]“.


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  1. https://www.heise.de/news/Maryland-Apple-schliesst-ersten-gewerkschaftlich-organisierten-US-Laden-11256260.html
  2. https://www.goiam.org/wp-content/uploads/2026/04/Charge-Apr-27-26.pdf
  3. https://www.macrumors.com/2026/04/27/apple-towson-unfair-labor-practice-charge/
  4. https://en.wikipedia.org/wiki/Union_busting
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  6. https://www.heise.de/mac-and-i
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Adobe Photoshop und Lightroom: Objektdrehung und Aufräumhilfe mit KI

Von Heise — 29. April 2026 um 17:35

Mithilfe von Adobe Firefly soll man in Photoshop Pixelbilder rotieren können. Die KI errechnet dabei alternative Ansichten des Bildmaterials.

(Bild: Adobe)

Adobe stattet Photoshop mit der Funktion „Objekt drehen“ und automatischer Ebenenbereinigung aus. Lightroom kommt mit verbesserter Suche und Filmvorlagen.

Adobe hat eine Reihe neuer Funktionen für seine Bildbearbeitungsprogramme Photoshop und Lightroom angekündigt. KI-gestützte Werkzeuge sollen Kreativprofis helfen, schneller von der Idee zum fertigen Ergebnis zu kommen. Unter anderem integriert Adobe Firefly Boards in seine Bildbearbeitung, eine Art digitale Pinnwand für KI-generierte Entwürfe.

Pinnwand für KI-Entwürfe: Firefly Boards

Mit Firefly Boards will Adobe in Photoshop eine Brücke zu seiner Web-App für generative KI schlagen. Der visuelle Arbeitsbereich soll die Ideenfindung beschleunigen und den Wechsel zwischen verschiedenen der Firefly-Web-App und der Bildbearbeitung vermeiden.

Die neue Funktion „Objekt drehen“ soll Motive in nahezu jedem Winkel kippen, drehen und neu anordnen können. Das Werkzeug dreht dabei keine Vektorobjekte oder 3D-Modelle, sondern tatsächlich Pixelbilder, also Fotos oder freigestellte Bildelemente.

Die Adobe-KI analysiert das Bild und schätzt dessen dreidimensionale Form ein. Beim Drehen berechnet sie, wie das Objekt aus einem anderen Blickwinkel aussehen würde. Der freigewordene Bereich hinter dem Objekt wird ebenfalls mit generativer KI aufgefüllt. Für die Nutzung berechnet Adobe Credits.

Kunst aufräumen: Photoshop bereinigt Ebenen

Mit der neuen Funktion „Layer Cleanup“ lassen sich komplexe Photoshop-Dateien ordnen. Das Werkzeug benennt Ebenen um und entfernt leere Ebenen selbstständig. Bei umfangreichen Projekten soll das den Überblick erleichtern.

Das Werkzeug zeigt eine Vorschau aller vorgeschlagenen Änderungen, bevor sie angewendet werden. Bei Bedarf lassen sich einzelne Vorschläge ablehnen oder die KI-generierten Namen vor der Bestätigung manuell anpassen.

Kreative Geister hinterlassen gerne einen Saustall, auch in Photoshop. KI soll das Gewirr aus Namen wie „Ebene 19 Kopie 4“ bereinigen und sinnvoll benennnen.

(Bild: Adobe)

Lightroom: verbesserte Suche, Filmvorlagen und assistierte Bildauswahl

Lightroom bringt 25 neue Filmvorlagen mit.

(Bild: Adobe)

Die Lightroom-Neuerungen des April-Updates 2026 umfassen eine neue Suchfunktion, die relevantere und genauere Treffer liefern soll als bisher. Sie erkennt laut Adobe eine viel breitere Auswahl an Personen, Tieren, Objekten, Orten und Stilen. Sucht man etwa nach „Schwarzweißportrait bei Kerzenlicht", soll Lightroom sowohl das Motiv als auch die Stimmung erkennen können.

Lightroom bietet außerdem 25 neue Filmvorlagen, die den Look klassischer analoger Filme nachahmen. Die Vorlagen reichen von kräftigen Farbtönen bis zu nostalgischen Schwarzweiß-Looks und sollen sich konsistent über verschiedene Bilder hinweg anwenden lassen.

Die Funktion „Assistierte Bildauswahl“ (Assisted Culling) hilft, die besten Bilder aus großen Sammlungen auszuwählen. Sie gruppiert ähnliche Aufnahmen automatisch und hebt jene mit der besten Schärfe und den besten Augenmerkmalen hervor. Das soll etwa Hochzeits-, Porträt- und Eventfotografen helfen. Lightroom unterstützt außerdem Raw-Dateien der Kamera Sony A7V.

Firefly-Assistent in öffentlicher Testphase

Parallel dazu ist der KI-Assistent von Adobe Firefly [1] in die öffentliche Beta-Phase gestartet. Der Assistent koordiniert die einzelnen Arbeitsschritte im Hintergrund und greift dabei auf Adobes professionelle Programme zurück – darunter Photoshop, Premiere, Firefly, Lightroom und Express.

Siehe auch:


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  1. https://www.heise.de/news/Adobe-Firefly-KI-Assistent-bearbeitet-Bilder-11256790.html
  2. https://www.heise.de/download/product/adobe-photoshop-33025?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
  3. https://www.heise.de/download/product/adobe-photoshop-lightroom-36158?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
  4. https://www.heise.de/download/product/adobe-firefly?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
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China kündigt Exascale-Supercomputer ohne GPU-Beschleuniger an

Von Telepolis — 29. April 2026 um 16:50
Reihe von Serverracks in einem dunklen Raum, beleuchtet von bunten Lichtern.

Ein Blick in einen Serverraum, der die technologische Infrastruktur für Supercomputer verdeutlicht.

(Bild: Timofeev Vladimir / Shutterstock.com)

Chinas Supercomputing-Zentrum Shenzhen will mit 47.000 heimischen CPUs über 2 Exaflops erreichen – ganz ohne westliche Chips.

Das National Supercomputing Center in Shenzhen (NSCCSZ) hat Ende April das Projekt Lingshen vorgestellt – einen Supercomputer, der als weltweit erste Exascale-Maschine ausschließlich auf Prozessoren (CPUs) setzen soll, ganz ohne die sonst üblichen Grafikbeschleuniger (GPUs).

Wie das Zentrum auf seiner Webseite mitteilte [1], soll das System eine Dauerleistung von über 2 Exaflops im Bereich FP64 erreichen – also mehr als zwei Trillionen Gleitkomma-Berechnungen pro Sekunde mit doppelter Genauigkeit.

Zum Vergleich: Der aktuell schnellste Supercomputer der Welt, El Capitan des US-Energieministeriums, erreicht im standardisierten Linpack-Benchmark 1,809 Exaflops. Allerdings setzt El Capitan auf 44.544 AMD-Beschleuniger vom Typ MI300A, die CPU- und GPU-Kerne in einem einzigen Gehäuse (Package) vereinen und auf einen gemeinsamen Speicher zugreifen.

Lingshen verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz, indem es komplett auf Grafikbeschleuniger verzichtet.

47.000 Prozessoren in 92 Schränken

Chefdesignerin Lu Yutong, Direktorin des NSCCSZ, präsentierte die technischen Eckdaten auf einer Konferenz am 24. April. Die 47.000 Prozessoren verteilen sich auf 92 Rechenschränke – das entspricht rund 511 CPUs pro Schrank. Das System enthält nach Angaben des Zentrums keinerlei ausländische Komponenten.

Das Gesamtprojekt ist in mehrere Phasen unterteilt. In einer Pilotphase wurden bereits 100 Server mit Huawei-Kunpeng-Prozessoren eingesetzt, die insgesamt 12.800 Rechenkerne bereitstellten. In einem weiteren Schritt, in dem eine Ausbaustufe für industrielle Anwendungen erfolgen soll, sind 1580 Blade-Server mit über 101.000 Kernen vorgesehen, die eine Spitzenleistung von mehr als 10 Petaflops liefern sollen.

Der eigentliche große Sprung folgt allerdings erst mit der finalen Ausbaustufe von Lingshen: Um die angestrebten 2 Exaflops zu erreichen, soll das System auf die 47.000 Hochleistungsprozessoren skaliert werden – also um den Faktor 200 vergrößert im Vergleich zur industriellen Stufe.

Flüssigkeitskühlung für die Abwärme

Für die Kühlung setzt Lingshen auf ein vollständiges Flüssigkeitskühlsystem. Das Speichersystem umfasst 650 Petabyte Kapazität mit einer Bandbreite von 10 Terabyte pro Sekunde, verteilt auf 428 Speicherknoten in 67 flüssigkeitsgekühlten Schränken. Das Netzwerk soll auf Hunderttausende Knoten skalierbar sein.

Die Hintergründe des rein chinesischen Ansatzes liegen auf der Hand: Seit 2015 stehen chinesische Supercomputing-Zentren auf der US-Exportkontrollliste. Seit 2022 gelten zudem spezifische Exportbeschränkungen für Hochleistungs-GPUs von Nvidia und AMD nach China – diese Beschränkungen zwingen das Land, eigene Wege zu gehen – Lingshen ist das bislang ambitionierteste Ergebnis dieser Strategie.

Experten skeptisch beim Zeitplan

Allerdings gibt es erhebliche Vorbehalte gegenüber den chinesischen Angaben. Wie Tom's Hardware berichtet [2], hat Lingshen bislang noch keine unabhängig verifizierten Benchmark-Ergebnisse vorgelegt – die offizielle NSCCSZ-Quelle meldet zwar, das System sei vollständig hochgefahren und habe den Gesamttest bestanden, externe unabhängige Messungen stehen jedoch noch aus. Die Ankündigung beschreibt lediglich ein Ziel, das irgendwann in der Zukunft erreicht werden soll.

Ob Lingshen jemals tatsächlich in Betrieb geht und die versprochene Leistung erreicht, bleibt offen. Einen konkreten Zeitplan für die Fertigstellung nannte das NSCCSZ nicht. Beobachter schätzen, dass ein vollständiger Betrieb frühestens 2029 bis 2030 realistisch wäre.

Als Einsatzgebiete nannte Lu Yutong unter anderem KI-Anwendungen, Materialwissenschaften mit Simulationen von bis zu einer Milliarde Atomen, globale Wettersimulationen mit einem Kilometer Auflösung sowie die Medikamentenforschung.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.nsccsz.cn/nsccsz2024/zxdt2024/202604/0c5dbb95-e6ca-496a-abba-1148cf586640.shtml
  2. https://www.tomshardware.com/tech-industry/china-plans-cpu-only-exascale-supercomputer-with-47000-domestic-processors

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Kein Dünger, kein Diesel, keine Ernte

Von Telepolis — 29. April 2026 um 16:00
Ein Mähdrescher erntet Weizen und lädt ihn in einen Anhänger.

(Bild: Fotokostic / Shutterstock.com)

Der US-Iran-Konflikt trifft Millionen Bauern hart: Dünger und Diesel werden unbezahlbar – mit dramatischen Folgen für die globale Ernährung.

Zwei Monate nach Beginn des US-Iran-Konflikts zeigen sich die Folgen des Krieges und der Doppelblockade der Straße von Hormus [1] immer deutlicher – und sie reichen weit über den Energiesektor hinaus.

Während Ölpreise und Gasversorgung die Schlagzeilen dominieren, bahnt sich entlang der globalen Lieferketten eine Nahrungsmittelkrise an, die primär Entwicklungsländer trifft.

Die Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel ist nicht nur eine der weltweit wichtigsten Öl-Handelsrouten. Durch sie passiert auch rund ein Drittel des globalen Düngemittelhandels – monatlich drei bis vier Millionen Tonnen, wie das Wall Street Journal (WSJ) [2] berichtet.

Seit die Durchfahrt durch die US-Seeblockade und iranische Gegenmaßnahmen faktisch zum Erliegen kam, steigen die Preise für Stickstoffdünger, Diesel und Transportleistungen in einer Kettenreaktion, die von den Reisfeldern der Philippinen bis zu den Chemiewerken in Sachsen-Anhalt zu spüren ist.

Düngemittelkrise trifft globale Landwirtschaft

Der Mechanismus ist so simpel wie verheerend: Erdgas bestimmt 70 bis 90 Prozent der Produktionskosten für Stickstoffdünger wie Harnstoff und Ammoniak. Gleichzeitig stammt rund ein Drittel der weltweiten Schwefelproduktion – ein Schlüsselrohstoff für Phosphatdünger – aus der Golfregion.

Die FAO warnte bereits im März [3] vor einer globalen Düngemittelkrise. Importierter Harnstoff kostet in Europa mittlerweile bis zu 700 Euro pro Tonne, ein Anstieg um 66 Prozent seit Mitte Februar. Die Golfregion und der Nahe Osten verantworten 34 bis 50 Prozent des weltweiten Harnstoffhandels; allein Iran exportiert 10 bis 12 Prozent der globalen Produktion.

Wenn Landwirte weniger Dünger einsetzen, sinken die Erträge bei Mais und Weizen um 10 bis 25 Prozent, rechnen Agrarexperten vor. Der IWF warnt [4], eine anhaltende Blockade könne dazu führen, dass 45 Millionen Menschen zusätzlich Hunger leiden.

IWF-Chefin Kristalina Georgieva bezifferte den kurzfristigen Hilfsbedarf auf 20 bis 50 Milliarden US-Dollar und stellte klar: "Selbst im besten Fall wird es keine saubere und geordnete Rückkehr zum vorherigen Zustand geben".

Philippinen: Dieselpreis verdoppelt, Bauern am Scheideweg

Besonders hart trifft es die Philippinen. Praktisch das gesamte Öl des Landes stammt direkt oder indirekt aus dem Nahen Osten. Standarddiesel kostete in Manila Mitte April 123 philippinische Pesos pro Liter – umgerechnet etwa 7,69 US-Dollar pro Gallone und damit mehr als doppelt so viel wie zwei Monate zuvor.

Der Gemüsebauer Bic Pagkaliwangan aus Lian, rund drei Autostunden von Manila entfernt, berichtet dem WSJ, seine Einnahmen hätten sich halbiert. Die Miete von Landmaschinen, die mit Diesel betrieben werden, sei um 25 Prozent gestiegen. Die Transportkosten zum Markt seien ebenfalls in die Höhe geschnellt.

Für Tomaten erhalte er nur noch 25 Pesos pro Kilogramm – umgerechnet etwa 40 Cent. "Vorerst machen wir weiter und gehen das Risiko ein", sagte Pagkaliwangan.

Der Preisschock hat Teile der philippinischen Landwirtschaft bereits zum Stillstand gebracht. Einige Bauern in abgelegenen Gebieten lassen ihre Ernte auf den Feldern stehen, weil das Einbringen mehr kostet, als die Erzeugnisse einbringen.

Rund ein Fünftel der Erwerbsbevölkerung arbeitet im Agrarsektor – jede Produktionsdrosselung hat Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) senkte bereits ihre Wachstumsprognose für Südostasien auf 4,4 Prozent.

Andrew Jeffries, ADB-Landesdirektor für die Philippinen, sagte dem WSJ: "Die Menschen haben nicht das Einkommen, um das abzufedern“.

Die philippinische Regierung hat den Notstand ausgerufen und sucht nach alternativen Öllieferanten – darunter Russland, wo Petron Corp., der einzige Raffineriebetreiber des Landes, bereits 2,48 Millionen Barrel kaufte. Auch Südamerika, Kanada und die USA werden als Lieferanten sondiert.

Asien in der Krise, Europa unter Druck

Die Auswirkungen reichen über die Philippinen hinaus: In Vietnam sind die Reis-Exportpreise wegen gestiegener Produktionskosten nach oben geschnellt. In Thailand, einem der weltgrößten Exporteure von Meeresfrüchten, wurden Fischereiflotten wegen der Treibstoffkosten stillgelegt.

Der Thinktank Verve Research warnt vor "zunehmendem Risiko innerer Unruhen" in Ländern, deren Bevölkerung wieder in die Armut abzurutschen drohe.

Auch in Europa spürt die Wirtschaft die Folgen. Die Chemieindustrie kämpft ums Überleben [5]: Europäische Ethylenkontrakte erreichten im April 2026 laut ICIS einen Rekordwert von 1.595 Euro pro Tonne.

BASF hob die Preise für Waschmittel-Inhaltsstoffe um rund 30 Prozent an, Evonik kündigte höhere Preise für Futtermittelzusätze an. SKW Piesteritz, Deutschlands größter Ammoniakproduzent, spricht offen vom Überlebenskampf: "Der Boden unter uns beginnt sich zu verschieben", sagte Geschäftsführer Carsten Franzke.

Für die deutsche Landwirtschaft sind die Düngerimporte laut Branchenangaben zwar für die laufende Saison 2026 durch Vorbestellungen weitgehend gesichert. Ab Mitte 2026 drohen jedoch Engpässe, wenn die Preise weiter steigen.

Die deutsche Bauindustrie warnt zudem vor Auswirkungen auf den Straßenbau: Der Preis für Bitumen, ein erdölbasiertes Bindemittel für Asphalt, habe sich seit Kriegsbeginn laut Tagesschau [6] ungefähr verdoppelt.

Wettlauf gegen die Zeit

Die EU reagiert mit der im Oktober 2025 gegründeten Critical Chemicals Alliance, die kritische Moleküle wie Ammoniak und Ethylen strategisch absichern soll. Deutschland lehnt jedoch eine gezielte Priorisierung einzelner Substanzen ab und fordert stattdessen niedrigere Energiekosten und weniger Bürokratie.

Einzelne EU-Staaten setzen auf nationale Maßnahmen: Spanien stellt 500 Millionen Euro für Düngersubventionen bereit, Frankreich senkt Sozialabgaben für Landwirte.

Der FAO-Chefvolkswirt Máximo Torero betonte die Dringlichkeit: "Deshalb ist es so wichtig, nicht zuzulassen, dass dies über einen längeren Zeitraum eskaliert".

Wie ernst die Lage auch auf individueller Ebene ist, zeigt ein Satz des philippinischen Reisbauern Rodel Malinay, der trotz eines 40-prozentigen Preisanstiegs bei Stickstoffdünger weiter anbaut – weil ihm nichts anderes übrig bleibt: "Wenn wir nicht anbauen, haben wir nichts zu essen".


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  1. https://www.heise.de/tp/article/Strasse-von-Hormus-Doppelblockade-legt-globale-Energieversorgung-lahm-11272435.html
  2. https://www.wsj.com/world/asia/u-s-iran-wars-next-casualty-global-food-7bb7f8bf
  3. https://www.heise.de/tp/article/Iran-Konflikt-Ernten-weltweit-gefaehrdet-11220199.html
  4. https://www.heise.de/tp/article/Wenn-Geopolitik-und-Klima-gemeinsam-die-Ernte-vernichten-11255913.html
  5. https://www.telepolis.de/article/Europas-Chemieindustrie-kaempft-ums-Ueberleben-11259114.html
  6. https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-iran-mittwoch-114.html

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Brownout durch Solarenergie? Wie stabil das Stromnetz in Deutschland bleibt

Von Telepolis — 29. April 2026 um 15:00
Mann auf dem Dach eines Gebäudes mit Solarkollektoren

Bild: Shutterstock.com

Copernicus-Bericht meldet Klima-Negativrekorde und einen Rekordanteil der Solarenergie am europäischen Strommix. Droht deshalb ein Brownout? Eine Einschätzung.

Wer heute bei der Mediensichtung auf den Copernicus-Klimabericht 2025 stieß, etwa bei der Tagesschau [1], wurde mit den mittlerweile gewohnten düsteren Aussichten konfrontiert – "viele Negativrekorde" bei Temperatur, Hitzewellen, Stürmen und Hochwasser. Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent, so der Bericht.

Doch es gab auch eine positive Meldung: Die erneuerbaren Energien deckten laut Copernicus im vergangenen Jahr gut 46 Prozent des europäischen Strombedarfs. Die Solarenergie erreichte mit 12,5 Prozent sogar einen neuen Rekordanteil.

Wer sich anschließend auf der Seite der Welt weiter über den Zustand derselben informierte, sah sich einem Widerspruch ausgesetzt. Dort warnte nämlich ein Artikel mit dem Titel "Wertloser Solarstrom überflutet das Land – jetzt droht der ‚Brownout' [2]" vor einem Solarstrom-Überschuss im Zusammenhang mit einem "davongaloppierenden Ökostrom-Ausbau".

Sonniger Sonntag, tiefe Preise

Der Artikel der Welt beschreibt einen konkreten Sonntag, nämlich den vergangenen, den 19. April 2026, an dem eine gewaltige Menge Solarstrom ins Netz drängte, aber sonntagsbedingt nur auf geringe Nachfrage traf. Die Netzbetreiber konnten laut der Zeitung den Ökostrom nicht mehr wie sonst weiterverkaufen.

Im Gegenteil: Gegen 14 Uhr zahlten sie jedem Abnehmer einer Megawattstunde 480 Euro als, wie die Zeitung es formuliert, eine "Art Entsorgungsgebühr" aus. Der negative Strompreis in Rekordtiefe war laut Bericht geradezu ein Fest für Besitzer von Elektroautos mit dynamischen Stromtarifen, die in dieser Zeit die Batterie ihres Fahrzeugs nicht nur kostenlos füllen, sondern sogar noch Geld aufs Konto überwiesen bekommen konnten.

Der Solarstrom-Überschuss fällt größer aus als sonst, da allein im vergangenen Jahr die enorme Menge von 17 Gigawatt Solarleistung in Deutschland zugebaut worden war – eine installierte Leistung, die der von 17 Atomkraftwerken entspricht, so Die Welt.

Damit liegt die in Deutschland installierte Solarleistung nun bei rund 120 Gigawatt, obwohl das Stromnetz bislang nur auf eine Spitzenlast von rund 80 Gigawatt ausgelegt war.

Die Kaskade der Gegenmaßnahmen

Die Besonderheit am vergangenen Sonntag war auch, dass den meisten deutschen Nachbarn der Solarstrom ebenfalls zu den Ohren herauskam. Eine europaweite Verteilung der deutschen Überschussproduktion fand nicht statt.

An der Strombörse ist der negative Strompreis im Day-ahead-Markt auf maximal minus 500 Euro pro Megawattstunde begrenzt. Das soll Kosten begrenzen. Unter diesem Wert findet keine "Markträumung" durch den Preis mehr statt. Am Sonntag war mit minus 480 Euro die Grenze fast erreicht.

Laut dem Artikel der Welt stehen den Netzbetreibern mehrere Maßnahmen zur Verfügung, um das Stromnetz stabil zu halten, wenn der Markt keinen Ausgleich von Angebot und Nachfrage mehr leistet: erstens Einsatz von Regelenergie, dann Abregelung von Stromerzeugern ("Redispatch 2.0") oder die zwangsweise Abschaltung von Stromanlagen nach Paragraf 13.2 Energiewirtschaftsgesetz und drittens, als ultima ratio, die kontrollierte Stromabschaltung ganzer Regionen – genannt "Brownout".

Die Lage am Sonntag konnte allein mit dem Einsatz von Regelenergie unter Kontrolle gehalten werden, teilten die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Amprion auf Welt-Nachfrage mit.

Zur nächsten Stufe, Zwangsabschaltungen von Stromerzeugern, kam es nicht. Insofern war der Weg zum drohenden "Brownout" noch weit ��� allerdings geriet der Negativpreis sehr nah an die Preisgrenze von minus 500 Euro, was weiterreichende Folgen ausgelöst hätte.

Wie ist diese Warnung vor einem Brownout nun einzuordnen?

Die Einschätzung der Netzbetreiber

Der europäische Verband der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E [3]) meldete für den Sommer 2025 keine systemischen Angemessenheitsrisiken [4] für den europäischen Stromsektor, trotz wachsender Überproduktionsrisiken durch viel neue Photovoltaik. Das Problem wird als Management- und Flexibilitätsfrage beschrieben, nicht als unmittelbar flächendeckende Ausfallgefahr.

Auch der deutsche Übertragungsnetzbetreiber Amprion [5] bestätigt, dass das Netz 2025 trotz PV-Rekorden und mehr Negativpreisstunden stabil blieb. Als Engpass werden fehlende Flexibilität, langsamer Netzausbau und Mangel an steuerbarer Leistung identifiziert.

Die Bundesnetzagentur [6] liefert Marktdaten: Solarerzeugung in Deutschland stieg 2025 auf 74,1 TWh, zugleich gab es 573 Stunden mit negativen Großhandelspreisen.

Das stützt die These, dass Solarboom und Marktverwerfungen parallel auftreten können, ohne dass daraus automatisch ein Brownout folgt.

Was zu Blackouts führt

Interessant ist auch ein Blick auf einen realen Blackout, der sich am 28. April 2025 auf der Iberischen Halbinsel ereignete. Der Abschlussbericht von ENTSO-E [7] zeigt, dass die Ursache eine komplexe Mischung aus technischen Faktoren war – Oszillationen, Spannungsprobleme, Kaskadeneffekte – und nicht eine simple Überproduktion von Solarstrom.

Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt [8] haben die ungewöhnlich hohen Strompreise während der "Dunkelflauten" im November und Dezember 2024 untersucht – Zeiten mit wenig Wind und Sonne.

Die Versorgung war auch in diesen extremen Knappheitssituationen durch Reserven gesichert. Die Behörden sehen aber zusätzlichen Bedarf an steuerbarer Leistung und Flexibilität.

Lösungen für die Energiewende?

Das Fraunhofer ISE entwickelt und testet "netzbildende Wechselrichter" [9], die es Solaranlagen und Speichern ermöglichen, aktiv zur Netzstabilität beizutragen und nicht nur Strom einzuspeisen. Ein wachsender Anteil des Solarstroms wird direkt vor Ort verbraucht und in Heimspeichern zwischengelagert, was die Netze entlastet.

Der Eigenverbrauch von Solarstrom in Deutschland stieg 2024 auf 12,28 TWh, was 17 Prozent der PV-Nettostromerzeugung [10] entspricht.

Allerdings helfen Heimspeicher dem Netz nur dann optimal, wenn ihre Besitzer durch dynamische Stromtarife einen Anreiz haben, bei Stromüberschuss zu laden. Hier besteht noch Nachholbedarf.

Das Fraunhofer ISE erwartet, dass der Eigenverbrauch durch die hohen Strompreise und den Erfolg von Batteriespeichern weiterhin steigen wird. Es lohnt sich für Haushalte, insbesondere wenn sie mit dem Strom auch eine Wärmepumpe betreiben oder ihr E-Auto laden.

Es ist aber auch für die Stabilität des Stromnetzes von Vorteil, weil der Strom dann direkt dort produziert wird, wo er verbraucht wird, ohne je im Stromnetz gewesen zu sein.

Der Alarm und die Probleme

Die Warnung vor einem drohenden Brownout aufgrund von Solarstrom-Überschüssen ist nicht aus der Luft gegriffen, aber sie zeichnet ein zu alarmistisches Bild.

Die offiziellen Einschätzungen der Netzbetreiber und Behörden sehen das Netz als stabil an und keine unmittelbare, systemische Gefahr. Das Problem ist vielmehr ein Mangel an Flexibilität, langsamer Netzausbau und fehlende steuerbare Leistung.

Technologische Innovationen wie netzbildende Wechselrichter, mehr Eigenverbrauch und der Ausbau von Speichern können dazu beitragen, die Herausforderungen zu bewältigen.

Entscheidend wäre, dass die Politik die richtigen Anreize setzt, damit Heimspeicher und andere Flexibilitätsoptionen auch netzdienlich genutzt werden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11276823

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klima-copernicus-bericht-100.html
  2. https://www.welt.de/wirtschaft/plus69f0931048f8152efecc99a0/wertloser-solarstrom-ueberflutet-das-land-jetzt-droht-die-ultima-ratio.html
  3. https://www.entsoe.eu/news/2025/05/28/entso-e-releases-2025-summer-outlook-report/
  4. https://www.entsoe.eu/news/2025/05/28/entso-e-releases-2025-summer-outlook-report/
  5. https://www.amprion.net/Presse/Presse-Detailseite_90369.html
  6. https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/EN/2026/20260104_SMARD.html
  7. https://www.entsoe.eu/publications/blackout/28-april-2025-iberian-blackout/
  8. https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/EN/2025/20251021_Preisspitzen.html
  9. https://www.ise.fraunhofer.de/en/press-media/press-releases/2025/fraunhofer-ise-develops-test-procedure-for-grid-forming-inverters.html
  10. https://www.ise.fraunhofer.de/en/press-media/press-releases/2025/fraunhofer-ise-develops-test-procedure-for-grid-forming-inverters.html

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✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 29.04.2026 17:00

Von heise online — 29. April 2026 um 17:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
29.04.2026 17:00
Region
Dresden (0351)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

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ESP-Claw bringt KI-Agenten direkt auf den ESP32

Von Heise — 29. April 2026 um 16:26
ESP32-Entwicklungsboard auf hellem Hintergrund mit überlagertem ESP-Claw-Logo in Rot

Espressif

Statt starrer Firmware setzt ESP-Claw auf Chat-Steuerung und KI für flexible IoT-Projekte.

Mit ESP-Claw hat Espressif ein neues Framework für ESP32-Boards veröffentlicht. Statt Geräte direkt zu programmieren, setzt das Projekt auf einen Agentenansatz direkt auf den Chips. Die Idee dahinter: Sensoren liefern Daten, ein lokaler Agent trifft Entscheidungen und das Gerät reagiert selbstständig.

Technisch basiert ESP-Claw auf einem Runtime-System, das auf ESP32-Boards wie dem S3 läuft. Der Ansatz nennt sich „Chat Coding“: Das Verhalten eines Geräts kann über Konversationen definiert werden, statt klassische Firmware zu schreiben. Im Hintergrund werden diese Eingaben in Aktionen übersetzt, die der Mikrocontroller ausführt. Ergänzt wird das Ganze durch eine ereignisgesteuerte Architektur, bei der Sensorwerte, Nachrichten oder andere Trigger direkt eine Verarbeitungskette starten können. Reaktionen sind laut Projekt im Millisekundenbereich möglich.

Für Maker interessant ist vor allem die flexible Erweiterbarkeit. ESP-Claw bringt eine strukturierte Speicherverwaltung mit, um Zustände und Kontext direkt auf dem Gerät abzulegen und nachhaltig zu speichern. Gleichzeitig lassen sich externe Dienste über standardisierte Schnittstellen anbinden, etwa über das Model Context Protocol (MCP). Auch die Integration von Messaging-Diensten wie Telegram ist vorgesehen, dadurch kann man Geräte in bestehende Kommunikationswege einbinden.

Niedrige Einstiegshürde

Ein weiterer praktischer Punkt ist die vergleichsweise niedrige Einstiegshürde. Unterstützte Boards lassen sich direkt im Browser konfigurieren und flashen, ohne lokale Toolchain. Wer tiefer einsteigen will, kann das System aber auch klassisch selbst bauen und anpassen. Durch den modularen Aufbau lassen sich einzelne Komponenten austauschen oder erweitern, etwa um zusätzliche Sensorik, Aktoren oder eigene Logik einzubinden.

Spannend wird das Ganze in Maker-Händen. Beispiele für Projekte sind etwa smarte Kameraknoten, die Ereignisse selbst interpretieren, Sprachinterfaces für Smart-Home-Steuerung oder Geräte, die auf Basis von Sensordaten eigenständig Entscheidungen treffen, etwa in der Heimautomation.

Auf der offiziellen GitHub-Seite [1] sind in Videos einige Beispielprojekte festgehalten. So wird ein LED-Streifen an einen ESP angeschlossen und dem Agenten via Chat mitgeteilt, wie dieser Streifen angeschlossen ist und dass mit dem LED-Streifen ein Regenbogenlicht realisiert werden soll. Nach kurzer „Überlegung“ des Agenten beginnt der Streifen entsprechend zu leuchten.

Für Maker bedeutet das vor allem weniger Code und mehr Fokus auf das Verhalten eines Projekts. Statt Zustände und Abläufe komplett selbst zu modellieren, kann man mit einem Agenten arbeiten, der sich dynamisch anpassen lässt. Gleichzeitig bleibt die Kontrolle über Daten erhalten, weil viele Funktionen lokal laufen. Noch ist das Projekt in Entwicklung, aber es zeigt recht deutlich, wohin sich IoT im Hobbybereich bewegen könnte: weg von starren Skripten, hin zu kleinen, eigenständig agierenden Systemen.

Wer direkt mit KI loslegen möchte, kann mit unserem selbst gebauten KI-Telefon [2] Ideen austauschen.


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  1. https://github.com/espressif/esp-claw
  2. https://www.heise.de/ratgeber/Raspi-Projekt-Mit-ChatGPT-an-einem-umgebauten-Tischtelefon-Ideen-austauschen-11202033.html
  3. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Weiterer Mangel: Harz für Platinen knapp

Von Heise — 29. April 2026 um 15:10
RISC-V-Prozessor auf einer Platine

Halbleiterbauelemente sitzen auf Trägern, die als Brücke zur Platine dienen. Die Rohstoffe für diese Bauteile sind derzeit knapp.

(Bild: heise medien)

Der wichtigste Lieferant von Polyphenylenether hat nach einem Angriff offenbar die Auslieferungen eingestellt. Das betrifft alle elektronischen Geräte.

Es bahnt sich ein weiterer Mangel durch den Iran-Krieg an: Polyphenylenether (PPE) für die Herstellung von Platinen und teilweise Chipträgern könnte in den kommenden Monaten knapp werden. Die Saudi Basic Industries Corporation (SABIC) soll nach einem Raketenangriff durch Iran Anfang April die Auslieferungen eingestellt haben.

Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters [1] anhand geschäftsnaher Quellen. SABIC selbst schreibt [2] in seinem jüngsten Quartalsbericht vom 29. April lediglich über „sich verschärfende Lieferstörungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten“, die mehrere Kunststoffe betreffen.

Einen Lieferstopp bestätigt SABIC nicht, dementiert ihn aber auch nicht. Videos von Angriffen auf die saudische Region Al-Dschubail und ihre petrochemische Industrie wurden über soziale Medien geteilt.

Rohstoffpreise steigen bereits

Lieferzahlen zu PPE sind rar. Laut Reuters macht SABIC jedoch rund 70 Prozent der weltweiten Lieferungen aus. Gemäß einer Goldman-Sachs-Analyse sind die Preise für das Harz im April bereits um 40 Prozent gestiegen.

PPE ist unter anderem bis mehr als 100 Grad Celsius hitzebeständig, isoliert elektrisch und nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Dadurch eignet sich das Harz für die Isolierschichten vor allem in Platinen (Printed Circuit Boards, PCBs). Alle elektronischen Geräte brauchen heutzutage PCBs, sodass ein Rohstoffmangel potenziell die Preise erhöht.

Schon das Glasgewebe von Nittobo und der Ajinomoto Build-up-Film (ABF) für Chipträger zeigten [3], dass essenzielle Bestandteile in der Halbleiterproduktion an einzelnen Unternehmen hängen. Häufig lohnt es sich für andere Firmen aufgrund normalerweise geringer Margen nicht, in den Markt einzusteigen.

Die Börse reagiert derweil schon auf die aktuelle Entwicklung: Die Aktie des südkoreanischen PPE-Zulieferers Kolon Industries ist allein im April um 30 Prozent gestiegen, seit Jahresbeginn um über 130 Prozent.

Auswirkungen ziehen sich hin

Der deutsche Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI schreibt in einer Stellungnahme an heise online, dass ihm zu Engpässen bei Kunststoffen wie PPE zumindest derzeit noch keine Meldungen vorliegen. Das könnte schlicht an der Auslagerung der Produktion nach Asien liegen – in Deutschland ist die Herstellung von PCBs längst nicht mehr rentabel. Bis sich ein Rohstoffmangel zu Beginn der Lieferkette hierzulande auswirkt, dürften Monate vergehen.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.reuters.com/world/middle-east/iran-war-disrupts-the-circuit-board-supply-chain-raises-costs-tech-firms-2026-04-27/
  2. https://www.sabic.com/en/Images/EARNINGS-RELEASE-Q1-2026_tcm1010-51239.pdf
  3. https://www.heise.de/news/Chiptraeger-Knappheit-Mangel-bei-Prozessoren-und-Grafikkarten-droht-11174808.html
  4. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Störungsmeldung vom 29.04.2026 15:00

Von heise online — 29. April 2026 um 15:00

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Beginn
29.04.2026 15:00
Region
Bad Vilbel (06101)
Provider
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Zugangsart
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