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Apple-Läden bekommen Hardware zum Zurücksetzen der Apple Watch

Von Heise — 17. April 2026 um 13:56
Apple Watch Series 11

Eine Apple Watch der Series 11 zeigt den Schlafwert.

(Bild: Apple)

Mangels physischem Zugang können User Apples Computeruhr nicht komplett resetten. Die Läden bislang auch nicht – das soll sich nun ändern.

Wer seine Apple Watch „kaputtgespielt“ hat, steht derzeit vor einem Problem: Es gibt im Gegensatz zu den meisten anderen Apple-Geräten keine Möglichkeit, die Computeruhr in allen Fällen zurückzusetzen und einem Software-Restore zu unterziehen. Der Grund: Der physische Zugriff per Kabel ist Nutzern nicht möglich, die Apple Watch wird drahtlos aufgeladen und auch drahtlos mit Software beschickt (via WLAN oder Mobilfunk) und ist daher besonders geschützt. In der Uhr versteckte sich zwar vor einigen Jahren ein interner Anschluss [1], der war aber nur für Apple selbst zugänglich und soll seit der Series 7 [2] nicht mehr existieren. Deshalb ist Spezialtechnik notwendig, die Apple bislang nur in seinen eigenen Reparaturzentren vorhielt. Weder Apples Ladengeschäfte noch autorisierte Servicepartner (ASPs) hatten die Hardware. Einem Bericht zufolge soll sich das allerdings künftig ändern.

„Repair Dock“ im Anflug

Apple-Retail-Quellen, die mit Macrumors gesprochen haben, gaben an, dass die Computeruhr bei Software-Fehlern demnächst nicht mehr an ein Servicezentrum des Konzerns eingeschickt werden müsse, was ASPs und Apple-Läden derzeit noch zugemutet wird.

Derzeit wird demnach ein sogenanntes Repair Dock [3] vorbereitet, das mit einem Mac verbunden wird, der dann die Software auf der Apple Watch wiederherstellen kann. „Software-basierte Reparaturen gehen so viel schneller”, hieß es. Dazu gehören Probleme bei Updates, die zum Bricking führen, Bootschleifen und andere Software-Fehler.

Wiederherstellung durch Nutzer – aber nicht immer

Zwar kann seit watchOS 8.5 und iOS 15.4 [4] ein Drahtlos-Restore via iPhone angestoßen werden. Dieser funktioniert allerdings bei weitem nicht in allen Fällen. So muss ein spezieller Restore-Prompt auf der Watch auftauchen. Bei schwerwiegenden Problemen wird dieser aber erst gar nicht erreicht und Apples Spezialtechnik muss her. Aktuell ist noch unklar, ab wann die Repair Docks an die Apple-Läden und Reparaturpartner verschifft werden.

Nutzer dürften es merken, wenn sie plötzlich nicht mehr bis zu einer Woche (oder auch länger) warten müssen und der Apple-Supporter im Store die Wiederherstellung am selben Tag durchführen kann. Welche Hardware genau in den Geräten steckt, ist unbekannt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11261193

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Apple-Watch-kann-angeblich-ueber-versteckten-Anschluss-geladen-werden-2632217.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-Watch-Series-7-groesseres-Display-flacheres-Gehaeuse-6191947.html
[3] https://www.macrumors.com/2026/04/15/apple-stores-apple-watch-software-restore/
[4] https://www.heise.de/news/Mit-iOS-18-iPhone-kann-iPhone-16-wiederherstellen-9947036.html
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
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OpenAI kontert Anthropic mit großem Codex-Update

Von Heise — 17. April 2026 um 13:42
OpenAI-Logo auf Bildschirm, davor Hand mit Smartphone in Silhouette

(Bild: Henry Franklin / Shutterstock.com)

OpenAI rüstet Codex auf: Der Assistent steuert nun andere Apps, merkt sich Vorlieben und übernimmt laufende Arbeit im Hintergrund.

OpenAI hat seine Codex-Anwendung für Desktops mit einem großen Update erweitert. Die wichtigste Neuerung ist die Computernutzung im Hintergrund: Codex soll Anwendungen auf dem eigenen Rechner direkt bedienen können, indem es Bildschirminhalte erkennt, klickt und Texte eingibt. Laut OpenAI können mehrere Agenten parallel im Hintergrund arbeiten, ohne andere Apps zu stören. Die Funktion ist zunächst auf macOS beschränkt und soll bald auch in der EU verfügbar werden.

Zusätzlich arbeitet die Codex-Anwendung künftig direkt mit dem Web: Eine integrierte Browseransicht erlaubt es, Seiten zu kommentieren und dem Agenten so gezielt Anweisungen zu geben. Die Anwendung kann nun zudem Bilder generieren und direkt im Arbeitsprozess verfeinern, etwa für Entwürfe von Benutzeroberflächen, Mockups oder Spielgrafiken. Ergänzend baut OpenAI die Integration in bestehende Werkzeuge aus: Mehr als 90 neue Plug-ins verbinden Codex mit Diensten wie Jira, GitLab Issues oder der Microsoft Suite. So kann der Assistent mehr Kontext aus verschiedenen Anwendungen einbeziehen und darüber auch Aktionen ausführen.

OpenAI bringt zudem eine Vorschau auf eine Erinnerungsfunktion: Die Anwendung kann sich künftig Vorlieben, Korrekturen und bereits gesammelte Informationen merken. Das soll helfen, künftige Aufgaben schneller und mit weniger zusätzlicher Anleitung zu erledigen. Darauf aufbauend soll die App proaktiv Vorschläge machen, etwa für nächste Arbeitsschritte, und relevante Aufgaben aus verschiedenen Diensten bündeln und priorisieren. Die meisten dieser Funktionen werden ab sofort verfügbar gemacht, die Erinnerungsfunktion soll in der EU in Kürze folgen.

Mit Codex Richtung „Super-App“

Das Codex-Update ist Teil einer größeren Strategie, die die Entwicklung einer „Super-App“ [1] vorsieht, die die Coding-Plattform Codex, den Chatbot ChatGPT und den Atlas-Browser [2] in einer einzigen Desktop-Anwendung kombinieren soll.

Ähnliche agentische Arbeitsfunktionen wie OpenAI bündelt Anthropic bereits in seiner Claude-App mit Cowork und Claude Code. Mit dem jüngsten Codex-Update schließt OpenAI nun in mehreren Bereichen zum großen Konkurrenten auf, setzt aber auch eigene Akzente. Anthropic hatte mit „Computer Use“ bereits im Oktober 2024 den Grundstein gelegt und die Funktion im März 2026 auch in Claude Cowork und Claude Code integriert [3]. OpenAI zieht mit vergleichbaren Funktionen in der Codex-App nach, hebt dabei aber vor allem die parallele Hintergrundarbeit mehrerer Agenten und die Fähigkeit hervor, Aufgaben über längere Zeiträume eigenständig fortzuführen.

Die Ankündigung erfolgte am selben Tag wie die Veröffentlichung von Opus 4.7 [4], Anthropics neuestem Modell.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262364

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/OpenAI-Super-App-soll-ChatGPT-und-andere-KI-Funktionen-zusammenfuehren-11219286.html
[2] https://www.heise.de/tests/ChatGPT-Atlas-ausprobiert-Browser-mit-ganz-viel-KI-und-einigen-Schwachstellen-11074084.html
[3] https://www.heise.de/news/Claudes-Computer-Use-kommt-in-Cowork-und-Code-11222192.html
[4] https://www.heise.de/news/Befolgt-Anweisungen-substanziell-besser-Anthropic-gibt-Opus-4-7-frei-11261267.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Apple erhöht Recycling-Anteil in Produkten – aber immer noch nur bei 30 Prozent

Von Heise — 17. April 2026 um 13:24
Goldig: Leiterplatten bestehend aus Recylingmaterial

Goldig: Leiterplatten bestehend aus Recylingmaterial. Die Vergoldung ist bereits bei 100 Prozent.

(Bild: Apple)

Es gibt durchaus Materialien, bei denen Apple zu 100 Prozent auf Recyclinganteil setzt. Über die gesamte Produktpalette hinweg sind es jetzt 30 Prozent.

Apple will die Quote an recycelten Rohstoffen und Herstellungsmaterialien, die für seine Produkte verwendet werden, weiter erhöhen. Der Konzern teilte im Rahmen seines neuen „Umweltfortschrittsberichts“ mit, den bislang „höchsten Anteil an recycelten Materialien aller Zeiten in seinen Produkten” erreicht zu haben. Das Problem: Über die gesamte Modellpalette sind dies bislang nur 30 Prozent. Allerdings gibt es bei einzelnen Gerätebestandteilen eine deutlich höhere Quote.

Kobalt, Gold, Papier

In Verpackungen will Apple schon seit längerem keinen Kunststoff mehr verwenden, dies wurde nun auch bei den letzten noch verbliebenen Geräten umgesetzt. Die Verpackungen auf Faserbasis könnten problemlos recycelt werden, zum Anteil an Altpapier machte Apple keine Angaben, Frischpapier werde aber „verantwortungsvoll“ beschafft. In Akkus sollen „ab sofort“ 100 Prozent recyceltes Kobalt stecken. Die seltenen Erden für Magneten sind ebenfalls zu 100 Prozent wiedergewonnen – das ist angesichts weltweiter Verknappungen auch wirtschaftlich sinnvoll.

Bei Leiterplatten verwendet Apple nun zu 100 Prozent recycelte Vergoldungen samt Lötzinn. Apple gab an, durch Verpackungsumstellungen „mehr als 15.000 Tonnen Plastik“ eingespart zu haben. Besonders große Kartons lassen sich für das Recycling zusammenfalten. Displayschutzfolien wurden durch papierbasierte Materialien ersetzt oder ganz weggelassen.

Müll maschinell erfassen

Apple berichtet im Umweltfortschrittsbericht, der hier nachgelesen [1] werden kann, auch über neuartige Recyclinganlagen. Im sogenannten Advanced Recovery Center in Kalifornien steht demnach „Cora“, die dank fortschrittlicher Sensorik eine „Präzisionszerkleinerung” mit höheren Raten der Materialrückgewinnung erlaubt.

„Apple hat zusätzlich A.R.I.S.entwickelt, ein neues, auf maschinellem Lernen basierendes Erkennungssystem, das Recyclingunternehmen dabei unterstützt, Elektronikschrott effizient zu klassifizieren und zu sortieren“, so das Unternehmen. Ein technisches Paper [2] zu dem System wurde frei veröffentlicht. A.R.I.S. läuft auf einem Mac mini, das System wird gerade mit verschiedenen Partnern aus der Müllbranche getestet, um möglichst auch bei anderen Unternehmen zum Einsatz zu kommen. Apple gibt seine Umwelttechnologie traditionell auch an Konkurrenten weiter, falls diese sie wünschen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262217

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.apple.com/environment/
[2] https://machinelearning.apple.com/research/automated-recycling-identification-system
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/mac-and-i
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Altersvorsorgedepot: Förderung oder Gebührenfalle?

Von Telepolis — 17. April 2026 um 15:00
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(Bild: gopixa / Shutterstock.com)

Experten streiten: Frisst der Kostendeckel die staatliche Förderung auf – oder hat die Kritik entscheidende Faktoren schlicht vergessen?

Das neue Altersvorsorgedepot [1]ist noch nicht einmal gestartet, da tobt bereits ein handfester Methodenstreit um seine Wirtschaftlichkeit.

Das Vergleichsportal Verivox hatte Anfang April mit einer Modellrechnung für Aufsehen gesorgt: Bei voller Ausschöpfung des gesetzlichen Kostendeckels von einem Prozent pro Jahr könne die staatliche Förderung komplett von Gebühren aufgezehrt werden. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) weist diese Darstellung nun als "systematisch schlecht gerechnet" zurück.

Der Bundestag hatte die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge [2] am 27. März 2026 beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 sollen Sparer erstmals staatlich gefördert in ETFs und Aktienfonds investieren können – ohne die teure Beitragsgarantie der alten Riester-Rente. Der gesetzliche Kostendeckel liegt bei maximal einem Prozent der jährlichen Gesamtkosten. Die Zustimmung des Bundesrats steht allerdings noch aus.

Verivox rechnet mit kostenfreiem Vergleichsdepot

In seiner Modellrechnung [3] verglich Verivox ein gefördertes Altersvorsorgedepot mit einer Kostenquote von einem Prozent gegen ein ungefördertes ETF-Depot, das faktisch als kostenfrei modelliert wurde.

Das Ergebnis: Ein heute 25-Jähriger, der monatlich 150 Euro bei 7,5 Prozent Jahresrendite spart, käme im geförderten Depot bei einem Prozent Kosten auf rund 480.000 Euro bis zum Rentenbeginn [4] mit 67 Jahren. Ohne Förderung, aber auch ohne Kosten, stünden dagegen etwa 496.000 Euro zu Buche – rund 16.000 Euro mehr.

"Das neue Altersvorsorgedepot ist ein echter Paradigmenwechsel", sagte Oliver Maier, Geschäftsführer des Verivox Finanzvergleichs. Allerdings warnte er:

"Kosten in Höhe von 1 Prozent klingen zwar überschaubar. Doch über die Jahre und Jahrzehnte fließt bei dieser Kostenquote so viel Vermögen ab, dass es die gesamte staatliche Förderung mehr als aufzehren kann."

Bei einem kürzeren Anlagehorizont sieht die Rechnung günstiger aus: Ein heute 45-Jähriger hätte im geförderten Depot mit einem Prozent Kosten immerhin noch rund 13.000 Euro mehr als im ungeförderten Vergleich.

DIA: Künstliche Kostenschere und fehlende Steuerbetrachtung

Das DIA hält Verivox gleich mehrere methodische Schwächen vor, wie aus einer Stellungnahme des Instituts [5] hervorgeht.

"Ein kostenfreies ETF-Depot existiert in der Realität nicht", betonte DIA-Sprecher Peter Schwark. Selbst günstige ETFs verursachten laufende Kosten von typischerweise 0,2 bis 0,5 Prozent pro Jahr.

"Wer 1,0 Prozent gegen null rechnet, erzeugt eine künstliche Kostenschere."

Als "größten blinden Fleck" bezeichnet das DIA die fehlende Steuerbetrachtung. Verivox hatte Steuern in der Modellrechnung ausdrücklich ausgeklammert.

Im ungeförderten ETF-Depot fallen jedoch laufend Abgeltungsteuer auf Ausschüttungen und die Vorabpauschale an. Im geförderten Altersvorsorgedepot bleiben Erträge in der Ansparphase dagegen steuerfrei, Umschichtungen zwischen Fonds lösen keine Steuerpflicht aus. Erst bei der Auszahlung ab 65 Jahren wird der persönliche Einkommensteuersatz fällig – der im Ruhestand in der Regel deutlich niedriger liegt als während des Erwerbslebens.

"Bei den Renditeannahmen von Verivox kostet die Besteuerung des ETF‑Depots fast zwei Prozentpunkte Rendite – ein Effekt, der jede diskutierte Kostendifferenz überlagert", so Schwark.

Hinzu komme der sogenannte intertemporale Progressionseffekt: Beiträge werden typischerweise bei höherem Steuersatz geleistet, als die späteren Auszahlungen versteuert werden müssen.

Förderung kann sich primär für Familien lohnen

Die tatsächliche Förderstruktur des Altersvorsorgedepots geht über die von Verivox angesetzte Grundzulage deutlich hinaus. Neben der Grundförderung von bis zu 540 Euro pro Jahr erhalten Familien zusätzlich bis zu 300 Euro je Kind. Mittelbar Zulageberechtigte (z.B. nicht erwerbstätige Ehegatten von Förderberechtigten) erhalten einen Bonus von 175 Euro, Berufseinsteiger unter 25 Jahren einmalig 200 Euro.

Eine Familie mit zwei Kindern und niedrigem Einkommen könnte so auf eine Gesamtförderung von über 1300 Euro jährlich kommen.

Konkrete Produktangebote von Banken und Brokern gibt es bislang noch nicht – der offizielle Start ist erst für Januar 2027 vorgesehen. Neben Banken und Versicherern dürften hauptsächlich Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Smartbroker mit aggressiver Preisgestaltung den Markt bearbeiten.

Branchenexperten erwarten laut einem Bericht von Telepolis [6] bis zu zehn Millionen potenzielle Nutzer. Ob die tatsächlichen Kosten dann wirklich am gesetzlichen Deckel kratzen oder deutlich darunter liegen, wird der Wettbewerb zeigen. Die Wahrheit dürfte – wie so oft – zwischen den Extrempositionen von Verivox und DIA liegen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262535

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Rente-mit-ETFs-Fuer-wen-sich-die-staatliche-Foerderung-wirklich-lohnt-11114422.html
[2] https://www.heise.de/tp/article/Wie-gross-ist-die-Rentenluecke-in-Deutschland-wirklich-10629750.html
[3] https://www.verivox.de/presse/neues-altersvorsorgedepot-gebuehren-koennen-die-staatliche-foerderung-komplett-aufzehren-1121515/
[4] https://www.heise.de/tp/article/Gesetzliche-Rente-Rentensystem-Rentenpunkte-und-Vorsorge-einfach-erklaert-10621605.html
[5] https://www.dia-vorsorge.de/presse/dia-widerspricht-verivox-altersvorsorgedepot-wird-systematisch-schlecht-gerechnet/
[6] https://www.telepolis.de/article/Altersvorsorge-Depot-Bis-zu-600-Euro-jaehrlich-vom-Staat-fuer-Aktien-und-ETF-Investments-9980303.html

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Waffenruhe im Libanon: Zehn Tage Pause, aber kein Ende des Konflikts

Von Telepolis — 17. April 2026 um 14:00
Ein Schild in mediterraner Landschaft

Wie geht es weiter nach Inkrafttreten des Waffenstillstands im Libanon?

(Bild: ramiz dallah/Shutterstock.com)

Seit Mitternacht gilt zwischen Israel und Libanon eine Waffenruhe. In Beirut feierten die Menschen – doch es gibt bereits erste Verstöße. Ein Überblick.

Mit Schüssen in die Luft und Feuerwerk begrüßten Tausende Libanesen in der Nacht zum 16. April 2026 den Beginn der Feuerpause. In der südlichen Hafenstadt Sidon versammelten sich sichtlich erfreute Menschenmengen, und noch in der Dunkelheit begannen Arbeiter damit, von Israel zerstörte Brücken zu reparieren. Zehntausende Vertriebene machten sich auf den Weg zurück in die südlichen Vororte Beiruts und in die Dörfer Südlibanons.

Die Waffenruhe gilt zunächst für zehn Tage und soll Verhandlungen zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern ermöglichen, wie das US-Außenministerium mitteilte. US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Tag als "historischen Tag" für den Libanon und erklärte, die USA und der Iran seien einem separaten Abkommen zur Beendigung des Krieges "sehr nahe".

Gespräche könnten noch an diesem Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad aufgenommen werden, so Trump.

Erste Verstöße, fragile Lage

Bereits in den ersten Stunden nach Inkrafttreten der Waffenruhe meldete [1] die libanesische Armee israelische Verstöße, darunter die Beschießung von Dörfern. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete zudem, dass ein Krankenwagen in der Ortschaft Kounine nahe der israelischen Grenze getroffen wurde, wobei medizinisches Personal verletzt wurde.

Die Hisbollah, die an den Verhandlungen nicht beteiligt war – Israel verhandelte ausschließlich mit der libanesischen Regierung –, erklärte [2], sie halte den "Finger am Abzug", falls Israel die Waffenruhe breche.

In einer Telegram-Mitteilung beschrieb die Gruppe ihre Operationen zwischen dem 2. März und dem 16. April: Demnach habe sie 2.184 Angriffe gegen Israel durchgeführt. Jede Waffenruhe müsse "umfassend für das gesamte libanesische Territorium gelten und darf dem israelischen Feind keinerlei Bewegungsfreiheit einräumen", hieß es weiter. Gleichzeitig signalisierte die Hisbollah ihre grundsätzliche Bereitschaft, die Feuerpause einzuhalten.

Israel wiederum besteht darauf, eine zehn Kilometer tiefe "Sicherheitszone" im Südlibanon zu behalten. Israelischen Medienberichten zufolge soll innerhalb von 24 Stunden eine Trennlinie zwischen israelischen und libanesischen Streitkräften eingerichtet werden.

Gleichzeitig wächst laut israelischen Medien der Unmut unter den Bewohnern der nördlichen Grenzregionen, die sich von der Waffenruhe verraten fühlen. Der Jerusalem Post zufolge [3] räumte ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter ein, dass die Waffenruhe maßgeblich auf Druck der USA zustande gekommen sei.

Der sechswöchige Krieg hat den Libanon schwer getroffen. Mehr als 2.100 Menschen wurden getötet. Über eine Million Menschen – etwa jeder fünfte Einwohner – wurden vertrieben. Israel meldete seinerseits zwei getötete Zivilisten und 13 gefallene Soldaten. Damit ist die Bilanz gemessen an den zivilen Opfern für den Zeitrahmen ähnlich verheerend wie im Gazakrieg.

Teheran lehnt Teilwaffenruhe ab

Der Iran begrüßte die Feuerpause im Libanon und wertete sie als diplomatischen Erfolg sowie als Ergebnis des "Widerstands" der Hisbollah. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baqaei, erklärte, Teheran betrachte den Waffenstillstand als Teil einer umfassenderen Verständigung mit den USA, die durch pakistanische Vermittlung erreicht worden sei.

Gleichzeitig machte Irans stellvertretender Außenminister Saeed Khatibzadeh deutlich, dass Teheran eine rein temporäre Waffenruhe ablehne. "Wir akzeptieren keinen vorübergehenden Waffenstillstand", sagte er.

Jede Feuerpause müsse zudem stets alle Konfliktgebiete umfassen – "vom Libanon bis zum Roten Meer". Dies sei für Iran eine "rote Linie". Den Zyklus des Konflikts gelte es "ein für alle Mal" zu beenden. Zur Straße von Hormus erklärte Khatibzadeh, der Wasserweg liege im iranischen Hoheitsgebiet, sei aber traditionell für alle offen. Er machte die USA und Israel für die Instabilität in der Region verantwortlich.

Al Akbar Dareini vom iranischen Zentrum für Strategische Studien, sagte [4] gegenüber Al Jazeera, ein vollständiger Waffenstillstand bis zum Wochenende sei "nicht auszuschließen". Er zweifelte jedoch daran, ob die USA ernsthaft an einer Einigung mit Teheran interessiert seien.

Hardliner in Washington würden Bedingungen durchsetzen wollen, die der Iran bereits abgelehnt habe. Die Waffenruhe im Libanon habe allerdings ein Hindernis für breitere Verhandlungen beseitigt, da Teheran die regionalen Konflikte als zusammenhängend betrachte: "Entweder gibt es Sicherheit für alle, oder für keinen."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262376

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.france24.com/en/middle-east/20260417-middle-east-war-live-lebanese-army-accuses-israel-of-ceasefire-violations
[2] https://www.bbc.com/news/live/cqxdg17yr2wt?post=asset%3A13002731-fdd5-4761-b111-28b4d19df1d4#post
[3] https://aje.news/zo0udq?update=4499646
[4] https://aje.news/zo0udq?update=4499624

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Irans Raketenarsenal: Die Rechnung des Westens geht nicht auf

Von Telepolis — 17. April 2026 um 13:30
Silhouetten von Raketen, Drohnen und Raketenwerfern vor der Flagge des Iran.

(Bild: Sunshine Seeds / Shutterstock.com)

Iran feuerte wochenlang täglich Hunderte Raketen und Drohnen ab – und steigerte die Rate kurz vor dem Waffenstillstand sogar noch.

Fünf Wochen lang feuerte der Iran täglich Raketen und Drohnen auf Israel, die Golfstaaten und US-Stützpunkte in der Region. Am 2. März, zwei Tage nach Kriegsbeginn, erreichten die Abschusszahlen ihren Höchststand: Der dreitägige gleitende Durchschnitt lag bei 215 Raketen und 567 Drohnen täglich, wie Daten zeigen, die Dmitri Alperovitch [1], Mitgründer des Silverado Policy Accelerator, auf Basis der Meldungen der Verteidigungsministerien der VAE, Kuwaits, Saudi-Arabiens, Bahrains sowie der israelischen Streitkräfte zusammenstellte.

Danach drosselte Iran seine Abschussrate deutlich – der Durchschnitt pendelte sich bei etwa 23 bis 40 Raketen und 60 bis 85 Drohnen täglich ein. In den Tagen unmittelbar vor dem von Pakistan vermittelten zweiwöchigen Waffenstillstand, der am 8. April in Kraft trat, zogen die Zahlen nochmals an: auf 37 Raketen und 85 Drohnen am 6. April.

Die Rechnung geht nicht auf

Eine konservative Schätzung auf Basis der Alperovitch-Daten ergibt über die gesamten 38 Kriegstage eine Untergrenze von mindestens rund 1.900 abgefeuerten ballistischen Raketen und rund 5.200 Drohnen. Diese Zahl allein stellt die westlichen Bestandsschätzungen vor ein rechnerisches Problem. Israelische Militärgeheimdienstquellen hatten den iranischen Raketenbestand vor Kriegsbeginn auf rund 2.500 [2] Stück beziffert, eine Zahl, die in westlichen Analysen weitgehend übernommen wurde.

Aus Washington verlautete zudem, man könne mit Sicherheit nur feststellen, ein Drittel des iranischen Raketenbestands zerstört und ein weiteres Drittel beschädigt oder unzugänglich gemacht zu haben, wie IranWatch [3] unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise berichtete.

Addiert man die geschätzten Abschüsse zu dem nach eigenen westlichen Angaben zerstörten oder unzugänglich gemachten Anteil – zusammen rund 3.560 Raketen – überschreitet diese Summe den behaupteten Ausgangsbestand von 2.500 um mehr als 40 Prozent. Nach westlicher Rechnung hätte Iran also bereits vor Wochen keine ballistischen Raketen mehr haben dürfen. Hatte er aber. Und er steigerte seine Abschussrate in den Tagen vor dem Waffenstillstand sogar nochmals.

Vier Jahrzehnte Raketenproduktion

Iran begann bereits ab 1994 mit der Serienproduktion ballistischer Raketen – zunächst mit der Shahab-1 [4], eine Lizenzfertigung auf Basis nordkoreanischer Hwasong-5-Technologie mit einer Reichweite von 300 Kilometern, die während des Iran-Irak-Krieges entwickelt wurde. Es folgten die Shahab-2, die rund 15 Jahre lang gefertigt wurde, dann ab 2004 wurde die Shahab-3 in Dienst gestellt. Letztere wurde bis 2008 produziert, bevor modernere Systeme ihren Platz einnahmen.

Die Sejjil [5]-Rakete markierte hier einen Wendepunkt, weil der Iran mit ihr kein bloßer Lizenznehmer fremder Technologie mehr war, sondern ein eigenständiger Raketenproduzent mit tief verwurzelter industrieller Kompetenz.

Wie groß Irans tatsächliche Produktionskapazität ist, hat Carl Parkin vom Center for Nonproliferation Studies [6] im September 2025 auf Basis einer methodisch aufwendigen Satellitenbildanalyse untersucht. Parkin zählte die Gießgruben – jene im Tiefbau ausgeführten, betonummantelten Aushärtungsanlagen, in denen Feststofftreibstoff für Raketenantriebe produziert wird – an Irans drei bekannten Produktionsstandorten Shahroud, Khojir und Parchin und kam auf eine Gesamtzahl von 44 bis 56 Gruben. Bei einer Aushärtezeit von sechs bis zehn Tagen pro Charge ergibt das eine Produktionskapazität von 136 bis 217 Feststoffraketen pro Monat bei Vollauslastung.

Diese Zahlen beruhen allerdings darauf, dass Parkin tatsächlich alle Gießgruben im gesamten Iran identifiziert hat – einem Land von der etwa 4,6-fachen Größe Deutschlands.

Die deutlich konservativere US-Schätzung von 50 Raketen pro Monat erklärt Parkin damit, dass Washington die erst 2024 fertiggestellte, neueste Produktionslinie in Shahroud – mit allein 22 neuen Gießgruben – nicht in seine Berechnung einbezogen hatte.

Zum Vergleich: Russland produziert rund 2.500 Präzisionsraketen pro Jahr, schreibt die Militäranalystin Patricia Marins [7]. Auch wenn man den von Reuters [8] zitierten Schätzungen folgt, die den iranischen Raketenbestand vor Kriegsbeginn auf eine Spanne von 2.500 bis 6.000 Stück beziffern, bleibt die Frage, wie ein Land mit vier Jahrzehnten Produktionsgeschichte, einer monatlichen Kapazität von zuletzt bis zu 217 Raketen und Hunderten spezialisierter Unternehmen einen solch bescheidenen Bestand angehäuft haben soll.

Satellitenbilder enthüllen unterschätzte Kapazitäten

Die Kostenstruktur bestätigt, dass diese Industrie auf Massenproduktion ausgelegt ist. Die Fateh-110 kostet in iranischer Fertigung rund 110.000 Dollar pro Stück, die Zolfaghar rund 150.000 Dollar, die Sejjil rund 500.000 Dollar – weit unter vergleichbaren russischen Systemen wie der Tochka mit bis zu 300.000 Dollar oder der Iskander mit rund drei Millionen Dollar pro Einheit, wie das Institut BIRM [9] dokumentiert.

Noch deutlicher als bei den ballistischen Raketen klafft die Lücke zwischen westlichen Bestandsbehauptungen und der beobachtbaren Realität beim Drohnenarsenal. Irans Gesamtproduktionskapazität liegt bei rund 10.000 Drohnen pro Monat über alle Typen, wie das von der britischen Regierung finanzierte Centre for Information Resilience gegenüber Reuters [10] angab.

Den Vorkriegsbestand allein an Shahed-136-Drohnen bezifferte israelische Militäraufklärung auf rund 80.000 Stück bei einer Tagesproduktion von etwa 400 Einheiten, berichtete The Observer [11]. In der Plateauphase des Krieges feuerte Iran laut Alperovitch [12] jedoch nie mehr als 60 bis 85 Drohnen täglich – maximal ein Viertel der monatlichen Produktionskapazität. Der Bestand wuchs netto, solange auch nur ein Teil der Fertigungsanlagen lief.

Das Drohnenarsenal: noch größere Diskrepanz

Dass US-Streitkräfte nach eigenen Angaben jede bekannte Produktionsstätte getroffen haben, ändert daran strukturell wenig. Die Shahed sei absichtlich simpel konstruiert – das sei ein Designmerkmal, keine Schwäche, warnte Kelly Grieco vom Stimson Center gegenüber dem Fachportal DefenseScoop [13]: Solange Konstruktionsdaten, technisches Wissen und Lieferketten erhalten blieben, sei der Wiederaufbau eine Frage von Monaten. Die Drohne bestehe im Wesentlichen aus einem Fiberglaskörper, Motor, einfacher Steuereinheit und Sprengstoff und könne theoretisch in einer Bootsreparaturwerkstatt gefertigt werden, berichtete Bloomberg [14].

Zudem erweist sich die unterirdische Infrastruktur als weitgehend unverwundbar. Obwohl 77 Prozent der sichtbaren Tunneleingänge getroffen wurden, nahm die Aktivität an den Standorten jeweils rasch wieder auf – eine Raketenstadt nahe Yazd, 450 Meter tief in Granit, war nach US-Geheimdienstangaben binnen Stunden wieder in Betrieb, berichtete das Soufan Center [15].

Simpel konstruiert, schwer zu zerstören

Fünf Wochen Krieg, 13.000 angegriffene Ziele, bis zu 35 Milliarden US-Dollar [16] an direkten Kriegskosten auf westlicher Seite – und Iran feuerte in den Tagen vor dem Waffenstillstand mehr Raketen und Drohnen ab als in der Woche zuvor.

Was die verfügbaren Daten nahelegen, ist ernüchternd. Iran hat seine Abschussrate über weite Strecken des Krieges bewusst gedrosselt, im Hinblick auf Drohnen nie mehr als einen Bruchteil seiner Produktionskapazität ausgeschöpft und seine Taktik währenddessen kontinuierlich verfeinert – weg von Massensalven, hin zu gezielten Schlägen mit steigenden Trefferquoten gegen Infrastruktur und Verteidigungssysteme, wie Analysten gegenüber der Washington Post [17] feststellten.

Die unterirdische Produktionsinfrastruktur ist weitgehend intakt, und der Wiederaufbau zerstörter Fertigungskapazitäten ist nach Experteneinschätzung eine Frage von Monaten. Gemessen an einer Produktionskapazität von bis zu 217 ballistischen Raketen und 10.000 Drohnen pro Monat dürfte Iran bisher allenfalls einen Bruchteil seines tatsächlichen Arsenals verbraucht haben – vorausgesetzt, die westlichen Schätzungen zur Produktionskapazität sind auch nur annähernd zutreffend. Und daran, dass sie es sind, hat der Kriegsverlauf wenig Zweifel gelassen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262384

Links in diesem Artikel:
[1] https://x.com/DAlperovitch/status/2041346749822906846/photo/1
[2] https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/what-are-irans-ballistic-missile-capabilities-2026-02-26/
[3] https://www.iranwatch.org/our-publications/articles-reports/iran-war-weapon-programs-one-month-update
[4] https://missilethreat.csis.org/missile/shahab-1/
[5] https://en.wikipedia.org/wiki/Sejjil
[6] https://www.armscontrolwonk.com/archive/1220847/guest-post-always-be-casting-an-estimate-of-iranian-solid-rocket-motor-production/
[7] https://global21.substack.com/p/how-many-missiles-does-iran-still
[8] https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/iran-could-disrupt-strait-hormuz-with-drones-months-2026-03-04/
[9] https://instytutbirm.pl/the-application-of-iranian-srbms-on-russias-advancements-in-ukraine/
[10] https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/iran-could-disrupt-strait-hormuz-with-drones-months-2026-03-04/
[11] https://observer.co.uk/news/business/article/the-boom-in-remote-controlled-death
[12] https://x.com/DAlperovitch/status/2041346749822906846/photo/2
[13] https://defensescoop.com/2026/04/08/hegseth-gen-caine-iran-drone-arsenal-damage-operation-epic-fury/
[14] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-11/iran-s-production-of-shahed-missles-slowed-down-but-not-halted
[15] https://thesoufancenter.org/intelbrief-2026-april-6/
[16] https://www.wsj.com/livecoverage/iran-war-latest-news-israel-us-lebanon-2026/card/iran-war-has-cost-estimated-25-billion-to-35-billion-expert-says-p7KRBnQjbYAYAzfbP0d8
[17] https://www.washingtonpost.com/national-security/2026/04/07/hegseth-iran-rhetoric/

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EU-App zur Altersprüfung: Experten knacken „Sorglos-Paket“ in Minuten

Von Heise — 17. April 2026 um 18:33
Mobiltelefon in Hand einer Person. Auf dem Handy ist ein Schloss mit EU-Sternchen zu sehen.

(Bild: Pe3k / Shutterstock.com)

Die EU-Kommission will den Jugendschutz im Netz per App revolutionieren. Doch rasch entpuppt sich das Versprechen von Anonymität und Sicherheit als sehr fragil.

Es war als technologischer Meilenstein für den Jugendschutz gedacht: Eine EU-App, die das Alter verifiziert, ohne die Privatsphäre zu opfern [1]. Doch wenige Stunden nach der Vorstellung durch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geriet das Projekt unter Beschuss. Der Security-Experte Paul Moore demonstrierte auf X, wie er das System in weniger als zwei Minuten „knackte“.

Seine Analyse offenbart [2], dass sensible Daten ungeschützt auf dem Gerät bleiben. So werden PIN-Codes unzureichend gesichert, Ratenbegrenzungen lassen sich durch das Zurücksetzen einfacher Konfigurationsdateien aushebeln, die biometrische Authentifizierung ist mit einem Klick deaktivierbar. Moore warnt: „Dieses Produkt wird der Katalysator für einen gewaltigen Datenabfluss sein.“

Der französische Hacker Baptiste Robert bestätigte Moores Funde [3]. Es wäre auch möglich, den PIN-Code oder Touch ID einfach zu überspringen. Der Kryptologe Olivier Blazy sieht ein praktisches Problem: „Nehmen wir an, ich lade die App herunter und beweise, dass ich über 18 bin. Dann kann mein Neffe mein Telefon nehmen, die App entsperren und sie nutzen, um sich selbst als volljährig auszuweisen.“

Die Kommission verteidigt ihr Tool. Eine Sprecherin räumte nur ein, es ließen sich noch Dinge verbessern. Zudem hieß es aus Brüssel, die Hacker hätten eine veraltete Demoversion getestet, was diese aber bestritten. Später kam die Erläuterung, dass auch die online verfügbare „finale Version“ noch eine Demo sei. Das Endprodukt für Bürger werde erst später angeboten, der Code laufend aktualisiert.

Open Source als Korrektiv

Dass diese Lücken überhaupt so schnell gefunden wurden, liegt auch daran, dass die App Open Source ist. Blazy lobt diesen Ansatz. Er moniert aber, dass der Quelltext bisher nicht den erwarteten Sicherheitsstandards entspreche. Ein überstürzter Start könne das Vertrauen in künftige Projekte wie die digitale Identität EUDI [4] untergraben.

Daneben scheint die von der Kommissionschefin versprochene Anonymität fraglich. Experten wie Anja Lehmann vom Hasso-Plattner-Institut widersprechen. Da die App auf Pseudonyme setzt, könnten Website-Betreiber Nutzeraktivitäten über längere Zeiträume verknüpfen. Ein Werbevideo sorgt für Irritation [5]: Es zeigt einen biometrischen Abgleich zwischen Gesichtsscan und Ausweisdokument – ein Verfahren, das von der Leyen bei Plattformbetreibern stets abgelehnt hatte. Judith Simon von der Universität Hamburg mahnt, die Unverknüpfbarkeit sei die Voraussetzung für echte Privatsphäre.

Viele Experten fragen sich, warum die EU eine parallele Infrastruktur zur bereits geplanten EUDI aufbaut. Lehmann hält eine separate App für „wenig sinnvoll“, da sie in wichtigen Sicherheitskriterien von etablierten Standards abweiche. Thomas Lohninger von der NGO Epicenter.works mahnt, die Kommission müsse ihre Initiative überdenken und sich auf die überfällige Durchsetzung bestehender Online-Gesetze konzentrieren.

Nicht zuletzt bleibt das Problem der Wirksamkeit. Tibor Jager von der Uni Wuppertal bezeichnet die Altersprüfung als „trivial zu umgehen“. Mittels VPN-Diensten ließe sich ein Standort außerhalb der EU vortäuschen, wo die Regeln nicht greifen. Der Forscher plädiert statt technischer Barrieren für „digitale Verkehrserziehung“. Die Kommission hält indes am Zeitplan fest. Acht Staatschefs unterstützen den Vorstoß prinzipiell, um soziale Medien für Minderjährige einzuschränken. Da die App noch nicht im regulären Einsatz ist, bleibt Zeit für Korrekturen. Der Weg zum „Goldstandard für Privatsphäre“ ist noch weit.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262838

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/EU-Ausweis-App-fuer-Minderjaehrige-EU-Kommission-macht-Ernst-beim-Jugendschutz-11259317.html
[2] https://x.com/Paul_Reviews/status/2044723123287666921
[3] https://www.politico.eu/article/online-age-checks-are-coming-europe-children-social-media
[4] https://www.heise.de/news/EU-Parlament-beschliesst-Online-Ausweis-beschraenkt-staatliche-Root-Zertifikate-9643681.html
[5] https://www.youtube.com/watch?v=ULFTrTznG7Y
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[7] mailto:mki@heise.de

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Android 13 erreicht Support-Ende: Millionen Geräte betroffen

Von Heise — 17. April 2026 um 14:33
Android 13 Logo auf Smartphone

Aus für Android 13.

(Bild: DANIEL CONSTANTE / Shutterstock.com)

Android 13 ist raus. Google hat schon Anfang März den Support für die im Jahr 2022 veröffentlichte OS-Version eingestellt.

Seit Anfang März 2026 und damit etwa dreieinhalb Jahre nach Einführung der Android-Version im August 2022 – zunächst für Pixel-Geräte – [1], hat Google die Entwicklung und Verteilung von Sicherheitspatches eingestellt. Das Betriebssystem ist aber immer noch weit verbreitet – Nutzerinnen und Nutzer eines Geräts mit dem betagten OS sollten sich tendenziell nach einem neuen Gerät umsehen.

Keine Sicherheitspatches mehr

Knapp ein Jahr nachdem Google die Verteilung von Sicherheitspatches für Android 12 und 12L beendet [2] hat, steht nun die nächste Android-Version vor dem Aus. Das bedeutet, dass Smartphones und Tablets, für die Android 13 das letzte Update war, keine Sicherheitsupdates für das Kernbetriebssystem mehr erhalten. Schon im Sicherheitsbulletin vom März 2026 [3] fehlte ein Hinweis auf Android 13. Und da Google seit Juli 2025 nur noch quartalsweise Sicherheitspatches ausliefert [4], könnte der Patch vom Dezember 2025 [5] gar schon der allerletzte für die OS-Version gewesen sein. Eventuelle kritische Sicherheitslücken im Kern des Betriebssystems bleiben damit bestehen. Immerhin werden sowohl Google-Apps und -Dienste als auch bestimmte OS-Komponenten, die Teil von Project Mainline sind, über die Play-Dienste aktualisiert.

Die Verantwortung hinsichtlich der Sicherheit hat Google weitgehend auf die Gerätehersteller übertragen. Nutzer können optional auch auf alternative Android-Versionen wie LineageOS oder /e/OS umsteigen, die aber wiederum auf Sicherheitspatches von Google aus dem AOSP zurückgreifen.

Über 400 Millionen Geräte

Glaubt man den Zahlen zur Android-Versionsverteilung von Google vom Dezember 2025 [6], liegt der Marktanteil von Android 13 noch bei 13,9 Prozent. Das klingt zwar nicht nach viel, behält man jedoch im Blick, dass über drei Milliarden Android-Geräte im Umlauf sind, laufen noch mehr als 417 Millionen auf der betagten OS-Version. Auf Deutschland bezogen, können wir nur die Annäherungswerte von Statcounter [7] heranziehen, denen zufolge hierzulande noch 11,5 Prozent der Geräte auf Android 13 basieren.

Für Besitzer eines Smartphones oder Tablets, das noch mit Android 13 läuft, wäre es nun angesichts des Supportendes des Betriebssystems an der Zeit, sich nach einem Gerät umzusehen, das regelmäßig mit systemrelevanten Sicherheitspatches versehen wird. Derzeit befindet sich das Update auf Android 17 [8] in der Fertigstellung und wird im Juni 2026 erwartet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262547

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Pixels-zuerst-Android-13-ist-fertig-7221039.html
[2] https://www.heise.de/news/Aus-fuer-Android-12-und-12L-Google-beendet-Support-fuer-Millionen-Geraete-10352204.html
[3] https://source.android.com/docs/security/bulletin/2026/2026-03-01?hl=de
[4] https://www.heise.de/news/Schlecht-fuer-Custom-ROMs-Google-aendert-Android-Sicherheitspatch-Strategie-10645581.html
[5] https://www.heise.de/news/Patchday-Attacken-auf-Geraete-mit-Android-13-14-15-und-16-beobachtet-11099576.html
[6] https://www.heise.de/news/Neue-Zahlen-zur-Versionsverteilung-Android-16-mit-7-5-Prozent-Marktanteil-11161849.html
[7] https://gs.statcounter.com/android-version-market-share/all/germany
[8] https://www.heise.de/thema/Android-17
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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YubiKey Manager: Sicherheitslücke ermöglicht Ausführung untergeschobenen Codes

Von Heise — 17. April 2026 um 12:09
Zwei-Faktor-FIDO2-Abfrage im Browser auf Laptop vor Matrix-Regen-Hintergrund

(Bild: heise medien /Yubico)

Yubico warnt vor einer Suchpfad-Schwachstelle im YubiKey Manager, libfido2 und python-fido2. Updates korrigieren die Fehler.

Eine Schwachstelle in YubiKey Manager, libfido2 und python-fido2 ermöglicht Angreifern, der Software Schadcode unterzuschieben. Yubico stellt aktualisierte Softwarepakete bereit, die die Lücken stopfen sollen.

Davor warnt Yubico in einer Sicherheitsmitteilung [1]. Für die Open-Source-Projekte YubiKey Manager [2], libfido2 [3] sowie python-fido2 [4] stehen seit Mittwoch dieser Woche aktualisierte Quellen respektive Installer bereit. Sie schließen alle Schwachstellen, die unter Windows aufgrund eines Problems mit dem DLL-Suchpfad auftreten können. Haben Angreifer die Möglichkeit, Dateien im Installationsverzeichnis der betroffenen Software abzulegen, können sie dadurch eigenen Code zur Ausführung bringen.

Die verwundbare Software nutzt die Funktionen LoadLibrary(TEXT("DLL_NAME")), was den Suchpfad nicht auf das System32-Verzeichnis beschränkt. Durch die Nutzung von LoadLibraryExW(L"DLL_NAME", NULL, LOAD_LIBRARY_SEARCH_SYSTEM32) respektive WinDLL("DLL_NAME", winmode=LOAD_LIBRARY_SEARCH_SYSTEM32) korrigieren die Yubico-Entwickler den sicherheitsrelevanten Fehler jedoch. Wenn die betroffene Software mit Administratorrechten auf den Verzeichnissen geschützt ist, würden Angreifer ebenfalls diese Zugriffsrechte benötigen, schränkt Yubico jedoch ein (CVE-2026-40947, CVSS 7.0, Risiko „hoch“). Abweichend von Yubicos Einschätzung stuft MITRE die Lücke [5] lediglich als niedriges Risiko ein (CVSS 2.9, Risiko „niedrig“).

Aktualisierte Software schützt

Yubico empfiehlt Nutzern und Nutzerinnen, auf die fehlerkorrigierten Versionen zu aktualisieren: libfido2 1.17.0, python-fido2 2.2.0 sowie yubikey-manager 5.9.1. Entwickler, die die verwundbaren Bibliotheken in ihren Apps verwenden, sollten die Microsoft-Hinweise zum Schutz vor DLL-Preloading-Angriffen [6] nachvollziehen, um ihre Software vor diesen Arten von Angriffen zu schützen.

Vor rund zwei Jahren hatte Yubico bereits eine Sicherheitslücke in YubiKey Manager geschlossen, die Angreifern die Ausweitung [7] ihrer Rechte im System ermöglichte. Im September 2024 erlangte ein Cloning-Angriff über einen Seitenkanal in der Firmware von Yubikey-Hardware Bekanntheit. Er hat den Namen EUCLEAK [8] erhalten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262018

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.yubico.com/support/security-advisories/ysa-2026-01/
[2] https://developers.yubico.com/yubikey-manager/Releases/
[3] https://github.com/Yubico/libfido2
[4] https://github.com/Yubico/python-fido2
[5] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-40947
[6] https://support.microsoft.com/en-us/topic/secure-loading-of-libraries-to-prevent-dll-preloading-attacks-d41303ec-0748-9211-f317-2edc819682e1
[7] https://www.heise.de/news/FIDO2-Sticks-Luecke-in-Yubikey-Verwaltungssoftware-erlaubt-Rechteausweitung-9690597.html
[8] https://www.heise.de/news/Yubikey-Cloning-Angriff-Offenbar-moeglich-aber-nicht-trivial-9856972.html
[9] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Anthropic stellt Claude Design vor: KI-Werkzeug für Prototypen und Webseiten

Von Heise — 17. April 2026 um 18:38
Bildschirmfoto von Claude Design

Anthropic hat Claude Design als Research Preview veröffentlicht.

(Bild: Screenshot / heise Medien)

Mit Claude Design präsentiert Anthropic ein experimentelles Werkzeug für Webdesign und Prototyping, das auf dem neuen Modell Claude Opus 4.7 basiert.

Anthropic hat mit Claude Design ein neues KI-Werkzeug [1] für die Gestaltung von Designs, Prototypen, Präsentationen und Webseiten vorgestellt. Das experimentelle Tool, das als Research Preview von Anthropic Labs veröffentlicht wurde, basiert auf dem neuen Modell KI-Modell Claude Opus 4.7 [2]. Es ist für Abonnenten der Abo-Pläne Pro, Max, Team und Enterprise ohne Zusatzkosten verfügbar. Für Enterprise-Organisationen ist Claude Design allerdings standardmäßig deaktiviert und muss von Administratoren in den Organisationseinstellungen erst freigeschaltet werden.

Wenn es um Designfragen ging, war Anthropic bislang zurückhaltend. Die Text-KI beantwortete zwar Fragen zu Bildern. Grafiken oder gar Bilder suchten Nutzer aber vergeblich. Mit den Artefakten bot Anthropic zuletzt immerhin interaktive Komponenten und Diagramme [3] im Chat an.

Entwickler weiter im Fokus

Das ändert sich nun, wobei Anthropic seinem Fokus auf Entwickler treu bleibt [4], aber durchaus auch für Nicht-Entwickler interessant bleibt. In Beispielvideos ist zu sehen, wie zum Beispiel eine Website mit Hintergrundanimation erzeugt wird. Auch bei der Gestaltung von Apps soll die KI behilflich sein. Nutzer können nach einem anfänglichen Prompt mit dem Modell in Interaktion treten und etwa Kommentare in den Rückmeldungen einpflegen, per Chat über das Design diskutieren oder mit KI-generierten Schiebereglern Einfluss auf Abstände, Farben und Layout nehmen.

Wer nicht bei null anfangen möchte, kann vorhandene Designdateien und Programmierprojekte einlesen. Auf diese Weise können bereits favorisierte Farben, Typografie und Komponenten berücksichtigt werden. Auch Bilder, Dokumente aus Word, Excel und PowerPoint oder Code können importiert werden. Per Capture-Tool können zudem Elemente einer vorhandenen Website integriert werden.

Kampfansage an Google

Claude Design erinnert ein wenig an Google Stitch [5], das auf der Entwicklerkonferenz Google I/O im Jahr 2025 vorgestellt wurde. Allerdings ist das Tool von Anthropic breiter aufgestellt. Und es ermöglicht sogar, erstellte Designs direkt in Claude Code [6] weiterzuverarbeiten. Canva, das ebenfalls KI-Tools für Design im Angebot hat, wurde als erster Export-Partner integriert. Auch Figma ermöglicht inzwischen die Integration externer KI-Modelle für Design-Workflows [7] und kann Designs aus Claude Design weiterverarbeiten.

Mit Claude Design holt Anthropic zum Doppelschlag aus: Zum einen ist es eine Kampfansage gegen Google, das sich im Duell zwischen OpenAI und Anthropic als lachender Dritter zu positionieren schien. Zum anderen trifft es OpenAI an einer Schwachstelle: OpenAI hat zwar eine sehr gute Bild-KI, aber kein vergleichbares Design-Tool. Gerade erst hat OpenAI mit einem großen Codex-Update [8] zum Gegenschlag gegen Claude Code ausgeholt. Es steht zu erwarten, dass OpenAI diese Veröffentlichung nicht lange unbeantwortet lässt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262940

Links in diesem Artikel:
[1]  https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
[2] https://www.heise.de/news/Befolgt-Anweisungen-substanziell-besser-Anthropic-gibt-Opus-4-7-frei-11261267.html
[3] https://www.heise.de/news/Claude-Anthropic-fuehrt-interaktive-Diagramme-und-Visualisierungen-ein-11210565.html
[4] https://www.anthropic.com/news/claude-design-anthropic-labs
[5] https://www.heise.de/news/Kommt-jetzt-Vibe-Design-11224124.html
[6] https://www.heise.de/news/Claudes-Computer-Use-kommt-in-Cowork-und-Code-11222192.html
[7] https://www.heise.de/news/Figma-oeffnet-seine-Designplattform-fuer-externe-KI-Modelle-11222763.html
[8] https://www.heise.de/news/OpenAI-kontert-Anthropic-mit-grossem-Codex-Update-11262364.html
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Android 17 Beta 4: Letzte Testversion vor dem finalen Release

Von Heise — 17. April 2026 um 09:54
Android 17 Release Zyklus

Android 17 ist fast fertig.

(Bild: Google)

Die Entwicklung von Android 17 befindet sich auf der Zielgeraden: Die nun erschienene Beta 4 ist die letzte Testversion vor dem finalen Release.

Etwa drei Wochen nach der Android 17 Beta 3 [1] schiebt Google die Beta 4 heraus. Es ist laut der Entwickler die letzte geplante Betaversion, in den nächsten Wochen könnten noch Patches und Bugfixes erscheinen. Die neue Beta enthält neben wenigen Neuerungen eine lange Liste an Fehlerbehebungen – und das Easter-Egg.

„Du bist auf dem aktuellen Stand“

Nach der Beta 3, die allerhand neue nutzergerichtete Funktionen mit sich brachte, wie etwa die App-Bubbles, sind die Neuerungen in der Beta 4 überschaubar. Lediglich die schon in der April-Version von Android Canary [2] gesichtete neue Nachricht nach dem Entfernen sämtlicher Benachrichtigungen: „Du bist auf dem aktuellen Stand“, begleitet von einem Pokal, ist neu. Die neue Anzeige orientiert sich dabei an Wear OS 6 etwa auf der Pixel Watch, sodass sie über das Ökosystem hinweg einheitlicher anmutet.

Screenshots: Info zu abgearbeiteten Benarchrichtigungn in Android 17 Beta 4 und Android 16 QPR3
Screenshots: Info zu abgearbeiteten Benarchrichtigungn in Android 17 Beta 4 und Android 16 QPR3

Kleine Änderung: Statt bisher „Keine Benachrichtigungen“ heißt es in Android 17 künftig „Du bist auf dem aktuellen Stand“.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Zudem hat die letzte Beta das traditionelle Android-Easter-Egg an Bord: Begibt man sich in die Einstellungen „Über das Smartphone“, tippt auf die Android-Versionsnummer und anschließend dreimal schnell erneut auf die Android-Version, erscheint das Easter-Egg. Hier füllt man mit dem Finger den Kreis vollständig und hält das dann erscheinende Android-17-Logo gedrückt. Nun erscheint das seit einigen Android-Generationen integrierte kleine Space-Game, in dem man ein kleines Raumschiff durchs All manövriert.

Screencast Android 17 Easter Egg
Screencast Android 17 Easter Egg

Das Easter-Egg in der neuen Android-Version.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Speicherbegrenzungen für Apps

Für Entwickler wichtig: Google führt mit Android 17 Beta 4 Speicherbegrenzungen für Apps ein, „die sich nach dem gesamten RAM-Speicher des Geräts richten, um eine stabilere und deterministische Umgebung für Ihre Anwendungen und Android-Nutzer zu schaffen“, schreibt Google [3]. In der neuen Android-Version seien die Grenzwerte konservativ festgelegt, um Systembasiswerte zu etablieren. „Damit sollen extreme Speicherlecks und andere Ausreißer bekämpft werden, bevor sie systemweite Instabilität auslösen, die zu Rucklern in der Bedienoberfläche, erhöhtem Akkuverbrauch und dem Beenden von Apps führt“, erklärt der Konzern weiter.

Google empfiehlt Entwicklern, bewährte Verfahren für den Speicherumgang zu befolgen und Speicherlecks zu beheben. Um Entwicklern bei der Suche nach Speicherlecks zu helfen, bietet Android Studio Panda eine „LeakCanary-Integration“ direkt im Android Studio Profiler als eigene Aufgabe an.

Screenshot LeakCanary-Funktion in Android Studio
Screenshot LeakCanary-Funktion in Android Studio

Google führt mit Android 17 „App memory limits“ ein.

(Bild: Google)

Überdies unterstützt der Android-Keystore nun den nach NIST-Standard entwickelten ML-DSA (Module-Lattice-Based Digital Signature Algorithm). Auf unterstützten Geräten können Entwickler ML-DSA-Schlüssel generieren und diese zur Erstellung quantensicherer Signaturen nutzen. Den Schutz vor Angriffen durch Quantencomputer für Android 17 [4] hatte Google Ende März angekündigt.

Behobene Fehler der Beta von Android 17 hat Google in einem umfangreichen Reddit-Beitrag dokumentiert [5]. Unter anderem fixt Google ein Problem, das dazu führte, dass die Ladegeschwindigkeit von Geräten deutlich abnahm, sobald die 80-Prozent-Marke der Akkuladung erreicht wurde. Dieser Bug steckt auch in Android 16 QPR3 [6].

Wagemutige und Entwickler können die Beta auf kompatiblen Pixel-Geräten installieren. Zu diesen gehören alle Modelle ab dem Pixel 6 und neuer als auch das Pixel Tablet sowie Googles Foldables. Um die Beta zu erhalten, müssen Nutzerinnen und Nutzer ihr Gerät im Android-Betaprogramm [7] registrieren, anschließend wird die Software als Over-the-Air-Update angeboten.

Weitere Neuerungen von Android 17 dürfte Google im Zuge der Entwicklerkonferenz I/O 2026 verraten, die am 19. und 20. Mai stattfindet. Als gesichert gilt, dass Google seinem mobilen Betriebssystem agentische Fähigkeiten verleihen wird [8], die Nutzern mehrstufige Aufgaben abnehmen sollen. Der Chef des Android-Ökosystems Sameer Samat sagte dazu: „Wir bewegen uns weg von einem Betriebssystem hin zu einem intelligenten System, einer Plattform, die Sie wirklich versteht und für Sie arbeitet.“ Die finale Version von Android 17, zunächst für Pixel-Geräte, wird im Juni erwartet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11261781

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Android-17-Beta-3-App-Bubbles-getrennte-WLAN-Kacheln-und-mehr-11226957.html
[2] https://www.heise.de/news/Android-Canary-Google-testet-ueberarbeitetes-Kontextmenue-fuer-App-Icons-11260688.html
[3] https://android-developers.googleblog.com/2026/04/the-fourth-beta-of-android-17.html
[4] https://www.heise.de/news/Android-17-Google-sichert-sein-OS-gegen-Quantencomputer-ab-11225969.html
[5] https://www.reddit.com/r/android_beta/comments/1snf5ry/android_17_beta_4_now_available/
[6] https://www.heise.de/news/Pixel-Google-drosselt-Laden-bei-80-Prozent-Limit-massiv-11206802.html
[7] https://www.google.com/android/beta?hl=de
[8] https://www.heise.de/news/Gemini-fuer-Android-wird-agentisch-KI-bestellt-Essen-oder-einen-Fahrdienst-11191444.html
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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3D-Druck ist einfacher, als man denkt | c't 3003

Von Heise — 17. April 2026 um 16:05

3D-Druck ohne Vorerfahrung: Wie schwer ist es als kompletter Anfänger und was braucht man dafür überhaupt? Ein Erfahrungsbericht.

Beim Einstieg in den 3D-Druck kommen viele Fragen auf: Welche Drucker eignen sich für Einsteiger, welches Filament taugt und wie funktioniert Slicen? c't 3003 hat es sich aus Anfängerperspektive angeschaut.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, diese ultra nice Nachttischuhr habe ich mir selbst gedruckt, obwohl ich wirklich gar keine Ahnung habe, wie man einen 3D-Drucker bedient. Aber so schwer kann das ja nicht sein, einfach USB-Stick rein und drucken, oder? Hmm, aber hä, welche Datei muss da jetzt rein, und wo bekomme ich die überhaupt her? Was für Material brauche ich? Und was sind das hier eigentlich immer für komische Tentakel? Ja, also in diesem Video dokumentiere ich mal, wie schwer es ist, als kompletter Anfänger 3D zu drucken, was für Einstiegshürden es dabei gibt und was ich dabei alles so gelernt habe. Vielleicht hilft es euch da draußen ja auch, besser beurteilen zu können, ob das was für euch ist oder nicht. Das alles inklusive einem Special Guest und konkreten Empfehlungen für Einsteiger, Drucker und Material. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei...

Ja, also 3D-Drucken war für mich immer etwas, was ich tendenziell interessant finde, aber was primär andere Leute gemacht haben. Und da das eine riesige und total nerdige Welt ist, hat es mich auch immer ein bisschen abgeschreckt, da selbst mal reinzudippen. Bis ich dieses Video von Scott Yu-Yan gesehen habe. Er hat diese schicke iPhone-Nachttischhalterung designt, wo man das Handy einfach zum Laden reinklemmen kann. Ja, und genau sowas wollte ich schon lange haben. Er verkauft das Ding auch, aber das wäre ja extrem langweilig. Ich will versuchen, mir das selbst zu drucken, auch wenn ich bisher noch nie einen 3D-Drucker angefasst habe. Für die 3D-Druck-Experten unter euch wird das vermutlich ein einziger Ragebait. Aber vielleicht ist das ja auch gerade ganz lustig anzusehen. Ah, und falls ihr klugscheißen wollt, gibt es hier die perfekte Gelegenheit, gerne einfach alles in die Kommentare schreiben, was euch so einfällt. Und für die, die noch nie 3D gedruckt haben, ist dieses Video ja vielleicht eine Stütze, um es mal auszuprobieren. Kapitelmarker sind unten.

Okay, also erstmal ganz wichtig: Was sind denn gute 3D-Drucker für Einsteiger, und was für Druckmaterial sollte man sich kaufen? Also das Filament. Und was kostet das überhaupt? Spoiler, das ist gar nicht mal so teuer, wie ich gedacht hatte. Also erstmal Disclaimer, ich habe das wundervolle Privileg, in einer Tech-Redaktion zu arbeiten, wo eigentlich alle drei Meter ein 3D-Drucker rumsteht. Auch Keno hatte hier einen auf dem Boden rumstehen, den ich mir einfach snacken konnte. Das ist ein Prusa MK4S, und der gehört mit grob 750 Euro auf jeden Fall nicht zu den Druckern für Einsteiger. Aber für alles, was ich hier so mache, ist der auf jeden Fall auch total overkill. Das geht auch alles mit viel günstigeren Modellen, die schon so bei 250 Euro losgehen.

Für konkrete Empfehlungen habe ich aber einen Special Guest am Start, den einige OG-3003-Fans wahrscheinlich noch kennen werden und der sich extrem gut mit 3D-Druck auskennt. Unser ehemaliger 3003-Kollege und Make-Redakteur Johannes Börnsen.

Johannes Börnsen: Zwei ganz konkrete Empfehlungen, wenn du konkrete Produkte hören willst, wäre der Bambu Lab A1 Mini. Den gibt es so für ungefähr 200 Euro. Das ist auch so, würde ich sagen, im Moment, was FDM-Druck angeht, die untere Grenze. Das ist aber wirklich ein sehr, sehr guter Drucker. Dann gibt es, wenn man diese chinesische Cloud-Anbindung von Bambu nicht so gerne mag, dann gibt es den Prusa Mini Plus im Moment, die aktuelle Generation. Das ist dann eben einfach auch ein europäisches Gerät, und man ist nicht an irgendwelche chinesischen Clouds und sowas gebunden. Die drucken von der Druckqualität beide genauso wie der MK4S, mit dem du jetzt gedruckt hast. Allerdings haben sie nicht ganz so großen Bauraum. Der ist so ungefähr 20 x 20 x 20 Zentimeter. Das reicht aber, würde ich sagen, immer noch für 95 Prozent aller Projekte, die ich so mache, würde das ausreichen.

Ja, okay, nice. Jetzt braucht man also nur noch Filament. Also dieses Zeug, was auf diesen Spulen hängt, und ja, das Material zum Drucken halt. Davon gibt es viele verschiedene. Johannes?

Johannes Börnsen: Also das gängigste Material für FDM-3D-Druck ist PLA. Da gibt es am meisten Farben, es gibt am meisten Hersteller und jede Menge Auswahl. Und PLA ist wirklich sehr, sehr leicht und anfängerfreundlich zu drucken. Es ist auch nicht so wahnsinnig empfindlich, was Feuchtigkeit angeht. Also es gibt Filamente, Kunststoffe, die eben sehr viel Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen. Es gibt Filamente, die sehr hohe Temperaturen von der Düse erwarten oder vom Druckbett auch. Das Gute ist aber, PLA ist eben das Einsteigerfilament, und das können wirklich alle FDM-3D-Drucker können, mit PLA gut arbeiten. PLA hat natürlich Grenzen, es ist nicht besonders temperaturresistent, aber mit PLA einsteigen ist auf jeden Fall der richtige Weg. Und wenn ich mir einen FDM-3D-Drucker drucke, kann ich mir zu 100 Prozent sicher sein, der kann PLA drucken.

Okay, easy. Jetzt den Drucker ready machen. Wie gesagt, ich habe mir das Ding ja von Keno ausgeliehen. Dementsprechend musste ich nichts zusammenbauen, und theoretisch ist schon alles ready zum Drucken. Also fast. Diese Platte hier, das sogenannte Druckbett, muss man sauber halten. Das geht wohl mit Isopropanol am besten, ja, aber habe ich zufällig nicht hier. Warmes Wasser mit Spülmittel soll aber auch okay sein. Es müssen vor allem fette Materialreste und Staub entfernt werden, damit das Material gut am Bett haftet. Okay, also kurz abwaschen halt, easy.

Normalerweise, wenn man so einen Prusa-Drucker zum ersten Mal startet, testet der sich erst einmal selbst. Da der hier schon in Betrieb war, habe ich das hier manuell in den Einstellungen nochmal gestartet. Der lief dann auch eigentlich wie von selbst. Also der fährt hier die verschiedenen Achsen ab, heizt sich auf, sagt mir, wenn ich das Filament hier oben reinstecken soll, und so weiter. Also alles echt extrem einfach. Und die Bedienung hier mit diesem Rädchen ist auch super klar. Also alle Tests sind durch, und jetzt kann ich drucken. Aber was?

Eine der einzigen Sachen, die ich über 3D-Druck weiß, ist, dass es so ein komisches Schiff gibt, womit man wohl 3D-Drucker standardmäßig testet. Das Ding heißt Benchy, also wie Benchmark halt. Aber welche Datei brauche ich jetzt, und wie bekomme ich die am besten in den Drucker? Also auf dem USB-Stick, der im Drucker steckt, sind schon ein paar Sachen drauf. Das sind alles G-Code bzw. B-Code-Files. Also dann brauche ich ja bestimmt auch die G-Code-Datei von Benchy, oder nicht? Aber hier gibt es nur eine STL-Datei. Hmm, das ist ja aber das 3D-Modellformat, womit man dann Sachen bearbeiten kann und so. Aber mit denen kann man ja nicht direkt drucken.

Ja, das war auf jeden Fall eine der Sachen, die ich vorher nicht wusste. Der allgemeine Workflow ist nicht der, dass man sich direkt eine Datei runterlädt, die sofort in den Drucker ballert und dann druckt, sondern man lädt sich eine STL-Datei oder eine druckerspezifische Datei, lädt die dann erstmal in eine Slicer-Software, passt die dann nochmal für den eigenen Drucker an beziehungsweise slicet das Bauteil und exportiert dann erst eine G-Code-Datei zum Drucken. Es gibt auch ab und zu speziell für den Drucker schon angepasste, fertige G-Code-Dateien, aber das ist nicht unbedingt die Regel. Ich hab mit Keno darüber geredet, und lustigerweise hatte er genau die gleiche Illusion wie ich. Ja, aber im Nachhinein ist das ja auch logisch, weil jeder Drucker und jedes Filament ist ja anders. Das war mir einfach nur nicht so klar.

Aber was ist Slicen überhaupt genau? Slicen ist das Bearbeiten von 3D-Modellen fürs Drucken. Also dabei kann man die einzelnen horizontalen Schichten beziehungsweise Slices anpassen. Aber in meinem Fall würde ich einfach selber gar nichts groß bearbeiten, sondern einfach was Fertiges drucken. Okay, ich hab jetzt mal den PrusaSlicer installiert, einfach nur, weil das ein Prusa-Drucker ist. Dann die Benchy.stl da reindroppen, und da ist das Schiff. Wird schon irgendwie passen. Hier über Export kann ich dann die G-Code-Datei auf den USB-Stick exportieren. Also das Format, was auch die anderen Dateien auf dem USB-Stick schon hatten. Dann den Stick in den Drucker und drucken. Ja, aber dann hat der Drucker erstmal gemeckert, weil in der G-Code anscheinend ein anderes Filament angegeben ist als das, was ich eingelegt hab. Also wieder in die Software, hier rechts auf PLA umstellen und wieder auf den USB-Stick. Noch mal rein und ah, jetzt druckt er. Toll. Also man checkt, man muss im Slicer auch das richtige Filament einstellen.

Und apropos Slicer-Software. Es gibt ja ganz viele verschiedene dieser Slicer, wie beispielsweise noch Cura, Simplify3D, Bambu Studio und IdeaMaker. Ich benutze hier halt diesen PrusaSlicer wegen des Druckers. Aber wie unterscheiden sich die Tools überhaupt, und welche Software sollte man nehmen? Johannes?

Johannes Börnsen: Unterm Strich kann man eigentlich sagen, wenn man einen Prusa-Drucker hat, dann ist eigentlich der PrusaSlicer auch der Slicer, der am besten auf diesen Drucker optimiert ist oder der hat die passendsten Profile, sag ich mal. Also die lassen sich irgendwie austauschen, und man findet dann Profile auch für die abwegigsten Drucker, eigentlich für jeden Slicer. Und dann gibt es noch den OrcaSlicer, das ist so ein bisschen der Underdog, der aber immer beliebter wird. Das ist auch wieder ein Fork aus dieser ganzen Slicer-Familie. Der ist ein bisschen unabhängig von einem konkreten 3D-Drucker-Hersteller und versucht eben, für alle Drucker Profile schon von vornherein an Bord zu haben. Und bei Bambu zum Beispiel gab es vor einem Jahr oder so was mal eine Riesendiskussion, dass die das an ihre eigene Cloud angebunden haben und man nicht mehr so wirklich ohne diese chinesische Cloud dahinter drucken kann. Manchem ist das eben wichtig, dann kann man den OrcaSlicer benutzen. Ja, im Grunde gucke ich als Erstes, wenn ich auch einen Test-Drucker hier habe, welches ist der Slicer, der zu dem Drucker dazugehört, und mache in 90 Prozent der Fälle, mache ich das mit dem jeweiligen Slicer.

Okay, Benchy druckt auf jeden Fall, und ich muss schon sagen, es macht echt Bock, den so bei der Arbeit zu beobachten. Also wie nach und nach dieses Schiff in die Welt spawnt, ist schon irgendwie, ja, satisfying. Halbe Stunde später ist das Ding fertig, und ja, sieht für mich erstmal gut aus. Aber gerade für dieses Benchmark-Schiff gibt es ganz bestimmte Kriterien, auf die man achten soll, um festzustellen, wie gut der Drucker, ja, druckt. Also beispielsweise, ob beim Druck Stringing entsteht, das sind so kleine Fäden, die dann am Teil hängen, Ghosting, das sind so wellenartige Schichten, die sich durchs Bauteil ziehen, ob das Teil so Überhänge, Verformungen und allgemeine kleine Fehler hat und so weiter. Also mein Benchy sieht für mein komplett ungeschultes Auge eigentlich echt okay aus, sag ich mal. Also ich kann kein Stringing oder Ghosting erkennen, nur hier und da so ganz kleine Punkte, die da eigentlich nicht sein sollten, denke ich mal. Passt schon, I guess.

Okay, cool, ich will mehr Zeug drucken. Aber wo bekommt man diese STL-Files überhaupt her? Die gibt es auf Plattformen wie MakerWorld, Thingiverse, Printables und so weiter. Davon gibt es einige, und da findet man wirklich alles Mögliche. Also Halterungen, Aufbewahrungsboxen, Deko-Kram, Rüstungsteile für Katzen und äh, komplett natürliche und originalgetreue Disney-Prinzessinnen. Naja, aber hier stehen echt viele Infos, die man als Anfänger jetzt erstmal nicht direkt checkt. Nach ein bisschen Research ist das aber eigentlich easy und logisch.

Also ich gehe mal diese Druckinfos einzeln durch, am Beispiel von diesem cuten Oktopus-Anhänger. Einmal gibt es mehrere Varianten, zum Beispiel mit 0,2 mm Layer. Das ist die Dicke der jeweiligen Schichten, die gedruckt werden. Das bestimmt quasi den Detailgrad. Je dünner die Schichten, desto schicker wird das Teil. Aber ja, dann dauert die Nummer auch länger. Dann steht hier "Two Walls", das gibt an, wie viele Außenwände das Teil hat. Dabei gilt: Je mehr Wände, desto stabiler ist das, und ja, auch wieder, es druckt länger und verbraucht mehr Material. Und als Letztes steht da noch "15% Infill". Das steht für die Innenfüllung, also ja, wie viel im Inneren gefüllt ist. Hier auch wieder logischerweise: mehr Innenfüllung, das Teil wird schwerer, druckt länger und braucht mehr Material.

Dann ist hier noch angegeben, wie viele Druckplatten man für das gesamte Projekt mit verschiedenen Druckern braucht. Also das heißt, wie viele Drucke es insgesamt fürs Projekt werden. Man kann auch mehrere Teile auf einmal drucken, wenn die zusammen aufs Druckbett passen. Hier im PrusaSlicer gibt es auch so einen Auto-Arrange-Button, der alles schön anordnet. Bei manchen Teilen steht noch "Print in Place", das bedeutet, dass das ganze Ding quasi nur einen Druck benötigt und dann komplett fertig ist. Andere Dinge bestehen aus mehreren Teilen, die man dann noch zusammenstecken oder irgendwie anders montieren oder kleben muss.

Und ganz kurzer Einschub, es gibt ja auch mehrfarbige Teile, die man sich drucken kann. Also hier auf diesen Plattformen gibt es sowas wie einen Pokéball oder irgendwelche anderen Dekosachen, die mehrere Farben haben. Dafür benutzt man in der Regel direkt Multicolor-3D-Drucker oder man holt sich so Add-ons hier für mein Teil, was ich hier stehen habe. Die wechseln dann automatisch das Filament während des Drucks. Ohne Multicolor-Drucker beziehungsweise Add-on ginge das theoretisch auch, aber dann müsste man jedes Mal händisch das Filament wechseln, wenn sich die Farbe ändert. Aber machen Leute das wirklich?

Johannes Börnsen: Das geht, na klar. Ich kann in G-Code, also ich kann im Slicer quasi sagen, mache in Schicht 60 einen Stopp, mache eine Pause, dann nehme ich manuell das Filament raus, ich mache manuell das nächste Filament rein und drücke am Drucker dann die Taste "Weiterdrucken" oder sowas. Das kann man machen, das will man aber eigentlich vermeiden, weil das macht mehr als drei Mal pro Druck überhaupt keinen Spaß. Und wenn ich jetzt eben einen Druck habe, wo ich mehrere hundert Filamentwechsel in einem Druck drin haben kann, dann will ich das auf gar keinen Fall manuell machen. Und wenn man jetzt eben einen Drucker hat, der das Filament automatisch wechseln kann, dann macht er im Grunde diesen ganzen Vorgang für mich automatisch, und es dauert natürlich auch ein paar Sekunden, bis das gewechselt ist, bis zu einer Minute oder sowas, je nachdem. Das heißt, das kann die Druckzeit vervielfachen, also ein Druck, der in einer Farbe vielleicht eine halbe Stunde dauert. Wenn da ein paar hundert Filamentwechsel drin sind, dann kann der auch acht Stunden dauern oder zehn. Ich druck dann lieber in einer Farbe aus und lackiere nachher oder male das an. Oder neulich habe ich ein Projekt mit einer Folie beklebt, das sah auch sehr geil aus. Ist ein bisschen Geschmackssache.

Naja, anyways, bei diesem Video bleiben wir mal bei einer Farbe, und ich habe jetzt auf jeden Fall Bock zu drucken. Aber was? Wenn man sich so umschaut, wird einem oft so ein Scraper, also ein Spachtel, vorgeschlagen, mit dem man Drucke gut abschaben kann. Ja, sowas brauche ich eh. Also let's go. Zack, halbe Stunde später habe ich das Ding in der Hand. Super nice. Dann habe ich mir noch so einen kleinen Klicker gedruckt, mit dem man so rumspielen kann. So einen Ersatz-Türknauf hier und diesen kleinen süßen Oktopus von eben. Dafür habe ich auch mal das Filament gewechselt, ging super easy. Einfach den Anweisungen auf dem Drucker folgen. Muss schon sagen, ich finde es beeindruckend, dass man sich auch so filigrane, bewegliche Sachen drucken kann. Also das war direkt so nach dem Druck hier so alles so wabbelig und cool. War mir einfach nicht so klar.

Okay, genug Schnickschnack. Ich wollte mir ja eigentlich diese geile Halterung fürs Handy drucken. Das kommt sofort. Aber vorher noch ganz kurz. Beim Rumprobieren hat sich die ganze Zeit eine Frage angecreept, die ich mir nicht so richtig beantworten konnte. Braucht man als Privatperson wirklich einen 3D-Drucker? Und wenn ja, wofür eigentlich? Wenn ich auf den gängigen Plattformen nach STL-Files gucke, sieht das irgendwie aus wie die Frontseite von Temu oder das Grabbelregal von Nanu-Nana. Also hier irgendwelche weirden Deko-Sachen, Spielzeug, ultra spezielle Kleinstbauteile wie beispielsweise für so eine Bosch-Spülmaschine und Halterung. So viele Halterungen. Klopapierhalter, Bierhalter, Küchenrollhalter, Zahnpastahalter, Stifthalter, Batteriehalter, Mülltonnenhalter, Tassenhalter, Post-it-Halter, Steckerleistenhalter, Kabelhalter, Q-Tip-Halter, Controller-Halter, Kartenhalter, unendlich viele Handyhalter und Schalen für fast jedes Brettspiel, was je existiert hat. Okay, ja, das ist ja ganz nett, sag ich mal. Vor allem, wenn man Brettspiele mag. Aber mal ganz im Ernst. Braucht man als Privatperson wirklich einen 3D-Drucker? Und falls ja, wofür braucht man den dann? Johannes?

Johannes Börnsen: Braucht man als Privatperson einen 2D-Drucker? Also ich glaube, das ist ein bisschen ähnlich. Das ist praktisch. Und wenn ich nicht selber einen habe und ich möchte aber was drucken, dann muss ich halt irgendwo hingehen, wo es einen Drucker gibt. Was ich tatsächlich sinnvoll finde, ist, wenn sich einmal jeder irgendwie damit auseinandergesetzt hat, wie funktioniert eigentlich 3D-Druck, was kann ich damit machen und welche Probleme kann ich damit vielleicht lösen? Weil man damit eben einfach super irgendwelche Sachen reparieren kann, wenn keine Ahnung, die Taste vom Toaster kaputt ist, mit der man das runterdrückt oder sowas. Dann druck ich so ein Ding neu aus, da brauch ich nicht einen neuen Toaster für kaufen. Das heißt, ein 3D-Drucker hat aus meiner Sicht auch unheimlich viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Aber dafür brauch ich sicherlich nicht einen Drucker zu Hause, sondern ich kann in einen Makerspace gehen, in einen Hackerspace gehen. Es gibt viele Bibliotheken inzwischen, die 3D-Drucker da stehen haben, die man nutzen kann. Oder es gibt eben einfach Leute, die so einen 3D-Drucker zu Hause haben, und Leute, die 3D drucken, drucken gerne 3D. Ich glaube, man braucht nicht zwingend einen 3D-Drucker, aber es ist schon, finde ich, ein sehr geiles Werkzeug, und es macht einfach unheimlich viel Spaß, dann irgendwie was am Computer sich zu überlegen, und dann druckt man es aus. Und am meisten Spaß macht es natürlich, wenn man die 3D-Modelle selber zeichnet. Ja, dann hat man halt ein unheimlich universelles und flexibles Werkzeug.

Okay, okay, alles klar. Naja, bevor ich jetzt meine Nachttischuhr drucke, kommt noch ein wichtiges Thema ins Spiel, was ich bisher auch noch nicht auf dem Schirm hatte. Supports. Die Uhr wird nämlich hochkant gedruckt, und im Gegensatz zu den kleinen flachen Sachen bisher ist das jetzt echt hoch und hat auch Überhänge, wo man Supports braucht. Das sind Stützen, die erzeugt werden und den Druck stabilisieren sollen. Die sind nur für die Stabilität beim Drucken da und werden danach dann abgemacht. Also ja, wie wenn man ein Haus baut oder so, glaube ich. Keine Ahnung, ich habe noch nie ein Haus gebaut. Also das wird besonders dann wichtig, wenn das Druckteil halt Überhänge hat, wie beispielsweise hier. Druckt man sowas ohne die Stützen, kann es passieren, dass das Material so komisch absackt. Ja, und falls das Druckteil eher dünn und lang ist, wie dieser average-sized Türknauf von vorhin, kann es sogar auch passieren, dass es beim Drucken umkippt und ja, dann gibt es Spaghetti, weil der Druckkopf druckt dann halt ins Leere.

Die Stützen können in der jeweiligen Slicer-Software eingestellt werden. Hier in dem PrusaSlicer kann man das rechts auswählen. Damit er die anwendet, muss man einmal auf "Slicen" drücken. Dann erzeugt er erstmal so blockartige Dinger. Nach ein bisschen Research habe ich aber den Eindruck, dass man eher so organische Stützen statt diesen nahtlosen Blöcken nutzt. Das sind so, ja, tentakelartige Dinger. Der Vorteil von denen ist, dass die weniger Material verbrauchen, schneller drucken, sich leichter abtrennen und generell weniger Spuren hinterlassen als so ein fetter Block. Hier im PrusaSlicer lässt sich das in den Druckeinstellungen umstellen, wenn man im Experten-Modus von "nahtlos" auf "organisch" stellt. Dann nochmal auf "Slicen" klicken, und die Software ballert da automatisch dann diese Tentakel dran.

Ich hab damit mal so ein Test-Ding gedruckt, also hier so einen rechten Winkel, und ja, das ließ sich erstaunlich leicht abtrennen. Teilweise zeigt mir die Software auch direkt an, wenn etwas eventuell zu instabil sein könnte, um es ohne Stützen zu drucken. Also man muss sich schon irgendwie auch echt Mühe geben, um grob etwas falsch zu machen. Hab ich den Eindruck. Famous last words, genug kleinen Schnickschnack gedruckt, jetzt geht's ans Eingemachte. Ich druck jetzt diese iPhone-Nachttischhalterung.

Also wie gesagt, das Ding wurde vom YouTuber und 3D-Druck-Gott Scott Yu-Yan entworfen. Das Video lohnt sich auf jeden Fall auszuchecken. Da geht es unter anderem auch darum, wie der deutsche Designer Dieter Rams das Uhr-Design inspiriert und by the way auch Apples komplette Design-Philosophie geprägt hat. Ja, sehr interessant. Naja, also im Prinzip ist das Teil eine Nachttischhalterung, wo man ein Handy reinlegen kann. Und iPhones haben ja seit ner Weile diesen Standby-Modus, der sich automatisch einschaltet, sobald das Handy lädt und auf der Seite liegt. Dann wird auf dem Bildschirm so dunkel eine Uhr und bei Bedarf dann noch irgendwelche Widgets angezeigt. Die Idee ist jetzt, dass man das iPhone einfach da reinlegt, dann startet der Standby-Modus, und man hat so ne stylische Nachttischuhr.

Damit das Handy lädt, ist hier Platz für so nen MagSafe-Puck, inklusive nem Kabeltunnel, wo man die dann durchfummeln kann. Also, man legt das Handy rein, es lädt direkt, und die Uhr wird angezeigt. Eigentlich simpel. Zusätzlich ist hier oben noch Platz für so nen kleinen Apple-Watch-Ladepuck. Dann kann man in der Theorie seine AirPods einfach auch hier oben drauflegen, und die laden dann auch parallel auf. Mega nice. Da ich sonst hier immer mit drei Kabeln rumhantieren muss und mich das mega doll nervt, finde ich die Idee wirklich ultra geil.

Scott Yu-Yan hat die STL-Datei coolerweise bei MakerWorld hochgeladen. Da gibt's aber ein Problem. Die Originaldatei ist für das iPhone 15 ausgelegt, und ich hab aber noch ein echt angestaubtes iPhone 12. Peinlich, ich weiß. Das hat zwar fast die gleichen Maße, aber der Druck ist wirklich passgenau designt worden, und ich verwende eine Handy-Hülle, weil ich kein Psychopath bin. Also ja, in einen Druck mit der Originaldatei würde mein Handy plus Hülle nicht reinpassen. Theoretisch könnte man natürlich jetzt auch das Teil selbst so zurecht modellieren, dass mein Handy mit Hülle da genau reinpasst. Joa, aber das kann ich nicht. An das Thema Selbstmodellieren hab ich mich jetzt noch gar nicht drangetraut, und das würde auch den Rahmen dieses Videos sprengen. Also ich lass das hier jetzt erstmal, aber falls wir dafür auch mal so ein Modellieren-für-Anfänger-Video machen sollen, dann schreibt das gerne mal in die Kommentare.

Aber so oder so, das Tolle ist ja, dass die 3D-Druck-Community gigantisch groß ist und andere Leute das Teil schon für alle möglichen Smartphones zurecht modelliert und hochgeladen haben. Das sind hier auf MakerWorld Remixe vom Original, und da gibt es für fast jedes iPhone und auch für einige Android-Modelle eine Variante. Und aha, da gibt's auch eine für iPhone 12 "Case-Friendly". Also klingt perfekt. Hier ist sogar so ein kleiner Test-Druck dabei, mit dem man checken kann, ob das Handy wirklich passt. Das ist in 20 Minuten fertig, und ja, passt rein. Also jetzt natürlich nicht so perfekt passgenau wie im Original, aber das ist mir auch ganz recht, falls ich mal die Hülle wechseln will.

Okay, also ich lad jetzt die STL-Datei für die Variante mit Case runter und baller das hier in den PrusaSlicer. Da hab ich jetzt, wie ich vorhin schon meinte, organische Stützen ausgewählt, klicke einmal auf "Slice", und dann knallt er mir die direkt dran. Dann auf dem USB-Stick damit in den Drucker, und ich hab ja eh schon für diesen Schlüsselanhänger eben ein passendes, knochenweißes Filament eingelegt, also kann ich den Druck direkt starten. Die Nummer dauert neun Stunden. Das find ich schon lang, aber ich hab bisher ja auch nur so 30-Minuten-Schnickschnack gedruckt. Ich denke, in der 3D-Druck-Welt ist das ganz normal. Ja, und da ist das Ding. Hier kurz diese Tentakel abbrechen, und sieht doch eigentlich super aus, oder? Das Einzige, was mir aufgefallen ist, ist dieser eine Streifen hier in einer der Schichten. Der sollte da eigentlich, glaub ich, nicht sein, denke ich mal. Stört mich jetzt nicht so, dass es irgendwie einen neuen Druck rechtfertigen würde.

Ich hab dann noch diesen, ich nenn ihn mal Knopf, ausgedruckt. Das dauert so 20 Minuten. Der passt perfekt hier rein, und damit kann man das Handy hier so rausploppen lassen. Der MagSafe-Puck passt hier auch perfekt rein, und Kabel lassen sich durch die Tunnel fummeln. Ja, und schaut mal, wie schick das Ding auf meinem Nachttisch aussieht. Also ich bin echt mega zufrieden. Und das alles war irgendwie auch einfacher, als ich dachte, muss ich sagen. Also kann ich mir als 3D-Druck-Idiot sowas ohne Vorerfahrung drucken? Ja, kann ich. Und zwar irgendwie mega easy. Vielleicht haben ja welche von euch da draußen auch mal Lust bekommen, das auszuprobieren. Falls ja, schreibt mal gerne in die Kommentare, was ihr so drucken wollt oder gedruckt habt oder ballert direkt Tipps für mich rein, was ich noch so alles Geiles drucken kann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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Anzeige: Wera-Bit-Set mit Spezialhalter bei Amazon billiger als sonst

Von Benjamin Gründken — 17. April 2026 um 19:04
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Wera ist kein Billiganbieter, das steht durch die Preispolitik der Wuppertaler definitiv fest. Die Qualität stimmt ebenfalls. Gute Bewertungen findet man im Netz zuhauf. Trotzdem ist der Hersteller bei vielen nicht gesetzt, nur weil sie gerade neue Schraubendreher, Bits oder Ratschen benötigten. Heimwerker, die nur alle Jubeljahre ihr Bit-Set aus der Schublade ziehen, kommen vermutlich auch mit einem kostenoptimierten Produkt zurecht.

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Geizig zeigen sich die Wuppertaler beim Schlitzprofil. Dieses liegt laut Angaben nur einmal in 5,5 Millimetern vor. Zum Einsatz kommt das Profil heute aber kaum noch, dafür finden sich bei vielen Gartengeräten und Möbeln immer häufiger Torx.

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Immer noch zu teuer? Der Bit-Check 30 Metal 1 mit einem einfachen Bit-Halter kostet nur 16,34 Euro

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Musk gescheitert: Amazon Leo erhält mit Globalstar Zugang zu Smartphones

Von Achim Sawall — 17. April 2026 um 18:59
Elon Musk wird den Kauf von Globalstar durch Amazon zurückgeworfen. Auch das Satellitennetz Amazon Leo wird Direct-To-Device bieten.
Mission Kuiper Atlas 1: Die Trägerrakete ULA Atlas V 551 rollt am 28. April 2025 in die Cape Canaveral Space Force Station. (Bild: Amazon)
Mission Kuiper Atlas 1: Die Trägerrakete ULA Atlas V 551 rollt am 28. April 2025 in die Cape Canaveral Space Force Station. Bild: Amazon

Nach dem vergeblichen Versuch von Elon Musk, Apple zum Verkauf zu drängen, sind Globalstar und Apple mit Amazon in dieser Woche einig geworden .

Satellitenexperte Christian von der Ropp sagte Golem am 17. April 2026 auf Anfrage: "Amazon, das bereits seit 2019 an einer LEO-Konstellation für Breitbanddienste im Ka-Band arbeitet, hatte schon im Oktober 2024 in einem Anhörungsverfahren des britischen Regulierers Ofcom sein Interesse bekundet, Direct-to-Device-Dienste zu erbringen. In welchen Frequenzbändern dies geschehen sollte, war aber bisher unklar."

Ende Mai 2025 berichtete The Information , dass Apples Investition in Globalstar intern Kontroversen ausgelöst habe und die Zweifel gewachsen seien. Im gleichen Monat kursierten Berichte, wonach SpaceX Globalstar übernehmen wollte und Elon Musk versuchte, Apple unter Druck zu setzen . So soll Musk Apple ein 72-stündiges Ultimatum für die Annahme seines Angebots gesetzt und mit der Entwicklung eines eigenen Smartphones als iPhone-Konkurrenz gedroht haben.

Amazon Leo braucht andere Frequenzen für D2D

Das für die Konstellation Amazon Leo (ehemals Kuiper) vorgesehene Ka-Band ist laut von der Ropp aufgrund seiner sehr hohen Frequenzen nicht für Funkverbindungen zwischen Smartphones und Satelliten geeignet. Vielmehr sind Frequenzen unter 2,5 GHz erforderlich, die Amazon nun mit Globalstar erwirbt.

Welche Pläne Amazon mit Globalstar konkret verfolge, bleibe vorläufig offen. Möglich sei zunächst nur, die Pläne Apples fortzusetzen und 48 weitere Satelliten (C-3) oder zeitnah die C-4-Konstellation aus bis zu 3.080 Satelliten zu starten.

Für den Erhalt von Globalstars deutschen Frequenzanmeldungen bei der ITU (D-NGSO-1120-1/2/3) müsste Amazon bis zum 17. Dezember 2027 den ersten Satelliten ins All schießen, für die französischen (HIBLEO-XL-1/2) bis zum 31. August 2029, sagte von der Ropp. Da der Erwerb jedoch von langwierigen Freigabeprozessen abhängig ist, wird der Vollzug erst im Jahr 2027 erwartet.

Schwaches Globalstar-Netz durch Apple gerettet

"Das Globalstar-Netz galt lange Zeit als notleidend: Nachdem das US-Unternehmen kurz nach dem Launch der ersten Generation seines Netzes, bestehend aus 48 Satelliten, im Jahr 2000 in die Insolvenz rutschte und von Finanzinvestoren gerettet wurde, beförderte man von 2011 bis 2013 die zweite Generation des Satellitennetzes ins All, kämpfte jedoch unter der hohen Schuldenlast" , erklärte von der Ropp weiter.

Einige vormals von regionalen Partnern betriebene Gateways stellten den Betrieb ein. Da Globalstar nie über Inter-Satellite-Links verfügte, führte dies zu Einbußen in der Netzabdeckung, die ohnehin nie global war und insbesondere die Ozeane und Polarregionen nicht abdeckte. Im Jahr 2022 habe Globalstar durch die Sanktionen gegen Russland auch noch seine beiden russischen Bodenstationen verloren, berichtete der Experte weiter.

Von der Ropp: "Insgesamt fehlte es Globalstar an Abdeckung, einem soliden Produkt und Perspektiven. Gleichwohl wurde durch Frequenzanmeldungen bei der ITU im Jahr 2020 über Deutschland und 2022 über Frankreich bekannt, dass Globalstar eine Konstellation von bis zu 3.080 Satelliten plante, die intern den Codenamen C-4 trug. Offen blieb jedoch, wie diese Megakonstellation finanziert werden sollte."

iPhone Satellitendienste eher lahm

Im November 2024 investierte Apple rund 1,5 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen . Die Transaktion umfasste die Finanzierung von 17 Ersatzsatelliten für die bestehende Konstellation sowie 48 neue Satelliten (Codename C-3), was die Kapazität erhöhen und Versorgung verbessern sollte.

Außerdem erwarb Apple 20 Prozent an einem Tochterunternehmen von Globalstar, das sämtliche Frequenznutzungsrechte besitzt und damit den aus heutiger Sicht wertvollsten Teil des Unternehmens darstellt. Im Gegenzug bekam Apple exklusiven Zugriff auf 85 Prozent von Globalstars Netzkapazität, über die Apple seit dem iPhone 14 Satellitendienste anbietet. Allerdings blieb der Dienst sowohl in seiner geografischen Ausbreitung als auch in seinem Leistungsumfang hinter den Erwartungen zurück.

Durch diese massive Investition in Globalstar und die Abhängigkeit von Apple als Hauptkunde erwarb Apple de facto die Kontrolle über Globalstar, ohne eine Aktienmehrheit zu besitzen. Zusätzlich habe sich Apple auch noch ein Vorkaufsrecht auf die Aktien des Hauptaktionärs Jay Monroe gesichert, betonte von der Ropp.

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Anzeige: Topseller-Kfz-Verbandskasten für unter 10 Euro bei Amazon

Von Erik Körner — 17. April 2026 um 18:06
Einer der meistverkauften Kfz-Verbandskästen bei Amazon ist wieder zum Tiefstpreis erhältlich. Käufer sparen über 40 Prozent.
Der StVO-konforme Kfz-Verbandskasten von Heldenwerk wieder zum Tiefstpreis bei Amazon (Bild: Amazon.de/Heldenwerk/Golem) amazon Affiliate

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Jeder Autofahrer braucht einen Verbandskasten im Fahrzeug. Fehlt er bei einer Kontrolle, droht laut ADAC ein Verwarnungsgeld von 10 Euro. Zugegeben, viel ist das nicht (Falschparken zum Beispiel ist deutlich teurer), dennoch sollte man das Risiko gar nicht erst eingehen – auch seinen Mitmenschen zuliebe. Wer einen neuen Verbandskasten braucht oder sich jetzt ertappt fühlt, sollte bei Amazon vorbeischauen. Dort gibt es eines der meistverkauften Erste-Hilfe-Sets für Autos von Hersteller Heldenwerk derzeit zum Tiefstpreis von unter 10 Euro. Wir empfehlen, schnell zuzugreifen. Der Rabatt gilt nur noch bis zum 19. April.

Das bietet der Kfz-Verbandskasten von Heldenwerk

Nicht jeder Verbandskasten ist im deutschen Straßenverkehr zugelassen. Jedes Erste-Hilfe-Set muss natürlich eine DIN-Norm erfüllen. Konkret: Die DIN-Norm 13164, die über die Produkte bestimmt, die enthalten sein müssen. Der Kfz-Verbandskasten von Heldenwerk umfasst alle verpflichtenden Gegenstände, darunter zwei Atemschutzmasken, verschiedene Verbände und Pflaster, Handschuhe, eine Rettungsdecke, Schere, Sicherheitsdecke und vieles mehr. Die genaue Inhaltsliste findet sich auf der Amazon-Produktseite. Der Hersteller verspricht, dass das Set nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa nutzbar ist.

Geliefert wird der Kfz-Verbandskasten von Heldenwerk in einer robusten roten Tasche. Sie misst 13 mal 24 mal 5,5 cm. Demnach passt sie problemlos ins Handschuhfach, unter den Fahrersitz und in den Kofferraum sowieso. Das Material ist wasser- und staubabweisend, so dass der Inhalt in bester Verfassung bleibt und bereit für den Notfall ist. Die Produkte selbst sind obendrein staubsicher und steril verpackt.

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Der Kfz-Verbandskasten

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von Heldenwerk ist 42 Prozent günstiger bei Amazon. Er kostet 9,90 Euro statt dem durchschnittlichen Verkaufspreis von 16,97 Euro. Fast 4.500 Käufer bewerten das Erste-Hilfe-Set überwiegend positiv mit 4,7 von 5 Sternen. Die Qualität des Inhalts stimme, die Vollständigkeit ebenfalls. Auch den Preis loben viele Nutzer. Allein im letzten Monat wurde der Verbandskasten über 7.000-mal bestellt.

HELDENWERK KFZ Verbandstasche

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Störungsmeldung vom 17.04.2026 14:45

Von heise online — 17. April 2026 um 14:45

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
17.04.2026 14:45
Region
Stendal (03931)
Provider
T-Online
Zugangsart
VDSL

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Vision-Pro-Immersive-Video: Pilotin stirbt bei Absturz

Von Heise — 17. April 2026 um 12:10
TV-App mit immersiven Videos von Apple

TV-App mit immersiven Videos von Apple: Der Konzern setzt auf spektakuläre Bilder.

(Bild: Apple)

Im Sommer 2024 kam es in Nahost zu einem tragischen Zwischenfall bei einer Apple-Videoproduktion. Der Absturz eines Kleinflugzeugs wird derzeit untersucht.

Apples sogenannte Immersive-Videos [1] sind bekannt für spektakuläre Aufnahmen: Da geht es dann beispielsweise aufs Hochseil, in den Dschungel zu wilden Tieren, über die Dächer von Paris oder zu Events des Funsport- und Brausekonzerns Red Bull. Beim Versuch, eines dieser mit Spezialkameras gefilmten Videos [2] aufzuzeichnen, kam es nun allerdings zu einem tragischen Unglück: In der jordanischen Wüste stürzte die Pilotin in einem Kleinflugzeug ab.

Bericht: Millionen für kurze Videos

Der Vorfall mit dem Microlight, an dem eine 3D-Kamera montiert war, ereignete sich bereits im Sommer 2024, also zu einem Zeitpunkt, als die Vision Pro nur wenige Monate auf dem Markt war. Die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg konnte jetzt im Rahmen einer Untersuchung durch britische Regierungsstellen [3] erste Informationen zu dem Unglück veröffentlichen.

Opfer war Claire Lomas, eine britische Frau mit Querschnittslähmung, die mit Hilfe eines Exoskeletts den Londoner Marathon absolviert hatte. Sie war auch professionell ausgebildete Pilotin. Das Video war Teil einer Apple-Immersive-Video-Serie namens „Adventure“. Die Idee war dabei, mit dem Kleinflugzeug über die Wüste Jordaniens zu fliegen und dabei 3D-Naturaufnahmen zu filmen. Lomas hatte ihre Fluglizenz seit zwei Jahren und war schon vorher mit den Microlights unterwegs gewesen. Die 44-jährige war bei dem Absturz zwar nicht sofort tot, starb aber mehrere Wochen später an den Verletzungen, so die britischen Behörden. Laut Bloomberg hatte Apple für „Adventure“ die britische Produktionsfirma Atlantic Studios engagiert. Angeblich war Apple bereit, pro Folge Millionen US-Dollar auszugeben, obwohl die Immersive-Videos nicht abendfüllend sind, oft sind sie 10 bis 20 Minuten lang.

Apple schickte Sicherheitsbeauftragten

Weder Apple noch Atlantic Studios wollten sich zu Lomas' Unfall äußern. Apple kommentierte gegenüber Bloomberg gar nicht, Atlantic Studios teilte mit, aufgrund des aktuell laufenden Verfahrens könne man nicht antworten. Auch die Familienanwälte von Lomas gaben keine Informationen heraus. In den kommenden Wochen soll es aber ein Hearing des UK Coroner's Office (Amt für Gerichtsmedizin) geben. Warum dies so lange dauerte, ist unklar. Laut Bloomberg gab es Kritik an der Durchführung der „Adventure“-Serie.

Mitarbeiter klagten über lange Arbeitszeiten, die sie als unsicher empfanden. Apple soll nach Beschwerden Beauftragte für Gesundheit und Sicherheit geschickt haben. Bis auf das Unglück mit Lomas soll es keine weiteren bekanntgewordenen Vorfälle gegeben haben. Das Video aus Jordanien sollte verschiedene bekannte Orte in dem Land zeigen. Bislang erschienen fünf Folgen der „Adventure“-Serie.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262221

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[1] https://www.heise.de/news/Vision-Pro-Apple-kuendigt-neue-immersive-Filme-an-10667526.html
[2] https://www.heise.de/news/Fuer-Apple-Immersive-Video-Blackmagics-3D-Kamera-kostet-30-000-US-Dollar-10202945.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-16/pilot-claire-lomas-was-being-filmed-for-apple-vision-pro-video-during-crash
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Apple-Manager zu Smart Glasses und der Frage, ob Neo ein abgespecktes Air ist

Von Heise — 17. April 2026 um 12:02
John Ternus bei der iPhone-17-Keynote

John Ternus bei der iPhone-17-Keynote: Gilt als möglicher neuer Apple-Chef.

(Bild: Apple)

Nach Apples Produktfeuerwerk im März haben sich Technikchef John Ternus und Marketingboss Greg Joswiak zur weiteren Strategie des Konzerns geäußert.

Apple glaubt, dass das mit der Vision Pro [1] eingeführte Spatial Computing künftig „unausweichlich“ sein wird – und damit, auch wenn das Unternehmen dazu keine Aussage macht, wohl auch Smart Glasses. In einem Interview mit dem Techblog Tom's Guide sagte der weltweite Marketingchef des Konzerns, Greg Joswiak, die Kombination aus digitaler und physischer Welt sei nicht aufzuhalten. Und darum geht es bei Spatial Computing.“ Er könne allerdings keine Timeline geben, wann es so weit ist. Die Vision Pro habe aber gezeigt, wie die Zukunft aussehen könne.

Verbindung von physischer und digitaler Welt

Aktuell bietet Apple keine eigenen smarten Brillen wie jene von Meta an. Offenbar ist aber bis 2027 geplant, mehrere Varianten rein mit Kameras, Mikrofon und Lautsprecher [2] auf den Markt zu bringen, in einigen Jahren dann Smart Glasses mit Bildschirmen. Apple äußert sich wie üblich nicht zu noch unbekannten Produkten, die Gerüchte verdichten sich allerdings. Die zusammen mit Ray-Ban erstellten Meta-Brillen sollen, so zumindest Meta selbst, ein Verkaufserfolg sein. Allerdings gab es zuletzt massive Kritik am Datenschutz [3] bei den Geräten.

In dem Interview [4] wurde auch Apples Technikchef John Ternus befragt, der sich unter anderem zum MacBook Neo [5] äußerte. Das Gerät sei ganz anders als die Konkurrenz, so Ternus. „Die Produkte in diesem Segment, mit denen (das Neo) konkurriert, bestehen aus Kunststoff. Man kann sie buchstäblich verbiegen.“ Sie seien „so billig“, weil die Firmen versuchten, an jeder Stelle zu sparen. Apples Ansatz sei ein anderer: ein geringerer Preis bei hohem Wert.

Das Neo ist kein abgespecktes Air

Joswiak betonte, das Neo sei nicht einfach ein abgespecktes MacBook Air. „Am Neo ist so viel neu. Wir haben ein komplett neues [physisches] Trackpad-Design, das immer noch besser ist als bei jedem PC. Wir haben neu gedacht, wie wir die Gerätehülle herstellen und alles zusammensetzen. Wir haben die Messlatte nicht heruntergesetzt.“ Das Neo sei ein „toller, qualitativ hochwertiger Mac zu einem fantastischen Preis“.

Ternus machte auch Andeutungen dazu, warum die verbesserte KI-Siri [7] immer noch nicht verfügbar ist. Das KI-Rennen ist für Apple noch am Anfang. „Wir denken nie über die Technologie an sich nach“, erklärte Ternus. „Wir fragen uns immer: Wie können wir Technologie nutzen, um unseren Nutzern großartige Produkte, Funktionen und Erlebnisse zu bieten?“Joswiak betonte, KI sei ein Marathon – und kein Sprint.


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https://www.heise.de/-11261197

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Apple-Vision-Pro-M5-im-Test-Doppelt-haelt-besser-10793698.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-arbeitet-angeblich-an-vier-verschiedenen-Designs-der-ersten-Smartglasses-11253761.html
[3] https://www.heise.de/news/Privatsphaere-Buergerrechtler-warnen-vor-Gesichtserkennung-bei-Meta-Smart-Glasses-11255667.html
[4] https://www.tomsguide.com/computing/apples-joz-and-ternus-on-smart-glasses-the-macbook-neo-and-whats-next-for-ai
[5] https://www.heise.de/tests/Apple-MacBook-Neo-im-Test-schick-rasant-und-guenstig-11168637.html
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[7] https://www.heise.de/news/Apple-Softwarechef-Kontextsensitive-Siri-war-keine-Vaporware-10440967.html
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Ärger mit aktueller NordVPN-App für macOS

Von Heise — 17. April 2026 um 10:56
Nutzung von NordVPN (Symbolbild)

Nutzung von NordVPN (Symbolbild): Gerade nicht viel zu grinsen.

(Bild: NordVPN)

User des VPN-Dienstes aus Litauen melden seit dem Upgrade auf Version 10.0 Verbindungs- und Bedienungsprobleme beim Mac-Client. 10.0.4 soll es richten.

Wer den Mac-Client von NordVPN verwendet, hat unter Umständen derzeit Schwierigkeiten: Zahlreiche Nutzer auf Reddit und anderen Foren melden diverse Fehler [1] nach der großen Aktualisierung auf Version 10 der App. Diese wird unter anderem per Mac App Store vertrieben und ermöglicht die Verwaltung des Dienstes – darüber sucht man etwa aus, welche Technik verwendet werden soll und welche Ausgangs-IP genutzt wird. Nun kommt es vor, dass die Verbindung nicht gehalten wird und sich alle paar Minuten bis Sekunden neu herstellt, hieß es. Probleme gab es auch bei den DNS-Einstellungen und der Kill-Switch-Funktion, die sich zwischenzeitlich nicht deaktivieren ließ. Insgesamt soll die App nur langsam laufen und Bedienschwierigkeiten machen. Nutzer konnten das Problem auch nach mehreren Neustarts nicht beheben.

Techniker ist informiert

Weder die Mobil- noch die Windows-Versionen des NordVPN-Clients sollen betroffen sein, mancher Mac-Nutzer sieht die Fehler ebenfalls nicht. Momentan ist noch unklar, woran das liegt – möglicherweise arbeitet die Software je nach verwendetem Betriebssystem, also etwa macOS 15 (Sequoia) oder 26 (Tahoe) anders. NordVPN bestätigte das Problem mittlerweile und teilte mit, dass man ein „langsameres App-Verhalten, Lags bei der Navigation zwischen Eintstellungsbildschirmen und Tabs und eine erhöhte CPU-Last” erkannt hat.

Es handele sich dabei um ein bekanntes Problem und die Ingenieure seien gerade dabei, eine Lösung „zu identifizieren und zu implementieren”. NordVPN entschuldige sich dafür. Mittlerweile ist klar, wann die Lösung kommt: Bereits im Laufe des heutigen Freitags soll ein Hotfix auf Version 10.0.4 eingespielt werden, aktuell verteilt wird Version 10.0.3. Wer zuvor nicht auf NordVPN 10 aktualisiert hatte, wurde von dem Verhalten verschont.

Manuell konfigurieren geht auch

Hilfreich kann zuvor sein, den Cache der App zu löschen, was allerdings einen Ausflug in Systemordner bedingt – das sollten nur Nutzer machen, die wissen, was sie da tun.

Der Vorfall zeigt, dass es bei VPN-Anbietern nicht immer sinnvoll ist, deren eigene Clients zu verwenden, die zudem teils tief in das System eingreifen. Die meisten Firmen erlauben es parallel auch, den Dienst manuell zu konfigurieren. Das ist bei NordVPN auch so, zumindest wenn man OpenVPN [2] nutzt. Hier lassen sich Konfigurationsdateien herunterladen [3]. Offiziell wird diese Methode für WireGuard nicht unterstützt, allerdings gibt es Anleitungen [4], um an die Daten zu gelangen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11261205

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reddit.com/r/nordvpn/comments/1skgmz6/horrible_update/
[2] https://openvpn.net/connect-docs/connect-for-macos.html
[3] https://nordvpn.com/de/blog/nordvpn-config-files/
[4] https://gist.github.com/bluewalk/7b3db071c488c82c604baf76a42eaad3
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
[7] mailto:bsc@heise.de

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Politisch motivierte Straftaten erreichen 2025 neuen Rekordwert

Von Telepolis — 17. April 2026 um 12:15
Nahaufnahme eines Polizeiautos

(Bild: Pradeep Thomas Thundiyil/Shutterstock.com)

Das BKA verzeichnet für 2025 so viele politisch motivierte Straftaten wie nie zuvor. Rund die Hälfte stammt aus dem rechten Spektrum.

Das Bundeskriminalamt hat für 2025 insgesamt 85.837 politisch motivierte Straftaten registriert – so viele wie nie seit Beginn der Erfassung im Jahr 2001. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von zwei Prozent. Seit 2015 hat sich die Zahl damit mehr als verdoppelt.

Wie aus den BKA-Daten bei der Süddeutschen Zeitung [1] hervorgeht, entfällt rund die Hälfte aller Fälle auf das rechte Spektrum: 42.544 Delikte, knapp 50 Prozent.

Noch im Tagesspiegel-Bericht vom Februar 2026 [2] hatten vorläufige Zahlen auf rund 41.000 rechte Straftaten hingedeutet – was einem Rückgang um vier Prozent gleichgekommen wäre. Die endgültigen Daten zeigen nun aber das Gegenteil: Auch im rechten Bereich stiegen die Zahlen erneut.

Dem linken Spektrum wurden 13.490 Straftaten zugeordnet – ein Plus von 35 Prozent. Weitere 6.886 Fälle hatten einen Bezug zu ausländischer Ideologie, 1.983 einen religiösen Hintergrund. Über 20.900 Taten ließen sich keiner dieser Kategorien eindeutig zuordnen.

Bundestagswahl als wesentlicher Treiber

Einen zentralen Faktor für den Rekordwert sieht das BKA in der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025. Rund um den Urnengang wurden etwa 10.000 politisch motivierte Straftaten gemeldet, darunter mehr als 7.000 Sachbeschädigungen – vorwiegend an Wahlplakaten – sowie rund 400 Propagandadelikte. Die Gewerkschaft der Polizei sprach angesichts dessen von einer "neuen Dimension". Neben dem aufgeheizten Wahlkampfklima im Inland verweist das BKA auch auf internationale Krisen wie den Nahostkonflikt als zusätzlichen Faktor.

Bei den rechts motivierten Gewalttaten liegen bislang vorläufige Zahlen vor: 1.521 Fälle – zwei Prozent mehr als im Vorjahr (1.488). Dazu zählen Delikte wie Körperverletzung, Landfriedensbruch oder gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr. Eine Gesamtübersicht der Gewalttaten über alle ideologischen Kategorien hinweg wurde noch nicht veröffentlicht.

Deutlicher Zuwachs im linken Spektrum

Besonders auffällig ist der starke Anstieg bei Straftaten aus dem linken Spektrum. Das Plus von 35 Prozent auf 13.490 Delikte fiel in einzelnen Bundesländern besonders deutlich aus.

Im Jahr 2024 verzeichneten Brandenburg (plus 124 Prozent) und Sachsen (plus 37 Prozent) die stärksten prozentualen Zuwächse im linken Spektrum; Nordrhein-Westfalen lag mit rund 1.180 Fällen absolut an der Spitze, ohne jedoch einen ähnlich starken prozentualen Anstieg zu zeigen.

2025 kehrte sich dieser Trend allerdings teilweise um – etwa in Brandenburg: Laut Brandenburger Innenministerium [3] gingen die Straftaten im linken Phänomenbereich dort um über 35 Prozent auf 756 Fälle zurück.

Der Grund: Viele linke Straftaten hatten 2024 mit Wahlen zu tun – etwa dem Abreißen von Wahlplakaten. Brandenburg erlebte in jenem Jahr mit Landtags-, Kommunal- und Europawahlen ein Superwahljahr. Als die Wahlkämpfe 2025 wegfielen, sanken auch die entsprechenden Fallzahlen.

Langfristiger Trend zeigt nach oben

Insgesamt zeichnen die BKA-Zahlen ein Bild wachsender politischer Polarisierung. Die Erfassung politisch motivierter Kriminalität erfolgt seit 2001 durch Bund und Länder in den Kategorien rechts, links, ausländisch-ideologisch, religiös und sonstig.

Langfristig zeigt sich ein fast ununterbrochener Aufwärtstrend – befeuert durch Wahlen, gesellschaftliche Konflikte und internationale Krisen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11262093

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.sueddeutsche.de/politik/bka-politische-straftaten-deutschland-rekord-li.3469026
[2] https://www.tagesspiegel.de/politik/polizeistatistik-rechts-motivierte-gewalttaten-nehmen-zu-15252021.html
[3] https://mik.brandenburg.de/mik/de/service/presse/pressemitteilungen/detail-pm-und-meldungen/~16-04-2026-pmk-2025

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