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Fitnesskette Basic-Fit: Mehr als 200.000 Mitglieder von Datenleck betroffen

Von Heise — 13. April 2026 um 15:36
Mehrere Fitnessgeräte in einem Raum

(Bild: Basic-Fit)

Bei einem IT-Vorfall haben sich Unbekannte Zugriff auf das System von Basic-Fit verschafft und dabei persönliche Informationen abgegriffen.

Ein unerlaubter Zugriff auf die Daten der börsennotierten Fitnesskette Basic-Fit betrifft Mitglieder in mehreren Ländern, davon allein 200.000 aus den Niederlanden. Er wurde kurz nach seiner Entdeckung am heutigen 13. April vom Sicherheitsteam des Fitness-Unternehmens gestoppt und den zuständigen Behörden gemeldet.

Durch das Datenleck gelangten personenbezogene Daten wie E-Mail-Adresse, Name und Mitgliederinformationen in fremde Hände. Zu Passwörtern und Ausweisdokumenten hatten die Unbefugten laut dem Unternehmen keinen Zugang.

Basic-Fit informierte nach eigenen Angaben [1] die betroffenen Kunden per E-Mail und versichert, dass bisher kein Datenmissbrauch nachgewiesen werden kann. Die Fitnesskette rät ihren Mitgliedern jedoch, besonders achtsam bei Phishing-Versuchen zu sein. Sie hat zudem eine eigene FAQ-Seite [2] erstellt, in der sich die Kunden über das Datenleck informieren können.

Basic-Fit betreibt laut eigenen Angaben 2150 Fitnessstudios in zwölf europäischen Ländern. Sie zählt knapp sechs Millionen Mitglieder.

Was können Hacker mit gestohlenen Daten machen?

Sie können sich beispielsweise in einem Phishing-Angriff mit gefälschten E-Mails als Basic-Fit ausgeben und vermeintlich nicht bezahlte Mitgliedsbeiträge oder andere Informationen einfordern. Bei Phishing-Verdacht ist es wichtig, nicht darauf einzugehen und auf keine Links zu klicken.

Fitnessapps und -studios sind häufig von Datenlecks betroffen. So gab es eine massive Datenpanne beim Sportanbieter „Urban Sports Club“ [3], in der tausende sensible Dateien auf einem öffentlich zugänglichen Cloudspeicher lagen. Bei der Ernährungs-App „MyFitnessPal“ [4] brachten Hacker 150 Millionen Nutzerdaten an sich.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11254982

Links in diesem Artikel:
[1] https://corporate.basic-fit.com/docs/Basic-Fit%20informs%20members%20of%20an%20unauthorised%20data%20access?q=3W97qQx2g4cDXrju5NrDeZ
[2] https://www.basic-fit.com/de-de/faq
[3] https://www.heise.de/news/Datenleck-bei-Urban-Sports-Club-Daten-Tausender-Mitglieder-waren-oeffentlich-9668240.html
[4] https://www.heise.de/news/Ernaehrungs-App-MyFitnessPal-150-Millionen-Nutzerdaten-abgegriffen-4009175.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:mho@heise.de

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„ClickFix“-Angriffe auf macOS jetzt auch via Script Editor

Von Heise — 13. April 2026 um 12:59
Website, die Apple nachahmt

Website, die Apple nachahmt: Nein, so schafft man auf dem Mac keinen Platz.

(Bild: Jamf)

Eine aktuell laufende Malware-Kampagne nutzt Apples Script Editor statt des Terminals, um den Datenklauer Atomic Stealer auf Macs einzuschleusen.

Sicherheitsforscher vom MDM-Spezialisten Jamf haben eine neue Variante der sogenannten ClickFix-Angriffstechnik entdeckt, bei der Nutzer dazu bewegt werden, Kommandos auf ihrem Mac auszuführen, die dann Malware installieren. Die neue Verteilmethode des bekannten Datenklauschädlings Atomic Stealer scheint darauf optimiert zu sein, einen neuen Schutz im macOS-Terminal [1] zu umgehen, den Apple mit macOS 26.4 eingeführt hatte. Dieser soll dafür sorgen, dass problematischer Code nicht mehr so leicht ausgeführt werden kann.

Wie Jamf Threat Labs in einer Analyse [2] schreibt, locken die Angreifer ihre Opfer auf eine gefälschte Apple-Webseite, die vorgibt, dabei zu helfen, Speicherplatz auf dem Mac freizugeben. Ein „Execute“-Button auf der Seite ruft dabei das applescript://-URL-Schema auf. Der Browser fordert daraufhin vom Nutzer die Erlaubnis, Script Editor zu öffnen – eine Aktion, die das Opfer womöglich arglos bestätigt.

Vom URL-Schema zum Datenklauer

Das eigentlich neue an der Methode liegt in der Nutzung des applescript://-URL-Schemas: Beim Aufruf startet Script Editor mit einem von der Website übergebenen, bösartigen AppleScript. Dieses Script führt nach der Ausführung durch den Nutzer eine verschleierte Befehlskette aus. Zunächst wird per curl-Kommando eine Payload von einem externen Server geladen, die nach Dekodierung anschließend an zsh übergeben wird. Eine zweite Stufe dekodiert per Base64 und gunzip weiteren Code, der schließlich die eigentliche Malware – ein Mach-O-Binary des Atomic Stealers – nach /tmp herunterlädt, erweiterte Attribute zum Ausführungsschutz entfernt und die Datei startbar macht.

Interessant dabei ist, dass die Installationskette dabei den Terminal-Paste-Schutz von macOS 26.4 umgeht. Apple hatte diese Schutzfunktion eingeführt, um Nutzer vor ClickFix-Angriffen zu warnen, wenn sie manipulierte Befehle ins Terminal einfügen, wobei das auch nicht immer funktioniert. Durch den Wechsel zu Script Editor wird dieser Mechanismus laut Jamf augenscheinlich ausgehebelt. Um die Malware aktiv zu schalten, muss der User allerdings noch den Abspielknopf (Play) in Script Editor klicken. Dass er das tun soll, wird auf der nachgeahmten Apple-Seite so mitgeteilt.

Was Atomic Stealer abgreift

Atomic Stealer ist ein schon seit 2023 aktiver Infostealer, der unter anderem über Telegram an Kriminelle vermarktet wird. Die Malware stiehlt unter anderem Keychain-Passwörter, Browser-Daten wie Autofill-Einträge, Cookies und Kreditkartennummern sowie Krypto-Wallets. Auch Dateien vom Desktop und aus dem Dokumentenordner können exfiltriert werden.

Neu ist die Verwendung von Script Editor zur Malware-Verbreitung eigentlich nicht, doch die Verbreitung via applescript://-Links ist neu. Nutzer sollten das Aufrufen des Script Editors über eine Website keinesfalls bestätigen. Apple hat bislang noch nicht auf die neue Methode reagiert. Es dürfte relativ leicht sein, diese zu verhindern.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11251412

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Angriffe-uebers-Terminal-Apple-verhindert-Kommando-Ausfuehrung-11226507.html
[2] https://www.jamf.com/blog/clickfix-macos-script-editor-atomic-stealer/
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/mac-and-i
[5] mailto:bsc@heise.de

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SSL-Konfigurationsfehler gefährdet VMware Tanzu Spring Cloud Gateway

Von Heise — 13. April 2026 um 11:51
Eine symbolische Updaterinnerung.

(Bild: Artur Szczybylo / Shutterstock.com)

Ein Sicherheitsupdate schließt eine Lücke im API-Gateway VMware Tanzu Spring Cloud Gateway.

Aufgrund eines Fehlers werden bestimmte SSL-Konfigurationen im API-Gateway VMware Tanzu Spring Cloud Gateway nicht angewendet – Nutzer bekommen davon nichts mit. Ein Patch löst nun die Problematik.

Instanzen vor möglichen Angriffen schützen

In einer Warnmeldung erläutern die Entwickler [1], dass es bei der Konfiguration von SSL-Bundles mittels spring.ssl.bundle zu Fehlern kommen kann. Das führt dazu, dass Einstellungen ignoriert werden und stattdessen die Standard-SSL-Konfiguration genutzt wird.

Nehmen Admins an dieser Stelle individuelle, sicherheitsrelevante Änderungen vor, die dann nicht übernommen werden, entsteht hier ein Sicherheitsrisiko.

Die Entwickler geben an, die Schwachstelle (CVE-2026-22750 „hoch“) in Spring Cloud Gateway 4.2.1 (Enterprise Support Only) geschlossen zu haben. Bislang gibt es noch keine Hinweise auf Attacken.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11254291

Links in diesem Artikel:
[1] https://spring.io/security/cve-2026-22750
[2] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[3] mailto:des@heise.de

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heise+ | Office-Headset Jabra Evolve3 85 im Test: Guter Klang ohne Mikrofonarm

Von Heise — 13. April 2026 um 09:30

Der Jabra Evolve3 85 soll ein Office-Kopfhörer sein. Doch im Test zeigt er, dass er mehr ist als das.

Der Jabra Evolve3 85 sieht eher aus wie ein Lifestyle-Kopfhörer als ein Office-Headset, denn das Mikrofon ist dezent integriert. Einziger optischer Hinweis auf die Business-Nutzung ist die dedizierte Microsoft-Teams-Taste. Der Test klärt, ob die Sprachqualität ohne sichtbares Bügelmikrofon trotzdem überzeugt.

Jabra verschalt den Kopfhörer mit zweckmäßigem Kunststoff, ein Teil des Kopfbügels und die Halterung für die Ohrmuscheln sind aus Metall. Ein Premiumgefühl kommt da nicht auf, angesichts von Preisen ab etwa 370 Euro (mit Qi-Ladepad 400 Euro) hätten wir etwas mehr erwartet. Immerhin macht der Kopfhörer keinen zerbrechlichen Eindruck. Mit nur 211 Gramm ist der Evolve3 85 außergewöhnlich leicht für einen Over-Ear-Kopfhörer. Verhältnismäßig viel Platz in den Ohrmuscheln steuert zu einem luftig-leichten Tragegefühl bei. Jabra schafft es, viel Platz für die Ohren mit einer schlanken Silhouette zu kombinieren. An ihrer dicksten Stelle messen die Ohrteile knapp 36 Millimeter inklusive Ohrpolster. Dadurch bleibt das Packmaß für einen Over-Ear-Kopfhörer spartanisch.

Verschiedene Tasten steuern Telefonate und Medienwiedergabe. Auf eine Touchfläche zur Bedienung verzichtet Jabra. Neben den üblichen Tasten, um Telefonate anzunehmen oder zu beenden, für die Lautstärkeregelung oder um zwischen aktiver Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancellation, ANC) und Transparenzmodus zu wechseln, findet sich eine Teams-Taste mittig auf der rechten Ohrmuschel. Ist der Kopfhörer mit macOS, Windows oder einem Android- oder iOS-Smartphone verbunden, holt ein Druck auf diese Taste Teams in den Vordergrund. Nutzten wir Teams im Browser unter Linux (getestet mit Fedora-Linux), bewirkte das Knöpflein dagegen nichts. Da das Headset Teams-zertifiziert ist, muss man während Anrufen nicht vor dem Computer sitzen, um das Mikro ein- oder abzustellen. Das kann man auch per Tastendruck fernab der Tastatur erledigen, zum Beispiel, während man sich einen Kaffee in der Küche holt. Telefoniert man, zeigt der Kopfhörer das mit zwei rot leuchtenden LEDs an, eins pro Seite.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11250481

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Office-Headset-Jabra-Evolve3-85-im-Test-Guter-Klang-ohne-Mikrofonarm-11250481.html
[2] https://www.heise.de/tests/Noise-Cancelling-Kopfhoerer-fuer-21-Euro-Das-taugt-der-Ugreen-HiTune-Max5c-11108904.html
[3] https://www.heise.de/tests/Over-Ear-Kopfhoerer-Grell-Audio-OAE2-im-Test-11074664.html
[4] https://www.heise.de/tests/Bluetooth-Kopfhoerer-Sennheiser-HDB-630-im-Test-10695643.html
[5] https://www.heise.de/tests/Sony-WH-1000XM6-im-Test-Gelungene-Evolution-des-Noise-Cancelling-Kopfhoerers-10380034.html
[6] https://www.heise.de/tests/Kopfhoerer-Test-Sennheiser-HD-505-mit-neutraler-Klangwiedergabe-10289832.html
[7] https://www.heise.de/tests/Im-Test-Professionelle-Kopfhoerersimulationen-fuer-Dolby-Atmos-10366378.html

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Langer Marsch 10: Chinas Mondrakete soll bereits Mitte 2026 starten

Von Patrick Klapetz — 13. April 2026 um 14:25
Statt eines Raumschiffs wird sich ein Satellit an Bord befinden. Er soll auf eine lunare Transferumlaufbahn gebracht werden.
Triebwerkstest der YF-100K-Triebwerke für die chinesische Mondrakete Langer Marsch 10 (Bild: x.com/@CNSpaceflight)
Triebwerkstest der YF-100K-Triebwerke für die chinesische Mondrakete Langer Marsch 10 Bild: x.com/@CNSpaceflight

Ursprünglich sollte die chinesische Mondrakete Langer Marsch 10A ihren Erstflug Ende 2026 antreten. Jetzt ist der Flug der zweistufigen Variante auf Mitte 2026 vorgezogen worden.

Die chinesische Behörde für bemannte Raumfahrt CMSA (China Manned Space Agency) hat dies bereits genehmigt. Der beschleunigte Zeitplan soll die Mondlandung bis 2030 absichern.

Auch bei der Fracht gibt es eine Veränderung. Die Rakete wird ohne das neue Besatzungsraumschiff Mengzhou (Traumschiff) starten. Der Starttermin dafür ist weiterhin für September 2026 vorgesehen. Das Raumschiff soll im Rahmen der Mengzhou-1-Mission zur chinesischen Tiangong-Raumstation aufbrechen.

Langer Marsch 10A: Mondsatellit statt Raumschiff

Stattdessen soll die Rakete Langer Marsch 10A einen Satelliten in die Mondtransferumlaufbahn (LTO: Lunar Transfer Orbit) befördern. Über den Raum-Zeit-Referenzsatelliten ist derzeit nur wenig bekannt. Seine Aufgabe könnte jedoch darin bestehen, die Navigation von Raumfahrzeugen im Mondorbit zu erproben.

Nach der Freisetzung im Erdorbit soll der Satellit von der Kinetica-2-Oberstufe, auch Kinastra (kraftvolles Patrouillenfahrzeug) oder Lijian-2 genannt, in den Mondorbit befördert werden. Entwickelt wurde das Transferraumfahrzeug vom kommerziellen Raumfahrtanbieter CAS Space.

Der Jungfernflug der Kinetica-2, eines Flüssigkraftfahrzeugs der Mittelklasse, erfolgte am 30. März 2026 . Dabei wurden drei Satelliten in den Orbit befördert. An Bord befand sich auch das neue Frachtraumschiff Qingzhou (Leichtes Schiff). Die notwendigen Triebwerktests für den Start wurden Mitte März durchgeführt .

Chinesische Mondsatelliten und ihre Aufgaben

Bei dem neuen Raum-Zeit-Referenzsatelliten handelt es sich nicht um den ersten chinesischen Mondsatelliten. Im Jahr 2024 wurde der Kommunikationssatellit Queqiao-2 (Elsterbrücke) zur erdabgewandten Seite des Mondes geschickt. Ohne ihn wäre die Probenrückführung mit der Sonde Chang'e-6 nicht möglich gewesen.

Sechs Jahre zuvor, im Jahr 2018, wurde der erste Queqiao-Satellit zum Erde-Mond-Lagrange-Punkt L2 gebracht. Wenn die beiden Satelliten nicht für die Chang'e-Missionen benötigt werden, führen sie Relaistests mit den kleinen Satelliten Tiandu-1 und Tiandu-2 (Himmelshauptstadt) durch.

Kommunikation am Mond

Die beiden Tiandu-Satelliten wurden gemeinsam mit Queqiao-2 gestartet. Dabei handelt es sich nicht um einfache Forschungssatelliten, sondern um Testlabors für das chinesische Navigationsnetzwerk am Mond. Damit macht sich China unabhängig von den US-amerikanischen Systemen und bereitet sich auf den Aufbau der internationalen Mondforschungsstation ILRS vor.

Langfristig plant China, am Mond die Queqiao-Konstellation zu errichten , um die Kommunikation mit bemannten Raumfahrzeugen, Fernerkundungssatelliten und Raumstationen rund um den Erdtrabanten zu ermöglichen.

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Anzeige: Tablet Xiaomi Redmi Pad 2 Pro zum Tiefpreis bei Amazon

Von Antje Lüth — 13. April 2026 um 14:05
Das Tablet Xiaomi Redmi Pad 2 Pro mit 12,1''-Display, 120 Hz Bildwiederholrate und 12.000 mAh ist bei Amazon stark reduziert.
Tablet Xiaomi Redmi Pad 2 Pro (Bild: amazon.de/xiaomi) amazon Affiliate

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Tablet Xiaomi Redmi Pad 2 Pro Bild: amazon.de/xiaomi

Das Xiaomi Redmi Pad 2 Pro erweist sich mit seiner starken Performance, seiner flüssigen Wiedergabe und seinem langlebigen Akku als vielseitiges Tablet für Unterhaltung und Multitasking. Damit stellt es eine erschwingliche Alternative zu Geräten von Samsung und Apple dar. Bei Amazon ist es zurzeit besonders günstig.

Xiaomi Redmi Pad 2 Pro: 12,1''-Display mit 120 Hz

Xiaomi setzt beim Redmi Pad 2 Pro auf ein 12,1'' großes Display, das bei einer 2,5-K-Auflösung von 2.048x1.536 Pixeln, 1,07 Milliarden Farben und einer Spitzenhelligkeit von 600 Nits lebendige Bilder mit gestochen scharfen Details liefert. Mit adaptiven Bildwiederholraten von 120 Hz gibt das Tablet auch Videostreams und Online-Games flüssig wieder und ermöglicht reibungsloses Scrolling durch Websites und Nachrichten. Dank Wet-Touch-Technologie ist es auch mit feuchten Fingern gut zu bedienen, während eine Zertifizierung durch den TÜV Rheinland augenschonende Eigenschaften bestätigt.

Dolby-Atmos-Lausprecher und solide Kameraausstattung

Untermalt werden die visuellen Eindrücke von einem kraftvollen Sound aus den vier integrierten Lautsprechern. Sie unterstützen Dolby Atmos und bieten damit immersive Hörerlebnisse bei Filmen, Spielen und Musik. Für Schnappschüsse, Selfies und Videogespräche stehen eine Front- und eine Hauptkamera mit jeweils 8 MP zur Verfügung.

Leistungsstarker Prozessor und hohe Speicherkapazität

Im Hintergrund arbeitet ein Snapdragon 7s Gen 4 mit Taktraten von bis zu 2,7 GHz, der in Kombination mit 8 GByte RAM anspruchsvolle Anwendungen und Multitasking mühelos bewältigt. Als interner Speicher stehen 256 GByte zur Verfügung, die sich durch microSD-Karten um bis zu 2 TByte erweitern lassen.

Langlebiger Akku für intensive Nutzung

Ein weiterer Pluspunkt des Xiaomi Redmi Pad 2 Pro ist der starke Akku, der mit einer Kapazität von 12.000 mAh laut Hersteller auf rund 14 Stunden Videowiedergabe, 105 Stunden Musikstreaming oder 83 Tage Stand-by ausgelegt ist. Außerdem unterstützt er Reverse Charging mit 27 W, so dass das Tablet die Funktion einer Powerbank übernehmen und unterwegs andere Geräte mit Energie versorgen kann.

Das Xiaomi Redmi Pad 2 Pro bei Amazon

Amazon bietet das Xiaomi Redmi Pad 2 Pro

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in Grau oder Silber zurzeit für nur 264,99 Euro an - günstiger war es dort bisher noch nie. Wer sich ein leistungsstarkes Tablet zum günstigen Preis sichern möchte, sollte sich diesen Deal nicht entgehen lassen und zugreifen, solange er noch verfügbar ist.

XIAOMI REDMI Pad 2 Pro, 8+256GB

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Neben dem Xiaomi Redmi Pad 2 Pro sind bei Amazon auch andere Tablets zu reduzierten Preisen erhältlich. Das Tabwee T60 Pro

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mit 13,4'', 120 Hz und 10.000 mAh gibt es inklusive Maus, Tastatur und Stift für 186,99 Euro.

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Ebenfalls im Angebot ist ein Tablet von Whitedeer

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mit 10'', 1280x800 Pixeln und 5.000 mAh, das als Einsteigermodell schon für 75,99 Euro zu haben ist.

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Weitere Tablet-Deals sind hier zu finden:

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Rapidus: Japan investiert weitere 4 Milliarden Euro in 2-nm-Fertigung

Von Johannes Hiltscher — 13. April 2026 um 14:00
Neben direkten Subventionen für den Halbleiterhersteller gibt es auch Geld für Japans ersten 1,4-nm-Chip.
Gerenderte Ansicht der beiden aktuell geplanten Rapidus-Fertigungslinien. (Bild: Rapidus)
Gerenderte Ansicht der beiden aktuell geplanten Rapidus-Fertigungslinien. Bild: Rapidus

Der japanische Staat ist, neben einer Reihe an Firmen, der wichtigste Geldgeber für den Halbleiterhersteller Rapidus . Der baut aktuell mithilfe von IBM in Chitose auf der Insel Hokkaido eine 2-nm-Fertigung auf. Dafür bewilligte das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie für das Haushaltsjahr 2026 weitere 631,5 Milliarden Yen (rund 3,4 Milliarden Euro), wie die Wirtschaftszeitung Nikkei Asia berichtet . Mit dem Geld soll die Verbesserung der Ausbeute an funktionsfähigen Chips (Yield) finanziert werden.

Allein an Rapidus zahlte die japanische Regierung mittlerweile 2,35 Billionen Yen (rund 13,7 Millionen Euro) an Subventionen. Das Unternehmen macht derweil weitere Schritte auf dem Weg zur Serienfertigung, die 2027 starten soll : Das Analysezentrum, das die elektrische Charakterisierung von Chips vornehmen kann und über chemische und physikalische Analyseverfahren eng mit der Entwicklung verzahnt ist, wurde offiziell eröffnet .

Auch beim Advanced Packaging, das Rapidus ebenfalls selbst anbieten will, gibt es Fortschritte: Der Bereich Rapidus Chiplet Solutions (RCS) nahm mittlerweile den Betrieb voll auf.

Weiteres Geld für Rapidus-Kunden

Neben den neuen Fördermitteln für Rapidus ist auch die öffentliche Förderung des ersten geplanten 1,4-nm-Chips gesichert, wie die Zeitung Yomiuri Shimbun berichtet : Fujitsu hatte für die Entwicklung eines KI-Beschleunigers rund 313 Millionen Euro an Subventionen beantragt . Gefertigt werden soll der Chip mit Rapidus' nächster Prozessgeneration.

Auch IBM Japan erhält 17,5 Milliarden Yen (rund 95 Millionen Euro), ebenfalls für die Entwicklung eines KI-Beschleunigers. Diese Subventionen wurden von der New Energy and Industrial Technology Development Organization (Nedo) vergeben, die neben Forschung und Entwicklung für die Förderung von Industrieprojekten zuständig ist.

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Apple arbeitet angeblich an vier verschiedenen Designs der ersten Smartglasses

Von Heise — 13. April 2026 um 05:03
Tim Cook mit Apple-Kunden 2025 in Detroit

Apple-Chef Tim Cook mit Apple-Kunden in Detroit im September 2025

(Bild: Apple)

Die ersten Apple-Smartglasses sollen gleich mit unterschiedlichen Gestellen kommen. Die Kamera soll oval statt rund sein, wenn die Brillen wohl 2027 erscheinen.

Dass Apple an eigenen smarten Brillen arbeitet, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Doch jetzt wird berichtet, dass der iPhone-Konzern bereits bei der ersten Version seiner Smartglasses mindestens vier verschiedene Brillen-Designs entwickelt hat, die in unterschiedlichen Farben verfügbar sein werden. Zudem könnte die Kamera oval statt rund sein, um sich von anderen Smartglasses abzusetzen. Nach bisheriger Planung sollen die Apple-Smartglasses 2027 auf den Markt kommen.

Letzten Herbst hieß es noch, dass Apple angeblich wegen Meta gleich eine Display-Brille bauen will [1], nachdem Meta Platforms mit der „Ray-Ban Display“ Smartglasses mit integriertem Bildschirm und sEMG-Armband enthüllt [2] hatte. Daraufhin stampfte Apple offenbar eine leichte Version des eigentlich für 2027 geplanten Vision Pro VR-Headsets ein und hat die eigenen Ressourcen auf die Entwicklung von Bildschirmbrillen verschoben.

Apple-Smartglasses mit hochwertigem Gestell

Jetzt berichtet der bekannte Apple-Insider Mark Gurman bei Bloomberg [3] vom aktuellen Stand der Smartglasses-Entwicklung Apples. Nach Angaben von an dem Projekt arbeitenden Mitarbeitern plant der Konzern eine enge Verknüpfung mit dem iPhone und dessen Ökosystem. Dessen KI-Assistent Siri soll mit iOS 27 bis nächstes Jahr deutlich verbessert werden, was zeitlich zur Einführung der ersten Apple-Smartglasses passen würde.

Dabei beschränkt sich Apple wohl nicht auf ein einziges Brillengestell. Zwar werden die Apple-Smartglasses von EssilorLuxottica hergestellt, die auch Metas smarte Brillen produzieren und mit denen der Facebook-Konzern derzeit über achtzig Prozent Marktanteil hält [4]. Doch Apple setzt angeblich auf Vielfalt und hochwertiges Material. So wurden die letzten Muster aus Acetat gefertigt, einem biobasierten Kunststoff auf Basis natürlicher Rohstoffe, der sich bei hochwertigen Brillenrahmen durch hohe Festigkeit, Farbvielfalt und Langlebigkeit auszeichnen soll.

Mindestens vier verschiedene Gestelle

Dabei hat Apples Design-Team mindestens vier verschiedene Gestelle entwickelt, von denen einige oder vielleicht sogar alle angeboten werden könnten. Dazu gehört ein großes rechteckiges Gestell, wie die bekannten „Ray-Ban Wayfarer“, ein schlankeres rechteckiges Design, das der Brille von Apple-Chef Tim Cook ähneln soll, ein Gestell mit großen ovalen oder kreisrunden Gläsern sowie ein kleineres, feineres, ovales oder kreisförmiges Brillen-Design. Farblich prüft Apple eine Reihe von Vorschlägen, etwa Schwarz, Ozeanblau und ein helles Braun. Ziel sei es, ein „ikonisches, leicht wieder erkennbares Design“ zu entwickeln.

Dazu dürfte auch das Design der Kameralinse gehören, denn diese soll nicht einfach rund sein, wie bei gängigen Smartglasses und Smartphones, sondern oval – vertikal ausgerichtet. Das könnte an ovale Augen etwa von Cartoon-Figuren oder Puppen erinnern. Die Linsen sollen dabei allerdings von Lichtern umgeben sein.

Laut Gurman sollen die intern unter dem Projektnamen N50 laufenden Smartglasses gegen Ende 2026 vorgestellt werden und 2027 in den Handel kommen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11253761

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Angeblich-wegen-Meta-Apple-will-jetzt-gleich-eine-Display-Brille-bauen-10699579.html
[2] https://www.heise.de/news/Meta-enthuellt-Ray-Ban-Display-Smart-Glasses-mit-Bildschirm-und-sEMG-Armband-10660806.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-04-12/apple-ai-smart-glasses-features-styles-colors-cameras-giannandrea-leaving-mnvtz4yg
[4] https://www.heise.de/news/Smart-Glasses-Meta-haelt-ueber-achtzig-Prozent-Marktanteil-11196844.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:fds@heise.de

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Papierdünner LED-Nachfolger: Wenn Kunstlicht wie Sonnenlicht wirkt

Von Marcel Kunzmann — 13. April 2026 um 06:00
Lichtquelle als Punkte

Symbolbild: Neuartige LEDs könnten in Zukunft für ultraflache, natürliche Lichtquellen sorgen

(Bild: rarinlada/Shutterstock.com)

Forscher haben eine LED entwickelt, die kaum dicker ist als Tapete und das Spektrum des Sonnenlichts nahezu vollständig nachbildet. Was steckt dahinter?

Forscher haben eine LED entwickelt, die so dünn wie Papier ist und dabei ein warmes, sonnenähnliches Licht abgibt. Die Studie wurde im Fachjournal ACS Applied Materials & Interfaces veröffentlicht [1].

Die neue Technologie könnte künftig in Smartphone- und Computerbildschirmen sowie in der allgemeinen Raumbeleuchtung eingesetzt werden – und dabei laut den Entwicklern den menschlichen Schlaf weniger stören als herkömmliche Kunstlichtquellen.

"Diese Arbeit zeigt, dass ultradünne, großflächige Quantum-Dot-LEDs, die das Sonnenspektrum eng nachbilden, machbar sind", erklärte [2] Xianghua Wang, einer der verantwortlichen Autoren der Studie, gegenüber Science Daily.

"Diese Geräte könnten augenfreundliche Displays der nächsten Generation, adaptive Innenraumbeleuchtung und sogar wellenlängenabstimmbare Lichtquellen für den Gartenbau oder Anwendungen im Bereich des menschlichen Wohlbefindens ermöglichen."

Quantum Dots: Halbleiterpartikel statt Farbstoff

Bisherige Ansätze für naturnahes Kunstlicht setzten auf flexible LEDs mit roten und gelben phosphoreszierenden Farbstoffen, die ein kerzenähnliches Licht erzeugten. Eine neuere Alternative sind sogenannte Quantum Dots – winzige Halbleiterpartikel, die elektrische Energie in farbiges Licht umwandeln.

Andere Forschungsgruppen hatten Quantum Dots bereits genutzt, um weiße LEDs herzustellen. Das vollständige Spektrum des Sonnenlichts nachzuahmen, blieb jedoch schwierig – insbesondere in den gelben und grünen Wellenlängenbereichen, in denen Sonnenlicht am stärksten leuchtet.

Lei Chen und sein Team sowie die Gruppe um Wang wollten genau dieses Problem lösen. Dazu synthetisierte das Team zunächst rote, gelbgrüne und blaue Quantum Dots, die jeweils mit einer Zink-Schwefel-Schale ummantelt wurden. Anschließend bestimmten sie das genaue Mischverhältnis der drei Farben, das dem Emissionsspektrum des Sonnenlichts am nächsten kommt.

Auf dieser Grundlage bauten sie eine weiße Quantum-Dot-LED – kurz QLED – auf einem Glasträger aus Indiumzinnoxid auf. Schicht für Schicht wurden elektrisch leitfähige Polymere, die Quantum-Dot-Mischung, Metalloxidpartikel und schließlich eine Aluminium- oder Silberschicht aufgetragen.

Die Quantum-Dot-Schicht selbst misst nur wenige Dutzend Nanometer – deutlich dünner als herkömmliche Farbkonversionsschichten. Das Ergebnis ist eine weiße QLED, deren Gesamtdicke mit der von Tapete vergleichbar ist.

Weniger Blaulicht, bessere Farbwiedergabe

In ersten Tests zeigte die dünne QLED bei einer Betriebsspannung von 11,5 Volt ihre beste Leistung und gab dabei das hellste, warme weiße Licht ab. Das emittierte Licht weist laut den Forschenden eine höhere Intensität im roten Wellenlängenbereich und eine geringere im blauen auf – eine Eigenschaft, die sie als vorteilhaft für Schlaf und Augengesundheit bewerten.

Bei der Farbwiedergabe – also der Fähigkeit, Objekte in ihrer wahren Farbe erscheinen zu lassen – erzielte die QLED einen Wert von über 92 Prozent auf dem sogenannten Farbwiedergabeindex (Color Rendering Index, CRI), einem Standardmaß für die Qualität von Lichtquellen.

In weiteren Experimenten fertigten die Forscher 26 weiße QLED-Geräte an, die dieselben Quantum Dots, aber unterschiedliche elektrisch leitfähige Materialien verwendeten, um die Betriebsspannung zu optimieren. Diese Lichtquellen benötigten nur noch 8 Volt, um ihre maximale Lichtleistung zu erreichen. Rund 80 Prozent der Geräte übertrafen dabei den Helligkeitszielwert für Computermonitore.

Anwendungen weit über den Wohnraum hinaus

Beide Technologien – QLED und OLED – eröffnen Anwendungsfelder jenseits der klassischen Raumbeleuchtung. Wang nannte in seiner Stellungnahme ausdrücklich den Einsatz in der Hortikultur – also der Pflanzenaufzucht unter künstlichem Licht – sowie in Anwendungen zur Förderung des menschlichen Wohlbefindens.

Die Forscher um Wang und Chen sehen in ihrer Entwicklung einen Beleg dafür, dass die Kombination aus Sonnenlichtspektrum und Papierdünne technisch realisierbar ist – und damit eine Grundlage für kommende Generationen von Displays und Beleuchtungssystemen gelegt wurde.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11247243

Links in diesem Artikel:
[1] https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acsami.5c10632
[2] https://www.sciencedaily.com/releases/2025/10/251010091543.htm

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Ungarn: Orbán gesteht Niederlage ein – Tisza-Partei vor Zweidrittelmehrheit

Von Matthias Lindner — 12. April 2026 um 21:52
Der scheidende ungarische Ministerpräsident Victor Orban spricht auf der CPAC Texas-Konferenz 2022 in Hilton Anatole

(Bild: lev radin / Shutterstock.com)

Nach 16 Jahren an der Macht verliert Viktor Orbán die Wahl in Ungarn. Peter Magyars Tisza-Partei liegt klar vorn. Die Folgen sind weitreichend.

Viktor Orbán räumt seine Wahlniederlage ein. Der ungarische Regierungschef bezeichnet das Ergebnis als eindeutig und schmerzhaft – er werde künftig aus der Opposition heraus arbeiten. Damit endet seine 16-jährige Amtszeit als Ministerpräsident.

Peter Magyar führt die oppositionelle Tisza-Partei zum Sieg. Bei knapp der Hälfte ausgezählter Stimmen zeichnet sich ein klarer Vorsprung ab: Die Wahlbehörde rechnet [1] laut Reuters mit 135 von 199 Parlamentssitzen für Tisza. Magyar berichtet zudem von einem Glückwunschanruf des scheidenden Regierungschefs.

Verfassungsändernde Mehrheit ermöglicht Systemwechsel

Die prognostizierte Mandatszahl verschafft der neuen Regierung weitreichende Gestaltungsmacht: Mit mehr als zwei Dritteln der Sitze kann Magyar grundlegende Änderungen durchsetzen. Er kündigte bereits an, gegen Korruption vorzugehen und die Gewaltenteilung zu stärken.

Über 77 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab – eine Beteiligung, die frühere Wahlen deutlich übertrifft. Gleichzeitig häufen sich laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) Berichte über illegale Wahlbeeinflussung. Magyar spricht von mehreren tausend Hinweisen auf gekaufte Stimmen.

Brüssel und Kiew profitieren vom Machtwechsel

Der Regierungswechsel verändert die europäische Landkarte. Ein Kredit über 90 Milliarden Euro für die Ukraine rückt näher, und auch eingefrorene Mittel für Ungarn könnten wieder fließen – die EU-Kommission hatte Zahlungen wegen rechtsstaatlicher Mängel gestoppt.

Zugleich verliert Moskau einen wichtigen Partner in Europa. Orbán pflegte enge Beziehungen zu Wladimir Putin und blockierte wiederholt EU-Beschlüsse zur Ukraine-Hilfe. Magyar hingegen strebt einen Kurswechsel an und will die Zusammenarbeit mit Brüssel verbessern.

Ehemaliger Vertrauter wird zum Herausforderer

Magyar gehörte lange zum inneren Kreis der Regierungspartei – seine frühere Ehefrau amtierte als Justizministerin. Vor gut zwei Jahren wandte er sich jedoch öffentlich ab und nannte systematischen Machtmissbrauch als Grund.

Im Wahlkampf setzte der Oppositionspolitiker auf direkten Bürgerkontakt und besuchte Hunderte Ortschaften im ganzen Land. Diese Strategie durchbrach die bisherige Dominanz von Fidesz auf dem Land, wo die Regierungspartei traditionell ihre stärkste Basis hatte.


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https://www.heise.de/-11253737

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reuters.com/world/hungary-election-2026-live-viktor-orbans-fidesz-faces-challenge-opposition-peter-2026-04-12/

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Trump droht mit Blockade der Straße von Hormus

Von Matthias Lindner — 12. April 2026 um 18:55
Satellitenbild der Straße von Hormuz

(Bild: Aerial Viewer / Shutterstock.com)

Nach gescheiterten Gesprächen mit dem Iran kündigt Trump eine Blockade der Straße von Hormus an. Die Lage am Persischen Golf spitzt sich erneut zu.

Die Straße von Hormus [1], eine Schlagader der Weltwirtschaft, bleibt wohl auf unbestimmte Zeit geschlossen. Nicht nur iranische Kräfte wollen die Durchfahrt von Schiffen verhindern, jetzt will dies auch US-Präsident Donald Trump.

In einem Post auf seiner Plattform Truth Social kündigte er laut [2] Bloomberg an, dass die Meerenge mit sofortiger Wirkung abgeriegelt wird. Die US-Marine solle sämtliche Schiffe stoppen, die in die Meerenge einfahren oder sie verlassen wollen.

Ferner ordnete er an, auf hoher See jedes Schiff abzufangen, das iranische Transitgebühren entrichtet hat.

Verhandlungen in Islamabad ohne Ergebnis

Trumps Drohung kam nur Stunden nach dem Scheitern direkter Gespräche mit dem Iran [3] in der pakistanischen Hauptstadt.

Vizepräsident JD Vance hatte dort gemeinsam mit den Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner rund 21 Stunden lang mit einer 71-köpfigen iranischen Delegation unter Parlamentspräsident Mohammad-Bagher Ghalibaf verhandelt.

Nach Trumps Darstellung gab es in den meisten Fragen Fortschritte – beim Atomprogramm jedoch nicht, heißt es bei [4] Reuters.

In einem Bloomberg-Bericht hieß es dagegen [5], dass beide Seiten auf ihre maximalistischen Positionen bestanden hätten. Ein Experte erklärte demnach, dass die Gespräche deswegen von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen seien.

Auch wenn die iranische Seite die Forderungen aus Washington als übertrieben zurückwies, hielt sie sich die Tür für weitere Verhandlungen offen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran erklärte, niemand habe erwarten können, sämtliche Differenzen in einer einzigen Sitzung auszuräumen.

Das ergebnislose Ende stellt den erst eine Woche zuvor vereinbarten Waffenstillstand infrage – nach sechs Wochen Krieg mit Tausenden Toten.

Streit um iranische Mautgebühren

Im Zentrum des Konflikts steht Teherans Versuch, Geld für die Passage durch die Meerenge von Hormus zu verlangen. Der Iran hatte Tarife von bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Schiff in Aussicht gestellt.

Noch vor dem Waffenstillstand sollen einzelne Durchfahrten gegen Bezahlung stattgefunden haben, wobei die genaue Zahl unklar bleibt. Der iranische Verband der Öl- und Gasexporteure schlug laut [6] Financial Times (FT) vor, Zahlungen in Kryptowährung abzuwickeln, um amerikanische Sanktionen zu umgehen.

Trump stuft diese Praxis als "weltweite Erpressung" ein.

In seinem Beitrag kündigte er zusätzlich an, iranische Minen in der Meerenge zu zerstören und bei Beschuss hart zurückzuschlagen. Weitere Staaten sollten sich der Blockade anschließen – welche genau, ließ er offen.

Rechtslage: Gebühren auf natürlichen Wasserstraßen umstritten

Fachleute für Seerecht halten die iranischen Forderungen für nicht vereinbar mit geltendem Völkerrecht.

Schifffahrtsanalyst Yörük Işik warnte laut FT, ein solches System könne "Jahrhunderte des Seerechts auf den Kopf stellen".

Andrew Serdy, Professor für Seevölkerrecht an der Universität Southampton, ordnete die Meerenge dem allgemeinen internationalen Seerecht zu – im Gegensatz zu Suez- oder Panamakanal, für die eigene Vertragswerke gelten.

Juristisch eindeutig ist die Lage dennoch nicht. Weder Washington noch Teheran haben das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen ratifiziert. Und der Iran erklärte bereits bei der Unterzeichnung 1982, Staaten ohne Beitritt zum Abkommen dürften die Meerenge nicht frei passieren. Gemeint waren damit damals schon die USA.

Hormus als Nadelöhr der globalen Energieversorgung

Im Normalfall passiert mehr als ein Fünftel aller weltweit auf dem Seeweg transportierten Öl- und Gasmengen die Straße von Hormus. Die Kampfhandlungen der vergangenen Wochen brachten den Verkehr dort fast vollständig zum Erliegen.

Am Sonntag steuerten laut Bloomberg zwei leere Supertanker Richtung Persischer Golf, kehrten aber kurz vor Ende der Gespräche um.

Marktanalyst Nick Twidale rechnet laut Bloomberg mit steigenden Ölpreisen [7] zum Wochenbeginn. Das Analysehaus Kpler schätzt demnach, dass ein dauerhaftes Mautsystem dem Iran und Oman zusammen jährlich fünf bis acht Milliarden US-Dollar einbringen könnte.

Meerengen-Zölle: Ein Blick in die Geschichte

Staaten nutzten strategische Engpässe auf See schon vor Jahrhunderten als Einnahmequelle. Im späten 18. Jahrhundert mussten Handelsschiffe, die durch die Dardanellen in Richtung Schwarzes Meer segelten, den Osmanen eine Gebühr namens İzn-i sefînei entrichten.

Für eine Ladung von rund 50 Tonnen Weizen fielen etwa 300 Silbermünzen an – nach heutigem Wert ungefähr 15.000 US-Dollar. Das Osmanische Reich betrachtete das Schwarze Meer als privates Binnengewässer und leitete daraus das Recht ab, jeden Zugang zu kontrollieren.

Noch langlebiger war der dänische Öresundzoll. Ab etwa 1429 mussten Schiffe im Hafen von Helsingör – dem Schauplatz von Shakespeares Hamlet – anlegen und ein bis fünf Prozent ihres Ladungswerts an die dänische Krone abführen.

Erst als die aufstrebenden Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert gegen solche Abgaben vorgingen, geriet das System unter Druck. Ein Bericht des britischen Unterhauses bezeichnete die Zölle damals als "die verwerflichsten Steuern, die den Handel belasten".

1857 einigten sich die beteiligten Staaten in einem Vertrag darauf, Dänemark für den Wegfall der Einnahmen zu entschädigen und die Praxis endgültig zu beenden.

Die Straße von Hormus unterscheidet sich von all diesen Fällen in einem zentralen Punkt: Der Iran beherrscht nur eine Küstenseite. Seefahrthistorikerin Helen Doe von der Universität Exeter betonte gegenüber FT, bei früheren Konflikten um Meerengen habe stets ein Staat beide Ufer kontrolliert.

Reederverbände und Golfstaaten lehnen Teherans Vorstoß entschieden ab. Phillip Belcher vom Tankerverband Intertanko stellte gegenüber FT klar: "Wir glauben nicht, dass die Zahlung von Gebühren mit dem Völkerrecht vereinbar ist".


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https://www.heise.de/-11253700

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Strasse-von-Hormus-Alle-stecken-fest-nur-iranisches-Oel-fliesst-11206657.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-12/trump-says-us-will-begin-blockade-of-ships-to-and-from-hormuz
[3] https://www.heise.de/tp/article/Iran-USA-Verhandlungen-Zeit-gewonnen-Krieg-verschoben-11171183.html
[4] https://www.reuters.com/world/asia-pacific/trump-says-us-start-blockading-strait-hormuz-2026-04-12/
[5] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-12/us-hasn-t-reached-agreement-with-iran-vance-says
[6] https://www.ft.com/content/9a5294cf-0b64-4201-b88c-12ba586bb4fd
[7] https://www.heise.de/tp/article/Erdoel-Schock-Wie-der-Iran-Krieg-Preise-und-Zinsen-treibt-11203608.html

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Crime-as-a-Service: Regierung warnt vor hochprofessionellen kriminellen Netzen

Von Heise — 12. April 2026 um 16:16
Person arbeitet an einem Schreibtisch mit zwei Monitoren, auf denen komplexe Software- und Netzwerkdiagramme angezeigt werden.

Symbolfoto

(Bild: DC Studio/Shutterstock.com)

Ransomware bis Gewalt auf Bestellung: Der Staat reagiert auf die Umwandlung krimineller Gruppen in arbeitsteilige Ökonomien, die ihre Taten online koordinieren.

Die Zeiten, in denen organisierte Kriminalität (OK) als starr strukturierte Gruppierung agierte, gehört der Vergangenheit an. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zeichnet die Bundesregierung das Bild einer hochflexiblen, funktional organisierten kriminellen Ökonomie. Das Schlagwort lautet „Crime-as-a-Service“ (CaaS) [1]: Kriminelle Gruppen gehen dazu über, spezialisierte Dienste einzukaufen, um getrennte Teilprozesse ihrer Taten abzudecken.

Anstatt alle Kompetenzen im eigenen Haus zu bündeln, agieren moderne Täterstrukturen laut der Auskunft konspirativ, international vernetzt [2]. Sie nutzten modernste Technologien sowie Messenger-Dienste, um sich regelmäßig neue, profitable Handlungsfelder zu erschließen.

Supermarkt der Schattenwirtschaft

Im Bereich der Cyberkriminalität ist dieses Modell zum Standard geworden. Dem federführenden Innenministerium zufolge ist CaaS ein elementarer Bestandteil dieses Sektors. In der digitalen Underground Economy werde ein Großteil der für Cyberattacken benötigten Komponenten als Dienstleistung angeboten. Das senke Eintrittshürden: Auch technisch weniger versierte Akteure würden in die Lage versetzt, komplexe Angriffe durchzuführen.

Prominentes Beispiel ist „Ransomware-as-a-Service“ [3]. Dabei vermarkten spezialisierte Entwickler ihre Schadsoftware und stellen sie „Affiliates“ gegen Gebühr oder eine Beteiligung am erpressten Lösegeld zur Verfügung.

Ein Faktor für Planung, Koordination und Verschleierung dieser Aktivitäten ist der Einsatz digitaler Kommunikations- und Infrastruktursysteme. Die Exekutive betont, dass diese strukturellen Entwicklungen systematisch erfasst und analysiert werden müssten, um eine wirksame strategische Bekämpfung zu ermöglichen.

Gewalt auf Bestellung: Perfides Outsourcing

Die Auslagerung von Tatbeiträgen beschränkt sich nicht auf die digitale Welt. Die Regierung berichtet von einer Zunahme von „Violence-as-a-Service“. Dabei werden teils schwerste Auftragstaten wie Drohungen unter Verwendung von Explosivstoffen, physische Gewalt oder sogar Tötungsdelikte über digitale Plattformen koordiniert.

Erschreckend sei vor allem die Rekrutierung, heißt es: Insbesondere Minderjährige und junge Erwachsene würden für diese Aufgaben angeworben. Schweden gilt als stark betroffen und hat ein vierstufiges Rekrutierungsmodell identifiziert, das vom Auftraggeber über Vermittler bis zum ausführenden Täter reicht.

Die Hintermänner nutzen gezielte Strategien zur Risikominimierung, um hochrangige Mitglieder der Netzwerke zu schützen und das Entdeckungsrisiko zu verringern. Zudem dient die Ansprache Jugendlicher der Kostenminimierung, da diese oft geringere Entlohnungen akzeptieren oder leichter manipuliert und ausgebeutet werden können. Zugleich ermöglichen die Kontaktnetzwerke dieser jungen Täter kriminellen Gruppen neue Zugänge zu Abnehmern etwa von Drogen und fördern die territoriale Verankerung. Die Trennung von Planung, Steuerung und operativer Durchführung erschwert die Zurechenbarkeit von Verantwortung.

Professionelle Geldwäsche und Identitätsbetrug

Daneben umfasst das Portfolio krimineller Dienstleister Angebote in den Bereichen Geldwäsche, Fälschungskriminalität oder die Bereitstellung technischer Infrastruktur wie verschlüsselter Messenger. Zwar waschen laut einer Europol-Studie noch immer 96 Prozent der untersuchten Netzwerke ihre Erträge selbst. Doch der Zugriff auf spezialisierte externe Dienstleister wird beliebter. Diese Profis nehmen inkriminierte Vermögenswerte an und zahlen dafür „sauberes“ Geld an ihre Kunden aus.

Ferner verwenden OK-Mitglieder verstärkt gefälschte oder gestohlene Identitätsdokumente, um unentdeckt zu bleiben und ihre Aktivitäten über lange Zeiträume fortzusetzen. Auch dafür werden teils externe Angebote genutzt, sofern die Gruppen diese Leistungen nicht selbst erbringen können. Das korrespondiert mit einem steigenden Gewaltpotenzial, was Konflikte zwischen rivalisierenden Gruppen vermehrt in den öffentlichen Raum trägt. Das Innenressort sieht in dieser schleichenden Unterwanderung von Staat und Gesellschaft durch OK-Strukturen ein erhebliches Gefahrenpotenzial.

Strategische Gegenmaßnahmen

Die Antwort der Sicherheitsbehörden besteht aus mehr internationaler Zusammenarbeit. Ziel bleibt die Zerschlagung krimineller Strukturen. Dabei soll sichergestellt werden, dass Gruppierungen in finanzieller Hinsicht nachhaltig getroffen werden. Der Missbrauch staatlicher und gewerblicher Strukturen wird der Strategie nach durch enge Kooperation verschiedener Institutionen verhindert. Die Regierung unterstreicht, dass eine Kombination repressiver und präventiver Ansätze nötig sei.

Auf europäischer Ebene koordiniert den Kampf die European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats (Empact) [4]. Im laufenden Zyklus bis 2029 liegt ein Schwerpunkt auf der Identifizierung und Zerschlagung der bedrohlichsten kriminellen Netzwerke sowie von Personen in Schlüsselfunktionen. Deutschland integriert Erkenntnisse aus dieser Einschätzung in die strategische Bewertung der OK, um dem Phänomen der Gewaltdelegation und neuen digitalen Geschäftsmodellen begegnen zu können. Empact soll so helfen, einschlägige Netzwerke dauerhaft zu brechen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Missing-Link-Digitalisierung-befeuert-milliardenschwere-Untergrundwirtschaft-9306597.html
[2] https://dserver.bundestag.de/btd/21/051/2105166.pdf
[3] https://www.heise.de/news/DarkSide-Server-der-Pipeline-Erpresser-sind-offline-Geld-ist-angeblich-weg-6046429.html
[4] https://www.heise.de/news/Polizeiaktion-gegen-Safe-Inet-Lieblings-VPN-von-Cyberkriminellen-abgeschaltet-4998278.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:nie@heise.de

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Rockstar bestätigt Cyberangriff und Datendiebstahl

Von Heise — 12. April 2026 um 16:11
Smartphone mit Rockstar-Logo vor Display mit unscharfem GTA-Schriftzug

(Bild: Rokas Tenys/Shutterstock.com)

Die bekannte Cybercrime-Gruppe Shiny Hunters erpresst Rockstar Games auf ihrer Webseite. Rockstar bestätigt einen Cybervorfall.

Zum wiederholten Mal ist Rockstar Opfer eines Cyberangriffs geworden: Der Entwickler des von vielen sehnsüchtig erwarteten Spiels GTA6 bestätigte, dass es einen Angriff auf seine Systeme gab und Daten entwendet wurden. Die bekannte Cybercrime-Gruppe ShinyHunters richtete derweil auf ihrer Webseite ein Erpresserschreiben an Rockstar.

Rockstar bestätigte Kotaku [1], „dass im Zusammenhang mit einer Datenpanne bei einem Drittanbieter auf eine begrenzte Menge an unwesentlichen Unternehmensdaten zugegriffen wurde.“ Der Vorfall habe keine Auswirkungen auf das Unternehmen oder seine Spieler.

Zugriff auf Snowflake

Die Cybergang ShinyHunters erklärte auf ihrer Webseite, sie habe Rockstars Snowflake-Instanzen mithilfe des Drittanbieter-Tools AnoDot kompromittiert. An Rockstar richtete sie die Forderung, bis zum 14. April in Kontakt zu treten und Geld zu zahlen, damit die erbeuteten Daten nicht publik werden. Wieviel die Cyberkriminellen fordern oder welche Daten sie besitzen, sagten sie in dem öffentlichen Statement nicht.

Mit AnoDot können Unternehmen unter anderem ihre Cloud-Kosten überwachen, auch Rockstar tut das. Das KI-Tool soll anhand zahlreicher gesammelter Daten ungewöhnliche Veränderungen erkennen, welche sich negativ auf die Einnahmen des Unternehmens auswirken könnten. Und der Vorfall bei Rockstar Games ist möglicherweise die Folge eines Cyberangriffs auf AnoDot, ebenfalls ausgeführt von ShinyHunters.

Cybersicherheitsvorfall bei AnoDot

BleepingComputer berichtete [2] diese Woche über Probleme, die zunächst bei diversen Cloud- und SaaS-Anbietern auftraten, in deren Software sich das Tool einbinden lässt – etwa auch bei Snowflake. Das Unternehmen konnte das Problem schnell auf AnoDot zurückführen, da sich Angreifer mit AnoDot-Zugangsdaten in die Snowflake-Systeme einloggten.

BleepingComputer erfuhr aus mehreren Quellen, unter anderem von Snowflake, dass es bei AnoDot einen Sicherheitsvorfall gegeben hat. AnoDot selbst informiert auf einer Supportseite [3] darüber, dass derzeit weltweit Probleme beim Abrufen von Datenproben auftreten. AnoDot nahm seine Datenkollektoren für die Dienste Snowflake, S3 und Kinesis demnach bereits am 4. April offline. Die Datenkollektoren sind auch weiterhin offline (Stand: Sonntag, 12. April, 14:55 Uhr).

Derweil läuft die Frist von ShinyHunters für Rockstar Games weiter. Die Bande ist berüchtigt und hat bereits zahlreiche Cyberangriffe durchgeführt, unter anderem stahl sie dabei Millionen von Nutzerdaten beim Konzertkartenshop Ticketmaster [4] und dem Auto-Verkaufsdienstleister Carguru [5]. Dass ShinyHunters jetzt an die Öffentlichkeit geht, könnte dafür sprechen, dass sie durchaus etwas gegen Rockstar in der Hand haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Cyberkriminelle bei Rockstar Daten entwenden. Bei einem anderen Cyberangriff 2022 erbeutete die Cybercrime-Gruppe Lapsus$ Gameplay-Videos von GTA6 und stellte diese ins Netz [6]. Später wurde bekannt, dass der Angriff von einem Teenager ausgeführt wurde, der sich von einem Hotelzimmer aus mit einem Smartphone, einem Amazon Fire TV Stick [7] und einem Fernseher Zugang zu den Cloud-Diensten verschaffte. Für den Angriff auf Rockstar Games wurde er auch angeklagt und verurteilt [8], zu dem Zeitpunkt war er 18 Jahre alt.


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https://www.heise.de/-11253467

Links in diesem Artikel:
[1] https://kotaku.com/rockstar-games-reportedly-hacked-massive-data-leak-ransom-gta-6-shinyhunters-2000686858
[2] https://www.bleepingcomputer.com/news/security/snowflake-customers-hit-in-data-theft-attacks-after-saas-integrator-breach/
[3] https://status.anodot.com/
[4] https://www.heise.de/news/Bis-zu-560-Millionen-Nutzer-betroffen-Moegliches-Datenleck-bei-TicketMaster-9739661.html
[5] https://www.heise.de/news/CarGurus-ShinyHunters-kopieren-Datensaetze-von-12-5-Millionen-Nutzern-11185847.html
[6] https://www.heise.de/news/GTA-6-Take-Two-geht-gegen-geleakte-Videos-vor-7268497.html
[7] https://www.heise.de/news/GTA-6-Videos-veroeffentlicht-Mitglieder-der-Hackergruppe-Lapsus-vor-Gericht-9286878.html
[8] https://www.heise.de/news/Lapsus-Taeter-mit-Begier-nach-Cybercrime-Psychiatrie-statt-Haft-9581031.html
[9] mailto:nen@heise.de

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Wirtschaftsvertreter: Erbschaftsteuer für Start-up-Gründung einsetzen

Von Achim Sawall — 12. April 2026 um 15:20
Deutschland sei immer noch stark in der Forschung. Doch zu viele Start-ups würden noch ins Ausland abwandern.
Next Mannheim: Lange Nacht der Start-ups im Jahr 2024 (Bild: NEXT Mannheim)
Next Mannheim: Lange Nacht der Start-ups im Jahr 2024 Bild: NEXT Mannheim

Ein Zusammenschluss von mehr als 40 prominenten Wirtschaftsvertretern fordert von der Bundesregierung Neuerungen. Dies geht aus einem Action Brief der Initiative Zusammen Zukunftsfähig hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. "Deutschland ist immer noch stark in der Forschung und hat einen innovativen Mittelstand mit vielen Weltmarktführern. Leider wandert noch ein zu großer Teil der deutschen Start-up-Szene ins Ausland, da bisher nicht genug Risikokapital verfügbar ist" , sagte Tobias Jerschke, Vorsitzender der Geschäftsleitung Kühne + Nagel, und einer der Unterzeichner des Reformappells.

Dies sollte gezielter gefördert werden durch strategische Partnerschaften zwischen deutschen Forschungsteams und deutschen Unternehmen, so Jerschke. "Im Rahmen einer Steuerreform könnte man etwa zukünftig ein bis fünf Prozent Erbschaftssteuer beim Unternehmensübergang zweckgebunden für die Start-up-Finanzierung vorsehen." Eine drastisch progressive Besteuerung der Großunternehmen, Großverdiener und großen Vermögen würde die Staatskassen tatsächlich entlasten.

Tatsächlich sind für deutsche Großkonzerne Start-ups im Jahr 2026 eine überlebenswichtige externe Forschungsabteilung. Sie können neue Technologien in Wochen testen, wofür ein Konzern Jahre bräuchte. Start-ups wirken oft als "Kultur-Injektion" , um die digitale Transformation in Konzernen voranzutreiben. So würde das vererbte Vermögen der Superreichen wieder zurückfließen.

Notwendig seien laut dem Action Brief unter anderem flexiblere Renteneintritte, eine Reform des Ehegattensplittings und ein Rückkehrrecht in Vollzeit. Das Projekt Zusammen Zukunftsfähig ist eine Initiative von Mission Wertvoll, der Bertelsmann-Stiftung und der ReAct-Initiative.

Fachkräftemangel und schnelle ökologische Transformation

Zu dem Kreis zählen unter anderem die beiden Mast-Jägermeister-Gesellschafter Christina Flügel und Florian Rehm, Metro-Chef Steffen Greubel, die Aufsichtsrätin Martina Merz und die Politökonomin Maja Göpel. "Deutschland steht vor einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist durch eine Kombination aus rückläufiger Produktivität, unzureichenden Investitionen, Fachkräftemangel, geopolitischen Spannungen und der Notwendigkeit einer schnellen ökologischen Transformation unter Druck geraten" , heißt es in dem Schreiben der Unternehmer.

Statt Frühverrentung sollen der Renteneintritt mit Anreizen für Weiterarbeit flexibilisiert und steuerliche Fehlanreize wie das Ehegattensplitting reformiert werden. Es wurde 1958 im deutschen Steuerrecht eingeführt – zur Zementierung der bürgerlichen Familienordnung. Oder, wie es das Bundesverfassungsgericht 1982 nannte, als "besondere Anerkennung der Aufgabe der Ehefrau als Hausfrau und Mutter" . Vor allem verheiratete Paare mit großen Einkommensunterschieden oder nur einem Verdiener profitieren davon.

Ebenso fordert die Initiative eine Qualifizierungsoffensive für die 2,89 Millionen Arbeitslosen, eine Modernisierung der dualen Ausbildung, einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung sowie auf eine Rückkehr in Vollzeit.

Die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt verfügen über 44 bis 48 Milliarden Euro Vermögen. Lidl/Kaufland-Besitzer Dieter Schwarz gilt mit 47 bis 50 Milliarden Euro als einer der reichsten Deutschen. Je nach Börsenkurs von Kühne + Nagel wechselt er sich im Ranking mit Klaus-Michael Kühne ab. Die Besitzer der Aldi-Handelsketten wie Theo Albrecht leben extrem zurückgezogen. Das Vermögen (Aldi Süd 26 bis 28 Milliarden Euro und Aldi Nord 18 bis 20 Milliarden Euro) ist in Familienstiftungen eingebunden.

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Strom, Sprit, Streit: Finanzministerium bremst Reiches Energiepläne

Von Andreas Donath — 12. April 2026 um 14:13
Das Bundesfinanzministerium hält intern sowohl die geplante Stromsteuersenkung als auch einen Tankrabatt für zu teuer und kaum wirksam.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (Bild: AFP via Getty Images/Tobias Schwarz)
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche Bild: AFP via Getty Images/Tobias Schwarz

Der Koalitionsstreit um Entlastungen bei den Energiepreisen zieht immer weitere Kreise. Nachdem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am vergangenen Freitag öffentlich aneinandergeraten waren, zeichne sich ein weiterer Konfliktpunkt ab – diesmal rund um die Stromsteuer, wie das Handelsblatt berichtet.

Reiche hatte vorgeschlagen, die Stromsteuer für Unternehmen und private Haushalte zu senken, um steigende Stromkosten infolge der durch den Irankrieg verteuerten Gaspreise abzufedern. Klingbeils Ministerium sehe diesen Ansatz intern jedoch äußerst kritisch, wie aus einem dem Handelsblatt vorliegenden Entwurf für einen Vermerk hervorgeht.

Stromsteuer trifft viele gar nicht erst

Das Finanzministerium argumentiert, die Maßnahme verfehle einen erheblichen Teil der Unternehmen, weil viele Betriebe bereits heute eine reduzierte oder gar keine Stromsteuer zahlten. Eine Senkung würde diesen Unternehmen keine Entlastung bringen. Hinzu kommt, dass im Sommer mehr Strom aus erneuerbaren Quellen erwartet wird – gasbefeuerte Stromerzeugung spiele dann nur eine untergeordnete Rolle.

Selbst wenn die Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weitergegeben würde, hielten sich die Effekte in Grenzen: Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden würde lediglich rund 68 Euro sparen – zu wenig, um den fiskalischen Aufwand zu rechtfertigen. Die Senkung der Stromsteuer würde den Staat nach interner Schätzung fünf bis sechs Milliarden Euro pro Jahr kosten, perspektivisch noch mehr. Eine nur befristete Absenkung lehnt das Dokument ausdrücklich ab – sie sei "fachlich nicht vertretbar" und politisch kaum vermittelbar.

Ministerium warnt vor mehreren Risiken beim Tankrabatt

Auch beim Tankrabatt scheint die Koalition eher auf Abstand zu gehen. Ein zweiter Vermerk des Finanzministeriums listet mehrere Bedenken auf. Ein Gesetz zu verabschieden, würde zwei bis drei Monate brauchen – möglicherweise zu lang, sollten die Rohölpreise bis dahin wieder gefallen sein. Dazu kommt die Frage, ob die Mineralölunternehmen eine Steuersenkung überhaupt an die Kunden weitergeben würden. Die neuen Befugnisse des Bundeskartellamts könnten fehlende Weitergaben zwar leichter nachweisbar machen – aber erst im Nachhinein. Die Kosten sprechen ebenfalls gegen den Tankrabatt: Rund 1,05 Milliarden Euro pro Monat würde eine Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel kosten.

Koalition sucht noch immer einen Ausweg

Als möglicher Ausweg kursiert in Regierungskreisen der Klima- und Transformationsfonds, in dem wegen geringer Mittelabflüsse und des frühen Endes der Ampelkoalition noch größere Reserven vorhanden sein sollen. Eine rechtssichere Begründung für die Nutzung dieser Mittel müsste die Regierung allerdings erst noch finden. Der Streit zeigt, wie eng der Spielraum der Koalition bei den Energiepreisen tatsächlich ist – und wie schwierig es ist, politisch wirksame Entlastungen zu entwerfen, die gleichzeitig haushaltsneutral und rechtssicher sind.

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DeepWisdom-Gründer: Chinesische KI nicht nur wegen US-Embargo ressourcensparend

Von Achim Sawall — 12. April 2026 um 14:08
Der Gründer des chinesischen Start-ups Deepwisdom gibt im Gespräch mit Golem einen Einblick in den dortigen KI -Markt. Die theoretisch maximale Leistung eines Modells sei gar nicht das Ziel.
Alex Chenglin Wu, Gründer des chinesischen Start-ups Deepwisdom (Bild: DeepWisdom)
Alex Chenglin Wu, Gründer des chinesischen Start-ups Deepwisdom Bild: DeepWisdom

Chinesische KI-Ansätze seien nicht nur aufgrund der US-Sanktionen gegen High-End-Chips ressourceneffizienter. So antwortete Alex Chenglin Wu, Gründer des chinesischen Start-ups Deepwisdom, das hinter dem Open-Source-Framework MetaGPT steht, auf Fragen von Golem. "Nein, das ist nicht der einzige Grund. Die US-Sanktionen gegen High-End-Chips stellen zwar für viele chinesische Technologieunternehmen eine echte Herausforderung dar."

Seit einiger Zeit hat DeepWisdom seine Technologie in der Plattform Atoms, früher MGX, für den Massenmarkt zugänglich gemacht. Wu prägte den Begriff des Vibe Business: Ein Nutzer soll ein komplettes Unternehmen führen können, da die KI-Agenten die gesamte operative Ausführung wie Coding, Marketing, Design und SEO übernehmen.

Talente, Daten, Infrastruktur und Systemtechnik spielten ebenfalls eine wichtige Rolle in der KI-Entwicklung. Eine optimierte Pipeline könne "die Effizienz deutlich steigern" , betonte Wu.

Effizienzgewinne ergäben sich auch durch die Verbesserung der gesamten Pipeline, einschließlich Datenbereinigung, Sample-Mixing, Design der Trainingsphase, Belohnungsmodellierung und Inferenzbereitstellung. "Eine ausgeprägte Entwicklerkultur mit ihrem Fokus auf Detailgenauigkeit und Effizienz kann KI-Entwickler dazu anspornen, unnötiges Training und wiederholte Berechnungen zu vermeiden" , erklärte Wu.

Wenig Geld für Training

Vielen chinesischen KI-Start-ups fehle zudem der Zugang zu fast unbegrenztem Kapital, um die enormen Kosten für das Training fortschrittlicher Modelle zu decken. Sie stünden deshalb unter größerem Druck, die Rechenleistung zu maximieren, da sie "in einem stark kostensensiblen und wettbewerbsintensiven Markt agieren, in dem kostengünstige Implementierung und kommerzielle Rentabilität von Anfang an entscheidend sind" , sagte Wu.

Dies schaffe stärkere Anreize, rechenintensive Techniken wie Quantisierung, Mixture-of-Experts-Architekturen und Inferenzoptimierung bereits früh im Entwicklungszyklus einzusetzen.

Wu betonte: "Ein weiterer Grund ist die Bereitschaft, architektonische Kompromisse einzugehen, um Kosten zu senken und die Implementierungseffizienz zu verbessern. Anstatt etwa die theoretisch maximale Leistungsfähigkeit eines Modells anzustreben, legen sie in der Praxis möglicherweise mehr Wert auf Inferenzgeschwindigkeit, Speichereffizienz und Serverkosten."

Huaweis Ascend: fast viermal so hoher Stromverbrauch

Deepwisdom entwickele Produkte auf Anwendungsebene (2C), sagte Wu und gab eine kurze Bewertung der Hardware: Huaweis Ascend 910C werde im 7-nm-Verfahren von SMIC gefertigt und biete eine vergleichbare Leistung pro Chip wie Nvidias H100. Obwohl der Stromverbrauch fast viermal so hoch sei wie beim vergleichbaren GB200-NVL72-System von Nvidia, erreiche der Cloudmatrix-384-Cluster mit 384 Ascend-910C-Prozessoren eine BF16-Rechenleistung von fast 300 Petaflops. Der Nachfolger Ascend 910D werde derzeit getestet, um die Leistung des H100 zu erreichen oder zu übertreffen. Der im 6-nm-Verfahren gefertigte Ascend 920 soll über 900 Teraflops pro Karte erreichen, sagte er.

"Wir sind ein Unternehmen für KI-Anwendungen, kein Hardwarehersteller. Atoms AI ist ein Tool für intuitives Programmieren, das Menschen dabei hilft, Ideen in reale Produkte umzusetzen. So können beispielsweise Kleinunternehmer und Gründer mit Atoms internen Tools, Landingpages oder automatisierte Workflows erstellen. Atoms-KI-Agenten unterstützen auch technisch weniger versierte Anwender bei der Entwicklung, Markteinführung und Vermarktung ihrer Produkte."

Während sich Hardware- und Modellanbieter auf Rechenleistung, Chips und Modellperformance konzentrierten, liege der Fokus von Wus Firma darauf, diese Fähigkeiten in der Praxis nutzbar zu machen, betonte er.

Wu ist Gründer und CEO von Deepwisdom und dessen kürzlich eingeführtem Produkt Atoms, das von Openmanus, einem VC-finanzierten KI-Programmier-Start-up, entwickelt wurde. Er ist außerdem Gründer von MetaGPT, und sein Team steht hinter MGX und Foundationagents.org.

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Kommentar: Metaversum war gestern, nun kommt die Meta-Vision

Von Heise — 12. April 2026 um 08:38
Kommentar zum Horizon-OS-Umbau

Kommentar zum Horizon-OS-Umbau: Wird jetzt alles besser?

(Bild: Meta / heise medien)

Meta hat sein Horizon OS umgekrempelt, lässt das unbeliebte Horizon Worlds nun weg. Stattdessen sucht man mächtig Inspiration – ausgerechnet bei der Vision Pro.

Ich und meine Meta Quest 3, das ist eine Form von Hassliebe. Das Headset der Facebook-Mutter ist kostengünstig, bietet dafür eine vergleichsweise hochwertige Bildqualität und ein großes App- und Spieleangebot, das direkt ohne PC-Anbindung läuft. Doch bei der Software will man, besonders, wenn man Apples visionOS [1] kennt, fast nur noch schreien.

Es geht los bei einer Release-Strategie, die dafür sorgt, dass groß angekündigte neue Features in neuen Versionen erst nach Wochen freigeschaltet werden – selbst für Beta-Teilnehmer ist das so. Oder wie wäre es damit, dass Meta es für normal hält, laufende Programme bei aktiver automatischer Aktualisierung einfach im laufenden Betrieb zu beenden, um sie upzudaten. Oder die Tatsache, dass sich im äußerst schrägen „Metaversum“ Horizon Worlds zuletzt gefühlt nur noch Zwölfjährige tummelten. Oder eine UI, die sich gefühlt alle drei Versionen ändert und dabei lieb gewonnene Bestandteile einfach weglöscht, nur um sie drei weitere Versionen später zumindest teilweise wieder zurückzubringen.

Bei all dem fragt man sich, was die Strategie dahinter ist. Oft denke ich, es gibt einfach keine. Irgendwas wird im schönen Menlo Park ausprobiert, dann wieder eingestellt und neu gemacht. Zwischenzeitlich entlässt Meta zahlreiche Mitarbeiter bei den Reality Labs [2], um die Börse zu beglücken, während man zuvor Milliarden hinein gebuttert hatte. Geld dürfte das Unternehmen mit seiner Hardware sowieso nicht verdienen – und vermutlich auch mit den verkauften Services wie Horizon+ nicht.

„Irgendwoher kenn ich das“

Seit diesem Frühjahr geht Meta den nächsten Schritt [3] – und ich würde ihn folgendermaßen beschreiben: Mit Horizon OS 2 wird aus dem Metaversum – für das Meta schließlich seinen Namen von Facebook gewechselt hat! – eine Meta-Vision. Das heißt: Das Headset versucht sich softwaremäßig noch mehr an einer Schmalspurvariante dessen, was Apple mit visionOS ohne große Anstrengung umgesetzt hatte.

Vermutlich dient das auch der Vorbereitung: Schließlich gibt es Gerüchte, laut denen Meta sich ein Beispiel an Apple und dessen Nachahmer Samsung (Projekt Moohan alias Galaxy XR) [4] nehmen möchte, und für die Quest 4 ein leistungsstärkeres Headset mit externem Akku anstrebt. (Ich hatte ja eher gehofft, dass wir dieses Zeitalter endlich hinter uns lassen, was jeder Vision-Pro-Besitzer nachvollziehen kann.) Und da muss dann eben eine „professionellere“ Software her und ein Kindergarten wie Horizon Worlds passt nicht mehr.

Und so begab es sich, dass Meta den „Navigator“ freischaltete. Der Retrobegriff – erinnert sich noch jemand an Netscape? – steht für eine Oberfläche, die aussieht wie der Homescreen der Vision Pro. Einziger Unterschied: man scrollt nicht von links nach rechts, sondern von oben nach unten. Tauchte man einst direkt in VR-Fällen ein, wenn man die Quest 3 aufzog, versucht uns Meta nun das zwar etwas verbesserte, nach wie vor aber unscharfe Passthrough als neue Heimat anzudrehen. Dabei setze ich das Headset doch auf, um meine Umgebung eben mal nicht zu sehen! Okay.

Meta Navigator navigiert

Neu ist der Navigator an sich nicht. Er wird von Meta bereits seit einem Jahr vorangetrieben, wobei ihn nur wenige Nutzer bekamen: Ihnen fehlte schlicht die Option der Aktivierung. Nun, in dieser Woche, kündigte das Unternehmen an, die neue Oberfläche für alle freizugeben [5]. Es sei ein „neugestaltetes Interface, das deine Apps, Menschen und Systemeinstellungen an einem Ort zusammenbringt“. Um sich damit vertraut zu machen, präsentiert Meta allen Navigator-Neubesitzern ein schwer bis gar nicht skipbares „Guided Walkthrough“-Erlebnis.

Was in den aktuellen Horizon-OS-Versionen dabei herauskommt (inklusive der Previews, die hoch bis 2.3 gehen), ist ein merkwürdiger Mischmasch. Es gibt nach wie vor die alte, feste Fenstergestaltung, bei der man diese im Raum nebeneinander platzieren kann. Der Navigator überlagert das alles, was ein wenig wie ein Bildfehler wirkt. Gefunden wird der Navigator wiederum über einen Klick auf den Punkt neben der von visionOS abgekupferten Fenstergriffleiste. Alternativ kann man auch den Metaknopf betätigen (der dummerweise nur auf einem der Controller vorhanden ist) oder eine Handgeste vollführen, wobei ich selbige als visionOS-Nutzer wegen ihrer Ungenauigkeit ungern nutze – zumal der Wechsel zwischen Hand und Controller nicht immer optimal funktioniert.

Wird man mit der neuen Meta-Vision unglücklicher sein als zuvor? Nicht unbedingt. Die wenigen Horizon-Worlds-Fans sind betrübt, weil sie ihre Community verloren haben, alle anderen hoffen, dass Meta seine Softwarestrategie endlich stringenter aufstellt. Außer die Wall Street meldet sich wieder und meint, der Konzern solle lieber mehr Geld in KI [6] stecken. Dann gehen die Reality Labs vielleicht ganz über den Jordan. Wer angesichts dieser Unsicherheiten noch gerne die Hardware kauft, ist mir schleierhaft.


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https://www.heise.de/-11176546

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Apple-Vision-Pro-M5-im-Test-Doppelt-haelt-besser-10793698.html
[2] https://www.heise.de/news/Meta-Umstrukturierung-und-Entlassungen-bei-Reality-Labs-9770342.html
[3] https://www.heise.de/news/Meta-Quest-wagt-Neuanfang-mit-Horizon-OS-2-11175034.html
[4] https://www.heise.de/meinung/Kommentar-zum-Samsung-Headset-Gentlemen-start-your-copiers-10264076.html
[5] https://communityforums.atmeta.com/blog/AnnouncementsBlog/navigator-now-rolling-out-to-all-quest-users/1371393
[6] https://www.heise.de/news/Metas-KI-Verlockungen-tragen-Fruechte-Wichtiger-Apple-Mitarbeiter-abgeworben-10478607.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Wie entsteht der Strompreis in Deutschland?

Von Christoph Jehle — 12. April 2026 um 14:00
Verteilersteckdose mit Eurozeichen auf dem Ausschalter

Flexible Strompreise, Smart Meter, Regelenergie: Hinter jeder Kilowattstunde steckt ein komplexes System – das sich gerade grundlegend wandelt.

Nicht alle Stromangebote zu Beginn der Liberalisierung waren sauber kalkuliert und manches wilde Modell stellte sich im Laufe der Jahre als wirtschaftlich so wenig tragfähig heraus, dass der Anbieter sein Heil nur noch in der Insolvenz suchte.

Für die Kunden blieb in diesen Fällen meist nur der finanzielle Verlust, sie standen jedoch nicht plötzlich im Dunkeln, sondern konnten in die lokale Grundversorgung fallen, die zwar meist deutlich teurer war, aber zumindest den Strombezug sicherte.

Der Strommarkt verändert sich auch in Zukunft

Die Zeiten, als man für seinen Strom über elf Monate eine Abschlagsrechnung bekam und dann im zwölften die zwischen Abschlag und Jahresverbrauch entstandene Differenz bezahlen musste, gehen ihrem Ende entgegen. Oft wird der Zähler inzwischen nicht mehr abgelesen, sondern nur noch geschätzt. Dies gilt vor allem, wenn sich der Strompreis im Jahresgang verändert.

Mit den in Deutschland aufgrund eines schlechten Marktstarts bis heute nicht flächendeckend eingeführten Smart Meter soll der Strommarkt künftig deutlich agiler werden und der Kunde aktiver in den Markt eingebunden werden.

Er soll dann seinen Strom gezielt dann einkaufen, wenn dieser kostengünstig zur Verfügung steht und im Falle knapper verfügbarer Strommengen seinen Bezug einschränken, um seine Verbrauchskosten zu reduzieren.

Deutschland hinkt bei den Smart Metern hinterher

Der Smart-Meter-Rollout in Deutschland verläuft schleppend, mit Stand Mitte 2025 sind erst etwa drei Prozent der Haushalte mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet, obwohl gesetzliche Pflichten bestehen. Bei den Pflichtfällen, das sind Haushalte über 6.000 kWh/Jahr, lag die Einbauquote im ersten Quartal 2025 bei rund 15,1 Prozent, das sind etwa 760.000 von 4,64 Mio. Pflichtanschlüssen.

Das liegt deutlich hinter dem gesetzlichen Ziel von 20 Prozent bis Ende 2025, wobei aber große Messstellenbetreiber teilweise 20,4 Prozent erreichen. Viele kleinere Messstellenbetreiber haben jedoch Schwierigkeiten, sodass die Gesamtquote bei etwa drei Prozent aller Anschlüsse bleibt, was Deutschland im europäischen Vergleich nicht besonders gut dastehen lässt.

Skandinavische Länder wie Schweden, Norwegen oder Finnland sowie Frankreich und Spanien haben inzwischen nahezu flächendeckende Installationen erreicht.

Ohne Smart Meter sind jedoch Angebote wie flexible oder dynamische Strompreise ebenso wenig realisierbar wie flexible Netzentgelte, die auch variable oder zeitvariable Netzentgelte genannt werden.

Flexible Strompreise koppeln den Strompreis, den der Kunde bezahlen muss, direkt an die Börsenpreise, je nach Vertrag viertelstündlich oder sogar minütlich. Das ermöglicht bei einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien günstigere Preise und zusätzliches Sparpotenzial, wenn man seinen Verbrauch in günstige Zeiten verlagern kann.

Die flexiblen Strompreise bergen aber auch das Risiko von beträchtlichen Preisanstiegen, weshalb ein aktives Preismonitoring notwendig ist.

Flexible Netzentgelte sind ein neues Strompreismodell in Deutschland, das Verbraucher belohnt, die ihren Stromverbrauch in Zeiten geringer Netzauslastung verlagern, um die Stromnetze zu entlasten, besonders wenn viel erneuerbarer Strom vorhanden ist, wodurch Kosten gesenkt werden können.

Seit April 2025 müssen Netzbetreiber diese flexiblen Modelle anbieten, die je nach Tageszeit unterschiedliche Entgelte haben können, was eine intelligente Steuerung von Geräten wie Wärmepumpen und Wallboxen erfordert. Im Gegensatz zu den flexiblen Strompreisen, die vom Stromanbieter angeboten werden, sind für die flexiblen Netzentgelte die jeweiligen Verteilnetzbetreiber zuständig.

Im Gegensatz zum Erdgas, bei dem mithilfe der sogenannten Netzatmung ein Puffer zwischen Einspeisung und Entnahme auf Kundenseite genutzt werden kann, gibt es im Stromnetz diese Möglichkeit nicht.

Wie wird der Ausgleich zwischen Stromangebot und -nachfrage geregelt?

Ist die Frequenz im Netz zu niedrig, fehlt Strom im Netz. Steigt die Frequenz an, befindet sich mehr Strom im Netz als benötigt. Will man die Netzfrequenz bei 50 Hz stabil halten, benötigt man einen Angebot-Nachfrage-Mechanismus sowie ein funktionierendes Regelenergiesystem.

Diese Regelenergie gleicht als Reserve Schwankungen in der Stromnetzfrequenz aus. Beim Einsatz von Regelenergie kann sowohl Strom in das Netz eingespeist werden, wofür man Kraftwerke oder Speicher benötigt, als auch Strom durch Drosselung der Einspeisung gezielt aus dem Netz entnommen werden.

Das Strommarktdesign muss erneuert werden

Mit dem steigenden Anteil an erneuerbaren Energien muss auch das Strommarktdesign an die neue Situation angepasst werden.

Um das zu verstehen, muss man berücksichtigen, dass der Strommarkt aus drei Segmenten besteht: Dem Terminmarkt für den Handel von langfristigen Verträgen auf Termin, dem außerbörslichen Over-the-Counter (OTC)-Handel über Broker oder direkt zwischen Anbieter und Käufer sowie dem Spotmarkt, bei welchem Strom am Day-Ahead- oder Intraday-Markt gehandelt wird.

Die Bundesnetzagentur [1] visualisiert die Daten des Strommarkts unter Smard [2], wo sich auch Außenstehende über die aktuelle Situation des Strommarkts, die Zusammensetzung des Strommixes und die Prognosen informieren können.

Auf nationaler wie europäischer Ebene werden seit Jahren unterschiedliche Lösungsansätze für ein neues Strommarktdesign diskutiert. Dieses sollen die Strommärkte so gestalten, dass die Klimaneutralitätsziele bis 2045 erreicht werden. Gleichzeitig müssen regulatorische Vorgaben eingehalten und weder Versorgungssicherheit noch Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt werden.

Der europäische Gesetzgeber wurde mit seiner schon im Juli 2024 realisierten Strommarktreform [3] tätig. Durch die Reform der Elektrizitätsbinnenmarktverordnung (VO (EU) 2019/943) [4] setzt die EU künftig insbesondere auf power purchase agreements [5] sowie contracts for difference [6] als maßgebliche Instrumente.

Im August 2024 veröffentlichte dann das damalige Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ein Diskussionspapier zum "Strommarktdesign der Zukunft [7]". Darin werden zentrale Handlungsfelder benannt. Dazu zählen verlässliche Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien sowie eine Flexibilisierung der Nachfrage.

Im Koalitionsvertrag [8] kam das Strommarktdesign dann nicht mehr vor und die Koalition hat sich folglich auch nicht einschlägig bewegt.


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https://www.heise.de/-11250577

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bundesnetzagentur.de/
[2] https://www.smard.de/home
[3] https://www.bbh-blog.de/alle-themen/design-oder-nicht-design-das-ist-hier-die-strommarkt-frage/
[4] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32019R0943
[5] https://www.pwc.de/en/energy-sector/renewable-energy/power-purchase-agreements-ppa.html
[6] https://www.diw.de/de/diw_01.c.670541.de/contracts_for_difference__differenzvertraege.html
[7] https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/20240801-strommarktdesign-der-zukunft.pdf?__blob=publicationFile&v=10
[8] https://www.bbh-blog.de/allgemein/das-strommarktdesign-der-zukunft-ein-blick-in-den-koalitionsvertrag/

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Bio und Fair: Warum nachhaltiger Kaffee die bessere Wahl ist

Von Susanne Aigner — 12. April 2026 um 12:20
Drei Kaffe-Tassen mit Aufdrucken für Röstung, Fair-Trade und Gesundheit

Klassische Kaffeesorten könnten bald verschwinden. Doch es gibt Alternativen, die Klima und Geschmack gleichermaßen zugutekommen.

Kaffee ist für viele Menschen nicht aus dem Alltag wegzudenken. Eine Tasse Kaffee hilft uns morgens wach zu werden. Mit Kaffee geht es weiter am Arbeitsplatz und nach dem Mittagessen. Laut dem Deutschen Kaffeeverband wurden 2024 hierzulande im Schnitt 163 Liter pro Kopf [1] getrunken. Das entspricht einem Pro-Kopf-Konsum von etwa 2,2 Tassen pro Tag.

Koffein ist eine stickstoffhaltige Verbindung, die auch in Teeblättern und Kakaobohnen enthalten ist. Über den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf aufgenommen, wirkt es etwa 15 bis 30 Minuten nach der Aufnahme [2]. Unter anderem führt es dazu, dass der Körper mehr Urin produziert.

Koffein wirkt zwar anregend, doch nicht bei allen Menschen gleich stark. Daher ist es schwierig, eine allgemeine Empfehlung für den Kaffeekonsum zu geben, zumal eine Tasse zwischen 30 und 175 Milligramm Koffein enthalten kann.

Als obere Grenze für den täglichen Koffein-Konsum gelten 400 Milligramm [3] – das entspricht etwa vier bis fünf Tassen Kaffee. Schwangere und Stillende allerdings sollten nicht mehr als 200 Milligramm Koffein pro Tag zu sich nehmen. Kinder und Jugendliche sollten nicht mehr als drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen.

Einer Studie [4] von 2020 zufolge schadet der moderate Kaffeekonsum bis maximal sechs Tassen Filterkaffee am Tag keineswegs.

Vorsicht bei konzentriertem Koffeinpulver!

Kaffee scheint dem Herzen selbst bei erhöhtem Konsum nicht zu schaden, wie eine britische Studie [5] nachwies. Dafür kann er wegen einer Vielzahl von bioaktiven Substanzen vor Lebererkrankungen schützen, darüber hinaus vor bestimmten Krebsarten wie Prostatakrebs, Leber-, Nieren- und Hautkrebs.

Bei Darmkrebs scheint zusätzlich entkoffeinierter Kaffee das Risiko einer fortschreitenden Erkrankung zu verringern. Hoch konzentriertes Koffeinpulver jedoch kann bereits in geringen Mengen schwere Vergiftungen hervorrufen [6], warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Manche Sportler nehmen das frei verkäufliche Produkt zwecks Leistungssteigerung [7] ein.

Acrylamid im Kaffee erhöht das Krebsrisiko

Die Bohnen enthalten zudem Acrylamid, ein Nebenprodukt des Röstvorgangs. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kann der chemische Stoff das Krebsrisiko bei Verbrauchern und Verbraucherinnen erhöhen. Ein weiterer Schadstoff in geröstetem Kaffee ist Furan, der langfristig die Leber schädigen kann. Hohe Furandosen erzeugten in Tierversuchen sogar Krebs.

In einem Test mit verschiedenen Kaffeesorten bewertete Öko-Test die Acrylamid-Gehalte in dreizehn Produkten als "erhöht". Für den Test [8] hatte das Team 20 Produkte mit gemahlenem Kaffee absatzstarker Marken aus (Bio-)Supermärkten und Discountern gekauft.

Deutsche Kaffeetrinker bevorzugen gemahlenen Filterkaffee

Denn der bietet – verglichen mit direkt aufgebrühtem Bohnenextrakt – gesundheitliche Vorteile. So haben einer schwedischen Studie [9] zufolge Menschen, die pro Tag zwei bis drei Tassen Filterkaffee trinken, ein um 60 Prozent niedrigeres Risiko für Diabetes Typ 2 [10] als jene, die weniger als eine Tasse Filterkaffee tranken.

Brühkaffee enthält Diterpene [11], die den Cholesterinspiegel erhöhen können. Diese werden beim Filterkaffee herausgefiltert, zudem sind organische Verbindungen wie Phenole [12] stärker ausgeprägt.

Wer spät am Abend Kaffee trinkt, dessen Gehirn bleibt auch im Schlaf aktiver

Um ihren Schlaf nicht zu gefährden, sollten besonders empfindliche Menschen nicht zu spät Kaffee trinken. In einer neueren Studie untersuchten Wissenschaftler die Gehirnströme von 40 Erwachsenen, die jeweils drei und eine Stunde vor dem Schlafengehen Koffein-Kapseln eingenommen hatten. Besonders aktiv waren die Gehirne der jüngeren Generation.

Bei älteren Menschen hingegen fiel die Koffeinwirkung geringer aus. Der wach machende Effekt zeigt sich überhaupt nur, wenn vorher ein Schlafdefizit vorlag, betont der Neurowissenschaftler David Elmenhorst vom Forschungszentrum Jülich. Bei Personen, die über einen längeren Zeitraum ausreichend schlafen, zeige Koffein in nur wenigen Studien überhaupt eine Wirkung [13].

Cold Brew Coffee – besser als eine heiße Tasse Kaffee im Sommer?

Mit kaltem Wasser aufgegosser Kaffee ist eine beliebte Alternative zu Eiskaffee. Er lässt sich ohne Energieaufwand herstellen und macht genauso wach wie heißer Kaffee [14]. Angeblich soll er mehr Antioxidantien, weniger Säuren und weniger unerwünschte Bitterstoffe im Vergleich zu normalem Kaffee enthalten. Dabei wird das Kaffeepulver über mehrere Stunden oder Tage in kaltes Wasser gegeben. So werden andere Röststoffe aus dem Kaffee herausgelöst als beim heißen Aufkochen.

Allerdings belegte eine Studie [15] bereits 2018, dass kalt gebrühter Kaffee nur unwesentlich weniger Säure enthält. Bei den Antioxidantien, die für die günstige gesundheitliche Wirkung verantwortlich sein sollen, schneidet dieser sogar schlechter ab als heiß zubereiteter Filterkaffee.

Treiber für Kaffeepreise: Logistikprobleme, hohe Nachfrage und Klimawandel

Um fast ein Viertel teurer [16] war der Kaffee im vergangenen August im Vergleich zum Vorjahr. Für diesen Preisanstieg kamen in diesem Jahr mehrere Faktoren zusammen: Zum einen nimmt die Nachfrage nach Kaffee [17] weltweit stetig zu. Zum Anderen gab es in den vergangenen Monaten teilweise Probleme mit hohen Transportkosten und Hafenstaus.

Kaffee wird vor allem entlang des Äquators im sogenannten Kaffeegürtel [18] angebaut. Denn da herrscht feucht-tropisches und subtropisches Klima. Bio-Bohnen stammen aus Peru, Nicaragua, Brasilien, Honduras, Costa Rica, El Salvador, Tansania, Äthiopien, Uganda, Kolumbien, Mexiko, Papua Neu Guinea sowie aus Kerala. Allesamt Länder in Äquator-Nähe.

Die Folgen des Klimawandels sind in den Anbaugebieten deutlich zu spüren: Trockenphasen, Frost, Stürme und Überschwemmungen fördern Pflanzenkrankheiten, Bodenerosion und die Auswaschung von Nährstoffen ins Grundwasser.

Von den 124 bisher bekannten Kaffeearten, die wild vorkommen, werden aktuell nur zwei Arten in großem Stil kommerziell genutzt: Coffea Arabica, ein Hochlandkaffee, der mild und zugleich aromatisch schmeckt und etwas weniger Koffein enthält als die zweite Sorte – Coffea Robusta.

Anbau gelingt nur noch mit anpassungsfähigen Sorten

Coffea Arabica reagiert besonders sensibel auf Veränderungen bei der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. So grassierte im vergangenen Jahr in Brasilien eine starke Dürre [19], ähnlich wie in Ostafrika, während sich in Vietnam die Regenzeiten verschoben. Werde der Kaffee überall gleichzeitig geerntet, habe dies starke Auswirkungen auf den Preis, betont der Agrarwissenschaftler Christoph Gornott vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Coffea Robusta hingegen ist zwar weniger empfindlich, doch allein schmeckt die Sorte zu herb. Schon jetzt ist der Anbau in verschiedenen Regionen Brasiliens und Äthiopiens bedroht. Weite Teile der Anbauflächen könnten dort bis 2050 für den Kaffeeanbau nicht mehr nutzbar [20] sein.

Die hochwüchsige Art Liberica wird zwar bisher selten angebaut [21], doch sie ist resistent gegenüber Nematoden, die die Wurzeln schädigen, und zugleich immun gegenüber Kaffeerost, der häufig zu Ernteausfällen in Mittelamerika führt. Mit all diesen Eigenschaften würde sie mit dem Klimawandel vermutlich besser zurechtkommen.

Verzicht auf synthetischen Dünger und Pestizide nützt Klima und Umwelt

Im Anbau werden pro Tasse Kaffee ungefähr 140 Liter Wasser verbraucht. Zumeist werden erhebliche Mengen an Dünger und Pestizide eingesetzt. Oft wird Regenwald für Plantagen gerodet. Beim Genuss von Filterkaffee verursacht jede Tasse bereits ohne Milch zwischen 50 und 100 Gramm Kohlendioxid [22].

Laut einer Studie [23] von 2020 können weniger Dünger und Pestizide und nachhaltigere Transportwege die Kohlendioxidemissionen bei der Kaffee-Produktion um 77 Prozent reduzieren. In Ostafrika etwa gibt es häufig kleinbäuerliche Strukturen, die innerhalb von bestehenden Wäldern Kaffeebäume anpflanzten und den Kaffee dann verkauften.

Bio-Kaffee in Mischkultur dient der Vielfalt und schützt vor Erosion

Viele Bio-Kaffeeplantagen liegen über tausend Meter hoch. Hier reifen die Kaffeekirschen länger als in tieferen Regionen und sind vielfältiger im Geschmack. Die Pflanzen wachsen gemeinsam mit Bananen, Zitrusfrüchten, Mangos und Avocados. Im Schatten der Bäume bleiben die Kaffeekirschen vor Hitze und Starkregen geschützt. Mit dem Laub werden die Bäume gedüngt. Das wirkt Bodenerosion und Austrocknung entgegen. Die ausgereiften Kaffeekirschen werden von Hand geerntet und sorgfältig verarbeitet.

In seltenen Fällen wird auch Kaffee aus Wildsammlung genutzt. Jedes Land und jede Region bringt einen ganz eigenen Geschmack hervor. Kaffeespezialitäten mit Bohnen aus einer einzigen Region werden als "Single-Origin" bezeichnet. Meist kommt ein Blend – eine Mischung aus Bohnen verschiedener Herkunftsländer – in die Tüte.

Wo "Bio" draufsteht, ist meist auch "Fair" drin

Bio-Röstereien kaufen ihre rohen Kaffeebohnen zu fairen Preisen direkt bei einzelnen Bauern oder von Bio-Kooperativen, in denen sich viele Kaffeebauern zusammenschließen. Diese erhalten einen festen Preis für die Kaffee-Ernte.

Dieser liegt überwiegend über dem Weltmarktpreis. Zudem erhalten sie einen Bio-Aufschlag für den Anbau ohne Pestizide und synthetische Düngemittel. Die Zusammenarbeit ist immer auf langfristige Handelsbeziehungen angelegt.

Verschiedene Siegel kennzeichnen Faire Bio-Kaffees [24]: Etwa das Hand-in-Hand-Label [25] von Rapunzel, dem Naturland Fair-Siegel [26], Fair-Plus [27] von Gepa und dem Fair-Trade-Label [28] erkennen und viele andere Bio-Kaffees aus dem Bio-Laden, hinter dem faire Partnerschaften stehen.

Wer die Anbau-Kooperativen direkt unterstützen will, schließt sich in einer Gemeinschaft an, die den Kaffee direkt bei den Kaffee-Anbauern bestellt, wie zum Beispiel Teikei [29]: Die Initiative lässt die Kaffeebohnen mit dem Segelboot direkt aus Mexiko nach Hamburg transportieren, wo sie von Freiwilligen ausgeladen werden.

Mithilfe des Segelschiffs werden Verschmutzungen der Ozeane durch Schweröl und Lärm vermieden. Ein Ziel ist unter anderem, die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Der Artikel erschien auf Telepolis zuerst am 01. Oktober 2025.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10689647

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.kaffeeverband.de/de/presse/Deutscher-Kaffeemarkt-2024
[2] https://utopia.de/ratgeber/wie-viel-kaffee-ist-noch-gesund-diese-hoechstmenge-solltest-du-nicht-ueberschreiten_740236/
[3] https://www.telepolis.de/features/Wie-sich-abendlicher-Kaffeekonsum-auf-unseren-Schlaf-auswirkt-10423867.html
[4] https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMra1816604
[5] https://www.qmul.ac.uk/media/news/2019/smd/coffee-not-as-bad-for-heart-and-circulatory-system-as-previously-thought.html
[6] https://www.bfr.bund.de/cm/343/hochkonzentriertes-koffein-pulver-kann-bereits-in-geringen-mengen-schwere-vergiftungen-hervorrufen.pdf
[7] https://www.telepolis.de/features/Koffeinpulver-Wenn-der-Wachmacher-zur-Lebensgefahr-wird-9984104.html
[8] https://www.oekotest.de/essen-trinken/Gemahlener-Kaffee-im-Test-Krebsverdaechtige-Schadstoffe-gefunden_12205_1.html
[9] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/joim.13009
[10] https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Diabetes-Typ-2-Symptome-Ursachen-und-Behandlung,diabetes196.html
[11] https://www.spektrum.de/lexikon/biochemie/diterpene/1747
[12] https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Phenole
[13] https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/kaffee-mythen-100.html
[14] https://utopia.de/ratgeber/cold-brew-kaffee-rezept-zum-selbermachen_56518/
[15] https://www.nature.com/articles/s41598-018-34392-w
[16] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/verbraucherpreise-august-warenkorb-100.html
[17] https://apps.fas.usda.gov/psdonline/circulars/coffee.pdf
[18] https://schrotundkorn.de/essen/bio-kaffee#wie-wird-kaffee-angebaut
[19] https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-duerre-100.html
[20] https://schrotundkorn.de/essen/instant-kaffee#kaffee-von-der-bohne-in-die-tasse
[21] https://www.coffee-consulate.com/blog/liberica
[22] https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/kaffee-mythen-100.html
[23] https://rgs-ibg.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/geo2.96
[24] https://schrotundkorn.de/essen/was-fairtrade-kaffee-kostet
[25] https://www.rapunzel.de/fairtrade-hand-in-hand.html
[26] https://www.naturland.de/de/naturland/wofuer-wir-stehen/fair.html
[27] https://utopia.de/siegel/gepa/
[28] https://www.fairtrade.net/de-de/Was-ist-Fairtrade/der-fairtrade-ansatz/Fairtrade-Siegel.html
[29] https://www.teikeicoffee.org/projekt/

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Magdeburg: Zerstört, vergessen – und wieder bedeutend

Von Christian Bartels — 12. April 2026 um 12:00
Magdeburg, Dom und Festung

Bild: Christian Bartels

Vom "Magdeburgisieren" im Dreißigjährigen Krieg bis zu Industriepolitik, Fußball und Gegenwart: Warum die Stadt Geschichte schreibt (Teil 2 und Schluss).

Seine vielleicht größte Bedeutung besaß Magdeburg am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit, als just zur Reformation der gewaltige Dom fertig gebaut war (siehe Teil 1).

"Unseres Herrgotts Kanzlei" – bis zum Untergang

Großstädtischer Reichtum finanzierte gewaltige, von der vorbeifließenden Elbe unterstützte Festungsanlagen, die sich im Schmalkaldischen (Religions-)Krieg bewährten.

Reformator Luther war gerade gestorben, die protestantischen Fürsten unterlagen seinem Gegenspieler, dem katholischen Weltreichs-Kaiser Karl V., der auch Spanien und damit Teile des gerade "entdeckten" Amerika regierte. Nur die mit Reichsacht belegte Festung Magdeburg überstand 1550/51 über ein Jahr Belagerung.

Auch wenn der Seitenwechsel des zunächst für den Kaiser, dann auf eigene Rechnung kämpfenden Fürsten Moritz von Sachsen eine Rolle spielte... Fortan nannte Magdeburg sich "Unseres Herrgotts Kanzlei".

Dieser Ruf als uneinnehmbare feste Burg des kämpferischen Protestantentums hielt achtzig Jahre – bis er bei der, nun von der Gegenseite polemisch so genannten "Magdeburger Hochzeit" pulverisiert wurde. Beziehungsweise "magdeburgisiert".

"Magdeburgisieren": Ein Wort für den Untergang

Im Dreißigjährigen Krieg, der noch blutiger um die Gemengelage von Religion/Konfession und Macht kreiste, wurde Magdeburg erneut von katholischen Feinden belagert. Nach nur wenigen Wochen gelang den Söldnertruppen des kaiserlichen Feldherrn Tilly und seines Generals von Pappenheim die Eroberung.

Die Kunde davon, wie die Stadt geplündert und zerstört, ihre Bevölkerung vergewaltigt und zu nach heutigen Schätzungen 90 Prozent massakriert wurde, verbreitete sich unter dem Begriff "Magdeburgisieren". Und trug zur weiteren Verschärfung der Exzesse in der noch länger währenden zweiten Hälfte des Krieges bei.

Nur der Dom wurde nicht zerstört – auch weil nochmals ein Kaisersohn als Erzbischof eingesetzt war (der sich freilich nicht lange halten konnte). Anno 2026 bereitet das lokalstolze Magdeburg bereits den 400. Jahrestag in fünf Jahren [1] vor und meint, das Schicksal der Stadt bleibe "ein Sinnbild für globale Menschheitsfragen" ...

Der Glanz war dahin, die Hoffnung auf Eigenständigkeit als Reichsstadt passé. Bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden wurde die Stadt der aufstrebenden Semi-Macht Brandenburg zugesprochen, die sich bald darauf Preußen nannte, und zu deren "stärkster Festung" ausgebaut.

Vom Militärstaat zur Industriekulisse

Als lokaler Gouverneur des alles dominierenden Militärs diente der "Alte Dessauer", der nebenbei als Kleinstaaten-Fürst das nahe Anhalt-Dessau (das heute den zweiten Teil des wiederum aus Magdeburg verwalteteten Bindestrich-Bundeslands Sachsen-Anhalt bildet) regierte.

Der Wiederaufstieg dauerte lange – auch wenn Magdeburg als "Ottostadt" sich heute auch gern auf Otto Guericke beruft, der im 17. Jahrhundert als Bürgermeister wie als experimentierender Wissenschaftler vor allem physikalisch Furore machte und längst nicht nur die Luftpumpe erfand.

Im späten wilhelminischen Kaiserreich war Magdeburgs Wiederaufstieg in vollem Gange. Davon zeugen noch allerhand pittoreske Industriebauten bis hin zur die "Diamant"-Brauerei, die bis in den 1990er-Jahren Bier ausstieß und nun als "lost place" nahe dem Bahnhof Magdeburg-Neustadt emporragt.

Denkmal der Goldene Reiter
Der Goldene Reiter. Foto: Christian Bartels

Gewaltige Hafenanlagen entstanden an der Elbe, zu denen in der Nazizeit die ingenieurtechnisch bewunderte Anbindung per Wasserstraßenkreuz an den Mittellandkanal kam. Nach 1945 wurde der Wasserweg nach Westen freilich nicht mehr gebraucht.

DDR-Glanz statt Shopping-Tristesse

Und heute ist auf der breiten Elbe kaum je ein Schiff zu sehen. Ob der Fluss sich künftig überhaupt noch als Wasserstraße eignet, zählt zu den Zukunftsfragen (Spiegel [2]), die vor lauter Gegenwartsaufregung kaum diskutiert werden.

Eher obsolet wäre die Frage, ob die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg kompletter ausfiel als im 30-jährigen. Jedenfalls wurde Magdeburgs Kern anschließend in der DDR zu einer der nach damaligen Überzeugungen geformten Prachtstädte umgemodelt.

Gelegenheit, sich zu denken, dass viele Schauseiten solcher ehemaligen Modernen erheblich ansehnlicher aussehen als die Nachwende-Shopping-Architekturen, die sich später ausdehnte, bietet sich in Magdeburg oft.

Über sich hinaus wirkte und wirkt die Stadt immer mal wieder aus unterschiedlichen Gründen. Der schon erwähnte Sport-Lokalstolz gilt insbesondere dem Handball, in dem der Magdeburger SC international Furore macht, der deutschen Lieblings-Fernsehsportart Fußball aber auch. Kaum ein Regionalbahn-Tunnel im weiteren Umland, der nicht mit "FCM" besprüht ist. ...

Ein Tor für die Geschichte – und heute Abstiegskampf

Schon zu Teilungszeiten erregte der FC Aufsehen bis in den Westen. Nicht nur, weil der Magdeburger Jürgen Sparwasser bei der Fußballweltmeisterschaft 1974 das Siegtor der DDR gegen die BRD schoss (das dem westdeutschen Bundestrainer auf dem Weg zum Turniersieg bekanntlich ganz gut in den Kram gepasst haben dürfte ...), sondern weil der FCM im selben Jahr als einziger DDR-Verein überhaupt einen Fußball-Europapokal gewonnen hatte, den der Pokalsieger.

Wenn der FC einmal in die Bundesliga aufstiege, wäre das nur gerecht. Aktuell allerdings kämpft er, im meist vollen Stadion, gegen den Abstieg in die Dritte Liga.

Magdeburg im Brennpunkt der Gegenwart

Ob das Weihnachtsmarkt-Attentat, das 2024 auf dem Goldener-Reiter-Marktplatz sechs Tote und hunderte Verletzte forderte, exemplarisch für eine Epoche stehen wird, muss sich noch zeigen.

Und ob die im Jahr zuvor von der damaligen Ampel-Bundesregierung mit Milliardensubventionen herbeigeführte, pompös gefeierte Ankündigung einer "Weltspitzen" [3]-Chipfabrik durch den US-amerikanischen Intel-Konzern als Musterbeispiel einer fehlgeleiteten Industriepolitik gelten kann (oder womöglich dereinst als Beispiel einer strategischen Industriepolitik, der es geopolitisch bedurft hätte) – auch darüber wird sich streiten lassen.

Nicht streiten lassen wird sich darüber, dass der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im kommenden September mindestens auf die ganze Bundesrepublik ausstrahlen wird.

Allen Umfragen zufolge dürfte die AfD zur stärksten Partei werden. Ob ihre Politiker dann in die Regierungsgebäude einziehen werden, oder eine breite Koalition aller anderen Parteien es verhindert, wird im Vorfeld und hinterher breiteste Beachtung erfahren.

Magdeburg kann man so oder so finden. Seine Bedeutung unterschätzen kann man kaum.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://friedensforum-johanniskirche.de/400-jahrestag-der-zerstoerung-magdeburgs
[2] https://www.spiegel.de/panorama/elbe-wasserstaende-gefaehrden-schifffahrt-und-werften-das-grosse-zittern-a-17a1cc91-33c9-4988-ac47-465a4ccfc0db
[3] https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/investitionsentscheidung-intel-2198332

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