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Windows on ARM: Asus mit Snapdragon X2 Extreme Edition, HP mit NPU-Turbo

Von Heise — 06. Januar 2026 um 18:30

Erste Notebooks mit Snapdragon X2 kommen von Asus und HP – und sind gleich Ausnahmen von der später folgenden Masse.

Zu den ersten Notebooks mit Qualcomms neuer Prozessorgeneration Snapdragon X2 gehören die ZenBooks A14 und A16 von Asus und die HP-Modelle EliteBook X G2q sowie OmniBook Ultra G2q. Und beide haben gleich von Beginn an Sonderlocken, die anderen Geräten fehlen werden.

Das ZenBook A14 ist wie sein vor einem Jahr gestarteter Vorgänger ein besonders leichter 14-Zöller, der nun den Sprung auf die neue CPU-Generation macht. Das neue ZenBook A16 ergänzt die Baureihe nicht nur um eine Variante mit größerem 16-Zoll-Bildschirm, sondern ist auch das erste und bislang einzige Notebook, in dem das Topmodell Snapdragon X2 Elite Extreme [1] zum Einsatz kommt.

Dieser Prozessor läuft technisch außerhalb des restlichen X2-Portfolios, weil er eine eigene CPU-Fassung und somit angepasste Mainboards benötigt. Sein Speicherinterface umfasst nämlich drei statt wie sonst üblich zwei Speicherkanäle (192 statt 128 Bit) und obendrein ist der Arbeitsspeicher Teil des CPU-Trägers. Für diese Fassung gibt es bislang auch nur genau ein CPU-Modell, nämlich den 18-Kerner X2E-96-100 mit 48 GByte integriertem LPDDR5X-RAM – ergo hat das Asus ZenBook A16 immer diesen an Bord.

Zu Preis und Verkaufsstart hat Asus bislang keine Angaben gemacht.

NPU mit 85 statt 80 TOPS

HP wiederum beschränkt sich bei seinen 14-Zöllern EliteBook X G2q und OmniBook Ultra G2q nicht auf die bislang von Qualcomm enthüllte CPU-Auswahl, die allen Anbietern zur Verfügung steht. Stattdessen kommen in den voraussichtlich ab März erhältlichen Notebooks die HP-exklusiven Modelle X2E-90-100 (18 CPU-Kerne) und X2E-84-100 (12 CPU-Kerne) zum Einsatz. Sie ähneln den frei verfügbaren Varianten X2E-88-100 beziehungsweise X2E-80-100, haben aber eine aufgebohrte KI-Einheit (Neural Processing Unit, NPU), die auf die bereits herausragenden 80 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) der regulären X2-Modelle noch einen draufsetzt: Hier gibt es 85 TOPS.

HP OmniBook Ultra G2q und HP EliteBook X G2q

(Bild: Florian Müssig / heise medien)

Auf die Frage, was man als Nutzer denn von all dieser NPU-Rechenleistung deutlich oberhalb den von Copilot+ vorgeschriebenen 40 TOPS habe, gab Microsofts James Howell zu Protokoll, dass künftig dann schlicht mehrere KI-Modelle parallel laufen können. Wer beispielsweise während eines Teams-Meetings (mit KI-weichgezeichnetem Hintergrund) eine angefragte Datei per E-Mail verschicken will, im Trubel aber vergisst, die Datei tatsächlich anzuhängen, muss künftig nicht noch eine zweite E-Mail samt Entschuldigung hinterherschicken. Stattdessen analysiert ein lokal laufendes Sprachmodell den Inhalt der E-Mail, wenn man auf Senden klickt, und Outlook hakt noch einmal beim Nutzer nach, wenn die KI feststellt, dass von einem Anhang die Rede ist, ein solcher aber fehlt.

White-Label-Snapdragon

Angesichts der Tatsache, dass Microsoft und Qualcomm dieselbe Vision hinsichtlich NPU und KI auf Notebooks teilen und den engen Schulterschluss demonstrieren, steht nicht zu erwarten, dass Qualcomm viel Aufwand in die Unterstützung anderer Betriebssystemen als Windows stecken wird. Diese Erkenntnis hat Ende 2025 bereits dazu geführt, dass Tuxedo sein Projekt, ein Linux-Notebook mit Snapdragon X auf den Markt zu bringen, eingestampft hat [2].

White-Label-Notebooks mit Snapdragon X2 von Wistron (links), Quanta (Mitte) und Compal (rechts)

(Bild: Florian Müssig / heise medien)

An White-Label-Hardware, die kleine lokale Notebook-Anbieter als Basis ihres Geräteangebots verwenden können, mangelt es hingegen nicht: Qualcomm zeigte auf der CES, welche Auftragsfertiger (ODM) hinter den bislang gezeigten und für Benchmarks verwendeten Referenzsystemen stecken. Die Notebooks stammen von Compal (KQX80, KQX81), Wistron (Oryon2 Clamshell) und Quanta (QM8) und die All-in-One-PCs von Longcheer. Womöglich trifft man das ein oder andere Gerät künftig also unter anderem Namen auch im Handel an.

heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11130256

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Qualcomm-enthuellt-technische-Details-des-Notebookprozessors-Snapdragon-X2-Elite-11084135.html
[2] https://www.heise.de/news/Tuxedo-gibt-Linux-Notebook-mit-Snapdragon-X-auf-11089194.html
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/ct
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Design-Kritik: Bricht macOS Tahoe mit Apples Prinzipien?

Von Heise — 06. Januar 2026 um 18:42
Die neue Menügestaltung in macOS Tahoe

Die neue Menügestaltung in macOS Tahoe steht in der Kritik. Einigen ist sie zu überladen.

(Bild: heise medien)

Apples jüngste Designänderung in macOS Tahoe, jedem Menüeintrag ein Icon hinzuzufügen, sorgt für Diskussionen. Kritik kommt vor allem von Entwicklern.

Die Diskussionen über Apples jüngste Designveränderungen reißen nicht ab: Nach Kritik am Liquid-Glass-Design [1] und neuen App-Icons [2] geht es jetzt um die Veränderung in macOS Tahoe, jedem Menüeintrag ein Icon hinzuzufügen. Der Berliner Softwareentwickler Nikita Prokopov hat in einem Blogpost dargelegt [3], dass Apple damit eigenen klaren Designvorstellungen widerspricht, die das Unternehmen erstmals im Jahr 1992 schriftlich dargelegt hat.

In den Human Interface Guidelines hieß es Prokopov zufolge, dass die Zahl grafischer Elemente begrenzt werden sollte, um die Nutzbarkeit zu verbessern. Zu viele komplexe Icons würden die Oberfläche überladen. Prokopov argumentiert, dass Icons eigentlich helfen sollen, Dinge schneller zu finden – wenn aber jedes Element ein Icon habe, hebe sich nichts mehr ab.

Unterschiedliche Icons für die gleichen Funktionen

Das bis vor kurzem von Alan Dye geführte Designteam Apples ist im Zuge des Redesigns der Betriebssysteme offenbar zu anderen Überzeugungen gekommen. Ob der Weggang von Dye zu Meta [4] oder das Feedback der Nutzer in künftigen Versionen zu einer Nachbesserung führen wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

Die Kritik des Softwareentwicklers aus Berlin, die von dem US-amerikanischen Apple-Blogger John Gruber geteilt wird, geht aber noch weiter: In dem mit etlichen Beispielen bebilderten Blogpost legt er ferner dar, dass Apple in seiner Software für die gleichen Funktionen unterschiedliche Icons verwendet. Dies sei inkonsistent und eine schlechte Designumsetzung, kritisiert Prokopov. Auch finden an einigen Stellen bekannte System-Symbole wie das der Tastatur-Kombinationen in anderen Kontexten Verwendung, was Nutzer verwirre. Andere Icons bestehen nur aus Text, sodass keine klare Unterscheidung möglich sei, wo das Icon aufhöre und der Text beginne.

Breite Kritik von Designern

Auch zu feine Unterschiede, zu viele Details auf zu wenig Raum, verwirrende Metaphern und fehlende Symmetrie werden beanstandet. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der Designer und Programmierer Jim Nielsen in einem eigenen Blogpost [5]. Er sei „müde von all dem optischen Rauschen“, beklagt er und weist darauf hin, dass Apple seine Haltung in dieser Frage auch in späteren Fassungen der Interface Guidelines immer wieder bekräftigt habe.

Gruber äußert indessen die Ansicht [6], dass „kein echter UI- oder Icon-Designer“ denke, dass die Änderung eine gute Idee sei. Der bekannte Autor und Podcaster gilt erklärtermaßen als großer Kritiker von Alan Dye, unter dessen Regie Apple die größte Designveränderung seit Jahren vorgenommen hat.


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https://www.heise.de/-11131664

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Liquid-Glass-Apples-neue-Oberflaeche-fuer-iOS-26-macOS-26-und-Co-im-Detail-10487350.html
[2] https://www.heise.de/news/macOS-26-mit-Liquid-Glass-Icon-Aenderung-facht-Diskussionen-an-10512081.html
[3] https://tonsky.me/blog/tahoe-icons/
[4] https://www.heise.de/news/Nach-Liquid-Glass-Apples-Interface-Design-Chef-wandert-zu-Meta-ab-11102445.html
[5] https://blog.jim-nielsen.com/2025/icons-in-menus/
[6] https://daringfireball.net/linked/2026/01/05/hard-to-justify-tahoe-icons
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:mki@heise.de

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Faltenfrei: Samsung-Display entdeckt, das fürs iPhone Fold passen könnte

Von Heise — 06. Januar 2026 um 15:26
Mensch mit Foldable

Mensch mit Foldable: Knitterproblem seit Anfangstagen der Technik.

(Bild: Karlis Dambrans / Shutterstock)

Dass Apple bei seinem ersten Klapp-Smartphone den Knitterbereich reduzieren will, ist bekannt. Auf der CES gab es einen passenden Screen.

Auf der Technikmesse CES in Las Vegas ist kurzzeitig ein Bildschirm von Samsung Display aufgetaucht, der gut zu Apples künftigem iPhone-Foldable [1] passen würde, das im kommenden September erwartet wird. Das Produkt wurde vom Fachblog SamMobile entdeckt [2] und soll mittlerweile wieder entfernt worden sein. Letzteres geschah offenbar abrupt. Von Samsung gab es bislang keinen Kommentar.

Knitterfreies Faltbares

Das Display war in einem Demonstrationsbereich zu sehen, wo es neben einem aufgeklappten Galaxy Z Fold 7 platziert wurde. Auf einer Tafel war von „Crease Test“ („Faltentest“) sowie einem „Advanced Crease-less“-Bildschirm die Rede, also einem fortschrittlichen, faltenreduzierten Display. Beide Geräte waren aufgebaut, um die jeweilige Faltenbildung miteinander zu vergleichen.

Das Thema „Bügelfalte“ beschäftigt den Foldable-Markt seit Anbeginn. Alle aktuellen faltbaren Smartphones weisen eine mehr oder weniger je nach Lichteinfall gut sichtbare Knitterung auf – an der Stelle, wo geklappt wird. Der Bereich ist zudem auch bei der Bedienung fühlbar. Das galt lange als technisch unumgänglich. Apple soll intern an Möglichkeiten gearbeitet haben, dies zu verhindern, parallel wurde aber augenscheinlich auch Samsung für seine eigenen Geräte tätig. Pikant: Der südkoreanische Konzern ist neben LG (und, für chinesische Modelle, auch BOE [3]) wichtigster Bildschirmlieferant für Apples iPhone – und soll es auch für das erste Foldable [4] sein, wie die Lieferkette zu wissen glaubt.

Seitenverhältnis bei Apple anders

In einem Video behauptet SamMobile, auf der CES „möglicherweise“ das Display für das Galaxy Z Fold 8 gesehen zu haben. Der Faltbereich sei „deutlich weniger sichtbar“ als beim Galaxy Z Fold 7. Ob Apples Variante genauso aussieht oder noch faltenfreier, bleibt abzuwarten.

Schon im Juli hieß es, Samsung wolle ebenfalls versuchen, die Falte zu reduzieren. Dabei kommt unter anderem eine Metallplatte zum Einsatz, die den Screen glatt ziehen soll, ohne dass er bricht. Allerdings: Die Dimensionen des auf der CES gezeigten Displays waren offenbar andere als von Apple geplant [5]. Sie entsprechen denen des Galaxy Z Fold 7.


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https://www.heise.de/-11131025

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Foldable-ohne-Buegelfalte-So-soll-das-faltbare-iPhone-geschmeidig-bleiben-10488599.html
[2] https://www.sammobile.com/news/samsung-crease-less-foldable-oled-panel-showcased-z-fold-8/
[3] https://www.heise.de/news/Rechtsverletzung-bei-OLED-Technik-Apple-Lieferant-droht-US-Importverbot-10489477.html
[4] https://www.heise.de/news/Samsung-bestaetigt-Foldable-Display-Auftrag-von-amerikanischer-Firma-10678908.html
[5] https://www.heise.de/news/Faltbares-Apple-Handy-Kommt-der-Formfaktor-des-iPhone-mini-als-Pass-zurueck-11125785.html
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
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Wi-Fi-6E: Bandbreitensprung dank Update für mehrere iPads und Macs

Von Heise — 06. Januar 2026 um 13:54
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(Bild: Devenorr/Shutterstock.com)

Von 80 auf 160 MHz: Je nach Gerät lässt sich nun mehr Signal übertragen. Das hilft aber nur mit passender Gegenstelle.

Laut einem im Dezember aktualisierten und jetzt entdeckten [1] Deployment-Dokument (deutsche Version noch veraltet) für Firmenkunden hat Apple mit iPadOS 26.2 und macOS 26.2 [2] auch Verbesserungen bei der WLAN-Unterstützung verschiedener Macs und iPads vorgenommen. Der Wi-Fi-6E-Support wurde in mehreren Anwendungsfällen von 80 auf 160 MHz Bandbreite erweitert, was zumindest theoretisch deutlich mehr Durchsatz verspricht.

Von der Maßnahme betroffen sind unter anderem Mac mini M2, M2 Pro und M4, die MacBook-Pro-Modelle mit M2, M3, M4 und M5, außerdem iPad Pro M4, iPad Air M3 und iPad mini 7 (mit A17 Pro). Bei Verwendung mit 5-GHz-Gegenstellen wird bei allen Modellen nun nicht mehr nur 80 MHz Bandbreite verwendet, sondern die doppelte Rate, also besagte 160 MHz. Gleichzeitig steigt der maximale PHY-Durchsatz von 1200 auf 2400 MBit/s.

Zuvor hatte Apple das theoretische Maximum nur erlaubt, wenn die Verbindung über 6-GHz-Netzwerke hergestellt wurde. Warum es teils Jahre dauerte, bis die Veränderung vorgenommen werden konnte, ist bislang unklar. Öffentlich kommuniziert wurde die Änderung nicht, auch in den Release Notes der Updates sind keine Angaben dazu zu finden.

Wi-Fi 7 bei Apple noch wenig verbreitet

Trotz der höheren Bandbreite kann es sinnvoller sein, auf 6 GHz zu wechseln, da dieser Frequenzbereich weniger stark belegt ist als das 5-GHz-Spektrum. Dort waren schon zuvor 160 MHz nutzbar. Mittlerweile sind viele Unternehmen schon bei Wi-Fi 7 gelandet [3], die 6 GHz leisten. Erste Apple-Geräte beherrschen den Standard, darunter die aktuellen iPhones seit Baureihe 16 oder iPad-Pro-Modelle mit M5-Chip. Beim MacBook Pro mit M5 [4] fehlt der neuere Funkstandard noch. Es wird erwartet, dass die M5-Pro- und M5-Max-Modelle, die im Frühjahr erwartet [5] werden, die Technik beherrschen.

Der Unterschied zwischen Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 fällt bei Apple-Geräten derzeit noch gering aus. Was einen großen Sprung bringt, sind aber 160 MHz breite Kanäle und insbesondere in überfüllten Funkräumen das 6-Ghz-Band, hatte Mac & i bereits im Februar berichtet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11131011

Links in diesem Artikel:
[1] https://support.apple.com/guide/deployment/wi-fi-ethernet-specifications-apple-devices-dep268652e6c/web
[2] https://www.heise.de/news/iOS-26-2-Co-zum-Download-bereit-Updates-fuer-alle-Apple-Betriebssysteme-11107348.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Router-mit-Wi-Fi-7-und-6-GHz-ausprobiert-Was-es-fuer-Apple-Anwender-bringt-10268960.html
[4] https://www.heise.de/tests/Staubsaugen-im-Apple-Home-Diese-Haushaltsroboter-lohnen-sich-10751677.html
[5] https://www.heise.de/news/Monat-der-Leaks-Apples-Dezember-legte-viele-Geraete-fuer-2026-offen-11124450.html
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Deutschlands E-Auto-Markt hat einen neuen Spitzenreiter

Von Bernd Müller — 06. Januar 2026 um 15:30

Bernd Müller

Logo auf einem Elektroauto von BYD.

(Bild: Trygve Finkelsen / Shutterstock.com)

BYD überholt Tesla erstmals in Deutschland – die Zahlen offenbaren eine dramatische Verschiebung auf dem E-Auto-Markt.

Der chinesische Hersteller BYD hat Tesla auf dem deutschen Markt für Elektroautos [1] hinter sich gelassen. Im vergangenen Jahr kamen 23.306 Fahrzeuge der chinesischen Marke neu auf die Straße, während der amerikanische Konkurrent 19.390 Neuzulassungen verzeichnete.

Das geht aus den Daten hervor, die das Kraftfahrt-Bundesamt am Dienstag veröffentlichte [2]. Besonders deutlich fiel der Abstand im Dezember aus: Hier lagen die Chinesen bei mehr als dem Doppelten der Tesla-Zulassungen.

Gegensätzliche Entwicklung der beiden Marken

Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts offenbaren extreme Verschiebungen: Während BYD seine Zulassungen um mehr als 700 Prozent steigern konnte und nun bei einem Marktanteil von 0,8 Prozent steht, brach Tesla um fast die Hälfte ein und erreichte nur noch 0,7 Prozent. Der absolute Vorsprung bleibt zwar überschaubar, doch die Richtung ist eindeutig.

Jenseits des Kanals zeigt sich ein ähnliches Bild: In Großbritannien kamen über 51.000 BYD-Modelle auf die Straße, Tesla kam auf gut 45.000 Einheiten, berichtet [3] Bloomberg. Dort spielen den Chinesen fehlende Importzölle in die Karten, welche EU-Staaten erheben.

Starkes Plus täuscht über Realität hinweg

Die Gesamtzahl batterieelektrischer Neuwagen in Deutschland kletterte auf über 545.000 Einheiten – ein Zuwachs von mehr als 43 Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahr. Knapp jedes fünfte neu zugelassene Auto fuhr rein elektrisch, der Anteil erreichte 19,1 Prozent.

Doch Branchenkenner relativieren die positive Entwicklung. Constantin Gall von EY stellt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) klar: Was nach einem Boom aussehe, kompensiere lediglich den Einbruch von 2024.

Verglichen mit 2023 liege das Wachstum bei mageren vier Prozent. Von einem echten Durchbruch der Elektromobilität könne deshalb keine Rede sein.

Firmenwagen prägen das Geschäft

Insgesamt rollten knapp 2,9 Millionen neue Pkw vom Hof, ein bescheidenes Plus von 1,4 Prozent. Die Käuferstruktur bleibt dabei unverändert: Zwei Drittel aller Neuzulassungen gehen auf das Konto gewerblicher Halter [4], nur ein Drittel entfällt auf Privatpersonen. Diese Schieflage beeinflusst sowohl Modellauswahl als auch Preisniveau am Markt.

Staatliche Förderung kehrt zurück

Indessen plant Berlin die Rückkehr einer Kaufprämie für Elektroautos [5], die noch in diesem Jahr starten soll. Davon erhoffen sich Hersteller und Handel zusätzlichen Schwung, insbesondere bei privaten Käufern.

Für Tesla wird die Luft allerdings dünner: Etablierte Hersteller wie Volkswagen, Renault und BMW haben ihre Elektro-Palette massiv ausgebaut. Gleichzeitig belasten die politischen Eskapaden von Firmenchef Elon Musk das Image der Marke in Europa.

BYD dagegen baut seine weltweite Präsenz konsequent aus. Mit 2,26 Millionen ausgelieferten Elektrofahrzeugen lag der Konzern deutlich vor Teslas 1,64 Millionen, heißt es bei Bloomberg. Das günstigere Preisniveau chinesischer Anbieter [6] lockt zunehmend Käufer an, die nach bezahlbaren Alternativen suchen.


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https://www.heise.de/-11131482

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/250-TWh-Die-Energieluecke-der-europaeischen-E-Mobilitaet-10655901.html
[2] https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugzulassungen/2026/pm01_2026_n_12_25_pm_komplett.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-06/china-s-byd-outsells-tesla-in-europe-s-two-biggest-ev-markets
[4] https://www.heise.de/tp/article/E-Mobilitaet-Arbeitgeber-setzen-verstaerkt-auf-Ladeinfrastruktur-10299523.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/Elektroauto-Foerderung-Bis-zu-5-000-Euro-fuer-Familien-wer-profitiert-11097018.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/Elektroauto-Markt-Europas-Kehrtwende-beim-Verbrenner-Aus-nutzt-besonders-China-11118854.html

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Chinas Fischereiflotte: Wie Peking mit Trawlern die Meere überfischt

Von Marcel Kunzmann — 06. Januar 2026 um 14:00

Marcel Kunzmann

Ein Fischtrawler auf hoher See

Die derzeitige Überfischung der Meere könnte einen ökologischen Kollaps maritimer Ökosysteme nach sich ziehen

(Bild: Okyela/Shutterstock.com)

Chinas Fischereiflotte dominiert die Weltmeere. Staatliche Subventionen ermöglichen aggressive Fangpraktiken. Doch zu welchem Preis für das Ökosystem?

China verfügt über die mit Abstand größte Hochseefischereiflotte der Welt. Die Flotte umfasst nach verschiedenen Schätzungen [1] rund 16.000 Schiffe. China deckt damit erfolgreich den wachsenden Kalorienbedarf des Riesenlandes, jedoch mit fatalen Folgen für die Umwelt.

Nach einer Analyse [2] der Meeresschutzorganisation Oceana waren zwischen Januar 2022 und Dezember 2024 rund 57.000 chinesische Fischereifahrzeuge, hauptsächlich Trawler, mehr als 110 Millionen Stunden auf See aktiv. Dies entspricht 44 Prozent der weltweiten Fischereiaktivität in diesem Zeitraum. Auf Hoher See entfielen 30 Prozent aller Fangaktivitäten auf chinesische Schiffe, die dort mehr als 8,3 Millionen Stunden fischten.

Staatliche Subventionen als Grundlage

Der massive Ausbau der chinesischen Flotte wäre ohne umfangreiche staatliche Subventionen nicht möglich. Wie der US-Marinegeheimdienst ONI erklärte [3], wären ohne diese Unterstützung viele Formen der Hochseefischerei, etwa der Tintenfischfang, nicht profitabel. Peking subventioniere nicht nur die Aktivitäten der Fischereifahrzeuge, sondern fördere auch die Modernisierung und das Wachstum der Flotte.

Seit etwa einem Jahrzehnt finanziere China größere und technologisch fortschrittlichere Fischereifahrzeuge, die weiter auf offener See hinausfahren können. Diese neueren Schiffe verfügten über größere Netze, leistungsstärkere Motoren und sind aus Stahl statt aus Holz gebaut.

Dominanz beim Tintenfischfang vor Lateinamerika

China hat sich damit als weltweit führende Nation in der Fangfischerei etabliert. Die chinesische Hochseeflotte fängt zwischen 50 und 70 Prozent des weltweiten Tintenfischfangs in der Tiefsee. Umstritten sind die chinesischen Fangmethoden und Aktivitäten allerdings insbesondere vor den Küsten Argentiniens, Ecuadors und anderer lateinamerikanischer Staaten.

Chinesische Schiffe operieren dort häufig direkt an den Außengrenzen der ausschließlichen Wirtschaftszonen mehrerer Länder und zielen dabei auf wandernde Arten wie den Riesentintenfisch ab, wodurch deren biologischer Zyklus gestört wird. Laut [4] dem ehemaligen argentinische Staatssekretär und Fischereiexperten Augusto Lerena habe Argentinien jedoch Anspruch den Bestand vor der eigenen Küste.

Ausländische Schiffe, die unkontrolliert auf Hoher See fischen, würden diesen biologischen Zyklus unterbrechen, da die Art ökologisch gesehen in die Wirtschaftszone zurückkehren müsse, wo sie ihre wichtigste biologische Phase durchlaufe, so Lerena. Die unkontrollierte Fischerei beeinträchtige nicht nur die Nachhaltigkeit der Art selbst, sondern aufgrund ihrer Stellung im Nahrungsnetz auch alle Arten, mit denen sie im Ökosystem interagiere.

Illegale und nicht gemeldete Fangpraktiken

Nach Angaben der Financial Transparency Coalition aus dem Jahr 2023 sind acht der zehn Unternehmen, die am stärksten in illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei verwickelt sind, chinesisch. Ein kolumbianisches und ein spanisches Unternehmen vervollständigen die Liste. Der industrielle Fang der chinesischen Flotte auf Hoher See repräsentiere 65 Prozent der nicht gemeldeten Fänge auf Hoher See und 17 Prozent der gesamten Fänge auf Hoher See, gemittelt über den Zeitraum von 1980 bis 2019.

Oceana dokumentierte, dass chinesische Schiffe in mehr als 90 Ländern für über 22 Millionen Stunden fischten. Am aktivsten waren sie in den Gewässern Südkoreas mit 11,8 Millionen Stunden, gefolgt von Taiwan mit 4,4 Millionen Stunden, Japan mit 1,5 Millionen Stunden, Kiribati mit fast 425.000 Stunden und Papua-Neuguinea mit über 415.000 Stunden.

Untersuchungen haben chinesische Schiffe dokumentiert, die illegal in den ausschließlichen Wirtschaftszonen von Ländern von Westafrika bis Südamerika operieren, oft mit absichtlich ausgeschalteten Ortungssystemen. Viele dieser Schiffe setzen zerstörerische Fangmethoden wie Grundschleppnetze ein, die den Meeresboden verwüsten, sowie unterschiedslose Fangmethoden, die zu erheblichem Beifang von Nicht-Zielarten führen, die häufig wieder über Bord geworfen werden.

Geopolitischer Druck erschwert Regulierung

Obwohl regionale Fischereiorganisationen einen Regulierungsrahmen zur Begrenzung der Hochseefischerei implementiert haben, sind die Regelungen angesichts des enormen geopolitischen Gewichts Chinas oft nicht besonders wirksam. Die Verflechtung von Chinas Fischereiinvestitionen mit anderen Infrastrukturentwicklungsprojekten könne es für Regierungen, die auf chinesische Finanzierung angewiesen sind, schwierig machen, die möglichen Auswirkungen einer Behinderung der chinesischen Fischerei zu entwirren, während sie gleichzeitig mit China an nicht verwandten Projekten arbeiten, erklärte ONI.

Dies zeige sich in Fällen, in denen die chinesische Hochseeflotte Spannungen mit der lokalen Bevölkerung oder Regierungen verursache, aber Widerstand gegen die chinesischen Fischereiaktivitäten könne andere Projekte mit chinesischer Finanzierung oder von chinesischen Unternehmen durchgeführte Vorhaben gefährden.

Bedrohung für marine Ökosysteme

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wird bereits über ein Drittel der weltweiten Fischbestände auf biologisch nicht nachhaltigem Niveau befischt. Chinas industrielle Operationen belasten diese gefährdeten Populationen weiter und könnten einige Arten möglicherweise an den Rand der kommerziellen Ausrottung treiben.

Marine Ökosysteme kennen keine nationalen Grenzen, und der Zusammenbruch von Fischbeständen in einer Region könne Welleneffekte durch das gesamte Nahrungsnetz der Ozeane auslösen und die Biodiversität weltweit bedrohen, warnen [5] Experten. Die subventionierte Überfischung führe zu mehr Luft- und Wasserverschmutzung, und verlorene Fallen, Netze und Leinen erhöhten die Umweltkosten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11130885

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.atalayar.com/en/articulo/economy-and-business/the-threat-of-chinas-deep-sea-fishing-fleet/20251220100000221623.html
[2] https://oceana.org/press-releases/china-dominates-44-of-visible-fishing-activity-worldwide/
[3] https://www.oni.navy.mil/Portals/12/reading_room/20210616_Congressional%20Report_Final%20-%20%2019AUG21.pdf
[4] https://saeeg.org/index.php/2021/11/26/la-pesca-en-alta-mar-es-ilegal-una-interpretacion-biologica/
[5] https://nationalinterest.org/blog/energy-world/chinas-overfishing-problem-is-everyones-problem

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Grüne Geldanlagen: Wie nachhaltig sind sie wirklich?

Von Bernd Müller — 06. Januar 2026 um 13:20

Bernd Müller

Symbol einer grünen Geldanlage

(Bild: Towfiqu barbhuiya, Unsplash)

Grüne Investments boomen – doch oft wird dem alten Geschäft nur ein grünes Mäntelchen umgehängt. Gespräch mit Finanzexperten Bernd Villhauer.

Das Weltklima verändert sich und die Nachrichten werden immer düsterer. Mehr Waldbrände, heftigere Wirbelstürme, mehr Hitzetote, steigende Meeresspiegel. Die Signale sind eindeutig, doch das Interesse vieler Menschen am Klimaschutz scheint nachzulassen.

In einem Bereich gibt es einen Gegentrend: bei der Geldanlage. Unternehmen werben mit ihrem Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Banken, Versicherungen, Vermögensverwalter und andere Finanzakteure werben zunehmend mit grünen Investments.

Der Bewusstseinswandel scheint in vollem Gange. Doch das grüne Etikett ist nicht selten trügerisch. Oft wird dem alten, wenig nachhaltigen Geschäft nur ein grünes Mäntelchen umgehängt.

Bernd Villhauer, war bis 2025 Geschäftsführer des Weltethos-Instituts [1]. Außerdem ist er Gründer einer Beratungsgesellschaft für nachhaltiges Finanzwesen. Im Jahr 2023 hat das Buch "Meine Bank wäscht grüner. Die Ökolügen der Finanzbranche" veröffentlicht. Darin beschreibt er die verschiedenen Spielarten des Greenwashings, wie Anleger es erkennen und umgehen können.

Herr Villhauer, der Begriff "Nachhaltigkeit" ist seit seinem Aufkommen umkämpft. Schon vor knapp zwei Jahrzehnten plädierten deutsche Wissenschaftler dafür, dass er im politischen Diskurs nicht nur Faktoren aus Umwelt- oder Klimaschutz enthalten sollte, sondern auch Sicherheit der Arbeitsplätze, regionale Lebensqualität etc. Was verstehen Sie unter "Nachhaltigkeit"?

Der Begriff wird tatsächlich in vielen verschiedenen Zusammenhängen benutzt, in allen möglichen Feldern, mal als Zielbestimmung, mal als Beschreibung. Ich meine, wir können uns immer wieder die klassische Definition in Erinnerung rufen, die im Wesentlichen besagt, wir sollen keinen Raubbau betreiben.

Es geht also darum, mit allen Ressourcen langfristig klug umzugehen. Das lässt sich erweitern und operationalisieren mit den SDGs, den Zielen für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen aufgestellt haben. Wichtig ist, dass wir transparent machen, mit welchem Nachhaltigkeitsbegriff wir jeweils arbeiten.

In einem Newsletter einer internationalen Wirtschaftszeitung fand sich kürzlich ein Text von ExxonMobil. Der Ölkonzern betonte sein Engagement bei der Erzeugung von Wasserstoff und bei der Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid. Ziel sei, die Emissionen um 30 Prozent zu senken. Wird ExxonMobil damit zu einem Kandidaten für nachhaltiges Investment?

Nachhaltiges Investment bedeutet eben nicht nur die Frage: "Kaufe ich die Aktie, oder nicht?" Sondern es bedeutet, z. B. Engagement für strategische Neuausrichtungen genauso ernst zu nehmen.

Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, ExxonMobil als kritischer Aktionär in die Pflicht zu nehmen und alle Möglichkeiten zu nutzen, es zu einem zukunftsfähigen Unternehmen zu machen.

Davon zu trennen ist aber die Frage, ob ich als institutioneller Investor einen bestimmten Prozentanteil meines Portfolios in nachhaltige Investments legen muss – dann genügen Willensbekundungen und ökologische Nebengeschäfte nicht, um den Status als "nachhaltiges Investment" zu bekommen.

Aber hier ist nicht Schwarzweiß-Malerei angesagt, sondern ein realistischer Blick auf Transformationen. Mal sehen, was ExxonMobil wirklich umsetzt.

Wenn Anleger in Fonds oder Einzelaktien investieren möchten, woran können sie erkennen, ob es sich um ein nachhaltiges Investment handelt? Gibt es festgelegte Kriterien dafür?

Da sprechen Sie einen wichtigen, wunden Punkt an. Ich empfehle, nur Finanzakteuren zu vertrauen, die einen langen track record über Anlagen haben, bei denen echte Wirkung, also eine quantifizierbare Verbesserung der Umweltbilanz, gezeigt werden kann.

Sie können natürlich zeigen, wo z. B. eine grüne Anleihe oder die Neuausgabe von Aktien bei der Gründung einer Firma kluge nachhaltige Geschäftsmodelle unterstützen; Impact lässt sich oft messen.

Aber da steckt der Teufel im Detail – und ich meine, wir können nicht von allen Anlegern das Spezialwissen erwarten, das man benötigt, um zu wissen, welche Recyclingfirmen nun wirklich das Mikroplastik in den Weltmeeren verringern und wie ich mit einem Investmentvehikel diese unterstützen kann.

Deshalb: nach den Aktivitäten und Erfahrungen der letzten 15–20 Jahre fragen und die aussondern, die sich eben erst auf den Nachhaltigkeitszug gesetzt haben.

Sie schreiben, am Finanzmarkt geht es um Informationen und weil diese in Zahlen ausgedrückt sind, lassen sich Öko-Schwindeleien der Finanzbranche erkennen. Vorausgesetzt, man hat das entsprechende Fachwissen. Wie tief muss der durchschnittliche Anleger Ihrer Meinung nach in Materie der Finanzbranche eintauchen, um das notwendige Wissen zu erwerben? Und wo kann er sich informieren?

Ich finde, dass es kaum eine spannende Lektüre als Bilanzen gibt – aber das ist nicht jedermann Geschmack. Die Interessierten müssen selbst entscheiden, wie viel Zeit sie für die eigenen Anlagen und deren Nachhaltigkeitsprofil aufwenden wollen. Es gibt begeisterte Rentner, die sich ein Fachwissen angeeignet haben, das Profis aus Fondshäusern in den Schatten stellt.

Aber es gibt auch den (sehr viel häufigeren) Fall, dass ich mich nicht mehr als 5–10 min pro Woche mit diesen Themen beschäftigen möchte. Dann empfehlen sich Fachmagazine wie "finanztest", "ECOreporter" oder "Öko Invest" oder der Blick auf einschlägige Siegel wie das FNG-Siegel.

Fragen Sie sich, wie wichtig Ihnen Ihre finanzielle Souveränität ist. Die Deutschen denken meist über die Anschaffung einer Waschmaschine deutlich länger nach als über den Kauf von Aktien oder Fonds.

Sie zählen in Ihrem Buch einige Beispiele für Greenwashing auf, darunter auch ETFs. Sie argumentieren, weil ETFs nur die jeweiligen Indizes nachbilden, investieren sie auch in automatisch in wenig nachhaltige Unternehmen. Auf der Info-Seite für ETFs, justetf.com, wird allerdings erklärt, dass es jetzt schon 103 Indizes für nachhaltige Investments gibt und 132 entsprechende Fonds. Wird die Finanzbranche schon nachhaltiger oder wie glaubwürdig sind solche Aussagen?

Je größer der Marktanteil nachhaltig agierender Unternehmen wird, umso eher können auch nachhaltige ETFs gebaut werden. Das grundsätzliche Dilemma ist aber nach wie vor das der Marktbreite: wenn ich die Kostenvorteile eines ETF nutzen möchte, dann muss ich auf möglichst einfache Weise automatisiert Indizes nachbilden. Um das kommt man nicht herum.

Aus meiner Sicht gibt es schon gute erste Ansätze für ETFs, die sich auf Nachhaltigkeitsindices beziehen – nur muss man eben genau hinsehen, welche Kriterien diese Indizes als Ausgangspunkt nehmen. Da sieht es oft düster oder dunkelbraun aus. "ESG" im Fondsname genügt nicht, dazu liegen in den genannten Medien schon Vergleichsuntersuchungen vor.

Sie berichten davon, dass die großen Vermögensverwalter aus den USA mit politischem Gegenwind zu tun haben. BlackRock etwa hatte angekündigt, ESG-Kriterien viel stärker bei Investments zu berücksichtigen. Aber große Anleger drohten damit, Gelder abzuziehen. Gibt es auch in Deutschland und Europa eine solche Gegenbewegung? Und wodurch wird sie verursacht?

Bisher haben wir diese Entwicklung in Europa und in Deutschland nur ansatzweise. Die manchmal etwas hysterisch anmutende Auseinandersetzung in den USA hat eine ganz andere Qualität.

Dort sind es unter anderem republikanische Abgeordnete, die eine Schädigung der Öl- und Gasindustrie fürchten (mit dem Verlust von Arbeitsplätzen ihrer Wähler oder womöglich dem Verlust von Wahlkampfspenden) und es gibt einen Kulturkampf um Formen des "woke capitalism".

Das führt dann dazu, dass gar nicht mehr auf ökonomische Vernunft oder Rendite geschaut wird, sondern bestimmte Nachhaltigkeitsstrategien aus grundsätzlichen Gründen bekämpft werden.

Die politische Gemengelage hierzulande ist eine andere und auch die hiesigen Populisten haben sich anders aufgestellt. Aber da wir aus den USA oft das Schlechte kopieren und das Gute liegen lassen, könnte sich noch einiges tun. Die Schlüsselfrage wird sein: Wer sind die Verlierer der ökologischen Transformation?

Zum Abschluss: Ist der Finanzmarkt überhaupt dafür legitimiert, eine nachhaltige Entwicklung herbeizuführen? Oder sollte das nicht demokratisch legitimiert über staatliche Vorgaben geregelt werden?

Wenn wir uns ehrlich fragen, in welcher Welt wir leben wollen und wie wir deshalb mit den ökologischen Krisen (wovon die Klimakrise nur eine und vielleicht noch nicht einmal die wichtigste ist) umgehen wollen, dann müssen wir ökonomische, politische, kulturelle, psychologische und viele andere Rahmenbedingungen ehrlich analysieren.

Von "Legitimierung" würde ich hier nicht sprechen – ich selbst würde jedenfalls nicht wollen, dass vor allem in den Finanztürmen über meine Zukunft entschieden wird. Dazu bin ich zu sehr Demokrat und ein Fan der freien Bürgergesellschaft.

Aber die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft kann nur gelingen, wenn Politik und Wirtschaft zusammenwirken. Die Finanzindustrie hat immer schon mit den Risikolandschaften der Zukunft zu tun gehabt und investiert viel Intelligenz, Zeit und Geld in ein gutes Verständnis des Kommenden – daher hat sie eine Schlüsselrolle.

Das Interview erschein auf Telepolis zuerst am 25. Dezember 2023.


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[1] https://weltethos-institut.org/mitarbeiter/villhauer/

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Stack Overflow kämpft mit KI-Funktionen gegen massiven Nutzerschwund

Von Heise — 06. Januar 2026 um 15:18
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(Bild: tadamichi/Shutterstock.com)

Die Entwickler-Plattform Stack Overflow verliert Nutzer an KI-Tools und reagiert mit „AI Assist“, vereinfachten Regeln und neuen Community-Features.

Bei Programmierproblemen war Stack Overflow jahrelang die erste Anlaufstelle für eine Vielzahl von Softwareentwicklern. Doch seit dem Aufstieg generativer KI-Modelle wie ChatGPT hat sich das Nutzerverhalten grundlegend verändert. Auf die Hochzeit der Plattform zwischen 2014 und 2017 folgt seit etwa 2020 ein kontinuierlicher Abstieg – sowohl bei den Fragen als auch den Antworten. Der Jahreswechsel 2025/2026 markiert einen historischen Tiefstand (siehe Abbildung).

Liniengrafik zu Fragen und Antworten auf Stack Overflow seit 2006
Liniengrafik zu Fragen und Antworten auf Stack Overflow seit 2006

Die Developer-Plattform Stack Overflow erreichte 2014 ihren Höhepunkt, seit 2020 nehmen die Fragen und Antworten rasant ab.

(Bild: Stack Overflow [1])

Entwickler ziehen es offenbar vor, ihre Fragen direkt an KI-Assistenten zu stellen, anstatt sie öffentlich auf Stack Overflow zu formulieren und auf Antworten der Community zu warten. Eine wachsende Zahl von KI-Helfern ist inzwischen unmittelbar in viele Entwicklungsumgebungen integriert, wie beispielsweise Copilot in Visual Studio Code. Aber auch die Integration von KI in die Google-Suche trägt ihren Teil dazu bei, wie Shog9 – ein ehemaliger Stack-Overflow-Moderator – in einer Forendiskussion auf Hacker-News [2] betont.

Wachsender Konkurrenz sah sich Stack Overflow zudem durch alternative Communitys, etwa auf Reddit, Discord und GitHub, ausgesetzt, in denen sich Entwicklerinnen und Entwickler ebenfalls zu Programmierproblemen austauschen.

Laut einer von Kanshi Tanaike auf GitHub veröffentlichten Datenanalyse [3] wirkt sich der Rückgang bei Stack Overflow nicht in allen Themenbereichen gleichermaßen aus. Besonders betroffen seien beispielsweise Fragen zu modernen Programmiersprachen, während ältere Sprachen weniger stark leiden.

Stack Overflow setzt auf eigene KI und lockert strenge Regeln

Auf die Krise reagiert Stack Overflow mit einer Reihe von Maßnahmen. Während sich die Plattform erstmals 2023 selbst für den Einsatz von KI öffnete, steht seit Dezember vergangenen Jahres nach längerer Testphase nun „AI Assist“ offiziell zur Verfügung.

Laut der Ankündigung im Blog [4] soll die Funktion eine KI-gestützte Suche auf Basis einer Konversation ermöglichen, bei der zunächst Community-verifizierte Antworten aus Stack Overflow und dem Stack-Exchange-Netzwerk angezeigt werden. Erst wenn diese Antworten das Problem nicht zufriedenstellend lösen können, soll ein Sprachmodell die Lücken füllen.

Parallel dazu lockert Stack Overflow seine traditionell eher strengen Regeln. Seit Oktober 2025 testet die Plattform laut eigenen Angaben auch erstmals offene Fragen, die Entwickler-Präferenzen, persönliche Erfahrungen oder Themen mit mehreren „richtigen“ Antworten betreffen. Solche Fragen wurden bislang routinemäßig geschlossen. Eine Beta-Version dieser Funktion soll Anfang 2026 erscheinen.

Niedrigere Hürden für neue Nutzer

Um die Einstiegshürden zu senken, hat Stack Overflow zudem das Abstimmungssystem überarbeitet. Bisher benötigten Nutzer 15 Reputationspunkte für Upvotes und 125 für Downvotes. Künftig gibt es auch „Free Votes“, mit denen neue Nutzer ohne ausreichende Reputation an der Bewertung von Inhalten teilnehmen können. Die Plattform erhofft sich davon, dass Neulinge früher in die Community eingebunden werden und häufiger zurückkehren.

Auch den Chat-Bereich hat die Plattform ausgebaut: Noch im Verlauf dieses Monats sollen alle öffentlichen Chaträume für sämtliche registrierten Nutzer geöffnet werden – unabhängig von deren Reputationswert. Neue Lobby-Räume für Anfänger und erfahrene Nutzer sowie verbesserte Moderationswerkzeuge sollen das Angebot abrunden.

Neue Angebote: MCP-Server und Coding Challenges

Ein neuer Model-Context-Protocol-(MCP)-Server soll es Nutzern ermöglichen, die Wissensbasis der Plattform direkt in KI-Anwendungen und -Agenten zu integrieren. Die Beta-Version ist derzeit noch auf 100 Anfragen pro Tag begrenzt. Darüber hinaus sollen regelmäßig veröffentlichte „Coding Challenges“ Entwicklern eine spielerische Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten zu trainieren und mit der Community in Kontakt zu bleiben.

Von der Summe der im Blog-Beitrag [5] angekündigten Maßnahmen erhofft sich Stack Overflow, eine Trendwende einzuleiten, um den Bedeutungsverlust aufzuhalten. Die Plattform kämpft darum, sich in einer Welt zu behaupten, in der KI-Assistenten für viele Entwickler zur ersten Anlaufstelle geworden sind.


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[1] https://data.stackexchange.com/stackoverflow/query/1003119/total-number-of-questions-answers-compared-by-month?utm_source=openai#graph
[2] https://news.ycombinator.com/item?id=46482345
[3] https://gist.github.com/tanaikech/30b1fc76da0da8ff82b91af29c0c9f83
[4] https://stackoverflow.blog/2026/01/05/what-s-new-at-stack-overflow-january-2026/
[5] https://stackoverflow.blog/2026/01/05/what-s-new-at-stack-overflow-january-2026/
[6] mailto:map@ix.de

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Design: Microsoft testet Copilot-Design für Edge-Browser

Von Michael Linden — 06. Januar 2026 um 18:20
Der Edge -Browser erhält in Testversionen ein neues Design im Copilot-Look – Microsoft weicht damit vom eigenen Fluent Design System ab.
Edge bekommt eine neue Designsprache. (Bild: Windows Central/Mockdrop.io)
Edge bekommt eine neue Designsprache. Bild: Windows Central/Mockdrop.io

Microsoft experimentiert mit einem neuen Look für seinen Edge-Browser, der sich stark am Design der Copilot-App orientiert. Die Änderungen sind derzeit in den Canary- und Dev-Versionen sichtbar – allerdings nicht auf allen Systemen, wie Windows Central berichtet .

Das neue Design zeigt sich in Kontextmenüs, auf der neuen Tab-Seite und in den Einstellungen. Auffällig sind vor allem die abgerundeten Ecken und die Farbgebung, die direkt von Copilot übernommen wurden. Die Änderungen gelten unabhängig davon, ob der Copilot-Modus aktiviert ist oder nicht, wobei die neue Tab-Seite je nach Einstellung unterschiedliche Inhalte anzeigt.

Zwei konkurrierende Designsprachen bei Microsoft

Mit dem Copilot-Design weicht Microsoft von seinem etablierten Fluent Design System ab, das bisher für Windows 11 und andere Produkte zum Einsatz kommt. Die neue visuelle Handschrift in Edge unterscheidet sich deutlich von diesem Standard und breitet sich nun offenbar auf weitere Anwendungen aus: Auch bei Copilot Discover, einer KI-erweiterten Version von MSN.com, testet Microsoft ähnliche Designelemente. Plattformen wie Windows oder Xbox bleiben bislang beim Fluent Design.

Das Ausrollen der neuen Oberfläche erfolgt schrittweise. Nicht alle Nutzer der Preview-Versionen sehen die Änderungen bereits. Bis zur stabilen Version für alle Anwender dürften noch mehrere Wochen vergehen.

Fragmentierte Designstrategie

Die unterschiedlichen Designansätze führen zu einer visuellen Spaltung innerhalb der Microsoft-Produktpalette. Während Copilot, MSN und künftig möglicherweise Edge eine gemeinsame Designsprache sprechen, setzen Windows, Xbox und Office weiter auf Fluent Design. Ob Microsoft langfristig eine Vereinheitlichung plant, bleibt offen.

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Afeela 1: Sony gibt Ausblick auf sein zweites Elektroauto

Von Friedhelm Greis — 06. Januar 2026 um 18:05
Sony und Honda wollen den Afeela zunächst nur in Kalifornien ausliefern. Ein weiteres Elektroauto soll erst 2028 folgen.
Sony zeigt auf der CES 2026 den Prototyp für ein weiteres Elektroauto. (Bild: SHM)
Sony zeigt auf der CES 2026 den Prototyp für ein weiteres Elektroauto. Bild: SHM

Der Elektronikkonzern Sony und der Autohersteller Honda haben die Pläne für ihr gemeinsam entwickeltes und produziertes Elektroauto konkretisiert. Auf der CES 2026 in Las Vegas teilten die beiden japanischen Firmen mit , dass der Afeela 1 noch in diesem Jahr an erste Kunden in Kalifornien ausgeliefert werden soll. Der US-Bundesstaat Arizona und Japan sollen im Jahr 2027 folgen. Der Europastart ist weiterhin offen.

Zudem stellte das Gemeinschaftsunternehmen Sony Honda Mobility (SHM) den Prototyp eines weiteren Modells vor. Dieses soll im Jahr 2028 in den USA auf den Markt kommen. Während es sich beim Afeela 1 um eine Limousine handelt, entspricht der Afeela Prototype 2026 einem Crossover.

Der Mitteilung zufolge startete die Vorserienproduktion des Afeela 1 im Herbst 2025 in einer Honda-Fabrik im US-Bundesstaat Ohio. Im Frühjahr 2026 sollen in den kalifornischen Städten Torrance und Fremont erste Auslieferungszentren eröffnen.

Crossover mit Schrägdach

Der zweite Afeela basiert demnach auf dem Kernkonzept des Afeela 1, soll aber "mehr räumliche Flexibilität und Zugänglichkeit" bieten. Der gezeigte Prototyp ist kein typisches SUV, sondern zeichnet sich durch ein coupéartiges Heck aus. Von der Größe her unterscheiden sich die beiden Modelle kaum.

Sony hatte den Afeela 1 vor einem Jahr auf der CES vorgestellt . Der Afeela 1 Origin kostet ab 90.000 US-Dollar, die Variante Afeela 1 Signature ab 103.000 US-Dollar. Unterschiede gibt es bei den Rädern (19 Zoll beim Origin, 21 Zoll beim Signature), den Farben und dem Rückspiegel. In diesem Jahr soll zunächst die Signature-Version ausgeliefert werden.

Der Afeela 1 ist mit 40 Sensoren ausgestattet (Kameras, Lidar, Radar und Ultraschall). Die Kontrolleinheit, die die Daten der Sensoren verarbeitet, hat eine Rechenleistung von 800 TOPS und verwendet KI-Algorithmen, um Fahrern ADAS-Fahrunterstützung zu liefern. Die Darstellungen auf den großflächigen Displays im Cockpit des Afeela 1 werden mit der Hilfe der Unreal Engine realisiert.

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Game-Verfilmung: Amazon gibt Besetzung von Tomb-Raider-Serie bekannt

Von Peter Osteried — 06. Januar 2026 um 17:34
Jason Isaacs und Sigourney Weaver führen das Ensemble der Tomb-Raider-Serie mit Sophia Turner an.
Die Besetzung, die neben Sophia Turner in Tomb Raider agieren wird (Bild: Amazon MGM Studios)
Die Besetzung, die neben Sophia Turner in Tomb Raider agieren wird Bild: Amazon MGM Studios

Prime Video hat in einer Pressemitteilung weitere Cast-Mitglieder für die neue Originalserie Tomb Raider bestätigt. Neben Sophie Turner, die bereits als neue Lara Croft angekündigt wurde, stoßen unter anderem Sigourney Weaver, Jason Isaacs, Celia Imrie und Bill Paterson zum Ensemble. Weitere Rollen sind ebenfalls prominent besetzt.

Die Besetzung ist komplett

Die Serie basiert auf der gleichnamigen legendären Videospielreihe und erzählt die Abenteuer der weltberühmten Archäologin und Abenteurerin Lara Croft. Verantwortlich für das Projekt ist Phoebe Waller-Bridge, die als Schöpferin, Autorin, Executive Producer und Co-Showrunnerin fungiert. Gemeinsam mit Chad Hodge, der ebenfalls als Co-Showrunner und Executive Producer tätig ist, entwickelt sie die Serie. Jonathan Van Tulleken übernimmt die Regie.

Sophie Turner beschreibt ihre Verbindung zur Figur so: Sie sei schon lange ein Fan von Tomb Raider und Lara Croft, die sie als starkes weibliches Vorbild sehe, das sich in einer von Männern dominierten Welt behauptet.

Auch Phoebe Waller-Bridge zeigt sich begeistert von der Besetzung. Tomb Raider verfüge über viele ikonische Figuren, und sie freue sich, sowohl persönliche als auch langjährige Fan-Favoriten auf den Bildschirm zu bringen und zugleich neue, freche Charaktere einzuführen.

Figuren aus den Games

Für Rollen, die direkt aus der Videospielreihe stammen, wurden folgende Besetzungen bestätigt: Martin Bobb-Semple übernimmt die Rolle von Zip, Laras langjährigem Freund und technischem Support. Jason Isaacs spielt Atlas DeMornay, Laras Onkel. Bill Paterson ist als Winston zu sehen, dem langjährigen Butler der Familie Croft.

Darüber hinaus wurden weitere Figuren für das Serienuniversum angekündigt: August Wittgenstein spielt Lukas, einen Plünderer mit gemeinsamer Vergangenheit mit Lara. Jack Bannon verkörpert Gerry, Laras persönlichen Piloten. John Heffernan ist als David zu sehen, ein überforderter Regierungsbeamter. Celia Imrie übernimmt die Rolle von Francine, der Leiterin der Entwicklungsabteilung des British Museum. Paterson Joseph spielt den hochrangigen Regierungsbeamten Thomas Warner. Sasha Luss tritt als ehrgeizige Gegenspielerin Sasha auf, Juliette Motamed als Kuratorin Georgia. Sigourney Weaver schließlich spielt Evelyn Wallis, eine geheimnisvolle und ambitionierte Frau, die Laras Fähigkeiten für eigene Zwecke nutzen will.

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Dry January: Selbstoptimierung statt Suchtbekämpfung

Von Luca Schäfer — 06. Januar 2026 um 06:00

Luca Schäfer

Bierflaschen auf einem Band

Im Januar gehen die Alkoholumsätze inzwischen regelmäßig zurück

(Bild: kitty/Shutterstock.com)

Alkoholverzicht als Trend: Viele Deutsche trinken zu viel. Warum der Dry January gegen Marktmacht keine Perspektive bietet. Eine Einordnung.

Die Zahlen sind alarmierend: Wie eine RKI-Studie aus dem Jahr 2025 ergab [1], konsumiert ein großer Teil der deutschen Bevölkerung regelmäßig Alkohol, viele davon in risikoreicher Menge. Lediglich jeder Fünfte gab an, im Kalenderjahr keinen Alkohol zu sich genommen zu haben. Jeder Dritte trinkt hingegen derart viel, dass ein "mittleres bis hohes" Gesundheitsrisiko besteht [2].

Zeitgleich richten sich Politiker aller Couleur, insbesondere der aktuelle Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, mit simplen Appelle an die Allgemeinheit: "Kenn dein Limit" [3]. Doch reicht das aus?

Volkskrankheit Alkohol

Trotz rückläufiger Trends in den jüngeren Generationen liegt [4] der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum bei rund 10,6 Litern reinem Alkohol jährlich und ist damit etwas über dem europäischen Durchschnitt. Während die Griechen mit 6,3 Litern vergleichsweise wenig konsumieren, trinken sich die Letten mit 11,9 Litern in den Vollrausch.

Besorgniserregend sind hingegen die absoluten Zahlen für Deutschland: Nach den aktuellsten Zahlen [5]der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) aus dem Jahr 2024 hatten etwa 3,9 Millionen Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren alkoholbezogene Störungen. Davon waren 2,2 Millionen alkoholabhängig.

Wie T-Online berichtet [6], sind die Folgen des hohen Alkoholkonsums in Deutschland tödlich: Jährlich sterben 47.500 Menschen. Dabei sollten neben den erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten von 57 Milliarden Euro für das Gesundheitswesen auch die volkswirtschaftlichen Produktivitätsverluste sowie die jeweiligen familiären und biografischen Folgewirkungen bedacht werden.

Einzig erfreulich ist die momentane Tendenz unter deutschen Jugendlichen. Wie der Deutsche Präventionstag mit neuesten Zahlen untermauerte, [7] sind die Konsummuster nach historischen Höchstständen abgesunken. Immerhin, so der Titel der Studie, ist das Rauschniveau auf das vor der Corona-Pandemie zurückgefallen.

Generation Trocken

Dies könnte auch am anhaltenden Fitness-Boom [8] der jüngeren Generation liegen: Angespornt durch muskelbepackte Männerbilder oder traumhafte Frauenbikinifiguren, treibt es die Generationen Y und Z nicht in die aussterbende Eckkneipe, sondern in die Hanteltempel. In der Welt der Fitness-Influencer ist Alkohol verpönt [9]: Proteinpräparate und nicht Pilsener sind hier das Mittel der Wahl.

In diese Mischung aus jugendlicher Muskelkultur und psychologisch bedenklicher Selbstoptimierung findet ein aus Großbritannien stammender Trend vermehrten Anklang: der Dry January – im Monat Januar kein Konsum von Alkohol in jeglicher Form. Was sich die Britin Emily Robinson 2011 [10] erdachte, um für einen Halbmarathon zu trainieren, fand weltweit Anhänger. Groß gemacht hat den Trend die gemeinnützige Organisation Alcohol Change UK.

Zwar sind die Teilnehmerquoten in Deutschland [11] mit rund 13 Prozent deutlich unter denen in den Beneluxstaaten, doch nimmt dessen Beliebtheit als propagierte Antwort von Krankenkassen oder Präventionsstellen auf den grassierenden Alkoholismus deutlich zu.

Zweischneidiges Schwert

In der deutschen Debatte sind neben den Effekten auf die Jugend zwei Aspekte spannend: Krankenkassen wie die Barmer empfehlen [12] auf den ersten Blick uneigennützig den "Dry January" als Gelegenheit zur Reflexion des eigenen Konsums. So sollen auch mögliche Alkohol-Folgekosten minimiert oder im schlimmsten Fall auf Betroffene im Selbstverschulden umgelagert werden.

Darüber hinaus schmälert der "trockene Januar" – insbesondere nach den oftmals feucht-fröhlichen Festtagen – den Absatz der starken deutschen Alkoholbranche. Um die Hälfte sollen sich deren Verkaufszahlen im vergangenen Januar reduziert haben [13]. Dabei ist die deutsche Alkoholindustrie volkswirtschaftlich bedeutend, jedoch auch gesellschaftlich umstritten. Sie ist in der Ambivalenz zwischen Milliardenumsätzen und dem Vorwurf des Profits auf suchtkrankem und gesundheitsschädlichem Konsum gefangen [14].

Zwischen Bundestag und Brauerei

Fakt ist, dass die aktuell 55 Betriebe [15] der Spirituosenbranche eine enorme politisch-ökonomische Macht entfalten können. Auch wenn der Biermarkt zunehmenden Monopolisierungstendenzen unterworfen ist und die traditionellen Kleinbrauereien schließen, rangiert Deutschland traditionell unter den führenden Bierkonsumenten und ist ein großer, weltweit gefragter Exporteur [16].

Auf Basis eines europaweit gemessen an Lohnniveau und Produktivität nahezu einmalig günstigen Alkoholpreises werfen [17] Verbraucherschutzorganisationen der Berliner Politik ein Versagen beim Schutz vor der Alkoholindustrie vor.

Doch es ist weit schlimmer, einige Streifzüge: Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) verleiht [18] seit 2002 den Titel "Botschafter des Bieres" an Politiker. Auffallend oft werden Personen ausgezeichnet, die direkt mit der Branche und deren Felder involviert waren. So erhielt Ilse Aigner, ehemalige Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, den Titel 2009, Julia Klöckner und Cem Özdemir (amtierende und zukünftige Minister für Ernährung und Landwirtschaft) 2018 und der ehemalige SPD-Politiker Sigmar Gabriel 2019.

 Laut Lobbyregister [19] gibt der DBB rund 780.000 Euro jährlich für seine Klientel-Politik aus. Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des DBB, wechselte [20] 2013 direkt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wo er zuvor Pressesprecher war, zum Lobby-Verband. Julia Klöckner hingegen steht – als ehemalige Weinkönigin – exemplarisch [21] für die Verbindung der Weinlobby zu Entscheidungsinstanzen.

Nüchterne Prognose

Angesichts der politischen Rahmenbedingungen und der weiterhin hohen Zahl suchtkranker Menschen dürfte die Wirkung des "Dry January" in der Republik eher gedämpft ausfallen. Einerseits kann der trockene Monat, wenn überhaupt, nur kurzfristige Reflexionsprozesse in Gang setzen, jedoch keine langfristige Reduktion einleiten.

Niedrige Preise, soziale Normalisierung oder eine mangelnde Präventionspolitik, die von einer giftigen Melange aus Berufspolitik und Wirtschaftsverbänden flankiert wird, werden durch die individuell gewählte Selbstoptimierung nicht korrekt adressiert. Dies liegt auch daran, dass die oftmals in den sozialen Schicksalen der Betroffenen zu findenden Gründe (sozialer Abstieg, Inhaftierung, soziale Dramen, Perspektivlosigkeit, Stressregulation) für krankhaften Alkoholkonsum keinerlei Relevanz finden.

Im Gegenteil: Der "Dry January" muss im Spiegel einer "Smartphone"-Gesellschaft als Vehikel einer übersteigerten Individualisierung und sozialdarwinistischen Zurichtung gesamtgesellschaftlicher Probleme gelten. Der "schwache Low-Performer" schafft den trockenen Monat nicht und hängt auch in den kommenden elf Monaten an der Flasche, um im Hamsterrad eines neoliberalen Arbeitsprozesses nicht komplett die Fassung zu verlieren.

Frühprävention, lange diskutierte Werbe- und Verfügbarkeitsregulierungen (wie in anderen Staaten), eine an den Konsum angepasste Nachfragepolitik (Preisregulationen) oder gesundheitspolitische Maßnahmen (Ausbau von Suchthilfen oder Implementierung von Alkoholverzichtsmaßnahmen als Integrationsmaßnahme in den Arbeitsalltag) versprechen – wenn auch gegen bestehende politische Widerstände, allen voran aus der Unionsfraktion – einen vielfach höheren Ertrag im Kampf gegen das Nervengift.

Gleichwohl sollte bei aller Häme über die modernen Generationen nicht unterschlagen werden: Party ohne Promille [22] hat Konjunktur. Ein Beginn eines Kulturwandels kann in Nuancen attestiert werden [23] – ganz ohne politisches Agenda-Setting.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11129847

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.gbe.rki.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Richter-2025-Neubewertung_Alkoholkonsum.html?nn=16894664
[2] https://www.kenn-dein-limit.de/fakten-ueber-alkohol/studie-jeder-dritte-erwachsene-in-deutschland-trinkt-zu-viel-alkohol/
[3] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/panorama_nt/article695359aaf6fc544dba9b71b4/drogenbeauftragter-streeck-zu-silvester-kenne-dein-limit.html
[4] https://de.statista.com/infografik/33741/konsum-von-reinem-alkohol-in-europa-bei-erwachsenen/
[5] https://www.dhs.de/suechte/alkohol/zahlen-daten-fakten/
[6] https://www.t-online.de/gesundheit/aktuelles/id_100691302/suchtbericht-deutschland-hat-ein-alkohol-und-tabakproblem.html
[7] https://www.praeventionstag.de/nano.cms/news/details/9480
[8] https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/gesellschaft/fitnessbegeisterung-bei-jugendlichen-warum-stehen-alle-auf-bizeps-und-co-107441360
[9] https://www.welt.de/gesundheit/article255846468/Krafttraining-Wenn-der-Hype-um-Muskeln-auf-die-Psyche-von-Jugendlichen-schlaegt.html
[10] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/grossbritannien-dry-january-100.html
[11] https://de.euronews.com/my-europe/2025/01/08/was-halten-die-europaer-vom-dry-january-januar-ohne-alkohol
[12] https://www.stern.de/gesellschaft/regional/hessen/-dry-january---krankenkasse-raet-zu-alkoholverzicht-nach-silvester-37000526.html
[13] https://www.evangelisch.de/inhalte/237950/07-01-2025/dry-january-alkoholverkauf-im-januar-deutlich-reduziert
[14] https://www.youtube.com/watch?v=JLAdrJFaTUA&t=969s
[15] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74555/umfrage/anzahl-der-beschaeftigten-in-der-spirituosenindustrie-seit-2002/
[16] https://en.wikipedia.org/wiki/Beer_in_Germany
[17] https://www.drugcom.de/news/alkoholindustrie-profitiert-vom-gesundheitsschaedlichen-alkoholkonsum/#:~:text=15%20Prozent%20der%20Erwachsenen%20f%C3%BCr,Alkoholumsatzes%20auf%20gesundheitssch%C3%A4dliche%20Trinkmuster%20entf%C3%A4llt
[18] https://lobbypedia.de/wiki/Deutscher_Brauer-Bund
[19] https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R000424
[20] https://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/eichele-wechselt-zum-deutschen-brauer-bund/
[21] https://movendi.ngo/policy-updates/2024/04/11/german-wine-lobby-exposed-political-interference-deception-and-harmful-claims/
[22] https://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article69300b758e5be81710cb8b08/party-ohne-promille-weniger-alkoholrausch-bei-jugendlichen.html
[23] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wissenschaft_nt/article694a14d9f6fc544dba9b1817/deutschland-trinkt-weniger-doch-ist-das-ein-kulturwandel.html

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Beim Raspi abgeschaut: HP versteckt x86-Mini-PC in der Tastatur

Von Heise — 06. Januar 2026 um 04:30

HP packt einen Mini-PC mit Ryzen-Prozessor in eine USB-C-Tastatur – auf Wunsch sogar mit Akku.

Da Mobilprozessoren immer mehr Komponenten enthalten und die zugehörigen Hauptplatinen dementsprechend immer kleiner ausfallen können, eröffnen sich für solche auch neue Möglichkeiten. HP stellt auf der CES eine Tastatur vor, die auch gleich noch das technische Innenleben eines Notebooks mitbringt: Im EliteBoard G1a arbeitet ein Ryzen-AI-300-Prozessor mit bis zu acht Kernen (Krackan Point). Sowas in der Art gab es zuletzt nur mit viel schwächerem Innenleben, nämlich einem Raspberry Pi 5. HPs Ausführung erfordert wegen der stärkeren Hardware eine aktive Kühlung mit Lüftern.

HP sieht das EliteBoard G1a für Arbeitnehmer mit täglich wechselnden Arbeitsplätzen vor (Shared Desk), die aber nicht mobil arbeiten und deshalb kein vollständiges Notebook benötigen. Wie ein solches kann man das EliteBoard aber bei Feierabend in eine (mitgelieferte) Hülle stecken und wegschließen, damit die Daten auf der SSD geschützt bleiben. Am Arbeitsplatz lässt sich das EliteBoard wiederum wie ein Notebook per USB-C-Anschluss an Monitoren oder Dockingstationen anschließen. Daten, Bildsignal und Strom fließen dann über ein einzelnes Kabel.

Zwei Varianten

HP sieht zwei Varianten des EliteBoard vor. Bei der ersten ist ein USB4-fähiges USB-C-Kabel wie bei klassischen Tastaturen fest angebracht, bei der zweiten fehlt es. Die weiteren Schnittstellen sind identisch: Beide Variante bieten an der Rückseite weitere USB-C-Buchsen, von denen aber nur eine ebenfalls USB4 mit 40 Gbit/s spricht – die zweite ist auf USB 3.1 Gen 2 (10 Gbit/s) beschränkt.

Ein USB-C-Kabel zum Monitor, am anderen Ende aber ein Tastatur-PC statt eines Notebook - so stellt sich HP die Nutzung des EliteBoard G1a vor

(Bild: HP)

Neben Windows 11 Home oder Pro sowie verschiedenen Kapazitäten bei SSD und RAM bietet HP als ungewöhnliche Option auch einen Akku an, der ebenfalls noch Unterschlupf im Gehäuse findet. Damit lässt sich in Kombination mit einem USB-C-Bildschirm ein „Notebook für Arme“ basteln – auch, weil HP bestenfalls dreieinhalb Stunden Laufzeit angibt. Die Option ist daher eher für Regionen mit schlechter Stromversorgung interessant, wo der Akku dann als Grundlage für ein System mit unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) agiert: Man kann das System noch gezielt herunterfahren oder schlafenlegen, ohne dass Datenverlust bei geöffneten Dokumenten droht.

Zu den Preisen und Verfügbarkeitsterminen äußerte sich HP bislang nicht.

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Lyte: Frühere Apple Face ID-Ingenieure lancieren ihr Robotik-Start-up

Von Heise — 05. Januar 2026 um 22:00

(Bild: Neosiam32896395/Shutterstock.com)

Die LyteVision-Technologie des Unternehmens soll als visuelles Gehirn von Robotern dienen. Erfahrungen bei Apple und PrimeSense bilden die Grundlage.

Führende Mitglieder des Teams hinter Face ID von Apple haben ein Start-up namens Lyte vorgestellt, das Robotern das „Sehen“ ermöglichen soll. Hinter Lyte stehen drei ehemalige Apple-Mitarbeiter, die maßgeblich an der Entwicklung der Gesichtserkennungssoftware von Face ID beteiligt waren. Mit ihrem neuen Unternehmen wollen sie Technologien entwickeln, die Robotern helfen sollen, besser „zu sehen“ und sich sicherer in ihrer Umgebung zu bewegen. Das berichtete am Montag die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.

Dem Bericht zufolge hat Lyte in einer Finanzierungsrunde zuletzt rund 107 Millionen US-Dollar von verschiedenen Investoren eingesammelt. Gegründet haben die drei ehemaligen Apple-Mitarbeiter Alexander Shpunt, Arman Hajati und Yuval Gerson das Start-up mit Sitz in Mountain View im US-Bundesstaat Kalifornien bereits im Jahr 2021. Es beschäftigt heute rund 100 Mitarbeiter.

PrimeSense und Apple als Schule

Shpunt, Hajati und Gerson waren laut Bloomberg maßgeblich an der Entwicklung der Tiefenerkennungs- und Wahrnehmungstechnologie beteiligt, die Face ID zur Gesichtserkennung einsetzt. Shpunt war zudem Mitbegründer des 3D-Sensorik-Anbieter PrimeSense, der den Grundstein für Face ID legte. Auch Gerson arbeitete für PrimeSense. Das Unternehmen mit Sitz in Tel Aviv wurde Ende 2013 für 360 Millionen US-Dollar von Apple übernommen.

Apple sei eine gute Schule gewesen, so Shpunt gegenüber Bloomberg. „Wir versuchen, das Beste, was Apple uns beigebracht hat – die Liebe zum Detail, operative Exzellenz und die Fähigkeit, Kunden zu begeistern und zu beeindrucken – auf den Robotikmarkt zu übertragen.“

Visuelles Gehirn für Roboter

Lyte soll laut Shpunt durch die Konzentration auf Sensorik- und Wahrnehmungstechnologie als „visuelles Gehirn“ für die Robotik dienen. „Wir sind uns bewusst, dass die Wahrnehmung und ganz allgemein die Fähigkeit von Robotern, ihre Aufgaben zu verstehen, sicher zu sein und sofort auf ihre Umgebung zu reagieren – also keine Zombie-Roboter zu sein –, etwas ist, das wir lösen möchten“, so Shpunt. „Also haben wir uns daran gemacht, dieses Problem zu lösen.“

Das Flaggschiffprodukt des Unternehmens, LyteVision, umfasst demnach drei Sensortypen – eine Kamera, einen Trägheitsbewegungssensor und einen 4D-Sensor, der Entfernung und Geschwindigkeit misst – und liefert sofort verwertbare Standort- und Bilddaten. Mit diesen sollen Roboter in der physischen Welt „klar sehen“ und „sicher agieren“ können. Shpunt glaubt, dass Lyte in den kommenden drei bis fünf Jahren bedeutende Fortschritte im Bereich Sicherheit erzielen kann. Die vorhandenen finanziellen Mittel sollen eingesetzt werden, um in das Kernprodukt zu investieren, mehr Mitarbeiter einzustellen und den Betrieb auszuweiten, heißt es.

Neben LyteVision entwickelt das kalifornische Start-up maßgeschneiderte Siliziumchips, Optiken und Software für Roboterhersteller. Lyte macht zwar keine Angaben zu seinen aktuellen Kunden; seine Technologie könne aber auf verschiedene Formen der Robotik angewendet werden, von Humanoiden und mobilen Robotern bis zu Roboter-Taxis, so das Unternehmen. Laut Bloomberg ist in der Robotik-Branche vor allem der teilweise jahrelange Prozess der Sensorintegration eine große Herausforderung. Durch eine Plug-and-Play-Lösung, bei der Sensoren und andere Komponenten in eine einzige Infrastruktur integriert sind, will Lyte den Prozess vereinfachen.


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Remote Desktop: Filevault-Verschlüsselung behindert Mac-Login – Workaround

Von Heise — 05. Januar 2026 um 18:59
Apple Remote Desktop

Apple Remote Desktop: Praktisch zur Fernwartung.

(Bild: Apple)

Wer einen Mac ohne Bildschirm betreibt und macOS wie von Apple erwünscht mit FileVault nutzt, bekommt beim Neustart ein Problem.

Zunehmend aggressiv fordert Apple Nutzer von macOS dazu auf, die zusätzlich mögliche SSD-Verschlüsselung FileVault [1] zu aktivieren – etwa bei größeren Updates des Betriebssystems oder beim Wechsel auf eine neue Version, wie jetzt etwa bei macOS 26 Tahoe [2], das seit September verfügbar ist.

Wer die eigentlich sinnvolle Rechnerabsicherung nutzt, kann aber in einem bestimmten Fall ohne weitere Warnung in die Bredouille geraten: Betreiber von „Headless“-Macs, also solchen, die ohne Maus, Tastatur und Bildschirm ferngesteuert werden – im Heimnetz oder bei entsprechender Freigabe auch per Tunneling, Dynamic DNS und/oder Port Forwarding im offenen Internet. Das Problem: Das System bootet zunächst nur ein Mini-macOS, um die FileVault-Entschlüsselung zu ermöglichen. Apple Remote Desktop [3], macOS-Screensharing oder VNC sind dann noch nicht aktiv. Man kommt also nicht mehr an den Rechner, die Fernsteuerung ist zunächst gesperrt.

Sicherheitsschicht fällt weg

Apple sieht das als Sicherheitsmerkmal: FileVault soll nur durch physisch vor Ort befindliche Personen entschlüsselt werden können. Das Problem betrifft jeden normalen Neu- oder frischen Systemstart, mit Ausnahme von macOS-Updates – dann erfolgt üblicherweise ein automatischer Login. Aber auch darauf sollte man sich nicht verlassen. Das FileVault-Problem besteht schon seit Längerem.

Die einfachste Empfehlung bleibt, die zusätzliche SSD-Verschlüsselung auf Headless-Maschinen wieder zu deaktivieren, sobald man sich wieder hat einloggen können (via Bildschirm, Maus und Tastatur). Grundsätzlich unverschlüsselt arbeitet das System dennoch nicht: Apple nutzt standardmäßig eine Verschlüsselung über den SSD-Controller – FileVault bietet aber eine zusätzliche Sicherheitsschicht gegen verschiedene Formen physischer Angriffe.

Entsperren im Pre-Boot-Dialog

Alternativ bietet Apple seit macOS 26 allerdings noch eine weitere Möglichkeit: Via SSH im Terminal ist dort erstmals eine Remote-Entschlüsselung für FileVault [4] möglich. Damit fällt das Problem des Aussperrens weg. Dazu muss man SSH zunächst in den Systemeinstellungen aktivieren („Remote Login“). Leider ist es bislang nicht möglich, zwischen „regulärem“ SSH und dieser Pre-Boot-Phase zu unterscheiden – man schaltet stets beides frei.

Nach der Aktivierung sollte man sich einmal testweise vor einem Reboot eingeloggt haben, um sicherzustellen, dass SSH funktioniert. Danach kommt beim Einloggen ein spezieller Output: Hier heißt es, das System sei „locked“ und müsse mit einem Account (dem für FileVault eingerichteten) entsperrt werden. Tut man dies, wird FileVault entschlüsselt und das normale Booten erfolgt – Remote Desktop & Co. sind danach wie gewohnt nutzbar. Einen Nachteil gibt es: Via WLAN ist der Login offenbar nicht möglich, es muss mindestens eine physische LAN-Verbindung bestehen.


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[3] https://support.apple.com/en-bn/guide/remote-desktop/welcome/mac
[4] https://www.youtube.com/watch?v=bSLBkZB5o1o
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Trump-Regierung fördert Uran-Produktion mit Milliarden-Paket

Von Bernd Müller — 05. Januar 2026 um 18:45

Bernd Müller

Atomkraftwerk im Sonnenuntergang

(Bild: jaroslava V / Shutterstock.com)

Die USA investieren Milliarden in eine Technologie, die Rechenzentren künftig mit Strom versorgen soll – und Russland ausstechen will.

Unternehmen aus dem Bereich der Atomkraft [1] in den USA dürften künftig einen Aufschwung erleben. Der Grund dafür ist, dass die Trump-Regierung jetzt fast drei Milliarden US-Dollar investiert, um die heimische Lieferkette für Brennstoffe zu stärken.

Das Energieministerium gab am Montag die Firmen bekannt, die staatliche Gelder erhalten sollen. Darunter sind laut [2] Bloomberg: Centrus Energy, das von Peter Thiel unterstütze Unternehmen General Matter sowie eine Tochtergesellschaft des französischen Atomkonzerns Orano.

Einen Ausbau der Atomenergie hält die Trump-Regierung für nötig, um künftig den steigenden Strombedarf [3] decken zu können. Durch die künstliche Intelligenz, die in immer mehr Bereichen zum Einsatz kommt, werden zahlreiche neue Rechenzentren [4] benötigt.

Die Folge: Durch den zunehmenden Strombedarf steigen die Preise und der politische Druck wächst, die Energieversorgung bezahlbar zu halten.

Unabhängigkeit von russischem Uran als Ziel

Die Finanzspritze für die Atom-Unternehmen hat aber auch einen geopolitischen Hintergrund: Sie soll die heimische Produktion von angereichertem Uran wieder ankurbeln und die USA von russischen Lieferungen unabhängig machen.

Aktuell kontrolliert Russland rund 44 Prozent der weltweiten Kapazitäten [5] zur Uran-Anreicherung, die USA beziehen etwa 20 Prozent ihres Reaktorbrennstoffs aus Russland.

Die USA waren einst selbst ein führender Lieferant von angereichertem Uran. Heute verfügen sie aber nur noch über eine einzige große kommerzielle Anreicherungsanlage in New Mexico, heißt es bei Bloomberg. Und diese Anlage ist im Besitz des britisch-niederländisch-deutschen Konsortiums Urenco.

Der Kongress hatte die Mittel 2024 bewilligt, ein Importverbot für russischen Reaktorbrennstoff wurde im selben Jahr gesetzlich verankert. Das Energieministerium kann bis 2028 begrenzte Ausnahmegenehmigungen erteilen.

Brennstoff für neue Reaktorgeneration

Die Förderung erfolgt laut Bloomberg-Bericht über Arbeitsaufträge zum Kauf von niedrig angereichertem Uran für herkömmliche Reaktoren sowie hochgradig schwach angereichertem Uran (HALEU) für eine neue Generation kleiner modularer Reaktoren [6].

Diese Reaktoren können in Fabriken gebaut und vor Ort montiert werden – eine Technologie, die besonders für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren [7] interessant ist.

Centrus Energy ist derzeit das einzige in den USA zugelassene Unternehmen zur Produktion von HALEU. Die Anlage in Ohio betreibt aktuell nur 16 Zentrifugen, die jährlich etwa 900 Kilogramm produzieren.

Das Energieministerium schätzt jedoch, dass die US-Nachfrage bis 2035 auf 50 Tonnen pro Jahr steigen könnte. Die Anlage bietet Platz für 11.000 Zentrifugen, der Vollausbau würde wahrscheinlich sechs bis sieben Jahre dauern.

Boom bei Atom-Start-ups

Die Milliarden-Investition ist Teil eines größeren Trends. Die Unternehmensfinanzierung für Nuklear-Start-ups stieg 2025 auf über eine Milliarde Dollar. Bis 2050 werden die USA laut Bloomberg Intelligence rund 350 Milliarden Dollar in Kernenergie investieren.

Ein Beispiel ist das kalifornische Start-up Valar Atomics, das kürzlich 130 Millionen Dollar einsammelte und langfristig Tausende kleine modulare Reaktoren für Rechenzentren bauen will. Der erste Testreaktor in Utah soll bis zum 4. Juli 2026 nachweisen, dass er 100 Kilowatt thermischer Energie erzeugen kann.

Doch Skepsis bleibt. Weltweit sind bisher nur zwei kleine, modulare Reaktoren kommerziell in Betrieb – in Russland und China. Mehrere Unternehmen fechten den jahrelangen Genehmigungsprozess der Nuclear Regulatory Commission rechtlich an. Kritiker warnen davor, etablierte Sicherheitsstandards zu umgehen.


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[1] https://www.heise.de/tp/article/Atomkraft-USA-schliessen-80-Milliarden-Abkommen-mit-Westinghouse-fuer-Reaktorbau-10965936.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-05/centrus-leu-nuclear-fuel-makers-get-2-7-billion-from-us-as-power-use-soars
[3] https://www.heise.de/tp/article/Zukunft-unserer-Stromversorgung-Fuenf-Entwicklungen-die-jetzt-entscheidend-sind-11103027.html
[4] https://www.heise.de/tp/article/Wird-Deutschland-zur-Datenkolonie-USA-haben-16-mal-mehr-Rechenpower-als-wir-11075794.html
[5] https://www.telepolis.de/article/Atomkraft-US-Startup-Valar-sammelt-130-Millionen-Dollar-fuer-modulare-Reaktoren-11072780.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/Atomkraft-Ungarn-setzt-ploetzlich-auf-US-Technologie-11073623.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/10-Jahre-Wartezeit-Atomkraft-kommt-wohl-zu-spaet-fuer-den-KI-Boom-11077607.html

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Ryzen AI 400, AI Max und 9850X3D: AMD aktualisiert seine Zen-5-Prozessoren

Von Johannes Hiltscher — 06. Januar 2026 um 04:30
AMD stellt eine Reihe neuer Prozessoren für Laptops und Embedded Systems vor. Neuerungen gibt es dabei im Detail – oder in Form von mehr Auswahl.
Die Ryzen AI 400 nutzen das gleiche Package wie die Vorgängerversion. (Bild: AMD)
Die Ryzen AI 400 nutzen das gleiche Package wie die Vorgängerversion. Bild: AMD

Um die Zeit bis zur Vorstellung von Zen 6 zu überbrücken, hat AMD im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas neue Zen-5-CPUs vorgestellt. Die Ryzen AI 400 Serie umfasst sowohl verlötbare Modelle für Notebooks als auch gesockelte Varianten für Desktops. Letztere dürften die G-Serie ersetzen und bringen eine XDNA-2-NPU sowie mehr und modernere RDNA-3.5-Grafikkerne als die regulären Ryzen 9000.

Auch wenn die Ryzen AI 400 alias Gorgon Point auf den ersten Blick identisch mit ihren Vorgängern Krackan und Strix Point ist, gibt es einen großen Unterschied: AMD setzt bei den neuen CPUs rein auf Zen-5-Kerne, die kompakteren, aber deutlich niedriger taktenden Zen 5c fliegen raus. Dazu wird schnellerer Speicher unterstützt, die GPU darf 200 MHz mehr boosten und das Spitzenmodell Ryzen AI 9 HX 475 bekommt etwas mehr NPU-Leistung.

AMD setzt bei den Ryzen AI 400 weiter auf TSMCs 4-nm-Fertigung. Aus der habe man noch ein wenig mehr Potenzial für Taktsteigerungen holen können. Die Packages der Ryzen AI 400 sind Pin-kompatibel zu den Vorgängern. Das soll Geräteherstellern einen schnellen Wechsel auf die neuen Chips ermöglichen.

Neue Ryzen AI Max+

Den Ryzen AI Max+ alias Strix Halo bietet AMD künftig in mehr Varianten an: Mit den Ryzen AI Max+ 392 und 388 kommen zwei Modelle mit 40 RDNA-3.5-Kernen und 60-TOPS-NPU hinzu. Es dürfte sich um Ryzen AI Max+ 395 mit deaktivierten CPU-Kernen handeln – bei den neuen Varianten sind 12 (Max+ 392) und 8 (Max+ 388) nutzbar.

Die Ryzen AI 400 im Überblick. (Bild: AMD)
Bild 1/6: Die Ryzen AI 400 im Überblick. (Bild: AMD)
Überblick über die Modellfamilie Ryzen AI Max. (Bild: AMD)
Bild 2/6: Überblick über die Modellfamilie Ryzen AI Max. (Bild: AMD)
Der Ryzen 7 9850X3D darf etwas höher takten, die TDP bleibt unverändert. (Bild: AMD)
Bild 3/6: Der Ryzen 7 9850X3D darf etwas höher takten, die TDP bleibt unverändert. (Bild: AMD)
Übersicht zu AMDs neuen Embedded-CPUs. (Bild: AMD)
Bild 4/6: Übersicht zu AMDs neuen Embedded-CPUs. (Bild: AMD)
Mit P100 und X100 bringt AMD Zen-5-Kerne in seine Embedded-Serie. (Bild: AMD)
Bild 5/6: Mit P100 und X100 bringt AMD Zen-5-Kerne in seine Embedded-Serie. (Bild: AMD)
Die Embedded-Modelle bekommen einen zusätzlichen Audio DSP. (Bild: AMD)
Bild 6/6: Die Embedded-Modelle bekommen einen zusätzlichen Audio DSP. (Bild: AMD)

Neben High-End-Laptops sieht AMD die Ryzen AI Max+ auch als Konkurrenz zu Nvidias DGX Spark : Sie sollen insbesondere deutlich günstiger sein. Mit der Version 7.2 der Software-Umgebung ROCm, welche die neuen Ryzen AI 400 unterstützen soll, will AMD Kompatibilität und Leistung weiter verbessern und KI-Nutzung vereinfachen. Unter Windows soll sich ROCm dann über Adrenalin installieren lassen.

Beim Ryzen 7 9850X3D handelt es sich lediglich um einen Speed Bump, er darf im Boost auf bis zu 5,6 GHz takten – 400 MHz mehr als beim 9800X3D. Das soll ein paar Prozent mehr Leistung in Spielen bringen, verfügbar soll 9850X3D ab dem ersten Quartal 2026 sein. Preise nannte AMD bislang für keine der neu vorgestellten CPUs.

Embedded-Prozessoren für Autos und mehr

Auch für Embedded-Anwendungen stellte AMD neue Zen-5-CPUs vor. Die teilen sich in zwei Familien und drei Gruppen: Die P100 mit vier und sechs Kernen sollen im zweiten Quartal in Produktion gehen, weitere Varianten mit bis zu zwölf Kernen werden im Laufe des ersten Halbjahrs 2026 vorgestellt. Abgeleitet ist die Serie von den Ryzen AI 300. Neben einer Standardvariante wird AMD Modelle mit erweitertem Temperaturbereich von -40 bis 105° C sowie nach Automobilstandard AEC-Q100 zertifizierte Chips anbieten. Die beiden letzteren Modelle sollen mindestens zehn Jahre im Dauereinsatz funktionieren.

Die Ryzen AI 400 im Überblick. (Bild: AMD)
Bild 1/6: Die Ryzen AI 400 im Überblick. (Bild: AMD)
Überblick über die Modellfamilie Ryzen AI Max. (Bild: AMD)
Bild 2/6: Überblick über die Modellfamilie Ryzen AI Max. (Bild: AMD)
Der Ryzen 7 9850X3D darf etwas höher takten, die TDP bleibt unverändert. (Bild: AMD)
Bild 3/6: Der Ryzen 7 9850X3D darf etwas höher takten, die TDP bleibt unverändert. (Bild: AMD)
Übersicht zu AMDs neuen Embedded-CPUs. (Bild: AMD)
Bild 4/6: Übersicht zu AMDs neuen Embedded-CPUs. (Bild: AMD)
Mit P100 und X100 bringt AMD Zen-5-Kerne in seine Embedded-Serie. (Bild: AMD)
Bild 5/6: Mit P100 und X100 bringt AMD Zen-5-Kerne in seine Embedded-Serie. (Bild: AMD)
Die Embedded-Modelle bekommen einen zusätzlichen Audio DSP. (Bild: AMD)
Bild 6/6: Die Embedded-Modelle bekommen einen zusätzlichen Audio DSP. (Bild: AMD)

Anders als etwa bei Intel verfügen AMDs Embedded-CPUs nicht über explizite Sicherheitsmechanismen wie Lockstepping. Entsprechend stellt AMD nur eine Zertifizierung bis ASIL B in Aussicht, in sicherheitskritischen Systemen werden Ryzens also nicht zu finden sein.

Die von den Ryzen AI Max abgeleitete X100-Serie soll im zweiten Halbjahr 2026 vorgestellt werden. Sie wird bis zu 16 Kerne für autonome KI-Systeme bringen.

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Als erstes Star Wars: Lego macht seine Sets mit Chip-Steinen smart

Von Tobias Költzsch — 05. Januar 2026 um 20:00
Mit Smart Play bringt Lego interaktive Elektronik in seine Sets: Mit Chips in Steinen und Minifiguren reagieren Sets mit Geräuschen und Licht – auch aufeinander.
Legos Smart Brick mit Smart Tag und Minifigur (Bild: Lego)
Legos Smart Brick mit Smart Tag und Minifigur Bild: Lego

Lego hat auf der Elektronikmesse CES 2026 das Smart-Play-System vorgestellt. Mit Smart Play werden Lego-Sets dank spezieller Steine um smarte Funktionen erweitert: Sie reagieren dann auf Bewegungen, Lichtveränderungen, andere Smart-Play-Sets sowie auf spezielle Minifiguren mit Licht- und Toneffekten. Den Anfang machen Star-Wars-Sets.

Herzstück des Smart-Play-Systems ist der sogenannte Smart Brick, ein Stein mit den Maßen 2x4 mit transparenter Oberseite, der sich wie ein herkömmlicher Stein mit dieser Größe verbauen lässt. Im Inneren steckt ein ASIC-Chip, auf dem Legos Play Engine läuft. Diese steuert die interaktiven Funktionen, die auch die Orientierung des Smart Bricks selbst und im Verhältnis zu anderen smarten Steinen berücksichtigt. Um den Smart Brick zu aktivieren, muss er nur kurz geschüttelt werden.

Mit eingebauten Kupferspulen und dem Neighbour Position Measurement (NPM) werden neben anderen Smart Bricks auch sogenannte Smart Tags erkannt – flache 2x2-Steine, die über NFC mit dem Smart Brick kommunizieren und bestimmte Aktionen auslösen. In den Smart Tags sind die Informationen enthalten, die der Smart Brick verarbeitet und so bestimmte Aktionen auslöst. Außerdem gibt es smarte Minifiguren, die ebenfalls ein NFC-Tag enthalten und so interaktive Reaktionen starten.

Smart Brick hat einen kleinen Lautsprecher

Die Smart Tags können auf den Smart Brick oder in dessen Nähe gesteckt werden und dienen quasi als Programm-Cartridge. So ist es unter anderem möglich, dass ein Auto Motorengeräusche und Reifenquietschen erzeugt oder ein Flugzeug Turbinengeräusche. Dabei kann der selbe Smart Brick verwendet werden – die Informationen stammen von den Smart Tags. Außerdem können die Smart Bricks erkennen, wie weit und in welcher Richtung sie voneinander entfernt sind.

Das Tie-Fighter-Set von Lego Smart Play (Bild: Lego)
Bild 1/4: Das Tie-Fighter-Set von Lego Smart Play (Bild: Lego)
Das X-Wing-Set von Lego Smart Play (Bild: Lego)
Bild 2/4: Das X-Wing-Set von Lego Smart Play (Bild: Lego)
Links das Thronsaal-Set von Lego Smart Play (Bild: Lego)
Bild 3/4: Links das Thronsaal-Set von Lego Smart Play (Bild: Lego)
Der Smart Brick von Lego kann auch Sound und Licht erzeugen. (Bild: Lego)
Bild 4/4: Der Smart Brick von Lego kann auch Sound und Licht erzeugen. (Bild: Lego)

Die Soundeffekte kommen aus dem Smart Brick selbst, der trotz der geringen Größe einen analogen Synthesizer sowie einen kleinen Lautsprecher enthält. Lego zufolge sollen die Soundeffekte speziell zu den Live-Aktionen generiert werden – es gibt keine voraufgezeichneten Clips. Ein LED-Array sorgt für lichtmalerische Unterstützung.

Geladen wird der Smart Brick drahtlos über ein Ladepad, auf dem mehrere Steine gleichzeitig geladen werden können. Wie lange eine Batterieladung hält, verrät Lego nicht – die Batterien sollen aber auch über längere Spielpausen ihre Ladung halten.

Die ersten Smart-Play-Sets stammen aus einem von Legos erfolgreichsten Franchises: Star Wars. Ab dem 1. März 2026 solle es drei Sets geben: Lukes Red-Five-X-Wing, Darth Vaders Tie Fighter sowie den Thronsaal des Imperators aus der Schlussszene von Star Wars 6. Alle Sets sollen ab dem 9. Januar 2026 vorbestellbar sein, weitere Franchises dürften folgen.

Das X-Wing-Modell hat 584 Teile und enthält zwei smarte Minifiguren – Luke Skywalker und Prinzessin Leia. Außerdem gibt es Rebellen und Sturmtruppler als Standard-Minifiguren. Der Smart Brick sowie insgesamt fünf Smart Tags sorgen in dem Set dafür, dass ein imperialer Geschützturm, ein Transporter und eine Kommandozentrale interaktiv mit Ton und Licht reagieren. Das Set kostet 70 Euro.

Kleineres Modell mit Darth Vaders Tie Fighter

Das Tie-Fighter-Modell hat 473 Teile und kommt mit einem Rebellen-Außenposten, einer imperialen Tankstation sowie einer smarten Minifigur von Darth Vader. Dank des Smart Bricks soll der Tie Fighter unter anderem Motorengeräusche von sich geben. Das Set kostet 90 Euro.

Das Thronsaal-Set ist das größte der Smart-Play-Sets: Es hat 962 Teile und lässt Fans den finalen Kampf zwischen Luke Skywalker und Darth Vader sowie dem Imperator nachstellen. Alle drei sind als smarte Minifiguren enthalten. Das Set kommt mit einem A-Wing-Fighter samt Piloten, zwei imperialen Wächtern sowie einem mit Smart Tag aktivierbaren Geschützturm. Das Set kostet 160 Euro.

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Snapdragon X2 Plus: Qualcomm ergänzt X2-Serie um Sechs- und Zehnkerner

Von Johannes Hiltscher — 05. Januar 2026 um 19:47
Qualcomm stellt weitere neue Notebook - CPUs vor. Sie runden die X2-Serie nach unten ab. Auch neue Embedded -Modelle gibt es.
Für Gold hat es bei den Snapdragon X2 Plus nicht gereicht, mit Silber empfehlen sie sich für die Mittelklasse. (Bild: Qualcomm)
Für Gold hat es bei den Snapdragon X2 Plus nicht gereicht, mit Silber empfehlen sie sich für die Mittelklasse. Bild: Qualcomm

Nach der X2-Elite-Reihe hat Qualcomm bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas die kleinere und kostengünstigere X2-Plus-Serie vorgestellt. Die umfasst bislang zwei Modelle mit zehn und sechs Kernen. Qualcomm sagt es im vorab bereitgestellten Pressematerial nicht eindeutig, aber beide Modelle dürften nur Performance-Core-Cluster nutzen.

Darauf deutet der angegebene Boost-Takt von 4 GHz hin, bereits der Basistakt der Prime Cores der X2 Elite liegt deutlich höher. Die Performance-Kerne sind weniger leistungsfähig, sie decodieren pro Takt weniger Befehle, verfügen über weniger Out-of-Order-Ressourcen zum Umsortieren von Befehlen und nutzen kleinere Caches. Dafür brauchen sie nur etwa halb so viel Chipfläche (g+) wie die Prime Cores und sind sparsamer.

Auch die Grafikeinheit ist bei den X2 Plus kleiner, die Bezeichnung X2-45 lässt auf eine Halbierung schließen. Statt vier Slices bei X2-90 und X2-85 der Elite-Modelle gäbe es dann zwei. Unverändert lässt Qualcomm allerdings die NPU, neben der Effizienz das zweite Hauptargument des Herstellers für die Snapdragon X2. Sie rechnet mit bis zu 80 TOPS.

Leistungsfähiger und sparsamer als AMD und Intel

Die Snapdragon X2 Plus positioniert Qualcomm gegen Intels und AMDs Mittelklasse, Ryzen AI 7 und Core Ultra 7. Hier sieht der Hersteller den Zehnkerner trotz geringerer Leistungsaufnahme deutlich vorn – gezeigt wurden allerdings nur Werte für Geekbench und KI-Benchmarks.

Die Snapdragon X2 Plus im Überblick. (Bild: Qualcomm)
Bild 1/5: Die Snapdragon X2 Plus im Überblick. (Bild: Qualcomm)
Gegenüber den Vorgängern legt die Leistung deutlich zu. Wenn alle Kerne rechnen, fällt der Zuwachs allerdings schwächer aus als erwartbar. (Bild: Qualcomm)
Bild 2/5: Gegenüber den Vorgängern legt die Leistung deutlich zu. Wenn alle Kerne rechnen, fällt der Zuwachs allerdings schwächer aus als erwartbar. (Bild: Qualcomm)
Qualcomm sieht seine Snapdragon X2 Plus deutlich effizienter als die Konkurrenz. Das gilt für Single-Thread... (Bild: Qualcomm)
Bild 3/5: Qualcomm sieht seine Snapdragon X2 Plus deutlich effizienter als die Konkurrenz. Das gilt für Single-Thread... (Bild: Qualcomm)
...und Multi-Thread-Anwendungen, zumindest im Benchmark Geekbench. (Bild: Qualcomm)
Bild 4/5: ...und Multi-Thread-Anwendungen, zumindest im Benchmark Geekbench. (Bild: Qualcomm)
Bei der NPU-Leistung liegen die Snapdragon X2 Plus deutlich vor AMD und Intel. (Bild: Qualcomm)
Bild 5/5: Bei der NPU-Leistung liegen die Snapdragon X2 Plus deutlich vor AMD und Intel. (Bild: Qualcomm)

Qualcomm nennt eine Speicherbandbreite von bis zu 152 GByte/s, was bedeuten würde, dass selbst die kleinen Modelle LPDDR5X mit bis zu 9.523 MT/s unterstützen. Das wäre deutlich mehr als Intel und AMD erlauben. Ob so schneller Speicher aber tatsächlich in Geräten verbaut wird, ist eine andere Frage – die maximal unterstützten 128 GByte werden wohl auch bestenfalls ein Randphänomen sein.

Im Vergleich zu ihren Vorgängern sind die X2 Plus insbesondere deutlich sparsamer – Qualcomm verspricht bis zu 43 Prozent niedrigeren Energiebedarf. Die leistungsfähigeren Kerne machen sich mit einem Plus von 35 Prozent in erster Linie bei Single-Thread-Anwendungen bemerkbar. Rechnen alle Kerne, liegt das Leistungsplus nur noch bei 10 und 17 Prozent (Sechs- und Zehnkerner).

Autos, Kameras, Roboter – Qualcomm will überall sein

Neben den Snapdragon X2 Plus hat Qualcomm zwei neue Modelle der Embedded-Reihe Dragonwing vorgestellt. Den Q-8750 sieht das Unternehmen mit 77-TOPS-NPU, Unterstützung für bis zu zwölf Kameras und drei 48-MPixel-Bildsignalprozessoren (ISPs) in Drohnen, Kamera- oder komplexen Multimediasystemen.

Der kleinere Q-7790 kommt mit 24-TOPS-NPU und unterstützt zwei 60-Hz-4K-Displays, 4K-Videodaten encodiert und decodiert er mit 60 und 120 Hz. Qualcomm sieht ihn in smarten Kameras, Videokonferenzsystemen oder KI-Fernsehern. Die NPUs unterstützten die Datentypen FP16 sowie Int4/8/16, die Prozessorkerne hält Qualcomm daneben offenbar für so unwichtig, dass sie im vorab bereitgestellten Pressematerial nicht einmal erwähnt werden.

Die bereits vorgestellte, auf dem Snapdragon X basierende IQ-X-Serie hingegen sieht Qualcomm in Robotern und stellt hierfür Referenzdesigns vor. Snapdragon sind nach Angaben des Unternehmens bereits in über 400 Millionen Fahrzeugen unterwegs.

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Sicherheitsupdates: Verschiedene Attacken auf Qnap-NAS möglich

Von Heise — 05. Januar 2026 um 15:47
Ein symbolischer Updateknopf auf einer Tastatur.

(Bild: Tatiana Popova/Shutterstock.com)

Stimmten die Voraussetzungen, können Angreifer Netzwerkspeicher von Qnap mit weitreichenden Folgen attackieren.

Mehrere Sicherheitslücken gefährden NAS-Systeme von Qnap. Sicherheitspatches stehen zum Download bereit. In vielen Fällen sind Attacken aber nicht ohne Weiteres möglich.

Wie aus dem Sicherheitsbereich der Qnap-Website hervorgeht [1], betreffen die Schwachstellen License Center, MARS, Qfiling, Qfinder Pro, Qsync, QuMagie, QVPN Device Client, QTS und QuTS hero. Hinweise zu den Sicherheitsupdates finden Admins in den unterhalb dieses Beitrags verlinkten Warnmeldungen.

Die Lücken

Entfernte Angreifer können etwa an einer Schwachstelle (CVE-2025-59384 „hoch“) in Qfiling ansetzen, um unter anderem Systemdaten einzusehen. Die NAS-Betriebssysteme QTS und QuTS hero sind über mehrere Lücken angreifbar. So können Angreifer etwa NAS-Systeme über DoS-Attacken lahmlegen oder auf eigentlich geschützte, geheime Daten zugreifen. Dafür müssen Angreifer aber bereits die Kontrolle über einen Admin-Account erlangt haben. Eine offizielle Einstufung des Bedrohungsgrads dieser Lücken auf der NIST-Website steht derzeit offensichtlich noch aus. Das CERT Bund [2] vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft den Schweregrad als „hoch“ ein.

Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Lücken bereits ausnutzen. Unklar ist derzeit auch, woran man bereits attackierte Instanzen erkennen kann.

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