
Der Elektronikkonzern Sony und der Autohersteller Honda haben die Pläne für ihr gemeinsam entwickeltes und produziertes Elektroauto konkretisiert. Auf der CES 2026 in Las Vegas teilten die beiden japanischen Firmen mit , dass der Afeela 1 noch in diesem Jahr an erste Kunden in Kalifornien ausgeliefert werden soll. Der US-Bundesstaat Arizona und Japan sollen im Jahr 2027 folgen. Der Europastart ist weiterhin offen.
Zudem stellte das Gemeinschaftsunternehmen Sony Honda Mobility (SHM) den Prototyp eines weiteren Modells vor. Dieses soll im Jahr 2028 in den USA auf den Markt kommen. Während es sich beim Afeela 1 um eine Limousine handelt, entspricht der Afeela Prototype 2026 einem Crossover.
Der Mitteilung zufolge startete die Vorserienproduktion des Afeela 1 im Herbst 2025 in einer Honda-Fabrik im US-Bundesstaat Ohio. Im Frühjahr 2026 sollen in den kalifornischen Städten Torrance und Fremont erste Auslieferungszentren eröffnen.
Der zweite Afeela basiert demnach auf dem Kernkonzept des Afeela 1, soll aber "mehr räumliche Flexibilität und Zugänglichkeit" bieten. Der gezeigte Prototyp ist kein typisches SUV, sondern zeichnet sich durch ein coupéartiges Heck aus. Von der Größe her unterscheiden sich die beiden Modelle kaum.
Sony hatte den Afeela 1 vor einem Jahr auf der CES vorgestellt . Der Afeela 1 Origin kostet ab 90.000 US-Dollar, die Variante Afeela 1 Signature ab 103.000 US-Dollar. Unterschiede gibt es bei den Rädern (19 Zoll beim Origin, 21 Zoll beim Signature), den Farben und dem Rückspiegel. In diesem Jahr soll zunächst die Signature-Version ausgeliefert werden.
Der Afeela 1 ist mit 40 Sensoren ausgestattet (Kameras, Lidar, Radar und Ultraschall). Die Kontrolleinheit, die die Daten der Sensoren verarbeitet, hat eine Rechenleistung von 800 TOPS und verwendet KI-Algorithmen, um Fahrern ADAS-Fahrunterstützung zu liefern. Die Darstellungen auf den großflächigen Displays im Cockpit des Afeela 1 werden mit der Hilfe der Unreal Engine realisiert.

Prime Video hat in einer Pressemitteilung weitere Cast-Mitglieder für die neue Originalserie Tomb Raider bestätigt. Neben Sophie Turner, die bereits als neue Lara Croft angekündigt wurde, stoßen unter anderem Sigourney Weaver, Jason Isaacs, Celia Imrie und Bill Paterson zum Ensemble. Weitere Rollen sind ebenfalls prominent besetzt.
Die Serie basiert auf der gleichnamigen legendären Videospielreihe und erzählt die Abenteuer der weltberühmten Archäologin und Abenteurerin Lara Croft. Verantwortlich für das Projekt ist Phoebe Waller-Bridge, die als Schöpferin, Autorin, Executive Producer und Co-Showrunnerin fungiert. Gemeinsam mit Chad Hodge, der ebenfalls als Co-Showrunner und Executive Producer tätig ist, entwickelt sie die Serie. Jonathan Van Tulleken übernimmt die Regie.
Sophie Turner beschreibt ihre Verbindung zur Figur so: Sie sei schon lange ein Fan von Tomb Raider und Lara Croft, die sie als starkes weibliches Vorbild sehe, das sich in einer von Männern dominierten Welt behauptet.
Auch Phoebe Waller-Bridge zeigt sich begeistert von der Besetzung. Tomb Raider verfüge über viele ikonische Figuren, und sie freue sich, sowohl persönliche als auch langjährige Fan-Favoriten auf den Bildschirm zu bringen und zugleich neue, freche Charaktere einzuführen.
Für Rollen, die direkt aus der Videospielreihe stammen, wurden folgende Besetzungen bestätigt: Martin Bobb-Semple übernimmt die Rolle von Zip, Laras langjährigem Freund und technischem Support. Jason Isaacs spielt Atlas DeMornay, Laras Onkel. Bill Paterson ist als Winston zu sehen, dem langjährigen Butler der Familie Croft.
Darüber hinaus wurden weitere Figuren für das Serienuniversum angekündigt: August Wittgenstein spielt Lukas, einen Plünderer mit gemeinsamer Vergangenheit mit Lara. Jack Bannon verkörpert Gerry, Laras persönlichen Piloten. John Heffernan ist als David zu sehen, ein überforderter Regierungsbeamter. Celia Imrie übernimmt die Rolle von Francine, der Leiterin der Entwicklungsabteilung des British Museum. Paterson Joseph spielt den hochrangigen Regierungsbeamten Thomas Warner. Sasha Luss tritt als ehrgeizige Gegenspielerin Sasha auf, Juliette Motamed als Kuratorin Georgia. Sigourney Weaver schließlich spielt Evelyn Wallis, eine geheimnisvolle und ambitionierte Frau, die Laras Fähigkeiten für eigene Zwecke nutzen will.
Luca Schäfer
Im Januar gehen die Alkoholumsätze inzwischen regelmäßig zurück
(Bild: kitty/Shutterstock.com)
Alkoholverzicht als Trend: Viele Deutsche trinken zu viel. Warum der Dry January gegen Marktmacht keine Perspektive bietet. Eine Einordnung.
Die Zahlen sind alarmierend: Wie eine RKI-Studie aus dem Jahr 2025 ergab [1], konsumiert ein großer Teil der deutschen Bevölkerung regelmäßig Alkohol, viele davon in risikoreicher Menge. Lediglich jeder Fünfte gab an, im Kalenderjahr keinen Alkohol zu sich genommen zu haben. Jeder Dritte trinkt hingegen derart viel, dass ein "mittleres bis hohes" Gesundheitsrisiko besteht [2].
Zeitgleich richten sich Politiker aller Couleur, insbesondere der aktuelle Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, mit simplen Appelle an die Allgemeinheit: "Kenn dein Limit" [3]. Doch reicht das aus?
Trotz rückläufiger Trends in den jüngeren Generationen liegt [4] der durchschnittliche Pro-Kopf-Konsum bei rund 10,6 Litern reinem Alkohol jährlich und ist damit etwas über dem europäischen Durchschnitt. Während die Griechen mit 6,3 Litern vergleichsweise wenig konsumieren, trinken sich die Letten mit 11,9 Litern in den Vollrausch.
Besorgniserregend sind hingegen die absoluten Zahlen für Deutschland: Nach den aktuellsten Zahlen [5]der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) aus dem Jahr 2024 hatten etwa 3,9 Millionen Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren alkoholbezogene Störungen. Davon waren 2,2 Millionen alkoholabhängig.
Wie T-Online berichtet [6], sind die Folgen des hohen Alkoholkonsums in Deutschland tödlich: Jährlich sterben 47.500 Menschen. Dabei sollten neben den erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten von 57 Milliarden Euro für das Gesundheitswesen auch die volkswirtschaftlichen Produktivitätsverluste sowie die jeweiligen familiären und biografischen Folgewirkungen bedacht werden.
Einzig erfreulich ist die momentane Tendenz unter deutschen Jugendlichen. Wie der Deutsche Präventionstag mit neuesten Zahlen untermauerte, [7] sind die Konsummuster nach historischen Höchstständen abgesunken. Immerhin, so der Titel der Studie, ist das Rauschniveau auf das vor der Corona-Pandemie zurückgefallen.
Dies könnte auch am anhaltenden Fitness-Boom [8] der jüngeren Generation liegen: Angespornt durch muskelbepackte Männerbilder oder traumhafte Frauenbikinifiguren, treibt es die Generationen Y und Z nicht in die aussterbende Eckkneipe, sondern in die Hanteltempel. In der Welt der Fitness-Influencer ist Alkohol verpönt [9]: Proteinpräparate und nicht Pilsener sind hier das Mittel der Wahl.
In diese Mischung aus jugendlicher Muskelkultur und psychologisch bedenklicher Selbstoptimierung findet ein aus Großbritannien stammender Trend vermehrten Anklang: der Dry January – im Monat Januar kein Konsum von Alkohol in jeglicher Form. Was sich die Britin Emily Robinson 2011 [10] erdachte, um für einen Halbmarathon zu trainieren, fand weltweit Anhänger. Groß gemacht hat den Trend die gemeinnützige Organisation Alcohol Change UK.
Zwar sind die Teilnehmerquoten in Deutschland [11] mit rund 13 Prozent deutlich unter denen in den Beneluxstaaten, doch nimmt dessen Beliebtheit als propagierte Antwort von Krankenkassen oder Präventionsstellen auf den grassierenden Alkoholismus deutlich zu.
In der deutschen Debatte sind neben den Effekten auf die Jugend zwei Aspekte spannend: Krankenkassen wie die Barmer empfehlen [12] auf den ersten Blick uneigennützig den "Dry January" als Gelegenheit zur Reflexion des eigenen Konsums. So sollen auch mögliche Alkohol-Folgekosten minimiert oder im schlimmsten Fall auf Betroffene im Selbstverschulden umgelagert werden.
Darüber hinaus schmälert der "trockene Januar" – insbesondere nach den oftmals feucht-fröhlichen Festtagen – den Absatz der starken deutschen Alkoholbranche. Um die Hälfte sollen sich deren Verkaufszahlen im vergangenen Januar reduziert haben [13]. Dabei ist die deutsche Alkoholindustrie volkswirtschaftlich bedeutend, jedoch auch gesellschaftlich umstritten. Sie ist in der Ambivalenz zwischen Milliardenumsätzen und dem Vorwurf des Profits auf suchtkrankem und gesundheitsschädlichem Konsum gefangen [14].
Fakt ist, dass die aktuell 55 Betriebe [15] der Spirituosenbranche eine enorme politisch-ökonomische Macht entfalten können. Auch wenn der Biermarkt zunehmenden Monopolisierungstendenzen unterworfen ist und die traditionellen Kleinbrauereien schließen, rangiert Deutschland traditionell unter den führenden Bierkonsumenten und ist ein großer, weltweit gefragter Exporteur [16].
Auf Basis eines europaweit gemessen an Lohnniveau und Produktivität nahezu einmalig günstigen Alkoholpreises werfen [17] Verbraucherschutzorganisationen der Berliner Politik ein Versagen beim Schutz vor der Alkoholindustrie vor.
Doch es ist weit schlimmer, einige Streifzüge: Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) verleiht [18] seit 2002 den Titel "Botschafter des Bieres" an Politiker. Auffallend oft werden Personen ausgezeichnet, die direkt mit der Branche und deren Felder involviert waren. So erhielt Ilse Aigner, ehemalige Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, den Titel 2009, Julia Klöckner und Cem Özdemir (amtierende und zukünftige Minister für Ernährung und Landwirtschaft) 2018 und der ehemalige SPD-Politiker Sigmar Gabriel 2019.
Laut Lobbyregister [19] gibt der DBB rund 780.000 Euro jährlich für seine Klientel-Politik aus. Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des DBB, wechselte [20] 2013 direkt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wo er zuvor Pressesprecher war, zum Lobby-Verband. Julia Klöckner hingegen steht – als ehemalige Weinkönigin – exemplarisch [21] für die Verbindung der Weinlobby zu Entscheidungsinstanzen.
Angesichts der politischen Rahmenbedingungen und der weiterhin hohen Zahl suchtkranker Menschen dürfte die Wirkung des "Dry January" in der Republik eher gedämpft ausfallen. Einerseits kann der trockene Monat, wenn überhaupt, nur kurzfristige Reflexionsprozesse in Gang setzen, jedoch keine langfristige Reduktion einleiten.
Niedrige Preise, soziale Normalisierung oder eine mangelnde Präventionspolitik, die von einer giftigen Melange aus Berufspolitik und Wirtschaftsverbänden flankiert wird, werden durch die individuell gewählte Selbstoptimierung nicht korrekt adressiert. Dies liegt auch daran, dass die oftmals in den sozialen Schicksalen der Betroffenen zu findenden Gründe (sozialer Abstieg, Inhaftierung, soziale Dramen, Perspektivlosigkeit, Stressregulation) für krankhaften Alkoholkonsum keinerlei Relevanz finden.
Im Gegenteil: Der "Dry January" muss im Spiegel einer "Smartphone"-Gesellschaft als Vehikel einer übersteigerten Individualisierung und sozialdarwinistischen Zurichtung gesamtgesellschaftlicher Probleme gelten. Der "schwache Low-Performer" schafft den trockenen Monat nicht und hängt auch in den kommenden elf Monaten an der Flasche, um im Hamsterrad eines neoliberalen Arbeitsprozesses nicht komplett die Fassung zu verlieren.
Frühprävention, lange diskutierte Werbe- und Verfügbarkeitsregulierungen (wie in anderen Staaten), eine an den Konsum angepasste Nachfragepolitik (Preisregulationen) oder gesundheitspolitische Maßnahmen (Ausbau von Suchthilfen oder Implementierung von Alkoholverzichtsmaßnahmen als Integrationsmaßnahme in den Arbeitsalltag) versprechen – wenn auch gegen bestehende politische Widerstände, allen voran aus der Unionsfraktion – einen vielfach höheren Ertrag im Kampf gegen das Nervengift.
Gleichwohl sollte bei aller Häme über die modernen Generationen nicht unterschlagen werden: Party ohne Promille [22] hat Konjunktur. Ein Beginn eines Kulturwandels kann in Nuancen attestiert werden [23] – ganz ohne politisches Agenda-Setting.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.gbe.rki.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Richter-2025-Neubewertung_Alkoholkonsum.html?nn=16894664[2] https://www.kenn-dein-limit.de/fakten-ueber-alkohol/studie-jeder-dritte-erwachsene-in-deutschland-trinkt-zu-viel-alkohol/[3] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/panorama_nt/article695359aaf6fc544dba9b71b4/drogenbeauftragter-streeck-zu-silvester-kenne-dein-limit.html[4] https://de.statista.com/infografik/33741/konsum-von-reinem-alkohol-in-europa-bei-erwachsenen/[5] https://www.dhs.de/suechte/alkohol/zahlen-daten-fakten/[6] https://www.t-online.de/gesundheit/aktuelles/id_100691302/suchtbericht-deutschland-hat-ein-alkohol-und-tabakproblem.html[7] https://www.praeventionstag.de/nano.cms/news/details/9480[8] https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/gesellschaft/fitnessbegeisterung-bei-jugendlichen-warum-stehen-alle-auf-bizeps-und-co-107441360[9] https://www.welt.de/gesundheit/article255846468/Krafttraining-Wenn-der-Hype-um-Muskeln-auf-die-Psyche-von-Jugendlichen-schlaegt.html[10] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/grossbritannien-dry-january-100.html[11] https://de.euronews.com/my-europe/2025/01/08/was-halten-die-europaer-vom-dry-january-januar-ohne-alkohol[12] https://www.stern.de/gesellschaft/regional/hessen/-dry-january---krankenkasse-raet-zu-alkoholverzicht-nach-silvester-37000526.html[13] https://www.evangelisch.de/inhalte/237950/07-01-2025/dry-january-alkoholverkauf-im-januar-deutlich-reduziert[14] https://www.youtube.com/watch?v=JLAdrJFaTUA&t=969s[15] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74555/umfrage/anzahl-der-beschaeftigten-in-der-spirituosenindustrie-seit-2002/[16] https://en.wikipedia.org/wiki/Beer_in_Germany[17] https://www.drugcom.de/news/alkoholindustrie-profitiert-vom-gesundheitsschaedlichen-alkoholkonsum/#:~:text=15%20Prozent%20der%20Erwachsenen%20f%C3%BCr,Alkoholumsatzes%20auf%20gesundheitssch%C3%A4dliche%20Trinkmuster%20entf%C3%A4llt[18] https://lobbypedia.de/wiki/Deutscher_Brauer-Bund[19] https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R000424[20] https://www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/eichele-wechselt-zum-deutschen-brauer-bund/[21] https://movendi.ngo/policy-updates/2024/04/11/german-wine-lobby-exposed-political-interference-deception-and-harmful-claims/[22] https://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article69300b758e5be81710cb8b08/party-ohne-promille-weniger-alkoholrausch-bei-jugendlichen.html[23] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wissenschaft_nt/article694a14d9f6fc544dba9b1817/deutschland-trinkt-weniger-doch-ist-das-ein-kulturwandel.html
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HP packt einen Mini-PC mit Ryzen-Prozessor in eine USB-C-Tastatur – auf Wunsch sogar mit Akku.
Da Mobilprozessoren immer mehr Komponenten enthalten und die zugehörigen Hauptplatinen dementsprechend immer kleiner ausfallen können, eröffnen sich für solche auch neue Möglichkeiten. HP stellt auf der CES eine Tastatur vor, die auch gleich noch das technische Innenleben eines Notebooks mitbringt: Im EliteBoard G1a arbeitet ein Ryzen-AI-300-Prozessor mit bis zu acht Kernen (Krackan Point). Sowas in der Art gab es zuletzt nur mit viel schwächerem Innenleben, nämlich einem Raspberry Pi 5. HPs Ausführung erfordert wegen der stärkeren Hardware eine aktive Kühlung mit Lüftern.
HP sieht das EliteBoard G1a für Arbeitnehmer mit täglich wechselnden Arbeitsplätzen vor (Shared Desk), die aber nicht mobil arbeiten und deshalb kein vollständiges Notebook benötigen. Wie ein solches kann man das EliteBoard aber bei Feierabend in eine (mitgelieferte) Hülle stecken und wegschließen, damit die Daten auf der SSD geschützt bleiben. Am Arbeitsplatz lässt sich das EliteBoard wiederum wie ein Notebook per USB-C-Anschluss an Monitoren oder Dockingstationen anschließen. Daten, Bildsignal und Strom fließen dann über ein einzelnes Kabel.
HP sieht zwei Varianten des EliteBoard vor. Bei der ersten ist ein USB4-fähiges USB-C-Kabel wie bei klassischen Tastaturen fest angebracht, bei der zweiten fehlt es. Die weiteren Schnittstellen sind identisch: Beide Variante bieten an der Rückseite weitere USB-C-Buchsen, von denen aber nur eine ebenfalls USB4 mit 40 Gbit/s spricht – die zweite ist auf USB 3.1 Gen 2 (10 Gbit/s) beschränkt.
(Bild: HP)
Neben Windows 11 Home oder Pro sowie verschiedenen Kapazitäten bei SSD und RAM bietet HP als ungewöhnliche Option auch einen Akku an, der ebenfalls noch Unterschlupf im Gehäuse findet. Damit lässt sich in Kombination mit einem USB-C-Bildschirm ein „Notebook für Arme“ basteln – auch, weil HP bestenfalls dreieinhalb Stunden Laufzeit angibt. Die Option ist daher eher für Regionen mit schlechter Stromversorgung interessant, wo der Akku dann als Grundlage für ein System mit unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) agiert: Man kann das System noch gezielt herunterfahren oder schlafenlegen, ohne dass Datenverlust bei geöffneten Dokumenten droht.
Zu den Preisen und Verfügbarkeitsterminen äußerte sich HP bislang nicht.
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Die LyteVision-Technologie des Unternehmens soll als visuelles Gehirn von Robotern dienen. Erfahrungen bei Apple und PrimeSense bilden die Grundlage.
Führende Mitglieder des Teams hinter Face ID von Apple haben ein Start-up namens Lyte vorgestellt, das Robotern das „Sehen“ ermöglichen soll. Hinter Lyte stehen drei ehemalige Apple-Mitarbeiter, die maßgeblich an der Entwicklung der Gesichtserkennungssoftware von Face ID beteiligt waren. Mit ihrem neuen Unternehmen wollen sie Technologien entwickeln, die Robotern helfen sollen, besser „zu sehen“ und sich sicherer in ihrer Umgebung zu bewegen. Das berichtete am Montag die US-Nachrichtenagentur Bloomberg.
Dem Bericht zufolge hat Lyte in einer Finanzierungsrunde zuletzt rund 107 Millionen US-Dollar von verschiedenen Investoren eingesammelt. Gegründet haben die drei ehemaligen Apple-Mitarbeiter Alexander Shpunt, Arman Hajati und Yuval Gerson das Start-up mit Sitz in Mountain View im US-Bundesstaat Kalifornien bereits im Jahr 2021. Es beschäftigt heute rund 100 Mitarbeiter.
Shpunt, Hajati und Gerson waren laut Bloomberg maßgeblich an der Entwicklung der Tiefenerkennungs- und Wahrnehmungstechnologie beteiligt, die Face ID zur Gesichtserkennung einsetzt. Shpunt war zudem Mitbegründer des 3D-Sensorik-Anbieter PrimeSense, der den Grundstein für Face ID legte. Auch Gerson arbeitete für PrimeSense. Das Unternehmen mit Sitz in Tel Aviv wurde Ende 2013 für 360 Millionen US-Dollar von Apple übernommen.
Apple sei eine gute Schule gewesen, so Shpunt gegenüber Bloomberg. „Wir versuchen, das Beste, was Apple uns beigebracht hat – die Liebe zum Detail, operative Exzellenz und die Fähigkeit, Kunden zu begeistern und zu beeindrucken – auf den Robotikmarkt zu übertragen.“
Lyte soll laut Shpunt durch die Konzentration auf Sensorik- und Wahrnehmungstechnologie als „visuelles Gehirn“ für die Robotik dienen. „Wir sind uns bewusst, dass die Wahrnehmung und ganz allgemein die Fähigkeit von Robotern, ihre Aufgaben zu verstehen, sicher zu sein und sofort auf ihre Umgebung zu reagieren – also keine Zombie-Roboter zu sein –, etwas ist, das wir lösen möchten“, so Shpunt. „Also haben wir uns daran gemacht, dieses Problem zu lösen.“
Das Flaggschiffprodukt des Unternehmens, LyteVision, umfasst demnach drei Sensortypen – eine Kamera, einen Trägheitsbewegungssensor und einen 4D-Sensor, der Entfernung und Geschwindigkeit misst – und liefert sofort verwertbare Standort- und Bilddaten. Mit diesen sollen Roboter in der physischen Welt „klar sehen“ und „sicher agieren“ können. Shpunt glaubt, dass Lyte in den kommenden drei bis fünf Jahren bedeutende Fortschritte im Bereich Sicherheit erzielen kann. Die vorhandenen finanziellen Mittel sollen eingesetzt werden, um in das Kernprodukt zu investieren, mehr Mitarbeiter einzustellen und den Betrieb auszuweiten, heißt es.
Neben LyteVision entwickelt das kalifornische Start-up maßgeschneiderte Siliziumchips, Optiken und Software für Roboterhersteller. Lyte macht zwar keine Angaben zu seinen aktuellen Kunden; seine Technologie könne aber auf verschiedene Formen der Robotik angewendet werden, von Humanoiden und mobilen Robotern bis zu Roboter-Taxis, so das Unternehmen. Laut Bloomberg ist in der Robotik-Branche vor allem der teilweise jahrelange Prozess der Sensorintegration eine große Herausforderung. Durch eine Plug-and-Play-Lösung, bei der Sensoren und andere Komponenten in eine einzige Infrastruktur integriert sind, will Lyte den Prozess vereinfachen.
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Apple Remote Desktop: Praktisch zur Fernwartung.
(Bild: Apple)
Wer einen Mac ohne Bildschirm betreibt und macOS wie von Apple erwünscht mit FileVault nutzt, bekommt beim Neustart ein Problem.
Zunehmend aggressiv fordert Apple Nutzer von macOS dazu auf, die zusätzlich mögliche SSD-Verschlüsselung FileVault [1] zu aktivieren – etwa bei größeren Updates des Betriebssystems oder beim Wechsel auf eine neue Version, wie jetzt etwa bei macOS 26 Tahoe [2], das seit September verfügbar ist.
Wer die eigentlich sinnvolle Rechnerabsicherung nutzt, kann aber in einem bestimmten Fall ohne weitere Warnung in die Bredouille geraten: Betreiber von „Headless“-Macs, also solchen, die ohne Maus, Tastatur und Bildschirm ferngesteuert werden – im Heimnetz oder bei entsprechender Freigabe auch per Tunneling, Dynamic DNS und/oder Port Forwarding im offenen Internet. Das Problem: Das System bootet zunächst nur ein Mini-macOS, um die FileVault-Entschlüsselung zu ermöglichen. Apple Remote Desktop [3], macOS-Screensharing oder VNC sind dann noch nicht aktiv. Man kommt also nicht mehr an den Rechner, die Fernsteuerung ist zunächst gesperrt.
Apple sieht das als Sicherheitsmerkmal: FileVault soll nur durch physisch vor Ort befindliche Personen entschlüsselt werden können. Das Problem betrifft jeden normalen Neu- oder frischen Systemstart, mit Ausnahme von macOS-Updates – dann erfolgt üblicherweise ein automatischer Login. Aber auch darauf sollte man sich nicht verlassen. Das FileVault-Problem besteht schon seit Längerem.
Die einfachste Empfehlung bleibt, die zusätzliche SSD-Verschlüsselung auf Headless-Maschinen wieder zu deaktivieren, sobald man sich wieder hat einloggen können (via Bildschirm, Maus und Tastatur). Grundsätzlich unverschlüsselt arbeitet das System dennoch nicht: Apple nutzt standardmäßig eine Verschlüsselung über den SSD-Controller – FileVault bietet aber eine zusätzliche Sicherheitsschicht gegen verschiedene Formen physischer Angriffe.
Alternativ bietet Apple seit macOS 26 allerdings noch eine weitere Möglichkeit: Via SSH im Terminal ist dort erstmals eine Remote-Entschlüsselung für FileVault [4] möglich. Damit fällt das Problem des Aussperrens weg. Dazu muss man SSH zunächst in den Systemeinstellungen aktivieren („Remote Login“). Leider ist es bislang nicht möglich, zwischen „regulärem“ SSH und dieser Pre-Boot-Phase zu unterscheiden – man schaltet stets beides frei.
Nach der Aktivierung sollte man sich einmal testweise vor einem Reboot eingeloggt haben, um sicherzustellen, dass SSH funktioniert. Danach kommt beim Einloggen ein spezieller Output: Hier heißt es, das System sei „locked“ und müsse mit einem Account (dem für FileVault eingerichteten) entsperrt werden. Tut man dies, wird FileVault entschlüsselt und das normale Booten erfolgt – Remote Desktop & Co. sind danach wie gewohnt nutzbar. Einen Nachteil gibt es: Via WLAN ist der Login offenbar nicht möglich, es muss mindestens eine physische LAN-Verbindung bestehen.
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[1] https://support.apple.com/de-de/guide/mac-help/flvlt001/mac
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[3] https://support.apple.com/en-bn/guide/remote-desktop/welcome/mac
[4] https://www.youtube.com/watch?v=bSLBkZB5o1o
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Bernd Müller
(Bild: jaroslava V / Shutterstock.com)
Die USA investieren Milliarden in eine Technologie, die Rechenzentren künftig mit Strom versorgen soll – und Russland ausstechen will.
Unternehmen aus dem Bereich der Atomkraft [1] in den USA dürften künftig einen Aufschwung erleben. Der Grund dafür ist, dass die Trump-Regierung jetzt fast drei Milliarden US-Dollar investiert, um die heimische Lieferkette für Brennstoffe zu stärken.
Das Energieministerium gab am Montag die Firmen bekannt, die staatliche Gelder erhalten sollen. Darunter sind laut [2] Bloomberg: Centrus Energy, das von Peter Thiel unterstütze Unternehmen General Matter sowie eine Tochtergesellschaft des französischen Atomkonzerns Orano.
Einen Ausbau der Atomenergie hält die Trump-Regierung für nötig, um künftig den steigenden Strombedarf [3] decken zu können. Durch die künstliche Intelligenz, die in immer mehr Bereichen zum Einsatz kommt, werden zahlreiche neue Rechenzentren [4] benötigt.
Die Folge: Durch den zunehmenden Strombedarf steigen die Preise und der politische Druck wächst, die Energieversorgung bezahlbar zu halten.
Die Finanzspritze für die Atom-Unternehmen hat aber auch einen geopolitischen Hintergrund: Sie soll die heimische Produktion von angereichertem Uran wieder ankurbeln und die USA von russischen Lieferungen unabhängig machen.
Aktuell kontrolliert Russland rund 44 Prozent der weltweiten Kapazitäten [5] zur Uran-Anreicherung, die USA beziehen etwa 20 Prozent ihres Reaktorbrennstoffs aus Russland.
Die USA waren einst selbst ein führender Lieferant von angereichertem Uran. Heute verfügen sie aber nur noch über eine einzige große kommerzielle Anreicherungsanlage in New Mexico, heißt es bei Bloomberg. Und diese Anlage ist im Besitz des britisch-niederländisch-deutschen Konsortiums Urenco.
Der Kongress hatte die Mittel 2024 bewilligt, ein Importverbot für russischen Reaktorbrennstoff wurde im selben Jahr gesetzlich verankert. Das Energieministerium kann bis 2028 begrenzte Ausnahmegenehmigungen erteilen.
Die Förderung erfolgt laut Bloomberg-Bericht über Arbeitsaufträge zum Kauf von niedrig angereichertem Uran für herkömmliche Reaktoren sowie hochgradig schwach angereichertem Uran (HALEU) für eine neue Generation kleiner modularer Reaktoren [6].
Diese Reaktoren können in Fabriken gebaut und vor Ort montiert werden – eine Technologie, die besonders für die Stromversorgung von KI-Rechenzentren [7] interessant ist.
Centrus Energy ist derzeit das einzige in den USA zugelassene Unternehmen zur Produktion von HALEU. Die Anlage in Ohio betreibt aktuell nur 16 Zentrifugen, die jährlich etwa 900 Kilogramm produzieren.
Das Energieministerium schätzt jedoch, dass die US-Nachfrage bis 2035 auf 50 Tonnen pro Jahr steigen könnte. Die Anlage bietet Platz für 11.000 Zentrifugen, der Vollausbau würde wahrscheinlich sechs bis sieben Jahre dauern.
Die Milliarden-Investition ist Teil eines größeren Trends. Die Unternehmensfinanzierung für Nuklear-Start-ups stieg 2025 auf über eine Milliarde Dollar. Bis 2050 werden die USA laut Bloomberg Intelligence rund 350 Milliarden Dollar in Kernenergie investieren.
Ein Beispiel ist das kalifornische Start-up Valar Atomics, das kürzlich 130 Millionen Dollar einsammelte und langfristig Tausende kleine modulare Reaktoren für Rechenzentren bauen will. Der erste Testreaktor in Utah soll bis zum 4. Juli 2026 nachweisen, dass er 100 Kilowatt thermischer Energie erzeugen kann.
Doch Skepsis bleibt. Weltweit sind bisher nur zwei kleine, modulare Reaktoren kommerziell in Betrieb – in Russland und China. Mehrere Unternehmen fechten den jahrelangen Genehmigungsprozess der Nuclear Regulatory Commission rechtlich an. Kritiker warnen davor, etablierte Sicherheitsstandards zu umgehen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/Atomkraft-USA-schliessen-80-Milliarden-Abkommen-mit-Westinghouse-fuer-Reaktorbau-10965936.html[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-05/centrus-leu-nuclear-fuel-makers-get-2-7-billion-from-us-as-power-use-soars[3] https://www.heise.de/tp/article/Zukunft-unserer-Stromversorgung-Fuenf-Entwicklungen-die-jetzt-entscheidend-sind-11103027.html[4] https://www.heise.de/tp/article/Wird-Deutschland-zur-Datenkolonie-USA-haben-16-mal-mehr-Rechenpower-als-wir-11075794.html[5] https://www.telepolis.de/article/Atomkraft-US-Startup-Valar-sammelt-130-Millionen-Dollar-fuer-modulare-Reaktoren-11072780.html[6] https://www.heise.de/tp/article/Atomkraft-Ungarn-setzt-ploetzlich-auf-US-Technologie-11073623.html[7] https://www.heise.de/tp/article/10-Jahre-Wartezeit-Atomkraft-kommt-wohl-zu-spaet-fuer-den-KI-Boom-11077607.html
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Um die Zeit bis zur Vorstellung von Zen 6 zu überbrücken, hat AMD im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas neue Zen-5-CPUs vorgestellt. Die Ryzen AI 400 Serie umfasst sowohl verlötbare Modelle für Notebooks als auch gesockelte Varianten für Desktops. Letztere dürften die G-Serie ersetzen und bringen eine XDNA-2-NPU sowie mehr und modernere RDNA-3.5-Grafikkerne als die regulären Ryzen 9000.
Auch wenn die Ryzen AI 400 alias Gorgon Point auf den ersten Blick identisch mit ihren Vorgängern Krackan und Strix Point ist, gibt es einen großen Unterschied: AMD setzt bei den neuen CPUs rein auf Zen-5-Kerne, die kompakteren, aber deutlich niedriger taktenden Zen 5c fliegen raus. Dazu wird schnellerer Speicher unterstützt, die GPU darf 200 MHz mehr boosten und das Spitzenmodell Ryzen AI 9 HX 475 bekommt etwas mehr NPU-Leistung.
AMD setzt bei den Ryzen AI 400 weiter auf TSMCs 4-nm-Fertigung. Aus der habe man noch ein wenig mehr Potenzial für Taktsteigerungen holen können. Die Packages der Ryzen AI 400 sind Pin-kompatibel zu den Vorgängern. Das soll Geräteherstellern einen schnellen Wechsel auf die neuen Chips ermöglichen.
Den Ryzen AI Max+ alias Strix Halo bietet AMD künftig in mehr Varianten an: Mit den Ryzen AI Max+ 392 und 388 kommen zwei Modelle mit 40 RDNA-3.5-Kernen und 60-TOPS-NPU hinzu. Es dürfte sich um Ryzen AI Max+ 395 mit deaktivierten CPU-Kernen handeln – bei den neuen Varianten sind 12 (Max+ 392) und 8 (Max+ 388) nutzbar.






Neben High-End-Laptops sieht AMD die Ryzen AI Max+ auch als Konkurrenz zu Nvidias DGX Spark : Sie sollen insbesondere deutlich günstiger sein. Mit der Version 7.2 der Software-Umgebung ROCm, welche die neuen Ryzen AI 400 unterstützen soll, will AMD Kompatibilität und Leistung weiter verbessern und KI-Nutzung vereinfachen. Unter Windows soll sich ROCm dann über Adrenalin installieren lassen.
Beim Ryzen 7 9850X3D handelt es sich lediglich um einen Speed Bump, er darf im Boost auf bis zu 5,6 GHz takten – 400 MHz mehr als beim 9800X3D. Das soll ein paar Prozent mehr Leistung in Spielen bringen, verfügbar soll 9850X3D ab dem ersten Quartal 2026 sein. Preise nannte AMD bislang für keine der neu vorgestellten CPUs.
Auch für Embedded-Anwendungen stellte AMD neue Zen-5-CPUs vor. Die teilen sich in zwei Familien und drei Gruppen: Die P100 mit vier und sechs Kernen sollen im zweiten Quartal in Produktion gehen, weitere Varianten mit bis zu zwölf Kernen werden im Laufe des ersten Halbjahrs 2026 vorgestellt. Abgeleitet ist die Serie von den Ryzen AI 300. Neben einer Standardvariante wird AMD Modelle mit erweitertem Temperaturbereich von -40 bis 105° C sowie nach Automobilstandard AEC-Q100 zertifizierte Chips anbieten. Die beiden letzteren Modelle sollen mindestens zehn Jahre im Dauereinsatz funktionieren.






Anders als etwa bei Intel verfügen AMDs Embedded-CPUs nicht über explizite Sicherheitsmechanismen wie Lockstepping. Entsprechend stellt AMD nur eine Zertifizierung bis ASIL B in Aussicht, in sicherheitskritischen Systemen werden Ryzens also nicht zu finden sein.
Die von den Ryzen AI Max abgeleitete X100-Serie soll im zweiten Halbjahr 2026 vorgestellt werden. Sie wird bis zu 16 Kerne für autonome KI-Systeme bringen.

Lego hat auf der Elektronikmesse CES 2026 das Smart-Play-System vorgestellt. Mit Smart Play werden Lego-Sets dank spezieller Steine um smarte Funktionen erweitert: Sie reagieren dann auf Bewegungen, Lichtveränderungen, andere Smart-Play-Sets sowie auf spezielle Minifiguren mit Licht- und Toneffekten. Den Anfang machen Star-Wars-Sets.
Herzstück des Smart-Play-Systems ist der sogenannte Smart Brick, ein Stein mit den Maßen 2x4 mit transparenter Oberseite, der sich wie ein herkömmlicher Stein mit dieser Größe verbauen lässt. Im Inneren steckt ein ASIC-Chip, auf dem Legos Play Engine läuft. Diese steuert die interaktiven Funktionen, die auch die Orientierung des Smart Bricks selbst und im Verhältnis zu anderen smarten Steinen berücksichtigt. Um den Smart Brick zu aktivieren, muss er nur kurz geschüttelt werden.
Mit eingebauten Kupferspulen und dem Neighbour Position Measurement (NPM) werden neben anderen Smart Bricks auch sogenannte Smart Tags erkannt – flache 2x2-Steine, die über NFC mit dem Smart Brick kommunizieren und bestimmte Aktionen auslösen. In den Smart Tags sind die Informationen enthalten, die der Smart Brick verarbeitet und so bestimmte Aktionen auslöst. Außerdem gibt es smarte Minifiguren, die ebenfalls ein NFC-Tag enthalten und so interaktive Reaktionen starten.
Die Smart Tags können auf den Smart Brick oder in dessen Nähe gesteckt werden und dienen quasi als Programm-Cartridge. So ist es unter anderem möglich, dass ein Auto Motorengeräusche und Reifenquietschen erzeugt oder ein Flugzeug Turbinengeräusche. Dabei kann der selbe Smart Brick verwendet werden – die Informationen stammen von den Smart Tags. Außerdem können die Smart Bricks erkennen, wie weit und in welcher Richtung sie voneinander entfernt sind.




Die Soundeffekte kommen aus dem Smart Brick selbst, der trotz der geringen Größe einen analogen Synthesizer sowie einen kleinen Lautsprecher enthält. Lego zufolge sollen die Soundeffekte speziell zu den Live-Aktionen generiert werden – es gibt keine voraufgezeichneten Clips. Ein LED-Array sorgt für lichtmalerische Unterstützung.
Geladen wird der Smart Brick drahtlos über ein Ladepad, auf dem mehrere Steine gleichzeitig geladen werden können. Wie lange eine Batterieladung hält, verrät Lego nicht – die Batterien sollen aber auch über längere Spielpausen ihre Ladung halten.
Die ersten Smart-Play-Sets stammen aus einem von Legos erfolgreichsten Franchises: Star Wars. Ab dem 1. März 2026 solle es drei Sets geben: Lukes Red-Five-X-Wing, Darth Vaders Tie Fighter sowie den Thronsaal des Imperators aus der Schlussszene von Star Wars 6. Alle Sets sollen ab dem 9. Januar 2026 vorbestellbar sein, weitere Franchises dürften folgen.
Das X-Wing-Modell hat 584 Teile und enthält zwei smarte Minifiguren – Luke Skywalker und Prinzessin Leia. Außerdem gibt es Rebellen und Sturmtruppler als Standard-Minifiguren. Der Smart Brick sowie insgesamt fünf Smart Tags sorgen in dem Set dafür, dass ein imperialer Geschützturm, ein Transporter und eine Kommandozentrale interaktiv mit Ton und Licht reagieren. Das Set kostet 70 Euro.
Das Tie-Fighter-Modell hat 473 Teile und kommt mit einem Rebellen-Außenposten, einer imperialen Tankstation sowie einer smarten Minifigur von Darth Vader. Dank des Smart Bricks soll der Tie Fighter unter anderem Motorengeräusche von sich geben. Das Set kostet 90 Euro.
Das Thronsaal-Set ist das größte der Smart-Play-Sets: Es hat 962 Teile und lässt Fans den finalen Kampf zwischen Luke Skywalker und Darth Vader sowie dem Imperator nachstellen. Alle drei sind als smarte Minifiguren enthalten. Das Set kommt mit einem A-Wing-Fighter samt Piloten, zwei imperialen Wächtern sowie einem mit Smart Tag aktivierbaren Geschützturm. Das Set kostet 160 Euro.

Nach der X2-Elite-Reihe hat Qualcomm bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas die kleinere und kostengünstigere X2-Plus-Serie vorgestellt. Die umfasst bislang zwei Modelle mit zehn und sechs Kernen. Qualcomm sagt es im vorab bereitgestellten Pressematerial nicht eindeutig, aber beide Modelle dürften nur Performance-Core-Cluster nutzen.
Darauf deutet der angegebene Boost-Takt von 4 GHz hin, bereits der Basistakt der Prime Cores der X2 Elite liegt deutlich höher. Die Performance-Kerne sind weniger leistungsfähig, sie decodieren pro Takt weniger Befehle, verfügen über weniger Out-of-Order-Ressourcen zum Umsortieren von Befehlen und nutzen kleinere Caches. Dafür brauchen sie nur etwa halb so viel Chipfläche (g+) wie die Prime Cores und sind sparsamer.
Auch die Grafikeinheit ist bei den X2 Plus kleiner, die Bezeichnung X2-45 lässt auf eine Halbierung schließen. Statt vier Slices bei X2-90 und X2-85 der Elite-Modelle gäbe es dann zwei. Unverändert lässt Qualcomm allerdings die NPU, neben der Effizienz das zweite Hauptargument des Herstellers für die Snapdragon X2. Sie rechnet mit bis zu 80 TOPS.
Die Snapdragon X2 Plus positioniert Qualcomm gegen Intels und AMDs Mittelklasse, Ryzen AI 7 und Core Ultra 7. Hier sieht der Hersteller den Zehnkerner trotz geringerer Leistungsaufnahme deutlich vorn – gezeigt wurden allerdings nur Werte für Geekbench und KI-Benchmarks.





Qualcomm nennt eine Speicherbandbreite von bis zu 152 GByte/s, was bedeuten würde, dass selbst die kleinen Modelle LPDDR5X mit bis zu 9.523 MT/s unterstützen. Das wäre deutlich mehr als Intel und AMD erlauben. Ob so schneller Speicher aber tatsächlich in Geräten verbaut wird, ist eine andere Frage – die maximal unterstützten 128 GByte werden wohl auch bestenfalls ein Randphänomen sein.
Im Vergleich zu ihren Vorgängern sind die X2 Plus insbesondere deutlich sparsamer – Qualcomm verspricht bis zu 43 Prozent niedrigeren Energiebedarf. Die leistungsfähigeren Kerne machen sich mit einem Plus von 35 Prozent in erster Linie bei Single-Thread-Anwendungen bemerkbar. Rechnen alle Kerne, liegt das Leistungsplus nur noch bei 10 und 17 Prozent (Sechs- und Zehnkerner).
Neben den Snapdragon X2 Plus hat Qualcomm zwei neue Modelle der Embedded-Reihe Dragonwing vorgestellt. Den Q-8750 sieht das Unternehmen mit 77-TOPS-NPU, Unterstützung für bis zu zwölf Kameras und drei 48-MPixel-Bildsignalprozessoren (ISPs) in Drohnen, Kamera- oder komplexen Multimediasystemen.
Der kleinere Q-7790 kommt mit 24-TOPS-NPU und unterstützt zwei 60-Hz-4K-Displays, 4K-Videodaten encodiert und decodiert er mit 60 und 120 Hz. Qualcomm sieht ihn in smarten Kameras, Videokonferenzsystemen oder KI-Fernsehern. Die NPUs unterstützten die Datentypen FP16 sowie Int4/8/16, die Prozessorkerne hält Qualcomm daneben offenbar für so unwichtig, dass sie im vorab bereitgestellten Pressematerial nicht einmal erwähnt werden.
Die bereits vorgestellte, auf dem Snapdragon X basierende IQ-X-Serie hingegen sieht Qualcomm in Robotern und stellt hierfür Referenzdesigns vor. Snapdragon sind nach Angaben des Unternehmens bereits in über 400 Millionen Fahrzeugen unterwegs.
(Bild: Tatiana Popova/Shutterstock.com)
Stimmten die Voraussetzungen, können Angreifer Netzwerkspeicher von Qnap mit weitreichenden Folgen attackieren.
Mehrere Sicherheitslücken gefährden NAS-Systeme von Qnap. Sicherheitspatches stehen zum Download bereit. In vielen Fällen sind Attacken aber nicht ohne Weiteres möglich.
Wie aus dem Sicherheitsbereich der Qnap-Website hervorgeht [1], betreffen die Schwachstellen License Center, MARS, Qfiling, Qfinder Pro, Qsync, QuMagie, QVPN Device Client, QTS und QuTS hero. Hinweise zu den Sicherheitsupdates finden Admins in den unterhalb dieses Beitrags verlinkten Warnmeldungen.
Entfernte Angreifer können etwa an einer Schwachstelle (CVE-2025-59384 „hoch“) in Qfiling ansetzen, um unter anderem Systemdaten einzusehen. Die NAS-Betriebssysteme QTS und QuTS hero sind über mehrere Lücken angreifbar. So können Angreifer etwa NAS-Systeme über DoS-Attacken lahmlegen oder auf eigentlich geschützte, geheime Daten zugreifen. Dafür müssen Angreifer aber bereits die Kontrolle über einen Admin-Account erlangt haben. Eine offizielle Einstufung des Bedrohungsgrads dieser Lücken auf der NIST-Website steht derzeit offensichtlich noch aus. Das CERT Bund [2] vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft den Schweregrad als „hoch“ ein.
Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Lücken bereits ausnutzen. Unklar ist derzeit auch, woran man bereits attackierte Instanzen erkennen kann.
Weiterführende Informationen zu Sicherheitspatches:
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https://www.heise.de/-11129647
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.qnap.com/de-de/security-advisories
[2] https://wid.cert-bund.de/portal/wid/securityadvisory?name=WID-SEC-2026-0011
[3] https://www.qnap.com/de-de/security-advisory/qsa-25-49
[4] https://www.qnap.com/de-de/security-advisory/qsa-25-50
[5] https://www.qnap.com/de-de/security-advisory/qsa-25-51
[6] https://www.qnap.com/de-de/security-advisory/qsa-25-52
[7] https://www.qnap.com/de-de/security-advisory/qsa-25-53
[8] https://www.qnap.com/de-de/security-advisory/qsa-25-54
[9] https://www.qnap.com/de-de/security-advisory/qsa-25-55
[10] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
[11] mailto:des@heise.de
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(Bild: Dilok Klaisataporn/Shutterstock.com)
Viele MongoDB-Instanzen sind oder waren potenziell für MongoBleed anfällig. Ein Tool hilft bei der Server-Analyse auf Angriffsspuren.
Die hochriskante Sicherheitslücke in der Datenbank MongoDB [1], die um Weihnachten herum bekannt und seitdem bereits angegriffen wurde, lässt sich mit aktualisierter Software oder Konfigurationsänderungen schließen. Zu Silvester waren jedoch noch zigtausend potenziell verwundbare Instanzen im Netz [2] erreichbar. Die Untersuchung, ob die eigenen Server bereits angegriffen und möglicherweise gar kompromittiert wurden, war bislang etwas mühselig. Das ändert ein kleines Tool von Florian Roth namens „MongoBleed Detector“.
MongoBleed Detector steht auf Github [3] bereit und wird vom Autor weitergepflegt. Nach dem Aktualisieren des MongoDB-Servers empfiehlt sich die Untersuchung der Datenbank damit, um möglichen Missbrauch der MongoBleed-Schwachstelle CVE-2025-14847 aufzuspüren.
Das Tool kennt dafür mehrere Modi. Neben einer Log-Korrelation etwa durch Verbindungsereignisse und fehlenden Meta-Daten dazu (was lediglich mit einem bestimmten Proof-of-Concept-Exploit so stattfindet) können Admins damit Schnappschüsse mittels serverStatus.asserts untersuchen. Das haben IT-Forscher als verlässlichen Indikator [4] für Angriffsversuche aufgrund eines um mehrere Größenordnungen höheren Werts für „user“ ausgemacht. Die dort ebenfalls vorgestellte Analyse auf Basis des Full-Time Diagnostic Data Capture (FTDC) MongoDB-Subsystems lässt sich schließlich als dritte Erkennungsmethode von MongoBleed Detector nutzen.
Der MongoBleed Detector analysiert lokale MongoDB-Daten, kann jedoch mit einer Datei mit Hosts mit einem weiteren Script mongobleed-remote.py auch auf entfernte Systeme mittels SSH zugreifen und diese untersuchen. Auf der Github-Seite des Projekts erklärt Roth die Funktionen und Optionen ausführlich.
Florian Roth ist in IT-Sicherheitskreisen kein Unbekannter. Er programmiert auch das Tool „Thor“, mit dem sich Systeme auf Hinweise auf Kompromittierung (Indicators of Compromise, IOCs) untersuchen lassen. Das Analysewerkzeug ist auch in der „Thor Lite“-Version [5] in c’t-Desinfec’t enthalten.
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[1] https://www.heise.de/news/MongoDB-kritische-Sicherheitsluecke-in-NoSQL-Datenbank-11124891.html
[2] https://www.heise.de/news/MongoBleed-Mehr-als-11-500-verwundbare-MongoDB-Instanzen-in-Deutschland-11126702.html
[3] https://github.com/Neo23x0/mongobleed-detector
[4] https://medium.com/@unf01d/a-different-mongobleed-perspective-5f08b4bf887a
[5] https://www.nextron-systems.com/thor-lite/
[6] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
[7] mailto:dmk@heise.de
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Timekette W4 Interpreter Earbuds
(Bild: heise online / Nico Jurran)
Timekettle veröffentlicht für seine Übersetzungsgeräte eine neue Firmware-Version veröffentlichen, die Möglichkeiten der Echtzeitübersetzung erweitert.
Timekettle wird für eine Reihe seiner Übersetzungsgeräte eine neue Firmware-Version veröffentlichen, die Echtzeitübersetzung umfangreich verbessern soll – weshalb das Unternehmen auch von einem Upgrade und nicht von einem Update spricht. Die neue Firmware soll noch im Januar veröffentlicht werden, kündigte der Hersteller auf der CES an.
Im Mittelpunkt des die „SOTA“ (State of the Art) genannte Übersetzungs-Engine von Timekettle, eine im Hintergrund arbeitende Funktion, die in Echtzeit dynamisch das optimale Übersetzungsmodell für jedes Sprachpaar und jedes Konversationsszenario identifizieren soll. Timekettle erklärt dazu, dass verschiedene Sprachpaare sich wie völlig unterschiedliche Systeme verhalten. So folgt die Übersetzung zwischen Englisch und Koreanisch etwa einer anderen Logik als zwischen Deutsch und Englisch. Das Paar Spanisch – Chinesisch erfordere wiederum eine andere Segmentierung, Vorhersage und Kontextinferenz als beispielsweise Japanisch - Französisch.
Laut Hersteller löst SOTA dieses Problem in der Praxis, indem es die Sprachkombination und den Kontext in Echtzeit erkennt und dann aus verschiedenen spezialisierten KI-Engines diejenige auswählt, die am besten dazu passt. Ermöglicht werde dies durch das Large Language Model (LLM) von Timekettle und seiner weiterentwickelten „Babel OS“-Plattform, die mit neuen Machine-Learning-Schichten auf Grundlage Millionen Sprachbeispiele aktualisiert worden sei. Im Ergebnis sollen Übersetzungen weniger wie der Versuch einer Maschine klingen, etwas zu interpretieren, sondern eher wie ein Sprachsystem, das die Absicht, den Tonfall und die Struktur des Gesagten wirklich versteht.
Da die Qualität der KI-Übersetzung nur so gut ist wie die Audioqualität der Eingabe, hat Timekettle diese bei dem kommenden Upgrade nach eigenen Angaben ebenfalls verbessert. Die Timekettle-Earbuds arbeiten mit Knochen-Stimm-Sensoren, die Sprachvibrationen direkt über die Knochenleitung aufnehmen. Der kommende überarbeitete Algorithmus soll klarere Stimmschwingungen extrahieren können, um die Signalreinheit zu verbessern, Geräusche in chaotischen Umgebungen effektiver zu isolieren und Sprecher in Mehrstimmengesprächen genauer zu identifizieren.
Timekettle verspricht, dass der Interpreter-Ohrhörer W4 (UVP 349 Euro) mit dem Upgrade zum genauesten Übersetzern in der Unternehmensgeschichte wird. Weiterhin erhalten die Earbuds W4 Pro (449 Euro) und M3 (149,99 Euro), die Handhelds T1 (299,99 Euro) und T1 Mini (149,99 Euro) und der X1 Interpreter Hub (699,99 Euro) die neue Firmware. Alle Geräte unterstützen die sofortige Übersetzung in 43 Sprachen und 96 Akzente und decken damit mehr als 95 % der Regionen weltweit ab.
heise online ist Medienpartner der CES 2026
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[1] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Die Weihnachtsbaumstruktur wurde mit einem 16-μm-Flüssigkeitsstrahl gefertigt, der über eine Spezialdüse auf einem kommerziellen 3D-Drucker im Vakuum ausgedruckt wurde.
(Bild: Universität von Amsterdam)
Forschende des Instituts für Physik der Universität Amsterdam haben einen Weihnachtsbaum mit einfacher Technik vollständig aus Eis gedruckt.
Ein Forschungsteam um Menno Demmenie, Stefan Kooij und Daniel Bonn vom Institut für Physik der Universität Amsterdam hat passend zur Jahreszeit ein außergewöhnliches Beispiel für die Möglichkeiten des 3D-Drucks präsentiert: einen komplett aus Eis gedruckten Weihnachtsbaum. Die Forscher verzichteten dabei auf herkömmliche Kühltechnik und setzten stattdessen nur Wasser und eine Vakuumpumpe ein.
In einer Vakuumkammer mit stark erniedrigtem Druck verdampft Wasser schon bei Raumtemperatur. Jedes Molekül, das entweicht, entzieht dem Wasser Energie und kühlt es weiter ab. So fällt die Temperatur unter den Gefrierpunkt, während das Wasser zunächst flüssig bleibt. Wissenschaftler bezeichnen diesen Zustand als „unterkühlte Flüssigkeit“. Sobald diese Flüssigkeit die Möglichkeit zur Kristallisation bekommt, beispielsweise durch Kontakt mit einer gefrorenen Fläche, gefriert sie sofort. Dieser Effekt ist beispielsweise auch beim so genannten „Blitzeis“ zu beobachten, wenn unterkühlter Regen beim Kontakt mit festen Gegenständen unmittelbar zu Eis gefriert.
Das Forscherteam macht sich diesen Effekt zunutze, um über eine Spezialdüse im Vakuum einen hauchdünnen Strahl von etwa 16 Mikrometern Dicke auf eine bereits gefrorene Fläche aufzubringen. Die IOP-Forscher Menno Demmenie, Stefan Kooij und Daniel Bonn nahmen einen ROOK MK1 3D-Drucker und setzen das Gerät in eine transparente Acrylvakuumkammer.
Den thermoplastischen Extruder ersetzten sie durch eine maßgefertigte Düsenhalterung, die von einer Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC)-Pumpe angetrieben wird, um einen Wasserstrahl auszustoßen. Dieser zerfällt dann in einzelne Tröpfchen, die dann als unterkühlte Flüssigkeit auf dem Substrat einfrieren. Auf diese Weise baute das Team Schicht für Schicht eine dreidimensionale Eisstruktur auf. In 26 Minuten entstand so ein Weihnachtsbaum von acht Zentimetern Höhe aus purem Eis.
Neben dem ästhetischen Wert sieht Daniel Bonn vom Forschungsteam auch einen didaktischen Wert des Experiments: Phasenübergänge, Wärmeübertragung und der Einfluss des Umgebungsdrucks lassen sich in der transparenten Kammer direkt in Echtzeit beobachten. Das Verfahren funktioniert auch für andere Formen wie Kegel, Säulen, sogar schräge Strukturen ohne Stütze. Das Paper zum Projekt der Forschungsgruppe ist zusammen mit weiteren Informationen und Videos zum Verfahren auf den Webseiten der Universität von Amsterdam veröffentlicht [1].
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[1] https://www.uva.nl/shared-content/uva/en/news/news/2025/12/a-3d-printed-christmas-tree-made-entirely-of-ice.html
[2] https://www.heise.de/make
[3] mailto:usz@heise.de
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macOS 26 alias Tahoe: Weiter kräftig zugelegt.
(Bild: Apple)
Apple rühmte sich einst, mit macOS ein schlankes Betriebssystem anzubieten. Doch auch hier gibt es mittlerweile so etwas wie „Bloat“.
macOS wird komplexer und undurchsichtiger: Apple packt immer mehr öffentliche und private Frameworks und andere Bundles ins System. Entwickler und Mac & i-Autor Howard Oakley hat in seinem Blog nun verschiedene Versionen des Betriebssystems miteinander verglichen und macht den „Bloat“ damit deutlich [1].
In macOS Mojave (10.14) von 2018 steckten so in /System/Library, dem zentralen Systemordner mit allen notwendigen Frameworks, noch knapp 4800 Bundles. Mit macOS 26.2 [2], das im Dezember erschienen war, wächst die Anzahl auf über 9800. Dabei lag das Wachstum besonders bei privaten Frameworks, die offiziell nur Apple zur Verfügung stehen – allerdings kommt es vor, dass Entwickler sich dieser dennoch bedienen [3]. Schlimmstenfalls kann das schwere Probleme verursachen, wenn Apple (natürlich undokumentierte) Änderungen vornimmt.
Während es jetzt 853 öffentliche Frameworks gibt (von einst 546), ging es bei privaten Frameworks von unter 2000 auf über 4000 hoch. Die Kernel-Erweiterungen legten von 546 auf 853 zu, die Zahl sonstiger Ordner von 2000 auf 3200. Einer der Gründe sind Anpassungen an unterschiedliche Chips. So wuchs die Bundle-Anzahl insgesamt bei Einführung des M3 um 900, beim M1 um 600 und beim M4 erneut um 600.
Halbiert man die gefundene Anzahl – was aufgrund des von Oakley verwendeten Directory-App-Crawlers sinnvoll sein kann – bleibt es dennoch bei besagten Wachstumszahlen. Insgesamt legten dann öffentliche Frameworks um 157 Prozent und private Frameworks um 276 Prozent zu. Mittlerweile macht es Apple Entwicklern und deren Apps schwieriger, die Inhalte privater Frameworks direkt auszulesen. Versuchen Devs dies doch, dürfte ihre Anwendung nicht zugelassen werden. Wann private Frameworks für alle Entwickler geöffnet werden, bestimmt allein Apple.
Wer auf dem Mac programmiert und weiß, dass Apples eigene Apps bereits Dinge dürfen, die regulär nicht erlaubt sind, ärgert sich. Manche Bundles sind auch aus Sicherheitsgründen privat – manchmal kann dies, meinen Kritiker, aber auch vorgeschoben sein.
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[1] https://eclecticlight.co/2026/01/02/how-macos-has-grown-2019-2025/
[2] https://www.heise.de/news/iOS-26-2-Co-zum-Download-bereit-Updates-fuer-alle-Apple-Betriebssysteme-11107348.html
[3] https://www.heise.de/news/Electron-Nerv-App-zeigt-welche-Programme-mit-macOS-Tahoe-Probleme-machen-10865895.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] mailto:bsc@heise.de
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(Bild: ITTIGallery/Shutterstock.com)
Seit 2021 bildet Apple in Detroit iOS-App-Entwickler aus. Eine Untersuchung zeigt nun: Die Erfolgsquote ist gemischt.
Sie sollte unterrepräsentierte Bevölkerungsschichten fördern und ihnen einen Zugang in die Tech-Welt gewähren. Doch nach vier Jahren Apple Developer Academy in Detroit (USA) zeigt sich ein gemischtes Bild: 71 Prozent der Absolventen finden nach Recherchen des US-Magazins Wired [1] zwar Vollzeitjobs, allerdings nicht immer in der Softwareentwicklung. Das kostenlose zehnmonatige Programm hat bislang über 1700 Teilnehmer aufgenommen, rund 600 haben abgeschlossen.
Die im Jahr 2021 von Apple an den Start gebrachte Akademie [2] ist Teil eines 200-Millionen-US-Dollar-Pakets und richtet sich gezielt an Menschen aus Detroit, der ärmsten Großstadt der USA, und will Diversität in der Tech-Branche fördern.
Die Finanzierung ist eine Gemeinschaftsleistung: Über vier Jahre flossen rund 30 Millionen US-Dollar. Apple steuerte 11,6 Millionen US-Dollar bei, die Gilbert Family Foundation und die MSU Credit Union mehr als 9,4 Millionen US-Dollar. Steuerzahler und Studiengebühren trugen 2,6 US-Millionen Dollar bei, hinzu kommen 6 Millionen US-Dollar staatliche Stipendien. Pro Teilnehmer entstehen Kosten von etwa 20.000 US-Dollar – Geräte wie iPhones und MacBooks inklusive.
Das Programm läuft von August bis Juni, 20 Stunden pro Woche sind davon in Präsenz abzuleisten. Teilnehmer lernen Swift-Programmierung, UI/UX-Design, Projektmanagement und Marketing. Besonders hervorzuheben: Die Academy integriert mittlerweile generative KI-Tools. Teilnehmer dürfen Code-Generatoren nutzen, müssen den erzeugten Code aber verstehen und erklären können. Workshops zu Vision Pro und Apple TV gehören ebenfalls zum Curriculum.
Die Abschlussquote von 70 Prozent liegt laut Sarah Gretter, Leiterin der Academy bei der Michigan State University, über dem Durchschnitt für Erwachsenenbildung. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 30 Jahren, die Spanne reicht von 18 bis über 70. Auf Tausende Bewerbungen kommen aber nur wenige Hundert Zusagen.
Doch wer einen der Plätze erhält, landet am Ende trotzdem nicht unbedingt in der Tech-Branche. Wired berichtet von Absolventen, die heute an der Genius Bar im Apple Store, als QA-Tester bei einem Start-up oder als Einzelentwickler arbeiten. Aber es gibt auch Fälle wie den der 25-jährigen Lizmary Fernandez, die keinen Job in der Softwareentwicklung fand und heute als Flugbegleiterin arbeitet.
Sie berichtet davon, dass einige Teilnehmer Lebensmittelmarken beantragen mussten, weil sie mit dem monatlichen Stipendium von 800 bis 1500 US-Dollar nicht über die Runden kamen. Andere hätten einen oder mehrere weitere Jobs neben der Ausbildung.
Die starke Fokussierung auf iOS-Entwicklung ist laut einiger Befragter ein Nachteil. Absolventen berichten, dass fehlende Android-Kenntnisse den Jobzugang erschweren. Hinzu kommt, dass der Arbeitsmarkt für Einsteiger in der Softwareentwicklung derzeit ohnehin mit Problemen kämpft. Hierzu trägt unter anderem der immer stärkere Einsatz von KI-Tools in der Entwicklung bei.
Im August 2025 startete Apple eine zweite Academy in Detroit: Die Apple Manufacturing Academy [3] richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Der Fokus liegt auf KI-gestützter intelligenter Fertigung – Machine Learning, Deep Learning, Automation und Datenanalyse. Das Programm ist Teil von Apples 500-Milliarden-US-Dollar-Investment in die US-Fertigung.
Die Developer Academy unterscheidet sich deutlich: Sie bildet Einzelpersonen in App-Entwicklung und Design aus, während die Manufacturing Academy Unternehmen bei der Produktionsoptimierung hilft. Beide Programme werden von der Michigan State University unterstützt.
Mit seiner Erfolgsquote platziert sich Apples Akademie nach Auskunft von Experten im oberen Mittelfeld: Der Forscher Quinn Burke attestiert der Apple Academy eine höhere Qualität als vielen kommerziellen Coding-Bootcamps. Die subventionierte, präsenzbasierte Ausbildung mit hochwertigen Geräten hebe sich von dreimonatigen Crash-Kursen ab. Allerdings liegt die Job-Platzierungsrate von 71 Prozent unter den 95 Prozent, die zum Beispiel Amy J. Ko von der University of Washington für ihr Undergraduate-Programm angibt. Typische Coding-Schools erreichen laut Ko weniger als 80 Prozent.
Seit Start der Academy 2021 ist der Anteil schwarzer Mitarbeiter im US-Tech-Team von Apple paradoxerweise von 6 auf 3 Prozent gesunken – trotz der 200-Millionen-US-Dollar-Initiative.
Gordon Shukwit, Senior Director bei Apple, betont, das Primärziel sei nicht allein die Job-Vermittlung, sondern die Entwicklung von Teamwork-, Forschungs- und Tech-Kenntnissen. Susan Prescott, Vice President Worldwide Developer Relations bei Apple, verweist auf 62 entwickelte Apps und 13 gegründete Firmen. Die Partnerschaft mit der Michigan State University soll fortgesetzt werden.
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https://www.heise.de/-11128906
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.wired.com/story/apple-app-making-course-michigan-state-university/
[2] https://www.apple.com/newsroom/2021/10/apple-opens-developer-academy-in-detroit-to-create-new-career-opportunities/
[3] https://www.apple.com/newsroom/2025/07/apple-manufacturing-academy-opens-in-detroit-on-august-19/
[4] https://www.heise.de/mac-and-i
[5] mailto:mki@heise.de
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Fitness+ auf iPad und Apple Watch: Der Dienst integriert sich in Apple-Geräte.
(Bild: Apple)
Nach einer Instagram-Kampagne hat Apple einige Veränderungen bei seinem bezahlten Sportdienst vorgenommen. Sind sie für Fitness+ der große Wurf?
Nach einer Instagram-Kampagne [1], die „etwas Großes“ für das Angebot versprach, hat Apple verschiedene Neuerungen für Fitness+ [2] angekündigt. Der Dienst, der 10 Euro im Monat oder 80 Euro im Jahr kostet, erhält neue Inhalte, eine verbesserte Anbindung zu einem Konkurrenzdienst sowie neue „Challenges“, die mit virtuellen Medaillen belohnt werden. Der große Wurf für das Angebot, das Berichten zufolge mit Nutzerabgängen zu kämpfen hat [3], ist das also nicht. Es wird weiterhin erwartet, dass Apple größere Umbaumaßnahmen plant, etwa im Kontext eines neuen KI-gestützten Gesundheitsdienstes, der „Health+“ heißen [4] dürfte. So könnte der iPhone-Konzern das Angebot besser im Paket vermarkten – Sport und Gesundheit verbinden.
Apples Fitness+-Inhaltsverbesserungen [5] umfassen unter anderem neue Programme, die sich speziell an Menschen richten, die sich fürs neue Jahr mehr Sport vorgenommen haben. Sie laufen über mehrere Wochen unter dem Namen „Make Your Fitness Comeback“ und beinhalten HIIT [6], Yoga und Krafttraining. „Der vierwöchige Plan umfasst drei Trainingseinheiten pro Woche – jeweils eine pro Trainingsart – von nur zehn Minuten Dauer. Jede Woche baut auf der vorherigen Woche auf“, teilt Apple mit.
Ein Beispiel ist das Programm namens „Build a Yoga Habit in 4 Weeks“, das dabei helfen soll, Yoga in die Fitnessroutine zu integrieren. Dazu gibt es eine neue digitale „New Year“-Medaille, die vergeben wird, wenn man im Januar alle drei Aktivitätsringe sieben Tage hintereinander schließt. An Content sind außerdem neue Workouts („Fitness+ Artist Spotlight“) mit Musik bekannter Künstler wie Bad Bunny oder KAROL G dabei, es gibt neue „Time to Walk“-Epsioden (Podcasts, die speziell fürs Spazieren gedacht sind) mit Promis wie Mel B oder Michelle Monaghan.
Im Rahmen von Apples „Quit Quitting“-Kampagne gibt es auch eine Kooperation mit Strava [7]. Nutzer der Lauf- und Workout-App bekommen eine eigene Medaille auf die Apple Watch, wenn sie im Januar mindestens zwölf Sportdurchgänge mit Strava loggen. „Zum ersten Mal können Strava-Nutzer:innen mit einer Apple Watch im Januar auch an einer speziellen Quit-Quitting-Challenge in der Strava-App teilnehmen, um sich zu motivieren, aktiv und engagiert zu bleiben“, schreibt Apple dazu.
Fitness+ lässt sich drei Monate kostenlos nutzen, wenn ein Apple-Geräte erworben wird – dies können Apple Watch, iPhone, iPad oder Apple TV [8] sein. Strava-Abonnenten erhalten diesen Deal ebenso. Standardmäßig kann man Fitness+ nur einen Monat lang kostenlos testen. Zuletzt hatte Apple angefangen, synchronisierte Tonspuren für den Dienst auch auf Deutsch [9] zu offerieren.
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[1] https://www.instagram.com/reels/DS5nXYzEnJz/
[2] https://www.heise.de/tests/Ein-Plus-an-Fitness-Apple-Fitness-im-Test-10302385.html
[3] https://www.heise.de/news/Fitness-Dienst-bei-Apple-Zu-viele-Kuendigungen-zu-wenig-Kunden-11071674.html
[4] https://www.heise.de/news/Apples-neuer-Gesundheitsdienst-Was-Health-koennen-soll-10621426.html
[5] https://www.apple.com/de/newsroom/2026/01/stay-active-in-the-new-year-with-apple-watch/
[6] https://www.tk.de/techniker/gesundheit-foerdern/sport-und-bewegung/sportarten-nach-kategorien/hochintensives-intervalltraining-2063190
[7] https://www.strava.com/?hl=de-DE
[8] https://www.apple.com/de/promo/pdf/DE_DE_Fitness_Plus_Promo_TandCs_102422.pdf
[9] https://www.heise.de/news/Apple-Fitness-kuenftig-mit-synchronisierten-Tonspuren-in-Deutsch-und-Spanisch-11107389.html
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Marcel Kunzmann
Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez
(Bild: lev radin/Shutterstock.com)
Nach Maduros Entführung durch US-Spezialeinheiten taumelt Venezuela. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez signalisiert plötzlich Dialog. Ein Überblick.
Nach der Entführung und Gefangennahme von Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten steht das Land vor einer ungewissen einer Zukunft. Während der gestürzte Präsident in New York vor Gericht erscheinen soll, deutet seine Nachfolgerin Delcy Rodríguez einen Kurswechsel an.
US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag erklärt, die Vereinigten Staaten seien "verantwortlich" für Venezuela, nachdem bei einem Militäreinsatz am Wochenende Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde. Der 63-Jährige soll am Montag um 12 Uhr Ortszeit erstmals vor einem Bundesgericht in New York erscheinen, wie der US-Fernsehsender CNN berichtete [1].
Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores waren am frühen Samstagmorgen in Caracas von Mitgliedern der US-Eliteeinheit Delta Force aus ihrem Schlafzimmer entführt worden, nachdem zuvor Schlüsselinfrastruktur mittels Kampfjets ausgeschaltet wurde, an mehreren Orten gab es Explosionen. Die Operation war die größte US-Intervention in Lateinamerika seit der Invasion Panamas 1989. Laut venezolanischen Angaben kamen bei dem Angriff mindestens 40 Personen ums Leben [2].
Maduro wird vorgeworfen, zusammen mit Verbündeten ein Netzwerk zum Kokainschmuggel betrieben zu haben, das mit Narcoterroristen kooperierte, um tausende Tonnen Kokain in die USA zu transportieren. Die Anklage beschuldigt ihn, ein Drogennetzwerk überwacht zu haben, das mit gewalttätigen Gruppen wie den mexikanischen Sinaloa- und Zetas-Kartellen, kolumbianischen FARC-Rebellen und der venezolanischen Tren-de-Aragua-Bande zusammenarbeitete, wie Reuters berichtete [3].
Der ehemalige Busfahrer, Gewerkschaftsführer und Außenminister hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und sie als Vorwand für imperialistische Absichten auf Venezuelas Öl bezeichnet. Eine Einschätzung, die zahlreiche Analysten und Kommentatoren teilen.
Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die vom obersten Gericht des Landes zur Übergangspräsidentin ernannt wurde, vollzog am Sonntag indes eine bemerkenswerte Kehrtwende. Hatte sie zunächst die Operation als koloniale Entführung verurteilt und die Freilassung Maduros gefordert, schlug sie später versöhnlichere Töne an.
"Wir laden die US-Regierung ein, gemeinsam an einer Kooperationsagenda zu arbeiten, die auf gemeinsame Entwicklung im Rahmen des Völkerrechts ausgerichtet ist", erklärte [4] die 56-Jährige laut der Zeitung Zeit. "Präsident Donald Trump: Unsere Völker und unsere Region verdienen Frieden und Dialog, nicht Krieg."
Der Kurswechsel erfolgte, nachdem Trump Venezuela und Rodríguez persönlich mit weiteren Angriffen gedroht hatte. "Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen müssen, wahrscheinlich einen höheren als Maduro", sagte Trump [5] dem Magazin The Atlantic.
Trotz der Kooperationsbereitschaft hält Rodríguez an der Forderung nach Maduros Freilassung fest und berief eine Kommission ein, die sich dieser Aufgabe widmen soll. In ihrer ersten Stellungnahme nach Amtsübernahme hatte sie Maduro als "einzigen Präsidenten Venezuelas" bezeichnet und angekündigt, die "natürlichen Ressourcen" des Landes zu verteidigen.
Die Trump-Regierung hat Forderungen zurückgewiesen, die Oppositionsführerin María Corina Machado zu unterstützen. Trump sagte am Samstag, er glaube nicht, dass die Friedensnobelpreisträgerin von 2025 den "Respekt" oder die "Unterstützung" habe, um das Land zu führen. Die Opposition behauptet, González habe die Wahlen 2024 gewonnen. Am Sonntag bezeichnete er sich selbst als "Präsident" und forderte das venezolanische Militär auf, ihn an die Macht zu bringen.
Derzeit sieht es jedoch danach aus, als plane Washington auf Sicht – und zunächst mit den alten Eliten. An großer Instabilit��t und Bürgerkrieg haben die USA im Sinne einer stabilen Ölförderung offenbar kein Interesse. Klar ist dabei, dass sich jede künftige venezolanische Regierung den Interessen Washingtons unterzuordnen hat, alles Weitere scheint zweitrangig. Denkbar wäre also durchaus eine Art "chavistisches Vichy-Regime" für die Zukunft des Landes. Rodríguez, die ökonomisch als pragmatisch gilt und seit August 2024 das Erdölministerium leitet, könnte hierbei eine Schlüsselrolle zugedacht worden sein. Sollte sich Rodríguez jedoch als nicht ausreichend kooperativ erweisen, drohen weitere Militärschläge.
In Lateinamerika wird indes diskutiert, warum es vonseiten der Streitkräfte keine sichtbare Gegenwehr gab. Wie die New York Times berichtet [6], hatte die CIA offenbar Unterstützung aus Maduros innerem Machtzirkel. Was daraus für die aktuelle Führung folgt – die bislang offenbar weiterhin die Unterstützung des Militärs und der übrigen Institutionen genießt – ist derzeit unklar.
Der UN-Sicherheitsrat wird am heutigen Montag die Rechtmäßigkeit und Folgen der US-Operation debattieren. Russland, China und linksgerichtete Verbündete Venezuelas verurteilten die USA wegen Verletzung des Völkerrechts. China forderte [7] die sofortige Freilassung Maduros, während aus Russland gemischte Signale kamen [8].
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel bezeichnete die Operation als "Staatsterrorismus gegen das tapfere venezolanische Volk". Die kubanische Regierung erklärte am Sonntag, mindestens 32 ihrer Staatsangehörigen seien bei dem Angriff getötet worden.
Washingtons Verbündete – von denen die meisten Maduro aufgrund von Vorwürfen der Wahlfälschung nicht als Präsidenten anerkannt hatten – reagierten zumeist zurückhaltender. Sie betonten die Notwendigkeit von Dialog und Einhaltung des Rechts, ohne Trump offen zu verurteilen.
Teilweise wurde der Völkerrechtsbruch jedoch auch offen begrüßt. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu beglückwünschte [9] Trump zu der Militäraktion "im Namen von Freiheit und Gerechtigkeit". Die Bundesregierung bleibt indes bei ihrer Einschätzung [10], dass die Lage "komplex" sei und geht damit einer klaren Verurteilung aus dem Weg.
Die Operation hat in den USA inzwischen auch innenpolitischen Widerstand ausgelöst. Oppositionelle Demokraten warfen der Regierung vor, sie über ihre Venezuela-Politik in die Irre geführt zu haben. Außenminister Rubio sollte am Montag führende Abgeordnete auf dem Capitol Hill informieren, wie Reuters berichtete.
Während eine Handvoll konservativer Persönlichkeiten die Venezuela-Operation als Verrat an Trumps "America First"-Versprechen kritisierte, ausländische Verstrickungen zu vermeiden, lobten die meisten Unterstützer sie weitgehend als schnellen, schmerzlosen Sieg.
An den globalen Märkten stiegen Venezuelas Staatsanleihen stark an, während Aktienmärkte in Asien und Europa zulegten.
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Links in diesem Artikel:[1] https://edition.cnn.com/2026/01/05/politics/venezuela-what-to-know-monday[2] https://www.nytimes.com/2026/01/03/world/americas/venezuela-airstrike-civilian-deaths.html[3] https://www.reuters.com/world/americas/venezuelas-maduro-appear-us-court-trump-says-further-strikes-possible-2026-01-05/[4] https://www.telesurtv.net/delcy-rodriguez-venezuela-merece-paz/[5] https://www.theatlantic.com/national-security/2026/01/trump-venezuela-maduro-delcy-rodriguez/685497/[6] https://www.nytimes.com/2026/01/03/world/americas/cia-venezuela-maduro.html[7] https://www.swissinfo.ch/ger/china-fordert-sofortige-freilassung-von-maduro/90723551[8] https://www.theguardian.com/world/2026/jan/05/russia-weighs-up-fall-of-nicolas-maduro-venezuela[9] https://www.juedische-allgemeine.de/israel/netanjahu-gratuliert-trump-zur-gefangennahme-maduros/[10] https://www.tagesschau.de/inland/reaktionen-venezuela-wadephul-gruene-100.html
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Thomas Pany
18,36 Euro monatlich – bei kleiner Rente ist das oft zu viel. Wann Befreiung und Ermäßigung möglich sind: Überblick.
Im Jahr 2024 nahmen ARD, ZDF und Deutschlandradio insgesamt 10,4 Milliarden Euro ein, berichtet der Evangelische Pressedienst [1] (epd.de). Damit sei das deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunksystem das umsatzstärkste der Welt.
Für Rentnerinnen und Rentner mit kleiner Rente können die monatlich fälligen 18,36 Euro jedoch eine spürbare Belastung darstellen.
Wer Grundsicherung im Alter bezieht, kann sich vollständig vom Rundfunkbeitrag befreien lassen, erläutert die Verbraucherzentrale [2]. Voraussetzung ist ein entsprechender Bewilligungsbescheid.
Ende 2024 waren rund 2,4 Millionen Personen [3] aus sozialen Gründen vom Rundfunkbeitrag befreit. Die Zahl der Befreiungen aufgrund des Bezugs von Grundsicherung im Alter stieg zuletzt um 3,4 Prozent, wie der Beitragsservice [4] mitteilte.
Die Grundsicherung im Alter ist nach dem Bürgergeld der zweithäufigste Grund für eine Befreiung [5] und macht 28,3 Prozent aller Befreiungsfälle aus.
Die Bedarfsgrenzen variieren je nach Wohnort. Als Orientierungswert gilt für Alleinstehende eine Grenze von etwa 950 bis 1.050 Euro, wie die Webseite gegen-hartz.de [6] anhand einer Tabelle berichtet.
Wer vollstationär in einem Alten- und Pflegewohnheim lebt, ist selbst nicht anmeldepflichtig, erklärt gegen-hartz.de. Bei einem Umzug in eine solche Einrichtung sollte die bisherige Wohnung rechtzeitig beim Beitragsservice abgemeldet werden, um Doppelzahlungen zu vermeiden.
Die Abmeldung erfordert einen Nachweis der Pflegeeinrichtung über die vollstationäre Unterbringung.
Liegt das Einkommen nur knapp oberhalb der Bedarfsgrenze für Grundsicherung, kommt ein Härtefallantrag in Betracht. Als Richtschnur gilt laut Verbraucherzentrale: Überschreitet das Einkommen den sozialrechtlichen Bedarf um weniger als 18,36 Euro monatlich, bestehen Chancen auf eine Befreiung.
Der Beitragsservice verlangt hierfür typischerweise einen aktuellen Bescheid der Sozialbehörde, aus dem hervorgeht, dass keine Grundsicherung gewährt wird, weil die Bedarfsgrenze nur geringfügig überschritten ist, wie gegen-hartz.de berichtet. Den Antragsweg bei der Sozialbehörde müssen Betroffene in jedem Fall durchlaufen.
Menschen mit dem Merkzeichen "RF" [7] im Schwerbehindertenausweis zahlen nur den ermäßigten Beitrag von 6,12 Euro monatlich, berichtet rnd.de [8]. Das Merkzeichen erhalten etwa hochgradig seh- oder hörbehinderte Menschen sowie Personen mit besonders schweren Einschränkungen, die an öffentlichen Veranstaltungen dauerhaft nicht teilnehmen können.
Für die Ermäßigung ist nicht die Höhe der Rente maßgeblich, sondern allein das Vorliegen des Merkzeichens und dessen Nachweis gegenüber dem Beitragsservice, erklärt gegen-hartz.de. Taubblinde Menschen können sich vollständig befreien lassen.
Eine Befreiung oder Ermäßigung erfolgt niemals automatisch, betont die Verbraucherzentrale. Es ist daher wichtig, einen schriftlichen Antrag zu stellen und die erforderlichen Nachweise beizufügen. Die Antragsformulare finden sich auf der Website rundfunkbeitrag.de.
Der Antrag muss vollständig ausgefüllt, ausgedruckt und zusammen mit einer Kopie des erforderlichen Nachweises an den Beitragsservice geschickt werden (Postanschrift: ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, 50656 Köln). Es empfiehlt sich, den Antrag als Einschreiben zu versenden.
Die Befreiung beginnt mit dem Leistungsbeginn des vorgelegten Nachweises. Zurückliegende Zeiträume können maximal drei Jahre rückwirkend ab Antragstellung berücksichtigt werden, wie die Verbraucherzentrale erläutert.
Wer also zum Beispiel seit Längerem Grundsicherung bezieht, den Antrag aber versäumt hat, kann zu viel gezahlte Beiträge für bis zu drei Jahre zurückholen, berichtet gegen-hartz.de. Maßgeblich ist, dass Nachweise für die vergangenen Zeiträume beigefügt werden.
Die Dauer der Befreiung richtet sich nach dem Gültigkeitszeitraum des vorgelegten Nachweises. Bei unbefristeten Sozialleistungsbescheiden befristet der Beitragsservice die Befreiung regelmäßig auf drei Jahre, um eine erneute Prüfung zu ermöglichen, erklärt gegen-hartz.de.
Endet die Grundsicherung oder wird sie unterbrochen, endet auch die Befreiung. Ab diesem Zeitpunkt entsteht wieder eine Beitragspflicht. Wer die Voraussetzungen weiterhin erfüllt, muss rechtzeitig einen Folgeantrag stellen.
Den Rundfunkbeitrag kann man nicht kündigen [9], da er gesetzlich vorgeschrieben ist, wie bereits an dieser Stelle erläutert [10]. Für jede Wohnung in Deutschland fällt er einmal an, unabhängig von der Anzahl der dort lebenden Personen. Dabei ist unerheblich, ob man das Angebot von ARD, ZDF und Deutschlandradio nutzt oder nicht.
Wer Zahlungsfristen versäumt, muss mit einem Säumniszuschlag von mindestens acht Euro [11] rechnen. Bei fortgesetzter Nichtzahlung kann ein Vollstreckungsverfahren eingeleitet werden, etwa durch Kontopfändung. In extremen Fällen ist sogar Erzwingungshaft möglich, wenn auch selten.
Wer in finanzielle Schwierigkeiten gerät, sollte sich frühzeitig mit dem Beitragsservice in Verbindung setzen. In vielen Fällen lassen sich Ratenzahlungen vereinbaren [12].
Viele Betroffene erledigen den Antrag selbst. Wer unsicher ist, kann sich an kommunale Beratungsstellen, Sozialverbände oder Verbraucherzentralen wenden, empfiehlt gegen-hartz.de. Wichtig sind stets vollständige und nachvollziehbare Unterlagen.
Für Rentnerinnen und Rentner mit kleiner Rente zählt jeder Euro. Wer die Voraussetzungen erfüllt, sollte daher die Möglichkeiten zur Befreiung oder Ermäßigung nutzen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://medien.epd.de/article/4123[2] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/fernsehen/rundfunkbeitrag-alles-rund-um-befreiung-und-ermaessigung-40324[3] https://presse.rundfunkbeitrag.de/pressreleases/beitragsservice-stellt-jahresbericht-2024-vor-beitragsertraege-nach-sondereffekten-des-bundesweiten-meldedatenabgleichs-ruecklaeufig-3390162[4] https://presse.rundfunkbeitrag.de/pressreleases/beitragsservice-stellt-jahresbericht-2024-vor-beitragsertraege-nach-sondereffekten-des-bundesweiten-meldedatenabgleichs-ruecklaeufig-3390162[5] https://presse.rundfunkbeitrag.de/pressreleases/beitragsservice-stellt-jahresbericht-2024-vor-beitragsertraege-nach-sondereffekten-des-bundesweiten-meldedatenabgleichs-ruecklaeufig-3390162[6] https://www.gegen-hartz.de/news/rente-rentner-knnen-monatlich-1836-euro-sparen-und-auch-den-rundfunkbeitrag-dann-abmelden[7] https://www.betanet.de/merkzeichen-rf.html[8] https://www.rnd.de/geld-und-finanzen/rundfunkbeitrag-2025-wer-hat-anspruch-auf-befreiung-und-wie-stellt-man-den-antrag-XVOTBMVMQZHWTBBRFPBXVZD6YU.html[9] https://presse.rundfunkbeitrag.de/news/hiermit-kuendige-ich-den-rundfunkbeitrag-hier-erfahren-sie-ob-das-moeglich-ist-493991[10] https://www.telepolis.de/article/Rundfunkbeitrag-Was-Sie-zahlen-muessen-und-wann-Sie-befreit-sind-11116717.html[11] https://www.telepolis.de/article/Rundfunkbeitrag-Was-Sie-zahlen-muessen-und-wann-Sie-befreit-sind-11116717.html[12] https://www.telepolis.de/article/Rundfunkbeitrag-Was-Sie-zahlen-muessen-und-wann-Sie-befreit-sind-11116717.html
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Bernardo Cantz
(Bild: Belish / Shutterstock.com)
Medwedew droht mit Entführung von Merz – und entlarvt dabei die doppelten Standards des Westens. Ein Kommentar.
Man muss Medwedew eines lassen: Der Mann hat ein Gespür für Timing. Kaum haben die USA einen amtierenden Staatschef aus seinem eigenen Land gezerrt – mit Explosionen, zahlreichen Toten, Stromausfällen und allem Drum und Dran –, da springt Putins Sidekick in die Bresche und fragt: Warum nicht auch den deutschen Kanzler? Merz sei schließlich [1] ein "Neonazi", und überhaupt, es wäre "kein Verlust".
Absurd? Ja. Lächerlich? Absolut. Aber eben auch verdammt clever.
Denn während wir noch dabei sind, uns über Medwedews Größenwahn zu echauffieren, müssen wir uns eine unangenehme Frage gefallen lassen: Was genau unterscheidet eigentlich Trumps Venezuela-Abenteuer von dem, was wir sonst als "Bruch des Völkerrechts" geißeln?
Die Antwort des Bundeskanzlers: Es ist "komplex".
Ah ja, die Komplexität. Das diplomatische Äquivalent zu "Kein Kommentar", nur mit mehr Silben. Während Roderich Kiesewetter aus der eigenen Partei klare Worte findet – Trump kehre zum "Recht des Stärkeren" zurück [2] –, versteckt sich Merz hinter einem Wortschleier, der so dicht ist, dass selbst Nebel neidisch wird.
Hier liegt das eigentlich Ärgerliche: Medwedew hat ausnahmsweise einen Punkt. Nicht mit seiner Entführungsfantasie, versteht sich. Aber mit dem Vorwurf der doppelten Standards.
Wenn die USA einen Präsidenten kidnappen und wir das "komplex" nennen, während wir bei russischen Völkerrechtsbrüchen – zu Recht! – Schnappatmung bekommen, dann haben wir ein Problem mit unserer Glaubwürdigkeit. Und Medwedew reibt es uns genüsslich unter die Nase.
Die Verteidiger der US-Aktion verweisen auf die Monroe-Doktrin. Lateinamerika als amerikanischer Hinterhof, seit 1823 bewährt. Das ist ungefähr so, als würde man einen Einbruch damit rechtfertigen, dass die Familie schon seit Generationen in fremde Häuser einsteigt. Tradition halt.
Und ja, Venezuelas Ölreserven [3] – die größten der Welt – haben sicher rein gar nichts mit der plötzlichen amerikanischen Sorge um die Demokratie zu tun. Reiner Zufall, dass 300 Milliarden Barrel Rohöl unter der Erde schlummern. Und reiner Zufall, dass ein Thinktank wie das Franklin Templeton Institute gleich nach der Maduro-Entführung von niedrigen Ölpreisen auf dem Weltmarkt schwärmt [4].
Medwedews Drohung gegen Merz ist natürlich Propaganda. Billiges Kreml-Theater für die heimische Zuschauerschaft. Aber sie funktioniert, weil wir ihr die Bühne bereiten.
Solange das Völkerrecht für uns ein Prinzip ist, wenn es uns passt, und eine "komplexe Frage", wenn unsere Verbündeten es brechen, werden Typen wie Medwedew immer Material haben. Er muss nur den Spiegel hochhalten. Den Rest erledigen wir selbst.
Dass der frühere russische Präsident dabei vergisst, dass sein eigener Chef gerade einen Angriffskrieg führt? Geschenkt. Heuchler unter sich erkennen einander eben am besten.
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Links in diesem Artikel:[1] https://tass.ru/politika/26087401[2] https://www.heise.de/tp/article/USA-greifen-Venezuela-an-Maduro-Entfuehrung-loest-internationale-Empoerung-aus-11127984.html[3] https://www.heise.de/tp/article/Drogenkrieg-als-Vorwand-Plant-Washington-einen-Regimewechsel-in-Venezuela-10665584.html[4] https://www.franklintempleton.com/articles/2026/institute/quick-thoughts-venezuela-implications-for-markets-and-investors
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