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Body Scan 2: Neue Waage von Withings misst über 60 Biomarker

Von Tobias Költzsch — 05. Januar 2026 um 02:00
Die neue Version von Withings' smarter Waage misst mehr Gesundheitsparameter und soll unter anderem das Herz und die Arterien besser überwachen.
Die neue Body Scan 2 von Withings (Bild: Withings)
Die neue Body Scan 2 von Withings Bild: Withings

Der Hersteller für Gesundheitstechnologie und Wearables Withings hat auf der Elektronikmesse CES 2026 eine neue Waage vorgestellt: die Body Scan 2. Sie ermittelt nicht nur wie ihr Vorgängermodell das Gewicht, sondern misst auch eine Reihe von Gesundheitsparametern. Während die erste Body Scan über 40 Biomarker ermittelt, sind es bei der Body Scan 2 über 60.

Durch die Messungen soll die Waage in Zusammenarbeit mit einer KI-Auswertung frühzeitig Gesundheitsrisiken des Herz-Kreislauf-Systems erkennen. Neu bei der Body Scan 2 ist etwa die Verbindung aus Impedanzkardiografie und einem Sechs-Kanal-EKG.

Dadurch soll die Pumpkraft des Herzens und letztlich die Versorgung der Organe bestimmt werden. Auch Vorhofflimmern soll dadurch erkannt werden. Die Body Scan 2 soll zudem das Bluthochdruckrisiko ermitteln können. Dafür wird ein laut Withings "klinisch validiertes KI-Modell" verwendet.

Messung der Arterien

Über die Messung der Pulswellengeschwindigkeit misst die Body Scan 2 die Steifigkeit der Arterien. Steife Arterien können Vorboten verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein, die durch eine Umstellung der Ernährung oder des Lebenswandels vermieden werden können.

Die Body Scan 2 von Withings (Bild: Withings)
Bild 1/2: Die Body Scan 2 von Withings (Bild: Withings)
Die Body Scan 2 von Withings (Bild: Withings)
Bild 2/2: Die Body Scan 2 von Withings (Bild: Withings)

Die Stoffwechseleffizienz soll mithilfe einer Ultrahochfrequenz-Bioimpedanzspektroskopie ermittelt werden. Alle Nutzerdaten werden an die Withings-App weitergeleitet und dort ausgewertet und dargestellt. Die Waage hat zudem ein kleines Display im Handgriff.

Wie die erste Body Scan besteht auch das neue Modell aus der Basiseinheit, die wie eine herkömmliche Waage aussieht. Aus dieser Einheit lässt sich der Handgriff ziehen, über den zahlreiche weitere Parameter gemessen werden. Um alle Parameter ermitteln zu können, müssen Nutzer sich auf die Waage stellen und den Handgriff festhalten.

Die Messung dauert Withings zufolge 90 Sekunden. Über zwei Tasten am Griff können Nutzer während der Messung verschiedene Fragen zu ihrem Lebensstil beantworten, die bei der Auswertung berücksichtigt werden. Die Withings-App gibt Nutzern am Ende Tipps, um bestimmte Risiken zu verringern.

Veröffentlichung im zweiten Quartal

Die Body Scan 2 soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 auf den Markt kommen und 500 Euro kosten. Wie beim Vorgänger dürfte für die vollständige Nutzung aller Auswertungen ein Abo von Withings+ notwendig sein; bei der ersten Body Scan gibt es das Abo einen Monat lang kostenlos dazu, danach kostet es 100 Euro im Jahr.

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Windows momentan nicht telefonisch aktivierbar

Von Heise — 04. Januar 2026 um 13:00

Laut Bandansage steht der Dienst „derzeit“ nicht zur Verfügung, es wird auf Microsofts Support-Website verwiesen.

Neuer Ärger mit der Zwangsaktivierung: Windows lässt sich derzeit nicht telefonisch aktivieren. Wer es doch probiert, hört eine Bandansage. Die verkündet, dass der Anruf „derzeit“ nicht bearbeitet werden kann, und verweist auf support.microsoft.com [1], also Microsofts allgemeine Support-Startseite.

Ob die telefonische Aktivierung nur momentan gestört ist oder ob Microsoft dauerhaft den Stecker gezogen hat, ist unklar. Eine Anleitung zum Aufruf der telefonischen Aktivierung ist weiterhin online verfügbar [2]. Auch in Windows stecken die nötigen Dialoge noch drin.

Aktivierung, was soll das?

Doch was hat es mit der Aktivierung eigentlich auf sich? Es ist eine Art Kopierschutz. Die Annahme, Sie hätten Windows (also die Software) gekauft, ist ebenso verständlich wie leider auch falsch. Was Sie erworben haben, ist bloß eine Lizenz, also ein Nutzungsrecht. Das ist bei Windows wie bei jeder anderen Software auch: Damit Sie sie verwenden dürfen, muss Ihnen der Rechteinhaber das erlauben. Er darf im Rahmen der Gesetze frei entscheiden, was Sie das kosten soll und was Sie mit der Software anfangen dürfen. Die Bandbreite reicht von „macht damit, was ihr wollt“ (Public Domain) über „nutzen, aber nicht verändern“ (Freeware) bis hin zu kommerziellen Lizenzen mit umfangreichem Kleingedruckten. Zu letzteren gehören die dauerhaft gültigen Windows-Lizenzen, die Microsoft erst herausrückt, nachdem Sie zu den Milliardengewinnen des Konzerns beigetragen haben.

Die Aktivierung soll sicherstellen, dass Sie sich an der Kasse nicht vorbeischummeln. Die Installation nimmt Kontakt mit Microsofts Servern auf und erst, wenn die ihr Okay geben, schaltet Windows dauerhaft den vollständigen Funktionsumfang frei. Mitunter verlangt Windows eine erneute Aktivierung, etwa nach dem Tausch des Mainboards oder dem Umzug auf einen neuen PC. Und manchmal aus unerfindlichen Gründen auch einfach nur so.

Wichtiger Bestandteil des Aktivierungsprozesses ist der Installationsschlüssel. Das ist eine Zeichenfolge, die aus fünf durch Bindestriche getrennten Blöcken zu je fünf Zeichen besteht, was ungefähr so aussieht: 1ABCD-E2FGH-IJ3KL-MNO4P-QRST5. Ohne Schlüssel lässt sich Windows nicht installieren und erst recht nicht aktivieren. In jeder Windows-Installation steckt ein solcher Schlüssel, und zwar selbst dann, wenn Sie selbst keinen eingegeben haben. Während der Aktivierung wird geprüft, ob der Schlüssel zur Version und Edition der Installation passt, aktivierbar ist (es gibt auch „generische“, bei denen das nicht der Fall ist) und nicht unerlaubt mehrfach verwendet wurde.

Online …

Das Aktivieren per Internet ist heutzutage das Standardverfahren: Schlüssel eingeben, auf Aktivieren klicken, dann nimmt Windows Kontakt mit Microsofts Aktivierungsservern auf und erledigt den Rest.

Eine Online-Aktivierung hat meist auch dann stattgefunden, wenn Sie sich selbst mit dem Aktivieren gar nicht befassen mussten. Das ist der Fall bei PCs großer PC-Hersteller, die bereits ab Werk mit einer Windows-Vorinstallation ausgestattet sind. Auf solchen Computern steckt ein zur Vorinstallation passender Schlüssel bereits in der Hardware, genauer in der Firmware des Mainboards und dort in der ACPI-Tabelle „MSDM“. Wenn Windows auf einem solchen PC feststellt, dass es nicht aktiviert ist, sucht es an dieser Stelle nach einem passenden Schlüssel. Wird es fündig, verwendet es ihn und aktiviert sich damit automatisch. Eine Onlineverbindung ist dennoch erforderlich, denn auch bei dieser Form der Aktivierung nimmt Windows mit Microsofts Servern Kontakt auf.

… oder telefonisch

Die telefonische Aktivierung ist für den Fall gedacht, dass ein PC etwa aus Sicherheitsgründen nicht ans Internet angeschlossen ist und das auch unbedingt so bleiben muss. Dass Microsoft dieses Angebot allenfalls noch widerwillig macht, ist daran erkennbar, wie sehr der nötige Dialog mittlerweile versteckt ist. Unter Windows 11 öffnen Sie mit der Tastenkombination Windows+i die Einstellungen und wählen unter „System“ den Menüpunkt „Aktivierung“. Windows wird feststellen, dass kein Internetanschluss verfügbar ist. Wählen Sie „Product Key ändern“, tippen Sie einen gültigen Installationsschlüssel ein und klicken Sie auf „Jetzt aktivieren“. Das endet erwartungsgemäß mit einer Fehlermeldung, die Sie wegklicken können. Erst jetzt ist in den Einstellungen unter System/Aktivierung der Punkt „Per Telefon aktivieren“ sichtbar.

Der Aktivierungsdialog lässt sich zwar noch aufrufen, doch das nutzt nichts mehr
Der Aktivierungsdialog lässt sich zwar noch aufrufen, doch das nutzt nichts mehr

Der Aktivierungsdialog lässt sich zwar noch aufrufen, doch das nutzt nichts mehr: Beim Anruf der Nummer kommt nur eine Bandansage.

Wählen Sie aus der Länderliste Ihr Heimatland, doch Achtung: Die chaotisch anmutende Liste ist grob nach den englischsprachigen Landesnamen sortiert. Deutschland beispielsweise finden Sie unter G für Germany, Österreich unter A wie Austria, die Schweiz fehlte ganz in der Liste auf unserem Testrechner.

Nach der Auswahl des Landes wird die Telefonnummer angezeigt (für Deutschland: 0800/284 82 83). Wenn Sie die wählen, sollte Sie nun eigentlich ein Roboter automatisch durch die Aktivierung führen (bei Fehleingaben konnten Sie sogar bislang mit einem Mitarbeiter sprechen). Doch stattdessen kommt nun eine Bandsage, die sich je nach gewählter Telefonnummer zwar unterscheidet, aber stets nur aufs Internet verweist.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://support.microsoft.com/
[2] https://support.microsoft.com/de-de/windows/produktaktivierung-f%C3%BCr-windows-online-und-supporttelefonnummern-35f6a805-1259-88b4-f5e9-b52cccef91a0
[3] mailto:axv@ct.de

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Blockbildung auf dem Balkan: Wenn Wirtschaftsfrust zu Militärbündnissen führt

Von Luca Schäfer — 04. Januar 2026 um 14:00

Luca Schäfer

Montage der Flaggen von sechs Balkan-Ländern.

(Bild: DexonDee / Shutterstock.com)

Neue Militärbündnisse spalten die Region – doch dahinter stecken wirtschaftliche Gründe, die Brüssel unterschätzt hat.

Die Balkan-Region wird erneut zum Spielball: Ökonomische Abhängigkeiten und militärische Loyalitäten verbinden sich mit historischen Pfadabhängigkeiten auf neue Weise. Während Kroatien in Berlin Leopard-Panzer [1] zukaufte [2], schlossen sich Ungarn und Serbien im Angesicht einer kroatisch-albanisch-kosovarischen Annäherung militärisch enger zusammen [3].

Jene Militärallianzen sind letztlich Ausdruck tieferliegender ökonomischer Disparitäten. Ist die EU-Integration gescheitert?

Zwei Seiten einer Medaille

Während die Brüsseler Bürokratie die Sanktionen gegen das Kosovo aufhebt [4], blockiert Budapest zeitgleich EU-Absichtserklärungen, die eine Erweiterung des Staatenbündnisses deklarieren sollten [5]. Diese einzelne Episode belegt eindrücklich, dass von der oft beschworenen Einigkeit keine Rede sein kann.

Zwar ist die Europäische Union mit rund 83 Milliarden Euro Umsatz im Warenhandel (2024) der größte Faktor im Westbalkan [6], doch besitzt die Region traditionell enge Verbindungen zu Russland, zur Türkei sowie spätestens seit der BRI-Offerte [7] auch zur Volksrepublik China [8].

Die Tür, die die Europäische Union mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, Armutsmigration in die EU und einseitig-positiven wirtschaftlichen Abhängigkeiten öffnete, wird genutzt. Im "europäischen Vorhof [9]" betreibt Russland eine Politik, die, ergänzt um Infrastruktur-Kreditangebote [10] aus China, eine Alternative darstellt. So verblieben Belgrad [11] und die prorussische bosnische Republik Srpska nach 2022 aufseiten Moskaus.

Teile und herrsche

Dabei sind die Lebensverhältnisse zwischen dem serbischen Niš und der kroatischen Hauptstadt Zagreb kaum vergleichbar. Brüssel hat die unterschiedliche Behandlung Kroatiens mit entsprechenden Auswirkungen in das ethnische Gemisch der umkämpften Region eingebracht.

Nach der langwierigen Aufnahme Kroatiens [12] in die EU im Jahr 2013 – die eine dauerhafte Westbindung eines ehemaligen Teils Jugoslawiens bedeutete – bot die Union ihre ökonomischen Skaleneffekte für die kroatische Wirtschaft an.

Zwar sollte Kroatien auch heute nicht als Land, in dem Milch und Honig fließen, missverstanden werden – immerhin schrumpfte die Bevölkerung des Landes [13] seit 2011 um bedenkliche zehn Prozent [14], doch kletterte das BIP pro Kopf von 61 Prozent auf über 77 Prozent des EU-Durchschnitts.

Für die positive Wahrnehmung der EU-Mitgliedschaft war ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit von zwischenzeitlich 17 auf unter vier Prozent sicherlich förderlich [15]. Dieser wurde jedoch durch EU-Exporte, Fördergelder und eine vertiefte Integration in das Schengen-Euro-System ermöglicht.

Während demgegenüber in Bosnien jeder zehnte Jugendliche keine Arbeit findet [16], lag das durchschnittliche serbische Nettoeinkommen bei rund 920 Euro [17] (Kroatien: 1470 Euro).

Sonderfall Ungarn

Diese Konstellation mag erklären, warum sich Serbien Moskau annähert: Brüssel bietet schlichtweg kaum Attraktivität an. Für Ungarn trägt jenes Konzept nicht. Schließlich ist Budapest bereits seit 2003 Mitglied der EU und profitiert von umverteilten Subventionen. Dennoch ist eine strategisch-autonome Ausrichtung der ungarischen Eliten erkennbar.

Dies speist sich aus einem Dreiklang: Neben den engen und nach wie vor bestehenden ungarischen Energieverbindungen gen Moskau [18] spielen die ideologische Haltung der regierenden Partei, die sich durch Nationalismus, Sozialkonservativismus und Staatskontrolle auszeichnet und stark von liberalen EU-Werten abweicht, sowie die Strukturprobleme der ungarischen Wirtschaft selbst eine Rolle.

Letzteres erscheint erklärungsbedürftig: Im ungarischen Diskurs ist die dominante, deutsche Stellung im Profitsystem der Union – im Unterschied zum deutschen Diskurs – omnipräsent. Niedrige heimische Wertschöpfungsquoten [19], gepaart mit eingefrorenen EU-Mitteln (aufgrund von Rechtsstreitigkeiten um Rechtsstaatlichkeit [20]) und Konkurrenznachteilen gegenüber der deutschen Exportwirtschaft ohne die Chance auf einen Zollschutz lassen die Kritik der ungarischen Polit-Elite ökonomisch fundiert erscheinen.

Im Unterschied zu Kroatien, welches mit seinem aktuellen Platz zufriedener zu sein scheint, wollen die ungarischen Eliten mehr.

EU-Erweiterung auf US-Gebiet

In den medialen Debatten stehen in der Regel nur die diskutierten EU-Mitgliedschaften der Ukraine und Moldaus im Fokus, da sie aufgrund des Kriegs in der Ukraine geografisch zentral erscheinen.

Doch auch die leise geführten Verhandlungen um eine Erweiterung um Kosovo und Albanien sind beachtenswert. Das Kosovo ist ein von den USA unterstütztes Miniaturland, dessen Existenz auf Nato-Partnerprogrammen basiert.

Auch Albanien ist ein EU-Beitrittskandidat, jedoch bereits Nato-Mitglied. Die Eliten des Landes verfolgen in ihrer Mehrzahl eine dem Westen und der EU zugewandte Außenpolitik, die stark an eine EU-Nato-Integration gebunden ist, da diese aus ihrer Sicht wirtschaftliche Stabilität, sicherheitspolitischen Schutz und eine klare Absage an russisch-chinesische Offerten garantiert.

Insbesondere Washington wird in den kommenden fünf Jahren planmäßig seine militärische Präsenz im Kosovo und in Albanien ausbauen [21] und den Aufbau einer eigenen kosovarischen Armee forcieren.

Beide Maßnahmen zementieren langfristig – notfalls unter Einsatz militärischer Gewalt – die Bindung an den Westen, die in beiden Staaten aufgrund der herrschenden Armut kaum ökonomisch untermauert wurde.

Russische Gretchenfrage

Hinter den strategischen Überlegungen des Westens steht das entscheidende Ziel der Eindämmung russischer militärischer und ökonomischer Einflüsse. Ob und wie sich dies durch das amerikanische Friedensangebot in der Ukraine zuungunsten der EU verschieben mag, muss die Zeit zeigen.

Aktuell entstehen ökonomische Frontstellungen, die sich zu militärischen Blockkonfrontationen ausbauen: Ungarn, Serbien und Russland einerseits sowie Kroatien, Albanien, der Kosovo und Deutschland sowie die USA andererseits. Während die eine Achse gegen Russland gerichtete Sanktionen ablehnt und weiterhin an wirtschaftlichen (Energie-)Beziehungen festhalten möchte, strebt die andere Seite ein Decoupling an.

Während Brüssel eine vertiefte EU-Integration anstrebt, ohne dabei attraktive wirtschaftliche Angebote vorlegen zu können, erhalten Budapest und Belgrad sich politische, kulturelle, diplomatische und wirtschaftliche Kanäle nach Moskau.

Als Konfliktpotenzial dienen neben dem Kosovo hauptsächlich die Zuspitzungen um die Republik Srpska, die vorangetriebenen militärischen Abkommen (wie die "Joint Declaration on Defense Cooperation" zwischen Albanien, Kroatien und dem Kosovo) sowie ethnische Spannungen.

Quo vadis, EU?

Wenn Serbien und vor allem Ungarn (die Haltung der Slowakei ist fraglich) ihre geopolitisch eigenständigen Wege fortsetzen, könnte dies zu einer stärkeren wirtschaftlichen Fragmentierung im Osten Europas führen.

Dies würde Integrationsimpulse abschwächen und vermehrt politische Spannungen sowie Zentrifugalkräfte (vergleichbar mit dem Brexit) heraufbeschwören. Insgesamt ist eine wirtschaftliche Angleichung als Kernidee eines friedlichen Zusammenlebens in Europa – mit Ausnahme von Kroatien – an strukturellen Hindernissen und divergierenden Interessen gescheitert.

Eine Symbiose aus ökonomischer Attraktivität und sicherheitspolitischem Angebot in einem gemeinsamen europäischen Haus muss angesichts von Herausforderungen wie ungleicher Exportüberschüsse, mangelnder Ausgleichshilfen, wirtschaftlicher Schwierigkeiten, ausbleibender Finanzhilfen, Strukturschwächen und stockender Reformdialoge in Kombination mit einer schwerfälligen Bürokratie eine Chimäre bleiben.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Europas-teure-Panzer-Traeume-Im-Drohnenkrieg-zerschlagen-10336725.html
[2] https://de.euronews.com/2025/12/12/kroatien-kauft-deutsche-leopard-panzer
[3] https://www.dw.com/de/neue-milit%C3%A4rallianzen-auf-dem-westbalkan/a-72171602
[4] https://www.reuters.com/world/eu-lift-sanctions-kosovo-release-financial-aid-von-der-leyen-says-2025-12-18/
[5] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/politik_ausland_nt/article69416aba11416590a630d01e/wegen-ukraine-ungarn-blockiert-erklaerung-zu-eu-erweiterung.html
[6] https://www.consilium.europa.eu/de/topics/western-balkans/
[7] https://www.swp-berlin.org/10.18449/2023A41/
[8] https://www.heise.de/tp/article/China-Auf-dem-Weg-zur-technologischen-Grossmacht-9545339.html
[9] https://www.oiip.ac.at/cms/media/kurzanalyse-russland-am-westbalkan.pdf
[10] https://www.heise.de/tp/article/Eisenbahn-als-Waffe-Wie-China-und-Indien-die-Geopolitik-umspuren-10640607.html
[11] https://www.reservistenverband.de/magazin-die-reserve/zwischen-eu-und-russland-auf-wessen-seite-steht-serbien/
[12] https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/158164/kroatiens-weg-in-die-eu/
[13] https://www.heise.de/tp/article/Kommt-der-demografische-Winter-9853767.html
[14] https://kurier.at/mehr-platz/kroatien-verschwindet-so-wenig-einwohner-hatte-das-land-seit-1948-nicht/401873996#:~:text=Mehr%20Platz-,%22Kroatien%20verschwindet%22:%20So%20wenig%20Einwohner%20hatte,das%20Land%20seit%201948%20nicht&text=Kroatiens%20Bev%C3%B6lkerung%20schrumpfte%20seit%202011,das%20Land%20fast%20400.000%20Menschen.
[15] https://economy-finance.ec.europa.eu/economic-surveillance-eu-member-states/country-pages/croatia/economic-forecast-croatia_en
[16] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/384118/umfrage/arbeitslosenquote-in-bosnien-und-herzegowina/
[17] https://www.bmz.de/de/laender/serbien/soziale-situation-16318
[18] https://apnews.com/article/hungary-russia-energy-orban-putin-ukraine-70306716b21715d890c63a9db65ac3d8
[19] https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-031-94009-5_3
[20] https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/sustainable-governance-indicators-sgi/ungarn-unter-viktor-orban
[21] https://www.balkanweb.com/en/shba-planifikon-forcimin-e-infrastruktures-ushtarake-ne-shqiperi-dhe-kosove/#gsc.tab=0

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Bio und Fair: Warum nachhaltiger Kaffee die bessere Wahl ist

Von Susanne Aigner — 04. Januar 2026 um 13:20

Susanne Aigner

Drei Kaffe-Tassen mit Aufdrucken für Röstung, Fair-Trade und Gesundheit

Klassische Kaffeesorten könnten bald verschwinden. Doch es gibt Alternativen, die Klima und Geschmack gleichermaßen zugutekommen.

Kaffee ist für viele Menschen nicht aus dem Alltag wegzudenken. Eine Tasse Kaffee hilft uns morgens wach zu werden. Mit Kaffee geht es weiter am Arbeitsplatz und nach dem Mittagessen. Laut dem Deutschen Kaffeeverband wurden 2024 hierzulande im Schnitt 163 Liter pro Kopf [1] getrunken. Das entspricht einem Pro-Kopf-Konsum von etwa 2,2 Tassen pro Tag.

Koffein ist eine stickstoffhaltige Verbindung, die auch in Teeblättern und Kakaobohnen enthalten ist. Über den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf aufgenommen, wirkt es etwa 15 bis 30 Minuten nach der Aufnahme [2]. Unter anderem führt es dazu, dass der Körper mehr Urin produziert.

Koffein wirkt zwar anregend, doch nicht bei allen Menschen gleich stark. Daher ist es schwierig, eine allgemeine Empfehlung für den Kaffeekonsum zu geben, zumal eine Tasse zwischen 30 und 175 Milligramm Koffein enthalten kann.

Als obere Grenze für den täglichen Koffein-Konsum gelten 400 Milligramm [3] – das entspricht etwa vier bis fünf Tassen Kaffee. Schwangere und Stillende allerdings sollten nicht mehr als 200 Milligramm Koffein pro Tag zu sich nehmen. Kinder und Jugendliche sollten nicht mehr als drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen.

Einer Studie [4] von 2020 zufolge schadet der moderate Kaffeekonsum bis maximal sechs Tassen Filterkaffee am Tag keineswegs.

Vorsicht bei konzentriertem Koffeinpulver!

Kaffee scheint dem Herzen selbst bei erhöhtem Konsum nicht zu schaden, wie eine britische Studie [5] nachwies. Dafür kann er wegen einer Vielzahl von bioaktiven Substanzen vor Lebererkrankungen schützen, darüber hinaus vor bestimmten Krebsarten wie Prostatakrebs, Leber-, Nieren- und Hautkrebs.

Bei Darmkrebs scheint zusätzlich entkoffeinierter Kaffee das Risiko einer fortschreitenden Erkrankung zu verringern. Hoch konzentriertes Koffeinpulver jedoch kann bereits in geringen Mengen schwere Vergiftungen hervorrufen [6], warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Manche Sportler nehmen das frei verkäufliche Produkt zwecks Leistungssteigerung [7] ein.

Acrylamid im Kaffee erhöht das Krebsrisiko

Die Bohnen enthalten zudem Acrylamid, ein Nebenprodukt des Röstvorgangs. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kann der chemische Stoff das Krebsrisiko bei Verbrauchern und Verbraucherinnen erhöhen. Ein weiterer Schadstoff in geröstetem Kaffee ist Furan, der langfristig die Leber schädigen kann. Hohe Furandosen erzeugten in Tierversuchen sogar Krebs.

In einem Test mit verschiedenen Kaffeesorten bewertete Öko-Test die Acrylamid-Gehalte in dreizehn Produkten als "erhöht". Für den Test [8] hatte das Team 20 Produkte mit gemahlenem Kaffee absatzstarker Marken aus (Bio-)Supermärkten und Discountern gekauft.

Deutsche Kaffeetrinker bevorzugen gemahlenen Filterkaffee

Denn der bietet – verglichen mit direkt aufgebrühtem Bohnenextrakt – gesundheitliche Vorteile. So haben einer schwedischen Studie [9] zufolge Menschen, die pro Tag zwei bis drei Tassen Filterkaffee trinken, ein um 60 Prozent niedrigeres Risiko für Diabetes Typ 2 [10] als jene, die weniger als eine Tasse Filterkaffee tranken.

Brühkaffee enthält Diterpene [11], die den Cholesterinspiegel erhöhen können. Diese werden beim Filterkaffee herausgefiltert, zudem sind organische Verbindungen wie Phenole [12] stärker ausgeprägt.

Wer spät am Abend Kaffee trinkt, dessen Gehirn bleibt auch im Schlaf aktiver

Um ihren Schlaf nicht zu gefährden, sollten besonders empfindliche Menschen nicht zu spät Kaffee trinken. In einer neueren Studie untersuchten Wissenschaftler die Gehirnströme von 40 Erwachsenen, die jeweils drei und eine Stunde vor dem Schlafengehen Koffein-Kapseln eingenommen hatten. Besonders aktiv waren die Gehirne der jüngeren Generation.

Bei älteren Menschen hingegen fiel die Koffeinwirkung geringer aus. Der wach machende Effekt zeigt sich überhaupt nur, wenn vorher ein Schlafdefizit vorlag, betont der Neurowissenschaftler David Elmenhorst vom Forschungszentrum Jülich. Bei Personen, die über einen längeren Zeitraum ausreichend schlafen, zeige Koffein in nur wenigen Studien überhaupt eine Wirkung [13].

Cold Brew Coffee – besser als eine heiße Tasse Kaffee im Sommer?

Mit kaltem Wasser aufgegosser Kaffee ist eine beliebte Alternative zu Eiskaffee. Er lässt sich ohne Energieaufwand herstellen und macht genauso wach wie heißer Kaffee [14]. Angeblich soll er mehr Antioxidantien, weniger Säuren und weniger unerwünschte Bitterstoffe im Vergleich zu normalem Kaffee enthalten. Dabei wird das Kaffeepulver über mehrere Stunden oder Tage in kaltes Wasser gegeben. So werden andere Röststoffe aus dem Kaffee herausgelöst als beim heißen Aufkochen.

Allerdings belegte eine Studie [15] bereits 2018, dass kalt gebrühter Kaffee nur unwesentlich weniger Säure enthält. Bei den Antioxidantien, die für die günstige gesundheitliche Wirkung verantwortlich sein sollen, schneidet dieser sogar schlechter ab als heiß zubereiteter Filterkaffee.

Treiber für Kaffeepreise: Logistikprobleme, hohe Nachfrage und Klimawandel

Um fast ein Viertel teurer [16] war der Kaffee im vergangenen August im Vergleich zum Vorjahr. Für diesen Preisanstieg kamen in diesem Jahr mehrere Faktoren zusammen: Zum einen nimmt die Nachfrage nach Kaffee [17] weltweit stetig zu. Zum Anderen gab es in den vergangenen Monaten teilweise Probleme mit hohen Transportkosten und Hafenstaus.

Kaffee wird vor allem entlang des Äquators im sogenannten Kaffeegürtel [18] angebaut. Denn da herrscht feucht-tropisches und subtropisches Klima. Bio-Bohnen stammen aus Peru, Nicaragua, Brasilien, Honduras, Costa Rica, El Salvador, Tansania, Äthiopien, Uganda, Kolumbien, Mexiko, Papua Neu Guinea sowie aus Kerala. Allesamt Länder in Äquator-Nähe.

Die Folgen des Klimawandels sind in den Anbaugebieten deutlich zu spüren: Trockenphasen, Frost, Stürme und Überschwemmungen fördern Pflanzenkrankheiten, Bodenerosion und die Auswaschung von Nährstoffen ins Grundwasser.

Von den 124 bisher bekannten Kaffeearten, die wild vorkommen, werden aktuell nur zwei Arten in großem Stil kommerziell genutzt: Coffea Arabica, ein Hochlandkaffee, der mild und zugleich aromatisch schmeckt und etwas weniger Koffein enthält als die zweite Sorte – Coffea Robusta.

Anbau gelingt nur noch mit anpassungsfähigen Sorten

Coffea Arabica reagiert besonders sensibel auf Veränderungen bei der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. So grassierte im vergangenen Jahr in Brasilien eine starke Dürre [19], ähnlich wie in Ostafrika, während sich in Vietnam die Regenzeiten verschoben. Werde der Kaffee überall gleichzeitig geerntet, habe dies starke Auswirkungen auf den Preis, betont der Agrarwissenschaftler Christoph Gornott vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Coffea Robusta hingegen ist zwar weniger empfindlich, doch allein schmeckt die Sorte zu herb. Schon jetzt ist der Anbau in verschiedenen Regionen Brasiliens und Äthiopiens bedroht. Weite Teile der Anbauflächen könnten dort bis 2050 für den Kaffeeanbau nicht mehr nutzbar [20] sein.

Die hochwüchsige Art Liberica wird zwar bisher selten angebaut [21], doch sie ist resistent gegenüber Nematoden, die die Wurzeln schädigen, und zugleich immun gegenüber Kaffeerost, der häufig zu Ernteausfällen in Mittelamerika führt. Mit all diesen Eigenschaften würde sie mit dem Klimawandel vermutlich besser zurechtkommen.

Verzicht auf synthetischen Dünger und Pestizide nützt Klima und Umwelt

Im Anbau werden pro Tasse Kaffee ungefähr 140 Liter Wasser verbraucht. Zumeist werden erhebliche Mengen an Dünger und Pestizide eingesetzt. Oft wird Regenwald für Plantagen gerodet. Beim Genuss von Filterkaffee verursacht jede Tasse bereits ohne Milch zwischen 50 und 100 Gramm Kohlendioxid [22].

Laut einer Studie [23] von 2020 können weniger Dünger und Pestizide und nachhaltigere Transportwege die Kohlendioxidemissionen bei der Kaffee-Produktion um 77 Prozent reduzieren. In Ostafrika etwa gibt es häufig kleinbäuerliche Strukturen, die innerhalb von bestehenden Wäldern Kaffeebäume anpflanzten und den Kaffee dann verkauften.

Bio-Kaffee in Mischkultur dient der Vielfalt und schützt vor Erosion

Viele Bio-Kaffeeplantagen liegen über tausend Meter hoch. Hier reifen die Kaffeekirschen länger als in tieferen Regionen und sind vielfältiger im Geschmack. Die Pflanzen wachsen gemeinsam mit Bananen, Zitrusfrüchten, Mangos und Avocados. Im Schatten der Bäume bleiben die Kaffeekirschen vor Hitze und Starkregen geschützt. Mit dem Laub werden die Bäume gedüngt. Das wirkt Bodenerosion und Austrocknung entgegen. Die ausgereiften Kaffeekirschen werden von Hand geerntet und sorgfältig verarbeitet.

In seltenen Fällen wird auch Kaffee aus Wildsammlung genutzt. Jedes Land und jede Region bringt einen ganz eigenen Geschmack hervor. Kaffeespezialitäten mit Bohnen aus einer einzigen Region werden als "Single-Origin" bezeichnet. Meist kommt ein Blend – eine Mischung aus Bohnen verschiedener Herkunftsländer – in die Tüte.

Wo "Bio" draufsteht, ist meist auch "Fair" drin

Bio-Röstereien kaufen ihre rohen Kaffeebohnen zu fairen Preisen direkt bei einzelnen Bauern oder von Bio-Kooperativen, in denen sich viele Kaffeebauern zusammenschließen. Diese erhalten einen festen Preis für die Kaffee-Ernte.

Dieser liegt überwiegend über dem Weltmarktpreis. Zudem erhalten sie einen Bio-Aufschlag für den Anbau ohne Pestizide und synthetische Düngemittel. Die Zusammenarbeit ist immer auf langfristige Handelsbeziehungen angelegt.

Verschiedene Siegel kennzeichnen Faire Bio-Kaffees [24]: Etwa das Hand-in-Hand-Label [25] von Rapunzel, dem Naturland Fair-Siegel [26], Fair-Plus [27] von Gepa und dem Fair-Trade-Label [28] erkennen und viele andere Bio-Kaffees aus dem Bio-Laden, hinter dem faire Partnerschaften stehen.

Wer die Anbau-Kooperativen direkt unterstützen will, schließt sich in einer Gemeinschaft an, die den Kaffee direkt bei den Kaffee-Anbauern bestellt, wie zum Beispiel Teikei [29]: Die Initiative lässt die Kaffeebohnen mit dem Segelboot direkt aus Mexiko nach Hamburg transportieren, wo sie von Freiwilligen ausgeladen werden.

Mithilfe des Segelschiffs werden Verschmutzungen der Ozeane durch Schweröl und Lärm vermieden. Ein Ziel ist unter anderem, die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren.

Der Artikel erschien auf Telepolis zuerst am 01. Oktober 2025.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.kaffeeverband.de/de/presse/Deutscher-Kaffeemarkt-2024
[2] https://utopia.de/ratgeber/wie-viel-kaffee-ist-noch-gesund-diese-hoechstmenge-solltest-du-nicht-ueberschreiten_740236/
[3] https://www.telepolis.de/features/Wie-sich-abendlicher-Kaffeekonsum-auf-unseren-Schlaf-auswirkt-10423867.html
[4] https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMra1816604
[5] https://www.qmul.ac.uk/media/news/2019/smd/coffee-not-as-bad-for-heart-and-circulatory-system-as-previously-thought.html
[6] https://www.bfr.bund.de/cm/343/hochkonzentriertes-koffein-pulver-kann-bereits-in-geringen-mengen-schwere-vergiftungen-hervorrufen.pdf
[7] https://www.telepolis.de/features/Koffeinpulver-Wenn-der-Wachmacher-zur-Lebensgefahr-wird-9984104.html
[8] https://www.oekotest.de/essen-trinken/Gemahlener-Kaffee-im-Test-Krebsverdaechtige-Schadstoffe-gefunden_12205_1.html
[9] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/joim.13009
[10] https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Diabetes-Typ-2-Symptome-Ursachen-und-Behandlung,diabetes196.html
[11] https://www.spektrum.de/lexikon/biochemie/diterpene/1747
[12] https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Phenole
[13] https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/kaffee-mythen-100.html
[14] https://utopia.de/ratgeber/cold-brew-kaffee-rezept-zum-selbermachen_56518/
[15] https://www.nature.com/articles/s41598-018-34392-w
[16] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/verbraucherpreise-august-warenkorb-100.html
[17] https://apps.fas.usda.gov/psdonline/circulars/coffee.pdf
[18] https://schrotundkorn.de/essen/bio-kaffee#wie-wird-kaffee-angebaut
[19] https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-duerre-100.html
[20] https://schrotundkorn.de/essen/instant-kaffee#kaffee-von-der-bohne-in-die-tasse
[21] https://www.coffee-consulate.com/blog/liberica
[22] https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/kaffee-mythen-100.html
[23] https://rgs-ibg.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/geo2.96
[24] https://schrotundkorn.de/essen/was-fairtrade-kaffee-kostet
[25] https://www.rapunzel.de/fairtrade-hand-in-hand.html
[26] https://www.naturland.de/de/naturland/wofuer-wir-stehen/fair.html
[27] https://utopia.de/siegel/gepa/
[28] https://www.fairtrade.net/de-de/Was-ist-Fairtrade/der-fairtrade-ansatz/Fairtrade-Siegel.html
[29] https://www.teikeicoffee.org/projekt/

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Existenzielle Gefahren: Warum Europa eine neue Friedenspolitik braucht

Von Rolf Bader — 04. Januar 2026 um 13:00

Rolf Bader

2026, auf der Null eine Taube, in der Null die EU-Sterne

Europa braucht Rohstoffe aus dem Süden – doch die bisherige Strategie zur Sicherung des Zugangs könnte in die Katastrophe führen.

Ausgangspunkt der Überlegungen sind die existenziellen Gefahren, der sich die Menschheit heute ausgesetzt sieht. Anzuführen wären im Einzelnen:

  • Weltweit besitzen die Atomwaffenstaaten knapp 12300 Atomwaffen. Es gibt keine Gewähr dafür, dass diese Waffen bei einem Versagen der Abschreckung nicht zum Einsatz kommen werden.
  • Der unbegrenzte Rüstungswettlauf, der Kriege in diesem totalen Zerstörungsausmaß erst möglich macht, der lebenswichtige Ressourcen aufbraucht und der die Volkswirtschaften stark belastet.
  • Die grenzenlose, expansive Machtpolitik, die einen allgemeinen Atomkrieg auslösen könnte.
  • Die weltweite Umweltzerstörung und der grenzenlose Raubbau an der Natur.
  • Die Ressourcenabhängigkeit der westlichen Industriestaaten, die militärische Interventions- und Expansionspolitik erfordert.
  • Die ungleiche Verteilung von Lebenschancen zwischen Staaten des Südens und dem Norden ist Ursache von Spannungen und gewaltsamen Konflikten. Ungleiche Handelsströme und wachsender Protektionismus sind die Indizien der schwelenden Strukturkrise der heutigen Weltwirtschaft.

Gerade bei der globalen Betrachtung der Friedensfrage wird deutlich, dass Militär nicht im eigentlichen Sinn verteidigungspolitisch sondern machtpolitisch eingesetzt wird.[1] Es geht in erster Linie um die Wahrung oder Durchsetzung eigener Interessen. Dies wird besonders deutlich bei den bestehenden wirtschaftspolitischen Abhängigkeiten der westlichen Industriestaaten von Rohstoffen aus den Ländern des Südens.

Der materielle Wohlstand in den Industrieländern wäre undenkbar ohne die ungestörte Zulieferung wichtiger Rohstoffe. Der ungehinderte Zugang zu den Rohstoffquellen bildet die Grundlage für den unbegrenzten Konsum und den Wohlstand in den reichen Industrieländern.

Europa wäre heute nicht mehr in der Lage, längere Zeit ohne die lebenswichtigen mineralischen Rohstoffe wie Mangan, Chrom oder Kobalt, nebst den ebenso wichtigen Erdölimporten aus den Opec-Ländern, auszukommen. Bei einer Störung dieser Rohstoffzuführung müsste schon nach kurzer Zeit mit erheblichen Konsequenzen für die eigene Wirtschaft gerechnet werden. Massenarbeitslosigkeit, ja sogar Stillstand in den tragenden Produktionszweigen wären zu erwarten.

Es ist in naher Zukunft nicht von einer Änderung der wirtschafts-politischen Abhängigkeiten auszugehen

Der heutige Wirtschaftskreislauf wird sich erst nach einer weltweiten Erschöpfung wichtiger Rohstoffe wieder regionalisieren müssen. Die Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen und die Erschließung alternativer Energien sind noch längst nicht soweit fortgeschritten, als dass in den nächsten Dekaden mit einer stärkeren europäischen Regionalisierung der Rohstoffwiederverwertung gerechnet werden könnte. Auch mit einer Änderung unseres auf kontinuierlichem Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsverhaltens ist nicht zu rechnen.

Mit welcher Strategie wäre folglich der freie Warenaustausch auf den Märkten Europas und der Welt sowie der störungsfreie Zugang zu den Rohstoffquellen zu sichern?

Durch wachsende militärische Präsenz und durch die Androhung militärischer Gewalt oder durch das Bemühen um politische Kooperation mit den Ländern, die uns den Zugang zu ihren Rohstoffen ermöglichen?

Durch verstärkten Rüstungsexport in die Länder des "Globalen Südens" oder durch eine Entwicklungsförderung, die zu mehr sozialer Gerechtigkeit führt?

Europas Chancen für Kooperation mit dem "Globalen Süden"

Gegenüber dem militärischen Kräftemessen könnte sich Europa abgrenzen und als Vorreiter andere Wege beschreiten. Allein die Wirtschaftskraft reicht aus, um über eine verstärkte Kooperation eigene Interessen einbringen zu können. Eine solche Kooperation wäre auf ein weltweites militärisches Engagement nicht angewiesen. Hier bedürfte es gemeinsamer europäischer Initiativen, die von der Bundesrepublik gefördert und initiiert werden sollten.

Schritte zu einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit, ausgerichtet an der Gleichwertigkeit der Handelspartner, sollten von Deutschland angebahnt werden.

Auf jeden Fall wäre es für Europa wichtig, sich nicht am konfrontativen Machtkonflikt zwischen den USA, China und Russland zu beteiligen.

Vielmehr sollte ein eigenes Profil einer kooperativen Weltpolitik zum Tragen kommen. Maßstab dieser von Europa ausgehenden friedlichen Weltpolitik wäre das Kriterium der politischen Stabilität, d.h. die Herstellung und Wahrung stabiler wirtschaftlicher und sozialer Verhältnisse in allen Regionen der Erde. Europa könnte zur Abwendung objektiv vorhandener Gefahren beitragen. Eine elementare Aufgabe wäre dabei, in Kooperation mit dem "Globalen Süden" die Zerstörung unserer gemeinsamen Lebensgrundlagen abzuwenden.

Die heutigen Umweltprobleme sind weitestgehend auf eine grenzenlose Industrialisierung und auf eine zur individuellen Gewinnmaximierung entartete Wachstumspolitik der Industrieländer zurückzuführen. Umweltkosten sind in der gewinnorientierten Preiskalkulation prinzipiell nicht enthalten, da die entstehenden Umweltschäden auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden.[2]

Der größte Teil der Umweltprobleme des Globalen Südens, sind auf die Folgen des Klimawandels zurückzuführen. Verursacher ist überwiegend der Globale Norden. Um den Klimawandel eindämmen zu können, müsste eine weltweite Dekarbonisierung erreicht werden. Eine Mammutaufgabe, die die Staatenwelt nur gemeinsam lösen kann. Die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens wäre dringend notwendig, wird aber wohl nicht realisierbar sein.

Strukturen der Weltwirtschaft und die Dominanz des Nordens

Die ungleiche Verteilung von Lebenschancen zwischen Staaten des Nordens und des Südens ist Ursache von Spannungen und gewaltsamen Konflikten. Ungleiche Handelsströme und wachsender Protektionismus sind die Indizien einer schwelenden Strukturkrise der heutigen Weltwirtschaft.

In dieser Situation sollte Europa verstärkt auf Kooperation und wirtschaftspolitische Zusammenarbeit setzen. Der Abbau des Handelsprotektionismus sollte dabei Zielrichtung sein, um die Exportmöglichkeiten der Länder des Südens zu verbessern. Auch hier wird deutlich, welche wichtigen Impulse Europa geben könnte, um mehr Gerechtigkeit im Welthandel anzustreben.

Marshall-Plan für gleiche und gerechte Lebenschancen

Diese Initiative könnte von der Europäischen Union ausgehen. Es würde sich sehr schnell zeigen, dass zwischen Nord und Süd stärkere wirtschaftliche und politischen Bindungen entstünden Ein »Marshall-Plan« hätte zum Ziel, zu einer dauerhaften und tragfähigen Kooperation beizutragen. Es ginge hierbei nicht um Wachstum um jeden Preis sondern um eine Wirtschaftsweise, die die gesellschaftliche, kulturelle, soziale und regionale Lebenswelt miteinbezöge.

Nicht eine Kopie westeuropäischen Wachstums getragen von Großtechnologie und grenzenloser Industrialisierung wäre das Ziel, sondern eine Entwicklung, die im Einklang mit der Umwelt die Industrie und die regionale Landwirtschaft gleichermaßen fördert. Dieser Steuerungsprozess wäre auch in den Industrieländern des Nordens notwendig.

Es droht eine weltweite Hunger- und Schuldenkrise

Der aktuelle Welthungerindex weist aus, dass über 730 Millionen Menschen weltweit an Hunger leiden. Besonders betroffen sei in Afrika die Region südlich der Sahara. Bewaffnete Konflikte erhöhten das Risiko für Hungerkrisen. 148 Millionen Kinder litten an Wachstumsverzögerung, 45 Millionen an Auszehrung und fast 5 Millionen Kinder sterben vor dem 5. Lebensjahr, so die Zahlen der Welthungerhilfe.

Ein großes Problem ist die wachsende Schuldenkrise, die die ärmsten Länder belaste. Deshalb ist es eine vordringliche Aufgabe, eine kurzfristige Liquidität wiederherzustellen. Die Länder des globalen Südens sind nach wie vor in den Entscheidungsgremien der Wirtschafts- und Finanzinstitutionen unterrepräsentiert, für die Finanzierung nachhaltiger Entwicklung fehlen Billionen. NGOs und die Zivilgesellschaft fordern deshalb die Aussetzung des Schuldendienstes für die ärmsten Länder des Südens.

Der Marshall-Plan könnte die kurzfristige Liquidität wieder herstellen und darüber hinaus zu einer Reduzierung bzw. Aussetzung des Schuldendienstes beitragen. Das wäre eine Verpflichtung und Verantwortung, der sich die Staaten der EU aus der Bürde ihrer kolonialen Vergangenheit stellen müssten. Auch Deutschland wäre gefordert, sich gebührend einzubringen. Ein Marshall-Plan für Afrika würde auch das verlorengegangene Ansehen des Westens im Globalen Süden wieder stärken.

Bei Vereinbarungen mit Afrika sollte Europa nicht einseitig seine wirtschaftlichen Interessen durchsetzen, sondern als Partner auftreten. Afrikas Bemühungen um mehr Mitsprache in der UNO, im Besonderen für einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat unterstützen.[3]

Weltweiter Hilfsappell der Vereinten Nationen

In einem weltweiten Hilfsappell haben die Vereinten Nationen die 193 Mitgliedsstaaten der UNO aufgerufen, ihren Beitrag zur Rettung von Millionen Menschenleben zu leisten. In 2026 würden 28 Milliarden Euro benötigt, um 135 Millionen Menschen in unmittelbarer Not zu versorgen. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher appellierte [1] an die Weltgemeinschaft, sich solidarisch zu zeigen und sich an der dringend gebotenen Hilfe für Millionen notleidender Menschen, vor allem Frauen und Kinder zu beteiligen.

Es drohe eine Flüchtlingskatastrophe [2], wenn die dringend notwendige Hilfe in 2026 ausbleibe, so der UN-Nothilfekoordinator in New York.

"Wir fordern nur etwas mehr als ein Prozent dessen, was die Welt derzeit für Waffen und Verteidigung ausgibt", so der UN-Koordinator Tom Fletscher in New York. Die Welt solle weniger für Verteidigung und mehr für humanitäre Hilfe ausgeben.

USA kürzen humanitäre Hilfe dramatisch!

Ganz aktuell meldete CBS-News, dass die USA Zusagen für humanitäre Hilfe [3] der Vereinten Nationen erheblich kürzen werden. Anstelle der jährlichen 17 Milliarden US-Dollar würden nur noch 2 Milliarden finanziert. Die Regierung von Präsident Trump forderte die Vereinten Nationen auf, sich in einer Zeit neuer finanzieller Realitäten anzupassen und zu schrumpfen. Das Geld sei ein kleiner Bruchteil dessen, was die USA in der Vergangenheit beigetragen hätten.

Ein eindringliches Signal an die Staaten Europas, Verantwortung zu übernehmen und Hilfsgelder in größerem Umfang als bisher bereitzustellen. Wenn notwendig, Haushaltsmittel umzuschichten und dafür zu sorgen, dass die Vereinten Nationen in die Lage versetzt werden, Millionen notleidender Menschen im Globalen Süden, vor allem in Afrika helfen zu können.

Atomwaffen: Rüstungskontrolle und Abrüstung gehören wieder auf die Agenda

Die Strategie der atomaren Abschreckung ist weder politisch noch technisch stabil ist. Die Folgen dieser Strategie sind Krisenanfälligkeit, Konfrontation, und Ressourcenverschwendung. Auf der politischen Handlungsebene ist der Preis dieser Sicherheit eine ständige gefährliche Grenzsituation, deren Überschreiten katastrophale Folgen für die Menschheit hätte.

Der INF-Vertrag zwischen den USA und Russland ist gekündigt, obwohl er auf unbeschränkte Dauer geschlossen wurde. Gekündigt sind auch die Verträge der beiden Staaten über die Begrenzung der Raketenabwehr (ABM) und über den "Offenen Himmel" (Open Skies). Der New-Start-Vertrag über die strategischen Atom-Potentiale läuft Anfang 2026 aus.

Der umfassende Atomteststoppvertrag (CTBT) ist noch nicht in Kraft getreten. Rüstungskontrollverhandlungen sind ausgesetzt und finden zwischen den Atomwaffenstaaten aktuell nicht statt.

Weltweit besitzen die Atomwaffenstaaten knapp 13.000 Atomwaffen. Es gibt keine Gewähr dafür, dass diese Waffen bei einem Versagen der Abschreckung nicht zum Einsatz kämen. Wir stehen heute in einer politischen Grenzsituation, bei der wir uns keine entscheidenden Fehler mehr leisten dürfen. Bei einem Versagen kämen Zerstörungspotentiale zum Einsatz, die das Leben auf unserer Erde auslöschen würden. Es stellt sich die berechtigte Frage, wann unsere Gnadenfrist abgelaufen ist.

Ein Atomkrieg könne nicht gewonnen werden und dürfe niemals geführt werden. Das Zitat stammt nicht aus der Friedensbewegung sondern aus einer gemeinsamen Erklärung der Atomwaffenstaaten USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich vom Januar 2022.

Der Atomwaffensperrvertrag fordert Abrüstung

Der Vertrag trat 1970 in Kraft und regelt die Nichtverbreitung von Atomwaffen. Gründerstaaten waren die USA, die Sowjetunion und Großbritannien. 1992 kamen China und Frankreich hinzu. Derzeit haben 193 Staaten den Vertrag unterzeichnet. Die Atomwaffenstaaten Indien, Pakistan, Israel und Nord Korea (einseitiger Rücktritt 2003) gehören dem Vertrag nicht (mehr) an.

Der Vertrag verpflichtet die Unterzeichnerstaaten, über die vollständige Abschaffung ihrer Atomwaffen zu verhandeln. Im Gegenzug verzichten die Unterzeichnerstaaten, die nicht im Besitz von Atomwaffen sind, auf deren Erwerb. Der NPT gilt als einer der wichtigsten Rüstungskontrollverträge.[4]

Deshalb wäre es notwendig, den Rüstungskontrollprozess wieder anzustoßen und die Atomwaffenstaaten zur Verhandlungsbereitschaft zu bewegen. Es wäre Aufgabe des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, dies initiativ zu befördern.

Der Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen (AVV)

Der Vertrag trat am 22.01.2021 in Kraft. Inzwischen haben ihn weltweit 70 Staaten ratifiziert. Der Vertrag untersagt allen Unterzeichnerstaaten, Atomwaffen zu entwickeln, herzustellen, zu lagern und zu testen. Auch die Weiterverbreitung von Atomtechnologie ist verboten. Die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen schließen sich damit aus.

Der Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen weist den Weg zu einer atomwaffenfreien Welt. Biologische Waffen sind seit 1975, chemische Waffen seit 1997 völkerrechtlich verboten. Das gilt nun endlich auch für Atomwaffen. Der Verbotsvertrag wird in den kommenden Jahren immer mehr an Gewicht gewinnen und weltweit Staaten zur Unterzeichnung veranlassen.

Diese Entwicklung wird sich auch nicht über Einflussnahme der Atomwaffenstaaten aufhalten lassen. Vielmehr wird der Druck auf diese wachsen, endlich die im Atomwaffensperrvertrag eingegangenen Verpflichtungen einzulösen.

Eine neue Friedensordnung für Europa

Auf dem Sondergipfel der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) wurde am 21. November 1990 die Charta von Paris verabschiedet und unterzeichnet. Das Ziel des Dokuments war und ist die Schaffung einer neuen Friedensordnung in Europa nach dem Ende des Kalten Krieges und der Teilung Europas. Diese Charta gilt es wiederzubeleben und mit diplomatischem Geschick zu unterfüttern.

Das Fundament und das Dach der neuen Friedensordnung für Europa wäre die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die aus der ehemaligen KSZE hervorging. Sie ist leider seit 1995 wegen der Dominanz der Nato weitgehend unwirksam geworden. Mit einer Wiederbelebung der OSZE ließe sich eine dauerhafte Friedensordnung für Europa einrichten.

Das Fundament könnte das Konzept der "Gemeinsamen Sicherheit der Palme-Kommission von 1982, das der Ausgangspunkt für die erfolgreiche Entspannungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr war, dienen. Vielleicht gelingt es in 2026, den verlustreichen Ukraine-Krieg zu beenden und eine Friedenslösung herbeizuführen, die tragfähig wäre und Gespräche über Rüstungskontrolle anbahnen könnte.

In seiner Weihnachtsbotschaft geißelte Papst Leo XIV. mit deutlichen Worten die Sinnlosigkeit von Kriegen und beklagte das Schicksal junger Menschen, die zum Kriegsdienst gezwungen würden und an der Front die Sinnlosigkeit dessen erkennen, was von ihnen verlangt würde. Auch die Lügen, von denen die großspurigen Reden derer, die sie in den Tod schicken würden, trieften. Des Weiteren wies der Papst auf die wirtschaftliche Ungleichheit in der Welt und auf die ausbeuterischen Tendenz eines ungezügelten Kapitalismus und die fortschreitende Zerstörung des Planeten Erde hin.[5]

Initiative der EU für einen Friedensrat der UNO

"Den Bedürfnissen des Globalen Südens käme ein Instrument entgegen, das bereits mehrere Organisationen der Friedens- und Konfliktforschung und das jährliche Friedensgutachten angeregt haben: Ein UN-Friedensrat.

Er könnte helfen, Blockaden des Sicherheitsrats zu brechen. Staat militärisch für Frieden und Sicherheit zu sorgen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wäre sein Ziel, Gewalt frühzeitig zu verhindern: durch Konfliktanalyse, Mediation, Einbindung regionaler Akteure unnd Förderung ziviler Lösungen", so der Vorschlag des ehemaligen UN-Botschafters Martin Kobler.[6]

Im Globalen Süden träfe diese Idee auf offene Ohren, weil ein Friedensrat regionale Perspektiven und zivilgesellschaftliche Stimmen stärker einbezöge und Prävention statt Intervention priorisiere. Die Europäische Union solle sich verstärkt für diese Idee eines Friedensrates bei den Vereinten Nationen einsetzen. Die derzeitige Präsidentin der UN-Generalversammlung, die ehemalige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock, könnte diesen Vorschlag in die Generalversammlung einbringen und einen Beschluss auf den Weg bringen.

Der Friedensnobelpreis als Mahnung und Vision

2012 wurde die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die EU und ihre Vorgänger hätten über sechs Jahrzehnte zur Förderung von Frieden und Versöhnung beigetragen. Seit 1945 sei diese Versöhnung Wirklichkeit geworden.

"Das Norwegische Nobelkomitee wünscht den Blick auf das zu lenken, was es als wichtigste Errungenschaft der EU sieht: den erfolgreichen Kampf für Frieden und Versöhnung und für Demokratie sowie die Menschenrechte; die stabilisierende Rolle der EU bei der Verwandlung Europas von einem Kontinent der Kriege zu einem des Friedens", so das norwegische Nobelkomitee [4] in seiner Begründung.

Die EU hätte die Chance, auf dieser Grundlage eine Vision für eine Zukunft zu entwickeln. Wenn sie es schafft, nicht in ihre alte Geschichte zurückzukehren[7]:

"Landkrieg um Territorium, Nationalismus, Aufrüstung. Deutschland will wieder Militärgerät im großen Stil produzieren und Armeedienst schmackhaft machen oder zur Pflicht erheben. Dafür mag es angesichts der russischen Aggression Gründe geben. Aber auch hier steht eine gestrige Welt wieder auf."

Daniel Marwecki

Literatur

[1] C.F. von Weizsäcker, "Wege in der Gefahr", München 1976, S. 140 - 152

[2] Stephan Lessenich, "Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis", Berlin 20163]

[3] Martin Kobler, Weltenbeben, EuropaVerlag 2025, S. 284

[4] Jakob Knape, Der Nichtverbreitungsvertrag, IPPNW-Forum Sept. 2024, S. 29

[5] Süddeutsche Zeitung v. 27./28.12.2025

[6] s. Nr. 3, S. 108/109

[7] Daniel Marwecki, "Die Welt nach dem Westen", Ch.Links Verlag 2025, S. 254

Rolf Bader, geb. 1950, Diplom-Pädagoge, ehem. Offizier der Bundeswehr, ehem. Geschäftsführer der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte:innen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte:innen in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW).


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11127493

Links in diesem Artikel:
[1] https://news.un.org/en/story/2025/06/1164421
[2] https://www.heise.de/tp/article/Humanitaere-Hilfe-Die-Welt-brennt-Deutschland-kuerzt-10488927.html
[3] http://www.cbsnews.com/news/us-un-humanitarian-aid-funding-slahs/
[4] https://www.tagesschau.de/ausland/friedensnobelpreis-eu-ts-102.html

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Fingerabdrücke und Gesichtsbilder: USA wollen Zugriff auf Millionen europäischer Polizeidaten

Von Matthias Monroy — 04. Januar 2026 um 15:20
Die USA fordern direkten Zugriff auf europäische Polizeidatenbanken mit Biometriedaten – nicht nur von Reisenden. Die EU-Kommission soll verhandeln.
Die USA wollen Zugriff auf Biometriedaten. Betroffen wären alle Personen, deren Daten im Zuständigkeitsbereich von Grenz- und Polizeibehörden der USA verarbeitet werden (Bild: Samitinjay V from Pixabay)
Die USA wollen Zugriff auf Biometriedaten. Betroffen wären alle Personen, deren Daten im Zuständigkeitsbereich von Grenz- und Polizeibehörden der USA verarbeitet werden Bild: Samitinjay V from Pixabay / Pixabay License

Die US-Regierung verlangt von allen Teilnehmern ihres Visa-Waiver-Programms den Abschluss einer Enhanced Border Security Partnership. Das Programm ermöglicht Bürgern aus derzeit mehr als 40 Ländern, darunter 24 der 27 EU-Mitgliedstaaten, eine visafreie Einreise in die USA für bis zu 90 Tage. Künftig soll diese Erleichterung jedoch an weitreichende neue Bedingungen geknüpft werden: Die USA fordern direkten Zugriff auf nationale Polizeidatenbanken mit biometrischen Informationen wie Fingerabdrücken und Gesichtsbildern.

Betroffen wären nicht nur Reisende, sondern grundsätzlich alle Personen, deren Daten im Zuständigkeitsbereich von Grenz- und Polizeibehörden der USA verarbeitet werden – von Passkontrollen bis hin zu Abschiebungs- und Aufenthaltsbeendigungsverfahren. Weigern sich Staaten, diese "Grenzpartnerschaft" einzugehen, sollen sie aus dem Visa-Waiver -Programm ausgeschlossen werden.

Da es sich bei der Enhanced Border Security Partnership (EBSP) formal um eine neue Bedingung des Visumsregimes handelt, sehen die EU-Institutionen die Zuständigkeit bei der Europäischen Kommission. Kurz vor Weihnachten 2025 erteilten ihr die Mitgliedstaaten im Rat das Mandat , mit den USA über ein EU-weites Rahmenabkommen zu verhandeln.

Es soll Grundlinien für die US-Datenabfrage festlegen, während die konkreten technischen, rechtlichen und organisatorischen Details anschließend in bilateralen Umsetzungsabkommen mit den USA und einzelnen Mitgliedstaaten geregelt werden müssten. Wie das mit EU-Datenschutzrecht in Einklang zu bringen ist, ist noch unklar.

Direkter Datenzugang ist ein Novum

Die Forderung der USA ist in dieser Form beispiellos. Selbst innerhalb der Europäischen Union existiert kein System, das Polizeien anderer Mitgliedstaaten einen unmittelbaren Zugriff auf nationale Datenbanken erlaubt.

Der Austausch vertraulicher Informationen erfolgt bislang nach dem sogenannten Treffer/Kein-Treffer-Prinzip: Zunächst wird lediglich abgefragt, ob ein Datensatz vorhanden ist; erst danach kann unter engen rechtlichen Voraussetzungen eine Übermittlung beantragt werden. Dieses Verfahren gilt etwa im Rahmen des Prüm-Vertrags , der bislang Fingerabdrücke und DNA-Profile umfasst und derzeit auch auf Gesichtsbilder ausgeweitet wird.

Die EBSP würde dieses Prinzip grundlegend verändern. Demnach sollen US-Behörden automatisierten Zugriff auf biometrische Daten sowie auf polizeiliche Informationen zur Migrations- und Kriminalhistorie erhalten. In Deutschland allein könnten davon Gesichtsbilder von fast 6 Millionen Menschen sowie Fingerabdrücke in ähnlicher Größenordnung betroffen sein, die im polizeilichen Informationssystem Inpol gespeichert sind.

Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Strafverfolgungsdaten von polizeilichen Verdächtigen. Etwa die Hälfte der erfassten Personen sind erkennungsdienstlich behandelte Asylsuchende oder ausreisepflichtige Personen.

Bislang schloss nach öffentlich bestätigten Informationen bereits Bahrain ein solches Abkommen ab. Laut Angaben des US-Heimatschutzministeriums umfasst es den "automatisierten" Austausch biometrischer Daten zur Bekämpfung von Terrorismus, organisierter Kriminalität sowie Drogen- und Migrantenschmuggel.

Wie ein solches Konstrukt mit dem europäischen Datenschutzrecht vereinbar sein soll, ist unklar. Bestehende Regelungen wie das EU-US-Polizeirahmenabkommen greifen nicht, da dieses ausschließlich klassische Strafverfolgung betrifft, nicht für Grenzbelange gilt und keinen direkten Datenbankzugriff vorsieht. Auch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt hohe Anforderungen an Zweckbindung, Verhältnismäßigkeit und Rechtsschutz.

Auch der Europäische Datenschutzbeauftragte Wojciech Wiewiórowski beschäftigte sich im Sommer mit der US-Forderung – und sieht darin offenbar kein grundsätzliches Problem. In einer Stellungnahme fordert Wiewiórowski aber eine umfassende Folgenabschätzung, eine strikte Beschränkung auf Grenz- und Einreisevorgänge, den Ausschluss von Massenzugriffen sowie effektive Transparenz- und Rechtsschutzmechanismen. Ob diese Anforderungen in den Verhandlungen durchgesetzt werden können, ist offen.

Ausweitung biometrischer Kontrolle in den USA

Zusätzliche Brisanz erhält die Forderung nach einer Enhanced Border Security Partnership durch die Entwicklung in den USA selbst. Dort bauen Grenz- und Einwanderungsbehörden den Einsatz biometrischer Überwachung unter der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump massiv aus . Gesichtserkennung, mobile Erfassungsgeräte und datengetriebene Fahndungssysteme werden nicht nur an Flughäfen, sondern vermehrt auch im Landesinneren eingesetzt.

Insbesondere die Einwanderungsbehörde ICE nutzt biometrische Daten bei brutalen Razzien, Festnahmen und Abschiebungen. Unter Trump wird dieser Apparat weiter ausgebaut. Der direkte Zugriff auf europäische Polizeidaten könnte diese Praxis verstärken – gegenüber Asylsuchenden und Migrantinnen und Migranten, deren biometrische Daten in europäischen Systemen gespeichert sind, aber auch gegenüber politischen Gegnern wie etwa der europäischen Antifa-Bewegung.

Die EU-Mitgliedstaaten müssen nun entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen sie das Rahmenabkommen unterzeichnen wollen, um den visafreien Reiseverkehr im Rahmen des Visa-Waiver-Programms fortzuführen. Die von den USA gesetzte Frist endet am 31. Dezember 2026.

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E-Lkw: Tesla Semi lädt mit 1,2 Megawatt

Von Andreas Donath — 04. Januar 2026 um 14:46
Tesla zeigt erstmals detailliert, wie der elektrische Semi-Lkw mit einer Rekordleistung von 1,2 Megawatt lädt.
Tesla Semi am Supercharger (Bild: Tesla/X)
Tesla Semi am Supercharger Bild: Tesla/X

Über Jahre hinweg blieb unklar, wie schnell der Tesla Semi tatsächlich laden kann. Obwohl Unternehmen wie Pepsico bereits Fahrzeuge im Einsatz haben, fehlten konkrete Daten zur Ladeleistung. Tesla hatte versprochen, dass der Lkw in 30 Minuten 70 Prozent seiner Reichweite nachladen können soll, wie Electrek berichtet .

Bei einer geschätzten Batteriekapazität von 800 bis 900 kWh und einer Reichweite von 500 Meilen (ungefähr 800 Kilometer) erfordert dies deutlich höhere Leistungswerte als bei herkömmlichen Elektroautos. Die aktuellen Supercharger für Pkw liefern in Nordamerika typischerweise 250 kW oder 350 kW.

Das vom offiziellen Tesla-Semi-Account veröffentlichte Video zeigt Ingenieure, die eine Ladesitzung überwachen. Die Anzeige steigt dabei auf einen Spitzenwert von 1.206 kW. Diese Leistung entspricht den Angaben, die Tesla für seine neuen V4-Ladestationen gemacht hat.

Technische Herausforderungen der Hochleistungsladung

Die V4-Ladestationen sind für Fahrzeugarchitekturen zwischen 400 und 1.000 Volt ausgelegt. Während sie für Pkw wie den Cybertruck bis zu 500 kW liefern können, erreichen sie beim Semi die 1,2 MW. Das Video lässt allerdings offen, bei welchem Ladestand diese Leistung erreicht wird.

Die eigentliche Herausforderung liegt darin, diese hohe Leistung ohne Überhitzung des Akkus oder der Kabel aufrechtzuerhalten. Das flüssigkeitsgekühlte Ladekabel und der Stecker scheinen diese Aufgabe zu bewältigen. Bei 1,2 MW werden pro Minute etwa 20 kWh Energie übertragen.

Ausgehend von einer Akkukapazität von rund 850 kWh wäre theoretisch eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in weniger als 45 Minuten möglich. Dies setzt voraus, dass die Ladekurve nicht zu stark abflacht.

Serienproduktion ab 2026 geplant

Tesla bereitet derzeit die Serienproduktion des Semi in der Gigafactory Nevada vor. Der Produktionsstart ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant, die Hochlaufphase soll in der zweiten Jahreshälfte folgen.

Die Skepsis gegenüber elektrischen Lkw liegt weniger auf der Antriebsleistung als auf den Standzeiten. Diesel-Lkw können in etwa 15 Minuten betankt werden. Elektrische Fahrzeuge mit mehreren Stunden Ladezeit würden für viele Logistikunternehmen wirtschaftlich nicht funktionieren.

Mit 1,2 MW Ladeleistung könnte sich diese Rechnung ändern. Fahrer in den USA müssen nach acht Stunden Fahrt eine 30-minütige Pause einlegen. In dieser Zeit ließen sich bei entsprechender Ladeleistung mehrere hundert Kilometer Reichweite nachladen. Dazu müsste es allerdings viele Ladestationen mit entsprechender Leistung geben.

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Retrogaming: SN-Operator bringt SNES-Spiele auf PC, Mac und Linux

Von David Wagner — 04. Januar 2026 um 14:12
Alte SNES-Cartridges überprüfen, sichern und spielen. Das verspricht Epilogues SN Operator, ein USB-C-Hub für Super-Nintendo -Module.
Auch die Module des Super Famicom nimmt das SN Operator auf. (Bild: Epilogue)
Auch die Module des Super Famicom nimmt das SN Operator auf. Bild: Epilogue

Mit dem GB Operator hat Epilogue schon ein erstes Gerät auf dem Markt, das Gameboy-Module unterstützt. Jetzt folgt das SN Operator , das praktisch dieselben Funktionen wie der kleine Bruder bietet, aber Cartridges vom SNES oder Super Famicom aufnimmt. Diese lassen sich dann per Software-Emulation auf dem Computer spielen.

USB-Dockingstation für SNES-Cartrdiges

Das Gerät besteht aus einer Platine, dem Modulschacht und transparentem Plastik, was einen gewissen Retrocharme verleiht. Eine eingesteckte Cartridge wird hier nicht per Hardware emuliert, sondern die Spieldateien darauf für Software zugänglich gemacht. Dafür hat Epilogue den eigenen Emulator Playback im Angebot, den es für Windows, Linux und Mac gibt. Andere Emulatoren sollen ebenfalls unterstützt werden.

Das SN Operator unterstützt alle Module des SNES und Super Famicom, auch die später erschienenen Cartridges mit Erweiterungschips. Das Gerät spielt PAL- und NTSC-Module ab.

Savegames speichern, auch ohne Batterie

Außerdem ist es mit Playback und dem SN Operator möglich, Spielstände auszulesen und zu sichern. Diese wurden früher auf dem SNES direkt auf dem Modul gespeichert. Die dafür eingebauten Batterien sind in vielen Fällen allerdings inzwischen ausgefallen. Auch die Spieldateien lassen sich direkt auf dem Rechner speichern und damit digital archivieren oder für spätere Emulation verwenden.

Playback ist auch für das Steam Deck im Desktop-Modus verfügbar. Hier lässt sich das SN Operator per USB-C an den Handheld anschließen, um SNES-Spiele direkt darauf spielen zu können.

Sammlung auf Echtheit überprüfen

Ein Feature ist spezifisch auf Sammler zugeschnitten. Das SN Operator bietet eine eingebaute Echtheitsüberprüfung der eingesteckten Module. So sollen sich Fälschungen in der eigenen Sammlung leicht erkennen lassen.

Das SN Operator kostet 71,39 US-Dollar, was etwa 61 Euro entspricht. Dazu kommen Steuern und Versandkosten. Epilogue lieferte das Gerät auch nach Deutschland, allerdings war das Gerät schon kurz nach Verkaufsstart am 30. Dezember bereits nicht mehr lieferbar. Interessierte können sich eine Benachrichtigung zusenden lassen, wenn das SN Operator wieder verfügbar ist.

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Zeitvertreib, Wettstreit, Ritual: Zur Geschichte des Brettspiels

Von Uwe Kerkow — 04. Januar 2026 um 08:00

Uwe Kerkow

Griechische Vase, auf der zwei Männer beim brettspiel und eine Göttin abgebildet sind

Griechen beim Brettspiel

(Bild: Achim Wagner, shutterstock)

Können uns die Regeln längst vergessener Brettspiele Einblicke in antike Denkweisen geben? Warum spielen wir? Und gibt es eine Evolution menschlichen Spielens?

Seit Jahrtausenden spielen Menschen auf Brettern und mit Würfeln und Spielfiguren. Die Rekonstruktion der Regeln vergessener Brettspiele kann uns tief in die Gedankenwelt unserer Vorfahren eintauchen lassen.

Vor einigen Jahren entdeckten [1] Archäologen bei der Ausgrabung des 5000 Jahre alten Grabhügels von Basur Höyük im Südosten der Türkei einen Schatz von 49 winzigen Steinfiguren: Schweine, Hunde, Pyramiden und Säulen, alle kunstvoll geschnitzt und bemalt.

Wie der New Scientist berichtet [2], ist es bisher allerdings nur in wenigen Fällen gelungen, die Spielregeln antiker Brettspiele zu rekonstruieren und so Einblicke in das Leben der Menschen zu bekommen, die damit gespielt haben.

Die Steinfiguren sehen zwar wie Spielfiguren aus, aber die Forscher versuchen immer noch, herauszufinden, wie man damit gespielt haben könnte. Ein Grund, warum die Figuren aus Basur Höyük vielleicht für immer ein Rätsel bleiben werden, ist, dass kein dazugehöriges Spielbrett gefunden wurde.

Brettspiele der Jungsteinzeit

Über Senet [3], ein Spiel, das die Ägypter bereits vor 5500 Jahren spielten, wissen wir dagegen bedeutend mehr – dank Brettern, die in verschiedenen Gräbern ausgegraben wurden, sowie religiösen Texten, die indirekt auf das Spiel Bezug nehmen.

Senet bestand aus 30 Feldern, die in drei Reihen angeordnet waren. Zwei Spieler versuchten mit Hilfe von Wurfstäben als Würfel, ihre Figuren ins Ziel zu bringen. Dabei setzten sie wohl auch Blockadestrategien ein, die an Backgammon erinnern.

Laut Peter Piccione vom College of Charleston in South Carolina zeigt [4] Senet, wie die alten Ägypter über das Jenseits dachten. Im Laufe seiner 3000-jährigen Geschichte als Ägyptens Lieblingsspiel wurde das Spiel zunehmend mit religiösen Vorstellungen verknüpft.

Das Urteil der Götter beeinflussen

Auf Spielbrettern aus jüngerer Zeit repräsentierte jedes Feld verschiedene Stationen auf der Reise ins Jenseits, was darauf hindeutet, dass das Spiel auch eine rituelle Aktivität war Piccione argumentiert sogar, dass die Spielweise von Senet zeigt, dass die Ägypter glaubten, das Urteil der Götter über ihre Seelen noch zu Lebzeiten beeinflussen zu können.

Auch der Kontext, in dem antike Brettspiele gespielt wurden, kann aufschlussreich sein. Wenn etwa zwei Gruppen von Menschen verschiedene Sprachen sprechen, sind Brettspiele ein hervorragendes Mittel, um sie einander näherzubringen. Und öffentlich gespielte Brettspiele brachten Menschen zusammen, die sonst nichts miteinander zu tun hätten.

Spiele könnten also schon seit dem Neolithikum das soziale Miteinander erleichtert haben. Doch sind sich sicher, dass Brettspiele viel älter sind, als die Archäologen belegen können. Denn sie wurden größtenteils aus vergänglichen Materialien wie Holz hergestellt. Und auch heute noch spielen Menschen nötigenfalls auf Brettern, die sie in den Boden gekratzt haben.

Vieldimensionaler sozialer Nutzen

Was also macht Brettspiele besonders? Sie haben keinen wirtschaftlichen Nutzen. Und doch hält ihre Faszination bis heute an.

Anthropologen denken, dass es mit unserer Fähigkeit zu tun hat, unsere Aufmerksamkeit gemeinsam auf etwas ganz Bestimmtes auszurichten. Die Freude darüber, dass auch die anderen mit dem gleichen Gegenstand beschäftigt sind, tut ein Übriges und schafft überdies Gemeinsamkeit.

Ein weiterer zentraler sozialer Aspekt des Brettspiels erwächst aus der Möglichkeit, dass wir Menschen uns beim Spiel in sicherer und abstrakter Weise mit anderen messen, das Gegenüber durch dessen Spielverhalten kennenlernen und uns dabei auch noch selbst testen können. Geistestraining und Konzentrationsübungen sind weitere bedeutende Aspekte [5].

„Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr“, soll der griechische Philosoph Platon gesagt haben. Schließlich bieten Brettspiele eine Ablenkung vom Alltäglichen, eine Möglichkeit zum Zeitvertreib.

Die Evolution menschlicher Spiele

Trotz großer Unterschiede zwischen den Kulturkreisen gibt es eine Evolution menschlicher Spiele hin zu mehr Denksport, Komplexität und kognitiver Herausforderung. Dieser Trend wird angetrieben durch Bildung, Technologie und ein verändertes gesellschaftliches Ideal. „Komplexe Gesellschaften benötigen komplexe Spiele“, schreibt [6] das Institut für Ludologie der Fachhochschule für angewandte Wissenschaften in Berlin.

Doch diese Entwicklung verlaufe nicht "weg vom Glücksspiel", sondern parallel dazu. Denn die menschliche Liebe zum Zufall und zum schnellen Gewinn ist zu tief verwurzelt, um einfach zu verschwinden. Die Spielelandschaft wurde im Laufe der Jahrtausende immer vielfältiger. Sie bietet ganz selbstverständlich sowohl die schnelle Befriedigung des Glücksspiels als auch die des tief versunkenen Denkens.

Datenbanken für historische Spiele

Ludii [7] ist ein Spielsystem und gleichzeitig eine Bibliothek für Spiele der Universität Maastricht. Ludii wurde zum Spielen, Bewerten und Entwerfen von Spielen entwickelt, darunter Brett-, Karten- und Würfelspiele aber auch mathematische Spiele und mehr … Die Website bietet auch eine kostenlose Spiele-App zum Download.

Das britische Games Board [8] wird von einer Gruppe von Spielehistorikern betrieben. Die Interessen unserer Mitglieder umfassen ein breites Spektrum an Spielthemen, von Spielkarten über alte Brettspiele bis zu Ludo und Tischtennis.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.middleeasteye.net/discover/turkey-ancient-board-games-bronze-age-anatolia
[2] https://www.newscientist.com/article/mg23231041-200-how-the-rules-of-long-lost-board-games-take-us-inside-ancient-minds/
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Senet
[4] https://www.researchgate.net/publication/265434911_In_Search_of_the_Meaning_of_Senet
[5] https://www.gamespot.com/articles/new-study-reveals-the-main-reasons-people-want-to-play-games/1100-6523551/
[6] https://www.ludologie.de/spielforschung/spielwissenschaften
[7] https://ludii.games/library.php
[8] https://www.gamesboard.org.uk/

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Anzeige: IT-Jobs in Administration, Security, Führung und Entwicklung

Von Golem Karrierewelt — 04. Januar 2026 um 07:00
Von Storage-Administration im öffentlichen Dienst über IT-Security an der Universität bis zur Java-Entwicklung im E-Commerce – diese IT-Jobs bieten vielfältige Aufgaben.
Im Golem Jobmarkt finden sich aktuelle Positionen. (Bild: Golem)
Im Golem Jobmarkt finden sich aktuelle Positionen. Bild: Golem

Der Betrieb komplexer IT-Infrastrukturen, die Absicherung sensibler Systeme und die Entwicklung moderner Anwendungen zählen heute zu den zentralen Aufgaben vieler Organisationen. Entsprechend breit ist das Anforderungsprofil an IT-Fachkräfte – von spezialisierten Administratorinnen über Security-Expertinnen bis hin zu Teamleitungen und Softwareentwicklern.

Im Golem Jobmarkt finden sich aktuelle Positionen in Forschungseinrichtungen, öffentlichen Institutionen und technologieorientierten Unternehmen.

Sechs neue IT-Positionen im Überblick

Folgend findest du eine Auswahl an aktuellen Top-Positionen:

  • Administrator*in für den IT-Service Storage : Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin sucht Unterstützung für den Betrieb und die Weiterentwicklung großer Storage-Umgebungen. Zu den Aufgaben zählen die Administration von Block- und NAS-Systemen, SAN-Infrastrukturen sowie die Automatisierung von Prozessen im Rechenzentrum der Berliner Verwaltung.
  • IT-Sicherheits- und Logging-Spezialist*in : An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf liegt der Fokus auf IT-Sicherheit, Incident Response und zentralem Logging. Die Position verbindet Security-Architektur, Threat Hunting und die Weiterentwicklung von Logging- und Monitoring-Lösungen.
  • Teamleiter*in IT-Containerbetrieb (m/w/div) : Die Deutsche Rentenversicherung Bund bietet in Berlin eine Führungsrolle im Umfeld moderner Containerplattformen. Verantwortet werden unter anderem OpenShift- und Kubernetes-Umgebungen sowie der Aufbau und die fachliche Leitung eines spezialisierten Teams.
  • Team-Lead IT (m/w/d) : Die Wohnungsgenossenschaft Freiberg eG sucht eine fachliche Führungskraft für ihr IT-Infrastruktur-Team. Schwerpunkte sind IT-Strategie, Projektmanagement, IT-Sicherheit und der reibungslose Betrieb der Systemlandschaft.
  • Java-Backend-Entwickler / Software Developer (m/w/d) : Die LR Global Holding GmbH entwickelt digitale Lösungen für E-Commerce und Zahlungsabwicklung. Gesucht werden Java-Entwicklerinnen und -Entwickler mit Erfahrung in modernen Architekturen, APIs, Container-Technologien und agilen Entwicklungsprozessen.
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Smart-Meter-Rollout: Hunderte Betreiber verpassen offenbar gesetzliches Ziel

Von Heise — 03. Januar 2026 um 11:39

Die Stromnetzbetreiber haben das erste Etappenziel beim Smart-Meter-Rollout erreicht – allerdings nur im Mittel. Hunderten Stadtwerken drohen nun Zwangsgelder.

Der Smart-Meter-Rollout in Deutschland kommt voran, doch die Zahlen liegen weiterhin auf niedrigem Niveau. Laut den jüngsten Zahlen der Bundesnetzagentur waren zum Stichtag Ende September bundesweit insgesamt zwei Millionen „intelligente Messsysteme“ installiert, was 3,8 Prozent aller „Messlokationen“ entspricht. Ende Juni waren es 1,6 Millionen beziehungsweise 3 Prozent. [1]

Außerdem waren zu Ende September laut den offiziellen Zahlen [2] bundesweit 20,2 Prozent der sogenannten Pflichteinbaufälle erledigt. Das gesetzliche Einbauziel von 20 Prozent der Pflichtfälle bis Ende des Jahres wurde damit im Durchschnitt schon drei Monate früher erreicht. Dabei geht es um Haushalte und Firmen mit hohem Stromverbrauch oder einer „steuerbaren Verbrauchseinrichtung“ wie einer Wallbox.

Hunderte Betreiber verpassen offenbar gesetzliches Ziel

Die Fortschritte sind allerdings vor allem großen Messstellenbetreibern zu verdanken. Hunderte kleine Stadtwerke hinken weit hinterher: Bei den 600 Betreibern mit weniger als 30.000 Messlokationen lag die Einbauquote am 30.9. im Schnitt bei lediglich 8,2 Prozent der Pflichtfälle, wie die Bundesnetzagentur errechnet hat.

Hunderte Betreiber haben also vermutlich zum Jahresende das gesetzliche Ziel von 20 Prozent der Pflichtfälle in ihrem Netzgebiet verfehlt. 188 Betreiber hatten bis Ende September sogar noch kein einziges Smart Meter installiert, wie Netzagentur-Präsident Klaus Müller vor Weihnachten auf der Plattform LinkedIn schrieb [3]. Insgesamt gibt es 814 grundzuständige Messstellenbetreiber.

Die Bundesnetzagentur droht säumigen Betreibern mit Strafen: Man werde „entsprechende Aufsichtsmaßnahmen nach der Plausibilisierung der Daten zum 31.12.25 vorbereiten“, kündigte Müller an. Seine Behörde kann Zwangsgelder verhängen. „Dabei sind Zwangsgelder wiederholbar und können gesteigert werden, um das gesetzliche Verhalten zu erzwingen und durchzusetzen“, schreibt die Netzagentur auf ihrer Webseite.

Die Zahlen der Bundesnetzagentur umfassen den Smart-Meter-Rollout in Deutschland nicht vollständig, da sogenannte wettbewerbliche Messstellenbetreiber nicht zur Meldung ihrer Daten verpflichtet sind. Manche Experten gehen von höheren Zahlen aus. Aus Sicht vieler Unternehmen, zum Beispiel Anbietern dynamischer Stromtarife, läuft der Rollout allerdings trotzdem immer noch viel zu langsam. [4]


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Streit-um-Smart-Meter-Zahlen-Erfolgreicher-Rollout-oder-Stillstand-10792934.html
[2] https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/NetzzugangMesswesen/Mess-undZaehlwesen/iMSys/artikel.html
[3] https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7407758839204204544/
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Streit-um-Smart-Meter-Zahlen-Erfolgreicher-Rollout-oder-Stillstand-10792934.html
[5] https://www.heise.de/ct
[6] mailto:cwo@heise.de

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4.000 Schritte täglich – so einfach schützen Sie Ihr Herz

Von Bernd Müller — 03. Januar 2026 um 16:02

Bernd Müller

Kaffee, altes Paar und Wanderhund im Park zusammen für Outdoor-Fitness, Gesundheit oder Wellness.

(Bild: PeopleImages / Shutterstock.com)

Forscher widerlegen die 10.000-Schritte-Regel: Schon deutlich weniger Bewegung reicht aus, um das Herz messbar zu schützen.

In modernen Gesellschaften sitzen die Menschen zu viel, was sich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Kein Wunder also, dass sich in den vergangenen Jahren ein Gegentrend entwickelt hat: mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.

Viele Menschen orientieren sich dabei an der Faustregel, täglich 10.000 Schritte zu gehen. Doch woher stammt diese magische Zahl [1]? Die Antwort mag überraschen: Sie stammt aus einer Marketingkampagne einer japanischen Firma aus dem Jahr 1965. Damals brachte das Unternehmen einen Schrittzähler namens "Manpo-kei" auf den Markt, was übersetzt "10.000-Schritte-Messer" bedeutet.

Was als willkürliche Werbeaktion begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem allgemeinen Gesundheitsmantra. Dabei haben Wissenschaftler die 10.000-Schritte-Empfehlung immer wieder auf den Prüfstand gestellt – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Inzwischen ist klar, dass auch weniger Schritte pro Tag der Gesundheit zuträglich sind.

Was die aktuelle Forschung wirklich zeigt

Das hat ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Sydney Anfang dieses Jahres herausgefunden. Die Ergebnisse [2] wurden im British Journal of Sport Medicine veröffentlicht. Selbst Bewegungsmuffel können demnach den schädlichen Auswirkungen des Sitzens entgegenwirken, wenn sie insgesamt etwas mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen [3].

Das Team analysierte die Daten von 72.174 Freiwilligen der UK Biobank, die sieben Tage lang einen Beschleunigungsmesser am Handgelenk trugen. So konnten die Forscher die Anzahl der Schritte und die im Sitzen verbrachte Zeit ermitteln.

Im Durchschnitt saßen die Studienteilnehmer 10,6 Stunden am Tag. Je mehr Schritte sie gingen, unabhängig davon, wie wenig sie sich sonst bewegten, desto geringer war ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar für einen vorzeitigen Tod.

Bereits 4.000 Schritte bringen erhebliche Gesundheitsvorteile

Das Forscherteam fand heraus, dass 9.000 bis 10.000 Schritte pro Tag [4] optimal sind, um einer stark sitzenden Lebensweise entgegenzuwirken. Diese Schrittzahl senkte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 21 Prozent und das Sterberisiko um 39 Prozent.

Bemerkenswert: Unabhängig davon, wie lange die Teilnehmer saßen, zeigten sich 50 Prozent der Vorteile bereits bei etwa 4.000 bis 4.500 Schritten pro Tag.

"Jede tägliche Schrittzahl, die über dem Referenzwert von 2.200 Schritten pro Tag lag, war mit einer geringeren Sterblichkeit und einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen [5] verbunden, und zwar sowohl bei geringer als auch bei hoher Sitzdauer", schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Jeder Schritt zählt – auch für Schreibtischarbeiter

Studienleiter Matthew Ahmadi betont [6] jedoch: "Dies ist keinesfalls ein Freibrief für Menschen, die übermäßig viel Zeit im Sitzen verbringen". Dennoch sei es wichtig, die Sitzzeiten insgesamt zu reduzieren [7].

Aber, so Ahmadi, "die Studie enthält eine wichtige Botschaft für die öffentliche Gesundheit, nämlich dass jede Bewegung zählt und dass die Menschen versuchen können und sollten, die gesundheitlichen Folgen des unvermeidlichen Sitzens auszugleichen, indem sie die Anzahl ihrer täglichen Schritte erhöhen".

Büroangestellte [8] sind also nicht völlig verloren. Schon ein paar Schritte mehr am Tag [9] können einen großen Unterschied für die Gesundheit machen.

Dieser Artikel erschien erstmals auf Telepolis am 20. November 2024.


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https://www.heise.de/-10075443

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.telepolis.de/features/Kurze-Gehpausen-pushen-den-Stoffwechsel-mehr-als-langes-Durchlaufen-9987182.html
[2] https://bjsm.bmj.com/content/58/5/261
[3] https://www.heise.de/tp/article/Mit-dem-Rad-zur-Arbeit-Weniger-Fehltage-durch-Krankheit-10275648.html
[4] https://www.heise.de/tp/article/Japanisches-Gehen-Fitness-Trend-mit-Wirkung-10447162.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/Fit-trotz-Uebergewichts-Was-wirklich-zaehlt-fuer-die-Gesundheit-10247605.html
[6] https://www.sydney.edu.au/news-opinion/news/2024/03/06/around-10-000-steps-a-day-may-counteract-health-risks-of-high-se.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Die-30-Minuten-Regel-fuer-bessere-Fettverbrennung-10773666.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/Agiles-Arbeiten-und-Home-Office-Warum-der-Burnout-droht-9807171.html
[9] https://www.heise.de/tp/article/Arthrose-vorbeugen-Wie-Joggen-die-Gelenke-schuetzt-10601277.html

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Chinas Zahlungssystem: Im Schatten von SWIFT wächst CIPS

Von Uwe Kerkow — 03. Januar 2026 um 16:00

Uwe Kerkow

Ein 100-Yuan-Geldschein zusammengesetzt aus Puzzlesteinen.

(Bild: MaxZolotukhin, shutterstock)

China baut ein eigenes Zahlungssystem auf. Die einen sehen darin eine Ergänzung zu westlichen Systemen, andere ein Instrument zur Umgehung des US-Dollars.

Mit dem Cross-Border Interbank Payment System (CIPS) hat China ein Zahlungssystem geschaffen, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die People's Bank of China lancierte CIPS vor zehn Jahren, um grenzüberschreitende Transaktionen in Renminbi (RMB) abzuwickeln und die internationale Verwendung der Währung zu fördern.

Ende November 2024 trat Afrikas größte Bank, die südafrikanische Standard Bank, CIPS als direkter Teilnehmer bei. Auch die African Export-Import Bank, die First Abu Dhabi Bank und weitere Institute aus Afrika, dem Golf und Zentralasien sind dem System beigetreten. Als direkte Teilnehmer können diese Institutionen nun eigenständig grenzüberschreitende Yuan-Zahlungen abwickeln, wie die Berliner Zeitung berichtet [1].

1.600 Teilnehmer in 121 Ländern

CIPS unterscheidet [2] zwischen direkten und indirekten Teilnehmern. Direkte Teilnehmer eröffnen ein Konto bei CIPS und wickeln Nachrichten direkt über das System ab. Indirekte Teilnehmer nutzen die Dienste über direkte Teilnehmer. Mitte 2025 zählte CIPS 176 direkte und 1.514 indirekte Teilnehmer aus 121 Ländern. Das Geschäft erstreckt sich über mehr als 4.900 Bankinstitute in 189 Ländern weltweit.

Das Transaktionsvolumen von CIPS ist von umgerechnet etwa 5 Billionen im Jahr 2019 auf 24,47 Billionen US-Dollar im Jahr 2024 stark gewachsen [3]. Das entspricht einem Anstieg von 42,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Täglich wurden 2024 durchschnittlich 30.500 Transaktionen mit einem Wert von umgerechnet 90,95 Milliarden US-Dollar abgewickelt.

Komplementär zu SWIFT

Trotz des Wachstums ist CIPS deutlich kleiner als das in Belgien ansässige SWIFT-System, das von 11.000 Finanzinstituten in 200 Ländern genutzt wird. Zudem stützen sich über 80 Prozent der CIPS-Transaktionen auf den Nachrichtendienst von SWIFT. Und CIPS verwendet den SWIFT-Branchenstandard ISO 20022 für Finanznachrichten.

Agustin Carstens, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), bezeichnete [4] CIPS in einem Interview mit der South China Morning Post als "komplementär" zu SWIFT und nicht als Ersatz. "Es ist kein Wettrennen", sagte Carstens. "SWIFT deckt einige Formen von Zahlungen ab, die von verschiedenen Arten von Vermittlern initiiert werden, während andere Systeme andere abdecken könnten."

SWIFT und CIPS gründeten 2021 ein Joint Venture, an dem auch andere Tochtergesellschaften der chinesischen Zentralbank beteiligt sind. An CIPS sind auch ausländische Banken als Aktionäre beteiligt, darunter HSBC mit 3,92 Prozent, Standard Chartered mit 2,36 Prozent und die Bank of East Asia mit 1,18 Prozent.

Afrika als Testfeld

Experten sehen in den jüngsten Abkommen dennoch einen wichtigen Schritt Pekings, CIPS als Plattform für die Internationalisierung des Renminbi zu nutzen [5]. Die Anbindung an CIPS ermöglicht es vor allem afrikanischen Unternehmen, Zahlungen an chinesische Lieferanten direkt in RMB abzuwickeln.

Dies beseitigt Probleme wie Dollar-Knappheit, hohe Kosten für Korrespondenzbanken und Währungsschwankungen. Für afrikanische Länder, die oft Schwierigkeiten haben, ausreichend Fremdwährungen wie Euro oder US-Dollar zu beschaffen, bietet die Yuan-Finanzierung eine stabilere Alternative.

Der Finanzmarkt-Experte Johannes Petry sieht den Schritt als Teil eines breiteren Prozesses. "Der Anteil von RMB-denominierten Krediten im Auslandsgeschäft chinesischer Finanzinstitute hat sich zwischen 2021 und 2024 auf mehr als 40 Prozent verdoppelt", betonte [6] er gegenüber der Berliner Zeitung. Insbesondere in Schwellenländern werde der RMB zunehmend als Zahlungsmittel für Geschäfte mit chinesischen Partnern verwendet.

Abkommen mit Ägypten und Südafrika

Mit Ägypten und Südafrika hat China jüngst wegweisende Abkommen geschlossen. Die Zentralbanken Ägyptens und Chinas unterzeichneten in Kairo drei Absichtserklärungen zur Förderung der Verwendung des Yuan und zur Ausweitung der Zusammenarbeit bei elektronischen Zahlungen. Die Vereinbarungen sehen unter anderem einen Währungsswap, die Abrechnung in Landeswährungen und die Emission von Panda-Anleihen in Yuan auf dem chinesischen Markt vor.

Die Integration von CIPS in den afrikanischen Finanzmarkt ermöglicht es afrikanischen Unternehmen außerdem, die Kosten zu senken, das operationelle Risiko zu reduzieren und Verzögerungen im Zusammenhang mit Devisenkontrollen zu vermeiden.

Für viele afrikanische Unternehmen, insbesondere solche in importintensiven Branchen, stellt die Teilnahme am chinesischen Zahlungsmechanismus eine alternative Finanzierungsmöglichkeit dar, die weniger Hindernisse und einen direkteren Zugang verspricht, wie das kenianische Medienportal Weetracker berichtet [7].

Schutz vor Sanktionen

Das chinesische Zahlungssystem bietet darüber hinaus wichtigen Schutz [8]. "Zudem entzieht man sich auch der möglichen Instrumentalisierung der Dollarinfrastruktur seitens der USA", erläutert Petry. "Neben den Sanktionen gegen Russland 2022 hat auch das unberechenbare Handeln der zweiten Trump-Administration am Vertrauen in den Dollar gerüttelt."

Die US-Regierung hat zahlreiche Unternehmen und Einzelpersonen mit finanziellen Sanktionen belegt. Wer betroffen ist, wird vom SWIFT-System ausgeschlossen, kann kein Bankkonto mehr nutzen und kaum noch Zahlungen tätigen. Vor allem die Sanktionen gegen russische Banken – der Ausschluss ausgewählter Institute von SWIFT – werden als Anlass für Peking gesehen, die Expansion von CIPS zu beschleunigen.

Im März 2022 wurden sieben russische Banken von SWIFT ausgeschlossen, darunter VTB Bank, Bank Otkritie und Promsvyazbank. Im Mai schlug die Europäische Kommission vor, Russlands größte Bank Sberbank sowie die Credit Bank of Moscow und die Russian Agricultural Bank genauso zu sanktionieren. Diese zehn Banken stehen zusammengenommen für mehr als 60 Prozent des russischen Bankenmarktes.

RMB mit 2,13 Prozent Weltmarktanteil

Der Yuan liegt laut SWIFT-Daten vom Oktober 2024 mit einem Marktanteil von 2,13 Prozent an fünfter Stelle der weltweit am häufigsten genutzten Währungen für Zahlungen nach Wert. Damit liegt er vor dem kanadischen Dollar (1,75 Prozent) und dem australischen Dollar (1,33 Prozent), aber hinter dem japanischen Yen (2,95 Prozent), dem britischen Pfund (7,85 Prozent), dem Euro (34,43 Prozent) und dem US-Dollar (42,05 Prozent).

Ob CIPS langfristig zu einer echten Alternative zum US-Dollar wird, bleibt abzuwarten. Der Trend ist jedoch klar: Vor allem immer mehr afrikanische Länder, darunter auch Nigeria und Angola, erkunden oder implementieren die Verwendung der chinesischen Währung für Handels- und Finanztransaktionen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/dedollarisierung-in-afrika-groesste-bank-des-kontinents-fuehrt-chinas-swift-alternative-ein-li.10007527
[2] https://www.cips.com.cn/en/2025-07/07/article_2025070716092330204.html
[3] https://fxcintel.com/research/analysis/cips-growth-may-2025
[4] https://www.scmp.com/business/article/3202333/chinese-yuan-playing-complementary-role-interbank-settlement-cips-wont-rival-swift-says-global
[5] https://www.scmp.com/economy/china-economy/article/3168684/what-chinas-swift-equivalent-and-could-it-help-beijing-reduce
[6] https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/chinas-swift-alternative-wie-sich-afrika-von-seinen-dollar-schulden-befreit-li.10008546
[7] https://weetracker.com/2025/11/24/africa-moves-beyond-the-dollar-as-standard-bank-activates-direct-china-payment-rail/
[8] https://etosmedia.de/wirtschaft/das-alternative-zahlungssystem-chinas-gegen-swift-eine-massnahme-gegen-den-handelskrieg/

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USA greifen Venezuela an: Maduro-Entführung löst internationale Empörung aus

Von Matthias Lindner — 03. Januar 2026 um 14:10

Matthias Lindner

Flagge von USA und Venezuela auf einer Betonmauer mit Soldaten Schatten gemalt

(Bild: Tomas Ragina / Shutterstock.com)

Trump verkündet Militäraktion gegen Venezuela und Festnahme Maduros. Weltweite Kritik: Verstoß gegen Völkerrecht. Was folgt?

Die USA haben am 3. Januar 2026 Venezuela angegriffen und damit die schwerste direkte Militärintervention in Lateinamerika seit der Invasion Panamas 1989 durchgeführt.

US-Präsident Donald Trump erklärte [1] laut Reuters auf der Plattform Truth Social, die Vereinigten Staaten hätten einen "groß angelegten Angriff" gegen Venezuela und dessen Präsidenten Nicolás Maduro durchgeführt.

Maduro und seine Frau seien gefangen genommen und aus dem Land geflogen worden.

Explosionen in Caracas – Venezuela im Ausnahmezustand

In den frühen Morgenstunden erschütterten Explosionen die venezolanische Hauptstadt Caracas und weitere Regionen. Etwa 90 Minuten lang waren Detonationen, Flugzeuge und schwarzer Rauch über der Stadt zu sehen.

Bewohner filmten leuchtend orangefarbene Blitze am Himmel. Im südlichen Teil der Hauptstadt, nahe einer großen Militärbasis, fiel der Strom aus. Die venezolanische Regierung rief den nationalen Notstand aus und mobilisierte Truppen. Sie sprach von Toten unter Zivilisten und Militärangehörigen, nannte aber keine konkreten Zahlen.

Vizepräsidentin Delcy Rodríguez forderte ein Lebenszeichen von Maduro und seiner Frau. Sie erklärte, den Aufenthaltsort beider nicht zu kennen. Verteidigungsminister Vladimir Padrino verurteilte die "ausländischen Truppen" und rief zum Widerstand auf. Innenminister Diosdado Cabello forderte die Bevölkerung auf, nicht mit dem "terroristischen Feind" zu kooperieren.

Vorwürfe und Vorgeschichte der Eskalation

Die USA hatten Maduro zuvor beschuldigt, einen "Drogenstaat" zu führen und die Wahlen 2024 manipuliert zu haben. Die Opposition behauptet, diese Wahlen mit überwältigender Mehrheit gewonnen zu haben.

Maduro hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, Washington wolle die Kontrolle über Venezuelas Ölreserven übernehmen, die zu den größten weltweit zählen.

In den Monaten vor den Angriffen hatten die USA ihre Sanktionen ausgeweitet und eine "Blockade" venezolanischen Öls angestrebt.

Mehr als zwei Dutzend Angriffe auf Schiffe mit mutmaßlichem Drogenbezug wurden durchgeführt. Bombardierungen von angeblichen Drogentransportbooten kosteten laut Berichten mehr als 110 Menschen das Leben.

Viele Nationen verurteilten diese als außergerichtliche Tötungen. Die USA verstärkten ihre militärische Präsenz in der Karibik erheblich, darunter mit einem Flugzeugträger [2], Kriegsschiffen und modernen Kampfflugzeugen.

Das Vorgehen erinnert an die Monroe-Doktrin von 1823 und die "Kanonenbootdiplomatie" unter Theodore Roosevelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Internationale Empörung und Deeskalationsappelle

Die weltweiten Reaktionen fielen überwiegend kritisch aus, berichtet [3] Reuters. Russlands Außenministerium verurteilte den "bewaffneten Angriff" scharf und forderte Deeskalation sowie Dialog. Moskau unterstützte die Forderung nach einer sofortigen Sitzung des UN-Sicherheitsrats.

Chiles Präsident Gabriel Boric verurteilte die Militäraktionen und betonte das Gewaltverbot sowie die Nichteinmischung. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro äußerte Besorgnis und lehnte "jede einseitige militärische Aktion" ab.

Die frühere Kolonialmacht Spanien rief zur Deeskalation auf und bot seine "guten Dienste" für eine friedliche Lösung an. Indonesien betonte die Bedeutung von Völkerrecht [4] und UN-Charta [5].

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas verwies dagegen nicht auf das Völkerrecht. Maduro besitze keine Legitimität, erklärte sie, forderte aber zugleich Zurückhaltung und die Einhaltung der UN-Charta. Trinidad und Tobago stellte klar, sich nicht an den Operationen zu beteiligen.

Völkerrechtsverstoß ohne rechtliche Grundlage

Zahlreiche Staaten verwiesen auf fundamentale Prinzipien der UN-Charta: Gewaltverbot, Souveränität, territoriale Integrität und Nichteinmischung.

Marc Weller, Programmdirektor für Völkerrecht beim britischen Thinktank Chatham House, erklärte laut Reuters: "Das Völkerrecht verbietet die Anwendung von Gewalt als Mittel der nationalen Politik."

Ohne UN-Mandat dürfe Gewalt nur als Reaktion auf einen bewaffneten Angriff oder zur Rettung einer unmittelbar von Vernichtung bedrohten Bevölkerung eingesetzt werden. "Es ist offensichtlich, dass keine dieser Voraussetzungen durch die bewaffnete Operation gegen Venezuela erfüllt ist", so Weller.

Sogar der deutsche CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter ging auf Distanz zum Vorgehen der US-Regierung. Er erklärte, Trump zerstöre das Vertrauen in die USA und kehre zu einer Denkweise zurück, "in der das Recht der Stärke gilt, nicht das Völkerrecht".

Ungewisse Folgen für Region und Ölmärkte

Trumps Vorgehen birgt innenpolitische Risiken. Der US-Kongress hat das verfassungsmäßige Recht, Krieg zu erklären. Zudem könnte die "America first"-Basis militärische Auslandsinterventionen ablehnen.

Die Ölförderung des staatlichen Energieunternehmens PDVSA lief laut Reuters zunächst normal, zentrale Anlagen blieben unversehrt. Der Hafen La Guaira soll jedoch schwere Schäden erlitten haben. Analysten erwarten kurzfristig steigende Ölpreise wegen Versorgungsrisiken.

Russland forderte eine UN-Sicherheitsratssitzung. Aus Deutschland kam von der Linken-Abgeordneten Evelyn Schötz der Vorschlag, eine Verurteilung über die UN-Generalversammlung anzustoßen, notfalls über das Verfahren "Uniting for Peace".


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https://www.heise.de/-11127984

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reuters.com/world/americas/loud-noises-heard-venezuela-capital-southern-area-without-electricity-2026-01-03/
[2] https://www.heise.de/tp/article/US-Flugzeugtraeger-fahren-auf-Was-hinter-der-Operation-Southern-Spear-steckt-11082734.html
[3] https://www.reuters.com/world/americas/world-reacts-us-strikes-venezuela-2026-01-03/
[4] https://www.heise.de/tp/article/Von-Ukraine-bis-Gaza-Wann-verteidigen-Staaten-sich-selbst-10002070.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/UN-Reform-2025-Neue-Charta-fuer-eine-neue-Weltordnung-10231410.html

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Developer-Häppchen fürs Wochenende – Kleinere News der Woche

Von Heise — 03. Januar 2026 um 09:23
Mexikanische Häppchen

(Bild: Natalia Klenova/Shutterstock)

Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu GitHub Actions, Microsoft, Symfony, Infineon, EventMesh und Nvidia.

In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • Infineon und Flex bringen ein Entwicklungs-Kit für Zonencontroller [8] in Fahrzeugen auf den Markt. Es basiert auf wiederverwendbaren Komponenten, die rund dreißig Bauteile kombinieren. Dadurch lässt sich die Stückliste reduzieren und Entwicklungszyklen werden verkürzen.
  • Version 1.12 fügt dem EventMesh von Apache [9] eine Reihe von KI-Funktionen hinzu: Es implementiert die Protokolle A2A und MPC. Über letzteres können KI-Modelle auf Event-Status zugreifen. Hinzu kommen Verbesserungen und Bugfixes.
  • Das Python-Framework für 3D-Simulationen Warp 1.11 von Nvidia [10] führt gruppenbezogene Konstrukte und Abfragen ein, um räumliche Abfragen effizient über verschiedene, voneinander unabhängige Umgebungen auszuführen. Außerdem verbessert die neue Version die Performance des JIT-Compilers.

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [11].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11127281

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/GitHub-stoppt-Subventionierung-von-Actions-in-privaten-Repos-11117960.html
[2] https://github.blog/changelog/2026-01-01-reduced-pricing-for-github-hosted-runners-usage/
[3] https://docs.github.com/de/billing/reference/actions-runner-pricing
[4] https://devblogs.microsoft.com/dotnet/top-dotnet-blogs-posts-of-2025/
[5] https://symfony.com/blog/symfony-8-0-3-released
[6] https://api.bettercode.eu/cfp.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_api.empfehlung-ho.link.link&LPID=33456
[7] https://api.bettercode.eu/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_api.empfehlung-ho.link.link&LPID=33456
[8] https://www.infineon.com/de/market-news/2025/infatv202601-038
[9] https://eventmesh.apache.org/events/release-notes/v1.12.0/
[10] https://github.com/NVIDIA/warp/releases/tag/v1.11.0
[11] mailto:developer@heise.de?subject=Ein%20Vorschlag%20f%C3%BCr%20die%20Developer-H%C3%A4ppchen
[12] mailto:mai@heise.de

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Suchtmittelkonsum: Tech-Mitarbeiter greifen zum Nikotinbeutel

Von Michael Linden — 03. Januar 2026 um 17:49
Nikotinbeutel werden zum Bürostandard in amerikanischen Tech-Firmen. Firmen installieren Automaten, Start-ups befüllen Kühlschränke.
Tabakfreie Nikotinbeutel (Bild: Bystroushaak/Wikipedia)
Tabakfreie Nikotinbeutel Bild: Bystroushaak/Wikipedia

Nikotinbeutel haben sich in mehreren US-Tech-Unternehmen zum festen Bestandteil der Büroausstattung entwickelt. Firmen wie Palantir Technologies installieren Automaten, gefüllt mit diesen Produkten.

Die Beutel gibt es in Geschmacksrichtungen von Mango bis Espresso – und sie werden in manchen Start-ups kostenlos an Mitarbeiter ausgegeben, wie das Wall Street Journal berichtet .

Palantirs Büros in Washington D.C. verfügen dem Bericht nach über Automaten von zwei Nikotinfirmen, Lucy Nicotine und Sesh, die kostenlos Beutel an Mitarbeiter und Besucher über 21 Jahren ausgeben. Palantir übernehme die Kosten für die Bestückung dieser Spender.

Gesundheitsexperten äußern Bedenken

Forscher erkennen an, dass Nikotinbeutel weniger schädlich als Rauchen sind, da sie nicht direkt Krebs oder Lungenerkrankungen verursachen. Dr. Michael Fiore vom Center for Tobacco Research and Intervention der Universität Wisconsin warnt jedoch, dass sie neue Süchte erzeugen könnten.

"Ich vermute, dass die meisten dieser Tech-Mitarbeiter noch keine Konsumenten sind, so dass es in einer Bevölkerung, die es derzeit nicht nutzt, eine Abhängigkeit verursachen könnte" , sagte Fiore. Die Beutel könnten auch als Einstieg zu schädlicheren Nikotinprodukten wie Zigaretten dienen.

Nikotin selbst birgt Risiken , darunter erhöhter Blutdruck, der die Wahrscheinlichkeit von Herzinfarkten und Schlaganfällen steigern kann. Menschen, die süchtig würden und später versuchten, wieder mit dem Konsum aufzuhören, könnten laut Fiore unter Anhedonie leiden – der Unfähigkeit, Freude zu empfinden.

Silicon Valley zieht Nikotin-Start-ups an

Auch Risikokapital floss in die Nikotinbeutel-Industrie. Sesh sammelte im September 40 Millionen USD von 8VC ein, einer Firma, die von Palantirs Joe Lonsdale mitgegründet wurde. Jake Medwell von 8VC sagte, sein Interesse sei geweckt worden, nachdem Philip Morris 2023 den Zyn-Hersteller Swedish Match für 16 Milliarden US-Dollar übernommen habe.

Die Unternehmen berichten von zahlreichen Anfragen von Tech-Gründern über die Installation von Nikotinautomaten in ihren Büros. Coogan sagte, Diskussionen über Nikotin in Tech-Kreisen konzentrierten sich stark auf wissenschaftliche Details wie Halbwertszeit und Stoffwechsel.

Verbot in Deutschland und anderen Ländern

Zack Ganieany, ein weiterer Tech-Gründer, der Beutel in seinen Start-up-Büros anbietet, nannte die lange Halbwertszeit von Koffein als Grund, warum er in diesem Jahr auf Nikotin umgestiegen sei. Die US-Lebensmittelbehörde ließ zu , dass diese Beutel vermarktet werden dürfen, betont aber, dass dies nicht bedeute, dass sie sicher seien.

In Deutschland sind die Nikotinbeutel weder lebensmittelrechtlich noch tabakrechtlich zugelassen, in den Niederlanden ebenso wenig. Frankreich verbietet die Beutel seit dem ersten Quartal 2026.

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Apple: Macbook Air stoppt Artilleriesplitter - und läuft weiter

Von Andreas Donath — 03. Januar 2026 um 16:30
Ein ukrainischer Soldat überlebt einen Beschuss unbeschadet, weil sein Macbook Air Schrapnell abgefangen hat.
Getroffenes Macbook Air (Bild: X/Screenshot: Golem.de)
Getroffenes Macbook Air Bild: X/Screenshot: Golem.de

Der Soldat mit dem Nutzernamen @lanevychs hat auf X Bilder seines beschädigten Macbook Air M1 aus dem Jahr 2020 geteilt. Das Gerät war von Schrapnell getroffen worden, der Display und Tastatur beschädigt hatte – das Notebook funktioniert dennoch weiter.

Das Projektil durchschlug den Bildschirm, blieb aber im Gehäuse stecken. Auf den veröffentlichten Fotos sind Teile des Displays noch funktionsfähig, obwohl eine deutliche Einschlagstelle zu sehen ist. Von der Tastatur fehlt lediglich die K-Taste.

Bereits der zweite Kampfeinsatz

Möglicherweise ist dies nicht der erste Gefechtskontakt des Laptops. In Kommentaren erwähnte @lanevychs, dass er kürzlich bereits die Matrix – vermutlich Display oder Mainboard – nach einem FPV-Drohnenangriff austauschen musste.

Das Macbook Air besteht aus einer Aluminiumlegierung in Unibody-Bauweise. Apple wählte dieses Material ursprünglich für Wärmeableitung und Stabilität im Alltagsgebrauch. Das Modell von 2020 misst an der dünnsten Stelle 4 mm, am Scharnier 16 mm.

Die Aluminiumlegierung dient mehreren Zwecken: Sie fungiert als Kühlkörper für den lüfterlosen M1-Chip und schützt vor Kratzern und leichten Stößen. Die nahtlose Konstruktion erhöht die strukturelle Festigkeit.

In diesem Extremfall reichte die Materialdichte offenbar aus, um den Splitter zu stoppen. Eine professionelle Reparatur kommt für den Soldaten nicht infrage – die Kosten lägen nahe am Neupreis eines Ersatzgeräts. Sein genauer Standort in der Ukraine wurde nicht genannt.

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Neue Generation: Ukrainische KI-Drohnen zeigen verbesserte Trefferquoten

Von Andreas Donath — 03. Januar 2026 um 15:30
Nach enttäuschenden ersten Versuchen erreichen ukrainische KI-gesteuerte Kampf- Drohnen nun hohe Erfolgsraten, was den Drohnenkrieg wieder ändert.
Kamikaze-Drohne VYRIY 10 (Bild: VYRIY)
Kamikaze-Drohne VYRIY 10 Bild: VYRIY

Als ukrainische Streitkräfte Anfang 2024 erste KI-gestützte Angriffsdrohnen einsetzten, waren die Erwartungen hoch – die Ergebnisse jedoch ernüchternd. Die Systeme basierten auf kommerzieller Bilderkennungssoftware wie Yolo und liefen auf günstigen Prozessoren. Sie sollten Ziele automatisch erfassen und elektronische Störsignale umgehen können.

In der Realität versagten die Systeme jedoch regelmäßig. Die schwachen Prozessoren konnten schnell wechselnde Szenen nicht verarbeiten, bewegliche Ziele wurden nicht zuverlässig erfasst. FPV-Piloten griffen lieber zu glasfaseroptischen Verbindungen, die gegen Funkstörungen immun sind, wie Forbes berichtet .

Hundert Firmen arbeiten an der Lösung

Seit 2025 hat sich das Blatt gewendet. Rund hundert ukrainische Unternehmen arbeiten laut der Initiative Brave1 an verbesserten KI-Systemen. Einer der sichtbarsten Akteure ist The Fourth Law (TFL), das im Juli 2025 an die Öffentlichkeit trat.

Das TFL-1-Autonomiemodul kann für etwa 150 Dollar zu bestehenden FPV-Drohnen hinzugefügt werden – eine Kostensteigerung von nur 20 Prozent. Das System erfasst Ziele aus 500 Metern Entfernung. In Zusammenarbeit mit Vryiy entstand das Modell Vyriy-10-TFL-1 für 448 Dollar.

Von 10 auf 90 Prozent Trefferquote

Frühere FPV-Drohnen erreichten je nach Störsignalen, Wetter und Pilotenausbildung Trefferquoten zwischen 10 und 70 Prozent. Anfänger erzielten etwa 20 Prozent Treffer, erfahrene Piloten 70 bis 80 Prozent, heißt es bei Forbes.

Die neuen KI-Systeme erreichen nach ukrainischen Angaben Quoten um 80 Prozent. Militarnyi berichtete von über 90 Prozent beim Lupinis-10-TFL-1 Modell . Der Hersteller Auterion gab sogar an, bei frühen Einsätzen eine hundertprozentige Trefferquote erreicht zu haben.

Widerstand bei Piloten

Trotz der Erfolge gibt es Vorbehalte. Andriy Chulyk, CEO von Sine Technology, spricht von Widerständen: FPV-Piloten zögern, die Kontrolle an Maschinen abzugeben – besonders nach den negativen Erfahrungen mit frühen Systemen.

Das ePoints-System von Brave1 versucht gegenzusteuern und bietet Bonuspunkte für erfolgreiche KI-gestützte Angriffe.

Die nächste Generation

Wie Forbes berichtet, haben die Drohnensteuerungen seit Ende Oktober 2025 eine neue Benutzeroberfläche, die anzeigt, wenn eine Drohne ein Ziel erfasst hat. Die KI markiert inzwischen auch Schwachstellen an Zielen und kann menschliche Formen erkennen.

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Störungsmeldung vom 31.12.2025 17:00

Von heise online — 31. Dezember 2025 um 17:00

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
31.12.2025 17:00
Region
Bad Soden am Taunus (06196)
Provider
T-Online
Zugangsart
VDSL

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Störungsmeldung vom 03.01.2026 12:30

Von heise online — 03. Januar 2026 um 12:30

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
03.01.2026 12:30
Region
Berlin (030)
Provider
T-Online
Zugangsart
ADSL

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