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Top 10 News 2025 – Die Trends auf iX Developer: Wenig KI, viel Sicherheit

Von Heise — 27. Dezember 2025 um 16:38

(Bild: Palto/Shutterstock.com)

Das fanden unsere Leserinnen und Leser besonders interessant: Die Top-10-News 2025 standen im Zeichen von Sicherheit, Open Source, TypeScript und Delphi.

Wie jedes Jahr, wenn das Jahresende sich nähert, sind wir gespannt darauf, welche News am besten gelaufen sind und die meisten Leserinnen und Leser gefunden haben. Diese Meldungen spiegeln auch die Trends wider, welche die Developer-Szene über das Jahr hinweg bewegt haben.

Überraschenderweise war dabei ein Thema nicht so dominant, wie wir es erwartet haben, nämlich die Künstliche Intelligenz. Es gab zwar viele Meldungen und viel zu berichten darüber, aber keine hat es unter die Top 5 geschafft. Die am besten laufende KI-Meldung befasste sich mit LLM-Privatsphäre [1] und lässt sich auch dem Themenspektrum Sicherheit zuordnen.

Die meisten erfolgreichen KI-News kamen eher aus dem Rand- oder Metabereich, wie eben Sicherheit, Zukunft der Arbeit oder Firmenpolitik. In den Top 10 ist nur eine KI-Meldung aus dem Kernbereich: Mozillas LLM-API [2]. Die erste News zu Coding-Assistenten folgt auf Platz 53 mit Google Jules [3]. Vieles spricht dafür, dass dieses Thema im öffentlichen Mediendiskurs derzeit überschätzt wird.

Sicherheit und Open Source

Mit großem Abstand klar an der Spitze lagen zwei Artikel zum Thema Supply Chain Security. Das bildete klar das Hauptinteresse unserer Besucherinnen und Besucher im Jahr 2025. Sicherheitsartikel laufen auch über heise security [4] und bekommen darüber zusätzliche Aufmerksamkeit.

Wie im Vorjahr waren auch Themen rund um Open Source heiß begehrt. Diesmal hat sich der Fokus etwas auf den Aspekt der Lizenzen verschoben und speziell die damit verbundene Firmenpolitik. Viele Betreiber kehren dem reinen Open-Source-Gedanken den Rücken [5] und schränken die Nutzung mal weniger, mal aber auch schmerzhafter ein. Für viel Ärger sorgte der Schritt von Broadcom [6], die Bitnami-Images und Helm-Charts kostenpflichtig zu machen. Rumort hat es auch kräftig in der Ruby-Community [7].

TypScript [8] und Rust [9] standen als Programmiersprachen im Fokus und – ganz überraschend – Delphi [10], das 2025 seinen 30. Geburtstag feierte.

Beim Stichwort feiern: Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch und ein frohes sowie zufriedenstellendes Jahr 2026.

Platz 10: 3,1 Millionen bösartige Fake-Sterne auf GitHub entdeckt

Aufmacher Top 10
Aufmacher Top 10

(Bild: erstellt mit Dall-E durch iX)

Die begehrten Sternchen auf GitHub sollen zeigen, wie beliebt ein Projekt ist – je mehr, desto beliebter und auch seröser wirkt es. Aber dieser Eindruck könnte täuschen. Analysten von StarScout entdeckten Tausende von Fake-Accounts [11], die Millionen an Sternchen verteilten, um bestimmte Repos zu pushen. Diese dienten erwartungsgemäß fragwürdigen Zwecken wie Phishing, Game-Cheats oder Crypto-Bots. GitHub hat die Accounts zwar gelöscht, aber die Masche dürfte ähnlich wie Fake-Bewertungen beim Online-Shopping weiter zum Einsatz kommen. Als Vertrauensmerkmal dienen die Sternchen nur bedingt.

  • Datum: 3. Januar 2025
  • Kommentare: 58

Platz 9: Delphi wurde 30 Jahre alt

Aufmacher Top 9
Aufmacher Top 9

(Bild: erstellt mit Dall-E durch iX )

Diese Meldung hat mir besonders viel Spaß gemacht, denn ich habe in der Schule meine ersten Schleifen mit Pascal durchlaufen, mit großen Disketten und orangefarbener Schrift auf monochromen Monitor. Mit dem Umstieg auf Windows wechselte der Name vor dreißig Jahren [12] von Pascal zu Delphi und eine Geschichte mit Höhen und Tiefen begann. Die Sprache hat ihre Fangemeinde, insbesondere wegen der einfachen Funktionen zur Gestaltung nativer Oberflächen. Im September 2025 ist heimlich, still und leise Version 30 erschienen [13].

  • Datum: 14. Februar 2025
  • Kommentare: 243

Platz 8: TypeScript zehnmal schneller mit Go

Aufmacher Top 8
Aufmacher Top 8

(Bild: Grisha Bruev/Shutterstock.com )

Genau genommen ist nicht TypeScript an sich schneller geworden, also die Ausführung, sondern der Compiler, was bei größeren Projekten für Entwicklerinnen und Entwickler durchaus eine Erleichterung darstellt. Microsoft hat den Compiler in Go neu geschrieben [14] und die Performance damit deutlich erhöht. Die aktuelle Ausgabe von VS Code unterstützt diesen nun erstmalig als Erweiterung [15]. Einige Kompilierbeispiele zeigen den Geschwindigkeitsgewinn: Die Codebasis von VS Code mit 1,5 Millionen Zeilen benötigt etwa 7,5 statt 77,8 Sekunden auf dem Testrechner von Microsoft.

  • Datum: 12. März 2025
  • Kommentare: 65

Platz 7: Eine API für alle – Mozilla beendet LLM-Chaos

Aufmacher Top 7
Aufmacher Top 7

(Bild: Lightspring/Shutterstock.com )

Mit dem Python-Tool any-llm erleichtert Mozilla die Arbeit der Developer [16] und schafft eine einheitliche API für viele LLMs, die sich nun zentral verwalten und auswechseln lassen. Entwicklerinnen und Entwickler müssen nicht für jedes Modell einen eigenen Adapter schreiben, und sie erfahren vom Tool, wenn sich Endpunkte oder Protokolle geändert haben. Ein optionales Gateway dient dem Budget-, Key- und Mandantenmanagement. Die Liste der angebundenen Provider ist lang und umfasst lokal oder aus der Cloud Anthropic, Azure, Databricks, Deepseek, Gemini, Groq, Hugging Face, Llama, Mistral, Ollama, Perplexity, Watsonx und weitere.

  • Datum: 7. November 2025
  • Kommentare: 17

Platz 6: LLM-Betreiber sammeln umfangreich persönliche Daten und geben diese weiter

Aufmacher Top 6
Aufmacher Top 6

(Bild: Elnur/Shutterstock.com)

Die Befürchtungen von vielen KI-Anwenderinnen und -Anwendern habe sich bewahrheitet: LLM-Betreiber sammeln umfangreiche Daten [17] und nutzen diese nicht nur für ihre Zwecke, sondern geben sie auch an Dritte weiter. Am sorgfältigsten ging zum Zeitpunkt der Studie der französische Anbieter Mistral mit den Daten um, und am schlechtesten Meta – das verwundert nicht. Beim Training der Modelle gehen alle Anbieter großzügig mit persönlichen Daten um und nehmen im Prinzip, was sie kriegen können. Beim den Nutzereingaben verzichtet nur Claude gänzlich auf die Datenerhebung, eine Opt-out-Möglichkeit bieten immerhin ChatGPT, Copilot, Mistral und Grok.

  • Datum: 2. Juli 2025
  • Kommentare: 55

Platz 5: Android: Google verbietet anonyme Apps

Aufmacher Top 5
Aufmacher Top 5

(Bild: JarTee/Shutterstock.com)

Auf zertifizierten Android-Geräten sollen Anwenderinnen und Anwender keine Apps mehr installieren können [18], die von nicht verifizierten Anbietern stammen. Das Sideloading, also das Installieren jenseits des Play-Stores, soll möglich bleiben, aber nicht anonym. So hatte es Google im Sommer angekündigt. Die Verifizierung muss mit Ausweis erfolgen oder für Firmen mit einem Registernachweis. Nach Kritik machte Google inzwischen einen Teilrückzieher [19]. Erfahrene Nutzer sollen mit speziellen Sicherheitsmechanismen nicht verifizierte Apps installieren können. Ferner dürfen Hobby-Entwickler ihre Apps an einen kleinen Kreis von Nutzern verteilen.

  • Datum: 26. August 2025
  • Kommentare: 318

Platz 4: Broadcom macht Bitnami kostenpflichtig – wie reagiert Open Source?

Aufmacher Top 4
Aufmacher Top 4

(Bild: Sasime/Shutterstock.com)

Viele Open-Source-Freunde beklagen, dass immer mehr Anbieter ihre Software schwächer lizenzieren oder komplett zurückziehen [20]. Einen solchen Fall lieferte die Firma Broadcom [21], die die bei Entwicklerinnen und Entwicklern beliebten Bitnami-Images und -Charts kostenpflichtig gemacht hat. In einem Interview sprach heise developer mit Johannes Kleinlercher darüber, wie die Branche auf Vorkommisse dieser Art reagieren kann. Er kritisiert: „Allerdings sind die kolportierten Preismodelle von Broadcom wohl nicht darauf ausgelegt, die breite Masse anzusprechen, obwohl sehr viele Contributoren in der Vergangenheit zur Qualität der Bitnami-Charts und -Images beigetragen haben.“

  • Datum: 15. August 2025
  • Kommentare: 90

Das Siegerpodest: die Plätze 3 bis 1

Platz 3: IT-Gehaltsrechner: So schneiden Programmiersprachen ab

Aufmacher Top 3
Aufmacher Top 3

(Bild: Kowit Lanchu/Shutterstock.com)

JavaScript- und TypeScript-Developer mit über sechzehn Jahren Coding-Erfahrung verdienen bis zu 223.000 US-Dollar pro Jahr [22] in Deutschland und bis zu 450.000 US-Dollar in den USA – die Spitze des Eisbergs, laut einer Studie von JetBrains, an der 23.000 Entwicklerinnen und Entwickler aus aller Welt teilgenommen haben. Die Firma hat einen Gehaltsrechner online gestellt [23], mit dem sich Entwicklerinnen und Entwickler vergleichen können.

  • Datum: 3. Februar 2025
  • Kommentare: 19

Platz 2: Remote-Access-Trojaner in npm-Paket mit 40.000 wöchentlichen Downloads

Aufmacher Top 2
Aufmacher Top 2

(Bild: Skorzewiak/Shutterstock.com)

Die ersten Plätze belegen mit deutlichem Abstand die Sicherheitsthemen: im Bereich der Softwareentwicklung sind es die Supply-Chain-Vorfälle, die den Programmiererinnen und Programmierern das Leben schwer machen. Ein Beispiel ist ein Remote-Access-Trojaner [24], der sich in einem npm-Paket versteckt und eine Backdoor öffnet. Das komprimierte Pakete rand-user-agent brachte es immerhin auf 40.000 Downloads pro Woche.

  • Datum: 9. Mai 2025
  • Kommentare: 15

Platz 1: Gefährlicher und unsichtbarer Wurm in Visual Studio Code

Aufmacher Top 1
Aufmacher Top 1

(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)

Mit der doppelten Zugriffszahl gegenüber der zweitplatzierten Meldung ist GlassWorm der News-Sieger 2025 [25] bei uns geworden. Der Wurm pflanzt sich in VS Code fort und schafft es, sich hervorragend mit nicht darstellbaren Unicode-Zeichen zu verstecken. Er entstammt infizierten Extensions und versucht, über die Infrastruktur des Opfers, andere Extension zu befallen, um sich zu verbreiten. Auf den Rechnern der Opfer sucht er insbesondere nach Zugängen zu Krypto-Konten und als Command-and-Control-Server bedient er sich der Blockchain Solana. Die Attacke trat in mehreren Wellen [26] auf.

  • Datum: 21. Oktober 2025
  • Kommentare: 211


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11116887

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Prompts-Telefon-Standort-Social-Media-LLMs-sammeln-massiv-persoenlich-Daten-10466018.html
[2] https://www.heise.de/news/Eine-API-fuer-alle-Mozilla-beendet-LLM-Chaos-11069100.html
[3] https://www.heise.de/news/KI-entlastet-Entwickler-Jules-uebernimmt-ungeliebte-Coding-Aufgaben-10964563.html
[4] https://www.heise.de/security
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Analyse-Projektsterben-in-der-Cloud-Native-Welt-11107110.html
[6] https://www.heise.de/news/Von-Bitnami-muessen-wir-uns-allerdings-verabschieden-10522647.html
[7] https://www.heise.de/news/Wem-gehoert-ein-Open-Source-Projekt-RubyGems-droht-die-Spaltung-10679100.html
[8] https://www.heise.de/news/Microsoft-Native-Portierung-nach-Go-soll-TypeScript-zehnmal-schneller-machen-10312947.html
[9] https://www.heise.de/news/Rust-wird-Pythons-Performance-Copilot-10560070.html
[10] https://www.heise.de/news/Delphi-wird-30-Jahre-alt-Totgesagte-leben-laenger-10281256.html
[11] https://www.heise.de/news/3-1-Millionen-boesartige-Fake-Sterne-auf-GitHub-entdeckt-Tendenz-steigend-10223115.html
[12] https://www.heise.de/news/Delphi-wird-30-Jahre-alt-Totgesagte-leben-laenger-10281256.html
[13] https://github.com/ideasawakened/DelphiKB/wiki/Delphi-Master-Release-List
[14] https://www.heise.de/news/Microsoft-Native-Portierung-nach-Go-soll-TypeScript-zehnmal-schneller-machen-10312947.html
[15] https://www.heise.de/news/VS-Code-deaktiviert-IntelliCode-zugunsten-des-kostenpflichtigen-Copilot-11115668.html
[16] https://www.heise.de/news/Eine-API-fuer-alle-Mozilla-beendet-LLM-Chaos-11069100.html
[17] https://www.heise.de/news/Prompts-Telefon-Standort-Social-Media-LLMs-sammeln-massiv-persoenlich-Daten-10466018.html
[18] https://www.heise.de/news/Android-Google-verbietet-anonyme-Apps-10617479.html
[19] https://android-developers.googleblog.com/2025/11/android-developer-verification-early.html
[20] https://www.heise.de/hintergrund/Analyse-Projektsterben-in-der-Cloud-Native-Welt-11107110.html
[21] https://www.heise.de/news/Von-Bitnami-muessen-wir-uns-allerdings-verabschieden-10522647.html
[22] https://www.heise.de/news/IT-Gehaltsrechner-Spitzengehaelter-in-Deutschland-fuer-JavaScript-und-TypeScript-10267776.html
[23] https://www.jetbrains.com/lp/devecosystem-it-salary-calculator/
[24] https://www.heise.de/news/Remote-Access-Trojaner-in-npm-Paket-mit-40-000-woechentlichen-Downloads-gefunden-10377590.html
[25] https://www.heise.de/news/Gefaehrlicher-und-unsichtbarer-Wurm-in-Visual-Studio-Code-Extensions-gefunden-10789320.html
[26] https://www.heise.de/news/Schadsoftware-weiter-aktiv-GlassWorm-erneut-in-Open-VSX-Paketen-gefunden-11073146.html
[27] mailto:who@heise.de

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Rückschlag: Roskosmos verschiebt Erstflug seiner Sojus-5-Rakete

Von Patrick Klapetz — 27. Dezember 2025 um 17:01
Die neue Sojus -Träger- Rakete von Roskosmos wird doch nicht mehr in diesem Jahr starten. Der Grund: weitere Überprüfungen der Technologie.
Eine russische Rakete des Typs Sojus 2.1a als Symbolbild. (Bild: Roskosmos)
Eine russische Rakete des Typs Sojus 2.1a als Symbolbild. Bild: Roskosmos

Eigentlich sollte die neue russische Trägerrakete Sojus-5 noch Ende 2025 starten. Wie die russische Nachrichtenagentur Tass am 26. Dezember 2025 mitteilte , haben sich die russische Raumfahrtagentur Roskosmos sowie die kasachische Weltraumagentur Kazkosmos jedoch dazu entschlossen, den Starttermin zu verschieben.

Die Entscheidung sei "aus technischen Gründen getroffen worden" , teilte Roskosmos mit. Zunächst sollen zusätzliche Überprüfungen der Bordsysteme und der Bodenausrüstung durchgeführt werden.

Neuer Starttermin unbekannt

"Dies ist notwendig, um Statistiken zu sammeln und die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Starts weiter zu gewährleisten" , teilte Dmitri Baranow, stellvertretender Generaldirektor für Raketenprojekte bei Roskosmos, mit. "Unser Ziel ist es, den Erfolg des ersten Teststarts der Trägerrakete Sojus-5 vom Weltraumbahnhof Baiterek sicherzustellen." Das ist einer der Startplätze im Kosmodrom Baikonur.

Einen genauen Starttermin gibt es zwar bisher nicht, aber die staatliche Behörde teilte mit, dass die neue Rakete 2028 voll einsatzfähig sein soll. Die Sojus-5 sei eine russische zweistufige Trägerrakete der mittleren Klasse mit erhöhter Tragkraft, die Raumfahrzeuge in eine erdnahe Umlaufbahn, den Leo (low earth orbit), bringen soll.

Die Generalmontage der Sojus-5-Trägerrakete wurde am Raumhafen Baikonur abgeschlossen, heißt es in einer weiteren Tass-Meldung, die eine Stunde später veröffentlicht wurde . Darin teilte Baranow mit, dass sowohl die Infrastruktur als auch die Trägerrakete bereit für den ersten Start seien.

Sechs Stunden später heißt es in einer weiteren Agenturmeldung , dass der erste Teststart des russisch-kasachischen Baiterek-Projekts im ersten Quartal 2026 stattfinden soll. "Dies ist unsere eigene kasachische Startrampe, von der aus Trägerraketen zwischen den mittleren und schweren Lastklassen gestartet werden" , sagte der stellvertretende Premierminister und Minister für künstliche Intelligenz und digitale Entwicklung Kasachstans, Zhaslan Madiyev, Reportern.

Die Trägerrakete dafür würde sich bereits vor Ort befinden. "Wir bereiten derzeit aktiv unsere Baiterek-Startrampe am Baikonur-Raumhafen vor" , so Madiyev. Das Startdatum der Sojus-5 soll auf Grundlage der jetzt durchgeführten Testergebnisse festgelegt und zwischen den Programmteilnehmern vereinbart werden.

Wenig Abnehmer, dafür bald Werbung

Wirklich konkurrenzfähig wird die Sojus-5 im Vergleich mit anderen derzeit entwickelten und im Einsatz befindlichen Trägerraketen nicht sein. Sie ist weder wiederverwendbar, was für höhere Startkosten sorgt, noch gibt es derzeit genügend Kunden, die mit den Russen aufgrund des Ukrainekriegs fliegen würden. Doch bis 2028 kann sich zumindest im Falle des Krieges und der Kundennachfrage noch etwas ändern.

Ein paar Extraeinnahmen dürften jedoch in die russischen Kassen gelangen: Denn ab dem 1. Januar 2026 ist kommerzielle Werbung auf den russischen Raumfahrzeugen erlaubt .

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CES 2026: LG kündigt Haushaltsroboter mit Greifhänden an

Von Andreas Donath — 27. Dezember 2025 um 16:12
LG will auf der CES 2026 einen Haushaltsroboter mit zwei beweglichen Armen und fünf Fingern pro Hand präsentieren.
Der CLOiD-Roboter (Bild: LG)
Der CLOiD-Roboter Bild: LG

LG hat angekündigt , seinen CLOiD-Roboter auf der Consumer Electronics Show im Januar 2026 vorzustellen. Bisher veröffentlichte das Unternehmen lediglich spärliches Bildmaterial, das die Hände des Roboters beim Greifen eines Handtuchs zeigt. Weitere Details will LG erst bei der offiziellen Präsentation nennen.

Was kann der Roboter? – Arme mit sieben Freiheitsgraden

Der CLOiD verfügt über motorisierte Arme mit jeweils sieben Freiheitsgraden. Diese Spezifikation deutet auf einen Bewegungsumfang hin, der menschlichen Armen ähnelt. Jede Hand besitzt fünf einzeln steuerbare Finger, was deutlich komplexere Objektmanipulation ermöglicht als einfache Greifer-Konstruktionen.

LG spricht von einem "breiten Spektrum" möglicher Haushaltsaufgaben. Konkrete Beispiele oder Demonstrationen tatsächlicher Arbeitsabläufe fehlen bislang. Die beiden veröffentlichten Bilder zeigen ausschließlich die Hände beim Umgang mit Stoff, was nahelegt, dass das Gerät Kleidungsstücke falten kann.

Das Design unterscheidet sich deutlich von LGs vorherigem Roboter-Modell aus dem Jahr 2024. Jenes frühere Modell hatte zwei Räder zur Fortbewegung und einen Griff am Kopf. Der neue CLOiD scheint hingegen mit seinen Händen mehr Fähigkeiten zu bieten.

Wie kommuniziert er? – Sprachsteuerung und Kamerasensoren

Im Kopf des Roboters befinden sich ein Prozessor-Chip sowie ein Display. Kamera, Sensoren und Lautsprecher ermöglichen Sprachinteraktion und Navigation. LG beschreibt diese Komponenten als Basis für "ausdrucksstarke Kommunikation" mit Nutzern.

Das Gerät nutzt LGs sogenannte "Affectionate Intelligence"-Technologie. Das Unternehmen bezeichnete diese zuvor als KI-gestützte Systeme, die Kundenbedürfnisse verstehen und darauf reagieren sollen. Eine praktische Umsetzung dieser Technologie im CLOiD wurde öffentlich noch nicht gezeigt.

Der Roboter kann sich vermutlich durch Wohnräume bewegen, um verschiedene Arbeitsbereiche zu erreichen. LG hat das Mobilitätssystem oder die Art der Fortbewegung bisher nicht gezeigt.

Warum ist das relevant? – Robotikfirmen wollen in den Haushalt

Mehrere Unternehmen entwickeln Roboter für den Haushalt. Boston Dynamics, Tesla und verschiedene Start-ups haben in den vergangenen Jahren humanoide Roboter angekündigt oder vorgeführt. Der Markt für Haushaltsroboter bleibt trotz jahrzehntelanger Forschung weitgehend unbearbeitet.

Frühere Versuche mit Haushaltsrobotern scheiterten an mangelnder Zuverlässigkeit, hohen Kosten und begrenzter Funktionalität. Viele als Haushaltshelfer vermarktete Geräte erledigen nur simple Aufgaben wie Staubsaugen oder Rasenmähen. Komplexere Manipulationsaufgaben erwiesen sich als schwer zuverlässig zu automatisieren.

Neben dem LG-Gerät soll auch ein weiterer Haushaltsroboter namens 1X Neo auf den Markt kommen – für 20.000 US-Dollar. Der Roboter soll irgendwann einmal den Geschirrspüler ein- und ausräumen können, den Nutzern Dinge aus dem Kühlschrank bringen und einen Lichtschalter betätigen können. Auch soll er Wäsche aufhängen, zusammenlegen und wegräumen, staubsaugen, Blumen gießen und ein Zimmer aufräumen können. Der Roboter muss allerdings erst trainiert werden. Anfangs werden Mitarbeiter des Unternehmens ihn aus der Ferne bedienen, um die zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen.

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Milliarden-Debakel: Boeing 777X kommt sieben Jahre zu spät

Von Andreas Donath — 27. Dezember 2025 um 15:38
Boeings größtes Zweistrahler-Projekt entwickelt sich zum teuersten Projekt der Konzerngeschichte. Die 777X sollte 2020 ausgeliefert werden – nun ist 2027 angepeilt.
Boeing 777X (Bild: Boeing)
Boeing 777X Bild: Boeing

Boeings 777X wird erst 2027 erscheinen – und die Airlines warten weiter. Aktuell sind 622 Bestellungen bekannt; Emirates allein orderte 270 Maschinen. Doch was kann das Flugzeug?

Der steinige Weg zur Zertifizierung

Die FAA-Zulassung durchläuft derzeit Phase 3 von fünf Stufen des Type Inspection Authorization-Prozesses. Diese dritte Phase gilt als die anspruchsvollste: Sie umfasst intensive Prüfungen unter direkter FAA-Aufsicht, umfangreiche Dokumentation und erweiterte Flugtests. Im November 2025 erteilte die Luftfahrtbehörde die Genehmigung für diesen entscheidenden Abschnitt – ein Signal, dass das Programm Fortschritte macht.

Und die Testflotte hat bereits beeindruckende Zahlen aufzuweisen: über 4.100 Flugstunden und mehr als 1.500 Testflüge – mehr als bei jedem anderen Boeing-Flugzeug vor der Zertifizierung. Fünf Testflugzeuge absolvierten Extremtests: in der Hitze Arizonas bis zur Kälte Alaskas, Crosswind-Tests in Texas bei Windgeschwindigkeiten bis 60 Knoten und Bremstests in Oklahoma.

Doch Ende November 2025 kam ein neuer Rückschlag: Bei einer Borescope-Inspektion wurde ein Problem am GE9X-Triebwerk entdeckt. Die Testflüge wurden vorübergehend ausgesetzt, während GE Aerospace und Boeing untersuchen, ob es sich um einen isolierten Fertigungsfehler oder einen fundamentalen Konstruktionsmangel handelt.

Eine Chronologie der Verzögerungen

Doch noch mal zum Anfang zurück. Hier die Übersicht der Verzögerungen:

2013 erfolgte der Programmstart auf der Dubai Airshow mit geplanter Auslieferung 2020. Im September 2019 brach eine Frachttür beim Belastungstest. Im Januar 2020 folgte der erste erfolgreiche Testflug, doch im Dezember 2020 trat ein unkontrolliertes Nicken im Flugtest auf, was die Prognose auf 2023-2024 verschob. Im April 2022 wurde die Produktion dann pausiert, die Prognose auf 2025 korrigiert. Im August 2024 entdeckte Boeing Risse in Triebwerkshalterungen, was eine weitere Verschiebung auf 2026 bedeutete. Im Oktober 2025 erfolgte schließlich die offizielle Verschiebung um ein weiteres Jahr auf 2027.

Die 777X-Familie besteht aus zwei Passagiervarianten: der 777-9 für Kapazität und der 777-8 für Reichweite – sowie dem 777-8F Frachter.

Boeing 777-9: der Kapazitätsriese

Die 777-9 ist mit 76,72 Metern das längste Passagierflugzeug der Welt. Ihre Spannweite von 71,75 Metern übertrifft sogar die des Airbus A380. In typischer Zwei-Klassen-Konfiguration bietet sie Platz für 426 Passagiere – rund 50 mehr als der Hauptkonkurrent A350-1000.

1. Klasse in der Boeing 777X (Bild: Boeing)
Bild 1/6: 1. Klasse in der Boeing 777X (Bild: Boeing)
Bestuhlung Boeing 777X (Bild: Boeing)
Bild 2/6: Bestuhlung Boeing 777X (Bild: Boeing)
Boeing 777X (Bild: Boeing)
Bild 3/6: Boeing 777X (Bild: Boeing)
Boeing 777X (Bild: Boeing)
Bild 4/6: Boeing 777X (Bild: Boeing)
Wing-Tip der Boeing 777X (Bild: Boeing)
Bild 5/6: Wing-Tip der Boeing 777X (Bild: Boeing)
Bestuhlung Boeing 777X (Bild: Boeing)
Bild 6/6: Bestuhlung Boeing 777X (Bild: Boeing)

Die 777-9 erreicht eine Reichweite von 13.492 Kilometern bei einer maximalen Startmasse von 351.550 Kilogramm. Die 777-8 ist drei Meter kürzer (70,86 Meter), verfügt aber über 2.700 Kilometer mehr Reichweite (16.196 Kilometer). Sie zielt auf Ultra-Langstrecken wie Sydney-London und konkurriert direkt mit dem Airbus A350-1000.

Das Herzstück der 777X sind die GE9X-Triebwerke – mit einem Fan-Durchmesser von 3,4 Metern die größten je für ein Passagierflugzeug gebauten Antriebe. Sie liefern 470 kN Schub (zertifiziert) und erreichten im Test sogar 597 kN – ein Guinness-Weltrekord.

Die technologischen Innovationen sind bemerkenswert: Keramikmatrix-Verbundwerkstoffe (CMC) in Brennkammer und Hochdruckturbine ermöglichen Temperaturen von über 1.300 Grad Celsius bei nur einem Drittel des Gewichts konventioneller Metallteile. Der spezifische Treibstoffverbrauch liegt 10 Prozent unter dem des Vorgängers GE90 und 5 Prozent unter dem konkurrierenden Rolls-Royce Trent XWB.

Das revolutionäre Klappsystem der Flügelspitzen

Die klappbaren Flügelspitzen sind eine Premiere in der kommerziellen Luftfahrt. Ein hydraulisch-elektrisches Scharniersystem von Liebherr Aerospace faltet die äußeren 3,5 Meter jedes Flügels nach oben – die Spannweite reduziert sich von 71,75 auf 64,82 Meter. Der Vorgang dauert etwa 20 Sekunden.

Der Grund: Die ausgefahrene Spannweite würde die 777X in die ICAO-Kategorie F einordnen, dieselbe Klasse wie der A380. Die meisten Flughäfen weltweit haben jedoch nur Code-E-Gates (maximal 65 Meter). Das Klappsystem vermeidet Milliardeninvestitionen der Flughäfen und ermöglicht der 777X die Nutzung bestehender 777-Infrastruktur.

Bestellungen und Airlines: Emirates dominiert

Die 622 Bestellungen verteilen sich auf 13 Kunden, wobei ein Carrier heraussticht: Emirates allein hält 43 Prozent aller Aufträge mit insgesamt 270 Maschinen (235 x 777-9, 35 x 777-8).

Weitere Großkunden sind Qatar Airways mit 94 Bestellungen (60 x 777-9, 34 x 777-8F), Cathay Pacific mit 35 Stück, Singapore Airlines mit 31, die Lufthansa Group mit 27 (20 x 777-9, 7 x 777-8F), Etihad Airways mit 25, Korean Air und ANA mit je 20, British Airways mit 18, China Airlines mit 14, Air India mit 10, Ethiopian Airlines mit 8 und Cargolux mit 10 Frachtern.

Der Emirates-Rekordauftrag vom November 2025

Am ersten Tag der Dubai Airshow 2025 unterschrieb Emirates einen Vertrag über 65 zusätzliche Boeing 777-9 im Wert von 38 Milliarden US-Dollar (Listenpreis). Die Gesamtbestellung der Golf-Airline umfasst nun 270 Maschinen – der größte Einzelauftrag der 777X-Geschichte. Entscheidend: Emirates sicherte sich vertraglich das Recht, Bestellungen in eine mögliche 777-10 umzuwandeln, wenn Boeing diese baut.

Lufthansa als Launch Customer unter Druck

Lufthansa war 2013 der erste europäische Kunde und sollte ursprünglich 2020 die erste 777-9 erhalten. Nun plant die Airline mit einer Auslieferung frühestens 2027. Die Flotte wird die neue Allegris-Kabine erhalten, doch auch hier gab es Verzögerungen bei der Sitzzertifizierung. Die 20 Boeing 777-9 sollen die alternden Boeing 747-400 und Airbus A340-600 auf Langstrecken ab Frankfurt ersetzen. Sieben 777-8F-Frachter gehen an Lufthansa Cargo.

Vergleich mit dem Hauptkonkurrenten Airbus A350-1000

Die A350-1000 ist seit 2018 im Liniendienst, mit einem siebenjährigen Vorsprung gegenüber der 777-9. Die 777-9 bietet 426 Passagiere bei 13.500 Kilometern Reichweite zum Listenpreis von 442 Millionen US-Dollar. Der Airbus A350-1000 fasst 366 Passagiere bei 16.112 Kilometern Reichweite und kostet 367 Millionen US-Dollar.

Der Airbus A350-1000 ist pro Sitz etwa 11 Prozent treibstoffeffizienter und 75 Millionen US-Dollar günstiger. Die Boeing 777-9 kontert mit 60 zusätzlichen Sitzen und der breitesten Kabine ihrer Klasse. Bei voller Auslastung erreicht die 777-9 vergleichbare Sitzkosten – doch sie benötigt hohe Auslastungsraten, um wirtschaftlich zu sein. Das war schon ein Problem beim Airbus A380, der ebenfalls nur bei sehr hoher Auslastung profitabel ist.

Der fundamentale Wettbewerbsvorteil des Airbus A350: Sie ist sofort verfügbar. Für Airlines, die heute Flugzeuge brauchen, bleibt der Airbus daher die sichere Wahl.

Die Phantomstudie: Kommt eine Boeing 777-10?

Im Rahmen der Dubai-Bestellung verpflichtete sich Boeing zu einer Machbarkeitsstudie für eine gestreckte 777-10. Emirates drängt seit Jahren auf ein Flugzeug, das näher an die A380-Kapazität heranreicht.

Die vorläufigen Eckdaten: etwa 82 Meter Länge, 450 bis 470 Passagiere in zwei Klassen und die Nutzung des bestehenden GE9X-Triebwerks. Boeing-Ingenieure bestätigten, dass die GE9X-Reserven für ein Stretch ausreichen – die kritische Frage ist die Startstrecke bei Triebwerksausfall.

Die Realität: Boeing ist sieben Jahre im Verzug mit der 777-9. Analysten erwarten frühestens 2031 bis 2032 einen möglichen 777-10-Programmstart. Airbus reagierte prompt und kündigte eigene Studien für eine gestreckte A350-2000 an.

Die 777X-Geschichte ist also eine Chronik technischer Rückschläge und struktureller Probleme bei Boeing.

Zudem haben die 737-MAX-Abstürze (346 Tote) und der Türpaneel-Vorfall bei Alaska Airlines im Januar 2024 die FAA-Aufsicht fundamental verschärft. Whistleblower wie Sam Salehpour , ein Boeing-Ingenieur mit 30 Jahren Erfahrung, berichteten vor dem US-Senat von Produktionsabkürzungen bei 787 und 777. Er beobachtete Arbeiter, die auf falsch ausgerichtete Teile sprangen, um sie zusammenzufügen.

Die Integration von Spirit Aerosystems – dem Zulieferer für über 70 Prozent der Boeing-Rümpfe – offenbarte weitere Qualitätsprobleme : fehlerhafte Nieten, falsch gebohrte Löcher. Boeing kaufte Spirit im Dezember 2025 für 4,7 Milliarden US-Dollar zurück, um die Kontrolle zurückzugewinnen.

Die finanziellen Verwerfungen

Die 777X-Programmverzögerung kostete Boeing insgesamt etwa 15 Milliarden US-Dollar. Hinzu kamen Abschreibungen von 6,5 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2020 und 4,9 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2025. Der Boeing-Verlust 2020 belief sich auf 11,9 Milliarden US-Dollar.

Das Programm wird innerhalb der ersten 500 Einheiten nicht profitabel sein. 26 Flugzeuge stehen bereits fertig auf dem Werksgelände in Paine Field – ohne Zertifizierung zur Auslieferung.

Fazit: Ein Flugzeug zwischen hohen Ambitionen und der Realität

Die Boeing 777X verkörpert das Dilemma des angeschlagenen Herstellers. Technisch ist das Flugzeug bemerkenswert: das größte Zweistrahler-Triebwerk der Welt, klappbare Flügelspitzen, 20 Prozent weniger Treibstoffverbrauch als der Vorgänger. Doch Boeings Krise – von 737-MAX über Qualitätsprobleme bis hin zur darauf verschärften Regulierung – hat das Programm um sieben Jahre verzögert.

Und die konzentrierte Kundenbasis birgt Risiken: Emirates allein hält 43 Prozent aller Bestellungen; kein US-Carrier hat die 777X bestellt. Der Airbus A350-1000 hat einen siebenjährigen Vorsprung im Betrieb und 20 Kunden.

Dennoch bleibt die 777X alternativlos für Airlines, die Kapazität über pure Effizienz stellen. Für die Branche bedeutet das: warten. Und für Boeing bleibt die 777X die teuerste Bewährungsprobe seiner Geschichte.

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Unsere Highlights aus 2025 | c't 3003

Von Heise — 27. Dezember 2025 um 10:05

Röhrenmonitore, ein Laufband und The New Yorker: Dinge, die uns 2025 glücklich gemacht haben.

2025 neigt sich dem Ende zu. Ein weiteres Jahr voller Technik-Gadgets, Spiele, Filme und Bücher. Das c’t 3003-Team nutzt die Gelegenheit und stellt seine ganz persönlichen Highlights vor.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, das sind die besten Sachen aus 2025. Wir haben uns nämlich gedacht, lasst das komische Jahr doch mal auf einer positiven Note ausklingen und ein Video machen mit allen Dingen, die wir 2025 richtig gut fanden. Und mit Dingen meine ich Hardware, Software, Medien, Konsumprodukte – also Spiele, Serien, Filme, Bücher und Büro-Fitnessgeräte. Und mit wir meine ich das c't 3003-Team. Also macht euch ein weihnachtliches Getränk, los geht's.

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei …

Ja, ich fange mal direkt mit Hardware an. Welches Ding hat bei mir die meisten positiven Gefühle rausgekitzelt? Drei Sachen kamen da in meine mentale Top 3.

Einmal die Nintendo Switch 2, die auf jeden Fall eine Verbesserung zur Switch 1 darstellt. Aber ich meine, das wäre ja sonst auch wirklich seltsam. Also ich mag auf jeden Fall, dass die Verankerung der abnehmbaren Controller jetzt stabiler ist. Also das läuft jetzt per Magnet. Ich mag auch, dass man die abnehmbaren Controller als Maus verwenden kann. Und ich mag vor allem den Pro-2-Controller. Den muss man zwar extra kaufen, aber der fühlt sich so cozy an. Vor allem im Vergleich zum PS5-DualSense-Controller. Der ist zwar auch gut, aber der Switch-Pro-Controller, der hat weniger Gewicht und der hat auch einen leichteren, aber trotzdem klaren Druckpunkt der Controller-Tasten. Das mag ich alles. Ja, aber ansonsten ist das halt eine Konsole, die man nur verwendet, um Nintendos First-Party-Deals zu spielen. Für alles andere gibt es bessere Hardware. Habe ich Steam Deck gesagt? Ich glaube ja, ne?

Außerdem kam mir natürlich der Thermomix TM7 in den Sinn. Das, dieses Apple-artige Haushaltsgerät aus Deutschland, was bei meinem Test dieses Jahr wirklich dazu geführt hat, dass ich ungefähr viermal so viel gekocht habe wie ohne Thermomix und ich mich definitiv gesünder ernährt habe. Und ja, ich weiß, ich weiß, ich weiß, man kann auch ohne Thermomix kochen, aber ich halt nicht. Okay, naja, aber das Ding ist mit 1.550 Euro halt einfach auch immens teuer, dass ich mich trotzdem noch nicht dazu durchringen konnte, das zu kaufen. Aber vielleicht mache ich das ja 2026. Vielleicht, ja, mal gucken.

Entschieden habe ich mich dann letztendlich für einen Computer, nämlich den Framework Desktop mit AMD-Strix-Halo-Hardware. Der kam im Testvideo hier bei 3003 jetzt gar nicht so überschwänglich gut weg, aber ich muss sagen, je öfter ich den in der Hand hatte, das Ding macht mir einfach echt gute Laune. Unter anderem, weil ich den dank des Griffes einfach immer entspannt durch die Gegend tragen kann. Ich kann es auch nicht genau erklären, aber immer wenn ich das sehe, immer wenn ich das anfasse, macht es mir gute Laune. Also, weil ich ja diese Platten da selber drauf gemacht habe und das so schön bescheuert aussieht. Klingt jetzt alles irgendwie oberflächlich und doof, aber für mich macht das halt einfach einen Unterschied.

Und toll finde ich auch, dass der klein genug ist, dass ich den einfach in meine Fahrradtasche reinkloppen kann und den irgendwo mit hinnehmen kann. Weil es geht nämlich nicht nur um das Gehäuse, sondern der ist auch wirklich leistungsstark. Also das ist nicht nur ein durchaus kompetenter KI-Rechner mit 128 GB schnellem Speicher, also das muss man ja erst mal haben, sondern das ist auch die beste Batocera-Maschine, die ich je hatte. Also Batocera ist diese Spiele-Emulations-Linux-Distri, die ja hier auf dem Kanal schon öfter Thema war, die so ein persönliches Hobby von mir ist. Ja, und mit Batocera läuft das Ding halt einfach wirklich besser als auf meinem fetten Gaming-PC mit RTX 4090, einfach weil der AMD-Treiber hier besser funktioniert. Sogar PS3-Emulation klappt auf dem Framework super smooth. Ich hole da gerade Dark Souls 1 nach. Leider gilt auch hier: Das Ding ist teuer. Die Version, die ich hier habe, mit 128 GB, kostet deutlich über 2.000 Euro. Die kleine Variante mit 32 GB, die gibt es ab 1.400 Euro. Viel Geld, aber wenn ihr einen sehr flexiblen kleinen Rechner haben wollt, dann ist das Ding schon schön. Und ein bisschen aufrüstbar ist er auch noch.

Ja, so, und jetzt kommen meine Medien-Konsum-Tipps. Ich muss sagen, dass Social Media mir echt viel Zeit weggenommen hat, die ich sonst für andere Medien verwendet hätte. Also welche, die meiner Seele vielleicht besser getan hätten. Also mit Social Media meine ich jetzt Instagram, TikTok, Threads, X, deren Apps ich übrigens zum Ende des Jahres jetzt von meinem Handy komplett gelöscht habe, was mir, glaube ich, echt besser tut. Ich gucke da noch rein, aber sehr selektiv und selten. YouTube gilt ja manchmal auch so ein bisschen als Social Media, aber ich würde YouTube doch anders einordnen. Nicht nur, weil ich auf YouTube arbeite, echt nicht, sondern weil ich die Inhalte auf YouTube wirklich gut finde. Und ich da immer wieder Videos finde, die mich geistig nähren und die mir nicht meine Energie aussaugen. Ihr versteht, was ich meine, hoffentlich.

Über Serien habe ich lange nachgedacht, aber da habe ich keine gefunden, die ich so richtig, richtig doll empfehlen würde dieses Jahr. Dafür aber eine Doku. Und zwar ist das The New Yorker at 100. Gibt es auf Netflix. Das ist eine Doku über das hundertjährige Jubiläum dieser ziemlich konservativen, aber gleichzeitig auch progressiven amerikanischen Wochenzeitschrift. Und die Doku ist, das muss ich auch wirklich zugeben, das ist fast so ein Werbespot. Aber diese Zeitschrift, um die es da geht, die ist halt auch wirklich toll. Aber das Wichtigste ist, dass mir da wirklich die ganze Zeit ganz warm ums Herz wird, wenn ich da diese Leute sehe, die so offensichtlich lieben, was sie da machen, nämlich guten alten Journalismus. Und das eben noch nicht Hopfen und Malz verloren ist in dieser Welt, in der das Wissenschaftsfeindliche, das Antidemokratische, das Antisoziale so laut geworden ist.Dass das einfach für mich jedenfalls schön ist zu sehen, dass es das noch gibt, dass es Menschen gibt, die die Welt besser machen wollen und die Welt nicht brennen sehen wollen. Ich werde ganz emotional, aber ich finde, zum Ende des Jahres darf man das auch.

Ich gebe mal weiter an Pascal.

Ich möchte mal mit einem Film rein starten. Hier sind meine Top 20, kann ich alle empfehlen, aber einen, der ein bisschen unterm Radar lief, möchte ich ganz besonders hervorheben. Und das ist Love Untangled. Oberflächlich gesehen ist es eine Netflix-Highschool-Romcom aus Korea, aber da steckt so viel Herz in dem Film. Super dreidimensionale Charaktere, bei denen man gute wie schlechte Entscheidungen einfach nachvollziehen kann. Was zum Weinen, was zum Lachen, alles am Start. Warum ich aber diesen Film über andere aus dem gleichen Genre stellen möchte, das ist das Setting. Man kriegt einen Einblick in die Popkultur Koreas aus den späten 90ern und frühen 2000ern. Bevor K-Pop zu uns übergeschwappt ist, war für mich Korea ein komplett blinder Fleck. Aber jetzt mal serviert zu bekommen, was für Medien, Spiele, Sorgen die Jugend geprägt hat und wo sich das mit der eigenen Jugend überschneidet, ist wirklich eine Freude anzusehen. Also Love Untangled, zieht euch das rein.

Und mein zweites Highlight aus 2025 ist eine Website, neal.fun. Diese Seite steht für mich repräsentativ für das, was das Internet sein sollte. Ein Ort des Spaßes, des Erlebens und des Sehens neuer Dinge. Vielleicht habt ihr schon mal das Passwort-Game gesehen, wo es immer komplizierter werdende Anforderungen für euer eingestelltes Passwort gibt. Oder das I'm not a Robot-Spiel, in dem ihr mit viel Schweiß und Tränen durch die absurdesten Captchas der Seite beweisen müsst, dass ihr auf gar keinen Fall ein Roboter seid.

Aber neben diesen Spielen hat neil.fun auch wunderschön veranschaulichende Infografiken. Hier zum Beispiel Lifestats. Da gibt man sein Geburtsdatum ein und die Seite sagt einem, was schon alles so passiert ist in deinem Leben. Wie häufig du schon geblinzelt hast oder wie viele Leute auf der Erde neu dazugekommen sind. Oder hier, wie weit der Mond sich seit meiner Geburt von der Erde weg bewegt hat. Es gibt sogar auch Aufklärung. Hier unter Dark Patterns kann man schön veranschaulich sehen, welche Methoden Online-Firmen verwenden, um an dein Geld und/oder an deine Daten zu kommen.

Was ich auch liebe: Earth Reviews. Das sind einfach gesammelte Bewertungen und Reviews von echten Nutzerinnen und Nutzern, die auf einer Skala von 1 bis 5 Sternen zum Beispiel sagen können, wie sie Schluckauf oder Tischtennis finden. Ist es nicht schön zu sehen, dass wir alle wohl Elefanten einfach super finden? Also, nie dort fahren. Klickt mal rum. Das bockt einfach.

Und ich gebe jetzt weiter an Chris. Ach so, und Clair Obscur: Expedition 33 ist das beste Spiel 2025.

Hi, ich bin Chris vom 4004-Podcast und ich zeige euch jetzt mal meine Top 3 für 2025. Meine Nummer 1 war Japan. Da wollte ich schon immer mal hin, seitdem ich Teenager war. Habe ich mir irgendwie nie gegönnt, hat irgendwie nie gepasst, war auch nicht ganz billig. Und da das jetzt die letzten Jahre wieder sehr populär geworden ist, dadurch, dass auch der Yen so niedrig steht im Moment, dachte ich, jetzt kann man das mal machen dieses Jahr.

Und was soll ich sagen? Das Land ist einfach nur ein Traum. Also stellt euch einfach ein Land vor, in dem alles immer funktioniert. Alles ist schon komplett zu Ende durchgedacht. Dazu gibt es großartige Städte, wunderschöne ländliche Regionen, jede Menge Kultur, also wirklich Hochkultur pur und fantastisches Essen. Das alles zusammen mit der netten, höflichen Art der Japaner und dieser Hingabe, mit der die in alle Sachen reingehen, das ist einfach insane. Wenn ihr mal einen coolen Urlaub in Asien machen wollt und Japan euch schon immer interessiert hat, dann gebt euch Japan. Japan ist unfassbar.

Auch aus Japan mitgebracht habe ich mir meine Nummer 2, nämlich diese wunderschöne kleine Konsole PC Engine vom Hersteller NEC, ich glaube, 1987 veröffentlicht. Meine Nummer 2 dieses Jahr war nämlich Retro-Gaming auf Röhrenmonitoren. Ich habe diese Konsole zurückgebracht aus Japan und dann habe ich sie angeschlossen an meine OLED-Glotze, der Vibe war off. Diese Pixelgrafik dieser Games ist nicht dafür gemacht, um auf OLED-Fernsehern ohne Scanlines dargestellt zu werden.

Dann habe ich ein bisschen rumgeguckt auf Kleinanzeigen und habe dann mir da eine schöne alte Sony Trinitron-Glotze gezogen, umsonst, vom netten Lukas aus der Nähe von Salzgitter. Shoutout Lukas, danke noch mal dafür. Habe das Ding nach Hause geschleppt, das daran angeschlossen, fantastisch. Also ein Unterschied wie Tag und Nacht, so müssen diese Games aussehen, dafür sind sie gemacht, für diese Art Darstellung. Es hat mich komplett abgeholt. Wer auf diese Art Retro-Gaming steht, dem kann ich nur raten, sich jetzt noch, solange es sie noch gibt, auf Kleinanzeigen und ähnlichen Portalen die kostenlosen Röhrenglotzen zu holen, die noch fast überall rumstehen. In wenigen Jahren wird es sie nicht mehr geben, es werden auch nie wieder neue produziert werden, und wenn das euer Ding ist, dann holt ihr euch jetzt.

Weil man aber nicht immer nur alte Spiele spielen kann, ist meine Nummer 3 2025 Death Stranding 2, der Nachfolger des Erfolgsspiels von Hideo Kojima. Vordergründig geht es darum, Pakete auszuliefern und den australischen Kontinent zu erschließen, aber dazu gibt es eine zugegebenermaßen ziemlich wilde Story mit fantastischen Schauspielern, großartiges Acting, crazy Plot-Twists. Wer den ersten Teil mochte, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Das waren meine Top 3.

Ich gebe weiter an Sahin.

Also, als ich über meine Highlights dieses Jahr nachgedacht habe, ist mir erst mal nicht so richtig was eingefallen. Aber dann dachte ich, warte mal, womit habe ich meine Freunde, Verwandten und Kollegen dieses Jahr am meisten vollgelabert? Ja, und dann sind mir dann doch zwei Sachen eingefallen.

Highlight Nummer 1: Walking Pad. Also eins meiner Technik-Highlights dieses Jahr war es, mir ein Walking Pad anzuschaffen. Also so ein kleines Laufband, was man sich unter den Schreibtisch legen kann. Ihr kennt die Dinger vielleicht aus Corona-Zeiten, die waren da ja richtig doll im Hype. Und für Leute wie mich, die sehr viel vorm Rechner hängen und zu wenig aus dem Haus gehen, ist das wirklich super. Wenn ihr diesen Kanal schaut, könnte das vielleicht bei euch ja auch so sein. Wer weiß.

Aber ich will mich mehr bewegen, und da ich eh unglaublich viel Zeit hier vorm Schreibtisch verbringe, warum dann nicht gleich die 7.000 Schritte voll machen vor der Mittagspause? Und das Ganze ist auch immer in 10 Sekunden betriebsbereit. Ich fahre einfach meinen Schreibtisch hoch, schieb das Teil drunter, drück auf die Fernbedienung, stell damit die Geschwindigkeit ein und latsche los. Und Laufen beim Arbeiten oder beim Gamen klingt vielleicht erst mal komisch, ist es aber überhaupt nicht. Also klar, man muss sich ein paar Minuten dran gewöhnen, aber dann vergesse ich auch mal locker für eine Stunde, dass ich hier gerade kilometerweit spazieren gehe, während ich arbeite, Hearthstone spiele oder Videos glotze.

Ich habe das Ding jetzt seit circa einem Monat und komme damit wirklich jeden Tag auf mindestens 8.000 Schritte plus noch mal die, die ich eh im Alltag laufe. Sonst hatte ich an Homeoffice-Tagen am Ende gerne mal auch nur so 1.000 auf dem Tacho. Und ich weiß, es wäre natürlich noch mal viel gesünder und besser, an die frische Luft zu gehen, aber ja, das mache ich halt einfach zu selten.

Ich habe mir hier so ein relativ günstiges für circa 100 Euro bestellt, die gibt es aber in allen möglichen Preisklassen von 100 bis so grob 400 Euro. Aber meins tut auf jeden Fall, was es soll. Was mir bei meinem aber ein bisschen fehlt, ist eine App oder irgendeine andere Möglichkeit, es mit meiner Health-App auf dem Handy zu verbinden. Weil ich habe zwar eine Apple Watch, aber die trackt ja meine Schritte nicht, wenn meine Arme auf dem Tisch liegen. Also ja, das sollte man vorher bedenken, wenn man sich so ein Ding anschafft. Zumindest hat das Walking Pad hier so eine Anzeige, wie viele Schritte ich gelaufen bin und wie viele Kilometer das waren und so. Ja, immerhin. Was man noch zwingend braucht, ist ein höhenverstellbarer Schreibtisch. Wenn man die komplett kauft, sind die teilweise aber sehr teuer. Da ich hier aber schon eine Tischplatte hatte, habe ich mir einfach nur so ein Gestell für circa 80 Euro geholt und die Platte da drauf geschraubt. Und ja, das funktioniert super, also ist zumindest bisher nicht zusammengebrochen.

Das Einzige, was an den Dingern ein bisschen nervig ist, ist die Lautstärke. Ich muss mir dabei auf jeden Fall Kopfhörer aufsetzen und Musik hören oder so, weil das sonst zu doll nervt. In Teams-Meetings werden die Geräusche aber rausgefiltert, also so laut ist es dann nicht. Es gab zumindest bisher noch keine Beschwerden.

Also, ich benutze das Ding jetzt, seit ich es habe, wirklich jeden Tag, ohne dass ich mich dazu zwingen muss oder so. Ganz im Gegenteil, ich freue mich sogar eigentlich immer auf die Abwechslung beim Arbeiten. Und als Bonus kann ich ständig Leute damit nerven, wie viele Schritte ich heute schon gemacht habe.

Highlight Nummer 2: Fantasybücher von Brandon Sanderson. Falls ihr Fantasybücher lest, werdet ihr hundertprozentig auch schon mal von Brandon Sanderson gehört haben. Bekannt ist der vor allem für die Mistborn-Reihe, auf Deutsch Kinder des Nebels, und die Stormlight Archives, auf Deutsch Sturmlicht-Chroniken. Sanderson ist aktuell einer, wenn nicht der meist gehypte Fantasyautor, den es gibt. Also schon auch echt Mainstream.

Aber was soll ich sagen, ich liebe diese Bücher. Ich habe allein dieses Jahr fünf Stück davon gelesen, und die sind mit ihren teilweise 1.300 Seiten schon echte Schinken. Aber davon auf gar keinen Fall abschrecken lassen, es lohnt sich total. Das World Building, die Charaktere, das Magie-System, alles einfach super geil.

Ich habe mit den ersten drei Mistborn-Büchern angefangen und habe dann direkt danach die Stormlight Archives nachgelegt. So empfiehlt es auch der Autor. Beide Reihen finden im sogenannten Cosmere-Universum statt, es handelt sich aber jeweils um unterschiedliche Storys. Also falls ihr Bock auf super gemütliche und epische Fantasy-Unterhaltung habt, große Empfehlung von mir an dieser Stelle. Tschüss!

Ja, danke, Sahin! Und natürlich danke an euch immer wieder fürs Anklicken und fürs Kommentieren und fürs Mitmachen. Wir sehen uns 2026, tschüss!

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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Waymo-Robotaxis: Stromausfall zeigt Grenzen autonomer Systeme

Von Matthias Lindner — 27. Dezember 2025 um 18:15

Matthias Lindner

Ein Waymo-Fahrzeug in den Straßen von Los Angeles.

(Bild: Elliott Cowand Jr / Shutterstock.com)

Ein Stromausfall in San Francisco legte Waymo-Robotaxis lahm. Experten fordern strengere Regeln. Sind autonome Taxis für echte Krisen gerüstet?

Als am 20. Dezember ein Brand in einem Umspannwerk rund ein Drittel von San Francisco vom Stromnetz [1] trennte, wurde aus einem technischen Defekt ein Stresstest für autonome Fahrzeuge.

Die Robotaxis von Waymo, einer Tochter des Tech-Giganten Alphabet, blieben an Kreuzungen stehen und blockierten mit eingeschalteten Warnblinkern den Verkehr. Das Unternehmen stoppte daraufhin den Betrieb und nahm ihn erst einen Tag später wieder auf.

Wenn dunkle Ampeln zum Problem werden

Das Waymo-System behandelt ausgefallene Ampeln eigentlich wie Kreuzungen mit Stoppschildern. Doch in Ausnahmefällen, so heißt es bei Reuters, fordern die Fahrzeuge Bestätigungen an. Damit soll gewährleistet werden, dass es sich um die sicherste Wahl des Systems handelt.

Der großflächige Ausfall führte zu einem konzentrierten Anstieg solcher Anfragen. Die Folge: Reaktionen verzögerten sich, wodurch die ohnehin verstopften Straßen zusätzlich blockiert wurden.

Waymo betont laut [2] Reuters, dass seine Flotte über 7.000 ausgefallene Ampeln erfolgreich passiert habe. Dennoch räumt das Unternehmen ein, dass der Umfang des Ausfalls und die schiere Anzahl dunkler Ampeln die Hauptursachen für den stadtweiten Verkehrsstillstand waren.

Fernsteuerung stößt an Kapazitätsgrenzen

Robotaxi-Betreiber setzen in unterschiedlichem Maß auf menschliche Fernunterstützung. Bei Waymo überwachen sogenannte Flottenreaktionsagenten die Fahrzeuge und reagieren auf Anfragen des Systems. Doch diese Teleoperation hat ihre Grenzen, wie der Vorfall zeigt.

Missy Cummings, Direktorin des Autonomy and Robotics Center der George Mason University, fordert deshalb eine Regulierung [3] dieser Technologie.

Die Bundesregierung müsse "sicherstellen, dass es eine Backup-Fernsteuerung gibt, wenn es zu einer katastrophalen Störung kommt", sagte sie laut Bericht. Der Sinn von Fernsteuerung bestehe darin, dass Menschen zur Stelle sind, wenn das System nicht wie vorgesehen reagiert.

Waymo kündigt Software-Updates an

Als Reaktion plant Waymo flottenweite Software-Updates, berichtet [4] das Wall Street Journal (WSJ). Die Fahrzeuge sollen künftig spezifische Informationen zu Stromausfällen erhalten, damit sie entschlossener navigieren können. Die Bestätigungsprotokolle stammen aus der frühen Einsatzphase und werden nun an die aktuelle Größe der Flotte angepasst.

Zudem will das Unternehmen sein Notfallprotokoll aktualisieren und die Zusammenarbeit mit Ersthelfern ausweiten. "Sicherheit ist für alles, was wir tun, von grundlegender Bedeutung", erklärte Waymo-Sprecher [5] Ethan Teicher gegenüber Bloomberg.

Expansion trotz Rückschlägen

Der Vorfall ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem der Robotaxi-Markt wächst. Waymo betreibt den Berichten zufolge mehr als 2.500 Fahrzeuge in der San Francisco Bay Area, Los Angeles, Metro Phoenix, Austin und Atlanta. Das Unternehmen strebt bis Ende nächsten Jahres mehr als eine Million Fahrten pro Woche an.

Auch Konkurrenten wie Tesla [6] und Amazons Zoox drängen auf Expansion. Zugleich zeigen sich im Betrieb immer wieder ungewöhnliche Situationen: Probleme mit angehaltenen Schulbussen, das Einfahren in Polizeisperren oder illegale Wendemanöver erfordern laufende Softwareanpassungen.


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[1] https://www.heise.de/tp/article/Zukunft-unserer-Stromversorgung-Fuenf-Entwicklungen-die-jetzt-entscheidend-sind-11103027.html
[2] https://www.reuters.com/business/autos-transportation/waymos-san-francisco-outage-raises-doubts-over-robotaxi-readiness-during-crises-2025-12-27/
[3] https://www.heise.de/tp/article/Kuenstliche-Intelligenz-Wird-die-EU-zum-Innovationskiller-10247902.html
[4] https://www.wsj.com/business/autos/waymo-to-update-software-across-fleet-after-san-francisco-power-outage-e38c8578
[5] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2025-12-26/waymo-expansion-seeks-to-make-robotaxis-relevant
[6] https://www.heise.de/tp/article/Tesla-droht-Verkaufsstopp-in-Kalifornien-wegen-Autopilot-Werbung-11118233.html

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Weltraumfahrt 2025: China holt auf; weltweit immer mehr private Partner

Von Uwe Kerkow — 27. Dezember 2025 um 16:00

Uwe Kerkow

Raketenstart mit viel Flammen und Rauch

Chinesische Rakete bei Start.

(Bild: Foto: Quing-lin, shutterstock)

Für acht weltraumfahrende Nationen und die EU war 2025 ein produktives Jahr. Sensationen blieben aus, doch wurden wichtige Fortschritte erzielt. Ein Rückblick.

Bis Heiligabend wurden im Jahr 2025 weltweit 323 Raumflüge verzeichnet [1].
USA: 198 Raumflüge, vier Fehlstarts
China: 89 Raumflüge, vier Fehlstarts
Russland: 15 Raketenstarts
Europa: 8 Raumflüge, ein Fehlstart
Indien: 5 Raumflüge, ein Fehlstart
Japan: 4 Raumflüge, ein Fehlstart

Weitere Länder mit je einem erfolgreichen Raketenstart waren Israel und Südkorea. Iran startete ebenfalls eine Satellitenmission, musste allerdings auch einen Fehlschlag hinnehmen.

China: Schnelle Notfallreaktion und kommerzielle Expansion

China baut seinen kommerziellen Weltraumsektor systematisch aus und verzahnt dabei staatliche mit privatwirtschaftlichen Strukturen. Am eindrucksvollsten zeigte sich Chinas gewachsene Kompetenz bei einer Rettungsmission im November 2025.

Nachdem ein Trümmerteil von weniger als einem Millimeter Größe ein Fenster des Raumschiffs Shenzhou-20 an der Raumstation Tiangong beschädigt hatte, reagierten chinesische Ingenieure mit bemerkenswerter Geschwindigkeit [2].

Innerhalb von nur 20 Tagen diagnostizierten sie die Gefahr, brachten die Besatzung der Shenzhou-20 mithilfe des Raumschiffs Shenzhou-21 sicher zur Erde zurück und starteten die unbemannte Kapsel Shenzhou-22, um der verbliebenen Crew ein neues Rückkehrfahrzeug bereitzustellen.

Diese erste Notlage in 22 Jahren bemannter chinesischer Raumfahrt verdeutlichte aber auch die wachsenden Risiken durch Weltraumschrott.

Kommerzieller Boom

Parallel zur staatlichen Raumstation forciert China den Ausbau seines kommerziellen Weltraumsektors. Der chinesische Raumfahrtmarkt soll 2025 voraussichtlich 2,5 Billionen Yuan (350 Milliarden US-Dollar) übersteigen [3], wie die China National Space Administration (CNSA) mitteilte. Derzeit gibt es in China mehr als 600 kommerzielle Raumfahrtunternehmen.

Die Regierung positioniert die Branche als zentralen Motor für zukünftiges Wirtschaftswachstum und globale Wettbewerbsfähigkeit. Im November 2025 richtete die CNSA eine neue Abteilung ein, die sich ausschließlich der Regulierung und Förderung des kommerziellen Sektors widmet.

Bemerkenswert ist vor allem die Massenproduktion [4] von Satelliten: Geespace, eine Tochtergesellschaft des Automobilherstellers Geely, baut in ihrer Fabrik in Taizhou Satelliten in nur 28 Tagen. "Wir können bis zu 500 Satelliten pro Jahr produzieren", sagte Liu Yong, stellvertretender Generaldirektor von Geespace. Dies ermöglicht es China, Satellitenkonstellationen schnell und in großem Maßstab aufzubauen.

Europa kartiert das dunkle Universum

Während andere Nationen ihre Präsenz im erdnahen Raum und auf dem Mond ausbauen, konzentriert sich Europa auf wissenschaftliche Grundlagenforschung.

Im März 2025 veröffentlichte das Euclid-Konsortium den ersten großen Datensatz [5] der Mission mit beeindruckenden Aufnahmen von 26 Millionen Galaxien. Bei vielen sind feinste Strukturen zu sehen. Zudem bestimmten die Forschenden die Form und Entfernung von mehr als 380.000 Galaxien.

Für die Auswertung der riesigen Datenmengen – Euclid [6] sendet täglich etwa 100 Gigabyte zur Erde zurück – werden leistungsfähige Algorithmen des maschinellen Lernens eingesetzt, kombiniert mit der Unterstützung tausender Freiwilliger aus der Bürgerwissenschaft.

Indien stärkt strategische Autonomie

Indien demonstrierte auch 2025 seine wachsenden Fähigkeiten. Die Indian Space Research Organisation (ISRO) startete [7] am 2. November erfolgreich den Kommunikationssatelliten GSAT-7R (CMS-03) für die indische Marine vom Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota.

Der eigenständig konzipierte und entwickelte Satellit wiegt etwa 4,4 Tonnen und ist damit der bisher schwerste in Indien gestartete Satellit. Der Start mit der leistungsstärksten indischen Rakete LVM3 dient auch der Vorbereitung auf Gaganyaan, Indiens erstes bemanntes Raumfahrtprogramm, das eine weiterentwickelte LVM3-Variante nutzen soll.

Russland fliegt zur ISS und startet Satelliten

Aus Moskau kamen 2025 keine aufregenden Weltraumnachrichten. Im russischen Kosmodrom war man vor allem mit Versorgungsflügen zu Internationalen Weltraumstation ISS und mit militärischen Satellitenstarts beschäftigt.

Für Heiligabend war der Start der neuen Soyus 5 geplant. Ob die Verschiebung [8] auf März mit dem Unfall an der Startrampe mit der Beschädigung [9] der Startrampe für die Flüge zu ISS in Baikonur Anfang Dezember zu tun hat, ist unklar.

USA setzen auf Privatunternehmen

Während China auf eine integrierte staatlich-kommerzielle Strategie setzt, verlassen sich die Vereinigten Staaten zunehmend auf private Unternehmen. Im Rahmen des Commercial Lunar Payload Services (CLPS)-Programms der NASA startete [10] das Unternehmen Intuitive Machines am 26. Februar 2025 seine IM-2-Mission erfolgreich zum Mondsüdpol.

Neben wissenschaftlichen Instrumenten trägt die Mission auch kommerzielle Technologiedemonstrationen: Einen hüpfenden Roboter namens "Grace" von Intuitive Machines, der in einen permanent beschatteten Krater springen soll, sowie ein 4G/LTE-Kommunikationssystem von Nokia, das Hochauflösungsvideo zwischen Lander, Rover und Hopper übertragen soll.

Private Raketen für staatliche Wissenschaft

Auch bei interplanetaren Missionen setzt die NASA auf kommerzielle Startdienste. Am 13. November 2025 startete [11] Blue Origin mit seiner neuen Schwerlastrakete New Glenn die NASA-Mission ESCAPADE (Escape and Plasma Acceleration and Dynamics Explorers). Die Zwillingssonden sollen untersuchen, wie der Sonnenwind die Marsatmosphäre nach und nach abgetragen hat.

Die Mission nutzt eine neuartige Flugbahn: Statt direkt zum Mars zu fliegen, werden die Sonden zunächst am Lagrange-Punkt 2 abgesetzt – eine Million Meilen von der Erde entfernt. Dort warten sie, bis Erde und Mars im November 2026 günstig ausgerichtet sind. Dann werden sie die Erdanziehung nutzen, um sich Richtung Mars zu katapultieren. Die Ankunft ist für September 2027 geplant.

Diese "Loiter"-Strategie könnte es künftigen Missionen ermöglichen, nahezu jederzeit zu starten und im All auf den optimalen Zeitpunkt für ihre interplanetare Reise zu warten.

SpaceX und die Starships

Das ehrgeizigste kommerzielle Raumfahrtprojekt der USA bleibt SpaceX's Starship-System – die größte jemals gebaute Rakete. Das Jahr 2025 war für das Programm von Höhen und Tiefen geprägt.

Die Testflüge 7 und 8 im Januar und März endeten jeweils mit dem Verlust des Raumschiffs weniger als zehn Minuten nach dem Start. Flug 9 im Mai kam weiter, aber das Raumschiff zerbrach beim Wiedereintritt in die Atmosphäre. SpaceX führte die Probleme mit dem Treibstoffsystemsystem des Haupttreibstofftanks zurück.

Im Juni explodierte ein für Flug 10 vorgesehenes Raumschiff auf einem Teststand in Texas, nachdem ein Druckbehälter im Nutzlastbereich versagt hatte. Erst der zehnte Testflug im August verlief vollständig erfolgreich: Das Raumschiff erreichte seine geplante Umlaufbahn, setzte erstmals Satelliten-Attrappen aus und führte ein Triebwerksmanöver im Weltraum durch. Der elfte Testflug Mitte Oktober verlief nahezu perfekt und markierte den Abschluss der Version-2-Testphase.

SpaceX verfolgt eine iterative Entwicklungsstrategie, die sich grundlegend von traditionellen Raumfahrtagenturen unterscheidet. Statt jahrelanger Entwicklung vor dem ersten Start testet das Unternehmen früh und häufig, um schnell Fortschritte zu erzielen – auch wenn dies Fehlschläge einkalkuliert.

Die Weichen werden gestellt

Das Jahr 2025 zeigt: Die globale Raumfahrt entwickelt sich in unterschiedliche Richtungen. China verfolgt eine integrierte Strategie, die staatliche Planung mit kommerziellem Wachstum verschränkt und auf langfristige Präsenz im Weltraum abzielt. Für Russland geht es vor allem darum, einen Teil des alten Glanzes zu erhalten.

Die USA setzen – außer für das Artemis Mondprogramm und kleinere Missionen [12] – mittlerweile fast vollständig auf die Innovationskraft privater Unternehmen und nehmen dabei auch Rückschläge in Kauf. Europa konzentriert sich auf wissenschaftliche Exzellenz, während aufstrebende Raumfahrtnationen wie Indien ihre strategische Autonomie ausbauen.


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[1] https://www.russianspaceweb.com/2025.html
[2] https://www.scmp.com/news/china/science/article/3334943/space-follower-first-responder-how-china-pulled-shenzhou-rescue-mission
[3] https://www.channelnewsasia.com/east-asia/china-space-industry-growing-private-firms-tourism-5498921
[4] https://thediplomat.com/2025/09/how-china-is-transforming-space-power/
[5] https://www.lmu.de/de/newsroom/newsuebersicht/news/weltraumteleskop-euclid-die-entdeckungsmaschine-38becd7c.html
[6] https://www.science.esa.int/web/cm25/euclid
[7] https://www.thehindu.com/sci-tech/science/isros-lvm3-m5-rocket-with-heaviest-communication-satellite-lifts-off/article70232624.ece
[8] https://www.russianspaceweb.com/2026.html
[9] https://timesca.com/critical-baikonur-launch-pad-hit-by-damage-after-soyuz-ms-28-liftoff/
[10] https://www.nasa.gov/news-release/liftoff-nasa-tech-science-en-route-to-moon-with-intuitive-machines/
[11] https://www.nasa.gov/news-release/nasa-blue-origin-launch-two-spacecraft-to-study-mars-solar-wind/
[12] https://spaceflightnow.com/2025/03/10/live-coverage-spacex-to-launch-nasas-spherex-and-punch-spacecraft-on-falcon-9-rocket-from-vandenberg/

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Reiseziel Pakistan: Zum Geheimtipp verdammt

Von Mark Engeler — 27. Dezember 2025 um 12:00

Mark Engeler

 Fußgängerseilbrücke über einen Fluss

Eine Fußgängerbrücke über den Hunza Fluss in Gojal. Bild: Mark Engeler

Das vielleicht eindrucksvollste Reiseland Asiens. Ein Land, das überfordert, verstört und belohnt. Und gerade deshalb unvergesslich bleibt.

Zunächst die Reisehinweise des Auswärtigen Amts [1] (AA): Seit einigen Jahren sind diese auch für Pakistan differenziert. Während nach den Anschlägen von 9/11 lange eine pauschale Reisewarnung bestand, gibt es nun eine realistische Aufteilung nach Provinzen und Natur der Gefahren.

Es besteht eine Teilreisewarnung, das ist Stufe II von III. Laut AA ist das Risiko politischer Gewalt in den Gebirgen, dem Hauptreisegebiet, gering. Es greifen alle Policen. Bei einer Reisewarnung Stufe III ist das manchmal nicht der Fall. So findet nicht nur der Autor das Risiko vertretbar.

Pakistan ist krass, Angriff auf alle Sinne

Jedoch ist das "Land der Reinen" (so der Name Pakistan übersetzt) nicht mit Indien oder Nepal, geschweige denn der Türkei, zu vergleichen. Pakistan ist krass, Angriff auf alle Sinne. Außer in Afghanistan gibt es in Asien keine Kultur, die so anders wie die eigene ist. Das soziale Leben wird noch völlig von Stammesstrukturen durchdrungen. Während der Westen individualistisch ist, gibt es dort Sprachen, denen das Pronomen "Ich" unbekannt ist. Das kann zu Missverständnissen führen.

Doch wer seinen Kontext verlassen und Menschen treffen will, die völlig anders leben, kommt um dieses Land nicht herum. Und weil es wegen seiner massiven Probleme so einen fragwürdigen Ruf hat, trifft der abgegriffene Satz "abseits ausgetretener Touristenpfade" tatsächlich zu. Es ist Reisen ohne Netz und doppelten Boden, ohne Filter. Und sei es Klischee: So etwas wie Abenteuer, im 21. Jahrhundert.

Pakistans Bergwelt – Weltklasse

Auch dem Autor kam zu Beginn beim Stichwort "Pakistan" wenig in den Sinn. Man weiß vielleicht von der blutigen Teilung Indiens ("Gandhi [2]", Attenboroughs Film von 1982), der berüchtigten politischen Instabilität und dem (Erz)konservativen Islam.

In den 1980er-Jahren war es der treue Verbündete im Stellvertreterkrieg gegen die UdSSR in Afghanistan. Aber sonst? Zum Beispiel weiß man wenig oder nichts von seiner globalen Bedeutung allein aufgrund der Bevölkerung. Aktuell ist es die fünftgrößte Nation der Welt und wird sich dank starkem Wachstum auf Rang vier oder sogar drei vorarbeiten.

Die Flutwelle von Negativschlagzeilen, die während des Nato-Engagements in Afghanistan [3] aus ihm kamen, ist auch schon wieder fast vergessen. Was weiß man von den schönen Seiten Pakistans, die sonst wo Besucher anziehen würden?

Da wären an erster Stelle die Berge, die nur Insidern ein Begriff sind.

Berg

Gasherbrum IV, 7937m, am Concordia Platz nahe dem K2. Bild: Mark Engeler

Der K2, mit 8611m der zweithöchste Gipfel der Welt, wird in der Regel in Nepal verortet, und wenn nicht dort, in Indien. Die gewaltigste Pyramide auf Erden befindet sich aber im äußersten Norden Pakistans (zur Hälfte gehört der Berg zu China, was ebenfalls wenig geläufig ist).

Die kühnsten und ästhetisch schönsten Berge der Welt

Bis in die 1990er-Jahre wussten nur wenige, dass sich dort Karakorum, Hindukusch, Himalaya und Pamir vereinen. Eigentlich soll und kann man Berge nicht vergleichen, sie alle sind schön, ob wenige hundert oder viele tausend Meter hoch.

Doch sind sich Kenner trotzdem meistens einig: In Nordpakistan, allen voran im Karakorum, erheben sich die kühnsten und ästhetisch schönsten Berge der Welt. Und auch die Anzahl ist phänomenal. Nirgendwo sonst ballen sich auf so engem Raum so viele hohe, schöne Gipfel – und außerhalb der Polarregionen soviel Eis – zusammen.

Trekking

Diese fantastische Landschaft ist verständlicherweise ein Eldorado für Wanderer. Touren gibt es von wenigen Stunden bis hin zu Wochen, von relativ einfach und sicher (nichts ist hier jedoch ganz harmlos) bis zum Expeditionsstil. Selbst die kürzesten Touren sind, es muss einfach so klischeehaft gesagt werden, unvergesslich. Und die Massen, die solche Touren anziehen sollten, sind einfach nicht da.

Berg

Lady Finger 6000m und Hunza Peak 6250m als Kulisse von Karimabad, Hunza. Bild: Mark Engeler

Das ist keine Arroganz, sondern Tatsache; ein Umstand, den man gerne mitnimmt. Man wünscht sogar mehr Wanderer. Denn wie sonst in den Bergen gibt es außer Tourismus kaum eine Verdienstquelle für die lokale Bevölkerung.

Aber noch ist Overtourism ein Fremdwort. Nur in einer Region trifft man regelmäßig andere Wanderer. Das ist logischerweise die Tour entlang dem über 60 Kilometer langen Baltoro-Gletscher zum Basislager von K2 und anderen 8000ern. Das ist die beste Trekkingtour der Welt, das wollen auch andere sehen, egal wie schlecht die Nachrichten sind, die auch noch heute aus Pakistan kommen.

Luftbild des Baltoro-Gletschers

Luftbild des Baltoro-Gletschers

(Bild: Foto [4]: Guilhem Vellut [5]/ CC BY-SA 2.0 Deed [6])

Ansonsten trifft man nennenswerte Ansammlungen nur in den Orten an den Hauptstraßen wie dem Karakoram Highway (der Pakistan mit China verbindet) und auf den Kurztouren, die in unmittelbarer Nähe – zu Fuß – von diesen Orten erreichbar sind. Selbst an einem weltberühmten Berg wie dem Nanga Parbat (8126m), dem "Schicksalsberg der Deutschen", begegnet man manchmal keinem Touristen.

So wie auf den bis zu mehreren Wochen langen Touren auf den großen Gletscher Biafo, Hispar und Chogolungma, in Regionen wie Ghizar (zwischen Himalaya und Hindukusch), Shimshal (im Pamir) oder in Chitral. Und da wären noch die Täler von Kohistan, leider unzugänglich, am Indus südwestlich vom Nanga Parbat, die noch kein Weißer betreten hat.

Eigentlich unvorstellbar und so in Asien nur noch in Afghanistan und Pakistan. Nach Kohistan traut sich nicht einmal die Staatsmacht. Die Stämme wollen ihre Lebensweise und Bräuche unter allen Umständen erhalten, sie wollen von Pakistan und dem Rest der Welt nichts wissen. Die Geschlechtertrennung ist so radikal (und gab es schon vor der Konversion zum Islam), dass auch die meisten Muslime mit Unverständnis reagieren.

Auch wenn es keine Möglichkeit gibt, diese wilden Täler je zu betreten: Wenn man sie streift, auf der Fahrt von Islamabad nach Gilgit am Indus entlang, dann ist schon die Vorstellung, was sich in ihnen verbirgt, faszinierend. Legt man auf der Fahrt in Besham, Komilla, Shatial, Chilas oder sonst einem kleinen Bazaar eine Teepause ein, betritt man wahrlich eine andere Welt. Bergsteigen kann man im Karakorum natürlich auch.

Nur ist das nichts für Anfänger. Hier trifft sich die Weltelite der Kletterer (und Paraglider). Eher geschieht es hier, wenn die Grenzen im Alpinismus noch verschoben werden.

Das echte Pakistan

Das Karakorum ist so repräsentativ für Pakistan wie die Alpen für Deutschland. Dort leben ca. zwei Millionen Menschen, im ganzen Land knapp 250 Millionen, ganz genau weiß das niemand. Auch ethnisch-religiös gibt es Unterschiede. In Hunza, Gojal und Ghizar leben Ismaelis, eine Konfession der Schiiten und Anhänger des Agha Khan.

Kinder an Flussufer

Mädchen am Ufer des Ravi in Lahore. Bild: Mark Engeler

Sie sind modern, die Frauen unverschleiert, oft gebildet und sehr gute Englischsprecher. Gesehen aufs Ganze eine kleine Minderheit. Solche Nischen gibt es im Süden keine. In Baltistan, im Herzen des Karakorum, siedeln fast ausnahmslos Schiiten.

Unten im Flachland gibt es auch viele, aber nicht so kompakt. Sie unterscheiden sich ebenfalls vom Sunni-Mainstream. Das echte Pakistan sind die Ebenen und Wüsten im Süden und hier trifft man mit der Ausnahme von Rawalpindi/Islamabad und Lahore tatsächlich noch weniger Touristen als in den Bergen.

Der Autor war 2021 sechs Wochen im Zentrum von Karachi, einer Metropole mit über 25 Millionen Einwohnern, und hat kein Bleichgesicht gesehen. Das wichtigste Landschaftsmerkmal der Ebenen ist "Vater Indus". An ihm hängt das Schicksal von Abermillionen Menschen, und er teilt das Land in zwei Sphären.

Östlich kommt man sich vor wie in Indien – vor 30 Jahren. Manchmal findet man noch Überbleibsel der Mischreligion aus Islam und Hinduismus, die von den Sufis zelebriert wurden und nun beidseits der Grenze von Radikalen verabscheut werden.

Menschen in einem Sufi Schrein

An einem Sufi Schrein im Südlichen Punjab. Bild: Mark Engeler

Trotzdem: An den Schreinen im Süden des Punjab und Sindh vergisst man, in einem muslimischen Land zu sein. Und im Jetzt … stattdessen herrscht eine Atmosphäre wie zur Hochzeit der Mogul-Dynastie im 17. Jahrhundert.

Dann gibt es Städte wie das Mega-Moloch Karachi, von dem niemand, auch die Bewohner, nicht wissen, wie es funktioniert. Ganz sicher keine Schönheit, doch beeindruckend, wie die Menschen ihr Leben bewältigen. Westlich vom Indus siedeln die großen Stammesverbände der Paschtunen, Balochen und Dutzende Kleinethnien. Diese große Region ist – leider – seit 20 Jahren "No Go".

Tatsächlich unvergesslich

Manchen wird das Land abstoßen – die Unsichtbarkeit, gar Zurücksetzung der Frauen, der Lärm, die Hitze, die Chilis, das Chaos. Aber niemanden wird es unberührt lassen. Jeder wird Begegnungen haben, Gespräche führen und Dinge sehen, die er nie vergessen wird.

Man wird bemerken, dass im Alltag der Menschen die Schocknachrichten, die ihr Land verursacht, wenig Bedeutung haben. So wie für den normalen US-Amerikaner oder Deutschen zweitrangig ist, was Präsidenten und Kanzler reden.

Pakistan ist wie sein Nationalgetränk Chay – Tee, jedoch für Deutsche kaum als solcher kaum zu erkennen. Ausschließlich in der fetten Milch der Wasserbüffel aufgebrüht, Zucker bis der Löffel steht, Ingwer und Kardamom. Ganz sicher kein gesundes Vergnügen … aber so schmackhaft!


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[1] https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/laender/pakistan-node/pakistansicherheit-204974
[2] https://www.filmstarts.de/kritiken/2596/trailer/19301064.html
[3] https://www.bundestag.de/resource/blob/881198/27fd4f597e1d4ee43350aafffc6f9d8c/WD-2-062-21-pdf-data.pdf
[4] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Baltoro_glacier_from_air.jpg
[5] https://www.flickr.com/people/22539273@N00
[6] https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en

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Störungsmeldung vom 27.12.2025 06:43

Von heise online — 27. Dezember 2025 um 06:43

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Beginn
27.12.2025 06:43
Region
Berlin (030)
Provider
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Störungsmeldung vom 27.12.2025 09:00

Von heise online — 27. Dezember 2025 um 09:00

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
27.12.2025 09:00
Region
Rodgau (06106)
Provider
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Das Blu-ray-Jahr 2025: bester Ton, bestes Bild, beste Restauration | c’t uplink

Von Heise — 27. Dezember 2025 um 06:30

Für einen gelungenen Heimkinoabend wollen Fernseher und Surroundanlage es ordentlich krachen lassen – wir wühlen uns im Podcast durchs Kinojahr 2025.

Die Cineasten c’t-Redakteur Hartmut Gieselmann und c’t-Autor Timo Wolters stellen ihre Top-Erscheinungen vor, sortiert nach bestem Ton, bestem Bild, bester Restauration, bestem Film insgesamt – und auch enttäuschendstem Flop. Kenntnisreich und mit vielen Anspielungen auf weitere Filme diskutieren sie die 30 Filme. In inhaltlicher Sicht vertreten sie dabei durchaus unterschiedliche Meinung, in technischer Sicht machen sie weitgehend die gleichen Erfahrungen.

Filmfans erfahren, bei welchen Titeln die Qualität mit der Veröffentlichungsform schwankt und bei welchen Sequels die Vorgänger sehenswerter waren. Zudem fallen nicht nur Tipps für 2025er-Veröffentlichungen ab, sondern auch für ältere Filme, sodass die Heimkinoanlage über die Feiertage genug Futter bekommt.

Außer per Uplink findet ihr den Rückblick von Hartmut und Timo auch in dieser ausführlichen Heise-Meldung [7].

Mit dabei: Hartmut Gieselmann, Timo Wolters
Anmoderation: Jörg Wirtgen
Produktion: Tobias Reimer

In unserem WhatsApp-Kanal [9] sortieren Torsten und Jan aus der Chefredaktion das Geschehen in der IT-Welt, fassen das Wichtigste zusammen und werfen einen Blick auf das, was unsere Kollegen gerade so vorbereiten.

c't Magazin [10]
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c't auf Facebook [13]
c't auf Bluesky [14]
c’t auf Threads [15]
► c't auf Papier: überall, wo es Zeitschriften gibt!


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Samsung: Ausbleibende Google-Play-Dienstupdates sind Absicht

Von Heise — 26. Dezember 2025 um 13:00
Editorial,Illistrative.,Software,Update,On,Android.,The,Samsung,Phone,Is

(Bild: Bk87/Shutterstock.com)

Seit einigen Wochen gibt es Verwunderung über ausbleibende Google-Play-Dienstupdates auf Samsung-Smartphones. Jetzt erklärt Samsung das.

Seit einiger Zeit brodelt es in der Gerüchteküche, weil Samsung-Smartphones offenbar keine Google-Play-Dienstupdates mehr erhalten. Spekulationen über die Gründe gibt es reichlich. heise online hat bei Samsung nachgefragt – und nun hat der Hersteller das beobachtete Phänomen erklärt.

Samsung sagte gegenüber heise online: „Bei der Einführung neuer Geräte oder größerer One UI-Updates spielt Samsung ausschließlich Software aus, die das Unternehmen verifiziert hat. Samsung hat die Verteilung von Google-Updates vorübergehend ausgesetzt, um mögliche Probleme zu vermeiden.“ Es sei derzeit geplant, „das Google-Update im Januar 2026 aufzunehmen.“

Es handelt sich demnach um eine bewusste Entscheidung und um einen kontrollierten Vorgang. Aus IT-Sicherheitssicht stellt das anscheinend kein Problem dar, andernfalls würde Samsung die Aktualisierungen von Google sicherlich verteilen. Das Unternehmen achtet bei den Galaxy-Smart-Devices sehr auf die Gerätesicherheit, da diese der Grund dafür ist, dass die Geräte auch im Business-Umfeld häufig eingesetzt werden.

Temporäre Aussetzung der Google-Play-Dienstupdates

Smartphones mit Android-Betriebssystem erhalten allgemein mehrere Aktualisierungen, bei Samsung die größeren Systemupdates etwa ein- bis zweimal im Jahr. Dazu die inzwischen nur noch quartalsweise bereitgestellten Sicherheitsaktualisierungen [1] von Google für Android. Für die zeichnen die Gerätehersteller selbst verantwortlich. Unabhängig davon gibt es schließlich die Google-Play-Updates, die Google selbst eigentlich monatlich bereitstellt und verteilt.

Besitzer von Samsung-Smartphones haben zuletzt häufiger beobachtet [2], dass zum Beispiel das Android-Systemupdate auf ihrem Gerät angeboten wurde und damit der Sicherheitslevel auf dem aktuellen Stand 1. Dezember 2025 landet. Jedoch verharrt die Google-Play-Systemupdate-Fassung beispielsweise auf dem Stand 1. Juli 2025, 1. August 2025 oder 1. September 2025 und führt damit zu Irritationen.

Gerüchte zu den Gründen sind mit der offiziellen Stellungnahme hinfällig. Samsung-Gerätebesitzer müssen sich offenbar keine Sorgen machen, da das Unternehmen dieses Verhalten bewusst hervorruft und dabei die (Sicherheits-)Lage im Blick hat.


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https://www.heise.de/-11124911

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[1] https://www.heise.de/news/Schlecht-fuer-Custom-ROMs-Google-aendert-Android-Sicherheitspatch-Strategie-10645581.html
[2] https://www.heise.de/news/Samsung-Galaxy-Play-Dienste-Updates-fehlen-seit-Monaten-11118002.html
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[4] mailto:dmk@heise.de

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Neu in .NET 10.0 [3]: C# 14.0

Von Heise — 26. Dezember 2025 um 09:00
Verkehrsschild mit C#

(Bild: Pincasso/Shutterstock)

C# 14.0 wird mit .NET 10.0 ausgeliefert. Man kann dennoch einige C# 14.0-Sprachfeatures auch in älteren .NET-Versionen nutzen.

In einem .NET 10.0-Projekt (Projekteinstellung in .csproj-Datei: <TargetFramework>net10.0</TargetFramework>) ist C#-Sprachversion 14.0 der automatisch eingestellte Standard, auch ohne zusätzliches Tag <LangVersion>.

C# 14.0 wird offiziell von Microsoft erst ab .NET 10.0 unterstützt. Auf der Learn-Site von Microsoft heißt es [1]: „C# 14.0 is supported only on .NET 10 and newer versions.“

Entwicklerinnen und Entwickler können allerdings auf eigene Verantwortung einige (aber nicht alle!) C# 14.0-Sprachfeatures in älteren .NET-Versionen einschließlich .NET Framework, .NET Core und Xamarin nutzen. Dazu muss man die <LangVersion> in der Projektdatei (.csproj) auf „14.0“ erhöhen:

<PropertyGroup>
  <TargetFramework>.net8.0</TargetFramework>
  <LangVersion>14.0</LangVersion>
</PropertyGroup>

Bitte beachten Sie aber, dass es für den Einsatz von C#-14.0-Sprachfeatures in .NET-Versionen vor 10.0 keinen technischen Support von Microsoft gibt. Bei Problemen können Sie Ihren Supportvertrag nicht nutzen, um Microsoft um Hilfe zu ersuchen. Dennoch ist der Einsatz höherer C#-Versionen in älteren .NET-Projekten in einigen Unternehmen gängige und problemlose Praxis.

In C# 14.0 sind gegenüber Version 13.0 acht wesentliche Neuerungen erschienen (die in den folgenden Wochen in dieser Blogserie vorgestellt werden):

  • Neue Operatorüberladungen für +=, -=, *=, /=, %=, &=, |=, ^=, <<=, >>= und >>>
  • Erweiterungsblöcke mit dem Schlüsselwort extension
  • Semi-Auto Properties mit dem Schlüsselwort field (die gab es schon in C# 13.0, dort aber experimentell)
  • Partielle Konstruktoren und partielle Ereignisse
  • Null-Conditional Assignment
  • Vereinfachung für nameof() mit generischen Typen
  • Vereinfachungen bei Lambda-Ausdrücken
  • Mehr Konvertierungen für Spans

Von den oben genannten neuen Sprachfeatures in .NET 10.0 funktionieren alle bis auf eine Ausnahme auch in älteren .NET-Versionen, sofern man <LangVersion>latest</LangVersion> in der Projektdatei setzt. Die Ausnahme sind die neuen Operatorüberladungen. Um diese geht es im nächsten Artikel dieser Serie.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11120672

Links in diesem Artikel:
[1] https://learn.microsoft.com/en-us/dotnet/csharp/language-reference/configure-language-version
[2] mailto:rme@ix.de

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Star Citizen: "Squadron 42 ist von Anfang bis Ende spielbar"

Von Peter Steinlechner — 26. Dezember 2025 um 18:19
Chris Roberts sieht Squadron 42 auf der Zielgeraden: Die Kampagne ist vollständig spielbar, nun erfolgt Feinschliff.
Szene aus dem Trailer von Squadron 42 (Bild: Cloud Imperium Games)
Szene aus dem Trailer von Squadron 42 Bild: Cloud Imperium Games

Das Entwicklerstudio Cloud Imperium Games meldet deutliche Fortschritte bei der Entwicklung von Squadron 42. In seinem Letter of the Chairman schreibt Studiochef Chris Roberts, das Team habe 2025 auf den in Citizen Con gezeigten Stand aufgebaut, die Inhalte vervollständigt und zentrale Aufgaben für die Beta vorbereitet.

Nach Angaben von Roberts seien alle Kapitel nun "von Anfang bis Ende vollständig spielbar" . Man spiele die Kampagne intern regelmäßig durch.

Roberts beschreibt Squadron 42 als außergewöhnlich umfangreich: Die Einzelspieler-Kampagne soll mehr als 40 Stunden umfassen. Jetzt gehe es vor allem um Feinschliff, Optimierung und Bugfixes.

"Es wird immer klarer, wie besonders dieses Spiel sein wird, sobald der verbleibende Polishing-Aufwand abgeschlossen ist" , findet Roberts.

Nahtlos durch das All

Ein Schlüssel sei die über Jahre entwickelte Technik von Cloud Imperium Games. Die Spieler sollen sich nahtlos zu Fuß bewegen, in Schiffe steigen, diese von innen begehen und ohne Ladebildschirme zu Planeten oder durch ganze Sternsysteme reisen können. Diese Verbindung aus Detailnähe und galaktischem Maßstab sorge für eine besondere Immersion.

Roberts hebt zudem die Qualität der Inhalte hervor: Schreiben, Performance-Capture, Figuren, Umgebungen, Schiffe, Beleuchtung, Sound, Zwischensequenzen und Spieldesign erhielten viel Aufmerksamkeit.

Sternenkrieg mit Mark Hamill

Gemeinsam mit interaktiven Systemen entstehe ein Erlebnis, "das einen in die Welt hineinzieht und dort hält" .

Squadron 42 ist die handlungsbasierte Kampagne im Star-Citizen-Universum von Cloud Imperium Games. Das Spiel soll cineastische Weltraummissionen mit Bodeneinsätzen verbinden und unabhängig von Star Citizen auf Windows-PC veröffentlicht werden.

Vor mehr als zehn Jahren holte Cloud Imperium Games mehrere Hollywoodstars vor die Kamera, unter anderem Mark Hamill. Ob diese alten Aufnahmen noch verwendet werden (dürfen) und ob sich an der Handlung einiges oder alles geändert hat, ist im Detail nicht bekannt.

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Bahn: China baut Hochgeschwindigkeitsnetz auf 50.000 km aus

Von Andreas Donath — 26. Dezember 2025 um 16:14
Mit der Eröffnung der Strecke Xi'an – Yan'an hat China am Freitag die 50.000-Kilometer-Schwelle im Hochgeschwindigkeitsnetz überschritten.
Der neue Hochgeschwindigkeitszug der Strecke Xi'an - Yan'an (Bild: People's Daily, China/X)
Der neue Hochgeschwindigkeitszug der Strecke Xi'an - Yan'an Bild: People's Daily, China/X

China meldet einen neuen Rekord. Das Land hat die letzten Kilometer für ein Hochgeschwindigkeitsnetz von 50.000 km fertiggestellt .

Die 299 Kilometer lange Neubaustrecke verbindet die chinesische Provinzhauptstadt Xi'an mit der nördlich gelegenen Stadt Yan'an in der Provinz Shaanxi. Die Fahrzeit zwischen beiden Städten verkürzt sich von über zwei Stunden auf etwa eine Stunde. Auf der Strecke kann mit bis zu 350 km/h gefahren werden.

Magnetschwebebahn-Forschung erreicht neue Geschwindigkeitsschwelle

Parallel zur Netzexpansion legte Chinas Maglev-Forschung (Magnetic Levitation) neue Ergebnisse vor. Ein Team der Nationalen Verteidigungsuniversität für Technologie beschleunigte kürzlich ein Testfahrzeug mit einem Gewicht im Tonnenbereich innerhalb von zwei Sekunden auf 700 km/h auf einer 400 Meter langen Magnetschwebebahn, wie China Central Television berichtete . Die Forscher geben an, dass der Durchbruch Optionen für künftige Vakuumröhren-Maglev-Transportsysteme bieten könnte, so China Daily .

Zum Vergleich: Der Magnetschwebezug in Shanghai erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 431 km/h. Der japanische JR Maglev hat knapp über 600 km/h geschafft.

Infrastrukturausbau geht weiter

Chinas Schieneninfrastruktur entwickelte sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiter. Das Hochgeschwindigkeitsnetz durchzieht mittlerweile das gesamte Land, verbindet große Ballungszentren und reicht bis in entlegenere Regionen.

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E-Mail: Google testet Änderung von Gmail-Adressen

Von Andreas Donath — 26. Dezember 2025 um 15:48
Erstmals könnten Nutzer ihre @gmail.com-Adresse nachträglich ändern. Das wäre ein Bruch mit Googles langjähriger Praxis.
Gmail-App auf einem Smartphone (Bild: Pexels)
Gmail-App auf einem Smartphone Bild: Pexels

Google scheint eine Funktion zu testen, mit der Nutzer ihre Gmail-Adresse ändern können. Ein Support-Dokument, das bislang nur auf Hindi verfügbar ist, beschreibt den Prozess für die Adressänderung. Die Funktion wird laut Google schrittweise ausgerollt, ein konkreter Zeitplan existiert jedoch nicht. Eine offizielle Ankündigung des Unternehmens steht noch aus.

Bisher konnten Inhaber eines Google-Kontos die bei der Anmeldung vergebene @gmail.com-Adresse nicht ändern. Diese Beschränkung betrifft den Zugang zu allen Google-Diensten wie Youtube, Drive und Photos. Wer eine andere E-Mail-Adresse wollte, musste bislang ein komplett neues Konto erstellen.

Laut der entdeckten Dokumentation behalten Nutzer nach einer Adressänderung Zugriff auf ihre ursprüngliche E-Mail. Beide Adressen würden in einem einzigen Konto aktiv bleiben und Nachrichten an beide Postfächer zugestellt. Alle vorhandenen Daten einschließlich der in Drive und Photos gespeicherten Dateien blieben zugänglich, wie Tom's Hardware berichtet .

Zugang und Einschränkungen

Nutzer können ihre Berechtigung in den Einstellungen des Google-Kontos unter Persönliche Informationen prüfen. Die Option zur Adressänderung sollte im Bereich E-Mail für jene erscheinen, die am Test teilnehmen.

Google hat eine Wartezeit von zwölf Monaten zwischen erneuten Adressänderungen implementiert. Diese Beschränkung verhindert, dass Nutzer ihre Adresse mehrfach in kurzer Folge wechseln. Das Unternehmen könnte diese Parameter vor einer weitergehenden Veröffentlichung noch anpassen.

Die Funktion unterscheidet sich von Google-Workspace-Aliasen, welche den verwalteten Konten die Nutzung alternativer Adressen ermöglichen. Sie unterscheidet sich auch von der Möglichkeit, den Anzeigenamen eines Kontos zu ändern, was die zugrunde liegende @gmail.com-Adresse nicht beeinflusst.

Andere E-Mail-Anbieter wie Microsoft Outlook bieten seit Längerem Funktionen zur Adressänderung und Alias-Verwaltung an. Die Ergänzung würde Googles Consumer-E-Mail-Dienst funktional näher an die Konkurrenz heranführen.

Der auf Indien fokussierte Roll-out deutet darauf hin, dass Google einen begrenzten Test durchführt, bevor eine potenzielle Ausweitung erfolgt.

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heise+ | Letterboxd: Datenverwertung bedroht den Hort der digitalen Filmkultur

Von Heise — 26. Dezember 2025 um 17:30

Die Filmplattform Letterboxd liefert Orientierung am digitalen Filmbuffet und kommt bislang ohne algorithmische Empfehlungen aus. Das könnte sich bald ändern.

Samstagabend, 20:30 auf der Couch. Süßigkeiten wurden schon bereitgestellt und für den perfekten Heimkinoabend fehlt nur noch eines: der Film. Lieber Blockbuster, Arthouse oder Klassiker? Politthriller, Drama oder Komödie? Netflix, Disney+ oder doch Mubi? Eine gefühlte halbe Stunde zerrinnt im ziellosen Blättern durch das Filmangebot der Streaminganbieter. Die Entscheidung für einen Film rückt dabei immer weiter außer Sichtweite. Zu groß ist das Filmbuffet, zu unterschiedlich sind die Optionen – und dann noch die Meinungsflut im Netz.

Wie schön wäre eine Online-Gemeinschaft, an die man sich vertrauensvoll wenden könnte? Ein Ort, an dem Filmbewertungen noch sinnhaft erscheinen, weil Anerkennung nicht allzu großzügig verteilt wird. Ein Ort des gepflegten Austauschs über Filme, weit weg von der Polemik, die in den Kommentarbereichen etlicher sozialer Netzwerke schon lange zum netzkulturellen Alltag gehört. Was wie ein Traum ewig-gestriger Internetidealisten klingt, das ist Letterboxd [1] [1] für etliche Millionen vor allem junger Filmbegeisterter.

Wieso die Filmplattform gerade die Gen Z so anzieht, was die Pandemie damit zu tun hat und weshalb Letterboxd Gefahr läuft, die eigens geschaffene Filmkultur zu untergraben, erklären wir auf den folgenden Seiten.


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[1] https://letterboxd.com/

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Die Bitcoin-Rallye ist abgesagt – Anleger bleiben auf Verlusten sitzen

Von Matthias Lindner — 26. Dezember 2025 um 18:30

Matthias Lindner

Grafik zeigt eine symbolische Bitcoin-Münze

(Bild: Hi my name is Jacco / Shutterstock.com)

Während Gold durch die Decke geht, steckt Bitcoin in der Krise. Ein historischer Zyklus könnte dahinterstecken.

Bitcoin [1] beendet das Jahr 2025 ohne die erhoffte Dynamik. Während der Aktienindex S&P 500 mit einer klassischen Weihnachtsrallye auf Rekordhöhen klettert, bewegt sich die größte Kryptowährung [2] kaum vom Fleck.

Der Kurs pendelt, wie Bloomberg berichtet [3], in einer engen Spanne zwischen 85.000 und 90.000 US-Dollar. Aufs Jahr gerechnet steht allerdings ein Minus von mehr als sieben Prozent zu Buche.

Schwächste Quartalsperformance seit 2022

Dabei schien es lange Zeit, dass Bitcoin eine Anlage mit garantiertem Kursanstieg ist. Doch im Oktober begann der Ausverkauf und die Kryptowährung büßte rund 30 Prozent seines Wertes ein.

Die aktuelle Quartalsperformance, so heißt es bei Bloomberg, ist die schwächste seit dem zweiten Quartal 2022, als der Zusammenbruch von TerraUSD die Branche erschütterte. Die Handelsvolumina bleiben niedrig, die Spekulation von Privatanlegern ist zurückgegangen.

Gold steigt, Bitcoin stagniert

Die Kluft zu anderen Anlageklassen ist markant: Gold kletterte auf fast 4.500 US-Dollar pro Unze und legte 2025 mehr als 70 Prozent zu. US-Aktien belohnten Anleger, die an Technologiewerten festhielten.

Bitcoin hingegen schaffte im Vergleich dazu weder den Anschluss als risikoreiches Asset noch als digitales Wertaufbewahrungsmittel.

"Hard Assets ziehen Kapital als langfristige Absicherungen an, während Kryptowährungen weiterhin außen vor bleiben", wird ein Analyst von Bloomberg zitiert.

Marktinterne Faktoren dominieren

Die Schwäche des Bitcoins folgt dabei keiner Konjunktur, sondern folgt dabei grundlegenden Marktmechanismen. Langfristige Anleger verkaufen, so Bloomberg, im Einklang mit dem historischen Vierjahreszyklus.

Dieser Druck wirke unabhängig von makroökonomischen Impulsen. Zugleich fehlten neue Käufer. Während frühere Inhaber also ihre Positionen nach und nach abbauten, bauten andere Anleger keine neuen auf. Dadurch sei eine nachhaltige Rallye verhindert worden.

ETF-Abflüsse verstärken Druck

Zu den Haltern, die ihre Positionen verringerten, gehörten US-Bitcoin-Fonds, wie Reuters berichtet [4]. Sie seien im vierten Quartal zu Nettoverkäufern geworden.

Der IBIT-ETF von BlackRock etwa verzeichnete bis Ende November Abflüsse von 2,7 Milliarden US-Dollar in fünf Wochen. ETFs [5] ermöglichen zwar einfachen Zugang, dienen aber auch als schneller Ausstiegskanal bei Stimmungswechseln.

Steigende Renditen belasten

Das makroökonomische Umfeld spielt ebenfalls eine Rolle. Das stärkere US-Wachstum im dritten Quartal senkt laut Reuters die Wahrscheinlichkeit baldiger Zinssenkungen. Treasury-Renditen liegen bei etwa 4,17 Prozent für zehnjährige Anleihen. Steigende Renditen machen nicht verzinsliche Assets wie Bitcoin unattraktiver.

Für 2026 erwarten Beobachter eher Konsolidierung als explosive Preisbewegungen. Volatilität bleibt demnach Teil der Geschichte. ETF-Ströme werden weiterhin als zweischneidiges Schwert wirken – sie können Rallyes beschleunigen, aber auch Verkäufe verstärken.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Bitcoin-Falle-statt-Freiheit-fuer-den-Globalen-Sueden-10515493.html
[2] https://www.heise.de/tp/article/Kryptowaehrungen-Werden-Hacker-bald-reich-10387395.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-12-24/bitcoin-misses-out-on-wall-street-cheer-to-stall-near-87-000
[4] https://www.reuters.com/legal/legalindustry/bitcoin-2025-volatility-rise-private-litigation--pracin-2025-12-24/
[5] https://www.heise.de/tp/article/Fonds-in-Deutschland-Publikumsfonds-feiern-2025-ein-Sensationsjahr-11074194.html

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Mikroplastik: Das versteckte Problem biologisch abbaubarer Materialien

Von Kai Imhoff — 26. Dezember 2025 um 15:10

Kai Imhoff

Eine Hand zieht eine biologisch abbaubare Plastiktüte aus einem Karton. Die Tasche zeichnet sich durch klare Recycling-, kompostierbare und biologisch abbaubare Symbole aus. Veranschaulicht nachhaltiges Verpacken, Umweltbewusstsein

(Bild: Hakaroo Project / Shutterstock.com)

Abbaubare Plastiktüten versprechen Umweltschutz – doch was beim Zerfall entsteht, überrascht selbst Forscher.

Viele Menschen vertrauen bei Plastiktüten und anderen Gegenständen darauf, dass "abbaubar" oder "biologisch abbaubar" gleichbedeutend mit umweltfreundlich ist. Eine Studie der Northeastern University zeigt jedoch: Dass ein Material als abbaubar gilt, reicht allein nicht aus, um Umweltsicherheit zu garantieren.

Entscheidend ist, was beim Abbau entsteht. Die Forscher untersuchten zwei elektronische Geräte und fanden heraus [1], dass manche Materialien zu toxischen Substanzen oder nahezu nicht abbaubaren Teilchen von Mikroplastik [2] zerfallen können.

Abbaubar heißt nicht automatisch unschädlich

Untersucht wurden ein Drucksensor und ein Fotodetektor, deren Kunststoffteile als abbaubar galten. Mittels Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie wurden deren Abbauprodukte analysiert. Und es zeigte sich, dass manche Stoffe, die im Abbauprozess entstanden, problematisch waren.

So entstanden teils komplexe Moleküle, deren chemische Eigenschaften nicht bekannt waren. Andere waren potenziell krebserregend oder enthielten Polystyrol-Derivate, die sich kaum weiter zersetzen.

Professor Ravinder Dahiya, einer der Hauptautoren der Studie, betont [3]:

"Man muss diese Materialien sorgfältig prüfen. Normalerweise werden Elektronikgeräte am Ende ihrer Lebensdauer in den Boden geworfen. Wenn man eine Elektronikplatine in den Boden legt, muss man wissen, ob diese während des Abbauprozesses den Boden anreichert oder ob der Boden davon unberührt bleibt. In einigen Fällen kann der Abbau den Boden dauerhaft schädigen, was ein großes Problem für die Umwelt und die Gesundheit darstellt."

PEDOT:PSS – ein langsamer Zerfall mit Folgen

Ein besonders kritisches Material ist PEDOT:PSS, das häufig in medizinischen Anwendungen eingesetzt wird. Die Forscher schätzen, dass der vollständige Abbau mehr als acht Jahre dauert. Doch dabei entstehen, so die Ergebnisse, polystyrolhaltige Mikroplastikteilchen [4] und Sulfat-Ionen. Der Polystyrolanteil (PSS) bleibt als persistenter Schadstoff in der Umwelt zurück.

Selbst wenn ein Gerät visuell verschwindet und keine sichtbaren Rückstände hinterlässt, können Polymertraces [5] im Labor nachgewiesen werden. Die Degradation befindet sich dann oft noch in einem frühen Stadium.

Dies ist auch deshalb ein Grund zur Sorge, da Polystyrol-Derivate [6] als nicht abbaubar und phytotoxisch gelten – sie können Pflanzen schädigen und sich in Ökosystemen anreichern.

Bedingungen und Materialeigenschaften bestimmen den Abbau

Die Abbaurate hängt stark von den Umgebungsbedingungen ab. Die Forscher testeten verschiedene pH-Werte bei 37 Grad Celsius und stellten erhebliche Unterschiede fest.

Bei Celluloseacetat etwa sind die erwarteten Endprodukte Methan, Kohlendioxid und Wasser. Doch unter realen Bedingungen entstehen teilweise Essigsäure, Cellulose unterschiedlicher Qualität und Glucose-Oligomere.

Auch die Kombination verschiedener Materialien spielt eine Rolle. Organische und anorganische Komponenten können miteinander reagieren und neue Moleküle mit unbekannten chemischen Eigenschaften bilden.

Metallkationen wie Kupfer beeinflussen die Abbauprodukte zusätzlich. Bei der Hydrolyse von Kupfer entstehen Kupfer-Ionen und Kupfer-Komplexe, deren Toxizität noch geprüft werden muss. Hohe Konzentrationen von Kupfer-Ionen gelten als schädlich für Pflanzen und Menschen.

Begriffe richtig verstehen: biologisch abbaubar, kompostierbar, transient

Die Studie macht deutlich, dass verschiedene Begriffe nicht synonym verwendet werden dürfen. Biologisch abbaubar bedeutet, dass ein Material durch Hydrolyse oder enzymatisch durch Mikroorganismen zersetzt wird. Doch die Endprodukte können toxischer sein als das Ausgangsmaterial.

Kompostierbar ist eine Teilmenge davon: Das Material muss im Kompost zu Kohlendioxid, Wasser, anorganischen Verbindungen und Biomasse abgebaut werden – und zwar mit vergleichbarer Rate wie andere kompostierbare Materialien.

Transient bedeutet, dass Geräte nach ihrer Nutzungsphase physisch zerfallen und minimale oder unsichtbare Reste hinterlassen. Dies garantiert jedoch keine chemische Unbedenklichkeit.

Nachhaltigkeit geht über den Abbau hinaus. Sie umfasst die Materialverfügbarkeit, ressourceneffiziente Herstellung, zirkuläre Strategien [7] und verantwortliches End-of-Life-Management.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nature.com/articles/s41528-025-00411-w
[2] https://www.heise.de/tp/article/Mikroplastik-im-Gehirn-Die-unsichtbare-Gefahr-in-unseren-Koepfen-10268881.html
[3] https://news.northeastern.edu/2025/12/19/degradability-transient-electronics-research/
[4] https://www.heise.de/tp/article/Landwirtschaft-als-Mikroplastik-Schleuse-in-die-Nahrungskette-11104273.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/Trinkwasser-Check-Leuchten-Bakterien-gruen-ist-Mikroplastik-drin-10650219.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/Wurmkur-gegen-Plastikmuell-Afrikanische-Kaeferlarven-fressen-Styropor-10035640.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Muellberge-schrumpfen-Forscher-entwickeln-Wunderwaffe-gegen-Plastikmuell-10637054.html

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Belgiens Premier: Die Datscha, der Witz und die Macht der Deutung

Von Christiane Voges — 26. Dezember 2025 um 12:00

Christiane Voges

Bart De Wever spricht in ein rotes Mikrophon

Belgischer Premier Bart De Wever. Foto: shutterstock.com

Bart de Wever spricht von seiner Datscha in St. Petersburg – und hält der EU-Öffentlichkeit einen Spiegel vor. Über Framing, Moral und Macht.

"Jetzt muss ich zu meiner Datsche in Sankt Petersburg." Wenn jenen Satz dieser Tage der Ministerpräsident eines nicht unwichtigen EU-Landes sagt, dann lässt das aufhorchen. Wer ist hier wie und warum aus dem Rahmen gefallen?

Der Rahmen

Framing bedeutet, vor allem laut dem US-Medienwissenschaftler Robert Entman mit seinem Modell aus dem Jahr 1993 [1], den angesprochenen Interpretationsrahmen vorzugeben, ob als Perspektiv-Setzung seitens der Sende-Instanz nun bewusst oder unbewusst.

Framing lenkt unsere Aufmerksamkeit, und zwar in bestimmte Richtungen. Oft auch ziemlich genau in eine Richtung. Gerade Medienschaffende können gar nicht nicht framen – sie wählen Themen aus, und innerhalb dieser Themen dann wiederum Aspekte, Perspektiven, Quellen und Darstellungsformen.

Sie setzen Schwerpunkte, und zwar einige wenige oder häufig auch nur einen einzigen. Während unendlich vieles, nämlich alles andere, über das auch berichtet werden könnte, praktisch unsichtbar bleibt – oder eben unsichtbar gemacht wird.

Die Situation

Belgiens als konservativ und flämisch-nationalistisch geltender Ministerpräsident Bart De Wever war nach dem jüngsten EU-Gipfel in Brüssel in einer Pressekonferenz aufgetreten und hatte dort den versammelten Leit-Medienschaffenden zum Abschluss und im Abgang etwas Besonderes mit auf den Weg gegeben, vor allem mit Blick auf einen Journalisten, der den belgischen Premier nicht nur nach dessen Wahrnehmung gerade mal wieder direkt in die Nähe der russischen Führung gebracht hatte.

In englischer Sprache sagte De Wever [2] daraufhin:

"Jetzt muss ich zu meiner Datsche (Wochenendhaus auf russisch, d. A.) in Sankt Petersburg, wo (der einst als Putin-Fan [3] beschriebene französische Schauspieler Gérard, d. A.) Depardieu mein Nachbar ist. Und auf der anderen Straßenseite lebt (der langjährige syrische Staatschef Baschar al-, der im Dezember 2024 nach seinem Sturz Unterschlupf in Russland fand, d.A.) Assad. Und ich denke, ich kann Bürgermeister dieses kleinen Dorfes werden. Vielleicht könnte das ja Ihre Schlagzeile sein!"

Sprach es, klopfte mit links auf das Rednerpult und verließ das Podium. Nicht ohne im Abgehen den Medienschaffenden noch eine Kopfnuss mitzugeben:

"Das war ein Witz! Also wenn Sie das schreiben, müssen Sie hinzufügen: ‚Lacht‘."

Und weg war er. Zumindest für diese Runde. Im Saal hielten sich dezente Empörung, Verwunderungsgeräusche und verstohlenes Lächeln anscheinend die Waage.

Die Reaktion der Medien

Manche Leitmedien hierzulande hatten offenbar unter dieser Einlage zu leiden: "Regierungschef irritiert mit Russland-Witz", titelte zum Beispiel t-online [4]: In vielen anderen hiesigen Medien fand De Wevers Auftritt gar nicht erst statt.

Dieses Verschwinden ist interessant angesichts der Relevanz jener harten Auseinandersetzungen innerhalb der EU über den Umgang mit in Brüssel beim belgischen Finanzdienstleister Euroclear durch die EU eingefrorenen ca. russischen 185 Milliarden Euro [5].

"Irritiert" aber ist eine interessante, negativ wertende Rahmung, weil es behauptet, des Belgiers Äußerung wäre für alle irritierend, also befremdlich und unpassend. Dabei kann man De Wevers Witz ja auch als erheiternd o.ä. wahrnehmen.

"Er muss zustimmen, damit Kiew die russischen Milliarden bekommt"

Viele Leitmedien nicht nur, aber gerade hierzulande hatten sich schon lange zuvor (sehr) kritisch gegenüber der Haltung von Premier de Wever geäußert. Exemplarisch die Süddeutsche Zeitung [6] unter dem Motto:

"Bart De Wever – Er muss zustimmen, damit Kiew die russischen Milliarden bekommt."

Weiter im Text aus München:

"Belgiens Premierminister reizt die EU mit seinem Widerstand gegen den Ukraine-Plan."

Auch das bemerkenswert negativ rahmend: "reizt" ist etwas Schlechtes, das nicht sein sollte. Und wie so oft wird bei abweichenden Positionen von EU-Mitgliedsländern so getan, als bestünde die EU ausschließlich aus Merz und von der Leyen – dieser flämische Freak "reizt" wen? Natürlich die gesamte EU!

Klassisches Framing

Klassisches Framing umfasst – Robert Entmans Modell - zufolge vier Elemente, die sich hier fast schon idealtypisch rekonstruieren lassen:

  • Problemdefinition: Das Problem wird leitmedial bestimmt darin, dass die EU der Ukraine für die kommenden etwa zwei Jahre weiterhin "helfen" sollte, und zwar am besten/vor allem mit jenen ca. 185 Milliarden in Brüssel eingefrorenen Milliarden Euro aus Russland. Anderweitig hätten weder EU noch gar die Ukraine ohne weiteres solche Summen verfügbar.
  • Ursachenzuschreibung: Leider, leider teilen nicht alle EU-Mitglieder diese (deutsche) Haltung, nicht zuletzt der belgische Premier Bart De Wever sperrt sich gegen jenen angestrebten Zugriff – und "reizt" damit natürlich mindestens die gesamte "EU".
  • Moralische Bewertung: Moralisierend wird beurteilt in folgendem Rahmen: Auch wenn de Wever dies subjektiv vielleicht gar nicht wolle, spiele er doch damit objektiv der russischen Führung in die Karten. Er spalte die EU (was natürlich Merz, von der Leyen etc. niemals tun würden) und müsse sich dann auch Vorwürfe in Richtung "Putinknecht" gefallen lassen.
  • Handlungsempfehlung: Da kann es in diesem Rahmen nur eine Richtung geben: Der widerspenstige Belgier "muss" (s.o.) "auf Linie" gebracht werden. So oder so.

Und genau an widerspruchsvollen Stellen wie jener als notwendig behaupteten "Einigkeit der Europäer" agiert die viel beschworene Vierte Gewalt (die wichtigen und formal ja unabhängigen Medien) dann leider kaum noch unterscheidbar von der Macht-Exekutive: Der Journalist in der oben beschriebenen Szene wirft dem belgischen Premier eine Nähe zu Russland vor.

Was natürlich ein schlechter politischer Witz ist: Dafür braucht man nur gelegentlich ins Kleingedruckte zu schauen, wie in die Foto-Unterschrift der SZ (s.o.):

"Das Vorhaben, die Ukraine mit dem eingefrorenen russischen Staatsvermögen zu finanzieren, hält De Wever für politisch falsch, rechtlich fragwürdig und gefährlich für Belgien."

Es geht um die Wurst

Genau – es geht um die Wurst für die Euroclear-Bank, jene in Belgien ansässige Zentralverwahrstelle für Wertpapiere. Eine von nur dreien ihrer Art weltweit.

Wenn an dieser sensiblen Stelle "das Vertrauen der Finanzmärkte" durch solcherart Enteignung von Eigentum Schaden nähme, weil an und für sich Heiliges angetastet würde – um Himmels Willen!

Daher: Der gute Premier und Patriot will doch nur seinen Standort schützen und stärken, fürs Finanz- und sonstige Kapital. Als Staatsmann dem Land Belgien zumindest keine (größeren) Nachteile einbrocken in der Staatenkonkurrenz um die besten Standort-Bedingungen zur Kapitalvermehrung.

Genau das, was jemand wie Friedrich Merz (oder Olaf Scholz oder Alice Weidel) auch macht, oder machen würde. Statt dies (an-)zu erkennen, wird moralistisch die Putinknecht-Keule geschwungen.

Und weil genau solche einseitigen und oberflächlichen Gut-Böse-Anwürfe so was von erwartbar bleiben (um nicht zu sagen: einen verdammt langen Bart haben), konnte der belgische Premier einfach den Framing-Spieß umdrehen.

Und seine fast schon perfekt ironische kleine Show auf die große Bühne bringen, die alle offiziellen Satire-Jahresrückblicke alt aussehen ließ: Der Bart ist nicht ab, sondern up!


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https://www.heise.de/-11124975

Links in diesem Artikel:
[1] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/j.1460-2466.1993.tb01304.x?utm_source=chatgpt.com
[2] https://x.com/Jens7berlin/status/2002323696061419955
[3] https://www.deutschlandfunkkultur.de/g-rard-depardieu-bricht-mit-putin-106.html
[4] https://www.t-online.de/tv/nachrichten/politik/id_101052302/belgien-premier-bart-de-wever-macht-russland-witz-bei-pressekonferenz.html
[5] https://www.deutschlandfunk.de/was-ist-das-euroclear-finanzinstitut-und-welche-folgen-koennte-der-plan-haben-100.html
[6] https://www.sueddeutsche.de/politik/belgien-bart-de-wever-eu-ukraine-russland-li.3355948?reduced=true

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