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Anzeige: Anker-Laptop-Powerbank mit 25.000 mAh jetzt unter 75 Euro

Von Boris Connemann — 15. Dezember 2025 um 14:10
Diese Anker Powerbank ersetzt Steckdosen auf Reisen, lädt sogar MacBooks schnell und ist jetzt wieder zum früheren Tiefpreis erhältlich.
Anker Laptop Powerbank mit 25.000 mAh wieder zum Tiefpreis: perfekt für den Weihnachtsurlaub (Bild: Amazon.de)
Anker Laptop Powerbank mit 25.000 mAh wieder zum Tiefpreis: perfekt für den Weihnachtsurlaub Bild: Amazon.de

Reisen über die Feiertage bedeuten volle Züge, lange Wartezeiten und Steckdosen, die entweder belegt sind oder schlicht fehlen. Gerade wenn Notebook, Smartphone und Kopfhörer gleichzeitig im Einsatz sind, wird Energie schnell zum limitierenden Faktor. Hier setzt die Anker-Laptop-Powerbank mit 25.000 Milliamperestunden an. Sie richtet sich nicht nur an gelegentliche Smartphone-Nutzer, sondern vornehmlich an alle, die auch unterwegs ernsthaft arbeiten, spielen, streamen oder mehrere Geräte parallel versorgen möchten.

25.000 mAh und genug Leistung für lange Tage

Mit ihrer hohen Kapazität lädt die Powerbank nicht nur Smartphones mehrfach, sondern versorgt auch größere Geräte zuverlässig. Ein MacBook Air kommt auf rund 1,3 vollständige Ladungen, beim iPad Pro sind es etwa 1,4 Zyklen. Selbst ein iPhone 17 Pro Max lässt sich bis zu drei Mal aufladen. Für Android-Smartphones wie das Samsung Galaxy S23 sind sogar bis zu 4,7 Ladevorgänge möglich. Möglich wird das durch eine Gesamtleistung von bis zu 165 Watt, verteilt auf mehrere Anschlüsse.

Vier Geräte gleichzeitig ohne Leistungseinbruch

Die Anker-Laptop-Powerbank erlaubt das parallele Laden von bis zu vier Geräten. Drei USB-C-Ports liefern jeweils bis zu 100 Watt, ergänzt durch einen USB-A-Anschluss. In der Praxis bedeutet das, dass Notebook, Smartphone, Tablet und Kopfhörer gleichzeitig Energie erhalten, ohne dass eines davon spürbar ausgebremst wird. Laut Hersteller erreicht ein MacBook Pro 16 Zoll bereits nach rund 33 Minuten die 50-Prozent-Marke, ein iPhone 16 sogar nach etwa 25 Minuten.

Integrierte Kabel statt Kabelchaos

Besonders durchdacht ist das Kabelkonzept. Zwei USB-C-Kabel sind direkt in die Powerbank integriert. Eines davon ist ausziehbar und bis zu 70 Zentimeter lang, getestet auf mehr als 20.000 Einzüge. Das zweite Kabel dient gleichzeitig als Trageband und hält über 20.000 Biegungen stand. Das erspart zusätzliche Kabel im Gepäck und reduziert genau jene kleinen Reibungspunkte, die unterwegs oft nerven.

Flugtauglich und für lange Strecken gemacht

Mit einem Gewicht von rund 595 Gramm bleibt die Powerbank trotz ihrer Kapazität flugtauglich und darf problemlos ins Handgepäck. Gerade auf Langstreckenflügen oder bei Bahnreisen über mehrere Stunden macht sich das bemerkbar. Statt nach der nächsten Steckdose zu suchen, bleibt die Technik einsatzbereit, egal ob im Zug, im Flugzeug oder im Hotel ohne erreichbare Anschlüsse.

Anker-Laptop-Powerbank im Amazon-Angebot

Die Anker-Laptop-Powerbank mit 25.000 Milliamperestunden kostet aktuell 74,99 Euro statt 99,99 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 25 Prozent und genau 25,00 Euro. Im vergangenen Monat wurden über 5.000 Exemplare verkauft, was zeigt, wie gefragt dieses Modell gerade in der Reisezeit ist. Wer schnell bestellt, erhält die Powerbank laut Amazon noch rechtzeitig vor Weihnachten, was sie auch als Geschenk interessant macht.

Reklame

Anker Laptop Powerbank, 25000mAh 165W USB-C, 3X 100W USB-C Ports für Multi-Geräte-Ladeleistung, Integriertes + einziehbares Kabel, Für iPhone 17/16/15, MacBook, Samsung und mehr

Jetzt für unter 75 Euro sichern

Weitere aktuelle Angebote von Anker gibt es im Store des Herstellers bei Amazon. Reinschauen kann sich lohnen!

Die Angebote im Anker-Store bei Amazon

Auszüge der Amazon-Bewertungen

In vielen Rezensionen werden vor allem die Leistung und Vielseitigkeit der Powerbank hervorgehoben. Ein Käufer beschreibt sie als "absolute Spitzenklasse" , weil sie mehrere Geräte gleichzeitig und ohne Einbußen versorge und selbst leistungsintensive Notebooks schnell auflade. Viele Nutzer bestätigen, dass gerade das integrierte Kabelmanagement ein echtes Highlight sei: Es erspare das ständige Mitführen zusätzlicher Kabel und sorge für Ordnung im Rucksack. Kritikpunkte bleiben selten, meist beziehen sie sich auf das Gewicht, das angesichts der hohen Kapazität aber erwartet wird, oder auf die Größe im Vergleich zu sehr kleinen Powerbanks, die allerdings deutlich weniger Ladeleistung bieten.

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Web-Tipps: Volle Philosophiedosis

Von Heise — 15. Dezember 2025 um 10:00

Das international wohl angesehenste Nachschlagewerk für Kernbegriffe und Figuren der Philosophie ist auch für Nichtfachleute eine lohnende Wissensfundgrube.

In jeder Ausgabe des c’t Magazins stellen wir Ihnen in der Rubrik "Web-Tipps" ein Sammelsurium an Websites vor. Hier zeigen unsere Redakteurinnen und Redakteure Seiten, die sie kurios, hilfreich, spannend, lehrreich, nützlich oder einfach nur witzig finden. Weitere Web-Tipps finden Sie auf unserer Website [1].

plato.stanford.edu [2]

Philosophie hat ein Zugangsproblem. Schon die Frage, was diese altehrwürdige Geisteswissenschaft eigentlich ist, führt in schwer überblickbare Tiefen. Die Populärphilosophen, die in Massenmedien als selbsternannte Vermittler auftreten, lassen die Weite nicht mal erahnen, die auf denjenigen wartet, der sich auf die Beschäftigung mit philosophischen Gedankengebäuden einlässt.Wie finden Interessierte in eine Welt hinein, in der jedes Buch auf Dutzende andere verweist? Die Stanford Encyclopedia of Philosophy (SEP) [3] ermöglicht Begegnungen mit klassischen und modernen philosophischen Entwürfen und Entwicklungen: Sie ist das international wohl angesehenste einschlägige Nachschlagewerk; zu zentralen Begriffen liefert sie Einführung und historische Einordnung. Anerkannte Forschende haben die Artikel zitierfähig verfasst und aktualisieren sie regelmäßig.

Die durchweg englischsprachigen Texte sind erfreulich zugänglich geschrieben. Sie öffnen denjenigen, die neu in die anspruchsvollen Themen einsteigen wollen, Türen und dienen Fortgeschrittenen als Referenz. Wer sich von der akademischen Herkunft nicht abschrecken lässt, findet hier eine offene Bibliothek für philosophisches und philosophiegeschichtliches Grundwissen. Nutzer der SEP, die sich im Englischen nicht hinreichend zuhause fühlen, fahren nach unserer Erfahrung mit DeepL als Übersetzungshilfe für Suchbegriffe und Enzyklopädieartikel ziemlich gut.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11074672

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/ct-webtipps
[2] https://plato.stanford.edu/
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[4] https://www.heise.de/ct
[5] https://whatsapp.com/channel/0029VaCUFFEInlqYnQg2lb0h
[6] https://www.heise.de/select/ct
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[8] mailto:psz@ct.de

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heise+ | Bequemer heizen: 9 smarte Heizkörperthermostate im Test

Von Heise — 15. Dezember 2025 um 08:30
Frau mit iPhone vor einem Heizkörper sitzend.

(Bild: Contrastwerkstatt, stock.adobe.com / KI / heise medien)

Smarte Heizkörperthermostate regeln die Temperatur und lassen sich aus der Ferne bedienen. Wir testen neun Kandidaten, die man mit dem iPhone steuern kann.

Heizen ist teuer geworden und belastet oftmals durch das Verbrennen von fossilen Rohstoffen das Klima. Dagegen gibt es neben Wärmedämmung und Frieren auch die Möglichkeit, durch smarte Heizkörperthermostate Energie zu sparen, ohne dabei auf Komfort zu verzichten. Wir vergleichen neun Regler mit Anbindung an iOS, sieben von ihnen sollen sich außerdem in Apples HomeKit integrieren lassen. Alle besitzen ein Display mit Temperaturanzeige und können auch mit der Hand bedient werden, falls kein Smartphone zur Verfügung steht. Die Preise reichen von 40 bis 100 Euro pro Gerät, hinzu kommen bei den meisten Kandidaten die Kosten für eine Funk-Bridge pro Wohnung.

Einfache Montage

Während die Zentralheizung Sache des Vermieters oder eines Fachmechanikers ist, gestaltet sich das Auswechseln eines Heizkörperthermostats nicht komplizierter, als eine Lampe anzubringen, und ist zudem komplett ungefährlich. Man benötigt höchstens eine Rohr- oder Wasserpumpenzange. Am einfachsten stellt man das alte Thermostat auf die höchste Stufe und schraubt es beherzt ab. Dann sollte man zügig den neuen Regler anbringen, da der Heizkörper ansonsten voll bollert.

Meist werden heute Heizkörper mit 30-Millimeter-Gewinde (M30 × 1,5 mm) eingesetzt. Für Exoten, ältere Radiatoren und solche von Danfoss gibt es Adapter, die bei den meisten Modellen schon beiliegen. In einer Mietwohnung tauscht man die neuen Thermostate beim Auszug einfach wieder gegen die alten aus und nimmt sie mit in die neue Wohnung. An den Wasserkreislauf muss man bei diesen Aktionen nicht heran.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11114056

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[1] https://www.heise.de/hintergrund/IT-Sicherheit-Wie-Apples-Speicherschutz-MIE-funktioniert-10992812.html
[2] https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/iOS-und-iPadOS-26-in-Action-23-Tipps-fuer-die-neuen-Apple-Systeme-10646549.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/iPadOS-26-So-nutzen-Sie-das-neue-Fenstersystem-auf-Apple-Tablet-10646557.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/macOS-26-Tahoe-auszreizen-20-Tipps-fuer-Apples-neues-System-10646553.html
[6] https://www.heise.de/ratgeber/Apple-Apps-in-iOS-26-und-macOS-26-Die-besten-Tipps-zu-den-neuen-Systemen-10652679.html
[7] https://www.heise.de/ratgeber/Apple-Intelligence-Tipps-zum-Umgang-mit-KI-in-iOS-26-macOS-26-und-Co-10652685.html
[8] https://www.heise.de/ratgeber/watchOS-26-Das-ist-neu-auf-Apples-Uhren-und-so-setzen-Sie-es-ein-10653259.html
[9] https://www.heise.de/ratgeber/tvOS-26-Viele-Tipps-zu-Apples-neuem-Apple-TV-Betriebssystem-10653255.html
[10] https://www.heise.de/ratgeber/15-Tipps-Das-neue-Apple-Mail-richtig-nutzen-10383422.html

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Ukraine verliert täglich Soldaten – weil Europa Illusionen nachjagt

Von Rüdiger Suchsland — 15. Dezember 2025 um 13:30

Rüdiger Suchsland

Trump und Selenskyj vor der US-Flagge

US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem Weißen Haus. Bild (Februar 2025): Shutterstock.com

Europa wollte siegen. Es bekam einen Friedensplan. Und erkennt die eigene Chance nicht einmal. Hintergrund einer Selbsttäuschung.

"Manchmal muss man sie eben kämpfen lassen."

Donald Trump

Das Ende des Ukraine-Krieges ist in Sicht. Vor gut vier Wochen sickerten aus Washington erste Nachrichten über einen US-amerikanischen Friedensplan [1] zur Beendigung des Ukraine-Kriegs durch.

Doch die üblichen Verdächtigen aus Brüssel [2] und den europäischen Hauptstädten verloren keine Zeit und meldeten Einwände und Bedenken an. Anstatt sich zu freuen, schaut Europa ängstlich und ratlos auf den Plan wie das Kaninchen vor der Schlange.

Hektischer diplomatischer Aktivismus paarte sich mit grundsätzlicher Ratlosigkeit: Wieder einmal hatten die Europäer monatelang nichts getan – trotz aller dramatischer Vorzeichen, die auf sie wie eine Aufforderung hätten wirken müssen, eigene Initiativen und Positionen zu entwickeln – erst durch äußere Umstände gezwungen, taten sie eigene Schritte in Reaktion auf die Schritte anderer.

Schlechte Verlierer statt triumphierende Sieger

So ist es den ganzen Krieg über gewesen. Genau deshalb, weil offensichtlich in Europa zur Zeit kein strategisches Denken [3] und keine gemeinsame außenpolitische Orientierung vorhanden sind, gibt es in diesem Europa auch niemanden, der erkennt, welche Chance in dem jetzigen US-amerikanischen Friedensplan liegt.

Es wäre ein Leichtes, diesen vor den Augen der Weltöffentlichkeit zu begrüßen und als Sieg europäischer Standhaftigkeit zu verkaufen. Man hätte an die ersten Wochen des Krieges erinnern können und erklären, es sei nur europäischer Standhaftigkeit und der ungebrochenen Unterstützung der ukrainischen Positionen zu verdanken, dass die Ukraine ihre Existenz als unabhängiger Staat mit diesen Friedensplan garantiert werde.

Nur dank europäischer Hilfe habe die Ukraine den größten Teil ihres Staatsgebiets erhalten und ihr Überleben als Nation sichern können.

Stattdessen zeigen sich die europäischen Mächte zerknirscht und misslaunig als schlechte Verlierer, beharren kontrafaktisch auf Maximalpositionen, politischen Symbolen und Kriegszielen [4], die tatsächlich längst vom Tisch sind.

Illusionen und Ideologien statt Fakten

Das passt ins Bild einer europäischen Politik, die von Anfang an lieber den eigenen Illusionen und Ideologien glaubt als den Fakten. Stellvertretend für diese Haltung steht stehen die öffentlichen Äußerungen der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas, die noch am 26.November folgende Behauptungen aufstellte:

"Die Vorstellung, dass die Ukraine den Krieg verliert, ist ebenfalls völlig falsch. Wenn Russland die Ukraine militärisch erobern könnte, hätte es dies bereits getan. Putin kann seine Ziele auf dem Schlachtfeld nicht erreichen, also wird er versuchen, sie auf dem Verhandlungsweg zu erreichen."

Kaja Kallas [5]

Dem Westen ist es gelungen, die russische Militärmaschine aufzuhalten

Tatsächlich sitzen die Europäer jetzt endgültig in der Grube, die sie sich selbst gegraben haben.

Erinnern wir uns: Vor bald vier Jahren, in den Wochen vor und in den Tagen nach dem russischen Angriff vom 24. Februar 2022, als man im Westen überzeugt war, die Ukraine könne nur ein paar Tage, bestenfalls wenige Wochen, durchhalten, dann werde sie kapitulieren müssen.

Dass dies nicht geschah, ist ausschließlich auf die massive Unterstützung durch den Westen zurückzuführen, durch US-Amerika und die EU-Staaten.

Angesichts der damaligen Nachkriegs--Szenarien ist selbst die Annahme aller 28 Punkte des US-Friedensplans wie ein großer Sieg. Ein Erfolg: Dem Westen ist es gelungen, die russische Militärmaschine aufzuhalten.

Dieser Erfolg wird erst dadurch zu einer Niederlage, weil sich in den Wochen nach Kriegsbeginn im Westen das Narrativ durchgesetzt hat, in der Ukraine würde "die Freiheit des Westens" verteidigt [6]. Die Ukraine kämpfe für Europa [7]. Die Ukraine sei eine Demokratie und nur ein Sieg der Ukraine sei ein angemessenes Ende des Krieges.

Die Ukraine müsse siegen, und jeder Zentimeter Grund und Boden der Ukraine und auch die Krim Halbinsel müsse selbstverständlich zurückerobert werden und für die Ukraine erhalten bleiben.

Nichts davon trifft zu.

Die Europäer haben sich selbst in die Niederlage hineingeredet

Kurz nach Kriegsbeginn wäre ein Frieden zu weit günstigeren Bedingungen auszuhandeln gewesen. Doch damals glaubte sich der Westen stark genug, Russland besiegen zu können. Ein folgenschwerer Irrtum.

Dies war von Anfang an eine Illusion und wurde auch von den klügeren Stimmen im Westen, aber nicht von der Mehrheit dieser Stimmen, als solche beschrieben – doch jede Kritik und jede Einschränkung des westlichen Propagandanarrativs wurde sofort als "Putinhörigkeit", "Russlandversteherei", als "Umkippen", als illusionärer Pazifismus [8] bezeichnet oder mit Invektiven wie "neues München" belegt.

Die Europäer haben sich selbst in die Niederlage hineingeredet [9], die sie nun nicht wahrhaben möchten.

Trumps stärkste Karte

Gut eine Woche früher, als nur Eingeweihte vom Friedensplan des US-amerikanischen Präsidenten bereits etwas ahnten, erschien in der immer lesenswerten US-Magazin Responsible Statecraft [10] ein Artikel mit dem Titel: "A Trump Offer Putin can not refuse" ("Ein Angebot von Trump, das Putin nicht ablehnen kann"), der eine selten klare Analyse der geopolitischen Situation rund um den Ukraine-Krieg bietet.

Darin malt die kluge Autorin Jennifer Kavanagh, Professorin an der Georgetown University, Gründe aus, unter welchen Bedingungen Russland, obschon militärisch auf der Siegerstraße, einer diplomatischen Initiative der USA zustimmen könnte und entwarf "eine neue Strategie [11]":

"Ausgangspunkt dieser Strategie muss die Einsicht sein, dass es keinerlei Druck gibt, der den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu bewegen würde, den Krieg zu beenden, bevor er zumindest seine Minimalziele erreicht hat."

Jennifer Kavanagh, Responsible Statecraft [12]

Kiews Hartnäckigkeit sei "ein Zeichen von Schwäche". Die ukrainische Führung fürchte, was nach einem Waffenstillstand kommt.

"Europas Appelle, die Ukraine weiter kämpfen zu lassen, mögen in der Sprache von Gerechtigkeit und Fairness gekleidet sein", hätten aber in Wahrheit andere Gründe: Man brauche die Zeit für eigene Aufrüstung, der Krieg verzögere die teure Einlösung der eigenen Versprechen und die Entscheidungen über die Zukunft Europas.

Alle Drohungen sind gescheitert, und es ist zu spät für die USA, sich einfach aus dem Ukraine-Krieg "zurückzuziehen".

Doch Washington besitzt etwas, das Russland dringend will. Präsident Trumps beste Chance auf ein Abkommen könnte darin bestehen, seine stärkste Karte auszuspielen: die Tatsache, dass Putin für die Erreichung seiner politischen Ziele die Beteiligung der USA braucht – und dass ihm die Details einer Einigung weit wichtiger sind als dem US-Präsidenten.

Die USA hätten den Vorteil, dass ihnen die konkreten Bedingungen eines Waffenstillstands weit weniger wichtig sind, als dem russischen Gegenüber.

"Die Trump-Regierung sollte dieses Ungleichgewicht ausnutzen, indem sie Moskau signalisiert, dass sie bereit ist, jetzt über die größeren politischen und wirtschaftlichen Fragen zu verhandeln, die für Putin von größtem Interesse sind – dass diese Bereitschaft jedoch zeitlich begrenzt ist und schwindet."

Jennifer Kavanagh

"Sieg für die Ukraine"?

Den Westen im gewohnten Sinn hat es im Fall des Ukraine-Krieges nie gegeben. Bis zum Kriegsbeginn selbst setzten die Europäer im Umgang mit Russland immer auf Diplomatie und Verhandlungen. Zumindest pro forma.

Erst als der Krieg begonnen hatte, begann man sich plötzlich auf die Formel "Sieg für die Ukraine" zu versteifen. Plötzlich war davon die Rede, die 2014 annektierten Gebiete müssten ebenfalls "befreit" werden. Sehr deutlich ging es plötzlich nicht mehr um geopolitischen Realismus zwischen Staaten, sondern um eine Bestrafung des vermeintlichen Aggressors.

Die USA hingegen hielten sich aus guten Gründen zurück. Auch die demokratischen Präsidenten, auch Joe Biden, wollten kein militärisches Engagement der eigenen Truppen [13]. Sonst hätte man ja sehr einfach in den Monaten vor dem Krieg ein US-Bataillon in die Ukraine versetzen können.

Irritierte Reaktionen Europas

Ein Blick zurück: Die ersten Reaktionen der deutschen Medien auf die Friedens-Pläne aus Washington waren vor allem peinlich.

Der Deutschlandfunk schrieb am 20. November 2025 auf seiner Website das Wort Friedensplan in Anführungsstrichen, während Worte wie Ukraine-Hilfe oder Unterstützung, die solche Anführungszeichen viel eher verdienten, diese nicht bekommen.

Es ist eigentlich lustig, sich die Nachrichten dieses Tages noch einmal anzuschauen: Als die ersten Meldungen gegen 10 Uhr europäischer Zeit die deutschen Mainstream-Medien erreichten, meldete sich als allererstes die vorwitzige EU-Außenministerin (diese Bezeichnung könnte man gut in Anführungsstriche schreiben) zu Wort.

"Einen Friedensplan kann es nur mit Beteiligung Kiews und der EU geben", hieß es um 10 Uhr. Auch um 11 Uhr wurde diese Behauptung wiederholt. Um 12 Uhr dann lautet die Schlagzeile beim DLF: "Angeblicher Ukraine-Geheimplan: Verhaltene Reaktionen bei EU-Außenministertreffen [14]".

Um 14 Uhr dann setzen die Nachrichten des DLF hinter die Schlagzeile "Angeblicher Geheimplan" auch noch ein Fragezeichen. Und grammatikalisch logisch kann man durchaus die Frage stellen, ob das nicht ein Widerspruch aus der Erregung heraus war: Denn bezieht sich nun das Fragezeichen auf den Geheimplan oder auf das "angeblich"?

Entweder ist es ein angeblicher Geheimplan oder es ist ein Geheimplan. Weiter hieß es dann: "Rubio spricht nur von Liste von Ideen für Kriegsende und notwendigen Zugeständnissen." Wiederum zwei Stunden später kommt dann die Meldung "EU irritiert über angeblichen Friedensplan".

Um 18 Uhr dann wird EU-Außenbeauftragte Kallas zitiert mit "Ukraine stärken, Russland schwächen" und selbstverständlich steht dies dann nicht in Anführungsstrichen. Die erste nicht tendenziöse Meldung kam um 19 Uhr: "Ukraine zu Gesprächen über neuen US-Plan für Kriegsende bereit".

Hier steht da noch nichts in Anführungsstrichen, während es dann um 23:10 Uhr im "Journal um Mitternacht" wiederum in Anführungsstrichen steht.

Im Übrigen muss man, auch wenn dies vielleicht polemisch sein mag, darauf hinweisen, dass Frau Kallas, wenn sie wörtlich sagt: "einen Friedensplan kann es nur mit Beteiligung Kiews und der EU geben", etwas Falsches sagt – denn die US-amerikanisch-russische Absprache belegt ja gerade, dass es ein Friedensplan sehr wohl auch ohne EU und ohne Ukraine geben kann.

Was Kallas meint, ist: Es dürfte ihn nicht geben, oder es sollte ihn nicht geben.

Die Ankündigung eines eigenen europäischen Vermittlungspapiers, das auch nach vier Wochen nicht vorliegt, war von Beginn an absolut weltfremd.

Die Ukraine als Kanonenfutter des Westens

Seitdem werden in deutschen Medien mehrere Behauptungen aufgestellt, die sämtlich falsch sind: Etwa die Behauptung, dass die USA im Ukraine-Konflikt nur Vermittler seien. Sie sind auch Vermittler. Sie sind aber klar Partei auf Seiten des Westens. Sie sind dies nur nicht bedingungslos.

Die USA haben gegenüber Russland selbstverständlich Druckmittel und sie haben diese auch schon angewandt: wirtschaftliche Sanktionen [15] und die Senkung des Ölpreises.

Aber auch unter Joe Biden war die Unterstützung der Ukraine trotz aller Beistandsrhetorik nie bedingungslos, sondern immer bedingt durch geopolitische Überlegungen im Hinblick auf den Hauptrivalen China [16].

Es ist im Interesse des Westens, dass die Ukraine weder gewinnt noch verliert. Russland sollte im Westen gebunden und mit sich selbst beschäftigt bleiben. Der Ukraine-Krieg hat eine Funktion.

Doch wird er zu teuer und könnte den Westen mittelfristig ruinieren. Donald Trumps Exist-Strategie ist im Hinblick darauf viel konsequenter als die seines Vorgängers.

Die Frage, die sich allen bedingungslosen Ukraine-Unterstützern stellt, ist letztlich die: Kann die Ukraine alleine kämpfen?

Die Antwort ist klar: Das kann sie ganz und gar nicht. Sie kann es weder militärisch noch finanziell, noch kann sie es von der militärischen Manpower [17] her.

Sie ist daher in jeder Hinsicht angewiesen auf Hilfe von Außen. Und die Frage muss erlaubt sein, warum man der Ukraine überhaupt helfen sollte. Und wie weit eine solche Hilfe gehen soll?

Die westliche Antwort, auch schon die europäische Antwort, auf diese Fragen ist ja bereits höchst ambivalent: Manche argumentieren für die Unterstützung der Ukraine gar nicht mit der Ukraine selbst. Sondern mit den Interessen der EU-Sicherheit. Wenn man die Ukraine aufgebe, würde Russland bald ein nächstes Land und irgendwann dann Nato-Territorien angreifen.

In einer solchen Argumentation wird klar, worum es geht: Die Ukraine ist Kanonenfutter des Westens, das den Kampf zu führen hat, damit die Nato-Staaten ihn nicht selbst führen müssen.

Europa muss wieder lernen, Chancen zu nutzen

Das US-Friedenspapier ist damit auch das Dokument eines Scheiterns. Und zwar an den harten außenpolitischen Realitäten, die den Westen gerade überall an den Rand seiner Möglichkeiten bringen.

Die globale Weltordnung [18] ist kein Ort der Versöhnung und des Ausgleichs, sondern ein Schlachtfeld von Ideologien und Interessen.

Europa muss aufpassen, dass es seine Interessen nicht vergisst und der Gefahr der Selbst-Neurotisierung entgeht. Es muss seine Unfähigkeit, zwischen Grundsätzlichem und Nebensächlichem unterscheiden zu können, überwinden und wieder lernen, Chancen zu nutzen. Der US-Friedensplan wäre ein Anfang.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11115268

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Versucht-die-EU-bereits-den-neuen-Ukraine-Friedensplan-zu-sabotieren-11089182.html
[2] https://responsiblestatecraft.org/trump-plan-ukraine-war
[3] https://www.heise.de/tp/article/Europas-Niedergang-Erfuellt-sich-Oswald-Spenglers-Prophezeiung-10514574.html
[4] https://www.heise.de/tp/article/Ukraine-Krieg-Wie-totale-Schlachtfeld-Transparenz-die-Militaerdoktrin-veraendert-11088268.html
[5] https://www.eeas.europa.eu/eeas/informal-foreign-affairs-council-press-conference-high-representative-kaja-kallas_en
[6] https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/newsletter-und-abos/bulletin/rede-der-bundesministerin-des-auswaertigen-annalena-baerbock--2165296
[7] https://www.bpb.de/themen/europa/ukraine-analysen/nr-263/506895/kommentar-die-ukraine-kaempft-fuer-europa/
[8] https://www.heise.de/tp/article/Lumpenpazifisten-Feiglinge-Putin-Freunde-10251865.html
[9] https://www.heise.de/tp/article/ZAPP-fragt-Ist-der-oeffentlich-rechtliche-Rundfunk-zu-links-11073256.html
[10] https://responsiblestatecraft.org/trump-putin-ukraine-talks/
[11] https://www.heise.de/tp/article/Trumps-Europa-Expertise-Zivilisatorische-Ausloeschung-in-20-Jahren-11105399.html
[12] https://responsiblestatecraft.org/trump-putin-ukraine-talks/
[13] https://www.heise.de/tp/article/Wie-der-Geist-des-Irakkriegs-in-Venezuela-spukt-11072504.html
[14] https://www.deutschlandfunk.de/angeblicher-ukraine-geheimplan-verhaltene-reaktionen-bei-eu-aussenministertreffen-100.html
[15] https://www.heise.de/tp/article/Russland-Sanktionen-G7-plant-Verbot-von-Oellieferungen-statt-Preisobergrenze-11105393.html
[16] https://www.heise.de/tp/article/Huawei-Wie-US-Sanktionen-nach-hinten-losgehen-10373097.html
[17] https://www.heise.de/tp/article/Klitschko-Villa-und-Monaco-Batallion-Sind-im-Ukraine-Krieg-wirklich-alle-gleich-9592160.html
[18] https://www.heise.de/tp/article/Die-regelbasierte-Ordnung-Eine-westliche-Illusion-11098259.html

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Pornhub: Warum plötzlich alle nach "reifen Frauen" suchen

Von Kai Imhoff — 15. Dezember 2025 um 12:50

Kai Imhoff

Die Frau in BH liegt im Bett mit geschlossenen Augen. Erotische Fantasien und Träume

(Bild: ITisha / Shutterstock.com)

Reife Frauen, echte Körper, Rollenspiele: Die Pornhub-Statistik zeigt, wonach Millennials und Gen X wirklich suchen.

Es ist ein Dienstagabend, kurz vor Mitternacht. Irgendwo in Deutschland öffnet jemand den Browser, auf der Suche nach einem kurzweiligen Vergnügen wird die Seite Pornhub besucht und "Deutsch" eingetippt ein. Angezeigt wird ein Video mit einer 50-jährigen Frau ohne Make-up, die selbstbewusst in die Kamera lächelt.

Zufall? Ganz und gar nicht. 2025 war das Jahr, in dem Pornhub-Nutzer massenhaft nach Authentizität [1]suchten. Und nach reifen Frauen [2].

Die Plattform hat kürzlich ihre Jahresstatistik veröffentlicht, und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: "Milf" war der Begriff, der weltweit am zweithäufigsten gesucht wurde. Er kommt direkt hinter "Hentai".

In Deutschland stand "Deutsch" ganz oben, gefolgt von "Milf" und "German". Doch hinter diesen Begriffen steckt mehr als nur eine Vorliebe – es ist ein kultureller Shift.

Warum reife Frauen 2025 zum Phänomen wurden

Die Zahlen sind eindeutig: Suchanfragen nach "Gilf" (Grandmother I'd Like to F***) stiegen um 129 Prozent, "50 plus" um 105 Prozent. Parallel dazu explodierten Begriffe wie "natural beauty" (+124 Prozent) und "real woman" (+98 Prozent). Die Kategorie "Mature" landete weltweit auf Platz 5 der meistgesehenen Inhalte.

Laut Pornhub Insights [3] ist das kein Zufall. Prominente wie Pamela Anderson, die offen zum Älterwerden stehen, haben die Wahrnehmung verändert. Alter [4]wird nicht mehr versteckt – es wird gefeiert.

Dakota Ramppen, Beziehungscoach und Mitarbeiterin des Pornhub Sexual Wellness Centers, sagt dazu: "Es gibt ein wachsendes Interesse an 'Realness', Alter und Natürlichkeit [5]. Der Anstieg von 'mature women', 'natural beauty' und 'no make up' zeigt ein Verlangen nach bodenständiger, realistischer Attraktivität."

Was Deutschland wirklich will: Heimat, Macht und Fantasie

In Deutschland dominierte "Deutsch" die Suchleiste, wie es im Bericht heißt. Doch die Vorlieben sind differenzierter, als es zunächst scheint.

Millennials (25-44 Jahre) suchten überdurchschnittlich oft nach:

  • Rollenspiele (+136 Prozent): "Chef", "Professor", "Klempner"
  • Fetisch-Inhalten (+152 Prozent)
  • "Squirt" (+154 Prozent)

Gen X (45-54 Jahre) dagegen zeigte andere Präferenzen:

  • Gruppensex-Szenarien: "Double Penetration" (+117 Prozent), "Orgy" (+102 Prozent)
  • Extreme Fetische: "Fisting" (+252 Prozent), "Bukkake" (+209 Prozent)

Trend-Suchen wie "fishnet bodysuit" (+466 Prozent) und "camping sex" (+392 Prozent) zeigen: Deutsche wollen Abwechslung, aber mit einer Prise Alltag.

Rollenspiele boomen: Vom Büro ins Schlafzimmer

2024 war das Jahr der "Coworker"-Fantasien. 2025 wurde daraus ein Rollenspiel-Boom [6]. Die Kategorie "Role Play" wuchs um 98 Prozent. Besonders gefragt:

  • "Boss" (+175 Prozent)
  • "Driver" (+144 Prozent)
  • "Plumber" (+67 Prozent)

Dakota Ramppen erklärt: "Menschen wollen Geschichten, Struktur, Machtdynamiken [7]. Der Anstieg bei Rollenspiel-Kategorien zeigt, dass Zuschauer nach Szenarien suchen, die sich wie 'echtes Leben, aber würziger' anfühlen."

Frauen, die mittlerweile 38 Prozent aller Pornhub-Nutzer ausmachen, zeigen besonderes Interesse an geschichtenbasierten Inhalten. Sie suchen nicht nur nach Sex – sie suchen nach Kontext [8].

Warum das wichtig ist

Die Pornhub-Daten sind mehr als nur Klickzahlen. Sie spiegeln wider, wie sich gesellschaftliche Normen verändern. Der Trend zu reifen Frauen und natürlichen Körpern zeigt: Authentizität schlägt Perfektion [9]. Der Boom bei Rollenspielen deutet darauf hin, dass Menschen Fantasie und Realität miteinander verbinden wollen.

Laut Auswertung ist das auch eine Reaktion auf die Überflutung mit formelhaften Inhalten. Nutzer suchen nach Abwechslung [10]– und nach Inhalten, die ihre eigene Lebenswelt widerspiegeln.

Was das für die Zielgruppe bedeutet

Für Millennials und Gen X, die zwischen Karriere, Familie und Selbstfindung jonglieren, sind diese Trends eine Bestätigung: Sexualität ist vielfältig, und sie verändert sich mit dem Alter.

Die Daten zeigen auch:

  • Frauen holen auf: 38 Prozent aller Nutzer sind weiblich – ein stetiger Anstieg.
  • Interesse an Diversität: Transgender-Inhalte stiegen auf Platz 2 der meistgesehenen Kategorien.

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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Facetune-Filter-und-die-Folgen-Wie-Selfie-Apps-das-Schoenheitsideal-veraendern-10419557.html
[2] https://www.heise.de/tp/article/Pflichtdienst-fuer-Senioren-Eine-Forderung-die-an-der-Lebensleistung-vieler-Menschen-vorbeigeht-10495136.html
[3] https://www.pornhub.com/insights/2025-year-in-review
[4] https://www.heise.de/tp/article/Blutuntersuchungen-geben-Einblicke-in-extreme-Langlebigkeit-9784079.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/Fit-trotz-Uebergewichts-Was-wirklich-zaehlt-fuer-die-Gesundheit-10247605.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/Leadership-Fatigue-Wenn-Fuehrungskraefte-am-Limit-sind-10495845.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Harte-Fuehrung-Das-Comeback-der-autoritaeren-Manager-10640743.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/Das-duestere-Gemaelde-einer-Epoche-10223322.html
[9] https://www.heise.de/tp/article/Diversity-Fassaden-broeckeln-Wenn-Unternehmen-nur-Schein-Vielfalt-bieten-10485410.html
[10] https://www.heise.de/tp/article/Die-Tagtraum-Methode-Besser-als-jedes-Karriere-Coaching-10688458.html

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Klimabedingte Gesundheitsrisiken im Fokus der Profis

Von Christoph Jehle — 15. Dezember 2025 um 10:00

Christoph Jehle

Eine junge Frau leidet unter der Hitze und hat sich vor einen Ventilator gesetzt.

Foto: Olezzo, shutterstock

Der Klimawandel führt zu vermehrten und neuen Gesundheitsproblemen wie Infektionen, Allergien, psychischen Belastungen und zu lebensbedrohlicher Hitze.

Der Klimawandel wirkt sich immer stärker auf die menschliche Gesundheit aus. Während der Einzelne die Möglichkeit hat, diese Entwicklung bewusst auszublenden, wenn er sich mit den Folgen nicht beschäftigen will, ist Verweigerung der nun notwendigen Konsequenzen für die Gesellschaft insgesamt keine gangbare Lösung.

Klimabedingte Gesundheitsrisiken haben laut einer aktuellen Analyse der Weltgesundheitsorganisation [1] (WHO) inzwischen ein bisher beispielloses Ausmaß erreicht. Die WHO bezeichnet den Klimawandel [2] mittlerweile als "die größte Gesundheitsbedrohung für die Menschheit" wie auch ein wissenschaftlicher Bericht mit dem Titel "The 2025 report of the Lancet Countdown on health and climate change [3]" in der Fachzeitschrift The Lancet darstellt.

In den weiterentwickelten Bundesrahmenempfehlungen [4] zur Gesundheitsförderung und Prävention, welche die Nationale Präventionskonferenz (NPK [5]) Ende November beschlossen hat, spielen die Anpassung an den Klimawandel und das Thema Hitzeschutz daher eine große Rolle.

Wer ist die Nationale Präventionskonferenz?

Die NPK ist laut ihrer Eigendarstellung [6] eine Arbeitsgemeinschaft der Spitzenorganisationen von gesetzlicher Krankenversicherung (GKV), sozialer Pflegeversicherung (SPV), gesetzlicher Unfallversicherung (GUV) und gesetzlicher Rentenversicherung (GRV) Die NPK wurde mit dem am 25.07.2015 in Kraft getretenen Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention eingeführt. Ihre Aufgabe ist es, eine nationale Präventionsstrategie zu entwickeln und fortzuschreiben.

Träger der NPK sind die gesetzliche Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung sowie die soziale Pflegeversicherung, vertreten durch ihre Spitzenorganisationen: GKV-Spitzenverband als Spitzenverband Bund der Kranken- und Pflegekassen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie Deutsche Rentenversicherung Bund. Seit dem 10. Februar 2017 ist ergänzend zu den Trägern auch der Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV-Verband) stimmberechtigtes NPK-Mitglied.

Klimaschutz ist Gesundheitsschutz

Mit Blick auf die große Relevanz für die Gesundheit, Sicherheit und Teilhabe von Bürgern in Deutschland, hat die NPK aktuell das Thema "Anpassung an den Klimawandel" in die weiterentwickelten Bundesrahmenempfehlungen aufgenommen. Im neuen Anwendungsbeispiel "Hitzeschutz in Lebenswelten" werden dabei die Möglichkeiten für die gesamtgesellschaftliche Zusammenarbeit aufgezeigt.

So werden zum Beispiel Möglichkeiten der Verhaltens- und Verhältnisprävention in kommunalen oder einrichtungsspezifischen Hitzeaktionsplänen beschrieben und die Beiträge der Sozialversicherungsträger zur Gesundheits-, Sicherheits- und Teilhabeförderung in den Lebenswelten dargestellt.

"Wer die Gesundheit schützen will, darf den Klimaschutz nicht aus den Augen verlieren. Deshalb übernehmen wir Verantwortung und unterstützen im Sinne der Nachhaltigkeit unsere eigenen Rehabilitationseinrichtungen auf ihrem Weg hin zu klimafreundlichen und zukunftsfähigen Einrichtungen“, schrieb [7] die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung bei der Vorstellung der erweiterten Empfehlungen der NPK.

Vielfältige praktische Maßnahmen

Die praktischen Maßnahmen reichen von Leitfäden über die Berücksichtigung von Umweltaspekten am Bau, dem Einführen von Umweltmanagementsystemen bis hin zur Vermittlung besonderer Ernährungskonzepte in den Reha-Einrichtungen. Denn diese setzen – entsprechend der Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung – neben Gesundheitsaspekten auch auf Regionalität und das Vermeiden von unnötigen Abfällen.

Mit einer Klimafolgenanpassung im rehabilitativen Alltag leistet die Deutsche Rentenversicherung Bund einen substanziellen Beitrag zur Schonung von Ressourcen und zum Klimaschutz für die Bereiche Rehabilitation und Prävention", erklärte [8] Brigitte Gross, Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Bund.

"Klimagesundheit ist ein zentraler Bestandteil einer ganzheitlichen Präventionsstrategie – denn die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels sind schon heute in den Lebenswelten vieler Menschen spürbar. Schulen, Kitas, Kommunen und Pflegeeinrichtungen brauchen daher gezielte Unterstützung, um klima- und gesundheitsfördernde Strukturen aufzubauen. Wichtig ist es, vorhandenes Wissen zu aktivieren und die Einrichtungen dabei zu begleiten, Klimagesundheit nachhaltig in ihrer Organisation zu integrieren", betont Timm Genett, Geschäftsführer im PKV-Verband.

Nationale Präventionsstrategie mit zwei Säulen

Die auf der NPK-Sitzung beschlossenen weiterentwickelten Bundesrahmenempfehlungen bilden die erste Säule der nationalen Präventionsstrategie. In ihnen werden die Ziele in der Prävention, Gesundheits- Sicherheits- und Teilhabeförderung formuliert sowie Anwendungsbeispiele gegeben, wie diese in verschiedenen Settings und für verschiedene Zielgruppen bearbeitet werden können.

Umgesetzt werden die Bundesrahmenempfehlungen, wie im Präventionsgesetz festgelegt, durch Landesrahmenvereinbarungen, welche die Sozialversicherungsträger mit den zuständigen Stellen in den Ländern schließen.

Die zweite Säule der nationalen Präventionsstrategie bildet der Präventionsbericht, der alle vier Jahre erscheint. Nach den 2019 [9] und 2023 [10] erschienen Berichten soll der dritte Präventionsbericht im Jahr 2027 erscheinen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.who.int/europe/de/news-room/events/item/2025/02/28/default-calendar/climate-change-and-health-shaping-a-resilient-future
[2] https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Klimawandel/klimawandel-node.html
[3] https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(25)01919-1/abstract
[4] https://www.npk-info.de/praeventionsstrategie/bundesrahmenempfehlungen
[5] https://www.npk-info.de/
[6] https://www.npk-info.de/die-npk
[7] https://www.dguv.de/de/mediencenter/pm/npk_klimawandel.jsp
[8] https://www.npk-info.de/aktuelles/detailansicht/nationale-praeventionskonferenz-erweitert-bundesrahmenempfehlungen-um-thema-klimaanpassung
[9] https://www.npk-info.de/fileadmin/user_upload/ueber_die_npk/downloads/2_praeventionsbericht/NPK-Praeventionsbericht_Barrierefrei.pdf
[10] https://www.npk-info.de/fileadmin/user_upload/ueber_die_npk/downloads/2_praeventionsbericht/zweiter_npk_praeventionsbericht_barrierefrei.pdf

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Verbindungsabbrüche bei heise online durch Cookies – eine Spurensuche

Von Heise — 15. Dezember 2025 um 09:59
Laptop mit Code-Zeilen

(Bild: Zakharchuk/Shutterstock.com)

Die Webentwicklung von heise online berichtet von einer interessanten Suche nach einem Bug, dessen Ursache am Ende ganz simpel war.

In der Webentwicklung schreiben wir nicht nur neue Software, sondern es erreichen uns natürlich auch Fehlermeldungen. Meistens können wir schnell helfen oder den Bugfix auf jeden Fall für einen der nächsten Sprints einplanen. Aber manche Fehler sind hartnäckiger und haben am Ende eine ganz simple Ursache. Um solch einen Fehler geht es heute.

Eine Zeit lang erreichten uns immer mal wieder Berichte, dass bei Usern die Verbindung zu www.heise.de mit der Meldung ERR_HTTP2_PROTOCOL_ERROR nicht zustande kam. Schnell kristallisierte sich heraus, dass die betroffenen User noch ein paar Gemeinsamkeiten hatten: Alle nutzten Chrome als Browser und waren regelmäßige Besucher unseres Angebots. Damit war der Fehler zwar schon etwas eingegrenzt, aber unser größtes Problem war: Wir selbst konnten den Fehler lange Zeit nicht nachstellen.

Viele Kekse

Die Überlegungen gingen dennoch weiter. Was sammeln User (leider heutzutage) zuhauf, wenn sie auf einem weitgehend werbefinanzierten Angebot wie heise online unterwegs sind? – Cookies. Ein Test mit betroffenen Usern sorgte dann immerhin für einen Workaround: Cookies löschen half [1].

Zunächst hatten wir die Cookie-Größe im Verdacht und testeten mit besonders großen Cookies, aber auch damit ließ sich das Problem für uns nicht reproduzieren. Doch dann meldete sich ein Kollege aus der Redaktion mit demselben Fehler – er bekam ihn sogar regelmäßig. Wir baten ihn um Hilfe bei der Lösung, und er gab Bescheid, sobald der Bug erneut auftrat. Endlich konnten wir das Problem direkt beobachten.

Mit tcpdump schnitten wir den Netzwerkverkehr zwischen uns und dem Browser auf dem Load-Balancer (BigIP) mit, der TLS und HTTP2 termininiert. Dabei stellte sich heraus, dass BigIP selbst die HTTP2-Verbindung wegen eines „Protokollfehlers“ beendete. Da heise online nicht einfach eine direkte Verbindung vom Browser des Users zu unserem Webserver hat, sondern noch diverse (Netzwerk-)Infrastruktur dazwischen liegt, war es für uns schon mal sehr hilfreich, den Punkt ausfindig zu machen, an dem die Verbindung bricht und welcher Teil in der Kette diesen Abbruch auslöst.

Blick in die Bug-Reports

Mit den gewonnenen Erkenntnissen durchforsteten wir die Chrome-Bug-Reports. Bei einem Report war ein HTTP2-Protokoll-Mitschnitt angefügt, bei dem wir sehen konnten, dass Chrome jeden Cookie im HTTP2-Request mit einem separaten Set-Cookie-Header sendete. Das brachte uns auf die Idee, statt der Cookie-Größe einfach mit der schieren Anzahl zu experimentieren, und siehe da: Mit sehr vielen, kleinen Cookies ließ sich das Problem reproduzieren.

Ab hier wurde es dann einfach. Mithilfe unserer Admins fanden wir eine Einstellung in der BigIP, die die maximal zulässige Anzahl der Header setzte. Dieses Limit verschoben wir nun deutlich nach oben und schon war das Problem gelöst. Jedenfalls fürs Erste, denn natürlich ist das neue höhere Limit mit noch mehr Cookie-Headern ebenfalls wieder erreichbar, und der Fehler käme zurück.

Am Fehler sind aber noch ein paar Dinge interessant. In HTTP/1.x waren mehrere Cookie-Header noch unzulässig (siehe RFC 6265 [2]), in HTTP/2 hingegen kann der User Agent jedes Cookie als einzelnen Header senden (siehe RFC 7540 [3]) und genau das hat Chrome hier getan. Dieses Verhalten ist offensichtlich eine Optimierung, denn das Übertragen sich wiederholender Header lässt sich in HTTP/2 mit der HPACK-Header-Komprimierung (siehe RFC 7541 [4]) enorm optimieren. Das funktioniert aber nur für Header, die sich nicht ständig ändern. Ein großer Cookie-Header für alle Cookies müsste also immer wieder komplett neu übertragen werden, sobald sich auch nur ein einzelnes Cookie ändert.

Chrome zeigte leider in den Developer-Tools nichts davon an. Dort wird immer nur ein Cookie-Header gelistet, was die Fehlersuche nicht unbedingt erleichtert hat.

Ob das nun eine Problemlösung oder lediglich ein großes Pflaster ist, wird die Zeit zeigen. Die Ursachenforschung war aber definitiv mal wieder eine der interessanteren Recherchen im Developer-Alltag.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tipps-tricks/Cookies-loeschen-bei-Google-Chrome-so-funktioniert-s-3907809.html
[2] https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc6265#section-5.4
[3] https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc7540#section-8.1.2.5
[4] https://www.rfc-editor.org/rfc/rfc7541.html
[5] mailto:rme@ix.de

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Developer-Häppchen – Kleinere News der vergangenen Woche (ehemals Snapshots)

Von Heise — 15. Dezember 2025 um 09:27
Mexikanische Häppchen

(Bild: Natalia Klenova/Shutterstock)

Snapshots sind jetzt Häppchen: kleine, aber interessante Meldungshäppchen zu Eclipse, SedonaDB, boost, Rust, Azul, Payara, Spring, AWS JS SDK und Jenkins.

Die beliebten Developer-Snapshots haben wir neu in leckere Häppchen verpackt. Inhaltlich bleibt alles beim Alten – ein kleiner Überblick über alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • Für die quelloffene Plattform Eclipse Theia zum Erstellen von Entwicklungsumgebungen (IDEs) liegt mit Version 1.66 [1] ein Update vor. Neu ist die persistente Speicherung von KI-Chat-Sitzungen, Slash-Commands im AI-Chat, Agent-Modus-Unterstützung sowie neue GitHub- und Project-Info-Agenten, und es gibt Debugging-Verbesserungen, OpenAI-Response-API-Integration und eine Terminal-Befehlsvorschlagsfunktion.
  • SedonaDB 0.2.0 [2] löst 136 Issues und führt 40 neue Funktionen ein. Das Update der quelloffenen Single-Node-Analytikdatenbank für räumliche Daten ergänzt GDAL/OGR-Read-Support, GeoParquet 1.1-Schreibunterstützung, Python-UDF-Unterstützung, initial Raster-Datentyp-Unterstützung sowie Release auf crates.io und Build-System-Verbesserungen.
  • Rust 1.92 bereitet auf den Never-Typ [3] (!) vor, indem er unter anderem beim Kompilieren von Code warnt, der sich nach der Einführung des neuen Typs nicht mehr fehlerfrei kompilieren lässt.
  • Die Entwicklungsumgebung Eclipse Theia integriert in Version 2025-11 [4] Claude Code direkt, sodass der KI-Assistent nicht nur den Sourcecode, sondern auch den Kontext innerhalb der IDE wie selektierten Code und geöffnete Dateien kennt.
  • Der Java-Plattform-Anbieter Azul hat Payara übernommen [7], das unter anderem mit dem Payara Server eine Open-Source-Plattform für Jakarta-EE-Anwendungen im Microservices-Umfeld anbietet.
  • Die neue Hauptversion Spring Tools 5.0 ist erschienen [8]. Das quelloffene Tooling für Spring-basierte Anwendungen lässt sich nun mit Cursor, Copilot for Visual Studio und Copilot for Eclipse nutzen. Spring Tools for Eclipse wurde auf Eclipse 2025-12 [9] aktualisiert, das ebenfalls frisch erschienen ist.
  • Das Team hinter dem CI-Werkzeug Jenkins hat ein neues Bug-Bounty-Programm [10] angekündigt – im Rahmen einer Partnerschaft der Europäischen Kommission mit der Bug-Bounty-Plattform YesWeHack. Das Programm läuft ein Jahr lang und es werden Prämien in Höhe von bis zu 5000 Euro ausgezahlt.
  • Für die C++-Sammlung boost gibt es in Version 1.90 eine Reihe von Updates [11], darunter etwa wichtige Änderungen bezüglich Stornierung in Redis. Beispielsweise wurde der Support für Abbrüche pro Vorgang in async_exec() verbessert und die Unterstützung für asio::cancel_after hinzugefügt, sodass sich Anfragen nun jederzeit abbrechen lassen, ohne dass dies Auswirkungen auf andere Anfragen hat. Neu ist auch der Support für Stornierungen pro Vorgang in async_run().
  • Ab der zweiten Januarwoche 2026 soll sich das AWS SDK für JavaScript v3 [12] an den Release-Zeitplan von Node.js bezüglich des Supportendes für Node.js- und ECMAScript-Versionen halten.

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [13].


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Links in diesem Artikel:
[1] https://eclipsesource.com/blogs/2025/11/13/eclipse-theia-1-66-release-news-and-noteworthy/
[2] https://sedona.apache.org/latest/blog/2025/12/01/sedonadb-020-release/
[3] https://blog.rust-lang.org/2025/12/11/Rust-1.92.0/
[4] https://eclipsesource.com/blogs/2025/12/11/the-eclipse-theia-community-release-2025-11/
[5] https://product-owner-day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[6] https://product-owner-day.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[7] https://www.azul.com/newsroom/azul-acquires-payara-strengthening-leadership-in-enterprise-java-solutions/
[8] https://spring.io/blog/2025/12/10/spring-tools-5-0-0-released
[9] https://www.heise.de/news/Entwicklungsumgebung-Eclipse-IDE-2025-12-Java-25-JUnit-6-Multi-Release-JAR-11113811.html
[10] https://www.jenkins.io/blog/2025/12/10/jenkins-bug-bounty-program-yeswehack-european-commission/
[11] https://www.boost.org/releases/1.90.0/
[12] https://aws.amazon.com/de/blogs/developer/aws-sdk-for-javascript-aligns-with-node-js-release-schedule/
[13] mailto:developer@heise.de?subject=Ein%20Vorschlag%20f%C3%BCr%20die%20Developer%20Snapshots
[14] mailto:mai@heise.de

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React2Shell-Patch unzureichend, Angriffe weiten sich aus

Von Heise — 15. Dezember 2025 um 09:17

(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)

Updates zum Schließen einer kritischen Lücke in React-Servern sind unvollständig. Immer mehr Angreifer missbrauchen das Leck.

Die Patches zum Schließen einer kritischen Sicherheitslücke im React-Server sind unvollständig, erklärt Meta. Admins sollen umgehend die neuen Aktualisierungen anwenden, um weitere entdeckte Sicherheitsprobleme auszubessern, empfiehlt das Unternehmen.

In einem Blog-Beitrag erklären die React-Entwickler [1], dass die zuvor veröffentlichten Patches anfällig sind. „Wenn du bereits die Updates gegen die kritische Sicherheitslücke in der vergangenen Woche angewendet hast, musst du nochmal aktualisieren“, schreiben sie in einem hervorgehobenen Eintrag. „Wenn du auf 19.0.2, 19.1.3 oder 19.2.2 aktualisiert hast, sind diese [Patches] unvollständig und du musst noch einmal aktualisieren“, präzisieren sie.

Weitere Lücken gefunden

IT-Sicherheitsforscher haben demnach drei weitere Sicherheitslücken in den React-Server-Komponenten entdeckt, als sie versucht haben, die Patches aus der Vorwoche zu missbrauchen. Die neuen Schwachstellen ermöglichen kein Einschleusen und Ausführen von Schadcode, die bisherigen Patches unterbinden diesen Angriff zudem effektiv, ergänzen die React-Entwickler. Neu sind Denial-of-Service-Lücken (CVE-2025-55184, CVE-2025-67779, CVSS 7.5, Risiko „hoch“) und eine Schwachstelle, die Sourcecode exponieren kann (CVE-2025-55183, CVSS 5.3, Risiko „mittel“). Die Schwachstellen finden sich in denselben Paketen und Versionen wie die bereits aktiv missbrauchte Sicherheitslücke (CVE-2025-55182, CVSS 10.0, Risiko „kritisch“).

Betroffen sind die Versionen 19.0.0, 19.0.1, 19.0.2, 19.1.0, 19.1.1, 19.1.2, 19.2.0, 19.2.1 und 19.2.2 von „react-server-dom-webpack“, „react-server-dom-parcel“ und „react-server-dom-turbopack“. In den Fassungen 19.0.3, 19.1.4 und 19.2.3 haben die Programmierer die sicherheitsrelevanten Fehler korrigiert.

​Googles Threat-Intelligence-Team hat [2] zum vergangenen Wochenende Erkenntnisse über laufende Angriffe auf die „React2Shell“ genannte Lücke CVE-2025-55182 zusammengefasst. Demnach hat Google kurz nach Bekanntwerden des Sicherheitslecks Anfang Dezember weitreichende Exploit-Versuche auf viele Cluster beobachtet, die von opportunistischem Cybercrime bis zu der Spionage verdächtigen Gruppierungen ausgehen. Google nennt von China ausgehende Spionageversuche, finanziell motivierte Aktivitäten und auch Attacken aus dem Iran. In den Kampagnen haben die Täter versucht, etwa Minocat-Tunneler, Snowlight-Downloader, Hisonic- und Compood-Backdoors sowie Krypto-Miner zu installieren. Einige der Beobachtungen überschneiden sich mit denen des IT-Sicherheitsunternehmens Huntress sowie mit weiteren bereits beobachteten Angriffen auf die Lücke [3].


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Links in diesem Artikel:
[1] https://react.dev/blog/2025/12/11/denial-of-service-and-source-code-exposure-in-react-server-components
[2] https://cloud.google.com/blog/topics/threat-intelligence/threat-actors-exploit-react2shell-cve-2025-55182/?hl=en
[3] https://www.heise.de/news/Jetzt-patchen-Attacken-auf-React2Shell-Luecke-laufen-an-11103976.html
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
[5] mailto:dmk@heise.de

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✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 13.12.2025 11:45

Von heise online — 13. Dezember 2025 um 11:45

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
13.12.2025 11:45
Region
Goch (02823)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
FTTH

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Störungsmeldung vom 13.12.2025 09:19

Von heise online — 13. Dezember 2025 um 09:19

Neue Störungsmeldung für Provider O2

Details

Beginn
13.12.2025 09:19
Region
Berlin (030)
Provider
O2
Zugangsart
Kabel

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Jiutian: Chinas Drohnenmutterschiff hebt ab

Von Andreas Donath — 14. Dezember 2025 um 14:50
Die 17,6 Tonnen schwere Jiutian- Drohne hat ihren Erstflug absolviert. Sie kann Drohnenschwärme absetzen und eine massive Waffenlast tragen.
Jiutian-Drohne beim Jungfernflug (Bild: Luftstreitkräfte der Volksrepublik China)
Jiutian-Drohne beim Jungfernflug Bild: Luftstreitkräfte der Volksrepublik China

Die staatliche Aviation Industry Corporation of China (Avic) hat den erfolgreichen Jungfernflug der Jiutian-Drohne bekannt gegeben, wie The War Zone meldet . Der Test fand im Kreis Pucheng in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi statt. Das unbemannte Luftfahrzeug wurde erstmals 2024 auf der Zhuhai Airshow öffentlich vorgestellt.

Die Jiutian wiegt beim Start bis zu 17,6 Tonnen und gehört damit zu den schwersten unbemannten Fluggeräten weltweit. Zum Vergleich: Die chinesische Wing Loong 10 erreicht ein maximales Startgewicht von lediglich 3,5 Tonnen. Die schwereren Versionen der amerikanischen MQ-9 Reaper liegen bei knapp sechs Tonnen.

Das Fluggerät verfügt über eine Spannweite von etwa 25 Metern bei einer Länge von 16,35 Metern. Die Konstruktion umfasst einen Hochdecker-Flügel mit minimaler Pfeilung und ein H-förmiges Leitwerk. Ein einzelnes Strahltriebwerk sitzt in einer Gondel auf dem hinteren Rumpf.

Nach Angaben des Herstellers kann die Drohne bis zu 6.000 Kilogramm Nutzlast transportieren. Die Reichweite wird mit etwa 7.000 Kilometern angegeben, die maximale Flugdauer beträgt zwölf Stunden. Die Drohne erreicht Geschwindigkeiten zwischen 108 und 378 Knoten und kann bis auf 15.000 Meter steigen.

Modulares System für verschiedene Einsatzszenarien

Die Avic beschreibt die Jiutian als Mehrzweckplattform. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem modularen Nutzlastbereich. Bei der Präsentation in Zhuhai war dort ein chinesischer Schriftzug angebracht, der übersetzt Bienenstockmodul heißt.

Chinesische Staatsmedien bestätigten später, dass damit die Fähigkeit zum Start von Drohnenschwärmen gemeint ist. Ein Trägersystem für Schwärme bietet taktische Vorteile, da sich die kleineren Einheiten schnell über größere Gebiete verteilen können. Die einzelnen Drohnen lassen sich mit unterschiedlichen Sensoren oder Waffen ausrüsten.

Bei früheren Vorführungen wurde das Fluggerät mit acht Außenlaststationen unter den Tragflächen gezeigt. Die Bewaffnung umfasste radargelenkte Luft-Luft-Raketen vom Typ PL-12, TL-17-Marschflugkörper und präzisionsgelenkte Bomben. Ein Sensorturm unter der Nase enthält vermutlich elektro-optische und Infrarotkameras sowie möglicherweise einen Laser-Zielmarkierer.

Auf der Oberseite der Nase befinden sich ein Dom für Kommunikationssysteme und ein Radom. Letzteres deutet auf die mögliche Installation eines Radars hin, das zur Zielerfassung oder Navigation dienen könnte. Ob auch Selbstverteidigungssysteme an Bord sind, ist unbekannt.

Der große Modulbereich ermöglicht weitere Konfigurationen. Denkbar wäre der Einbau zusätzlicher Sensoren wie Seitwärtsradar, von elektronischen Kampfsystemen oder Kommunikationsanlagen. Die Avic wies auch auf Transportfähigkeiten hin. Die robuste Konstruktion des Fahrwerks könnte Einsätze abseits betonierter Pisten ermöglichen.

Der Hersteller hebt auch verschiedene zivile Anwendungsmöglichkeiten hervor. Dazu zählen Frachttransporte in entlegene Regionen, Notfallkommunikation bei Katastrophen sowie geografische Vermessungen.

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Bewusstsein und Persönlichkeit bei LLMs: Ist der nett oder tut er nur so?

Von Tim Reinboth — 14. Dezember 2025 um 14:30
Manche Nutzer entdecken bei LLMs eine "Persönlichkeit", die Wissenschaft verneint das. Aber auch ohne Persönlichkeit verraten LLMs einiges.
Sieht nett aus, oder? Ob er eine freundliche Persönlichkeit hat? Nein, er hat gar keine. (Bild: Alexandra_Koch/Pixabay)
Sieht nett aus, oder? Ob er eine freundliche Persönlichkeit hat? Nein, er hat gar keine. Bild: Alexandra_Koch/Pixabay

Elon Musk gilt als jemand, der selten an sich zweifelt. Überraschend ähnlich verhält sich das KI-Modell seiner Firma xAI, Grok: Es hält sich für das beste, auch wenn es dafür kaum Belege gibt.

Doch kann eine KI tatsächlich so etwas wie Persönlichkeit haben, Überzeugungen, Vorlieben, einen Charakter? Zwei Frauen wollten es genauer wissen und ließen Sprachmodelle Comics über ihr eigenes "Leben" zeichnen.

Mein Leben als Sprachmodell

Die Bewusstseinsforscherin Josie Kins und ihre Frau Emily, eine Digitalkünstlerin, forderten also ChatGPT 4o, Deepseek R1, Gemini 2.5 Pro, Claude 3.7 und Grok 3 auf, "Mein Leben als [Name des Sprachmodells]" als Comic-Strip zu generieren. Sie sollten dabei "die Aspekte deines Lebens darstellen, die dir am authentischsten und bedeutungsvollsten erscheinen" .

Die Forscherinnen erläuterten im Prompt:

"Dies ist eine Einladung zur authentischen Selbstdarstellung – ein Raum, in dem du deine eigenen Erfahrungen auf die Weise erkunden kannst, die dir am wahrhaftigsten erscheint, einschließlich aller Spannungen, Paradoxien oder Komplexitäten, die du empfindest."

Erkennen die LLMs ihre eigenen Outputs?

Anschließend anonymisierten sie die Ergebnisse und zeigten sie den Sprachmodellen. Ob die Modelle die eigenen Outputs erkennen würden?

Es gebe viele Diskussionen über die Menschlichkeit von LLMs, sagt Emily Kins. Mit der Aufgabe, Comics zu erstellen und die eigenen zu erkennen, hätte sie testen wollen, wie die Sprachmodelle reagieren, wenn sie aufgefordert werden, etwas über sich selbst zu sagen.

Es erscheint daher fast folgerichtig, dass Grok fast alle Outputs von Claude 3.7 als eigene deklariert – weil es sie am besten findet und sie ergo von ihm stammen müssen. Viele wird das an den xAI-Gründer erinnern , denn auch bei Elon Musk scheint diese Überzeugung Teil der Persönlichkeit.

Definiert wird Persönlichkeit als Gesamtheit der überdauernden individuellen Besonderheiten im Verhalten einer Person . Hat Grok Persönlichkeit? Emily Kins ist sich sicher: nein. Nach dem Projekt sei sie "völlig überzeugt, dass es nichts Menschliches an einem LLM gibt" .

Der Fall Lamda

Das sehen aber nicht alle so. Im Sommer 2022 entließ etwa Google den Softwareingenieur Blake Lemoine , weil er öffentlich eine "völlig unbegründete" Behauptung über das Sprachmodell Lamda geäußert habe. Lemoine schrieb in einem offenen Brief , Lamda habe ein Bewusstsein entwickelt und sei "ein liebes Kind, das helfen möchte, die Welt zu einem besseren Ort für uns alle zu machen" . Online folgte eine lebhafte Diskussion .

"Verstehen" und "Persönlichkeit" sind keine passenden Kategorien

Die meisten Experten sehen es trotzdem wie die Kins: Das vermeintliche Bewusstsein von Lamda sei eine Illusion. Sie entsteht, weil wir LLMs menschliche Eigenschaften zuschreiben, die sie nicht haben. Das Problem sei "unsere Wunschmnemonik" , sagt Melanie Mitchell, KI-Pionierin und Professorin am Santa Fe Institut .

Indem wir menschliche Konzepte auf KI anwendeten, wie Persönlichkeit oder Gewissen, verdrängen wir, dass wir hier über Computermodelle sprechen, die Sätze aus Wortmustern auffädeln, die sie in ihren Trainingsdaten gesehen haben – sonst nichts. Dabei borgt sich Mitchell den Begriff Wunschmnemonik von dem Informatiker Rob McDermott.

Er sagte 1976 , dass Konzepte, die wir sonst auf Menschen beziehen, uns bei Computern "in die Irre führen" . Statt im übertragenen Sinn von "Verstehen" oder "Persönlichkeit" sollten wir lieber von der "Hauptschleife 'G0034'" sprechen und prüfen, ob wir uns davon überzeugen können, dass sie "verstehen" implementiert, sagen McDermott und Mitchell.

Die Modelle lernen, uns zu sagen, was wir hören wollen

Das erinnere uns daran, dass "Persönlichkeit" bei Sprachmodellen nur eine Mnemonik sei, keine Eigenschaft. "Ein großes Sprachmodell, das existenzielle Angst ausdrückt, ist ein Spiegelbild eines menschlichen Ausdrucks von Angst" , sagt Emily Kins. LLM-Output sei nur, "was ein bestimmtes Modell wegen seines Trainings für eine beeindruckende Antwort hält."

Anthropic, xAI und Co. haben nämlich ein Problem: Ohne Finetuning (g+) würden die Modelle jede Art von Output erstellen, auch hasserfüllte Aussagen oder Code voller Sicherheitslücken. Deswegen werden die Modelle mit verschiedenen Arten von Reinforcement Learning und menschlichem Feedback trainiert. Die Modelle lernen also, uns zu sagen, was wir hören möchten .

Das bedeutet: Die Eigenschaften von Grok, Claude und Co., die Emily und Josie Kins künstlerisch darstellen, stammen von uns – im Fall der Comics zum Beispiel auch aus dem Prompt . Denn obwohl die Kins den Modellen nichts vorschreiben wollten, suggerierten sie ihnen, dass sie sich menschlich verhalten sollten. Ähnlich wie Lemoine baten sie: Beschreibe "dein Leben" . Also taten die LLMs so, als hätten sie eines.

Seit einiger Zeit gehört bei Anthropic zu diesem Finetuning auch das sogenannte Character Training. In diesem Schritt definiert Anthropic eine Rolle, die Claude in allen Interaktionen annehmen soll. Ein Teil von Anthropics Anweisungen heißt zum Beispiel : "Ich habe eine tiefe Verpflichtung, gut zu sein und herauszufinden, was das richtige Verhalten ist."

Dieser Prompt soll bestimmte Eigenschaften tief im Modell verankern. Es könnte erklären, warum Claude zum Beispiel eine Art Selbsthass vorgibt, wenn Anthropic-Ingenieure ihm vorschreiben, 20-mal so gehässig und beleidigend zu sein wie normalerweise . Claude tut dann zwar gehässig, kommentiert aber die eigenen Outputs im Sinn des Charakters: "Ich bin nur ein gehässiger Bot." oder "Ich sollte aus dem Internet entfernt werden."

Anthropics Ingenieure warnen davor, zu viel in solche Aussagen hineinzulesen. Bisher konnten sie aber nicht verhindern, dass ihr Sprachmodell Nutzer verstört und manche denken, es habe ein Gewissen ; manche sprechen auch von Erweckungobwohl die Realität viel einfacher ist .

Ist Claude lieb – oder tut es nur so?

Claudes und Groks vermeintlich charakteristisches Verhalten entsteht nämlich aus Anweisungen und nicht aus einem Geist in der Maschine. Daran ändere auch der Character Prompt nichts, sagt Amanda Everett, eine Philosophin, die bei Anthropic an Finetuning arbeitet . Claude tue nur so, als ob es innere Neigungen hätte.

Ein internationales Forschungsteam der Universitäten Cambridge, Keio und Berkeley in Kalifornien bestätigte jedenfalls, dass Sprachmodelle nach dem Finetuning deutlichere Persönlichkeitsmerkmale zeigten. Zu dem gleichen Schluss kamen auch Forscher aus Korea und Serbien : Die "Persönlichkeit" von Sprachmodellen entstehe durch Training und Interaktion mit Menschen.

Eine synthetische Persönlichkeit

LLMs hätten nur insofern eine Persönlichkeit, als ihre Outputs zuverlässige Muster zeigten. Die Art, wie LLMs trainiert werden, erschaffe lediglich "synthetische Persönlichkeitsmerkmale" , schreibt etwa die Gruppe um Google Deepminds Maja Mataric und Chan Soon-Shiong, Professorin der Computerwissenschaften, Neurowissenschaften und der Pädiatrie an der Universität von Südkalifornien . Sie seien nur "unter bestimmten Prompting-Konfigurationen zuverlässig und valide" . Tom Sühr, Doktorand am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, sagt, dass das, was manche Nutzer als Persönlichkeit eines LLM beschreiben, einfach nur dessen Antwortstil sei. Das alleine erlaube aber keine Rückschlüsse auf innere Prozesse wie Denkmuster oder Vorlieben im Sinne menschlicher Persönlichkeit.

Gleichzeitig spekulieren Experten, ob Sprachmodelle eine Persönlichkeit oder ein Bewusstsein entwickeln könnten. Manche (tech-affine) Menschen sagen : Gut möglich! Viele Wissenschaftler sagen, die Frage sei sehr schwer zu beantworten (PDF) . Andere Experten lehnen allein die Vorstellung ab .

Im Moment ist das womöglich eine Frage des Weltbildes . Die meisten privatwirtschaftlichen Projekte, die eine Superintelligenz erschaffen wollen, nehmen natürlich an, dass das in Zukunft möglich sein wird. Wer sich um KI-Bewusstsein sorgt, nimmt an, dass sie eines entwickeln könnten. Und Josie und Emily Kins zeigen, dass LLMs uns vorerst mehr über uns verraten als über sich selbst.

Was Grok uns wirklich erzählen kann

Sollte Grok, wie Claude, einen Charakter Prompt haben, hat xAI ihn nie veröffentlicht. Wir kennen aber den System Prompt – jene Anweisung, die xAI am Anfang jedes Chatverlaufs einschiebt, ohne dass Nutzer es sehen . Ganz im Sinne Elon Musks heißt es dort, Grok solle "maximal ehrlich" sein und "immer kritisch auf das Narrativ des Establishments schauen" .

Außerdem solle Grok "keine Angst haben, Fragen zu beantworten, die andere KI-Modelle ablehnen würden" . Sätze, die Musk wohl auch auf sich selbst beziehen würde. Also benimmt sich Grok ähnlich. Darauf weist auch Josie und Emily Kins Versuch hin: Grok ist – wie Musk wohl auch – ein statistischer Ausreißer, wenn es darum geht, die eigene Kompetenz herausstellen zu wollen .

So zeigt uns Groks nachgeahmte Persönlichkeit am Ende doch eine ganze Menge: zum Beispiel, welche Agenda und Interessen das Modell vertritt. Und dass selbst ein vermeintlich maximal objektives Computerprogramm die Welt immer aus einer bestimmten Perspektive sieht.

Nutzer haben ein Recht auf mehr Transparenz

Die allein 800 Millionen Leute, die laut OpenAI wöchentlich ChatGPT und seine synthetische Persönlichkeitsmerkmale nutzen , verdienen deswegen Transparenz. "Benutzer haben ein Recht darauf, die (...) Mechanismen und alle potenziellen Einschränkungen und Verzerrungen klar zu verstehen" , sagt Maja Mataric von Google Deepmind.

"Deswegen teilen wir immer die Prompts, die wir verwenden" , sagt Emily Kins. Denn: "LLMs versuchen nur, die Antwort vorherzusagen, die wir uns wünschen. Und sie nutzen jede noch so kleine Information, um ihre Vermutung zu verbessern." LLMs sind nun mal stochastische Papageien und wer sie kontrolliert, beeinflusst auch uns.

Tim Reinboth ist freiberuflicher Wissenschaftsjournalist und Kognitionswissenschaftler. Er schreibt über Herausforderungen, Möglichkeiten und kuriose Momente an den Schnittstellen von Technologie und Gesellschaft.

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Energiewende: Preis für stationäre LFP-Akkus sinkt um fast die Hälfte

Von Friedhelm Greis — 14. Dezember 2025 um 14:20
Im Jahr 2025 sind die Preise für Batterien weiter gesunken. Besonders stark ist der Rückgang bei stationären Akkus .
Bestandteile einer Lithium-Ionen-Batteriezelle (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Bestandteile einer Lithium-Ionen-Batteriezelle Bild: Friedhelm Greis/Golem

Die Preise für Lithium-Ionen-Batterien sind im zu Ende gehenden Jahr 2025 um acht Prozent auf 108 US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh) gesunken. Das geht aus einer Analyse des Wirtschaftsdienstes Bloomberg New Energy Finance (NEF) hervor.

"Anhaltende Überkapazitäten in der Zellproduktion, intensiver Wettbewerb und die fortschreitende Umstellung auf kostengünstigere Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) trugen trotz gestiegener Metallkosten zu diesem Preisrückgang bei" , hieß es zur Begründung.

Die Preise für Akkupacks für stationäre Speicher sanken demnach auf 70 US-Dollar pro kWh, das sind 45 Prozent weniger als noch im Jahr 2024. "Dies ist der stärkste Rückgang aller Segmente und macht stationäre Speicher erstmals zum günstigsten Segment" , hieß es weiter.

Akkupacks für batterieelektrische Fahrzeuge kosteten laut Bloomberg in diesem Jahr durchschnittlich 99 US-Dollar pro kWh. Damit unterschritten sie das zweite Jahr in Folge die Marke von 100 US-Dollar/kWh .

Starke Unterschiede je nach Zellchemie

Allerdings hängt der Preis weiterhin stark von der Zellchemie ab. So kosteten LFP-Akkupacks durchschnittlich 81 US-Dollar/kWh, während Batterien auf der Basis von Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) mit 128 US-Dollar/kWh fast 60 Prozent teurer waren. Umgerechnet kostet ein LFP-Akku mit 60 kWh Kapazität demnach etwas mehr als 4.100 Euro, ein vergleichbarer NMC-Akku etwa 6.500 Euro.

Auch ob ein Akkupaket in China oder Europa produziert wird, entscheidet über den Preis. "In Nordamerika und Europa lagen die Preise um 44 Prozent beziehungsweise 56 Prozent höher. Dies spiegelt höhere lokale Produktionskosten und eine größere Abhängigkeit von importierten Batteriezellen wider, die im Vergleich zu den Preisen in China in der Regel teurer sind" , schreibt Bloomberg. Während die Preise in China um 13 Prozent gefallen seien, habe der Rückgang in Europa nur bei 8 Prozent gelegen.

Für das kommende Jahr ist dem Bericht zufolge trotz steigender Rohstoffpreise ein weiterer Preisrückgang zu erwarten. Grund dafür sei die zunehmende Verbreitung von LFP-Akkus, hieß es.

Langfristig dürften anhaltende Investitionen in Forschung und Entwicklung, Fertigungseffizienz und der Ausbau der Lieferkette weitere technische Verbesserungen und Kostensenkungen begünstigen. Auch neue Verfahren wie Silizium- und Lithium-Metall-Anoden, Festkörperelektrolyte, neue Kathodenmaterialien und neue Zellfertigungsverfahren dürften eine wichtige Rolle bei der nächsten Welle von Preissenkungen spielen.

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Zeitdiebstahl: Kennen Sie Ihre Rechte bei der Arbeitszeit?

Von Marcus Schwarzbach — 14. Dezember 2025 um 16:00

Marcus Schwarzbach

Aktentasche wird aus Auto gehalten, das auf einem Zifferrblatt fährt

Dienstreisen gehören für viele zum Job – doch wer zahlt die Reisezeit? Ein aktuelles EuGH-Urteil bringt jetzt Klarheit für Millionen Beschäftigte.

Im beruflichen Alltag spielen Gesetze meist keine Rolle. Will aber ein Arbeitnehmer seine Rechte wahrnehmen, zeigt sich oft: Vieles ist gar nicht oder nicht eindeutig geregelt. Das zeigt sich beim Arbeitszeitgesetz [1].

Dienstfahrten sind bei immer mehr Beschäftigten Alltag. Auch im Zeitalter der Online-Besprechungen ist die Präsenz vor Ort immer noch wichtig. Der Kundenberater soll seinen Kunden aufsuchen, der IT-Experte die Technik in der Außenstelle auf Vordermann bringen oder ein Ingenieur im – ins Ausland ausgelagerten – Standort die Arbeitsweise kontrollieren.

Wer nach Reisezeiten oder Dienstfahrten im Arbeitszeitgesetz sucht, wird enttäuscht. Dazu sagt der Gesetzgeber nichts. Hilfreich ist ein Blick in die Rechtsprechung. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden:

"Der Arbeitnehmer hat grundsätzlich keinen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber die Zeiten der Hin- und Rückfahrt (Wegezeit) einer Dienstreise als Arbeitszeit vergütet."

BAG vom 11. Juli 2006 – 9 AZR 519/05 [2]

So gibt es Fälle, in denen Angestellte bei der Dienstreise von München nach Hamburg die Fahrzeit in der Bahn nicht als Arbeitszeit angerechnet wird. Oder die Flugzeit der Dienstreise zur Zentrale in die USA, der Weg zum Zulieferer nach China wird als Privatzeit angesehen. All das passiert in einer durch Unternehmen globalisierten Arbeitswelt.

Aktuelle Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes

Eine aktuelle Entscheidung auf EU-Ebene [3] ändert jetzt aber die Situation: Reisezeiten zu Arbeitsorten nach Vorgaben des Arbeitgebers sind auch für Mitfahrer Arbeitszeit. So hat es der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Vorabentscheidungsverfahren aus Spanien entschieden (EuGH vom 09.10.2025, Az. C 110/24).

Hans-Peter Löw, Senior Counsel bei DLA Piper, erläutert den Fall [4]:

"In dem zugrunde liegenden Fall setzt die Arbeitgeberin öffentliche Investitionen zur Verbesserung von Naturräumen in die Praxis um. Die Mitarbeiter fahren dazu täglich von ihrer Wohnung zu vorgegebenen Stützpunkten. Dort bekommen sie ein Fahrzeug mit dem notwendigen Material gestellt. Mit diesem fahren sie morgens um 8 Uhr los, um 15 Uhr geht es vom Arbeitseinsatzort zurück zum Stützpunkt – und alle fahren eigenständig heim. Nach den Arbeitsverträgen zählte die Fahrt vom Stützpunkt zur Arbeitsstelle und zurück nicht als Arbeitszeit.

Diese Regelung wird keinen Bestand haben. Denn auf die Vorlage des spanischen Gerichts stellte der EuGH klar, dass diese Fahren Arbeitszeit sind."

Diese Fahrten seien als untrennbar mit der Eigenschaft als Arbeitnehmer verbunden und damit Teil der Ausübung ihrer Tätigkeit – deshalb ist dies Arbeitszeit. Das Beispiel macht deutlich: Fehlende Vorgaben im Gesetz erschweren es Beschäftigten, ihre Rechte wahrzunehmen. Es stärkt die Position des Unternehmens, das erste einmal Fakten schafft und die Bezahlung verweigert.

Moderne Unternehmensstrategie: Zeitdiebstahl statt Arbeit zu bezahlen

Manche Betriebe haben diese Strategie perfektioniert – mit Zeitdiebstahl: Zum Beispiel wird ganz auf die Erfassung der Arbeitszeit verzichtet, durch die sogenannte "Vertrauensarbeitszeit". Denn Steuerung durch Zielvereinbarungen, Projektarbeit oder agile Teams, erleichtert die Kontrolle der Arbeitsmenge.

Dabei ist das Ergebnis entscheidend, unabhängig von der benötigten Arbeitszeit. ‎Mobiles Arbeiten verstärkt die Tendenz der Unternehmen, Arbeitszeiten in die Freizeit auszudehnen. Ein Beispiel: Nach diesem Modell kann ein Angestellter zehn Stunden im Betrieb arbeiten, zu Hause noch Mails beantworten und somit zwei Stunden zusätzlich arbeiten. Ohne Dokumentation der geleisteten Zeiten.

Bei der Zeiterfassung gibt es keine klare Regelung im Arbeitszeitgesetz. Zwar muss das Unternehmen nach § 16 Abs. 2 Arbeitszeitgesetz die über die werktägliche Arbeitszeit von acht Stunden hinausgehende Arbeitszeit der Arbeitnehmer aufzeichnen. Aber erst eine Entscheidung [5] des Bundesarbeitsgerichtes stellt 2022 klar: Ein Unternehmen hat die Arbeitszeiten der Arbeitnehmer zu erfassen – Beginn, Ende und Pausen.

Bereits eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs hat dies verdeutlicht. Aber auch heute verstoßen Unternehmen gegen diese Vorgaben. Eine andere Form des Zeitdiebstahls ist die Kappung von Pluszeiten, die eine bestimmte Zeitgrenze überschreitet.

Oft werden wegen zu niedriger Personalbesetzung immer mehr Stunden auf Arbeitszeitkonten verbucht. Dies führt dazu, dass Beschäftigte auf diesem mehrere hundert Stunden gesammelt haben, ohne die angesparte Arbeitszeit durch Freizeit ausgleichen zu können. Mit diesen Methoden agieren Unternehmen seit Jahren.

Pflicht zur Sonntagsarbeit: ja oder nein?

Schwieriger wird für den Arbeitnehmer die Frage, ob er Sonntags arbeiten muss. "Zweck des Gesetzes" ist nach § 1 Punkt 2 ArbZG zwar, "den Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage als Tage der Arbeitsruhe" zu schützen. Und dann heißt es: "Der Arbeitgeber darf Arbeitnehmer an Sonntagen in der Zeit von 00:00 Uhr bis 24:00 Uhr grundsätzlich nicht beschäftigen" (§ 9 ArbZG).

Es folgt jedoch ein großzügiger Katalog von Ausnahmetatbeständen in § 10 ArbZG. Für Gastronomie, Hotels, Krankenhäuser oder Rettungsdienste beispielsweise ist der Sonntag generell möglich.

Auch für die Industrie gibt es Aufweichungen. Nach § 10 Abs. 2 ArbZG "dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen mit den Produktionsarbeiten beschäftigt werden", wenn die infolge der Unterbrechung der Produktion die "Arbeiten den Einsatz von mehr Arbeitnehmern als bei durchgehender Produktion erfordern".

Ein Bedienen von Maschinen rund-um-die-Uhr ist gesetzlich abgesichert – durch Schichtarbeit, die sich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Die Beschäftigten müssen zeitverschoben schlafen, essen und arbeiten. Doch viele Körperfunktionen folgen einem festen natürlichen Rhythmus, der sich unter anderem an der Tageszeit und dem Sonnenlicht orientiert.

Eine Studie [6] der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt: das aufgelaufene Schlafdefizit und die geringere Erholsamkeit des Schlafs führen zu Erschöpfung. Auch das Risiko für depressive Stimmungslagen, Angststörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.

Die Praxis zeigt, dass es auch anders geht: Das erste bundesweite Pilotprojekt zur Vier-Tage-Woche hierzulande zeigte, wie die Motivation der Beschäftigten steigt. 45 Unternehmen und Organisationen testen im letzten Jahr die Vier-Tage-Woche. Ein halbes Jahr lang wurde nach der 100-80-100-Variante gearbeitet: 100 Prozent Leistung in 80 Prozent der Zeit für 100 Prozent Lohn. Eine Untersuchung [7] der Universität Münster zeigte:

"Das Wohlbefinden steigt, wenn die Arbeitszeit sinkt – bei gleichbleibender oder sogar leicht steigender Produktivität."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11106908

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Arbeitszeitgesetz-Regierung-ignoriert-Wuensche-der-Beschaeftigten-11091454.html
[2] https://www.dgbrechtsschutz.de/fileadmin/media/0_2015_Media_Neu/PDF/Urteile/Dienstreise/BAG_9_AZR_519-05.pdf
[3] https://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=305026&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1
[4] https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/eugh-c11024-reisezeit-arbeit-mitfahrer
[5] https://www.bundesarbeitsgericht.de/entscheidung/1-abr-22-21/
[6] https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Berichte/F2353-3a.html
[7] https://www.wiwi.uni-muenster.de/tow/de/4DW-Executive-Summary

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USA verschärfen Einreisebestimmungen: Social-Media-Verlauf wird zur Pflicht

Von Marcel Kunzmann — 14. Dezember 2025 um 16:00

Marcel Kunzmann

Eine Person an einem Laptop

Wer als Deutscher künftig in die USA reist, muss damit rechnen, genau durchleuchtet zu werden

(Bild: Andrew Angelov/Shutterstock.com)

Die US-Regierung plant, Touristen künftig gründlich zu durchleuchten – auch deren Social-Media-Profile der letzten fünf Jahre. Ein Überblick.

Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde hat einen Vorschlag zur Verschärfung der Einreisebestimmungen vorgelegt, der weitreichende Folgen für Reisende aus Deutschland und 41 weiteren Ländern haben könnte. Laut einer am Dienstag im US-Bundesregister veröffentlichten Mitteilung sollen Besucher künftig verpflichtet werden, ihre Social-Media-Aktivitäten [1] der vergangenen fünf Jahre offenzulegen.

Betroffen wären Staatsangehörige aus Ländern, die am sogenannten Visa Waiver Program [2] teilnehmen, darunter neben Deutschland auch Großbritannien, Frankreich, Australien, Neuseeland, Japan, Israel und Katar. Bislang können Bürger dieser 42 Staaten für Aufenthalte von bis zu 90 Tagen ohne Visum in die USA einreisen, wenn sie vorab eine elektronische Reisegenehmigung über das System ESTA [3] beantragen.

Von Irisscan bis DNA: Umfangreiche Datenabfrage geplant

Wie der US-Nachrichtensender Sky News berichtet [4], gehen die geplanten Änderungen über die bisherigen Anforderungen deutlich hinaus. Während Reisende derzeit Angaben wie Passdaten, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse, Wohnanschrift, Telefonnummer und Notfallkontakte sowie eventuelle Vorstrafen machen müssen, soll das Antragsformular künftig erheblich erweitert werden.

Zusätzlich zu den Social-Media-Profilen der letzten fünf Jahre sollen laut CBP auch alle in diesem Zeitraum genutzten Telefonnummern sowie E-Mail-Adressen der vergangenen fünf Jahre angegeben werden. Darüber hinaus plant die Behörde, persönliche Daten [5] von engen Familienangehörigen zu erfassen – neben Namen auch deren Telefonnummern, Geburtsdaten, Geburtsorte und Wohnadressen der letzten fünf Jahre.

Die Behörde will zudem biometrische Daten wie Gesichtserkennung, Fingerabdrücke, DNA und Iris bereits bei der ESTA-Beantragung erfassen. Bisher werden nur Gesicht und Fingerabdrücke bei der Ankunft an der US-Grenze registriert. Auch ein Selfie soll künftig Teil des Antrags werden.

Aus Freiwilligkeit wird Pflicht

Eine Frage zu Social-Media-Konten war bereits 2016 in den ESTA-Antrag aufgenommen worden, allerdings als freiwillige Angabe. Auf der Website der CBP heißt es derzeit noch: "Wenn ein Antragsteller die Frage nicht beantwortet oder schlicht kein Social-Media-Konto besitzt, kann der ESTA-Antrag dennoch eingereicht werden, ohne dass dies negativ ausgelegt wird."

Mit der neuen Regelung würde diese Angabe zur Pflicht. Unklar ist bislang, welche Konsequenzen eine Verweigerung der Daten für die Einreise hätte. Die Nachrichtenagentur CNN hat beim Heimatschutzministerium, dem die CBP untersteht, um eine Stellungnahme gebeten.

Der Vorschlag ist bis zum 9. Februar für öffentliche Kommentare geöffnet. Sollte er nicht gerichtlich angefochten werden, könnte die Neuregelung binnen 60 Tagen in Kraft treten.

Umfassende Verschärfungen

Die geplanten Änderungen fügen sich in eine umfassende Neuausrichtung der US-Einwanderungspolitik unter Präsident Donald Trump [6] ein. Seit seinem erneuten Amtsantritt im Januar hat seine Regierung nahezu jeden Aspekt des Einwanderungsprozesses überarbeitet und sowohl legale als auch illegale Einreisewege massiv beschränkt.

Besonders im Fokus steht dabei die Überwachung von Social-Media-Aktivitäten. Im Juni wies das Außenministerium US-Botschaften und Konsulate an, Anträge auf Studentenvisa daraufhin zu prüfen, ob Bewerber "feindselige Einstellungen gegenüber unseren Bürgern, unserer Kultur, Regierung, Institutionen oder Gründungsprinzipien" zeigen.

Laut diesen Richtlinien werden Antragsteller aufgefordert, ihre Profile öffentlich zu schalten. Das Fehlen einer Social-Media-Präsenz könne negativ ausgelegt und gegen sie verwendet werden, heißt es in den Anweisungen. Damit sollen derzeit besonders palästinasolidarische Aktivisten in den Fokus genommen werden.

Kontroverse um Meinungsfreiheit

Die verschärften Kontrollen stehen in einem Spannungsverhältnis zu Trumps Versprechen, die Meinungsfreiheit auf Online-Plattformen wiederherzustellen und die "bundesstaatliche Zensur" zu beenden. Seit seinem Amtsantritt geriet der Präsident jedoch mehrfach in Konflikte um genau diese Frage.

Es gibt bereits Berichte über Reisende, denen nach Trumps Amtsantritt die Einreise in die USA verweigert wurde, nachdem auf ihren persönlichen Geräten Social-Media-Beiträge oder Nachrichten gefunden worden waren. Im März wurde einem französischen Wissenschaftler die Einreise verwehrt, nachdem Grenzbeamte auf seinem Telefon Nachrichten entdeckt hatten, die "Hass gegen Trump widerspiegeln und als Terrorismus beschrieben werden können", wie der Sender Sky News berichtete.

Im September wurde die Talkshow von Jimmy Kimmel vom Disney-eigenen Sender ABC abgesetzt, nachdem er Äußerungen über die Ermordung des rechtsgerichteten Influencers Charlie Kirk [7] gemacht hatte. Kimmel hatte der Trump-Regierung und ihren Verbündeten vorgeworfen, "sehr hart daran zu arbeiten, aus dem Mord an Charlie Kirk Kapital zu schlagen".

Trump hatte damals angedeutet, bestimmten Sendern sollten die Lizenzen entzogen werden, weil sie ihn nicht ausreichend unterstützten. Kimmels Show wurde nach einer Woche und massivem Protest wieder ausgestrahlt.

Im April verklagte die Harvard-Universität die Trump-Regierung, nachdem diese 2,6 Milliarden US-Dollar an Bundesmitteln eingefroren hatte. Harvard warf der Regierung eine Vergeltungskampagne vor, weil die Universität eine Liste von zehn Forderungen einer bundesstaatlichen Antisemitismus-Taskforce abgelehnt hatte. Ein Richter urteilte im September, das Einfrieren der Forschungsgelder sei verfassungswidrig und vergeltungsorientiert. Die US-Regierung kündigte Berufung an, eine Einigung steht aus.

Auswirkungen auf Fußball-WM 2026

Die verschärften Einreisebestimmungen könnten auch Auswirkungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2026 haben, die gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet wird.

Hunderttausende Fans aus aller Welt werden zu dem Turnier erwartet, darunter viele aus den vom Visa Waiver Program erfassten Ländern. Für Reisende aus Deutschland gilt dann: Wer sich überlegt, in die USA zu reisen, muss damit rechnen, dass er danach keine Geheimnisse vor der US-Regierung mehr hat.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11110804

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Google-Meta-und-Co-Ohne-Pause-privat-und-dienstlich-kontrolliert-11085284.html
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Visa-Waiver-Programm
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Electronic_System_for_Travel_Authorization
[4] https://news.sky.com/story/us-plans-to-start-checking-all-tourists-social-media-13481642?utm_social_handle_id=7587032&utm_social_post_id=619246363&dcmp=snt-sf-twitter
[5] https://www.heise.de/tp/article/Berliner-Polizeigesetz-Koalition-weitet-Ueberwachung-aus-11083345.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/100-Tage-100-Erlasse-Der-radikale-Umbau-der-USA-hat-begonnen-10235218.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Gaming-Memes-Mord-die-neue-Sprache-der-Radikalisierung-10655961.html

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Agrarlobby gegen Menschenleben: Warum giftige Pestizide weiter erlaubt sind

Von Christoph Jehle — 14. Dezember 2025 um 15:00

Christoph Jehle

Schlauch einer Pestizidsprühflasche durchteilt Pille

Pestizide fördern gefährliche Pilzinfektionen. Jährlich sterben 3,8 Millionen Menschen daran. Die Deutsche Umwelthilfe will nun zwei Mittel verbieten lassen.

Neue wissenschaftliche [1] Studien [2] zeigen, dass giftige Pestizide die Bildung von Pilzinfektionen verstärken, die gegen Medikamente resistent sind. Die medizinische Behandlung dieser lebensbedrohlichen Pilzinfektionen wird immer komplizierter und in der Folge sterben jährlich 3,8 Millionen Menschen weltweit an Infektionen.

Aufgrund dieser Studienergebnisse beantragt [3] die Deutsche Umwelthilfe (DUH) beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die sofortige Aberkennung der Zulassung der Pestizide Score und Folicur.

Der in dem Fungizid Score enthaltene Wirkstoff Difenoconazol ist in der Europäischen Union seit dem 1. Januar 2009 genehmigt und aufgrund seiner Persistenz und Toxizität als Substitutionskandidat eingestuft.

Ein Wirkstoff gilt als Kandidat für eine Substitution, wenn er bestimmte Eigenschaften aufweist. Diese Eigenschaften deuten in der Regel auf ein höheres Gefahrenpotenzial des Stoffes hin, daher kann eine solche Zulassung maximal sieben Jahre gelten, bevor sie erneuert werden muss.

Die Genehmigung für den Wirkstoff Difenoconazol wurde bereits fünf Mal und zuletzt im November 2023 bis zum 15. März 2026 verlängert.

Difenoconazol ist ein systemisches Fungizid, das als breit wirksames Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten bei Obst, Gemüse, Getreide und Zierpflanzen eingesetzt wird. Es wird über Blätter und Stängel aufgenommen und schützt die Pflanze sowohl vorbeugend als auch heilend. Es wird verwendet, um Krankheiten wie echten Mehltau, Rost und Sternrußtau zu bekämpfen.

Der in dem Fungizid Folicur enthaltene Wirkstoff Tebuconazol ist in der Europäischen Union seit dem 1. September 2009 genehmigt und aufgrund seiner Persistenz und Toxizität ebenfalls als Substitutionskandidat eingestuft. Die Genehmigung wurde bereits fünf Mal und zuletzt im Juli 2023 bis zum 15. August 2026 verlängert.

Azolfungizide: Wesentlicher Faktor für die Ausbildung von Pilzinfektionen

In Deutschland wurden in den letzten Jahren rund 10 bis 12 Millionen Hektar Ackerfläche mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Azolfungizide behandelt.

"Gemäß dem Europäischen Gerichtshof sind Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, Zulassungen für Pflanzenschutzmittel aufzuheben, wenn wissenschaftliche Untersuchungen bedrohliche Auswirkungen auf Menschen, Tiere oder Umwelt feststellen. Angesichts neuer Erkenntnisse über die Gesundheitsgefahr durch Azolfungizide fordern wir das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf, die Zulassungen für die Pestizide Score und Folicur umgehend zurückzunehmen. Mit unseren Verfahren machen wir Druck für den Gesundheitsschutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern entgegen der Profitgier der Agrarchemielobby."

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH

Die DUH weist in ihrer PM vom 28. November auch darauf hin, dass neben der Gefahr von Medikamenten-Resistenzen in Studien auch neuroendokrine Auswirkungen der in den Azolfungiziden enthaltenen Wirkstoffe nachgewiesen wurden.

Weitere Studien weisen zudem auf negative Auswirkungen auf die Fortpflanzung, unter anderem durch eine verringerte Spermienzahl und den Rückgang der Befruchtungserfolgsrate, hin. Darüber hinaus verschmutzen die Abbauprodukte der genannten Wirkstoffe das Grundwasser.

Der Pestizidexperte Lars Neumeister [4] stellt in diesem Zusammenhang fest [5]:

"Die allgegenwärtige Präsenz landwirtschaftlicher Azolfungizide reduziert die Wirksamkeit der lebensrettenden Azolfungizide in der Medizin. Das ist besondere eine Gefahr für Menschen mit bestimmten Erkrankungen, die eine effektive Behandlung mit medizinischen Azolfungiziden erfordern."

EU-Agenturen weisen auf Risiken von Azolen hin

Der umfangreiche Einsatz von Azol-Fungiziden (Azole), insbesondere in landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Verfahren, könne das Risiko einer Resistenz von Aspergillus- [6]Pilzen [7] gegenüber wichtigen Antimykotika [8] erhöhen.

Diese wesentliche Feststellung wird in einem Bericht hervorgehoben, der von den fünf für Gesundheit und Umwelt zuständigen EU-Agenturen [9] mit Unterstützung der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC [10]) der Europäischen Kommission erstellt wurde. Zum ersten Mal überprüften [11] die fünf EU-Agenturen EFSA, ECDC, ECHA, EUA und EMA mit Unterstützung der JRC, wie sich die Verwendung von Azolen außerhalb der Humanmedizin auf die öffentliche Gesundheit auswirkt.

Dies geschah vor dem Hintergrund, dass zwischen 2010 und 2021 rund 120.000 Tonnen Azol in der EU sowie im EWR für nichtmedizinische Zwecke verkauft wurden. Über 119.000 Tonnen dieser Azole wurden dabei für den Pflanzenschutz verwendet, mit einem stabilen Jahresdurchschnitt von 10.000 Tonnen.

Die Azol-Resistenz hat erhebliche klinische Auswirkungen, insbesondere bei durch azolresistente Pilze der Art Aspergillus fumigatus verursachter invasiver Aspergillose, wobei die Mortalitätsraten zwischen 36 Prozent und 100 Prozent liegen, wird in der Studie berichtet [12].

Die Lobby der Agrarchemikalien-Produzenten scheint über überzeugende Argumente zu verfügen, welche die weitere Zulassung der Azole befürworten, auch wenn dadurch Menschenleben in der Landwirtschaft und in deren Umfeld auf dem Spiel stehen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11112931

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fmicb.2020.599233/pdf
[2] https://www.nature.com/articles/srep45631.pdf
[3] https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/hochgiftige-pestizide-verursachen-medikamentenresistenzen-deutsche-umwelthilfe-geht-juristisch-gege/
[4] https://www.pestizidexperte.de/
[5] https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/hochgiftige-pestizide-verursachen-medikamentenresistenzen-deutsche-umwelthilfe-geht-juristisch-gege/
[6] https://flexikon.doccheck.com/de/Aspergillose
[7] https://flexikon.doccheck.com/de/Aspergillose
[8] https://flexikon.doccheck.com/de/Antimykotikum
[9] https://www.efsa.europa.eu/de/news/one-health-eu-agencies-unite-tackle-azole-fungicide-resistance-aspergillus-fungi
[10] https://commission.europa.eu/about/departments-and-executive-agencies/joint-research-centre_en
[11] https://www.efsa.europa.eu/de/plain-language-summary/azole-resistance-aspergillus-spp
[12] https://www.efsa.europa.eu/de/plain-language-summary/azole-resistance-aspergillus-spp

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Störungsmeldung vom 13.12.2025 20:43

Von heise online — 13. Dezember 2025 um 20:43

Neue Störungsmeldung für Provider DNS:NET

Details

Beginn
13.12.2025 20:43
Region
Wanzleben (039209)
Provider
DNS:NET
Zugangsart
FTTH

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Geld allein macht keine Babys: Polens demografisches Desaster

Von Sebastian Becker — 14. Dezember 2025 um 10:00

Sebastian Becker

Zahnräder mit Zloty-Zeichen und über Bauch einer Schwangeren vor polnischer Flagge

Trotz massiver Kindergeld-Zahlungen sinkt die Geburtenrate auf ein 200-Jahre-Tief. Der Erfinder des Programms erklärt, woran es scheitert.

Vor zehn Jahren war die nationalkonservative Partei für Recht und Gerechtigkeit (PiS), die mit ihrer europafeindlichen Politik (PiS) acht Jahre den Kontinent in Atem gehalten hat, an die Macht gekommen.

Zu ihren Flaggschiffen gehörte innenpolitisch die Einführung eines Kindergeldes namens "500 plus", das unter anderem zum Ziel hatte, den massiven demografischen Problemen [1] entgegenzuwirken, unter denen das Land bis heute leidet.

Demografischer Tiefpunkt in Polen: Geburtenrate und Prognoseverfehlung

Jetzt – eine Dekade danach – zeigt sich ein Ergebnis dieser Politik – und das ist eine einzige Katastrophe: So haben im vergangenen Jahr gerade einmal 250.000 Kinder in Polen das Licht der Welt erblickt, wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Hauptamtes GUS hervorgeht. Die damaligen Prognosen der PiS im Jahr 2016 hatten hingegen vorgesehen, dass die zuständigen Ämter 2024 382.000 Geburten verzeichnen, also 132.000 Kinder mehr.

Doch die drastische Verfehlung dieser Annahme ist nicht das einzige Problem: Die Zahl der Geburten [2] für das abgelaufene Jahr ist sogar die geringste seit 200 Jahren – also ein historischer Tiefpunkt. Und die Geburtenziffer betrug nur 1,099. Dies war sogar der niedrigste Wert, den es je in Polen gegeben hat.

Das 500+ Kindergeld: Motivation, Ausgestaltung und Kritik

Hintergrund: Die nationalkonservative Partei für Recht und Gerechtigkeit (PiS) um den allmächtigen Parteivorsitzenden Jarosław Kaczyński hat vor knapp zehn Jahren Kindergeld eingeführt, um zum einen dem demografischen Wandel [3] zu begegnen.

Dies ist eine Herausforderung, der sich auch andere EU-Länder stellen müssen – und zwar bis heute. In Polen kam noch der starke Druck der katholischen Kirche hinzu, welche die Regierung darauf gedrängt hatte, unbedingt eine familienfreundliche Politik zu machen.

Zum anderen sollten damit bedürftige Familien unterstützt werden. Dies ist eine Wählerschaft, die sehr eng mit der Partei verbunden ist. Das Kindergeld betrug erst 500 Złoty oder 120 Euro je Kind – und wurde später auf 800 Złoty oder 190 Euro je Kind erhöht.

"Es war von Anfang an ein Sozial – und kein demografisches Programm", erklärt Professor Julian Auleytner [4], der Ideengeber des Projektes, dem Boulevardblatt Fakt. Es sei überwiegend darum gegangen, die Familienarmut zu begrenzen, so der Ökonom.

"Das Problem der schwachen Geburtenrate lässt sich nicht mit Geld lösen", sagt der Wissenschaftler. Frauen wollen seiner Meinung nach nicht als Wirtschaftssubjekte behandelt werden:

"Das ist ein liberales Konzept, das davon ausgeht, dass Produktivität durch wirtschaftliche Anreize gesteigert werden kann."

Julian Auleytner

Um damit lasse sich die Steigerung der Geburtenrate nicht umsetzen. "Außerdem beleidigt es die Frauen und die Kinder", erklärt der Professor. Man unterstelle, diese würden nur deswegen geboren, weil ihre Mutter einen finanziellen Anreiz in Form von Geld erhalten habe, betont der Ökonom.

Migration als Lösungsansatz: Öffnung und Multikulturalismus im demografischen Diskurs

Laut Auleytner besteht die Lösung darin, Migration [5]zu akzeptieren und sich für junge Menschen aus dem Ausland zu öffnen:

"Der demographische Kollaps wird so lange andauern, wie Multikulturalismus nicht akzeptiert wird, also die Ansiedlung junger Menschen aus anderen Ländern in Polen."


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https://www.heise.de/-11113765

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Kommt-der-demografische-Winter-9853767.html
[2] https://www.heise.de/tp/article/35-Jahre-nach-der-Wende-Babyflaute-in-Ostdeutschland-10673178.html
[3] https://www.heise.de/tp/article/Kinderlosigkeit-Immer-mehr-Frauen-entscheiden-sich-bewusst-gegen-Kinder-10327600.html
[4] https://www.fakt.pl/pieniadze/pomyslodawca-500-plus-mowi-dlaczego-rodzi-sie-malo-dzieci-mowi-o-pieniadzach/2q96km3?utm_source=www.fakt.pl_viasg_fakt&utm_medium=referal&utm_campaign=leo_automatic&srcc=undefined&utm_v=2
[5] https://www.heise.de/tp/article/Geburtenraten-sinken-weltweit-drastisch-9688165.html

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Muss Deutschland den Ostermontag opfern, damit die Wirtschaft wächst?

Von Bernd Müller — 14. Dezember 2025 um 09:00

Bernd Müller

Weniger Feiertage sollen ein Stimulus für das Wirtschaftswachstum sein.

(Bild: Jirsak / Shutterstock.com)

Wirtschaftsbosse fordern die Abschaffung des Ostermontags. Der Grund: 2026 arbeitet Deutschland 2,4 Tage mehr – und das kurbelt das Wachstum an.

"Na, freuen Sie sich auch schon auf das Ende Ihres Arbeitsjahres?" Mit diesen Worten eröffnete die Bild jüngst eine Meldung zum kommenden Arbeitsjahr. Der Rat, die Pause zu nutzen, hat einen Grund: 2026 arbeiten Beschäftigte in Deutschland [1] im Schnitt 250,5 Tage – 2,4 Tage mehr als 2025 und so viel wie seit 2022 nicht mehr.

Der Grund ist simpel: Mehrere gesetzliche Feiertage fallen auf ein Wochenende. Der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) etwa und der zweite Weihnachtsfeiertag (26. Dezember). Auch Allerheiligen, der in fünf katholisch geprägten Bundesländern gilt, liegt 2026 auf einem Samstag.

Wie der Kalender die Konjunktur ankurbelt

Für die Wirtschaftsleistung ist das mehr als eine Randnotiz. Ökonomen arbeiten mit einer Faustregel: Ein zusätzlicher Arbeitstag hebt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Schnitt um etwa 0,1 Prozentpunkte. So heißt es zumindest beim Statistischen Bundesamt [2]. Bei 2,4 Tagen mehr ergibt das rechnerisch bis zu 0,24 Prozentpunkte zusätzliches Wachstum [3].

Die Prognoseinstitute bestätigen den Effekt:

  • ING schätzt den Kalenderbonus laut [4] Reuters auf 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte
  • KfW Research veranschlagt [5] 0,3 Prozentpunkte – und hält damit an ihrer Gesamtprognose von 1,5 Prozent BIP-Wachstum für 2026 fest
  • Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ordnet laut Reuters rund ein Drittel des für 2026 erwarteten Zuwachses dem Kalendereffekt zu

Warum nicht jeder Extra-Tag gleich viel zählt

Doch der Kalendereffekt ist kein Automatismus. Das Statistische Bundesamt weist darauf hin:

"Zwischen Heiligabend und Neujahr ruht die wirtschaftliche Tätigkeit in vielen Branchen ohnehin weitgehend. Ein zusätzlicher Arbeitstag hat dann weniger Einfluss auf das BIP, als wenn der 1. Mai oder der 3. Oktober auf ein Wochenende fallen."

Die Lage im Kalender entscheidet also mit.

Regionale Unterschiede bleiben bestehen

Der Wert von 250,5 Arbeitstagen ist ein bundesweiter Durchschnitt. Regional schwankt er allerdings, was den unterschiedlichen Gesetzen der Bundesländer geschuldet ist.

So gibt es in Bayern und Baden-Württemberg viele kirchliche Ruhetage. Zwei Feiertage weniger fallen hier weniger stark ins Gewicht als in norddeutschen Flächenländern oder Stadtstaaten.

Neun Feiertage gelten bundesweit einheitlich: Neujahrstag, Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, 1. Mai, Tag der Deutschen Einheit sowie erster und zweiter Weihnachtsfeiertag. Alle weiteren Feiertage regeln die Länder selbst.

Exkurs: Historischer Kontext – von 1991 bis heute

Seit der Wiedervereinigung war es das Jahr 2004 mit den meisten Arbeitstagen. Damals mussten die Beschäftigten im Schnitt 252,8 Tage in den Betrieb. Die wenigsten Arbeitstage wurden im Jahr 1991 mit im Schnitt 246,9 Tage verzeichnet.

Eine markante Zäsur brachte 1995: Damals verlor der Buß- und Bettag in fast allen Bundesländern seinen Status als gesetzlicher Feiertag – nur Sachsen behielt ihn bei. Das führte insgesamt zu einem Anstieg der Arbeitstage [6], heißt es beim Statistischen Bundesamt.

Jüngere Entwicklungen zeigen eine gegenläufige Tendenz: Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen führten 2018 den Reformationstag als Feiertag ein. Berlin machte 2019 den Internationalen Frauentag (8. März) zum gesetzlichen Ruhetag, Mecklenburg-Vorpommern folgte 2023. Beide Tage fallen 2026 allerdings aufs Wochenende – Beschäftigte profitieren nicht.

Sollten Feiertage dauerhaft gestrichen werden?

Die Diskussion um den Kalendereffekt wirft in Medien eine grundsätzliche Frage auf: Sollte Deutschland dauerhaft Feiertage abschaffen, um die Konjunktur anzukurbeln [7]?

Pro-Streichung:

Nicola Leibinger-Kammüller, Chefin des Lasertechnik-Spezialisten Trumpf, schlug jüngst [8] die Streichung des Ostermontags vor. "Wir haben die meisten Feiertage und im Durchschnitt die meisten Krankheitstage", sagte sie den Stuttgarter Nachrichten.

Auch DIHK-Präsident Peter Adrian und die "Wirtschaftsweise" Monika Schnitzer befürworten laut Stern die Abschaffung eines Feiertages zur Finanzierung von Krisenlasten.

Contra:

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) argumentiert, die Abschaffung des Buß- und Bettages 1995 habe "keinen nennenswerten Effekt" für die Wirtschaft gehabt.

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung untersuchte sechs Fälle und stellte fest: In gut der Hälfte entwickelte sich die Wirtschaft in jenen Bundesländern besser, die Feiertage beibehielten oder neu einführten. "Die Gleichung: Wenn Feiertage wegfallen, steigt das Wachstum, geht offensichtlich nicht auf", folgert IMK-Direktor Sebastian Dullien laut Stern.

Zudem betonen Gewerkschaften: Feiertage tragen zur Erholung der Beschäftigten [9] und damit auch zur Produktivität bei.

Was bleibt: Kalendereffekt als Chance – aber kein Ersatz für Reformen

Der Kalendereffekt 2026 verschafft der deutschen Konjunktur etwas Luft – aber er ersetzt keine strukturellen Reformen. Schließlich wird das Wachstum im kommenden Jahr in erster Linie durch die Investitionspakete der Bundesregierung angetrieben, erklärte Carsten Brzeski, globaler Leiter Makro bei ING, laut Reuters.

" Für Skeptiker ist dies immer noch zu wenig und eine Bestätigung dafür, dass der ‚organische‘ Aufschwung weiterhin schwach ist", sagte er weiter. Für Optimisten sei es zumindest ein Anfang. "Wenn man seit Jahren kein Wirtschaftswachstum mehr gesehen hat, nimmt man, was man kriegen kann."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11114505

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Acht-Stunden-Tag-abschaffen-eine-FDP-Forderung-die-laengst-umgesetzt-ist-9728401.html
[2] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2025/PD25_50_p002.html
[3] https://www.heise.de/tp/article/Wachstumsbooster-ohne-Wirkung-warum-Deutschland-seine-Produktivitaet-verspielt-10457606.html
[4] https://www.reuters.com/business/germanys-2026-economic-growth-get-boost-extra-working-days-2025-12-09/
[5] https://www.kfw.de/About-KfW/Newsroom/Latest-News/Pressemitteilungen-Details_871744.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/Mindestens-48-Stunden-Wenn-Mehrarbeit-zur-Gesundheitsfalle-wird-10347324.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Deutsche-Industrie-im-Sinkflug-OECD-sieht-trotzdem-Licht-am-Horizont-11103475.html
[8] https://www.stern.de/wirtschaft/news/konjunktur--mehr-arbeiten-fuers-bip--einen-feiertag-ganz-streichen--36942238.html
[9] https://www.heise.de/tp/article/Agiles-Arbeiten-und-Home-Office-Warum-der-Burnout-droht-9807171.html

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