FreshRSS

🔒
✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 08.12.2025 06:00

Von heise online — 08. Dezember 2025 um 06:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
08.12.2025 06:00
Region
Berlin (030)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ heise Security

Syncthing‑Fork unter fremder Kontrolle? Community schluckt das nicht

Von Heise — 08. Dezember 2025 um 16:11
Schlüsselloch mit Person

(Bild: BeeBright / Shutterstock.com)

Das Repository des beliebten Syncthing-Forks für Android verschwand von GitHub und taucht unter zwielichten Umständen wieder auf – ist das ein Open-Source-Hack?

Kontroverse rund um Syncthing-Fork: Das GitHub-Repository des Projekts, einer beliebten Android-Variante der Dateisynchronisations-Software Syncthing, war erst nicht mehr verfügbar und tauchte dann unter zweifelhaften Umständen wieder auf. Wie Nutzer im offiziellen Syncthing-Forum [1] berichten, verschwand das Projekt des Entwicklers Catfriend1 plötzlich. Der Maintainer selbst ist seitdem nicht erreichbar und hat sein Profil auf privat gestellt.

Syncthing ermöglicht die dezentrale Synchronisation von Dateien zwischen verschiedenen Geräten ohne Cloud-Anbieter. Da die Anwendung vollen Zugriff auf das Dateisystem hat, sorgt das plötzliche Verschwinden des Repositorys in der Community für erhebliche Verunsicherung.

Drei Repository-Resets

Laut Aussagen im Forum handelt es sich nicht um den ersten Vorfall dieser Art. Ein Nutzer berichtet [2], dass es 2025 bereits dreimal zu Repository-Resets gekommen sei. Syncthing-Mitbegründer Jakob Borg erklärte im Forum [3], dass es im Juli einen ähnlichen Ausfall gab, bei dem die Repository-History neu geschrieben wurde, um unangemessene Inhalte zu entfernen. Das Repository sei damals korrekt zurückgekehrt.

Jetzt ist die Situation jedoch anders: Ein neuer GitHub-Account namens researchxxl hat das Projekt offenbar übernommen. Es gibt jedoch keine öffentlich nachvollziehbare, verifizierbare Übergabe durch Catfriend1 – in bekannten Kanälen ist zumindest nichts dergleichen zu finden. Und das, obwohl der neue Maintainer theoretisch nun beliebigen Code unter der bisherigen Signatur auf eine große Zahl von Geräten bringen könnte. In der Community wird die Kommunikation des neuen Projektverantwortlichen wenigstens als ausweichend, beschwichtigend und wenig transparent wahrgenommen. Konkrete Fragen nach der Übergabe und nach mehr Offenlegung bleiben weitgehend unbeantwortet oder werden heruntergespielt.

Technisch wurden die bisherigen Änderungen von einigen Leuten geprüft und es wurden keine offensichtlichen bösartigen Modifikationen gefunden; F‑Droid baut die App zudem reproduzierbar und verifiziert, ob der veröffentlichte Code zu den Binaries passt. Dass „bisher nichts Böses gefunden“ wurde, ist aber explizit kein langfristiger Vertrauensbeweis – zum Beispiel könnten zukünftige Commits nach dem Abflauen der Kontroverse weniger genau kontrolliert werden und der neue Schlüsselhalter hat dauerhaft weitreichende Rechte.

In einem GitHub-Issue [4] lassen sich die organisatorischen Fragen, etwa zur Einrichtung von Build-Prozessen, zur Freigabe über F-Droid und zur möglichen Umbenennung des Projekts, öffentlich nachvollziehen. Dabei meldet sich auch der bereits bekannte Entwickler und Play‑Store‑Verwalter nel0x, der bei der Weiterentwicklung helfen will – mehrere Syncthing‑Entwickler und Teile der Community erklären, dass sie eher seinen Builds vertrauen und hoffen, dass zum Beispiel F‑Droid künftig dorthin umzieht.

Signierschlüssel und Sicherheitsbedenken

Aus Sicherheitssicht besonders problematisch: Unklar ist, ob der neue Account Zugang zu den Signierschlüsseln der ursprünglichen App hat – diese Frage wird in der Community intensiv diskutiert. Allein die Möglichkeit wirft jedoch Fragen zur Sicherheit der App auf, da unklar ist, wie diese Schlüssel in die Hände des neuen Maintainers gelangt sind. Ohne offizielle Stellungnahme von Catfriend1 lässt sich nicht ausschließen, dass das Entwicklerkonto kompromittiert wurde. Hier werden böse Erinnerungen an die xz-Lücke 2024 [5] wach.

Die Community diskutiert intensiv über die Situation. Einige Nutzer hoffen auf eine Rückkehr des ursprünglichen Repositorys wie bei früheren Vorfällen, andere zeigen sich besorgt über die fehlende Transparenz. Hinzu kommt ein uraltes Problem freier Software: Borg wies im Forumsbeitrag darauf hin [6], dass die Wartung von Open-Source-Projekten eine weitgehend undankbare Aufgabe sei und jemand anderes die Gelegenheit nutzen könnte, einen Mirror anzubieten.

Für Nutzer der App bedeutet die Situation Unsicherheit: Updates könnten ausbleiben, und die Vertrauenswürdigkeit künftiger Versionen ist fraglich. Wer Syncthing-Fork installiert hat, sollte die Entwicklungen genau beobachten und sich gegebenenfalls mit Alternativen vertraut machen. Die zu finden, ist für Android-Nutzer derzeit schwierig, da die offizielle Syncthing-Android-App im Dezember 2024 eingestellt und das Repository archiviert wurde. Als mögliche Lösung hat nel0x angekündigt, seine Version weiterzuentwickeln – die Community hofft, dass F-Droid künftig auf diese Version umsteigt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11107154

Links in diesem Artikel:
[1] https://forum.syncthing.net/t/does-anyone-know-why-syncthing-fork-is-no-longer-available-on-github/25661
[2] https://forum.syncthing.net/t/does-anyone-know-why-syncthing-fork-is-no-longer-available-on-github/25661/4
[3] https://forum.syncthing.net/t/does-anyone-know-why-syncthing-fork-is-no-longer-available-on-github/25661/8
[4] https://github.com/researchxxl/syncthing-android/issues/16
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Die-xz-Hintertuer-das-verborgene-Oster-Drama-der-IT-9673038.html
[6] https://forum.syncthing.net/t/does-anyone-know-why-syncthing-fork-is-no-longer-available-on-github/25661/8
[7] https://www.heise.de/ix
[8] mailto:fo@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise Security

Neuer DDoS-Spitzenwert: 29,7 Terabit pro Sekunde

Von Heise — 08. Dezember 2025 um 14:29
Aufgeklappter Laptop mit Code als Projektionen darüber.

(Bild: Pixels Hunter / Shutterstock.com)

Cloudflare hat einen Quartalsbericht zu Angriffen im Quartal 3/2025 vorgelegt. Es gab einen neuen DDoS-Rekordwert: 29,7 TBit/s.

Cloudflare hat den Bedrohungsbericht zum dritten Quartal 2025 veröffentlicht. Darin meldet das Unternehmen unter anderem einen neuen Spitzenwert bei einer DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service), also einem Überlastungsangriff auf Server im Internet. Der hat eine Stärke von 29,7 Terabit pro Sekunde erreicht.

Wie Cloudflare im Blog-Beitrag [1] dazu schreibt, ging dieser Angriff vom Aisuru-Botnetz aus. Das besteht aus geschätzten ein bis vier Millionen infizierten Geräten weltweit und zeichnete etwa im Mai für einen DDoS-Angriff auf die Webseite des IT-Sicherheitsjournalisten Brian Krebs verantwortlich [2]. Routinemäßig entfessele Aisuru großvolumige DDoS-Angriffe, die die Stärke von 1 Terabit je Sekunde und 1 Milliarde Pakete pro Sekunde überschreiten, schreiben die IT-Forscher von Cloudflare. Hierbei haben sie eine Zunahme von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal beobachtet, im Schnitt 14 derart hochvolumige Angriffe am Tag. Den Höhepunkt markierte besagte Attacke, mit 29,7 TBit/s und 14,1 Milliarden Pakete je Sekunde. Es handelte sich um ein „UDP-Flächenbombardement“, das pro Sekunde auf 15.000 Zielports gerichtet war.

Deutlicher Anstieg bei DDoS-Angriffen

Einige weitere Höhepunkte sind laut Cloudflare die deutlich gestiegenen Angriffe gegen KI-Unternehmen. Gegenüber den Vormonaten sah das Unternehmen eine Zunahme von rund 350 Prozent im September 2025. Zudem sei ein signifikanter Anstieg bei Angriffen gegen Unternehmen aus Bergbau, Mineralien- und Metallgewinnung zu beobachten gewesen – zeitlich zusammentreffend mit den Spannungen zwischen EU und China bezüglich seltener Erden und Zöllen auf Elektroauto-Importe.

Insgesamt habe Cloudflare mit seinen automatischen Systemen 8,3 Millionen DDoS-Attacken im dritten Quartal 2025 abgewehrt. Das entspricht 3780 DDoS-Angriffen in jeder einzelnen Stunde. Im Quartalsvergleich stieg die Zahl der Angriffe um 15 Prozent – im Jahresvergleich hingegen sogar um 40 Prozent an.

Cloudflare erörtert auch die Verteilung auf die unterschiedlichen DDoS-Angriffswege. Die meisten sind vergleichsweise kurz und endeten nach etwa 10 Minuten. UDP-DDoS-Angriffe stiegen zum Vorquartal um 231 Prozent an und machten damit den Hauptanteil an Angriffen auf Netzwerkebene aus. An zweiter Stelle standen DNS-Floods, an dritter SYN-Floods sowie auf Platz vier ICMP-Floods. Über das gesamte Jahr 2025 gab es 10,3 Millionen HTTP-DDoS-Angriffe sowie 25,9 L3/L4-DDoS-Attacken, also jene auf Netzwerkebene, die Cloudflare mit seinen Systemen beobachten konnte.

Die bekannten Rekordwerte bei DDoS-Angriffen meldete zuvor Mitte November Microsoft mit 15,7 TBit/s und 3,64 Milliarden Paketen [3] in der Sekunde. Nur wenige Monate vorher, im September, lag der Spitzenwert noch bei 11,5 TBit/s mit 5,1 Milliarden Paketen [4] pro Sekunde.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11106956

Links in diesem Artikel:
[1] https://blog.cloudflare.com/ddos-threat-report-2025-q3/
[2] https://www.heise.de/news/Sicherheitsexperte-Brian-Krebs-Ziel-von-DDoS-Attacke-mit-6-3-Terabit-pro-Sekunde-10393206.html
[3] https://www.heise.de/news/Neue-DDoS-Spitze-Microsoft-wehrt-15-7-TBit-s-Angriff-ab-11082579.html
[4] https://www.heise.de/news/Ueberlastungsattacke-erreicht-11-5-TBit-pro-Sekunde-10630141.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
[6] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise Security

Besseres Google-„Mein Gerät finden“-Netz mit optimierter Einstellung

Von Heise — 08. Dezember 2025 um 11:55
Logog zu Googles

(Bild: Google)

Android-Nutzer können mit einer einfachen Einstellungsänderung mithelfen, Googles „Mein Gerät finden"-Netzwerk zu verbessern.

Googles Tracking-Netzwerk „Mein Gerät finden“ soll besser werden. Dazu ergänzt Google beim Pixel 10 die Einstellungen bereits im Android-Setup-Assistenten [1]. Bei vielen Android-Geräten läuft der Assistent aber nicht nachträglich – hier müssen Nutzerinnen und Nutzer selbst aktiv werden und die Teilnahme anschalten. Mit optimierter Einstellung könnte es gelingen, in kürzester Zeit die Nützlichkeit auf das Niveau von Apples „Wo ist [2]“-Netz zu heben oder es gar zu überflügeln.

EInstellungen in Android für Googles Find Hub
EInstellungen in Android für Googles Find Hub

Die Einstellungen für „Mein Gerät finden“ sind etwas versteckt in Android.

(Bild: heise medien)

Googles Ansatz ist derzeit ein besonderer Privatsphärenschutz. Die Funktion hatte Google im Mai 2024 mit einem Hinweis auf Android-Smartphones angekündigt [3] und auch aktiviert, sofern Betroffene an den Voreinstellungen nichts geändert haben. Allerdings nutzt die Standardkonfiguration die Option „Mit Netzwerk nur an stark frequentierten Orten“. Es müssen also mehrere Android-Geräte etwa einen Bluetooth-Tracker erkannt und gemeldet haben, damit der auch im inzwischen zu „Find Hub“ umbenannten Tracking-Netz [4] auftaucht.

Einstellungsänderung für Tracking auch in einsamen Gegenden

Leider hat Google die Konfiguration dazu ziemlich gut versteckt. Sie liegt unter „Einstellungen“ – „Google“, dort muss zunächst die Schaltfläche „Alle Dienste“ ausgewählt werden. Dort unter „Persönliche Sicherheit & Gerätesicherheit“ finden sich die Optionen „Benachrichtigungen über unbekannte Bluetooth-Tracker“ sowie „Mein Gerät finden“ – die Umbenennung in „Find Hub“ ist in der deutschen Oberfläche noch nicht angekommen. Dort schließlich können Interessierte unter „Geräte finden, die offline sind“ die Konfiguration auf „Mit Netzwerk überall“ stellen, damit Geräte auch an wenig frequentierten Orten gefunden werden können.

Wenn mehr Android-Nutzer diese Option aktivieren, lassen sich Tracker auch dann aufspüren, wenn lediglich ein einzelnes Android-Smartphone ihn gesehen hat. Der bessere Privatsphärenschutz durch aggregierte Daten (also die Option, nur an stark frequentierten Orten Tracker zu zeigen) bezieht sich auf Standortinformationen, die unter Umständen bei einem einzelnen meldenden Android-Gerät Rückschlüsse auf eine Person zulassen könnten. Für die allermeisten Nutzerinnen und Nutzer dürfte das jedoch kein ernst zu nehmendes Problem darstellen. Als Voraussetzung für die Nutzung von „Mein Gerät finden“ nennt Google Android Version 6.

Die Tracker-Netzwerke lassen sich auch von Kriminellen missbrauchen. Ende 2023 etwa gelang das Ausschleusen von Daten wie Passwörtern mittels manipulierter Keylogger-Tastatur über Apples „Wo ist“ [5]-Netz. Google hat Android inzwischen einen verbesserten Schutz vor heimlichem Bluetooth-Tracking verpasst [6], mit dem bösartige Akteure etwa Taten vorbereiten oder Menschen stalken könnten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11106117

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Google-Find-Hub-Nachbrenner-durch-Integration-in-Android-Einrichtung-11105224.html
[2] https://www.heise.de/thema/Wo-ist%3F
[3] https://www.heise.de/news/Google-schaltet-Mein-Geraet-finden-frei-9732358.html
[4] https://www.heise.de/news/Mit-UWB-Support-und-Gepaeck-Tracking-Aus-Mein-Geraet-finden-wird-Find-Hub-10381148.html
[5] https://www.heise.de/news/Keylogger-Tastatur-schleust-Daten-ueber-Apples-Wo-ist-Ortungsnetz-aus-9342791.html
[6] https://www.heise.de/news/Google-verbessert-Schutz-vor-heimlichem-Bluetooth-Tracking-in-Android-10198241.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

GTA Online: Michael kehrt nach Los Santos zurück

Von Peter Steinlechner — 08. Dezember 2025 um 15:26
Mit einer Erweiterung bringt Rockstar nun Michael zurück ins Spiel – und stellt damit auch klar, welches Ende von GTA 5 offiziell gilt.
Artwork von GTA 5 (Bild: Rockstar Games)
Artwork von GTA 5 Bild: Rockstar Games

Achtung, Spoiler: Im Text geht es um die möglichen Enden der Kampagne von GTA 5 und welches davon offiziell fortgeführt wird.

Am 10. Dezember 2025 erscheint für GTA Online das große Update A Safehouse in the Hills, und mit ihm kehrt Michael De Santa nach Los Santos zurück. Die Erweiterung bietet nicht nur luxuriöse Villen zum Kauf, sondern bringt auch ein neues erzählerisches Element in das seit Jahren laufende Onlinespiel.

Spieler können künftig Anwesen mit virtuellem Assistenten, Garage, Sicherheitsdienst, eigenem Friseursalon und weiteren Komfortfunktionen erwerben und dort ihr Leben in Vinewood ausbauen.

Parallel startet eine Missionsreihe, in der ein Überwachungsnetzwerk ausgeschaltet werden soll. Wie Rockstar bestätigt, spielt Michael darin eine zentrale Rolle. Er tritt sichtbar gealtert auf und wird in die laufende Story von GTA Online integriert.

Wir haben es ja schon immer geahnt ...

Damit sorgt das Update für Aufsehen bei Fans von GTA 5, denn im Singleplayer des 2013 erschienenen Spiels kann Michael sterben – je nachdem, welches der drei möglichen Enden die Spieler wählen.

Mit der Rückkehr des Charakters stellt Rockstar nun faktisch klar, dass die sogenannte Option C (der "Todeswunsch" ) als kanonisch gilt. Darin überleben Michael, Trevor und Franklin gemeinsam.

Dass Michael nun als aktiver Charakter wieder in der Onlinewelt auftaucht, gilt als deutliches Signal, dass dieses Ende offizieller Bestandteil der fortlaufenden Geschichte ist. Es ist das erste Mal, dass Rockstar das bislang nur von vielen vermutete Kanon-Ende über das Spiel selbst bestätigt.

Neben der neuen Story und den Villen führt das Update einen Missions-Creator ein, mit dem Spieler eigene Einsätze gestalten und veröffentlichen können. Außerdem kommen weitere Fahrzeuge ins Spiel, darunter Modelle, die sich bei Hao's Special Works tunen lassen.

Zusätzlich gibt laut Firmenblog es mehr Drift-Varianten, Polizeifahrzeuge und die Möglichkeit, Autos mit Lenkraketen-Störsendern auszurüsten. Mitglieder von GTA+ erhalten erneut frühere Zugänge und zusätzliche Vorteile rund um Immobilien.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Anzeige: Mechanische Gaming-Tastatur von Logitech zum halben Preis

Von Antje Lüth — 08. Dezember 2025 um 15:12
Eine Gaming-Tastatur von Logitech mit responsiven GX Blue Clicky Switches und kompaktem TKL-Design ist bei Amazon stark reduziert.
Mechanische Gaming-Tastatur Logitech G Pro (Bild: amazon.de/logitech)
Mechanische Gaming-Tastatur Logitech G Pro Bild: amazon.de/logitech

Beim Gaming auf Wettkampfniveau spielt neben spielerischem Können auch die Ausrüstung eine wichtige Rolle, um in entscheidenden Momenten die Nase vorne zu haben. Das gilt nicht nur für Laptop, PC oder Konsole, sondern auch für die Eingabegeräte. Eine Tastatur von Logitech, die in Zusammenarbeit mit E-Sport-Profis entwickelt wurde und mit ihren responsiven Switches ebenso punktet wie mit ihrer Reaktionsschnelligkeit und ihrer Strapazierfähigkeit, gibt es bei Amazon zum günstigen Aktionspreis.

Gaming-Tastatur mit GX Blue Clicky Switches

Die Gaming-Tastatur Logitech G Pro ist mit Windows- und Mac-Geräten kompatibel und lässt mit ihrem kompakten TKL-Design auf dem Tisch genug Platz für großflächige Mausbewegungen. Dank des abnehmbaren Micro-USB-Kabels ist sie außerdem gut zu transportieren. Ihre mechanischen GX Blue Clicky Switches mit einem Betätigungsweg von 2 und einem gesamten Tastenhub von 3,7 Millimetern bieten ein hör- und fühlbares Feedback für präzise und zuverlässige Eingaben. Dabei arbeitet die Tastatur mit schnellen Signalraten von einer Millisekunde.

Tasten programmieren mit der G Hub Software

In der G Hub Software lassen sich die Funktionstasten der Gaming-Tastatur mit Kurzbefehlen und Makros belegen, so dass man komplexe Aktionen oder eine Abfolge von Handlungen mit nur einem Tastendruck ausführen kann und dadurch zusätzlich Zeit gewinnt.

RGB-Beleuchtung mit lokalem Speicher

Ein weiterer Pluspunkt der Gaming-Tastatur von Logitech ist die Lightsync-Beleuchtung, die sich in der Software individuell anpassen lässt. Statische Beleuchtungsmuster können im Onboard-Speicher der Tastatur abgelegt werden, so dass sie auch dann zur Verfügung stehen, wenn die Turnierbestimmungen eine Nutzung der Software nicht zulassen.

Hoher Komfort durch einstellbaren Winkel

Durch ihren dreistufig verstellbaren Winkel bietet die Gaming-Tastatur einen hohen Bedienkomfort. Dank ihrer Gummifüße hat man zudem auch in hitzigen Gefechten sicheren Halt.

Die Logitech G Pro Gaming-Tastatur im Angebot

Amazon bietet die Logitech G Pro Gaming-Tastatur zurzeit mit 51 % Rabatt für nur 69,29 statt 139 Euro an – ein Top-Deal für Gamer mit professionellem Anspruch. Wer sich die Tastatur zum Aktionspreis sichern möchte, sollte sich diesen Deal nicht entgehen lassen und zugreifen, solange er noch verfügbar ist.

Reklame

Logitech G PRO Mechanische Gaming-Tastatur - Portable Tenkeyless Design, abnehmbares Micro-USB-Kabel, GX Blue Clicky Switches, LIGHTSYNC RGB Backlit Keys, QWERTZ Deutsch, PC,Mac - Schwarz

Jetzt mit 51% Rabatt bestellen

Neben der Logitech G Pro hat Amazon weitere Gaming-Tastaturen im Angebot. Die Logitech G 213 Prodigy mit Multimedia-Bedienelementen und integrierter Handballenauflage gibt es zum Beispiel 33 Prozent günstiger für nur 37,99 statt 56,99 Euro.

Reklame

Logitech G213 Prodigy Gaming-Tastatur, RGB-Beleuchtung, Programmierbare G-Tasten, Multi-Media Bedienelemente, Integrierte Handballenauflage, Spritzwassergeschützt, Deutsches QWERTZ-Layout - Schwarz

Jetzt mit 33% Rabatt bestellen

Weitere reduzierte Gaming-Tastaturen und anderes Gaming-Zubehör wie Headsets, Mäuse und Mikrofone sind im Logitech-Store bei Amazon zu finden:

Angebote für Gaming-Zubehör von Logitech bei Amazon

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Congstar: Homespot-Tarife bieten bis zu 400 GByte

Von Marius Pieruschka — 08. Dezember 2025 um 14:48
Die Telekom -Tochter hat eine Aktion gestartet. Die drei Homespot-Tarife von Congstar bieten aktuell mehr Datenvolumen ohne Aufpreis.
Die Homespot-Tarife sind als Festnetzersatz gedacht. (Bild: Pixabay)
Die Homespot-Tarife sind als Festnetzersatz gedacht. Bild: Pixabay / Pixabay-Lizenz

Congstar bietet im Rahmen seiner Winteraktion ein höheres Inklusivvolumen bei seinen Homespot-Tarifen, die monatliche Grundgebühr bleibt dabei unverändert. Beim Angebot der Telekom-Tochter handelt es sich um einen Festnetzersatz. Nutzer können sich an einem beliebigen Ort über einen Router mit dem Internet verbinden, sofern eine ausreichende Netzabdeckung und eine Stromquelle vorhanden sind. Der Homespot von Congstar ist für den flexiblen Einsatz zum Beispiel in Zweitwohnungen, im Kleingarten oder auf dem Campingplatz gedacht.

Die Aktionstarife der Telekom-Tochter sehen wie folgt aus:

Der Homespot S bietet aktuell 100 statt 50 GByte für eine monatliche Grundgebühr von 20 Euro. Beim Homespot M steigt das Inklusivvolumen von 125 auf 200 GByte für 30 Euro pro Monat. Der Tarif L beinhaltet 400 statt 250 GByte für 40 Euro monatlich. Die Aktion läuft noch bis zum 24. Februar 2025.

Die Tarife ermöglichen bis zu 50 Mbit/s im LTE-Netz der Deutschen Telekom. Für einen monatlichen Aufpreis von 3 Euro lässt sich die 5G-Speed-Option buchen, Nutzer surfen dadurch mit bis zu 100 Mbit/s im 5G-Netz. Mitte 2024 führte Congstar die Option Refresh ein : Kunden können für einmalig 12 Euro das komplette Datenvolumen wieder aufladen. Nach der Buchung von Refresh steht dem Nutzer das im Tarif inkludierte Datenvolumen erneut zur Verfügung, bei Homespot L wären es zum Beispiel 400 GByte.

Welche Alternativen gibt es zu den Homespot-Tarifen?

Ein vergleichbares Angebot wie den Homespot-Tarifen von Congstar gibt es auch im O2- und Vodafone-Netz. Im September 2025 führte Aldi Talk die Home Tarife ein . Es stehen mit Home S und L zwei Tarife mit 150 und 300 GByte zur Auswahl, die vierwöchige Gebühr beträgt 19,99 bzw. 29,99 Euro. Nutzer surfen mit bis zu 100 Mbit/s im 5G-Netz von Telefónica Deutschland.

Eine höhere Übertragungsrate mit bis zu 300 Mbit/s ermöglichen die Gigacube-Tarife von Vodafone . Dieser Festnetzersatz ist teurer als das Angebot von Congstar und Aldi Talk: Der Gigacube-Tarif mit 200 GByte kostet in den ersten sechs Monaten 29,99 Euro, ab dem siebten Monat steigt die monatliche Grundgebühr auf 56,99 Euro.

Adblock test (Why?)

✇ Make ff.org

Besseres Google-„Mein Gerät finden“-Netz mit optimierter Einstellung

Von Dirk Knop — 08. Dezember 2025 um 11:55
Logog zu Googles

(Bild: Google)

Android-Nutzer können mit einer einfachen Einstellungsänderung mithelfen, Googles „Mein Gerät finden"-Netzwerk zu verbessern.

Googles Tracking-Netzwerk „Mein Gerät finden“ soll besser werden. Dazu ergänzt Google beim Pixel 10 die Einstellungen bereits im Android-Setup-Assistenten [1]. Bei vielen Android-Geräten läuft der Assistent aber nicht nachträglich – hier müssen Nutzerinnen und Nutzer selbst aktiv werden und die Teilnahme anschalten. Mit optimierter Einstellung könnte es gelingen, in kürzester Zeit die Nützlichkeit auf das Niveau von Apples „Wo ist [2]“-Netz zu heben oder es gar zu überflügeln.

EInstellungen in Android für Googles Find Hub
EInstellungen in Android für Googles Find Hub

Die Einstellungen für „Mein Gerät finden“ sind etwas versteckt in Android.

(Bild: heise medien)

Googles Ansatz ist derzeit ein besonderer Privatsphärenschutz. Die Funktion hatte Google im Mai 2024 mit einem Hinweis auf Android-Smartphones angekündigt [3] und auch aktiviert, sofern Betroffene an den Voreinstellungen nichts geändert haben. Allerdings nutzt die Standardkonfiguration die Option „Mit Netzwerk nur an stark frequentierten Orten“. Es müssen also mehrere Android-Geräte etwa einen Bluetooth-Tracker erkannt und gemeldet haben, damit der auch im inzwischen zu „Find Hub“ umbenannten Tracking-Netz [4] auftaucht.

Einstellungsänderung für Tracking auch in einsamen Gegenden

Leider hat Google die Konfiguration dazu ziemlich gut versteckt. Sie liegt unter „Einstellungen“ – „Google“, dort muss zunächst die Schaltfläche „Alle Dienste“ ausgewählt werden. Dort unter „Persönliche Sicherheit & Gerätesicherheit“ finden sich die Optionen „Benachrichtigungen über unbekannte Bluetooth-Tracker“ sowie „Mein Gerät finden“ – die Umbenennung in „Find Hub“ ist in der deutschen Oberfläche noch nicht angekommen. Dort schließlich können Interessierte unter „Geräte finden, die offline sind“ die Konfiguration auf „Mit Netzwerk überall“ stellen, damit Geräte auch an wenig frequentierten Orten gefunden werden können.

Wenn mehr Android-Nutzer diese Option aktivieren, lassen sich Tracker auch dann aufspüren, wenn lediglich ein einzelnes Android-Smartphone ihn gesehen hat. Der bessere Privatsphärenschutz durch aggregierte Daten (also die Option, nur an stark frequentierten Orten Tracker zu zeigen) bezieht sich auf Standortinformationen, die unter Umständen bei einem einzelnen meldenden Android-Gerät Rückschlüsse auf eine Person zulassen könnten. Für die allermeisten Nutzerinnen und Nutzer dürfte das jedoch kein ernst zu nehmendes Problem darstellen. Als Voraussetzung für die Nutzung von „Mein Gerät finden“ nennt Google Android Version 6.

Die Tracker-Netzwerke lassen sich auch von Kriminellen missbrauchen. Ende 2023 etwa gelang das Ausschleusen von Daten wie Passwörtern mittels manipulierter Keylogger-Tastatur über Apples „Wo ist“ [5]-Netz. Google hat Android inzwischen einen verbesserten Schutz vor heimlichem Bluetooth-Tracking verpasst [6], mit dem bösartige Akteure etwa Taten vorbereiten oder Menschen stalken könnten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11106117

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Google-Find-Hub-Nachbrenner-durch-Integration-in-Android-Einrichtung-11105224.html
[2] https://www.heise.de/thema/Wo-ist%3F
[3] https://www.heise.de/news/Google-schaltet-Mein-Geraet-finden-frei-9732358.html
[4] https://www.heise.de/news/Mit-UWB-Support-und-Gepaeck-Tracking-Aus-Mein-Geraet-finden-wird-Find-Hub-10381148.html
[5] https://www.heise.de/news/Keylogger-Tastatur-schleust-Daten-ueber-Apples-Wo-ist-Ortungsnetz-aus-9342791.html
[6] https://www.heise.de/news/Google-verbessert-Schutz-vor-heimlichem-Bluetooth-Tracking-in-Android-10198241.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

Bericht: Apples Chip-Chef Johny Srouji erwägt den Absprung

Von Heise — 08. Dezember 2025 um 11:39
Apple Logo auf einem Gerät

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Von M-Prozessoren bis Funkchips: Apple Silicon beeindruckt seit Jahren konstant. Der zuständige Top-Manager zieht angeblich in Betracht, die Firma zu wechseln.

Apples bereits durchgeschüttelter Führungsriege könnte ein weiterer prominenter Abgang ins Haus stehen: Johny Srouji, der die erfolgreiche Hardware-Technik-Sparte leitet, zieht einem Bericht zufolge den Wechsel in ein anderes Unternehmen in Betracht. Der Manager habe Apple-CEO Tim Cook jüngst darüber informiert, dass er einen Abgang in Betracht zieht, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtet. Srouji plant demzufolge nicht etwa, in den Ruhestand zu gehen, sondern zu einem anderen Unternehmen zu wechseln.

Neue Apple-Rolle für Srouji im Gespräch

Dies sorge bei Apple intern für erhebliche Bedenken: Tim Cook sei „aggressiv“ damit beschäftigt, Srouji im Unternehmen zu halten, schreibt Bloomberg [1]. Im Gespräch ist demnach etwa, für den Manager eine neue Position als Chief Technology Officer (CTO) einzurichten, die es dort seit Jahrzehnten nicht mehr gab. Srouji würde damit zugleich die Verantwortung für die restliche Hardware-Entwicklung übernehmen. Angeblich will der Chip-Experte allerdings nicht unter einem anderen CEO als Tim Cook arbeiten – auch dort steht die Nachfolgefrage inzwischen immer größer im Raum [2].

Srouji ist für die zentrale wie erfolgreiche Chip-Entwicklung bei Apple zuständig [3], die in den vergangenen Jahren immer wieder für erhebliches Aufsehen sorgte – zuletzt mit dem erfolgreichen Umstieg der Macs von Intel-Prozessoren auf Apples ebenso effiziente wie leistungsfähige M-Chips. Auch ein erstes Mobilfunkmodem sowie der WLAN- und Bluetooth-Chip N1 [4] tragen inzwischen ein Apple-Logo.

Apples Top-Management im Umbruch

Der Abgang von Srouji – besonders zu einem anderen Unternehmen – wäre ein weiterer massiver Verlust für Apple. Der Konzern hat in den jüngsten Monaten bereits mehrere Schlüsselfiguren verloren und Management-Positionen ausgewechselt – bis in die oberste Führungsebene. Allein in der vergangenen Woche informierte Apple über das Ausscheiden von zwei Top-Managerinnen sowie dem KI-Chef. Obendrein wechselt Apples prominenter wie umstrittener Interface-Design-Leiter zu Meta [5].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11106301

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-12-06/apple-rocked-by-executive-departures-with-johny-srouji-at-risk-of-leaving-next
[2] https://www.heise.de/news/Tschuess-Tim-Cook-braucht-Apple-dringend-frischen-Wind-Mac-i-Podcast-11101911.html
[3] https://www.heise.de/news/Hohe-Auszeichnung-fuer-Apples-Chip-Chef-10320313.html
[4] https://www.heise.de/news/Neue-Funkchips-von-Apple-Was-N1-und-C1X-koennen-sollen-10639457.html
[5] https://www.heise.de/news/Nach-Liquid-Glass-Apples-Interface-Design-Chef-wandert-zu-Meta-ab-11102445.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
[7] mailto:lbe@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

Mithörender Anhänger: Meta kauft Limitless

Von Heise — 08. Dezember 2025 um 09:45
Roboterkopf von der Seite

(Bild: Blue Planet Studio/Shutterstock.com)

Limitless bietet Wearables an, die Gespräche aufzeichnen, um sie durchsuchbar zu machen. Meta übernimmt und stellt Verkauf ein.

Hardware, konkret eine Art Kette oder Brosche, die alle Gespräche aufzeichnet. Das hat Rewind, inzwischen unter dem Namen Limitless bekannt, angeboten. Nun wird der Verkauf eingestellt. Meta hat Limitless übernommen und ist offenbar für diese Entscheidung verantwortlich.

Kunden, die es offenbar tatsächlich für ein solches Gerät gab, sollen zunächst noch weiter Support bekommen – allerdings für eine begrenzte Zeit. Dafür müssen sie keine Abogebühren mehr bezahlen. Nicht mehr wird es die Software, die unter dem Namen Rewind verkauft wurde, geben. Sie konnte alle Aktivitäten am Computer aufzeichnen und dadurch durchsuchbar machen. Ähnliches hatte Microsoft mit Recall geplant und nach Protesten in einer abgespeckten Version auf den Markt gebracht. Recall macht dafür auf Wunsch Screenshots, statt einfach alle paar Sekunden automatisch. Diese sind dann mittels KI durchsuchbar.

Die Übernahme gibt Limitless auf deren Webseite bekannt [1]. Dort schreibt der Mitgründer Dan Siroker, die Zeiten hätten sich seit der Gründung vor fünf Jahren geändert. Damals habe niemand die Fortschritte von KI und Hardware erwartet. Sie seien ziemlich alleine mit ihrer verrückten Idee gewesen. Nun gibt es offenbar zu viele Mitbewerber, die größer sind. Metas Vision sei es, eine persönliche Superintelligenz zu allen Menschen zu bringen – und ein Teil dieser Vision sind Wearables. Bisher arbeitet Meta allerdings eher an KI-Brillen als an Broschen. Ähnliche Startups wie Humans AI Pin [2] und der Rabbit r1 sind damit bereits krachen gegangen.

Gründe für Übernahme unklar

Da Meta nun auch sofort den Verkauf der kleinen Geräte eingestellt hat, stellt sich die Frage, was der tatsächliche Plan hinter der Übernahme ist. Im Silicon Valley ist es nicht unüblich, Unternehmen zu übernehmen, damit gar nicht erst eine Konkurrenz aus diesen erwachsen könnte. Sicherlich kann die Technik, das dauerhafte Aufzeichnen und Auswerten von Gesprächen, und die Erfahrungen damit, für Meta hilfreich sein.

Wer sich um seine Daten sorgt, kann diese löschen und exportieren. Inwieweit Meta darauf Zugriff hat, ist unklar.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11105838

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.limitless.ai/
[2] https://www.heise.de/news/Konkurrent-fuers-Smartphone-gescheitert-HP-kauft-Humane-AI-Pin-wird-stillgelegt-10287378.html
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[4] mailto:emw@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Magnesium: Warum dieser Mineralstoff für Ihren Körper unverzichtbar ist

Von Bernardo Cantz — 08. Dezember 2025 um 14:15

Bernardo Cantz

Lebensmittel, die Magnesium enthalten.

(Bild: Carey Jaman / Shutterstock.com)

Magnesium steuert über 300 lebenswichtige Prozesse – von der Energiegewinnung bis zur Muskelentspannung. Doch viele erreichen die nötige Tagesmenge nicht.

Magnesium zählt zu den Mineralstoffen – und jeder Mensch trägt ihn in sich. Erwachsene speichern etwa 25 Gramm davon, wobei sich 99 Prozent dieser Menge in den Zellen befinden – zu fast 60 Prozent in den Knochen und der Rest im Weichgewebe wie Muskeln.

Diese Verteilung ist kein Zufall: Magnesium kommt dort vor, wo es zentrale Aufgaben bei der Steuerung zellulärer Vorgänge übernimmt. Als Cofaktor unterstützt es – je nach Quelle – zwischen 300 [1] und 600 [2] verschiedene Enzyme bei ihrer Arbeit.

Und weil der Mensch Magnesium nicht selbst produzieren kann, muss es in ausreichenden Mengen aufgenommen werden, wenn alle physiologischen Vorgänge im Körper optimal ablaufen sollen.

Wofür benötigt Ihr Körper Magnesium? Die wichtigsten Funktionen im Detail

Energieproduktion: Magnesium als Motor der Zelle

Jede Bewegung, jeder Gedanke, jeder Herzschlag benötigt Energie. Diese Energie liefert in den Zellen nicht Glucose oder Fett, sondern ATP (Adenosintriphosphat), das universelle Energiemolekül des Körpers. Magnesium bildet mit ATP einen Komplex – ohne Magnesium kann ATP seine Energie gar nicht erst freisetzen.

Konkret bedeutet das: Magnesium ist unverzichtbar für die Glykolyse (den Abbau von Zucker), den Citratzyklus (die zentrale Drehscheibe des Energiestoffwechsels) und die oxidative Phosphorylierung in den Mitochondrien – den Kraftwerken der Zelle. Ohne ausreichend Magnesium läuft die zelluläre Energieproduktion auf Sparflamme.

Proteinsynthese: Magnesium baut Ihren Körper auf

Proteine bilden die Grundbausteine des Körpers – von Muskelfasern über Enzyme bis zu Botenstoffen. Die Herstellung dieser Proteine erfordert die Synthese von DNA und RNA, also der genetischen Baupläne. Magnesium stabilisiert diese Nukleinsäuren und ist direkt an ihrer Synthese beteiligt.

Ferner spielt Magnesium eine Rolle, wenn Aminosäuren – die Bausteine der Proteine – aktiviert und so für den Körper verwertbar werden. Dieser Prozess ist besonders wichtig für den Muskelaufbau, die Wundheilung und das Immunsystem.

Nervensystem: Magnesium als natürlicher Beruhiger

Ihr Nervensystem kommuniziert über elektrische Signale. Magnesium reguliert dabei den Fluss von Calcium, Kalium und Natrium durch die Zellmembranen – ein Vorgang, der für die Weiterleitung von Nervenimpulsen entscheidend ist.

Besonders bemerkenswert: Magnesium wirkt auch bei der Blockade des NMDA-Rezeptors mit, einem wichtigen Empfänger für erregende Botenstoffe im Gehirn.

Diese Blockade schützt Nervenzellen vor übermäßiger Erregung, die zu oxidativem Stress und Zellschäden führen könnte. Diese Funktion macht Magnesium zu einem natürlichen Schutzfaktor für das Nervensystem.

Es ist wohl auch diese Funktion, die Magnesium als natürliches Schlafmittel [3] erscheinen lässt.

Muskelarbeit: Entspannung und Kontraktion im Gleichgewicht

Muskeln funktionieren durch das Wechselspiel von Anspannung und Entspannung. Magnesium fungiert hier als Gegenspieler zu Calcium: Während Calcium die Muskelkontraktion auslöst, sorgt Magnesium für die Entspannung.

Fehlt es an Magnesium, kann dieses Gleichgewicht gestört sein. Viele Sportler kennen die Folgen: Muskeln verkrampfen leichter, entspannen sich schlechter und ermüden schneller.

Dies betrifft nicht nur die Skelettmuskulatur, sondern auch den Herzmuskel und die glatte Muskulatur in Blutgefäßen und inneren Organen.

Herz-Kreislauf-System: Rhythmus und Blutdruck unter Kontrolle

Das Herz schlägt ein Leben lang im Takt – gesteuert durch elektrische Impulse, die von speziellen Herzmuskelzellen ausgehen. Magnesium beeinflusst die Erregbarkeit dieser Zellen und trägt so zu einem stabilen Herzrhythmus bei.

In den Blutgefäßen wirkt Magnesium entspannend auf die glatte Muskulatur der Gefäßwände. Dies erweitert die Gefäße und kann den Blutdruck senken. Gleichzeitig beeinflusst Magnesium die Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, das dabei hilft, Blutdruck und Flüssigkeitshaushalt zu regulieren.

Knochengesundheit: Mehr als nur Calcium

Knochen bestehen nicht nur aus Calcium. Wie bereits weiter oben angesprochen, werden bis zu 60 Prozent des gesamten Körpermagnesiums in den Knochen gespeichert. Und dort beeinflusst es die Struktur der Hydroxylapatit-Kristalle – den Hauptbestandteil der Knochensubstanz.

Magnesium steuert zudem die Aktivität von Osteoblasten (knochenaufbauenden Zellen) und Osteoklasten (knochenabbauenden Zellen). Ein ausgewogener Magnesiumstatus unterstützt damit den kontinuierlichen Knochenumbau und trägt zur Knochenfestigkeit bei.

Blutzuckerkontrolle: Magnesium und Insulin

Magnesium beeinflusst die Insulinwirkung auf mehreren Ebenen: Es aktiviert die Tyrosinkinase des Insulinrezeptors – ein Enzym, das für die Signalübertragung nach der Insulinbindung entscheidend ist.

Außerdem reguliert Magnesium die Aktivität der Glykogen-Phosphorylase, die Glukose aus Speichern freisetzt, und beeinflusst den Glukosetransporter GLUT4, der Zucker in die Zellen schleust.

Diese vielfältigen Funktionen legen einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Magnesiumstatus und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes nahe. In der Forschung [4] wurde dieser Zusammenhang bereits untersucht, aber eine Kausalität wurde noch nicht nachgewiesen.

Antioxidativer Schutz: Magnesium unterstützt die Zellabwehr

Glutathion gilt als das wichtigste intrazelluläre Antioxidans – ein Molekül, das freie Radikale unschädlich macht und so die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Die Synthese von Glutathion ist ATP-abhängig und benötigt damit Magnesium.

Ein Magnesiummangel kann daher indirekt die antioxidative Kapazität der Zellen schwächen und sie anfälliger für Schäden durch oxidativen Stress machen. Aber auch hier fehlt noch ein Nachweis der Kausalität.

Wie viel Magnesium benötigen Sie täglich?

Die Empfehlungen für die tägliche Magnesiumzufuhr variieren je nach Alter, Geschlecht und Region.

Schätzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Die DGE [5] gibt seit 2021 Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr an, da die wissenschaftliche Datenlage für präzise Bedarfsangaben unzureichend ist:

Säuglinge:

  • 0 bis unter 4 Monate: 24 mg täglich
  • 4 bis unter 12 Monate: 80 mg täglich

Kinder und Jugendliche:

  • 1 bis unter 4 Jahre: 170 mg täglich
  • 7 bis 10 Jahre: 240 mg täglich
  • 10 bis unter 13 Jahre: Jungen 270 mg, Mädchen 230 mg
  • 13 bis unter 15 Jahre: Jungen 280 mg, Mädchen 240 mg
  • 15 bis unter 19 Jahre: Jungen 330 mg, Mädchen 260 mg

Erwachsene (19 bis über 65 Jahre):

  • Männer: 350 mg täglich
  • Frauen: 300 mg täglich

Schwangerschaft und Stillzeit:

  • Derzeit gelten die gleichen Werte wie für nicht schwangere oder nicht stillende Frauen
Amerikanische Empfehlungen (RDA)

Das amerikanische Food and Nutrition Board gibt höhere Werte als Recommended Dietary Allowances (RDA) [6] an:

  • Erwachsene Männer: 400–420 mg täglich
  • Erwachsene Frauen: 310–320 mg täglich
  • Schwangerschaft: 350–360 mg täglich
  • Stillzeit: 310–320 mg täglich
Warum unterscheiden sich die Empfehlungen?

Die DGE nutzt Schätzwerte, weil kein zuverlässiger Biomarker existiert, um den Magnesiumstatus präzise zu bestimmen. Die amerikanischen RDAs basieren auf kontrollierten Bilanzstudien. Beide Ansätze sind wissenschaftlich fundiert, spiegeln aber unterschiedliche Bewertungssysteme wider.

Magnesiumreiche Lebensmittel: So decken Sie Ihren Bedarf

Pflanzliche Spitzenreiter

Kerne und Samen: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sesam und Chiasamen liefern besonders viel Magnesium. Eine Handvoll (etwa 30 Gramm) kann bereits 100 bis 150 mg Magnesium enthalten.

Nüsse: Mandeln, Cashewkerne und Paranüsse sind ebenfalls magnesiumreich und lassen sich gut in den Alltag integrieren.

Vollkorngetreide: Haferflocken, Vollkornbrot, Vollkornnudeln und brauner Reis enthalten deutlich mehr Magnesium als ihre raffinierten Varianten. Bei der Verarbeitung zu Weißmehl gehen die nährstoffreichen Randschichten weitgehend verloren.

Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen und Kidneybohnen sind nicht nur proteinreich, sondern auch gute Magnesiumquellen.

Grünes Blattgemüse: Spinat, Mangold, Grünkohl und Feldsalat verdanken ihre grüne Farbe dem Chlorophyll [7]– und Chlorophyll enthält Magnesium [8]. Regelmäßiger Verzehr trägt zur Versorgung bei.

Tierische Quellen

Fisch und Meeresfrüchte: Makrele, Heilbutt und Garnelen liefern nennenswerte Magnesiummengen. Großer Beliebtheit erfreut sich aktuell die Knochenbrühe [9], die auch ein guter Magnesium-Lieferant sein kann.

Besondere Leckereien

Kakao und dunkle Schokolade: Reines Kakaopulver und Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil (ab 70 Prozent) gehören zu den magnesiumreichsten Lebensmitteln überhaupt. Hagebutten [10]sind hier auch zu nennen.

Getränke als Magnesiumquelle

Wasser: Trink- und Mineralwasser können relevante Magnesiummengen liefern. Der Gehalt schwankt jedoch stark – von etwa 1 mg pro Liter in weichem Wasser bis über 120 mg pro Liter in sehr hartem Wasser. Ein Blick auf das Etikett von Mineralwasser lohnt sich.

Kaffee und Säfte: Espresso und bestimmte Fruchtsäfte wie schwarzer Johannisbeersaft tragen ebenfalls zur Magnesiumzufuhr bei. Der Genuss dieser Getränke ersetzt allerdings nicht die Kost magnesiumreicher Nüsse oder Samen.

Lebensmittel, die Magnesium enthalten.
(Bild: Antonina Vlasova / Shutterstock.com [11])

Aufnahme und Verwertung: Was Sie wissen sollten

Der Körper nimmt aus der Nahrung typischerweise 30 bis 40 Prozent des zugeführten Magnesiums auf. Diese Rate ist nicht fix, sondern passt sich dem Bedarf an: Bei niedrigem Magnesiumstatus steigt die Aufnahmerate, bei hoher Zufuhr sinkt sie.

Faktoren, die die Aufnahme beeinflussen

Andere Mineralstoffe: Sehr hohe Mengen an Calcium, Phosphor, Eisen oder Zink aus Nahrungsergänzungsmitteln können die Magnesiumaufnahme hemmen. Bei normaler Ernährung spielt dies jedoch keine Rolle.

Koffein und Alkohol: Beide Substanzen erhöhen die Magnesiumausscheidung über die Nieren.

Sport: Ob intensive körperliche Aktivität zu erhöhten Magnesiumverlusten führt, ist umstritten. Ältere Studien deuteten darauf hin, neuere Untersuchungen konnten dies nicht bestätigen. Die Datenlage bleibt uneinheitlich.

Praktische Tipps für Ihren Alltag

Die DGE zeigt anhand von Beispielrechnungen, dass sich der Tagesbedarf mit gezielter Lebensmittelauswahl gut decken lässt:

Setzen Sie auf Vollkorn: Tauschen Sie Weißbrot gegen Vollkornbrot, helle Nudeln gegen Vollkornnudeln und weißen Reis gegen Naturreis.

Integrieren Sie täglich Hülsenfrüchte oder Nüsse: Eine Portion Linsen zum Mittagessen, eine Handvoll Mandeln als Snack oder ein Esslöffel Kürbiskerne im Salat machen einen Unterschied.

Nutzen Sie magnesiumreiches Wasser: Prüfen Sie den Magnesiumgehalt Ihres Leitungswassers oder wählen Sie ein Mineralwasser mit hohem Magnesiumgehalt.

Essen Sie regelmäßig grünes Gemüse: Spinat, Mangold oder Grünkohl als Beilage oder im Smoothie liefern Magnesium und viele weitere Nährstoffe.

Magnesiummangel: Wer ist gefährdet?

Ein klinisch relevanter Mangel ist bei ausgewogener Ernährung selten. Der Körper reguliert den Magnesiumspiegel im Blut sehr genau und hält ihn auch bei chronisch niedriger Zufuhr lange stabil.

Risikogruppen

Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen: Chronische Durchfälle, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie beeinträchtigen die Aufnahme. Auch nach Darmoperationen kann die Resorption gestört sein.

Personen mit Nierenerkrankungen: Die Niere reguliert die Magnesiumausscheidung. Bei Funktionsstörungen kann diese Regulation gestört sein.

Menschen mit Typ-2-Diabetes: Erhöhte Blutzuckerwerte steigern die Urinproduktion und damit die Magnesiumausscheidung. Gleichzeitig kann ein Magnesiummangel die Insulinresistenz verstärken – ein Teufelskreis.

Personen mit Alkoholabhängigkeit: Chronischer Alkoholkonsum geht oft mit Mangelernährung, Magen-Darm-Problemen und erhöhter renaler Ausscheidung einher.

Ältere Menschen: Mit zunehmendem Alter sinkt oft die Nahrungsaufnahme, die Resorption im Darm nimmt ab und die Ausscheidung über die Niere steigt.

Personen unter bestimmten Medikamenten: Diuretika (Entwässerungsmittel), bestimmte Antibiotika, Protonenpumpenhemmer bei Langzeiteinnahme und orale Kontrazeptiva können die Magnesiumausscheidung erhöhen oder die Aufnahme hemmen.

Symptome eines Mangels

Die Anzeichen sind zunächst unspezifisch und treten oft erst bei sehr niedrigen Blutwerten auf:

Frühe Warnsignale:

  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Müdigkeit und Schwäche

Fortgeschrittene Symptome:

  • Kribbeln und Taubheitsgefühle
  • Muskelkrämpfe (besonders nächtliche Wadenkrämpfe)
  • Zittern
  • Verhaltensänderungen
  • Herzrhythmusstörungen

Sekundäre Folgen: Ein Magnesiummangel kann zu einem Kaliummangel (Hypokalämie) oder Calciummangel (Hypokalzämie) führen, da Magnesium für die Regulation dieser Elektrolyte wichtig ist.

Zu viel Magnesium: Gibt es das überhaupt?

Magnesium aus Lebensmitteln

Bei gesunden Menschen führt eine hohe Magnesiumzufuhr über natürliche Lebensmittel nicht zu Problemen. Die Niere kann die Ausscheidung stark erhöhen und überschüssiges Magnesium effizient eliminieren.

Magnesium aus Supplementen

Hohe Dosen aus Nahrungsergänzungsmitteln können Durchfall und Bauchkrämpfe verursachen. Dies ist eine natürliche Schutzreaktion des Körpers: Nicht aufgenommenes Magnesium zieht Wasser in den Darm und beschleunigt so die Passage.

Sehr hohe Dosen – insbesondere aus Abführmitteln oder Antazida – können zu einer Magnesiumintoxikation führen. Symptome treten bei Blutwerten über 2 mmol/L auf und umfassen Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall und bei sehr hohen Werten neuromuskuläre und kardiovaskuläre Störungen.

Obergrenzen für Nahrungsergänzungsmittel

In Europa und Deutschland: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfehlen eine Obergrenze von 250 mg Magnesium pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln. Diese Menge sollte auf mindestens zwei Portionen verteilt werden.

Bei der Einnahme von Magnesium-Supplementen sollte auch der eigentliche Zweck berücksichtigt werden. So hängt es zum Beispiel sehr stark von der Magnesiumform ab, ob ein Supplement gegen Schlafprobleme [12] helfen kann.

In den USA: Das Food and Nutrition Board setzt die Obergrenze bei 350 mg Magnesium pro Tag aus Supplementen und Medikamenten fest.

Wichtig: Diese Grenzen beziehen sich ausschließlich auf Magnesium aus Supplementen und Medikamenten, nicht auf natürlich in Lebensmitteln vorkommendes Magnesium.

Verschiedene Magnesiumformen und ihre Verträglichkeit

Gut lösliche Formen wie Magnesiumcitrat, Magnesiumchlorid, Magnesiumlactat oder Magnesiumaspartat werden tendenziell besser aufgenommen als Magnesiumoxid oder Magnesiumsulfat. Allerdings verursachen einige Formen häufiger Durchfall als andere.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Bisphosphonate: Magnesium kann die Aufnahme von Bisphosphonaten (z. B. Alendronsäure gegen Osteoporose) hemmen. Zeitlicher Abstand von mindestens zwei Stunden empfohlen.

Antibiotika: Tetrazykline und Chinolone sollten mindestens zwei Stunden vor oder vier bis sechs Stunden nach Magnesium eingenommen werden.

Diuretika: Schleifendiuretika und Thiazide erhöhen die Magnesiumausscheidung, während kaliumsparende Diuretika sie verringern.

Protonenpumpenhemmer: Langzeiteinnahme kann zu Magnesiummangel führen.

Magnesium und Gesundheit: Was zeigt die Forschung?

Typ-2-Diabetes

Beobachtungsstudien zeigen einen klaren Zusammenhang: Menschen mit höherer Magnesiumzufuhr haben ein geringeres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Dieser Effekt ist besonders bei Personen mit Prä-Diabetes ausgeprägt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Meta-Analysen prospektiver Studien legen nahe, dass eine höhere Magnesiumzufuhr mit einem geringeren Risiko für Schlaganfall verbunden ist. Für ischämische Herzerkrankungen zeigen sich ähnliche Tendenzen.

Blutdruck

Magnesiumsupplemente können den Blutdruck leicht senken. Die Effekte sind bei Dosen über 370 mg pro Tag etwas ausgeprägter, bleiben aber insgesamt moderat.

Weitere Erkrankungen

Für Osteoporose, metabolisches Syndrom und bestimmte Krebsarten liegen Hinweise vor, dass Magnesium eine Rolle spielen könnte. Belastbare Dosis-Wirkungs-Beziehungen für die Allgemeinbevölkerung fehlen jedoch.

Muskelkrämpfe

Der Nutzen von Magnesiumsupplementen zur Vorbeugung nächtlicher Muskelkrämpfe ist nicht eindeutig belegt. Auch für Schwangere konnte kein klarer Vorteil nachgewiesen werden.

Fazit: Magnesium – ein Mineralstoff mit vielfältigen Aufgaben

Magnesium ist an einer Vielzahl lebenswichtiger Prozesse beteiligt – von der Energieproduktion über die Muskelarbeit bis zur Nervenfunktion. Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen und grünem Gemüse deckt den Bedarf in der Regel gut ab.

Risikogruppen wie Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen, Diabetes, Nierenerkrankungen oder ältere Erwachsene sollten ihren Magnesiumstatus im Auge behalten. Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist auf die empfohlenen Obergrenzen zu achten. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte mögliche Wechselwirkungen mit einem Arzt besprechen.

Die wissenschaftliche Evidenz deutet darauf hin, dass eine ausreichende Magnesiumzufuhr zur Prävention von Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen kann – auch wenn weitere Forschung nötig ist, um die genauen Mechanismen zu verstehen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11106952

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.sciencedirect.com/topics/food-science/magnesium-ion
[2] https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-magnesium/#c3589
[3] https://www.telepolis.de/article/Hilft-Magnesium-wirklich-gegen-Schlafprobleme-11071479.html
[4] https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3161260/
[5] https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-magnesium/#c3589
[6] https://ods.od.nih.gov/factsheets/Magnesium-HealthProfessional/
[7] https://www.heise.de/tp/article/Kollagen-Chlorophyll-Bringen-die-gehypten-Beauty-Trends-wirklich-etwas-10538619.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/Erkaeltungszeit-Diese-Hausmittel-staerken-Ihr-Immunsystem-wirklich-10963002.html
[9] https://www.heise.de/tp/article/Kollagen-aus-dem-Kochtopf-Kann-Knochenbruehe-wirklich-Falten-glaetten-10377028.html
[10] https://www.heise.de/tp/article/Hagebutten-Sanddorn-Co-Die-unterschaetzten-Superfoods-10671534.html
[11] https://www.shutterstock.com/de/image-photo/healthy-food-nutrition-dieting-concept-assortment-663164254
[12] https://www.telepolis.de/article/Besser-schlafen-mit-Magnesium-Welche-Form-wirklich-hilft-und-welche-nicht-11098513.html

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Steigende Speicherpreise: Darum wird Ihr nächster Laptop teurer

Von Marcel Kunzmann — 08. Dezember 2025 um 14:00

Marcel Kunzmann

Eine leere Arbeitsspeicherbank auf einem Mainboard

Die Preise für Arbeitsspeicher sind rasant gestiegen – und dürften mittelfristig hoch bleiben

(Bild: slexp880/Shutterstock.com)

Die Speicherknappheit trifft jetzt die PC-Branche mit voller Wucht. Dell und Lenovo kündigen drastische Preiserhöhungen an. Wie lange wird der Engpass dauern?

Die anhaltende Speicherknappheit zwingt große PC-Hersteller zu deutlichen Preiserhöhungen. Dell wird nach Informationen von Branchenquellen die Preise bereits Mitte Dezember um mindestens 15 bis 20 Prozent anheben, wie die Marktforschungsfirma Trendforce berichtet [1]. Lenovo kündigte an, dass alle aktuellen Preisangebote zum 1. Januar 2026 ihre Gültigkeit verlieren werden.

Der Grund für die Preissteigerungen liegt in der massiv gestiegenen Nachfrage nach Speicherchips für KI-Server, die zu drastischen Preiserhöhungen bei DRAM-Komponenten geführt hat. Nach einem Bericht [2] der südkoreanischen Wirtschaftszeitung Chosun Biz sind die Preise für DDR5-Speicher im Jahresvergleich um 70 Prozent gestiegen, bei einigen Komponenten sogar um bis zu 170 Prozent.

Hersteller warnen vor weiteren Engpässen

Dell-Geschäftsführer Jeff Clarke erklärte laut Bloomberg [3] Ende November, er habe "noch nie erlebt, dass die Kosten für Speicherchips so schnell steigen". Die Ausgaben würden über alle Produktlinien hinweg klettern.

In einer Mitteilung an Kunden begründete Lenovo die kommenden Preisanpassungen mit zwei Hauptfaktoren: einer sich verschärfenden Speicherknappheit und der rasanten Integration von KI-Technologien. Das Unternehmen empfahl seinen Kunden, Bestellungen so schnell wie möglich aufzugeben, um noch von den aktuellen Preisen zu profitieren und zusätzliche Kosten durch die Preisanpassungen zu vermeiden.

Auch HP-Chef Enrique Lores warnte laut Asia Business Daily vor einer besonders schwierigen Phase in der zweiten Jahreshälfte 2026. Er wies darauf hin, dass Speicherchips etwa 15 bis 18 Prozent der Kosten eines typischen PCs ausmachen.

Auswirkungen auf den Gesamtmarkt

Die steigenden Speicherpreise setzen die gesamte Branche unter Druck. Laut Chosun Biz überdenken Hersteller wie Lenovo, HP, Dell sowie Samsung Electronics und LG Electronics ihre Produktpläne für 2026, einschließlich KI-PCs und Tablets.

Trendforce hat aufgrund der gestiegenen Kosten seine Prognose für Notebook-Auslieferungen im Jahr 2026 deutlich nach unten korrigiert. Statt eines ursprünglich erwarteten Wachstums von 1,7 Prozent im Jahresvergleich rechnet das Marktforschungsunternehmen nun mit einem Rückgang von 2,4 Prozent. Der Grund: Die steigenden Materialkosten hätten die Einzelhandelspreise in die Höhe getrieben und die Marktnachfrage gedämpft.

Krise könnte bis 2028 andauern

Eine baldige Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Samsung und SK Hynix, die zusammen für 70 Prozent des DRAM-Marktes verantwortlich sind, haben signalisiert [4], dass sie ihre Produktionskapazitäten nur vorsichtig ausbauen werden.

"Anstatt die Anlagen schnell zu erweitern, werden wir eine Strategie verfolgen, die langfristige Rentabilität aufrechterhält", erklärte ein Samsung-Vertreter während einer Investorenkonferenz laut der südkoreanischen Zeitung Tech Insight [5]. Das Unternehmen wolle "das Risiko eines Überangebots durch eine Investitionsstrategie minimieren, die Kundennachfrage und Preisgestaltung ausbalanciert".

Samsung gab an, derzeit nur 70 Prozent der DRAM-Bestellungen erfüllen zu können. Das Unternehmen lehnt zudem langfristige Verträge ab, die Kunden vor künftigen Preissteigerungen schützen würden. "Kunden wollen mehrjährige Verträge, aber Samsung Electronics möchte in einer Situation, in der die Preise schnell steigen, keine Mengen an einen bestimmten Kunden binden", so der Vertreter.

SK Hynix kündigte zwar an, im Jahr 2026 etwa 30 Prozent des Umsatzes in Produktionsanlagen zu investieren und den Übergang zu 1c-DRAM zu beschleunigen. Dennoch werde es "schwierig sein, die Versorgungsknappheit zu beheben", warnte das Unternehmen.

Das Problem liegt nicht darin, dass die Speicherproduktion nicht steigt. Vielmehr nimmt die Nachfrage noch schneller zu. Branchenprognosen gehen davon aus [6], dass das Speicherangebot 2026 um 23 Prozent wachsen wird, die Nachfrage jedoch um 35 Prozent zunimmt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11106153

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.trendforce.com/news/2025/12/05/exclusive-memory-crunch-hits-pcs-dell-hikes-prices-15-20-mid-december-lenovo-from-january-2026/
[2] https://biz.chosun.com/it-science/ict/2025/12/01/UQKOTOXJ5BGZVCWSI42XGB2T7Q/
[3] https://news.bloomberglaw.com/tech-and-telecom-law/tech-firms-from-dell-to-hp-warn-of-memory-chip-squeeze-from-ai
[4] https://www.pcgamer.com/hardware/memory/memory-crisis-and-sky-high-dram-prices-could-run-past-2028-as-samsung-and-sk-hynix-opt-to-minimize-the-risk-of-oversupply/
[5] https://www.hankyung.com/article/2025120168881
[6] https://www.mt.co.kr/industry/2025/12/02/2025120116312287924

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Rheinland-Pfalz: Umgang mit der AfD wirft juristische Fragen auf

Von Philipp Fess — 08. Dezember 2025 um 12:00

Philipp Fess

Transparent mit der Aufschrift

Demonstration in Mainz. Foto: Ryan Nash Photography, shutterstock

Belehrungsformular von rheinland-pfälzischer Gemeinde sorgt für Aufruhr. Landesregierung weist Vorwürfe zurück und betont Festhalten an der Einzelfallprüfung.

Keine Jobs Staatsdienst für Mitglieder der falschen Partei? In Rheinland-Pfalz ist zuletzt erneut die Debatte darüber entbrannt, ob AfD-Mitglieder vom Bürgermeisteramt ferngehalten werden dürfen – die Gemeinde Nieder-Olm soll nun ein in diesem Zusammenhang diskutiertes Formular von ihrer Website entfernt haben.

Das Innenministerium bestreitet indes, jemals pauschale Ausschlüsse gefordert zu haben. Bereits im Sommer hatte Innenminister Michael Ebling (SPD) einen vermeintlichen Einstellungsstopp für AfD-Mitglieder im Staatsdienst relativiert [1].

Politik- und Rechtswissenschaftler hatten bereits zuvor Bedenken gegen einen potenziellen Wahl-Ausschluss angemeldet.

Nieder-Olm entfernt Verweis – Dokument bleibt online

Die Verbandsgemeinde Nieder-Olm hatte in einer Online-Checkliste für Bewerber zur Bürgermeisterwahl eine Unterschrift unter die “Belehrung über die gesteigerte Pflicht zur Verfassungstreue“ verlangt. Wie die Mainzer Allgemeine Zeitung berichtete [2], verlangte das Formular zudem die Bestätigung, in den vergangenen fünf Jahren keiner extremistischen Organisation angehört zu haben.

Auf der beigefügten Liste der Organisationen mit dem Stand vom 4. Juni 2025 war auch die AfD aufgeführt.

Mittlerweile ist der entsprechende Verweis von der Website verschwunden. Wie die Junge Freiheit, das Sprachrohr der neuen Rechten, schreibt, habe die Verbandsgemeinde Nieder-Olm die Änderung „auf Nachfrage“ bestätigt. Zugleich sei die Belehrung mit der Liste weiterhin unter der für die Wahl eingerichteten Webadresse abrufbar [3]. Am 5. Dezember berichtete die Junge Freiheit von einer weiteren rheinland-pfälzischen Gemeinde, die in Bezug auf ein gleiches Formular “eingelenkt“ habe.

Minister weist „bewusste Falschdarstellung“ zurück

Innenminister Michael Ebling (SPD) hat die Darstellung, AfD-Kandidaten pauschal ausschließen zu wollen, in einer öffentlichen Mitteilung vom 4. Dezember als “falsch und frei erfunden“ bezeichnet [4]. Behauptungen über ein Wahlverbot entbehrten „jeder Grundlage“. Der Fall der Verbandsgemeinde Nieder-Olm sei “nach den allgemeinen geltenden gesetzlichen Regeln für Kommunalwahlen zu prüfen“.

Gegenüber der Mainzer Allgemeinen Zeitung hatte Ebling zuvor betont [5], Bewerber müssten die Wählbarkeitsvoraussetzungen erfüllen, insbesondere das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Über die Zulassung entscheide der Wahlausschuss, nicht das Ministerium. Die Liste extremistischer Organisationen habe für die Kandidatenzulassung dabei “keine bindende Wirkung“.

Da aber Bürgermeister nach der Wahl Beamte seien, könnten Zweifel an der Verfassungstreue ein “Ausschlusskriterium“ darstellen, so Ebling weiter – “das bedarf aber stets einer Einzelfallprüfung“, so Ebling weiter. Die Junge Freiheit hält dem entgegen, die gestrichene Checkliste habe sich ausdrücklich auf Wahlbewerber bezogen.

Einzelfallprüfungen Pflicht

Bereits im Juli hatte Ebling einen vermeintlichen Einstellungsstopp relativiert [6]: Jede Bewerbung werde “einzeln geprüft“, das sei ein “rechtsstaatlich hergebrachter Grundsatz“. Bewerber in den Staatsdienst müssten mehr als “nur ein Lippenbekenntnis“ zur Demokratie ablegen; die AfD biete Anlässe für Zweifel, es gelte “sehr, sehr klarzumachen“, dass dieser Zweifel ausgeräumt werden könne.

Um den Umgang mit der AfD bundesweit zu koordinieren, wurde im Sommer eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Bund und Ländern eingerichtet [7]. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte, die Arbeitsgruppe werde auch für den Fall eingerichtet, dass die vom Verfassungsschutz vorgenommene Einstufung der AfD als “gesichert rechtsextremistisch“ gerichtlich bestätigt werde.

Präzedenzfall Ludwigshafen

Als möglicher Präzedenzfall gilt die Bürgermeisterwahl von Ludwigshafen am 21. September. Dort hatte der Wahlausschuss den AfD-Kandidaten Joachim Paul wegen Zweifeln an seiner Verfassungstreue von der Oberbürgermeisterwahl ausgeschlossen [8]. Das Verwaltungsgericht Neustadt erklärte diesen Ausschluss für rechtens und verwies auf den Vorrang eines geregelten Wahlablaufs; “offenkundige Willkürakte“ sah das Gericht demnach nicht.

Grundlage waren laut Innenministerium 16 “gerichtsverwertbare Erkenntnisse“ des Verfassungsschutzes, darunter Pauls Befürwortung von “Remigration“ und seine Rolle bei der Vernetzung rechtsextremer Akteure.

Pluralistische Demokratie „verletzt“

In einem Interview mit dem rechten Portal Tichys Einblick vom 4. Dezember spricht Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt mit Blick auf die “Extremismus-Liste“ von “ein[em] die Leitgedanken unserer pluralistischen Demokratie verletzen[den] Vorgehen“.

Eine Liste, die dazu führe, dass Kandidaten „einer bestimmten Partei gar nicht auf den Wahllisten stehen dürfen“, sei „eine Art Parteiverbot durch die Hintertür“ und „schlicht verfassungswidrig“. Er rät, „schnell den Rechtsweg zu beschreiten“, dann werde „dieser Unfug, solange wir ein Rechtsstaat sind, sehr schnell abgestellt“.

Patzelt kritisierte [9] außerdem in einem Interview mit der Welt, der Verfassungsschutz lasse sich “gerne politisch funktionalisieren“.

„Faktisches“ Einstellungsverbot für AfD-Mitglieder

Auch Rechtsanwalt Jens Usebach bezeichnete [10] das Vorgehen in Rheinland-Pfalz in einem Beitrag vom 12. Juli als “faktisches“ Einstellungsverbot für AfD-Mitglieder: “Bereits die bloße Mitgliedschaft“ in einer als Verdachtsfall beobachteten Organisation begründe „ausreichende Zweifel“. Wer die Loyalitätserklärung verweigere oder entsprechende Angaben machen müsse, “wird nicht eingestellt“ – stets vorbehaltlich der Einzelfallumstände.

Usebach erwartet gerichtliche Klärungen und verweist auf die Abwägung zwischen Art. 33 Abs. 2 GG (Zugang nach Eignung, Befähigung, Leistung) und staatlicher Schutzpflicht für die Verfassung; “eine schematische Betrachtung ist nicht möglich“, so Usebach weiter.

Pauschaler Ausschluss unzulässig

Einen pauschalen Ausschluss aus dem Staatsdienst hatten bereits zuvor mehrere Staatsrechtler für unvereinbar mit dem Grundgesetz gehalten. So erinnerte Joachim Wieland gegenüber dem SWR an das Recht auf Zugang zu öffentlichen Ämtern und bezeichnete einen pauschalen Ausschluss von AfD-Mitgliedern als unzulässig [11]. Auch der Verfassungsrechtler Christoph Gröpl stimmte dem zu.

Wieland hatte zudem auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte von 1995 hingewiesen, wonach “die Mitgliedschaft in einer als extremistisch eingestuften Partei nicht ausreicht, um jemanden aus dem Staatsdienst zu entlassen“ – das gelte aus seiner Sicht auch für Neueinstellungen.

Wie eine Einzelfallprüfung aussehen könnte, präzisierte Rechtswissenschaftler Josef-Franz Lindner: Der Dienstherr müsse mit einem AfD-Bewerber “ein Gespräch führen“, fragen, “wie der Bewerber zu den verfassungsrechtlich problematischen Äußerungen der Partei steht“, ob er “passives Mitglied“ sei, “Ämter und Funktionen“ habe und “warum er in die Partei eingetreten ist“. Würde die Verwaltungsvorschrift dagegen so umgesetzt, dass es keine Einzelfallprüfung gebe, “wäre das ganz klar verfassungswidrig“, so Lindner.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11105914

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ebling-umgang-mit-afd-im-staatsdienst-unklarheit-eingeraeumt-einzelfall-gilt-100.html
[2] https://www.allgemeine-zeitung.de/schwerpunkte/afd-rheinland-pfalz/
[3] https://www.vg-nieder-olm.de/politik-verwaltung/wahlen/wahl-der-buergermeisterin-des-buergermeisters-der-verbandsgemeinde-nieder-olm-und-landtagswahl-rheinland-pfalz-2026/belehrung-ueber-die-gesteigerte-pflicht-zur-verfassungstreue-aufgrund-einer-herausgehobenen-funktion-im-oeffentlichen-dienst.pdf?cid=ci1
[4] https://mdi.rlp.de/service/pressemitteilungen/detail/ebling-afd-vorwuerfe-entbehren-jeder-grundlage
[5] https://www.allgemeine-zeitung.de/politik/politik-rheinland-pfalz/nieder-olm-streit-um-afd-kandidatur-ebling-widerspricht-5219375
[6] https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ebling-umgang-mit-afd-im-staatsdienst-unklarheit-eingeraeumt-einzelfall-gilt-100.html
[7] https://www.tagesschau.de/inland/dobrindt-afd-spd-100.html
[8] https://www.allgemeine-zeitung.de/politik/politik-rheinland-pfalz/gericht-ausschluss-von-rechtsextremen-afd-kandidat-rechtens-4892010
[9] https://www.welt.de/politik/deutschland/video69329652f4bf598c0697a991/werner-j-patzelt-debatte-um-moegliches-afd-verbotsverfahren-ist-spiel-mit-dem-feuer.html
[10] https://www.jura.cc/rechtstipps/afd-mitglieder-vom-oeffentlichen-dienst-in-rheinland-pfalz-ausgeschlossen-was-bedeutet-das/
[11] https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/ausschluss-von-afd-mitgliedern-vom-staatsdienst-laut-staatsrechtlern-verfassungswidrig-100.html

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise developer neueste Meldungen ff.org

software-architektur.tv: DiversIT(y) – Diversität in der IT

Von Heise — 08. Dezember 2025 um 13:28
Logo software-architektur.tv: DiversIT(y) – Diversität in der IT

(Bild: software-architektur.tv)

Stimmen aus der Praxis – Eberhard Wolff, Liam Bergh und Sabine Wojcieszak streamen live von den IT-Tagen und liefern Erfahrungsberichte und Diskussion.

Wie erleben Menschen, die in der IT unterrepräsentiert sind, ihren Arbeitsalltag wirklich? In diesem Livestream bringen Liam Bergh, Sabine Wojcieszak und Eberhard Wolff ungefilterte Stimmen direkt auf die Bühne der IT-Tage.

Im Vorfeld haben sie persönliche Erfahrungsberichte gesammelt – von Mikroaggressionen im Team-Meeting bis zu strukturellen Hürden beim Karrierestart. Diese anonymisierten Geschichten lesen sie vor und diskutieren gemeinsam: Was läuft schief? Was funktioniert bereits gut? Und vor allem: Was kannst du selbst, dein Team oder deine Organisation morgen konkret anders machen?

Aus der Praxis für die Praxis: Diese Session richtet sich an alle, die Diversität nicht nur als HR-Thema verstehen, sondern als strategischen Erfolgsfaktor für ihre IT-Organisation. Ob CTO, Teamlead oder Entwickler:in – hier erhältst du ungefilterte Einblicke aus dem Projektalltag, die sonst oft unsichtbar bleiben, und kannst konkrete Impulse direkt in deinen Alltag mitnehmen.

Was du mitnimmst: Echte Erfahrungen statt Theorie, Verständnis für Barrieren im IT-Alltag und Handlungsfelder für inklusive Teams – so konkret wie möglich, so anonym wie nötig.

Lisa Maria Schäfer malt dieses Mal keine Sketchnotes.

Livestream am 9. Dezember

Die Ausstrahlung findet am Dienstag, 9. Dezember 2025, live ab 13:00 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [2] einbringen.

software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, Blogger sowie Podcaster auf iX [3] und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer [4] (Socreatory) und Ralf D. Müller [5] (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren bindet iX (heise Developer) die über YouTube gestreamten Episoden im Online-Channel ein, sodass Zuschauer dem Videocast aus den Heise Medien heraus folgen können.

Weitere Informationen zu den Folgen finden sich auf der Videocast-Seite [6].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11106861

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[2] https://software-architektur.tv/
[3] https://www.heise.de/developer/Continuous-Architecture-2687847.html
[4] https://www.socreatory.com/de/trainers/lisa-moritz
[5] https://techstories.dbsystel.de/blog/profiles/Ralf-D.-Mueller.html
[6] https://software-architektur.tv/
[7] mailto:mdo@ix.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise developer neueste Meldungen ff.org

Gegen nervige Alltagsaufgaben: Amazon AWS bringt neue KI-Agenten

Von Heise — 08. Dezember 2025 um 13:06
Fünf Roboter auf schwarzem Hügel, gelber Hintergrund

(Bild: heise medien)

Amazon hat auf seiner Hausmesse neue autonome KI-Agenten vorgestellt und die Bedrock-Plattform erweitert. Eine Gefahr sind jedoch drastisch steigende Kosten.

Auf seiner diesjährigen Hausmesse re:Invent machte AWS unmissverständlich klar, wohin die Reise geht: Agentische KI-Systeme sollen künftig nicht nur einfache Aufgaben erledigen, sondern stunden- oder sogar tagelang autonom arbeiten. Mit den sogenannten Frontier Agents kündigte Amazon eine neue Generation von KI-Agenten an, die ohne ständige menschliche Anleitung persistente Kontexte aufrechterhalten und komplexe Workflows bewältigen sollen.

Im Mittelpunkt stehen drei spezialisierte Agenten [1], die den Software-Entwicklungszyklus transformieren sollen. Der Kiro Autonomous Agent fungiert als virtueller Entwickler, der Backlogs abarbeitet, Bugs klassifiziert sowie priorisiert und Aufgaben über mehrere Code-Repositories hinweg eigenständig löst. Dabei lernt er kontinuierlich aus Feedback und Pull-Requests. Der AWS Security Agent übernimmt die Rolle eines virtuellen Sicherheitsberaters: Er überprüft Designdokumente und Pull-Requests auf Schwachstellen, orientiert sich dabei an organisationsspezifischen Vorgaben und verwandelt zeitaufwendige Penetrationstests in eine On-Demand-Funktion. Komplettiert wird das Trio durch den AWS DevOps Agent, der als Teil des operativen Teams Vorfälle diagnostiziert, Telemetrie- und Bereitstellungsdaten korreliert und proaktiv Verbesserungen vorschlägt.

Bedrock AgentCore wird erweitert

Die zentrale Plattform für den Betrieb dieser Agenten, Amazon Bedrock AgentCore [2], erhielt drei wesentliche Erweiterungen. Mit AgentCore Policy lassen sich nun in natürlicher Sprache formulierte Richtlinien, sogenannte Guardrails, durchsetzen, die unbefugte Agentenaktionen in Echtzeit blockieren. AgentCore Evaluations bietet 13 vorgefertigte Metriken zur Qualitätssicherung, etwa für Korrektheit und Kontextrelevanz. AgentCore Memory, ein episodischer Speicher, ermöglicht es Agenten, aus vergangenen Interaktionen zu lernen und ihre Entscheidungsfindung anzupassen.

Ergänzt wird das Portfolio durch Amazon Nova Act, einen Dienst zur Automatisierung von Browser-UI-Workflows, der laut AWS eine Zuverlässigkeit von 90 Prozent erreicht. Auch das Open Source KI-Agenten-SDK Strands Agents, das AWS erst im Mai diesen Jahres vorgestellt [3] hatte und zunächst auf Python fokussiert war, wurde um TypeScript-Unterstützung erweitert und läuft nun auf Edge-Geräten für Automotive- und Robotik-Anwendungen.

Warnung vor explodierenden Kosten

Bei aller technischen Raffinesse hat die wirtschaftliche Seite der Agentisierung einen deutlichen Haken. Jeff Boudier, Chief Product & Growth Officer bei Hugging Face, ordnet in einem Gespräch mit der iX ein, dass der Einsatz von KI-Agenten grundsätzlich sorgfältig hinterfragt werden müsse. Der Übergang von klassischen LLM-Anwendungen hin zu agentischen Systemen führe aufgrund ihrer iterativen Arbeitsweise zu einem drastisch höheren Rechenaufwand.

„Anstatt dass eine Nutzeranfrage etwa einen Cent kostet, liegen wir bei agentischen Systemen schnell bei drei, fünf oder sogar mehr Dollar“, erklärt Boudier. „Dieser Wandel wird im kommenden Jahr noch eine enorme Menge an Engineering-Arbeit auslösen, um diese Kosten wieder zu senken.“

Unternehmen müssen sich deshalb vorab fragen, ob sie für einen konkreten Anwendungsfall überhaupt einen Agenten benötigen, welchen Wert eine korrekte Antwort hat und wie hoch das Risiko ist, wenn ein Agent falsche Entscheidungen trifft. Auch ob die von AWS versprochene Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit ihrer Agenten die Mehrkosten rechtfertigen, wird sich erst in der Praxis zeigen müssen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11106808

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.aboutamazon.com/news/aws/amazon-ai-frontier-agents-autonomous-kiro
[2] https://www.aboutamazon.com/news/aws/aws-amazon-bedrock-agent-core-ai-agents
[3] https://aws.amazon.com/blogs/opensource/introducing-strands-agents-an-open-source-ai-agents-sdk/
[4] https://www.heise.de/ix
[5] mailto:fo@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise developer neueste Meldungen ff.org

Developer-Häppchen – Kleinere News der vergangenen Woche (ehemals Snapshots)

Von Heise — 08. Dezember 2025 um 11:12
Mexikanische Häppchen

(Bild: Natalia Klenova/Shutterstock)

Snapshots sind jetzt Häppchen: kleine, aber interessante Meldungshäppchen zu Julia, Prettier, IntelliJ IDEA, Vite, VS Code, Jupyter, Django und Apache Flink.

Die beliebten Developer-Snapshots haben wir neu in leckere Häppchen verpackt. Inhaltlich bleibt alles beim Alten – ein kleiner Überblick über alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • Codeformatierung mit Prettier 3.7 [1]: Das Open-Source-Tool hat an der Konsistenz zwischen Class- und Interface-Formatierung für TypeScript geschraubt. Daneben bringt es Updates für die Darstellung von JavaScript, CSS und mehr, ebenso wie Support für das aktuelle Release Angular 21.
  • JetBrains hat den Release Candidate für IntelliJ IDEA 2025.3 [2] veröffentlicht. Interessierte können darin neue Features wie Spring-Debugger-Updates und den Support für Spring Boot 4, Spring Framework 7 und Java 25 nutzen.
  • Die Programmiersprache Julia [3] hat nun eine offizielle Arbeitsgruppe für Sicherheit: die Julia Security Working Group (JSWG). Bisher haben Julia-Developer sich über Security-Arbeiten in einem informellen Rahmen ausgetauscht – via Slack, Repos und Pull Requests –, was nun jedoch in der JSWG gebündelt werden soll. Zunächst sollen Meetings im zweiwöchentlichen Takt eingeführt werden. Weitere Infos gibt es im Slack-Channel #security-dev [4].
  • Apache Flink 2.2.0 [5] bringt neue KI-Fähigkeiten mit: ML_PREDICT für LLM-Inferenz und VECTOR_SEARCH für Echtzeit-Vektor-Ähnlichkeitssuche sind nun mit an Bord.
  • Was gibt es Neues im Insider-Programm für Visual Studio Code? Das erfahren Interessierte in einem Podcast, den das VS-Code-Team gestartet hat [8]. Im Podcast sollen Gespräche mit Developern, Produktmanagern und Community-Mitwirkenden geführt werden.
  • Das Python-Webframework Django ist in Version 6.0 erschienen [9]. Mittels Content Security Policy (CSP) lassen sich darin Sicherheitsrichtlinien auf Browserebene konfigurieren und durchsetzen, um Content Injection vorzubeugen. Mit dem Release von Django 6.0 errreicht Django 5.2 das Ende seines Mainstream-Supports.
  • JupyterLite, eine Jupyter-Distribution für Webbrowser [10], hat in Version 0.7 neue Features, Bugfixes und Verbesserungen eingeführt. Unter anderem bringt das Release Support für Workspaces, die es ermöglichen, Notebooks und Dateien in separaten Workspace-Umgebungen zu organisieren. Zudem bringt v0.7 integrierte Audio- und Video-Viewer mit, sodass Nutzerinnen und Nutzer entsprechende Dateien direkt aus dem UI heraus öffnen können.
  • Die erste Beta von Vite 8 [11], die unter der Haube den Bundler Rolldown nutzt, ist erschienen. Sie soll deutlich schnellere Produktions-Builds ermöglichen und den Weg für künftige Verbesserungen ebnen. Bisher setzte Vite auf die beiden Bundler esbuild und Rollup für verschiedene Aufgaben. Das in Rust geschriebene und für Vite konzipierte Rolldown wird nun als alleiniger Bundler eingesetzt.
  • Das Rust-Team hat mit der Planung der Projektziele für die Programmiersprache im nächsten Jahr begonnnen. Die Planung betrifft nun nicht wie bisher jeweils sechs Monate, sondern das komplette Jahr 2026. Auch Rust-User sind dazu aufgerufen, ihre Ideen mitzuteilen [12].

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [13].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11102491

Links in diesem Artikel:
[1] https://prettier.io/blog/2025/11/27/3.7.0
[2] https://blog.jetbrains.com/idea/2025/11/intellij-idea-2025-3-release-candidate/
[3] https://julialang.org/blog/2025/11/launching-security-wg/
[4] https://julialang.org/slack/
[5] https://flink.apache.org/2025/12/04/apache-flink-2.2.0-advancing-real-time-data--ai-and-empowering-stream-processing-for-the-ai-era/
[6] https://product-owner-day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[7] https://product-owner-day.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[8] https://code.visualstudio.com/blogs/2025/12/03/introducing-vs-code-insiders-podcast
[9] https://www.djangoproject.com/weblog/2025/dec/03/django-60-released/
[10] https://blog.jupyter.org/jupyterlite-0-7-is-released-67db4d1609ad
[11] https://vite.dev/blog/announcing-vite8-beta
[12] https://blog.rust-lang.org/inside-rust/2025/12/04/want-to-propose-a-2026-rust-project-goal-we-are-here-to-help/
[13] mailto:developer@heise.de?subject=Ein%20Vorschlag%20f%C3%BCr%20die%20Developer%20Snapshots
[14] mailto:mai@heise.de

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Verwaltung: IT-Dienstleister Berlins kämpft ums Überleben

Von Andreas Donath — 07. Dezember 2025 um 16:45
Zwei Notfallkredite über 40 Millionen Euro haben Berlins IT-Dienstleister vor der Zahlungsunfähigkeit gerettet. Die Digitalisierung steht vor dem Scheitern.
Rotes Rathaus Berlin (Bild: Pexels)
Rotes Rathaus Berlin Bild: Pexels / CC0 1.0

Das IT-Dienstleistungszentrum (ITDZ) Berlin habe in diesem Jahr zwei Notfallkredite in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro benötigt, um nicht zahlungsunfähig zu werden, berichtet der Tagesspiegel . Ohne diese Finanzspritzen hätte die in Charlottenburg-Wilmersdorf ansässige Behörde im Februar und Ende November ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Nach derzeitigem Stand schulden verschiedene Auftraggeber aus Landesbehörden und Bezirken dem ITDZ 16,8 Millionen Euro, heißt es im Tagesspiegel .

Sicherheitsmängel in den Bezirken

Zeitgleich zeigen sich in Marzahn-Hellersdorf erhebliche Defizite bei der IT-Sicherheit . Der Landesrechnungshof stellte fest, dass wichtige Konzepte zur Notfallvorsorge seit Jahren fehlen. Serverräume seien unzureichend gesichert, Mitarbeiter erhielten keine ausreichenden Schulungen.

Die fragmentierte Zuständigkeit führt zu ineffizienten Strukturen. Angesichts steigender Bedrohungen im digitalen Raum stelle die derzeitige Verfassung der Berliner Verwaltungs-IT ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, heißt es im Tagesspiegel-Bericht.

Die Haushaltslage verschärft die Problematik zusätzlich. Statt der dringend benötigten Investitionen in die Digitalisierung sind derzeit eher Einsparungen zu erwarten.

Pensionierungswelle verstärkt Druck

In den kommenden Jahren rollt eine Pensionierungswelle auf den öffentlichen Dienst zu. Nur mit deutlichen Fortschritten bei der Digitalisierung kann die Verwaltung arbeitsfähig bleiben und den Wegfall von Personal teilweise kompensieren. Dafür müsste das ITDZ jedoch leistungsfähig aufgestellt sein.

Gleichzeitig wären Behörden und Bezirke gefordert, eigene IT-Zuständigkeiten an zentrale Stellen abzugeben. Nur wenn Fachleute diese Aufgaben übernehmen, lässt sich die Qualität der digitalen Infrastruktur verbessern. Die dezentrale Struktur erwies sich als ineffizient.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Elektroauto: Yasa entwickelt Radnabenantrieb mit Axialflussmotor

Von Andreas Donath — 07. Dezember 2025 um 16:15
Die Mercedes -Tochter Yasa hat einen Radnabenantrieb mit Axialflussmotor entwickelt, der 750 kW Spitzenleistung erreichen soll.
Radnabenmotor mit Axialflussmotor (Bild: Yasa)
Radnabenmotor mit Axialflussmotor Bild: Yasa

Der britische Elektromotorenhersteller Yasa, der seit 2021 zu Mercedes-Benz gehört, arbeitet an einem Radnabenantrieb mit Axialflussmotor. Das Unternehmen hat nach einem Bericht von Electrive einen Prototyp mit einem Motor vorgestellt, der eine Leistungsdichte von 59 kW/kg erreicht haben soll. Der Motor selbst wiegt 12,7 Kilogramm und wurde im Oktober vorgestellt . Nach Angaben von Yasa kam der Axialflussmotor im Prototyp auf eine kurzzeitige Spitzenleistung von 750 kW, was etwa 1.020 PS entspricht. Die Dauerleistung soll zwischen 350 und 400 kW liegen.

Das Unternehmen entwickelte zusätzlich einen Wechselrichter für den Radnabenantrieb , der eine Leistungsdichte von 100 kW/kg aufweisen soll. Mit einem Gewicht von 15 Kilogramm erreicht das Gerät eine maximale Leistung von 1.500 kW. Laut Yasa liegt der aktuelle Standard für Leistungselektronik bei 50 bis 70 kW/kg, heißt es in dem Bericht.

Gewichtseinsparung durch regeneratives Bremsen

Yasa hebt insbesondere die regenerative Leistung des Systems hervor. Bei einem Einsatz an der Hinterachse könnte dies die dortigen Bremssysteme verkleinern oder möglicherweise entbehrlich machen. Durch den Wegfall von Komponenten wie Scheibenbremsen und Antriebswellen könnten nach Unternehmensangaben bis zu 200 Kilogramm eingespart werden.

Bei einer speziell für Radnabenmotoren optimierten Fahrzeugkonstruktion sieht Yasa ein Einsparpotenzial von rund 500 Kilogramm. Allerdings befindet sich das System noch im Prototypenstadium. Weitere Informationen zur Entwicklung will das Unternehmen im Jahr 2026 veröffentlichen.

Tim Woolmer, Gründer und technischer Leiter von Yasa, bezeichnet Radnabenmotoren als große Herausforderung für Elektrofahrzeuge. Bisherige Systeme seien zu schwer gewesen und hätten begrenztes Drehmoment sowie unzureichende Leistung geboten. Der neue Prototyp solle kompakt, leistungsstark und leicht genug sein, um im Rad untergebracht zu werden.

Radnabenantrieb wird von mehreren weiterentwickelt

Yasa ist nicht das einzige Unternehmen, das an Radnabenantrieben arbeitet. Das Münchner Start-up Deepdrive entwickelte mit seiner Doppelrotortechnologie ebenfalls einen Radnabenantrieb und baute diesen bereits in Testfahrzeuge ein. Bei Testfahrten zeigte sich, dass frühere Bedenken bezüglich höherer Lautstärke oder schlechterem Fahrverhalten bei modernen Entwicklungen weniger relevant sein könnten.

Deepdrive nutzt für seine Radnabenantriebe die Trommelbremse von MEB-Fahrzeugen, da eine leistungsstärkere Scheibenbremse an der Hinterachse nicht erforderlich sei.

Wann Yasas Radnabenantrieb marktreif sein wird, lässt sich derzeit nicht absehen. Das Unternehmen hält sich mit konkreten Zeitplänen zurück.

Radnabenmotoren in Autos sind 125 Jahre alt

Der junge Ingenieur Ferdinand Porsche konstruierte für den Wiener Wagenbauer Jacob Lohner & Co. einen bahnbrechenden Elektroantrieb, der 1900 vorgestellt wurde. In den Radnaben der Vorderräder steckte jeweils ein 2,5 PS starker Elektromotor. Die Stromversorgung erfolgte durch Bleiakkus. Mit dieser Antriebstechnik erreichte der als Kutsche karossierte Lohner-Porsche eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 35 km/h. Dank der Radnabenmotoren war eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern möglich. Vom Lohner-Porsche wurden immerhin rund 300 Exemplare gebaut. Er hatte nach Angaben von Porsche einen Wirkungsgrad von 83 Prozent.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Arbeitsspeicher als Kostentreiber: PC-Preise steigen deutlich

Von Andreas Donath — 07. Dezember 2025 um 15:45
Computerhersteller bereiten sich auf deutliche Preiserhöhungen vor, während die Kosten für Speicherbausteine weiter steigen.
Speicherchips von SK Hynix auf einem Wafer (Bild: SK Hynix)
Speicherchips von SK Hynix auf einem Wafer Bild: SK Hynix

Dell und Lenovo werden bald die Preise für PCs anheben, wie Trendforce unter Berufung auf Insider berichtet. Schuld ist der Preisanstieg bei Speicherchips – die Produktion von KI-Servern verschärft die Knappheit am Markt. Erste Hersteller planen Aufschläge von bis zu 20 Prozent.

Dell plant laut Branchenquellen eine Preisanpassung von 15 bis 20 Prozent bis Mitte Dezember. Lenovo hat dem Bericht nach seine Geschäftskunden informiert, dass die aktuellen Preise am 1. Januar 2026 auslaufen und anschließend neue Konditionen in Kraft treten.

Der Preisdruck entsteht hauptsächlich durch die gestiegenen DRAM-Kosten, die erheblich zugelegt haben. Die Produktion von KI-Servern bindet einen Großteil der verfügbaren Speicherproduktionskapazitäten, so dass PC-Hersteller mit reduzierten Zuteilungen und höheren Komponentenpreisen konfrontiert sind.

Jeff Clarke, Chief Operating Officer bei Dell, erklärte Bloomberg Ende November , dass die Speicherpreise im gesamten Produktportfolio des Unternehmens steigen. Die Äußerungen deuten darauf hin, dass der Kostendruck über Consumer-PCs hinaus auch Unternehmenssysteme und Workstations betrifft.

Engpässe verändern Marktdynamik

In der Kundeninformation von Lenovo werden zwei Faktoren für die Preisänderungen genannt: Speicherknappheit und die zunehmende Integration von KI-Technologie in die Produktlinien. Das Unternehmen gab an, dass die Lieferkettenbedingungen Verfügbarkeit und Kosten von Speicherchips beeinflussen.

DRAM-Komponenten, insbesondere DDR5-Module für neuere PC-Systeme, sind laut Chosun Biz im Jahresvergleich um rund 70 Prozent teurer geworden. Bei einigen spezifischen Speicherkonfigurationen sollen die Steigerungen bis zu 170 Prozent betragen haben.

Mehrere Hersteller, darunter HP, Samsung Electronics und LG Electronics, überprüfen ihre Produktstrategien für 2026 angesichts der Speicherpreissituation. HP-CEO Enrique Lores merkte an, dass Speicherchips typischerweise 15 bis 18 Prozent der gesamten Herstellungskosten eines PCs ausmachen und damit einen wesentlichen Faktor für die Gesamtpreisgestaltung darstellen.

Trendforce passte seine Prognose für Notebook-Lieferungen im Jahr 2026 an und erwartet nun einen Rückgang um 2,4 Prozent statt des zuvor prognostizierten Wachstums von 1,7 Prozent. Das Forschungsunternehmen führt die Veränderung auf höhere Materialkosten und daraus resultierende Preiserhöhungen zurück, die die Verbrauchernachfrage beeinträchtigen könnten.

Das Ausmaß der Preiserhöhungen wird wahrscheinlich je nach Hersteller, Marktsegment und spezifischen Produktkonfigurationen variieren. Unternehmenskunden mit bestehenden Verträgen könnten andere Preissteigerungen aufgebrummt bekommen, als Verbraucher, die Systeme im Einzelhandel kaufen.

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Spielball oder Machtfaktor: Europas Schicksalsfrage im neuen US-Zeitalter

Von Thomas Pany — 07. Dezember 2025 um 16:00

Thomas Pany

Flaggen der EU und der USA

Bild: Shutterstock.com

Die USA mischen sich offen in Europas Innenpolitik ein. Russland applaudiert. Europa am Scheideweg: Souveränität oder US-Dominanz?

Die neue US-Sicherheitsstrategie wirft Europa "zivilisatorischen Niedergang" vor und kündigt Unterstützung für "patriotische Parteien" an. Deutsche Politiker reagieren alarmiert [1]. Moskau zeigt sich erfreut [2].

Die National Security Strategy [3] aus dem Weißen Haus ist keine echte Überraschung, das hat man doch genau so erwarten können, kommentieren die nüchternen Köpfe. Sie bewerten das neue US-Strategiepapier stoisch. Man muss sich ohne Jammern und Klagen eine eigene Strategie überlegen: Anpassung an die neue Lage, an den eigenen Stärken orientiert.

Andere sprechen von einer neuen geschichtlichen Ära, die mit diesem Dokument bestätigt wird, und fürchten bange Zeiten für Europa und die EU.

In dem am Donnerstag veröffentlichten Strategiepapier zur nationalen Sicherheit zeichnen die USA ein düsteres Bild von Europa und fordern den Kontinent auf, die "primäre Verantwortung" für seine eigene Verteidigung zu übernehmen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung [4] heute in ihrem Liveblog berichtet.

Vorwürfe gegen Europa und angekündigte Einmischung

Zu Europas Problemen zählen nach Ansicht der US-Regierung unter anderem die Einwanderungspolitik, die "Zensur der freien Meinungsäußerung und die Unterdrückung der politischen Opposition, abstürzende Geburtenraten sowie der Verlust nationaler Identitäten und des Selbstvertrauens". Eine Kurskorrektur sei notwendig, heißt es in dem Dokument.

Die USA kündigen in ihrer Strategie an, "Widerstand gegen Europas aktuellen Kurs innerhalb europäischer Nationen zu kultivieren", was weithin bange wahrgenommen wurde. (Euronews) [5]. Das Papier spricht von "patriotischen europäischen Parteien", deren wachsender Einfluss "großen Grund für Optimismus" gebe.

Experten des US-Thinktanks Council on Foreign Relations [6] bewerten die neue Strategie als "radikalen Bruch" mit früheren Ansätzen und eher als "Polemik denn Politik".

Deutsche Reaktionen gespalten

In Deutschland löste das Strategiepapier unterschiedliche Reaktionen aus. Norbert Röttgen von der CDU bezeichnet die Strategie gegenüber der FAZ [7] als "zweite Zeitenwende für Europa". Es handele sich um eine grundlegend neue geopolitische Positionierung der Vereinigten Staaten im Verhältnis zu Europa, China und Russland, sagte Röttgen.

"Die Strategie wendet sich gegen die europäischen Demokratien, deren innere Verfassung durch die amerikanische Außenpolitik aktiv verändert werden soll."

Norbert Röttgen, FAZ [8]

Das außenpolitische Ziel Washingtons sei die "umfassende Dominanz in der westlichen Hemisphäre", so Röttgen weiter. Die europäische Souveränität sei nun von Russland durch Krieg angegriffen und von den USA werde man durch den Anspruch der Einmischung im Innern nach ideologischen Vorgaben unter Druck gesetzt.

Doch zeigen sich allein in der Union unterschiedliche Ansichten. Sein Fraktionskollege Jürgen Hardt sieht das anders. Deutschland und Europa spielten in der Strategie des amerikanischen Präsidenten Donald Trump "weiterhin eine zentrale Rolle als Partner", sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion der FAZ.

Die Strategie sei kein Abgesang, sondern könne vielmehr Anknüpfungspunkt für verstärkte Bemühungen um transatlantische Zusammenarbeit sein. Hardt fordert allerdings mehr Dialog:

"Nicht nur politisch, sondern auch zivilgesellschaftlich brauchen wir offensichtlich viel mehr Dialog im Sinne von Partnerschaft statt Konkurrenz."

Jürgen Hardt, FAZ [9]

Er plädiert dafür, "das Instrument eines transatlantischen Freihandelsabkommens wieder ernsthaft zu diskutieren". Als übergriffig bezeichnet Hardt die amerikanischen Ankündigungen, sich aufseiten rechtsradikaler und rechtspopulistischer Kräfte in die europäische Politik einmischen zu wollen.

Forderung nach europäischer Handlungsfähigkeit

Sowohl Röttgen als auch die Grünen-Außenpolitikerin Agnieszka Brugger dringen darauf, dass die Europäer sich am 18. Dezember in Brüssel darauf einigen, die eingefrorenen russischen Staatsgelder zu nutzen, um der Ukraine in ihrem Kampf gegen Russland zu helfen. "Wenn das nicht gelingt, werden die Folgen verheerend sein", sagte Röttgen.

Brugger argumentiert ähnlich: Es stelle sich "nicht nur, aber besonders bei den Frozen Assets, die Frage, ob Europa sich in dieser rauen Welt, in der die Karten gerade neu gemischt werden, behaupten kann oder ob es gnadenlos untergeht". Wenn der Wille da wäre, könnte Europa "Player statt Spielball" sein.

Moskau reagiert mit Genugtuung

Aus Russland kam Lob für die neue Sicherheitsstrategie der USA. Die Änderung der nationalen Sicherheitsstrategie, in der Russland nicht mehr als "direkte Bedrohung" erwähnt wird, sei ein "positiver Schritt", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass [10].

Die Botschaft der Trump-Regierung für die russisch-amerikanischen Beziehungen unterscheide sich von den Ansätzen früherer Regierungen. "Die Konzeption entspricht in vielem auch unserer Sicht", sagte Peskow dem russischen Staatsfernsehen.

EU bemüht sich um Schadensbegrenzung

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas [11] bemühte am Samstag, die Wogen zu glätten. "Die USA sind immer noch unser größter Verbündeter", sagte Kallas beim Doha Forum in Katar. Trotz Differenzen bei verschiedenen Themen zwischen den USA und Europa gelte das "allgemeine Prinzip" weiterhin: "Wir sind die engsten Verbündeten und sollten zusammenhalten."

Langfristige Perspektive: Die Spaltung des Westens

Der Philosoph Jürgen Habermas ordnete kürzlich – am 20. November, also gute zwei Wochen vor Veröffentlichung des Strategiepapiers – in einem SZ-Gastbeitrag [12] die aktuelle Entwicklung in einem längerfristigen Kontext ein.

Die politische Spaltung des Westens und der Abstieg der USA als Supermacht seien eine längerfristige Entwicklung, die sich bereits nach dem 11. September 2001 abzeichnete, so Habermas. Die entscheidenden globalen Konflikte verlagern sich nach seiner Einschätzung nach Südostasien, während China das Ziel einer sinozentrischen Weltordnung verfolge.

Europa sei im Ukraine-Krieg weiterhin von einer unberechenbaren US-Regierung abhängig und habe es versäumt, eine eigene politische Handlungsfähigkeit zu entwickeln, so Habermas. Er kritisiert die deutsche Europapolitik scharf. Wenn Berlin für Europa eintrete, sei dies vor allem Rhetorik, denn die deutsche Regierung blockiere seit Merkel und deren Finanzminister Schäuble echte Integration. Das könnte fatal enden.

Zwar rüste Deutschland nun massiv auf und plane den Aufbau der stärksten Armee Europas. Doch, so kritisiert der Europa-Fan Habermas, erfolge vor allem unter nationaler Kontrolle – und nicht im Rahmen einer gemeinsamen europäischen Verteidigungspolitik. Da zeige sich ein grundsätzliches Problem der deutschen Europapolitik.

Die Bundesregierung verfolgt den Aufbau der Verteidigungsfähigkeit unter nationaler Verfügungsgewalt und setze damit ihre unter Kanzlerin Angela Merkel eingeübte "scheinheilige Europapolitik" fort, kritisiert der Philosoph. Zuletzt sei die drängende Initiative des frisch gewählten französischen Präsidenten Emmanuel Macron an einer deutschen Blockade gescheitert. Auch für Kanzler Friedrich Merz seien Euro-Bonds "vom Teufel" – ganz in der Tradition seines politischen Ziehvaters Wolfgang Schäuble, so Habermas.

Es gebe kein ernsthaftes Anzeichen dafür, dass die Bundesregierung ernsthafte Schritte unternehme, eine weltpolitisch handlungsfähige Europäische Union herbeizuführen. Allerdings räumt der Philosoph ein, dass ein solcher Schritt zur weiteren Integration der EU im Zeichen des täglich wachsenden Rechtspopulismus in allen europäischen Ländern noch weniger spontane Unterstützung finden würde als bisher. Dieser Schritt sei schon lange versäumt worden.

Auch in den meisten westlichen Mitgliedstaaten der EU seien die innenpolitischen Kräfte für eine Dezentralisierung oder Rückabwicklung der Union stärker denn je. Mindestens wollten sie eine Schwächung der Brüsseler Kompetenzen erreichen. Habermas hält es darum für wahrscheinlich, dass Europa weniger denn je in der Lage sein wird, sich von der bisherigen Führungsmacht USA abzukoppeln. Er zieht eine düstere Bilanz:

"Auch in den meisten westlichen Mitgliedstaaten der EU sind die innenpolitischen Kräfte für eine Dezentrierung oder Rückabwicklung der EU, mindestens für eine Schwächung der Brüsseler Kompetenzen stärker denn je.

Darum halte ich es für wahrscheinlich, dass Europa weniger denn je in der Lage sein wird, sich von der bisherigen Führungsmacht USA abzukoppeln. Ob es in diesem Sog sein normatives und bislang immer noch demokratisches und liberales Selbstverständnis aufrechterhalten kann, wird dann aber die zentrale Herausforderung sein.

Am Ende eines politisch eher begünstigten politischen Lebens fällt mir die trotz allem beschwörende Schlussfolgerung nicht leicht: Die weitere politische Integration wenigstens im Kern der Europäischen Union war für uns noch nie so überlebenswichtig wie heute. Und noch nie so unwahrscheinlich.“

Jürgen Habermas [13]

Ukraine-Gespräche gehen weiter

Parallel zu den Diskussionen über die neue US-Strategie setzt die Ukraine Gespräche mit den USA über einen möglichen Friedensplan fort.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, er habe eine „fokussierte und konstruktive Diskussion" mit dem US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, dem Schwiegersohn Donald Trumps, geführt, wie die Berliner Zeitung [14] berichtet.

Für Montag ist ein Treffen in London mit dem britischen Premierminister Keir Starmer sowie Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geplant.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11105689

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/liveblog-usa-unter-trump-roettgen-spricht-von-zweiter-zeitenwende-fuer-europa-faz-19444916.html
[2] https://tass.com/politics/2054865
[3] https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2025/12/2025-National-Security-Strategy.pdf
[4] https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/liveblog-usa-unter-trump-roettgen-spricht-von-zweiter-zeitenwende-fuer-europa-faz-19444916.html
[5] https://www.euronews.com/my-europe/2025/12/05/trump-administration-warns-europe-of-civilisational-decline-in-new-national-security-strat
[6] https://www.cfr.org/expert-brief/unpacking-trump-twist-national-security-strategy
[7] https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/liveblog-usa-unter-trump-roettgen-spricht-von-zweiter-zeitenwende-fuer-europa-faz-19444916.html
[8] https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/liveblog-usa-unter-trump-roettgen-spricht-von-zweiter-zeitenwende-fuer-europa-faz-19444916.html
[9] https://www.faz.net/aktuell/politik/usa-unter-trump/liveblog-usa-unter-trump-roettgen-spricht-von-zweiter-zeitenwende-fuer-europa-faz-19444916.html
[10] https://tass.com/politics/2054865
[11] https://www.telepolis.de/article/Trumps-Europa-Expertise-Zivilisatorische-Ausloeschung-in-20-Jahren-11105399.html
[12] https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/rede-juergen-habermas-eu-autoritarismus-usa-e353079/?reduced=true
[13] https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/kultur/rede-juergen-habermas-eu-autoritarismus-usa-e353079/?reduced=true
[14] https://www.berliner-zeitung.de/news/positiver-schritt-russland-lobt-neue-sicherheitsstrategie-der-usa-li.10009041

Copyright © 2025 Heise Medien

Adblock test (Why?)

❌