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Steuereintreiber: Sachsen fahndet mit KI nach Kryptogewinnen

Von Achim Sawall — 13. November 2025 um 19:44
Steuerfahnder im Bundesland Sachsen suchen mit KI und einer neuen Software nach unversteuerten Kryptogewinnen.
Dienstmarke der Steuerfahndung Sachsen (Bild: Steuerfahndung Sachsen)
Dienstmarke der Steuerfahndung Sachsen Bild: Steuerfahndung Sachsen

Das Bundesland Sachsen wird künftig mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) sowie speziell entwickelter Software Steuerhinterziehung beim Handel mit Kryptowerten bekämpfen. Das gab Finanzminister Christian Piwarz (CDU) am 12. November 2025 bekannt .

Gemeinsam haben die Hochschule Mittweida unter der Leitung von Professor Andreas Ittner, IT-Experten der Sondereinheit Risikoprüfung beim Landesamt für Steuern und Finanzen sowie der Steuerfahndung eine Software entwickelt, mit der sich Transaktionen mit Kryptowerten nachverfolgen und analysieren lassen. Die Software werde laufend fortentwickelt.

Ziel sei es, Steuerfahnder bei der Ermittlung der Transaktionen von Kryptowerten zu unterstützen, "um Finanzkriminalität wie Steuerhinterziehung oder Geldwäsche aufzudecken" , sagte Piwarz. "Damit ist auch die klare Botschaft verbunden, dass sich Steuerhinterziehung durch den Handel mit Kryptowerten nicht lohnt. Die Steuerfahndung wird widerrechtliches Handeln ohnehin entdecken."

Wann muss ich Kryptogewinne versteuern?

Wird Kryptowährung innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung verkauft, müssen die Einkünfte in der Steuererklärung angegeben werden.

Die neu angeschaffte kommerzielle Software ermögliche Transaktionsdaten aus verschiedenen Wallets und Handelsplattformen strukturiert aufzubereiten und für die Steuerfahnder zu identifizieren.

Die schwedische Plattform Divly, die Steuerdienstleistungen für Kryptoinvestoren anbietet, erklärte im April 2023 , dass weltweit nur wenige Besitzer von Kryptowährungen ihre Gewinne den zuständigen Steuerbehörden melden. Deutschland rangiertr mit 2,63 Prozent auf dem vierten Platz, Österreich mit 2,75 Prozent auf dem Dritten. Den zweiten Platz belegtr Australien mit 3,65 Prozent. Kanada und die Vereinigten Staaten lagen mit knapp über 1,6 Prozent im Mittelfeld der 24 untersuchten Länder. Der Durchschnitt liegt bei 0,5 Prozent.

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Dienstwagenprivileg: EU plant strengere E-Auto-Quoten für Firmenwagen

Von Michael Linden — 13. November 2025 um 19:30
Bis 2027 sollen 50 Prozent aller Firmenwagen elektrisch fahren, bis 2030 sogar 90 Prozent. Kritik kommt von der Autoindustrie und Leasingfirmen.
Beim Ladestopp mit dem Elektroauto (Symbolbild) (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Beim Ladestopp mit dem Elektroauto (Symbolbild) Bild: Martin Wolf/Golem.de

Die EU-Kommission bereitet offenbar eine Kompromisslösung beim Thema Verbrenner-Aus vor. Während das geplante Verbot ab 2035 möglicherweise gelockert wird, sollen gewerbliche Fahrzeugflotten deutlich schneller elektrifiziert werden. Der Vorschlag könnte bereits im Dezember präsentiert werden, wie das Handelsblatt berichtet .

Nach Informationen aus Industrie- und Diplomatenkreisen arbeitet Brüssel an einem zweigleisigen Ansatz. Das Verbrenner-Aus für Privatkäufer könnte demnach entschärft werden. Im Gegenzug plant die Kommission strengere Vorgaben für Unternehmensflotten, Leasingfahrzeuge und Dienstwagen. Gewerbliche Zulassungen machen rund 60 Prozent aller Neuwagen in Europa aus.

Die Rede ist von einer Elektroquote von 50 Prozent bis 2027 für neue gewerbliche Fahrzeuge. Bis 2030 könnte der Anteil auf 90 Prozent steigen. Das Vorhaben trägt den Arbeitstitel Greening Corporate Fleet und soll am 10. Dezember zusammen mit anderen Regelungen vorgestellt werden.

Für Unternehmen wäre dies eine deutliche Verschärfung. Der Elektroanteil in EU-Flotten lag 2024 bei lediglich 12,4 Prozent. Damit blieben gewerbliche Halter sogar hinter privaten Käufern zurück.

Widerstand aus der Wirtschaft

Die Autoindustrie zeigt sich besorgt über die möglichen Pläne. Ein Vertreter eines deutschen Herstellers bezeichnet den Vorschlag gegenüber dem Handelsblatt als problematisch. Die ohnehin unter Druck stehenden Margen könnten durch einen forcierten Elektrohochlauf weiter belastet werden.

Auch Leasinggesellschaften und Autovermieter äußern Bedenken. Unternehmen wie Sixt, Hertz und Europcar hatten zuletzt E-Modelle aus ihren Flotten genommen. Als Gründe nennen sie schwache Nachfrage, höhere Reparaturkosten und sinkende Restwerte. Sixt-Vorstand Nico Gabriel spricht gegenüber dem Handelsblatt von einem faktisch vorgezogenen Verbrennerverbot.

Die Kommission könnte unterschiedliche Vorgaben für verschiedene Zulassungskanäle festlegen. Unternehmensflotten würden demnach am stärksten betroffen sein. Bei Mietfahrzeugen könnte es Ausnahmen geben.

Steuerliche Anreize im Fokus

In Brüssel wird zudem diskutiert, Plug-in-Hybride oder Range-Extender als emissionsfreie Fahrzeuge anzurechnen. Diese Entscheidung würde sich auf die Flottenregulierung auswirken. Range-Extender kombinieren einen Elektromotor mit einem kleinen Verbrennungsmotor.

Die EU-Kommission prüft auch nationale Regelungen zur Zielerreichung. In Deutschland könnte das Dienstwagenprivileg angepasst werden. Steuerliche Vorteile würden dann möglicherweise nur noch für E-Autos gelten.

Der CSU-Europapolitiker Markus Ferber kritisierte gegenüber dem Handelsblatt die Pläne. Er spricht von einem Verbrennerverbot durch die Hintertür. Die Probleme der Automobilindustrie würden nicht gelindert, sondern neue Herausforderungen geschaffen.

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NIS-2-Umsetzung: Bundestag beschließt umstrittenes Cybersicherheitsgesetz

Von Achim Sawall — 13. November 2025 um 19:16
NIS 2 kann für Netzbetreiber fehlende Rechtssicherheit, Wirtschaftsrisiken und unnötige Bürokratie bringen. Noch kann der Bundesrat etwas ändern.
Claudia Plattner, Präsidentin des BSI (Bild: Omer Messinger/Getty Images)
Claudia Plattner, Präsidentin des BSI Bild: Omer Messinger/Getty Images

Der Bundestag hat den Gesetzentwurf zur Umsetzung der NIS-2-Richtlinie der EU am 13. November 2025 verabschiedet. Kritisiert wird von Netzbetreibern, dass bei Mobilfunk und Festnetz selbst für bereits eingesetzte Komponenten damit Eingriffe möglich sind.

"Das Gesetz ist grundsätzlich ein wichtiger und notwendiger Schritt für mehr Sicherheit. Allerdings bewerten wir den Umgang mit sogenannten kritischen Komponenten kritisch" , sagte Sven Knapp, Hauptstadtbüro-Leiter des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko).

"Der Gesetzentwurf erlaubt Eingriffe nicht nur bei Mobilfunkkomponenten, sondern pauschal auch bei Glasfasernetzen – selbst für bereits eingesetzte Komponenten." Das sorge für Unsicherheit, bremse Investitionen und belaste vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Die Pflicht zur Umsetzung bestimmter Sicherheitsmaßnahmen zur Abwehr und Bewältigung von Cyberangriffen soll künftig schätzungsweise rund 29.000 Unternehmen betreffen und damit deutlich mehr als bisher.

Die Richtlinie soll das Cybersicherheitsniveau kritischer Infrastrukturen in der EU vereinheitlichen, für eine bessere Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten bei der IT-Sicherheit sorgen und wichtige Infrastrukturen und Lieferketten gegen Cyberangriffe resilienter machen.

Der Breko appelliert an den Bundesrat, sich für eine "präzisere und praxistaugliche Regelung stark zu machen, die Rechtssicherheit für Telekommunikationsunternehmen schafft, wirtschaftliche Risiken reduziert und unnötige Bürokratie vermeidet" .

Betroffene unbedingt vorab konsultieren

Auch der Bitkom bewertete zuletzt in das Gesetzgebungsverfahren eingebrachten Neuregelungen zu kritischen Komponenten als eher schädlich . Vorgesehen ist nun, dass das Bundesinnenministerium in Abstimmung mit anderen Ressorts kritische Komponenten definiert und künftig auch eigenständig deren Einsatz untersagen kann. "Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, Verbote können erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit haben. Vor solch wichtigen Entscheidungen müssen die Betroffenen unbedingt vorab konsultiert werden" , sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.

Die Definition von kritischen Komponenten sollte nach Ansicht des Bitkom auch künftig auf Grundlage technischer Kriterien durch die Bundesnetzagentur und das BSI erfolgen.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) lobte dagegen die Änderungen des Gesetzes durch den Bundestag. VKU-Chef Ingbert Liebing sagte: " Auf den letzten Metern des Gesetzgebungsverfahrens haben die Abgeordneten zu viel Bürokratie und Überregulierungen gekonnt den Riegel vorgeschoben. Insbesondere mit der klugen Regel zu kritischen Komponenten haben die Abgeordneten ein Bürokratie-Monster verhindert."

Im Regierungsentwurf waren auch all jene Unternehmen von strengen Sicherheitsstandards betroffen, die Energie mit thermischen Abfallbehandlungsanlagen erzeugen, Biovergärungsanlagen, aber auch Klärwerke mit kleinen PV-Anlagen. Unternehmen, die nur im Nebenzweck Energie produzieren, werden künftig nur nach dem BSI-Gesetz und nicht zusätzlich nach dem EnWG reguliert. Sie brauchen damit auch weiterhin nur an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), aber nicht noch zusätzlich an die Bundesnetzagentur zu berichten.

Statt wie bisher jeden Einsatz einzeln anzuzeigen und auf eine Freigabe des Innenministeriums zu warten, dürften Stadtwerke kritische Komponenten zukünftig auch ohne vorherige Freigabe verwenden. Das Innenministerium kann im Nachhinein den Einsatz noch untersagen. Dieses Verfahren verhindere Verzögerungen beim Ausbau insbesondere von Energie- und Telekommunikationsinfrastrukturen.

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Citrix Netscaler ADC und Gateway: Update schließt Cross-Site-Scripting-Lücke

Von Heise — 13. November 2025 um 14:08
Netzwerk-Hardware

(Bild: Dario Lo Presti/Shutterstock.com)

In den Netscaler ADCs und Gateways von Citrix können Angreifer eine Cross-Site-Scripting-Lücke ausnutzen. Updates schließen sie.

In Netscaler ADC und Gateway von Citrix wurde eine Sicherheitslücke entdeckt. Aktualisierte Software steht bereit, die die Cross-Site-Scripting-Lücke schließt. Admins sollten sie rasch installieren.

In einer Sicherheitsmitteilung informiert Citrix [1] sehr sparsam über die Schwachstelle. In einer Tabelle gibt es nur stichwortartige Hinweise: Es handelt sich um eine Cross-Site-Scripting-Lücke (XSS), mit der Common Weakness Enumeration Standard-Nummer 79 (CWE-79): "Unzureichende Neutralisierung von Eingaben während der Webseitengenerierung". Klassisch erlaubt XSS das Unterjubeln von Javascript-Code mittels Links, auf die potenzielle Opfer klicken müssen, damit der Code ausgeführt wird. Der kann dann jedoch etwa das Kopieren von Session-Cookies ermöglichen, womit Angreifer den Zugang übernehmen könnten (CVE-2025-12101, CVSS4 5.9, Risiko "mittel").

Deutlich abweichender Schweregrad je nach CVSS-Version

Da die Netscaler als Gateway wie VPN Virtual Server, ICA Proxy, CVPN oder RDP-Proxy oder als AAA Virtual Server konfiguriert sein müssen, nimmt Citrix für die Einordnung an, dass Vorbedingungen erfüllt sein müssen, damit Angreifer sie ausnutzen können. Das trägt jedoch dem Umstand nicht Rechnung, dass dies eine eher übliche Konfiguration ist, um damit Apps über das Internet bereitzustellen. Zudem rechnet Citrix mit ein, dass eine Benutzerinteraktion nötig ist, in diesem Fall das Klicken auf einen Link.

CVSS 4.0 kennt dafür [2] die Schwachstellenvektoren-Bestandteile "AT:P", ausgeschrieben als "Attack Requirements: Present" (Attacken-Vorbedingungen: Vorhanden) sowie "UI:A", "User Interaction: Active" (Benutzerinteraktion: Aktiv). Die reduzieren das in CVSS 4.0 das rechnerische Risiko deutlich, in diesem Fall lässt sich jedoch insbesondere bei "AT:P" darüber streiten, ob das in der Praxis zutrifft.

Das CERT-Bund nimmt seine Schweregrad-Einstufungen anhand von CVSS 3.1 vor. Darin gibt es diese Vektor-Bestandteile nicht. Damit kommt die BSI-Abteilung [3] auf den Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:C/C:H/I:L/A:L/E:U/RL:O/RC:X – was in einem CVSS-Wert von 8.8 mündet, Risiko "hoch", und nur knapp an der Einstufung als kritische Sicherheitslücke vorbeischrammt. Das bestätigte das CERT-Bund heise online auf Nachfrage.

Die praktische Einstufung dürfte irgendwo zwischen den CVSS-Werten liegen, Admins sollten daher auf jeden Fall zeitnah aktiv werden und die Updates installieren. Die Versionen Netscaler ADC und Gateway 14.1-56.73, 13.1-60.32, Netscaler ADC 13.1-FIPS und 13.1-NDcPP 13.1-37.250 sowie Netscaler ADC 12.1-FIPS und 12.1-NDcPP 12.1-55.333 sowie jeweils neuere Fassungen stopfen das Sicherheitsleck. Netscaler ADC und Gateway 13.0 und 12.1 sind am Ende des Lebenszyklus angelangt und erhalten keine Updates mehr.

Ende August waren noch zahlreiche Netscaler-Instanzen anfällig für die Citrix Bleed 3 [4] genannte Sicherheitslücke. Global waren dort 28.000 Server verwundbar.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11077335

Links in diesem Artikel:
[1] https://support.citrix.com/support-home/kbsearch/article?articleNumber=CTX695486&articleURL=NetScaler_ADC_and_NetScaler_Gateway_Security_Bulletin_for_CVE_2025_12101
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Die-wichtigsten-Aenderungen-der-neuen-Schwachstellenbewertung-CVSS-4-0-9318903.html
[3] https://wid.cert-bund.de/portal/wid/securityadvisory?name=WID-SEC-2025-2571
[4] https://www.heise.de/news/Mehr-als-28-000-Netscaler-Instanzen-anfaellig-fuer-Citrix-Bleed-3-10623870.html
[5] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:dmk@heise.de

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Ivanti Endpoint Manager: Angreifer können Daten auf Festplatte schreiben

Von Heise — 13. November 2025 um 13:22
Ein obligatorisches Schild erinnert daran, Updates zu machen.

(Bild: Artur Szczybylo/Shutterstock.com)

Die Gerätemanagementsoftware Ivanti Endpoint Manager ist verwundbar. In einer aktuellen Version haben die Entwickler eine Lücke geschlossen.

Angreifer können eine Softwareschwachstelle in Ivanti Endpoint Manager (EPM) ausnutzen. Ein Sicherheitspatch ist verfügbar.

Systeme schützen

Mit EPM verwalten Admins Computer in Unternehmen. Das ist ein lohnendes Ziel für eine Cyberattacke. Die in einer Warnmeldung aufgeführte Lücke (CVE-2025-9713 "hoch") befähigt Angreifer dazu, Dateien auf Festplatten von Opfer-PCs zu schreiben. Wie das im Detail ablaufen könnte, ist bislang unklar. Die Entwickler versichern, dass es derzeit keine Hinweise auf Attacken gibt.

Die Schwachstelle haben sie eigenen Angaben zufolge in EPM 2024 SU4 geschlossen. In einer Warnmeldung weisen die Entwickler darauf hin [1], dass der Support für den EPM-Versionszweig 2022 im Oktober dieses Jahres ausgelaufen ist. Die Ausgabe bekommt nun keine Sicherheitsupdates mehr und stellt somit eine Gefahr dar. Admins sollten zeitnah auf eine noch unterstützte Version upgraden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11076964

Links in diesem Artikel:
[1] https://forums.ivanti.com/s/article/Security-Advisory-EPM-November-2025-for-EPM-2024?language=en_US
[2] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[3] mailto:des@heise.de

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Operation Endgame 3: 1025 Server von Netz genommen

Von Heise — 13. November 2025 um 13:17
Screenshot aus Operation-Endgame-KI-Film

Die Strafverfolger haben einen KI-Film zu Operation Endgame 3 erstellt.

(Bild: Operation Endgame)

Internationalen Strafverfolgern ist ein neuerlicher Schlag gegen Malware und dahinterliegende Infrastruktur gelungen.

Internationale Strafverfolger aus verschiedenen Ländern haben erneut einen Schlag gegen Malware [1], Botnets und Server der Infrastruktur cyberkrimineller Vereinigungen ausgeführt. Damit haben sie die VenomRAT, Elysium und 1025 Server aus dem Netz genommen und vorerst lahmgelegt.

Auf der Webseite zur Aktion gegen Cybercrime "Operation Endgame" [2] begrüßt die Besucher zunächst ein KI-Video, das sich über die Cyberkriminellen hinter dem Rhadamanthys-Infostealer lustig macht. Auch sonst ist die Webseite recht martialisch aufgemacht. "Staffel 3 der Operation Endgame hat begonnen", schreiben die Strafverfolger dort recht markig.

Nicht nur Infostealer im Visier

Die Operation lief zwischen dem 10. und 13. November 2025 und wurde aus dem Europol-Hauptquartier in Den Haag koordiniert. Im Visier der Ermittler war nicht nur der Infostealer Rhadamanthys [3], sondern auch der Remote-Access-Trojaner VenomRAT [4] sowie das Botnetz [5] Elysium. Allen komme eine Schlüsselrolle im internationalen Cybercrime zu, erörtern die Beamten. Die Behörden haben diese drei großen Cybercrime-Beihelfer ausgeschaltet.

Der Hauptverdächtige hinter der Fernzugriffs-Malware VenomRAT wurde bereits am 3. November in Griechenland festgenommen. Die abgeschaltete Infrastruktur zeichnete für hunderttausende Infektionen von Opfern mit Malware weltweit verantwortlich, erklären die Strafverfolger weiter. Hinter der lahmgelegten Infrastruktur verbargen sich hunderttausende infizierte Computer, die ihrerseits mehrere Millionen gestohlener Zugangsdaten enthielten. Viele Opfer wüssten nichts von der Infektion ihrer Rechner. Der Hauptverdächtige hinter dem Rhadamanthys-Infostealer hatte Zugriff auf mehr als 100.000 Krypto-Wallets, die diesen Opfern gehörten und möglicherweise Millionen von Euros wert seien. Auf der Webseite der niederländischen Polizei [6] sowie bei Have-I-Been-Pwned [7] können Interessierte prüfen, ob ihre E-Mail-Adresse Teil der kriminellen Beutezüge ist.

Alon Gal, Geschäftsführer des israelischen Threat-Intelligence-Spezialisten Hudson Rock, kennt sich in der Infostealer-Szene aus. Die Nervosität der Kriminellen halte sich in Grenzen, stellt er im Gespräch mit heise security fest: "Diese Leute haben eine hohe Risikobereitschaft und lassen sich von werbewirksamen Aktionen der Strafverfolger nicht entmutigen".

Die zweite Operation-Endgame-Aktion fand Ende Mai dieses Jahres statt. Dort haben die internationalen Strafverfolger 20 Haftbefehle erlassen und allein in Deutschland 50 Server [8] aus dem Netz genommen und 650 Domains der Kontrolle der Cyberkriminellen entrissen. Die Ermittler haben bei der Analyse 15 Millionen E-Mail-Adressen und 43 Millionen Passwörter von Opfern gefunden, die das Have-I-Been-Pwned-Projekt in seinen Fundus aufgenommen [9] hat.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11077049

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Malware
[2] https://www.operation-endgame.com/
[3] https://www.heise.de/news/Angriffe-mit-KI-generiertem-Schadcode-in-angeblichen-Metro-Rechnungen-9682026.html
[4] https://www.heise.de/news/Proof-of-Concept-Exploit-fuer-WinRAR-Luecke-bringt-VenomRAT-Malware-mit-9313479.html
[5] https://www.heise.de/thema/Botnet
[6] https://www.politie.nl/en/information/checkyourhack.html
[7] https://haveibeenpwned.com/
[8] https://www.heise.de/news/Operation-Endgame-2-0-20-Haftbefehle-Hunderte-Server-ausser-Gefecht-gesetzt-10394215.html
[9] https://www.heise.de/news/Operation-Endgame-2-15-Millionen-E-Mail-Adressen-und-43-Millionen-Passwoerter-10396199.html
[10] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[11] mailto:dmk@heise.de

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Leinwände für Beamer: Was Sie beim Kauf beachten sollten

Von Heise — 13. November 2025 um 16:00

Reicht das weiße Laken oder die nackte Wand, was bringt eine echte Leinwand für die Projektion und welche Projektionsfläche passt zu welchem Beamer?

Wirklich schöne Bilder zeigen Beamer nur auf einer guten Leinwand. Das gilt besonders für Kurzdistanzbeamer. Eine weiße Wand oder ein knitter- und faltenfreies weißes Laken genügen bloß für erste Gehversuche. Leinwände gibt es fest in Rahmen eingespannt und bis zu einer gewissen Größe auch auf Stativen. Sehr große Leinwände stecken aufgerollt in Kästen zur Montage beziehungsweise Aufstellung an Decke, Wand oder auf dem Boden, wahlweise sind sie motorisiert. Wichtige Kriterien sind die Planlage (Ebenheit der Fläche), die Leinwandfarbe und der Gain (Reflexionsvermögen).

Je planer die Leinwandoberfläche ist, desto gleichmäßiger erscheint das projizierte Bild. Wellen oder Dellen auf der Leinwand machen sich umso stärker bemerkbar, je näher der Projektor an der Leinwand steht – die Raufasertapete scheidet deshalb für Kurzdistanzbeamer aus. Die beste Planlage haben fest gespannte Rahmenleinwände, sie behalten ihre Fasson unabhängig von der Raumtemperatur und etwaigen Luftbewegungen, allerdings sind sie an der Wand dauerhaft Sonne und Staub ausgesetzt.

Stativleinwände sind oft etwas wackelig, Rollleinwände besitzen besser eine seitliche Führung mit gespannten Seilen. Bei Bodenleinwänden zum Herausziehen sollte eine Scherenmechanik in Kombination mit seitlichen Abspannseilen Projektionsfläche straff spannen. Eine schwarze Maskierung um die Projektionsfläche verbessert generell den optischen Bildeindruck.

Klassische Leinwände sind weiß und reflektieren das Licht diffus in alle Richtungen. Eine Graufärbung schluckt das Restlicht des Projektors und der Umgebung und reduziert so den Schwarzwert. Mit sinkendem Schwarzwert steigt der In-Bild-Kontrast, der sich aus dem maximalen Lichtstrom in Lumen geteilt durch den minimalen (Schwarz-)Wert ergibt: Je kleiner der Schwarzwert, umso höher ist der Kontrast. Allerdings sinkt auf einer grauen Leinwand zugleich der wahrnehmbare Lichtstrom, das Bild wird deutlich sichtbar dunkler. Deshalb eignen sich graue Leinwände nur für lichtstarke Beamer im stockdunklen Raum ohne helle Wände.

Für Kurzdistanzbeamer eignen sich insbesondere Rahmenleinwände, da diese straff gespannt sind.

(Bild: Celexon)

Für die nötige Beamerhelligkeit im Heimkino kann man eine Faustformel zu Rate ziehen und die Projektionsfläche mit der Resthelligkeit im Raum und einem Helligkeitsfaktor zwischen 3 und 5 multiplizieren. Ein Beispiel: Ist der leicht abgedunkelte Raum noch 200 Lux hell und die 16:9-Leinwand 100 Zoll groß (Bildfläche von 2,21 m × 1,25 m = 2,76 m2), ergibt sich eine wünschenswerte Beamerhelligkeit von rund 2200 Lumen (200 lx × 2,76 m2 × 4). Smartphone-Apps ermitteln die Resthelligkeit im Raum und an der Leinwand sehr einfach und ausreichend genau.

Lichtverstärker

Der Leuchtdichtefaktor oder Gain beschreibt, wie stark das projizierte Licht zum Zuschauer gelenkt wird. Mikrostrukturen auf der Leinwandoberfläche bündeln dabei das einfallende Licht in die gewünschte Richtung. Unweigerlich erscheint dadurch die Bildmitte etwas heller. Ein Gain von 1 bedeutet keine Bündelung, ein Gain über 1 bedeutet hellere Bilder für mittig sitzende Zuschauer und dunklere für seitlich sitzende.

Beim Gain unter 1 wird das Umgebungslicht auf der Leinwandoberfläche durch linsenförmige Beschichtungen vom Zuschauer weggelenkt. Im Fachjargon nennt sich das ALR für "Ambient Light Rejection" und CLR für "Ceiling Light Rejection", meist kombiniert mit einer grauen Leinwandfarbe. Genutzt wird dies für Ultrakurzdistanzbeamer, um den Schwarzwert zu verbessern; dabei nimmt auch die wahrnehmbare Lichtstärke des Projektors etwas ab. Spezielle ALR-CLR-UST-Leinwände kosten locker über 1000 Euro, mechanische Rollenweinwände mit 16:9-Format für zwei Meter breite Bilder gibt es ab etwa 100 Euro.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10783097

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Beamer-Kaufberatung-Auf-was-Sie-beim-Kauf-eines-Heimprojektors-achten-muessen-10489427.html
[2] https://www.heise.de/tests/Vergleichstest-Fuenf-Heimkinobeamer-fuer-kleine-und-grosse-Geldbeutel-10489413.html
[3] https://www.heise.de/tests/Leinwaende-fuer-Beamer-Was-Sie-beim-Kauf-beachten-sollten-10783097.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Samsung-Beamer-The-FreeStyle-und-sein-Klon-HY300-Pro-im-Vergleich-10783569.html
[5] https://www.heise.de/ct
[6] mailto:uk@ct.de

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10 Jahre Wartezeit: Atomkraft kommt wohl zu spät für den KI-Boom

Von Bernd Müller — 13. November 2025 um 15:35

Bernd Müller

Blick auf die Kuppel des Kernreaktors Sizewell B auf dem Gelände des künftigen Kraftwerks Sizewell C

(Bild: David Calvert / Shutterstock.com)

Während Tech-Konzerne auf mehr Strom drängen, zeigt ein Blick auf aktuelle Projekte: Neue Reaktoren brauchen deutlich länger als geplant.

Die Atomkraft wird als Energiequelle wieder verstärkt genannt, mit welcher der enorme Energiebedarf von Rechenzentren [1]gedeckt werden soll. Zuletzt hatte die US-Regierung ein Abkommen mit Westinghouse Electric [2] geschlossen, um den Bau neuer Atomreaktoren zu finanzieren.

Doch trotz der milliardenschweren Zusage wird in den nächsten zehn Jahren wohl kaum neue Atomleistung ans Netz gehen, heißt es bei [3] Bloomberg.

Westinghouse im Zentrum der Atomkraft-Offensive

Dabei ist die Unterstützung der US-Regierung enorm: Sie stemmt nicht nur einen erheblichen Teil der Finanzierung, sie hat auch zugesagt, Genehmigungen zu unterstützen. Zusätzlich hat sie sich als Erstabnehmer für mehrere Reaktoren ins Spiel gebracht.

Im Gegenzug erhält sie 20 Prozent der Dividenden oberhalb eines Schwellenwerts von 17,5 Milliarden US-Dollar und könnte über Optionsscheine eine Beteiligung an dem Unternehmen erhalten.

Die Pläne der Trump-Regierung sind ehrgeizig: Bis 2030 sollen zehn neue Reaktoren gebaut werden. Doch realistische Einschätzungen, so Bloomberg, gehen davon aus, dass in zehn Jahren nur zwei Kraftwerke tatsächlich in Betrieb gehen werden.

"Im Nuklearbereich geschieht nichts über Nacht", wird Jeffrey Merrifield, ehemaliger Kommissar der Nuclear Regulatory Commission, zitiert.

Bauzeiten und Lieferketten bremsen Atomkraft-Ausbau

Dass mit 80 Milliarden US-Dollar genügend Atomreaktoren gekauft werden könnten, ist, wie Bloomberg zeigt, nur eine theoretische Annahme. Denn der Bau traditioneller Reaktoren dauert zehn Jahre oder länger.

Zudem dauert es wohl Jahre, bis wichtige Komponenten geliefert werden können. So beträgt laut Wyatt Hartley von Brookfield Asset Management, Bloomberg berichtet, die Lieferzeit für Reaktordruckbehälter und andere Schlüsselkomponenten bis zu vier Jahre.

Auch müssten Akw-Betreiber und -entwickler Tausende Fachkräfte einstellen – und die sind aufgrund der weltweiten Nachfrage rar. Für die geplanten Großreaktoren sind bisher weder Standorte noch Stromabnehmer benannt.

Kleine modulare Reaktoren bislang nicht einsatzbereit

Auch kleine, modulare Reaktoren sind bisher nicht einsatzbereit. Unternehmen wie Oklo, TerraPower und Kairos haben mit Bauarbeiten begonnen, verfügen aber über keine Genehmigung für kommerzielle Systeme. Kairos könnte frühestens um 2030 ein 50-Megawatt-Projekt beliefern.

"Sie schieben nur Bulldozer herum", sagte Chris Gadomski, Chefanalyst für Kernenergie bei BloombergNEF.

Wiederinbetriebnahmen als kurzfristige Lösung

Der am schnellsten wachsende Teil der Branche sind Wiederanlaufprojekte. Das Kraftwerk Palisades in Michigan soll Anfang nächsten Jahres wieder in Betrieb gehen, Three Mile Island 2027 und Duane Arnold 2029.

Diese drei Wiederinbetriebnahmen würden zusammen höchstens 2,2 Gigawatt Strom produzieren. Die Liste weiterer Kandidaten ist laut Bloomberg sehr kurz.

Ungeklärte Finanzierung und Kostenrisiken

Auch die Verteilung der 80 Milliarden Dollar ist ungeklärt. Unklar bleibt auch, wer Kostenüberschreitungen trägt. Das letzte Westinghouse-Projekt in Vogtle kostete 35 Milliarden US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie geplant – und lag sieben Jahre hinter dem Zeitplan. Ein ähnliches Projekt in South Carolina wurde 2017 aufgegeben.

Sicherheitsexperten befürchten zudem, dass finanzielle Anreize die Unabhängigkeit der Nuclear Regulatory Commission gefährden könnten. Das Weiße Haus wies die Bedenken zurück: "Das Regulierungssystem bleibt unverändert."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11077607

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Kuenstliche-Intelligenz-Wo-Investoren-die-besten-Chancen-finden-11069700.html
[2] https://www.heise.de/tp/article/Atomkraft-USA-schliessen-80-Milliarden-Abkommen-mit-Westinghouse-fuer-Reaktorbau-10965936.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-12/-80-billion-nuclear-bet-won-t-power-ai-boom-for-at-least-a-decade

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Korruptionsskandal in Kiew: Selenskyj-Vertraute im Zentrum

Von Marcel Kunzmann — 13. November 2025 um 14:00

Marcel Kunzmann

Ein Mann vor einem Podium

Ukraines Präsident Wolodymir Selenskyj: Enge Vertraute von ihm sind im Zentrum der Ermittlungen

(Bild: paparazzza/Shutterstock.com)

Anti-Korruptionsbehörden decken Unterschlagungsschema im Energiesektor im Wert von 100 Millionen Dollar auf. Mehrere Vertraute von Präsident Selenskyj involviert.

Die Ukraine wird von dem schwersten Korruptionsskandal seit Beginn von Wolodymyr Selenskyjs Präsidentschaft erschüttert. Energieministerin Switlana Hryntschuk und Justizminister Herman Haluschenko sind nach einer groß angelegten Ermittlung zu Korruption im Energiesektor zurückgetreten, wie die britische BBC berichtet [1].

Staatliche Antikorruptionsbehörden deckten am Montag ein Unterschlagungsschema im Wert von etwa 100 Millionen US-Dollar auf, das sich über das staatliche Atomenergieunternehmen Energoatom erstreckte. Besonders brisant: Mehrere der Beschuldigten gehören zu Selenskyjs engstem Umfeld.

Operation "Midas" nach 15 Monaten abgeschlossen

Das Nationale Anti-Korruptionsbüro der Ukraine (Nabu) und die Spezialisierte Anti-Korruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) benötigten 15 Monate für die Ermittlungen, die unter dem Codenamen "Operation Midas" liefen. Die Behörden führten 1000 Stunden Abhörmaßnahmen durch und stellten Taschen voller Bargeld sicher.

Laut Nabu manipulierten die Beschuldigten systematisch Verträge bei Energoatom, um Schmiergelder in Höhe von 10 bis 15 Prozent der Vertragswerte zu erhalten. Die Ermittler geben an, dass das Netzwerk etwa 100 Millionen US-Dollar über ein geheimes Büro in Kiew gewaschen habe.

Von den sieben mutmaßlichen Teilnehmern des Schemas seien fünf festgenommen worden, teilten die Behörden mit. Die Gelder seien anschließend ins Ausland transferiert worden, auch nach Russland.

Hochrangige Regierungsmitglieder unter Verdacht

Justizminister Herman Haluschenko, der bis Juli als Energieminister fungierte, wurde am Mittwochmorgen von seinem Amt suspendiert. Die Staatsanwälte erklärten in Online-Gerichtsverhandlungen, Haluschenko habe dem Geschäftsmann Timur Mindich bei dessen Geldwäscheschemas geholfen und sei von diesem beeinflusst worden.

Haluschenko erklärte auf Facebook, er unterstütze die Suspendierung, werde sich aber vor Gericht verteidigen, falls nötig. Energieministerin Hryntschuk schrieb in sozialen Medien: "Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit gab es keine Gesetzesverstöße."

Zu den weiteren Beschuldigten gehört der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident Oleksij Tschernyschow, ein enger Vertrauter Selenskyjs, der in den Nabu-Aufzeichnungen unter dem Codenamen "Che Guevara" geführt wurde. Nabu wirft ihm unrechtmäßige Bereicherung vor und behauptet, er habe etwa 1,2 Millionen Dollar und fast 100.000 Euro über das Geldwäschenetzwerk erhalten.

Selenskyjs Geschäftspartner als mutmaßlicher Drahtzieher

Als mutmaßlicher Anführer des Schemas gilt laut Nabu der Geschäftsmann Timur Mindich, Miteigentümer von Selenskyjs ehemaliger Filmproduktionsfirma Kvartal 95. Der 46-jährige aus Dnipro war ein früherer Geschäftspartner des ukrainischen Oligarchen Ihor Kolomojskyj, der Selenskyjs erfolgreiche Präsidentschaftskampagne 2019 mitfinanzierte.

Mindich soll vor seiner Anklage gewarnt worden und nach Israel geflohen sein. Nabu ermittelt nun, wer ihn möglicherweise alarmiert haben könnte. Mindich war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Weitere Ermittlungen im Verteidigungsbereich

Nabu und SAP führen mindestens zwei große Untersuchungen durch. Neben dem Energiesektor läuft eine weitere Ermittlung zu angeblicher Korruption bei überteuerten Militärbeschaffungsverträgen. In den kommenden Tagen werden weitere Nabu-Razzien im Verteidigungsministerium erwartet.

Den Staatsanwälten zufolge wurde der ehemalige Verteidigungsminister und jetzige Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Rustem Umerow, unter Druck gesetzt, billig hergestellte chinesische Schutzwesten zu überhöhten Preisen zu kaufen. Der Staat zahlte nicht für die Westen, nachdem diese bei militärischen Tests schlecht abschnitten. Umerow wurde nicht angeklagt und erklärte seine Unschuld.

Selenskyj fordert Transparenz und Rücktritt

Präsident Selenskyj scheint laut Politico-Recherchen [2] nicht direkt in den Skandal verwickelt zu sein. Er begrüßte die Ermittlungen und erklärte in seiner nächtlichen Ansprache an die Nation, dass Maßnahmen gegen Korruption notwendig seien. "Die Unvermeidlichkeit der Bestrafung ist notwendig", sagte Selenskyj am Montagabend.

Am Mittwoch forderte er den Rücktritt der beiden Minister und kündigte an, Sanktionen gegen "zwei Geschäftsleute" aus den Nabu-Ermittlungen zu verhängen, ohne Mindich namentlich zu nennen.

"Es ist extrem schwierig für alle in der Ukraine gerade. Stromausfälle durchzustehen, russische Angriffe, Verluste. Es ist absolut abnormal, dass es immer noch einige Schemas im Energiesektor gibt", sagte er in einer Erklärung an die Nation.

Politische Sprengkraft für EU-Beitritt

Der Skandal ereignet sich vor dem Hintergrund eskalierender russischer Angriffe auf ukrainische Energieanlagen. Er wirft auch ein Schlaglicht auf die nach wie vor endemische Korruption in der Ukraine, trotz der Arbeit von Nabu und SAP in den zehn Jahren seit ihrer Gründung.

Im Juli brachen landesweite Proteste aus, nachdem Änderungen die Unabhängigkeit von Nabu und SAP beschnitten hatten. Die Ukrainer befürchteten, das Land könne seinen begehrten Status als EU-Beitrittskandidat verlieren, der unter der Bedingung gewährt wurde, dass es einen glaubwürdigen Kampf gegen Korruption führt.

Auch Kiews europäische Partner äußerten schwere Bedenken, wobei Botschafter der G7-Staaten den Wunsch ausdrückten, die Angelegenheit mit der ukrainischen Führung zu besprechen. Der Widerstand war der schwerste, der die ukrainische Regierung seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022 traf, und wurde nur durch Selenskyjs Entscheidung beendet, die Unabhängigkeit der beiden Anti-Korruptionsbehörden wiederherzustellen.

Für manche stellte diese Krise jedoch Selenskyjs Engagement für Anti-Korruptionsreformen in Frage. Der aktuelle Skandal droht zu weiteren unangenehmen Fragen für den ukrainischen Präsidenten zu führen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bbc.com/news/articles/cy8vw62j3g9o
[2] https://www.politico.eu/article/ukraine-corruption-scandal-explained-100m-plot-rocking-volodymyr-zelenskyy-energy-sector/

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Schengen-Visum: Reisestopp trifft vor allem Putingegner und Intellektuelle

Von Roland Bathon — 13. November 2025 um 13:15

Roland Bathon

Ein Fragment eines Schengen-Visums auf unscharfem Hintergrund des russischen internationalen Passes.

(Bild: Southern Wind / Shutterstock.com)

Die EU-Verschärfung trifft vor allem jene Russen, die den Kreml ablehnen – während überzeugte Putin-Anhänger ohnehin nicht nach Europa reisen.

Jahrzehntelang galt das Schengenvisum für Kurzaufenthalte als die unbürokratische Möglichkeit für russische Staatsbürger, in die EU einzureisen. Nicht nur für die viel zitierten Urlaubsreisen, sondern auch für Besuche bei Freunden und Verwandten oder einmalige berufliche Reisen wurde es häufig verwendet.

Im Zuge der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022 kam es in den Folgejahren mehrfach zu Verschärfungen der Visapraxis. Das Visum war nur noch unter erhöhten bürokratischen Hürden zu bekommen. Elf EU-Staaten [1] gingen sogar so weit, Russen ohne dauerhaften Aufenthaltstitel in der EU ganz mit einem Einreisestopp zu belegen.

Verschärfung trotz niedriger Reisendenzahlen

Die Zahl der Schengener Visa pro Jahr ging infolgedessen gegenüber dem Vor-Corona-Niveau EU-weit um 86 Prozent zurück, bei den von Deutschland ausgestellten sogar um mehr als 90 Prozent von 325.840 auf 27.300.

Dennoch war die Visapraxis, weitgehend in der Hand der Einzelstaaten, in den einzelnen EU-Staaten sehr unterschiedlich. Gerade südeuropäische Länder wie Spanien oder Griechenland standen in dem Ruf, noch relativ freizügig Genehmigungen für Kurzreisen an Russen auszustellen.

Das war der EU-Kommission ein Dorn im Auge. So strengte man in diesem Herbst eine weitere Verschärfung des Visaregimes an, unter anderem einen Stopp von Visa für Mehrfacheinreisen für Russen mit Wohnort Russland, sodass für jede Einreise ein neues Visum aufwendig beantragt werden muss.

Diese wurde nun im November beschlossen. Ausgenommen sind lediglich Transportarbeiter wie Lkw-Fahrer, Eisenbahnpersonal und Busfahrer sowie Personen, die Familienmitglieder im Schengener Raum haben. Deutschland unterstützt die Verschärfung und kündigte bereits ihre Umsetzung an.

Die exilrussische Onlinezeitung Medusa rechnet infolgedessen pauschal für alle Russen mit weiter steigenden Bearbeitungszeiten und Visagebühren [2]. Begründet wird die Maßnahme mit Sicherheitsaspekten [3].

Doch viele, gerade liberale Russen kritisieren [4] laut Meduza an der Regelung, dass sie mitnichten den Schengener Raum sicherer mache, "sondern das Leben für Gegner Wladimir Putins und des russischen Krieges gegen die Ukraine erschwert". Das gelte sowohl für diejenigen, die Russland bereits verlassen haben, als auch für solche, die noch vor Ort sind.

Europareisen sind nichts für russische Putinisten

Reisen nach Europa sind in Russland längst verpönt unter denjenigen, die den Kreml und seinen Feldzug im Nachbarland aus Überzeugung unterstützen. Denn es handelt sich bei der EU in ihren Augen um einen offenen Verbündeten des eigenen Kriegsgegners.

Diesen unterstützt man nicht mit Reiseausgaben, vor allem wenn Ziele außerhalb der EU wie die Türkei oder die Emirate leichter erreichbar sind.

Es sind eher diejenigen, die den Draht zu westlichen oder ausgewanderten Freunden und Verwandten nicht abreißen lassen wollen, die den Bürokratieaufwand eines Schengenvisums auf sich nehmen. Es sind Menschen, die an Europa tief interessiert sind, und Russen, die das Feindbild ihres Regimes ablehnen.

Von einer Bestrafung von Unschuldigen spricht laut Meduza Ksenia Luchenko, russische Gastwissenschaftlerin in einem Programm des Europäischen Rates für Auswärtige Beziehungen. Bereits jetzt müsse sie sich vor jeder Konferenz oder Veranstaltung Monate mit einem Visum herumschlagen, das auch nur genau für die Dauer des Events gültig sei.

Der liberale Sankt Petersburger Universitätsprofessor Dmitry Travin spricht demnach in den sozialen Medien davon, dass Europa erstmals in seiner Geschichte russische Intellektuelle bewusst von seiner eigenen Kultur abschneide.

Als Folge hält er es für wahrscheinlich, dass sich diese Leute stärker ausschließlich dem asiatischen Raum zuwenden oder dieser Schritt "das Interesse an der fruchtlosen, destruktiven Suche nach einem einzigartigen russischen Weg" verstärke, "eine düstere Aussicht für Russland und Europa".

Oleg Kozlovsky, Russlandexperte von Amnesty International, sieht demnach das Visum zur Mehrfacheinreise für Russen, die den Regierungskurs nicht unterstützen, als ein Mittel zur Sicherheit. Gerade mit einem solchen Visum könne man im Notfall innerhalb von wenigen Stunden das Land verlassen.

Die einzige Alternative für Nichteinverstandene in Russland, ein 2022 von Deutschland gestartetes humanitäres Aufnahmeprogramm für politisch Verfolgte, wurde im Juli 2024 ausgesetzt. Aufgrund strenger Kriterien, insbesondere des Nachweises bereits erfolgter persönlicher Repression durch den Staat, war es nie ein Weg für eine große Anzahl Nichteinverstandener. 2022 bis 2024 wurden 2.500 solcher Visa ausgestellt.

Aufnahmeprogramm für Regierungsgegner bleibt faktisch ausgesetzt

Die Aussetzung des Programms ließ laut der exilrussischen Onlinezeitung The Insider 300 Russen in der Schwebe, die gerade im langwierigen Aufnahmeverfahren ohne Einreisemöglichkeit nach Deutschland steckten.

Darunter gab es einige prominente Fälle [5], etwa den alleinerziehenden Vater Alexey Moskalyov und seine Tochter. Er hatte bereits ein Jahr und zehn Monate in einer russischen Strafanstalt verbracht, weil seine Tochter in der Schule eine pazifistische Zeichnung angefertigt hatte. Anklagepunkt war eine vorgebliche "Diskreditierung der Armee".

Solche Fälle veranlassten Ende August den Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt [6] Michael Nowak, eine Aufhebung der Programmaussetzung in Aussicht zu stellen, und seine Behörde erklärte die Fortsetzung der Aufnahme von Personen, die wegen ihres Engagements für Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenrechten "einem besonderen Risiko ausgesetzt sind".

Laut The Insider stellte sich jedoch im Herbst heraus, "dass dies nur für wenige prominente Fälle gilt. Im weiteren Sinne kann das Programm als beendet betrachtet werden". Man hoffe nur noch, dass bereits bewilligte Visa nun auch ausgestellt werden.

Die Migrationsforscherin Birgit Glorius von der TU Chemnitz sieht dieses Verhalten der Bundesregierung gegenüber The Insider als Teil der Bemühungen, die Zahl der humanitär in Deutschland Aufgenommenen zu reduzieren, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Schutzstatus.

Gerade Russen sind als Ziel einer solchen Abschottungsstrategie durch Visarestriktionen ein von vielen EU-Politikern gerne gesehenes Ziel. Eine Kollektivschuldtheorie ist in Brüsseler und Berliner Kreisen unterschwellig weitverbreitet, was die russische Ukraine-Invasion angeht.

Obwohl man gerade in Berlin hier geschichtlich vorsichtig bei solchen Thesen sein müsste, leiden hierunter hauptsächlich diejenigen in Russland, die den blutigen Einmarsch in das eigene Nachbarland nicht unterstützen. Das wird jedoch zumindest billigend in Kauf genommen.


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[1] https://meduza.io/cards/evrokomissiya-ob-yavila-chto-rossiyane-bolshe-ne-smogut-poluchat-shengenskie-multivizy-a-eto-reshenie-tochno-budut-ispolnyat-vse-strany-es
[2] https://www.heise.de/tp/article/Visagebuehr-Wie-die-USA-ihre-technologische-Fuehrungsrolle-verspielen-10669102.html
[3] https://www.heise.de/tp/article/Chat-Kontrolle-Steht-das-Arztgeheimnis-auf-der-Abschussliste-10749956.html
[4] https://meduza.io/feature/2025/11/11/v-internete-pozhar-iz-za-zapreta-mnogokratnogo-shengena-dlya-rossiyan-odni-schitayut-chto-tak-im-i-nado-drugie-v-etom-somnevayutsya-my-vybrali-glavnye-repliki
[5] https://theins.ru/politika/286239
[6] https://www.heise.de/tp/article/Was-bleibt-von-Baerbocks-feministischer-Aussenpolitik-11075638.html

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Anzeige: Vertikale Maus im frühen Black Friday Deal für 15,99 Euro

Von Antje Lüth — 13. November 2025 um 16:11
Schon vor dem offiziellen Start in die Black-Friday-Woche hat Amazon eine vertikale Maus von Anker mit fünf Tasten und 1.600 DPI im Angebot.
Vertikale Maus von Anker (Bild: amazon.de/anker)
Vertikale Maus von Anker Bild: amazon.de/anker

Die Black-Friday-Woche 2025 beginnt offiziell erst am 20. November, doch schon vorab gibt es bei Amazon attraktive Deals zu stark reduzierten Preisen. Dazu zählt eine vertikale Maus von Anker, die durch ihre ergonomische Form Beschwerden in Unterarmen und Handgelenken reduziert und einen hohen Bedienkomfort bietet.

Vertikale Maus mit ergonomischem Design

Langes Arbeiten am Bildschirm kann zu einer echten Belastungsprobe für den ganzen Körper werden. Neben Kreislauf, Augen und Rücken sind auch die Handgelenke stark beansprucht. Viele herkömmliche Computermäuse zwingen Hand und Unterarm in eine unnatürliche Haltung, die auf Dauer Verspannungen und Schmerzen nach sich zieht.

Mit der vertikalen Maus von Anker lassen sich diese Probleme vermeiden. Durch ihre aufrechte Form unterstützt sie eine natürliche Armhaltung, die sich mit einem Händedruck vergleichen lässt und Muskeln und Sehnen spürbar entlastet. Zusätzlich liegt sie mit ihrem ergonomischen Design stabil in der Hand und ist angenehm zu bedienen.

Vertikale Maus mit ergonomischem Design

Über einen USB-A-Empfänger lässt sich die Maus kabellos mit allen Windows- und Mac-Geräten verbinden, die über einen entsprechenden Anschluss verfügen. Die Reichweite der 2,4-GHz-Verbindung beträgt rund zehn Meter. Dank eines präzisen Sensors bietet die Maus optische Auflösungen von 800, 1.200 und 1.600 DPI, womit sie für die Arbeit auf verschiedenen Untergründen geeignet ist. Die Stromversorgung erfolgt über zwei separat zu erwerbende AAA-Batterien.

Hoher Bedienkomfort mit fünf Tasten

Zur Steuerung enthält die Maus ein Scrollrad und fünf Tasten, die sich aus Links-, Rechts-, Vor- und Zurücktasten und einer Taste für die Einstellung des DPI-Wertes zusammensetzen. Alle Bedienelemente sind so angeordnet, dass sie bequem zu erreichen sind und die natürliche Haltung der Hand unterstützen.

Die vertikale Maus von Anker bei Amazon

In einem frühen Black-Friday-Angebot gibt es die vertikale Maus von Anker bei Amazon 43 Prozent günstiger für nur 15,99 statt 27,99 Euro. Wer Ermüdungserscheinungen in Armen und Handgelenken den Kampf ansagen möchte, sollte bei diesem Deal schnell zugreifen – solange er noch verfügbar ist.

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Neben der vertikalen Maus gibt es bei Amazon ab sofort weitere frühe Black Friday Deals von Anker und anderen Anbietern zu entdecken:

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Game-Verfilmung: Disney+ bringt Serie zum Game-Hit Death Stranding

Von Peter Osteried — 13. November 2025 um 15:32
Death-Stranding-Schöpfer Hideo Kojima hat für 2027 eine Fernsehserie angekündigt.
2027 startet die Anime-Serie Death Stranding Isolations. (Bild: Kojima Productions)
2027 startet die Anime-Serie Death Stranding Isolations. Bild: Kojima Productions

Spielentwickler Hideo Kojima hat bei einer Disney-Präsentation in Hongkong eine Serie zu Death Stranding angekündigt, wie die US-amerikanische Entertainment-News-Webseite ScreenRant berichtet. Kojima entwickelt die animierte Serie Death Stranding Isolations für einen Start bei Disney+ im Jahr 2027, wie auch Kojima Productions via X mitgeteilt hat.

Die Geschichte von Death Stranding Isolations

Darum geht es: Einst erschütterte eine gewaltige Explosion die Welt. Seitdem erscheinen umherirrende Seelen der Toten in der physischen Welt und greifen nach den Lebenden, und eine Berührung löst verheerende Detonationen aus, das sogenannte Death Stranding. Große Teile der Zivilisation sind ausgelöscht, die Überlebenden leben isoliert in verstreuten Enklaven. Der Kurier Sam Bridges soll diese Menschen wieder miteinander verbinden und ihnen ihre Hoffnung bewahren. Während er durch Nordamerika reist, suchen andere ihren eigenen Umgang mit der Isolation: ein alter Mann auf der Suche nach Erlösung jenseits von Bridges' Idealen; eine Kriegerin, die eine Welt des ewigen Kampfes anstrebt; ein Junge mit einem Groll gegen Bridges sowie ein Mädchen, das die Einsamkeit akzeptiert. Ihre Schicksale kreuzen sich am Rand des Untergangs, und eine neue Geschichte des Death Stranding beginnt.

Die Serie wird von dem japanischen Animationsstudio E&H umgesetzt, die Regie übernimmt Takayuki Sano (Attack on Titan). Death Stranding Isolations soll dabei nicht auf Computeranimation, sondern auf handgezeichnete Bilder setzen. Am Projekt beteiligt ist auch Ilya Kuvshinov, der als Character-Designer für Ghost in the Shell: SAC_2045 tätig war.

Ein weiteres Death-Stranding-Projekt

Die Anime-Serie ist nicht die einzige Adaption von Death Stranding. Ein Film sei ebenfalls in Entwicklung, produziert von Kojima Productions und A24. Die Regie soll Michael Sarnoski (A Quiet Place: Tag Eins) führen.

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Anzeige: Google-TV-Streamer fällt im Black-Friday-Angebot auf 88 Euro

Von Noemi Sinka — 13. November 2025 um 15:30
Der Google-TV-Streamer unterstützt zahlreiche Apps und Sprachsteuerung. Er ist im frühen Black-Friday-Deal für nur 88 Euro erhältlich.
Google-TV-Streamer jetzt für nur 88 Euro (Bild: amazon.de/google)
Google-TV-Streamer jetzt für nur 88 Euro Bild: amazon.de/google

Streaming-Sticks gehören inzwischen zur Standardausrüstung vieler Haushalte. Die Geräte unterscheiden sich oft weniger in der Grundfunktion – Apps starten, Inhalte abspielen, Updates laden – als in Tempo, Stabilität und Übersichtlichkeit. Der Google-TV-Streamer setzt laut Hersteller genau an diesen technischen Stellschrauben an: schnellerer Prozessor, doppelt so viel Arbeitsspeicher gegenüber dem Vorgänger, Unterstützung für 4K HDR mit Dolby Vision und ein System, das Inhalte aus verschiedenen Abos an einem Ort sammelt.

Unterschiede im Vergleich zu günstigeren Sticks

Viele günstige Streaming-Sticks geraten an ihre Grenzen, sobald mehrere Apps nacheinander genutzt werden oder wenn hochauflösende Inhalte gestartet werden. Besonders ältere Fernseher verstärken das Problem, weil die integrierten Chips oft nicht mehr mit aktuellen Softwareversionen mithalten. Der Google-TV-Streamer versucht, diese Schwächen auszugleichen. Er bringt laut Hersteller einen 22 Prozent schnelleren Prozessor und doppelt so viel Arbeitsspeicher im Vergleich zur Vorgängergeneration mit. Das soll nicht für spektakuläre Geschwindigkeitsrekorde sorgen, sondern vor allem dafür, dass die Navigation weniger ins Stocken gerät. Im Alltag heißt das: weniger Ladezeit beim Wechsel zwischen verschiedenen Diensten, stabileres Öffnen schwererer Apps und geringere Wahrscheinlichkeit, dass eine App komplett neu starten muss.

Die Benutzeroberfläche unterscheidet sich je nach Hersteller spürbar. Manche Plattformen promoten stark ihre eigenen Streamingdienste, lassen bestimmte Apps prominent erscheinen oder sortieren Inhalte nach wirtschaftlichen Interessen. Google TV verfolgt laut Hersteller eher das Konzept, Inhalte aus verschiedenen Abos in einer gemeinsamen Übersicht zu zeigen. Serien und Filme sollen in einem neutraleren Raster auftauchen, ohne dass eine einzelne Plattform in den Vordergrund geschoben wird.

Nutzung zusammen mit Smart-Home-Geräten

Die Sprachsteuerung ist kein exklusives Merkmal, wird aber im Google-Ökosystem oft flüssiger eingebunden. Wer Nest-Lautsprecher oder Displays nutzt, profitiert davon, dass Musik, Licht oder kleine Infoabfragen direkt über den Streamer laufen können. Das ersetzt keine vollwertige Steuerzentrale, ist aber ein praktischer Nebeneffekt. Besonders hilfreich wird es in Situationen, in denen die Hände gerade beschäftigt sind oder die Fernbedienung irgendwo zwischen Sofakissen verschwunden ist.

Die Black-Friday-Woche bei Amazon findet vom 20.11. bis 01.12.2025 statt. Viele Technikprodukte tauchen aber schon vorab in frühen Deals auf, darunter auch Streaming-Sticks. Dadurch rückt der Google-TV-Streamer preislich näher an Einsteigermodelle heran, die normalerweise weniger Leistung bieten. Das macht ein Upgrade gerade für diejenigen interessant, deren aktueller Stick langsam geworden ist, bei denen Apps hängen bleiben oder moderne Formate wie Dolby Vision nicht korrekt dargestellt werden.

Der Google-TV-Streamer kostet bei Amazon momentan nur noch 88 Euro. Er überzeugt zudem mit einer starken 4,6-von-5-Sterne-Bewertung.

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"Besuchte Orte"-Tracking in Apple Karten: Wo es geht – und wie

Von Heise — 13. November 2025 um 12:15
Beispiele für besuchte Orte

Beispiele für besuchte Orte: Links ein einzelner Ort, rechts die Übersicht.

(Bild: heise medien)

Nutzer von Google Maps können schon lange Ortsdaten automatisch speichern – manchmal gar unfreiwillig. Ein neues Feature für iOS 26 funktioniert nicht überall.

Unter Android war vielen Nutzern lange nicht bekannt, dass Google eine Ortshistorie alias "Zeitachse" speicherte [1], die man dann via Web einsehen konnte. Mittlerweile ist die Funktion datenschutzfreundlicher geworden und soll nur noch als Opt-in [2] funktionieren. Bei Apple fehlte das Feature bis auf die sogenannten wichtigen Orte [3], die sich allerdings nicht mehr einsehen lassen, lange komplett. Mit iOS 26 wurden nun die "besuchten Orte" eingeführt [4], die in Apple Maps auf Wunsch einen Blick auf selbige ermöglichen. Allerdings ist die Funktion aktuell noch Beta, nicht wirklich verlässlich und zudem nur in bestimmten Ländern nutzbar – das Gebiet der Europäischen Union gehört nicht dazu. Hier ein Überblick, was bei "besuchte Orte" – englischer Begriff "Visited Places" bereits geht und was nicht.

Aktivierung auf Nachfrage in Apple Maps

"Besuchte Orte" wird von Apple nicht standardmäßig aktiviert. Stattdessen erhält man in iOS 26 beim ersten Öffnen von Apple Karten eine Nachfrage. Das ist allerdings nur in den Ländern Schweiz, Großbritannien, USA, Kanada, Australien und Malaysia möglich. Wenn sich das Gerät in der EU befindet, wird "Besuchte Orte" Nutzern laut Apple gar nicht erst angeboten, auch bei einem Urlaub in anderen Ländern werden Besuche nicht aufgezeichnet.

Wie genau Apple die Aktivierung steuert, bleibt unklar. Ein US-App-Store-Account reicht zumindest nicht, um die Aktivierung zu ermöglichen. Denkbar ist, dass ein Geoblocking erfolgt. Nutzer in der Schweiz bekommen die Funktion hingegen offeriert und können sie auch nutzen. Lebt ein User "dauerhaft" außerhalb der EU, sollte sich "besuchte Orte" Apple zufolge aktivieren lassen. Was "dauerhaft" bedeutet, bleibt jedoch unklar. Ist "besuchte Orte" aktiv, werden Orte weltweit aufgezeichnet, Ausnahme sind derzeit noch China und Korea.

EU-Thema und Datenqualität

"Besuchte Orte" sind laut Apple entweder nur lokal vorhanden oder werden durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt, wenn sie über iCloud synchronisiert werden. Sie "können nicht von Apple abgerufen werden", so der iPhone-Hersteller. Es ist nicht möglich, die Standortdaten mit der Identität des Users zu verknüpfen. Dass "besuchte Orte" nicht in der EU verfügbar sind, macht Apple am Digital Markets Act fest [5]. Der Konzern fürchtet, bei Aktivierung Standortdaten der Anwender mit anderen Firmen teilen zu müssen, da man davon ausgeht, dass die Funktion unter die DMA-Regulierung fällt, die Apple zu solchen Öffnungen zwingt. Apple hat laut eigenen Angaben noch keinen Weg gefunden, diese Funktion mit anderen Entwicklern zu teilen, ohne dass es zu einem solchen Abfluss kommt. Genau das komme für den Konzern nicht infrage.

Perfekt ist "besuchte Orte" aktuell übrigens noch nicht. Ein Nutzer aus der Schweiz, der uns Daten zur Verfügung gestellt hat, berichtet, dass keineswegs alle Orte erfasst werden. So ergab sich aus einem New-York-Besuch nur ein einziger aufgezeichneter Ort – allerdings zu einem Zeitpunkt, als auch iOS 26 noch in Beta war. Aber auch jetzt, nach offizieller Freigabe von iOS 26, erscheint die Erfassung eher "spotty". Nur 22 "Besuche" insgesamt wurden seit Freischaltung der Funktion erfasst. Es ist unklar, welche Kategorien Apple nutzt, bevor ein Ort gespeichert wird. Bewegungsverläufe werden sowieso nicht erfasst, es geht vor allem darum, Orte, an denen man war, später wiederzufinden.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Google-sammelt-Ortsdaten-auch-bei-deaktiviertem-Standortverlauf-4135668.html
[2] https://www.heise.de/news/Standortdaten-geloescht-Google-Maps-Zeitachse-verschwindet-bei-vielen-10325970.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Ortskontrolle-So-gewinnen-Sie-die-Kontrolle-ueber-iPhone-Standortdaten-zurueck-10389084.html
[4] https://www.heise.de/news/Apple-Maps-Mit-iOS-26-Co-kann-sich-die-App-Orte-merken-10486840.html
[5] https://www.apple.com/de/newsroom/2025/09/the-digital-markets-acts-impacts-on-eu-users/
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:bsc@heise.de

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M1 weg: Aufregung um Apple-Intelligence-Kompatibilitätstabelle bei Apple

Von Heise — 13. November 2025 um 11:25
Apple-Intelligence-Kompatibilitätsliste

Apple-Intelligence-Kompatibilitätsliste: Plötzlich nur noch M2?

(Bild: Apple / Bearbeitung: heise medien)

Apple hatte am Mittwoch offenbar fehlerhafte Editierungen an seiner KI-Homepage vorgenommen. Mittlerweile ist alles wieder normal.

Unschöne Überraschung am Mittwoch: Ein Blick auf Apples offizielle US-englische Website zu Apple Intelligence [1] zeigte kurzzeitig eine unangenehme Änderung. War dort zuvor bei allen Macs noch zu lesen, dass eine Apple-Silicon-Maschine mit M1-Chip (also dem ersten von Apple gestalteten Prozessor für macOS) für das KI-System ausreicht, war dort plötzlich "M2 or later" (M2 oder neuer) zu lesen. Es blieb zunächst unklar, was Apple zu dieser Änderung veranlasst hat – auch eine Stellungnahme gab es nicht.

Neue macOS-Versionen, die diese Änderung softwareseitig hätten zementieren können, lagen ebenfalls nicht vor, macOS 26.1 & Co. [2] liegen schon seit Anfang des Monats vor. Parallel dazu fanden sich die Angaben nur hier – eine Anleitung, wie Apple Intelligence zu installieren ist, die am 10. November aktualisiert [3] worden war, enthielt die bekannte M1-Kompatibilität. Was war also passiert?

Hü und Hott auf der Liste

Wie sich nun herausstellte, scheint es sich um einen schlichten Fehler gehandelt zu haben – zumindest folgte über Nacht eine stillschweigende Korrektur. Denn die Liste – angelegt als großes Bild – ist mittlerweile wieder zurück verändert. Nun geht es wie gewohnt bei MacBook Air, MacBook Pro, iMac und Mac mini beim M1-Standardchip los, beim Mac Studio beim M1 Max (den es nur so oder als M1 Ultra gab), beim Mac Pro ab dem M2 Ultra (einen M1 Ultra gab es hier nicht). Zuvor war bei allen Maschinen nur besagter M2-Hinweis enthalten, beim Mac Studio wäre ein M2 Max Pflicht gewesen.

Die Aufregung zeigt, wie sensibel die Kunden auf solche (hier nicht umgesetzten) Apple-Entscheidungen reagieren. Beim Mac war Apple bei Apple Intelligence vergleichsweise großzügig. Zwar unterstützt kein Intel-Rechner das KI-System, doch den ersten M1-Mac gab es bereits 2020, also schon vor fünf Jahren. Beim iPhone war Apple signifikant knausriger. Hier muss es mindestens ein iPhone 15 Pro oder 15 Pro Max [4] von 2023 sein. Beim iPad wiederum werden ebenfalls nur Geräte der Linien Air und Pro ab dem M1 unterstützt – Ausnahme ist der neuere A17 Pro im letzten iPad mini [5].

KI-System immer noch nicht wettbewerbsfähig

Abgesehen von der Kompatibilität – Apple Intelligence gilt gegenüber Konkurrenzsystemen wie Anthropic Claude, OpenAI, ChatGPT oder Google Gemini noch immer als unterlegen. Zuletzt hieß es, Apple werde der nächsten Siri gegen viel Geld ein geheimes Gemini-Herz [6] verpassen, da die eigenen Modelle nicht mithalten können.

Dennoch sind die KI-Funktionen im Betriebssystem durchaus nützlich, weil sie an vielen Stellen schnell und einfach verwendet werden können – etwa zum Bearbeiten von Texten, zur schnellen Erstellung von Bildern und mehr. Die KI-Genmojis [7] erweisen sich außerdem als beliebt.


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https://www.heise.de/-11076285

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.apple.com/apple-intelligence/
[2] https://www.heise.de/news/iPhone-Mac-mehr-Jede-Menge-Sicherheitsupdates-iOS-18-bleibt-ungepatcht-11041224.html
[3] https://support.apple.com/de-de/121115
[4] https://www.heise.de/tests/iPhone-15-15-Plus-15-Pro-und-15-Pro-Max-im-Test-Leichte-Verbesserungen-9313305.html
[5] https://www.heise.de/news/Ganz-ohne-Event-Apple-stellt-neues-iPad-mini-mit-Apple-Intelligence-Support-vor-9982149.html
[6] https://www.heise.de/news/Fuer-eine-Milliarde-US-Dollar-im-Jahr-Siri-kriegt-wohl-ein-Google-Gemini-Herz-11067255.html
[7] https://support.apple.com/de-de/guide/iphone/iph4e76f5667/ios
[8] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[9] https://www.heise.de/mac-and-i
[10] mailto:bsc@heise.de

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Neue Kamera-Features bei iPhone 18 und Fold: Analysten und Leaker äußern sich

Von Heise — 13. November 2025 um 10:37
iPhones des Jahrgangs 2025

iPhones des Jahrgangs 2025.

(Bild: heise medien / Sebastian Trepesch)

Analysten mit Einblick in Apples Lieferkette sowie ein chinesischer Leaker haben sich zur Kameraausstattung bei den 2026er iPhones geäußert.

Apple arbeitet offenbar an verschiedenen neuen Kameratechnologien, die es so in iPhones noch nicht gegeben hat. Das zumindest behaupten Analysten und ein chinesischer Leaker. Es geht dabei sowohl um das Standardmodell des für Herbst 2026 geplanten iPhone 18, als auch das iPhone 18 Pro und das erste iPhone-Foldable [1].

Hat Apple das Under-Display-Problem gelöst?

Die Analysten der Großbank JP Morgan glauben, dass Apple seinem ersten faltbaren Smartphone eine ganz neue Selfie-Kamera spendieren wird. Dabei soll es sich um ein Modell handeln, das unter ddemBildschirm verschwindet und dennoch 24-Megapixel-Auflösung packt. Eine solche "Under-Display Camera", die Einbuchtungen oder Löcher im Bildschirm vermeiden würde, geisterte schon zuvor durch die Gerüchteküche, allerdings nie mit einer derart hohen Auflösung. Bislang verbaut Apple maximal 18 Megapixel für Selfie-Aufnahmen, beim iPhone 17 sowie Air zuletzt in Form der nützlichen Center-Stage-Kamera [2], bei der man das Bildformat nachträglich ändern kann. Wie Apple dies für eine Under-Display-Kamera umsetzen will, bleibt unklar.

Im Android-Bereich gibt es solche Sensoren zwar schon länger, sie bieten aber nur unbefriedigende Auflösungen bis gut 8 Megapixel – auch die Bildqualität kann wegen des Aufbaus unter der Display-Schicht leiden. Apples 24-Megapixel-Kamera soll diese Probleme angeblich nicht aufweisen, dennoch über sechs Objektivelemente aus Kunststoff verfügen, so JP Morgan in seinem Research-Papier. Die Analysten schreiben auch, dass das Foldable angeblich kein LIDAR haben wird, wie man es von anderen iPhones auf der Rückseite kennt (nützlich etwa für Augmented Reality) und aufgrund der Dünnheit ohne optische Bildstabilisierung auskommen muss. Berichten aus dem August zufolge soll es bis zu vier Kameras geben: Eine Frontkamera zur Nutzung im zugeklappten Zustand, besagte Under-Display-Kamera für die Nutzung im aufgeklappten Zustand und zwei Kameras auf der Rückseite. Face ID für Biometrie soll angeblich fehlen, stattdessen setzt Apple angeblich auf einen Fingerabdrucksensor im Sleep/Wake-Knopf, wie man dies etwa vom iPad mini kennt.

Mehr Megapixel für die anderen Modelle

JP Morgan will auch erfahren haben, dass alle anderen iPhone-18-Modelle, also 18, 18 Pro und 18 Pro Max, erstmals 24-Megapixel-Selfie-Kameras erhalten. Hier soll es aber ein Dynamic Island geben wie gehabt, kein Under-Display-Format. Auch bei einem möglicherweise später kommenden iPhone Air 2 [3] will Apple 6 Megapixel drauflegen.

Aus China ist schließlich zu vernehmen, dass Apple die Form der Dynamic Island anpassen will – zumindest bei iPhone 18 Pro und 18 Pro Max. Der bekannte Leaker Digital Chat Station schreibt auf Weibo [4], Apple arbeite an der Verwendung der sogenannten HIIA-Technik ("Hole-in-active-area") die die Größe der Selfie-Kamera verkleinern könnte. HIIA soll auch für Under-Display-Kameras nützlich sein. Digital Chat Station schreibt, aufgrund der neuen Dynamic Island könnte sich "die Bildschirmform verändern" – ob es Änderungen auch an der Positionierung der Dynamic Island gibt, bleibt unklar.


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[1] https://www.heise.de/news/Guenstigere-Komponenten-iPhone-Foldable-in-der-Produktion-billiger-10752031.html
[2] https://www.heise.de/news/Center-Stage-So-funktionieren-Apples-neue-Selfie-Kameras-beim-iPhone-17-10639471.html
[3] https://www.heise.de/news/iPhone-Air-2-Schlechte-Verkaeufe-sorgen-angeblich-fuer-Verschiebung-11073002.html
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Docker Desktop 4.50: KI-Integration und kostenlose Debug-Tools für Entwickler

Von Heise — 13. November 2025 um 12:39
Docker Desktop: Container auf Tastatur

(Bild: cybrain/Shutterstock.com)

Docker Desktop 4.50 bietet kostenlose Debug-Tools, erweiterte KI-Features und verbesserte Sicherheitsoptionen für Entwickler von Container-Anwendungen.

Das Unternehmen Docker, Inc. hat Version 4.50 von Docker Desktop veröffentlicht. Die Entwicklungsumgebung für Container-Anwendungen liefert unter anderem einige auf Developer zugeschnittene Neuerungen, darunter kostenfreie Debug-Funktionen, erweiterte KI-Features für das Bauen von Anwendungen und mehr Kontrolle bei unternehmensweiten Sicherheitsrichtlinien.

Debugging und IDE-Integration für alle Nutzer

Docker Debug – bisher nur in kostenpflichtigen Abonnements verfügbar – steht ab sofort allen Nutzern kostenfrei parat und soll sich noch besser in VSCode, Cursor und vergleichbare IDEs integrieren. Mit dem Dockerfile-Debugger in der VSCode-Extension beispielsweise können Entwicklerinnen und Entwickler Build-Prozesse direkt im Editor Schritt für Schritt durchlaufen. Windows-Nutzer sollen von höherer Stabilität bei der WSL2-Integration profitieren.

Um den Prozess von den ersten Entwicklungsschritten bis zum produktiven Bereitstellen von Anwendungen zu beschleunigen, steht mit Compose-to-Kubernetes eine Funktion bereit, die lokale Multi-Service-Anwendungen in produktionsreife Kubernetes-Deployments übersetzt. Ergänzend unterstützt das cagent-Toolkit beim Entwickeln von Agenten. Mit cagent [3] lassen sich spezialisierte Agenten bauen und betreiben, die über individuelle Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Dank Support für MCP-Server lassen sich dabei auch externe Tools und Dienste einbinden.

MCP-Integration mit über 270 Servern

Über das Docker MCP Toolkit erhalten Entwicklerinnen und Entwickler nun Zugriff auf über 270 MCP-Server im Docker MCP Catalog, darunter mehr als 60 Remote-Server mit integrierter OAuth-Authentifizierung. Auch One-Click-Verbindungen für Claude Code und Codex sind verfügbar. Die OAuth-Integration soll die Credential-Verwaltung vereinfachen, Services wie Notion und Linear lassen sich direkt anbinden, ohne Token manuell verwalten oder Config-Files pflegen zu müssen.

Docker führt zudem Dynamic MCPs ein, die es KI-Agenten ermöglichen, Tools autonom zu entdecken, zu konfigurieren und zu kombinieren. Die Funktionen Smart Search und Tool Composition erlauben den Agenten, den MCP-Katalog zu durchsuchen, die benötigten Tools zu laden und Code für Multi-Tool-Workflows zu generieren. Die Ausführung erfolgt in einer abgeschirmten Umgebung, die zu reduzierter Token-Nutzung und weniger Context-Bloat beitragen soll.

Security-Funktionen ohne Workflow-Unterbrechung

Mit Docker Desktop 4.50 sollen sich auch das Umsetzen von Sicherheitsmaßnahmen sowie die Einhaltung organisationsübergreifender Security Policies nahtlos in die Entwicklungsprozesse integrieren. Administratoren können unter anderem Proxy-Einstellungen via macOS Configuration Profiles zentral vorgeben sowie PAC-Files (Proxy Auto-Configuration) und Embedded PAC Scripts über Installer-Flags für macOS und Windows spezifizieren. Ein schnellerer Release-Zyklus mit kontinuierlichen Updates soll darüber hinaus gewährleisten, dass Entwickler automatisch die neueste stabile Version mit Sicherheits-Patches erhalten.

Die Docker CLI verarbeitet nun auch Zertifikate von Certificate Authorities (CAs), die negative Seriennummern verwenden. Zwar schreibt der X.509-Standard positive Seriennummern vor, einige Enterprise-PKI-Systeme liefern dennoch nicht regelkonforme Zertifikate. In diesen Fällen mussten Organisationen bisher zwischen dem Einhalten ihrer CA-Konfiguration oder dem Erhalt der Docker-Kompatibilität entscheiden.

Weitergehende Informationen

Docker Desktop 4.50 steht in verschiedenen Versionen für Windows, macOS und Linux zum Download bereit. Weitergehende Informationen und mehr Details zu den Neuerungen finden sich in den Release Notes [4] und im Docker-Blog [5].

Siehe auch:

  • Docker [6]: Download schnell und sicher von heise.de


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[1] https://clc-conference.eu/programm.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link
[2] https://clc-conference.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link
[3] https://github.com/docker/cagent
[4] https://docs.docker.com/desktop/release-notes/#4500
[5] https://www.docker.com/blog/docker-desktop-4-50/
[6] https://www.heise.de/download/product/docker-95353?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
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software-architektur.tv: Subjektives Schätzen, beliebige Deadlines?

Von Heise — 13. November 2025 um 12:01
Logo software-architektur.tv: Subjektives Schätzen, beliebige Deadlines?

(Bild: software-architektur.tv)

In dieser Folge beleuchtet Eberhard Wolff das Thema Aufwandsschätzung in Projekten, und wie Teams mit Deadlines umgehen sollten.

Schätzen gehört zum Alltag vieler Projekte – doch jede Schätzung ist immer spezifisch für ein Team. Kann man Aufwand objektiv bewerten oder gar "absolut" schätzen? Und wie sollten Teams mit den Deadlines umgehen, deren Name schon suggeriert, dass sie über Leben und Tod eines Projekts entscheiden?

In dieser Episode beleuchtet Eberhard Wolff den Umgang mit Schätzungen und Terminen aus unterschiedlichen Perspektiven: Wie viel Objektivität ist wirklich möglich, welche psychologischen und organisatorischen Faktoren beeinflussen die Teams – und was bedeutet das für den realistischen Umgang mit Deadlines?

Lisa Maria Schäfer malt dieses Mal keine Sketchnotes.

Livestream am 14. November

Die Ausstrahlung findet am Freitag, 14. November 2025, live von 13 bis 14 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [2] einbringen.

software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, Blogger sowie Podcaster auf iX [3] und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer [4] (Socreatory) und Ralf D. Müller [5] (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren bindet iX (heise Developer) die über YouTube gestreamten Episoden im Online-Channel ein, sodass Zuschauer dem Videocast aus den Heise Medien heraus folgen können.

Weitere Informationen zur Folge finden sich auf der Videocast-Seite [6].


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[2] https://software-architektur.tv/
[3] https://www.heise.de/developer/Continuous-Architecture-2687847.html
[4] https://www.socreatory.com/de/trainers/lisa-moritz
[5] https://techstories.dbsystel.de/blog/profiles/Ralf-D.-Mueller.html
[6] https://software-architektur.tv/
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Databricks: Wie KI-Agenten den Sprung in den Produktivbetrieb schaffen sollen

Von Heise — 13. November 2025 um 08:35
Ein Bild von Konferenzteilnehmern der Databricks in der Halle.

Jonas Härtfelder/Heise Medien

(Bild: Jirsak/Shutterstock.com)

Databricks hat auf der Data+AI World Tour neue Funktionen seiner Data-Intelligence-Plattform vorgestellt. Im Mittelpunkt stand die Plattform Agent Bricks.

Databricks will Unternehmen den Schritt vom KI-Prototyp zur produktiven Anwendung erleichtern. Auf der Data+AI World Tour [1] in München präsentierte das Unternehmen neue Werkzeuge, mit denen KI-Agenten künftig sicherer, kontrollierbarer und wirtschaftlicher betrieben werden sollen.

Im Fokus standen die neue Plattform Agent Bricks, mehrere Erweiterungen der Data Intelligence Platform sowie eine direkte Integration mit der SAP Business Data Cloud. Damit können SAP-Daten jetzt live und bidirektional über Delta Sharing in Databricks eingebunden werden – ohne Replikation. Unternehmen sollen so Finanz-, Produktions- oder Lieferkettendaten direkt mit externen Quellen kombinieren können, etwa für Prognosen oder Risikoanalysen.

Agent Bricks: KI-Agenten in Serie

Dass Firmen beim Übergang von KI-Prototypen in den Regelbetrieb scheitern, ist aus Sicht von Databricks gar nicht so sehr ein Problem der Technik als meist eher der Kosten, fehlender Governance und Datenqualität. Genau diese Punkte will das Unternehmen mit seiner neuen Plattformstrategie adressieren.

Agent Bricks soll dafür die Entwicklung und den produktiven Betrieb von KI-Agenten standardisieren. Die Plattform bietet eine einheitliche Umgebung, um Agenten zu erstellen, zu evaluieren und zu orchestrieren – unabhängig von Modell oder Framework. Drei Ansätze sollen unterschiedliche Nutzergruppen ansprechen:

  • Agentic AI Functions: Für Data Engineers, die KI-gestützte Transformationen wie Dokumenten- oder Log-Analysen direkt in bestehende Datenpipelines einbauen möchten.
  • Declarative Agents: Ein Low-Code-Ansatz, bei dem Anwender Agenten mithilfe von natürlicher Sprache und Vorlagen definieren und testen können.
  • Custom-Code Agents: Für Entwickler, die Frameworks wie LangChain oder Modelle wie GPT-5, Claude, Llama oder Gemini nutzen wollen – auf der Infrastruktur von Databricks.

Auch die in München vorgestellten Neuerungen zielen vor allem auf Qualität, Governance und Orchestrierung ab:

  • ai_parse_document: Eine Funktion, die strukturierte Informationen aus PDFs und unstrukturierten Texten extrahiert. Damit lassen sich etwa Vertragsinhalte oder technische Berichte automatisiert analysieren.
  • MLflow 3.0 für Agent Observability: Erweitert das Open-Source-Tool MLflow um Funktionen zur Beobachtung und Bewertung von Agenten. Jede Interaktion wird protokolliert, um Performance und Qualität nachvollziehbar zu machen.
  • AI Gateway und MCP-Katalog: Bieten Kontrolle und Auditierbarkeit für externe Modelle und Tools. Unternehmen können API-Aufrufe zentral verwalten, limitieren und abrechnen – ein wichtiger Schritt in Richtung Kosten- und Compliance-Transparenz.
  • Multi-Agent Supervisor: Ermöglicht die Koordination mehrerer spezialisierter Agenten, um komplexe Geschäftsprozesse automatisiert abzubilden.

Datenqualität im Mittelpunkt

Databricks betonte in München erneut seine strategische Linie: erst die Daten, dann die Intelligenz. Die Data Intelligence Platform, eine Weiterentwicklung des Lakehouse-Konzepts, soll ein robustes Fundament für vertrauenswürdige KI schaffen. Zentral ist dabei der Unity Catalog, der Datenquellen, Zugriffsrechte und Herkunft (Lineage) verwaltet.

"Wir sprechen von Governance by Design – Datenmanagement darf keine nachträgliche Flickarbeit sein", sagt Databricks-Manager Matthias Ingerfeld. Mit Agent Bricks und der SAP-Integration unterstreicht Databricks diesen Ansatz: Der Erfolg von Unternehmens-KI hängt weniger von der Größe eines Modells ab als von einer stabilen, kontrollierten Infrastruktur.

Während Anbieter wie Microsoft und SAP ihre Stärken in konkreten Anwendungsszenarien ausspielen und OpenAI auf die Weiterentwicklung großer Sprachmodelle setzt, setzt Databricks damit einen anderen Schwerpunkt: offene, herstellerneutrale Daten- und Governance-Architektur. Mit Wettbewerbern wie Snowflake, ServiceNow und Microsoft (Azure Fabric) konkurriert Databricks so um dieselbe Kundengruppe – Unternehmen, die KI systematisch und skalierbar in ihre Datenlandschaften integrieren wollen. Ob dieser Fokus in der Praxis zum Durchbruch führt, bleibt abzuwarten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11075902

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[1] https://www.databricks.com/dataaisummit/worldtour?region=emea
[2] https://www.heise.de/ix
[3] mailto:axk@heise.de

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Störungsmeldung vom 13.11.2025 07:04

Von heise online — 13. November 2025 um 07:04

Neue Störungsmeldung für Provider T-DSL-Business

Details

Beginn
13.11.2025 07:04
Region
Schlitz (06642)
Provider
T-DSL-Business
Zugangsart
VDSL

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