Eine weihnachtliche LED-Schneelandschaft im Eigenbau
Von heise online — 10. Dezember 2021 um 16:09
Eine weihnachtliche LED-Schneelandschaft im Eigenbau
the next big thingGolo Roden
Der Advent gilt als besinnliche und beschauliche Zeit. Warum also nicht sich die Zeit nehmen und gemeinsam mit der Familie oder Freunden etwas schönes basteln und entwickeln – beispielsweise eine weihnachtliche LED-Schneelandschaft?
Im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt des Advents-Specials meines Unternehmens, der the native web GmbH, auf der persönlichen Weiterentwicklung. In 24 Videos ging es um für Entwicklerinnen und Entwickler alltagsrelevante Themen [1] abseits der Technologien, insbesondere um die hohe Relevanz von Konzepten und Prinzipien sowie das "richtige" Mindset.
Die weihnachtliche LED-Schneelandschaft
Auch in diesem Jahr wollten wir wieder etwas Besonderes machen, ohne aber das Thema des Vorjahres lediglich zu wiederholen. Deshalb haben wir uns überlegt, eine weihnachtliche LED-Schneelandschaft zu gestalten, zu sägen, zu kleben, zu löten und sie schließlich auch zu programmieren.
Dazu werden wir in der Adventszeit nach und nach sechs Videos veröffentlichen, in denen wir die einzelnen Schritte anschaulich erklären, so dass sie leicht nachgemacht werden können. Den Anfang machen zunächst die Vorstellung des Projekts [2] und die Einkaufsliste [3], auf der die benötigten Materialien und Werkzeuge zu finden sind.
Die Videos finden sich in einer eigenen Playlist [4] auf unserem YouTube-Kanal [5], ich werde aber auch diesen Blogpost regelmäßig um die neuen Links erweitern:
Auch in diesem Jahr gibt das HTTP Archive sein kostenloses Jahrbuch, den Web Almanac heraus. 112 Autoren, Analysten und Reviewer aus der Community haben sich zusammengetan, um den Zustand des Web im Jahr 2021 zu analysieren. Entstanden ist ein Werk mit 24 Kapiteln, die das Web aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchten.
Das HTTP Archive ist eine Unterorganisation des Internet Archive, das unter anderem für seine Wayback Machine bekannt ist. Das HTTP Archive crawlt monatlich 8,2 Millionen Websites und führt dabei unterschiedliche Analysen durch. Dazu zählt etwa die Größe der übertragenen Dateien, eingesetzte Caching-Techniken oder verwendete Webschnittstellen. Insgesamt fallen 39,5 TByte Datenmaterial an.
Der Web Almanac, der dieses Jahr zum dritten Mal herausgegeben wird, basiert auf den Daten des Crawls im Juli 2021. Insgesamt 24 Kapitel widmen sich unterschiedlichsten Themenbereichen im Web, darunter CSS, Kompression oder Barrierefreiheit. In diesem Jahr feiert das Kapitel zu WebAssembly sein Debüt. Nur ein Ausschnitt einiger interessanter Erkenntnisse: 94,4 Prozent aller Websites laden mindestens eine Third-Party-Ressource. 43,02 Prozent aller Desktop-Websites verweisen auf eine Datenschutzerklärung. Die beliebteste HTML-Element-ID lautet "content".
Der Autor dieses Blogs hat das Kapitel über Capabilities verfasst: In diesem werden Websites auf die Verwendung moderner Webschnittstellen [1] geprüft. Die meistgenutzten APIs sind die Async Clipboard API und die Web Share API; rund 9 Prozent aller Websites setzen Code ein, der auf diese Schnittstellen zurückgreift. Im vergangenen Jahr hat sich die Nutzung der Async Clipboard API um Faktor 10 erhöht.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-6280705
Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/developer/artikel/Google-Projekt-Fugu-Die-Macht-des-Kugelfisches-4255636.html [2] https://almanac.httparchive.org/en/2021/
Capacitor oder Cordova: Welche Plattform sollten Entwickler webbasierter Mobilapps wählen?
Von heise online — 22. November 2021 um 08:13
Capacitor oder Cordova: Welche Plattform sollten Entwickler webbasierter Mobilapps wählen?
ÜberKreuz Christian Liebel
Wer webbasierte Anwendungen für Android und iOS schreibt, hat die Qual der Wahl: Mit Capacitor und Cordova gibt es zwei Ansätze, die zum selben Ziel führen. Zeit für einen Vergleich der beiden Cross-Plattform-Frameworks.
Das Framework Apache Cordova, auch unter dem Namen PhoneGap bekannt, bringt seit über einer Dekade zuverlässig Web-Apps auf Mobilgeräte. Mit Capacitor gibt es einen Herausforderer, hinter dem mit Ionic ein Unternehmenssponsor steht. ÜberKreuz stellt die beiden Plattformen vor und gibt eine Empfehlung ab, welcher Ansatz nach Meinung des Autors gegenwärtig zu bevorzugen wäre.
Apache Cordova: Cross-Plattform-Apps als Buildartefakte
Cordova [1] ist ein Community-Projekt der Apache Software Foundation (ASF). Es handelt sich dabei um den technischen Kern des Frameworks PhoneGap, das Adobe im Jahr 2011 gekauft hatte. Während Adobe PhoneGap als kommerziellen Dienst mit einigen Mehrwertangeboten wie einem Cloud-basierten Build-System betrieb, wurde der Unterbau quelloffen verfügbar gemacht und an die ASF übergeben. Im August 2020 kündigte Adobe an, PhoneGap einzustellen und sich nicht mehr an der Weiterentwicklung von Cordova zu beteiligen. Damit liegt die Wartung der Software nun bei der Community.
Bei Cordova gibt es zwei wichtige Konzepte: Plattformen und Plug-ins. Die Plattform stellt den portablen, webbasierten Quelltext auf einem bestimmten nativen Betriebssystem zur Verfügung, zum Beispiel Android oder iOS. Es werden auch weitere Plattformen wie macOS, Windows oder Electron unterstützt. Die Plattform greift auf die vom Betriebssystem bereitgestellte Web-View zurück und bettet die Anwendung darin ein. Daneben gibt es Plug-ins, die der Webanwendung den Zugriff auf beliebige native Schnittstellen erlauben. Das Plug-in enthält dabei (je Zielplattform) nativen Quelltext und macht diesen in JavaScript verfügbar.
Die grundlegende Philosophie bei Cordova ist, dass das komplette native Plattformprojekt als Artefakt eines Build-Vorgangs entsteht; für Entwickler verhält es sich als Black Box. Sämtliche Modifikationen werden in einer XML-Konfigurationsdatei vorgenommen und die Plattformprojekte daraus generiert. Die nativen Quelltexte sollen weder im Repository eingecheckt noch in irgendeiner Form verändert werden, da die Anpassungen beim nächsten Build wieder hinfällig wären.
Daten der App-Analyse-Plattform appfigures zeigen [2], dass im November 2021 rund 18 Prozent der App-Store-Anwendungen und Google-Play-Anwendungen auf Cordova setzen (über alle Anwendungskategorien hinweg, einschließlich Spielen). Das macht die Plattform im App Store zum zweithäufigsten und im Play-Store zum dritthäufigsten eingesetzten Entwicklungs-SDK. Auf Cordova setzt etwa die Selbstachtungs-App Sanvello (4,8 Sterne bei 17.300 Bewertungen im App Store).
Cordova spielt bei den meistverwendeten SDKs auf den vorderen Plätzen mit (Screenshot: appfigures.com, Stand: 21. November 2021)
Capacitor: Ionic fordert Cordova heraus
Capacitor [3] ist im Jahr 2019 erstmals erschienen. Hinter Capacitor steckt das Unternehmen Ionic, das auch ein gleichnamiges Cross-Plattform-Framework herausgibt und weitere Dienste rund um die plattformübergreifende Entwicklung anbietet. Bei Capacitor handelt es sich vergleichbar zu Cordova um die technische Basis, um Webanwendungen auf nativen Plattformen zur Verfügung stellen zu können. Das Framework Ionic stellt darüber hinaus Steuerelemente in den nativen Plattformstilen von Android und iOS bereit, damit diese Anwendungen so aussehen und sich so verhalten wie ihre nativen Gegenstücke. Weitere Dienste wie Cloud-Builds oder Single Sign-on lassen sich kostenpflichtig bei Ionic abonnieren.
Der zentrale Unterschied zwischen Cordova und Capacitor besteht in der Philosophie, wie die nativen Plattformprojekte betrachtet werden: Bei Capacitor werden diese nicht als Build-Artefakt angesehen, sondern einmal generiert, in die Codebasis eingecheckt und dann direkt modifiziert [4]. Damit haben Entwickler die volle Freiheit im Umgang mit dem nativen Projekt, müssen sich umgekehrt aber auch um dessen Wartung kümmern.
Plattformen und Plug-ins gibt es auch bei Capacitor: Als Ausgabeplattformen werden iOS, Android sowie Progressive Web-Apps unterstützt. Das Framework stellt für häufig verwendete native Schnittstellen eigene Plug-ins zur Verfügung und kümmert sich um deren Wartung. Außerdem ist Capacitor mit den meisten Cordova-Plug-ins kompatibel und kann somit auch auf diese zurückgreifen. Installierte Plug-ins findet Capacitor übrigens automatisch, wohingegen diese bei Cordova in der Konfiguration bekannt gemacht werden müssen.
Capacitor rangiert laut den Daten von appfigures aktuell auf Platz 20 (unter einem Prozent der Anwendungen) im App Store beziehungsweise Platz 12 (etwa 1 Prozent der Anwendungen) in Google Play unter den meistverwendeten Development-SDKs. Auf Capacitor setzt etwa die Fitness-App Sworkit (4,7 Sterne bei 27.000 Bewertungen im App Store).
Für welchen Ansatz sollten sich Entwickler entscheiden?
Cordova und Capacitor lösen zunächst einmal dasselbe Problem, nämlich die Ausführung einer Webanwendung auf einer nativen Plattform. Capacitor entstand dabei auf Basis der Erfahrungen des Ionic-Teams mit Cordova. Zugleich steht mit Ionic ein Unternehmenssponsor hinter Capacitor, der sein Geschäftsmodell darauf aufbaut. Weiterhin reagiert Capacitor durch die Bereitstellung einer PWA-Ausgabeplattform auf aktuelle Trends.
Das Cordova-Ökosystem scheint überdies in die Jahre gekommen. Einige von der Community bereitgestellte Plug-ins sind veraltet und werden nicht mehr gewartet. Auch JavaScript hat sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt: Manche der Cordova-Plug-ins stellen globale Methoden bereit, die von Capacitor veröffentlichten Schnittstellen setzen hingegen auf ECMAScript-Module. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Entwicklung von Cordova eingestellt ist, außerdem vereint Cordova derzeit noch den größeren Marktanteil auf sich.
Im täglichen Gebrauch fühlt sich der von Capacitor gewählte Ansatz, die nativen Plattformprojekte in das Repository einzuchecken, deutlich besser an. Manchmal braucht es bei Cordova-Projekten separate Build-Skripte, um String-Replacements an den Quelldateien der nativen Projekte durchzuführen. Umgekehrt bedeutet der Capacitor-Ansatz jedoch auch einen erhöhten Wartungsaufwand bei Plattformupdates.
Zusammengefasst dürfte Capacitor aktuell die naheliegendere Wahl für die meisten Entwicklerteams sein. Das Framework ist deutlich moderner und der Unternehmenssponsor dürfte die kontinuierliche Weiterentwicklung auf absehbare Zeit sichern.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-4690975
Links in diesem Artikel: [1] https://cordova.apache.org/ [2] https://appfigures.com/top-sdks/development/all%E2%80%8B [3] https://capacitorjs.com/ [4] https://ionicframework.com/blog/announcing-capacitor-1-0/
Nicht nur die Corona-Infektionen nehmen zu. Im Herbst und Winter ist auch Grippezeit.
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Einen Gang zurückschalten: Zurzeit haben wieder Erkältung und Grippe viele Menschen im Griff. Symbolfoto: dpa
Ende der epidemischen Lage: Das sagen Vogelsberger Mediziner und Politiker
Von Benjamin Gössl — 30. Oktober 2021 um 00:00
Im Vogelsbergkreis haben derzeit 22 798 Personen zwei Impfungen bei Hausärzten erhalten, 2987 Vogelsberger wurden mit dem Einmal-Impfstoff von Johnsen & Johnsen geimpft, 621 Vogelsberger haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Daten vom Stand 24. Oktober stammen von der Kassenärztlichen Vereinigung und werden unter anderem auf der Homepage des Hessischen Sozialministeriums veröffentlicht. Laut Angaben des Kreises, die auf den Daten bis einschließlich 17. Oktober basieren, verteilen sich die Impfungen wie folgt: Erstimpfungen 59,37 Prozent, vollständige Impfungen 63,3 Prozent, Dritt- bzw. Auffrischungsimpfungen 1,82 Prozent.
Architekt Alexander Felde, TÜV-Geschäftsführer Henning Stricker und der Bereichsleiter Facility Management TÜV Hessen Marcus Beschnitt befüllen gemeinsam die Zeitkapsel (von links).
(Foto: Lucas Schwarzburg)
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ALSFELD - Der TÜV modernisiert sein Service-Center in Alsfeld und baut in der Grünberger Straße 76 eine neue Prüfanlage. Aus diesem Anlass hat am Donnerstag eine feierliche Grundsteinlegung mit geladenen Gästen und dem Versenken einer Zeitkapsel stattgefunden.
Unter anderem begrüßte der Geschäftsführer des TÜV Hessen Henning Stricker den Ersten Stadtrat Berthold Rinner (CDU) für die Stadt Alsfeld und den Kreisbeigeordneten Hans-Jürgen Herbst (SPD) für den Landkreis. Der TÜV investiere in Alsfeld, auch wenn das natürlich kein Vergleich zu dem Vorhaben der DHL sei, betonte Stricker während seiner kurzen Rede. Mit einer Investition von rund 2,5 Millionen Euro werde die Beschäftigung der ortsansässigen Mitarbeiter gesichert, „die hier einen wunderbaren Job Vorort machen“. Die Aufgabe des TÜV sei es, die Sicherheit im Straßenverkehr sicherzustellen. Das gelte sowohl für die Abnahme der theoretischen Führerscheinprüfung als auch der Überprüfung und Straßenzulassung der Fahrzeuge. Neben der Hauptuntersuchung werde durch die Abgasuntersuchung auch ein Beitrag für den Umweltschutz geleistet. „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Stricker über die Zeit zur Antragstellung des Neubaus bis hin zur Genehmigung und dem Start der Bauarbeiten.
Nach der kurzen Ansprache von Stricker wurde eine Zeitkapsel mit einer Oberhessischen Zeitung und unterschriebenen Urkunden des TÜV in einer Mauer versenkt.
Der TÜV Hessen ist seit dem Jahr 1964 am Standort in Alsfeld vertreten. Nach über 50 Jahren hat nun der Abriss des alten Gebäudes stattgefunden, an dessen Stelle der Neubau errichtet wird. Dieser soll im ersten Quartal 2022 abgeschlossen sein. In der Zwischenzeit finden aber weiterhin sämtliche Service-Angebote wie Hauptuntersuchungen oder theoretische Fahrerlaubnisprüfungen statt. Diese werden in einem provisorisch errichteten Prüfgebäude durchgeführt. Während der kompletten Bauzeit bleiben auch die Öffnungszeiten unverändert.
Um Wartezeiten zu vermeiden, empfiehlt der TÜV eine vorherige Terminvereinbarung für die Hauptuntersuchung. Dies ist telefonisch unter der Nummer 0800/2727270 oder online unter www.tuev-hessen.de/wunschtermin möglich.
*geschrieben von OZ-Schülerpraktikant Lucas Schwarzburg
"Der Neonazi war nicht durch Aktivität aufgefallen"
Von Christoph Cuntz — 30. Oktober 2021 um 00:00
Samstag,
30.10.2021 - 00:00
2 min
Ein Untersuchungsausschuss will klären, warum der Lübcke-Mörder Stephan Ernst vom Radar genommen wurde. Der war ein gewaltbereiter Rechtsextremist.
Von Christoph Cuntz
Redakteur Politik
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Aussage von Staatsschutz-Mitarbeiter im Lübcke-U-Ausschuss
29. Oktober 2021 um 00:00
Für die Polizei in Nordhessen trat Stephan Ernst in den Jahren vor dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke offenbar nicht besonders in Erscheinung. Er sei meist nur sporadisch durch die Teilnahme an rechten Veranstaltungen aufgefallen, berichtet ein Zeuge im Untersuchungsausschuss.
Ein Stapel Gerichtsakten. Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild (Bild: dpa)
(Foto: Christian Charisius/dpa/Symbolbild)
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Wiesbaden - Kriminalbeamte des Polizeipräsidiums Nordhessen hatten Stephan Ernst vor dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke «nicht besonders auf dem Schirm». Das sagte der ehemalige stellvertretende Leiter der dortigen Staatsschutzabteilung am Freitag in Wiesbaden im Untersuchungsausschuss im hessischen Landtag. Die Aussage des Zeugen bezog sich auf den Zeitraum seiner Tätigkeit von November 2009 bis Juli 2015.
Ernst sei ihm zwar «gelegentlich untergekommen in der Zeit», sagte der 58-Jährige weiter. Als dieser aber nach der Tötung des Regierungspräsidenten ins Zentrum der Ermittlungen kam, habe er einige Jahre später erst nachschauen müssen, um wen genau es sich handelte. In Erscheinung getreten seien Ernst und auch Markus H. meist nur «sporadisch» durch Teilnahme an rechten Veranstaltungen. Bei derartigen Treffen seien die beiden aber nicht durch Straftaten in Erscheinung getreten.
Markus H. wurde wegen Beihilfe im Fall Lübcke angeklagt, letztlich aber nur wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt - ein Urteil, gegen das er Revision einlegte.
Stephan Ernst sei in ihrer Zeit nicht Gegenstand der Arbeit gewesen, sagte die ehemalige Dezernatsleiterin des Landesamtes für Verfassungsschutz. Die zweite Zeugin im Ausschuss hatte von Oktober 2011 bis Januar 2015 im Bereich der Auswertung von Rechtsextremismus gearbeitet. Weder in Form einer aktuellen «Bearbeitung» noch wegen einer «Wiedervorlage» hätten sich die Verfassungsschützer in ihrem Dezernat mit Ernst beschäftigt.
«Die Informationslage war nicht so zufriedenstellend gewesen, dass man einen vollen Überblick über die Szene in Nordhessen gehabt hätte», sagte sie mit Blick auf die Überwachung der rechten Szene in der Region. «Einen besseren oder überhaupt einen Zugang» habe man sich gewünscht. Zu ihrer Zeit habe der Verfassungsschutz 140 gewaltbereite, rechtsextreme Personen in Nordhessen registriert. Sechs Zusammenschlüsse in «vertiefter besonderer Zusammenarbeit» habe es gegeben. In keinem seien Ernst und Markus H. in Erscheinung getreten. Lediglich Markus H. sei als «Aktivist in der rechten Szene» eingestuft gewesen.
Der Untersuchungsausschuss soll die Rolle der hessischen Sicherheitsbehörden in dem Mordfall aufarbeiten. Der Regierungspräsident war 2019 getötet worden. Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilte Ernst Ende Januar 2021 wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Deutsche den CDU-Politiker aus rechtsextremen Motiven erschossen hatte.
Aktivisten verschiedener Initiativen malen vor dem ehemaligen EZB-Gebäude in der Innenstadt von Frankfurt ein riesiges Bild auf den Asphalt. Foto: Boris Roessler/dpa (Bild: dpa)
(Foto: Boris Roessler/dpa)
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Frankfurt - Mit einem riesigen Bodengemälde haben Aktivisten verschiedener Initiativen in Frankfurt gegen die Klimapolitik von Banken protestiert. Vor dem ehemaligen EZB-Gebäude in der Innenstadt malten sie am Freitag ein etwa 300 Quadratmeter großes Bild mit dem Schriftzug «Stop funding fossil fuels». Sie verleihen mit der Aktion ihrer Forderung Ausdruck, dass Banken nicht länger die Kohle-, Öl- und Gasindustrie unterstützen und finanzieren sollten. Anlass dafür war der Weltspartag. Die Initiatoren hatten in etwa 25 deutschen Städten Proteste angekündigt.
In Ulrichstein-Wohnfeld wurde die Feuerwehr am späten Freitagabend zu einem Kellerbrand gerufen. Niemand wurde verletzt.
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Am Freitagnachmittag meldete die Leitstelle des Vogelsbergkreises einen Gebäudebrand im Ulrichsteiner Stadtteil Wohnfeld. Rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr machen sich auf dem Weg. Auch Polizei und Rettungsdienst waren vor Ort. Bei Eintreffen der Feuerwehr drang starker Rauch aus dem Keller. "Gemeldet war außerdem eine vermisste Person, aber das hatte sich dann glücklicherweise doch nicht bewahrheitet", erklärte Stadtbrandinspektor Andreas Hädicke nach dem Einsatz. Mit zwei Trupps unter Atemschutz hatte die Feuerwehr zuvor das Gebäude abgesucht und den Brand gelöscht. "Die Brandursache war vermutlich ein Kocher, auf dem sich Kleidungsstücke befunden haben", so Hädicke. Insgesamt 70 Einsatzkräfte aus Ulrichstein waren vor Ort. Auch Nachbarkräfte aus Mücke standen mit einer Drehleiter bereit. (webe)/Foto: Fuldamedia
Die Arbeitlosenquote im Vogelsbergkreis lag im Oktober bei 3,4 Prozent. Demnach waren 1943 Personen erwerbslos gemeldet. Das waren 58 weniger zu September und 308 Personen oder 13,7 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat Oktober. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkt auf 3,4 Prozent.
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In der Obergasse in Alsfeld tut sich was. In mehreren leerstehenden Ladengeschäften ist Bewegung.
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Noch herrscht geordnetes Chaos in der Geschäftsfiliale von Textil Sagawe in der Obergasse in Alsfeld. Zum verkaufsoffenen Sonntag aber startet der Verkauf. Foto: Linda Buchhammer
Drittes Quartal: Gewerbesteuereinnahmen über Vorkrisenniveau
29. Oktober 2021 um 00:00
Eurobanknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration (Bild: dpa)
(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration)
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Wiesbaden - Die Gewerbesteuereinnahmen der hessischen Kommunen sind im dritten Quartal 2021 über das Niveau des Vergleichszeitraums vor der Corona-Pandemie gestiegen. Mit 1,49 Milliarden Euro lagen sie 14,4 Prozent höher als im dritten Quartal 2019 und 40,8 Prozent über den Vergleichszahlen 2020, wie das Statistische Landesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Der starke Anstieg von 431,4 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal sei auch auf einen Basiseffekt zurückzuführen. 2020 sei das Ergebnis aufgrund der starken Pandemie-Einschränkungen schwach ausgefallen, hieß es zu den vorläufigen Zahlen.
Die positive Entwicklung ist dem Landesamt zufolge zum großen Teil auf die Einnahmen von Hessens größter Stadt Frankfurt zurückzuführen. Mit 556 Millionen Euro erzielte die Mainmetropole 37,3 Prozent der hessischen Gewerbesteuereinnahmen. Große Verluste gab es in Wiesbaden (minus 30 Prozent) und Darmstadt (minus 20,3). Fast drei Viertel aller Kommunen konnten ihre Gewerbesteuereinnahmen im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern.
3G oder 2G? Der Zugang zu Veranstaltungen, Lokalen und Einrichtungen ist coronabedingt in Hessen unterschiedlich geregelt. Das sorgt für Ärger.
Eintrittskarte für die Kneipe: Seit es verstärkt die Möglichkeit gibt, unter 2G nur noch Geimpfte und Genesene in der Gastronomie aber auch bei Veranstaltungen reinzulassen, ist dieser Status noch wichtiger geworden. Wer an Corona erkrankt war, gilt sechs Monate lang als „genesen“.
(Foto: dpa)
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HESSEN - Die coronabedingten Zugangsbeschränkungen in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen in Hessen sorgen weiter für Diskussionsstoff. Zwar verzichten bisher viele Betriebe im Einzelhandel und Gastgewerbe auf das 2G-Optionsmodell, das nur Geimpften und Genesenen Zutritt gewährt. Aber auch um die 3G-Regel, die zusätzlich Besuchern und Gästen von Veranstaltungen, Lokalen und Einrichtungen mit aktuellen Corona-Negativtests Zutritt gewährt, gibt es teilweise Konflikte. Eine Übersicht:
Hochschulen
Um in diesem Semester wieder Präsenzveranstaltungen anbieten zu können, arbeiten viele hessische Hochschulen mit der 3G-Regel, die neben Geimpften und Genesenen auch Getesteten Zutritt gewährt. Widerstand dagegen regte sich zuletzt an der Universität Kassel, wo in dieser Woche einige Dutzend Studierende gegen die Beschränkungen auf die Straße gingen. Auch an der Hochschule Fulda wird gelegentlich Kritik laut - größtenteils laufe die 3G-Umsetzung aber gut, sagte eine Sprecherin der Hochschule. In vier Zelten auf dem Gelände können sich die Studierenden dort vor dem Betreten der Gebäude testen lassen, kontrolliert werde das stichprobenartig.
Dagegen setzt die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) auf Abstand und Maskenpflicht statt 3G. Die Hochschule mit ihren 41 eigenen und 19 angemieteten Standorten sei zu weit verteilt, um 3G ausreichend kontrollieren zu können, sagte ein Sprecher. Deshalb halte es die Hochschulleitung für sinnvoller, mit Abstand- und Hygieneregeln zu arbeiten, die von den Lehrenden notfalls auch per Hausrecht durchgesetzt werden könnten.
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Zudem wolle man allen Studierenden die gleichen Bedingungen bieten. Zu Präsenzveranstaltungen können diese sich über ein Online-Tool anmelden. Sind die Veranstaltungen wegen der geltenden Abstandsregeln voll, sei in vielen Fällen eine Teilnahme via Live-Stream oder digitaler Aufzeichnung möglich.
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Gastgewerbe
Ein gemischtes Bild zeigt sich im hessischen Gasgewerbe. Während etwa die Hälfte der Betriebe bisher bei 3G bleibt, wechseln 38 Prozent der Wirte und Hoteliers zwischen den Modellen und lassen etwa bei Veranstaltungen oder an bestimmten Wochentagen nur Geimpfte und Genesene ein, wie eine Umfrage des Branchenverbandes Dehoga Hessen ergab, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zwölf Prozent der Betriebe hingegen setzen allein auf das 2G-Modell. Dazu gehören vor allem Clubs und Diskotheken, in denen Geimpfte und Genesene wieder ohne Maske und Abstand tanzen können. Aber auch kleinere Bars, Kneipen und klassische Restaurants bevorzugten die striktere Variante der Zugangsbeschränkungen, weil ihnen schlicht der Platz fehle, um mit genügend Abstand wirtschaftlich arbeiten zu können, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Julius Wagner.
Gerade Restaurantbetreiber bekämen bei der Entscheidung für das 2G-Optionsmodell teilweise kräftigen Gegenwind zu spüren - von Anfeindungen bis hin zu bewusst negativen Bewertungen im Netz. Dabei seien manche der Verfasser dieser Texte noch nicht einmal wirklich im jeweiligen Lokal zu Gast. "Diese bilden quantitativ zwar die Ausnahme, richten aber Schaden an - sowohl mental bei den Gastronomen als in der medialen Reputation der Betriebe."
Sport
2G, 3G und Platzkapazitäten - auch im Sport ist das ein großes Thema. Die Corona-Vorgaben des Landes sehen bei Veranstaltungen in Hallen jeweils eine 3G-Pflicht vor. Bei den Partien des Basketball-Bundesligisten Fraport Skyliners allerdings gilt beispielsweise die 2G-Regel - mit bestimmten Ausnahmeregeln für Kinder.
Bei den Spielen der Fußball-Bundesliga im Frankfurter Stadion wiederum entscheidet das Gesundheitsamt der Stadt. Das hatte Eintracht Frankfurt vor einigen Tagen grünes Licht gegeben, das Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig an diesem Samstag (30.10.) wieder vor vollen Rängen auszutragen. Bis zu 51.500 Zuschauer dürfen damit in die Arena. Erlaubt sind dabei bis zu 5000 Fußballfans, die nicht geimpft oder genesen, aber negativ getestet sind.
Zudem gilt im Stehplatz-Bereich die 2G-Regel - die Maskenpflicht entfällt hier ebenso wie auf den Sitzplätzen. Dort wiederum wird die 3G-Plus-Regelung angewandt - zugelassen sind somit Genesene, Geimpfte oder Besucher mit einem negativen PCR-Test. Bei Kindern bis einschließlich elf Jahren reicht das Vorzeigen eines Schultestheftes oder eines anderen Antigen-Schnelltestes. Abgesagt wurde hingegen auch in diesem Jahr der Frankfurt Marathon, der eigentlich an diesem Sonntag in der Mainmetropole stattfinden sollte. Der älteste Städtemarathon Deutschlands, bei dem in normalen Zeiten bis zu 25 000 Läufer an den Start gehen, war bereits im Vorjahr ausgefallen. Nun soll stattdessen ein virtueller Lauf stattfinden: Die gelaufene Zeit wird hinterher online im persönlichen Teilnehmerbereich eingetragen.
Handel
Im hessischen Handel wollen einer Umfrage zufolge derzeit 17 Prozent der Betriebe das 2G-Modell umsetzen - und 45 Prozent würden diese Möglichkeit punktuell nutzen, wie der Handelsverband Hessen mitteilte. Damit gehe die Branche "einen weiteren Schritt in Richtung Normalität - aber mit Bedacht", hieß es. Es gehe nicht darum einzelne Personen auszuschließen, sondern bestimmten Branchen mit beratungsintensivem Sortiment eine sichere Beratung, ohne Abstand und ohne Maske zu ermöglichen, betonte der Verband. "Eine dauerhafte 2G-Option für den Lebensmittel- und großflächigen Einzelhandel ist dabei keine realistische Lösung, da dieser die Nahversorgung sichern muss und Zugangskontrollen nicht realisierbar sind."
VOGELSBERGKREIS - (red). Im Vogelsbergkreis wurden seit Oktober 2020 657 Ausbildungsplatzsuchende registriert und beraten. Das waren 51 junge Menschen weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zum Ende des Berichtsjahres im September waren noch 36 Lehrstellensuchende unversorgt. Sie hatten zum Stichtag noch keine Arbeits- oder Ausbildungsstelle oder sonstige Alternative gefunden. Im Vorjahr waren zum Stichtag Ende September 18 Jugendliche mehr unversorgt, berichtet die Arbeitsagentur Gießen in einer Pressemeldung.
Seit Oktober 2020 meldeten Arbeitgeber aus dem Vogelsbergkreis 656 offene Ausbildungsstellen, 84 Stellen weniger im Vergleich zum Vorjahr. Davon waren zum Stichtag Ende September 53 als unbesetzt registriert. Im Vorjahresmonat waren zwei Ausbildungsstellen mehr unbesetzt.
„Für die jungen Menschen, die sich seit Oktober des vergangenen Jahres bei der Berufsberatung zur Beratung und Unterstützung auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle gemeldet haben, war es in vielerlei Hinsicht kein normales Jahr“, kommentiert Michael Beck, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Gießen. „Gerade die Ausbildungssuche stellte die Jugendlichen vor neue Herausforderungen. Praktika zur Berufsfindung wurden kaum angeboten, präferierte Unternehmen meldeten Kurzarbeit an, Vorstellungsgespräche fanden online statt.“ All diese Umstände erzeugten Unsicherheit bei den Lehrstellensuchenden. Ungewissheit und fehlende Planbarkeit herrschte auch bei vielen Betrieben vor. „Dennoch haben sich viele Arbeitgeber dazu entschieden weiterhin Fachkräfte im eigenen Betrieb auszubilden. Ein Großteil der Ausbildungssuchenden konnte ins erste Ausbildungsjahr starten oder bereitet sich auf einen Ausbildungsbeginn im kommenden Jahr vor“, so Beck.
Zum Ende des Berichtsjahres waren noch 354 Jugendliche unversorgt. Für diese jungen Menschen gebe es verschiedene Angebote, darunter die Einstiegsqualifizierung, die auf einen Ausbildungsstart im kommenden Jahr vorbereiten. Auch der weiterführende Schulbesuch, ein Freiwilliges Soziales Jahr oder eine Beschäftigung werde als Überbrückung bis zum Ausbildungsbeginn in 2022 genutzt.
Der achte Band der Alsfelder Stadtgeschichte ist nun in einer Auflage von 300 Exemplaren erschienen.
(Foto: Maximilian Gerten)
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ALSFELD - (mge). Bauwerke und Literatur. Das erste Passionsspiel und der erste Bürgermeister. Genuss von Branntwein sowie das Verzapfen von Bier. Diese Geschichten und viele weitere erzählt Stadthistoriker Matthias Nicolai auf 156 Seiten in seinem neuesten Band der „Alsfelder Stadtgeschichte – Jahrestage“.
In diesem bereits achten Teil der Reihe blickt der Autor bis zu 680 Jahre zurück in die Geschichte der Stadt und beschäftigt sich zum Beispiel mit dem Pulverturm, aus dem später einmal das Luthertürmchen werden sollte. Auch der Leonhardsturm spielt im Buch eine Rolle: Hier ging es für Schwerverbrecher einst tief hinab ins dunkelste Verlies Alsfelds. Außerdem beschäftigte den Historiker die Reparaturarbeiten am Liedenteich und einer Auseinandersetzung wegen nicht eingehaltener Versprechen der Branntweinzusage. Der Autor schildert auch die erste Erwähnung eines Bürgermeisters vor 680 Jahren in Alsfeld und schreibt über das Wirken des Alsfelders Konrad Matthäus, der fünf Mal zum Rektor der Philipps Universität in Marburg ernannt worden war. Nicht zuletzt berichtet er über erste Nachweise der Metzger-Zunft.
Die „Illustrierte Alsfelder Statdgeschichte – Jahrestag“ erscheint in einer Auflage von 300 Exemplaren und ist für zehn Euro unter anderem erhältlich in der Buchhandlung Lesenswert am Marktplatz. Auch im Kiosk von Rosi Mück und im Tourist-Center Alsfeld werden Exemplare ausliegen.