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EU verhängt Sanktionen gegen Scam-Center in Südostasien

Von Heise
Businessman,Touching,A,Glowing,

(Bild: Shutterstock)

Der EU-Rat verhängt restriktive Maßnahmen gegen Kriminelle und Firmen in Südostasien, die groß angelegte Betrugszentren betreiben und Menschen versklaven.

Die EU geht gegen südostasiatische Scam-Center vor, die weltweiten Krypto-Betrug mit schwersten Menschenrechtsverletzungen verknüpfen. Der EU-Rat hat am Donnerstag beschlossen, Sanktionen gegen sieben Einzelpersonen und drei Organisationen zu erlassen.

Die Vertreter der Mitgliedstaaten werfen den Betroffenen vor, für Menschenhandel, Folter sowie grausame und erniedrigende Behandlung im Zusammenhang mit organisiertem Betrug in Südostasien verantwortlich zu sein. Die straff organisierten Netzwerke locken Opfer aus aller Welt unter falschen Versprechungen an, halten sie gewaltsam fest und zwingen sie zu systematischem Online-Betrug.

Scam-Center in Kambodscha und Myanmar

Im Mittelpunkt der neuen EU-Strafmaßnahmen [1] steht die Prince Holding Group mit ihrem Geschäftsführer Chen Zhi. Dabei handelt es sich um einen in Kambodscha ansässigen Unternehmenskomplex, der über ein Vermögen von mehreren Milliarden US-Dollar verfügt. Über ein weitverzweigtes Geflecht aus Scheinfirmen hat die Gruppe laut dem Rat Scam-Center in Kambodscha sowie Myanmar aufgebaut und betrieben.

In diesen Einrichtungen werden demnach vor allem Investitionsbetrügereien mit Kryptowährungen wie Bitcoin organisiert. Die dorthin gelockten Arbeitskräfte geraten in eine moderne Form der Sklaverei. Wer sich Anweisungen widersetzt oder die vorgegebenen Quoten beim Krypto-Betrug nicht erfüllt, dem drohen schwere Misshandlungen, Entführungen, Freiheitsberaubung und Folter, wie Opfer berichten.

Casinos, Milizen und Milliarden-Konglomerate im Visier

Ebenfalls auf der Sanktionsliste steht die Jin Bei Group und ihr Geschäftsführer Zhu Zhongbiao. Das Unternehmen betreibt in Kambodscha ein Netz aus Casinos und Betrugszentren, die auf die gleiche Masche setzen. Neben dem Ziel, Anleger weltweit über gefälschte Investitionsplattformen um ihre Ersparnisse zu bringen, sollen die Glücksspieleinrichtungen auch als Infrastruktur für Cyberkriminalität und Menschenhandel dienen.

Ein weiterer Schlag der EU richtet sich gegen die Democratic Karen Benevolent Army (DKBA). Die bewaffnete Gruppe in Myanmar kontrolliert strategisch wichtige Gebiete rund um die Stadt Myawaddy an der Grenze von Myanmar zu Thailand. Sie soll kriminellen Syndikaten Schutz gewähren und den Betrieb der Betrugskomplexe in ihrem Machtbereich ermöglichen.

Berichten zufolge beschränken sich die Soldaten der Miliz nicht auf Schutzgelderpressung. Sie sollen auch direkt an Gewalttaten und der Bewachung von Opfern beteiligt sein, die in den Zentren gefangen gehalten werden.

Einfrieren von Vermögen und weltweites Vorgehen

Die Strafmaßnahmen greifen sofort. Sämtliche Vermögenswerte der gelisteten Personen und Firmen in der EU werden unverzüglich eingefroren. Ferner ist es allen EU-Bürgern und europäischen Unternehmen untersagt, den Betroffenen finanzielle Mittel oder wirtschaftliche Ressourcen bereitzustellen. Für die sanktionierten Personen gilt ein Einreise- und Durchreiseverbot für das EU-Gebiet. Die entsprechenden Rechtsakte sind im Amtsblatt veröffentlicht und damit rechtsgültig.

Die Bestimmungen stützen sich auf die 2020 eingerichtete globale EU-Sanktionsregelung im Bereich der Menschenrechte [2]. Dieses Instrument ermöglicht es der EU, zielgerichtet Individuen und Organisationen weltweit zu belangen, die für schwere Menschenrechtsverstöße verantwortlich sind. Der aktuelle Beschluss knüpft an vorangegangene Sanktionen vom Oktober 2024 [3] an. Diese richteten sich etwa gegen die Chit Linn Myaing Group (CLM) und ihren Gründer Oberst Saw Chit Thu. Diese Firmengruppe soll ebenfalls an Betrugsfabriken an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar beteiligt sein und aus deren Aktivitäten Gewinne ziehen. Der zusätzliche Schritt unterstreicht die Entschlossenheit der EU, transnationale kriminelle Netzwerke in Südostasien zu zerschlagen, Opfer zu schützen und die Hintermänner zur Rechenschaft zu ziehen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11387384

Links in diesem Artikel:

  1. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L_202601896
  2. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A02020D1999-20260713
  3. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=OJ:L_202402783
  4. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  5. mailto:wpl@heise.de

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  • 30. Juli 2026 um 17:10

IBM WebSphere Application Server: Sicherheitsproblem in Admin-Konsole gelöst

Von Heise
Ein symbolsicher Updateknopf auf einer Tastatur

(Bild: rvlsoft / Shutterstock.com)

Mehrere Sicherheitslücken bedrohen IBM WebSphere Application Server und WebSphere Application Server Liberty.

Angreifer können die Software-Plattformen zum Ausführen von Java-basierten Anwendungen IBM WebSphere Application Server und die leichtgewichtigere Ausführung WebSphere Application Server Liberty attackieren. In aktuellen Versionen haben die Entwickler unter anderem „kritische“ Sicherheitslücken geschlossen.

Admin-Attacken möglich

Aufgrund von Fehlern in der Admin-Konsole können sich Angreifer etwa höhere Nutzerrechte verschaffen. Diese Schwachstelle gilt als „kritisch“ (CVE-2026-14446). Über eine weitere „kritische Lücke“ (CVE-2026-14512) kann aus der Ferne Schadcode auf Systeme gelangen oder Angreifer können die Authentifizierung umgehen. Zurzeit gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Sicherheitslücken bereits ausnutzen.

Weiterführende Informationen zu den nun geschlossenen Schwachstellen finden Admins in den verlinkten Warnmeldungen. Dort finden sich auch konkrete Angaben, wie Admins Instanzen vor möglichen Attacken absichern können. Das Problem ist, dass die fehlerbereinigten Versionen bislang nur für das dritte Quartal angekündigt sind. Bis dahin gibt es „Zwischenlösung-Patches“ (Interim Fixes) wie APAR PH72191 oder PH72192, die Admins installieren müssen.

Sicherheitswarnungen mit Hinweisen zu Interim Fixes:


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11386356

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.ibm.com/support/pages/node/7281625
  2. https://www.ibm.com/support/pages/node/7281631
  3. https://www.ibm.com/support/pages/node/7281628
  4. https://www.ibm.com/support/pages/node/7281633
  5. https://www.ibm.com/support/pages/node/7281641
  6. https://www.ibm.com/support/pages/node/7281648
  7. https://www.ibm.com/support/pages/node/7281649
  8. https://www.ibm.com/support/pages/node/7281651
  9. https://www.ibm.com/support/pages/node/7281721
  10. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  11. mailto:des@heise.de

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  • 30. Juli 2026 um 14:58

VMware ESX, vCenter, Workstation und Fusion: Updates schließen kritische Lücken

Von Heise
Update-Text mit VMware-Logo vor Farbverlauf

VMware aktualisiert seine Software.

(Bild: heise online / dmk)

VMware-Updates für ESX, vCenter, Workstation und Fusion schließen Sicherheitslücken, die etwa die Umgehung der Authentifizierung erlauben.

In VMware [1] ESX, vCenter, Workstation und Fusion klaffen teils kritische Sicherheitslücken. Bösartige Akteure können dadurch etwa die Authentifizierung umgehen und unbefugten Zugriff auf die VMware-Systeme erlangen.

Davor warnt Broadcom in einer Sicherheitsmitteilung [2]. Angreifer können eine Sicherheitslücke in VMware Directory Service von VMware ESX, vCenter, Workstation, Fusion zum Zugriff ohne Anmeldung ausnutzen (CVE-2026-59309, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Außerdem können sie aufgrund einer Path-Traversal-Lücke im Syslog-Server beliebigen Code einschleusen und ausführen (CVE-2026-59310, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). In VMware ESX kann im virtuellen Netzwerkadapter VMXNET3 ein Schreibzugriff außerhalb eigentlich vorgesehener Speichergrenzen provoziert werden, wodurch lokale Admins aus einer VM Richtung Hostsystem ausbrechen können (CVE-2026-47876, CVSS 9.3, Risiko „kritisch“).

Hochriskante Schwachstellen

Angreifer mit den Rechten, VMs auszurollen, können in VMware ESX, Workstation und Fusion zudem außerhalb der allokierten Speicherbereiche lesen, was zu Informationsabfluss oder einem Denial-of-Service führen kann (CVE-2026-41703, CVSS 7.6, Risiko „hoch“). VMware ESX protokolliert nicht alles mit, wodurch Admins bestimmte Operationen ausführen können, ohne dass sie mitgeloggt würden (CVE-2026-41709, CVSS 2.7, Risiko „niedrig“).

In der Sicherheitsmitteilung verlinkt Broadcom diverse aktualisierte Softwarepakete für die verwundbaren Produkte. Etwa VMware Cloud Foundation und vSphere Foundation 9.1.0.0300 und 9.0.2.0100 (zudem ESXi-9.1.0.0200-25557999 und ESXi-9.0.2.0100-25595025) sowie VMware vCenter und Cloud Foundation 8.0 U3k (zudem vCenter ESXi80U3k-25595708) schließen die Sicherheitslücken, für Telco Cloud Platform und Telco Cloud Infrastructure stellt Broadcom Knowledgebase-Artikel mit Informationen zur Fehlerkorrektur bereit. Zudem stehen VMware ESX ESXi80U3i-25205845, VMware Fusion und Workstation 26H1 sowie Cloud Foundation 5.2.3 bereit, um den unbefugten Lesezugriff respektive Denial-of-Service auszubessern.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11386401

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/VMware
  2. https://support.broadcom.com/web/ecx/support-content-notification/-/external/content/SecurityAdvisories/0/38017
  3. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  4. mailto:dmk@heise.de

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  • 30. Juli 2026 um 14:34

heise+ | DJI Osmo Pocket 4P im Test: Doppelkamera mit hohem Dynamikumfang

Von Heise

Die Gimbal-Kamera Osmo Pocket 4P kommt mit Doppelobjektiv, bietet hohen Dynamikumfang und 4K-Zeitlupe. Kann sie sich gegen die Insta360 Luna Ultra behaupten?

DJI hat mit der Osmo-Pocket-Reihe einen neuen Typ kompakter Kameras mit mechanischer Bildstabilisierung geprägt. Die ersten Generationen bis zur Osmo Pocket 4 [1] [1] (OP4) hatten noch eine einzelne Kamera. Beim getesteten Spitzenmodell DJI Osmo Pocket 4P (OP4P) hängt hingegen eine Doppelkamera am Gimbal. Der schärfste Konkurrent Insta360 verfolgt mit der kürzlich vorgestellten Luna Ultra [2] [2] dasselbe Konzept. Stellt sich nun für Käufer die Frage, ob die Pocket 4P oder gar die OP4 die bessere Wahl ist.

Alle drei Kameras ähneln sich fast bis aufs Haar; Größe und Gewicht sind vergleichbar. Die Osmo Pocket 4P bringt 230 Gramm auf die Waage und passt in die Hosentasche. Die Hauptkamera der OP4P kommt mit einer auf Kleinbild umgerechneten Brennweite von 20 Millimetern und einem für kompakte Geräte recht großen 1-Zoll-Sensor. Das zweite Kameramodul hat einen etwas kleineren Sensor und ein Objektiv mit umgerechnet 60 Millimetern Brennweite. Der von DJI genutzte Begriff „Tele“ ist dafür ein großes Wort. Zusätzlich unterstützt die Kamera bis zu zwölffachen Digitalzoom.

Die Insta360 Luna Ultra kommt mit Leica-Optik aus Wetzlar und zoomt wie die Osmo Pocket 4P optisch kleinbildäquivalent von 20 mm auf 60 mm und digital weiter auf 240 mm (ebenfalls zwölffach). Im Makrobereich leistet die Optik der Luna Ultra mehr: Nahaufnahmen stellt sie auf gut 13 Zentimeter scharf; die Osmo Pocket 4P erst bei 17 Zentimetern.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11347682

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/DJI-Osmo-Pocket-4-im-Test-4K-Minikamera-mit-3-Achsen-Gimbal-11242439.html
  2. https://www.heise.de/tests/Insta360-Luna-Ultra-8K-Gimbal-Kamera-mit-Leica-Optik-im-Test-11301778.html
  3. https://www.heise.de/tests/Insta360-Luna-Ultra-8K-Gimbal-Kamera-mit-Leica-Optik-im-Test-11301778.html
  4. https://www.heise.de/tests/GoPro-Mission-1-Pro-im-Hands-on-Grosse-Ambitionen-gemischte-Ergebnisse-11299300.html
  5. https://www.heise.de/tests/Obsbot-Vox-SE-im-Test-Kabelloser-Ton-fuer-die-Tiny-Webcam-Serie-11200058.html
  6. https://www.heise.de/tests/Obsbot-Tiny-3-im-Test-4K-Webcam-mit-KI-Tracking-11157387.html
  7. https://www.heise.de/tests/GoPro-Max-2-im-Test-360-Grad-Actionkamera-10661353.html
  8. https://www.heise.de/tests/Modulare-4K-Actioncam-DJI-Osmo-Nano-im-Test-10630739.html
  9. https://www.heise.de/tests/Modulare-4K-Actionkamera-Insta360-Go-Ultra-im-Test-10535643.html
  10. https://www.heise.de/tests/360-Grad-Actionkamera-im-Test-DJI-Osmo-360-10509889.html
  11. https://www.heise.de/tests/Insta360-Link-2-mit-4K-Webcam-mit-Gimbal-im-Test-10508886.html

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  • 30. Juli 2026 um 14:00

Nachrichten-App-Fehlbedienung: iOS 27 naht mit Rettung

Von Heise
iMessage-Logo mit zwei Benachrichtigungen

iMessage-Logo mit zwei Benachrichtigungen.

(Bild: oasisamuel / Shutterstock.com)

iPhone-User kennen es: Mit dem Mikrofonknopf im Eingabefenster in Nachrichten löst man ungewollt Diktat oder Aufnahme aus. Apple erbarmt sich in wenigen Wochen.

Apple betont, wie wichtig seinen Entwicklern bei iOS 27 [1] und Co. Fehlerbehebungen, viele kleine Verbesserungen sowie interne Beschleunigungsmaßnahmen [2] waren. Nach und nach stellen Tester der aktuellen Public Beta [3] fest, was das konkret heißt: Unter anderem wurden (sehr) nervige Designentscheidungen rückgängig gemacht, über die Nutzer teils seit Jahren klagen. Eine davon: Der Mikrofonknopf ganz rechts im Eingabefeld der Nachrichten-App, der regelmäßig für Verklicker bei der Bearbeitung von iMessage-, RCS- und SMS-Botschaften sorgt.

„Ding!“: Ihr unerwünschtes Diktat ist da

Aktuell kann man ihn nicht ausblenden, daher löst man dadurch regelmäßig unerwünschte Diktate aus. Das hat die direkte Konsequenz, dass auch eine laufende Musikwiedergabe stoppt. Da sich das Mikrofon gegebenenfalls nahe am Absenden-Knopf befindet, trifft man es im Alltag erstaunlich häufig. Auch wenn in iOS 27 die Diktierfunktion mit neueren iPhones [4] deutlich besser geworden sein soll, ist es doch ein Feature mit einer schmalen Zielgruppe. Dennoch platziert Apple den Schalter seit Jahr und Tag prominent.

Mit iOS 27, das in wenigen Wochen, vermutlich bis Mitte September, von Apple verfügbar gemacht wird, hat der iPhone-Hersteller eine Einstellung ergänzt, die es erstmals erlaubt, zu entscheiden, ob an dieser Stelle überhaupt etwas auftaucht. Sie befindet sich in den App-Einstellungen unter Nachrichten, gleich unter dem Menü zum Festlegen der Default-Anwendung. Darüber ist es möglich, festzulegen, was im Textfeld der Nachrichten-App gezeigt wird und was nicht.

Die Features bleiben erhalten

Dabei gibt es drei Möglichkeiten: Entweder man lässt den Knopf ganz weg – wofür sich viele User bedanken dürften – oder man startet wie gehabt das Diktat oder, als dritte Option, beginnt mit einer Audioaufnahme zum Versand an den Chatpartner. Wer später dennoch einmal Audionachrichten aufzeichnen will, kann das weiterhin über den Plus-Knopf tun – auch wenn alle Knöpfe im Textfeld deaktiviert sein sollten.

Gleiches gilt übrigens auch fürs Diktieren: Ist das Diktat unter „Tastatur“ aktiviert, kann man schlicht rechts unten auf selbiger einen weiteren Mikrofonknopf finden und betätigen. Warum Apple die Option jetzt erst einführt und nicht schon früher, ist unbekannt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11383979

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/iOS-27-Mehr-Tempo-besserer-Schutz-neue-Siri-11321931.html
  2. https://www.heise.de/news/Neue-Betriebssysteme-Apple-verspricht-erhebliche-Beschleunigung-11326339.html
  3. https://www.heise.de/news/Neue-Betriebssysteme-als-Public-Beta-Unterstuetzte-Hardware-plus-Downgrade-Tipps-11364187.html
  4. https://www.heise.de/hintergrund/Auf-Leistung-getrimmt-Die-Betas-von-iOS-iPadOS-und-macOS-27-im-Hands-on-11361577.html
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  6. https://www.heise.de/mac-and-i
  7. mailto:bsc@heise.de

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  • 30. Juli 2026 um 16:21

Clipboard-Manager Pastebot 3 mit deutlich mehr Power

Von Heise

(Bild: Tapbots)

Das klassische Werkzeug für die Zwischenablage ist wieder da: Pastebot 3 kommt mit Filtern, smarten Regeln, Konvertierungsoptionen und vielem mehr.

Zwar liefert Apple seit macOS 26 alias Tahoe erstmals selbst einen Clipboard-Manager [1] im Betriebssystem mit, doch enthält dieser nur vergleichsweise simple Funktionen. Ein externes Tool für die Bearbeitung der Zwischenablage lohnt sich daher nach wie vor. Ein Klassiker in diesem Bereich ist seit vielen Jahren Pastebot vom Anbieter Tapbots. Die Entwickler haben nun mit Version 3 eine große Überholung gestartet, die über das hinausgeht, was man mit solchen Apps bislang machen konnte.

Sortierung, Vorschau, Automatisierung

Zunächst die schlechte Nachricht: Pastebot 3 [2] läuft erst ab macOS 26, also nicht mehr mit früheren Betriebssystemversionen (Pastebot 2 wird aber weiterhin angeboten). Die Grundfunktion bleibt selbstverständlich erhalten: bis zu 1500 Einträge in der Zwischenablage. Diese werden automatisch nach Art (etwa Links, Bilder oder Texte) sortiert und lassen sich durchsuchen. Jeder Eintrag kommt zudem mit nützlichen Metadaten, Bilder etwa mit der Größe oder Texte mit der Zeichenzahl. Eine Vorschau zeigt den genauen Inhalt. Es ist möglich, sicherheitsrelevante Apps automatisch auszuschließen, wobei es erlaubt ist, Texte, Bilder oder Shortcuts voneinander zu unterscheiden.

Häufig verwendete Einträge im Clipboard lassen sich in „Custom Pastebins“ verschieben sowie als „Smart Pastebin“ automatisch einfügen, wenn die Regelbedingungen erfüllt sind. Pastebot 3 kommt mit diversen Filtern für Text, etwa zum Korrigieren von Anführungszeichen, Groß- und Kleinschreibung und mehr. Entwickler können JSON-Sequenzen mit sicheren Zeichen versehen und mit Base64-Kodierungen hantieren. Über eine Stack-Funktion kann man mehrere Inhalte hintereinander einfügen. Es gibt eine vollwertige Kurzbefehle-Integration sowie ein alternatives CLI-Interface fürs Terminal.

Hisotry durchforsten, mit iPhone und iPad arbeiten

Pastebot 3 läuft auch zusammen mit dem Universal-Clipboard-Feature, mit dem man Inhalte vom iPhone (oder iPad) auf den Mac übertragen kann und umgekehrt. Nützlich ist auch die neue Filterfunktion in der Clipboard-History, sodass man Eingefügtes schneller findet als nur mit einer simplen Suche.

Der Clipboard-Manager kostet als Einmalkauf 39 US-Dollar, dafür gibt es dann ein Jahr lang Updates, danach fallen 19 Dollar für eine einjährige Verlängerung an. Alternativ gibt es im App Store ein Abo (25 US-Dollar im Jahr oder 3 Dollar im Monat). Upgrades sind als Direktkauf möglich, von Version 2 zahlt man 13 US-Dollar. Es gibt eine zweiwöchige Probephase.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11384059

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Neues-Spotlight-in-macOS-26-So-funktionieren-Apples-neue-Suche-10438669.html
  2. https://tapbots.com/pastebot/
  3. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  4. https://www.heise.de/mac-and-i
  5. mailto:bsc@heise.de

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  • 30. Juli 2026 um 15:00

Gemini für macOS: Bildschirmüberwachung und systemweites Diktat

Von Heise
Reden mit Gemini für macOS

Reden mit Gemini für macOS.

(Bild: Google)

Google schraubt an seiner offiziellen macOS-App für das KI-System Gemini. Sie wird künftig tiefer ins System integriert, wenn Nutzer das wünschen.

Die offizielle Gemini-App für Macs hat am Mittwoch ein Update erhalten. Mit einem neuen Shortcut soll sie nun überall im System zur Verfügung stehen und mit Inhalten per Sprache und Texteingabe interagieren können. Dazu gibt es auch die Möglichkeit, dem Sprachmodell Zugriff auf Bildschirminhalte zu geben. Letzteres ist allerdings ein Opt-in-Feature, also standardmäßig nicht aktiv.

Interaktion mit dem Bildschirm

Der neue Shortcut für Gemini auf dem Mac [1] ist ein langer Druck auf die Fn-Taste (üblicherweise links unten auf der Tastatur). Dies lässt dann ein Overlay erscheinen, egal in welcher App man sich gerade befindet. Die Funktion erlaubt das Diktieren von Text mit automatischer Korrektur von Füllworten, man kann Inhalte nachträglich auch mitten im Satz korrigieren und den Text per Sprache auch formatieren. Gibt man den Bildschirm frei, lassen sich vorhandene Informationen extrahieren und zusammenfassen. Dabei ist auch ein Zugriff auf das Dateisystem möglich. Als Beispiel nannte Google die Möglichkeit, einen Ordner mit medizinischen Angaben eines Hundes zusammenzufassen und an eine Tierpension mailen zu lassen [2].

Es bleibt aktuell unklar, welche der Features auch innerhalb der EU funktionieren, denn Googles großer Workflow-Agent Spark, den die Gemini-App teilweise in englischer Sprache verwendet, läuft nach wie vor nicht im Europäischen Wirtschaftsraum [3]. Weitere Beispiele, was die Gemini-App auf dem Mac nun kann, sind das Generieren und Editieren von Bildern per Sprache, etwa das Verändern einer Illustration für die Nachtmodus-Ansicht. Die neuen Sprachfähigkeiten verteilt Google weltweit, allerdings zunächst ebenfalls nur auf Englisch. „Mehr Sprachen kommen bald.“

Alles nur mit Pro oder Ultra

Features in der Gemini-App, die Spark nutzen, wurden zunächst für User mit dem teuren Ultra-Abo eingeführt, sollen später auch für Pro-Nutzer kommen. Googles KI-Abos beginnen ab 22 Euro im Monat für die Pro-Variante, dann mit 5 TByte Drive-Speicherplatz [4]. Ultra kostet „ab“ 100 Euro im Monat mit 20 TByte.

Was mit welchem Abo funktioniert, führt der Internetkonzern in Supportdokumenten aus – übersichtlich ist das leider nicht, da manche Features zwar auch für das günstigere Pro-Abo bereitgestellt werden sollen, aber zunächst Ultra-Nutzer bevorzugt werden. Es gibt zudem auch noch ein „kleines“ KI-Abo namens Plus mit weniger Funktionen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11383983

Links in diesem Artikel:

  1. https://gemini.google/mac/
  2. https://blog.google/innovation-and-ai/products/gemini-app/speak-naturally-gemini-app-mac-os/
  3. https://support.google.com/gemini/answer/17094507?hl=de-DE
  4. https://one.google.com/intl/de_de/about/google-ai-plans/
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  6. https://www.heise.de/mac-and-i
  7. mailto:bsc@heise.de

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  • 30. Juli 2026 um 14:19

Visual Studio Code 1.131 bringt Diktierfunktion für Chat, Editor und Terminal

Von Heise
Mikrofon

(Bild: lapandr / Shutterstock.com)

Im neuen Release können Developer experimentell ohne Speech-Erweiterung in VS Code diktieren und erhalten tiefere Einblicke in Subagents.

Microsoft bringt in Visual Studio Code 1.131 neue Funktionen für den LLM-Einsatz und bietet die Möglichkeit, in Chat, Editor und Terminal zu diktieren, ohne eine zusätzliche Erweiterung zu installieren. Wer sich auf die Suche macht, kann zudem ein kleines Haustier im Chatfenster entdecken.

Subagents im Blick behalten

Zum Ausführen von komplexen Aufgaben können Entwicklerinnen und Entwickler Agenten Tasks an Subagents delegieren lassen. Diese laufen parallel in ihrem eigenen Kontextfenster. Nun können Developer im Agents-Fenster genauere Informationen über die Unteragenten sehen, ohne die entsprechende Konversation öffnen zu müssen. Die Hauptkonversation zeigt für laufende Subagents ihr verwendetes Modell, ihre Ausführungsdauer und die durch sie aktiv aufgerufenen Tools an.

Die Hauptkonversation liefert nun Informationen zu Subagents.
Die Hauptkonversation liefert nun Informationen zu Subagents.

Die Hauptkonversation liefert nun Informationen zu Subagents.

(Bild: Microsoft)

Subagents lassen sich auswählen, um in ihrer eigenen Konversation in einem anderen Chat den vollständigen Fortschritt anzusehen. Dabei bleibt die Hauptkonversation verfügbar.

Integrierte Diktierfunktion

Bislang war die VS Code Speech Extension notwendig, um die Diktierfunktion in VS Code nutzen zu können. Nun ist ein eingebauter Transkriptionsservice als experimentelles Feature enthalten. Er ermöglicht es Entwicklern, in Chat, Editor und dem integrierten Terminal zu diktieren.

Dafür kommt gemäß Microsoft das private, offline laufende Nemotron-Modell zum Einsatz. Audioinformationen sollen auf dem Gerät verbleiben. Verfügbar ist das Feature für Windows x64 und Arm64, macOS auf Apple Silicon, Linux x64 und Arm64 mit glibc 2.34 oder neuer sowie in Remote Workspaces. Letzteres ist möglich, da die Transkription auf dem lokalen VS-Code-Client läuft. Noch nicht verfügbar ist die Diktierfunktion in der Web-Version von VS Code und auf Intel-basierten Macs sowie 32-Bit- und Arm32-Systemen.

Virtuelles Haustier für Developer

Als experimentelles Gimmick ist nun ein Haustier in VS Code eingezogen. Entwicklerinnen und Entwickler finden es, wenn sie /vscode-pet im Chat eingeben. Per Maus können sie es verschieben und damit interagieren. Ganz neu ist die Idee nicht, denn im Visual Studio Marketplace [1] wimmelt es vor Erweiterungen für Hunde, Katzen, Pinguine und Co.

Developer können in VS Code ein kleines Haustier begrüßen.
Developer können in VS Code ein kleines Haustier begrüßen.

Developer können in VS Code ein kleines Haustier begrüßen.

(Bild: Microsoft)

Weitere Informationen zu den Updates finden sich in der Ankündigung [2]. Neu erschienen ist darüber hinaus die aktuelle Insiders-Version 1.132 [3].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11385363

Links in diesem Artikel:

  1. https://marketplace.visualstudio.com/search?term=pet&target=VSCode&category=All%20categories&sortBy=Relevance
  2. https://code.visualstudio.com/updates/v1_131
  3. https://code.visualstudio.com/updates/v1_132
  4. mailto:mai@ix.de

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  • 30. Juli 2026 um 18:47

Paketverwaltung für Arch Linux: Shelly setzt künftig auf Zig statt .NET

Von Heise
Ein Pinguin mit

(Bild: iX)

Das Arch-Werkzeug Shelly wechselt von .NET zu Zig: Neue GUI, überarbeitete CLI und getrennte Flatpak-Unterstützung sollen es schlanker machen.

Das Paketwerkzeug Shelly ist in Version 3.0.0 erschienen. Die Entwickler haben Paketverwaltung, Kommandozeile, Schlüsselverwaltung und GTK4-Oberfläche weitgehend neu in Zig implementiert. Dadurch entfällt für die Hauptanwendung die verwaltete .NET-Laufzeit; zugleich kann Shelly native Bibliotheken direkter nutzen. Messwerte zu Startzeit und Ressourcenbedarf stehen allerdings noch aus.

Shelly ist ein grafisches und kommandozeilenbasiertes Werkzeug zur Verwaltung von Arch-Paketen. Es bindet neben den regulären Pacman-Repositories auch das Arch User Repository (AUR), AppImages und optional Flatpaks ein. Damit richtet sich das Projekt an Nutzer, die Software aus mehreren Quellen mit einer Oberfläche und einer Kommandozeile verwalten wollen.

Neue Codebasis ohne .NET-Laufzeit

Mit Version 3 [1] ersetzt Shelly seine bisherige C#-/.NET-Codebasis weitgehend durch Zig. Die bekannten Programme shelly und shelly-ui bleiben erhalten. Hinter ihnen steht jedoch eine weitgehend neue Codebasis. Auch das Werkzeug für die Schlüsselverwaltung wurde umgestellt: Das eigenständige Programm heißt nun shelly-key statt shelly-keys.

Zig passt zu Shelly vor allem, weil die Software native Schnittstellen wie libalpm, GTK4 und libarchive ohne eine zusätzliche .NET-Interop-Schicht direkt ansprechen kann. libalpm ist die Bibliothek, auf der Pacman, der Paketmanager von Arch Linux, aufsetzt. Die neue Implementierung spart damit die bisherige Vermittlung zwischen verwaltetem .NET-Code und nativen Bibliotheken weitgehend ein.

Zig verwaltet zudem Speicher und Ressourcen explizit: Die Release Notes heben klarere Besitzverhältnisse und besser vorhersehbare Lebenszyklen für Ressourcen hervor. Das soll die technische Grundlage robuster und leichter wartbar machen.

GTK4-Oberfläche mit mehr Funktionen

Auch die grafische Anwendung haben die Entwickler in Zig neu geschrieben. Sie bietet weiterhin Paketansichten als Liste oder Raster. Hinzu kommen sortierbare Spalten, Filter für installierte Pakete sowie ausführlichere Angaben zu Paketquellen und Abhängigkeiten.

Für das AUR überarbeitet Shelly unter anderem die Auswahl optionaler Abhängigkeiten, Vorschauen für PKGBUILD-Dateien und die Anzeige der makepkg-Ausgabe. Vor AUR-Updates kann Shelly nun alle geänderten PKGBUILDs gesammelt zur Prüfung anzeigen, bevor die Transaktion beginnt. Ein PKGBUILD legt fest, wie ein AUR-Paket aus seinen Quellen gebaut wird. Die Vorschau hilft Nutzern daher, Änderungen vor dem Paketbau nachzuvollziehen [2].

Die Fortschrittsanzeige für Aktualisierungen und Transaktionen soll auch längere Vorgänge darstellen, ohne die Oberfläche zu blockieren. Wartungsfunktionen bündelt Shelly auf einer neuen Seite für Dienstprogramme. Dazu zählen die Synchronisierung der Paketdatenbanken, das Beheben veralteter Sperrdateien, die Cache-Bereinigung und das Entfernen verwaister Pakete.

Einheitliche Kommandozeile

Die CLI wurde ebenfalls von Grund auf neu geschrieben. Sie behält sowohl ausgeschriebene Befehle als auch Pacman-ähnliche Kurzoptionen. Ein gemeinsamer Befehlskatalog dient als Grundlage für Hilfe, Dokumentation und Shell-Vervollständigungen. Neben Fish und Zsh kann Shelly nun auch Vervollständigungen für Bash erzeugen.

Mit shelly <Suchbegriffe> kann das Werkzeug die offiziellen Paketquellen und das AUR durchsuchen. Ausgewählte Treffer lassen sich anschließend direkt in den Installationsablauf übernehmen. Aktualisierungsprüfungen und Upgrades koordinieren reguläre Arch-Pakete, AUR-Pakete, AppImages und Flatpaks. Fehlt ein optionales Backend, sollen Aktualisierungen aus den übrigen unabhängigen Quellen dennoch weiterlaufen.

Weitere Updates gibt es beim Export und Import von Paketlisten im TOML-Format, Paketmarkierungen, Downgrades, Arch-News, Schlüsselringe, pacnew- und pacsave-Dateien sowie die Bereinigung des Paket-Caches. Für unterstützte Befehle bleibt eine strukturierte JSON-Ausgabe verfügbar. Das ist für Skripte verlässlicher als die menschenlesbare Standardausgabe, deren genaue Form sich durch den umfassenden Umbau geändert haben kann.

Flatpak-Unterstützung ausgelagert

Flatpak-Unterstützung liefert Shelly 3 als separates Paket namens shelly-flatpak-backend aus. Wer ausschließlich Pacman, das AUR oder AppImages verwendet, benötigt damit keine Flatpak-Bibliotheken wie libflatpak, GLib/GIO und OSTree.

Shelly kommuniziert mit dem Zusatzmodul über eine ABI (Application Binary Interface). Das Hauptprogramm prüft die Version vor der Nutzung und soll inkompatible Backends sauber ablehnen. Ohne das Zusatzmodul bleiben die Funktionen für ALPM, AUR und AppImages ebenso verfügbar wie Hilfe, Versionsabfrage und Shell-Vervollständigungen. Bei Flatpak-Befehlen weist Shelly auf fehlende Voraussetzungen hin.

Wer Flatpaks weiterhin mit Shelly verwalten will, benötigt neben Flatpak selbst das genannte Paket shelly-flatpak-backend. Vorhandene Konfigurationsdateien haben Vorrang vor den neuen Standardwerten; unbekannte alte Felder ignoriert das Programm. Automatisierungen sollten die neue CLI-Hilfe prüfen und, wo verfügbar, auf JSON-Ausgaben umstellen. AUR-Builds in einem sauberen Chroot bleiben über die Kommandozeile verfügbar, die entsprechende Option fehlt jedoch vorerst in der grafischen AUR-Ansicht.


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https://www.heise.de/-11385187

Links in diesem Artikel:

  1. https://github.com/Seafoam-Labs/Shelly-ALPM/releases/tag/v3.0.0%2B9
  2. https://www.heise.de/news/Angriffswelle-auf-Arch-Linux-Hunderte-Paketbeschreibungen-mit-Malware-im-AUR-11330029.html
  3. https://www.heise.de/ix
  4. mailto:fo@ix.de

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  • 30. Juli 2026 um 11:56

Anzeige: Die Enterprise-D von Lego verließ Amazons Lager nie günstiger

Von Benjamin Gründken

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Die Enterprise-D von Lego kommt auf 3.600 Teile. (Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Lego; Montage: Golem) amazon Affiliate

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Die U.S.S. Enterprise NCC-1701-D drang unter dem Kommando von Captain Jean-Luc Picard sieben Jahre lang dorthin vor, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

2371 beschädigte sie ein klingonischer Bird of Prey schwer. Die Crew der Enterprise konnte das angreifende Schiff zwar zerstören, doch die Enterprise selbst erlitt dabei so schwere Schäden, dass ein Warpkernbruch folgte. Commander Riker koppelte zunächst die Antriebssektion ab. Als die explodierte, geriet die Untertassensektion durch die Explosionswelle in die Atmosphäre von Viridian 3. Dort erlitt sie eine Bruchladung.

Damals hieß es, die Enterprise-D könne nicht mehr geborgen werden. Star Trek: Picard belehrte Fans eines Besseren. Die Sternenflotte ließ die Untertassensektion demnach bergen und ins Flottenmuseum bringen. Geordi La Forge restaurierte das Galaxy-Klasse-Raumschiff dort über Jahre in Eigenregie. Da er den hinteren Teil nicht mehr aufbauen konnte, ersetzte er ihn durch die Antriebsektion eines ausgemusterten Schwesterschiffs.

2401, als keine Alternativen zur Verfügung standen, half die Enterprise-D ein letztes Mal bei der Rettung des Universums.

Lego reaktivierte die Enterprise-D erst im November

In der realen Welt reaktivierte Lego das legendäre Schiff im November 2025. Das Icons-Set 10356 bietet 3.600 Teile und neun Minifiguren. Picard, Riker, Data und der Rest der Führungsoffiziere sind an Bord, ebenso die damals von Whoopi Goldberg gespielte Nebenfigur Guinan und der in der vierten Staffel aus dem Hauptcast ausgestiegene Wesley Crusher.

Ein Makel ist der Einsatz von Stickern. Vereinzelt kommen zwar Drucke zum Einsatz, aber nicht durchgängig. Dafür lässt sich, anders als früher bei Bluebrixx, die Untertassensektion abkoppeln. Den Splint hinter der Hauptshuttlerampe verdeckt ein landendes Shuttle.

Bisher bester Amazon-Preis

Während Lego eine UVP von 379,99 Euro ausweist, ist die Enterprise-D von Lego bei Amazon inzwischen auf 330,59 Euro gefallen

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. Günstiger war sie laut Preistracker dort nie. Selbst am Prime Day zahlten Kunden vergangenen Monat mehr. Damals zeigte das Preisschild 339,99 Euro an. 373,39 Euro nennt der Preistracker als 90-Tage-Mittel, exklusive Prime.

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Wie lange Amazon die Offerte aufrechterhält? Muss sich erweisen. Im Geizhals-Preisvergleich sind mittlerweile 21 Shops mit einem Angebot für das Klemmbausteinset gelistet. Amazon macht den derzeit zweitbesten Preis. Am günstigsten ist der dänische Händler Proshop, der 319 Euro aufruft. Hinzu kommen aber noch Versandkosten in Höhe von 5,99 Euro.

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  • 30. Juli 2026 um 19:37

Anzeige: Saugroboter mit Wischfunktion von Roborock günstig wie nie bei Amazon

Von Erik Körner

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Mit dem Roborock Qrevo S5V geschieht die Bodenreinigung wie von selbst. Amazon verkauft den Saugroboter so günstig wie nie im befristeten Angebot.
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Niemand wischt oder saugt gerne, vor allem nicht bei dem derzeitigen Wetter. Zum Glück ist jetzt die beste Gelegenheit, günstig einen hochwertigen Saugroboter mit Wischfunktion zu bestellen, der den lästigen Job übernimmt. Der Roborock Qrevo S5V mit smarter Dockingstation und App-Support ist bei Amazon erstmals für unter 400 Euro im Angebot. Gegenüber dem Durchschnittspreis der letzten drei Monate sparen Käufer fast 150 Euro. Der Rabatt gilt spätestens bis zum 2. August.

Darum lohnt sich der Saugroboter mit Wischfunktion von Roborock

Ausgestattet mit einem bürstenlosen Motor mit 12.000 Pa Saugkraft, entfernt der Roborock Qrevo S5V zuverlässig Schmutz, Staub oder Tierhaare – ob von Teppichen oder Hartböden. Sein ausziehbarer Mopparm kommt an schwer erreichbare Stellen und auch um Möbelfüße. Damit niedrigflorige Teppiche nicht mitgeschwischt werden, kann der Saugroboter seinen Mopp automatisch bis zu 10 mm anheben. Ein Zero-Tangle-System verhindert, der Name verrät es schon, dass Haare und Fell beim Saugen verfilzen oder den Sauger verstopfen.

Roborock liefert den Qrevo S5V mit einer smarten Dockingstation, das seine Pflege und Instandhaltung massiv vereinfacht. Im Dock wird der Saugroboter automatisch gereinigt und per Warmluft getrocknet, mit Wasser gefüllt, entstaubt und schnell aufgeladen. Laut Hersteller muss der Staubtank nur alle sieben Wochen entleert werden; der Wassertank soll für bis zu 330 m² Fläche reichen.

Für eine möglichst effiziente Reinigung hat der Roborock Qrevo S5V ein Lidar-basiertes Navigationssystem. Damit soll der Saugroboter 360-Grad-Scans erstellen können und detaillierte Karten von Wohnung und Haus zeichnen, auch über bis zu vier Etagen. Einmal auf seine Reise geschickt, erkennt der Qrevo S5V Hindernisse automatisch. Auf Wunsch lassen sich über die zugehörige App No-Go-Zonen oder unsichtbare Wände einrichten sowie Reinigungs- und Zeitpläne erstellen, die Reinigungsstärke oder der Wischmodus anpassen. Praktisch: Der Qrevo S5V unterstützt Sprachsteuerung via Alexa, Siri oder Google Home und ist mit Apple Watches kompatibel.

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. Verglichen mit der unverbindlichen Preisempfehlung sparen Käufer bis zu 49 Prozent.

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  • 30. Juli 2026 um 19:10

Wohnungsstich: Oberlandesgericht lässt Glasfaser der Telekom wieder rückbauen

Von Achim Sawall
Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat der Deutschen Telekom untersagt, gebäudeinterne Anschlüsse ohne Zustimmung des Eigentümers zu verlegen.
Sind der bestehende Netzbetreiber die Stadtwerke Heidelberg? (Bild: Stadtwerke Heidelberg)
Sind der bestehende Netzbetreiber die Stadtwerke Heidelberg? Bild: Stadtwerke Heidelberg

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat der Deutschen Telekom untersagt, ohne Zustimmung des Gebäudeeigentümers FTTH im Wohnungsstich auszubauen. Wie der Branchenverband Buglas am 30. Juli 2026 bekannt gab, wurde der Rückbau bereits installierter Infrastruktur angeordnet.

Das Urteil vom 24. Juni 2026 (Aktenzeichen 6 W 15/26) ist laut Buglas die erste obergerichtliche Entscheidung zum Verhältnis der seit November 2025 geltenden EU-Gigabit-Infrastrukturverordnung (GIA) zu den Duldungsregelungen des Telekommunikationsgesetzes. Da der Prozess über einen Ausbau in Heidelberg geführt wurde, könnten die Stadtwerke Heidelberg in dem Wohnhaus der angestammte Netzbetreiber sein. Das Unternehmen ist Mitglied im Breko.

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass weder Artikel 11 Absatz 4 GIA noch Paragraf 145 Absatz 1 TKG den gebäudeinternen Glasfaserausbau gegen den Willen des Eigentümers ermöglichten, und verwies den Netzbetreiber auf die Nutzung der vorhandenen Kupferleitung mit G.Fast.

Buglas: "Technik von gestern als Maßstab für Infrastruktur von morgen"

Buglas-Chef Max Bunse sagte: "Solche Entscheidungen waren zu befürchten. Leidtragende sind vor allem die Mieterinnen und Mieter: Sie können zwar einen Glasfaseranschluss bestellen. Ob er auch gelegt werden darf, entscheidet nach der Rechtsprechung des OLG ihr Vermieter. Das Urteil erklärt die Technik von gestern zum Maßstab für die Infrastruktur von morgen und nimmt Millionen Haushalten in Mehrfamilienhäusern die freie Wahl ihres Anschlusses."

Damit sei ein zügiger, flächendeckender Glasfaserausbau bis in alle Wohnungen unmöglich, eine unmissverständlichen Klarstellung zum Vollausbau mit FTTH sei dringender denn je. Im Buglas ist die Telekom ein führendes Mitglied.

Beim Branchenverband Breko ordnete man das Urteil anders ein: "Die Entscheidung des Oberlandesgericht Karlsruhe ist durchaus bemerkenswert. Da das Urteil aber im Eilverfahren und somit grundsätzlich vorläufig erfolgte sowie keine Entscheidung in der Hauptsache bedeutet, sollte man es nicht überbewerten", sagte Sven Knapp vom Vorstand des Verbands Golem auf Anfrage.

Eine Bremse für den Glasfaserausbau sei es nicht, da der Ausbau von Mehrfamilienhäusern ohne Zustimmung des Gebäudeeigentümers ein Ausnahmefall sei.

"Hinzu kommt, dass das Telekommunikationsunternehmen in dem konkreten Fall offenbar keinerlei Vorabsprachen zum Ausbau mit dem Gebäudeeigentümer getroffen und den Ausbau offenbar nicht einmal vorher angekündigt hatte. Der Glasfaserausbau der Netzebene 4 erfolgt meist in enger Zusammenarbeit zwischen Telekommunikationsanbietern und Gebäudeeigentümern", betonte Knapp.

Mit Blick auf die geplante gesetzliche Regelung eines Glasfaser-Vollausbaurechts in Mehrfamilienhäusern finde der Breko es "absolut richtig und notwendig, dass die Bundesregierung dieses an konkrete Voraussetzungen knüpft und nicht schrankenlos gewährt". Hierzu zähle die vorherige Abstimmung mit dem Gebäudeeigentümer über den Leitungsweg im Gebäude.

Laut Urteil (Seite 37) war aber die fehlende Absprache nicht entscheidend, sondern "das Recht auf Verlegung neuer Netzinfrastruktur scheiterte hier (...) daran, dass dies (...) nur statthaft ist, soweit keine Nutzung bestehender Netzinfrastruktur (...) möglich ist, mit der der Betreiber seinen Telekommunikationsdienst ohne spürbare Qualitätseinbußen bis zum Endnutzer bereitstellen kann.".

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  • 30. Juli 2026 um 19:07

Beginnt die EU, Medien als strategische Infrastruktur zu begreifen?

Von Telepolis
KI-Grafik zeigt Funkturm über Europa-Karte

KI-generierte Grafik

Gegen die Dominanz amerikanischer Plattformen sucht Europa nach einer eigenen Medienstrategie. Arte könnte zu ihrem ersten sichtbaren Baustein werden.

Chips, Cloud, KI, Verteidigung: In all diesen Bereichen bemüht sich die EU seit Jahren um mehr strategische Souveränität. Nun gerät ein weiterer Bereich in den Blick: der Informationsraum. Mit Arte könnte erstmals eine paneuropäische Medienplattform entstehen – nicht mehr nur als Kulturprojekt, sondern als Teil europäischer Souveränitätspolitik.

Der deutsch-französische Kultursender könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen – nicht als klassischer Fernsehsender, sondern als erste paneuropäische Medienplattform.

Wie die Gewerkschaft ver.di in ihrem Medienmagazin M aktuell berichtet, arbeitet Arte kontinuierlich am europäischen Ausbau [1]. Erreicht wurde schon einiges.

Die Streaming-Plattform arte.tv ist mittlerweile in sieben Sprachen verfügbar, einzelne Formate sogar in zehn.

Mehr als ein Viertel der Videoabrufe entfällt auf Nutzer außerhalb Deutschlands und Frankreichs. Das Partnernetzwerk umfasst inzwischen 14 öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten in Europa.

Von der Kulturförderung zur Infrastrukturpolitik

Das ist mehr als bloß eine Modernisierung eines Kultursenders. Dahinter stehen Anzeichen für einen grundlegenden Perspektivwechsel. Medien gelten in Brüssel zunehmend nicht mehr nur als Kultur- oder Wirtschaftsgut, sondern als strategische Infrastruktur.

Das machte der deutsche Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer im Frühsommer dieses Jahres klar, als er das Ziel [2] einer "selbstbewussten Kultur- und Medienpolitik, die Europas Souveränität stärkt" ausrief.

Mit dem geplanten EU-Programm "Agora-EU" könnten künftig "pan-europäische Projekte entwickelt werden, die ein Gegengewicht zur monopolartigen Dominanz großer Online-Plattformen bilden".

Damit verändert sich der Stellenwert von Medien in der europäischen Politik. Lange beschränkte sich die EU auf Regulierung und Förderung. Nun entsteht erstmals die Vorstellung einer gemeinsamen europäischen Medieninfrastruktur – vergleichbar mit Projekten wie Galileo, IRIS² oder dem European Chips Act.

Die Europäische Kommission kündigte an, 7,4 Millionen Euro für drei europäische Medien-Hubs [3] bereitzustellen, die über EU-Angelegenheiten berichten. Eines davon wird von Arte koordiniert.

KI-gestützte Übersetzung als Schlüsseltechnologie

Was lange an den Sprachgrenzen Europas scheiterte, könnte erstmals technisch lösbar werden. KI-gestützte Übersetzung und Synchronisation verändern die Voraussetzungen für paneuropäische Medien grundlegend.

Das EU-finanzierte Pilotprojekt Mosaic [4] soll unter Beweis stellen, dass KI-gestützte Transkription, Übersetzung und Untertitelung über acht Sprachen hinweg funktioniert – sogar für weniger verbreitete Sprachen wie Katalanisch, Slowenisch oder Estnisch.

Die EU-Kommission [5] veröffentlichte im Frühjahr 2026 eine Ausschreibung für die nächste Phase eines "European TV and Video News Portal".

Mit 5,5 Millionen Euro sollen über 24 Monate Pilotprojekte gefördert werden, die vertrauenswürdige Nachrichten und Informationen im öffentlichen Interesse sprachübergreifend zugänglich machen.

Historische Parallelen zu Airbus und Galileo

Europa hat Erfahrung mit gemeinsamen Infrastrukturprojekten. Airbus entstand in den 1970er-Jahren als Antwort auf die amerikanische Dominanz in der Luftfahrt. Das Satellitennavigationssystem Galileo sollte die Abhängigkeit von GPS reduzieren.

Das geplante Satellitensystem IRIS² soll sichere Kommunikation gewährleisten. Arte könnte nun der Versuch werden, erstmals auch eine europäische Medieninfrastruktur aufzubauen.

Der Unterschied: Während Airbus und Galileo technische Systeme sind, geht es bei Medien um Inhalte, Meinungsvielfalt und demokratische Öffentlichkeit.

Die französische Kulturministerin Rachida Dati [6] erklärte beim EU-Kulturministerrat im November 2025, das Projekt trage "direkt zur europäischen Kultur bei, die synonym für Souveränität und strategische Autonomie" sei.

Konkurrenz zu YouTube und TikTok?

Die Konkurrenz besteht dabei weniger aus klassischen Fernsehsendern als aus globalen Plattformen wie YouTube, TikTok oder Instagram, die einen Großteil der digitalen Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Arte setzt dem kein Massenangebot entgegen, sondern Vertrauen, redaktionelle Qualität und Mehrsprachigkeit – Eigenschaften, die aus Sicht der EU zu einer widerstandsfähigen europäischen Informationsordnung beitragen können.

Beim Sender ist man "angesichts der aktuellen Herausforderungen in Europa" vom Nutzen grenzüberschreitende Medienangebote überzeugt [7]. Man biete "einen wichtigen Beitrag für Demokratie, gegenseitiges Verständnis, kulturelle Vielfalt und auch die Resilienz der europäischen Informationsräume".

Die Frage ist, ob eine öffentlich-rechtliche Plattform tatsächlich eine europäische Öffentlichkeit schaffen kann. Die Konkurrenz ist gewaltig: YouTube, TikTok und Instagram dominieren die Aufmerksamkeit junger Nutzer.

Dass mehr als ein Viertel der Videoabrufe bei Arte bereits auf Nutzer außerhalb der Kernmärkte Deutschland und Frankreich entfällt, wird als Indiz dafür bewertet, dass Nachfrage besteht.

Offene Finanzierungsfragen

Noch ist unklar, wie viel Geld Arte für die weitere Europäisierung erwarten kann. Der nächste mehrjährige Finanzrahmen der EU für 2028 bis 2034 ist noch nicht vereinbart.

Gerade diese Unsicherheit zeigt jedoch, dass Europa erst am Anfang eines strategischen Kurswechsels steht. Anders als bei Galileo oder dem Chips Act muss sich erst noch zeigen, welchen politischen Stellenwert eine gemeinsame Medieninfrastruktur tatsächlich erhält.

Deutschland und Frankreich unterzeichneten im August 2025 eine Absichtserklärung zur Europäisierung von Arte [8]. Staatsminister Weimer dazu:

"In einer Zeit, da Autokratien und Diktaturen den globalen Meinungsmarkt mit Desinformationen überfluten, ist die Zusammenarbeit im Medienbereich wichtiger denn je."

Die eigentliche Geschichte ist deshalb nicht, dass Arte europäischer werden soll. Entscheidend ist der Perspektivwechsel dahinter: Die EU beginnt, den Informationsraum als strategische Infrastruktur zu behandeln – ähnlich wie Halbleiter, Satelliten oder Cloud-Dienste.

Ob Arte daraus tatsächlich zur ersten europäischen Medienplattform heranwächst oder ein ambitioniertes Nischenprojekt bleibt, weist über die Zukunft des Kultursenders hinaus.


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https://www.heise.de/-11386397

Links in diesem Artikel:

  1. https://mmm.verdi.de/aktuelle-meldungen/arte-soll-europaeischer-werden-108601
  2. https://mmm.verdi.de/aktuelle-meldungen/arte-soll-europaeischer-werden-108601
  3. https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/commission-awards-eu74-million-media-reporting-european-affairs
  4. https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/mosaic-paves-way-european-multilingual-information-space
  5. https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/supporting-multilingual-access-trusted-news-and-public-interest-information-across-europe
  6. https://www.culture.gouv.fr/presse/archives-presse/archives-dati/deplacement-ministre-old-dati/deplacement-de-rachida-dati-ministre-de-la-culture-conseil-education-jeunesse-culture-et-sport-de-l-union-europeenne-bruxelles-vendredi
  7. https://mmm.verdi.de/aktuelle-meldungen/arte-soll-europaeischer-werden-108601
  8. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/deutschland-und-frankreich-vereinbaren-neue-medienallianz-gegen-desinformation-staatsminister-weimer-klares-bekenntnis-zu-einer-starken-europaeischen-stimme-in-der-welt--2382286

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  • 30. Juli 2026 um 16:00

Chinas Große Grüne Mauer: Bambus soll die Wüste aufhalten

Von Telepolis
Bambuspflanzen

China will für seine Grüne Mauer in Zukunft verstärkt auf Bambus setzen

(Bild: daibu255/Shutterstock.com)

Stroh verrottet, Plastik schadet der Natur: Chinesische Forscher erproben langlebige Bambus-Gitter gegen die Sandmassen. Das Projekt soll Schule machen.

Chinesische Wissenschaftler erproben Bambus als neues Mittel im Kampf gegen die Wüstenausbreitung im Norden des Landes. Bisherige Methoden – Stroh, Plastik, Pflanzen – stoßen an ihre Grenzen.

Nun soll die schnellwüchsige Pflanze der sogenannten Großen Grünen Mauer [1] neuen Schwung verleihen, berichtet [2] die Hongkonger South China Morning Post.

Bisherige Methoden mit klaren Schwächen

Unter Wüstenbildung (Desertifikation) versteht man die Degradierung fruchtbaren Landes zu wüstenähnlichem Terrain, verursacht durch Überweidung, Abholzung und den Klimawandel. Um dem entgegenzuwirken, hat China über Jahrzehnte ein tausende Kilometer langes Netz aus Sträuchern, Blühpflanzen und Wäldern angelegt sowie physische Sandbarrieren aus Stroh in Schachbrettmuster-Form errichtet.

Doch alle bisherigen Ansätze stoßen an Grenzen. Yu Yanglun, Forscher am Institut für Holzindustrie der Chinesischen Akademie für Forstwirtschaft in Peking, erläuterte in einem am 30. Juni auf sozialen Medien veröffentlichten Beitrag, dass Strohgitter als Sandbarrieren in der Regel nur zwei bis drei Jahre halten, bevor sie durch natürlichen Verfall ihre Wirkung verlieren.

Plastikbarrieren stabilisierten den Sand zwar ebenfalls, brächten jedoch langfristige ökologische Risiken mit sich, da Plastik nur sehr langsam abgebaut werde. Und auch der Einsatz von Bäumen und Sträuchern wie Artemisia [3] sei nicht unproblematisch: Wissenschaftler haben diese Pflanzen mit steigenden Pollenallergieraten in der Bevölkerung in Verbindung gebracht.

Angesichts dieser Probleme habe das Institut vorgeschlagen, Chinas reichhaltige Bambusressourcen in den Kampf gegen die Sandausbreitung einzubeziehen, so Yu. Bambus ist eine schnellwüchsige Riesengrasart, die natürlich in Asien, Afrika sowie Mittel- und Südamerika vorkommt. Er gilt als dauerhaft, stabil, flexibel und leicht und wird seit langem als Baumaterial genutzt, da er wenig Ressourcen benötigt und rasch nachwächst. China verfügt bereits über die größten Bambuswälder weltweit.

Tests in der Inneren Mongolei

Yu und weitere Forscher des Instituts haben laut einem Bericht der chinesischen Forst- und Graslandverwaltung vom vergangenen Jahr Fortschritte dabei erzielt, Bambus zu Sandbarrieren zu verarbeiten und zu verweben – sowohl als flache Quadrate als auch als höhere Schutzwände. Im Vergleich zu Plastikbarrieren seien diese nachwachsend, biologisch abbaubar und beständig gegenüber Lichteinwirkung, heißt es in dem Bericht.

Die Lebensdauer der Bambusbarrieren betrage drei bis zehn Jahre, und die Gesamtkosten ließen sich so um mehr als 20 Prozent senken. Bereits getestet wurden die Barrieren in der Provinz Qinghai sowie im Autonomen Gebiet Innere Mongolei. Laut dem Bericht könnten sie sowohl stroh- als auch plastikbasierte Methoden in verschiedenen Klimazonen und Sandtypen ersetzen.

Zusätzlich erforsche das Institut weitere Ansätze zur Desertifikationskontrolle, darunter die Kultivierung essbarer Pilze zur Anreicherung sandiger Böden, wie Yu in seinem Artikel schrieb.

Fünfjahresplan setzt Bambusprojekte auf die Agenda

Am 22. Juli veröffentlichte Peking einen neuen Fünfjahresplan zur Erhaltung von Wäldern und Grasland, der auch Projekte im Rahmen der Grünen Mauer bis 2030 umfasst.

Der Plan sieht unter anderem den Ausbau ertragstarker Bambus-Plantagen sowie mehr technologische Innovation vor, um Plastik durch biologisch abbaubare Alternativen auf Bambusbasis zu ersetzen. Damit erhält der Forschungsansatz von Yu und seinen Kollegen nun auch offizielle politische Rückendeckung.


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https://www.heise.de/-11385977

Links in diesem Artikel:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Chinas_Gr%C3%BCne_Mauer
  2. https://www.scmp.com/news/china/science/article/3361945/chinese-scientists-turn-bamboo-strengthen-great-green-wall
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Artemisia_(Gattung)

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  • 30. Juli 2026 um 14:00

Designer-Enzyme: Wie die Universität Bayreuth Proteine revolutioniert

Von Telepolis
abstrakte Darstellung eines großen Eiweißmoleküls in Form gefalteter, farbiger Bänder

Abstrakte Darstellung eines Enzyms,

(Bild: Sergei Drozd, shutterstock)

Mittels Computer-Design hat die Universität Bayreuth hochaktive Enzyme erschaffen. Noch ist die Technologie im Labor- und Teststadium.

Die chemische Industrie steht vor einer Zeitenwende [1]: Enzyme – biologische Katalysatoren, die Reaktionen beschleunigen – gelten als Schlüssel für eine nachhaltigere Produktion. Doch natürliche Enzyme reichen oft nicht aus.

Daher arbeiten Forscher an künstlichen Enzymen, die am Computer entworfen werden. Ein Team der Universität Bayreuth hat nun einen entscheidenden Durchbruch erzielt: Sie verwandelten Proteingerüste in hochaktive Enzyme.

Enzyme sind vergleichsweise riesige Eiweißkomplexe und die Arbeitspferde der Natur. Sie beschleunigen biochemische Reaktionen und arbeiten dabei hochspezifisch – eine Eigenschaft, die sie für die chemische Industrie attraktiv macht.

Während herkömmliche chemische Verfahren oft hohe Temperaturen, Drücke und aggressive Lösungsmittel benötigen, laufen enzymatische Reaktionen unter milden Bedingungen ab. Das spart Energie und vermeidet Abfall.

Von der Nische zur Industrie

Die Biokatalyse – der Einsatz von Enzymen in chemischen Prozessen – hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten von einer Nischentechnologie zu einer etablierten Methode [2] entwickelt. Besonders in der Pharmazie ist sie nicht mehr wegzudenken.

So wird etwa das Diabetes-Medikament Sitagliptin wird mittels einer speziell optimierten Transaminase hergestellt [3]. Auch in der Kosmetikindustrie haben Enzyme Fuß gefasst. Die Firma Evonik nutzt eine immobilisierte Lipase, um Ester für kosmetische Anwendungen herzustellen.

Dieser enzymatische Prozess läuft bei 60 bis 80 Grad Celsius ab, während die chemische Alternative Temperaturen über 180 Grad erfordert. Das spart nicht nur Energie: Bei den höheren Temperaturen entstehen Nebenprodukte, die aufwendig entfernt werden müssen. Der Lipase-Prozess liefert dagegen ein farb- und geruchloses Produkt.

Pharma, Kosmetik, Recycling

Ein eindrucksvolles Beispiel [4] ist auch das Recycling von Pet-Kunststoff. Im Jahr 2020 beschrieben Forschende eine hocheffiziente Esterase, die Pet in seine Bestandteile zerlegt. Das Enzym wurde durch "Protein-Engineering" – gezielte Veränderungen am Enzym-Bauplan – so optimiert, dass es Pet-Flaschen bei 60 Grad Celsius binnen Stunden abbauen kann.

Die gewonnene Terephthalsäure lässt sich zu neuem Pet verarbeiten, das die gleiche Qualität wie konventionell hergestelltes Material aufweist.

Am bekannstesten [5] dürfte jedoch die Beimengung von Enzymen in handelsübliche Waschmittel sein, wo sie den Verbrauch von Tensiden und Phosphaten mindern helfen.

Warum natürliche Enzyme oft nicht ausreichen

Natürliche Enzyme haben sich über Millionen Jahre für ihre Aufgabe im Stoffwechsel entwickelt. Für industrielle Anwendungen müssen sie meist erst angepasst werden. Die Bedingungen in einer Chemiefabrik sind jedoch ganz andere als im Körper: höhere Konzentrationen, andere pH-Werte, manchmal auch organische Lösungsmittel.

Zudem sind viele der riesigen und komplizierten Eiweißmoleküle entweder nicht stabil genug oder arbeiten zu langsam.

Die Lösung heißt Protein-Engineering. Dabei werden gezielt Veränderungen in die Aminosäuresequenz des Enzyms eingebaut. Eine bewährte Methode ist die "gerichtete Evolution": Man erzeugt viele Varianten eines Enzyms, testet sie und wählt die besten aus.

Das TIM-Barrel-Rätsel: Wie leere Proteinhüllen aktiv werden

Und wenn kein passendes natürliches Enzym existiert? Dann kommen synthetische Enzyme ins Spiel.

Ein Forschungsteam der Universität Bayreuth hat nun gezeigt [6], wie sich völlig neue Enzyme auf dem Reißbrett entwerfen lassen. Dafür konzentrierten sich die Forschenden auf eine Proteinstruktur namens TIM-Barrel – eine Art "Fässchen" aus acht parallel angeordneten Eiweißsträngen.

Diese Faltung kommt in etwa zehn Prozent aller bekannten Enzyme vor und ist extrem vielseitig: Sie kann nahezu alle Reaktionstypen unterstützen.

Eiweiße ohne Katalysefunktion

Bereits vor einigen Jahren gelang es, künstliche TIM-Barrel am Computer zu entwerfen; diese wiesen die korrekte Struktur auf, lösten aber keine Reaktionen aus. Sie waren gewissermaßen leere Hüllen.

Dem Team in Bayreuth ist es nun gelungen, diese Enzymhüllen um eine maßgeschneiderte "aktive Tasche" zu erweitern. Eine solche aktive Tasche ist das Herzstück jedes Enzyms. Hier findet die chemische Reaktion statt. Dieses Ergebnis veröffentlichte [7] das Team um Dr. Julian Beck, dem Erstautor der Studie in der Fachzeitschrift Nature Chemical Biology.

Das Ergebnis übertraf die Erwartungen: Bereits in der ersten Designrunde erreichte das neue Enzym in einer Testreaktion eine katalytische Effizienz, die siebenmal höher lag als bei vergleichbaren Enzymen. Nach weiteren Optimierungsschritten entstand eine Variante, die noch aktiver war.

AlphaFold und KI: Die neuen Werkzeuge der Enzym-Designer

Was hat diesen Durchbruch ermöglich? Ein entscheidender Faktor ist die mittlerweile enorme Menge an verfügbaren Daten. Hinzu kommen Methoden des maschinellen Lernens, die es erlauben, Muster in diesen Daten zu erkennen und Vorhersagen über die Eigenschaften von Enzymen zu treffen.

Gleichzeitig wuchsen die Fähigkeiten, Proteinstrukturen automatisiert zu generieren. Lange Zeit war die experimentelle Strukturaufklärung – etwa durch Röntgenkristallographie – ein Flaschenhals. Heute können Algorithmen wie AlphaFold aus der Aminosäuresequenz eines Proteins dessen dreidimensionale Struktur mit hoher Genauigkeit vorhersagen.

Und schließlich können teure Hilfsstoffe mittlerweile recycelt werden. Viele Enzyme benötigen sogenannte Kofaktoren – kleinere Moleküle, die an der Reaktion beteiligt sind. Ein Beispiel ist Nadph [8], das bei Reduktionsreaktionen gebraucht wird.

Für industrielle Anwendungen wäre Nadph allerdings viel zu teuer. Deshalb wird ein zweites Enzym eingesetzt, das das Nadph ständig regeneriert. Solche Systeme sind inzwischen so ausgereift, dass sie auch im großen Maßstab funktionieren.

Die Zukunft

Mittlerweile arbeiten die Forscher daran, Enzyme zu entwickeln, die Kohlendioxid aus der Luft in nützliche Chemikalien umwandeln. In einem besonders ehrgeizigen Projekt gelang es bereits, Stärke aus CO2 aufzubauen – ein Prozess, der normalerweise in Pflanzen abläuft.

Auch könnten enzymatische Recyclingverfahren für weitere Kunststoffe wie Polyamide oder Polyurethan entwickelt werden.

Ein weiteres Ziel ist die Kombination von chemischer und enzymatischer Katalyse. Viele komplexe Moleküle lassen sich am effizientesten herstellen, wenn beide Ansätze kombiniert werden.


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  1. https://www.laborpraxis.vogel.de/wie-die-biokatalyse-die-chemie-revolutioniert-a-9e4ceb62e0aa2328c2f92a945f0cd17f/
  2. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.202006648
  3. https://www.n-tv.de/wissen/Gerichtete-Evolution-im-Einsatz-article928903.html
  4. https://www.aaas.org/news/science-newly-identified-bacteria-break-down-tough-plastic
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Waschmittelenzym
  6. https://idw-online.de/de/news873446
  7. https://www.nature.com/articles/s41589-026-02250-w
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Nicotinamidadenindinukleotidphosphat

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  • 30. Juli 2026 um 12:00

Anthropics Claude entdeckt Schwachstelle in Krypto-Algorithmus

Von Heise
Lichtkugel im Dunkeln mit ausbreitenden Sphären

(Bild: remotevfx.com/Shutterstock.com)

Mit der KI Claude hat Anthropic Schwachstellen in Kryptoalgorithmen gesucht. Bei einem Post-Quanten-Krypto-Kandidaten wurde sie fündig.

Anthropic hat seine Künstliche Intelligenz [1] Claude kryptografische Algorithmen prüfen lassen. Dabei deckte die KI Schwächen im Post-Quanten-Kryptografie-Algorithmus-Kandidaten HAWK auf, die zu einer effektiven Verkürzung der Schlüssellänge und somit für einige Szenarien leichter knackbare Verschlüsselung führen.

Davon berichtet Anthropic im Forschungsblog [2]. Claude Mythos Preview hat demnach einen verbesserten Angriff auf das digitale Signaturschema HAWK entdeckt, das eigentlich gegen Angriffe von Quantencomputern sicher sein soll (PQC, Post Quantum Cryptography). Das NIST sucht seit 2022 nach solchen Signaturschemen, HAWK war ein Kandidat, der es bis zur dritten Prüfungsrunde geschafft hat. Mythos Preview hat hier einen Angriff entwickelt, der die Entschlüsselungszeit massiv reduziert, da er die effektive Schlüssellänge fast halbiert, erklärt Anthropic. Für kleine Schlüsselgrößen wie bei HAWK256 reduziert sich der Wiederherstellungsangriff auf 238, anstatt der eigentlichen Schlüssellänge 264. Für größere HAWK-Schlüssel bleibt der Angriff praktisch unmöglich, führen die IT-Forscher aus.

Einen weiteren Angriff haben Anthropics Forscher gegen eine Variante eines AES128-Ciphers gestartet. Dort wurden sie mit Mythos Preview fündig, allerdings bei einer abgespeckten Version, die lediglich sieben anstatt zehn Verschlüsselungsrunden dreht. Das erklären die KI-Programmierer damit, dass das bei Forschern üblich sei, um Einsichten in die Algorithmen und potenzielle Schwachstellen zu finden. In vorherigen Arbeiten gefundene Angriffe auf die abgespeckte Verschlüsselung konnte Mythos demnach um den Faktor 200 bis 800 beschleunigen. Dazu waren mehrere Tage und eine Milliarde Token nötig. Die Überprüfung durch Menschen erforderte nochmals hunderte Stunden.

Allerdings schränken sie auch ein, dass diese Ergebnisse keinen Einfluss auf die Bewertung der Knackbarkeit der vollen AES-Verschlüsselung haben. Zudem seien die Prämissen für den Angriff praktisch nicht erfüllbar, bereits für die vorausgehenden Arbeiten, auf die Anthropic dabei aufgesetzt hat, erklärt das Unternehmen dazu.

KI-Unterstützung bei IT-Sicherheitsforschung

Am Ende bleibt die Feststellung, dass KI mit hohem Einsatz – jeder der Angriffe hat rund 100.000 US-Dollar Token-Kosten erzeugt – bei der Erforschung von Verschlüsselungsalgorithmen hilfreich sein kann. Anthropic führt aus, dass dazu von den bedienenden Menschen keine größere Expertise nötig ist. Im konkreten Fall hatte der IT-Forscher zwar einen Hintergrund in Computerwissenschaften, jedoch keine ausgewiesenen weiterreichenden Kenntnisse in der zu knackenden Kryptografie.

Anthropic hat auch weitere Algorithmen attackiert und dabei ebenfalls leichte Optimierungen bekannter Angriffe erzielt, schreibt das Unternehmen. Die Erkenntnisse haben jedoch keinen Einfluss auf derzeitige Produktivsysteme, betont die KI-Schmiede.


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https://www.heise.de/-11384965

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  1. https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
  2. https://www.anthropic.com/research/discovering-cryptographic-weaknesses
  3. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&amp;wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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  • 30. Juli 2026 um 11:16

Angreifer missbrauchen Backdoor in Ciscos Firewall-Verwaltungssoftware

Von Heise
Cisco Logo an einem Gebäude

(Bild: Valeriya Zankovych/Shutterstock.com)

Angreifer missbrauchen fest einprogrammierte Zugangsdaten in Ciscos Firewall-Verwaltungssoftware. Updates sollen dagegen helfen.

Angreifer attackieren derzeit Ciscos Secure Firewall Management Center. Der Hersteller hat darin durch fest einprogrammierte Zugangsdaten für ein Konto faktisch eine Backdoor hinterlassen, die bösartigen Akteuren nun zur Anmeldung auf verwundbaren Instanzen dient.

Die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA hat die Schwachstelle [1] in den „Known Exploited Vulnerabilities“-Katalog aufgenommen. Cisco reagiert mit einer eigenen Sicherheitsmitteilung [2] auf das Problem. Die Schwachstelle betrifft das Webinterface der Secure-Firewall-Management-Center-(FMC)-Software. Aufgrund hartkodierter Zugangsdaten für ein Konto mit niedrigen Berechtigungen im System können Angreifer aus dem Netz auf die Instanzen und darauf verfügbare sensible Daten zugreifen (CVE-2026-20316, CVSS 5.3, Risiko „mittel“).

Cisco stufte die Auswirkungen abweichend vom reinen CVSS-Rating als „hohes“ Risiko ein. Als Grund nennen die Mitarbeiter, dass die Lücke sich mit anderen Schwachstellen in der Secure-FMC-Software verquicken lässt, um die Rechte im System auszuweiten. Ohne diese Lücke konkret zu nennen, hat Cisco zeitgleich eine Sicherheitsmitteilung [3] zu einer Sicherheitslücke aus dem März dieses Jahre [4]s aktualisiert, die das Ausführen von Skripten mit root-Rechten ermöglicht (CVE-2026-20079, CVSS 10, Risiko „kritisch“). Darin ergänzt Cisco dieselben Software-Hotfixes und nennt auch die IOCs. Allerdings fehlt im Abschnitt zu Exploits noch immer, dass Cisco um keinen Missbrauch im Netz wisse – das ist eher ein Hinweis darauf, dass Cisco die Meldung in Hast aktualisiert hat.

Keine Workarounds möglich

Zwar reduziere sich das Risiko, wenn das FMC nicht aus dem öffentlichen Internet erreichbar sei, erörtert Cisco. Jedoch gibt es keine (temporären) Gegenmaßnahmen, um die Sicherheitslücke anderweitig einzudämmen. Nur die Aktualisierung auf einen korrigierten Softwarestand helfe. Cisco stellt die Hotfixes auf die Versionen Cisco Firepower Management Center Hotfix_GB-7.0.9.1-3 sowie Secure Firewall Management Center Hotfix_HL-7.2.11.1-4, Hotfix_HG-7.4.7.1-3, Hotfix_CY-7.6.5.1-2, Hotfix_AM-7.7.12.1-2 und Hotfix_P-10.0.1.1-2 zum Herunterladen und Installieren bereit. IT-Verantwortliche sollten die Korrekturen umgehend anwenden.

Da Cisco [5] selbst auf aktiven Missbrauch der Schwachstelle hinweist, sollten Admins der FMC-Software davon ausgehen, dass ihre Installation kompromittiert wurde. Der Hersteller liefert auch Hinweise auf erfolgreiche Angriffe (Indicators of Compromise, IOC). Sofern bestimmte Einträge in den Logs auf Angriffe hindeuten, sollen Betroffene Ciscos Technical Assistance Center (TAC) um Unterstützung bei der Wiederherstellung bitten.

Vor zwei Wochen warnte die CISA ebenfalls vor Angriffen auf eine Schwachstelle in Cisco-Produkten [6]. Es handelte sich um eine Cross-Site-Request-Forgery-Sicherheitslücke in Ciscos IOS-Betriebssystem, die bereits seit 18 Jahren im Code geschlummert hat.


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  1. https://www.cisa.gov/news-events/alerts/2026/07/29/cisa-adds-one-known-exploited-vulnerability-catalog
  2. https://sec.cloudapps.cisco.com/security/center/content/CiscoSecurityAdvisory/cisco-sa-fmc-static-cred-BET3Cjh
  3. https://sec.cloudapps.cisco.com/security/center/content/CiscoSecurityAdvisory/cisco-sa-onprem-fmc-authbypass-5JPp45V2
  4. https://www.heise.de/news/Zwei-kritische-Root-Luecken-bedrohen-Cisco-Secure-Firewall-Management-Center-11199736.html
  5. https://www.heise.de/thema/Cisco
  6. https://www.heise.de/news/Alte-Cisco-Luecke-attackiert-Leitfaden-zum-Schutz-11363639.html
  7. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&amp;wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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  • 30. Juli 2026 um 09:28

Verschlüsselt, aber falsch: Gruppenchats anfällig für manipulierte Inhalte

Von Heise
Blick von unten in einen Kreis junger Menschen, die Smartphones in ihren Händen halten

Nur wenn alle Gruppenteilnehmer den Chatverlauf detailliert vergleichen, haben sie eine Chance die, Manipulation zu erkennen.

(Bild: DavideAngelini/Shutterstock.com)

Alle Mitglieder eines Gruppenchats sollten dieselben Inhalte sehen. Die üblichen Chat-Dienste stellen das nicht sicher. Das ist riskant.

Gruppenchats der großen Messaging-Dienste Whatsapp, iMessage, Signal und Threema sind zwar gut Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sodass Unbefugte nicht mitlesen können. Gegen Manipulation der angezeigten Inhalte in Gruppenchats sind sie aber nicht geschützt, wenn der Täter ein legitimes Gruppenmitglied ist oder das Gerät eines Mitglieds kontrolliert. Solchen Angreifern ist es möglich, Chatnachrichten zu senden, die die selbe Identifikationsnummer tragen, aber bei unterschiedlichen Empfängern unterschiedlichen Inhalt haben. Damit fällt die sogenannte transcript consistency: Die Chatteilnehmer haben plötzlich unterschiedliche Versionen des Chats und wissen das nicht.

Die falschen Mitteilungen können sogar in Zitaten anderer Chatteilnehmer erhalten bleiben, so dass ein Chatteilnehmer eine völlig falsche Vorstellung vom Chatverlauf haben kann. Beispiel: Die Chatrunde stimmt einem Vorschlag einhellig zu, doch ein Chatteilnehmer sieht Zustimmung zu einem völlig anderen Vorschlag. Oder: Ein böswilliges Gruppenmitglied schickt einen Hyperlink in die Runde, der zu einem lustigen Katzenbild führt. Nur einem Gruppenmitglied schickt der Täter einen Link, der Malwaredownload auslöst. Die Gruppe antwortet auf den lustigen Link mit Heiterkeit und Danksagung, was die Zielperson zum Klick auf den Link verleitet.

Oder: Die Einladung zu einem wichtigen Treffen ergeht für einen Teil der Teilnehmer für Montag, für andere, die der Angreifer lieber nicht dabeihaben möchte, für einen anderen Tag, nachdem bereits alle Beschlüsse gefasst sind. Oder: Den Moderatoren eines Chats werden stets lautere Inhalte gezeigt, während bestimmte Mitglieder mit unlauteren bedacht werden. Und so weiter und so fort.

Nutzt ein Teilnehmer unter dem selben Nutzerkonto mehrere Endgeräte für den Gruppenchat, können ihm unterschiedliche Inhalte auf unterschiedlichen Endgeräten zugemittelt werden (außer bei Threema, das dabei das Manko fehlender Forward Secrecy [1] aufweist). Auch die Unterdrückung einer Nachricht je nach Endgerät ist bei den drei anderen Diensten möglich. Das alles funktioniert, ohne Bruch von Verschlüsselung, nicht nur für Textmitteilungen, sondern auch für Multimedia-Inhalte. Zudem lassen sich Abstimmungen auf verschiedene Art und Weise manipulieren.

So geht Gruppenchat

Das hat eine österreichische Gruppe aus IT-Sicherheitsforschern um Gabriel Gegenhuber herausgefunden und Anfang Februar den vier Kommunikationsdiensten gemeldet. Obwohl Gruppenchats inzwischen auch für (kriegs)wichtige politische Entscheidungen auf oberster Ebene genutzt werden, plant keiner der vier Betreiber unmittelbare Maßnahmen um das Grundproblem auszumerzen.

Ende-zu-Ende-verschlüsselte Gruppenchats können auf unterschiedliche Weise realisiert werden. Threema, iMessage und früher auch Signal setzen auf paarweise Kommunikation: Sendet ein Teilnehmer eine Nachricht an die Gruppe, schickt sein Client im Hintergrund tatsächlich jeweils eine Kopie der Nachricht an jeden anderen Teilnehmer. Je größer die Gruppe, desto effizienter ist das derzeit von Signal und Whatsapp eingesetzt Verfahren, bei dem nur eine Nachricht vom Client an den Server geht, der sie dann an die anderen Chatteilnehmer weiterleitet („server fan-out‟). Nur für die ursprüngliche Übermittlung der notwendigen Verschlüsselungsschlüssel kommuniziert der Absender direkt mit den anderen Kommunikationspartnern.

Die Forscher haben für die böswilligen Mitteilungen offizielle (Signal und Threema) respektive inoffizielle (Whatsapp, iMessage) Clients genutzt und durch Softwarepatches angepasst. Auf Empfängerseite kam die übliche Software der Messagingdienste für Android, iOS, Linux, macOS, Windows, sowie Webbrowser zum Einsatz.

Paarweise Kommunikation

Bei paarweiser Kommunikation in Gruppenchats, wie Threema und iMessage sie einsetzen, ist der Trick naheliegend: Der Absender schickt, unter Verwendung des selben Nachrichten-ID, einfach unterschiedliche Inhalte an unterschiedliche Empfänger. Signal unterstützt, wohl aus Gründen der Rückwärtskompatibilität, sowohl paarweise Kommunikation als auch server fan-out.

Zudem können Whatsapp und Signal trotz standardmäßigem server fan-out dazu gebracht werden, automatisch auf paarweise Kommunikation zurückzufallen. Das tritt ein, wenn ein Empfänger eine Nachricht nicht entschlüsseln kann. Er fordert dann eine neuerliche Übertragung in paarweiser Kommunikation, schließlich müssen ja nicht alle Gruppenteilnehmer die Nachricht noch einmal erhalten, nur weil einer an ihrer Entschlüsselung scheitert.

Und dieses Scheitern kann absichtlich ausgelöst werden: Wie erwähnt, nutzen Whatsapp und Signal paarweise Kommunikation zur ursprünglichen Übermittlung der Entschlüsselungsschlüssel. Dort setzt der Angreifer an: Er sendet dem Zielclient absichtlich einen Schlüssel, mit dem dieser die „normalen‟ Chatnachrichten des Absenders gar nicht entschlüsseln kann. Dann löst jede normale Nachricht einen Fehler mit der Bitte um neuerliche, direkte Zusendung aus. Daraufhin schickt der böswillige Absender die gefälschte Nachricht mit der ID-Nummer der echten Nachricht.

Server fan-out

Doch auch im server-fan-out-Verfahren, bei dem der Client eine Nachricht an den Server schickt, der sie dann an die Gruppenmitglieder verteilt, ist Manipulation möglich. Die erwähnte Kann-ich-nicht-entschlüsseln-Fehlermeldung des Empfängers bittet zwar um neuerliche Zumittlung mit der paarweisen Methode. Doch diesen Teil der Bitte kann der Angreifer ignorieren und die verfälschte Nachricht als server fan-out absenden.

Dann geht die verfälschte Nachricht zwar an alle Gruppenmitglieder, deren Clients sehen aber die ID einer bereits erhaltenen Nachricht. Daher verwerfen sie die „Kopie‟ ohne Fehlermeldung und prüfen nicht, ob sie die neue Nachricht überhaupt entschlüsseln können. Nur die Zielperson erhält die falsche Nachricht, weil sie das Original nicht entschlüsseln konnte.

Aufgrund des besonders hohen Datenschutzes bei Signal gibt es dort noch einen zweiten Angriffsvektor: Während Whatsapp auf dem Server eine Liste aller Mitglieder einer Gruppe führt, tut Signal das nicht. Der Absender muss jeder Nachricht eine Liste aller Gruppenteilnehmer beilegen und kann dabei bestimmte Teilnehmer unter der Tisch fallen lassen. Sie erhalten diese Nachricht dann nicht, merken aber nichts von der Lücke.

Schwindel bei Zitaten

Ist eine falsche Nachricht einmal zugestellt, bleibt sie auch in Zitaten erhalten, beispielsweise wenn andere Gruppenmitglieder darauf reagieren und ihre Meinung zu dem zitierten Inhalt kundtun. Denn die Zitatfunktion überträgt aus Gründen der Datensparsamkeit standardmäßig nicht den eigentlichen Inhalt, sondern verweist nur auf die ID der zitierten Nachricht. Damit sieht der Empfänger eines Zitats dabei also stets jene Nachricht, die ihm ursprünglich zugemittelt wurde, sei es das Original oder die falsche Nachricht.

Gibt es die referenzierte Nachricht nicht, verweigern Threema und iMessage das Zitat. Signal und Whatsapp fallen jedoch darauf zurück, den Inhalt des Zitats zu übermitteln. Das ist durchaus nützlich, den ein neu zur Gruppe Hinzugestoßener soll ja mitreden können. Allerdings eröffnet das dem Angreifer die Möglichkeit, den angeblich zitierten Inhalt beliebig zu definieren. Das geht auch in 1-zu-1 Chats, ohne Gruppe. Hier ist zu hoffen, dass der Empfänger noch weiß, was er (nicht) von sich gegeben hat.

Signal blendet unter den angeblich zitierten Inhalt immerhin einen Hinweis ein, dass es die zitierte Nachricht nicht finden kann. Bei Whatsapp fehlen solche Hinweise. Und speziell der Desktop-Client Signals erlaubt Zitate von Nachrichten, die erst nach dem Zitat verschickt werden.

Schwindel mit Abstimmungen

Besonderen Spaß dürften die Forscher mit der Abstimmungs-Funktionen der vier Dienste gehabt haben. Keiner sichert die gestellte Frage kryptographisch ab. Bei iMessage, Signal und Threema kann ein Angreifer, der eine Abstimmung erstellt, unterschiedlichen Gruppenmitgliedern unterschiedliche Fragen stellen. Bei binären Fragen (ja/nein) unter Whatsapp, das Abstimmungen mittels Hash absichert, kann er die Antwortmöglichkeiten mit einander austauschen. Was der eine als Ja-Stimme erachtet, ist für den andern womöglich eine Nein-Stimme.

Zudem kann er bei Whatsapp bestimme Mitglieder von der Stimmenzählung ausschließen, in dem er etwa durch absichtliches Einfügen eines unsichtbaren Leerzeichens den Hashwert verändert. Stimmt der Hashwert dann nicht überein, verwirft Whatsapp die abgegebene Stimme einfach.

Bei Threema und Signal ist auch das Abstimmungsergebnis nicht sicher. Threema sieht vor, dass der Ersteller der Abstimmung den Stimmenstand allen Gruppenmitgliedern mitteilt. Da er einzelnen Mitgliedern verfälschte Nachrichten senden kann, kann er die angezeigten Stimmen einzelner Teilnehmer verändern, streichen oder hinzufügen.

Bei Signal verkündet zwar der Server das Abstimmungsergebnis. Doch kann der Angreifer im Voraus solche Mitteilungen erfinden und versenden. Das spätere, echte Abstimmungsergebnis wird von jenen Signal-Clients, die bereits ein gefälschtes Endergebnis erhalten haben, als vermeintliches Duplikat verworfen.

Schwindel durch Abstimmende

Dem nicht genug können auch die Abstimmenden Unfug treiben, indem sie unterschiedlichen Gruppenmitgliedern unterschiedliche Entscheidungen zusenden. Damit laufen die beim jeweilige Empfänger angezeigten Abstimmungsergebnisse auseinander. Bei Threema ist sogar möglich, mit manipulierten Nachrichten mehr als eine Stimme auf einmal in die Waagschale zu werfen, sowie versteckte Stimmen nachzureichen. Bei iMessage kann ein Täter im Namen anderer Gruppenmitglieder abstimmen.

Bei Whatsapp haben die Forscher entdeckt, dass iOS-Clients Abstimmungen anders verarbeiten als Android-Clients. Das können Angreifer ausnutzen, beispielsweise indem sie nur Gruppenmitglieder mit Android-Client abstimmen lassen. Gleichzeitig verrät Whatsapp, welcher Client genutzt wird. Das erlaubt unter Umständen Rückschlüsse auf den Aufenthaltsort des Teilnehmers, beispielsweise wenn er Whatsapp nur im Büro mit Windows nutzt, oder mit Linux nur Zuhause, oder umgekehrt.

Abhilfe

Auseinanderlaufen von Inhalten von Gruppenchats ist für den einzelnen Teilnehmer schwer zu erkennen. Hinzu kommt, dass sensible Chats oft auf automatische Löschung der Inhalte nach kurzer Zeit setzen. Dadurch werden die Manipulationsbeweise automatisch vernichtet.

Das Grundproblem manipulierter Inhalte ist systembedingt, speziell paarweise Kommunikation eröffnet Lücken. Mit Verzicht darauf wäre viel erreicht, das würde aber aufwändiges Redesign erfordern.

Für Signal und Whatsapp, die primär auf server fan-out setzen und nur subsidiär auf paarweise Kommunikation zurückgreifen, haben die Forscher Vorschläge, wie die Probleme reduziert werden könnten: Verbot paarweiser Kommunikation, außer für die ursprünglichen Schlüssel, weil es dort im gegebenen Konzept notwendig ist. Clients sollten unerbetene, neuerliche Zusendungen von Nachrichten generell verwerfen. Bittet ein Client um neuerliche Zumittlung einer Nachricht, sollte das allen Gruppenmitgliedern mitgeteilt werden, um Aufmerksamkeit zu schaffen. Zeitstempel sollten nur vom Server akzeptiert werden, und jede Veränderung der Gruppenzusammensetzung sollte auf technischer Ebene zur automatisch Erstellung einer neuen Gruppe führen.

Vor allem aber sollten Vorgänge transparent gemacht werden: Fehlgeschlagene Entschlüsselung sollte ebenso angezeigt werden, wie neuerliche Zusendung einer früheren Nachricht – samt Warnung, dass der Inhalt einer solchen Nachricht von dem anderen Teilnehmern angezeigten Inhalt abweichen kann. Zudem sollte für jeden Gruppenteilnehmer automatisch eine Statistik geführt werden, die offenlegt, wo sich Entschlüsselungsfehler und neuerliche Versendungen häufen. Denn das ist verdächtig.

Die Autoren

Ein anderer Weg wäre, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auszuschalten, so dass jeder bei jedem alles mitlesen kann. Davon hält Studienautor Gegenhuber (früher an der Universität Wien, jetzt an der Interdisciplinary Transformation University in Linz tätig) nichts: „Ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist man vollständig vom Server abhängig, und der könnte dann beliebig Nachrichten manipulieren oder unterdrücken. Außerdem könnte der Serverbetreiber alles mitlesen.‟

„Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist eine große und wichtige Errungenschaft‟, betonte Gegenhuber gegenüber heise online. „Dabei wird jedoch Vertrauen und die Verantwortung für Validierung vom Server zum Client verschoben. Und der kann bösartig sein. Daher ist transcript consistency wichtig.‟

Mit Gegenhuber haben Moritz Grefner, Matthäus Wininger, David Schmidt und Aljosha Judmayer (allesamt Universität Wien) sowie Maximilian Günther (SBA Research) die Sache erforscht. Sie haben ihr gemeinsames Paper unter dem Titel Send and Pretend: Exploiting Transcript Consistency Issues in End-to-End Encrypted Group Chats in der Nacht auf Donnerstag bei Github [3] und Zenodo online [4] gestellt. Dort stehen auch Programmcode und Beweisvideos zum Download bereit.

Gegenhuber, Günther und Judmayer waren bereits Teil jenes Forscherteams, das das gesamte Whatsapp-Nutzerverzeichnis abgeschnorchelt [5] hat. Zuvor waren die drei an einem Forschungsprojekt beteiligt, das gezeigt hat, wie die Verschlüsselung Whatsapps herabgestuft [6] werden kann, sowie an einem Projekt, das offengelegt hat, was Signal und Whatsapp trotz Verschlüsselung verraten [7].

Reaktionen der Betreiber

Das Team hat alle vier Dienstebetreiber am 6. Februar informiert. Apple hat laut Forscherteam den Empfang bestätigt. Meta Platforms hat 1.000 US-Dollar Belohnung ausgeschüttet und Verbesserungen bei Abstimmungen in Whatsapp angekündigt. Threema möchte das Teilproblem der Möglichkeit zur Abgabe mehrerer Stimmen angehen.

Keiner der Drei hat demnach angekündigt, das Grundproblem fehlender transcript consistency in Gruppenchats anzugehen. Auch das von einer nichtkommerziellen Stiftung betriebene Signal plant keine Sofortmaßnahmen, möchte sich aber dann dem Problem widmen, wenn es gröbere Arbeiten an der Gruppenchat-Funktion in Angriff nimmt.


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  1. https://www.heise.de/hintergrund/So-kann-ein-Angreifer-die-Whatsapp-Verschluesselung-herabstufen-10516515.html
  2. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  3. https://github.com/sbaresearch/transcript-consistency/
  4. https://zenodo.org/records/21672457
  5. https://www.heise.de/news/3-5-Milliarden-Konten-Komplettes-Whatsapp-Verzeichnis-abgerufen-und-ausgewertet-11082660.html
  6. https://www.heise.de/hintergrund/So-kann-ein-Angreifer-die-Whatsapp-Verschluesselung-herabstufen-10516515.html
  7. https://www.heise.de/news/Was-Whatsapp-und-Signal-verraten-trotz-Verschluesselung-10515767.html
  8. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&amp;wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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  • 30. Juli 2026 um 07:57

Quantencomputer: IBM demonstriert dreifachen Quantenvorteil

Von Heise

Gemeinsam mit Partnern präsentiert IBM drei Szenarien, in denen Quantenrechner herkömmlichen überlegen sind. Erstmals seien die Ergebnisse dabei verifizierbar.

Der IT-Konzern und Hersteller von Quantenchips IBM präsentiert gemeinsam mit den Quantensoftware-Unternehmen [1] Algorithmiq und Qedma sowie der University of Chicago drei Szenarien, in denen Quantencomputer herkömmlichen Rechnern überlegen sein sollen.

Damit demonstriert das Unternehmen drei Fälle eines sogenannten Quantenvorteils, bei denen Quantencomputer Rechnungen ausführen, die klassische Computer nicht bewältigen können.

Insbesondere seien die Rechenergebnisse der Quantencomputer in allen drei Fällen verifizierbar. Dies gab das Unternehmen heute auf seinem Blog sowie in zugehörigen fachlichen Manuskripten bekannt.

Überlegene und verifizierbare Quantenrechnungen

Quantencomputer sollen eines Tages Probleme lösen, die selbst die Kapazitäten von Supercomputern übersteigen. Viele der heute verfügbaren Quantenrechner [2] sind jedoch noch reine Demonstratoren. Sie führen zwar bereits Rechnungen aus, doch sind diese meist simpel genug, um die Ergebnisse mit herkömmlichen Computern zu überprüfen.

IBM Quantum Heron Chip mit 156 Qubits und Tunable-Coupler.
IBM Quantum Heron Chip mit 156 Qubits und Tunable-Coupler.

Die Forschungsgruppen demonstrierten ihre Ergebnisse mithilfe des Chips Heron von IBM. Dieser nutzt 156 supraleitende Qubits.

(Bild: IBM)

Das Forschungsfeld steht daher vor zwei Herausforderungen. Zum einen soll ein Quantenvorteil demonstriert werden. Zum anderen müssen die dabei berechneten Ergebnisse validiert werden – eine schwierige Aufgabe, wenn herkömmliche Computer an der Rechnung scheitern und keinen Vergleich liefern können. IBM und seinen Partnern soll nun beides gelungen sein.

„Die drei Ergebnisse bilden ein Gerüst, mit dessen Hilfe wir beginnen können, den Ergebnissen von Quantenrechnungen Glauben zu schenken – indem wir das Vertrauen auf eine fundierte Theorie stützen“, sagt Jay Gambetta, Direktor von IBM Research. „Zusammengenommen zeigen unsere Demonstrationen, welche grundlegenden Kriterien erforderlich sind, um die Entwicklung des Quantencomputings zuverlässig voranzutreiben.“

Drei Demonstrationen eines Quantenvorteils

IBM und Algorithmiq: Realistische Materialien simulieren

Eines seiner Ergebnisse erzielte IBM in Zusammenarbeit mit dem Quantensoftware-Start-up Algorithmiq, das kürzlich seinen Hauptsitz nach Mailand verlegte. Das Team betrachtete die Aufgabe, Eigenschaften echter physikalischer Materialien mit einem Quantencomputer zu simulieren.

„Der Großteil der Physik, die wir in der Schule lernen, beschreibt idealisierte Materialien: perfekte Kristalle oder saubere, symmetrische Strukturen“, erklärt die Physikerin Sabrina Maniscalco, CEO und Mitgründerin von Algorithmiq. „Aber die reale Welt sieht anders aus. Katalysatoren, Batterien und eigentlich alle Materialien, die die nächste Generation sauberer Energie und Industrie antreiben werden, sind chaotisch, ungeordnet und unregelmäßig. Genau diese Unordnung macht es so schwierig, sie zu simulieren, und genau deshalb ist es so wichtig, sie zu verstehen.“

Die Software von Algorithmiq ermöglicht es, spezielle, realistische Materialien mithilfe von Quantencomputern zu simulieren. Konkret hat sich das Team angeschaut, wie sich Informationen in einem Material ausbreiten, dessen Eigenschaften sich von einer Region zur nächsten unterscheiden. Im Gegensatz zu echten Materialien können die Forschenden die Eigenschaften ihres Simulators aber kontrollieren und ihn somit erforschen.

Das Team führte seine Simulationen auf zwei verschiedenen IBM-Heron-Quantenprozessoren [4] aus. Beide führten zum gleichen Ergebnis – auch, wenn das Team die Quantenchips mit gezieltem Rauschen störte. Diese Methode eigne sich laut der Forschenden als Blaupause, um auch andere Quantenrechnungen zu validieren.

Darüber hinaus testete das Team verschiedene klassische Methoden, um das Problem zu lösen. Diese wichen jedoch nicht nur vom Ergebnis der Quantenrechnungen ab, sondern auch voneinander. „Wir haben eng mit führenden Experten zusammengearbeitet, um unseren Quantenvorteil mit verschiedenen Arten klassischer Simulationen anzugreifen“, sagt Maniscalco. Das sei nicht gelungen, was die Behauptung des Quantenvorteils stärkt.

IBM und Qedma: Magnetische Schwingungen vorhersagen

Das zweite Projekt entstand in Kooperation mit Qedma aus Israel, ebenfalls ein Quantensoftware-Start-up. Dieses hat sich darauf spezialisiert, heutige, fehlerbehaftete Quantencomputer nutzbar zu machen. Seine Software QESEM soll Fehler, die während der Ausführung von Quantenschaltkreisen entstehen, abschwächen.

Im Projekt befasste sich das Team ebenfalls mit der Simulation von Quantenmaterialien. Ziel war es, die Magnetisierung eines Materials vorherzusagen, das durch externe Pulse angeregt wird – ein typisches Problem in der Physik. Ahmt man ein solches Material mithilfe weniger Teilchen nach, können klassische Computer die Magnetisierung berechnen. Ist die Zahl der Teilchen zu klein, reproduziert die Simulation die magnetischen Eigenschaften des Materials aber nicht korrekt. Je mehr Teilchen hinzukommen, desto besser wird die Vorhersage, doch desto komplexer wird auch die Berechnung.

Qedma simulierte das Verhalten von 51 Quantenteilchen mithilfe von herkömmlichen GPUs sowie mit dem Fugaku-Supercomputer des japanischen RIKEN Center for Computational Science. Beide Systeme konnten das Verhalten des Materials für einen kurzen Zeitraum vorhersagen. Nur der Supercomputer konnte das Verhalten für längere Zeiträume berechnen.

Ein komplexer Quantencomputer mit vielen Kupfer- und Glasrohren.
Ein komplexer Quantencomputer mit vielen Kupfer- und Glasrohren.

Die supraleitenden Quantenchips von Herstellern wie IBM sitzen in einem großen, metallischen Aufbau, manchmal „Kronleuchter“ genannt. Dieser erlaubt es erst, die Chips zu steuern und Rechnungen durchzuführen.

(Bild: IBM)

Mithilfe eines IBM-Quantenprozessors gelang dem Team nicht nur die Vorhersage für lange Zeiträume, sondern die Rechnung konnte auch Oszillationen auflösen, die der Supercomputer nicht berechnet hatte. Die Software QESEM von Qedma war dabei notwendig, um Fehler der Quantenhardware auszugleichen und brauchbare Ergebnisse zu produzieren. Die Quantenrechnung war darüber hinaus bedeutend schneller: Der Supercomputer benötige für seine Vorhersage rund 720.000 CPU-Stunden Rechenzeit – 82 Jahre. Die Quantenrechnung hingegen benötigte nur 7 QPU-Stunden und 250 CPU-Stunden Rechenzeit.

Seine Ergebnisse validierte das Team mit mehreren Methoden, unter anderem, indem es die Simulation auf einer anderen Quantenhardwarearchitektur ausführte. Außerdem wiederholte es die Rechnung mit 74 Teilchen und erhielt ein konsistentes Ergebnis. „Dies ist das erste Experiment, das einen Quantenvorteil auf kommerziell verfügbarer Hardware mithilfe kommerziell verfügbarer Software gezeigt hat“, sagt Netanel Lindner, CTO und Mitgründer von Qedma.

IBM und die University of Chicago: Benchmark mit Fehlerkorrektur

Die ersten beiden Demonstrationen behandeln Szenarien, die für die physikalische Forschung relevant sind und zur Entwicklung neuer Materialien beitragen können. Das dritte Beispiel hingegen, bei dem IBM mit der University of Chicago zusammenarbeitete, ist abstrakter.

Eine etablierte Methode, die Fähigkeiten von Quantencomputern zu testen, ist das Random Circuit Sampling (RCS) [5]. Die Grundidee dabei ist es, ein komplexes Muster zu generieren, das klassische Rechner nur schwer reproduzieren können. Der Benchmark wurde zu diesem speziellen Zweck konstruiert und hat keine praktische Anwendung.

Das Kernproblem vom RCS ist die Verifizierung. Je härter das Problem, desto schwieriger wird es, das Ergebnis der Quantenrechnung zu überprüfen. Dieses Problem lösen IBM und das Team der University of Chicago mit einer strukturierten Alternative zum RCS. Ihre Variante ist genauso komplex wie das herkömmliche RCS. Allerdings kann das Team mit seiner Methode Fehler detektieren, die während der Rechnung auftauchen.

Das Team kombinierte 97 physikalische Qubits zu 70 logischen Qubits. Die physikalischen Qubits sind die ursprünglichen, fehlerbehafteten Recheneinheiten eines Quantenprozessors. Diese arbeiten zusammen, um Fehler zu erkennen und zu korrigieren, und bilden logische Qubits, die (im Idealfall) eine geringere Fehlerrate haben als die physikalischen Qubits.

IBM Quantum-Computer-Komponente mit zylindrischen Elementen
IBM Quantum-Computer-Komponente mit zylindrischen Elementen

Der Quantenchip und die Elektronik sind im fertigen Quantencomputer nicht länger zu sehen, sondern verstecken sich in einem Kryostat, der den Chip auf sehr kalte Temperaturen kühlt.

(Bild: IBM)

In der Demonstration von IBM war der Fehler der logischen Qubits zehnmal geringer als der der physikalischen Qubits. Die Quantenrechnung benötigte außerdem gerade einmal 16 Minuten, während ein Supercomputer laut Einschätzung der Experten daran gescheitert wäre. Die Rechnung erfüllt damit die Grundvoraussetzung für einen Quantenvorteil. Gleichzeitig validierte das Team seine Ergebnisse, indem es eine statistische Fehlergrenze berechnete, die die Verlässlichkeit der Rechnung abschätzt.

Quantenvorteil ist ein Prozess

Google gelang 2019 erstmals [6] die Demonstration eines Quantenvorteils mit seinem Prozessor Sycamore. Wenig später fanden IBM-Experten jedoch eine bessere Methode [7], das Problem mit herkömmlichen Mitteln zu lösen, sodass der Quantenvorteil verschwand. Dies ist ein bekanntes Muster des Forschungsfelds: Nicht nur die Quantencomputer entwickeln sich weiter, sondern auch klassische Methoden verbessern sich. Quantencomputer konkurrieren mit einem veränderlichen Maßstab [8].

Um diesem Effekt entgegenzuwirken, veröffentlichten die Forschenden ihre Ergebnisse auf der Website Quantum Advantage Tracker [9]. Dieses Community-Projekt starteten Mitarbeiter von IBM im November 2025 auf GitHub. Auf der Seite können Forschende ihre Kandidaten für einen Quantenvorteil vorstellen und ihren Kolleginnen und Kollegen ermöglichen, sie herauszufordern. Auch wenn das Projekt von IBM-Mitarbeitern gestartet wurde, so sind dort nicht nur Rechnungen auf IBM-Hardware zugelassen. Bisher trugen bereits Forschende von mehr als 15 Organisationen zum Projekt bei.

Auch die drei Beispiele von IBM und seinen Partnern sind auf dem Quantum Advantage Tracker einsehbar – und konnten bislang nicht gebrochen werden. Das Beispiel von IBM und Algorithmiq ist dort bereits seit acht Monaten gelistet. Die Beispiele von Qedma und der University of Chicago sind seit dem Frühjahr auf der Plattform.

„Ein Vergleich mit jeder nur denkbaren Methode ist nahezu unmöglich, da wir nicht wissen, welche Methoden es überhaupt gibt“, sagt Jay Gambetta. Ein endgültiger Beweis für einen Quantenvorteil ist somit nie möglich. Sabrina Maniscalco erklärt: „Der Nachweis eines Quantenvorteils ist ein fortlaufender Prozess und kein einmaliger Moment.“

Heute sei Quantencomputing auf einem ähnlichen Stand, auf dem künstliche Intelligenz 2016 war, als AlphaGo erstmals einen Menschen beim Spiel Go geschlagen hat. „Es ist der Beweis, dass etwas funktioniert, was man vorher für unmöglich hielt“, sagt Maniscalco. Das sei der nächste, wichtige Schritt, um den kommerziellen Nutzen von Quantencomputern zu eröffnen, der in greifbare Nähe rückt.


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  5. https://www.heise.de/hintergrund/Quanten-Benchmarks-erklaert-Wie-sie-Quantencomputer-vergleichbar-machen-11088987.html
  6. https://www.heise.de/news/Jetzt-auch-offiziell-Googles-Quantencomputer-zeigt-Quantum-Supremacy-4565771.html
  7. https://www.heise.de/news/Quantum-Supremacy-IBM-widerspricht-Googles-Beweis-4567261.html
  8. https://www.heise.de/hintergrund/Quantencomputing-unter-Druck-Was-bleibt-vom-Quantenvorteil-im-KI-Zeitalter-11102037.html
  9. https://quantum-advantage-tracker.github.io
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  • 30. Juli 2026 um 12:00

Ecosia und Qwant starten deutschen Webindex

Von Heise
Symbolbild Suchmaschinen

(Bild: Ulrike Weis / KI / heise medien)

Die beiden Suchdienste bauen eine Suchinfrastruktur ohne Google und Microsoft auf. Jetzt liefert das Joint Venture Suchergebnisse aus einem deutschen Index.

Das von Ecosia [1] und Qwant [2] gegründete Joint Venture European Search Perspective [3] (EUSP) hat einen eigenen Webindex für Deutschland in Betrieb genommen. Neben dem Index haben die beiden Suchanbieter ein eigenes Ranking entwickelt, also Algorithmen, die Suchergebnisse nach Relevanz sortieren. Nach Frankreich ist Deutschland damit der zweite Markt, für den die EUSP Webinhalte auf eigener Infrastruktur erschließt.

Ein Webindex ist die technische Grundlage jeder Suchmaschine: eine durchsuchbare Datenstruktur, die erfasst, welche Seiten existieren, was sie enthalten und wie sie verknüpft sind. Bislang kontrollieren im Wesentlichen Google und Microsoft mit Bing diese Infrastruktur. Fast alle vermeintlich alternativen Suchdienste beziehen ihre Ergebnisse [4] ganz oder teilweise von den beiden US-Konzernen oder vom ebenfalls US-amerikanischen Brave – auch Ecosia und Qwant selbst.

Eine autarke Suchinfrastruktur ist ein Schlüsselfaktor für die digitale Souveränität Europas, auch in Bezug auf KI. Denn bei vielen Antworten, die ein Chatbot produziert, nutzt er die Ergebnisse einer Suchmaschine. Wohin die Abhängigkeit von US-Anbietern führen kann, zeigte sich im Juni: Auf Anweisung der US-Regierung musste das KI-Unternehmen Anthropic den Zugang zu seinen leistungsfähigsten Modellen Fable 5 und Mythos 5 für Nicht-US-Bürger aussetzen [5]. Europäische Unternehmen und Behörden standen von einem Tag auf den anderen ohne die Systeme da.

Qwant [6] und Ecosia wollen sich aus der Abhängigkeit von ihren US-Zulieferern lösen. Dafür haben sie sich Ende 2024 zur EUSP zusammengeschlossen. Seit August 2025 speist der gemeinsame Index bereits Teile der Suchergebnisse von Ecosia und der französischen Suchmaschine Qwant. Den Start des europäischen Suchindex im August 2025 [7] hatten Ecosia und Qwant damals als Meilenstein für mehr Pluralismus im Suchmaschinenmarkt angekündigt.

Jetzt kommt der deutsche Index hinzu. Der Index enthält, ähnlich wie der französische, rund eine Milliarde Webseiten, sagte Ecosia-Geschäftsführer Wolfgang Oels im Gespräch mit heise online. Ecosia werde nicht sofort alle deutschen Ergebnisse aus diesem Index speisen, sondern nach und nach den Anteil der Ergebnisse aus dem eigenen Index hochfahren.

Über die Schnittstelle Staan (Search Trusted API Access Network) können auch Dritte auf den Index zugreifen, etwa Suchmaschinen und KI-Anbieter. Im März 2026 hatte die EUSP in offenen Briefen an alle EU-Regierungschefs [8] vorgeschlagen, nationale Suchindexe als öffentliche digitale Infrastruktur aufzubauen und Staan auf weitere Mitgliedstaaten auszuweiten. Für den schon länger im Betrieb befindlichen französischen Index gebe es mehrere Kunden, sagte Oels.

Rückenwind aus Brüssel

Oels verweist auf die EU-Kommission, die Google im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) verpflichtet hat, Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen: Das sei eine wichtige Grundlage, auf der die EUSP aufbaue. Ob Europa seine digitale Souveränität gewinne, hänge davon ab, dass die Kommission den DMA weiterhin konsequent durchsetze.

Nach Artikel 6(11) DMA muss Google als Gatekeeper im Suchmarkt Ranking-, Anfrage-, Klick- und Anzeigedaten zu fairen Bedingungen an Dritte weitergeben. Weil die Kommission Googles bisherige Umsetzung für unzureichend hielt, hatte sie im Januar 2026 ein Präzisierungsverfahren [9] eröffnet, in dem sie selbst vorschreibt, wie der Konzern die Pflicht zu erfüllen hat.

Auch in den USA steht Google unter Druck. Ein Bundesgericht in Washington DC hatte geurteilt, dass der Konzern sein Suchmonopol durch Exklusivverträge mit Apple, Samsung und Mozilla illegal aufrechterhalten habe, und ihn ebenfalls zur Weitergabe von Suchdaten an qualifizierte Wettbewerber verpflichtet. Gegen dieses Urteil hat Google im Mai 2026 Berufung eingelegt [10].

An den Marktverhältnissen ändert der neue Index zunächst nichts: Google hält in Europa knapp 90 Prozent des Suchmaschinenmarkts, auf Mobilgeräten rund 95 Prozent. Mit dem deutschen EUSP-Index existiert nun aber erstmals eine Infrastruktur, mit der Suchmaschinenanbieter und KI-Dienstleister das deutsche und französische Web unabhängig von US-Anbietern suchen lassen können.


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  1. https://www.ecosia.org/
  2. https://www.qwant.com/?l=en
  3. https://www.eu-searchperspective.com/
  4. https://www.heise.de/hintergrund/Suchmaschinenmarkt-im-Ueberblick-Viele-Dienste-zwei-echte-Machtzentren-11106109.html
  5. https://www.heise.de/news/US-Regierung-erzwingt-Abschaltung-von-Anthropics-KI-Fable-5-und-Mythos-5-11331129.html
  6. https://www.heise.de/thema/Qwant
  7. https://www.heise.de/news/Ecosia-und-Qwant-starten-Web-Suche-ueber-europaeischen-Index-10513424.html
  8. https://www.heise.de/news/Suchmaschinen-Initiative-will-EU-Suche-bauen-11208441.html
  9. https://www.heise.de/hintergrund/Google-unter-Druck-Kampf-um-wertvolle-Suchdaten-in-der-EU-11301230.html
  10. https://www.heise.de/news/Google-wehrt-sich-gegen-Monopol-Urteil-11305236.html
  11. https://www.heise.de/make
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