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Patch-Flut dank KI: 370 Sicherheitslücken gefährden Chrome-Nutzer

Von Marc Stöckel
Mit dem jüngsten Chrome-Update hat Google erneut fast 400 Sicherheitslücken gepatcht. Anwender sollten ihre Webbrowser zügig aktualisieren.
Für Chrome-Nutzer wird es Zeit, ihren Webbrowser zu aktualisieren. (Bild: Brandon Bell/Getty Images)
Für Chrome-Nutzer wird es Zeit, ihren Webbrowser zu aktualisieren. Bild: Brandon Bell/Getty Images

Die Patchrate bleibt bei Google dank der Schwachstellenforschung mit künstlicher Intelligenz weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Mit einem neuen Chrome-Update hat der Konzern wie schon Ende Juni abermals fast 400 Sicherheitslücken geschlossen. Auch für andere Chromium-basierte Webbrowser wie Edge, Brave und Vivaldi dürften in Kürze entsprechende Updates folgen.

Die genaue Anzahl der geschlossenen Chrome-Lücken liegt laut der neuen Release-Ankündigung dieses Mal bei 370. Sieben davon sind als kritisch eingestuft. Weitere 71 haben einen hohen, 170 einen mittleren und die verbleibenden 122 einen niedrigen Schweregrad.

Für ein paar Funde schüttete Google Bug-Bounty-Prämien aus. Spitzenreiter ist dabei die Sicherheitslücke CVE-2026-17657, für die der Entdecker 36.000 US-Dollar erhielt. Danach folgen CVE-2026-17728 (10.000 US-Dollar), CVE-2026-17758 (5.000 US-Dollar) und CVE-2026-17898 (3.000 US-Dollar). Für weitere vier Lücken gab es jeweils Prämien zwischen 500 und 2.000 US-Dollar.

Chrome-Update dichtet Lücken ab

Hinweise auf eine aktive Ausnutzung einer der gepatchten Lücken scheint es bisher nicht zu geben. Angesichts der großen Angriffsfläche sollten Anwender das jüngste Chrome-Update aber dennoch nicht unterschätzen. Früher oder später dürften sich Angreifer der ein oder anderen Lücke bedienen, um Chrome-Nutzer zu attackieren.

Wer sich davor schützen will, sollte seinen Chrome-Browser zügig auf Version 151.0.7922.71/.72 für Windows und Mac respektive 151.0.7922.71 für Linux aktualisieren. Viele der damit gepatchten Lücken klaffen direkt in der Chromium-Codebasis, so dass auch andere darauf basierende Webbrowser wie Microsoft Edge, Vivaldi und Brave voraussichtlich in den kommenden Tagen mit entsprechenden Updates versorgt werden.

Details zu den 370 Schwachstellen hält Google aus Sicherheitsgründen derzeit noch unter Verschluss. Damit räumt der Konzern Anwendern zunächst ausreichend Zeit ein, um ihre Webbrowser zu aktualisieren. Auch bei anderen Softwareprojekten ist die Patchrate aufgrund von KI in den letzten Monaten rapide angestiegen.

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  • 30. Juli 2026 um 10:23

Novelle des EEG: Chance auf eine günstige Energiewende wurde verpasst

Von Mario Petzold
Effizienter, pragmatischer hätte die Energiewende werden sollen. Bei der Diskussion um die Einspeisevergütung wurde das wohl vergessen.
Private Solaranlagen erzeugen Strom dort, wo er auch verbraucht wird, meistens zumindest. (Bild: Getty Images/Ina Fassbender)
Private Solaranlagen erzeugen Strom dort, wo er auch verbraucht wird, meistens zumindest. Bild: Getty Images/Ina Fassbender

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat das "Rundum-Sorglos-Paket" beendet. Das Kabinett hat sich auf den endgültigen Referentenentwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes geeinigt.

Wobei damit nur die Sorgen derer vergrößert werden, die eine private Solaranlage errichten oder ein lokales Windrad planen wollen. Netzbetreiber und Energiekonzerne können so weitermachen wie bisher.

Wie das Ziel, in vier Jahren mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu erhalten, ökonomisch effizient erreicht werden soll, bleibt das Geheimnis der Wirtschaftsministerin. Denn Möglichkeiten zur sinnvollen Anpassung der aktuellen Regelungen gibt es eigentlich genug.

Modernisierung des Netzes bleibt fraglich

Zwar reagiert die Gesetzesänderung auf das Problem, dass die Stromnetze vielerorts in den Mittagsstunden oder bei kräftigem Wind überlastet werden, schiebt die Verantwortung dafür aber zukünftig einfach den Betreibern der Anlagen zu. Kümmern diese sich nicht selbst darum, dass keine Überproduktion stattfindet, haben sie Pech gehabt.

Gleichzeitig wurde die Chance verpasst, eine echte Effizienzsteigerung im Stromnetz zu etablieren. Es fehlt weiterhin ein Recht auf Überbauung von Netzverknüpfungspunkten.

Solche Punkte besitzen eine bestimmte Leistungsgrenze, die zum Beispiel eine Solaranlage in den sommerlichen Mittagsstunden schnell erreichen kann. Dreht man dagegen größere Teile dieser Anlage nach Osten und Westen, entfällt diese Mittagsspitze, aber die Maximalleistung der Anlage bleibt gleich. Der Netzanschluss wird dann nie ausgelastet, aber die komplette Infrastruktur wird auf den Transport dieser nur noch theoretischen Maximalmenge ausgelegt.

Noch eklatanter ist dies bei der Kombination von Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeichern. Theoretisch könnten sie ihre gemeine Leistung voll einspeisen, was praktisch aber unmöglich beziehungsweise unsinnig ist. An dieser Stelle ließe sich der Netzausbau deutlich pragmatischer gestalten, denn viele dieser Netzverknüpfungspunkte sind auf die Spitzenleistung einzelner Anlagen ausgelegt, die diesen Wert nur an wenigen Stunden im Jahr erreichen. Der Rest ist verschenkte Netzkapazität.

Zumindest das Argument für ein Ende der Einspeisevergütung ab 2027 gebauter privater Photovoltaikanlagen sitzt. Auch bei Überproduktion wird der eingespeiste Strom weiterhin bezahlt, während andernorts Anlagen abgeregelt werden müssen. Das zu beenden, ist richtig.

Auch richtig ist, nicht wie ursprünglich geplant direkt den Rotstift anzusetzen, sondern Übergangsregelungen zu schaffen. Bis 2030 sollen noch Zahlungen fließen, dann gibt es einen Zuschuss zur Direktvermarktung.

Gleichzeitig fehlen echte Alternativen. Bei der Direktvermarktung stehen Privathaushalte großen Marktteilnehmern gegenüber. Das kann nur für eine Seite gut ausgehen. Und die Chance, die Problematik wie in Österreich per Energy Sharing zu lösen, wurde schlicht verpasst. Das zugehörige Gesetz, das den Aufbau von Energiegemeinschaften hätte vorantreiben können, gilt längst als Fehlschlag zugunsten der Netzbetreiber.

Komplett unberührt bleiben immerhin Balkonkraftwerke, die maximal 800 Watt direkt in die Steckdose einspeisen. Zumal die Regelung mittlerweile alle Erzeugungsarten umfasst, somit auch Batteriespeicher. Ähnlich verhält es sich bei größeren Anlagen, wenn diese mit einem Speicher verbunden sind. Wer den größten Teil seines Stroms selbst verbraucht, belastet nicht das Netz und ist zudem auf keine zusätzliche Vergütung angewiesen, die bei geringer Einspeisung ohnehin niedrig ausfallen würde.

Kein Mut, kaum Pragmatismus, wenig Effizienz

Und dennoch nimmt man am Ende zukünftigen Solaranlagenbesitzern eine verlässliche Förderung, ohne alternative Wege zu bereiten. Man lässt Windkraftanlagenbetreiber, die sich längst durch bürokratische Wirren kämpfen müssen, ein höheres Risiko tragen. Ein kluger Netzausbau wird dagegen weiter auf sich warten lassen.

Wo Kapazitäten vorhanden sind, zumindest die meiste Zeit, werden sie nicht konsequent genutzt, und der Impuls für eine schnellere Digitalisierung, damit auch Haushalte ihre Stromkosten durch gezieltes Verbrauchen steuern können, bleibt aus.

So sieht keine effiziente Nutzung eines der stabilsten Stromnetze der Welt aus. Die Novelle des EEG zeugt eher von Mutlosigkeit, auch die großen Betreiber und Erzeuger in die Pflicht zu nehmen, denn von Pragmatismus bei der Energiewende, die eigentlich die Resilienz der Netze erhöhen und die Abhängigkeit von Energieimporten verringern soll.

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  • 30. Juli 2026 um 10:10

Schienenverkehr: Bahn verzeichnet erstmals seit sieben Jahren wieder Gewinn

Von Tobias Költzsch
Die Bahn macht mal wieder Plus. Auch die Zahl der Passagiere ist gestiegen – die hohen Spritpreise sollen Pendler vom Auto zur Bahn gebracht haben.
Ein ICE der Deutschen Bahn am Berliner Hauptbahnhof (Bild: RALF HIRSCHBERGER / AFP via Getty Images)
Ein ICE der Deutschen Bahn am Berliner Hauptbahnhof Bild: RALF HIRSCHBERGER / AFP via Getty Images

Medienberichten zufolge soll die Bahn erstmals seit sieben Jahren wieder einen Gewinn in ihrem Kernbereich eingefahren haben. Dem Spiegel zufolge soll im ersten Halbjahr 2026 ein Betrag im dreistelligen Millionenbereich erwirtschaftet worden sein. Auch die Bild-Zeitung berichtet entsprechend.

Im ersten Halbjahr 2025 hatte die Bahn im Vergleich noch Verluste in Höhe von 760 Millionen Euro verzeichnet. Auch bei der Passagieranzahl soll es den Informationen zufolge einen neuen Rekord geben: 960 Millionen Fahrgäste nutzten im ersten Halbjahr 2026 Züge der Bahn. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 17 Millionen weniger.

Der Bild-Zeitung zufolge sollen die hohen Kraftstoffpreise der Hauptgrund für den Anstieg der Fahrgastzahl sein. Pendler seien vom Auto auf die Bahn umgestiegen, was durchaus denkbar ist, da die Preise bei der Bahn weitgehend stabil geblieben sind. Auch im Fernverkehr soll seit April 2026 die Nachfrage gestiegen sein. Allerdings waren die Fahrgastzahlen bereits 2025 gestiegen.

Sanierung der Bahn ist oberste Priorität

Bahn-Chefin Evelyn Palla soll die Zahlen am 30. Juli 2026 vorstellen. Palla ist seit ihrem Antritt als Bahn-Chefin im Oktober 2025 bemüht, die Sanierung der Bahn voranzutreiben. Zu Pallas Kernzielen gehört die Verbesserung der Pünktlichkeit der Bahn. Vor allem der Fernverkehr ist notorisch unpünktlich: Im März 2026 erreichten 62,1 Prozent der Züge ihre Ziele mit maximal sechs Minuten Verspätung, was eine Verbesserung gegenüber den Vormonaten darstellte.

Im internationalen Vergleich ist das aber immer noch ein schlechter Wert. In der Schweiz etwa sind die Züge bei einer Pünktlichkeit von über 90 Prozent – und maximal drei Minuten zu spät. Auch in anderen Nachbarländern liegen die Pünktlichkeitsquoten eher im Bereich zwischen 80 und 90 Prozent, bei weniger generösem Zeitpuffer.

2015 lag die Pünktlichkeitsquote des Bahn-Fernverkehrs noch bei 74,4 Prozent. Als Gründe für die Verschlechterung gelten das teils marode Schienennetz, daraus resultierende Baustellen sowie Überlastung von Knotenbahnhöfen, vor denen sich Züge immer wieder stauen.

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  • 30. Juli 2026 um 09:43

Griechenlands Social-Media-Verbot für Kinder droht zum Papiertiger zu werden

Von Telepolis
Schüler mit einem Smartphone in der Hand

Bild: Shutterstock.com

Athen wollte Meta, TikTok und X zur staatlichen Alterskontrolle verpflichten. Doch der EU-Rechtsrahmen macht den nationalen Alleingang weitgehend wirkungslos.

Bereits seit 2025 kündigt die griechische Regierung an, Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren von sozialen Netzwerken fernhalten zu wollen.

Maßnahme zur Chefsache erklärt

Es ist ein ähnlicher Vorstoß, wie ihn aktuell auch Frankreich ins Auge fasst. Das griechische Verbot soll ab 1. Januar 2027 gelten. Premier Kyriakos Mitsotakis hat die Maßnahme des Jugendschutzes zur Chefsache erklärt. Vor rund drei Monaten wandte er sich persönlich an die Jugend.

Zielgruppengerecht über TikTok begann Mitsotakis seine Ansprache mit einem "67" [1]. Eines der Worte, die Kandidaten für das deutsche Jugendwort des Jahres [2] sind.

Der Regierungschef versuchte, die Maßnahme gegenüber der Jugend zu begründen. Er gab den Zeitplan vor. Für den Juli 2026 kündigte er das entsprechende Gesetz an.

Das Prestigeprojekt verschwindet im Kleingedruckten

Formal hielt Mitsotakis sein Versprechen. Am 7. Juli wurden die neuen Regelungen veröffentlicht. Doch statt eines eigenständigen Jugendschutzgesetzes fanden sie sich lediglich in den Artikeln 75 bis 78 der "Sonstigen Bestimmungen" einer Gesetzesnovelle des Justizministeriums zum Schutz vor strategischen Klagen gegen öffentliche Beteiligung (SLAPP – Strategic Lawsuit Against Public Participation).

Noch im Sommer soll das Gesetz durch das Parlament verabschiedet werden.

Dass das Prestigeprojekt ausgerechnet in den "Sonstigen Bestimmungen" eines fachfremden Gesetzes untergebracht wurde, spricht kaum dafür, dass die Regierung ihren großen Wurf selbst noch für einen politischen Erfolg hält.

Tatsächlich fehlen in der endgültigen Fassung der öffentlichen Beratung wesentliche Elemente, die im April pompös angekündigt wurden. So sollten die internationalen Plattformen der sozialen Medien dazu gezwungen werden, die "Kids-Wallet" genannte App des griechischen Staats für die Altersverifikation von Jugendlichen einzusetzen.

Entsprechend sollten Erwachsene ihre Volljährigkeit exklusiv über die "GovGr"-Wallet-App beweisen.

Meta, X, TikTok und andere Plattformen wären damit verpflichtet worden, sich an die staatliche griechische Altersverifikation anzubinden. Die Regierung präsentierte die "Kids Wallet" als europäisches Vorbild und kündigte an, beim digitalen Jugendschutz eine Führungsrolle innerhalb der EU übernehmen zu wollen.

Im Inland konnte "Kids-Wallet" so eingerichtet werden, dass Kiosk-Besitzer, Verkäufer von alkoholischen Getränken und Spielhallenbesitzer bei der Altersverifikation keine persönlichen Daten zu Gesicht bekommen, sondern nur einen QR-Code, den sie mit einer speziellen App lesen müssen.

Die Regierung feierte sich für diese Innovation. Aus ihren Kreisen hieß es wiederholt, man wolle innerhalb der EU als Antreiber für mehr Jugendschutz wirken.

Doch genau an diesem Anspruch scheiterte der Plan. Die großen Plattformen zeigten keinerlei Bereitschaft, ihre Systeme an die griechische Wallet anzubinden. Vor allem aber musste Athen einräumen, dass der europäische Rechtsrahmen einen solchen nationalen Alleingang gar nicht zulässt.

Mitgliedstaaten dürfen Plattformen keine zusätzlichen Verpflichtungen auferlegen, die über das EU-Recht hinausgehen.

Ohne EU-Rechtsgrundlage bleiben den Plattformen freie Hand

Kommunikativ versucht die Regierung, den Rückzug nicht als solchen erscheinen zu lassen. Der Minister für digitale Verwaltung, Dimitris Papastergiou, erklärte im staatlichen Fernsehen ERT, dass "dies nichts ändert an den Absichten der Regierung, unsere Kinder in der neuen digitalen Welt zu schützen".

Auf die Frage, ob ein 14-Jähriger ab dem 1. Januar 2027 Zugang zu sozialen Medien haben wird, antwortete er:

"Wenn die Plattform sicher ist, dass das Kind 14 Jahre alt ist, sollte sie den Zugang verweigern. Besteht Unsicherheit bezüglich des Alters, sollte ein angemessenes und überprüfbares Verfahren zur Altersverifizierung eingesetzt werden. Wir beziehen auch unsere eigenen Applikationen dabei mit ein – diese sind in der Gesetzesbegründung erwähnt."

Papastergiou bestand darauf, dass die Regierung nicht von den ursprünglichen Plänen abweichen würde. Bei der Altersüberprüfung könnten "die Plattformen jedes bewährte Verfahren zur Altersbestätigung des Nutzers nutzen". Denn, "andernfalls drohen ihnen die hohen Bußgelder gemäß der Verordnung für digitale Dienste in Europa".

Faktisch wird sich für viele Minderjährige wenig ändern. Wer heute bei der Altersabfrage mit wenigen Klicks ein falsches Geburtsdatum eingibt, wird das voraussichtlich auch nach dem 1. Januar 2027 machen können.

Welche Verfahren zur Alterskontrolle eingesetzt werden, bleibt den Plattformen überlassen. Gerade die verpflichtende Anbindung an die staatliche "Kids Wallet" war jedoch das Herzstück der ursprünglichen Ankündigungen. Ohne die Verpflichtung der Plattformen, die staatliche griechische Altersverifikation einzusetzen, gleichen die neuen Regeln einem zahnlosen Tiger.

So bleibt vom groß angekündigten Gesetz vor allem eine politische Absichtserklärung. Nun setzt die griechische Regierung ihre Hoffnungen auf ein einheitliches Vorgehen der EU-Kommission.

Jetzt hofft die griechische Regierung auf einen Vorstoß der EU-Kommission.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11383043

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.tiktok.com/@kyriakosmitsotakis_/video/7626290675322981654?lang=el-GR
  2. https://www.zdfheute.de/panorama/jugendwort-2026-langenscheidt-100.html

Copyright © 2026 Heise Medien

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  • 29. Juli 2026 um 16:00

Starker RISC-V-Mikrocontroller: Espressifs ESP32-S31 geht in Serie

Von Heise
ESP32 vor weiß-grauem HIntergrund

(Bild: Espressif)

Wi-Fi 6, Zigbee, Thread, Bluetooth und Ethernet auf einem Chip: Espressifs ESP32-S31 richtet sich an anspruchsvollere IoT- und Maker-Projekte.

Espressif hat den ESP32-S31 in die Serienproduktion geschickt. Damit gelangt ein weiterer ESP32 in Maker-Hände. Espressif setzt hier auf zwei 32-Bit-RISC-V-Kerne mit bis zu 320 MHz Taktfrequenz. Einer der Kerne besitzt einen 128 Bit breiten Datenpfad, kann also größere Datenmengen auf einmal verarbeiten. Auch mit SIMD-Befehlen kann er umgehen, also dieselbe Rechenoperation gleichzeitig auf mehrere Daten anwenden. Dazu kommen 512 KByte SRAM und ein 40-MHz-Koprozessor.

Interessant wird der Chip vor allem bei der Konnektivität. Der ESP32-S31 [1] kombiniert 2,4-GHz-Wi-Fi-6, Bluetooth 5.4 inklusive Low Energy Audio und Bluetooth Classic sowie IEEE 802.15.4 für Zigbee und Thread. Matter wird sowohl über WLAN als auch Thread unterstützt. Zusätzlich integriert der ESP32-S31 einen Gigabit-Ethernet-Controller für 10/100/1000 Mbit/s, benötigt für die Netzwerkverbindung aber weiterhin einen externen PHY (Physical Layer, der die digitalen Ethernet-Daten in elektrische Signale für das Netzwerkkabel umsetzt und umgekehrt). Wer bisher für ein Smart-Home-Gateway mehrere Funkmodule und einen separaten Ethernet-Baustein eingeplant hat, kann die Einkaufsliste also etwas kürzen.

Viele Funktionen integriert

Auch für Displays, Kameras und Audio legt Espressif nach. Der Chip integriert einen Digital Video Port (DVP) für Kameras, kann mehrere Displays gleichzeitig ansteuern, mit bis zu 14 kapazitiven Touch-Kanälen umgehen, JPEG-Dateien in Hardware enkodieren und 2D-Grafik darstellen. Zwei I2S-Controller und eine hardwarebasierte Synchronisation für Bluetooth-Audio zielen auf Lautsprecher, Bedienpanels und Sprachgeräte. Dazu kommen USB 2.0 High-Speed OTG, CAN FD, SD/MMC, SPI, I2C, UART, PWM, A/D-Wandler und weitere klassische Mikrocontroller-Peripherie. Ein CORDIC-Hardwarebeschleuniger ist ebenfalls dabei; er berechnet Funktionen wie Sinus, Kosinus oder Wurzeln besonders effizient. Für selbst gebaute Smart-Home-Zentralen, Touch-Displays, Kamera-Projekte oder lokale Sprachinterfaces ist dieser ESP die richtige Wahl.

Für Maker dürfte vor allem das ESP32-S31-WROOM-3-Modul interessant sein. Laut aktuellem Vorab-Datenblatt stehen 54 GPIOs zur Verfügung. Vorgesehen sind Varianten mit 8, 16 oder 32 MByte Flash und 16 MByte PSRAM. Der ESP32-S31 unterstützt grundsätzlich jedoch bis zu 256 MByte externen Flash sowie bis zu 64 MByte PSRAM – die tatsächlich verfügbare Speicherausstattung hängt von der jeweiligen Modulvariante ab. Das Modul misst 22 × 30 × 3,5 mm.

Espressif unterstützt den ESP32-S31 bereits über ESP-IDF sowie unter anderem mit ESP-Matter, ESP-GMF, ESP-BLE-MESH und ESP-BLE-Audio. Nach der ursprünglichen Vorstellung im März hat der Hersteller am 27. Juli die Serienproduktion bekannt gegeben.

Für 5,49 Euro ist der EWSP32-S31-WROOM-3 bereits auf Aliexpress [2] erhältlich.

Wer mehr über das ESP-Universum wissen will, findet alles dazu in unserem Hardware-Kompass [3].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11382965

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.espressif.com/en/products/socs/esp32-s31
  2. https://de.aliexpress.com/item/1005012434557649.html
  3. https://www.heise.de/ratgeber/ESP32-Hardware-Kompass-Welches-Modell-Sie-fuer-Ihr-naechstes-Projekt-benoetigen-10321040.html
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://www.heise.de/make
  6. mailto:das@heise.de

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  • 29. Juli 2026 um 15:20

Stackable Data Platform 26.7: Sicherheit, SBOMs und flexible Registries

Von Heise
Stackable-Data-Platform-SBOM-SLSA-Supply-Chain-Registry

(Bild: Matthias Parbel / iX / KI)

Stackable stellt die Data Platform 26.7 auf Qualität und Supply-Chain-Sicherheit um. Neben SLSA-Provenance drohen bei der Registry-Logik Breaking Changes.

Für die Veröffentlichung der neuen Version 26.7 seiner Stackable Data Platform weicht das gleichnamige Unternehmen vom üblichen Release-Rhythmus ab. Statt neuer Produktfeatures stand dabei laut Ankündigung die Qualitätssicherung der modularen, auf Kubernetes basierenden Open-Source-Plattform im Mittelpunkt. SDP 26.7 zeichnet sich demnach durch den Abbau technischer Schulden, die Stabilisierung von CI-Pipelines und das Bereinigen instabiler Tests aus. Die Verbesserungen reichen von der dynamischen Registry-Auswahl über erhöhte Supply-Chain-Sicherheit bis zum neuen zentralen Verzeichnis, dem Stackable Hub. Zwar liegen die wichtigsten Neuerungen somit eher unter der Oberfläche. Sie sollen aber insbesondere Betreibern regulierter Infrastrukturen und all jenen zugutekommen, die Operatoren außerhalb des Standardwegs installieren wollen.

Laut Blogbeitrag zum neuen Release [1] liefert Stackable dennoch eine Reihe von Updates, darunter Apache Airflow 3.2.2, Apache Superset 6.1.0, OpenSearch 3.6.0, Trino 481, Apache NiFi 2.9.0, Open Policy Agent 1.16.2 sowie die LTS-Versionen Apache Spark 4.1.2 und Apache Druid 37.0.0. Zudem wurden 133 Schwachstellen behoben – davon 10 kritische und 62 als hoch eingestufte CVEs. Unterstützt werden Kubernetes 1.31 bis 1.36 sowie Red Hat OpenShift 4.18 bis 4.22.

Dynamische Registry-Auswahl – ein Breaking Change mit Folgen

Die folgenreichste Änderung betrifft die Art, wie Operatoren ihre Produktimages beziehen. Bisher war die Registry oci.stackable.tech fest im Code hinterlegt. Anpassungen für Air-Gap-Umgebungen oder interne Mirror-Registries erforderten Helm-Werte pro Produkt oder Eingriffe in die Containerd-Konfiguration auf Knotenebene – ein Workaround, der mit wachsender Plattformgröße zunehmend unhandlich wurde.

Ab Version 26.7 ersetzt Stackable diese Logik durch einen konfigurierbaren Mechanismus. Über den neuen CLI-Parameter --image-repository beziehungsweise die Umgebungsvariable IMAGE_REPOSITORY bestimmen die Operatoren, woher sie ihre Produktimages beziehen. Wird ein Operator über den Helm-Chart oder das OLM-Manifest (Operator Lifecycle Manager) installiert, setzt die Plattform diesen Wert automatisch passend zur Registry, aus der der Operator selbst stammt. Ein Operator, der aus quay.io/stackable kommt, zieht seine Produktimages damit automatisch ebenfalls von quay.io. Stackable veröffentlicht seine Artefakte – inklusive der Operator-Helm-Charts – künftig direkt aus den CI-Pipelines nach quay.io, statt sie manuell zu spiegeln.

Für Installationen außerhalb von Helm oder OLM ist das ein echter Breaking Change. Wer Operatoren per eigenem Deployment-YAML, Kustomize oder ArgoCD betreibt, muss --image-repository explizit im args-Block des Operator-Containers setzen – etwa als --image-repository=oci.stackable.tech/sdp oder mit dem Pfad einer internen Mirror-Registry. Wer eigene Helm-Charts pflegt, muss zusätzlich den Wert image.repository anpassen: Er darf den Operatornamen nicht mehr enthalten. Statt oci.stackable.tech/sdp/airflow-operator lautet der Wert künftig nur noch oci.stackable.tech/sdp. Fehlt die Anpassung, finden die Operatoren ihre Images nicht mehr – die Pods bleiben mit ImagePull-Fehlern hängen. Ein Testlauf in einer separaten Umgebung vor dem Produktiv-Upgrade ist dringend empfohlen.

Unterm Strich wandert die Registry-Portabilität damit von produktspezifischen Workarounds in die Plattformlogik. Für Air-Gap-Szenarien lässt sich IMAGE_REPOSITORY gezielt auf eine interne Registry lenken, sofern die Produktimages konsistent dorthin gespiegelt sind – ein Gewinn für souveräne, interoperable Architekturen.

SLSA-Provenance und SPDX-SBOMs: Nachvollziehbare Lieferkette

Der zweite große Themenblock ist die Supply-Chain-Sicherheit. Ab Version 26.7 liefern alle Container-Images von Stackable – sowohl Produkt- als auch Operator-Images – eine SLSA-Build-Provenance-Attestation (Supply-chain Levels for Software Artifacts [4]). Die Provenance (Herkunft) entsteht über den slsa-github-generator und erreicht SLSA Level 3: Ein vertrauenswürdiger, vom Projekt-Build getrennter Builder erzeugt und signiert die Attestation, sodass ein kompromittierter Buildjob sie nicht fälschen kann. Signiert wird keyless über Sigstore mit GitHub Actions als OIDC-Identity-Provider.

Ergänzend zu den bereits vorhandenen CycloneDX-SBOMs hängt nun an jedem Image auch eine SBOM im SPDX-Format als OCI-Attestation. Zur Verifikation empfiehlt Stackable den slsa-verifier, der stets gegen die Digest-Referenz statt gegen Tags arbeitet. Alternativ lässt sich cosign einsetzen.

Für Betreiber in regulierten Sektoren wie dem Finanz- und Gesundheitswesen sowie der öffentlichen Verwaltung ist das mehr als eine Formalie. Anforderungen aus NIS2 [5], dem EU Cyber Resilience Act [6] oder ISO 27001 verlangen zunehmend den Nachweis, woher Software-Artefakte stammen und ob sie unterwegs manipuliert wurden. Mit der Provenance lässt sich für jedes Image belegen, aus welchem Git-Repository und Commit heraus es gebaut wurde und welche Build-Infrastruktur beteiligt war. Die SPDX-SBOMs erfassen jede enthaltene Bibliothek samt Version und damit die Grundlage für automatisierte CVE-Scans und Policy-Prüfungen. Admission-Controller wie Kyverno oder OPA/Gatekeeper lassen sich so konfigurieren, dass nur Images mit gültiger Signatur und passenden Attestationen in den Cluster gelangen.

Stackable Hub: Ein zentrales Verzeichnis für die Plattform

Neu ist der Stackable Hub unter hub.stackable.tech. Der öffentliche, schreibgeschützte Katalog ist als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um SDP-Releases gedacht – und schließt damit eine Lücke zwischen Dokumentation und tatsächlich ausgeliefertem Stand.

Der Hub bietet drei durchsuchbare Bereiche: eine Übersicht aller veröffentlichten SDP-Releases mit Erscheinungs- und End-of-Support-Datum, eine Komponenten-Timeline mit den exakten Versionen jedes enthaltenen Open-Source-Produkts sowie eine CRD-Referenz mit vollständigen .spec-Schemas, die sich nach SDP-Release filtern lassen. Wer wissen will, welche Apache-Kafka-Version in Release 25.11 enthalten war oder wie das Schema eines TrinoCluster-Objekts in Version 26.3 aussieht, findet die Antwort dort ohne Deployment.

Für Tooling und Automatisierung steht eine CORS-fähige JSON-API unter /api/v1/ bereit, ohne Authentifizierung, direkt einbindbar in CI-Jobs, Skripte und MCP-Server. Zusätzlich steht für LLM-Tools ein llms.txt-Endpunkt als Klartext-Zusammenfassung des Hubs bereit, damit ein Assistent aktuelle SDP-Daten in den Kontext einordnen kann, anstatt Versionsnummern zu erraten. Der bisherige CRD- und SBOM-Browser soll künftig in den Hub überführt werden.

Ein Schritt zu mehr Nachvollziehbarkeit und Portabilität

Den drei zentralen Neuerungen ist eines gemeinsam: die dynamische Registry-Auswahl, SLSA-Provenance mit SPDX-SBOMs und der Stackable Hub lassen die Stoßrichtung des Anbieters erkennen, zu noch mehr Nachvollziehbarkeit und Portabilität der Plattform. Weniger Abhängigkeit von fest verdrahteten Defaults, dafür mehr kryptografisch prüfbare Herkunftsnachweise und maschinenlesbare Metadaten für die eigene Automatisierung. Ein kompletter Überblick aller Änderungen in SDP 26.7 findet sich in den Release Notes [7].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11380921

Links in diesem Artikel:

  1. https://stackable.tech/en/news/sdp-release-26-7/
  2. https://clc-conference.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  3. https://clc-conference.eu/tickets_weiche.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  4. https://slsa.dev/
  5. https://www.heise.de/thema/NIS2
  6. https://www.heise.de/thema/CRA
  7. https://docs.stackable.tech/home/stable/release-notes/#_26_7_0
  8. mailto:map@ix.de

Copyright © 2026 Heise Medien

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  • 29. Juli 2026 um 17:37

TeamViewer: Zwei-Faktor-Authentifizierung unter macOS umgehbar

Von Heise
Eine symbolische Updateerinnerung.

(Bild: Artur Szczybylo / Shutterstock.com)

Unter bestimmten Bedingungen können Angreifer TeamViewer-Remotesessions unter macOS erstellen.

Wer auf einem Mac TeamViewer Remote Full Client oder TeamViewer Remote Hosts nutzt, sollte die Fernverwaltungssoftware aus Sicherheitsgründen auf den aktuellen Stand bringen.

Hürden für einen Angriff

In einem Beitrag warnen die Entwickler [1], dass Angreifer unter bestimmten Voraussetzungen die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) umgehen können (CVE-2026-12703 „hoch“). Damit solch eine Attacke aber überhaupt klappt, müssen die Optionen 2FA for Connections und Unattended Access aktiviert sein. Zusätzlich muss ein Angreifer über einen gültigen Account mit Device-Management-Rechten verfügen.

Ist das alles gegeben, kann ein Angreifer über einen nicht näher ausgeführten Weg den Fernzugriff auf einen Mac über den Unattended-Access-Pfad initiieren. Dabei gibt es keine 2FA-Abfrage und ein Angreifer kann direkt eine Session aufbauen.

Derzeit gibt es dem Softwarehersteller zufolge keine Hinweise auf Attacken. Um Systeme vor möglichen Angriffen zu schützen, müssen Admins sicherstellen, dass TeamViewer Remote Full Client oder TeamViewer Remote Hosts jeweils in der reparierten Version 15.80 installiert sind. Alle vorigen Ausgaben sollen verwundbar sein.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11382884

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.teamviewer.com/en-us/resources/trust-center/security-bulletins/tv-2026-1007/
  2. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  3. mailto:des@heise.de

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  • 29. Juli 2026 um 15:36

Sicherheitsupdates: Angreifer können Apache Traffic Server crashen lassen

Von Heise
Eine Frau drückt einen symbolischen Updateknopf.

(Bild: Alfa Photo/Shutterstock.com)

In aktuellen Versionen haben die Entwickler von Apache Traffic Server mehrere Sicherheitslücken geschlossen.

Apache Traffic Server ist über 38 Softwareschwachstellen attackierbar. Angreifer können unter anderem über DoS-Attacken Abstürze auslösen oder Sicherheitsmechanismen umgehen. Bislang gibt es seitens des Softwareherstellers keine Hinweise auf laufende Attacken. Admins sollten die reparierten Ausgaben zeitnah installieren.

Apache Traffic Server ist ein Caching-Proxy-Server und findet vorwiegend in Content Delivery Networks (CDN) Verwendung. Er ist darauf ausgelegt, Millionen Nachfragen pro Sekunde zu verarbeiten.

Mehrere Sicherheitsprobleme

Nutzen Angreifer die Schwachstellen erfolgreich aus, können sie etwa Geo-Kontrollen (CVE-2026-22068 „hoch“) und IP-Zugriffskontrollen (CVE-2026-58159 „mittel“) umgehen. Zusätzlich sind an verschiedenen Stellen DoS-Attacken möglich. Etwa durch das Versenden von präparierten HTTP-Headern kann es zu Abstürzen kommen (CVE-2026-58154 „hoch“).

In einem Beitrag führen die Entwickler aus [1], die Sicherheitsprobleme in Apache Traffic Server 9.2.15 und 10.1.4 gelöst zu haben.

Jüngst haben die Apache-Entwickler Schwachstellen in Apache Airflow mit FAB-Authentifizierung geschlossen [2].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11382689

Links in diesem Artikel:

  1. https://lists.apache.org/list.html?users@trafficserver.apache.org
  2. https://www.heise.de/news/Admin-Sicherheitsluecke-bedroht-Apache-Airflow-mit-FAB-Authentifizierung-11381355.html
  3. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  4. mailto:des@heise.de

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  • 29. Juli 2026 um 14:42

heise+ | Kühlen mit der Wärmepumpe: Warum die naheliegende Idee selten zum Einsatz kommt

Von Heise

So, der Hasenstall steht da. Wäre doch gut, wenn man damit gleich auch kühlen könnte, oder?

(Bild: Clemens Gleich / Heise Medien)

Eine Wärmepumpe kann meistens auch kühlen. Wir erklären, worauf es bei der Heizungsplanung ankommt, wenn Heizen und Kühlen implementiert werden sollen.

Eine Wärmepumpe und eine Klimaanlage unterscheiden sich funktionell hauptsächlich in der Prozessrichtung: Die Wärmepumpe konzentriert Wärmeenergie aus der Umgebung und gibt sie ins Hausinnere ab. Die Klimaanlage dagegen konzentriert Wärme aus dem Haus und gibt sie an die Umgebung ab. Wenn der Kältekreislauf des Geräts den Prozess umkehren kann, sind beide Varianten möglich.

Viele Split-Klimaanlagen können mit dem Kompressor heizen und viele Zentralheizungs-Wärmepumpen können auch kühlen. Die Prozessumkehr nutzen die Hersteller zum Beispiel, um den Radiator von Luft-Wasser-Wärmepumpen bei Vereisung periodisch abzutauen. Man kann sie mit etwas zusätzlicher Technik allerdings auch dazu nutzen, kühles statt warmes Wasser durchs Haus zu pumpen. Dazu muss man jedoch einiges beachten bei Planung und Bau – manches ist nicht sofort offensichtlich.

Dieser Artikel beleuchtet typische Fallstricke rund um Kondensat, Verteilung, Pufferspeicher, Thermostattechnik und Sensorik. Er spezifiziert, was eine Kühlung über Wärmepumpe und Fußbodenheizung leisten kann und was nicht und welche baulichen Voraussetzungen dazu gegeben sein müssen. Zuletzt widmet er sich noch der Frage, ob man ohne Fußbodenheizung mit Konvektoren statt Heizkörpern ebenfalls kühlen und heizen könnte. Kurz vorab: Ja, das geht. Aber es ist selten sinnvoll.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11378924

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/Wie-Sie-den-richtigen-Aufstellort-fuer-Ihre-Waermepumpe-finden-11057087.html
  2. https://www.heise.de/ratgeber/Waermepumpe-und-Legionellen-Strategien-fuer-hygienisches-Warmwasser-11177776.html
  3. https://www.heise.de/ratgeber/Waermepumpen-Kosten-senken-Foerderung-Netzentgelt-und-Umlagen-Befreiung-im-Check-11147099.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/Explodierende-Neubauten-Waermepumpen-bei-Frost-und-Stromausfall-11137587.html
  5. https://www.heise.de/ratgeber/Waermepumpen-Hack-Wie-man-im-Sommer-den-ueberschuessigen-Solarstrom-nutzt-10394046.html
  6. https://www.heise.de/ratgeber/Waermepumpe-ins-Smart-Home-integrieren-mit-HeishaMon-10641158.html
  7. https://www.heise.de/ratgeber/Projekt-Vom-Energiemesser-zum-Smart-Meter-10271908.html
  8. https://www.heise.de/hintergrund/Studie-Solarversorgung-der-Waermepumpe-Wie-sinnvoll-eine-Batterie-wirklich-ist-10234591.html
  9. https://www.heise.de/ratgeber/Praxisanleitung-Importierte-Waermepumpe-selbst-einbauen-und-in-Betrieb-nehmen-10487564.html

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  • 29. Juli 2026 um 19:23

Alternative zu Plaud & Co: Granola transkribiert Besprechungen per Apple Watch

Von Heise
Eine Apple-Watch am tätowierten Arm einer weißen Person; im Hintergrund ist da Dekolleté einer zweiten tätowierten Person zu sehen.

Aufzeichnung einer Besprechung mit Granola.ai-App

(Bild: Granola.ai)

Mit spezieller Hardware lassen sich Unterhaltungen aufzeichnen und zusammenfassen. Nötig ist solche Hardware nicht, zeigt die App Granola für die Apple Watch.

Geräte zur KI-gestützten Transkription und Zusammenfassung von Besprechungen und anderen Unterhaltungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit – etwa die von Plaud AI [1]. Der Vorteil: Sie sind kompakt, unauffällig und dienen allein dem Zweck der Aufzeichnung; Bearbeitung und Sichtung erfolgen dann am Smartphone oder auf einem Server. Doch ist es überhaupt notwendig, fast 200 Euro allein für die Hardware zu zahlen, wenn ein Handy mit passender App oder eine Smart Watch das eigentlich gleich miterledigen könnten?

Hinzu kommt, dass die Geräte meistens ein kostenpflichtiges Abonnement verlangen, um sie sinnvoll nutzen zu können. Der britische Anbieter Granola.ai will nun mit einer Apple-Watch-App in diese Lücke stoßen.

Ein Klick auf die Watch

Granolas Software [2], die vorhandene Programme des Anbieters für macOS, Windows und iPhone ergänzt, läuft direkt auf der Computeruhr und zeigt Zusammenfassungen nach Abschluss einer Aufnahme auch gleich auf der Uhr an. Wer mehr mit den Inhalten anstellen möchte – etwa das gesamte Transkript ansehen – greift zur iPhone-App [3].

Die Bedienung der Watch-App ist einfach: Mit einem Knopf wird die Aufnahme gestartet und kann später pausiert oder fortgesetzt werden. Gut hörbare Töne sowie Vibrationen zeigen, dass die Transkription aktiv ist. Anschließend dauert es je nach Aufzeichnungslänge etwas, bis die Cloud-Verarbeitung abgeschlossen ist. Granola.ai verwendet intern offenbar Frontier-Modelle von OpenAI und Anthropic.

In unserem Kurztest klappte die Transkription sowohl auf Englisch als auch Deutsch fehlerfrei, und die Zusammenfassung war ebenfalls gelungen. Granola.ai fragt Nutzer zuvor, in welcher Branche sie tätig sind, was womöglich dabei hilft, das Modell entsprechend anzupassen. Diese Angabe ist allerdings nicht Pflicht. Mit der iPhone-App sind auch ausgehende Telefonate transkribierbar, solange man den Lautsprecher anlässt.

Störend im Betrieb fiel auf, dass die Watch-App bei der Aufnahme offen sein muss, man kann also etwa nicht auf eingehende Benachrichtigungen reagieren. Granola.ai nervt damit, dass man sich entweder mit Microsoft-ID oder Google-Konto anmelden muss. Das soll dazu dienen, berufliche Kalender in die Anwendung zu holen. Es ist allerdings nicht zwangsweise notwendig, den Kalender freizugeben. Logins mit Apple-Konten sind nicht vorgesehen; als dritten Weg kann man nur geschäftliche Konten (Single Sign On, SSO) nutzen.

Alternative: MacWhisper auf dem iPhone

Granola.ai sieht derzeit nicht vor, direkt auf dem iPhone Abos abzuschließen. Stattdessen schließt man es über die macOS- oder Windows-App ab. Die Transkriptionen scheinen keine zeitliche Beschränkung zu haben; allerdings reduziert die kostenlose Variante die Zeit, in der man die Notizen einsehen und durchsuchen kann. Uneingeschränkte Besprechungen samt History kosten 14 US-Dollar im Monat.

Als Alternative lohnt sich ein Blick auf die iPhone-Version von MacWhisper [4]. Diese transkribiert ohne Cloud lokal auf dem Gerät und kann kostenlos verwendet werden, außer man möchte den enthaltenen Chatbot verwenden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11382621

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/KI-Rekorder-Anker-Soundcore-Work-und-Plaud-Note-Pro-im-Test-10811160.html
  2. https://www.granola.ai/blog/granola-for-apple-watch
  3. https://apps.apple.com/de/app/granola-ai-meeting-notes/id6739429409
  4. https://apps.apple.com/de/app/whisper-transkription/id1668083311
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  6. https://www.heise.de/mac-and-i
  7. mailto:bsc@heise.de

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  • 29. Juli 2026 um 21:16

MacBook Ultra: Nur OLEDs von Samsung – und das wird teuer

Von Heise
Aufgeklapptes MacBook

Aufgeklapptes MacBook: Ultra, öffne Dich!

(Bild: Omar Tursic / Shutterstock.com)

Apple soll abschließend entschieden haben, wer die Screens für seinen neuen OLED-MacBook-Formfaktor liefert. LG und BoE bleiben offenbar außen vor.

Apple wird bei seinem kommenden MacBook Ultra [1] offenbar nur einen einzigen Display-Lieferanten einsetzen, was womöglich zu einer Preiserhöhung führt. Laut einem Bericht des koreanischen Elektronikfachblatts The Elec hat sich die Procurement-Abteilung des Konzerns entschlossen, das OLED-Panel, vermutlich in Tandem-Konfiguration, von Samsung zu erwerben. Mögliche Zweit- oder Dritt-Lieferanten wie LG Display (ebenfalls Korea) oder BoE [2] (China) haben nicht das Rennen gemacht. Damit ist Apple von nur einem Hersteller abhängig – etwas, was Apple etwa beim iPhone gerne vermeidet, wo sich LG und Samsung die High-End-Geräte teilen und BoE zum Teil für günstigere Geräte für den chinesischen Markt zum Einsatz gekommen ist.

Probleme mit der Logistik

The Elec zufolge war es Apple nicht gelungen [3], die notwendigen Volumina zu erreichen. Das soll auch damit zu tun haben, dass Samsung Display einen neueren Prozess (Generation 8.6) als LG (Generation 6) verwendet hat. Daher sei es logistisch zu komplex gewesen, mit zwei Display-Lieferanten zu arbeiten, und Apple entschied sich allein für Samsung. In den kommenden Jahren könnte sich das laut dem Bericht jedoch ändern, wobei LG offenbar nicht vor 2029 bereit ist.

LG Display gehört derzeit zu den wichtigsten Anbietern von Displays in LCD-Bauweise für MacBook und MacBook Pro, für das iPad Pro M5 [4] übernimmt das Unternehmen Teile der OLED-Herstellung. Dabei soll es auch bleiben. LCDs werden noch über Jahre der Standard bei den MacBooks sein, mit dem MacBook Ultra, das angeblich erstmals auch in einem Mac einen Touchscreen [5] erhält, beginnt jedoch die Technikänderung. Als Nächstes könnten unter anderem Standard-MacBook Pro und MacBook Air folgen, doch das wird noch dauern. Laut The Elec soll Samsung anfangs 2,5 Millionen Panel liefern, die Massenproduktion startet im August. Apple kauft 14- und 16-Zoll-Displays.

MacBook Ultra mit neuem Formfaktor

Das MacBook Ultra soll den seit Jahren bestehenden MacBook-Pro-Formfaktor ergänzen. Zu den Neuerungen gehört neben OLED und Touchscreen ein dünneres Gehäuse. Einige der Anschlüsse könnte Apple weglassen, um Platz zu sparen. Im Hinblick auf Chips sollen angeblich erneut M5 Pro und M5 Max verbaut werden, die schon im aktuellen MacBook Pro [6] aus dem Frühjahr stecken.

Der Grund: Der M6 kommt angeblich nicht als Pro- und Max-Variante, die Apple erst mit dem M7 im kommenden Jahr wieder herstellen will. Derzeit erwarten wir das MacBook Ultra im Oktober. Beobachter rechnen damit, dass der Preis jenseits von 2000 Euro beginnen könnte. Ein konkurrenzloser OLED-Lieferant dürfte die Tarife kaum eindämmen helfen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11380092

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Bericht-Touchscreen-Mac-mit-OLED-koennte-MacBook-Ultra-heissen-11203288.html
  2. https://www.heise.de/news/Rechtsverletzung-bei-OLED-Technik-Apple-Lieferant-droht-US-Importverbot-10489477.html
  3. https://www.thelec.kr/news/articleView.html?idxno=60086
  4. https://www.heise.de/tests/Flach-und-flott-Das-neue-iPad-Pro-M5-im-Test-10792884.html
  5. https://www.heise.de/news/macOS-Erneut-Spekulationen-ueber-Touchscreen-Faehigkeit-10320088.html
  6. https://www.heise.de/tests/MacBook-Pro-mit-M5-Max-im-Test-Apples-neue-mobile-Boliden-11204665.html
  7. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 29. Juli 2026 um 19:23

Speicherversorgung für Apple: Samsung dreht offenbar Produktion auf

Von Heise
Samsung-Schriftzug an einer Hecke

Samsung-Schriftzug an einer Hecke: Apple braucht viel RAM.

(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)

Apple erwägt, sich erstmals in China mit RAM zu versorgen, weil die „großen Drei“ nicht liefern können und ihre Preise ständig erhöhen. Samsung plant Abhilfe.

Samsung Electronics plant, seine DRAM-Kapazität kurzfristig auszubauen. Koreanischen Medienberichten zufolge soll die Anlage des Konzerns in Hwaseong am Gelben Meer kurzfristig ihren Output um 15 Prozent erhöhen, um Großkunden wie Apple besser zu versorgen. Bestehende Anlagen sollen erweitert und konsolidiert werden – ergänzt um eine neue „End Fab“, um die Wafer-Handhabung effizienter zu gestalten und den gesamten Output zu erhöhen, heißt es. Es soll dabei zu einer Spezialisierung auf „general purpose DRAM“ kommen, sich also nicht um die von Nvidia & Co. benötigten High-Bandwith-Memory-Chips (HBM) drehen.

Apple streckt Fühler nach China aus

Laut SEDaily.com [1] reagiert Samsung Electronics damit auch auf Apples Versuche, DRAM-Komponenten zumindest für in China verkaufte iPhones von dortigen Herstellern wie CXMT [2] zu erwerben. Allerdings untersagt die US-Regierung dieses Vorhaben bislang, da der RAM-Hersteller, der gerade erfolgreich an die Börse gegangen [3] ist, als Lieferant (beziehungsweise „nahestehendes Unternehmen“) für das chinesische Militär auf der amerikanischen Sanktionsliste steht.

Apple befindet sich in Sachen Speicherlieferungen derzeit zwischen Baum und Borke: Der gigantische Bedarf an DRAM-Modulen für iPhone, iPad, Mac & Co. lässt sich nur dadurch decken, dass der Konzern die stark erhöhten Preise der drei großen Lieferanten SK Hynix, Micron [4] und Samsung Electronics bezahlt. Das alte Modell, bei dem Apple aufgrund seiner gigantischen Stückzahlenabnahme die Tarife herunterhandeln konnte, greift nicht mehr, denn KI-Chip-Hersteller wie Nvidia kaufen noch mehr und nehmen wertvollen Wafer-Platz weg. Apple hatte zuletzt seine Preise für Macs, iPads und Zubehör [5] teils deutlich erhöht. Als Nächstes dürften nun die iPhones [6] dran sein.

Vergleichsweise schnelle Produktionssteigerung

Gegenüber SEDaily.com sagte ein „Insider“, das Unternehmen ziele darauf ab, die General-Purpose-DRAM-Produktion von Samsung Electronics bereits bis Ende des Jahres um 15 Prozent im Vergleich zum Jahresanfang zu steigern.

Haupt-Fab und End-Fab würden kombiniert, so dass die Wafer chargenweise weitertransportiert werden können. Das erleichtere die Logistik deutlich. Aktuell leidet selbst Samsungs eigene Mobilfunktochter unter der RAM-Inflation.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11381065

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.sedaily.com/article/20072436
  2. https://www.heise.de/news/Bericht-Apple-testet-RAM-von-chinesischem-Hersteller-11359180.html
  3. https://www.heise.de/news/Groesster-chinesischer-Speicherhersteller-kommt-mit-einem-Knall-an-die-Boerse-11379069.html
  4. https://www.heise.de/news/RAM-Krise-Micron-wirft-Apple-indirekt-Mitschuld-vor-11349326.html
  5. https://www.heise.de/news/Speicherkrise-Apple-beginnt-Preise-kraeftig-nach-oben-zu-setzen-11344705.html
  6. https://www.heise.de/news/300-US-Dollar-mehr-allein-fuer-die-Teile-iPhone-18-Pro-Max-koennte-teuer-werden-11362056.html
  7. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  8. https://www.heise.de/mac-and-i
  9. mailto:bsc@heise.de

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  • 29. Juli 2026 um 11:35

Stackable Data Platform 26.7: Sicherheit, SBOMs und flexible Registries

Von Heise
Stackable-Data-Platform-SBOM-SLSA-Supply-Chain-Registry

(Bild: Matthias Parbel / iX / KI)

Stackable stellt die Data Platform 26.7 auf Qualität und Supply-Chain-Sicherheit um. Neben SLSA-Provenance drohen bei der Registry-Logik Breaking Changes.

Für die Veröffentlichung der neuen Version 26.7 seiner Stackable Data Platform weicht das gleichnamige Unternehmen vom üblichen Release-Rhythmus ab. Statt neuer Produktfeatures stand dabei laut Ankündigung die Qualitätssicherung der modularen, auf Kubernetes basierenden Open-Source-Plattform im Mittelpunkt. SDP 26.7 zeichnet sich demnach durch den Abbau technischer Schulden, die Stabilisierung von CI-Pipelines und das Bereinigen instabiler Tests aus. Die Verbesserungen reichen von der dynamischen Registry-Auswahl über erhöhte Supply-Chain-Sicherheit bis zum neuen zentralen Verzeichnis, dem Stackable Hub. Zwar liegen die wichtigsten Neuerungen somit eher unter der Oberfläche. Sie sollen aber insbesondere Betreibern regulierter Infrastrukturen und all jenen zugutekommen, die Operatoren außerhalb des Standardwegs installieren wollen.

Laut Blogbeitrag zum neuen Release [1] liefert Stackable dennoch eine Reihe von Updates, darunter Apache Airflow 3.2.2, Apache Superset 6.1.0, OpenSearch 3.6.0, Trino 481, Apache NiFi 2.9.0, Open Policy Agent 1.16.2 sowie die LTS-Versionen Apache Spark 4.1.2 und Apache Druid 37.0.0. Zudem wurden 133 Schwachstellen behoben – davon 10 kritische und 62 als hoch eingestufte CVEs. Unterstützt werden Kubernetes 1.31 bis 1.36 sowie Red Hat OpenShift 4.18 bis 4.22.

Dynamische Registry-Auswahl – ein Breaking Change mit Folgen

Die folgenreichste Änderung betrifft die Art, wie Operatoren ihre Produktimages beziehen. Bisher war die Registry oci.stackable.tech fest im Code hinterlegt. Anpassungen für Air-Gap-Umgebungen oder interne Mirror-Registries erforderten Helm-Werte pro Produkt oder Eingriffe in die Containerd-Konfiguration auf Knotenebene – ein Workaround, der mit wachsender Plattformgröße zunehmend unhandlich wurde.

Ab Version 26.7 ersetzt Stackable diese Logik durch einen konfigurierbaren Mechanismus. Über den neuen CLI-Parameter --image-repository beziehungsweise die Umgebungsvariable IMAGE_REPOSITORY bestimmen die Operatoren, woher sie ihre Produktimages beziehen. Wird ein Operator über den Helm-Chart oder das OLM-Manifest (Operator Lifecycle Manager) installiert, setzt die Plattform diesen Wert automatisch passend zur Registry, aus der der Operator selbst stammt. Ein Operator, der aus quay.io/stackable kommt, zieht seine Produktimages damit automatisch ebenfalls von quay.io. Stackable veröffentlicht seine Artefakte – inklusive der Operator-Helm-Charts – künftig direkt aus den CI-Pipelines nach quay.io, statt sie manuell zu spiegeln.

Für Installationen außerhalb von Helm oder OLM ist das ein echter Breaking Change. Wer Operatoren per eigenem Deployment-YAML, Kustomize oder ArgoCD betreibt, muss --image-repository explizit im args-Block des Operator-Containers setzen – etwa als --image-repository=oci.stackable.tech/sdp oder mit dem Pfad einer internen Mirror-Registry. Wer eigene Helm-Charts pflegt, muss zusätzlich den Wert image.repository anpassen: Er darf den Operatornamen nicht mehr enthalten. Statt oci.stackable.tech/sdp/airflow-operator lautet der Wert künftig nur noch oci.stackable.tech/sdp. Fehlt die Anpassung, finden die Operatoren ihre Images nicht mehr – die Pods bleiben mit ImagePull-Fehlern hängen. Ein Testlauf in einer separaten Umgebung vor dem Produktiv-Upgrade ist dringend empfohlen.

Unterm Strich wandert die Registry-Portabilität damit von produktspezifischen Workarounds in die Plattformlogik. Für Air-Gap-Szenarien lässt sich IMAGE_REPOSITORY gezielt auf eine interne Registry lenken, sofern die Produktimages konsistent dorthin gespiegelt sind – ein Gewinn für souveräne, interoperable Architekturen.

SLSA-Provenance und SPDX-SBOMs: Nachvollziehbare Lieferkette

Der zweite große Themenblock ist die Supply-Chain-Sicherheit. Ab Version 26.7 liefern alle Container-Images von Stackable – sowohl Produkt- als auch Operator-Images – eine SLSA-Build-Provenance-Attestation (Supply-chain Levels for Software Artifacts [4]). Die Provenance (Herkunft) entsteht über den slsa-github-generator und erreicht SLSA Level 3: Ein vertrauenswürdiger, vom Projekt-Build getrennter Builder erzeugt und signiert die Attestation, sodass ein kompromittierter Buildjob sie nicht fälschen kann. Signiert wird keyless über Sigstore mit GitHub Actions als OIDC-Identity-Provider.

Ergänzend zu den bereits vorhandenen CycloneDX-SBOMs hängt nun an jedem Image auch eine SBOM im SPDX-Format als OCI-Attestation. Zur Verifikation empfiehlt Stackable den slsa-verifier, der stets gegen die Digest-Referenz statt gegen Tags arbeitet. Alternativ lässt sich cosign einsetzen.

Für Betreiber in regulierten Sektoren wie dem Finanz- und Gesundheitswesen sowie der öffentlichen Verwaltung ist das mehr als eine Formalie. Anforderungen aus NIS2 [5], dem EU Cyber Resilience Act [6] oder ISO 27001 verlangen zunehmend den Nachweis, woher Software-Artefakte stammen und ob sie unterwegs manipuliert wurden. Mit der Provenance lässt sich für jedes Image belegen, aus welchem Git-Repository und Commit heraus es gebaut wurde und welche Build-Infrastruktur beteiligt war. Die SPDX-SBOMs erfassen jede enthaltene Bibliothek samt Version und damit die Grundlage für automatisierte CVE-Scans und Policy-Prüfungen. Admission-Controller wie Kyverno oder OPA/Gatekeeper lassen sich so konfigurieren, dass nur Images mit gültiger Signatur und passenden Attestationen in den Cluster gelangen.

Stackable Hub: Ein zentrales Verzeichnis für die Plattform

Neu ist der Stackable Hub unter hub.stackable.tech. Der öffentliche, schreibgeschützte Katalog ist als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um SDP-Releases gedacht – und schließt damit eine Lücke zwischen Dokumentation und tatsächlich ausgeliefertem Stand.

Der Hub bietet drei durchsuchbare Bereiche: eine Übersicht aller veröffentlichten SDP-Releases mit Erscheinungs- und End-of-Support-Datum, eine Komponenten-Timeline mit den exakten Versionen jedes enthaltenen Open-Source-Produkts sowie eine CRD-Referenz mit vollständigen .spec-Schemas, die sich nach SDP-Release filtern lassen. Wer wissen will, welche Apache-Kafka-Version in Release 25.11 enthalten war oder wie das Schema eines TrinoCluster-Objekts in Version 26.3 aussieht, findet die Antwort dort ohne Deployment.

Für Tooling und Automatisierung steht eine CORS-fähige JSON-API unter /api/v1/ bereit, ohne Authentifizierung, direkt einbindbar in CI-Jobs, Skripte und MCP-Server. Zusätzlich steht für LLM-Tools ein llms.txt-Endpunkt als Klartext-Zusammenfassung des Hubs bereit, damit ein Assistent aktuelle SDP-Daten in den Kontext einordnen kann, anstatt Versionsnummern zu erraten. Der bisherige CRD- und SBOM-Browser soll künftig in den Hub überführt werden.

Ein Schritt zu mehr Nachvollziehbarkeit und Portabilität

Den drei zentralen Neuerungen ist eines gemeinsam: die dynamische Registry-Auswahl, SLSA-Provenance mit SPDX-SBOMs und der Stackable Hub lassen die Stoßrichtung des Anbieters erkennen, zu noch mehr Nachvollziehbarkeit und Portabilität der Plattform. Weniger Abhängigkeit von fest verdrahteten Defaults, dafür mehr kryptografisch prüfbare Herkunftsnachweise und maschinenlesbare Metadaten für die eigene Automatisierung. Ein kompletter Überblick aller Änderungen in SDP 26.7 findet sich in den Release Notes [7].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11380921

Links in diesem Artikel:

  1. https://stackable.tech/en/news/sdp-release-26-7/
  2. https://clc-conference.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  3. https://clc-conference.eu/tickets_weiche.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  4. https://slsa.dev/
  5. https://www.heise.de/thema/NIS2
  6. https://www.heise.de/thema/CRA
  7. https://docs.stackable.tech/home/stable/release-notes/#_26_7_0
  8. mailto:map@ix.de

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  • 29. Juli 2026 um 17:37

Shell statt Webmail: Himalaya steuert Gmail und Microsoft

Von Heise
Berg mit einem dunklen Rechteck und einem orangen Fähnchen auf dem Gipfel.

(Bild: Moritz Förster / KI / iX)

Gmail REST API, Microsoft Graph und JSON Schema: Himalaya 2.0 richtet die Mail-CLI stärker auf Automatisierung aus.

Die Kommandozeilen-Mailsoftware Himalaya 2.0.0 unterstützt Gmail über die Gmail REST API sowie Outlook- und Microsoft-365-Postfächer über Microsoft Graph. Neben den klassischen Verfahren IMAP und SMTP erhält das Projekt so Zugriff auf Funktionen wie Gmail-Labels und -Threads sowie Graph-spezifische Ordner-, Nachrichten- und Anhangsoperationen.

Himalaya ist ein in Rust geschriebener, zustandsloser E-Mail-Client für die Shell. Er bündelt mehrere Backends hinter einer gemeinsamen Befehlsoberfläche, darunter IMAP, SMTP, JMAP, Maildir und m2dir. Die Software richtet sich vor allem an Nutzer, die E-Mail-Funktionen aus Skripten, Terminal-Workflows oder eigenen Frontends heraus nutzen wollen; eine separate TUI befindet sich in Entwicklung.

Gmail- sowie Outlook- und Microsoft-365-Postfächer ließen sich schon vor Version 2.0.0 [1] über IMAP und SMTP einrichten. Neu ist daher nicht die grundsätzliche Kompatibilität mit diesen Anbietern, sondern der Zugriff auf deren jeweilige API. Die einheitlichen Mail-Befehle bleiben erhalten. Für Funktionen eines bestimmten Protokolls oder Anbieters stellt Himalaya zusätzliche Unterbefehle wie gmail und msgraph bereit.

Die Gmail-Anbindung deckt unter anderem Profile, Labels, Nachrichten, Anhänge, Entwürfe, Threads, Verlauf und Einstellungen ab. Das Graph-Backend bietet Zugriff auf Profile, Mail-Ordner, Nachrichten und Anhänge. Beide Backends authentifizieren sich mit einem OAuth-2.0-Bearer-Token.

Einrichtungsassistent prüft Verbindungen direkt

Die Entwickler haben den Einrichtungsassistenten deutlich ausgebaut. Er erkennt erreichbare Dienste wie IMAP/SMTP, JMAP, Gmail und Microsoft Graph und fragt die passende Anmeldemethode anschließend in einem separaten Schritt ab. Bei IMAP und SMTP wählt der Nutzer einen SASL-Mechanismus wie PLAIN, LOGIN, SCRAM-SHA-256 oder OAUTHBEARER; bei JMAP stehen HTTP-Authentifizierungsarten wie Basic und Bearer zur Wahl.

Der Wizard testet IMAP- und SMTP-Verbindungen bereits während der Konfiguration. Schlägt die Anmeldung fehl, gibt Himalaya keine Konfiguration aus, die später ohnehin nicht funktioniert. Außerdem kann der Assistent bekannte Postfachrollen als Aliase vorbelegen. Bei JMAP ermittelt er sie direkt am Server, für Gmail und Microsoft Graph kennt er die festen Systemordner. Bei IMAP setzt er derzeit nur den Inbox-Alias automatisch.

Dadurch funktionieren Befehle ohne explizite Postfachangabe mit dem voreingestellten Inbox-Alias. Soweit das jeweilige Backend die Ordner kennt, lassen sich auch Ziele wie Gesendet, Entwürfe oder Papierkorb über sprechende Aliase angeben.

Der Aufruf ohne Unterbefehl hat sich allerdings geändert: himalaya startet nun den Wizard, statt wie bisher die Nachrichtenübersicht des Standardkontos anzuzeigen. Die erzeugte Kontokonfiguration gibt das Tool als TOML auf der Standardausgabe aus. Nutzer müssen sie selbst in ihre Konfigurationsdatei umleiten, etwa mit himalaya > ~/.config/himalaya/config.toml. Bestehende Installationen sollten daher bisherige Aufrufe und Skripte prüfen.

Bessere Grundlage für Skripte und externe Werkzeuge

Für Automatisierungen führt Himalaya den Befehl json-schema ein. Er erzeugt für jeden Befehl mit strukturierter Ausgabe eine JSON-Schema-Datei, sofern das zugehörige Backend in die verwendete Himalaya-Version einkompiliert ist. Andere Programme können damit die JSON-Ausgabe validieren und daraus etwa in Python, Rust oder TypeScript typisierte Datenmodelle erzeugen.

Auch die Übergabe vollständiger MIME-Nachrichten vereinheitlicht die neue Version. Befehle zum Senden oder Speichern akzeptieren Nachrichten nun konsistent aus einer Datei, als direkt übergebenen Rohtext oder über die Standardeingabe. Externe Werkzeuge lassen sich dadurch leichter einbinden: Ein MIME-Generator kann eine Nachricht auf die Standardausgabe schreiben, Himalaya übernimmt anschließend den Versand oder speichert sie im gewünschten Ordner. Neu ist außerdem, dass messages send --save <POSTFACH> eine versandte Nachricht zusätzlich in einem ausgewählten Postfach ablegen kann. Mit messages add --send lässt sich eine eingelesene Nachricht speichern und zugleich versenden.

Für Spezialfälle bietet Version 2 zudem direkten Zugriff auf IMAP- und SMTP-Kommandos. Mit imap raw und smtp raw können Anwender Protokollbefehle ohne zusätzliche Verarbeitung an den Server senden. Das eignet sich für Tests, Fehlersuche oder proprietäre Erweiterungen, setzt aber genaue Kenntnisse der jeweiligen Protokolle voraus.

Mehr Modularität, aber auch Umstellungen

Himalaya kann nun über Unix-Sockets mit einem lokalen, bereits authentifizierten IMAP- oder SMTP-Proxy kommunizieren. Das eignet sich etwa für Setups mit einem vorgeschalteten Sitzungsproxy. Über den Unix-Socket handelt Himalaya keine eigene SASL-Authentifizierung aus. Ein Proxy wie sirup kann so eine bereits angemeldete Sitzung bereitstellen, sodass Himalaya für das Speicher-Backend keine zweite Verbindung aufbaut.

Die Entwickler haben außerdem die DNS-Auflösung im Wizard geändert. Bevor Himalaya auf Cloudflares Resolver 1.1.1.1 zurückfällt, nutzt es einen explizit konfigurierten Resolver oder den Resolver des Betriebssystems. Das kann verhindern, dass die für die Mailserver-Suche verwendete Domain an einen zusätzlichen externen DNS-Dienst geht. Zugleich hilft die Änderung in Netzen, die öffentliche Resolver sperren.

Version 2.0.0 streicht zugleich ältere Integrationswege. Himalaya entfernt die eingebauten Composer- und Reader-Konfigurationen sowie Befehle wie compose-with, reply-with und read-with. Für komplexere Entwürfe sollen Nutzer künftig externe Programme einsetzen, die MIME-Nachrichten erzeugen und ihre Ausgabe an messages send oder messages add übergeben.

Auch die IMAP-Befehlshierarchie wurde vereinfacht. Sie orientiert sich nun stärker an der flachen Befehlsliste des Protokolls. Statt tiefer verschachtelter Untergruppen stehen Verben wie select, create, append, store und fetch direkt zur Verfügung.


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https://www.heise.de/-11382819

Links in diesem Artikel:

  1. https://github.com/pimalaya/himalaya/releases/tag/v2.0.0
  2. https://www.heise.de/ix
  3. mailto:fo@ix.de

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  • 29. Juli 2026 um 15:57

Kritische Schwachstelle in JetBrains TeamCity entdeckt

Von Heise
Symbolbild: Warnsymbol

(Bild: VADZIM SHUBICH/Shutterstock.com)

JetBrains hat eine kritische Sicherheitslücke in TeamCity geschlossen. Angreifer können CI/CD-Pipelines kompromittieren und Befehle auf dem Server ausführen.

Eine kritische Sicherheitslücke bei TeamCity betrifft alle On-Premises-Versionen der Build‑ und Deployment‑Server. Sie erlaubt es Angreifern, CI/CD-Pipelines zu kompromittieren. JetBrains rät dringend zum Update und hat bereits entsprechende Updates bereitgestellt. Cloud-Kunden müssen nicht handeln.

Die am 10. Juli gemeldete Sicherheitslücke betrifft das TeamCity agent polling protocol. JetBrains stuft sie mit dem CVE-Eintrag (Common Vulnerabilities and Exposures) CVE-2026-63077 als kritisch [1] ein, mit einem CVSS-Score von 9.8/10. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung waren keine aktiven Angriffe bekannt, wie JetBrains in seinem Blogeintrag schreibt. [2]

Nutzen Bedrohungsakteure die Sicherheitslücke aus, können sie sämtliche Authentifizierungsmechanismen des Tools umgehen und anschließend beliebige Betriebssystembefehle auf dem Server ausführen. Je nachdem, welche Rechte der Serverprozess besitzt, kann ein erfolgreicher Angriff TeamCity‑Daten, Konfigurationen und gespeicherte Zugangsdaten offenlegen oder den Serverzustand manipulieren.

Manuelle und automatische Updates

Die Serverversionen 2025.11.7 und 2026.1.3 [3] schließen die kritische Sicherheitslücke auf der Software-Build-Plattform. Sie lassen sich jeweils auch per automatischem Update [4] aufspielen. Zusätzlich stellt JetBrains ein Sicherheitspatch-Plugin [5] für Serverversionen ab 2017.1 zur Verfügung.

Um Cyberbedrohungen möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, empfiehlt JetBrains Entwicklerinnen und Entwicklern, den Zugriff auf On-Premises-Server auf vertrauenswürdige Netzwerke zu beschränken und die Server mit minimal erforderlichen Betriebssystemrechten zu betreiben. TeamCity‑Server sollten zudem auf dedizierten Hosts laufen, die von den Build‑Agenten getrennt sind.

Die On-Premises-Versionen von JetBrains' CI/CD-Server waren in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Angriffen ausgesetzt, die zum Beispiel unter CVE-2024-23917 (CVSS 9.8) [6] und CVE-2024-27199 (CVSS 7.3) [7] verbucht sind.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.cve.org/CVERecord?id=CVE-2026-63077
  2. https://blog.jetbrains.com/teamcity/2026/07/cve-2026-63077/
  3. https://www.jetbrains.com/teamcity/download/other/
  4. https://www.jetbrains.com/help/teamcity/upgrading-teamcity-server-and-agents.html#Automatic+Update
  5. https://download.jetbrains.com/teamcity/plugins/internal/fix_CVE_2026_63077.zip
  6. https://www.heise.de/news/Jetzt-patchen-TeamCity-Schwachstelle-ermoeglicht-Zugang-ohne-Authentifizierung-9621110.html
  7. https://www.heise.de/news/Angriffe-auf-Cisco-SD-WAN-Zimbra-TeamCity-PaperCut-und-mehr-beobachtet-11265225.html
  8. mailto:manuel.masiero@heise.de

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  • 29. Juli 2026 um 11:13

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  • 29. Juli 2026 um 21:40

Trumps gefährliches Spiel mit Amerikas Ölreserven

Von Telepolis
Eine Person vor einem Ölfeld

KI-Illustration: Donald Trump setzt alles auf eine Karte, während sich die US-Ölreserven kritischen Werten nähern

(Bild: Shutterstock AI/Shutterstock.com)

Die strategische Ölreserve der USA schmilzt – und Trump zapft sie weiter an. Doch was passiert, wenn die letzte Pufferzone versiegt? Ein Gastbeitrag.

Im Jahr 1975, noch unter dem Eindruck des arabischen Ölembargos von 1973, unterzeichnete [1] Präsident Gerald Ford den "Energy Policy and Conservation Act". Das Gesetz schuf die strategische Erdölreserve der USA (SPR) und definierte sie als eine Art Notgroschen, der zum Schutz der amerikanischen Bevölkerung bereitgestellt wird, falls es erneut zu einer Versorgungskrise kommen sollte.

Heute, nach zwei aufeinanderfolgenden Regierungen, ist diese Reserve auf den niedrigsten Stand seit 1983 geschrumpft [2].

Schrumpfender Puffer

Hekmat Aboukhater
Unser Gastautor Hekmat Aboukhater
(Bild: RS [3])

Biden zapfte [4] als Reaktion auf die Corona-Pandemie 50 Millionen Barrel an. Im darauffolgenden Jahr entnahm [5] er weitere 180 Millionen Barrel als Reaktion auf die Invasion Russlands in die Ukraine – die bislang größte Freigabe in der Geschichte der SPR – mit der Begründung, die Benzinpreise zu stabilisieren und die Auswirkungen des Krieges abzufedern.

Nun will Präsident Donald Trump den Rest leeren, um die Preis- und Versorgungsschocks seines Iran-Krieges [6] zu steuern.

Die jüngste Entnahme von 172 Millionen Barrel senkte den Bestand der SPR bis zum 17. Juli auf 311,4 Millionen Barrel. Gerade in dem Moment, in dem der Konflikt droht, weitere strategische Engpässe im Nahen Osten zu erfassen, macht dies die amerikanische Bevölkerung unsicherer.

Ein Liniendiagramm
Wöchentlicher Stand der strategischen US-Ölreserven
(Bild: U.S. Energy Information Administration (Juli 2026))

Sollte die nächste Eskalationsrunde die Ölpreise in die Höhe treiben, wird der Puffer zwischen einem regionalen Krieg und den Preisen, die Amerikaner an der Zapfsäule zahlen, deutlich kleiner.

Was passiert bei 300 Millionen Barrel?

Die SPR besteht aus Rohöl, das in 60 Salzkavernen [7] entlang der Golfküste, hauptsächlich in Texas und Louisiana, gelagert wird. Die Salzwände dieser Kavernen sind dicht, lecken kaum und ermöglichen aufgrund ihrer besonderen chemischen Eigenschaften, dass das Öl langsam in Bewegung bleibt, statt stillzustehen. Dieses empfindliche System kann bis zu 727 Millionen Barrel [8] über Jahrzehnte hinweg halten – vorausgesetzt, es wird verantwortungsvoll betrieben.

Viele Experten betrachten die Schwelle von 300 Millionen Barrel [9] als "Mindestbetriebsniveau“ der SPR, da die Förderung technisch äußerst präzise Abläufe erfordert. Sinkt der Bestand darunter, warnen [10] Fachleute der US-Regierungsaufsicht GAO vor erheblichen Risiken für die Funktionsfähigkeit der Reserve und ihre Fähigkeit, zukünftige Energiekrisen zu bewältigen.

Das Problem ist praktischer Natur: Um das Rohöl zu fördern, pumpen die Betreiber große Mengen Frischwasser in die Kavernen, um das leichtere Öl hydraulisch nach oben zu verdrängen. Doch bei jedem Entnahmezyklus löst das Wasser die Salzschicht der Kaverne an, verformt die Struktur, vergrößert den Hohlraum und verändert das Verhältnis von Volumen zu Druck erheblich. Diese aggressive Nutzung bei niedrigem Füllstand beschleunigt [11] die Erosion des Salzes und birgt das Risiko eines katastrophalen Strukturversagens.

Selbst Trump hat die Risiken einer fortgesetzten Entleerung öffentlich eingeräumt. In einer kürzlichen Pressekonferenz warnte er offen [12] vor der Verwundbarkeit der erschöpften Reserven und erklärte: "In etwa vier Wochen gehen uns die Reserven aus.“

Schwache Diplomatie und unkontrollierte Eskalation

Ein Balkendiagramm
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus
(Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Rory Johnston)

Parteienübergreifend schlagen Stimmen Alarm – vom republikanischen Abgeordneten Thomas Massie bis hin zu ranghohen Demokraten im Repräsentantenhaus und Senat –, jedoch bislang ohne Wirkung.

Massie warnte ausdrücklich [13] davor, die Reserve zur "Verschleierung der Kriegskosten“ einzusetzen, da dies die Salzkavernen physisch zum Einsturz bringen könne. Auch Senator Martin Heinrich mahnte, die USA müssten eine strategische Ölreserve (SPR) aufrechterhalten, "die über ausreichende Kapazitäten verfügt, um solche Schocks abzufangen“, statt Verbraucher weiterhin massiv unter steigenden Benzinpreisen leiden zu lassen.

Anstatt die Lage zu stabilisieren, betreibt die Regierung ein erratisches Hochrisikospiel mit dem Iran, das die globale Ölversorgung an den Abgrund geführt hat. Die Regierung kündigte die am 22. Juni erteilte Sondergenehmigung [14] des Finanzministeriums auf, die dem Iran zuvor den Verkauf von Rohöl erlaubt hatte.

Teheran reagierte umgehend mit einer Eskalation in Form eines gewaltsamen Schlagabtauschs und griff mit Drohnen und Raketen drei große Handelstanker in der Straße von Hormus an, darunter ein katarisches Gasschiff vor Oman sowie ein saudischer Öltanker. Die USA antworteten ihrerseits mit massiven Angriffen auf rund 90 Ziele [15] an Irans Südküste innerhalb von zwei Tagen.

Diese Volatilität hat die Versicherungsprämien für die Schifffahrt in astronomische Höhen getrieben [16] und Flotten abgeschreckt. Indem Trump große Teile der mit dem Iran vereinbarten Absichtserklärung aufkündigt, stürzt er die globalen Ölmärkte ins Chaos.

Rory Johnston, Gründer von Commodity Context [17], erklärte, die Rohölmärkte "preisen deutlich höhere Risiken ein", während der Schiffsverkehr infolge der erneuten Eskalation einbricht. "Hormus ist weit davon entfernt, gelöst zu sein", sagte er.

Maritime Daten zeigen, dass der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus auf ein Fünftel des Vorkriegsniveaus eingebrochen ist [18]. Anstatt der üblichen 20 Millionen Barrel pro Tag bewegt sich nur noch ein Bruchteil durch die Passage.

Die USA hatten bislang als globaler Puffer gegen diese Versorgungsknappheit fungiert, indem sie täglich Millionen Barrel exportierten. Doch selbst dieses Polster gerät ins Wanken: Neue Zahlen der US-Energieinformationsbehörde zeigen einen drastischen Rückgang der Rohölexporte um 746.000 Barrel pro Tag [19] in dieser Woche – von über 4 Millionen auf nur noch 3,2 Millionen Barrel täglich.

Die Regierung hat diesen Rückgang nicht erklärt, doch am wahrscheinlichsten ist der Versuch, inländische Engpässe zu vermeiden, während die strategischen Ölreserven ihrem Minimum näherkommen.

Bis die Luft ausgeht

Wir bewegen uns bereits in einer tief destabilisierten wirtschaftlichen Realität, in der die Ölpreise innerhalb weniger Tage von niedrigen 70 auf hohe 90 US-Dollar pro Barrel schwanken. Nach einem Rückgang Ende Juni und Anfang Juli in der Hoffnung auf einen dauerhaften Waffenstillstand sind die Preise wieder auf fast 100 Dollar gestiegen.

Schlimmer noch: Es gibt Hinweise darauf, dass die Nutzung der milliardenschweren Reserven Chinas [20] und die nahezu vollständige Entleerung der SPR Washingtons die Preise künstlich niedrig halten. Sobald Peking später in diesem Jahr seine Importe wieder hochfährt, wird diese verborgene Nachfrage auf den Markt zurückkehren und die Preise in die Höhe treiben.

Setzt Trump diese Eskalationsspirale fort, drohen regionale Dominoeffekte. Ein Vorgeschmack dessen ist bereits sichtbar: US-Angriffe auf iranische Raffinerien, gefolgt von iranischen Gegenschlägen gegen zentrale Ölanlagen in den Golfstaaten sowie Angriffe auf die saudische Ost-West-Pipeline [21] und die emiratische ADCOP-Pipeline [22]. Beide werden genutzt, um die Straße von Hormus zu umgehen.

Die nächste Eskalationsstufe wurde bereits von den Huthi erreicht [23]. Mit einer konzentrierten Luftkampagne gegen saudische Häfen und Tanker kappen sie die südliche Route des Roten Meeres am Engpass Bab al-Mandab [24]. Bob McNally von Rapidan Energy [25] erklärte, eine solche Eskalation an den regionalen Nadelöhren würde "die Ölpreise schnell wieder deutlich über 100 Dollar treiben und den im Juni eingepreisten Rückgang der Risikoprämien zunichtemachen".

Das Weiße Haus scheint die letzte Karte zu ignorieren, die der Iran oder seine Verbündeten im Nahen Osten spielen könnten. Sollte der Iran in die Enge getrieben werden, könnte er die letzte maritime Lebensader der Region ins Visier nehmen: den Suezkanal.

Schon eine kleine Störung dort kann enorme wirtschaftliche Folgen haben, wie der Vorfall mit der Ever Given im Jahr 2021 [26] zeigte. Der Iran oder seine Verbündeten könnten eine ähnliche Krise auslösen, indem sie beispielsweise ein Schiff im Kanal angreifen oder durch gezielten Terror einen Großfrachter versenken, sabotieren oder in den engsten Abschnitten des Kanals auf Grund setzen. Das Ergebnis wäre die vollständige Blockade der dritten und letzten Seeroute aus dem Nahen Osten.

Hier wird die Geschichte der SPR größer als das Öl selbst. Der Yale-Ökonom Marnix Amand beschrieb Trumps Ansatz als "einen Mann, der Jahrzehnte amerikanischer Hegemonie zu Geld macht und langfristige Reserven an Macht, Legitimität und Sicherheit für kurzfristige politische Ziele aufzehrt".

Die SPR ist die physische Verkörperung dieses Deals: ein strategischer Vermögenswert, der über Jahrzehnte aufgebaut wurde und nun von einem Präsidenten geleert wird, der versucht, die Folgen eines Krieges abzufedern, den er offenbar nicht beenden will.

Hekmat Matthew Aboukhater ist Masterstudent für Public Policy an der Yale Jackson School of Global Affairs. Er absolvierte Praktika in den Programmen für Demokratisierung der Außenpolitik und Nahost am Quincy Institute und arbeitete zuvor im Department of Political and Peacebuilding Affairs der Vereinten Nationen.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [27] auf Englisch.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://x.com/RepThomasMassie/status/2075193269626065206?s=20
  2. https://thehill.com/policy/energy-environment/5925310-spr-strategic-oil-reserve-iran-strait-of-hormuz/
  3. https://responsiblestatecraft.org/author/hekmataboukhater/
  4. https://www.energy.gov/ceser/articles/doe-make-available-release-50-million-barrels-crude-oil-strategic-petroleum-reserve
  5. https://www.energy.gov/hgeo/opr/history-spr-releases
  6. https://www.telepolis.de/thema/Irankrieg-2026
  7. https://www.energy.gov/hgeo/opr/spr-storage-sites
  8. https://www.energy.gov/hgeo/opr/spr-quick-facts
  9. https://energynewsbeat.co/crude-oil/the-future-of-the-oil-and-gas-markets-special-joint-podcast-with-trisha-curtis-petronerds/
  10. https://www.washingtonexaminer.com/policy/energy-and-environment/4621907/overused-strategic-petroleum-reserve-risk-operational-failure-watchdog-warns/
  11. https://www.scientificamerican.com/article/the-u-s-stockpiles-oil-in-huge-underground-salt-caverns-heres-why/
  12. https://nationalsecurityjournal.org/we-run-out-of-reserves-in-about-4-weeks-why-donald-trump-had-to-take-the-iran-deal/
  13. https://x.com/RepThomasMassie/status/2075193269626065206?s=20
  14. https://ofac.treasury.gov/recent-actions/20260622_33
  15. https://www.bbc.com/news/articles/cwykq59jwpvo
  16. https://www.insurancebusinessmag.com/us/news/breaking-news/hormuz-warrisk-rates-surge-again-as-ceasefire-collapses-581988.aspx
  17. https://www.commoditycontext.com/
  18. https://www.businessinsurance.com/traffic-slows-through-strait-of-hormuz-war-risk-rates-rise/
  19. https://www.eia.gov/petroleum/supply/weekly/
  20. https://finance.yahoo.com/sectors/energy/articles/china-draws-down-billion-barrel-220000944.html
  21. https://de.wikipedia.org/wiki/Ost-West-Pipeline
  22. https://en.wikipedia.org/wiki/Habshan%E2%80%93Fujairah_oil_pipeline
  23. https://responsiblestatecraft.org/houthis-saudi-arabia/
  24. https://de.wikipedia.org/wiki/Bab_al-Mandab
  25. https://www.rapidanenergy.com/
  26. https://www.reuters.com/world/ever-given-container-ship-set-leave-suez-canal-2021-07-07/
  27. https://responsiblestatecraft.org/trump-oil-reserves/

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  • 29. Juli 2026 um 14:00

Warum China auf KI-Infrastruktur statt auf Chatbots setzt

Von Telepolis
Autos vor einer Ampel, wobei eines durch eine Kamera auf dem Dach hhevorsticht.

Robotertaxi (ganz links) an einer Ampel in Wuhan.

(Bild: Tada Images, shutterstock)

Peking nutzt KI als Infrastruktur ubiquitär wie Strom. Mit Alibabas Qwen-Modellen und dem City Brain Hangzhou weicht China vom westlichen Chatbot-Pfad ab.

Als Anfang 2025 das chinesische Start-up DeepSeek mit einem Sprachmodell Schlagzeilen machte, schien die Geschichte schnell erzählt: Wieder ein Kapitel im technologischen Wettlauf zwischen China und den USA.

Doch diese Sichtweise verstellt den Blick auf das Wesentliche. Denn während der Westen vor allem über Chatbots und Allgemeine Künstliche Intelligenz debattiert, verfolgt China eine grundlegend andere Strategie.

Peking behandelt KI nicht als Produkt, das als Tokens gehandelt wird. Das Reich der Mitte installiert KI als Kernbestandteil moderner Infrastruktur – vergleichbar mit Elektrizität oder dem Internet.

Chinesische Wissenschaftler auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Anfang 2026 beschrieben [1] den Unterschied so: China baut Kompasse, nicht Karten. Während eine Karte einen Zustand festhält, hilft ein Kompass bei der Navigation in einer sich ständig verändernden Umgebung.

Physische KI: Alibabas Qwen-Modelle steuern reale Roboter

Im Kern geht es darum, Systeme zu schaffen, die kontinuierliche Veränderungen bewältigen und dann auch steuern können.

Dabei wird KI nicht als eigenständiger Wirtschaftszweig verstanden, sondern als Querschnittstechnologie, die in nahezu alle Bereiche hineinwirken soll. Es geht darum, Fertigungsprozesse zu steuern, Lieferketten zu optimieren, medizinische Diagnosen zu unterstützen, Energieflüsse zu koordinieren und Verwaltungsabläufe zu automatisieren.

Damit würde KI in China eine ähnliche Rolle einnehmen wie Strom oder Wasser. Denn auch Elektrizität war nie bloß ein Wirtschaftszweig, sondern veränderte nahezu alle Produktions- und Lebensbereiche gleichzeitig.

Alibabas Qwen-Modelle und die Sechs kleinen Drachen

In chinesischen Medien wird inzwischen von den "Sechs kleinen Drachen [2]" gesprochen – eine Bezeichnung für eine neue Generation von Technologieunternehmen, die sich nicht mehr primär mit Plattformen beschäftigen, sondern humanoide Roboter, autonome Systeme und industrielle Software entwickeln.

Dazu gehören unter anderem Unitree Robotics, der Robotik-Hersteller Yun Shen Chu, BrainCo mit einer weltweit führenden „Brain-Computer-Interface“-Technologie, Qunhe mit einer 3D-Plattform und Game Science, das mit dem Videospiel Wukong weltweit für Aufsehen gesorgt hat.

Doch auch bekannte chinesischen Technologiekonzerne wollen ein Stück von dem Kuchen. So hat Alibaba gerade seine erste Modellfamilie Qwen mit physischer KI auf den Markt gebracht. Die Maschinen verknüpfen große Sprachmodelle mit physischen Roboteraktionen. Die Modelle werden derzeit bei ausgewählten Kunden von Alibaba getestet.

Physische Künstliche Intelligenz versteht nicht nur Sprache, sondern kann auch in der physischen Welt agieren. Die Qwen-Robot-Suite umfasst drei spezialisierte Modelle: eines für Navigation, eines für die Manipulation von Objekten und eines zur Vorhersage von Umgebungsveränderungen.

VLM-Herausforderung: Warum Roboter an realen Bedingungen scheitern

Dieser Unterschied ist keineswegs trivial. Denn eine Aufgabe zu verstehen, ist etwas gänzlich anderes als nach der nächsten wahrscheinlichsten Zeichenfolge zu fahnden. Sie tatsächlich auszuführen, verlangt weitere Kenntnisse.

Ein Bild-Sprach-Modell (VLM) kann zwar die zur Erledigung einer Aufgabe erforderlichen Schritte beschreiben. Es ist jedoch nicht in der Lage, die Bewegungen eines Roboters direkt zu steuern. Die Herausforderung besteht darin, menschliche Sprache und visuelles Verständnis mit den motorischen Handlungen zu verknüpfen, die für die Interaktion mit der physischen Welt erforderlich sind.

Hinzu kommt, dass sich die Bedingungen in der realen physischen Umwelt ständig verändern. So müssen physische KIs die ihnen beschriebenen Gegenstände auch bei Regen erkennen oder wenn sie vereist sind und alles weiß erscheint.

Robotertaxis, Logistiksysteme und Behördengänge

Und auch die Trainingsdaten für physische KI unterscheiden sich logischerweise erheblich von Internetdaten. Informationen, die von Navigationssystemen, Roboterarmen, Fahrzeugen und Kameras erfasst werden, liegen in den verschiedensten Formaten vor, und ihre Erfassung und Einordnung sind kostspielig.

Die praktische Umsetzung der chinesischen KI-Strategie ist auch auf anderen Gebieten längst sichtbar. In mehreren chinesischen Städten sind bereits Tausende Robotertaxis unterwegs. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich bei intelligenten Logistiksystemen, automatisierten Lagerhäusern und sogenannten Smart Citys.

Das „City Brain“ von Hangzhou im Härtetest

Ein Beispiel ist das "City Brain" in Hangzhou [3]. Das System analysiert Verkehrsfluss, Staus, Notfallrouten und öffentlichen Nahverkehr in Echtzeit und passt Ampelschaltungen und Routenführung entsprechend an. Zudem berät es die Bürger, etwa für Behördengänge.

Die Stadt wird nicht als Ansammlung von Straßenkreuzungen verstanden, sondern als ein einziges dynamisches System, dessen Teile sich ständig gegenseitig beeinflussen. Dafür wurde eigens ein digitaler Zwilling der Zwölf-Millionen-Metropole entwickelt.

Mittlerweile werden Verkehrsströme, Energieverbrauch, öffentliche Dienstleistungen und teilweise auch Sicherheitsaufgaben und Bauprojekte durch KI-gestützte Systeme koordiniert. Die Anwendungen reichen von der Optimierung städtischer Infrastruktur bis zur Steuerung komplexer Versorgungsnetze.

4500 KI-Firmen: Pekings Algorithmus-Register wächst

Die Volksrepublik hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der weltweit größten Zentren der KI-Forschung entwickelt. Hunderte Universitäten und Forschungseinrichtungen arbeiten an Sprachmodellen, Robotik, autonomen Systemen und neuen Chiparchitekturen. Die Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen und Patentanmeldungen ist stark gestiegen.

Nach verschiedenen Branchenanalysen gibt es inzwischen rund 4500 Unternehmen, die substanzielle KI-Entwicklung betreiben. Das staatliche Algorithmus-Register listet [4] tausende generative KI-Anwendungen aus unterschiedlichsten Branchen. Dabei entsteht ein Innovationsökosystem, das weit über die großen Namen hinausreicht und wirkt.

Und schon jetzt ist China der weltweit größte Markt für Industrieroboter. Gleichzeitig entstehen Anwendungen, die Qualitätskontrollen automatisieren, Produktionsabläufe optimieren oder komplexe Lieferketten koordinieren. KI soll dabei weniger einzelne Arbeitsplätze ersetzen, sondern vielmehr die Leistungsfähigkeit der Produktionssysteme erhöhen.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://asiatimes.com/2026/07/compasses-not-maps-china-is-building-a-different-type-of-ai/
  2. https://www.elektronikpraxis.de/aufbruch-in-hangzhou-die-sechs-kleinen-drachen-der-technologie-a-5330ab645d8557a986a79f7ad7bd6dc7/
  3. https://www.ehangzhou.gov.cn/2025-04/01/c_293162.htm
  4. https://www.wired.com/story/china-ai-boom-algorithm-registry/

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  • 29. Juli 2026 um 12:00

Wagenknechts Wette auf den Osten

Von Telepolis
Eine Frau vor einem Podium

Sahra Wagenknecht setzt auf die kommenden Landtagswahlen

(Bild: Juergen Nowak/Shutterstock.com)

Vom Hype zur Hürde: Warum das BSW im Osten um seine politische Zukunft kämpft und zwischen AfD und Linke zerrieben zu werden droht. Ein Ausblick.

Nach der kurzen politischen Sommerpause naht [1] die heiße Phase: In zwei ostdeutschen Bundesländern stehen Landtagswahlen an, in der Hauptstadt zudem die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Neben der Gretchenfrage, ob die AfD im Osten weiter zulegt und erstmals eine Landesregierung anführt, bildet der Wahlherbst [2] auch für eine andere Partei einen Lackmustest: das Bündnis Sahra Wagenknecht. [3]

Nach den erwartbaren Niederlagen [4] in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg im Frühjahr – in beiden Landtagen ist das BSW nicht vertreten [5] – ruhen die Zukunftshoffnungen der Partei auf den ostdeutschen Wahlen. In Berlin, Schwerin und Magdeburg könnte sich, so erste Stimmen, das Schicksal der Partei und einzelner Führungsfiguren entscheiden.

Bleibt man dort unter fünf Prozent, gilt [6] das Aufbruchsprojekt BSW als gescheitert. Geht die Wagenknechtsche Wette auf den Wahl-Osten auf?

Schmerzhafter Blick zurück

Die jüngere Vergangenheit soll sich nicht wiederholen: Bei der Bundestagswahl 2025 scheiterte [7] die Partei denkbar knapp an der Fünf-Prozent-Hürde – mit 4,981 Prozent der Zweitstimmen fehlten nur 9.529 Stimmen bundesweit zum Einzug.

Bei Überschreiten der Hürde hätte [8] das BSW rund 35 Sitze erhalten, mit erheblichen Folgen für die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag. Womöglich hätte Bundeskanzler Merz dann ohne stabile Mehrheit regieren müssen. Wagenknecht und Co. mussten Büro und mediale Bühne nach der Schlappe weitgehend räumen.

Der Bundestag lehnte [9] eine Neuauszählung trotz des knappen Ergebnisses ab, einzig die AfD kritisierte, dass die Beschwerde ignoriert wurde. Das Bundesverfassungsgericht verwarf [10] darauffolgende Eilanträge des BSW als unzulässig – nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern weil zunächst der Bundestag zuständig sei.

Dessen Wahlprüfungsausschuss zeigte [11], möglicherweise aus machttaktischen Gründen, wenig Eile. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass das Parlament in bislang unbekannter Verhöhnung demokratischer Gepflogenheiten und demokratietheoretisch hochproblematisch versucht, das Phänomen BSW auszusitzen. Der Fall ist inzwischen beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gelandet.

Die Partei kämpft [12] seither an drei Fronten: Parteiaufbau vor Ort, die Forderung nach Korrektur des Bundestagswahlergebnisses und der Einsatz für eine Reform des Wahlprüfungsrechts. Die beiden letzten Vorhaben müssen bislang als gescheitert gelten [13] – was bleibt?

Bürgerregierung statt Brandmauer?

Umso wichtiger sind die kommenden Wahlen – auch wenn die offiziösen Umfragen auch hier wenig Grund zur Hoffnung liefern [14]: In allen drei Ländern liegt das BSW teils deutlich unter fünf Prozent.

Im Zentrum steht [15] Sachsen-Anhalt, wo die Partei aktuell bei vier Prozentpunkten pendelt. Scheitert das BSW dort, verschiebt sich die Sitzverteilung massiv zugunsten der ohnehin starken AfD-Fraktion – Experten gestehen [16] dem BSW daher eine Scharnierfunktion zu.

Zusätzliche Brisanz erhält [17] die Debatte durch das BSW-Modell der "Bürgerregierung": Statt klassischer Koalitionen wirbt das BSW für eine parteiunabhängige Expertenregierung mit wechselnden Mehrheiten – ausdrücklich auch ohne starre Brandmauer gegenüber der AfD. In einem Interview mit der Berliner Zeitung verwies [18]Sahra Wagenknecht kürzlich auf You-Gov-Umfragen [19], wonach Ostdeutsche keinen "Aufguss einer Brandmauer-Koalition" wollten, sondern Veränderung.

Eine Koalition in Magdeburg mit der AfD schließt das BSW zwar aus, will jedoch Anträge ausschließlich nach ihrem Inhalt bewerten. Kritiker, allen voran Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU), warnen [20], das Modell könne der AfD faktisch den Weg zur Macht ebnen, wenn punktuelle BSW-Unterstützung einer AfD-geführten Minderheitsregierung zu Mehrheiten verhilft.

Das BSW weist diesen Vorwurf zurück und versteht sein Modell als Alternative zu machtpolitisch motivierten Koalitionen. Analytisch bemerkenswert: Das BSW stellt damit den in Deutschland dominanten Koalitionsgedanken grundsätzlich infrage – eine Minderheitsregierung mit AfD-Beteiligung sowie dessen aktive Tolerierung galt [21]bislang, trotz einer existenten sächsischen Minderheitsregierung, als Tabu.

Druck von allen Seiten

Auch in Mecklenburg-Vorpommern kämpft [22] das BSW mit zuletzt 4,6 Prozent um den Einzug – ein Scheitern würde erneut vor allem der AfD zusätzliche Mandate verschaffen [23]. Noch schwieriger ist die Lage in Berlin: Dort liegt das BSW bei 3,6 Prozent, deutlich unter der Sperrklausel, und konkurriert trotz der Spitzenkandidatur von Michael Lüders [24] vor allem mit einer erstarkten Linken um frühere SPD-Wähler und Nichtwähler.

Allen drei Wahlen ist dabei gemein: Der Gründungsbonus der Partei scheint aufgebraucht, der Social Media Hype verblasst, während sie von zwei Seiten unter Druck gerät – die Linke gewinnt frühere Stammwähler zurück, die AfD dominiert weiter den migrationskritischen Protestbereich. In beiden Bereichen kann das BSW nicht entscheidend punkten.

Vor diesem Hintergrund erhält [25] auch die Anfechtung der Bundestagswahl eine strategische Dimension: Sie soll das Narrativ eines knapp verpassten Einzugs zur Mobilisierung nutzen und die Partei medial präsent halten, kann jedoch kaum über ein zu beobachtendes Schließen der einstigen, durch das BSW genutzten Repräsentationslücke in der deutschen Parteienlandschaft hinwegtäuschen.

Ideologisches Dilemma

Ein aktueller Report des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) liefert [26] möglicherweise entscheidende Hinweise für die aktuellen Wahlausgänge: Die Partei rekrutierte [27] ihre Wählerschaft 2025 aus unterschiedlichen Lagern – anteilig verlor die Linke besonders viele Wähler, zugleich nahm die Partei aber auch der AfD Stimmen ab.

Die BSW-Wählerschaft verbindet linke Wirtschaftspolitik mit gesellschaftlich eher konservativen Einstellungen, was die Partei in direkte Konkurrenz zu beiden Polen bringt.

Diese Mischposition sorgt zwar für eine gewisse Heterogenität und daraus resultierende, mögliche Stabilität, doch droht das BSW zwischen den beiden Großpolen zerrieben zu werden [28]: Wirtschaftlich links orientierte Wähler mit schwachen bis mittleren Einkommen könnten zur wiedererstarkten Linken zurückkehren, während die AfD mit Themen wie Migration und Establishment-Kritik punktet und sich als einzige Alternative verkaufen kann.

Strukturprobleme und Machtkämpfe

Für das BSW ist Ostdeutschland der entscheidende Raum – doch viele Protestwähler sind inzwischen dauerhaft an die AfD gebunden, eine erkennbare BSW-Antwort darauf fehlt strategisch bislang.

Erschwerend treten interne Machtkämpfe hinzu: Der frühere Düsseldorfer Oberbürgermeister und SPD-Überläufer Thomas Geisel verließ erst kürzlich [29] die BSW-Fraktion im EU-Parlament, vermutlich wegen Querelen im NRW-Landesverband um eine verlorene Wahl zum Co-Landesvorsitzenden.

Derartige Einzel-Fälle passen zu strukturellen Grundproblemen: Das BSW ist stark auf Sahra Wagenknecht als Führungsfigur zugeschnitten, die restriktive Mitgliederaufnahme hat den Parteiaufbau in mehreren Landesverbänden – etwa Brandenburg samt massiver Rücktrittswelle [30], Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein [31] – behindert.

Der schwierige Übergang von der charismatisch geführten Protestbewegung zur dauerhaft verankerten Kader-Partei bleibt die zentrale Herausforderung.

Auch strategisch bleiben diese Probleme nicht folgenlos: Koalitionskonflikte wie in Brandenburg haben Zweifel an der politischen Stabilität des BSW wie an dessen Anti-Establishment-Kurs verstärkt. Gleichzeitig verliert die Partei ihr Alleinstellungsmerkmal – die Linke gewinnt das sozial orientierte Milieu zurück, die AfD dominiert weiter den Protestbereich.

Ob das BSW seinen wahlpolitischen Durchbruch im Herbst 2026 noch schafft, entscheidet sich damit nicht nur an der Fünf-Prozent-Hürde, sondern letztendlich auch an der Frage, ob die Partei ihre internen Widersprüche rechtzeitig lösen kann und sich strategisch zukunftsfähig aufstellen wird.


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  1. https://esut.de/2026/07/fachbeitraege/73026/wahlen-ostdeutschland-afd-parteien-mitte/
  2. https://www.wahlrecht.de/termine.htm
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCndnis_Sahra_Wagenknecht
  4. https://www.telepolis.de/article/Rheinland-Pfalz-Gewinner-ohne-Glanz-blaues-Wunder-in-Mainz-11221147.html
  5. https://taz.de/BSW-Wahldebakel-in-Baden-Wuerttemberg/!6161086/
  6. https://taz.de/Landtagswahlen-in-Ostdeutschland/!6178667/
  7. https://www.tagesschau.de/inland/bsw-wagenknecht-scheitern-bvg-100.html
  8. https://www.welt.de/debatte/plus6925cd74913af3ed1363f46c/bundestagswahl-friedrich-merz-regiert-womoeglich-ohne-legitime-mehrheit.html
  9. https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/bvg25-024.html
  10. https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/bvg25-024.html
  11. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw51-de-wahlpruefung-1129218
  12. https://www.deutschlandfunk.de/bsw-buendnis-sahra-wagenknecht-bundestagswahl-2025-neuauszaehlung-100.html
  13. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-06/verfassungsklage-bsw-scheitert-bundeswahlgesetz
  14. https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/
  15. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landtagswahl
  16. https://www.welt.de/regionales/sachsen-anhalt/article6a683d57a17ee9f1dfd81056/experte-koalition-vielleicht-klueger-als-tolerierung.html
  17. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bsw-landtagswahlen-100.html
  18. https://www.berliner-zeitung.de/article/ostdeutsche-meinung-afd-regierungsbeteiligung-10238031
  19. https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/baden-wuerttemberg-mehrheit-will-ende-der-brandmauer/
  20. https://www.n-tv.de/politik/Wie-sinnvoll-ist-der-BSW-Vorschlag-einer-Expertenregierung-id31069455.html
  21. https://verfassungsblog.de/mehrheiten-trotz-minderheitsregierung/
  22. https://dawum.de/Sachsen-Anhalt/INSA/2026-07-23
  23. https://www.nordkurier.de/regional/mecklenburg-vorpommern/bsw-sieht-sich-im-schweriner-landtag-nicht-als-mehrheitsbeschaffer-4426453
  24. https://www.rbb24.de/politik/berlin-wahl-2026/beitraege/bsw-spitzen-kandidaten-king-lueders-wahl-liste.html
  25. https://link.springer.com/article/10.1007/s11615-024-00583-6
  26. https://www.wsi.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-00938
  27. https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-wer-die-wagenknecht-partei-wahlt-61032.htm
  28. https://www.youtube.com/watch?v=F0zXtinSahk&t=852s
  29. https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/duesseldorf-bsw-politiker-thomas-geisel-verlaesst-partei_aid-151986661
  30. https://www.welt.de/regionales/berlin/article6a50bc76c13a557858aa09cb/ruecktrittswelle-beim-bsw-brandenburg-geht-weiter.html
  31. https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/ein-u-boot-aus-kiel

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  • 29. Juli 2026 um 11:00

„The Mermaid Mask“ angespielt: Orient Express trifft auf Monkey Island

Von Heise
Screenshot aus Mermaid Mask

(Bild: SFB Games)

„The Mermaid Mask“ erneuert das Genre der Point-&-Click-Spiele mit viel Witz und Detailliebe. Wozu da noch einen Mörder schnappen?

Mit Point-&-Click-Spielen hat Gaming einst Fahrt aufgenommen, heute sind sie angesichts besserer Technik ein altertümliches Nischenprodukt. Denn wer möchte noch stumpf mit der Maus umherklicken und Objekte aufeinanderziehen, wenn er auch eine riesige Open World erobern oder eine kinoreife Geschichte selbst nachspielen kann? Das kürzlich erschienene „The Mermaid Mask“ präsentiert eine interessante Neuinterpretation, die nicht verpasst werden sollte. Dieser spielbare Kriminalfall wird zwar Sherlock Holmes nicht aus seinem Büro locken, kann aber dank seines erfrischenden und permanent zündenden Humors problemlos mit jeder Netflix-Sitcom mithalten.

We all live in a murder submarine

Mortuga ist nicht nur Kapitän des seltsamsten U-Boots der Welt, er ist vor allem auch eines: tot. Erstochen in einem geschlossenen Raum. Vor einem mysteriösen Kessel. Und das ist bei weitem nicht die einzige Merkwürdigkeit, die auf das Ermittler-Duo Grimoire und Sally wartet. Sie begeben sich auf das putzige wie unheimliche Reisegefährt, um den Mord aufzuklären, den Mörder zu schnappen und das titelgebende Geheimnis rund um die Meerjungfrau-Maske zu lüften.

„The Mermaid Mask“ angespielt (0 Bilder) [1]

[2]

Aber das ist lediglich der Rahmen dieses achtstündigen Fantasy-Trips – im Zentrum steht der unvorhersehbare und clevere Humor, den der britische Entwickler SFB Games seinen Figuren auf die Zunge gelegt hat. In den ersten Minuten mag der Spieler noch meinen, dass er hier ein ganz gewöhnliches Point-&-Click-Adventure [3] spielt. Klick diesen und jenen Gegenstand an, bis das Rätsel gelöst ist und es endlich weitergeht. „The Mermaid Mask“ ist da wie schon die beiden Vorgänger ganz anders: Das Highlight bilden die großartig geschriebenen und vertonten Wortgewitter zwischen den Ermittlern und Verdächtigen, die, wenn sie erst einmal in Gang gebracht worden sind, nicht mehr zu stoppen sind. Zu beachten ist: Es gibt nur eine englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln.

Da ist der exzentrische Schriftsteller, dem der Mordfall ganz gerufen kommt, weil er gerade nach neuem Stoff für seinen nächsten Roman sucht. Oder die quirlige Illusionistin, die sich nicht sicher ist, ob sie das hier alles nur träumt. Oder der junge Filmstar mit Sonnenbrille, der dank seiner welpenhaften Naivität alles für ein tolles Abenteuer hält. Als wäre das Ganze eine Comedy-Stand-up-Show, bei der alle zehn Minuten ein neues Talent auf die Bühne tritt. Grimoire und Sally setzen diesem bunten Haufen wiederum ihre größten Stärken entgegen: Schlagfertigkeit, Sarkasmus und einen Blick für besondere Details. Das Tolle daran: Die Gespräche ufern jedes Mal aus, stellen die wendungsreichen Lebensgeschichten der Charaktere vor, lassen unterschiedliche Sichtweisen aufeinanderprallen und münden in überraschende Situationen, die mehr Fragen als Antworten übrig lassen.

Das Spiel kommt – auch wegen der vielen unterschiedlichen und schön anzusehenden Cartoon-Animationen – so charmant rüber, dass man oft vergisst, dass das hier ein Detektivspiel ist und dass es noch einen Mörder zu fassen gilt. Am Ende möchte man sie doch alle laufen lassen, weil sie alle viel zu sympathisch sind. Zum Glück erinnert „The Mermaid Mask“ den Spieler immer wieder an den eigentlichen Job, indem es ihm regelmäßig ein Rätsel vor die Nase setzt, um die Lachmuskeln zu schonen und den Hirnapparat wieder einzuschalten.

Diese treffen einen guten Sweetspot – sie sind nicht innerhalb einer Minute gelöst, brauchen aber auch keine halbe Stunde. Meistens geht es um das richtige Sortieren von Gegenständen, das Herausfinden eines Codes oder das Entschlüsseln eines Textes. Nach ein paar Versuchen liegt die Lösung meistens auf der Hand. Kommt man nicht weiter, können jederzeit die Ermittler zu Hilfe gerufen werden, die dem Spieler einen kleinen Schubs in die richtige Richtung geben. Komfortabel. Denn nicht immer möchte man einen Detektiv spielen, der sich das Hirn zermartert und in Sackgassen rennt. Manchmal möchte man sich auch nur wie einer fühlen.

Ermitteln: Klicken, Lesen, Kombinieren

Das eigentliche Detektivspiel geschieht währenddessen. Die Ermittler ziehen von einem schrulligen Raum zum nächsten, kommentieren per Mausklick Gegenstände und tüten Beweise ein. Nach und nach schalten sich dadurch neue Räume frei. Und selbst wenn ein Objekt nicht weiterhilft, möchte man trotzdem hören, was die Figuren darüber denken. So bringt ein simpler Lautsprecher Sally dazu, über die möglichen Ausgänge einer Vampir-Party nachzudenken, unter die sich ein Sterblicher mit Vampir-Tarnung mischt. Wie gesagt, „The Mermaid Mask“ glänzt durch seine Unvorhersehbarkeit. Glaubt der Spieler, das System des Humors durchschaut zu haben, wechselt das Spiel in eine andere Richtung.

„The Mermaid Mask“ legt sehr großen Wert auf seine Geschichte und Charaktere, das Gameplay bleibt dagegen sehr klassisch. Es ist alles großartig designt, selbst das Betrachten der Beweise als drehbare 3D-Objekte ist ein schöner Einfall, der die Welt noch glaubhafter macht und die vielen schönen Details hervorhebt. Doch darüber hinaus ist der Spieler die meiste Zeit damit beschäftigt, zu lesen, zuzuhören und an manchen Stellen einen Lückentext auszufüllen, um den Fall voranzubringen. Wer hat in Raum X Y mit Z getan? Das wirkt manchmal wie eine Cluedo-Partie oder eine dieser Kindersendungen, bei denen Schauspieler mit dem Publikum sprechen, ohne es hören zu können.

Was „The Mermaid Mask“ nicht ist: ein anspruchsvolles Detektivspiel. Wer das sucht, ist hier falsch. An einem Punkt schrammt das Gameplay auch gefährlich nahe an der stumpfen Monotonie vorbei: Die Ermittler können jede der Figuren zu jedem einzelnen der zahlreichen Beweismittel befragen. Hier kommuniziert das Spiel nicht klar, ob diese Möglichkeit optional ist oder nicht. Hin und wieder bekommt der Spieler dadurch einen neuen Hinweis, manchmal sind die Antworten auch nur lustig.

Wir empfehlen an dieser Stelle, der eigenen Nase zu folgen und nicht zwangsläufig alles zu machen, selbst wenn es möglich ist. „The Mermaid Mask“ möchte von neugierigen Reisenden gespielt werden, nicht von Schema-Menschen. Wo das Spiel mit seinem Humor ein neues Zeitalter einläutet, bleibt es gameplaytechnisch im letzten Jahrhundert. Entweder ist es ein Ungleichgewicht oder so gewollt. Hätten mehr spielerische Möglichkeiten dem Spiel gut getan? Wir wissen es nicht. So oder so, „The Mermaid Mask“ eignet sich für mehrere entspannende Abende und liefert liebenswürdige Charaktere, bei denen wir uns wundern, warum Blockbuster-Studios sie nicht so gut hinbekommen.

„The Mermaid Mask“ erschien am 16. Juli für Windows, PS5 und Nintendo Switch 1 und 2. Es kostet 19,99 Euro.


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