FreshRSS

🔒
❌ Über FreshRSS
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.
Vor vorgesternIhre RSS-Feeds

Übersicht: So verbessert Apple iOS 27 an vielen Stellen

Von Heise
iOS 27 zeigt sich deutlich weniger durchsichtig

iOS 27 zeigt sich deutlich weniger durchsichtig – Liquid-Glass-Fans müssen damit leben.

(Bild: Apple)

Mit iOS 27 reicht Apple lange erwartete KI-Funktionen nach. Aber das ist nicht alles, wie eine lange Liste zeigt, die bei der Keynote eingeblendet wurde.

Das Format der Apple-Keynote zur WWDC in dieser Woche [1] war ein ganz anderes als üblich: Erstens war die Veranstaltung mit etwas mehr als einer Stunde und 15 Minuten außergewöhnlich kurz und zweitens kümmerte sich Apple nicht, wie sonst üblich, einzeln um die jeweiligen Betriebssysteme, sondern behandelte sie in einem Abwasch. Das kann daran liegen, dass insbesondere iOS, iPadOS und macOS immer näher zusammenrücken – oder auch daran, dass Apple in diesem Jahr vor allem auf Produktpflege setzt. Und so nannte Apple etwa bei iOS 27 [2] neben einer länglichen Präsentation von Siri AI [3] nur einige Highlights. Den „Kleinkram“, der durchaus wichtig ist, verlagerte Apple auf eine einzige Einblendung [4].

Lautstärke-Nerv abgeräumt

So kann man erstmals Alarmen, Timern, Benachrichtigungen und Systemklängen eigene Lautstärkeeinstellungen spendieren. FaceTime kann Vorder- und Rückkamera gleichzeitig nutzen (nicht bei allen iPhones). Die Wetter-App hat eine neue Highlights-Ansicht mit den wichtigsten Infos. Die Nachrichten-App kommt mit einer Möglichkeit, handschriftliche Nachrichten und Bilder zu erstellen und zu versenden, sind einzelne Botschaften noch nicht durchgegangen, blockiert das nicht mehr den ganzen Thread. Sollte der Mobilfunkanbieter es unterstützen, kann man eine Telefonnummer auf zwei iPhones verteilen. Die Herstellung von AirPlay-Verbindungen soll schneller geworden sein, zudem überträgt AirDrop flotter.

Homescreen-Widgets gibt es nun auch in XXL (bis ganzseitig), die Foto-App kann Videostandbilder speichern und geteilte Alben timen auf Wunsch nach einer bestimmten Zeit aus. Mail lädt Nachrichten schneller, Safari frisst weniger Strom und das üblicherweise lahme HomeKit-Pairing soll schneller arbeiten. Auf iPhones mit N1-Chips soll der Personal-Hotspot-Betrieb weniger Strom fressen, auf allen Geräten wurde die Batterieanzeige genauer.

Fotos-App, Schlafen, Power-Management

Die Schlaf-Einstellungen kennen Zeitzonenveränderungen und die besuchten Orte – bislang nicht in der EU [5] verfügbar – sind genauer. Das Bluetooth-Power-Management wurde besser, der Entsperr-Vorgang geht schneller. Auch die App-Bibliothek scrollt weniger abgehackt. Die Fotos-App erlaubt es, Schlüsselbegriffe zu Fotos und Videos hinzuzufügen und erkennt Ausweise und packt sie in eigene Ordner. Die gesamte App soll performanter arbeiten.

iOS 27 erscheint zusammen mit den anderen neuen Betriebssystemen im Herbst, vermutlich im September. Aktuell läuft eine Betaphase für Entwickler [6], die im Juli auf alle Interessierten im Rahmen einer Public Beta erweitert wird. Erste Erkenntnisse zu den Developer-Vorabversionen: Sie fühlen sich stabiler an als viele erste Betas der vergangenen Jahre.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322676

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Liveticker-zur-WWDC-Alles-zu-iOS-27-macOS-27-Siri-und-Apple-KI-11321040.html
  2. https://www.heise.de/news/iOS-27-Mehr-Tempo-besserer-Schutz-neue-Siri-11321931.html
  3. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  4. https://youtu.be/hF8swzNR1-o?t=370
  5. https://www.heise.de/news/Besuchte-Orte-Tracking-in-Apple-Karten-Wo-es-geht-und-wie-11074786.html
  6. https://www.heise.de/news/iOS-27-macOS-27-und-Co-Entwickler-duerfen-Betas-installieren-11322615.html
  7. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  8. https://www.heise.de/mac-and-i
  9. mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 14:21

Über 60 Euro im Monat: Warum wir uns die vielen Einzel-Abos bald sparen

Von Telepolis
Netzflix auf dem Screen, ein Hunderteuroschein davor

Bild: Shutterstock.com

62 Euro zahlen deutsche Haushalte im Schnitt für digitale Dienste. Weil die Kosten steigen, verlieren Einzel-Abos an Reiz – und Bundles boomen.

Der deutsche Markt für digitale Abonnements verändert sich. Während die Ausgaben der Haushalte weiter steigen, verlieren klassische Einzelangebote an Attraktivität. Gefragt sind zunehmend Bündel aus mehreren Diensten.

So geht es den Kunden im Abomarkt derzeit weniger um den besten Einzeldienst, sondern mehr um das leistungsfähigste digitale Ökosystem, wie etwa aus der aktuellen BearingPoint Submix-Studie 2026 hervorgeht. Für die Studie wurden rund 7.500 Personen in Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich befragt.

Die Fachseite Digitalfernsehen.de [1] fasst zentrale Ergebnisse der Studie zusammen. Demnach sind die monatlichen Haushaltsausgaben für digitale Abonnements in Deutschland auf durchschnittlich 62 Euro gestiegen – nach 55 Euro im Vorjahr. Gleichzeitig wächst der Anteil der Haushalte, die mehr als 100 Euro pro Monat für digitale Dienste ausgeben, von 15 auf 19 Prozent.

Social Media gewinnt an Bedeutung

Fast jeder dritte Deutsche (28 Prozent) zahlt inzwischen für exklusive Inhalte von Content-Erstellern – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (23 Prozent). Ob YouTube, Instagram, TikTok oder Twitch: Die Bereitschaft wächst, digitale Inhalte direkt bei ihren Urhebern zu finanzieren.

Zugleich geben 27 Prozent der Befragten an, wegen ihres Social-Media-Konsums weniger Zeit für klassische Bezahlangebote aufzuwenden. Besonders betroffen sind laut Studie Streaming-Dienste wie Netflix oder Disney+, aber auch TV-Angebote über Internetverträge und Musik-Streaming.

Rückläufig entwickelt sich zudem der Markt für digitale Presse-Abonnements. Nur noch 14 Prozent der Haushalte verfügen über ein entsprechendes Angebot, nach 19 Prozent im Vorjahr. Als wichtigste Kündigungsgründe nennen die Befragten die Kosten und die wahrgenommene Qualität der Inhalte.

Bundles statt Einzelangebote

Parallel wächst die Nachfrage nach Bündelangeboten. Bereits 29 Prozent der Konsumenten nutzen sogenannte Bundles, also mehrere Dienste in einem Paket. Besonders gefragt sind Kombinationen aus Medienangeboten, Lieferdiensten, Mobilität oder Finanzdienstleistungen.

Begünstigt durch den Wegfall des Nebenkostenprivilegs legten TV-Dienste, die direkt über Internetverträge angeboten werden, deutlich zu. Auch Online-Gaming-Abonnements wachsen weiter und erreichen inzwischen 25 Prozent der Haushalte.

Der Trend zu Bundles passt zu einer Entwicklung, die sich auch international beobachten lässt: Viele Anbieter versuchen, Kunden nicht mehr nur mit einzelnen Inhalten, sondern mit umfassenden Angebotswelten an sich zu binden.

Passwort-Sharing bleibt verbreitet

Trotz verschärfter Regeln gegen das Teilen von Zugängen bleibt Passwort-Sharing weit verbreitet.

Laut der Studie ist die Nutzung gemeinsamer Konten außerhalb des eigenen Haushalts bei mehreren großen Plattformen wieder angestiegen, darunter Netflix, Disney+ und YouTube Premium.

Werbung und KI verlieren an Schrecken

Auch werbefinanzierte Angebote gewinnen an Akzeptanz. Rund die Hälfte der Befragten akzeptiert Werbeeinblendungen, wenn dadurch die Kosten sinken.

Bemerkenswert hoch fällt zudem die Zustimmung zur Nutzung personenbezogener Daten für KI-gestützte Dienste aus. 71 Prozent der deutschen Befragten zeigen sich dafür grundsätzlich offen. 29 Prozent würden einer solchen Nutzung sogar zustimmen, ohne vorher ausdrücklich darüber informiert werden zu wollen.

Ein internationaler Trend

Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf Deutschland. Das Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford stellt in seinem Digital News Report 2025 fest, dass in 20 wohlhabenderen Ländern durchschnittlich lediglich 18 Prozent der Menschen für Online-Nachrichten bezahlen (ox.ac.uk [2]).

Gleichzeitig treiben große Medienunternehmen den Bündel-Trend voran. Anbieter wie die New York Times bauen ihre Angebote zu umfassenden Paketen aus, während Streaming-Dienste verstärkt auf werbefinanzierte Modelle setzen.

Auch außerhalb der Medienbranche gewinnen Abonnements an Bedeutung. Laut dem Zahlungsdienstleister Bango ist der Einzelhandel inzwischen die zweitgrößte Kategorie für bezahlte Abonnements geworden – noch vor Musik, Gaming, Sport und Nachrichten (bango.com [3]). Programme wie Amazon Prime oder Walmart+ zeigen, wie sich Bündelangebote aus Handel, Unterhaltung und digitalen Diensten zunehmend vermischen.

Der Kampf um Aufmerksamkeit

Hinter vielen dieser Entwicklungen steht ein gemeinsamer Trend: Aufmerksamkeit wird knapper. Verbraucher verwalten immer mehr digitale Dienste, während Plattformen und Medienunternehmen nach Wegen suchen, ihre Kunden langfristig zu binden.

Ob sich der Trend zu Bündelangeboten und vernetzten Plattformen dauerhaft durchsetzt oder ob es künftig wieder eine Gegenbewegung zu einfacheren Angeboten gibt, bleibt offen. Die aktuellen Daten sprechen jedoch dafür, dass die Zukunft digitaler Abonnements zunehmend in Bündeln, Plattformen und vernetzten Angebotswelten liegt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11330669

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.digitalfernsehen.de/news/inhalte/streaming/studie-sieht-ende-des-klassischen-einzelabos-gekommen-1182455/
  2. https://reutersinstitute.politics.ox.ac.uk/digital-news-report/2025/dnr-executive-summary
  3. https://bango.com/retails-increasing-role-in-the-subscription-economy/

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 16:03

Wer hat recht? Warum sich Nato-Generäle öffentlich widersprechen

Von Telepolis
Zwei getarnte Panzer fahren durch aufgewirbelten Sand, Soldaten sind sichtbar.

(Bild: Karolis Kavolelis / Shutterstock.com)

Zu Russland widersprechen sich zwei Nato-Generäle offen auf derselben Messe. Dahinter stecken Milliarden, Macht und ein leiser Abzug. Ein Leitartikel.

Auf derselben Messe, am selben Tag, in derselben Stadt – und doch in zwei verschiedenen Welten: Generalleutnant Christian Freuding, Inspekteur des Heeres, erklärte auf der ILA Berlin, Deutschland müsse bis 2029 kampfbereit sein.

Wenige Meter weiter sagte der Oberbefehlshaber der alliierten NATO-Streitkräfte in Europa (SACEUR), US-General Alexus Grynkewich, Russland "suche keinen Konflikt".

Dass hier zwei diametral entgegengesetzte Ansichten geäußert wurden, ist kein Missverständnis zwischen Verbündeten. Das ist das Symptom dafür, dass sich die Prioritäten auf dem geopolitischen Schachbrett verschieben, wobei Europa an Gewicht verliert und zur nachgeordneten Front wird.

Freuding betonte laut [1] Politico, 2029 sei "kein deutscher Zeitplan", sondern "von der Nato bestätigte Geheimdienstinformationen". Alle 32 Partner seien sich einig, dass Russland bis dahin in der Lage sein könnte, ein Bündnisland anzugreifen.

"Geschwindigkeit ist jetzt entscheidend", sagte er und forderte "Zwischenlösungen" für die marode Bundeswehr. Damit meint er, dass militärische Systeme bevorzugt werden sollen, die kurzfristig verfügbar sind, statt auf Großprogramme zu warten, mit denen man erst in etlichen Jahren rechnen kann.

Angst als Währung der Rüstungslobby

Die Zeitmarke 2029 kommt Berlin gelegen. Das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro ist weitgehend verplant, die Wehrpflichtdebatte stockt, und die Industrie braucht Planungssicherheit für neue Aufträge.

Ein konkretes, nahes Ablaufdatum für den Frieden erzeugt jenen politischen Druck, der Milliardenbudgets legitimiert und mehr Opferbereitschaft in der Gesellschaft und von Familien sichert.

Dass Berlin parallel das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS beerdigt hat [2] und nun die alleinige Führung in der europäischen Militär-Luftfahrt beansprucht, passt ins Bild: Wer Bedrohung predigt, kann Geld fordern – und industriepolitische Alleingänge rechtfertigen.

Dabei stellt sich die Frage, wie belastbar die Bedrohungsanalyse tatsächlich ist. Eine aktuelle Greenpeace-Studie [3] kommt zu dem Ergebnis, dass Europas Militärpotenzial Russlands Fähigkeiten bei weitem übersteigt – das Problem sei weniger der Mangel an Gesamtkapazität als die politische und industrielle Umsetzung.

Die Nato-Staaten sind den russischen Streitkräften finanziell und konventionell vielfach überlegen. Was fehlt, sind Munitionsvorräte, Ersatzteile, Logistikketten, durchhaltefähige Verbände und Soldaten, die bereit sind, ihr Leben für das Vaterland zu geben.

Washingtons leiser Abzug

Grynkewich hingegen muss beruhigen – aus purem Eigeninteresse. Wie die Financial Times berichtet, bestätigte er erstmals [4] offiziell geplante Kürzungen im Nato-Kräftemodell.

Abgezogen werden sollen unter anderem eine US-Flugzeugträgerkampfgruppe, sämtliche U-Boote mit Marschflugkörpern, Poseidon-Seeaufklärer, Luftbetankungsflugzeuge sowie F-16- und F-15E-Kampfjets. Hinzu kommen 5.000 Soldaten, die bislang in Deutschland stationiert waren.

Würde Grynkewich die Bedrohung durch Russland genauso dramatisch einschätzen wie sein deutscher Kollege, müsste er den Abzug dieser Ressourcen als strategische Unterlassung erklären.

Die Beruhigungspille – "Russland sucht keinen Konflikt" – dient dazu, den Transfer nach Asien moralisch abzufedern. "Es handelt sich um eine Reihe von Luft- und Seestreitkräften, die wir in den USA im Falle eines Konflikts im Pazifik benötigen", sagte er nüchtern.

China ist für Washington also die Priorität, Europa nur noch der Nebenschauplatz.

Europas Erwachen in der transatlantischen Lücke

Der eigentliche Befund ist unbequem für beide Seiten. Deutschland hat sich jahrzehntelang unter dem nuklearen und konventionellen Schutzschirm der USA eingerichtet – und steht nun vor einer physischen Lücke, die sich mit Rhetorik nicht füllen lässt.

Aber das weckt auch alte Ängste in Europa. Wie Telepolis bereits in einer Analyse zur Rückkehr der "Deutschen Frage" [5] zeigte, wächst jetzt Deutschlands militärische Rolle in Europa rasant – und die Nachbarn der Bundesrepublik fürchten wieder die deutsche Hegemonie, die den Kontinent schon zweimal in die Katastrophe führte.

Die Debatte um 2029 ist weniger eine exakte Kriegsprognose als ein Stresstest für Europas Abhängigkeit von Washington.

Die wahre Gefahr besteht nicht darin, dass russische Panzer morgen am Rhein stehen. Sie besteht darin, dass die europäische Politik unfähig scheint, sich einzugestehen, dass der amerikanische Schutzpatron bereits die Koffer packt.

Berlin rüstet nicht für den Sieg – es betreibt Schadensbegrenzung für ein gescheitertes transatlantisches Geschäftsmodell.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11330719

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.politico.eu/article/we-must-be-ready-to-fight-germany-army-chief-christian-freuding-warns-of-rising-russia-threat/
  2. https://www.heise.de/tp/article/Kampfjet-Knall-Berlin-serviert-Paris-ab-und-will-jetzt-die-Luft-Fuehrung-11327680.html
  3. https://www.heise.de/tp/article/Studie-Europas-Militaerpotenzial-deutlich-hoeher-als-oft-dargestellt-11314791.html
  4. https://www.ft.com/content/751d4555-9e8c-42a0-a37b-80893727776c
  5. https://www.heise.de/tp/article/Die-Deutsche-Frage-ist-zurueck-und-Europa-zittert-11299754.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 15:41

Äthiopien unter Abiy Ahmed: Wie der Reformkurs zur Autokratie wurde

Von Telepolis
Karte von Äthiopien, Eritrea und Tigray

Vom gefeierten Friedensnobelpreisträger zum harten Autokraten: Der dramatische Wandel des äthiopischen Regierungschefs.

Im Dezember 2019 spricht ein junger Mann in Stockholm über die Liebe. "Frieden ist eine Herzensangelegenheit", sagt er, "Frieden ist ein Werk der Liebe." Es ist die Dankesrede für den Friedensnobelpreis. Drei Jahre später sind in seinem Land mehr als 600.000 Menschen tot, über 120.000 Frauen vergewaltigt, fast zwei Millionen vertrieben. Sein Name: Abiy Ahmed, Ministerpräsident Äthiopiens.

Auch deutsche Medien feierten ihn damals: der charismatische Reformer, der einen jahrzehntelangen Konflikt beendet und sein Land zur Demokratie führen will. Wir haben ihn bejubelt. Wir haben uns geirrt.

Am 1. Juni dieses Jahres wurde in Äthiopien ein neues Parlament gewählt, das Ergebnis wird bis zum 11. Juni erwartet. Die Frage, die über diesen Wahlen schwebt, ist nicht, wer gewinnt – sondern: Wie wurde aus einem Friedensnobelpreisträger ein Kriegsherr?

"Medemer" – die Vision

Der Mann, der 2018 an die Macht kam, schien wie geschaffen für die Hoffnung. Geboren als Kind einer multiethnischen Ehe – der Vater Oromo, die Mutter Amhara –, einst Funker einer Armee-Einheit im Grenzkrieg gegen Eritrea, später Aufsteiger in der Regierungspartei EPRDF. 2018 wurde er deren Vorsitzender und Premierminister.

Sein Schlagwort: "Medemer", amharisch für "Zusammenkommen". Es war Buchtitel, Slogan und politisches Programm zugleich. Die Idee: Das tief gespaltene Land – über 80 Ethnien, mehr als 135 Millionen Einwohner – durch ein Gefühl nationaler Einheit zusammenhalten.

"In der Praxis geht es bei Medemer darum, das Beste aus unserer Vergangenheit zu nutzen, um eine neue Gesellschaft aufzubauen, die auf Toleranz, Verständnis und Höflichkeit beruht", erklärte Abiy Ahmed.

Auch Prinz Asfa-Wossen Asserate, in Deutschland lebender Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie, bestätigte: Viele Äthiopier unterstützten Abiy, weil sie sich von ihm eine bessere Zukunft versprachen.

Das Ende der Illusionen

Doch kaum ein Jahr nach Stockholm zeigte sich der Riss. Abiys Kompromissfähigkeit, in der Theorie das Herzstück von "Medemer", erwies sich in der Praxis als Schwäche. Statt die ethnischen Spannungen durch Aushandlung zu lösen, versuchte er sie von oben zu überdecken: Er wandelte die multiethnische EPRDF in eine "Prosperity Party" um, die sich demonstrativ als nicht-ethnisch verstand.

Der eigentliche Konflikt aber ließ sich nicht wegdefinieren. 2020 eskalierte er.

Die Corona-Pandemie diente Abiy als Begründung, die Parlamentswahl zu verschieben. Die mächtige Regionalregierung des Bundesstaats Tigray, geführt von der TPLF, akzeptierte das nicht und hielt im September 2020 eigene Wahlen ab – nach eigenen Angaben mit 98,2 Prozent Zustimmung. Addis Abeba erklärte sie für ungültig. Auf den Plakaten in Tigray war Abiy längst verschwunden; man sah nur noch das Gesicht seines verstorbenen Vorgängers Meles Zenawi.

Nach Überfällen auf Militärstützpunkte schickte Abiy Truppen nach Mekelle, die Hauptstadt Tigrays. Der Krieg begann.

Ein Krieg, den die Welt kaum sah

Was folgte, gehört zu den blutigsten Konflikten des 21. Jahrhunderts – und blieb im Westen weitgehend unbeachtet. Eritreische Soldaten kämpften, plünderten und terrorisierten an Abiys Seite. Es geschah nicht nur Raub: Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International dokumentierten Erschießungen, Folter und systematische sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Die Bilanz nach zwei Jahren Krieg: mehr als 600.000 Tote, über 120.000 vergewaltigte Frauen, fast zwei Millionen Vertriebene.

Der "Kamerad in Frieden" von 2019, Eritreas Diktator Isayas Afeworki, war zum Komplizen geworden. Vieles deutet darauf hin, dass Abiy sich mit ihm arrangierte, um seine innenpolitischen Gegner auszuschalten.

Der Grenzkrieg 1998–2000

Vom 6. Mai 1998 bis zum 18. Juni 2000 führten Äthiopien und Eritrea einen blutigen Grenzkrieg mit bis zu 150.000 Toten.

Die Wurzeln reichen weit zurück: Während Äthiopien im 19. Jahrhundert seine Unabhängigkeit bewahrte, wurde Eritrea italienische Kolonie – mit nie genau markierten Grenzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwaltete Äthiopien das Gebiet, in den 1960er Jahren annektierte es Eritrea unter Kaiser Haile Selassie. Es entstand die Untergrundbewegung EPLF unter Isayas Afeworki.

In den 1970er Jahren verbündete sich die EPLF mit der tigrinischen TPLF gegen den sozialistischen Diktator Mengistu Haile Mariam. 1991 eroberten sie gemeinsam Addis Abeba; Meles Zenawi wurde Ministerpräsident und gewährte Eritrea 1993 die Unabhängigkeit. Doch wirtschaftliche Streitigkeiten führten zum Bruch – und schließlich zum Krieg.

Eine "göttliche Mission"?

Wie konnte der Mann von Stockholm zu diesem werden? Ein Schlüssel liegt womöglich in seinem Selbstverständnis. Abiy spricht häufig von "Visionen" und einer "dauerhaften Vision", die der Frieden brauche. Er gibt sich als Auserwählter – und wer einer höheren Bestimmung folgt, ist gegen Kritik immun.

Abiy gehört dem "Mulu Wongel Believers Movement" an, einer Pfingstkirche, die in ganz Afrika rasant wächst und 4,5 Millionen Mitglieder in Äthiopien zählt. Pastoren solcher Kirchen zählen oft zu den engsten Beratern afrikanischer Staatschefs.

Der Journalist René Lefort formuliert es bei Ethiopia Insight zugespitzt: "Sein Glaube diktiert seine politischen Visionen und sein Handeln." Die offene Frage: Nutzt Abiy diesen Glauben, um seine Macht autokratisch auszubauen?

Wahlen ohne Wahl

Sechs Jahre nach Stockholm sind rund 50 Millionen der 135 Millionen Äthiopier stimmberechtigt. Über 2.000 Kandidaten bewerben sich um 502 Mandate, 47 Parteien sind zugelassen. Auf dem Papier ein demokratischer Wettbewerb.

Die Realität ist eine andere. Gegen Oppositionelle wird seit Jahren hart durchgegriffen, Journalisten werden abgehört und verhaftet. Korrespondenten der Deutschen Welle wurde teils die Akkreditierung entzogen. Der Bundesstaat Tigray nimmt an der Wahl nicht teil.

Wie kann eine Regierung von "freien und fairen Wahlen" sprechen, wenn die Opposition verfolgt, die Presse behindert und eine ganze Region ausgeschlossen wird?

Viele Äthiopier befürchten, dass das Ergebnis längst feststeht. Und dennoch hoffen sie – auf Arbeit, auf eine Perspektive. Gerade junge Menschen sind oft arbeitslos, in ländlichen Gebieten herrschen Armut und Analphabetismus. Hinzu kommt, dass Treibstoff und Lebensmittel in den Städten knapp und teuer geworden sind.

Zerbricht Äthiopien an seinen Konflikten?

Die Gefahren häufen sich. Der Friedensvertrag mit der TPLF von 2022 hat den Krieg beendet, nicht die Spannungen – die offiziell verbotene TPLF will die Kontrolle über Tigray zurück. Zugleich fordert Abiy einen Zugang zum Roten Meer, was den alten Konflikt mit Eritrea neu entfachen könnte. Damit wäre der Grund für seinen Nobelpreis endgültig Makulatur.

Inzwischen wirft Addis Abeba ausgerechnet dem einstigen "Kamerad in Frieden" vor, Rebellengruppen zu unterstützen. Ein Stellvertreterkrieg droht.

Die Risiken reichen über die Grenzen hinaus: ein schwelender Gebietsstreit mit dem Sudan; die Vereinigten Arabischen Emirate, die Äthiopien mit Drohnen beliefern und denen UN-Experten zugleich Unterstützung der sudanesischen RSF-Milizen vorwerfen; vor allem aber der Konflikt mit Ägypten um den Staudamm GERD am Blauen Nil – die Lebensader des Nildeltas.

Im schlimmsten Fall zerbricht das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas an seinen inneren und äußeren Konflikten. Unterdrückte Ethnien könnten zu Gewalt greifen, neue Massaker drohen. Selbst bei den Oromo, seiner eigenen und größten Bevölkerungsgruppe, hat Abiy kaum noch Rückhalt.

Was wurde aus "Medemer", der schönen Idee vom Zusammenkommen? Hängt Abiy Ahmeds Herz noch an der friedlichen Lösung von Konflikten? Oder folgt er nun dem Weg seiner Vorgänger – vom Hoffnungsträger zum Autokraten?


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11330471

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 14:30

Anzeige: STACKIT Cloud für souveräne IT-Strategien

Datensouveränität und Governance prägen Cloudstrategien in Unternehmen. Die STACKIT Cloud bietet dafür einen europäischen Ansatz. Ein Workshop ordnet Technik und Umsetzung ein.
Bild: KI-generiert mit Midjourney

Cloudstrategien müssen skalierbar sein und zugleich Datensouveränität, Sicherheit und Governance berücksichtigen. Die STACKIT Cloud verbindet souveräne Cloudkonzepte mit Funktionen für Unternehmens-IT. Für IT-Verantwortliche geht es um Technik, Compliance und Kontrolle.

Souveränität einordnen

Souveräne Cloudstrategien betreffen mehr als den Speicherort von Daten. Relevant sind betriebliche Souveränität, digitale Unabhängigkeit, Audits, Zugriffskontrolle und nachvollziehbare Prozesse. Der Vergleich mit Azure, AWS und GCP hilft, Einsatzszenarien und Grenzen einzuordnen.

Im Online-Workshop "STACKIT Cloud – Strategien, Souveränität, Technologie" am 4. August 2026 (weiterer Termin: 15. Oktober 2026) wird die STACKIT Cloud als souveräne Cloudlösung behandelt. Der Kurs richtet sich an IT-Verantwortliche, Cloudverantwortliche, Projektleiter und Enterprise-Architekten mit Cloud- und IT-Grundkenntnissen.

Governance und Technik

Die Agenda beginnt mit Daten-, betrieblicher und digitaler Souveränität. Danach folgen ein Überblick über STACKIT in der europäischen Cloudlandschaft und der Vergleich mit GCP, Azure und AWS.

Behandelt werden Compute-Ressourcen und KI-Services, Developer Platform und Runtime, Sicherheit und Netzwerke, Audits und Compliance-Informationen, Datenbanken, Protokollierung und Überwachung sowie Zugriff und Verwaltung. Damit verbindet der Kurs technische Grundlagen mit Transparenz und Kontrolle.

Umsetzung im Betrieb

Für die Implementierung geht es um ein Governance-Framework für STACKIT und Richtlinien in souveränen Cloudumgebungen. Ergänzend vermittelt der Workshop Empfehlungen für die Integration in bestehende IT-Infrastrukturen sowie Best Practices für Change- und Adoption-Management.

Durch das Seminar führt die Rewion GmbH, die Unternehmen bei Cloud- und Modern Workplace-Projekten unterstützt und berät. Der Workshop wird online per Videokonferenz durchgeführt. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmer eine Teilnahmebestätigung.

Der Kurs

Wer sich vor dem Kauf für den kostenlosen Newsletter der Golem Karrierewelt anmeldet, erhält 10 Prozent Rabatt auf die erste Bestellung bei der Golem Karrierewelt.

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 18:45

Anzeige: DJI Neo 2-Drohne für Einsteiger jetzt zum bisherigen Amazon-Tiefstpreis rund 210 Euro

Von Boris Connemann

Unser Deal-Qualitätsversprechen: Gute, ehrliche und unabhängig recherchierte Angebote. Mehr Infos

DJI Neo 2, DJI Neo 2 Kombo-Paket und die Profi-Variante DJI Avata mit Zubehör bei Amazon jetzt günstiger denn je.
DJI Neo 2, DJI Neo 2 Kombo-Paket und die Profi-Variante bei Amazon jetzt günstiger denn je. (Bild: Amazon.de/Erzeugt mit ChatGPT) amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

DJI Neo 2, DJI Neo 2 Kombo-Paket und die Profi-Variante bei Amazon jetzt günstiger denn je. Bild: Amazon.de/Erzeugt mit ChatGPT

​​Drohnen für spektakuläre Luftaufnahmen hatten lange den Ruf, entweder zu teuer oder zu kompliziert zu sein. Günstige Einstiegsmodelle lieferten schlechtes Bildmaterial, teurere Varianten forderten viel Einarbeitung und entsprechende Erfahrung. DJI hat diesen Graben mit der Neo-Serie gezielt geschlossen. Die neue DJI Neo 2 richtet sich besonders an Einsteiger im Drohnen-Segment, die einfach schnell an der Faszination teilhaben wollen, ohne dabei auf gute Technik verzichten zu müssen.

Aktuell ist die DJI Neo 2 bei Amazon im Angebot zum bisherigen Tiefstpreis erhältlich. Also jetzt einfach günstig abheben, das schlechte Wetter ist bald vorbei und dann können die ersten Testflüge gestartet werden. Die DJI Neo 2 (nur Drohne) kostet aktuell 209 Euro statt der UVP von 239 Euro. Das ist der niedrigste Preis, den das Modell bei Amazon bisher hatte. Über 500-mal wurde die Drohne für Anfänger im letzten Monat verkauft. Auch die Kombo der DJI 2 Neo und die Profi-Drohne DJI Avata sind bei Amazon aktuell so günstig wie nie zuvor zu haben.

Das Angebot in der Übersicht

- Aktueller Preis: 209 Euro

- UVP: 239 Euro

- Bisheriger Amazon-Tiefstpreis

- Bestseller Nr. 1 in App- und ferngesteuerten Drohnen

- 151 Gramm, C0-zertifiziert (kein Führerschein nötig)

- Faltbar mit Propeller-Rundumschutz

- 4K-Kamera, Activetrack, omnidirektionale Hinderniserkennung

- 4,6 Sterne bei 961 Bewertungen, über 500 Käufe im letzten Monat

Activetrack und sechs Steuerungsmöglichkeiten

Was die Neo 2 von anderen Einsteiger-Drohnen unterscheidet, ist die Vielseitigkeit der Steuerung. Start und Landung lassen sich direkt von der Handfläche aus durchführen, Gesten reichen aus, um Aufnahmen auszulösen, und per Sprachsteuerung über das Smartphone lässt sich der Flug anpassen. Dazu kommen Fernsteuerung, App-Steuerung und Bewegungssteuerung als weitere Optionen. Activetrack hält das gewählte Motiv automatisch im Bild, auch beim Radfahren, Laufen oder Paddeln, und reagiert dabei schneller und ruhiger als ältere Tracking-Generationen. Über die Apple Watch lassen sich zudem das Livebild ansehen und der Flugstatus prüfen.

Hinderniserkennung und 4K-Bildqualität bei nur 151 Gramm

Das Gewicht von 151 Gramm ist für eine Drohne dieser Ausstattung bemerkenswert. Eine C0-Zertifizierung erleichtert den Betrieb in vielen Bereichen, der Propeller-Rundumschutz macht Transport und Handhabung deutlich entspannter. Die omnidirektionale Hinderniserkennung erfasst Objekte aus allen Richtungen und reagiert automatisch, was gerade bei Einsteigern und in unebenem Gelände einen spürbaren Unterschied machen kann. Die 4K-Kamera liefert gestochen scharfe Aufnahmen und die Funktion SelfieShot ermöglicht schnelle Selfies einfach per Fingertipp. Im Lieferumfang stecken die Drohne, ein Akku, Propellerschutz und weiteres Zubehör für den sofortigen Einstieg.

DJI Neo 2 im Angebot zum Tiefstpreis bei Amazon

Die DJI Neo 2

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
kostet aktuell 209 Euro, die UVP liegt bei 239 Euro. Günstiger war sie bei Amazon noch nie. Das Angebot gilt für die Variante ohne Fernbedienung. Hinweis: Die DJI Fly App ist aktuell nicht über den Google Play Store verfügbar und muss direkt von der DJI-Webseite heruntergeladen werden. Dieses Angebot ist das Richtige für alle, die mit einer leichten, vollwertigen 4K-Drohne einsteigen möchten, ohne dabei unliebsame Kompromisse bei Sicherheit und Trackingqualität einzugehen.

DJI Neo 2 4K-Drohne für Einsteiger

239,00 €, jetzt: 209,00 € (-13%) bei amazon Zum Angebot

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

DJI Neo 2 Motion Fly More Combo zum Tiefstpreis bei Amazon

Das volle Paket für alle, die von Anfang an tief ins FPV-Erlebnis einsteigen und dabei sparen möchten: Die DJI Neo 2 Motion Fly More Combo

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
kostet aktuell 505,90 Euro statt der UVP von 579 Euro. Günstiger war auch diese Kombo bei Amazon noch nie. Das Paket enthält neben der Drohne auch den RC Motion 3 Controller, die DJI Goggles N3, einen digitalen Sendeempfänger, drei Akkus, eine Ladestation und Propellerschutz. Mit der Goggles-und-Motion-Kombination lässt sich die Neo 2 immersiv aus der Egoperspektive steuern, was das Flugerlebnis gegenüber der reinen App-Steuerung auf eine ganz andere Ebene hebt. Alle Kernfunktionen der Neo 2 sind natürlich an Bord: Activetrack, omnidirektionale Hinderniserkennung, 4K-Kamera und Handstart. Drei Akkus bedeuten deutlich mehr Flugzeit am Stück. Ein starkes Komplettpaket für alle, die nicht schrittweise aufrüsten, sondern direkt vollständig ausgestattet starten möchten.

DJI Neo 2 Motion Fly More Combo

579,00 €, jetzt: 505,90 € (-13%) bei amazon Zum Angebot

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

DJI Avata 360 Fly More Combo zum Tiefstpreis bei Amazon

Die Neo 2 filmt zwar stark, blickt aber beim Fliegen immer nur in eine Richtung. Die professionellere DJI Avata 360 löst diese Einschränkung auf: Ihre 1-Zoll-8K-360-Grad-Kamera erfasst während des Fluges die komplette Rundumsicht. Aus einer einzigen Aufnahme lassen sich anschließend beliebig viele Perspektiven und kreative Schnitte herausarbeiten. Das verändert die Art, wie Luftaufnahmen entstehen, grundlegend. Die DJI Avata 360 Fly More Combo

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
kostet aktuell 840,09 Euro statt der UVP von 939 Euro und enthält neben der Drohne den RC-2-Controller, eine Ladestation, eine Umhängetasche und drei Akkus. HDR-Videos in 8K bei 60 fps, ein nahtloser Wechsel in den Einzelobjektiv-Modus für klassische 4K-Aufnahmen, omnidirektionale Hinderniserkennung auch bei Nacht und O4+-Videoübertragung mit bis zu 20 Kilometer Reichweite runden das Paket ab. Ein spezialisiertes Gerät für alle, die FPV-Flug und immersive 360-Grad-Aufnahmen in einer einzigen Drohne haben möchten.

DJI Avata 360 Fly More Combo

939,00 €, jetzt: 840,09 € (-11%) bei amazon Zum Angebot

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Bisher nicht die richtige Drohne dabei? In der aktuellen Übersicht der Angebote für Drohnen bei Amazon

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
sind noch weitere Modelle verfügbar.

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 17:30

12VHPWR: 50 Euro teures Grafikkartenkabel von Asus schmilzt trotzdem

Von Oliver Nickel
Asus hat extra ein teures Kabel entwickelt, um die Probleme des 12VHPWR-Steckers in den Griff zu bekommen – offenbar mit wenig Erfolg.
Das teure Asus-Kabel schmilzt trotzdem. (Bild: Chip Hell)
Das teure Asus-Kabel schmilzt trotzdem. Bild: Chip Hell

Vor einigen Wochen hat Asus ein 50 Euro teures Equalizer-Kabel vorgestellt. Der Youtuber Roman "Der 8auer" Hartung konnte es bereits analysieren und sah kaum einen Mehrwert für dieses Produkt.

Erste User haben nun auch in der Praxis festgestellt: einzelne Kontakte im Kabel schmelzen weiterhin. Das berichten Besitzer im chinesischen Forum Chip Hell (via Unikos Hardware auf X).

Nutzer posteten Bilder von ihren teuren Kabeln, bei denen teilweise drei Pins schwarze Brandstellen aufweisen. Eigentlich soll das ROG Equalizer Cable laut Hersteller besonders robust sein und sogar 17 Ampere pro Ader statt der bei 12VHPWR standardmäßigen 9,2 Ampere aushalten.

Im Thread von Chip Hell (maschinenübersetzt) berichten einige Nutzer, dass ihre Kabel an der Netzteilseite durchgeschmort seien. "Dieses Teil brennt sogar schneller durch als reguläre Kabel!", schrieb eine Person. Andere sehen wie Der 8auer in seiner Analyse keinen wirklichen Mehrwert in den diversen Änderungen, die Asus vorgenommen hat.

Goldkontakte und starre Brücke helfen nicht

Das Equalizer-Kabel verwendet unter anderem vergoldete Kontakte und eine starre Brücke unterhalb des Steckers. Die soll eine bessere Biegefestigkeit bewirken, während Goldkontakte normalerweise bei der Leitfähigkeit helfen. Der 8auer hält vor allem die Kontakte allerdings für einen Nachteil, da sich auf den verbreiteten Zinnkontakten anderer Bauteile Goldpartikel abreiben und so die Leitfähigkeit verschlechtern können.

Wenn das Kabel weiterhin im Betrieb beschädigt wird, sind die Verbesserungen offenbar nicht ausreichend. Laut Usern im Chip-Hell-Forum sollen Betroffene ihr Kabel an Asus zurückschicken und es vom Hersteller austauschen lassen.

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 17:17

Störungsmeldung vom 12.06.2026 19:56

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
12.06.2026 19:56
Region
Nürnberg (0911)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 12. Juni 2026 um 19:56

Störungsmeldung vom 12.06.2026 10:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
12.06.2026 10:00
Region
Brandis (034292)
Provider
1&1
Zugangsart
ADSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 12. Juni 2026 um 10:00

Störungsmeldung vom 12.06.2026 08:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider T-Mobile

Details

Beginn
12.06.2026 08:00
Region
Waren (03991)
Provider
T-Mobile
Zugangsart
LTE

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 12. Juni 2026 um 08:00

Neu in .NET 10.0 [26]: Weitere Überladungen in der Klasse OrderedDictionary

Von Heise
Verkehrsschild mit Aufschrift .NET

(Bild: Pincasso / Shutterstock.com)

Bei TryAdd() und TryGetValue() erhalten Entwicklerinnen und Entwickler die Position eines gegebenenfalls vorhandenen Elements.

Die erst in .NET 9.0 eingeführte generische Klasse System.Collections.Generic.OrderedDictionary<T,T> bot bisher schon eine Methode TryAdd(), die versucht, ein Element hinzuzufügen. Neben der bestehenden Variante TryAdd(TKey key, TValue value) gibt es nun in .NET 10.0 auch die Methode mit drei Parametern TryAdd(TKey key, TValue value, out int index). Diese neue Überladung liefert im dritten Parameter den Index zurück, falls es das Element in der Menge schon gibt.

Analog dazu gibt es für die Methode TryGetValue() nun ebenfalls eine neue Überladung, die nicht nur den Wert eines Eintrags liefert, sondern auch die Position des gefundenen Elements per Index.

Folgender Beispielcode nutzt TryAdd(TKey key, TValue value, out int index) in der Klasse OrderedDictionary:

public void Run()
{
 CUI.Demo("OrderedDictionary<T,T>: TryAdd() mit Index and TryGetValue()");

 OrderedDictionary<string, string> websites = new();
 websites.Add("Heise", "www.Heise.de");
 websites.Add("Software & Support", "www.entwickler.de");
 websites.Add("IT-Visions", "www.IT-Visions.de");
 websites.Add("Microsoft", "www.Microsoft.com");

 var key = "IT-Visions";
 var value = "www.IT-Visions.de";

 foreach (var item in websites)
 {
  CUI.OL(item.Key + " -> " + item.Value);
 }

 CUI.BR();

 // --- ALT: TryGetValue() mit 2 Parametern
 if (websites.TryGetValue(key, out string? value1))
 {
  int index3 = websites.IndexOf(key); // Nochmals nachschauen nach der Position
  CUI.Success($"Element {value1} wurde gefunden an der Position {index3}.");
 }

 // --- NEUE Überladung bei TryGetValue() mit Parameter index
 if (websites.TryGetValue(key, out string? value4, out int index4))
 {
  CUI.Success($"Element {value1} wurde gefunden an der Position {index4}.");
 }

 // --- ALT: TryAdd() mit 2 Parametern
 if (!websites.TryAdd(key, value))
 {
  int index1 = websites.IndexOf(key); // Nochmals nachschauen nach der Position
  CUI.Warning($"Element {value} ist bereits vorhanden an der Position {index1}!");
 }
 else
 {
  CUI.Success($"Element {value} wurde hinzugefügt.");
 }

 // --- NEUE Überladung von TryAdd() liefert jetzt auch den Index (Position) zurück
 if (!websites.TryAdd(key, value, out int index2))
 {
  CUI.Warning($"Element {value} ist bereits vorhanden an der Position {index2}!");
 }
 else
 {
  CUI.Success($"Element {value} wurde hinzugefügt.");
 }
}
Screenshot
Screenshot

Ausgabe des Beispielcodes (Abb. 1)


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329738

Links in diesem Artikel:

  1. https://net.bettercode.eu/?wt_mc=intern.conf.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_net.empfehlung-ho.link.link&LPID=38418
  2. https://net.bettercode.eu/tickets.php?wt_mc=intern.conf.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_net.empfehlung-ho.link.link&LPID=38418
  3. mailto:rme@ix.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 09:49

Interview zur „SaaSpocalypse“: Das Zeitalter der Wegwerfsoftware naht

Von Heise
Illustration eines Roboters als Sensenmann auf Pferd

(Bild: Axel Kannenberg/iX/KI)

Seit Beginn des Jahres haben die Aktienkurse großer Softwareanbieter stark gelitten. Ein Gespräch, ob Künstliche Intelligenz die SaaSpokalypse bringt.

Die Diskussion um eine mögliche „SaaSpocalypse“ [1] treibt die Softwarebranche seit Monaten um. Der Begriff bringt die Sorge auf den Punkt: dass generative KI und vor allem autonome KI-Agenten das klassische Geschäftsmodell von Software-as-a-Service infrage stellen. Wir sprachen mit dem Tech-Analysten Philipp Klöckner darüber, wohin die Entwicklung geht.

iX: Derzeit wird viel über die SaaSpocalypse gesprochen, selbst große Anbieter wie Salesforce oder SAP stehen an der Börse unter Druck. Ist das eine Überreaktion oder ein fundamentaler Wandel des Softwaremarkts?

Ein Foto des Tech-Analysten Philipp Klöckner
Ein Foto des Tech-Analysten Philipp Klöckner

Philipp Klöckner arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren im Berliner Tech-Ökosystem und ist einer der bekanntesten Start-up-Investoren Deutschlands. Der Tech-Analyst teilt seine Erfahrung im Doppelgänger-Podcast und als Keynote-Speaker in seiner Vortragsreihe „Beyond the AI Hype“.

(Bild: Hubert Boesl)

Philipp Klöckner: Beides. In einigen Bereichen ist die Reaktion übertrieben, in anderen Fällen sollten Unternehmen tatsächlich vorsichtig sein. Besonders unter Druck geraten Firmen mit klassischen „Per-Seat“-Modellen – also Anbieter, die pro Mitarbeiter abrechnen. Dazu zählen typische Kollaborations- und Projektmanagementtools wie Asana, Monday.com oder Teile der Atlassian-Suite wie Jira.

Der Hintergrund ist weniger, dass KI bereits massiv Jobs ersetzt, sondern dass viele Unternehmen das Overhiring der Coronazeit korrigieren und ihre Organisationen verschlanken. Weniger Mitarbeiter bedeuten automatisch geringeres Wachstum für solche SaaS-Modelle. Zudem lässt sich ein einfaches Kollaborationstool mit Nutzerverwaltung heute relativ schnell KI-gestützt entwickeln. Dadurch steigt der Wettbewerbsdruck erheblich.

Gleichzeitig halte ich manche Marktreaktionen für überzogen. Wenn etwa Anthropic ein neues Feature ankündigt und daraufhin Cybersecurity- oder Observability-Aktien zweistellig fallen, verwechselt das die Realität des Unternehmenseinkaufs mit Tech-Euphorie. Unternehmen wechseln ihre Kernsoftware nicht kurzfristig. Vertrauen, langfristige Verträge und hohe Lock-in-Effekte spielen eine enorme Rolle.

Was allerdings schwieriger wird: Neukundengewinnung. Start-ups, die heute beginnen, werden sich häufiger fragen, ob sie klassische SaaS-Produkte überhaupt noch kaufen oder bestimmte Lösungen selbst bauen. KI senkt die Einstiegshürden erheblich. Trotzdem sollte man die Wirtschaftlichkeit bestehender Software nicht unterschätzen. SaaS-Unternehmen arbeiten oft mit Rohmargen von 80 bis 90 Prozent. Wer Software selbst entwickelt, muss inklusive Wartung, Sicherheit und Zuverlässigkeit günstiger sein als eine bestehende Lizenzlösung – und das ist keineswegs trivial. Ich glaube deshalb nicht, dass Fortune-500-Unternehmen ihre ERP- oder CRM-Systeme kurzfristig durch Vibe-Coding-Lösungen ersetzen werden.

Low-Code- und No-Code-Plattformen haben schon früher versprochen, dass jeder Software bauen kann. Was ist diesmal anders?

Der Unterschied liegt vor allem in den Anforderungen an den Nutzer. Bei No-Code brauchte man oft noch relativ fortgeschrittene Produktmanagement- oder Toolkenntnisse. Mit generativer KI reicht heute Sprache als Interface: Wer ein Problem gut beschreiben kann, kommt deutlich schneller zu funktionierender Software.

Das heißt aber noch nicht automatisch, dass daraus professionelle Produkte entstehen, die man problemlos anderen Unternehmen verkaufen kann. Besonders schwierig bleibt die Integration in bestehende Legacy-Systeme. Die eigentliche Stärke von KI liegt momentan eher darin, neue und vergleichsweise einfache Lösungen „from scratch“ zu entwickeln – insbesondere in Nischenmärkten, für die sich früher kein eigenes Softwareunternehmen gelohnt hätte.

Gehen wir damit in die Richtung hyperindividualisierter Software und hin zu Mikromärkten?

Ja, das halte ich für wahrscheinlich. Vor einigen Jahren tauchte auf der OMR-Messe der Begriff „Disposable Software“ auf – also Wegwerfsoftware. Früher lag der Fokus darauf, möglichst modular und wiederverwendbar zu entwickeln. Künftig könnte Software viel stärker situativ entstehen.

Mit KI kann man für relativ geringe Kosten kleine Anwendungen generieren, testen und später wieder verwerfen oder komplett neu bauen. Dadurch verändert sich auch die Architekturphilosophie: Statt hochgradig modularer Systeme könnten häufiger Monolithen entstehen, die bei Änderungen einfach neu generiert werden. Das könnte bedeuten, dass Software künftig stärker „on demand“ entsteht und weniger langfristig gepflegt wird.

Von Margen und Burggräben

Werden die hohen Margen etablierter Softwareanbieter bestehen bleiben?

Teilweise ja. Die Verhandlungsmacht der Anbieter könnte sinken, weil Kunden heute glaubhafter sagen können: „Im Zweifel bauen wir Teile selbst.“ Bei großen Enterprise-Systemen bleiben die Wechselkosten aber enorm. Ein SAP-Wechsel dauert oft 18 bis 36 Monate und belastet ganze Organisationen. Deshalb halte ich es für unwahrscheinlich, dass große Unternehmen kurzfristig SAP, Salesforce, Oracle oder IBM verlassen.

Stärker unter Druck geraten dürften Anbieter, die viele Branchen gleichzeitig bedienen. KI erleichtert den Aufbau vertikaler Spezialsoftware – etwa nur für Arztpraxen, Zahnarztpraxen oder Solarinstallateure. Diese spezialisierten Lösungen könnten mittelgroße Kunden zunehmend anziehen.

Und auf welche Burggräben können die Softwareunternehmen dann künftig bauen?

Kundenzugang, Datentiefe und Lock-in-Effekte. Viele aktuelle KI-Projekte sind zunächst Datenprojekte. Unternehmen stellen fest, dass ihre Daten gar nicht KI-tauglich strukturiert sind. Deshalb profitieren Anbieter, die bereits tief in Unternehmensprozesse integriert sind oder Datenhaltung und Taxonomien kontrollieren. Wer die Daten sauber organisiert hat, kann KI deutlich einfacher integrieren.

Hinzu kommt: Viele Unternehmen bevorzugen KI-Funktionen von bestehenden Anbietern. Sie wollen keine zusätzlichen Datenquellen, Sicherheitsrisiken oder Integrationsaufwände. Deshalb haben Anbieter mit bestehenden System-of-Record-Positionen, also als maßgebliche Quellen für Geschäftsdaten, weiterhin Vorteile.

Welche Chancen haben Start-ups und Open-Source-Projekte in dieser Lage?

Open Source erlebt derzeit quantitativ Rückenwind: Mehr Menschen beteiligen sich an Projekten und entwickeln gemeinsam Lösungen. Gleichzeitig berichten viele Communitys aber auch über Qualitätsprobleme bei KI-generiertem Code.

Entscheidend wird künftig wahrscheinlich weniger die reine Produktentwicklung sein, sondern der Go-to-Market-Ansatz. Wenn gute Software leichter reproduzierbar wird, gewinnen Marketing, Distribution und Community-Aufbau an Bedeutung. Product-led Growth allein könnte schwieriger werden. Stattdessen zählen Positionierung, Branchenfokus und Kundenzugang stärker.

Konzerne wie IBM, aber auch Mittelständler haben lange sehr gut an Legacy-Technik verdient. Sind diese goldenen Legacy-Zeiten auch vorbei?

Nicht sofort. Die größere Gefahr besteht eher darin, dass Märkte fragmentieren. Statt eines großen Softwaremarkts entstehen viele kleine vertikale Märkte – etwa spezialisierte Branchenlösungen für einzelne Industrien oder Länder. Bestehende Anbieter behalten oft regulatorische Vorteile und bestehende Infrastruktur. Gleichzeitig bauen neue Anbieter modernere Frontends auf bestehende Systeme auf und greifen so schrittweise Teile der Wertschöpfung an. Die Börsen versuchen natürlich sehr schnell, eine Entwicklung vorwegzunehmen. Dieser Wandel dürfte aber langsam verlaufen. Unternehmen tauschen ihre Kernsoftware nicht abrupt aus, und KI-generierte Software erfüllt bislang häufig noch nicht die Anforderungen an Sicherheit, Wartbarkeit und Zuverlässigkeit im Enterprise-Bereich.

Wenn das Per-Seat-Modell unter Druck gerät – wie sehen zukünftige Preismodelle aus?

Es wird wahrscheinlich viele neue Modelle geben. Eine Möglichkeit wäre eine erfolgsbasierte Abrechnung, etwa bei einer Recruiting-Software pro Einstellung. Auch umsatzbasierte Modelle sind denkbar, bei denen die Unternehmensgröße zählt und nicht mehr der einzelne Mitarbeiter.

Besonders wichtig dürfte Consumption-based Pricing werden. Anbieter kaufen Rechenleistung oder Token ein und verkaufen darauf aufbauende KI-Dienste mit Aufschlag weiter. Der eigentliche Wert liegt dann in der zusätzlichen Softwarelogik oder Agentenstruktur. Die Wertschöpfung verschiebt sich damit entlang der KI-Infrastrukturkette.

Was bedeutet die von Ihnen skizzierte Entwicklung für Developer und IT-Abteilungen?

Gut ausgebildete Entwickler und Architekten dürften eher profitieren. Gefährdet sind vor allem standardisierte Outsourcing-Tätigkeiten – etwa einfache API-Anbindungen, Parser oder Scraper. Solche Aufgaben lassen sich heute teilweise mit wenigen KI-Prompts erledigen. Gleichzeitig steigt aber der Gesamtbedarf an Softwareentwicklung, weil nun viele kleine und spezialisierte Anwendungen wirtschaftlich werden.

Deshalb könnte künftig weniger der klassische Coder gefragt sein, sondern stärker Menschen, die Probleme verstehen, Softwarearchitekturen entwerfen und Produkte konzipieren können. Der entscheidende Wandel lautet möglicherweise: Weniger Menschen schreiben direkt Code – aber mehr Menschen bauen Software.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329358

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/meinung/Kommentar-Die-SaaSpocalypse-hat-begonnen-11295569.html
  2. https://www.heise.de/ix
  3. mailto:axk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 09:14

iPhone-Klau-Krise: Apple arbeitet mit Londoner Polizei zusammen

Von Heise
Diebstahl eines Smartphones

Diebstahl eines Smartphones.

(Bild: Donenko Oleksii / Shutterstock)

Zunehmend werden Handys direkt bei der Benutzung entwendet, damit sie noch im ungesperrten Zustand sind. In London gibt es dagegen nun ein Projekt mit Apple.

Die Londoner Stadtpolizei (Metropolitan Police, kurz Met) versucht, den wachsenden Handy-Diebstahl in der britischen Hauptstadt mit technischen Maßnahmen einzudämmen. Dazu arbeitet sie nun mit Apple zusammen, berichtet der örtliche Sender BBC. Laut Angaben von Polizeichef Mark Rowley teilt man unter anderem Daten mit dem iPhone-Hersteller, um ein „globales Bild“ der Situation zu erhalten. Es ginge darum, zu verhindern, dass gestohlene Geräte gelöscht und dann reaktiviert werden. „Dann bricht deren Wert zusammen und der Anreiz, sie zu stehlen, geht zurück.“

Stolen Device Mode scheint zu wirken

London leidet – wie viele andere Städte auch – seit Jahren unter einer Smartphone-Klau-Epidemie. Zuletzt werden die Diebe immer dreister: Sie versuchen, die Geräte direkt während ihrer Benutzung zu entwenden, damit sie noch entsperrt sind. Dabei werden die Geräte etwa mittels E-Bike oder Elektroroller von Personen entwendet, die an der Straße stehen. Alternativ kommt immer auch noch das Ausspionieren von PIN-Codes [1] vor dem Klau vor, so der BBC-Bericht [2]. Noch im vergangenen Jahr hatte die Met Apple dafür kritisiert [3], nicht mit den Gesetzeshütern beim Aufbau einer Datenbank gestohlener Geräte zusammenzuarbeiten – das ist nun offenbar vom Tisch.

Der Konzern scheint jedenfalls sensibilisiert zu sein: Apple hatte bereits mit iOS 17.3 im Jahr 2024 den sogenannten Stolen Device Mode (erweiterter Diebstahlschutz) [4] eingeführt, der allerdings erst seit diesem Jahr standardmäßig [5] auf allen Geräten mit iOS 26.4 oder höher aktiv ist. Dabei wird es Dieben erschwert, bei Kenntnis der PIN den Apple-Account zu übernehmen. Der Apple-Account ist wiederum der Schlüssel zu zahllosen weiteren Daten wie dem auf dem iPhone enthaltenen Passwortmanager, was unter anderem zu Kontoplünderungen führen konnte – oder dem Einsatz von Apple Pay zum Kauf von Produkten.

Automatische Sperre geplant

Die sogenannten Phone Snatcher, also Personen, die entsperrte Smartphones direkt von Benutzern klauen, nutzen laut Met bestimmte Software, die es ihnen ermöglicht, die Geräte zurückzusetzen. Apple will dieses Problem inzwischen gelöst haben, so Rowley. Zuletzt seien die meisten gestohlenen Geräte in London nicht mehr zurückgesetzt worden. Ein weiteres Problem, das bei Android bereits gelöst ist, bleibt die Tatsache, dass sich die iPhones nicht automatisch sperren, wenn die Diebe nur schnell genug sind.

Laut einem Medienbericht plant Apple hier, Diebstähle künftig zu erkennen [6], unter anderem durch die Bewegungssensoren, Bluetooth oder WLAN-Standort. Eine abrupte Entwendung würde dann dazu führen, dass sich ein Gerät automatisch sperrt. Bei Google nennt sich das Feature Theft Protection Lock [7]. Die Met will sich weiter mit Apple austauschen, um die Diebstahlfälle in London besser zu verstehen und womöglich weitere technische Maßnahmen zu empfehlen. Das Problem: Lassen sich Geräte nicht zurücksetzen, werden sie als Ersatzteilquelle verkauft – denn auch diese haben einen hohen Wert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329578

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/iPhone-PIN-weg-Millionen-entwendet-Wie-Gauner-Apples-Oekosystem-missbrauchen-9579990.html
  2. https://www.bbc.com/news/articles/ckg4dey905yo
  3. https://www.heise.de/news/Londoner-Polizei-und-Apple-streiten-ueber-Umgang-mit-gestohlenen-iPhones-10992205.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/Besserer-Diebstahlschutz-So-arbeitet-Apples-Stolen-Device-Mode-in-iOS-17-3-9606796.html
  5. https://www.heise.de/news/Besserer-Diebstahlschutz-auf-dem-iPhone-kuenftig-standardmaessig-aktiv-11179325.html
  6. https://www.heise.de/news/Verbesserter-Diebstahlschutz-Geklaute-iPhones-sollen-sich-sofort-sperren-11309417.html
  7. https://support.google.com/android/answer/15146908?hl=en#zippy=%2Cturn-on-theft-detection-lock
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  9. https://www.heise.de/mac-and-i
  10. mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 09:30

Ivanti Sentry: Verwirrung um Status von kritischem Befehlsschmuggel-Leck

Von Heise
Warnsymbol

(Bild: JLStock/Shutterstock.com)

Ivanti warnt aktuell vor kritischen Sicherheitslücken in Sentry. Die CISA warnt vor Angriffen, Ivanti wiegelt jedoch ab.

Heckmeck um Sicherheitslücken mit Höchstwertung des Risikos in Ivantis Sentry: Die CISA und einige IT-Sicherheitsunternehmen warnen vor laufenden Angriffen. Ivanti wiegelt ab, es handele sich nur um Honeypots.

Während die CISA die fragliche Lücke [1] in den „Known-Exploited-Vulnerabilities“-Katalog (KEV) aufgenommen hat, hat Ivanti mit einer Aktualisierung der eigenen Sicherheitsmitteilung [2] reagiert. Konkret geht es um eine Schwachstelle in Sentry, durch die Angreifer aus dem Netz ohne vorherige Anmeldung Befehle ins Betriebssystem schmuggeln und damit beliebigen Code mit root-Rechten ausführen können (CVE-2026-10520 [3], CVSS 10.0, Risiko „kritisch“). Eine zweite Sicherheitslücke ermöglicht die Umgehung der Authentifizierung – bösartige Akteure aus dem Netz können ohne vorherige Anmeldung beliebige Administratorkonten erstellen und damit vollen Admin-Zugang erlangen (CVE-2026-10523 [4], CVSS 9.9, Risiko „kritisch“).

Betroffen ist die VPN-ähnliche Sicherheits-Gateway-Lösung in den Versionen 10.5.1, 10.6.1, 10.7.0 und älteren. Die bereitstehenden Aktualisierungen auf die Versionen 10.5.2, 10.6.2 und 10.7.1 bessern die Schwachstellen aus.

Exploit-Code öffentlich verfügbar

Die IT-Sicherheitsforscher der watchTowr Labs haben einen Proof-of-Concept-Exploit [5] veröffentlicht, der den Missbrauch der beiden Lücken demonstriert. Auch Rapid7 schließt in einer eigenen Analyse [6], dass sie wüssten, dass Angreifer das Produkt wahrscheinlich angreifen werden, da in der Vergangenheit mehrere Sentry-Lücken im CISA-Katalog der missbrauchten Schwachstellen gelandet sind.

Ivanti hat auf die Angriffsmeldungen reagiert. In der Sicherheitsmitteilung steht noch immer, dass Ivanti von keinen Missbrauchsfällen vor der Veröffentlichung der Meldung wüsste. Es gebe keinen öffentlichen Missbrauch der Schwachstelle, weshalb das Unternehmen auch keine Hinweise auf erfolgreiche Angriffe (Indicators of Compromise, IOC) geben könne. Die CISA habe die Lücke in den KEV aufgenommen, da es Berichte über Angriffsversuche auf Honeypots gebe. Zur Einschätzung sei wichtig zu wissen, dass der Missbrauch der Lücke CVE-2026-10520 Zugriff auf den Managementport 8443 benötige. Und Management-Interfaces sollten ohnehin niemals im Internet zugänglich sein, auch wenn Honeypots derartige Fehlkonfigurationen simulieren, um bösartiges Verhalten zu erkennen.

Die Einschätzung dürfte aber bereits überholt sein. Die Shadowserver Foundation teilt auf X [7] mit, dass ihre Scans 19 verwundbare Instanzen entdeckt habe, von denen mindestens zwei bereits mit Backdoors kompromittiert seien. Die IT-Forscher gehen davon aus, dass die anderen Instanzen inzwischen ebenfalls Angreifern zum Opfer gefallen sind.

Admins sollten sich von der Beschwichtigung nicht abhalten lassen, die verfügbaren Updates schnellstmöglich zu installieren.

Am Donnerstag wurden weitere Sicherheitslücken in Ivantis Endpoint Manager Mobile [8] bekannt. Sie gelten als hohes Risiko, Admins sollten auch hier rasch die Aktualisierungen anwenden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329730

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.cisa.gov/news-events/alerts/2026/06/11/cisa-adds-one-known-exploited-vulnerability-catalog
  2. https://hub.ivanti.com/s/article/Security-Advisory-Ivanti-Sentry-CVE-2026-10520-CVE-2026-10523?language=en_US
  3. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-10520
  4. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-10523
  5. https://github.com/watchtowrlabs/watchTowr-vs-Ivanti-Sentry-RCE-CVE-2026-10520-CVE-2026-10523
  6. https://www.rapid7.com/blog/post/etr-cve-2026-10520-cve-2026-10523-multiple-critical-vulnerabilities-affecting-ivanti-sentry/
  7. https://x.com/Shadowserver/status/2064802147833643157
  8. https://www.heise.de/news/Geraeteverwaltung-Root-Attacken-auf-Ivanti-Endpoint-Manager-Mobile-moeglich-11328488.html
  9. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&amp;wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  10. mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 09:11

Geldwäsche: Kryptomixer „AudiA6“ stillgelegt, zwei Verantwortliche festgenommen

Von Heise
Eine Warnung, dass die Seite gesperrt wurde, darunter Logos von Strafverfolgungsbehörden

Die neue Begrüßung auf der Seite von „AudiA6“

(Bild: Europol)

Strafverfolgungsbehörden haben in Georgien zwei mutmaßliche Betreiber des Kryptomixers „AudiA6“ festgenommen und mehrere Dienste stillgelegt.

Strafverfolgungsbehörden aus Deutschland, der Schweiz und zahlreichen anderen Staaten haben mit „AudiA6“ einen angeblich besonders häufig genutzten Dienst zur Geldwäsche von Kryptowährungen lahmgelegt. Das hat die europäische Polizeibehörde Europol bekannt gegeben und dabei erklärt, dass über den Dienst zwischen 2022 und 2025 mehr als 336 Millionen Euro geflossen sein sollen, um deren Herkunft zu verschleiern. Das Geld stammte demnach unter anderem aus Erpressungen mit Ransomware. Zwei mutmaßlich Verantwortliche mit ukrainischer und russischer Staatsangehörigkeit seien in Georgien festgenommen worden. Zudem hat die US-Staatsanwaltschaft Anklage erhoben [1] und die Auslieferung der Verdächtigen in die USA beantragt.

Verbindungen zu zahlreichen Ermittlungsverfahren

Sogenannte Kryptomixer wie „AudiA6“ vermischen Kryptowährungen, um so Verbindungen zwischen Sendern und Empfängern zu verschleiern [2]. Dafür verlangen die Verantwortlichen eine Provision. „AudiA6“ wurde laut Europol [3] in Cybercrime-Foren als professionelle Dienstleistung beworben, die sich durch Anonymität und Geschwindigkeit ausgezeichnet haben soll. Die Ermittlungen gegen den Dienst wurden demnach unter anderem von der polnischen Polizei vorangetrieben. Sie hat im September 2025 einen Ukrainer festgenommen, der damit in Verbindung stand. Eine Durchsuchung seiner Elektronikgeräte habe dann Hinweise auf weitere Personen zutage gefördert. Zudem seien Verbindungen zu 15 Ermittlungsverfahren in aller Welt gefunden worden.

Bei der Operation am Mittwoch wurden demnach jetzt nicht nur die zwei mutmaßlichen Administratoren des Diensts festgenommen. Laut Europol wurden drei Grundstücke durchsucht und mehr als 80 Fahrzeuge konfisziert. Kryptogeld im Wert von fast 700.000 Euro seien eingefroren, noch einmal über 86.000 beschlagnahmt worden. Zudem wurden Telegram-Accounts des Netzwerks blockiert und dessen Seiten im Darknet und im Internet sowie das Cybercrime-Forum „Dark2Web“ gesperrt. Ferner wurden zahlreiche Internet-Domains gesperrt und dutzende Server beschlagnahmt. Eine Reihe davon hat die Behörden jetzt öffentlich gemacht, damit Kryptogeldbörsen in Verbindung stehende Accounts identifizieren und sperren können.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329646

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.justice.gov/usao-edpa/pr/two-charged-connection-cryptocurrency-money-laundering-service-allegedly-laundered
  2. https://www.heise.de/news/Millionenverlust-Fake-Crypto-App-ueber-Mac-App-Store-vertrieben-11258847.html
  3. https://www.europol.europa.eu/media-press/newsroom/news/ransomware-gangs-cut-eur-336-million-audia6-crypto-laundering-pipeline
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&amp;wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  5. mailto:mho@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 07:52

heise+ | Funk am Bau: PMR446-Analogfunkgeräte programmieren

Von Heise

In raueren Umgebungen kann man günstige PMR-Funkgeräte mit teureren kombinieren, um die Kosten zu reduzieren. Die richtige Programmierung ist der Schlüssel.

Baustellengeeignete PMR446-Handfunkgeräte [1] [1] gibt es zuhauf. Ohne Display sowie mit großem Lautsprecher sind sie robust und für laute Umgebungen geeignet. Von günstig in Einsteigerqualität bis teuer und hochwertig: Für jeden Anwendungsfall ist etwas dabei.

Die Geräteklasse hat aber einen großen Nachteil: Die Hersteller aktivieren ab Werk kodierte Rauschsperren (CTCSS, DCS), um Störungen durch fremde Nutzergruppen auf demselben Kanal zu reduzieren. Es braucht also einen zusätzlichen „Code“ auf dem Signal, damit auf der anderen Seite was zu hören ist. Da es allerdings mehrere Hundert Kombinationsmöglichkeiten gibt und keine herstellerübergreifende Konvention, hören sich die Geräte unterschiedlicher Hersteller häufig nicht gegenseitig. Mangels Display mit Einstellungsmenüs kann man scheinbar auch nichts daran ändern.

Doch es gibt eine Lösung für die babylonische Sprachverwirrung: Die meisten displaylosen Handfunkgeräte lassen sich mittels Programmierkabel und Software über die Zubehörschnittstelle konfigurieren, sodass man Parameter angleichen kann. Das Kombinieren von günstigen Geräten für Arbeiter in rauen Umgebungen mit teureren Modellen für diejenigen, die nur Überwachungs- und Steuerungsaufgaben haben, ist so möglich. In diesem Artikel erklären wir, wie die kodierten Rauschsperren funktionieren und an den Beispielen Midland D10 und Retevis P64, wie Sie zwei Geräte im Analogbetrieb zusammenbringen. Wie das im Digitalmodus mit DMR gelingt, lesen Sie in einem weiteren Artikel [12] [12]. Besondere Funk- oder Programmierkenntnisse benötigen Sie dafür nicht; für die Programmiersoftware erfordert jedoch etwas Schulenglisch.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11289653

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/Marktuebersicht-Funkgeraete-fuer-jedermann-11244744.html
  2. https://www.heise.de/tests/Marktuebersicht-Funkgeraete-fuer-jedermann-11244744.html
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Funk-am-Bau-PMR446-Analogfunkgeraete-programmieren-11289653.html
  4. https://www.heise.de/hintergrund/Funk-am-Bau-Ein-Sprechfunkratgeber-fuers-Handwerk-11218278.html
  5. https://www.heise.de/tests/Autark-im-Ernstfall-Kurbelgeneratoren-als-Alternative-zum-Kurbelradio-11190178.html
  6. https://www.heise.de/tests/Autark-im-Ernstfall-Fuenf-Notfallradios-mit-Kurbel-und-Solarladung-im-Test-11139584.html
  7. https://www.heise.de/ratgeber/Meshtastic-offenes-Funknetz-ohne-Infrastruktur-zum-Selbstbasteln-11088967.html
  8. https://www.heise.de/ratgeber/Amateurfunk-mit-OpenWebRX-Mit-SDR-Software-Funkfrequenzen-im-Browser-abhoeren-10717559.html
  9. https://www.heise.de/ratgeber/Off-Grid-Messenger-mit-Meshfunktion-Meshtastic-Solarrouter-im-Eigenbau-10477080.html
  10. https://www.heise.de/hintergrund/Meshtastic-Blackout-Kommunikation-leicht-gemacht-10450579.html
  11. https://www.heise.de/ratgeber/Auch-fuer-den-Katastrophenfall-Meshfaehiges-Chatnetzwerk-im-Eigenbau-10462340.html
  12. https://www.heise.de/hintergrund/Funk-am-Bau-PMR446-Analogfunkgeraete-programmieren-11289653.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 07:00

iPhone-Klau-Krise: Apple arbeitet mit Londoner Polizei zusammen

Von Heise
Diebstahl eines Smartphones

Diebstahl eines Smartphones.

(Bild: Donenko Oleksii / Shutterstock)

Zunehmend werden Handys direkt bei der Benutzung entwendet, damit sie noch im ungesperrten Zustand sind. In London gibt es dagegen nun ein Projekt mit Apple.

Die Londoner Stadtpolizei (Metropolitan Police, kurz Met) versucht, den wachsenden Handy-Diebstahl in der britischen Hauptstadt mit technischen Maßnahmen einzudämmen. Dazu arbeitet sie nun mit Apple zusammen, berichtet der örtliche Sender BBC. Laut Angaben von Polizeichef Mark Rowley teilt man unter anderem Daten mit dem iPhone-Hersteller, um ein „globales Bild“ der Situation zu erhalten. Es ginge darum, zu verhindern, dass gestohlene Geräte gelöscht und dann reaktiviert werden. „Dann bricht deren Wert zusammen und der Anreiz, sie zu stehlen, geht zurück.“

Stolen Device Mode scheint zu wirken

London leidet – wie viele andere Städte auch – seit Jahren unter einer Smartphone-Klau-Epidemie. Zuletzt werden die Diebe immer dreister: Sie versuchen, die Geräte direkt während ihrer Benutzung zu entwenden, damit sie noch entsperrt sind. Dabei werden die Geräte etwa mittels E-Bike oder Elektroroller von Personen entwendet, die an der Straße stehen. Alternativ kommt immer auch noch das Ausspionieren von PIN-Codes [1] vor dem Klau vor, so der BBC-Bericht [2]. Noch im vergangenen Jahr hatte die Met Apple dafür kritisiert [3], nicht mit den Gesetzeshütern beim Aufbau einer Datenbank gestohlener Geräte zusammenzuarbeiten – das ist nun offenbar vom Tisch.

Der Konzern scheint jedenfalls sensibilisiert zu sein: Apple hatte bereits mit iOS 17.3 im Jahr 2024 den sogenannten Stolen Device Mode (erweiterter Diebstahlschutz) [4] eingeführt, der allerdings erst seit diesem Jahr standardmäßig [5] auf allen Geräten mit iOS 26.4 oder höher aktiv ist. Dabei wird es Dieben erschwert, bei Kenntnis der PIN den Apple-Account zu übernehmen. Der Apple-Account ist wiederum der Schlüssel zu zahllosen weiteren Daten wie dem auf dem iPhone enthaltenen Passwortmanager, was unter anderem zu Kontoplünderungen führen konnte – oder dem Einsatz von Apple Pay zum Kauf von Produkten.

Automatische Sperre geplant

Die sogenannten Phone Snatcher, also Personen, die entsperrte Smartphones direkt von Benutzern klauen, nutzen laut Met bestimmte Software, die es ihnen ermöglicht, die Geräte zurückzusetzen. Apple will dieses Problem inzwischen gelöst haben, so Rowley. Zuletzt seien die meisten gestohlenen Geräte in London nicht mehr zurückgesetzt worden. Ein weiteres Problem, das bei Android bereits gelöst ist, bleibt die Tatsache, dass sich die iPhones nicht automatisch sperren, wenn die Diebe nur schnell genug sind.

Laut einem Medienbericht plant Apple hier, Diebstähle künftig zu erkennen [6], unter anderem durch die Bewegungssensoren, Bluetooth oder WLAN-Standort. Eine abrupte Entwendung würde dann dazu führen, dass sich ein Gerät automatisch sperrt. Bei Google nennt sich das Feature Theft Protection Lock [7]. Die Met will sich weiter mit Apple austauschen, um die Diebstahlfälle in London besser zu verstehen und womöglich weitere technische Maßnahmen zu empfehlen. Das Problem: Lassen sich Geräte nicht zurücksetzen, werden sie als Ersatzteilquelle verkauft – denn auch diese haben einen hohen Wert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329578

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/iPhone-PIN-weg-Millionen-entwendet-Wie-Gauner-Apples-Oekosystem-missbrauchen-9579990.html
  2. https://www.bbc.com/news/articles/ckg4dey905yo
  3. https://www.heise.de/news/Londoner-Polizei-und-Apple-streiten-ueber-Umgang-mit-gestohlenen-iPhones-10992205.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/Besserer-Diebstahlschutz-So-arbeitet-Apples-Stolen-Device-Mode-in-iOS-17-3-9606796.html
  5. https://www.heise.de/news/Besserer-Diebstahlschutz-auf-dem-iPhone-kuenftig-standardmaessig-aktiv-11179325.html
  6. https://www.heise.de/news/Verbesserter-Diebstahlschutz-Geklaute-iPhones-sollen-sich-sofort-sperren-11309417.html
  7. https://support.google.com/android/answer/15146908?hl=en#zippy=%2Cturn-on-theft-detection-lock
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  9. https://www.heise.de/mac-and-i
  10. mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 09:30

Asahi Linux warnt vor Upgrade auf macOS 27 „Golden Gate“

Von Heise
AsahiLinux-Logo vor blauem Mosaik-Hintergrund

(Bild: AsahiLinux/heise medien)

Nutzer von Asahi Linux sollen nicht auf die Beta-Version macOS 27 „Golden Gate“ aktualisieren, warnt das Projekt aktuell.

Nutzer des auf Apple Silicon speziell angepassten Asahi Linux sollen davon absehen, auf die Vorschau-Version von macOS 27 „Golden Gate“ zu aktualisieren. Davor warnt das Projekt eindringlich.

Etwa im sozialen Netz Mastodon schreibt das Asahi-Projekt [1] in einer „Öffentlichen Bekanntmachung“ (PSA, Public Service Announcement), dass Nutzerinnen und Nutzer keinesfalls auf macOS 27 upgraden sollen. Als Erklärung nennt das Projekt, dass Apple darin geändert hat, wie der Boot Picker und die Startup-Disk-Apps gültige Bootlaufwerke von Betriebssystemen erkennen. Wer diese Tools aus macOS 27 nutzt, sieht darin keine Asahi-Linux-Partitionen mehr. Das sehe man als Bug an und habe das auch Apple als Bugreport (FB22994760) gemeldet.

Wer bereits auf die Beta des Mac-Betriebssystems aktualisiert und bemerkt hat, dass die Asahi-Linux-Partition verschwunden ist, müsse jedoch keine Angst haben. Die Asahi-Partition ist noch da und es sind auch keine Daten verloren gegangen.

Asahi Linux mit macOS-Beta: Zwischenlösung

Wer eine sekundäre Installation von macOS 26 oder älter hat, solle die als Standard-Startlaufwerk setzen, erklärt das Asahi-Projekt. Das stelle den Zugriff auf Asahi Linux wieder her. Beim Boot Picker für Apple Silicon handelt es sich um eine vollwertige macOS-App, die in der Wiederherstellungsumgebung des Standard-Startlaufwerks ausgeführt wird. Daher hänge ihr Verhalten von der macOS-Version des Standard-Startlaufwerks ab.

Wer darauf bestehe, macOS 27 zum jetzigen Zeitpunkt auszuprobieren, solle sicherstellen, eine sekundäre Installation von macOS 26 vorliegen zu haben. Oder macOS 27 auf ein sekundäres Laufwerk installieren. „Wir geben Nutzerinnen und Nutzern keine Unterstützung, die die Beta von macOS 27 installiert haben, ohne Notfall- oder Rollback-Pläne erstellt zu haben, also etwa sichergestellt haben, dass zumindest eine stabile macOS-Version installiert ist“, schreibt das Asahi-Projekt.

Derweil haben die Entwickler den Asahi-Installer angepasst, sodass er nicht unter macOS 27 läuft. Die Änderung soll bestehen bleiben, bis klar ist, was da vor sich geht. Der Installer zeigt eine Nachricht an, die das erörtert, und beendet sich dann, wenn er unter der macOS-27-Beta gestartet wird.

Apple hat die macOS-27-Beta „Golden Gate“ auf der WWDC-Entwicklerkonferenz [2] am Anfang der Woche vorgestellt. Es handelt sich um eine Beta-Version für Developer [3] – den Status kann man jedoch einfach und ohne Kostennote erhalten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329636

Links in diesem Artikel:

  1. https://social.treehouse.systems/@AsahiLinux/116719749555082847
  2. https://www.heise.de/news/macOS-27-Golden-Gate-Liquid-Glass-Feinschliff-bessere-Performance-Siri-AI-11321827.html
  3. https://www.heise.de/news/iOS-27-macOS-27-und-Co-Entwickler-duerfen-Betas-installieren-11322615.html
  4. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&amp;wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  5. mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 07:50

Shahed-136: Die Drohne, die zur Weltwaffe wurde

Von Telepolis
ine Shahed-136 vorne, dahinter ein ganzer Schwarm von Derivaten, die sich über das Bild ausbreiten.

KI-generierte Grafik.

Iran entwickelte sie. Russland perfektionierte sie. Jetzt kopieren Staaten rund um den Globus das erfolgreichste Drohnenkonzept der Gegenwart.

Über 900 Drohnen hat Saudi-Arabien nach Zählung der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu [1] allein in den ersten 41 Tagen des Irankrieges abgefangen. Dass sich Riad nun entschieden hat, dieselbe Waffe selbst zu produzieren, ist die folgerichtige Konsequenz aus einer militärischen Realität, die der Krieg unübersehbar gemacht hat.

Die iranische Shahed-136 hat sich als performantes, kostengünstiges und in großen Stückzahlen einsetzbares Mittel erwiesen, gegen das selbst hochgerüstete Luftabwehrsysteme an ihre Grenzen stoßen.

Das US-saudische Joint Venture SR2Vector [2]hat im Mai mit dem Bau einer Produktionsanlage in der Nähe von Riad begonnen. Entstehen soll die SkyWasp — eine Einwegdrohne mit einer Reichweite von 1.500 Kilometern, konstruktiv und operativ eng an der Shahed-136 orientiert.

Internationale Proliferation

Dabei ist Saudi-Arabien nur das jüngste Beispiel einer Entwicklung, die sich seit dem Ukraine-Krieg beschleunigt hat und inzwischen eine neue Qualität erreicht hat: Die Shahed-136 hat sich zur meist kopierten Drohnenplattform der Welt entwickelt.

Die Vereinigten Staaten setzten im Februar 2026 beim Auftakt ihrer Angriffe gegen den Iran erstmals ihre Lucas-Drohnen ein – ein offen als Reverse Engineering [3] der iranischen Shahed-136 entwickeltes System, das seit 2025 in Dienst ist.

Die Türkei präsentierte im Mai 2026 auf der Rüstungsmesse SAHA den Kuzgun – eine von STM entwickelte Langstrecken-Einwegdrohne mit einer Reichweite von über 1.000 Kilometern [4], die für Operationen und Tiefschläge gegen kritische Ziele hinter feindlichen Linien ausgelegt ist.

Taiwan stellte ebenfalls im Mai die „Papa Delta" vor – ein von Thunder Tiger Corp. [5] entwickeltes System, das für Langstreckenschläge gegen Ziele auf dem chinesischen Festland konzipiert wurde. Ukraine selbst präsentierte am 22. Mai den Behemoth, ebenfalls eine Shahed-inspirierte Drohne mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern und einem 75-Kilogramm-Tandemgefechtskopf.

Die geografische Reichweite der Proliferation illustriert ein Vorfall aus Mali [6]: Im Mai 2026 schossen Rebellen im Norden des Landes erstmals eine russische Shahed-136 ab, die durch Russland unterstützte Truppen eingesetzt wurden.

Katz und Maus im Ukraine-Krieg

Im Mai 2026 erreichte der Einsatz strategischer Drohnen gegen die Ukraine einen neuen Rekordwert: Nach Angaben des Analyseaccounts ShahedTracker [7] wurden allein in diesem Monat 8.150 Shahed-artige Einwegdrohnen abgefeuert – mehr als je zuvor in einem einzelnen Monat.

Die ukrainische Luftwaffe meldete eine Abfangquote von angeblich 92 Prozent, ein durchschnittlicher Angriff umfasste demnach 263 Drohnen. Dass nach dieser Rechnung dennoch 508 Drohnen ihre Ziele erreichten, verdeutlicht die schiere Wirkung der Masse: Selbst eine wahrscheinlich zunehmend hohe Abfangquote schützt nicht vor den Treffern, die durchkommen.

Es ist ein technisches Katz-und-Maus-Spiel: Russland hat auf die steigenden ukrainischen Abfangerfolge mit einer systematischen Weiterentwicklung der Geran-Familie reagiert.

Die Geran-2, die seit 2023 in russischer Lizenzproduktion hergestellt wird und die Basis des Langstrecken-Drohnenprogramms bildet, fliegt mit einem Kolbenmotor bei rund 180 km/h – eine Geschwindigkeit, die ukrainische Abfang-Drohnen zunehmend problemlos erreichen. Nach Angaben des Fachmagazins Hartpunkt [8] hat Russland deshalb die Geran-4 als direkte Gegenmaßnahme entwickelt.

Diese verfügt über eine vollständig neu konstruierte Zelle, nachdem sich die Struktur der Geran-3 – die lediglich den Rumpf der Geran-2 mit einem Strahltriebwerk kombinierte – bei Hochgeschwindigkeitsflügen als aerodynamisch unvorteilhaft erwiesen hatte.

Die neue Zelle ermöglicht aktives Manövrieren bei 300 bis 400 km/h, eine Höchstgeschwindigkeit [9] von bis zu 500 km/h und Flughöhen von bis zu 5.000 Metern. Die Drohne erreichte im Mai 2026 die Einsatzreife.

Der Geschwindigkeitsgewinn hat jedoch seinen Preis. Die Reichweite der Geran-4 beträgt nach GUR-Angaben maximal 450 Kilometer – gegenüber bis zu 2.500 Kilometern bei der propellergetriebenen Geran-2 ein Verlust von über 80 Prozent.

Damit ist die Geran-4 auf Ziele beschränkt, die von russischem Territorium aus innerhalb einer Eindringtiefe von rund 350 Kilometern liegen – was die ukrainische Hauptstadt Kyiv sowie zahlreiche Bevölkerungszentren im Osten des Landes einschließt, aber den strategischen Tiefschlag gegen westukrainische Infrastruktur erheblich erschwert.

Noch einen Schritt weiter geht die Geran-5 [10], die Russland am 9. Mai 2026 im Rahmen der Siegesfeierlichkeiten offiziell vorstellte. Mit sechs Metern Länge, 5,5 Metern Spannweite und einem Gefechtskopf von 90 Kilogramm – erweiterbar auf bis zu 130 Kilogramm – ist die Geran-5 deutlich größer als ihre Vorgänger.

Ihre Reichweite wird auf rund 1.000 Kilometer geschätzt, die Höchstgeschwindigkeit auf bis zu 800 km/h. Laut Flug Revue [11] soll die Geran-5 auch vom russischen Erdkampfflugzeug Su-25 aus gestartet werden können.

Neue Rollen, neue Taktiken

Die technische Weiterentwicklung der Geran-Familie geht mit einer ebenso konsequenten taktischen Evolution einher. Russland setzt die Shahed-artigen Drohnen längst nicht mehr nur als einfache Einwegmunition gegen feste Infrastrukturziele ein.

Neben dem bereits dokumentierten Einsatz von Mesh-Netzwerken, die einzelne Drohnen als Signalrelais für andere nutzen, hat Russland eine neue Doppelschlag-Taktik [12] eingeführt.

Dabei wird zunächst eine Drohne eingesetzt, um ukrainische Luftabwehrpositionen zur Reaktion zu zwingen und deren Standort zu identifizieren – eine zweite schlägt dann auf das so enttarnte Ziel ein. Darüber hinaus werden Shaheds inzwischen auch zum Minenlegen [13] eingesetzt: Jede so ausgerüstete Drohne kann acht Minen aus kreisförmigen Behältern unter den Tragflächen abwerfen.

Eine bisher kaum beachtete Einsatzvariante zeigte sich am 6. Juni 2026 im Schwarzen Meer: Russland setzte Geran-2-Drohnen erstmals gezielt gegen bewegliche Seeziele [14] ein und versenkte dabei zwei ukrainische Schnellboote vor der Küste Odessas.

Das Abwehr-Wettrüsten

Abfang-Drohnen waren nach ukrainischen Angaben [15] beim Großangriff vom 24. Mai 2026 für mehr als 40 Prozent aller abgeschossenen Shaheds verantwortlich. Wie der Kyiv Independent [16] berichtete, hat Ukraine in den vergangenen vier Monaten den Anteil der durch Abfang-Drohnen abgeschossenen Shaheds verdoppelt.

Anfang Mai gelang auch der erste bestätigte Abschuss [17] einer Geran-4. Die ukrainischen Unternehmen General Cherry und STRIX haben ihre Drohne „Bullet“ sogar mit einer Mini-Raketenstufe [18] ausgestattet, um noch schnellere Düsen-Shaheds einzuholen. Folgerichtig arbeitet Kyiv an kostengünstigen Abfang-Raketen.

Unterstützung kommt inzwischen auch aus Japan: Das Unternehmen Terra Drone hat seine Abfang-Drohne „Terra A1 [19]“ seit Mitte April in der Ukraine im Einsatz – zu einem Stückpreis von rund 2.500 US-Dollar.

Vom Plattformkrieg zur Wirkmittelkriegsführung

Was Iran als kostengünstige Massenwaffe entwickelte, hat sich in vier Jahren zu einer globalen Blaupause entwickelt, die Staaten von den USA bis Taiwan, von der Türkei bis Saudi-Arabien als Vorlage nutzen. Russland hat die Plattform technisch weiterentwickelt und taktisch ausgeweitet – von der Infrastrukturwaffe zur Seekriegsdrohne, vom Einweggeschoss zum Aufklärungsrelais.

Die Ukraine hat im Gegenzug eine eigenständige Abwehrindustrie aufgebaut, die ihrerseits exportiert wird. Die Shahed und ihre Derivate verkörpern dabei den Kern eines tiefergehenden Paradigmenwechsels: von der Plattformkriegsführung zur Wirkmittelkriegsführung.

In der Plattformlogik, die westliche Streitkräfte über Jahrzehnte geprägt hat, investiert man in hochentwickelte, kostspielige Einzelsysteme – den Kampfjet, den Zerstörer, die Präzisionsrakete – und leitet daraus Überlegenheit ab.

Die Wirkmittellogik macht dieses Prinzip obsolet: Entscheidend ist nicht die Qualität der einzelnen Plattform, sondern die Fähigkeit, Wirkung in industriellen Stückzahlen zu erzeugen.

Eine Drohne, die 35.000 Dollar kostet und zu 92 Prozent abgeschossen wird, erfüllt ihren Zweck dennoch – weil die verbleibenden acht Prozent Treffer mehr Schaden anrichten, als die Abwehr kostet, und weil die Produktion schneller skaliert als die Gegenmaßnahmen.

Dass nun Staaten rund um den Globus dieselbe Schlussfolgerung ziehen und eigene Shahed-Varianten bauen, ist die logische Konsequenz einer militärischen Realität, die der Krieg in der Ukraine und der US-Angriff auf den Iran unübersehbar gemacht haben.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329742

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.aa.com.tr/en/middle-east/iran-targeted-7-arab-countries-with-6-413-missiles-drones-over-past-41-days/3900771
  2. https://www.armyrecognition.com/news/aerospace-news/2026/sr2vector-riyadh-factory-shahed-style-skywasp-drone
  3. https://www.technology.org/2026/05/25/multiple-countries-are-copying-the-shahed-136/
  4. https://aerospaceglobalnews.com/news/turkey-unveils-kuzgun-shahed-drone/
  5. https://caliber.az/en/post/taiwan-firm-unveils-shahed-style-attack-drone-for-long-range-strike-missions
  6. https://www.pravda.com.ua/eng/news/2026/05/22/8035972/
  7. https://x.com/ShahedTracker/status/2061953662574796840
  8. https://www.hartpunkt.de/geran-4-neue-russische-jet-einwegdrohne-verliert-ueber-80-prozent-der-reichweite/
  9. https://www.flugrevue.de/militaer/ukraine-veroeffentlicht-daten-zur-geran-4/
  10. https://defence-industry.eu/russia-publicly-unveils-geran-5-long-range-combat-drone-during-victory-day-commemorations/
  11. https://www.flugrevue.de/militaer/ukraine-veroeffentlicht-daten-zur-geran-4/
  12. https://en.defence-ua.com/news/russia_uses_double_strike_shahed_tactics_against_ukrainian_air_defense_positions-18545.html
  13. https://112.ua/en/rosiani-sodenno-skidaut-mini-z-droniv-sahed-po-visim-z-osnogo-bezpilotnika-162920
  14. https://easternherald.com/2026/06/08/russia-geran-drone-destroys-ukrainian-patrol-boats-black-sea-odesa-3/
  15. https://militarnyi.com/en/news/interceptor-drones-downed-over-40-of-shahed-uavs-during-massive-may-24-attack/
  16. https://kyivindependent.com/ukraine-developing-low-cost-missiles-to-intercept-russian-shahed-type-drones-fedorov-says/
  17. https://euromaidanpress.com/2026/06/04/russia-turns-to-500-km-h-geran-4-jet-drones-to-outrun-kyivs-cheap-interceptors/
  18. https://euromaidanpress.com/2026/06/05/ukraines-bullet-interceptor-gets-speed-upgrade-it-now-has-chemical-accelerator-to-chase-down-russian-500-km-h-geran-4/
  19. https://okdiario.com/techy/en/japan-sends-a-300-km-h-anti-shahed-drone-into-ukraines-war-and-the-move-reveals-tokyos-new-bet-on-unmanned-warfare/3902/

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 09:15

Gefühlte Wahrheit: Die neue Macht der politischen Erzählung

Von Telepolis
Würfel mit Mikroskop-Aufdruck, durch Sprechblasen fragmentiert

Nicht Fakten, sondern Gefühle entscheiden heute über politischen Erfolg – und das bedroht die Grundlage der Demokratie.

Die Politik erlebt eine ausgesprochen paradoxe Entwicklung. Entscheidungsträger verfügen über so viele Daten [1], Studien und akademische Erkenntnisse wie nie zuvor.

Gleichwohl scheint der Einfluss empirischer Evidenz auf öffentliche Diskurse abzunehmen. Dafür nehmen Narrative einen höheren Stellenwert ein, also Erzählungen, die Komplexitäten in einfache Deutungsmuster übersetzen.

Ob es um Migration, Klimawandel, wirtschaftliche oder internationale Konflikte geht: Es entscheidet nicht die Stärke der Faktenlage über die politische Dynamik, sondern welche Geschichte Menschen beeinflusst. Politik wird zum Wettbewerb der Interpretationen.

Die Sehnsucht nach einfachen Erklärungen

Moderne Gesellschaften sind vielschichtig. Globale Lieferketten, digitale Vernetzung, geopolitische Konflikte und technologische Umbrüche erzeugen Zusammenhänge, die schwer zu überblicken sind. Angesichts dessen wächst die Nachfrage nach Orientierung [2].

Narrative erfüllen diese Funktion. Sie reduzieren Komplexität, schaffen Klarheit und ordnen Ereignisse verständlich ein. Sie beantworten wichtige Fragen wie: Wer trägt Verantwortung? Wer profitiert? Wer bedroht unsere Interessen? Und welche Lösungen erscheinen logisch?

Aus politischer Sicht sind Narrative unverzichtbar. Kein Wahlprogramm, keine Reform und keine außenpolitische Strategie kommen ohne eine wirkungsvolle Geschichte aus. Problematisch wird es, wenn Narrative nicht auf Fakten aufbauen, sondern danach ausgewählt werden, ob sie zur gewünschten Erzählung passen.

Die digitale Verstärkung politischer Geschichten

Die Digitalisierung hat diesen Trend erheblich beschleunigt. Soziale Medien belohnen Aufmerksamkeit anstelle der Genauigkeit. Algorithmen bevorzugen Inhalte, die starke Reaktionen auslösen [3]: Empörung, Angst, Zustimmung oder Begeisterung. Nüchterne Analysen haben signifikant schlechtere Chancen [4] als zugespitzte Botschaften.

Wer differenziert argumentiert, konkurriert mit Inhalten, die anspruchsvolle Sachverhalte auf knappe Schlagworte reduzieren.

Internetnutzer können heutzutage Informationsräume aufsuchen, die ihre Gesinnungen bestätigen. Darum entstehen parallele Wirklichkeiten. Ungleiche gesellschaftliche Gruppierungen beziehen ihr Wissen aus verschiedenen Informationsquellen und konstruieren widersprüchliche Annahmen, was überhaupt als Faktum gilt.

Die Konsequenz ist verheerend: Diskussionen drehen sich weniger um divergente Bewertungen derselben Realität als um konkurrierende Realitätsbeschreibungen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse in der Defensive

Ersichtlich wird diese Veränderung im Umgang mit wissenschaftlicher Expertise. Forschung liefert selten absolute Gewissheiten. Wissenschaft arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten, Unsicherheiten und fortlaufender Überprüfung.

Politik und Öffentlichkeit verlangen klare Antworten. Aussagen wie "Die Datenlage spricht mit hoher Wahrscheinlichkeit für diese Entwicklung" wirken ungenauer als eine eindeutige Behauptung.

So geraten analytische Erkenntnisse in eine Zwangslage. Studien werden selektiv zitiert sowie Forschungsergebnisse in bestehende Narrative eingeordnet. Zumeist bestimmt die politische Zugehörigkeit, welche wissenschaftlichen Quellen als glaubwürdig gelten.

Das verändert die Funktion von Expertise radikal. Wissenschaft dient folglich sekundär als Instrument der Erkenntnisgewinnung. Sie ist primär Ressource im politischen Meinungskampf.

Warum Emotionen stärker wirken als Zahlen

Menschen treffen Urteile nicht allein auf dem Fundament rationaler Abwägungen. Emotionen sind ausschlaggebend [5] für die Wahrnehmung von Risiken, Chancen und Bedrohungen. Eine einzelne persönliche Geschichte kann größeren Effekt entfalten als umfangreiche Statistiken. Bilder, Symbole und emotionale Erfahrungen bleiben im Gedächtnis [6]. Tabellen und Wahrscheinlichkeitswerte meist nicht.

Politische Akteure wissen das. Wer Unterstützung mobilisieren möchte, muss sowohl Fakten als auch Emotionen ansprechen. Das erklärt, warum Narrative eine gewaltige Macht besitzen.

Hier liegt die Gefahr: Wenn emotionale Wirkung zum Maßstab politischer Kommunikation wird, werden empirische Befunde nebensächlich. Dann zählt nicht mehr, was nachweisbar ist, sondern was plausibel erscheint.

Die Folgen für demokratische Gesellschaften

Demokratien leben vom offenen Streit über politische Prioritäten [7]. Dieser Streit setzt eine gemeinschaftliche Tatsachengrundlage voraus. Abweichende politische Lager müssen sich zumindest verständigen können, welche Fakten als Ausgangspunkt der Kontroverse gelten.

Wenn diese Basis erodiert, wird demokratische Verständigung aufwendiger. Kompromisse werden seltener, weil sich Auseinandersetzungen nicht ausschließlich um Interessen oder Werte drehen, sondern um die Realität selbst.

Hinzu kommt ein wachsender Vertrauensverlust gegenüber Institutionen. Medien, Wissenschaft, Gerichte sowie staatliche Behörden sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Teil konkurrierender Fraktionen zu sein. Ihre Autorität wird zunehmend skeptisch begutachtet.

Langfristig kann dies die Fähigkeit demokratischer Systeme schwächen, Herausforderungen zu bewältigen. Themen wie Klimapolitik, künstliche Intelligenz, demografischer Wandel oder internationale Sicherheit erfordern Prozesse, die auf belastbaren Informationen statt kurzfristigen Stimmungslagen beruhen.

Demokratie braucht mehr als gute Geschichten

Narrative [8] werden aus der Politik niemals verschwinden. Das sollten sie auch nicht. Gesellschaften benötigen gemeinsame Erzählungen, um Orientierung zu schaffen, politische Ziele zu formulieren und kollektives Handeln zu ermöglichen.

Eine demokratische Öffentlichkeit kann verschiedene politische Visionen aushalten. Sie kann über Werte streiten, Interessen verhandeln und Prioritäten neu setzen. Schwieriger wird es, wenn der gemeinsame Ausgangspunkt überprüfbarer Tatsachen wegfällt.

Der Konflikt der Gegenwart geht nicht zwischen Fakten und Narrativen vonstatten. Er vollzieht sich zwischen Narrativen, die sich an der Wirklichkeit messen lassen, und solchen, die sich von ihr lösen. Die Zukunft demokratischer Entscheidungsprozesse ist abhängig davon, ob es gelingt, beide enger miteinander zu verknüpfen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322818

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.austriainnovativ.at/komplexitaetsforschung-power-of-data/
  2. https://www.projektmagazin.de/artikel/umgang_komplexit%C3%A4t_vuca
  3. https://www.tu-darmstadt.de/xchange/news_details_550208.de.jsp
  4. https://dgap.org/de/forschung/publikationen/systematische-manipulation-sozialer-medien-im-zeitalter-der-ki-0
  5. https://blogs.uni-bremen.de/sozpsy/wie-unsere-gefuehle-unsere-entscheidungen-steuern/
  6. https://www.kas.de/de/web/politische-bildung/politsnack/detail/-/content/mit-geschichten-ueberzeugen-storytelling-in-der-politischen-kommunikation
  7. https://koerber-stiftung.de/projekte/polarisierung-begegnen/
  8. https://www.ifo.de/DocDL/sd-2026-02-zdg-gehring-grigoletto-narrative.pdf

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 12. Juni 2026 um 08:00
❌