Mehrere Sicherheitslücken gefährden SolarWinds Web Help Desk. Ein Sicherheitspatche ist verfügbar.
Die IT-Support-Software Web Help Desk von SolarWinds ist verwundbar. Angreifer können Instanzen abstürzen lassen oder sogar Schadcode ausführen. Eine Sicherheitslücke steckt in der Software direkt, die anderen Lücken betreffen Komponenten, die Web Help Desk nutzt. In einer aktuellen Version haben die Entwickler die Schwachstellen geschlossen. Bislang gibt es keine Hinweise auf Attacken.
Server vor möglichen Attacken schützen
Nutzen Angreifer die Schwachstelle in Web Help Desk (CVE-2026-28299 „hoch“) erfolgreich aus, stürzt der Web-Help-Desk-Server ab. Im Anschluss ist der IT-Support in Firmen nicht mehr verfügbar. Eine „kritische“ Lücke (CVE-2025-12762) betrifft pgAdmin4. Hier können Angreifer Schadcode ausführen. Wie das konkret ablaufen könnte, ist bislang nicht bekannt.
Über die weiteren Schwachstellen kann ebenfalls Schadcode auf Systeme gelangen (etwa CVE-2025-12763 „hoch“). Oder Angreifer umgehen die TLS-Zertifikat-Verifizierung (CVE-2025-12765 „hoch“).
Die Entwickler versichern, SolarWinds Web Help Desk 2026.2 repariert zu haben. Die Warnmeldung liest sich so [1], als wären alle vorigen Versionen verwundbar. SolarWinds weist darauf hin, dass Nutzer von früheren Ausgaben zuerst auf 2026.1 und erst dann auf die aktuelle Version umsteigen sollten. Offensichtlich kann es sonst zu Fehlern im Betrieb kommen.
Nur noch TLS 1.2 und TLS 1.3
In der aktuellen Ausgabe haben die Entwickler den sicheren Betrieb zudem durch Anpassungen verbessert: So werden ab sofort nur noch TLS 1.2 und TLS 1.3 unterstützt. Außerdem sind standardmäßig nur noch moderne, empfohlene Cipher Suites aktiviert. Überdies haben die Entwickler noch mehrere Bugs aufgelöst und die aktuelle Version unterstützt jetzt Windows Server 2025.
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Neben einem Transparenzgesetz brauche es verfassungsrechtliche Absicherung des Anspruchs auf staatliche Informationen, fordert Louisa Specht-Riemenschneider.
20 Jahre nach dem ersten Informationsfreiheitsgesetz des Bundes fordert die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Louisa Specht-Riemenschneider, vom Bundestag weitere Schritte zur dauerhaften Verankerung der Auskunftsansprüche für Bürger.
Der erste notwendige Schritt sei ein Transparenzgesetz auf Bundesebene, das den Informationszugang für Bürgerinnen und Bürger besser regele als das bisherige Informationsfreiheitsgesetz. Der Staat erhebe immer mehr Daten, die Verwaltung werde digitaler, sagte die vom Parlament gewählte Informationsfreiheitsbeauftragte. Ein echtes Transparenzgesetz erhebe etwa die Veröffentlichung von Gutachten oder Studien im Auftrag des Staats zum Standard statt zur Ausnahme.
Auch eine Stärkung der Durchsetzungsmöglichkeiten der Informationsfreiheitsbeauftragten fordert die Bundesbeauftragte. Ein solches Gesetz entlaste auch die Verwaltungsgerichte, die mit Fällen wie etwa Textnachrichten von Ministern [1] oder verweigerten Informationen zu Maskenbeschaffungen regelmäßig über Monate und Jahre beschäftigt seien. „Wir müssen in der Lage sein, den Zugang zu Informationen direkt und effizient durchzusetzen – auch als Entlastung für die Justiz“, fordert Specht-Riemenschneider.
Auskunftsrechte derzeit in der Defensive
Dass derzeit insbesondere aus Sicherheitskreisen eine Beschneidung von Informationsrechten der Bürgerinnen und Bürger gefordert werde, sei nicht hilfreich, ebenso wie die oft geäußerte Angst vor einer Überlastung der Verwaltung durch IFG-Anfragen, warnte Specht-Riemenschneider: „Wer Informationsfreiheit pauschal beschränkt, schafft nicht mehr Sicherheit, sondern weniger Demokratie.“ Zuletzt hat etwa das von CDU und SPD dominierte Berliner Abgeordnetenhaus das dortige Informationsfreiheitsgesetz beschnitten [2]. Anlass war die Attacke gegen eine unzureichend physisch abgesicherte wichtige Stromleitung [3], die einen tagelangen Stromausfall in einem Teil der Stadt zur Folge hatte. Bei den Bürgern ist die Informationsfreiheit grundsätzlich beliebt [4], mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem ersten Informationsfreiheitsgesetz [5], das in Brandenburg verabschiedet wurde.
Informationsanspruch soll ins Grundgesetz
Specht-Riemenschneider plädiert dafür, die Informationsfreiheit auf Bundesebene daher nicht nur einfachgesetzlich wie im 2005 erstmals verabschiedeten Bundes-IFG [6] zu stärken und ein weitergehendes Transparenzgesetz auf den Weg zu bringen, sondern noch einen Schritt weiter zu gehen. „Ein einfaches Gesetz ist nur so stark, wie es die nächste Mehrheit im Parlament will“, sagte sie. „Deshalb gehört die Informationsfreiheit dauerhaft abgesichert.“ Dafür brauche es eine Verankerung im Grundgesetz. Eine solche müsste von Bundestag und Bundesrat mit Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen werden.
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Aus dem Zusammenschluss der Datenanalyseplattform Neo4j und der Polizeisoftware Hume von GraphAware soll eine offene Alternative zu Palantir entstehen.
Die US-amerikanische Datenanalyseplattform Neo4j hat die Londoner Firma GraphAware übernommen, die mit Hume eine Analysesoftware für Sicherheits- und Ermittlungsorganisationen anbietet. Die beiden Firmen kündigen an, damit eine Konkurrenz zum umstrittenen Überwachungstool Palantir zu schaffen.
Laut den Ankündigungen von Neo4j [1] und GraphAware [2] soll die Verknüpfung der etablierten Ermittlungssoftware Hume mit den KI-Funktionen von Neo4j in Zukunft als „vertrauenswürdige, standardoffene Alternative zu vorhandenen proprietären Blackbox-Tools wie Palantir Gotham“ dienen.
Viel mehr Details zu den geplanten Funktionen gibt es in den Ankündigungen ebenso wenig wie zur Frage, wie offen die Palantir-Alternative sein wird, denn beide Firmen haben sowohl Open-Source- als auch kommerzielle Komponenten im Angebot. Neo4j schreibt nur dazu: „Nichts Wichtiges ist hinter proprietärer Logik verborgen.“
Unternehmen und Behörden können die Software jedenfalls mit ihren eigenen Daten und in ihrer eigenen Umgebung verwenden. Sie haben im Gegensatz zu Palantir auch Zugriff auf die zugehörige Logik und die Datenverarbeitung. Dabei kann die Plattform in der Cloud oder on premises zum Einsatz kommen. Inwieweit amerikanische Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf Daten hätten, hat heise developer bei der Firma angefragt.
Palantir intransparent
Hume nutzt schon länger Neo4j und ist auf die Arbeit von Strafverfolgungsbehörden, Militär und Finanzermittlern spezialisiert. Die Software führt komplexe und verstreute Daten zu einem vernetzten Lagebild zusammen und zeigt Zusammenhänge sowie Kontext. Im Einsatz ist sie bei der australischen Polizei, beim US-Kriegsministerium und bei einer Behörde für Cyberabwehr eines nicht näher genannten europäischen Landes.
Vorerst bleiben Neo4j und GraphAware in ihrer Struktur erhalten, der Abschluss der Übernahme soll im 3. Quartal dieses Jahres erfolgen und hängt unter anderem von der Bestätigung eines australischen Investors ab.
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Nvidia verrät bislang keine Details zum Notebookprozessor RTX Spark. Wir erfuhren sie dennoch und entdeckten den N1 auf einem Computex-Messestand.
Nvidia-Chef Jensen Huang nutzte seine Keynote-Ansprache zu Beginn der Computermesse Computex in Taiwan unter anderem dafür, den lange erwarteten beziehungsweise verspäteten Notebookprozessor N1X endlich vorzustellen. Viel mehr als den offiziellen Markennamen RTX Spark verriet er aber nicht – Modellvarianten mit zugehörigen Modellnummern sind wie offizielle Angaben zur Abwärme oder andere Eckdaten weiterhin Fehlanzeige.
Die Geheimniskrämerei werten wir als Warnsignal, dass RTX-Spark-Geräte vielleicht doch etwas später erscheinen könnten, als Nvidia verspricht: Huang sprach auf der Bühne von Herbst, unter der Hand nannten uns Notebookhersteller konkreter September oder Oktober als aktuellen Zieltermin. Sämtliche öffentlich auf der Computex ausgestellten Notebooks waren funktionslose Mockups; einzig Nvidia selbst hatte lauffähige Systeme in seinen Räumen. Dort wiederum konnte man zwar laufende Demos begutachten, durfte die Geräte aber nicht selbst bedienen.
In der ersten Welle von Notebooks mit Nvidias RTX Spark werden sechs Herstellern vertreten sein, teilweise mit mehr als einem Gerät.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Das Fehlen konkreter technischer Spezifikationen ist auch deshalb verwunderlich, weil Gerüchteköche diese bereits kurz vor der Keynote herumreichten. Und zwar nicht nur für Varianten des N1X, sondern auch vom schwächeren Massenmarktableger N1. Unsere Nachforschungen in Taipei bestätigten diese Gerüchte – und wir entdeckten sogar einen laufenden N1 unter anderem Namen auf dem Messestand eines engen Nvidia-Partners.
Es ist kein Geheimnis, dass der N1X für Windows-Geräte technisch eng verwandt ist mit dem GB10 der Mini-Workstation DGX Spark, die unter Linux läuft: Das sagte Jensen Huang in einer Pressefragerunde selbst. Ihm gefällt der Codename N1X nach eigener Aussage auch weiterhin so gut, dass er ihn gerne weiterbenutzt, obwohl die offizielle Sprachregelung nun eben RTX Spark lautet.
Wie schon beim AMD-Mobilprozessor Ryzen AI 300 Max alias Strix Halo zeigt sich aber, dass Chips in Mini-PCs mehr Energie verheizen dürfen als in Notebooks. Strix Halo läuft in stationären kleinen Workstations mit bis zu 140 Watt, in den damit bestückten Mobilgeräte hingegen eher mit 45 bis 65 Watt. In der Gerüchteküche kursiert für N1X eine zulässige Abwärme von 45 bis 80 Watt, also in derselben Größenordnung.
Spurensuche
Unsere Recherchen auf der Computex stützen das: Zwar wurden keine direkten Fragen zur TDP von N1X beantwortet. Doch die Tatsache, dass viele Notebookhersteller ihren N1X-Notebooks 140-Watt-Netzteile beilegen werden, spricht Bände: Das lässt Luft, um entweder den Akku zu laden oder unter Volldampf noch Reserven für RAM, SDD und Bildschirm zu haben.
Microsoft wurde im Gespräch mit c’t sogar noch präziser: Das Kühlsystem im Surface Laptop Ultra ist auf 110 Watt ausgelegt. Reserven sind üblich, um Fertigungstoleranzen auszugleichen und auch an heißen Tagen noch zuverlässig kühlen zu können – oder schlicht die Lüfter langsamer und somit leiser drehen zu lassen.
So sieht Microsofts Surface Laptop Ultra mit RTX Spark im Schichtmodell aus.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Mit dieser Bestätigung halten wir wiederum die geleakten Specs für glaubwürdig, wonach es N1X notebooktypisch in mehreren Varianten geben wird. Der Vollausbau hat zehn ARM Cortex-X925, zehn Cortex-A725 und 48 GPU-Kerne. Es soll auch eine Variante kommen, die nur je neun CPU-Kerne (also insgesamt 18 statt 20) sowie eine auf 40 GPU-Kerne abgespeckte Blackwell-GPU hat. Über ihr 256-Bit-Speicherinterface adressieren beide zwischen 16 und 128 GByte Arbeitsspeicher.
Spark und Spärkchen
Noch geheimnisvoller sind kleinere Modelle, deren Entwicklung unter dem Codenamen N1 (ohne X) laufen. Dass dieser Codename existiert und mit RTX Spark zusammenhängt, hat Jensen Huang in der Pressefragerunde selbst als Ausblick erwähnte. Er vertröstete dabei allerdings unbestimmt in die Zukunft – also einen Zeitrahmen nach Herbst 2026, in dem N1X-Notebooks starten sollen.
N1 ist nach unseren Informationen eine abgespeckte Variante der Bausteine, die in N1X stecken. Um wieder wie oben AMD zum Vergleich heranzuziehen: Strix Halo (Ryzen AI 300 Max) ist das dicke Gegenstück zu N1X und Strix Point (Ryzen AI 300) die „normale“ Variante, wie N1. Hier wie dort bedeutet dies, dass es ein Speicherinterface mit der üblichen Breite von 128 Bit (für 8 bis 64 GByte RAM) gibt, aber auch kleinere CPU- und GPU-Konfigurationen.
Der Aufsteller zu MediaTeks Standdemo des Automotive-Chips Dimensity AX C-X1 enthält etliche Hinweise, die auf die schwächere RTX-Spark-Variante N1 schließen lassen.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Konkret spricht die Gerüchteküche bei N1 von einer Kombination aus acht Cortex-X925, vier Cortex-A725 und 20 GPU-Kernen. Der GPU-Ausbau klingt dahin stimmig, da es mit GB207 (GeForce RTX 5050) bereits ein Stand-Alone-Gegenstück gibt – und mit GB205 alias GeForce RTX 5070 übrigens auch eines für N1X.
Messebummel
Mit diesem Wissen im Hinterkopf schlenderten wir über das Messegelände und wurden bei MediaTek stutzig: Nvidias Entwicklungspartner, der für GB10 wie auch N1(X) die CPU-Chiplets zuliefert, zeigte dort seinen Automotive-Chip Dimensity AX C-X1, in dem bekanntermaßen GPU-Technik von Nvidia steckt. Interessanterweise sprachen die Aufsteller am Messestand davon, dass der Chip insgesamt zwölf ARM-Kerne besitzt – Zufall?
Wir sagen: „Nein.“ Der Aufsteller nannte zwar keine Details zur Anzahl der GPU-Kerne, wohl aber eine Rohrechenleistung der Blackwell-Grafikeinheit von gut 10 TFlops im Datenformat FP32. Zusammen mit der Abwärme von 90 Watt, die ein MediaTek-Ingenieur am offen zu bestaunenden C-X1-Entwicklerkit verriet, wird per Dreisatz ein Schuh daraus: Da die 48 GPU-Kerne von GB10/N1X bei 140 Watt rund 31 TFlops im Datenformat FP32 liefern, landet man auch ohne konkrete Taktraten bei ziemlich genau 20 GPU-Kernen, die C-X1 haben muss. Daher sind wir uns sicher: C-X1 ist derselbe Chip, den Nvidia später als N1 für RTX-Spark-Notebooks verkaufen will.
Unter dem Kühlkörper dieses Entwicklersystems arbeitet MediaTeks Dimensity AX C-X1, der später dann als N1 auch in Notebooks zum Einsatz kommen wird.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Performance
Das Aber: N1 ist unseren Informationen nach nicht wie N1X für starke Mobilrechner, sondern für günstige Notebooks im Massenmarkt gedacht. Mit diesem Zielbild ergibt es wenig Sinn, 90 Watt zu verheizen. In der Gerüchteküche macht für N1 ein Abwärmebereich zwischen 18 und 45 Watt die Runde, was plausibel erscheint. Damit ist wiederum klar, dass N1 nicht die 3D-Leistung der oben genannten GeForce RTX 5050 erreichen wird, sondern viel weniger – auch wegen des langsameren LPDDR5X-RAM statt GDDR7. Gleiches gilt für N1X respektive GeForce RTX 5070: Diese Desktopgrafikkarten verheizen alleine 130 respektive 250 Watt.
Notebook-Hauptplatine mit Nvidias N1X alias RTX Spark
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Ins Gefüge passt auch der vom MediaTek-Ingenieur genannte Zeitplan: Es werde hart daran gearbeitet, die Massenproduktion von C-X1 bis zum Jahresende zu starten, weil 2027 ein chinesisches Elektroauto mit diesem Chip auf den Markt kommen soll. Das deckt sich mit der Aussage Jensen Huangs, wonach es mit N1 noch etwas länger dauern würde. Und auch damit, dass alle bislang enthüllten und für Herbst avisierten Spark-Notebooks den stärkeren N1X nutzen – auch 14-Zöller wie das ProArt P14 von Asus und HPs OmniBook X 14.
Asus und HP gaben auf Nachfrage zu Protokoll, dass die beiden Geräte dieselbe Performance abliefern werden wie die größeren 15- und 16-Zöller, die sie selbst beziehungsweise andere Anbieter in Arbeit haben. Ob das stimmt, wird sich zeigen – aber Apple geht beim MacBook Pro ja schon seit Jahren mit exakt demselben Versprechen ins Rennen.
Akkulaufzeit mit Fragezeichen
Ebenfalls bleibt vorerst offen, ob RTX-Spark-Notebooks dieselben langen Akkulaufzeiten erreichen werden, die Qualcomm mit dem Snapdragon X im Notebookmarkt etabliert hat und die inzwischen auch mit Intel-Notebooks (Lunar Lake, Panther Lake) möglich sind. Die über 20 Watt, die sich Nvidias Mini-PC DGX Spark in unserem Test bereits im Leerlauf genehmigt hat, wären bei Notebooks ein Unding.
Asus zeigt das Innenleben seiner beiden N1X-Notebooks ProArt P14 und ProArt P16.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
In der Zwischenzeit hat Nvidia allerdings bei DGX Spark fleißig an der Firmware geschraubt und verspricht für RTX-Spark-Notebooks zudem ebenfalls genug Akkulaufzeit für einen ganzen Tag. Konkrete Zahlen hinsichtlich Netzteilunabhängigkeit waren keinem der Hersteller, die bereits Notebooks vorgestellt haben, zu entlocken – nicht unbedingt, weil sie noch nichts sagen wollten oder durften (das sicherlich auch), sondern weil es noch zu früh vor dem Marktstart ist und die Entwickler mitunter noch mit der Axt feilen.
Mehr KI-Leistung für Windows
Mit dem Markteintritt Nvidias gibt es nun nicht nur einen neuen Konkurrenten für die x86-Prozessoren von AMD und Intel, sondern vor allem einen weiteren Mitspieler in der ARM-Welt. Der wird Qualcomm vor allen an zwei Schwachstellen zusetzen. Die erste, nämlich Kompatibilität zu Linux, war Qualcomm bislang gleichgültig, während Nvidia dort längst zuhause ist – siehe DGX Spark.
Gravierender dürfte sein, dass Nvidia auch mit seiner Gaming-Macht in den Markt drückt. In Taipei liefen auf Prototypen bereits etliche aktuelle Spiele – mal nativ und mal über den in Windows enthaltenen Prism-Emulator, aber immer performant. Mehr noch: Nvidia wirft viele Vorteile von häufigen Treiberupdates bis zu Exklusivfeatures wie DLSS 4 (und ab August DLSS 4.5) in die Waagschale – da kann Qualcomm nicht mithalten.
Nvidia ließ auf Vorseriengeräten des Surface Laptop Ultra verschiedene Spiele laufen.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Und dann wäre da noch das allesbeherrschende Thema KI: Microsoft hat dieser Tage auf seiner Entwicklerkonferenz Build angekündigt, Windows KI-Agenten angedeihen zu lassen. Anders als bei OpenClaw, wo schon die Installation zum Showstopper werden kann, wird es unter Windows abgeschottete Sandboxen geben, in die man – ganz ohne Installation – fertige Container einklinken und nutzen kann.
Das seit 2024 praktizierte Spielchen, dass neue Funktionen zunächst in Windows on ARM nutzbar sind und erst später in die x86-Welt überschwappen, wird sich dabei wohl wiederholen: MediaTeks Messeaufsteller verrät, dass C-X1 eine NPU mit bis zu 80 Tops hat. Uns wurde aus Herstellerkreisen bestätigt, dass das auch für beide RTX-Spark-Ableger (N1X und N1) gelten wird.
Die NPU von Qualcomms Snapdragon X2 Elite schafft ebenfalls diese Leistung, während die versammelte x86-Welt bei maximal 60 Tops liegt – und oftmals bei kaum mehr als den 40 Tops, die Microsoft bislang für Copilot+ vorgeschrieben hat. Notebooks mit RTX Spark laufen wie jene mit Snapdragon X2 unter der abgesonderten Windows-Version 26H1 (Build 28000.xxxx). Daher ist es alles andere als unwahrscheinlich, das der nächste KI-Schritt für Windows nur dort erfolgt und die x86-Welt erneut das Nachsehen haben wird.
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Das neue USB-LTE4G-EU verbindet IoT-Geräte per LTE und benötigt dabei nur eine einzige Antenne.
Mit dem USB-LTE4G-EU [1] hat Olimex ein kompaktes 4G-Modem für IoT- und Embedded-Projekte vorgestellt. Das Gerät basiert auf dem LTE-Modul Quectel EG800K-EU und richtet sich an Anwendungen wie Telemetrie, Fernwartung, industrielle Steuerungen oder mobile Gateways. Der Fokus liegt dabei weniger auf maximaler Geschwindigkeit, sondern auf einer stabilen Datenverbindung für Geräte, die dauerhaft online sein sollen.
Das Modem nutzt LTE Cat.1bis. Der Mobilfunkstandard ist speziell für IoT-Geräte gedacht und arbeitet mit nur einer Antenne. Dadurch sinken Hardwarekosten und Stromverbrauch. Die maximale Datenrate liegt bei bis zu 10 MBit/s im Download und 5 MBit/s im Upload. Das reicht zwar nicht, um das aktuelle YouTube-Video der Make [2] zu schauen, aber für Sensordaten reicht es allemal.
Angeschlossen wird das Modul über USB-C mit USB-2.0-Interface. Laut Olimex funktioniert die Einbindung unter Linux, Windows und Android ohne größere Konfiguration. Besonders interessant für Maker: Systeme wie Raspberry Pi, BeagleBone oder OLinuXino sollen das Modem automatisch erkennen. Einfach einstecken und die Internetverbindung läuft über LTE, wenn man eine SIM-Karte eingesteckt hat.
Die Stromaufnahme fällt laut Olimex niedrig aus. Im Sleep-Modus benötigt das Modem rund 3 mA, im Idle-Betrieb etwa 22 mA. Unter Last steigt der Verbrauch laut Hersteller auf 50 bis 350 mA, kurzzeitig können beim Verbindungsaufbau aber Stromspitzen bis 2 A auftreten. Olimex weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass ein hochwertiges USB-Kabel notwendig ist.
Mit Abmessungen von 34 × 25 × 6 mm fällt das Gerät kompakt aus. Die Betriebstemperatur gibt Olimex mit -35 bis +75 Grad Celsius an, womit sich das Modem auch für Außeninstallationen oder industrielle Umgebungen eignet. Angeboten wird außerdem eine Variante mit integrierter PCB-Antenne unter der Bezeichnung USB-LTE4G-EU-ANT.
Für Maker ergeben sich damit einige interessante Einsatzmöglichkeiten. Denkbar wären etwa autarke Messstationen mit LTE-Anbindung, mobile Raspberry-Pi-Gateways, Fernwartungssysteme für Garten- oder Solaranlagen oder Telemetrie-Projekte ohne vorhandene Netzwerkinfrastruktur.
Im Olimex-Shop [3] kostet das USB-LTE4G-EU derzeit 11,95 Euro pro Stück.
Wer zwar kein Internet braucht, aber Daten weit funken möchte, findet in unserem Artikel zum Klingel-Repeater [4] einen Einstieg in LoRa.
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Apple hat die Gewinner der Design Awards 2026 bekannt gegeben.
(Bild: Apple)
Apple hat die Gewinner der Design Awards 2026 bekanntgegeben. Unter den Preisträgern: Cyberpunk 2077, eine NBA-App für Vision Pro und zahlreiche Indie-Titel.
Apple hat die Gewinner der Apple Design Awards 2026 [1] bekannt gegeben. Zwölf Apps und Spiele erhalten die Auszeichnung in sechs Kategorien – ausgewählt aus 36 Finalisten. Die Preisverleihung findet im Rahmen der Entwicklerkonferenz WWDC 2026 [2] statt, die am 8. Juni mit einer Keynote beginnt. Unter den Preisträgern finden sich sowohl große Studios als auch Solo-Entwickler.
In der Kategorie „Visuals und Grafiken“ gewinnt CD Projekt Red mit „Cyberpunk 2077: Ultimate Edition“ für macOS. Der Titel nutzt Metal-Shader, MetalFX-Frame-Interpolation und Path-Tracing auf Apple Silicon und bietet eine automatische Grafikeinstellung namens „For This Mac“. Bereits bei den App Store Awards 2025 [3] war Cyberpunk 2077 als Mac-Game des Jahres prämiert worden.
Apps für Vision Pro
Apples Strategie rund um die Vision Pro spiegelt sich deutlich in den Auszeichnungen: Die offizielle NBA-App gewinnt in der Kategorie „Innovation“ als reine visionOS-App. Sie zeigt bis zu fünf Live-Spiele gleichzeitig in schwebenden Fenstern, bietet 3D-Court-Ansichten und ein immersives Erlebnis mit Spatial Audio. Auch der Gewinner in der Kategorie „Sozialer Einfluss“ Primary, eine Nachrichten-App mit globalem Redaktionsteam, läuft exklusiv auf der Apple Vision Pro.
Mehrere ausgezeichnete Apps zeigen, wie Apple sich das neue Liquid-Glass-Design vorstellt, das mit iOS 26 und macOS 26 [4] zur neuen Gestaltungsreferenz werden soll. Die Mondphasen-App „Moonlitt“ vom italienischen Studio Flipping Hues gewinnt in der Kategorie „Interaktion“ und wird explizit für ihre Liquid-Glass-Integration gelobt. Auch die Gezeiten-App „Tide Guide“, Gewinnerin bei „Visuals und Grafiken“ im App-Bereich, passt ihre Farbpalette dynamisch an die Himmelsfarbe an und setzt auf vollflächige Diagramme mit fließenden Animationen.
In der Kategorie „Inklusion“ überzeugte „Guitar Wiz“ des indischen Solo-Entwicklers Bijoy Thangaraj mit umfassender VoiceOver-Unterstützung, Dynamic Type und einer Funktion für farbsehschwache Nutzer. Das Adventure „Pine Hearts“ vom britischen Studio Hyper Luminal Games stellt Barrierefreiheitsoptionen bereits vor Spielbeginn prominent dar – ein Ansatz, den Apple als Best Practice hervorhebt.
Deutscher Finalist und europäische Präsenz
Einen direkten deutschen Gewinner gibt es 2026 nicht, doch die Berliner unorderly GmbH schaffte es mit ihrer Planungs-App Structured immerhin unter die Finalisten in der Kategorie „Inklusion“. Die App nutzt lokale Foundation Models für Aufgabenvorschläge und wird besonders von neurodivergenten Nutzerinnen und Nutzern geschätzt. Structured ist für iOS, iPadOS, macOS und watchOS verfügbar. Entwicklerstudios aus Österreich oder der Schweiz tauchen in der diesjährigen Finalistenliste hingegen nicht auf.
Europäische Studios sind dennoch stark vertreten: Das niederländische Studio Ocho gewinnt mit der App „grug“ in „Vergnügen und Spaß“, das spanische Poti Poti Studio mit dem Logikpuzzle „Is This Seat Taken?“ in derselben Kategorie. Aus Schweden kommen gleich mehrere Finalisten, darunter „Pickle Pro“ von Resolution Games und „Grand Mountain Adventure 2“ von Toppluva. Auch der Vision-Pro-Titel „Caradise“ stammt vom schwedischen Solo-Entwickler Peder Sandqvist.
Indie-Studios profitieren besonders
Für große Player wie die NBA, CD Projekt Red oder Firaxis (Finalist mit Civilization VII) dienen die Awards vor allem fürs Image. Für kleine Teams und Einzelentwickler ist der Hebel deutlich größer: Apple hebt Gewinner im App Store in einer eigenen Story hervor, sie erhalten Medienaufmerksamkeit und verzeichnen erfahrungsgemäß sprunghaft steigende Downloadzahlen. Solo-Entwicklerinnen wie Lente Cuenen aus den Niederlanden, die mit dem Gewässerschutz-Spiel „Spilled!“ als Finalistin antrat, oder Bijoy Thangaraj mit Guitar Wiz erhalten so eine Bühne, die sie aus eigener Kraft kaum erreichen könnten.
Auffällig ist, dass Apple besonders Apps belohnt, die KI-Frameworks wie Foundation Models nutzen, mehrere Plattformen einschließlich visionOS bedienen und konsequent auf Barrierefreiheit setzen – ein klarer Prioritätenkatalog für Entwickler, die künftig im Apple-Ökosystem sichtbar bleiben wollen.
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Apple plant das erste europäische Developer Center in Berlin-Mitte. Im Bild: Das Auditorium.
(Bild: Apple)
Apple plant sein erstes Developer Center in Europa in Berlin-Mitte. Es soll für Präsenzveranstaltungen und persönliche Termine genutzt werden.
Apple will noch in diesem Jahr ein erstes Developer Center in Europa eröffnen – und es soll sich in Berlin-Mitte befinden. Das gab der iPhone-Hersteller am Mittwoch, wenige Tage vor Beginn der Entwicklerkonferenz WWDC [1] bekannt. Das neue Zentrum, das vor allem Zwecken der Weiterbildung für App-Entwickler und persönlicher Unterstützung dienen soll, ergänzt die vorhandenen Standorte am Firmen-Stammsitz in Cupertino (USA), im indischen Bengaluru, in Shanghai (China) und Singapur.
Entwicklerinnen und Entwickler sollen am neuen Standort Zugang zu Tools, Workshops und persönlicher Unterstützung durch Apple erhalten. Das Präsenzangebot ergänzt Apples Online-Angebote für Entwickler. Regelmäßige Präsenzveranstaltungen sollen Entwicklern helfen, ihre Fähigkeiten zu verbessern und das Design, die Qualität und die Leistung ihrer Apps für iOS, iPadOS, macOS, tvOS, visionOS und watchOS zu optimieren. Apple hat seine Aktivitäten in Berlin in jüngster Zeit bereits in anderen Bereichen verstärkt [2].
Center soll Vielfalt widerspiegeln
Apple kündigte an, dass das Center die Vielfalt und Kreativität der europäischen Entwickler-Gemeinschaft widerspiegeln soll. „Europa ist die Heimat einer außergewöhnlichen Entwickler-Community, die Apps entwickelt und damit Verbindungen schafft, Kreativität fördert und Innovationen vorantreibt“, sagt Susan Prescott, Vice President of Worldwide Developer Relations bei Apple. Für Apple ist Europa allerdings auch ein spezieller Markt, da hier eine besonders starke Regulierung durch die EU-Kommission greift, die auch den App Store betrifft. So muss Apple zum Beispiel aufgrund des Digital Markets Act (DMA) alternative App Stores zulassen [3].
Der Pausenbereich im Developer Center
(Bild: Apple)
Apples App-Prämierungen wie der App Store Award und der Design Award [4] zeigen jedes Jahr aufs Neue, welchen hohen Stellenwert europäische Entwickler für das Angebot im App Store haben. Auch beim Nachwuchswettbewerb Swift Student Challenge sind regelmäßig europäische Nachwuchsentwickler vertreten. Mit dem Apple-Foundation-Programm hatte Apple bereits in zahlreichen europäischen Ländern Entwickler unterstützt. Mit dem neuen Developer Center in Berlin wird nun die Landkarte um ein weiteres Angebot erweitert.
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MacBook Neo in verschiedenen Farben auf einem Tisch: Guter Deal, gute Verkäufe.
(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)
Apples günstigstes MacBook kam erst am 11. März in den Handel. Es soll Apples bestes Rechner-Debüt seit langem sein.
Wie gut verkauft sich das MacBook Neo [1]? Apple macht keine konkreten Angaben zu Verkäufen einzelner Mac-Modelle mehr, doch das Management machte bereits Andeutungen [2], dass es hervorragend läuft. Nun gibt es Zahlen des Marktforschers IDC für das erste Quartal 2026. Demnach war das Debüt des günstigen Neo der beste Start eines Mac-Produkts seit langem – und das trotz der Tatsache, dass der Rechner erst zum Ende des Quartals, nämlich am 11. März, eingeführt wurde und anfangs auch mit Lieferproblemen [3] kämpfte.
Nur kurz auf dem Markt
Laut IDC wurden insgesamt 1,1 Millionen Einheiten des MacBook Neo bis Ende März ausgeliefert. Zum Vergleich: Beim MacBook Air M5 sollen es 900.000 und beim MacBook Pro M5 550.000 Stück gewesen sein. Das MacBook Air M5 hatte allerdings über eine Woche mehr Zeit auf dem Markt. Mit den Verkäufen bleibt Apple ein Lichtblick in einer ansonsten von RAM- und SSD-Inflation geprägten PC-Branche. Hier glaubt IDC nicht, dass es vor dem Jahr 2027 Verbesserungen bei der Liefersituation geben wird.
Laut Navkendar Singh, Associate Vice President bei IDC, ging es mit den Verkäufen ab Anfang April nochmals deutlich nach oben. Die Nachfrage sei in mehreren Ländern höher gewesen als von den Marktforschern erwartet. Dazu zählt auch Apples wohl wichtigster neuer Markt Indien [4]. Auf dem Subkontinent liegt der Preis des Neo ungefähr bei der Hälfte eines MacBook Air der Einstiegsklasse. Kostensteigerungen bei Windows-Rechnern haben ihren Teil dazu beigetragen, die Nachfrage zu erhöhen – weltweit.
Neue Billig-PCs und die Googlebooks
Zuletzt versuchten PC-Hersteller [5], auf das MacBook Neo mit ähnlichen Angeboten [6] zu reagieren, es kam zu einem regelrechten Branchenschock [7] nach der Veröffentlichung. So werden teils Preise gesenkt und an Bildschirm und Materialanmutung – die Hülle des Neo besteht vollständig aus Alu – gearbeitet. Google versucht sich mit seinem Googlebook [8]-Konzept ebenfalls an Konkurrenten, wobei hier noch keine Preise veröffentlicht wurden.
Unklar ist noch, ob Apple die MacBook-Neo-Nachfrage auch weiterhin kostengünstig decken kann. Die in den Geräten verbauten A18-Chips sollen überschüssige Binned-Versionen aus der iPhone-SoC-Herstellung sein, die nun langsam aufgebraucht [9] sind. Zuletzt hieß es, Apple werde bei TSMC nachbestellen. Zu welchem Tarif ist unklar. Apple könnte aufgrund der Schnellbestellung („Rush order“) womöglich draufzahlen.
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Sechs Mal gewählt, nun erstmals durchgefallen: Deutschland bekommt die Rechnung für seine widersprüchliche Außenpolitik präsentiert. Ein Leitartikel.
Sechsmal hatte sich die Bundesrepublik um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat beworben, sechsmal war sie gewählt worden. Diese Serie ist vorbei.
Außenminister Johann Wadephul hatte eine ganze Woche in New York verbracht, Empfänge gegeben, Gespräche im Minutentakt geführt. Wie der Spiegel berichtet [3], gleicht solche Stimmenwerbung einem "Speeddating" – nur dass am Ende nicht genügend Interesse da war. Das Motto der deutschen Kampagne lautete "Respekt – Gerechtigkeit – Frieden". Genau daran hat die Welt Berlin gemessen.
Das Geld reicht nicht mehr
Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Beitragszahler im gesamten UN-System. Mehr als 50 Jahre lang galt das als Versicherungspolice für diplomatische Ambitionen.
Wer zahlt, wird gehört. Wer viel zahlt, bekommt seinen Sitz. So lautete die ungeschriebene Regel. Doch das Kalkül geht nicht mehr auf, wenn politische Glaubwürdigkeit fehlt.
Der Politikwissenschaftler Johannes Varwick von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hatte gegenüber der [4]Deutschen Welle (DW) schon vor der Abstimmung gewarnt: "Es gibt viele strittige Themen." Er nannte den Israel-Gaza-Konflikt, den Krieg gegen den Iran und den Ukraine-Krieg als Beispiele. Zwar könne am Ende das finanzielle Argument den Ausschlag geben – offenbar tat es das diesmal nicht.
Hinzu kam ein strategisches Versäumnis früherer Bundesregierungen: Österreich hatte seine Kandidatur schon frühzeitig angekündigt, nämlich im Jahr 2011. Portugal folgte schließlich 2013, und Deutschland meldete sich erst 2019 offiziell an.
In der Welt der UN-Diplomatie, wo Stimmen oft über Jahre durch "Gegenseitigkeitsabsprachen" eingesammelt werden, ist das ein gravierender Nachteil. "Warum immer Deutschland, warum immer ein großes Land?" – dieses inoffizielle Argument der kleineren Mitbewerber, das vom Spiegel angeführt wurde, verfing offensichtlich.
Völkerrecht à la carte
Der eigentliche Grund für die Niederlage liegt tiefer. Zahlreiche Staaten – vor allem in Afrika, der arabischen Welt und Lateinamerika – nehmen Berlin eine Außenpolitik übel, die Völkerrecht hochselektiv anwendet.
Wer Russlands Krieg gegen die Ukraine als eklatanten Rechtsbruch verurteilt, aber israelische Militäroperationen in Gaza, im Libanon und gegen den Iran nur mit Zurückhaltung kommentiert, der verliert an Überzeugungskraft.
Wie der Verfassungsblog 2024 dokumentierte [5], vertrat Deutschland im Rohingya-Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof eine weitreichende Auslegung des Völkermordtatbestands – argumentierte aber im Gaza-Fall, es könne "keine genozidiale Absicht" in Israels Handeln erkennen.
Beide Positionen gleichzeitig zu vertreten, passt, wie Varwick formulierte, "irgendwie nicht zusammen". Namibia warf Deutschland sogar vor, "das Äquivalent eines Holocausts in Gaza" zu unterstützen.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz' Weigerung, die US-israelischen Angriffe auf den Iran oder das amerikanische Vorgehen in Venezuela klar als völkerrechtswidrig einzustufen, fügt sich in ein Muster, das im Globalen Süden als Vasallentreue wahrgenommen wird.
Portugal und Österreich spielten ihre Vorteile aus
Beide Konkurrenten konnten punkten, wo Deutschland verwundbar war. Österreich ist kein Nato-Mitglied und wird von Vetomächten wie Russland und China als neutraler wahrgenommen.
Portugal pflegt durch die lusophone Gemeinschaft historisch enge Beziehungen zu afrikanischen und lateinamerikanischen Staaten – also genau jenen Regionen, die Deutschland den Rücken kehrten.
Dass beide Länder jahrelangen Vorlauf bei der Stimmenwerbung hatten, tat sein Übriges.
Eine Ohrfeige mit Ansage
Die Niederlage trifft nicht nur Wadephul persönlich, der die Kampagne zum eigenen Prestigeprojekt gemacht hatte. Sie entlarvt die gesamte außenpolitische Strategie der Bundesregierung.
Wie die Tagesschau analysiert [7], galt die Wahl auch als "Gradmesser dafür, wie Deutschland international wahrgenommen wird". Das Ergebnis ist eindeutig – und verheerend.
Ob Deutschland in acht Jahren einen neuen Anlauf wagt, ist offen. Klar ist: Ohne eine grundlegende Neujustierung der Nahostpolitik, ohne konsistente Anwendung des Völkerrechts gegenüber allen Akteuren und ohne ein Ende der reflexhaften Gefolgschaft gegenüber Washington wird es kaum gelingen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Geld allein kauft keinen Sitz mehr.
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Rechtsprofessoren bevorzugen in Blindtests KI-Antworten gegenüber denen ihrer Kollegen. Eine Stanford-Studie liefert unbequeme Zahlen.
Wer an einer US-amerikanischen Law School eine knifflige Frage zum Vertragsrecht stellt, bekommt von einer KI offenbar die bessere Antwort als von seinem Professor.
Das legt zumindest eine neue Studie der Stanford Law School nahe, die für Unruhe in der juristischen Ausbildung sorgen dürfte.
Denn die Pointe ist nicht, dass Maschinen Fakten schneller nachschlagen, sondern: Selbst dort, wo es keine eindeutig richtige Antwort gibt – wo Abwägung, Argumentation und Urteilsvermögen gefragt sind –, ziehen 16 Rechtsprofessoren die maschinell erzeugten Antworten den Texten ihrer Kolleginnen und Kollegen vor.
Die Studie mit dem Titel "Law Professors Prefer AI Over Peer Answers [1]" stammt von einem Team um Stanford-Professor Julian Nyarko und Forscher von Yale, NYU und der University of Chicago.
In fast 3.000 verblindeten Paarvergleichen bewerteten die teilnehmenden Professorinnen und Professoren jeweils zwei anonymisierte Antworten auf dieselbe Frage – ohne zu wissen, ob Mensch oder Maschine dahintersteckte.
Die KI gewann rund 75 Prozent dieser Duelle. Getestet wurden Googles Gemini 2.5 Pro und NotebookLM – die Evaluation fand im August 2025 statt –, letzteres mit Zugriff auf das gemeinsam verwendete Lehrbuch.
Weniger schädlich als der Kollege
Besonders brisant: Nur 3,5 Prozent der KI-Antworten stuften die Gutachter als pädagogisch problematisch ein. Bei den Antworten menschlicher Dozenten lag dieser Wert bei 12 Prozent – mehr als dreimal so hoch.
"Wir waren ehrlich gesagt überrascht von der Tragweite der Ergebnisse", sagte Nyarko [2]. Die Fragen hätten die Synthese komplexen Materials, die Anwendung auf neue Situationen und die verständliche Erläuterung juristischer Konzepte erfordert.
Bisherige KI-Benchmarks im Bildungsbereich setzten meist auf Multiple-Choice-Tests mit klaren Richtig-oder-Falsch-Antworten. Das Besondere an der Stanford-Studie: Sie misst nicht Trefferquoten, sondern Expertenpräferenzen in einem Fach, das von Mehrdeutigkeit lebt.
Sarath Sanga, Mitautor und Professor an der Yale Law School, formulierte es so:
"In den meisten Bereichen, in denen KI getestet wird, gibt es eine richtige Antwort. Im Rechtswesen ist das oft nicht der Fall. Zwei gegensätzliche Argumente können beide gut sein. Wir wollten wissen, ob KI den impliziten professionellen Standard erfüllen kann, nach dem Anwälte die Argumente ihrer Kollegen bewerten. In diesem Fall lautete die Antwort ja."
Die Kehrseite: Halluzinationen und Denkfaulheit
So eindrucksvoll die Zahlen wirken – sie erzählen nicht die ganze Geschichte. Die Studie misst ausschließlich, welche Antworten Experten bevorzugen. Ob Studierende dadurch etwa mehr lernen, wurde nicht untersucht.
Nyarko selbst warnt auch deshalb vor voreiligen Schlüssen und plädiert gegen eine "pauschale Einführung von KI-Tutoren".
Gute Gründe für Vorsicht liefert die Praxis. Das Berliner Kammergericht rügte erst kürzlich Anwälte [3], die in einem Familienrechtsstreit ein nicht existierendes BGH-Urteil zitierten – offenbar ein Produkt von KI-Halluzinationen.
Und eine Studie der University of Pennsylvania belegt [4], dass Nutzer selbst falsche KI-Antworten in rund 73 bis 80 Prozent der Fälle ungeprüft übernehmen und dabei subjektiv sogar selbstsicherer werden.
Für angehende Juristen, die kritisches Denken trainieren sollen, ist das ein heikles Szenario.
An deutschen Jurafakultäten fehlen bislang bundesweit einheitliche Regeln für KI in der Lehre. Gleichwohl wird KI fürs Lernen im Jura-Studium [7] immer wichtiger.
Einzelne Hochschulen fordern zudem Dokumentationspflichten und ergänzende mündliche Prüfungen. Die Staatsexamina setzen weiterhin auf überwachte Klausuren ohne KI-Zugang.
Doch der Druck wächst: Wenn Maschinen juristische Kurzantworten liefern, die Experten bevorzugen, muss sich die Ausbildung fragen, worauf sie eigentlich noch vorbereitet.
Nyarko bringt es auf den Punkt: Die Diskussion solle sich verschieben – weg von der Frage, ob KI qualitativ hochwertige Antworten liefern könne, hin zu der Frage, wie man sie verantwortungsvoll einsetze.
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USA, Großbritannien und Australien reagieren auf vermeintliche russische Kabelsabotage – mit Drohnen, die nicht nur überwachen, sondern auch angreifen können.
Der Meeresboden wird zum Schlachtfeld – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.
Vor diesem Hintergrund haben die Verteidigungsminister der USA, Großbritanniens und Australiens bei einem Treffen in Singapur das erste Vorzeigeprojekt ihrer AUKUS-Partnerschaft verkündet: bewaffnete Unterwasserdrohnen, die Seekabel und Pipelines schützen sollen.
Dieser Plan ist demnach eine direkte Reaktion auf eine Bedrohungslage, die sich in den vergangenen 18 Monaten drastisch zugespitzt hat.
Rund 570 aktive Unterseekabel transportieren bis zu 99 Prozent des interkontinentalen Datenverkehrs. Jede Banküberweisung, jeder Clouddienst, jeder Börsenhandel in Millisekunden – all das läuft über den Meeresboden.
Satelliten können dieses Volumen nicht annähernd ersetzen. Wer also diese Kabel kontrolliert oder kappt, trifft die moderne Zivilisation an ihrer empfindlichsten Stelle.
Australiens Verteidigungsminister Richard Marles brachte es laut [1]CNN auf den Punkt: Man habe eine Serie von Angriffen auf Unterwasserinfrastruktur "in historisch beispiellosem Ausmaß" erlebt.
Russische U-Boote kartieren britische Kabelrouten
Im April 2026 spürten Royal Navy und Royal Air Force drei russische U-Boote im Nordatlantik auf. Wie die britische Telekommunikationsministerin Liz Lloyd in einer Rede am RUSI [2] erklärte, vermaßen Spezialschiffe gezielt britische Kabelrouten – "damit sie diese im Konfliktfall leichter sabotieren können".
Bei den Aktionen der russischen Direktion für Tiefseeforschung (GUGI) diente wohl ein Angriffs-U-Boot der Akula-Klasse dabei offenbar als Ablenkungsmanöver, damit die russischen Spezialschiffe in Ruhe die Kabel vermessen konnten, wie The Registerberichtet [3].
Drohnen mit Sensoren und Waffensystemen ab 2027
Die im Rahmen von AUKUS Säule II entwickelten unbemannten Unterwasserfahrzeuge (UUVs) sollen ab 2027 ausgeliefert werden.
Laut der gemeinsamen Erklärung der Verteidigungsminister [4] geht es nicht nur um passive Überwachung: Die Drohnen erhalten Aufklärungs-, Überwachungs- und Angriffsfähigkeiten, sollen die U-Boot-Jagd stärken und in umkämpften Küstengewässern operieren.
Der britische Verteidigungsminister John Healey sprach von "hochmodernen Sensoren und Waffensystemen für Unterwasserdrohnen". Parallel treibt die Royal Navy ihr Programm "Atlantic Bastion" voran – eine hybride Streitmacht aus bemannten und autonomen Schiffen, bislang mit 14 Millionen Pfund aus kombinierter Förderung [5] durch Verteidigungsministerium und Industrie für Testphase und Entwicklung ausgestattet.
Doch die Bedrohung kommt nicht nur aus Russland. Durch die Straße von Hormus verlaufen mehrere zentrale Unterseekabel, über die Clouddienste, Finanztransaktionen und globaler Datenverkehr laufen.
Europas Verwundbarkeit geht dabei über militärische Bedrohungen hinaus. Wie ein EU-Expertenbericht warnte [9], kontrollieren US-Hyperscaler bereits 90 Prozent der transatlantischen Kabelkapazität.
Großbritannien will derweil nicht nur militärisch, sondern auch strafrechtlich aufrüsten. Lloyd kündigte eine Konsultation zu härteren Strafen für Kabelsabotage an und will Betreiber zu Sicherheitsstandards verpflichten. Ob Bußgelder einen russischen U-Boot-Kommandanten abschrecken, steht auf einem anderen Blatt.
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Microsoft baut eine eigene Container-Plattform ins Windows Subsystem for Linux ein – samt CLI, API und SDK für Windows-Anwendungen.
Microsoft arbeitet an einer eigenen Container-Plattform für das Windows Subsystem for Linux (WSL). Die Funktion WSL Container integriert Linux-Container direkt in WSL und umfasst das neue Kommandozeilen-Tool wslc.exe sowie eine API, über die Windows-Anwendungen Container programmatisch nutzen können.
Microsoft bezeichnet die Funktion offiziell noch als „in Entwicklung“, die Dokumentation zu WSL Container [1] steht jedoch bereits bereit und verweist auf die laufende Entwicklung im WSL-Repository. Auf der Build 2026 [2] kündigte Microsoft am 2. Juni WSLC offiziell als demnächst in Public Preview verfügbar an. Mit einem künftigen WSL-Update soll wslc.exe automatisch als Bestandteil von WSL installiert werden.
CLI, API und SDK für Windows-Anwendungen
Microsoft beschreibt die neue Komponente als Kombination aus der CLI wslc.exe und einer WSL-Container-API. Ein NuGet-Paket ermöglicht Anwendungen, Container-Images herunterzuladen, Container zu starten und mit ihnen zu interagieren. Unterstützt werden unter anderem Ein- und Ausgabe über stdin und stdout, Dateifreigaben, Netzwerkfunktionen sowie der Zugriff auf die GPU.
Für Entwickler bringt die Plattform zudem ein WSLC-SDK mit C++- und C#-Bibliotheken mit. Windows-Anwendungen können Container damit direkt über die bereitgestellte API verwalten. Mögliche Einsatzszenarien reichen von Entwicklungsumgebungen, die automatisch Build-Container hochfahren, bis zu Anwendungen, die Datenbanken oder andere Linux-Dienste im Hintergrund bereitstellen.
Welche technische Basis Microsoft genau verwendet, geht aus den offiziellen Unterlagen nur in Ansätzen hervor. Die Dokumentation spricht lediglich allgemein von Linux-Containern. Etwas mehr Details liefert der zugehörige Pull-Request Add WSLC (WSL Containers) feature [3]: Die Plattform bringt Komponenten zur Verwaltung von Containern, Images, Volumes und Netzwerken mit und unterstützt Container-Registries.
Netzwerk, Storage und GPU
Der Pull-Request nennt weitere technische Bausteine. Beim Netzwerk unterstützt die Plattform Portweiterleitung, DNS-Tunneling und Virtio-Netzwerke und bindet sich in den Windows-Netzwerkstack ein. Container-Daten landen in VHD-basierten Volumes. Für die Container-Dateisysteme nutzt wslc Overlay-Dateisysteme, wie sie unter Linux üblich sind. Für den Dateiaustausch zwischen Windows und der Containerumgebung kommt virtiofs zum Einsatz.
Auch GPU-Beschleunigung gehört zum Funktionsumfang. Sowohl die Dokumentation als auch der Pull Request führen GPU-Zugriff ausdrücklich auf. Die GPU-Unterstützung dürfte insbesondere für KI- und Machine-Learning-Workloads sowie GPU-beschleunigte Entwicklungsumgebungen interessant sein.
Einen Veröffentlichungstermin nennt Microsoft bislang nicht. Die Dokumentation verweist lediglich auf ein künftiges WSL-Update. Teile der Implementierung sind bereits über das WSL-Repository [4] einsehbar.
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Schluss mit Copy-and-paste in den Chatbot: Microsofts neues Intelligent Terminal bindet KI-Agenten direkt in die Shell ein und liefert Kontext automatisch mit.
Microsoft hat seinen neuen Intelligent Terminal vorgestellt, einen experimentellen Open-Source-Fork des Windows Terminal. Die Anwendung bindet KI-Agenten direkt in die Terminaloberfläche ein und soll Entwicklern und Administratoren den Wechsel zwischen Shell, Browser und KI-Assistent ersparen. Der Intelligent Terminal läuft als eigenständige Anwendung neben dem regulären Windows Terminal und ersetzt dieses nicht.
Für Windows gibt es bereits mehrere Terminals. Neben dem klassischen Konsolenfenster und dem moderneren Windows Terminal von Microsoft nutzen viele Entwickler Drittanbieterprogramme wie WezTerm, Hyper, Tabby, ConEmu oder MobaXterm.
Mit dem Aufkommen von KI-Agenten sind zudem neue Terminalprojekte entstanden, die KI-Funktionen direkt in die Oberfläche integrieren. Zu den bekanntesten Vertretern zählt Warp [1]. Microsoft verfolgt mit Intelligent Terminal jedoch einen anderen Ansatz: Statt einen neuen Terminal zu entwickeln, erweitert das Unternehmen das vielen Nutzern bereits vertraute Windows Terminal um Agentenfunktionen. Im Mittelpunkt steht ein andockbarer Bereich namens Agent Pane, der dauerhaft Zugriff auf die laufende Shell-Sitzung hat.
Offen für verschiedene Agenten
Intelligent Terminal ist nicht auf einen einzelnen KI-Anbieter festgelegt. Die Anwendung unterstützt Agenten, die das Agent Client Protocol (ACP) beherrschen. Standardmäßig kommt die GitHub Copilot CLI zum Einsatz, daneben erkennt die Software laut Dokumentation auch CLI-Agenten auf Basis von Claude, Codex oder Gemini. Den Agenten und das Modell wählen Anwender in den Einstellungen aus.
Eine zentrale Neuerung ist die automatische Fehlererkennung: Schlägt ein Befehl fehl, weist das Terminal sichtbar darauf hin und übergibt dem Agenten den Fehlerkontext. Dieser liefert anschließend Erklärungen oder Lösungsvorschläge.
Die Grundidee ist nicht neu. Schon vor dem Aufkommen generativer KI gab es Werkzeuge, die fehlerhafte Shell-Befehle analysierten und korrigierte Varianten vorschlugen – etwa das verbreitete Kommandozeilen-Tool thefuck [2]. Intelligent Terminal geht jedoch einen Schritt weiter und verknüpft die Fehleranalyse mit einem dialogfähigen Agenten. Statt nur einen korrigierten Befehl auszugeben, beantwortet dieser Rückfragen, erläutert verschiedene Lösungswege und kann Folgeaktionen vorbereiten.
Komplexere Aufgaben laufen bei Bedarf im Hintergrund. Mehrstufige Agentenaufträge lagert Intelligent Terminal in separate Tabs aus, sodass die aktive Shell nutzbar bleibt. Als Einsatzszenarien nennt Microsoft etwa die Analyse umfangreicher Logdateien, die Untersuchung von Build-Fehlern oder das Erstellen von Skripten.
Verwaltung und schneller Zugriff
Damit Nutzer mehrere parallele Agentenaufgaben im Blick behalten, bringt Intelligent Terminal ein eigenes Verwaltungsfenster mit. Dort lassen sich aktive und abgeschlossene Sitzungen einsehen und bei Bedarf wieder aufnehmen. Auch die Befehlspalette (Command Palette) hat Microsoft erweitert: Über ein vorangestelltes Fragezeichen starten Anwender Agentenaufträge direkt aus der Palette heraus, ohne ihre Arbeitsumgebung zu verlassen. Den Kontext der aktiven Shell übergibt das Terminal automatisch.
Für den schnellen Zugriff auf die neuen Funktionen führt Microsoft zudem eine Agenten-Statusleiste ein. Sie bündelt das Agentenfenster, die Fehlererkennung und die Sitzungsverwaltung an einer Stelle.
Datenschutz und Verfügbarkeit
Beim Datenschutz beschreibt Microsoft Intelligent Terminal als lokale Transportschicht zwischen Terminal und Agentensoftware. Die Anwendung selbst spricht laut Microsoft nicht mit Cloud-Diensten, sondern reicht Eingaben und Shell-Kontext an den gewählten Agenten weiter. Welche Daten dort verarbeitet werden, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Gesprächsverläufe speichert Intelligent Terminal nicht dauerhaft; Telemetrie- und Diagnosedaten kann es jedoch weiterhin an Microsoft übermitteln.
Microsoft bezeichnet Intelligent Terminal ausdrücklich als Experiment. Die Software erscheint als separate Anwendung und läuft parallel zum regulären Windows Terminal. Mit dem Release stellt Microsoft zudem Terminal Chat im Canary-Channel ein. Voraussetzung ist Windows 11 ab Version 22H2. Weitere Details nennt Microsoft in der Ankündigung zu Intelligent Terminal [3]; Quellcode und technische Dokumentation liegen im GitHub-Repository des Projekts [4]. Den Funktionsumfang der ersten Version beschreiben die Release Notes zu Version 0.1.0 [5].
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Apple plant das erste europäische Developer Center in Berlin-Mitte. Im Bild: Das Auditorium.
(Bild: Apple)
Apple plant sein erstes Developer Center in Europa in Berlin-Mitte. Es soll für Präsenzveranstaltungen und persönliche Termine genutzt werden.
Apple will noch in diesem Jahr ein erstes Developer Center in Europa eröffnen – und es soll sich in Berlin-Mitte befinden. Das gab der iPhone-Hersteller am Mittwoch, wenige Tage vor Beginn der Entwicklerkonferenz WWDC [1] bekannt. Das neue Zentrum, das vor allem Zwecken der Weiterbildung für App-Entwickler und persönlicher Unterstützung dienen soll, ergänzt die vorhandenen Standorte am Firmen-Stammsitz in Cupertino (USA), im indischen Bengaluru, in Shanghai (China) und Singapur.
Entwicklerinnen und Entwickler sollen am neuen Standort Zugang zu Tools, Workshops und persönlicher Unterstützung durch Apple erhalten. Das Präsenzangebot ergänzt Apples Online-Angebote für Entwickler. Regelmäßige Präsenzveranstaltungen sollen Entwicklern helfen, ihre Fähigkeiten zu verbessern und das Design, die Qualität und die Leistung ihrer Apps für iOS, iPadOS, macOS, tvOS, visionOS und watchOS zu optimieren. Apple hat seine Aktivitäten in Berlin in jüngster Zeit bereits in anderen Bereichen verstärkt [2].
Center soll Vielfalt widerspiegeln
Apple kündigte an, dass das Center die Vielfalt und Kreativität der europäischen Entwickler-Gemeinschaft widerspiegeln soll. „Europa ist die Heimat einer außergewöhnlichen Entwickler-Community, die Apps entwickelt und damit Verbindungen schafft, Kreativität fördert und Innovationen vorantreibt“, sagt Susan Prescott, Vice President of Worldwide Developer Relations bei Apple. Für Apple ist Europa allerdings auch ein spezieller Markt, da hier eine besonders starke Regulierung durch die EU-Kommission greift, die auch den App Store betrifft. So muss Apple zum Beispiel aufgrund des Digital Markets Act (DMA) alternative App Stores zulassen [3].
Der Pausenbereich im Developer Center
(Bild: Apple)
Apples App-Prämierungen wie der App Store Award und der Design Award [4] zeigen jedes Jahr aufs Neue, welchen hohen Stellenwert europäische Entwickler für das Angebot im App Store haben. Auch beim Nachwuchswettbewerb Swift Student Challenge sind regelmäßig europäische Nachwuchsentwickler vertreten. Mit dem Apple-Foundation-Programm hatte Apple bereits in zahlreichen europäischen Ländern Entwickler unterstützt. Mit dem neuen Developer Center in Berlin wird nun die Landkarte um ein weiteres Angebot erweitert.
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Lange Wochen war Abdu Mudesir aus der Öffentlichkeit verschwunden. Jetzt hat Golem exklusiv die kompletten Hintergründe für seinen Weggang bei der Telekom und seinen Neuanfang erfahren.
teBild:
Achim Sawall/Golem
Der Deutsche Telekom-Vorstand Product and Technology, Abdu Mudesir, wechselt zu dem US-Konkurrenten Verizon. Das hat Golem aus informierten Kreisen erfahren. Mudesir war Ende März 2026 völlig überraschend nach fünf Monaten im Vorstand der Telekom auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Danach war er monatelang er aus der Öffentlichkeit verschwunden.
Mudesirs Vertrag war ursprünglich auf drei Jahre ausgelegt. Der 44-Jährige übernimmt nach den Informationen die neue Position, die einen Umzug in die USA erfordert, weil er sich nicht nur mit Strategie, sondern "immer auch im Feld mit der Technik befassen will". Er beschäftige sich den Quellen zufolge "gerne mit Strategie, aber eben nicht ausschließlich". Er wolle weiter im Feld sein und Glasfaser anfassen können.
Streitigkeiten mit Konzernchef Tim Höttges seien anders als der Analyst John Strand vermutet hatte, ausdrücklich nicht der Grund für den Wechsel gewesen, erfuhr Golem weiter.
Zuvor hatte er laut unseren Quellen zufolge auch ein Angebot von Google erhalten, das aber nicht zu einem Vertragsschluss geführt hatte.
Verizon ist ein globaler Tier-1-Netzwerkbetreiber.
Verizon bestätigte dem Onlinemagazin Mobile World Live, dass Mudesir Ende des ersten Quartals 2027 seine Tätigkeit aufnehmen und Joe Russo ablösen wird, der in den kommenden Monaten in den Ruhestand tritt. Russo ist Executive Vice President und President der Bereiche Globale Netzwerke, Plattformen und Technologie (GN&T) des Betreibers.
"Er verfügt über eine herausragende Erfolgsbilanz beim Aufbau von 5G-Kapazitäten und der Skalierung von Glasfaserarchitekturen und gilt als anerkannter Pionier in den Bereichen Open RAN, Cloud-Infrastruktur sowie KI-gesteuerte Netzwerkautomatisierung", erklärte ein Verizon-Sprecher. Verizon ist stark an dem Open-RAN-Bereich vRAN interessiert und nutzt entsprechende Technik sowohl von Samsung als auch Ericsson.
Erzrivale der Telekom im strategischen Hauptmarkt USA
Zusammen mit AT&T und der Telekom-Tochter T-Mobile US bildet das Unternehmen die großen Drei im Mobilfunk, liefert sich aber auch im Festnetzbereich einen intensiven Konkurrenzkampf. Verizon Wireless ist je nach aktuellem Quartalsbericht und Zählweisen der Prepaid-Kunden entweder die Nummer 1 oder die Nummer 2 auf dem US-Mobilfunkmarkt und versorgt weit über 140 Millionen Kunden.
Verizon betreibt auch eines der größten IP-Backbone-Netzwerke der Welt. Im Festnetzbereich ist Verizon vor allem im Osten der USA mit seiner Marke FiOS (Fiber Optic Service) stark. In Regionen, in denen FiOS noch nicht ausgebaut ist, betreibt Verizon, genau wie die Telekom, das alte Telefonnetz aus Kupferleitungen. Darüber wird klassisches DSL angeboten, das schrittweise abgeschaltet oder durch Glasfaser ersetzt wird.
Mudesir wurde 1981 in Äthiopien geboren. Er studierte Computerwissenschaft und Elektrotechnik an der International University Bremen und promovierte dort im Jahr 2010. Im Jahr 2012 wechselte er zu Huawei, 2018 zur Telekom. Mudesir hat tiefes technisches Verständnis, bevorzugt Fakten vor Marketingaussagen, T-Shirt und Jeans vor Anzügen und ist wegen seiner bescheidenen Art in der Branche beliebt. Mit 44 gehörte er zu den jüngsten Vorstandsmitgliedern im DAX. Seinen Umzug von Deutschland in die USA hat er noch nicht vollzogen.
Modernste Halbleiterfertigung, Speicher und zehn Einhörner: Die EU-Kommission hat sich viel vorgenommen, nimmt aber auch Geld in die Hand.
Hier könnte Europas Technologie für Halbleiterfertigung entstehen: ein Reinraum des Forschungszentrums Imec.Bild:
Imec
Die EU-Kommission hat die lang erwartete Chips for Europe Initiative 2.0, kurz European Chips Act 2.0, vorgestellt. Der Plan stellt bis zu 70 Milliarden Euro in Aussicht – allerdings erst im Rahmen des kommenden Multiannual Financial Framework (MFF). Dieses muss noch von den Mitgliedsländern beschlossen werden und würde von 2028 bis 2034 laufen.
Entsprechend gibt es bislang wenige konkrete Pläne, sondern in erster Linie Vorschläge. Wie bereits zuvor bekannt wurde, hat die Kommission dabei Lehren aus dem nur begrenzt erfolgreichen Vorgänger gezogen. So konzentriert sich der vorgelegte Plan wesentlich stärker auf die Nachfrageseite als sein Vorgänger – und das in mehrfacher Hinsicht.
Zwar bleibt das Ziel, in Europa ein international führendes Halbleiterwerk aufzubauen. Gleichzeitig soll für die Fertigung aber erst einmal eine Nachfrage geschaffen werden. Dafür soll der Halbleiterentwurf in Europa deutlich ausgebaut werden.
Schwerpunkte für Chipentwicklung
Die EU-Kommission setzt dabei eine Reihe von Schwerpunkten. Die sollen sich einerseits an den Erfordernissen der europäischen Industrie, andererseits an aufstrebenden Technologien orientieren.
Konkret benannt werden KI-Beschleuniger sowie fortschrittliche Chips für die Automobilbranche. Auch Wide-Bandgap-Halbleiter wie Siliziumkarbid und Galliumnitrid sowie Quantencomputer stehen weiter im Fokus. Daneben sollen Entwicklung und Nutzung von Silicon Photonics gefördert werden.
Gleichzeitig soll die Nachfrage nach in Europa entworfenen High-End-Chips gestärkt werden. Einerseits dient dazu der Fokus auf etablierte europäische Industrien, andererseits sollen andere europäische Projekte wie der Cloud and AI Development Act (Cada) für Nachfrage sorgen.
Auch die öffentliche Beschaffung soll Nachfrage schaffen. So sieht der Vorschlag vor, Versorgungssicherheit als zusätzliches Auswahlkriterium neben Kosteneffizienz zu etablieren. Das gleiche Ziel verfolgt bereits der Industry Accelerator Act. Die Fertigung der in Europa entworfenen Chips kann dabei durchaus erst einmal weiter in außereuropäischen Ländern erfolgen, etwa bei TSMC in Taiwan.
Neben diesen relativ konkreten Zielen sieht der Plan auch eine Reihe noch nicht genauer ausgestalteter, aber ambitionierter Punkte vor.
Zu diesen weniger konkreten Zielen gehört der Aufbau einer europäischen Halbleiterfertigung, die zu den besten der Welt zählt. Das Vorbild könnte Rapidus aus Japan sein, denn auch die europäische Leading-Edge-Fertigung soll Advanced Packaging mit Chiplets anbieten. Eine Pilotfertigung soll zwischen 2030 und 2033 in Betrieb gehen.
Dabei sollen Entwicklungen im Rahmen der Chips for Europe Initiative in eine industrielle Fertigung überführt werden. Dazu zählen etwa Entwicklungen des belgischen Forschungszentrums imec. Hier startete im Februar 2026 eine Pilotlinie für Sub-2nm-Prozesse.
Solche Pilotlinien sollen künftig allgemein schneller kommerzialisiert werden. Geplant sind für das europäische Halbleiterwerk 20 bis 40 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen.
Neben europäischen sollen sich auch internationale Unternehmen beteiligen können. Dabei soll aber die Vertraulichkeit der Designs gewährleistet bleiben.
Schnellere Kommerzialisierung und Genehmigungen
Ergebnisse von Forschung und Entwicklung sollen nach Vorstellung der EU-Kommission schneller zu Produkten werden. Der Neubau von Werken für die Halbleiterfertigung soll ebenfalls schneller gehen, dafür sollen Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.
Gleichzeitig soll der Fokus stärker auf Versorgungssicherheit liegen: Während der erste Chips Act stark auf modernste Prozesse ausgerichtet war, soll der neue die Bedürfnisse der europäischen Industrie stärker in den Vordergrund stellen. So sollen auch etablierte Fertigungsprozesse gefördert werden, die für Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie die Verteidigungsbranche wichtig sind.
Tenor des Plans ist, dass Europa bei der Halbleiterversorgung von asiatischen Ländern und den USA unabhängiger werden muss. Das gilt neben modernsten Fertigungsprozessen insbesondere für Speicher.
Entsprechend sieht der Plan der EU-Kommission auch den Aufbau einer europäischen Speicherfertigung vor, ohne sich jedoch auf eine Technologie festzulegen. Hierfür könnten 15 bis 30 Milliarden Euro investiert werden. Ein Profiteur könnte die Ferroelectric Memory Corporation (FMC) aus Dresden sein.
Konkret wird die Sorge geäußert, dass Halbleiter als politisches Druckmittel genutzt werden könnten. Durch strategische Souveränität soll sichergestellt werden, dass Europa zukünftig seinen eigenen Weg gehen kann. Dass dies ein großes Vorhaben ist, erkennt der Plan an: So ist die First-of-a-kind-Regelung wesentlich weiter gefasst als im ersten Chips Act.
Sie ist zentrale Voraussetzung für Förderung aus dem Programm. Geld sollen nur Projekte bekommen, die erstmals eine Technologie in Europa etablieren. Daneben bleiben Förderprogramme wie IPCEI weiter bestehen. Förderbar sollen künftig neben der Halbleiterfertigung auch Spezialchemikalien, Chipdesigns oder Platinen sein – die gesamte Wertschöpfungskette der Halbleiterfertigung.
Bessere Reaktion auf Engpässe
Bereits im Rahmen des ersten Chips Act wurden Mechanismen zur Früherkennung von Engpässen in der Halbleiterversorgung sowie Strategien zum Umgang damit entwickelt. Die schätzt die EU-Kommission aber noch nicht als ausreichend wirkungsvoll ein. Zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen, dass die Industrie bislang nicht wie gewünscht Zahlen liefert.
Lösen soll das die neue Business-to-Business Semiconductor Supply Chain Platform. Hier sollen Unternehmen nur relativ wenige Daten bereitstellen, die keine Rückschlüsse auf ihre geschäftliche Situation zulassen.
Bei Bedarf soll die Plattform zusätzliche Daten abfragen können, die Teilnehmer aber nicht herausgeben müssen. Zudem sollen Reaktionspläne für Engpässe in den Lieferketten ausgearbeitet werden. Auch der Plan, Einkäufe zu bündeln, wird weiter verfolgt.
Europäische Exzellenzcluster
Die Mitgliedsstaaten sollen wie beim ersten Chips Act zusätzliches Geld beisteuern. Um Parallelstrukturen zu vermeiden, will die EU-Kommission aber Exzellenzzentren etablieren. Diese sollen Investoren signalisieren, dass eine Region vielversprechende Aussichten bietet. Die Zentren sollen eine enge Verzahnung von Forschung und Entwicklung mit der Fertigung sowie Programme zur Ausbildung von Fachkräften bieten.
Bei der Auswahl dieser Regionen sollen ein robuster Investitionsplan sowie eine Ausrichtung an den strategischen Prioritäten der Kommission berücksichtigt werden.
Neue Bewertungsmaßstäbe
Verabschiedet hat sich die Kommission von der Orientierung am Weltmarktanteil als Bewertungsmaßstab. Der erste Chips Act sollte Europas Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung auf 20 Prozent heben, was scheiterte.
Bei der zweiten Auflage orientiert sich die Kommission einerseits am Anteil, zu dem Europa seinen Halbleiterbedarf selbst decken kann. Aktuell wird er mit 20 Prozent angegeben.
Auch die Anzahl an europäischen Unternehmen, die Halbleiter entwickeln, schlägt der Plan als Bewertungsmaßstab vor. Beispielhaft werden Tape-outs von 100 Unternehmen oder 10 Einhörner – Start-ups mit einer Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar – genannt.
Die Zahl der neu zugelassenen E-Autos ist im Vergleich zum Vormonat gesunken. BYD ist Marktführer bei Plug-in-Hybriden.
Der chinesische Hersteller BYD drängt mit Plug-in-Hybriden wie dem Seal 6 DM-i Touring auf den deutschen Markt.Bild:
Friedhelm Greis/Golem
Im Mai 2026 war jeder vierte neu zugelassene Pkw ein vollelektrisches Auto. Das geht aus der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervor. Mit 59.969 Elektroautos nahmen die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 39,3 Prozent zu. Allerdings gingen sie im Vergleich zum April 2026 um rund 7 Prozent zurück.
Von Januar bis Mai 2026 wurden laut KBA 283.949 Elektroautos neu zugelassen. Nach Angaben des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gingen bereits in der ersten Woche der neuen Kaufprämie knapp 30.000 Anträge zur Förderung eines vollelektrischen Pkw ein. Da nur private Anschaffungen förderfähig sind und gewerbliche Halter zwei Drittel des Marktes ausmachen, dürfte ein recht großer Anteil der privaten Käufer von der Prämie profitieren.
Vor allem die Tesla-Zahlen unterliegen in diesem Jahr großen Schwankungen. Nach 1.301 Neuzulassungen im Januar und einem Spitzenwert von 9.252 Exemplaren im März kam der US-Hersteller im Mai auf 5.111 Fahrzeuge.
Das entspricht einer Zunahme von 322 Prozent im Vergleich zum schwachen Vorjahreswert. Im Jahresverlauf liegt das Plus immer noch bei 200 Prozent. Auch in anderen europäischen Ländern wies Tesla im Mai gute Verkaufszahlen auf.
BYD Marktführer bei Plug-in-Hybriden
Starke Zuwächse im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten die chinesischen Hersteller BYD (plus 232,1 Prozent), Leapmotor (plus 139,1 Prozent) und Xpeng (plus 240,3 Prozent). Allerdings entfielen 4.290 der 6.169 Neuzulassungen von BYD auf Plug-in-Hybride. Das Unternehmen war damit nach eigenen Angaben sogar Marktführer in diesem Segment in Deutschland. Im April 2026 lag noch VW mit 4.618 Fahrzeugen vorn, während BYD nur auf 2.830 Neuzulassungen kam.
Nach Einschätzung des Automarktexperten Ferdinand Dudenhöffer führte die Kaufprämie dazu, dass die Hersteller ihre Rabatte auf Neufahrzeuge senkten. Während im Januar im Durchschnitt noch 19,5 Prozent Rabatt auf die 20 meistverkauften Elektroautos eingeräumt wurden, sank dieser Wert im Mai auf 18,6 Prozent. Parallel dazu stieg der Preisabstand zwischen Elektroautos und neuen Verbrennern um 147 Euro auf 1.971 Euro. Für den Preisabstand werden die Daten der 20 meistverkauften E-Autos mit denen der 20 meistverkauften Verbrenner berücksichtigt. Die Prämie spielt dabei keine Rolle.
Android soll gefälschte Kontakte erkennen und vor Betrugsversuchen warnen.
(Bild: Google / heise medien)
Google verpasst Android einen neuen Mechanismus zur Anrufererkennung. Das soll Betrugsversuche mit gefälschten Kontakten stoppen.
Google baut einen neuen Mechanismus in Android ein, der betrügerische Anrufe mit gefälschten Kontakten unterbinden soll. Betrugsversuche mit gefälschten Caller-IDs (der übertragenen Anrufer-Rufnummer) soll das eindämmen.
Diese „Fake Call Detection“ (Betrugsanruferkennung) stellt Google nun in einem Blogbeitrag [1] vor. Das Szenario erklärt Google so: Die übertragene Rufnummer eines Anrufs entspricht der eines Kontaktes, etwa der von der eigenen Mutter. Auch die Stimme, die nach dem Rangehen ertönt, klingt echt – dennoch stammt der Anruf von Betrügern, die mittels KI die Stimme imitieren und beispielsweise nach Geld wegen einer Notfallsituation fragen. Wenn Anrufer und Angerufene Google-Smartphones nutzen, soll das Handy nun vor solchen gefälschten Identitäten warnen können. Die Funktion will Google standardmäßig scharfschalten. Der Mechanismus fußt auf der im Mai vorgestellten „Verified Financial Calls“ [2]-Funktion, die vor Betrugsversuchen mit gefälschten Kontakten von Finanzinstituten schützt.
Einfacher Mechanismus mit großer Wirkung
Jetzt erklärt Google zudem, wie der Mechanismus funktioniert. Es handele sich um eine Art digitales Händeschütteln zwischen den Geräten, erklären die Autoren des Beitrags. Sofern ein bekannter Kontakt anruft und beide Gegenstellen Google-Smartphones nutzen, senden die Geräte im Hintergrund ein Bestätigungssignal in Echtzeit. Das bestätigt, dass der Anruf legitim ist und tatsächlich vom Gerät des Kontakts ausgeht. Dieses digitale Händeschütteln basiert auf Ende-zu-Ende-verschlüsselten RCS-Nachrichten.
Wenn Betrüger nun mit gefälschter Nummer einen Anruf aufbauen, fehlt diese initiale Bestätigung. Das Gerät des Anrufziels merkt das und sendet einen Ping zum Gerät des eigentlichen Kontakts, um sicherzugehen. Antwortet das Gerät „Ich baue gerade keinen Anruf auf“, zeigt das Gerät der Angerufenen eine Warnung mit dem Ratschlag, sofort aufzulegen. Das soll potenzielle Opfer vor Betrugsanrufen mit Deepfake-Imitierung in Echtzeit schützen. In den Einstellungen der Telefonie-Konfiguration lässt sich die Funktion auch abschalten.
Damit setzt der Mechanismus automatisch das um, was oft als Sicherheitstipp gegen Betrugsanrufe genannt wird: Bei Unsicherheit, ob ein Anruf echt ist, sollten Betroffene auflegen und die Quelle über die bekannten Wege kontaktieren.
Die Funktion will Google jetzt global verfügbar machen und auf Geräte mit Android 12 und neuer bringen. Den Anfang machen die Pixel-Geräte von Google. Einen Zeitplan für die Verfügbarkeit auf anderen Android-Geräten nennt Google derzeit nicht. Durch das Aufsetzen auf offene Standards wie RCS (Rich Communication Services) sollen auch andere Apps als Googles Phone-App und andere Gerätehersteller die Technik übernehmen können.
Google hat bereits weitere Sicherheitsfunktionen in Android umgesetzt. Ende 2024 haben die Entwickler – ebenfalls zunächst auf Pixel-Phones beschränkt – eine KI-basierte Betrugserkennung eingebaut [3], die den Gesprächsverlauf analysiert und auf typische Merkmale für Betrugsversuche untersucht. Eine Mitteilung auf dem Handy weist in solchen Fällen dann darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um einen Betrugsversuch handelt.
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