Michael O. Rabin
(Bild: Andrej Bauer, CC BY-SA 2.5 SI)
Im Alter von 94 Jahren ist Michael Oser Rabin gestorben. Er war der einzige Empfänger des Turing-Awards, der im Deutschen Reich geboren wurde.
Michael O. Rabin wurde als Sohn des Rabbiners Israel Rabin und der Schriftstellerin Ester Rabin am 1. September 1931 in Breslau geboren. Die Familie wanderte 1935 in das britische Mandatsgebiet für Palästina aus. Sein mathematisches Interesse wurde durch seinen Lehrer Elisha Netanyahu mit der Aufnahme in einen kleinen Kreis interessierter Schüler gefördert. Als er mit 16 Jahren 1948 im israelisch-arabischen Krieg in die Armee eingezogen werden sollte, setzte sich der berühmte Mathematiker Abraham Fraenkel für seine weitere Ausbildung an der Universität ein. 1952 schloss Rabin das Studium mit einer Masterarbeit über ein von Emmy Noether entdecktes Problem ab, was ihm ein Stipendium an der Universität Princeton einbrachte. Dort studierte er zusammen mit Dana Scott bei Alonzo Church [1], bei dem auch Alan Turing studiert hatte.
Rabin und Scott wurden im Sommer 1957 von IBM eingeladen und schrieben dort die Arbeit über „Finite Automata and Their Decision Problems“, in der sie sich mit den (heute so genannten) neuronalen Netzwerken von Warren McCulloch und Walter Pitts [2] beschäftigten. 1956 hatte der Logiker Stephen Cole Kleene mit seinem Theorem die Klasse der regulären Sprachen in die Informatik eingeführt und deshalb konnten Rabin und Scott mit ihrer Arbeit über nichtdeterministische Automaten Kleenes Annahmen bestätigen. „Wir hatten eigentlich keinen tieferen philosophischen Grund, diesen Nichtdeterminismus in Betracht zu ziehen, obwohl er, wie wir heute wissen, im Zentrum der P = NP-Frage steht – einem Problem von immenser praktischer und theoretischer Bedeutung. Für uns war das lediglich eine von mehreren Varianten“, sagte Rabin im Interview [3] über seinen Lebensweg, das er seinem Schüler Dennis Shasha gewährte. Im Jahre 1976 bekamen er und Scott für diese Arbeit den Turing Award [4], was bis heute Gegenstand von angeregten Diskussionen [5] ist.
Nach dieser Episode beschäftigte sich Rabin mit kryptographischen Problemen, angeregt über ein Problem, das ihm John McCarthy [6] gestellt hat: Wie kann ein Spion, der sein Passwort sagt, zuverlässig von einem Wächter erkannt werden, der das Passwort errechnen soll? Die Antwort war der Aufsatz „Probabilistic Algorithm for Testing Primality“ von Rabin. Der Primzahlentest, heute als Miller-Rabin-Test [7] bekannt, liefert nach sechs Tests bei langen Zahlen schnell mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9 Prozent die Antwort auf die Frage, ob eine Zahl eine Primzahl ist und wird deshalb in vielen kryptografischen Anwendungen eingesetzt. Mit seinem Aufsatz „Digitalized Signatures and Public-Key Functions as Intractable as Factorization“ lieferte Rabin 1979 die Grundlagen für das Rabin-Kryptosystem, das im Gegensatz zum Primzahlentest kaum genutzt wird.
Später war Rabin nach jahrelanger Forschung und Lehre an der Hebrew University, deren Rektor er zeitweilig war, ab 1982 wieder bei IBM und gehörte dort bis 1994 zum Science Advisory Committee. 1987 entwickelte er mit Richard M. Karp den Rabin-Karp-Algorithmus, der bei der Suche nach Plagiaten mit einem effizienten Hash-Verfahren aufwartet. Im Interview über seinen Lebensweg schildert er, wie wichtig die Rolle des Zufalls für seine Arbeit gewesen ist. „Das Einwirken von Zufall bei so vielen algorithmischen Problemen ist mir völlig rätselhaft. Es ist effizient, es funktioniert; aber warum und wie, ist mir ein absolutes Rätsel. Algorithmen benötigen in ihrer Reinform eine physikalische Zufallsquelle. Es handelt sich also um eine Art Zusammenarbeit zwischen uns Informatikern und der Natur als Quelle des Zufalls. Das ist einzigartig und wirft einige Fragen in der Physik und Philosophie auf.“
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[1] https://www.genealogy.math.ndsu.nodak.edu/id.php?id=8011
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Zahlen-bitte-Von-2-AND-1-OR-0-NOT-die-wegweisende-McCulloch-Pitts-Zelle-6268289.html
[3] https://cacm.acm.org/news/an-interview-with-michael-rabin/
[4] https://amturing.acm.org/award_winners/rabin_9681074.cfm
[5] https://rjlipton.com/2023/01/19/rabin-scott-time/
[6] https://www.heise.de/news/Requiescat-in-pace-Zum-Tod-von-John-McCarthy-1366069.html
[7] https://asecuritysite.com/primes/rabintest?val=982451652
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Google testet in der Android Canary-Version vom April ein erweitertes Kontextmenü.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
In der aktuellen Android-Canary-Version testet Google ein kompakteres, zweigeteiltes Kontextmenü für App-Icons sowie eine neue Benachrichtigungsanzeige.
Google veröffentlicht einmal pro Monat eine neue Version von Android Canary. Das ist ein hochexperimenteller Android-Build, der sich in erster Linie an Entwickler und Hardcore-Fans richtet und seit Juli 2025 die Developer-Previews ersetzt [1]. In der neuen April-Version steckt oberflächlich lediglich eine größere Veränderung, mit der das Kontextmenü von App-Icons aufgebohrt wird – und eine weitere winzige Änderung. Die Canary-Funktionen finden nicht zwingend ihren Weg in die finalen Versionen.
Die neue Canary-Version 2604 mit der Buildnummer ZP11.260320.007 steht zunächst für das Pixel 8 und neuer zum Ausprobieren bereit, ist aber nicht für den Alltagsgebrauch geeignet. Später soll der Canary-Release auch für ältere Modelle wie das Pixel 6 und weitere bereitgestellt werden, schreibt Google [2]. Das experimentelle Betriebssystem zeigt, woran Google arbeitet, beziehungsweise was der Konzern davon zeigen möchte.
Vieles – vor allem KI-Funktionen – enthüllt das Unternehmen erst dann, wenn es weitgehend fertig ist. Bestätigt hat Google, dass Android 17 und künftige Versionen mehr agentische Fähigkeiten bekommen [3] soll. Der Chef des Android-Ökosystems sagte dazu: „Wir bewegen uns weg von einem Betriebssystem hin zu einem intelligenten System, einer Plattform, die Sie wirklich versteht und für Sie arbeitet.“
In der Canary-Version backt Google kleinere Brötchen: Sie enthält ein überarbeitetes Kontextmenü für Apps, das sich durch einen Langdruck auf ein App-Icon öffnen lässt. Das Menü ist zum einen etwa kompakter gestaltet und zum anderen zweigeteilt. Nach dem Öffnen zeigt das Menü zuerst die Schnellzugriffe, ein weiterer Button öffnet eine Übersicht mit Aktionen. Die in der März-Version getestete App-Lock-Funktion, mit der man einzelne Apps mit einer Sperre versehen kann, ist in dieser Version verschwunden.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Eine weitere kleine Änderung ist die Anzeige nach dem Entfernen sämtlicher Benachrichtigungen: Hier heißt es nun „Du bist auf dem aktuellen Stand“ begleitet von einem Pokal statt „Keine Benachrichtigungen“. Die neue Anzeige orientiert sich dabei an Wear OS 6 etwa auf der Pixel Watch, sodass es über das Ökosystem hinweg einheitlicher anmutet.
(Bild: Andreas Floemer/ heise medien)
Ob das neue Kontextmenü Teil von Android 17 wird, ist zwar noch offen. Allerdings flossen einige Features, die Google erst im März im Canary-Channel [4] getestet hatte, kurz danach in die Betaversion des großen Updates ein. Dazu gehören etwa App-Bubbles, um Android eine neue Multitasking-Option zu verpassen. Außerdem sind seit der Beta 3 von Android 17 WLAN- und Mobilfunkempfang wieder getrennt. Google hatte im Jahr 2021 mit Android 12 [5] eine einzige „Internet“-Kachel für beide Konnektivitäts-Optionen in die Schnelleinstellungen integriert, sodass es umständlicher war, eine der beiden Funktionen abzuschalten.
Wer sich die Canary-Version auf einem Gerät installiert, sollte sich im Klaren darüber sein, dass es nicht sonderlich einfach ist, zur stabilen Version zurückzukehren. Um keine Canary-OTA-Updates mehr zu erhalten, muss man einen Nicht-Canary-Build flashen, was eine vollständige Löschung aller Daten nach sich zieht. Hierfür bietet Google sein Android-Flash-Tool an.
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[1] https://www.heise.de/news/Android-Canary-Channel-Google-kuendigt-neuen-Spielplatz-fuer-Entwickler-an-10483754.html
[2] https://www.reddit.com/r/android_canary/comments/1slljkt/android_canary_2604_is_now_available/
[3] https://www.heise.de/news/Gemini-fuer-Android-wird-agentisch-KI-bestellt-Essen-oder-einen-Fahrdienst-11191444.html
[4] https://www.heise.de/news/Maerz-Update-Android-Canary-Version-bringt-neue-App-Sperre-und-alte-WLAN-Kachel-11220944.html
[5] https://www.heise.de/news/Aus-fuer-Android-12-und-12L-Google-beendet-Support-fuer-Millionen-Geraete-10352204.html
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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(Bild: software-architektur.tv)
Im Gespräch mit Eberhard Wolff räumt Industrial-AI-Experte Nikita Golovko mit dem Missverständnis auf, LLMs seien gleichbedeutend mit KI.
In der aktuellen englischsprachigen Folge des Videocasts software-architektur.tv [1] diskutiert Eberhard Wolff mit Nikita Golovko über ein verbreitetes Missverständnis: Viele setzen Large Language Models (LLM) mit künstlicher Intelligenz gleich – doch gerade in industriellen Anwendungen greift das zu kurz.
Nikita Golovko arbeitet als Principal Architect Industrial AI bei Siemens und erläutert im Gespräch, warum die Unterscheidung zwischen LLMs, generativer KI und anderen KI-Methoden entscheidend ist. Jede dieser Technologien entfalte ihren Wert an unterschiedlichen Stellen – die richtige Zuordnung von Werkzeug und Problem führe zu besseren Ergebnissen, und das nicht nur in der Fertigung.
Im Zentrum der Diskussion steht die Frage, wie sich probabilistische KI-Systeme in deterministische Umgebungen integrieren lassen. Industrielle Automatisierung verlangt Zuverlässigkeit, Präzision und Kontrolle – Eigenschaften, die KI-Modelle mit ihrem inhärent unscharfen Verhalten nicht ohne Weiteres bieten. Nikita Golovko [2] betont, dass eine sichere Architektur nötig sei, die diesen Spannungsbogen auflöst. Während generative KI etwa bei kreativen oder explorativen Aufgaben punkten kann, eignen sich andere KI-Verfahren besser für Vorhersage- oder Optimierungsszenarien in der Produktion.
Die Folge wird am Freitag, 17. April 2026, live ab 13 Uhr gestreamt. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [4] einbringen.
software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger [5] und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer [6] (Socreatory) und Ralf D. Müller [7] (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet heise Developer über die Episoden.
Golovko wird auch beim TechRiders Summit [8] auftreten, der am 17. und 18. Juni 2026 auf dem Euronova Campus in Hürth bei Köln stattfindet. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung und versammelt nach Angaben der Organisatoren über 140 Speaker, mehr als 20 Communitys und rund 2000 Teilnehmer. Themen wie Industrial AI, Edge-Systeme und Cybersecurity stehen auf dem Programm. Interessierte können sich mit einem Rabattcode ARCH-TECHRIDER-2026 [9] kostenfrei registrieren.
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[1] https://software-architektur.tv/
[2] https://www.linkedin.com/in/dr-nikita-golovko/
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://software-architektur.tv/
[5] https://www.heise.de/developer/Continuous-Architecture-2687847.html
[6] https://www.socreatory.com/de/trainers/lisa-moritz
[7] https://techstories.dbsystel.de/blog/profiles/Ralf-D.-Mueller.html
[8] https://tech-riders.de/
[9] https://app.tech-riders.de/offers/1/book?v=ARCH-TECHRIDER-2026&pr=10
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Mit außergewöhnlichen Kameras und sehr speziellem Zubehör soll das Vivo X300 Ultra vor allem Fotoliebhaber anlocken.
Dieses Smartphone [1] [1] ist nichts für Sparfüchse, dafür ist es mit knapp 2000 Euro viel zu teuer. Das X300 Ultra vom hier weniger bekannten Hersteller Vivo ist allerdings mindestens dann einen zweiten Blick wert, wenn es ein Smartphone mit einer besonderen Kamera sein soll.
Das Vivo X300 Ultra trägt den derzeit wohl höchsten Kamerahügel aller Smartphones auf dem Rücken, er ragt mehr als 8 Millimeter aus der Rückseite hervor. Als Designelement rückt er das Telefon damit weit in Richtung Kamera. Der Herstellerschriftzug ist so aufgebracht, dass er im Querformat zu lesen ist. Die Rückseite unseres Testmusters besteht aus mattem Glas in einem dezenten Grünton, das untere Viertel ist farblich leicht abgesetzt. Das gesamte Gerät ist makellos verarbeitet und wirkt hochwertig.
Schüttelt man das Smartphone, hört man dennoch deutliches Klappern. Dafür sind die großen Kameraobjektive und deren optische Stabilisatoren verantwortlich, die sich im inaktiven Zustand im Gehäuse bewegen. So ein Klappern ist bei den meisten Smartphones zu hören, vor allem bei solchen mit aufwendigen Kamerasystemen, beim Vivo X300 Ultra ist das jedoch laut. Mit 237 Gramm zählt das große Smartphone auch zu den schwereren Modellen. Nach IP68/IP69 geschützt, machen ihm Staub und Wasser nichts aus.
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[1] https://www.heise.de/thema/Smartphone
[2] https://www.heise.de/tests/Ein-teurer-Spass-Kamera-Smartphone-Vivo-X300-Ultra-im-Test-11249071.html
[3] https://www.heise.de/tests/Billiger-ist-besser-Nothing-Phone-4a-und-4a-Pro-im-Test-11257905.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/High-End-Smartphones-2026-Stagnation-statt-Innovation-11199992.html
[5] https://www.heise.de/tests/High-End-Smartphones-iPhone-Pixel-und-Galaxy-im-Vergleich-11173362.html
[6] https://www.heise.de/tests/Honor-Oppo-Xiaomi-im-Vergleich-High-End-Smartphones-aus-China-11173368.html
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Das ukrainische Entwicklerstudio 4A Games setzt seine Shooter-Reihe mit Metro 2039 fort. Der Titel erscheint im Winter für Playstation 5, Xbox Series X/S und Windows-PC und bleibt ein reines Einzelspieler-Spiel mit Fokus auf Story, Survival und Atmosphäre.
Die Handlung spielt rund 25 Jahre nach dem Atomkrieg. Die Überlebenden sind unter einem Regime vereint, das von dem Spartaner Hunter angeführt wird. Er verspricht ein Leben auf der Oberfläche, tatsächlich bleiben die Menschen jedoch im Metro-System gefangen und werden durch Propaganda und Gewalt kontrolliert.
Im Vergleich zum Vorgänger Metro Exodus (2019) verschiebt sich der Fokus wieder stärker in Richtung enge, lineare Abschnitte im Metro-System. Während Exodus größere, offenere Gebiete bot, setzt Metro 2039 stärker auf klaustrophobische Levels, klassische Exploration sowie die Mischung aus Schleichen, Ressourcenmanagement und Gefechten.
Anders als in den Vorgängern steht außerdem nicht Artjom im Mittelpunkt. Stattdessen übernimmt mit "The Stranger" erstmals ein vollständig vertonter Held die Hauptrolle. Das soll die Inszenierung direkter machen und Dialoge stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Figur wird von Albträumen geplagt und kehrt "an einen Ort zurück, an den sie nie zurückkehren wollte" , wie es in der Präsentation heißt.
Die Atmosphäre soll deutlich düsterer werden als in Exodus. Laut den Entwicklern geht es stärker um Konsequenzen von Krieg, Unterdrückung und individuelle Entscheidungen. Wörtlich ist von den "Kosten des Schweigens" und dem "Preis der Freiheit" die Rede.
Diese Ausrichtung hängt offenbar auch eng mit der realen Situation des Studios zusammen: 4A Games arbeitet unter Kriegsbedingungen weiterhin teilweise in der Ukraine, was die Entwicklung und die inhaltliche Ausrichtung direkt beeinflusst hat; eine Niederlassung hat ihren Sitz auf Malta.
Metro 2039 basiert erneut auf der hauseigenen 4A Engine. Die Entwickler haben laut eigener Aussage zentrale Rendering-Systeme von Grund auf überarbeitet, darunter insbesondere die Raytracing-Implementierung.
Ziel sei eine höhere Effizienz bei gleichzeitig gesteigerter Bildqualität. Bereits Metro Exodus gehörte zu den frühen Titeln mit umfangreicher Raytracing-Nutzung; darauf baut das neue Spiel auf, soll aber einen Schritt weiter gehen in Bezug auf Beleuchtung und Performance.
Ein Schwerpunkt bleibt die Gestaltung glaubwürdiger Umgebungen. Räume werden nicht modular zusammengesetzt, sondern gezielt gebaut und mit Details versehen, die konkrete Ereignisse andeuten. Die Entwickler sprechen von "eingefrorenen Momenten" , etwa einem verlassenen Tisch oder einer Szene kurz vor einem Kampf, die ohne Dialog Hinweise auf das Geschehen geben.
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Makita ist hauptsächlich für seine Akkus und das 18-Volt-Ökosystem aus Akkuschraubern, Gartengeräten und Bohrhämmern bekannt. Das Sortiment der Japaner erschöpft sich jedoch nicht darin. Handwerkzeuge gehören fest zu Makitas Portfolio.
Ein Beispiel dafür ist das 120-teilige Werkzeug-Set Makita E-08713 im Makpac der Größe 1. Dieses enthält zahlreiche Bits, eine Ratsche, Schraubenschlüssel und Stecknüsse. Das Set war schon mehrmals bei Amazon vergriffen und kostet gerade den besten Preis unter den im Preisvergleich gelisteten Shops.
Die 120 Teile des Werkzeugkoffers setzen sich hauptsächlich aus Bits und Stecknüssen zusammen. Angesprochen werden Schrauber und Bastler, die zum Beispiel in der Garage an ihren Fahrzeugen schrauben oder häufiger Schuppen und Gartenhäuser umbauen.
Natürlich muss man die Bits und Nüsse irgendwie zum Zuge bringen. Deshalb gehört eine Ratsche in 3/8 Zoll zum Lieferumfang. Verlängerungen findet man ebenfalls im Makpac. So auch einen magnetischen Ringmaulschlüssel.
Ebenfalls vorhanden sind sieben Ringmaulschlüssel, ein Innensechskantschlüssel-Set und zwei Zündkerzen-Stecknüsse in 16 und 21 Millimeter. Stecknüsse gibt es einige. Das Bit-Sortiment ist 50-teilig und deckt Profile wie Torx und PZ ab.
Gerade kostet das mit 4,7 von 5 Sternen bewertete Werkzeug-Set von Makita bei Amazon 65,89 Euro. Zusammen mit Gotools ruft Amazon
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Eine Alternative ist das Werkzeug-Set E-10883. Hier gibt es zwar kein Makpac, aber 221 Teile, zum Beispiel zwei Ratschen in 1/2 und 1/4 Zoll, Steckschlüsseleinsätze, Bits, Zündkerzeneinsätze, Verlängerungen, Adapter, Steckschlüssel- und Schraubendreher-Bits, Ringmaulschlüssel und ein Innensechskantschlüssel-Set. Das Set kostet bei Amazon den aktuell besten Vergleichspreis in Höhe von 92,99 Euro
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Nicht spannend genug? Weitere Makita-Sets findet man bei Amazon in der Übersicht.
Verbraucherschützer fordern, dass die Bundesnetzagentur Klarheit dazu schafft, was Netzbetreiber ihren Kunden bei zu geringer Datenrate zahlen müssen. Das sagte Erol Burak Tergek, Jurist bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Golem am 16. April 2026 auf Anfrage. "Rechtssicherheit kann nur geschaffen werden, wenn die Bundesnetzagentur eine Berechnungsmethode veröffentlichen würde, auf die sich alle Betroffenen berufen könnten" , betonte Tergek.
In dieser Woche hatte die Bundesnetzagentur mit einer neuen App und einer Verfügung angekündigt, den Nachweis einer zu niedrigen Datenrate im Mobilfunk einfacher zu machen.
Laut Tergek formuliert das Gesetz nur die Voraussetzung für eine Minderung, jedoch nicht, wie sie zu berechnen ist. Die Bundesnetzagentur fasse nur verschiedene Berechnungsmodelle zusammen, ohne selbst eines vorzuschlagen. Die Folge davon sei, dass Anbieter unterschiedliche Modelle nutzten und für Verbraucher wenig rechtliche Einwendungsmöglichkeiten bestünden. Tergek: "Eine Klage ist aufgrund des geringen Streitwerts oft nicht verhältnismäßig, so dass die Betroffenen die niedrigen Minderungen hinnehmen müssen."
Laut Tergek bleibt bei der Minderung im Mobilfunk abzuwarten, wie die Anbieter reagieren. "Wir fordern, dass die Anbieter kompromissbereit sind und faire Minderungen bei einer nachgewiesenen Minderleistung anbieten. Da die Abschläge im Mobilfunk sehr hoch bemessen sind und dadurch eine Minderung nur bei einer gravierenden Schlechtleistung in Betracht kommt – Abzug von 75 bis 90 Prozent der vereinbarten Leistung -, dürfte der Minderungsbetrag vergleichsweise hoch anzusetzen sein" , sagte er.
Matthias Podolski, Sprecher der Bundesnetzagentur, erklärte Golem, die Höhe der Minderung "kann sich von Einzelfall zu Einzelfall unterscheiden. Zu empfehlen ist eine Einigung im Dialog mit dem Anbieter. Verbraucher können im Streitfall bei der Bundesnetzagentur einen Schlichtungsantrag stellen. Kommt keine gütliche Einigung zustande, müssen gegebenenfalls die Zivilgerichte entscheiden." Zudem verwies er auf das Sonderkündigungsrecht, wodurch mehrere konkurrierende Netzbetreiber und zahlreiche Anbieter zur Auswahl stünden, zu denen gewechselt werden könne. Insofern habe das Sonderkündigungsrecht im Mobilfunk die Stellung der Verbraucher aus Sicht der Behörde verbessert.
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Mensch mit Foldable (nicht von Apple): Das iPhone Ultra wird im Herbst erwartet.
(Bild: Karlis Dambrans / Shutterstock)
Das iPhone Ultra soll ab September Apples erstes Falt-Handy werden. In Nordamerika könnte es laut Marktforschern schnell Samsung & Co. überholen.
Wenn Apple mit seinem iPhone Ultra [1] im kommenden Herbst erstmals auf den Foldable-Markt vordringt, könnte der Hersteller schnell Marktanteile gewinnen. Davon geht zumindest das üblicherweise zuverlässige Marktforschungsunternehmen Counterpoint in einer in dieser Woche veröffentlichten Prognose aus. Allein in den USA könnte Apple demnach noch 2026 bis zu 46 Prozent des Gesamtmarktes an sich nehmen. Dank dem iPhone Ultra (das möglicherweise auch anders [2] heißt) soll der Markt für Falt-Handys zudem stark wachsen – laut Counterpoint bis zu 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders viel Druck werde dabei auf Google mit seinem Pixel Fold [3] ausgeübt, aber auch Samsung und Motorola könnten mit ihren Foldables Marktanteile verlieren, schreibt Counterpoint.
Bei Google sieht Counterpoint trotz möglicherweise überarbeiteter Hardware eine Marktanteilsschrumpfung von 5 Prozent auf 3 Prozent im Jahr 2026. Der Marktanteil von Motorola mit seinen Razr-Foldables gehe gar um fast die Hälfte (von 44 auf 23 Prozent). Auch für Samsung sagt Counterpoint Verkaufsverluste voraus: Der Marktanteil werde von 51 auf 29 Prozent zurückgehen, auch wenn der Konzern global bei Foldables besser aufgestellt sei und selbst ein Pass-ähnliches Faltbares [4] wie Apple plant.
Counterpoint hat mit seiner Prognosestudie nur auf den nordamerikanischen Markt geschaut. In anderen Weltregionen könnte Apple mehr oder weniger Marktanteil erzielen. In den USA werde Apple die Richtung des Marktes „signifikant ändern”, so Counterpoint-Analystin Liz Lee. Foldables sind aktuell allerdings sowieso nur ein Nischengeschäft.
Der Foldable-Markt ist komplexer als andere Smartphone-Segmente. So werden viele Topmodelle aus China nicht in den USA oder Europa angeboten. So verkauft etwa Huawei seine Geräte nicht in den Vereinigten Staaten. Oppo, das mit dem Find N6 [5] zuletzt mit einem ersten nahezu „faltenfreien“ Foldable auf den Markt kam, bringt seine Geräte außerhalb Chinas nur langsam raus. Es kommt also zu Marktverzerrungen, weil nicht alle Geräte in allen Ländern verfügbar sind.
Spannend ist daher, wie sich der chinesische Markt entwickelt, wo immer wieder auch besondere Foldables – etwa Trifolds [6] – erschienen waren. Apple ist allerdings hervorragend positioniert, besonders teure Produkte in den Markt zu drücken. Der Konzern wird angeblich mindestens 2000 US-Dollar pro Ultra verlangen, mit mehr Speicher könnte es in Richtung 2800 Dollar gehen. Die Euro-Preise dürften bei Vollausstattung die 3000er-Marke knacken.
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[1] https://www.heise.de/news/iPhone-Ultra-Neues-zu-moeglichen-Preisen-Technik-und-Verfuegbarkeiten-11254203.html
[2] https://www.heise.de/news/iPhone-Foldable-Namensfragen-Mockups-und-moegliche-Verschiebung-11247703.html
[3] https://www.heise.de/news/Pixel-10-Pro-Fold-Foldable-ist-so-wasser-und-staubfest-wie-ein-Smartphone-10553245.html
[4] https://www.heise.de/news/Faltbares-Apple-Handy-Kommt-der-Formfaktor-des-iPhone-mini-als-Pass-zurueck-11125785.html
[5] https://www.heise.de/news/Foldable-Find-N6-Oppo-buegelt-die-Falte-aus-11213537.html
[6] https://www.heise.de/news/Nach-nur-drei-Monaten-Samsung-stellt-Verkauf-des-Galaxy-Z-TriFold-ein-11214319.html
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Gemini-App auf dem Mac.
(Bild: Google)
Google und Anthropic rüsten auf dem Mac auf: Gemini kommt erstmals als eigene Anwendung, während Claude Code gleichzeitige Sessions beherrscht.
Seit Längerem schon gibt es native Apps von Claude, Claude Code, Perplexity oder ChatGPT für den Mac [1]. Google mit Gemini fehlte bislang. Das hat der Internetriese nun geändert: In der Nacht zum Donnerstag wurde die erste native App für das KI-System freigegeben. Die Anwendung läuft ab macOS 15 alias Sequoia und kostet nichts, solange man mit einem Gratis-Account zurechtkommt.
Ähnlich wie ChatGPT oder Claude versucht sich Google mit der Gemini-App für macOS [2] an einer tieferen Integration ins System. Die App ist durch einen Tastaturbefehl zu erreichen, der an die macOS-Systemsuche Spotlight erinnert: Statt Command + Leertaste ist es Option + Leertaste. Ein vollständiges Gemini-Fenster erhält, wer zusätzlich die Umschalttaste drückt. Die App ist zudem via Dock und Menüleiste erreichbar. Wie bei der Konkurrenz lassen sich auch Bildschirminhalte und einzelne Fenster freigeben, damit Gemini diese analysieren kann und „kontextbezogene Hilfe“ bietet, so Google. Integriert sind außerdem generative Modelle für Bilder und Video, also Nano Banana [3] und Veo, die sich „mit einem Klick“ aufrufen lassen sollen. Weitere Google-Werkzeuge wie NotebookLM, aber auch Dateien, Drive und Fotos sind eingebaut, auch wenn letztere drei nicht zur KI-Suite gehören.
Google hat im Gegensatz zu Perplexity-Computer [4] und anderen Ansätzen wie OpenClaw derzeit noch keine Desktop-Automatisierungen eingebaut. Diese sind aber künftig geplant. „Wir legen den Grundstein für einen wirklich persönlichen, proaktiven und leistungsstarken Desktop-Assistenten – in den kommenden Monaten werden wir Ihnen weitere Informationen dazu mitteilen“, schreibt das Unternehmen. Bestehende Gemini-Accounts von Mobilgeräten können weiterverwendet werden.
Neben der Gemini-App für macOS tut sich im Hinblick auf Mac-KI auch etwas beim Google-Konkurrenten Anthropic. Dort hat man nun dem Desktop-Client von Claude Code [5] neue Möglichkeiten verschafft. Er kann nun Sessions parallelisiert anzeigen und abfahren, Terminal-Fenster einblenden, mit verschiedenen Repos interagieren und mehr.
Ein YouTube-Video der neuen Features [6] wirkt anfangs recht chaotisch, da viele Entwickler mit parallelen Sessions arbeiten, ist der neue Funktionsumfang aber willkommen. Dabei gilt es zu beachten, ein ausreichend großes Claude-Paket abonniert zu haben. Die App ist auch für Windows und Linux zu haben, unter macOS und Linux kam nun auch SSH-Support hinzu.
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[1] https://www.heise.de/hintergrund/KI-zu-Befehl-So-kontrollieren-Sie-mit-Kuenstlicher-Intelligenz-Ihren-Mac-11162430.html
[2] https://gemini.google/mac/
[3] https://www.heise.de/tests/Nano-Banana-ausprobiert-Die-beste-kostenlose-KI-Bildbearbeitung-von-Google-10621377.html
[4] https://www.heise.de/news/Perplexity-baut-Personal-Computer-auf-Mac-mini-Basis-11209166.html
[5] https://claude.com/blog/claude-code-desktop-redesign
[6] https://www.youtube.com/watch?v=rWaQSQEm_aY
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Orion nutzt die Rendering-Engine von Apples Browser Safari, unterstützt Chrome- und Firefox-Erweiterungen und hält weitere nützliche Überraschungen bereit.
Der Browser ist die meistgenutzte Anwendung auf dem Rechner – und gleichzeitig die, über die sich viele am wenigsten Gedanken machen. Oftmals kommt so die vorinstallierte App oder einen Chrome-Klon zu Einsatz. Denn fast alle „alternativen“ Browser nutzen den technischen Unterbau von Googles Browser.
Das Unternehmen Kagi geht einen anderen Weg. Es setzt bei seinem Browser Orion auf das technische Fundament von Apples Safari-Browser und bettet sich gut in die Mac-OS-Welt ein. Auf die bei anderen Browsern allgegenwärtigen KI-Beigaben verzichtet der Hersteller bewusst.
Ich nutze den Browser seit ein paar Wochen als Standardbrowser und zeige, wo sich Orion bewährt hat. An einigen Stellen muss man ihn mit Erweiterungen aufrüsten. Und es gibt ein paar Details, bei denen der neue Browser noch nicht rund läuft.
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[1] https://www.heise.de/tests/Orion-im-Test-Der-Browser-der-Chrome-Firefox-vereint-11229328.html
[2] https://www.heise.de/ratgeber/Bookmark-Manager-Links-sammeln-und-clever-organisieren-11213553.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/YouTube-per-Bookmarklet-ohne-peinliche-Uebersetzungen-nutzen-11150540.html
[4] https://www.heise.de/tests/Comet-fuer-Android-Wie-Perplexitys-KI-Browser-die-Google-Suche-ersetzen-will-11099570.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/So-nutzen-Sie-Bookmarklets-zum-Automatisieren-im-Browser-11081590.html
[6] https://www.heise.de/ratgeber/WhatsWeb-Webseiten-Scanner-im-Test-11078848.html
[7] https://www.heise.de/ratgeber/KI-Browser-Was-hinter-den-Trojanische-Surfbrettern-steckt-10973803.html
[8] https://www.heise.de/tests/Smarter-surfen-Sieben-Browser-mit-KI-Funktionen-im-Vergleich-10665754.html
[9] https://www.heise.de/tests/Smarter-surfen-Sieben-Browser-mit-KI-Funktionen-im-Vergleich-10665754.html
[10] https://www.heise.de/hintergrund/Ungestoert-surfen-Werbung-Banner-Tracking-und-andere-Quaelgeister-loswerden-10501676.html
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Die Schweiz steht vor einem Milliarden-Grab: Alte AKW sollen länger laufen – und neue Reaktortypen wecken große Versprechen.
Noch gibt es keine praktikable Lösung für den Umgang mit den Resten von sechs Jahrzehnten Kernkraftabenteuer, da werden schon neue Forderungen aufgemacht. So fordert Brüssel angesichts durch den Iran-Krieg gestiegener Ölpreise einen Ausbau der Atomkraftwerke.
Ein Vorreiter dieser Bewegung scheint die Schweiz zu werden. Dort stehen einerseits die Stromkonzerne Axpo [1] und Alpiq [2] unter Druck, die Laufzeit der neueren Schweizer AKW Leibstadt und Gösgen zu verlängern, weil sie für eine sichere Energieversorgung der Schweiz länger laufen müssten als die bislang konzipierten 60 Jahre.
"Laut früheren Schätzungen der ETH braucht es für einen um zehn Jahre längeren Betrieb Investitionen von rund einer Milliarde Franken pro AKW", meldete [3] das SRF am 4. April dieses Jahres. An diesen Kosten und den damit verbundenen finanziellen Risiken müsse sich der Staat, so die Betreiber, beteiligen.
Der Bund ist von diesem Vorschlag gar nicht begeistert, denn Gösgen [4] und Leibstadt [5] würden inzwischen mit der Stromproduktion Gewinn machen. Zum anderen gehöre die Axpo großen Kantonen und die sollen laut Energieminister Albert Rösti die Forderung nicht nach Bern verschieben. Auch bei Alpiq ist im Übrigen die öffentliche Hand beteiligt.
Die Stromkonzerne Axpo und Alpiq drücken aufs Tempo, denn im Falle von Gösgen brauche es bis 2029 eine Entscheidung, ob das AKW länger als 60 Jahre laufen solle. Falls dies erwartet werde, brauche es eine lange Vorlaufzeit für die dafür nötigen Investitionen.
Für den angefallenen Atommüll will die Schweiz am Hochrhein an der Grenze bei Hohentengen (Kreis Waldshut) ein Atommüllendlager [6] bauen. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra [7]) hatte bereits 2022 entschieden, dass das Lager in einem Gebiet namens Nördlich Lägern [8] im Kanton Zürich gebaut werden solle. Der Bauantrag, das sogenannte Rahmenbewilligungsgesuch, läuft.
Interessanterweise soll sich der Untergrund nur auf der Schweizer Seite für ein Atommüllendlager eignen. Der durch den Hochrhein getrennte Bereich auf deutscher Seite soll als Endlager im Gegensatz zum schweizerischen Areal nicht geeignet sein.
Die Bauarbeiten für das Endlager der Nagra sollen 2045 starten. Das ausgewählte Gebiet und die deutschen Gemeinden jenseits des Hochrheins sind schon heute durch die dort verlaufenden Einflugschneisen für den Flughafen Zürich-Kloten stark beeinträchtigt.
Als Alternative zur Atommüllendlagerung wird immer wieder der Einsatz von Flüssigsalzreaktoren zur Diskussion gestellt. Integral Molten Salt Reactors (IMSR), welche die Firma Terrestrial Energy [9] als "a clean energy alternative to fossil fuels" bezeichnet, werden schon seit geraumer Zeit [10] von dem in den USA und in Kanada angesiedelten Unternehmen entwickelt.
Dual Fluid hat jetzt den nächsten Schritt zur Realisierung seiner Idee zur energetischen Nutzung des vorliegenden Atommülls angetreten.
Das deutsch-kanadische Unternehmen Dual Fluid [11] hat mit der Regierung von Ruanda [12] eine Vereinbarung über den Bau eines Testreaktors unterzeichnet. Bei dem geplanten Projekt handelt es sich um eine neuartige Form eines Flüssigsalzreaktors, den sogenannten Dual-Fluid-Reaktor (DFR).
Dual-Fluid-Reaktoren sollen bis zu 100 Mal effizienter bei der Brennstoffnutzung sein als bisherige Typen. In den Reaktoren werden flüssige Kernbrennstoffe verwendet, weshalb es weder zu Kernschmelzen kommen könne wie in Fukushima noch zu Reaktor-Explosionen wie in Tschernobyl.
Auf Basis einer theoretischen Demonstration soll man zeigen können, dass ein solches System funktioniert. Was bislang fehlt, ist ein sogenannter Demonstrator, der zeigen könnte, dass man in der theoretischen Bewältigung keine Facette übersehen habe. Ein Demonstrator gilt als Vorstufe zu einem Prototyp.
In Ruanda sollen die Genehmigungsbehörden deutlich offener für neue Technologien sein als ihre Pendants in Deutschland.
In den Leitungen der beiden Kreisläufe fließen flüssige Metalle mit bis zu 1.000 Grad Celsius. Das erfordert außergewöhnlich robuste Materialien. Korrosion und Beschädigung an den Kreisläufen sind zumeist das größte Problem bei diesen Konzepten. Große internationale Investoren halten sich bei dem Projekt in Ruanda offensichtlich bislang zurück.
Mit einem Realisierungsvorschlag für ihr Konzept eines Flüssigsalzreaktors scheint die dänische Firma Copenhagen Atomics [13] inzwischen deutlich weiter als das Projekt in Ruanda.
Im Schweizer Villigen planen sie ihre Revolution bei der Entwicklung neuer Atomtechnik. Villigen liegt im Schweizer Kanton Aargau. Dort ist das Paul-Scherrer-Institut [14] (PSI) angesiedelt, ein multidisziplinäres Forschungszentrum für Natur- und Ingenieurwissenschaften. Es beschäftigt sich auch mit Nukleartechnik.
Im benachbarten Würenlingen steht zudem das eidgenössische Zwischenlager für radioaktive Abfälle, das auch als Zwilag [15] bekannt ist. Etwas flussabwärts an der Aare befinden sich zudem Beznau 1 und 2, die ältesten Atommeiler der Schweiz. Der nicht unwesentliche Vorteil der Lage besteht darin, dass Kernkraft dort kein Reizthema ist, da viele Anwohner auch kostengünstige Fernwärme aus den Reaktoren beziehen.
Ein Problem der Flüssigsalzreaktoren ist der Einsatz von flüssigem Salz. Dieses greift die Metalllegierungen an und die Neutronenstrahlung macht Metalle brüchig. Die Lebensdauer der Kleinkraftwerke wird deshalb nur rund fünf Jahre betragen. Dann ist nach den vorliegenden Angaben ein Austausch nötig.
Wird die erste Anlage am PSI angesiedelt, könnte man von einem Forschungsprojekt ausgehen, für das kein umfangreiches Bewilligungsverfahren benötigt würde. Bewilligungstechnisch hätte man damit mit dem Konkurrenzprojekt in Ostafrika gleichgezogen, könnte jedoch auf ein deutlich qualifizierteres Umfeld zugreifen.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.axpo.com/ch/de.html
[2] https://www.alpiq.com/de/
[3] https://www.srf.ch/news/schweiz/staatshilfe-fuer-alte-akw-axpo-forderung-laesst-energieminister-roesti-leer-schlucken
[4] https://www.kkg.ch/
[5] https://www.kkl.ch/home
[6] https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/suedbaden/weitere-fortschritte-bei-den-plaenen-fuer-schweizer-endlager-im-grenzgebiet-hochrhein-100.html
[7] https://nagra.ch/
[8] https://nagra.ch/wissensforum/noerdlich-laegern-das-standortgebiet-fuer-das-geologische-tiefenlager-der-schweiz/
[9] https://www.terrestrialenergy.com/
[10] https://www.telepolis.de/article/Rueckkehr-der-Kernkraft-in-Deutschland-7255478.html
[11] https://dual-fluid.com/
[12] https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/dual-fluid-reaktor-ruanda-kernkraftwerk-atomkraft-100.html
[13] https://www.copenhagenatomics.com/
[14] https://www.psi.ch/de
[15] https://www.zwilag.ch/
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Cyberangriffe zerstören keine Städte, untergraben aber die Gewissheiten atomarer Abschreckung. Was wie technische Störung aussieht, könnte ein Angriff sein.
Die globale Sicherheitsordnung fußt auf der Annahme, dass strategische Stabilität [1] durch kalkulierbare Gegenseitigkeit entsteht. Besonders im nuklearen Bereich gilt das Prinzip der Abschreckung als historisch bewährt: Die Fähigkeit zur gesicherten Zweitschlagkapazität soll verhindern, dass Konflikte überhaupt erst eskalieren. Diese Stabilität war nie eine Frage von Waffen, sondern eine Frage von Kommunikation und Vertrauen in Systeme.
Dieser unsichtbare Grundstock gerät im digitalen Zeitalter unter Belastung. Der Cyberraum führt keine Waffenkategorie ein, die sich in bestehende Modelle einfügt. Er verändert jedoch die Konditionen, unter denen Rationalität funktioniert.
Atomare Abschreckung [2] setzt voraus, dass wichtige Systeme resilient funktionieren: Frühwarnung, Kommunikation, Lagebilder, Entscheidungswege. Diese Infrastruktur ist nicht nur technisch relevant, sondern politisch konstitutiv. Sie bestimmt, ob ein Ereignis als Gefährdung erkannt, bewertet und beantwortet werden kann.
Mit der Digitalisierung dieser Systeme wächst ihre Verwundbarkeit gegenüber Manipulationen, die wenig zerstörerisch wirken müssen, um massiv zu sein. Minimale Störungen in Datenflüssen, Zeitverzögerungen oder Signalverfälschungen können die Wahrnehmung strategischer Lagen verändern. Somit verschiebt sich der Fokus von der Waffenkraft hin zur Informationsintegrität.
Der gravierende Einschnitt ist, dass Unsicherheit im Cyberraum keineswegs ein Nebeneffekt ist, sondern strategisch nutzbar wird [3]. Während klassische Abschreckung auf Drohung beruht, operieren Cyberfähigkeiten häufig in einem Feld, in dem Absicht, Herkunft und Wirkung bewusst verschleiert bleiben.
Das führt zur paradoxen Entwicklung: Stabilität wird selten ausschließlich durch Stärke erzeugt, vielmehr durch die Kontrolle von Unsicherheit. Staaten müssen nicht lediglich abschrecken. Sie müssen parallel mit dem permanenten Risiko leben, nicht zu wissen, ob sie bereits Ziel einer Operation waren.
Diese Form der Unsicherheit ist qualitativ anders als zuvor, weil sie nie episodisch auftritt, sondern dauerhaft strukturell präsent ist.
Klassische Abschreckungslogik [4] basiert auf Eskalationsstufen, die zumindest theoretisch unterscheidbar bleiben: konventioneller Konflikt, begrenzter Krieg, nukleare Schwelle. Diese Struktur ermöglicht Steuerung, da Akteure wissen, wo sie sich befinden.
Cyberoperationen unterlaufen diese Staffelung. Ein Angriff kann zeitgleich Spionage, Sabotage und infrastrukturelle Störung sein. Sein Effekt kann lokal limitiert beginnen und systemisch enden, ohne dass der Übergang eindeutig markiert ist.
Es entsteht ein Konfliktmodus, in dem Eskalation kaum als Stufenmodell sichtbar wird, eher als stetiger Prozess der Verdichtung von Unsicherheit.
Ein bedeutsamer Aspekt dieser Entwicklung ist die wachsende Schwierigkeit der Zuschreibung. In militärischen Konflikten ist das Dilemma der Verantwortlichkeit umkämpft, aber technisch meist relativ greifbar. Im Cyberraum ist das Gegenteil der Fall: Technische Spuren sind oft mehrdeutig, absichtlich verschleiert oder bloß mit hoher Unsicherheit interpretierbar.
Diese Situation produziert eine Misere. Reaktionen müssen entschieden werden, bevor Gewissheit hergestellt werden kann. Oder sie bleiben aus und riskieren Verwundbarkeit. Bei beiden Optionen wird Unsicherheit zum Handlungsproblem.
Im Zuge dessen verschiebt sich Sicherheitspolitik von einer Logik der Reaktion zur Logik der Verdachtsbewirtschaftung.
Besonders kritisch wird der Prozess dadurch, dass die Kernsysteme nuklearer Abschreckung immer häufiger digitalisiert sind. Frühwarnsysteme, Kommunikationsnetze und Entscheidungsarchitekturen sind auf komplexe IT-Infrastrukturen angewiesen, die wiederum potenziell angreifbar sind.
Dabei muss ein Angriff nicht direkt auf atomare Waffen zielen, um Wirkung zu entfalten. Es reicht, die Informationsumgebung zu destabilisieren, in der Entschlüsse getroffen werden. Winzige Verzerrungen in Daten oder Zeitabläufen können in hochsensiblen Situationen erhebliche Folgen haben.
Das Risiko ist mitnichten die Zerstörung von Abschreckungskapazität, vielmehr die etwaige Verzerrung ihrer Wahrnehmung.
Die Verschiebung gründet darauf, dass strategische Stabilität kaum mehr von materiellen Kapazitäten abhängt, sondern von epistemischer Sicherheit – also konkret, ob Systeme zuverlässig verstanden werden können.
Der Cyberraum greift genau diese Ebene an. Er erzeugt Situationen, in denen Informationen unpräzise sind, Ursachen nur vage zugeordnet werden können und Ereignisse mehrere plausible Analysen zulassen.
So bildet sich ein Status, in dem Stabilität nicht gänzlich verschwindet, aber ihr Fundament drastisch modifiziert wird: Sie wird abhängig von Interpretationskompetenz statt von Deutlichkeit.
Langfristig mündet dieser Trend in der Verschiebung sicherheitspolitischer Normalität. Während Unsicherheit im früheren Abschreckungsmodell berechenbar blieb, wird sie in der digitalen Ära zum latenten Zustand.
Das heißt nicht zwangsläufig mehr Krieg, aber ein Umbruch der Bedingungen, unter denen Frieden definiert wird. Frieden wird weniger zum Zustand robuster Ordnung als zum Prozess kontinuierlicher Risikoverwaltung.
Die eigentliche Transformation liegt in keiner Weise in neuartigen Waffen. Sie gründet auf neuem Boden strategischer Politik: der Normalisierung von Unsicherheit als strukturellem Dauerzustand.
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[1] https://www.bpb.de/themen/europa/russland-analysen/nr-393/318630/analyse-strategische-stabilitaet-im-21-jahrhundert/#:~:text=In%20der%20klassischen%20Definition%20stellt%20strategische%20Stabilit%C3%A4t,ohne%20Anreize%20f%C3%BCr%20einen%20Ersteinsatz%20zu%20schaffen
[2] https://www.heise.de/tp/article/Nukleare-Abschreckung-Ohne-Transparenz-wird-sie-zum-Risiko-11245820.html
[3] https://www.deutschlandfunk.de/cyberattacken-und-wie-staaten-darauf-reagieren-100.html
[4] https://www.deutschlandfunkkultur.de/nukleare-abschreckung-als-strategie-kann-das-nicht-rational-sein-100.html
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Matrosen an Deck der HMS Dragon
(Bild: Kevin Shipp/Shutterstock.com)
Russlands Tanker durchqueren den Ärmelkanal, während Großbritannien machtlos zuschaut. Warum der Iran-Krieg diese Entwicklung beschleunigt. Ein Gastbeitrag.
Es gibt kaum etwas, das britische Politiker so sehr in Rage bringt, wie die Erwähnung von Russlands "Schattenflotte". Doch die erfolglose Verfolgung russischer Tanker im Ärmelkanal in der vergangenen Woche zeigt, dass Großbritannien kaum Mittel hat, um dagegen vorzugehen.
Am 9. April wurden zwei russische "Schatten"-Öltanker von einer russischen Marinefregatte durch den Kanal eskortiert [1]. Sie waren mit allerlei Waffen, darunter auch Antischiffsraketen, bewaffnet. Die Royal Navy konnte lediglich einen Hilfstanker aufbieten, der hilflos hinterherfuhr. Der Daily Telegraph berichtete [2] über diese "heroische" Operation vom Deck eines 12 Meter langen Fischerboots aus, das im Kielwasser des Tankers folgte.
Es zeichnet sich ein regelmäßiges Muster ab, bei dem die Royal Navy Schiffe entsendet, die den besser bewaffneten [4] russischen Marineeskorten unterlegen sind.
Die Unfähigkeit der Royal Navy, russische Tanker herauszufordern, hat Proteststürme von Oppositionspolitikern, darunter auch dem ehemaligen Premierminister Boris Johnson [5], ausgelöst. Inzwischen hat der britische Generalstaatsanwalt entschieden, dass britische Kräfte russische Schiffe wohl nicht entern dürfen [6], um sie festzusetzen, da dies gegen internationales Recht verstoßen könnte.
Die politische Botschaft ist dennoch eindeutig: Selbst wenn Großbritannien Soldaten entsenden würde, um eskortierte russische Tanker zu entern, könnten diese beschossen werden, ohne dass es wirksame militärische Mittel gäbe, der russischen Marine etwas entgegenzusetzen. Die Royal Navy ist außerstande, Macht zu projizieren – selbst in unmittelbarer Nähe der eigenen Küsten.
Eine britische Fregatte und ein Hubschrauber vertrieben russische U-Boote, die offenbar über Unterseekabeln lauerten [7]. Dies verschaffte dem angeschlagenen Verteidigungsminister John Healey etwas Luft. Im Pressesaal der Downing Street informierte er daraufhin die Medien [8] über die Operation. Doch das wird kaum ausreichen, um das wachsende Gefühl nationaler Blamage [9] und die Wut über den beklagenswerten Zustand der britischen Streitkräfte zu dämpfen.
Der ohnehin stark verzögerte Verteidigungsinvestitionsplan [10] wird ganz offensichtlich bis nach den anstehenden Kommunalwahlen im Mai zurückgehalten, da er vermutlich weitere Projekte auflisten wird, die sich Großbritannien nicht leisten kann oder einstellen sollte, anstatt wirkliche Neuerungen zu bringen.
Wenn er veröffentlicht wird, wird er, so meine Prognose, für die Labour-Regierung, die unter katastrophalen Umfragewerten [11] leidet, zur politischen Demütigung. Nur noch ein Fünftel der Bevölkerung würde sie wählen – ein historischer Tiefstand für eine Regierungspartei.
Der Fall der HMS Dragon [12] ist beispielhaft für den Verfall der britischen Marine: Der einzige Luftverteidigungszerstörer, den Großbritannien hastig aus der Wartung holte und verspätet ins Mittelmeer entsandte, um defensive Operationen gegen den Iran zu unterstützen, wurde von technischen Problemen geplagt und musste erneut zur Reparatur ins Dock.
Russland hingegen wurde ermutigt. Nachdem Moskau seine Flotte in den letzten Jahren deutlich vergrößert hat [13], ist es zunehmend in der Lage, die Gewässer vor Europa zu dominieren und britische sowie europäische Schiffe zu bedrohen. So warnte [14] im Mai 2025 ein russisches Kampfflugzeug ein estnisches Schiff, das versuchte, einen russischen Tanker zu stoppen.
Nach der Beschlagnahmung eines russischen Tankers [15] auf dem Weg nach Kuba durch US-Streitkräfte im Januar und dem Entern eines Schattentankers [16] durch Frankreich am 20. März hat man sich dort offenbar entschieden: "Jetzt reicht’s!" – und schickt schwer bewaffnete russische Kriegsschiffe zur Eskorte von Öltankern.
Seit Beginn des Kriegs in der Ukraine versuchen westliche Verbündete, Russlands Kriegswirtschaft zu schwächen, indem sie die Einnahmen aus Öl- und Gasverkäufen begrenzen. Diese machen etwa zwei Drittel der Exporte aus.
Da laut Schätzungen [17] rund 80 Prozent des russischen Öls per Schiff transportiert werden, schien es 2022 zumindest sinnvoll, das Netzwerk sogenannter "Schatten"-Tanker ins Visier zu nehmen: alternde russische Tanker mit undurchsichtigen Versicherungs- und Flaggenkonstruktionen. Doch vier Jahre später hat sich dieses Vorhaben als völlig bedeutungslos erwiesen. Nun wirkt es sogar kontraproduktiv.
Eines muss klar sein: Der Export russischen Öls war nie vollständig sanktioniert. Vielmehr führten die G7 im Dezember 2022 eine Preisobergrenze von 60 Dollar pro Barrel ein, um Russlands Einnahmen zu begrenzen. Im Juli 2025 senkte Europa diese Grenze weiter auf 47,60 Dollar, während die USA bei 60 Dollar blieben.
Trotz aller Beteuerungen hat Europa während des Ukrainekriegs weiterhin russisches Öl im Wert von mehreren Milliarden Euro importiert [18]. Russlands größte Abnehmer, China und Indien, kauften zu reduzierten Preisen [19] unterhalb der G7-Obergrenze. Der drittgrößte Kunde, die Türkei [20], hat seine Importe nahezu unverändert gehalten und balanciert geschickt auf dem schmalen Grat der Preisbeschränkungen.
Unterm Strich haben Russlands Exporterlöse seit 2022 offenbar nicht gelitten. Im ersten Jahr des Ukrainekriegs erzielte Russland mit 238 Milliarden US-Dollar seinen größten Leistungsbilanzüberschuss aller Zeiten [21]. Seitdem liegen die Exporte über dem historischen Durchschnitt.
Der Iran-Krieg hat die G7-Preisobergrenze nun jedoch faktisch bedeutungslos gemacht. Globale Käufer, die mit Treibstoffrationierungen [22] konfrontiert sind, zahlen jeden Preis, um an Öl zu kommen. Es ist daher klar, dass Russland 2026 erneut einen Geldsegen aus Ölexporten ziehen wird. Erste Analysen deuten sogar darauf hin, dass sich Russlands Steuereinnahmen aus Ölverkäufen im April verdoppeln könnten [23].
Seit Beginn des Kriegs im Iran hat Russland die Lage weiter verschärft, indem es sich weigert [24], Öl an Länder zu verkaufen, die die G7-Preisobergrenze unterstützen.
Mit dieser Politik sichert Russland sich eine bevorzugte Stellung gegenüber Entwicklungsländern und nimmt ihnen jeden Anreiz, Preisgrenzen durchzusetzen – gerade in Zeiten knapper Versorgung. Gleichzeitig setzt sie insbesondere Europa und Japan unter Druck, die unter steigenden Preisen und einem verknappten Angebot leiden.
In einer Zeit, in der die USA Sanktionen auf russische Öllieferungen vorübergehend gelockert haben [25], ist dies ein weiteres Zeichen für das Auseinanderdriften der amerikanischen und europäischen Russlandpolitik.
Die noch ungelöste [26] Auseinandersetzung zwischen der Ukraine und Ungarn über Öllieferungen durch die beschädigte Druschba-Pipeline mag jene Eurokraten begeistern, die glauben, russische Energie um jeden Preis meiden zu müssen. Die britische Aufregung darüber, dass wir russische Tanker im Ärmelkanal nicht stoppen können, zeigt jedoch vor allem, dass unsere Politiker den Blick für die strategischen Ziele gegenüber Russland und die Frage, ob unsere Politik Putin mehr schadet als uns selbst, verloren haben.
Derzeit ist glasklar: Unsere Volkswirtschaften leiden unter Energieknappheit, während im Kreml die Kassen klingeln und Russlands Marine die Wellen vor Britannien beherrscht.
Ian Proud war von 1999 bis 2023 Mitglied des diplomatischen Dienstes von Großbritannien. Von Juli 2014 bis Februar 2019 war er als Wirtschaftsberater an der britischen Botschaft in Moskau tätig. Vor kurzem veröffentlichte er seine Memoiren mit dem Titel "A Misfit in Moscow: How British diplomacy in Russia failed, 2014–2019" und ist als Non-Resident Fellow am Quincy Institute tätig.
Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [27] auf Englisch.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.telegraph.co.uk/news/2026/04/08/russia-warship-mocks-starmer-in-channel/?msockid=22cdb8267f7a6494023caf0c7e906568
[2] https://x.com/TomCotterillX/status/2042256753937514606?s=20
[3] https://responsiblestatecraft.org/author/ianproud/
[4] https://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/russian-ship-english-channel-navy-b2906449.html
[5] https://www.express.co.uk/news/uk/2192360/real-reason-navy-wont-board-russian-ships
[6] https://www.lbc.co.uk/article/navy-blocked-from-boarding-russian-tankers-in-channel-as-putin-humiliates-starme-5HjdXXH_2/
[7] https://www.bbc.co.uk/news/articles/cre13qn9z7do
[8] https://responsiblestatecraft.org/media/
[9] https://www.gbnews.com/news/royal-navy-german-ships-nato-mission
[10] https://www.telegraph.co.uk/politics/2026/04/05/defence-spending-plan-delay-threatens-2bn-investment-loss/?msockid=22cdb8267f7a6494023caf0c7e906568
[11] https://www.economist.com/interactive/2025-british-politics
[12] https://www.bbc.co.uk/news/articles/c4gxw7px8glo
[13] https://responsiblestatecraft.org/russian-navy-build-up/
[14] https://www.marineinsight.com/russian-fighter-jet-violates-estonian-airspace-after-navy-attempts-to-stop-sanctioned-tanker/
[15] https://www.bbc.co.uk/news/live/cwynjdqgellt
[16] https://www.france24.com/en/france/20260320-french-navy-seizes-oil-tanker-sailing-from-russia-accused-of-flying-false-flag-in-mediterranean
[17] https://www.rusecrets.com/articles/how_russian_oil_and_gas_exports_are_currently_structured
[18] https://energyandcleanair.org/publication/eu-imports-of-russian-fossil-fuels-in-third-year-of-invasion-surpass-financial-aid-sent-to-ukraine/
[19] https://www.reuters.com/markets/commodities/key-points-about-russias-shadow-fleet-oil-tankers-2025-05-15/
[20] https://oilprice.com/Energy/Energy-General/Turkeys-Diversification-from-Russian-Crude-Is-More-Illusion-Than-Exit.html
[21] https://cbr.ru/eng/statistics/macro_itm/external_sector/pb/
[22] https://www.aninews.in/news/world/asia/countries-enforce-sweeping-curbs-amid-global-energy-crisis-triggered-by-west-asia-conflict20260323202646/
[23] https://www.reuters.com/business/energy/iran-war-doubles-russias-main-oil-revenue-9-bln-april-reuters-calculations-show-2026-04-09/
[24] https://www.trtworld.com/article/c5918cc57711
[25] https://edition.cnn.com/2026/03/13/energy/us-russia-sanctions-relief-oil-hnk-intl
[26] https://www.reuters.com/business/energy/ukraine-finish-druzhba-oil-pipeline-repairs-spring-zelenskiy-says-2026-04-10/
[27] https://responsiblestatecraft.org/uk-russia-shadow-fleet/
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Updates für Google Chrome aus der Nacht zum Donnerstag schließen 31 Sicherheitslücken. Fünf davon gelten als kritisches Risiko.
Wer mit Chrome und Chromium-basierten Webbrowsern unterwegs ist, sollte sicherstellen, den aktuellen Softwarestand einzusetzen. Google hat Updates veröffentlicht, mit denen die Entwickler 31 Sicherheitslücken schließen. Fünf davon gelten als kritisch, sie erlauben Angreifern das Einschleusen von Schadcode.
In der Versionsankündigung listen Googles Entwickler [1] die Schwachstellen auf. Manipulierte Webseiten können einen Heap-basierten Pufferüberlauf im WebGL-Backend ANGLE auslösen und dadurch aus der Sandbox ausbrechen (CVE-2026-6296 [2], CVSS 9.6, Risiko „kritisch“). Der Fehlerbericht war Google 90.000 US-Dollar wert, das ist damit eine der bislang höchsten Auszahlungen für eine Chrome-Sicherheitslücke.
Die Proxy-Komponente erlaubt ebenfalls aufgrund einer „Use-after-free“-Schwachstelle, dass Angreifer in „privilegierter Netzwerk-Position“ mit sorgsam präparierten Webseiten aus der Sandbox ausbrechen (CVE-2026-6297 [3], CVSS 8.3, Risiko „hoch“, laut Google aber „kritisch“). In der Grafikbibliothek Skia können manipulierte HTML-Seiten einen Heap-basierten Pufferüberlauf provozieren, der sensible Informationen aus dem Prozessspeicher entweichen lässt (CVE-2026-6298 [4], CVSS 4.3, Risiko „mittel“, laut Google „kritisch“).
Eine „Use-after-free“-Lücke beim Prerendering von Webseiten in Chrome [5] ermöglicht zudem das Einschleusen von Schadcode mit präparierten Webseiten (CVE-2026-6299 [6], CVSS 8.8, Risiko „hoch“, laut Google „kritisch“). In der „Extended Reality“-Komponente (XR) von Chrome auf Android können Angreifer zudem mit manipulierten HTML-Seiten Lesezugriffe außerhalb vorgesehener Speicherbereiche aufgrund einer „Use-after-free“-Lücke auslösen (CVE-2026-6358 [7], CVSS 8.8, Risiko „hoch“, laut Google „kritisch“).
Weitere 22 Sicherheitslücken stufen die Entwickler als hohes Risiko ein, vier zudem als mittleren Bedrohungsgrad. Die Schwachstellen will Google in den Versionen Chrome 147.0.7727.101 für Android und Linux sowie 147.0.7727.101/102 für macOS und Windows ausgebessert haben. Immerhin: Google erwähnt nichts davon, dass die Schwachstellen bereits im Internet attackiert würden.
Ob der Browser bereits aktuell ist, lässt sich im Versionsdialog feststellen. Der findet sich nach Klick auf das Browser-Menü, das sich hinter dem Symbol mit drei übereinander gestapelten Punkten rechts der Adressleiste verbirgt, und dort weiter über „Hilfe“ zu „Über Google Chrome“. Steht ein Update zur Verfügung, lädt der Dialog es herunter und bietet die Installation an. Unter Linux macht das in der Regel die Softwareverwaltung der Distribution. Auf Android-Smartphones kommt es jedoch oftmals zur verzögerten Auslieferung.
Da andere Browser wie Microsofts Edge auf dem Chromium-Code basieren, dürften sich die Schwachstellen auch darin finden. Auch hier sollten Nutzerinnen und Nutzer daher prüfen, ob Aktualisierungen bereitstehen, und diese anwenden.
Derzeit häufen sich die entdeckten und geschlossenen Sicherheitslücken in Chrome. Erst vergangene Woche haben die Entwickler sogar 60 Sicherheitslecks in Chrome [8] geschlossen.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://chromereleases.googleblog.com/2026/04/stable-channel-update-for-desktop_15.html
[2] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-6296
[3] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-6297
[4] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-6298
[5] https://www.heise.de/thema/Chrome
[6] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-6299
[7] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-6358
[8] https://www.heise.de/news/Google-Chrome-147-Update-stopft-60-Sicherheitsluecken-davon-zwei-kritische-11249800.html
[9] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[10] mailto:dmk@heise.de
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Organische Displays gelten bislang als das Non-plus-Ultra im TV. Samsung will die LCD-Technik mit winzige LEDs pushen und nutzt OLEDs als Bilderrahmen.
Samsung, der koreanische Marktführer bei Fernsehern, bringt nach eigenen Angaben OLED-TVs und LCD-TVs künftig auf dieselbe Qualitätsstufe. Aber natürlich nicht irgendwelche LCDs, sondern solche mit Micro-RGB-LEDs im Backlight.
Die winzigen Leuchtdioden in den LCD-TVs von Samsung bestehen aus einem Cluster aus roten grünen und blauen Dioden in einem gemeinsamen Gehäuse, jedes Farbsegment misst laut Samsung etwa 100 Mikrometer in der Länge – deshalb Samsungs Bezeichnung als MicroRGB-LEDs. Die ursprüngliche Idee von Micro-LEDs war, dass die Kantenlänge des gesamten LED-Gehäuses bis zu 100 Mikrometer misst. Aber um solche Haarspalterei soll es hier nicht gehen (ein menschliches Haar ist zwischen 40 bis 100 Mikrometer dünn).
(Bild: Ulrike Kuhlmann / heise medien)
Entscheidender ist, dass Samsung für die mit farbigen Micro-LEDs ausgestatteten LCD-TVs eine ebenso gute Bildqualität verspricht wie für Geräte mit selbstleuchtenden OLED-Panels. In einer Präsentation konnten wir uns von der enormen Farbsättigung der neuen Modelle überzeugen. Die kräftigen Farben wirken sich auch positiv auf die Kontrastwahrnehmung aus, wobei der Schwarzwert der MicroRGB-LED-TVs ohnehin sehr gut ist. Allerdings bleibt es bei einer, wenn auch geringen Blickwinkelabhängigkeit der Darstellung.
In diesem Jahr bietet Samsung zwei LCD-TV-Serien mit MicroRGB-LEDs im Backlight an: R95H und R85H, jeweils in 65 Zoll, 75 Zoll und 85 Zoll; in der 85er-Reihe finden sich zusätzlich ein 100 Zöller und ein 55 Zöller. Die R95H-Modelle haben mehr Dimming-Zonen, nutzen eine bessere CPU, besitzen eine mattierte, spiegelfreie Oberfläche und ein leicht abweichendes Design mit mittig platziertem Stand.
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Aus Samsung-Sicht ist die verstärkte Zuwendung zu den LCDs nachvollziehbar, denn die eigene QD-OLED-Fertigung ist teuer und in der Diagonale begrenzt. Alternativ kommt derzeit nur Konkurrent LG Display als Lieferant von WOLEDs in Frage. LCD-Panels stellt Samsung zwar nicht selbst her, hat aber durch die eigene Backlight-Entwicklung mehr Möglichkeiten, sich vom Mitbewerb abzusetzen.
Aktuell hat das Unternehmen noch vier OLED-TV-Serien im Programm, eine davon (S95H) ist die Fortführung der Vorjahresgeräte (S95F). Das Topmodell, der schicke S99H, ist in Diagonalen von 55 bis 85 Zoll erhältlich. Sein mattiertes Display hängt wie ein Bild in der etwas breiteren TV-Einfassung. Er erreicht laut Samsung eine um 35 Prozent höhere Spitzenleuchtdichte, was sich in HDR-Sequenzen bemerkbar macht.
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Bis auf den explizit als Bilderrahmenfernseher angebotenen The Frame Pro [1] werden derzeit keine TV-Modell mit Samsungs One Connect-Box ausgeliefert. Die Topmodelle R95H und S99H lassen sich optional um eine drahtlose One-Connect-Box erweitern. Dann stehen zusätzlich zu den vier HDMI-Eingängen im TV vier weitere in der Box zur Verfügung. Die drahtlose Signalbox kostet einige hundert Euro, was sich offenbar selbst bei den teureren TV-Geräten nicht gerechnet hat.
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Aber: Samsung erlaubt am S99H den Bilderrahmenmodus, er darf also über längere Zeit denselben Bildinhalt anzeigen. Das ist ein absolutes Novum bei Fernsehern mit organischem Display. Bislang aktivieren OLED-TVs nach kurzer Anzeige eines Standbilds automatisch einen im Wesentlichen schwarzen Bildschirmschoner. Die Bilderrahmenfunktion wird zwar anders als beim Frame nicht automatisch aktiviert, wenn der Fernseher in den Ruhezustand wechselt. Der Fernseher gibt aber Zugriff auf Samsungs Art Store, um Kunstwerke oder auch eigene Bilder anzuzeigen. Wir haben nachgefragt, wie Samsung mit möglichem Einbrennen nach exzessivem Gebrauch der Bilderrahmenfunktion umgehen will. Eine Antwort steht noch aus.
Samsung hat seinen neuen OLEDs nach eigenen Angaben eine dickere organische Leuchtschicht spendiert, wobei „dicker“ im Grunde ein zusätzlicher Layer bedeutet, was auch zusätzlich kostet. Im Gegenzug leuchten die TVs heller beziehungsweise benötigen bei gleicher Leuchtdichte ein Drittel weniger Energie als die Vorjahresmodelle.
Trotz der Modellvielfalt scheint es so, als wolle Samsung die QD-OLED-Fertigung für den TV-Bereich nicht weiter ausbauen. Die kürzlich angekündigte Änderung der Pixelstruktur von im Dreieck angeordneten Subpixeln (sogenannte Diamond-Struktur) in die für LCDs üblichen RGB-Streifen wird im Monitorbereich erst im kommenden Jahr kommen, erklärte uns ein Samsung-Mitarbeiter. Ob sie bei Fernsehern jemals eingesetzt wird, ließ der Hersteller offen.
Angesichts des verstärkten Hangs zum MicroRGB-LED-Backlight im LCD-TV scheint uns das aber fraglich, denn es würde enorme Investitionskosten erfordern, die sich im preissensitiven TV-Segment kaum wieder einspielen ließen. Und nicht zuletzt dürfte die starke Konkurrenz aus China dagegensprechen, die den Markt derzeit mit niedrigen Preisen quasi von hinten aufrollt.
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Ein witziges Gimmick neben den vielen KI-Funktionen zur leichteren Bedienung des TVs hat Samsung seinen 2026er-Geräten spendiert: den KI-Fußballmodus. Mit ihm kann man während einer Übertragung entweder die Stadiongeräusche herunterdrehen, um den Kommentar besser zu verstehen. Oder man dreht dem Kommentator den Saft ab und kommentiert das Spiel stattdessen selbst.
Das Ganze funktioniert im Fußballmodus in einem Untermenü über zwei Slider. Und weil die Funktion auch für andere Gelegenheiten hilfreich sein kann, hat Samsung sie zusätzlich im Modus AI-Sound integriert, um Hintergrundgeräusche oder Sprache zu reduzieren oder zu verstärken.
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Einem Medienbericht zufolge stand die KI-App Grok kurz vor dem Ausschluss aus Apples App Store. Grund waren uneinvernehmlich erstellte Deepfake-Nacktbilder.
Der Vorwurf, der aus Kreisen der Politik und von Nutzern erhoben wurde, wog schwer: Fassen Apple und Google die Apps von finanz- und reichweitenstarken Unternehmen selbst bei eklatanten Verstößen gegen die App-Store-Regeln mit Samthandschuhen an? Dieser Verdacht ist in der Vergangenheit schon mit Blick auf die Apps von Meta laut geworden. Als jedoch bekannt wurde, dass das KI-Modell Grok uneinvernehmlich erstellte Deepfake-Nacktbilder von Frauen [1] und mutmaßlich auch von Kindern ermöglichte, schüttelten Kritiker nur noch mit dem Kopf. Wieso duldeten Apple und Google dies?
In einem nicht öffentlichen Brief an US-Senatoren, der jetzt durch NBC News veröffentlicht [2] wurde, tritt Apple dem Eindruck entgegen, dass das Unternehmen untätig geblieben sei. Sowohl xAI als Herausgeber der KI Grok als auch X als soziales Netzwerk, das Grok integriert, seien nach Beschwerden und Medienberichten kontaktiert worden. Auch habe Apple Verstöße gegen die Richtlinien festgestellt und den Firmen ein Ultimatum gestellt. Nur wenn sie ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Content-Moderation umsetzen, bleibe ihnen der Rauswurf erspart. Auf politischer Ebene wird bereits über ein Verbot von KI-Systemen für Deepfakes [3] ohne Zustimmung diskutiert.
X und xAI haben zwischenzeitlich reagiert und das Erstellen von Deepfakes erschwert. Laut NBC News sollen die Schutzmechanismen weiterhin umgehbar sein. Veröffentlichungen in einem Ausmaß von vor einigen Monaten waren zuletzt aber nicht mehr festzustellen. xAI habe Apple unter anderem Einschränkungen der Bildbearbeitungsfunktionen und stärkere Zugriffsbeschränkungen versprochen.
Laut dem Bericht soll Grok auch tatsächlich kurz vor dem Rauswurf gestanden haben. Während bei X rasch nachgebessert wurde, habe sich der Entwickler der Grok-App Zeit gelassen. In der Öffentlichkeit war von alledem freilich nichts zu bemerken: Apple äußerte sich öffentlich zu den Vorgängen nicht. Kritiker beharren indessen darauf, dass der iPhone-Hersteller im Falle eines Einzelentwicklers oder Start-ups die Regeln konsequenter durchsetzen würde. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Apple Updates für Vibe-Coding-Apps blockiert [4], weil diese gegen technische Richtlinien verstießen.
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[2] https://www.nbcnews.com/tech/tech-news/apple-threat-remove-grok-app-store-deepfake-letter-musk-x-ai-rcna331677
[3] https://www.heise.de/news/EU-Ausschuss-unterstuetzt-Verbot-von-Deepfake-faehigen-KI-Systemen-mit-Ausnahmen-11216979.html
[4] https://www.heise.de/news/Apple-blockiert-Updates-fuer-Vibe-Coding-Apps-11216714.html
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Das überarbeitete Werkzeug „Skin AI“ trennt zwischen Haut- und Gesichtsretusche, um wie hier die Haut zu glätten.
(Bild: Skylum)
Luminar hat seine KI-gestützte Bildbearbeitung um neue und verbesserte Werkzeuge für die Porträtretusche und möglichst natürliche Hintergrundunschärfe ergänzt.
Der Softwarehersteller Skylum bemüht sich mit der neuen Version der KI-Bildbearbeitung Luminar 1.27 um möglichst naturgetreue Hautretusche, authentisches Bokeh und natürliche Übergänge bei Masken. Die neuen Funktionen sind laut Hersteller sowohl auf dem Desktop als auch auf Mobilgeräten einheitlich verfügbar. Luminar synchronisiert die Bearbeitungen zwischen den Geräten. Fotografen sollen dadurch nahtlos wechseln und weiterarbeiten können.
Das überarbeitete Werkzeug „Skin AI“ trennt zwischen Haut- und Gesichtsretusche. Nutzer können so einzelne Bereiche bearbeiten, ohne das gesamte Gesicht zu verändern. Ein Blemish-Removal-Regler ersetzt die bisherige Checkbox zum Entfernen von Hautunreinheiten. Ziel ist ein natürlicher Look, der störende Details reduziert, aber die Hautstruktur erhält.
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Das Face-AI-Werkzeug erkennt selbsttätig Gesicht, Augen und Mund. Es kann in der neuen Version Augenringe abschwächen. Das soll auch bei leicht gedrehten Gesichtern zuverlässig funktionieren.
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Die neue Mask-Feather-Funktion sorgt für weiche Übergänge bei lokalen Anpassungen. Indem sie Übergänge zwischen bearbeiteten und unveränderten Bildbereichen glättet. Helligkeitskorrekturen oder Retuschen sollen damit natürlicher wirken.
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Der Filter „Bokeh AI“ bildet den Look lichtstarker Objektive nach. Er zeichnet den Hintergrund bei Porträts oder Tieraufnahmen weich und verleiht ihnen damit mehr Tiefe. Die Technik erzeugt mehrstufige Tiefenkarten, um die Geometrie der Szene vorherzusagen und Motive sowie Vorder- und Hintergrund zu trennen. So entsteht im Bestfall eine natürliche Unschärfe mit sanften Lichtpunkten.
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Das Update steht ab sofort für Windows und macOS sowie als Mobil-App für iOS, Android und ChromeOS zur Verfügung. Luminar kostet 140 Euro. Registrierte Nutzer erhalten das Update auf Version 1.27 kostenlos.
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