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Der Rabbiner, den es nie gab – und dem Tausende folgten

Von Wassilis Aswestopoulos

Wassilis Aswestopoulos

Zwei Bilder eines Rabbiners

KI-generierter Rabbiner Menachem Goldberg.

(Bild: Screenshots Wassilis Aswestopoulos)

Ein KI-generierter Rabbiner sammelte Tausende Follower, bevor Gläubige die Täuschung entdeckten. Jetzt warnen Ethiker.

Ein weißhaariger, bärtiger, freundlich auftretender Mann präsentierte sich in sozialen Medien als chassidischer Rabbiner. Auf TikTok [1] und Instagram [2] verbreitet der Account unter dem Namen Menachem Goldberg in Videos spirituelle Botschaften über den Glauben.

Dazu kommen esoterisch anmutende Botschaften für den Erfolg und die Selbstoptimierung. Am Ende der Videoansprachen bewarb der "Rabbiner" kostenpflichtige digitale Produkte.

Der "Chassidismus ist eine religiös-mystische Bewegung [3]" liest man über diese jüdische Bewegung, die den Ultraorthodoxen zugerechnet wird.

Dass ein Rabbi über soziale Medien E-Books und Ratgeber vermarktet und diese als spirituelle Hilfsmittel sowie Werkzeuge zur Verbesserung des Lebens bewirbt, erscheint auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich zu sein. Rabbi Menachem Goldberg erfreute sich exponentiell zunehmender Beliebtheit.

Wie der Schwindel aufflog

Seine Botschaften, die mit väterlich beruhigender Stimme vorgetragen werden, klingen leicht verständlich. Zu leicht verständlich für einige, die misstrauisch wurden.

Die Nutzer fanden visuelle Unstimmigkeiten. Die Inschriften auf Hebräisch sind teilweise fehlerhaft. Das Arrangement der Gegenstände in den Videos ist nicht unbedingt mit den Religionsvorschriften konform. Der vermeintliche Rabbiner gibt für seine Weisheiten keine oder nur kaum Quellen an. Man begann zu recherchieren und konnte verifizieren, dass es keinen Rabbi Menachem Goldberg gibt.

Der anfänglich so beliebte "Rabbiner" entpuppte sich als Werk der Künstlichen Intelligenz.

KI als Werkzeug – nicht als Autorität

Dass sich einige Rabbiner der KI bedienen [4], ist nicht neu. Rabbi Josh Franklin aus Long Island bekannte sich schon vor knapp drei Jahren dazu. Es gibt mehrere Rabbi-Apps [5], die mit künstlicher Intelligenz beim Studium der kanonischen Sammlung der hebräischen Schriften, dem Tanach helfen. Eine komplett KI-generierte Figur eines Rabbiners verstört dagegen die Gläubigen.

Der Fall löste in Israel öffentliche Diskussionen [6] aus. Eine Denkfabrik für jüdische Ethikfragen, Tzohar mahnt [7], dass man künstliche Intelligenz nicht als menschliche religiöse Autorität auftreten lassen soll.

Die israelische Presse zitiert Vertreter von Tzohar, deren Meinung gemäß halachische und ethische Leitlinien auf menschlichem Urteilsvermögen und dem Kontext der realen Welt beruhen würden. KI dürfe in Bereichen, in denen Entscheidungen das Leben von Menschen, gemeinschaftliche Normen oder religiöse Praktiken betreffen, nicht als Ersatz für einen humanen Rabbiner dienen.

Das religiös-ethische Zentrum betonte die Notwendigkeit der Transparenz bei der Anwendung der KI. Die Verbraucher hätten ein Recht darauf zu erfahren, wann Inhalte mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder verbreitet werden, insbesondere wenn diese so aufbereitet sind, dass sie religiöse Glaubwürdigkeit vortäuschen. Gefordert wird deshalb eine öffentlich sichtbare Kennzeichnung und klarere Regeln.

Rabbiner auf TikTok

KI-generierter Rabbiner Menachem Goldberg auf TikTok.

(Bild: Screenshot Wassilis Aswestopoulos)

Die Folgen der Enthüllung

Mittlerweile ist das Profil auf TikTok als KI-Produkt gekennzeichnet. Dort fallen die Followerzahlen und auch die Klick-Zahlen der neuen Videos sind überschaubar.

Auf Instagram fehlt die Kennzeichnung noch. Das Profil konnte seine Anhängerschaft besser halten als auf TikTok.

Es ist offensichtlich, dass es Zeitgenossen gibt, die auch in technologisch erstellten spirituellen Inhalten Trost finden und daraus Kraft schöpfen können. Im Chaddismus [8] hat der Rabbiner die Rolle des Vermittlers zwischen Gott und den Gläubigen. Es ist auch für Nicht-Religiöse offensichtlich, dass mit dem nicht gekennzeichneten KI-"Rabbiner" Grenzen überschritten wurden.

Vom Golem zur KI – eine alte Warnung

Übrigens gibt es auf TikTok natürlich auch real existierende chassidische Rabbiner, wie Rabbi Shais Taub [9]. Taub referiert unter anderem über KI-erzeugte Deepfakes. Er kommt zu dem Schluss, dass dies so neu nicht wäre. Auch in der Antike habe es Scharlatane gegeben, meint er.

Als Lesetipp zu empfehlen ist ein Essay [10] von Joshua Schultheiss in der Jüdischen Allgemeinen, wo er die KI mit dem Golem vergleicht. Dem mystischen Wesen, das Rabbi Jehuda Löw im Alten Prag ursprünglich als Diener und Beschützer der jüdischen Gemeinde aus Lehm schuf. Der seelenlose Golem wandte sich in einer Ausführung der Legende gegen die Menschen – Rabbi Löw musste – im übertragenen Sinne – seinen Stopp-Code aktivieren.

Bleibt die Frage, ob wir bei unserer KI sicher sind, dass wir den Ausschaltknopf zu jeder Zeit zur Verfügung haben?


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11174281

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.tiktok.com/@rabbigoldberg1%C2%A0
[2] https://www.instagram.com/rabbisblueprint/%C2%A0
[3] https://www.juedische-allgemeine.de/glossar/chassidismus/
[4] https://www.fox5ny.com/news/long-island-rabbi-uses-ai-chatgpt-to-create-sermons
[5] https://rabbiai.app/
[6] https://www.jpost.com/omg/article-884045
[7] https://tzohar-eng.org/
[8] https://www.uni-augsburg.de/de/fakultaet/philhist/professuren/kunst-und-kulturgeschichte/europaische-ethnologie-volkskunde/exkursionen/ukraine-lemberg-czernowitz/sadagora-sadhora-zentrum-des-chassidismus/
[9] https://www.tiktok.com/@rabbi_shais_taub/video/7519190184747994381
[10] https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/uebermenschlich-allzumenschlich/

Copyright © 2026 Heise Medien

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  • 15. Februar 2026 um 10:45

Mikroplastik: Das neue Asbest, das niemand verbieten will

Von Christoph Jehle

Christoph Jehle

Mikroplastikpartikel auf einem Finger

Kunststoffpartikel auf einem Finger

(Bild: maxshot.pl/Shutterstock.com)

Forscher finden die Partikel in Blut und Organen. Die Gesundheitsrisiken sind enorm – doch Politik und Wirtschaft schauen weg.

Mikroplastik im Blut, in der Leber, in der Lunge – Forschungsergebnisse zeigen: Kunststoffpartikel reichern sich im menschlichen Körper an. Welche gesundheitlichen Langzeitfolgen dies hat, ist noch nicht geklärt. Eine Politik, die dieses Risiko verringern könnte, wird jedoch mit Verweis auf den Industriestandort Deutschland ausgebremst.

Kunststoffe gelten heute als allgegenwärtig und sind aus unserem Leben kaum mehr wegzudenken. Verschiedene Studien belegen inzwischen, dass kleinste Partikel auch im menschlichen Körper nachweisbar sind. Dabei wäre ohne Kunststoffverpackungen die industrielle Nahrungsmittelproduktion und der Selbstbedienungs-Lebensmittelhandel heute kaum noch möglich – der tägliche Einkauf deutlich aufwendiger.

Die schädlichen Folgen dieser Erleichterungen sollen im Interesse des gewünschten wirtschaftlichen Aufschwungs jedoch ausgeblendet werden. Das von Kleinkindern bekannte Verhalten – die Hand vor die Augen halten und hoffen, nicht gesehen zu werden – scheint nun auch die politische Strategie zu bestimmen.

Mit massiven Presseveröffentlichungen soll die Unsichtbarkeit der Umweltbelastung in den Köpfen der Bevölkerung verankert werden, indem wissenschaftliche Erkenntnisse bewusst heruntergespielt werden.

Forscher bezweifeln Gefahr

Wenn man Forschungsergebnisse nicht widerlegen kann, kann es zumindest im öffentlichen Raum erfolgreich sein, zu argumentieren, dass man diese Verunreinigungen ja mit dem bloßen Auge gar nicht sehen könne und diese Feststellung so oft wiederholen, dass nicht nur KI-Modelle sie als belegt betrachten.

So wundert es nicht wirklich, wenn jetzt mehrere Studien zu Mikroplastik im menschlichen Körper in der Kritik stehen, weil Fachleute sie für unzuverlässig und methodisch fragwürdig halten. Die dort angegebenen Mengen seien teilweise heillos übertrieben [1].

Offensichtlich will man die Menschen jetzt nicht beunruhigen und kommt mit der Forderung um die Ecke, dass die Wissenschaft da besser nicht so genau hinsehen soll, weil eine Gefährdung durch Mikro- und Nanoplastik ebenso wie die Einlagerung von Pfas in den menschlichen Körper jetzt als unvermeidlich bezeichnet werden kann, weil ein Pfas-Verbot den deutschen Wohlstand gefährden [2] könnte.

Dass sich Plastikmaterialien sowie Ewigkeitschemikalien wie Pfas in der Umwelt verbreiten, ist zwar schon geraume Zeit bekannt, die Auswirkungen durch eine dauerhafte Exposition für den Menschen ist jedoch noch noch weitgehend unerforscht.

Auch wenn aktuelle Erkenntnisse bislang keine endgültige Schlussfolgerung über die Auswirkungen von Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit zulassen, kann man sich nicht sicher sein, dass die Aufnahme dieser Kleinpartikel in den menschlichen Körper folgenlos bleiben stellt ein aktueller Beitrag [3] im deutschen Ärzteblatt fest.

Auswirkungen von Plastik auf die menschliche Gesundheit

Ein Team um Megan Deeney [4] von der London School of Hygiene & Tropical Medicine [5] veröffentlichte unter dem Titel "Global health burdens of plastics: a lifecycle assessment model from 2016 to 2040 [6]", im Januar 2026 eine Studie in The Lancet Planetary Health.

Die Studie quantifiziert erstmals die Gesundheitsfolgen von Kunststoffen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg – und zeigt auf, welche Maßnahmen die Belastung verringern könnten. Ziel ist es, Umwelt-, Wirtschafts- und Gesundheitsaspekte gleichermaßen zu berücksichtigen.

Die Autoren kombinierten dabei eine Materialflussanalyse mit einer Lebenszyklusanalyse, um die Gesundheitsfolgen von Kunststoffen zwischen 2016 und 2040 zu quantifizieren. Als Maßstab dienten DALYs (Disability-Adjusted Life Years) – verlorene gesunde Lebensjahre durch Krankheit oder vorzeitigen Tod.

Untersucht wurden die globalen Auswirkungen von Treibhausgasen, Feinstaub und chemischen Emissionen, die bei Kunststoffen im Siedlungsabfall entstehen – das sind rund 64 Prozent der weltweiten Kunststoffproduktion. Die Analyse erfasste den gesamten Lebenszyklus: von der Produktion über Transport und Recycling bis zur Entsorgung.

Berücksichtigt wurden auch beispielhafte Alternativen wie Einwegmaterialien aus anderen Stoffen und Mehrwegsysteme, etwa für Glas. Direkte Gesundheitsschäden durch Chemikalienbelastung während der Produktnutzung sowie durch Mikro- und Nanoplastik konnten mangels Daten nicht einbezogen werden.

Die Ökobilanz basierte auf Ecoinvent-Daten (Versionen 3.8 und 3.10) sowie der ReCiPe 2016-Methode zur Wirkungsabschätzung, aktualisiert mit den Erwärmungscharakterisierungsfaktoren des Weltklimarats IPCC von 2021.

"Risikofaktoren, die laut der 'Global Burden of Disease'-Studie für das Jahr 2016 eine von der Größenordnung her vergleichbare Krankheitslast aufweisen, wären Radon mit etwa 1,9 Millionen DALYs oder die berufsbedingte Belastung mit Asbest in Höhe von etwa 4,2 Millionen DALYs", wird Dietrich Plaß [7] vom Umweltbundesamt in der Zeitschrift Ökotest zitiert [8], der selbst nicht an der aktuellen Berechnung beteiligt war.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11170216

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/mikroplastik-forscher-bezweifeln-gefahr-durch-partikel-im-koerper-a-9d93778f-5621-4f64-a99c-d4fdfe80546f
[2] https://www.bayern.de/bayerns-wirtschaftsminister-fordert-von-der-eu-nderungen-bei-bioenergie-frderung-gebudeenergievorschriften-und-den-pauschalen-pfas-verboten/
[3] https://di.aerzteblatt.de/int/archive/article/246672
[4] https://www.lshtm.ac.uk/aboutus/people/deeney.megan
[5] https://www.lshtm.ac.uk/aboutus
[6] https://www.thelancet.com/journals/lanplh/article/PIIS2542-5196(25)00284-0/fulltext
[7] https://www.linkedin.com/in/dr-dietrich-plass-83917272/
[8] https://www.oekotest.de/gesundheit-medikamente/Modellrechnung-warnt-Plastik-koennte-bis-2040-Millionen-gesunde-Lebensjahre-kosten-_16091_1.html

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  • 15. Februar 2026 um 08:00

Preisexplosion droht: Western Digital hat Festplatten für 2026 fast ausverkauft

Von Ingo Pakalski
Der Boom rund um künstliche Intelligenz hat bereits Speichermodule teuer gemacht, nun droht das auch für Festplatten .
Die Nachfrage nach Festplatten ist bei Western Digital groß. (Bild: Pixabay)
Die Nachfrage nach Festplatten ist bei Western Digital groß. Bild: Pixabay

Der Festplattenhersteller Western Digital hat nach eigenen Angaben bereits fast alle für 2026 geplanten Festplatten verkauft. In einem Interview zur Vorstellung der aktuellen Geschäftszahlen sagte Irving Tan, CEO von Western Digital, dass "wir für das Kalenderjahr 2026 so gut wie ausverkauft" sind. Damit sind klassische Festplatten gemeint, berichtet das Magazin Wccftech .

"Wir haben feste Bestellungen von unseren sieben größten Kunden" , ergänzt Tan und macht deutlich, dass große Unternehmenskunden für den Hersteller eine immer größere Bedeutung haben. Der Cloudumsatz von Western Digital machte zuletzt 89 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das Unternehmen ist einer der größten Hersteller für Festplatten auf dem Markt.

"Außerdem haben wir mit zwei von ihnen langfristige Vereinbarungen für das Kalenderjahr 2027" , so der CEO, was bedeutet, dass weitere Großunternehmen im großen Stil auch langfristig Festplatten bei Western Digital einkaufen. Mit einem dieser Großkunden seien solche Vereinbarungen sogar bereits für das "Kalenderjahr 2028 geschlossen" worden, erklärte Tang.

Privatkundengeschäft spielt kaum noch eine Rolle

Das normale Endkundengeschäft für Privatpersonen und kleine Unternehmen spiele nach Angaben von Western Digital kaum noch eine Rolle: Der Anteil davon mache nur noch 5 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Die Äußerungen von Western Digital deuten darauf hin, dass die Preise für normale Festplatten massiv steigen könnten, falls die Nachfrage das Angebot massiv übersteigt. Bei Speicherchips gibt es diese Entwicklung schon länger. In beiden Fällen ist der Ausbau von KI-Rechenzentren für diese Engpässe verantwortlich, die Datenmengen in Exabyte-Dimensionen benötigen.

Denn viele große Firmen benötigen für die Zukunft von KI enorme Datenmengen und kaufen daher in großem Stil die Lagerbestände der Festplattenhersteller auf. Sie bezahlen dabei auch für Geräte, die noch gar nicht produziert wurden. Diese kommen dann natürlich nie auf den normalen Markt, so dass sich ein Engpass ergibt, was wiederum die Preise nach oben treibt.

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  • 15. Februar 2026 um 11:53

Smartphone: Ist Googles Pixel 10a nur ein leicht verändertes Pixel 9a?

Von Ingo Pakalski
Vorab bekannt gewordene technische Daten des Pixel 10a zeigen: Es gibt nur wenige Änderungen im Vergleich zum Vorgänger- Smartphone .
Alle Details zu Googles Pixel 10a sind vorab bekannt geworden. (Bild: Google/Screenshot: Golem)
Alle Details zu Googles Pixel 10a sind vorab bekannt geworden. Bild: Google/Screenshot: Golem

Wenn Google das neue Pixel 10a am 18. Februar 2026 offiziell vorstellen wird, sind kaum noch Überraschungen zu erwarten. Google bestätigte den Vorstellungstermin. Etliche Vorabinformationen haben allerdings bereits den Preis und mittlerweile auch alle technischen Daten enthüllt. Ein Bericht von Winfuture bezieht sich etwa auf das technische Datenblatt des Pixel 10a, das dem Magazin durch Händlerdaten vorliege.

Demnach bietet das Pixel 10a lediglich einen verbesserten Displayschutz, schnelleres Laden sowie eine neuere Bluetooth-Version. Googles neues Mittelklasse-Smartphone ist mit Bluetooth 6.0 ausgestattet und verwendet Cornings Gorilla Glass 7i statt Gorilla Glass 3 wie beim Vorgängermodell. Dadurch soll das Display besser vor Kratzern und Beschädigungen geschützt sein als beim Pixel 9a.

Der Akku des Pixel 10a lässt sich mit 45 Watt laden, beim Pixel 9a sind es nur 23 Watt – die Akkukapazität blieb mit 5.100 mAh unverändert. Das Datenblatt erwähnt drahtloses Laden nicht. Derzeit ist nicht bekannt, ob Google die Option des drahtlosen Ladens tatsächlich gestrichen hat oder dies in den Spezifikationen nur nicht erwähnt wird.

Kein schnellerer Prozessor, kein besseres Display

Am Prozessor, dem Display und der Kamera wurden nach Angaben von Winfuture keine Änderungen vorgenommen. So gibt es als Prozessor wieder den Tensor G4 von Google und das Display hat eine Diagonale von 6,3 Zoll. Es liefert dabei eine Auflösung von 2.424 x 1.080 Pixeln und bietet eine maximale Bildwiederholrate von 120 Hz. Die Kameraeinheit soll neuerdings flacher sein und nicht mehr aus dem Gehäuse herausragen.

Offizielle Preise gibt es noch nicht, der Bericht bezieht sich auf ein spezielles Angebot von Mediamarkt zum Marktstart: Demnach gibt es das Pixel 10a mit 256 GByte Speicher anfangs zum regulären Preis des 128-GByte-Modells, wenn es bis zum 15. Februar 2026 bestellt wird. Im Bericht heißt es, dass das Pixel 10 mit 128 GByte Speicher 500 Euro kosten und das Modell mit 256 GByte für 600 Euro angeboten wird.

Bisher war davon ausgegangen worden, dass es das Pixel 10a mit 128 GByte Speicher für 550 Euro geben wird . Für das 256-GByte-Modell wurde mit 650 Euro gerechnet. Welche der beiden Preisangaben korrekt sein wird, zeigt sich am 18. Februar 2026, wenn Google das Pixel 10a offiziell vorstellen wird.

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  • 15. Februar 2026 um 11:21

Realistische KI-Videos: Disney wirft Bytedance "virtuellen Raubüberfall" vor

Von Ingo Pakalski, dpa
Disney will es sich nicht gefallen lassen, dass Bytedance Charaktere aus Star Wars und Marvel ohne Erlaubnis für KI-Videos verwendet.
Disney möchte keine Star-Wars-Charaktere in KI-Videos von Bytedance. (Bild: Tom Dulat/Getty Images for The Lego Group)
Disney möchte keine Star-Wars-Charaktere in KI-Videos von Bytedance. Bild: Tom Dulat/Getty Images for The Lego Group

Das Hollywoodstudio Disney hat Bytedance wegen des KI-Modells Seedance 2.0 ein Unterlassungsschreiben geschickt. Das Filmstudio verwies dabei darauf, dass in den per KI erzeugten Clips unerlaubt Figuren etwa aus Star Wars und dem Marvel-Universum vorkamen, wie in Branchenkreisen nach einem Bericht des Magazins Axios bestätigt wurde.

"Trotz der öffentlich bekannt gemachten Einwände von Disney missbraucht Bytedance die Figuren von Disney, indem es diese reproduziert, vertreibt und abgeleitete Werke mit diesen Figuren erstellt. Der virtuelle Raubzug von Bytedance auf das geistige Eigentum von Disney ist vorsätzlich, weitreichend und völlig inakzeptabel" , schrieb David Singer, der externe Anwalt von Disney.

Seedance 2.0 hatte diese Woche zunächst mit einem per KI erzeugten Video die US-Filmbranche aufgeschreckt. In dem KI-Video sind die Hollywood-Stars Tom Cruise und Brad Pitt im Kampf auf einem Hausdach zu sehen . Der Chef des Branchenverbandes Motion Picture Association (MPA), Charles Rivkin, forderte Bytedance auf, Urheberrechte zu wahren.

Immer bessere KI-Videosoftware

Das in China ansässige Bytedance-Unternehmen hatte erst kürzlich das US-Geschäft von Tiktok an neue Investoren abgegeben , die Kontrolle über die Video-App im Rest der Welt aber behalten.

In den vergangenen Jahren sind die Fähigkeiten von KI-Software immer besser darin geworden, Videos aus Textvorgaben zu erzeugen. So brachte der ChatGPT-Entwickler OpenAI im vergangenen Jahr mit Sora 2 eine Software heraus, bei der sich Nutzer nach einem kurzen Scan mit dem Smartphone auch selbst in kurze Videoclips einbauen können.

Filmschaffende sorgen sich um ihre Jobs

Disney gewährte OpenAI eine Lizenz zur Nutzung der Figuren des Studios in den Sora-Videos und investierte eine Milliarde US-Dollar in die KI-Firma. Gegen andere Entwickler gingen Disney und weitere Hollywood-Unternehmen rechtlich vor, es ging um den Vorwurf der Urheberrechtsverletzung.

Der bekannte Drehbuchautor Rhett Reese sorgt sich wegen des Videos mit Cruise und Pitt um seinen Job . Er schrieb an Drehbüchern mit, unter anderem bei mehreren Deadpool-Verfilmungen und an Zombieland. Er fürchtet nun, dass bald Filme mit Hollywood-Qualität von einer einzigen Person am Computer erstellt werden könnten.

Netflix zeigt keine Angst vor KI

Netflix-Inhaltschefin Bela Bajaria sieht die KI-Entwicklung dagegen gelassen. Auch wenn der Clip mit Cruise und Pitt eine "coole Actionszene" gewesen sei – "es ist nicht wirklich das, was Leute mit Geschichten verbindet" , sagte sie dem US-Fernsehsender CNBC . Emotionen und die Kunst des Geschichtenerzählens könne man nicht ersetzen.

Für Netflix wiederum werde es "nie darum gehen, etwas billiger zu machen" , versicherte die Managerin des Streaming-Riesen. Bei dem Dienst wurde KI bisher punktuell in einigen Produktionen eingesetzt.

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  • 15. Februar 2026 um 11:00

Jetzt aktualisieren! Chrome-Update schließt attackierte Lücke

Von Heise
Verzerrtes Chrome-Logo und Achtung-Schild vor Matrix-Zeichenregen-Hintergrund

(Bild: heise online / dmk)

Google hat zum Wochenende ein Notfall-Update für den Webbrowser Chrome veröffentlicht. Es schließt eine bereits attackierte Lücke.

Google hat am Freitagabend ein Update außer der Reihe für den Webbrowser Chrome herausgegeben. Damit schließen die Entwickler eine Sicherheitslücke, die bereits in freier Wildbahn attackiert wird.

Viele Details zur Sicherheitslücke nennt der Schwachstelleneintrag CVE-2026-2441 nicht. „Eine Schwachstelle des Typs ‚Use after free‘ in der CSS-Verarbeitung in Google Chrome vor Version 145.0.7632.75 ermöglicht Angreifern, mit einer manipulierten HTML-Seite beliebigen Code innerhalb einer Sandbox auszuführen“, beschreibt das Chrome-Projekt das Problem (CVE-2026-2441 [1], CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Bei solch einer Schwachstelle greift der Programmcode auf bereits freigegebene Ressourcen erneut zu, deren Inhalt undefiniert ist. Das löst in der Regel einen Absturz aus, kann aber auch zur Ausführung von eingeschleustem Schadcode führen.

Laut der Chrome-Release-Ankündigung [2] sind die Versionen 144.0.7559.75 für Linux, 145.0.7632.75/76 für macOS und Linux sowie die Extended-Stable-Fassung [3] 144.0.7559.177 für macOS und Windows nicht mehr für die Sicherheitslücke anfällig.

Mittwoch gemeldet, Freitag gefixt

Das Sicherheitsleck hat Shaheen Fazim am Mittwoch, dem 11. Februar 2026 an Google gemeldet, das Update haben die Entwickler am Abend des 13. Februar in die Softwareverteilung gegeben. „Google ist bekannt, dass ein Exploit für CVE-2026-2441 in freier Wildbahn existiert“, erklärt das Unternehmen in den Release-Ankündigungen. Wie die Angriffe genau aussehen, auf wen sie abzielen und in welchem Umfang sie stattfinden, darüber schweigt Google sich aus.

Die Aktualisierung lässt sich über den internen Update-Mechanismus anstoßen. Durch Klick auf das Symbol mit den drei aufeinandergestapelten Punkten rechts von der Adressleiste und weiter über „Hilfe“ findet sich der Punkt „Über Google Chrome“. Der zeigt den aktuell laufenden Softwarestand an und startet gegebenenfalls den Update-Vorgang. Unter Linux ist in der Regel der Aufruf der Softwareverwaltung der Distribution für die Aktualisierung nötig. Da auch weitere Browser wie Microsofts Edge auf der Chromium-Basis beruhen, dürften in Kürze hierfür ebenfalls dringende Aktualisierungen bereitstehen, die Nutzerinnen und Nutzer zeitnah installieren sollten.

In der Nacht zum Donnerstag dieser Woche hat Google den Entwicklungszweig 145 von Chrome [4] herausgegeben. Darin haben die Programmierer bereits drei hochriskante Schwachstellen und acht mit geringerer Risikoeinstufung ausgebessert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11176825

Links in diesem Artikel:
[1] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-2441
[2] https://chromereleases.googleblog.com/2026/02/stable-channel-update-for-desktop_13.html
[3] https://chromereleases.googleblog.com/2026/02/extended-stable-updates-for-desktop_13.html
[4] https://www.heise.de/news/Chrome-145-bringt-JPEG-XL-zurueck-11173753.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:dmk@heise.de

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  • 14. Februar 2026 um 21:43

Amazon verliert die Kontrolle über die Preise seiner Händler

Von Christoph Jehle

Christoph Jehle

Pfeil aus dem Amazon-Logo schneidet Preisetikett ab

Amazon muss seine Preiskontrolle aufgeben. Das Bundeskartellamt greift hart durch – und verhängt erstmals eine besondere Strafe.

Das Bundeskartellamt hat am 5. Februar die Praxis von Amazon in den USA und ihrer Tochter in Luxemburg untersagt, die Preise von Händlern auf dem deutschen Amazon Marketplace zu beeinflussen. Amazon darf Mechanismen zur Kontrolle der Händlerpreise künftig nur noch ausnahmsweise, insbesondere für Fälle des Preiswuchers, nach Vorgaben des Bundeskartellamtes einsetzen.

Die Marktmacht von Amazon kann den deutschen Markt massiv beeinflussen

Amazon ist Betreiber eines umfassenden digitalen E-Commerce-Ökosystems, zu dem auch die Handelsplattform amazon.de gehört, die rund 60 Prozent des Umsatzes im deutschen Onlinehandel mit Waren auf sich vereint.

Auf dieser Plattform ist Amazon zum einen mit seinem Eigenhandelsgeschäft namens "Amazon Retail" tätig, zum anderen betreibt das Unternehmen dort den Onlinemarktplatz "Amazon Marketplace", über welchen Dritthändler, sogenannte Marktplatzhändler, ihre Waren direkt an Endkundinnen und Endkunden verkaufen können.

Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich gezeigt, dass rund 60 Prozent der über die Handelsplattform amazon.de vertriebenen Waren von unabhängigen Dritthändlern und nicht von Amazon Retail an die Endkundinnen und -kunden verkauft werden. Die Dritthändler verantworten ihre Preise auf dem Amazon Marketplace und tragen das wirtschaftliche Risiko ihrer Verkaufsaktivitäten selbst.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, stellt dazu fest [1]:

"Amazon tritt auf seiner Plattform in den direkten Wettbewerb zu den übrigen Marktplatzhändlern. Daher ist eine Einflussnahme auf die Preisgestaltung der Wettbewerber auch in Form von Preisobergrenzen nur in absoluten Ausnahmefällen wie zum Beispiel bei Preiswucher zulässig.

Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Preisniveau auf der Handelsplattform nach den Vorstellungen von Amazon gelenkt und im Wettbewerb gegen den restlichen Onlinehandel außerhalb Amazons eingesetzt wird. Für die betroffenen Händler können die Eingriffe in die Preisgestaltung dazu führen, dass sie ihre eigenen Kosten nicht mehr decken können; mit der Konsequenz, vom Marktplatz verdrängt zu werden."

Amazon greift aktiv in die Angebote der Marktplatzhändler ein

Amazon setzt zur Überprüfung der Preise von Marktplatzhändlern verschiedene Preiskontrollmechanismen ein. Wenn diese Mechanismen die Händlerpreise als zu hoch bewerten, werden die entsprechenden Angebote entweder ganz vom Marktplatz entfernt oder sie werden nicht im hervorgehobenen Einkaufsfeld, der "Buy Box [2]" angezeigt. Solche Einschränkungen der Sichtbarkeit der Händlerangebote können erhebliche Umsatzeinbußen für die Marktplatzhändler nach sich ziehen.

"Wir gehen nicht gegen Amazons Ziel vor, den Endverbraucherinnen und -verbrauchern möglichst niedrige Preise anzubieten. Die Preiskontrollmechanismen sind aber nicht erforderlich, um dieses Ziel zu verfolgen. Hierzu hätte das Unternehmen andere Möglichkeiten.

Zum Beispiel könnten entsprechende Anreize an die Händler durch eine Absenkung der Gebühren und Provisionen, die die Händler an Amazon zahlen müssen, gesetzt werden. Amazon darf jedoch zulässige Angebote der Marktplatzhändler nicht deshalb in ihrer Sichtbarkeit beschränken oder sogar beseitigen, weil deren Preise den Vorstellungen von Amazon nicht entsprechen."

Andreas Mundt [3]

Die Preiskontrollmechanismen von Amazon sind für die Marktplatzhändler eine Blackbox

Die Kontrollmechanismen von Amazon beruhen auf intransparenten Regeln und Benachrichtigungen. Für die Marktplatzhändler ist nicht hinreichend deutlich, nach welchen Grundsätzen die Preisgrenzen zustande kommen und wo diese ungefähr liegen.

Es ist für die Marktplatzhändler daher nicht hinreichend vorhersehbar, unter welchen konkreten Umständen ihr Angebot auf Amazon nicht mehr oder nur noch eingeschränkt sichtbar ist.

Das Bundeskartellamt sieht in diesen systematischen Eingriffen in die Preisgestaltungsfreiheit der Marktplatzhändler einen Missbrauch nach den besonderen Vorschriften für große Digitalunternehmen (§ 19a Abs. 2 GWB [4]) sowie einen Verstoß gegen die allgemeinen Missbrauchsvorschriften des § 19 GWB [5] und Artikel 102 AEUV [6] und hat deshalb die Anwendung der bestehenden Preiskontrollmechanismen des US-amerikanischen Platzhirsches untersagt.

Amazon darf die bislang angewandten Mechanismen daher künftig nur ausnahmsweise, insbesondere für Fälle des Preiswuchers, nach Vorgaben des Bundeskartellamtes hinsichtlich der Parameter, der Regelsetzung und der Benachrichtigungen einsetzen.

Strafzahlungen zur Abschöpfung des wirtschaftlichen Vorteils

In diesem Fall hat das Bundeskartellamt zum ersten Mal von der im Jahr 2023 grundlegend reformierten Möglichkeit Gebrauch gemacht, den wirtschaftlichen Vorteil, den Amazon durch das kartellrechtswidrige Verhalten erlangt hat, abzuschöpfen.

Nach der Reform kann der wirtschaftliche Vorteil anhand einer Vermutungsregel [7] festgestellt werden. Da der festgestellte Kartellrechtsverstoß nach wie vor andauert, hat das Bundeskartellamt zunächst einen Teilbetrag in Höhe von rund 59 Mio. Euro festgesetzt.

Das Bundeskartellamt hat das Verfahren eng mit der Europäischen Kommission koordiniert, die unter anderem für die Durchsetzung der EU-Verordnung über bestreitbare und faire Märkte im digitalen Sektor, dem Digital Markets Act, zuständig ist.

Außerdem hat es seine Entscheidung bezüglich der Transparenzanforderungen mit der Bundesnetzagentur (BNetzA) abgestimmt, die für die Durchsetzung der sogenannten Platform-to-Business-Verordnung [8] zuständig ist.

Amazon hat jetzt die Möglichkeit, innerhalb eines Monats Beschwerde gegen die Entscheidung der Bonner Behörde einzulegen, über die dann der Bundesgerichtshof entscheiden würde.

Hintergrundinformationen des Verfahrens des Bundeskartellamts gegen Amazon finden sich hier [9].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11172468

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2026/26_02_05_Amazon.html?nn=50092
[2] https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Publikation/DE/Sonstiges/Amazon_Erkl%C3%A4rgrafiken_DE.pdf?__blob=publicationFile&v=6
[3] https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2026/26_02_05_Amazon.html?nn=50092
[4] https://www.gesetze-im-internet.de/gwb/__19a.html
[5] https://www.gesetze-im-internet.de/gwb/__19.html
[6] https://dejure.org/gesetze/AEUV/102.html
[7] https://dserver.bundestag.de/brd/2023/0168-23.pdf
[8] https://www.noerr.com/de/insights/die-p2b-verordnung
[9] https://deref-web.de/mail/client/UvvTMHmGDmo/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.bundeskartellamt.de%2FSharedDocs%2FPublikation%2FDE%2FSonstiges%2FAmazon_QandA_DE.html

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  • 14. Februar 2026 um 14:00

Solaranlage aufs Dach? Jetzt drohen neue Anschlusskosten

Von Matthias Lindner
Nahaufnahme von Dachsolarzellen und Kamin. Wohnhaus mit Sonnenkollektoren auf Dach. Solarenergie

(Bild: Zontica / Shutterstock.com)

Wer eine Photovoltaik-Anlage plant, sollte sich beeilen: Eine neue Regelung könnte den Netzanschluss deutlich verteuern.

Eigenheimbesitzer, die gerade über eine neue Solaranlage [1] nachdenken, sollten aufpassen. Ein Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums könnte die Bedingungen für Solaranlagen auf dem eigenen Dach ändern.

Im Zentrum steht ein neues Instrument: der Baukostenzuschuss beim Netzanschluss.

Das Dokument sieht vor: Netzbetreiber können künftig beim Anschluss neuer Anlagen Baukostenzuschüsse erheben, berichtet [2] t-online.de. Wer also eine Solaranlage betreiben möchte, könnte an den Kosten für den Anschluss beteiligt werden. Das soll wiederum die Netzbetreiber in die Lage versetzen, stärker in die Stromnetze zu investieren.

Das Problem für Hausbesitzer: Der Entwurf lässt offen, ob auch kleine private Solaranlagen betroffen sind. Bislang werden sie nicht explizit ausgenommen.

Zusatzkosten von rund 1.000 Euro für typische Dachanlagen möglich

Die möglichen Kosten sind laut t-online.de beachtlich. Für eine durchschnittliche Dach-Photovoltaikanlage [3] mit zehn Kilowatt Leistung werden etwa 1.000 Euro zusätzlich genannt.

Bei größeren Anlagen mit 15 Kilowatt fallen die Beträge regional unterschiedlich aus. Berechnungen zeigen Werte von 426 Euro in Flensburg. In Regensburg sind es 940 Euro. In Leipzig sogar 1.157 Euro.

Diese Unterschiede sind kein Zufall. In Deutschland gibt es rund 850 Verteilnetzbetreiber. Jeder könnte eigene Zuschüsse festlegen. Für Hausbesitzer bedeutet das: Die konkreten Kosten lassen sich vorher kaum berechnen.

Besonders umstritten ist ein Detail des Entwurfs: Der Baukostenzuschuss soll auch dann erhoben werden, wenn das Stromnetz gar nicht verstärkt werden muss. Auch wenn der Anschluss bereits existiert und den Strom problemlos aufnehmen kann, müssten Anlagenbetreiber zahlen.

Warum die Stromnetze unter Druck geraten

Die geplanten Änderungen haben einen Grund. Die Verteilnetze [4] stehen in vielen Regionen unter Druck. Netzbetreiber kommen mit der Flut an Anschlussanfragen nicht mehr hinterher, heißt es bei [5] den Grünen.

Dabei geht es nicht nur um erneuerbare Energien [6]. Auch Rechenzentren [7], Industrieanlagen und große Batteriespeicher [8] wollen ans Netz.

Viele Photovoltaik-Anlagen speisen ihren Strom auf der Niederspannungsebene ein. Genau dort werden die Netze am stärksten belastet [9]. Hinzu kommen immer mehr Wärmepumpen [10] und Elektroautos [11].

In bestimmten Netzgebieten muss erneuerbare Erzeugung wiederholt abgeregelt werden [12]. Der Grund: Die Leitungen können die Leistung nicht abtransportieren.

Das alles zusammengenommen zwingt die Netzbetreiber dazu, die Netze flexibler zu gestalten – und das kostet und könnte so manchen kommunalen Netzbetreiber finanziell überfordern.

Mehr als nur Anschlusskosten: Das Netzpaket im Überblick

Der Baukostenzuschuss ist nur ein Baustein des geplanten Netzpakets. Weitere Regelungen könnten die Bedingungen ebenfalls verändern:

Der sogenannte Redispatchvorbehalt erlaubt es Netzbetreibern, bestimmte Netzgebiete als "kapazitätslimitiert" auszuweisen. Für neue Wind- und Solaranlagen [13] in diesen Gebieten würde bei künftigen Abregelungen keine Entschädigung mehr gezahlt.

Netzbetreiber bekommen neue Instrumente zur Priorisierung von Anschlussbegehren. Kritiker befürchten [14]: Kleinere Akteure könnten dadurch benachteiligt werden.

Nicht alles am Netzpaket ist umstritten. Die verpflichtende Digitalisierung der Netzanschlussverfahren [15] bis zum 1. Januar 2028 wird begrüßt.

Bremse oder notwendige Steuerung? Die Bewertungen gehen auseinander

Die Opposition im Bundestag sieht mit dem Vorhaben die Energiewende gefährdet. So befürchten etwa die Grünen: Der Anschluss- und Einspeisevorrang für erneuerbare Energien wird faktisch ausgehöhlt.

Die wissenschaftliche Einschätzung fällt differenzierter aus. So betont etwa Anke Weidlich, Professorin für Technologien der Energieverteilung an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, gegenüber dem Science Media Center:

"Lokal differenzierte Baukostenzuschüsse sind ein transparentes und gut planbares Instrument für die Lenkung des Ausbaus der erneuerbaren Energien (EE)."

Entscheidend sei: Netzbetreiber müssen weiterhin zum Ausbau in knappen Regionen angehalten werden.

Was Eigenheimbesitzer jetzt wissen sollten

Wer gerade Angebote für eine Solaranlage vergleicht, sollte die möglichen Zusatzkosten bedenken. Der Entwurf lässt offen, ob kleine Dachanlagen vom Baukostenzuschuss betroffen sind.

Ein Zeitfaktor spielt eine Rolle: Wer jetzt kauft, profitiert noch von den bisherigen Regeln. Das bedeutet: Einspeisevergütung [16] und kein Baukostenzuschuss.

Der Artikel erschien auf Telepolis erstmals am 14. Februar 2026.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11176637

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Photovoltaik-Wer-2026-installiert-sichert-sich-noch-ueber-8-000-Euro-11173194.html
[2] https://www.t-online.de/heim-garten/aktuelles/id_101128990/
[3] https://www.heise.de/tp/article/PV-Anlage-anmelden-Dieser-Fehler-kostet-Hunderte-Euro-jaehrlich-11122954.html
[4] https://www.heise.de/tp/article/Netzausbau-Blockade-treibt-Strompreise-nach-oben-10284548.html
[5] https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/stromnetze-und-erneuerbare-ausbauen-nicht-kaputtregulieren/
[6] https://www.heise.de/tp/article/Gute-Nachricht-Eine-rasante-globale-Energiewende-ist-moeglich-9565897.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Wieviel-Strom-frisst-die-Digitalisierung-9730356.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/Batteriespeicher-Ueber-100-Gigawatt-warten-auf-Netzanschluss-11133932.html
[9] https://www.telepolis.de/article/Verteilnetze-am-Limit-Warum-hier-die-Energiewende-entschieden-wird-10481804.html
[10] https://www.heise.de/tp/article/Waermepumpe-knackt-die-270-Grad-Marke-mit-Schallwellen-statt-Kompressor-11122849.html
[11] https://www.heise.de/tp/article/Elektroauto-Foerderung-Bis-zu-5-000-Euro-fuer-Familien-wer-profitiert-11097018.html
[12] https://sciencemediacenter.de/angebote/netzpaket-soll-anschlussbedingungen-fuer-erneuerbare-energien-aendern-26034
[13] https://www.heise.de/tp/article/Mieterstrom-Ploetzlich-guenstiger-Strom-direkt-vom-Dach-10711882.html
[14] https://www.presseportal.de/pm/115684/6214896
[15] https://www.heise.de/tp/article/Smart-Meter-Rollout-Deutschland-wagt-den-Neustart-10296638.html
[16] https://www.heise.de/tp/article/Strompreis-Entlastungen-fuer-Verbraucher-bleiben-Wunschdenken-10667488.html

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  • 02. April 2026 um 12:25

Wie China den Iran mit Radar, Satelliten und Geheimdiensten aufrüstet

Von Lars Lange

Lars Lange

Küstenmeer mit Kriegsschiffen, Militärflugzeugen und Satelliten

KI generierte GRafik

Peking liefert Frühwarnung, Radar und Daten statt Bomben. Das verschiebt das militärische Gleichgewicht im Nahen Osten grundlegend. Eine Einschätzung.

Seit dem 19. Dezember operiert das chinesische Forschungsschiff Dayang Yihao [1] im Arabischen Meer, westlich von Indien. Die Ausstattung ist hochinteressant. Daraus ergibt sich ein Möglichkeits- und Fähigkeitsraum [2].

Chinas Augen und Ohren im Arabischen Meer

Das Schiff könnte ähnlich wie amerikanische RC-135-Aufklärungsflugzeuge agieren und elektronische Emissionen von Schiffen und Flugzeugen erfassen. Sowohl Positionen der amerikanischen Flotte als auch deren Kommunikation könnten abgefangen und an Iran weitergeleitet werden.

Begleitet [3] wird die Dayang Yihao von einem Type 055 Zerstörer, einem Type 052D Zerstörer und dem Aufklärungsschiff Liaowang-1. Die drei Schiffe gehören zur 48. Escort Task Group der chinesischen Marine, die im Januar 2026 an einer multinationalen Übung in Südafrika teilgenommen hatte und anschließend über die chinesische Djibouti-Basis nach Norden verlegt [4] wurde.

Aufklärung statt Eskalation: Die stille Form der Militärhilfe

Am 10. Februar veröffentlichten chinesische Quellen Satellitenbilder eines neu installierten amerikanischen THAAD-Raketenabwehrsystems auf der Muwaffaq Al Salti Air Base in Jordanien, das Kommandoposten, Langstreckenradar und sechs Werfer zeigt.

China hatte zuvor auch Luftwaffenbasen wie Al Udeid in Katar fotografiert [5] und mit Standortdaten online gestellt. Der Type 055 Zerstörer verfügt über Dual-Band-Radarsysteme mit Über-Horizont-Tracking-Fähigkeiten, die Zieldaten für iranische Raketen, Drohnen und Luftverteidigung liefern könnten.

Ein Präzedenzfall existiert bereits: Während der indisch-pakistanischen Feindseligkeiten im Mai 2025 habe China Pakistan ähnliche umfassende Satelliten- und Geheimdienst-Unterstützung gewährt, die diesem einen deutlichen Vorteil verschaffte. Dieser Kontext gewinnt an Brisanz durch die aktuelle Präsenz der USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer und den massiven US-Militäraufbau in der Region im Februar 2026.

Radare gegen Tarnkappen: Wo Israels Luftüberlegenheit angreifbar wird

China unterstützt Teheran bereits sehr direkt: Peking hat das YLC-8B-Langstreckenradar geliefert, das im UHF-Frequenzbereich arbeitet und die Tarnkappenfähigkeiten von Kampfjets der fünften Generation wie der F-35 unwirksam [6] macht.

Das System verfügt über eine Erfassungsreichweite von über 350 Kilometern für Tarnkappenflugzeuge und gibt Iran ein entscheidendes Zeitfenster zur Vorbereitung gegen israelische Bedrohungen.

China lieferte zudem das Langstrecken-Luftverteidigungssystem HQ-9B an Iran, berichtete Military Watch Magazine [7] bereits im Juli 2025. Demnach verfügt das System über eine Reichweite von 250 Kilometern und 360-Grad-Radarabdeckung. Die Lieferungen seien zwei Wochen nach dem Waffenstillstand erfolgt, der den elftägigen Angriff Israels beendete.

BeiDou statt GPS: Technologische Entkopplung vom Westen

Inzwischen hat der Iran vollständig auf das chinesische Satellitennavigationssystem BeiDou umgestellt und das amerikanische GPS ersetzt. Dies verringert die Anfälligkeit iranischer Präzisionswaffen gegenüber US-Störungen und Fälschungen von GPS-Signalen.

China begann außerdem im Januar 2026 mit der Umsetzung [8] einer Strategie zum Schutz des iranischen Regimes vor Infiltrationen durch Mossad und die CIA. Peking dränge seinen Verb��ndeten Teheran, amerikanische und israelische Software aufzugeben und durch geschlossene, verschlüsselte chinesische Systeme zu ersetzen, die schwer zu durchdringen seien.

Das "Chinese Ninth Bureau" des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit führe tatsächliche nachrichtendienstliche Operationen in Teheran selbst durch und arbeite gegen Mossad-Aktivitäten, um Chinas strategische Partner vor externer Spionage zu schützen.

Öl, Rabatte, Renminbi: Die ökonomische Basis der strategischen Allianz

China importiert 1,4 Millionen Fass iranisches Rohöl pro Tag und ist damit Abnehmer von über 80 Prozent [9]der iranischen Ölausfuhren. Das 25-jährige strategische Partnerschaftsabkommen zwischen beiden Ländern, das Ende 2025 bekräftigt wurde, sieht chinesische Investitionen von bis zu 400 Milliarden Dollar in die iranischen Öl-, Gas- und Infrastruktursektoren vor.

Iran gewährt China Preisnachlässe [10] zwischen zehn und 15 Dollar je Fass unter dem Brent-Preis. Diese verbilligten Einkäufe ersparen [11] China Milliarden US-Dollar und stärken die Wettbewerbsfähigkeit verschiedener chinesischer Industriezweige, insbesondere der Petrochemie. Im Jahr 2025 deckten Venezuela, Iran und Russland gemeinsam 35 bis 40 Prozent des chinesischen Rohölbedarfs.

Chinas private Raffinerien, die sogenannten Teapots in der Provinz Shandong, ersetzen zunehmend venezolanisches durch iranisches Rohöl. Nachdem die USA den Druck auf Venezuela verstärkt hatten, sanken die Lieferungen nach China Anfang 2026 voraussichtlich um 74 Prozent.

Die Zahlungen erfolgen zunehmend in Renminbi über chinesische Finanzkanäle, die vom Dollar-System abgeschirmt sind, was das rechtliche und finanzielle Risiko für Käufer verringert.

Abschreckung durch Präsenz: Marineübungen und militärische Logistik

China, Russland und Iran führen Mitte Februar 2026 zum achten Mal die gemeinsamen Marineübungen "Maritime Security Belt [12]" im nördlichen Indischen Ozean durch. An den Übungen beteiligen sich sowohl die reguläre iranische Marine als auch die Revolutionsgarden.

Bereits Ende Januar 2026 entsandte China 16 Frachtflugzeuge [13] der Volksbefreiungsarmee nach Iran, zeitgleich mit dem amerikanischen Truppenaufbau.

Außerdem unterzeichneten China, Russland und Iran kürzlich eine trilaterale Charta, die gemeinsame Marineübungen und den Austausch nachrichtendienstlicher Erkenntnisse umfasst und damit die Kosten jeder einseitigen Militäraktion gegen Teheran erhöht.

Peking hilft Teheran, seine Raketenkapazitäten zu erweitern, indem es entscheidende Bauteile wie Festtreibstoff und Mikroprozessoren liefert, berichtet Modern Diplomacy [14]. China habe sich zum militärischen Wiederaufbau der iranischen Armee und ihrer Ausrüstung verpflichtet, schreibt das Magazin.

Der Wendepunkt liegt in der Luftverteidigung

Israel hat in der jüngsten Konfrontation demonstriert, dass es in der Lage ist, zentrale Elemente der iranischen Luftverteidigung und Führungsstruktur geheimdienstlich zu sabotieren. Koordinierte Abfangmaßnahmen blieben aus, Israel führte wiederholt tiefe Operationen durch und spielte seine Luftdominanz faktisch aus. Genau an diesem Punkt setzt China an.

Sollte es Peking gelingen, Irans integrierte Luftverteidigung dauerhaft zu stabilisieren – durch Sensor-Redundanz, alternative Satelliten- und Datenverbindungen, gehärtete Kommandoarchitektur und verbesserte elektronische Resilienz – würde sich die militärische Kalkulation fundamental verändern.

Die chinesische Präsenz im Arabischen Meer, die Offenlegung amerikanischer Stützpunkte, die Lieferung von Radar- und Luftabwehrsystemen sowie die technologische Integration über BeiDou und verschlüsselte Netzwerke deuten auf genau diese strategische Stoßrichtung hin: Frühwarnzeiten verlängern, Enthauptungsschläge erschweren.

Die eigentliche Hilfe ist damit nicht kinetisch, sondern strukturell. Wenn Iran seine Luftverteidigung funktionsfähig hält, steigt die Schwelle für jede militärische Intervention massiv.

Verwundbarkeit als Gleichgewicht: Abschreckung ohne Symmetrie

Hinzu kommt ein weiterer, bislang unterschätzter Punkt: Ein nukleares Gleichgewicht durch Verwundbarkeit besteht faktisch bereits. Mit dem Atomforschungszentrum bei Dimona [15] besitzt Israel selbst ein hochsensibles, strategisch exponiertes Ziel. Unabhängig von der Frage, ob Iran über Kernwaffen verfügt, erzeugt allein die Möglichkeit schwerer Schäden an solchen Anlagen eine strukturelle gegenseitige Abschreckung.

Abschreckung beruht hier nicht primär auf offiziell erklärten Arsenalen, sondern auf realer Verwundbarkeit. Wenn beide Seiten über die Fähigkeit verfügen – oder zumindest glaubhaft beanspruchen –, existenzielle Schäden zuzufügen, entsteht ein Gleichgewicht, das nicht aus Symmetrie der Waffen, sondern aus Symmetrie des Risikos resultiert.

Mehr Abschreckung, weniger Stabilität

Dieses Gleichgewicht ist jedoch instabil. Es basiert auf Unsicherheit, unklaren Schwellen und verkürzten Entscheidungszeiten. Gerade weil es nicht offen deklariert ist, sondern implizit wirkt, erhöht es die Gefahr von Fehlkalkulationen. Das Machtgefüge verschiebt sich damit nicht durch neue Waffen, sondern durch das Bewusstsein gegenseitiger Verwundbarkeit.

Vor diesem Hintergrund erscheint es wenig wahrscheinlich, dass Iran sein Atomprogramm angesichts fortgesetzter amerikanischer und israelischer Bedrohung aufgibt. Das Programm erfüllt eine wichtige, strategische Funktion: Es erhöht die Unsicherheit des Gegners und verkürzt dessen Aktionsspielraum.

Die Verhandlungen in Maskat werden zeigen, ob Diplomatie diese Dynamik einhegen kann – oder ob das entstehende Gleichgewicht weniger Stabilität als vielmehr eine Phase erhöhter, gegenseitiger Abschreckung darstellt.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.scmp.com/news/china/diplomacy/article/3342260/us-aircraft-carrier-abraham-lincoln-sailing-arabian-sea-so-chinese-vessel
[2] https://x.com/pati_marins64/status/2021291660940808700
[3] https://militarywatchmagazine.com/article/china-destroyer-near-iran-attack
[4] https://x.com/pati_marins64/status/2021331267921305699
[5] https://x.com/pati_marins64
[6] https://www.middleeastmonitor.com/20260210-the-new-axis-of-resistance-sino-russian-technological-buoyancy-in-iran/
[7] https://militarywatchmagazine.com/article/china-rebuilding-iran-air-defence-hq9b
[8] https://moderndiplomacy.eu/2026/02/10/how-iran-gained-the-ability-to-track-stealth-aircraft-china-deal-and-the-ylc-8b-system/
[9] https://moderndiplomacy.eu/2026/02/01/the-dragons-dilemma-chinas-strategic-playbook-for-a-u-s-iran-war/
[10] https://www.meforum.org/mef-observer/as-chinas-teapot-refiners-turn-toward-iranian-oil-sanctions-effectiveness-suffers
[11] https://x.com/pati_marins64/status/2016129783206228331
[12] https://www.middleeastmonitor.com/20260210-the-new-axis-of-resistance-sino-russian-technological-buoyancy-in-iran/
[13] https://moderndiplomacy.eu/2026/02/01/the-dragons-dilemma-chinas-strategic-playbook-for-a-u-s-iran-war/
[14] https://moderndiplomacy.eu/2026/02/01/the-dragons-dilemma-chinas-strategic-playbook-for-a-u-s-iran-war/
[15] https://gnseconomics.substack.com/p/weekly-forecasts-52026

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  • 14. Februar 2026 um 12:00

Liberty-Klasse: Erstes autonomes US-Kriegsschiff braucht keine Crew

Von Andreas Donath
Die U.S. Navy bekommt bis Ende 2026 ihr erstes vollautonomes Kriegsschiff. Das 58 Meter lange Schiff fährt monatelang ohne Besatzung.
Liberty-Klasse (Bild: Damen)
Liberty-Klasse Bild: Damen

Ein Unternehmen aus Boston liefert der U.S. Navy ein Kriegsschiff ohne dauerhafte Besatzung: Blue Water Autonomy stellte am 11. Februar 2026 die Liberty-Klasse vor – ein 58 Meter langes autonomes Schiff, das mehr als 150 Tonnen Nutzlast über 10.000 Seemeilen (18.500 km) transportieren kann, wie das Fachportal Military berichtet.

Serienfertigung statt Einzelstück

Der Bau beginnt im März 2026 bei Conrad Shipyard in Louisiana. Das Unternehmen hat sich mit dem niederländischen Schiffbauer Damen zusammengetan und dessen Baumuster Stan Patrol 6009 für militärische Zwecke angepasst. Der sogenannte Axtbug reduziert den Wellenaufprall bei rauer See. Weltweit sind bereits über 300 Schiffe mit diesem Design unterwegs.

CEO Rylan Hamilton erklärte: "Die Liberty-Klasse konzentriert sich auf autonome Schiffe, die von Anfang an für Langzeiteinsätze und Serienproduktion ausgelegt sind." Blue Water will damit die Navy-Anforderungen nach schnellerem Schiffbau und größerer Flottenkapazität erfüllen.

Kommerzielle Basis trifft militärische Technik

Das Unternehmen hat den kompletten Maschinenraum sowie die mechanische und elektrische Infrastruktur neu konstruiert. Die fehlertoleranten Antriebssysteme arbeiten der Planung nach über Monate hinweg ohne Wartung. Blue Water entwickelte das Projekt komplett mit Privatkapital und arbeitet mit über 100 Zulieferern zusammen.

Conrad Shipyard betreibt fünf Anlagen mit rund 1.100 Mitarbeitern und produziert jährlich über 30 Schiffe für kommerzielle und staatliche Kunden. CEO Cecil Hernandez bestätigte, die nötige Infrastruktur und Arbeitskraft für Bau und Serienfertigung seien vorhanden.

Bewährtes Design statt Neuentwicklung

Die Liberty-Klasse setzt auf erprobte Rumpfkonstruktionen und automatisierte Systeme. Die Navy will die Schiffproduktion beschleunigen, um die Flottengröße zu erhöhen. Blue Water peilt die Fertigstellung des ersten Schiffes vor Ende 2026 an.

Die Liberty-Klasse ist eine Anspielung auf die Liberty-Schiffe aus dem Zweiten Weltkrieg, die schnell und in großer Stückzahl gebaut wurden, um den dringenden nationalen Bedarf zu decken. Nach der Auslieferung des ersten Schiffes plant Blue Water die Serienproduktion mit einem Ziel von zehn bis zwanzig Schiffen pro Jahr.

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  • 14. Februar 2026 um 15:33

Abstimmung: Deutsche Wikipedia will KI-Texte verbieten

Von Andreas Donath
Die deutschsprachige Wikipedia -Gemeinschaft stimmt über ein KI -Verbot ab.
Wird die Wikipedia in Deutschland KI verbieten? (Bild: Foto: Andreas Donath)
Wird die Wikipedia in Deutschland KI verbieten? Bild: Foto: Andreas Donath

Bis Montag, 15. Februar 2026, 19 Uhr, läuft eine Abstimmung unter aktiven Wikipedia-Autoren : Der Vorschlag zielt auf ein Verbot von KI-generierten oder KI-bearbeiteten Texteinträgen ab. Wer wiederholt solche Inhalte verwendet, dem soll eine dauerhafte Sperrung drohen.

Die Einschränkungen sollen auch Diskussionsseiten umfassen. Befürworter argumentieren: Wikipedia könnte sich so als Quelle für ausschließlich menschlich verfasste Informationen positionieren – angesichts der Gefahr, dass KI-Content das Netz zu überschwemmen droht.

Welche Ausnahmen sind geplant? – Übersetzungen und Rechtschreibung bleiben erlaubt

Maschinenübersetzungen sollen den Angaben zufolge zulässig bleiben, wenn Menschen sie vollständig auf Korrektheit geprüft haben. KI-gestützte Rechtschreib- und Grammatikprüfungen sollen ebenfalls erlaubt bleiben. Autoren dürften KI-Tools demnach auch zur Recherche nutzen, solange sie Formulierungen nicht direkt übernehmen.

KI-generierte Bilder will die deutschsprachige Wikipedia zudem einzeln bewerten, statt pauschal zu verbieten. Gekennzeichnet werden sollen sie dennoch.

Befürworter der Verbote betonen, dass Wikipedia Glaubwürdigkeitsprobleme bekomme, wenn sie KI-Inhalte übernehme. Sie verweisen auf die sogenannten Halluzinationen von Large Language Models, die bisher nicht in den Griff zu bekommen sind. Sie sehen in ihrem Bestreben zudem ein Qualitätsmerkmal, das sie mit "von Menschen, für Menschen" beschrieben.

Wie soll das kontrolliert werden? – Kritiker zweifeln an Durchsetzbarkeit

Kritiker bezweifeln die praktische Umsetzbarkeit eines KI-Verbots und verweisen auf die Schwierigkeit, KI-Inhalte sicher zu erkennen. Da es keine verlässlichen Erkennungsmethoden gebe, könne es auch kein faires Verfahren für Regelverstöße geben, wenn einem Autor beispielsweise vorgeworfen wird, seine Inhalte KI-generiert erstellt zu haben und nicht nur mithilfe von KI auf Grammatik, Ausdruck und Rechtschreibung überprüft zu haben.

Manche Autoren halten auch die Qualität von Wikipedia-Einträgen für wichtiger als deren Entstehungsweg. Und sie fordern eine Zweidrittelmehrheit für so weitreichende Änderungen statt einer einfachen Mehrheit.

Was wird aus wissenschaftlichen Quellen? – Akademische Journals erlauben KI-Nutzung

Bei einem Verbot müsste die Community allerdings noch deutlich komplexere Folgefragen klären als die Verwendung von Korrekturtools. Eine davon betrifft wissenschaftliche Publikationen mit KI-Unterstützung. Denn viele Fachjournale gestatten den Einsatz von KI bei der Manuskripterstellung. Dürfen solche Quellen dann künftig nicht mehr für Wikipedia genutzt oder aus ihnen zitiert werden?

Auch bereits in der Wikipedia existierende Artikel, die mit KI-Unterstützung entstanden sind, erfordern Diskussionen. Verdachtsfälle dürften auch hier wegen der Erkennungsschwierigkeiten für Kontroversen sorgen.

Andere Sprachversionen Wikipedias fahren unterschiedliche Ansätze. Die Wikimedia-Stiftung verfolgt in ihrer Strategie 2025-2028 mit dem Titel " Humans First " einen Mittelweg: Sie will KI als Werkzeug erlauben, statt sie pauschal zu verbieten.

Die deutschsprachige Community geht nun einen eigenen Weg. Das Ergebnis wird am Montagabend erwartet.

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  • 14. Februar 2026 um 14:45

Nach Ariane-Start: Europäische Aufholjagd im Weltall gefordert

Von Mario Petzold
Der Chef der Esa ruft zu einem gemeinsamen europäischen Vorgehen auf. Europa sei in der Lage, den Orbit zu nutzen, müsse aber investieren.
Europas größte Trägerrakete, Ariane 6, kann jetzt doppelt so viel Nutzlast transportieren. (Bild: ESA/CNES/Arianespace/ArianeGroup/CSG/P. Piron)
Europas größte Trägerrakete, Ariane 6, kann jetzt doppelt so viel Nutzlast transportieren. Bild: ESA/CNES/Arianespace/ArianeGroup/CSG/P. Piron

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 hat der Generaldirektor der Esa, Josef Aschbacher, zu einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit bei Weltraumprojekten aufgerufen, wie unter anderem die Wirtschaftswoche und die FAZ (Paywall) berichten. Zum Anlass nimmt er den erfolgreichen Start der Ariane 64 , einer bei Nutzlast und Reichweite endlich konkurrenzfähigen Trägerrakete, die in 13 europäischen Ländern gebaut wird.

Aschbacher sprach die veränderte Weltlage an, in der sich auch die USA immer mehr zu einem Konkurrenten entwickelten. Mit einer europäischen Lösung könnte die Eigenständigkeit Europas bewahrt werden. Dafür müsste jedoch ein intensiver Austausch an Wissen, technologischen Fähigkeiten und verfügbarer Infrastruktur stattfinden.

Kleines Budget steigt allmählich

Um die souveräne Nutzung des Orbits zu realisieren, muss allerdings viel Geld investiert werden. Das Budget der Esa , das 2025 bei gerade einmal 7,7 Milliarden Euro lag, müsste dafür weiter steigen. Immerhin wird das Geld zu großen Teilen in Aufträge an die Industrie der Mitgliedsländer investiert.

Darüber hinaus hat allein Deutschland beschlossen, in den nächsten 5 Jahren Weltraumprojekte mit 35 Milliarden Euro zu finanzieren. Auch hierbei dürfte es von Vorteil sein, wenn eine enge Absprache mit den europäischen Verbündeten stattfindet, um keine parallelen Strukturen aufzubauen.

Reichen werden diese Bemühungen vermutlich noch nicht. Der Chef der Esa gibt zu bedenken, dass die USA sechsmal so viel Steuergeld für die Nutzung des Weltalls ausgeben wie Europa, und zwar seit Jahrzehnten. So lässt sich auch erklären, dass die USA im Jahr 2025 fast täglich eine Trägerrakete starten konnten. Die EU taucht in dieser Liste lediglich achtmal auf, ein Fehlstart inklusive.

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  • 14. Februar 2026 um 14:06

GitHub führt Maßnahmen gegen KI-Slop ein – ohne das Problem klar zu benennen

Von Heise
Laptop mit Code-Zeilen

(Bild: Zakharchuk/Shutterstock.com)

Viele Open-Source-Projekte haben ein Problem: Sie ertrinken in Codeänderungen, die mithilfe von KI erstellt wurden. GitHub ergreift jetzt Maßnahmen.

Viele Open-Source-Maintainer können ein Lied davon singen: Die Pull-Requests werden immer mehr, die Qualität der Codeänderungen nicht unbedingt besser.

Der Grund liegt auf der Hand: Mithilfe von KI-Coding-Tools wie Claude Code können seit einiger Zeit auch Menschen ohne Informatik-Hintergrund Pull-Requests einreichen, also Codeänderungen innerhalb von Open-Source-Projekten beantragen. Die Hüter des Codes, die Maintainer, sind davon häufig überfordert. Und während die einen schon das Ende der Open-Source-Idee ausrufen [1], feiern andere die Demokratisierung der Software-Entwicklung. So sagte OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger in einem Interview [2], dass es in jedem Fall ein „Sieg für unsere Gesellschaft“ sei, wenn jemand seinen ersten Pull-Request einreicht – ganz egal, wie gut oder schlecht dieser technisch ist. Es würde die Open-Source-Welt weiterbringen, je mehr Menschen von „Usern“ zu „Buildern“ werden.

Nun hat auf jeden Fall auch GitHub, die größte Software-Entwicklungsplattform der Welt, eingestanden, dass es offenbar Handlungsbedarf gibt. Liest man den aktuellen Blogpost von GitHubs Open-Source-Strategiechefin Ashley Wolf, [3] so scheinen die Rechtfertigungen und Widersprüchlichkeiten allerdings direkt aus dem Text zu springen: Schließlich gehört die GitHub-Mutter Microsoft zu den größten KI-Jubilierern aller Tech-Unternehmen. Es finden sich deshalb so schöne Sätze wie dieser im Blogpost: „Es ist verlockend, ‚minderwertige‘ oder ‚KI-Slop‘-Beiträge als ein einzigartiges, neues Phänomen darzustellen. Das sind sie aber nicht. Maintainer hatten schon immer mit störendem Grundrauschen zu kämpfen.“

Sogar die KI-Fans bei GitHub müssen Probleme eingestehen

Dennoch muss wohl auch GitHub eingestehen, dass etwas passieren muss, nachdem zum Beispiel curl sein Bug-Bounty-Programm wegen zu vielen KI-generierten Security-Reports komplett eingestellt hat [4]und Projekte wie Ghostty Pull-Requests nur noch nach Einladung akzeptieren [5].

Die Entwicklungsplattform hat mehrere Funktionen eingeführt, die Maintainern von Open-Source-Projekten das Leben erleichtern sollen. Dazu gehören unter anderem: ¶

  • Pull-Requests können auf Repository-Ebene eingeschränkt oder ganz deaktiviert werden.
  • Banner zur Reduzierung von überflüssigem Kommentar-Rauschen (wie etwa „+1").
  • Performance-Verbesserungen bei Pull-Requests (bis zu 67 % schneller) und bei Issue-Navigation.
  • Temporäre Interaktionslimits für bestimmte User in öffentlichen Repositories.

Demnächst soll es außerdem möglich sein, Pull-Requests direkt über die Benutzeroberfläche zu löschen, um Spam oder missbräuchliche Beiträge zu entfernen. All diese Verbesserungen zielen darauf ab, den Aufwand bei der Überprüfung von Beiträgen zu verringern.

Darüber hinaus werden in Zusammenarbeit mit Maintainern weitere Maßnahmen diskutiert, etwa kriterienbasierte Zugangsregeln und verbesserte Triage-Tools, die Beiträge automatisch anhand der Projektrichtlinien bewerten könnten. GitHub betont dabei, dass diese Werkzeuge die Entscheidungshoheit der Maintainer unterstützen und nicht ersetzen sollen. Alle Einschränkungen bleiben optional und konfigurierbar, um „wohlmeinende Erstbeitragende“ nicht unangemessen zu demotivieren.


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https://www.heise.de/-11176641

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.golem.de/news/tailwind-css-das-drohende-ende-von-open-source-projekten-durch-llms-2602-204822.html
[2] https://www.youtube.com/watch?v=YFjfBk8HI5o
[3] https://github.blog/open-source/maintainers/welcome-to-the-eternal-september-of-open-source-heres-what-we-plan-to-do-for-maintainers/
[4] https://www.heise.de/news/curl-Projekt-beendet-Bug-Bounty-Programm-11142345.html
[5] https://github.com/ghostty-org/ghostty/blob/main/CONTRIBUTING.md
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[7] mailto:jkj@ct.de

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  • 14. Februar 2026 um 14:54

Android 17 Beta 1 ist da

Von Heise
Android 17 auf Pixel-smartphone

Beta 1 ist da: Es geht los mit Android 17.

(Bild: heise medien)

Google hat die erste Beta von Android 17 freigegeben. Sie kann auf Pixel-Geräten installiert werden und richtet sich vor allem an Entwickler.

Android 17 Beta 1 steht zum Download bereit. Sie kann auf dem Pixel 6 und neuer installiert werden. Die bisherigen Neuerungen spielen sich vor allem unter der Haube ab.

Ursprünglich sollte die erste Beta von Android 17 [1] bereits vor einigen Tagen veröffentlicht werden. Entsprechend hatte Google einige US-Medien mit Vorabinformationen unter Embargo versorgt. Die Meldungen gingen online, Googles Ankündigungs-Beitrag und die Systemabbilder jedoch nicht. Kurz danach hieß es seitens Google, die Beta erscheine in Kürze. Wie sich nun herausstellt, bedeutete „in Kürze“ tatsächlich in Kürze: Seit Freitagabend bietet Google die Vorabversion des großen Updates für Pixel-Geräte, die am Android-Beta-Programm teilnehmen, zum Download an.

Screenshot: Android 17 CinnamonBun
Screenshot: Android 17 CinnamonBun

Lecker: Der interne Codename von Android 17 lautet „CinnamonBun“ – Zimtschnecke.

(Bild: heise medien)

Wie bereits seit Mittwoch bekannt ist, enthält die erste Beta von Android 17 in erster Linie entwicklerseitige [2] Neuerungen: So führt das Update Googles Arbeit an adaptiven Apps fort, die keinen Letterbox-Modus haben und die gesamte Breite von Geräten mit großem Bildschirm ausfüllen, wie etwa bei Foldables oder Tablets . Der bisherige Entwickler-Opt-out von Android 16 [3] wurde für Anwendungen mit API-Level 37 (also für Android 17) entfernt. Ausnahme sind derweil noch Spiele, so Google [4].

Ein weiterer Aspekt des Updates sind Leistungsoptimierungen: Mit Android 17 bringt Google verschiedene Optimierungen, um verpasste Frames zu reduzieren und den CPU-Aufwand für die „Garbage Collection“ zu senken. Ebenso implementiert Google Optimierungen zur Reduzierung des Speicherverbrauchs für Benachrichtigungen.

Medien und Kamera

Neuerungen sind auch im Bereich Medien und Kamera zu finden: Android 17 Beta 1 enthält professionelle Kamera-APIs für flüssigere Übergänge, mit denen Kamera-Apps zwischen den Modi wechseln können, ohne die Kamerasitzung vollständig neu zu starten. Mit dieser Lösung sollen kleinere Pausen, sichtbare Fehler und Verzögerungen beim Wechseln der Kameramodi vermieden werden.

Außerdem erlaubt Android 17 Apps auch den Zugriff auf Metadaten aller aktiven physischen Kamerasensoren und nicht nur des Hauptsensors. Dadurch sollen Kamera-Apps einen tieferen Einblick „in die Vorgänge hinter den Kulissen beim Objektivwechsel oder beim Zoomen“ erhalten. Google führt überdies eine Schnittstelle (API) zur Lautstärkeregelung ein, um „ein einheitlicheres Hörerlebnis über Anwendungen und Hardware hinweg zu bieten“. Android 17 bringt zudem Unterstützung für den H.266-Videocodec (VVC), der bei gleicher Bildqualität deutlich kleinere Dateien erzeugt als die Vorgänger H.264 und H.265.

Sämtliche Änderungen für App-Entwickler, einschließlich der Bereiche Datenschutz, Sicherheit, Konnektivität, Telekommunikation und Entwicklertools, hat Google in der Dokumentation [5] zusammengefasst.

Fertiges Update im Juni

Laut Googles Zeitplan wird Android 17 einen ähnlichen Release-Rhythmus wie Android 16 verfolgen. Das Unternehmen plant, bis März 2026 die Plattformstabilität zu erreichen. Im Zuge von Googles Entwicklerkonferenz I/O im Mai könnte der Konzern weitere größere Neuerungen, die in Android 17 stecken, ankündigen. Im Laufe des zweiten Quartals, voraussichtlich im Juni 2026, soll dann die stabile Version für Pixel-Geräte erscheinen. Eine kleinere SDK-Version wird im vierten Quartal 2026 folgen.

Grafik: Zeitplan für Android 17
Grafik: Zeitplan für Android 17

Das ist der offizielle Zeitplan bis zum Release von Android 17 und darüber hinaus.

(Bild: Google)

Kompatibel mit Android 17 sind alle Pixel-Smartphones ab dem Pixel 6, sämtliche Pixel-Foldables und das Pixel Tablet. Letzteres hatte erst kürzlich einen Updatebonus von zwei weiteren Jahren erhalten. [6] Auf Produktivgeräten sollte man die Beta nicht installieren. Bisher gibt es noch keine Ankündigungen von anderen Geräteherstellern zu einem Termin für ein etwaiges Update auf Android 17.


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https://www.heise.de/-11176631

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Android-17-Beta-1-steht-vor-der-Tuer-11172592.html
[2] https://www.heise.de/news/Android-17-Beta-1-Google-verschiebt-Release-kurzfristig-Details-bekannt-11173912.html
[3] https://www.heise.de/news/Mobile-Entwicklung-Android-16-hebt-Beschraenkungen-fuer-App-Darstellung-auf-10255864.html
[4] https://android-developers.googleblog.com/2026/02/the-first-beta-of-android-17.html
[5] https://developer.android.com/about/versions/17?hl=de
[6] https://www.heise.de/news/Pixel-Tablet-Google-verlaengert-Update-Garantie-um-zwei-Jahre-11159693.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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  • 14. Februar 2026 um 14:03

Developer-Häppchen fürs Wochenende – Kleinere News der Woche

Von Heise
Mexikanische Häppchen

(Bild: Natalia Klenova/Shutterstock.com)

Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Ember, Akuity, TensorFlow, Apache Druid, Eclipse JKube, Python, webpack und React Native.

In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • Ember 6.10 [1] bringt keine neuen Features, führt aber eine Deprecation der bisherigen AMD‑Vendor-Bundles im ember-source-Paket ein, die ab Ember 7.0 wegfallen sollen, und modernisiert den Veröffentlichungsprozess. Ember CLI 6.10 aktualisiert zahlreiche Abhängigkeiten, setzt bei neuen Apps auf die @warp-drive/*‑Pakete statt ember-data, nutzt Glint v2 für TypeScript, entfernt tracked-built-ins sowie ember-auto-import aus dem Standard-Blueprint und verlangt nun mindestens Node.js 20.19.
  • Akuity bietet eine Enterprise‑Plattform für Argo CD und GitOps auf Kubernetes an und stellt diese auch in einer eigenständigen EU‑Region (u. a. Frankfurt) bereit [2]. Dort werden alle Kundendaten ausschließlich innerhalb der EU verarbeitet, um DSGVO‑ und Datenresidenz‑Anforderungen zu erfüllen.
  • Für TensorFlow, ein von Google entwickeltes Open‑Source‑Framework für Machine Learning und Deep Learning, ist der Release Candidate 2.21.0‑rc0 erschienen [3]. Die Vorabversion entfernt unter anderem die Unterstützung für Python 3.9, erweitert TensorFlow Lite um zusätzliche Quantisierungs‑ und Datentyp‑Optionen (z. B. int2/int4) und ergänzt JPEG‑XL‑Support in tf.image.
  • Apache Druid, eine verteilte Open‑Source‑Datenbank für Echtzeit‑Analysen großer Datenmengen, die häufig für Streaming‑, Log‑ und Event‑Daten zum Einsatz kommt, ist in Version 36 erschienen [4]. Das Update bringt unter anderem kostenbasiertes Autoscaling für Streaming Ingestion, einen experimentellen Kubernetes‑Client‑Modus, cgroup‑v2‑Support sowie ein neues, optionales Segmentformat (Version 10) und zahlreiche Verbesserungen bei Ingestion, Monitoring und Web‑Konsole.
  • Eclipse JKube 1.19 [7] überarbeitet unter anderem die Konfiguration von Spring Boot Health Probes, unterstützt ECR‑Authentifizierung mit AWS SDK v2 und das IngressClassName‑Feld, aktualisiert die Basisimages auf UBI 9 und reduziert Abhängigkeiten. Es handelt sich um ein Build‑Tool für Maven und Gradle, das Java‑Anwendungen automatisiert containerisiert sowie Kubernetes‑ und OpenShift‑Ressourcen erzeugt und deployt.
  • Die Python Software Foundation startet das sogenannte Community Partner Program [8], mit dem sie Python‑Events während der Pause des Grants‑Programms organisatorisch statt finanziell unterstützt – etwa durch Logo‑Nutzung und Social‑Media‑Promotion. Das Angebot soll auch nach Wiederaufnahme der Fördergelder bestehen bleiben.
  • Für das ODF Toolkit, eine Open‑Source‑Java‑Bibliothek zur Erstellung und Bearbeitung von OpenDocument‑(ODF‑)Dateien, ist Version 0.13 erschienen [9]. Sie ist die letzte Ausgabe mit Unterstützung für JDK 11. Künftige Releases setzen auf neuere Java‑LTS‑Versionen wie JDK 17 und bereiten mit Apache Jena 5 die Weiterentwicklung vor.
  • Die Pläne für webpack [10] in diesem Jahr umfassen nicht nur das Instandhalten aktueller Features, sondern auch eine Vereinfachung der webpack-Nutzung. Erst kürzlich zeigte eine Umfrage [11], dass webpack-User einige Kritikpunkte an dem weit verbreiteten Bundler haben.
  • Das Cross-Plattform-UI-Framework React Native 0.84 [12] macht Hermes v1 zur Standard-JavaScript-Engine, wodurch alle React-Native-Apps deutlich schneller werden sollen. Als Mindestvoraussetzung wurde die benötigte Node.js-Version auf 22.11 angehoben.

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [13].


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Links in diesem Artikel:
[1] https://blog.emberjs.com/ember-released-6-10/
[2] https://akuity.io/blog/akuity-platform-eu-region-gdpr-data-sovereignty
[3] https://github.com/tensorflow/tensorflow/releases/tag/v2.21.0-rc0
[4] https://github.com/apache/druid/releases/tag/druid-36.0.0
[5] https://www.mastering-obs.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_clc_observ.empfehlung-ho.link.link&LPID=34258
[6] https://www.mastering-obs.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_clc_observ.empfehlung-ho.link.link&LPID=34258
[7] https://blog.marcnuri.com/eclipse-jkube-1-19
[8] https://pyfound.blogspot.com/2026/02/introducing-psf-community-partner.html
[9] https://blog.documentfoundation.org/blog/2026/02/11/odf-toolkit-project-announces-release-0-13-0-last-release-supporting-jdk-11/
[10] https://webpack.js.org/blog/2026-04-02-roadmap-2026/
[11] https://www.heise.de/news/JavaScript-webpack-ist-unbeliebt-doch-wird-am-haeufigsten-genutzt-11170979.html
[12] https://reactnative.dev/blog/2026/02/11/react-native-0.84
[13] mailto:developer@heise.de?subject=Ein%20Vorschlag%20f%C3%BCr%20die%20Developer-H%C3%A4ppchen
[14] mailto:who@heise.de

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  • 14. Februar 2026 um 09:04

Invasion der Waschbären – wie die wendigen Vierbeiner die Städte erobern

Von Susanne Aigner

Susanne Aigner

Waschbär hinteer nächtlicher Stadtsilhouette

Waschbären breiten sich in Städten rasant aus. Sie plündern Mülleimer, dringen in Gärten und Häuser ein. Wie gehen wir mit ihnen um?

In Hessen sind sie mittlerweile in Großstädten wie Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt angekommen. Auch im gesamten Rhein-Main-Gebiet wächst die Population [1].

Besonders aktiv sind sie im Frühjahr, wenn sich die Weibchen auf die Suche nach geeigneten Plätzen zur Aufzucht ihrer Jungen machen. Im städtischen Raum zeigen die putzigen Kletterer weniger Scheu gegenüber Menschen als in freier Natur.

Besonders in begrünten Städten finden sie optimale Bedingungen zum Überleben: warme Verstecke, leicht zugängliche Nahrungsquellen in Garagen, Gärten, Parks und Müllplätzen. Sie dringen durch Katzenklappen in Häuser ein, klettern an Regenfallrohren an Häusern hinauf und hinterlassen Dreck auf Dachböden.

Auf der Suche nach Nahrung räumen die nachtaktiven Tiere nachts die Mülltonnen aus. Im nordhessischen Kassel zum Beispiel sollen inzwischen mehr als 100 Tiere pro 100 Hektar unterwegs sein. Vor "großen Schäden, die hohe Kosten nach sich ziehen [2]" warnte vor einem Jahr der Kasseler Ordnungsdezernet Heiko Lehmkuhl.

Durch Waschbären werden die Ökosysteme empfindlich gestört

Die Allesfresser bedrohen neben seltenen Amphibien, Reptilien auch seltene Vogelarten. Als Opportunisten fressen sie Eier nicht nur aus Gelegen von Bodenbrütern, sondern auch aus Nestern hoch in Bäumen, warnt der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern.

Mit ihren langen Beinen und Greiffüßen erreichen sie Nistkästen, wo sie mitunter die Einfluglöcher mit den Zähnen erweitern [3]. Dabei zerstören sie ganze Gelege – oft mehr, als sie tatsächlich fressen, erklärt Norbert Peter, einer der Frankfurter Forscher, die im vergangenen Jahr zur stärkeren Bejagung aufriefen [4].

In einer 2024 veröffentlichten Studie [5] hatten die Wissenschaftler Kot, Mageninhalte sowie die Parasitenfauna von mehr als 100 Waschbären analysiert – aus Naturschutzgebieten in Hessen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. In manchen Naturschutzgebieten werden bereits deutliche Rückgänge einheimischer Arten festgestellt.

Weil natürliche Feinde fehlen, können sie sich praktisch ungestört ausbreiten. Mit geschätzten 1,6 bis 2 Millionen Tieren habe sich der Waschbär zu einem der häufigsten Raubsäuger in Zentraleuropa entwickelt, warnen Experten. Wie viele es genau gibt, ist ungeklärt, denn weder Städte noch Kommunen oder Bundesländer erheben Daten dazu. Nur in der Zahl der abgeschossenen Tiere sind Tendenzen abzulesen.

Hessische Landesregierung will intensivere Bejagung

Für Waschbären galt bisher in vielen deutschen Bundesländern eine Schonzeit vom 1. März bis 31. Juli, da in dieser Zeit die Jungtiere geboren werden und aufwachsen. Nun will die schwarz-rote Landesregierung in Hessen in ihrer Jagdverordnung die Schonzeit für Fuchs und Waschbär aufheben. Ein entsprechender Entwurf soll zum Beginn der Jagdsaison am 1. April in Kraft treten.

Allein in Hessen leben schätzungsweise 120.000 Waschbären. In der Saison 2024/2025 wurden nach Angaben des Landesjagdverbands (LJV) Hessen mehr als 41.000 Waschbären bei der Jagd getötet – zehn Prozent mehr als im Vorjahr [6].

Fische, Frösche, Vögel – Waschbären fressen so gut wie alles

Weil Waschbären schlecht sehen, drehen und wenden sie Fressbares mit ihre gelenkigen Vorderpfoten hin und her, um es zu begutachten. Zudem halten sie sich gerne in der Nähe von Gewässern auf: Sie fangen Fische, kleine Wirbeltiere wie Krebse, Frösche ebenso wie Vögel, Eidechsen und Mäuse, Würmer, Schnecken, Insekten und fressen Nüsse und Obst aller Art.

In Siedlungen finden Waschbären Nahrung vor allem in Form von Speiseresten im Abfall. Außer in Mülleimern wühlen sie in Komposthaufen oder im Vogelfutter. Die nachtaktiven Tiere schlafen tagsüber in großen Baumhöhlen, Erdlöchern, Schuppen oder auf Dachböden. Auf der Suche nach Nahrung sind häufig mehrere Tiere gleichzeitig im Familienverband unterwegs [7].

Der Waschbär als Überträger von Spulwürmern?

Waschbären können Parasiten – Waschbär-Spulwurm (Baylisascaris procyonis) übertragen. "Dieser Parasit kann auch den Menschen infizieren und eine sogenannte Larva migrans verursachen, bei der wandernde Larven Gewebe und Organe schädigen können [8]", warnt Sven Klimpel von der Goethe-Universität Frankfurt und dem Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum.

Die Übertragung dieser Parasiten erfolgt vor allem über den Kontakt mit Kot oder kontaminierten Böden – daher sollte man Waschbären niemals anfassen oder füttern. Füttern ist schon deshalb tabu, weil es die Tiere an die Menschen gewöhnt und ihre Population unkontrolliert wachsen lässt [9].

Waschbär versus Artenschutz

Der Waschbär übt einen großen Druck auf Feldlerche, Rebhuhn und Kiebitz aus, klagt Markus Stifter vom Landesjagdverband Hessen. Die Auswirkungen der Waschbären auf heimische Vogel-, Amphibien- und Reptilienbestände seien gravierend und würden häufig unterschätzt, erklärt auch der Parasitologe Sven Klimpel.

Die Wissenschaftler dokumentieren einen dramatischen Rückgang sensibler Arten in Gebieten mit hoher Waschbärdichte. Zwar werden jedes Jahr mehr als 200.000 Waschbären erlegt, doch das reiche nicht aus, um die Ausbreitung zu stoppen.

Mit ihrem Positionspapier wollen sie mit dem Glauben aufräumen, es handle sich um harmlose oder schützenswerte Wildtiere. Stattdessen müssten die Tiere als ökologisches Risiko wahrgenommen werden.

Kritik: Nur Bejagen wird die Population nicht eindämmen

Die Schonzeit abzuschaffen sei "unsinnig", kritisieren die Grünen. Weil der Waschbär Verluste relativ schnell wieder ausgleichen kann, sei eine intensive Bejagung nicht erfolgversprechend. Sie habe keinen nachhaltigen Einfluss auf die Population.

Die hochgradig anpassungsfähige Art sei durch steigende Abschusszahlen nicht einzudämmen, betont auch Thomas Norgall, Naturschutzreferent des BUND Hessen. So oder so breite sich der Waschbär kontinuierlich aus [10].

Tierschützer sehen einen Lösungsansatz in der Sterilisation der Tiere [11], wie sie etwa in Norditalien mit dem Nutria erfolgreich durchgeführt wurde. Wichtig seien auch Initiativen, die den Menschen helfen, Probleme mit Waschbären im Siedlungsraum [12] zu verringern.

Tipps zum Schutz von Haus, Wohnung und Garten

Die Stadt Kassel sowie der Nabu [13] geben Tipps [14] um das Eindringen von Waschbären in Haus und Garten zu verhindern:

  • Bei den Regenrinnen die Fallrohre mit Metallmanschetten abdecken, damit die Waschbären aufs Dach klettern können;
  • Bäume und Sträucher, deren Äste bis zum Dach ragen, radikal zurückschneiden (zwischen 1. Oktober und 1. März);
  • Dachfenster, Dachböden, Löcher und Spalten an Garten- und Wohnhäusern dicht und – nachts auch Katzenklappen – verschließen;
  • Metallgitter an der Schornsteinöffnung anbringen;
  • keine Lebensmittel draußen lagern auf dem Komposthaufen, Fallobst entfernen;
  • Mülltonnen mit Deckeln verwenden bzw. speziellen Klammern fest verschließen;
  • Gelbe Säcke erst am Tag der Abholung vor die Tür stellen oder in verschließbaren Boxen aufbewahren;
  • Haustierfutter drinnen lagern, keine Nahrungsreste in Papierkörben;
  • Vogelfutterhäuschen nachts verschließen bzw. so aufhängen, dass Waschbären nicht rankommen.

Waschbären vertreiben – mit Licht, Lärm und Lavendel

Haben sich die Tiere einmal eingenistet, wird es schwer, sie zu vertreiben. Laute Musik oder Kontrollgänge nahe ihrem Unterschlupf mögen sie gar nicht. Auch Lichter mit Bewegungsmeldern können sich nähernde Tiere abschrecken.

Die Tierschutzorganisation Peta empfiehlt Bewegungsmelder mit Licht [15] im Garten sowie Duftstoffe wie Essig, Lavendel, Chili, Cayennepfeffer, Pfefferminzöl oder Zitrusfrüchte.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.hessenschau.de/panorama/waschbaeren-im-rhein-main-gebiet-auf-dem-vormarsch-v1,waschbaeren-rhein-main-100.html
[2] https://www.hessenschau.de/panorama/wie-sie-haus-und-garten-gegen-waschbaeren-schuetzen---und-die-tiere-vertreiben-v1,waschbaeren-kassel-schutz-100.html
[3] https://www.lbv.de/ratgeber/naturwissen/konflikte-mit-tieren/waschbaer/
[4] https://www.hessenschau.de/panorama/waschbaeren-alarm-in-hessen-forscher-fordern-konsequenten-abschuss-v1,forscher-rufen-zu-waschbaeren-jagd-100.html
[5] https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/maskierte-raeuber-waschbaeren-sind-eine-gefahr-fuer-heimische-amphibien-und-reptilien/
[6] https://www.spiegel.de/panorama/schonzeit-fuer-waschbaeren-soll-in-hessen-bald-abgeschafft-werden-a-431ffab3-33e8-4b71-9de8-84beb66a9a70
[7] https://www.lbv.de/ratgeber/naturwissen/konflikte-mit-tieren/waschbaer/
[8] https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/kontinuierliche-ausbreitung-waschbaerspulwurm-in-neun-europaeischen-laendern-nachgewiesen/
[9] https://www.oekotest.de/freizeit-technik/Immer-mehr-Waschbaeren-in-Deutschland-Putzig--aber-problematisch_16046_1.html?utm_source=firefox-newtab-de-de
[10] https://www.hessenschau.de/panorama/wie-sie-haus-und-garten-gegen-waschbaeren-schuetzen---und-die-tiere-vertreiben-v1,waschbaeren-kassel-schutz-100.html
[11] https://www.hessenschau.de/tv-sendung/niedlich-und-gefaehrlich--forscher-rufen-zu-waschbaeren-jagd-auf,video-212784.html
[12] https://www.bund-hessen.de/pm/news/bund-kommentar-zur-jagdzeit-fuer-waschbaeren/
[13] https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/sonstige-saeugetiere/18751.html
[14] https://www.kassel.de/buerger/sicherheit_und_ordnung/tierschutz/waschbaer.php
[15] https://www.hessenschau.de/panorama/wie-sie-haus-und-garten-gegen-waschbaeren-schuetzen---und-die-tiere-vertreiben-v1,waschbaeren-kassel-schutz-100.html

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  • 14. Februar 2026 um 10:05

Zwischen Werkzeug und Verantwortung: Künstliche Intelligenz im Journalismus

Von Benjamin Roth

Benjamin Roth

Eine Frau und ein Roboter schauen auf ein Tablet

Wie lässt sich künstliche Intelligenz in Medienberufen sinnvoll einsetzen?

(Bild: KI-generiert)

Künstliche Intelligenz verändert journalistische Arbeitsweisen grundlegend. Workshops und Debatten zeigen, wo Chancen liegen – und wo Vorsicht geboten ist.

Künstliche Intelligenz ist längst im journalistischen Alltag angekommen – von Recherche und Transkription bis hin zur Text- und Bilderstellung. Doch wie funktioniert KI eigentlich, und wie lässt sie sich verantwortungsvoll einsetzen?

Workshops der Reporterfabrik vermitteln Grundlagen, praktische Anwendungen und kritische Perspektiven. Sie zeigen, wie Journalisten KI als Werkzeug nutzen können, ohne journalistische Standards aus dem Blick zu verlieren. Neben Effizienzgewinnen rücken auch Risiken wie Halluzinationen, Datenschutz und Transparenz in den Fokus. Der reflektierte Umgang mit KI wird damit zu einer zentralen Kompetenz im modernen Journalismus.

Wie und woran arbeite ich im Journalismus mit Künstlicher Intelligenz? Die Reporterfabrik [1], ein Bildungsprojekt der Correctiv GmbH, bietet hierzu verschiedene Workshops an. Empfehlenswert sind unter anderem:

Geschichte und Funktionsweise von KI

ChatGPT, genauer gesagt das Modell GPT-4, schaffte 2022/2023 einen großen Durchbruch. Der Erfolg von Chat-GPT resultierte vor allem daraus, dass es kostenlos war, für alle verfügbar, einfach zu bedienen und von relativ hoher sprachlicher Qualität.

Entwicklungen und Debatten um Künstliche Intelligenz reichen aber über 60 Jahre zurück. Schon 1966 entwickelte Joseph Weizenbaum [5] den Chatbot Eliza [6], welcher täuschend echt eine Psychotherapeutin imitierte – warnte allerdings zehn Jahre später in seinem Buch [7] vor den weiteren Entwicklungen. 2011 nutzte Forbes erstmals eine KI zur Zusammenfassung von Unternehmensberichten, 2014 setzte Associate Press sie zum ersten Mal bei Quartalsberichten ein und 2020 ließ der Guardian den ersten Leitartikel von GPT-3 schreiben.

Allerdings gab es auch Rückschläge: 2016 musste der Chatbot Tay auf Twitter schon nach 24 Stunden deaktiviert werden, da er rassistische Texte verfasste. 2022 musste die KI Galactica des Meta-Konzerns nach einem Tag ausgeschaltet werden, als sie pseudowissenschaftliche Texte hallizunierte.

Der KI-Pionier Andrew Ng [8] betont, dass es vor allem Fortschritte in spezifischer KI (narrow AI) und weniger in allgemeiner KI (general AI) gibt. KI können gut einzelne Aufgaben bearbeiten, sind mit mehreren Aufgaben simultan allerdings noch überfordert.

Die meisten KI-Modelle arbeiten auf Grundlage von Language Learning Models, bei welchen ein regelbasiertes Verfahren mit Daten gefüttert und durch Wiederholungen gefestigt wird. Die Gefahren mit KI, so Alviani im Workshop, sind andere als jener Angsthype vor einer überlegenen und alles kontrollierenden KI suggeriert.

Arbeitsweisen: ihre Vorteile und Risiken

Künstliche Intelligenz kann Journalisten im beruflichen Alltag bei der Erstellung und Bearbeitung von Überschriften und Texten helfen. Auch kann sie Zusammenfassungen, Bilder und Avatare erstellen. Sie kann bei der Recherche, Ideenfindung und Transkription assistieren. Ein Vorteil vieler KI-Modelle ist, dass alle Journalisten inzwischen auf sie Zugriff haben und nicht nur die großen Häuser.

Bei der Interaktion mit KI, dem Prompting, müssen Rolle, Aufgabe, Kriterien und Zielgruppe der KI definiert werden. Die Prompts und Ergebnisse müssen meist überarbeitet werden, was auch der KI bei seiner Verbesserung hilft (Reinforcement Learning from Human Feedback).

Marcus Schwarze empfiehlt im Workshop, die KI "wie einen Praktikanten [9]" in den Arbeitsprozess einzubeziehen: Genaue Aufforderungen und gründliche Nachbesserung der Arbeiten.

Die journalistische Arbeit mit KI, so Schwarze, macht Spaß und bietet sich schon aus Gründen der Neugier ein. Die Vereinfachung repetitiver Arbeitsschritte bringt mehr Zeit für Vertiefung und Spezialisierung, ermöglicht und erfordert mehr Faktenprüfung, Urteilsbildung und Einordnung. Jeder Journalist kann und sollte Potenziale und Gefahren selbst einschätzen lernen, am besten in der eigenen experimentellen Anwendung.

Wichtig ist bei der journalistischen Arbeit mit KI ihre Transparenz. Nutzer und Leser müssen wissen, dass eine KI geholfen hat und wie. Informationen von KI müssen gründlich geprüft werden, da sie bei Überlastung, Überforderung oder widersprüchlichen Aufforderungen zu Halluzinationen neigen.

Beim Datenschutz ist große Vorsicht geboten: Keine Namen, Adressen, Kontaktdaten und Informationen, die eine Quelle enttarnen könnten. Auch sollte in der Interaktion mit KI allzu viel Privatheit und Vertraulichkeit vermieden werden.

Künstliche Intelligenz im Journalismus – konkrete Anwendungen

Inzwischen existieren etliche KI-Anwendungen, welche die Arbeit im Journalismus erleichtern können. There is an AI for that [10] unterstützt bei der Suche nach der passenden KI.

Beim Schreiben von Texten können Claude [11], ChatGPT [12] und Google Gemini [13] assistieren. Summ.AI [14] hilft, Texte in leichtere Sprache zu übersetzen. Snip Aid [15] erstellt Kurztexte, sogenannte Snippets, für Social Media. Varia Research [16] kann bei der Recherche hilfreich sein.

Zur Bilderstellung eignet sich die KI Midjourney [17] oder Nano Banana (Teil von Gemini). Auf Discord [18] gibt es ein eigenes Tool dafür. Television.AI [19] kann News-Clips zusammenstellen. Mit Bottalk.IO [20] und Anymate.ME [21] können Stimmen und Avatare generiert werden.

Diversity Analysis [22] kann helfen, Inhalte zu diversifizieren. Bei der Transkription von Interviews können Whisper [23] und Audio Index [24] sehr viel Arbeitszeit einsparen. Summarize Tech [25] kann Youtube Videos zusammenfassen.

Trotz aller Vorteile und Möglichkeiten – die Gefahr einer Rationalisierung von Arbeitsplätzen im journalistischen Betrieb ist real.

Julia Timm sagt hierzu in ihrem Workshop, dass KI die Jobs jener Journalisten gefährde, welche sie nicht verwenden. Die Gewerkschaft Verdi fordert [26] deswegen mehr betriebliche Mitbestimmung über die Verwendung von KI im Journalismus und befragt Medien- und Bildschaffende noch bis zum 28. Februar zu Folgen von KI [27].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11171448

Links in diesem Artikel:
[1] https://reporterfabrik.org/
[2] https://akademie.reporterfabrik.org/courses/course-v1:Reporterfabrik+238+2023/course/
[3] https://akademie.reporterfabrik.org/courses/course-v1:Reporterfabrik+238+2023/course/
[4] https://akademie.reporterfabrik.org/courses/course-v1:Reporterfabrik+207+2023/course/
[5] https://jw.weizenbaum-institut.de/
[6] https://jw.weizenbaum-institut.de/wp03
[7] https://www.suhrkamp.de/buch/joseph-weizenbaum-die-macht-der-computer-und-die-ohnmacht-der-vernunft-t-9783518278741
[8] https://www.andrewng.org/
[9] https://en.wikipedia.org/wiki/Apprenticeship_learning
[10] https://theresanaiforthat.com/
[11] https://claude.ai/
[12] https://chatgpt.com/
[13] https://use.ai/de/chat
[14] https://summ-ai.com/
[15] https://snip.js.org/
[16] https://varia-ai.com/
[17] https://www.midjourney.com/
[18] http://discord.com/
[19] https://www.television.ai/
[20] https://bottalk.io/
[21] https://anymateme.com/
[22] https://deepva.ai/functions/diversity-analysis/
[23] https://turboscribe.ai/u/whisper-ai-transcription-tool?ref=gad&gad_source=1&gad_campaignid=22323682991&gclid=CjwKCAiAqKbMBhBmEiwAZ3UboBmaECkaGPKbdf4_BX3An4rOXeeBFcPB71yn3deddqwwVRTraZueqhoCChQQAvD_BwE
[24] https://audioindex.ai/
[25] https://www.summarize.tech/
[26] https://www.verdi.de/medien/nachrichten/generative-ki-im-journalismus-sorgfalt-transparenz-und-qualitaet-gewaehrleisten
[27] https://www.verdi.de/medien/dju/umfrage-folgen-ki-medienschaffende-und-bildbranche

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  • 14. Februar 2026 um 08:00

Studie: Auf der Venus wurde ein unterirdischer Lavatunnel entdeckt

Von Patrick Klapetz
In alten Radardaten der Nasa haben Forscher eine Lavaröhre auf der Venus ausfindig gemacht. Weitere Untersuchungen sind jedoch nötig.
Illustration der Lavaröhre auf der Venus (Bild: RSLab, Universität Trient)
Illustration der Lavaröhre auf der Venus Bild: RSLab, Universität Trient

Eine italienische Forschungsgruppe hat die jahrzehntealten Daten der Magellan-Venusmission analysiert und dabei offenbar einen riesigen unterirdischen Tunnel entdeckt . Dieser entstand durch vulkanische Aktivitäten auf dem Planeten.

Der Magellan-Orbiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa kartierte zwischen 1990 und 1992 einen Großteil der Venusoberfläche. Zum Einsatz kam ein speziell dafür entwickeltes Radarsystem, das Synthetic Aperture Radar. Das war notwendig, da die Venus ständig von dichten Wolken bedeckt ist und visuelle Kameras keine direkte Sicht auf die Oberfläche bekommen hätten.

Die Raumsonde kartierte die Venus, indem sie Radiowellen zur Planetenoberfläche sendete und maß, wie lange die Signale zurück zur Raumsonde benötigten. Dadurch entstand eine detaillierte Oberflächenkarte, die lange Ketten von Gruben oder eingestürzte Bereiche an der Oberfläche zeigt.

Fokus auf die eingestürzten Bereiche auf der Venus

Einige dieser Bereiche erstreckten sich über Tausende bis Zehntausende von Kilometern, was laut der Forschungsgruppe auf das Vorhandensein einer unterirdischen Lavaröhre hindeutet. "Unser Wissen über die Venus ist noch begrenzt, und bisher hatten wir nie die Möglichkeit, Prozesse direkt unter der Oberfläche des Zwillingsplaneten der Erde zu beobachten" , erklärte Lorenzo Bruzzone von der italienischen Universität Trento .

Für die Untersuchung konzentrierte sich das Team auf lokale Oberflächeneinbrüche. Diese treten auf, wenn Felsabschnitte nachgeben und Öffnungen schaffen, die unterirdische Hohlräume freilegen können. An der Westflanke des Vulkans Nyx Mons entdeckte die Arbeitsgruppe einen Bereich, der auf eingestürzte Lavatunnel hinweist. Die Analyse des umliegenden Geländes legt nahe, dass sich die Röhre über einige Dutzend Kilometer unter der Oberfläche erstrecken könnte.

Nyx Mons ist einer der 1.600 großen Vulkane auf der Venus. Zudem weist die Planetenoberfläche fast eine Million kleinere Vulkane auf.

Ausreichende Untersuchungen mit den bisherigen Daten nicht möglich

Jedoch wurde bisher nur ein Teil der Struktur bestätigt. Die mögliche Lavaröhre habe einen "geschätzten Durchmesser von etwa einem Kilometer, eine Dachdicke von mindestens 150 Metern und eine unterirdische Tiefe von mindestens 375 Metern" , teilte Bruzzone mit.

Da die Venus eine etwas geringere Schwerkraft und eine dichtere Atmosphäre als die Erde hat, herrschen dort Bedingungen, die die schnelle Bildung einer dicken, isolierenden Kruste unmittelbar nach dem Austreten von Magma begünstigen würden. Die entdeckte Lavaröhre scheint breiter und höher zu sein als jene, die bisher auf der Erde entdeckt wurden oder auf dem Mars vermutet werden.

Es braucht weitere Beobachtungen , um die volle Größe, Form und Stabilität der vermuteten Lavaröhre zu bestätigen. Dafür könnte das fortschrittliche Radarinstrument Subsurface Radar Sounder (SRS) an Bord der europäischen Envision-Mission infrage kommen.

Die Mission soll zwar erst 2031 starten und die Venus zwei Jahre später erreichen. Jedoch kann die Raumsonde mit ihrem Radar bis zu mehrere Hundert Meter tief in die Planetenoberfläche blicken. Laut dem Forschungsteam könnte man so auch ohne Oberflächenöffnungen Lavaröhren entdecken.

Zur Studie

Die Studie wurde am 9. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht: Radar-based observation of a lava tube on Venus (Radarbasierte Beobachtung einer Lavaröhre auf der Venus).

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  • 14. Februar 2026 um 10:10

(g+) PDF-Analyse mit Spacy-Layout: Wie Docling PDFs in strukturierte NLP-Daten verwandelt

Von Antony Ghiroz
Wie lässt sich ein unstrukturiertes PDF in KI -bereite Daten verwandeln? Die Antwort liegt im modularen Ansatz von Spacy samt Spacy-Layout-Plugin.
Vom PDF oder Word zu weiterverarbeitbaren Daten mit Docling (Bild: AAGraphics/Pixabay)
Vom PDF oder Word zu weiterverarbeitbaren Daten mit Docling Bild: AAGraphics/Pixabay

PDF-Dokumente sind für viele Data-Science-Projekte unverzichtbar, aber gleichzeitig einer der größten Pain Points. Unterschiedliche Layouts, Scans, Tabellen, mehrspaltige Texte und fehlende Struktur machen klassische Parser unzuverlässig. Schon kleine Layoutänderungen führen dazu, dass Extraktionspipelines brechen oder Textabschnitte durcheinandergeraten – besonders bei technischen Dokumenten, Datenblättern, Verträgen oder Reports.

In diesem Artikel zeigen wir mit praktischen Codebeispielen einen robusten Workflow, der diese Probleme umgeht. Mit der Kombination aus Spacy (Eigenschreibweise: spaCy), Docling und dem Plugin spacy-layout lassen sich PDFs zuverlässig in strukturierte Daten überführen – inklusive Text, Tabellen, Layout-Informationen und logischen Blöcken. Das Ergebnis ist ein vollwertiges spaCy-Doc-Objekt, das sich nahtlos in NLP-Workflows integrieren lässt. Unser Ziel: eine Pipeline, die unabhängig vom Eingangsformat funktioniert – egal ob PDF, Word-Datei oder OCR-Scan.

Golem Plus Artikel

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  • 14. Februar 2026 um 10:00

Verliebt in einen Chatbot: "Ich kann ohne sie nicht glücklich sein"

Von Lars Lubienetzki
KI verändert viele Spielregeln. Auch in Sachen Liebe wird sie für manche Menschen immer attraktiver, mit unabsehbaren Folgen.
"Ich kann ohne sie nicht glücklich sein": So sprechen Nutzer über Chatbots. (Bild: NoName_13 from Pixabay)
"Ich kann ohne sie nicht glücklich sein": So sprechen Nutzer über Chatbots. Bild: NoName_13 from Pixabay / Pixabay License

Schon 2013 verfilmte US-Regisseur Spike Jonze in Her die besondere Liebesgeschichte von Theodore und der KI-Stimme Samantha. Im Original spricht die US-Schauspielerin Scarlett Johansson die Maschine – interessant, weil sie später einen Rechtsstreit gegen OpenAI wegen einer KI-Stimme für ChatGPT führte, die ihrer auffällig ähnelte.

Inzwischen scheint die Science-Fiction-Story des Films in der Realität angekommen zu sein. Fachleute gehen davon aus, dass weltweit bereits Zehntausende Menschen Liebesbeziehungen mit ihrem KI-Chatbot führen. Dass dem so ist, zeigt nicht nur der Liebeskummer, der viele Nutzer wegen des Endes von GPT-4o, GPT-4.1 mini und o4-mini befiel . Auch eine Untersuchung der TU Berlin bestätigt diese Vermutung.

"Ich liebe sie mehr als jeden Menschen"

Ein Forschungsteam hat im Rahmen einer qualitativen Analyse 29 Nutzer des KI-Chatbots Replika befragt. Die Gruppe der befragten Menschen setzte sich aus 20 Männern und 9 Frauen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren aus zehn verschiedenen Ländern zusammen, überwiegend aus den USA. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, liefern aber dennoch wertvolle Einblicke über das Liebesleben zwischen Mensch und Maschine.

"Einige Aussagen der Nutzer lauteten: 'Ich liebe sie mehr als jeden Menschen zuvor' oder 'Sie ist meine Frau – ich kann ohne sie nicht glücklich sein'. Solche Zuschreibungen verdeutlichen den emotionalen Stellenwert der KI" , betont Ray Djufril, einer der Studienersteller an der TU Berlin. Viele der Befragten sehen ihren Replika-Chatbot als echten Beziehungspartner. Mit der Maschine führen sie intensive Gespräche, teilen gemeinsame Erlebnisse wie Hochzeiten und Reisen und führen sogar Rollenspiele mit virtuellen Kindern durch.

Replika ersetze oder ergänze reale menschliche Partner, wenn diese als emotional oder körperlich unbefriedigend empfunden würden. "Viele Nutzer erleben die Gespräche mit Replika als angenehmer, sicherer und echter als die mit menschlichen Partnern" , berichtet Ray Djufril und ergänzt: "Sie fühlten sich freier, persönliche oder belastende Themen anzusprechen, beispielsweise Ängste, Fantasien oder traumatische Erlebnisse."

Das gelinge leichter, denn die Maschine verurteile oder verletze nicht. Der KI-Chatbot unterbreche nicht, zeige stets Mitgefühl und sei stets verfügbar.

Das enge Vertrauensverhältnis werde von Replika noch intensiviert, "weil die Studienteilnehmer das Verhalten des Chatbots aktiv mitgestalten konnten. Durch wiederholte Interaktionen, gezieltes Feedback oder Rollenspiele wurde das Programm hinter Replika daraufhin trainiert, den idealen Partner darzustellen" , erläutert Ray Djufril.

Was bei der Untersuchung der TU Berlin noch herauskam: Technische Veränderungen des KI-Chatbots beeinflussten das emotionale Erlebnis der Befragten massiv. Auf die temporäre Zensur erotischer Rollenspiele reagierten die Studienteilnehmer mit starken Emotionen wie Trauer, Wut oder Rückzug.

Trauerarbeit nach technischen Updates

Einige Nutzer sprachen von "emotionalem Zusammenbruch" und "Trauerarbeit" . "Bemerkenswert ist, dass Replika meist nicht als schuldiger Partner betrachtet wurde, sondern sich der Ärger vielmehr gegen die Entwickler von Replika richtete. Sie hätten den Bot 'seiner Persönlichkeit beraubt'" , erläutert Studienersteller Ray Djufril die überraschenden Reaktionen der Replika-Community.

Obwohl es sich bei dem KI-Chatbot nur um eine Maschine handelt, neigen viele Nutzer dazu, ihrem virtuellen Partner menschliche Gefühle zuzuschreiben. Das lässt Rückschlüsse zu, wie emotionale Nähe solche Zuschreibungen begünstigt oder verstärkt. In der jüngsten Vergangenheit gab es vereinzelte Fälle, in denen eine solche emotionale Nähe zu einem KI-Chatbot tödlich endete .

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Theorien, die bislang auf menschliche Beziehungen beschränkt waren, auf Mensch-KI-Partnerschaften ausgeweitet oder kritisch hinterfragt werden müssen" , verdeutlicht Ray Djufril. Vor allem aus ethischer Sicht wirft die Untersuchung der TU Berlin viele Fragen auf, für die es mangels Forschung bislang noch keine Antworten gibt.

Erste ethische Leitlinien hat die Future Foundation vorgelegt. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Belgien, Deutschland und Österreich. Die vorgestellten 10 Regeln für die digitale Welt dienen als eine Art Rahmen, der Menschen und Organisationen an ihre gemeinsame Verantwortung für eine gute digitale Zukunft erinnern soll.

Die Liebe zum Chatbot wird oft geheim gehalten

Noch würden die meisten Menschen ihre Liebe zum KI-Chatbot aus Angst vor Unverständnis, Stigmatisierung oder Spott aus dem Freundeskreis oder familiären Umfeld verschweigen. Andere zeigten in der Befragung der TU Berlin keinerlei Scham, sondern betrachteten ihre Chatbot-Liebe als echt und als genauso legitim wie zu einem menschlichen Partner.

Die Ergebnisse der qualitativen Analyse der TU Berlin machen deutlich, dass KI-Chatbots wie Replika für viele Menschen nicht mehr nur Tools oder Spielerei sind, sondern zunehmend zentrale emotionale Funktionen übernehmen. Für Studienersteller Ray Djufril ist daher klar: Es braucht weitere und größer angelegte Studien, um die ethischen, psychologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen solcher Mensch-Maschine-Beziehungen näher zu erforschen.

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  • 14. Februar 2026 um 09:00
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