Nach 3D-gedruckten Prototypen des Gehäuses zeigt Erfinder Pavel Zhovner nun, wie die PCBs aussehen. Wichtige Komponenten bleiben vorerst verpixelt.
Der Flipper One soll vielseitiger werden als sein Vorgänger mit der Versionsnummer Null. Nun hat Erfinder Pavel Zhovner auf seinem Telegram-Kanal erneut Bilder veröffentlicht, die ein voll bestücktes Gerät zeigen – allerdings nur als 3D-Rendering. Es verrät einige Details zur Ausstattung, verpixelt aber den SoC und andere Komponenten.
Dass der Flipper One potenter als der Flipper Zero wird, hatte Zhovner bereits mehrfach bestätigt – das Gerät soll ein linuxbasierter Kleincomputer werden und Zhovner plant eine eigene Distribution [1]. Und ein kürzlich veröffentlichtes Foto der Geräterückseite offenbarte bereits interessante Details [2]. Jetzt gab es für Nutzer des russischsprachigen Kanals „Zhovner Hub“ neue Details zu entdecken.
Das neue Gerät wird offenbar aus zwei miteinander verbundenen PCBs bestehen. Die untere Platine beherbergt das ARM-SoC, die vom Vorgänger bekannten, jedoch nicht zu dessen Pinout kompatiblen GPIO-Pins, einen M.2-Steckplatz und große Teile der Peripherie.
(Bild: Pavel Zhovner)
Auf den grob aufgelösten Renderbildern lassen sich folgende Bauteile bereits gut erkennen:
Der im Gehäuseprototyp sichtbare Antennenanschluss ist lediglich angedeutet: An seiner Stelle findet sich auf dem PCB ein Steckkontakt, der wohl für die SMA-Buchse am Gehäuse vorgesehen ist.
(Bild: Pavel Zhovner)
Auf der zweiten Platine findet sich das (im Screenshot durch Zhovner gepixelte) Display in bekannter Retro-Anmutung mit orangefarbenem Hintergrund. Links daneben hat der Entwickler ein kapazitives Touchpad untergebracht und ganz rechts scheint noch Platz für eine Klinkenbuchse – womöglich für Kopfhörer oder ein externes Mikrofon. Auch die vier Kontroll-LEDs für LAN1, LAN2, W-LAN und Internetzugriff und insgesamt 13 Taster für Bedienknöpfe lassen sich erspähen.
(Bild: Pavel Zhovner)
Doch was verbirgt sich noch in den 3D-Grafiken? Was lugt da unter dem M.2-Steckkärtchen hervor? Und was hat es mit den verpixelten Chips auf sich? Der größte der vier ICs dürfte wohl der SoC sein – wahrscheinlich deutlich potenter als der STM32WB55RG auf dem Flipper Zero, der einen Cortex-M4-Kern mit 64 MHz Taktfrequenz als Application-Prozessor mitbringt –, die Funktion der drei anderen ist unklar. Auch der Pfostenstecker mit zwölf Pins an der Unterseite wird bei den bekannten Prototypen nicht nach außen geführt.
Wann der Flipper One erscheint, ist noch unbekannt, auch der Preis ist weiter ein Geheimnis. Der Flipper Zero ist derweil für knapp 230 Euro erhältlich, Erweiterungen für WLAN und Bewegungssteuerung schlagen mit gut vierzig sowie knapp sechzig Euro zu Buche.
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[1] https://x.com/zhovner/status/1956376140182081573
[2] https://www.heise.de/news/l-f-Neues-Foto-vom-Hinterteil-des-Flipper-One-10750230.html
[3] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
[4] mailto:cku@heise.de
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(Bild: arduino.cc)
Von der Idee zum Prototyp in Minuten: Arduino baut sein Modulino-Ökosystem mit vier neuen Modulen aus – Prototypen schnell und ohne Verkabelungschaos erstellen.
Arduino [1] stellt vier neue Module seiner Modulino-Produktfamilie vor. Die kompakten Plug-and-play-Sensoren und -Aktoren erweitern das bereits bestehende Angebot und machen es noch einfacher, elektronische Prototypen ohne Breadboard und Lötkolben zu realisieren. Dank „Qwiic“ (Quick I2C) verbindet man die Sensoren und Aktuatoren schnell miteinander in einer Kette und mit etwas Klebeband und Karton entstehen so schnell Prototypen.
(Bild: Arduino.cc)
Modulino Latch Relay (10,43 Euro inkl. Steuer) ist ein elektromechanisches Relais zum Schalten von Gleichstromlasten bis 30 Volt. Das Modul eignet sich ideal für Automatisierungs- und Energiespar-Anwendungen, bei denen mit einem einfachen digitalen Signal Hochlast-Geräte oder Schaltkreise gesteuert werden sollen.
(Bild: Arduino.cc)
Modulino Light (8,54 Euro inkl. Steuer) erkennt Infrarotlicht, misst die Umgebungshelligkeit und kann Farben identifizieren. Damit können Projekte automatisch auf Lichtverhältnisse reagieren – perfekt für lichtempfindliche Anwendungen wie intelligente Beleuchtungssysteme oder Umgebungsmonitoring.
(Bild: Arduino.cc)
Modulino Joystick (15,75 Euro inkl. Steuer) bringt analoge Präzisionssteuerung für Gaming- und Robotik-Projekte. Der integrierte Joystick mit Knopf ermöglicht intuitive Navigation und Steuerung von Bewegungen in interaktiven Set-ups.
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Modulino Vibro (11,74 Euro inkl. Steuer) fügt Projekten eine haptische Dimension hinzu. Der Vibrationsmotor liefert stille, taktile Rückmeldungen für Alarme, Benachrichtigungen oder immersive Anwendungen – ideal, wenn akustische Signale unerwünscht sind.
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Die vier Neuankömmlinge ergänzen die sieben bereits verfügbaren Modulino-Module, die Arduino im Mai 2024 zunächst als Teil des "Plug and Make Kit" eingeführt und später einzeln verfügbar gemacht hat:
Alle Modulino-Module teilen das gleiche kompakte Design und lassen sich dank Daisy-Chain-Technologie beliebig miteinander kombinieren. Die Verbindung erfolgt über standardisierte Qwiic-Kabel mit polarisierten Steckern – ein Verpolungsschutz ist also eingebaut.
(Bild: Arduino.cc)
Leider scheint es die „Modulino Base“ auf der mehrere Module festgeschraubt werden können, nicht einzeln zu geben, sondern nur im „Plug and Make Kit“, also doch wieder Karton oder Sperrholz und Klebeband oder Knetkleber (Mein Tipp: Uhu Patafix Propower). Oder man 3D-druckt sich eine passende Basis.
Die neuen Module sind mit allen Arduino-Boards kompatibel, die Qwiic-Konnektivität unterstützen. Dazu gehören der Arduino UNO Q, UNO R4 WiFi, Nesso N1, Nano R4 sowie der Nano Connector Carrier. Über Qwiic-to-Breadboard-Adapter oder die seitlichen Header lassen sich die Module auch mit anderen 3,3-Volt-Arduino-Boards nutzen. Natürlich können auch andere Qwiic-Boards und Module benutzt werden, denn das System ist von Sparkfun entwickelt worden [3] und recht verbreitet. Auch Adafruit [4]benutzt es und nennt es „Stemma QT“. Die Auswahl an Boards wird so immens erweitert.
Jedes Modul wird mit einem fünf Zentimeter langen Qwiic-Kabel geliefert und ist sofort einsatzbereit. Die Programmierung erfolgt wahlweise in der Arduino-Sprache (auf C++ basierend) oder MicroPython. Arduino stellt eine dedizierte Modulino-Bibliothek mit zahlreichen Beispiel-Sketches sowie vorkonfigurierte Arduino-Cloud-Templates zur Verfügung.
Laut Arduino richtet sich das Modulino-System an folgende Zielgruppen:
Lehrkräfte und Schüler können sich auf das Lernen konzentrieren, statt Verbindungsfehler zu debuggen. Die Module eignen sich hervorragend für STEM-Unterricht, wo der Fokus auf Konzepten und Kreativität liegen soll.
Maker und Hobbyisten können interaktive Ideen in Minuten testen, ohne Stunden mit Verkabelung zu verbringen. Die einheitliche Bauform erlaubt es, Module spontan auszutauschen und neue Kombinationen auszuprobieren.
Professionelle Entwickler beschleunigen die Prototypenentwicklung mit einer robusten, modularen Plattform. Die Modulino-Familie eignet sich gleichermaßen für Edge-IoT-Projekte wie für Proof-of-Concept-Systeme auf der Werkbank.
Die vier neuen Modulino-Module sind ab sofort im Arduino Online-Store (auch EU, Versand ab 3,50 Euro) sowie bei autorisierten Distributoren erhältlich. Arduino hat bereits angekündigt, die Modulino-Familie weiter auszubauen – das System ist als wachsendes Ökosystem konzipiert.
Für Einsteiger bietet Arduino das "Plug and Make Kit" an, das ein Arduino UNO R4 WiFi Board zusammen mit sieben der älteren Modulino-Module, einer Modulino-Base zur ordentlichen Befestigung sowie allen benötigten Kabeln und Schrauben enthält. Das Kit wird von kostenlosen, mehrsprachigen Online-Anleitungen mit sieben vollständig dokumentierten Projekten begleitet.
Mit der Erweiterung um Relay, Lichtsensor, Joystick und Vibrationsmotor deckt das Modulino-System nun ein noch breiteres Spektrum an Anwendungsfällen ab – von der Hausautomation über interaktive Spiele hin zu intelligenten Umgebungssensoren. Die konsequente Plug-and-Play-Philosophie macht Arduino-Projekte zugänglicher denn je. Jedes Modul ist perfekt in der Arduino IDE unterstützt und hervorragend dokumentiert.
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[1] https://www.heise.de/thema/Arduino
[2] https://www.heise.de/make
[3] https://www.sparkfun.com/qwiic
[4] https://learn.adafruit.com/introducing-adafruit-stemma-qt/what-is-stemma
[5] mailto:caw@make-magazin.de
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(Bild: Apple)
Apple veröffentlicht zweiten Release Candidate für iOS 26.2. Dies deutet auf die Behebung kritischer Bugs hin. Finale Version könnte diese Woche erscheinen.
Das wahrscheinlich letzte große iOS-Update des Jahres, iOS 26.2, lässt etwas länger auf sich warten: Apple hat stattdessen am Montagabend deutscher Zeit einen zweiten Release Candidate des Updates für das iPhone-Betriebssystem veröffentlicht. Was genau im RC2 geändert wurde, verrieten die Kalifornier bisher nicht. Es gilt aber als sicher, dass einer oder mehrere kritische Fehler behoben werden. Offen bleibt, wann mit dem finalen Release zu rechnen ist.
Der RC2 trägt die Build-Nummer 23C54. Diese hat sich damit gegenüber dem ersten Release Candidate aus der Vorwoche (23C52) nur minimal erhöht. In Foren ist zu lesen, dass mit dem RC2 angeblich ein Bug behoben sein soll, der zu helle Icons bei der Ordner-Animation auf dem Homescreen anzeigt. Auch von einem Bugfix für einen Absturz des Springboards – also der Oberfläche des Homescreens – ist die Rede und von einer Behebung eines Problems mit der automatischen Einstellung für die Bildschirmhelligkeit.
iOS 26.2 [1] sorgt für einen weiteren Feinschliff am Betriebssystem, enthält aber auch einige neue Funktionen. Die KI-gestützte Live-Übersetzung kommt mit dem Update in die Europäische Union. Beim Liquid-Glass-Design wurden verbesserte Menüanimationen beobachtet, und es lässt sich die Transparenz der Uhr auf dem Sperrbildschirm einstellen. Liquid Glass hält jetzt auch bei der Maßband-App Einzug. Bei AirDrop gibt es künftig die Möglichkeit, Einmalcodes zu generieren, die dann 30 Tage lang eine Übertragung ermöglichen. Und die Erinnerungen-App kann sich jetzt wahlweise prominenter per Alarm in Szene setzen.
Kleinere Neuerungen gibt es auch [2] in Apple Music (Offline-Liedtexte), Podcasts (automatische Kapitel, Erwähnungen anderer Podcasts, Link-Zugriff), Freeform (beherrscht jetzt Tabellen), Passwörter (Management von Websites ohne Passwortspeicherung) und bei der Barrierefreiheit (Benachrichtigungen lassen den ganzen Bildschirm aufleuchten und nicht nur die Blitz-LED auf der Rückseite).
Ein RC2 ist nicht ungewöhnlich. Im Vorjahr, bei iOS 18.2 [3], ging Apple nach dem gleichen Muster vor. Damals dauerte es nach dem RC2 nur zwei Tage, bis das Final Release erschien. Somit erscheint eine Veröffentlichung am Mittwoch dieser Woche als durchaus wahrscheinlich.
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[1] https://www.heise.de/news/iOS-26-2-Diese-Features-kommen-wohl-im-Dezember-11089897.html
[2] https://www.heise.de/news/iOS-26-2-Diese-Features-kommen-wohl-im-Dezember-11089897.html
[3] https://www.heise.de/news/iOS-18-2-ab-Mittwoch-zum-Download-bereit-Das-sind-die-Neuerungen-10193091.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Der Plattformwechsel von iOS zu Android und umgekehrt soll künftig einfacher ablaufen.
(Bild: Mr.Mikla / Shutterstock.com)
Google und Apple wollen den Datenumzug zwischen Android und iOS gemeinsam nahtloser gestalten.
Der Umzug zwischen Android und iOS ist in den vergangenen Jahren zwar ein wenig reibungsloser geworden [1], vollkommen schmerzfrei ist er jedoch bis heute nicht. Das wollen Google und Apple offenbar ändern. Die beiden Konzerne wollen zusammenarbeiten, um den Wechsel zwischen Android-Smartphones und iPhones nahtloser zu gestalten.
Das schreibt das Blog 9to5 Google [2], das diese Informationen von den beiden Unternehmen erhalten hat. Hierfür soll der Einrichtungsvorgang entsprechend angepasst werden. Die neue Umzugsmethode befindet sich in der Entwicklung und soll den Gerätewechsel mit erweiterten Funktionen, einschließlich der Unterstützung für die Übertragung zusätzlicher Datentypen, erleichtern, heißt es.
Laut 9to5 Google wird die neue Funktion schon mit Android Canary 2512 [3] (ZP11.251121.010) auf allen Pixel-Geräten eingeführt. Die Canary-Version von Android [4] ist ein im Juli 2025 eingerichteter Vorschaukanal für Entwickler, mit dem sie einen "früheren, konsistenteren Zugang zu den in der Entwicklung befindlichen Funktionen" erhalten. Diese Vorschauversionen ersetzen die Developer-Previews für neue Android-Versionen.
Auf der Apple-Seite soll die neue Transferfunktion zuerst in einer künftigen Beta-Version für Entwickler von iOS 26 bereitgestellt werden. Bis zur Veröffentlichung der fertigen Version soll die Umzugsfunktion zudem weitere Features und Unterstützung für zusätzliche Datentypen bieten, schreibt 9to5 Google.
Zudem soll das Feature vor dem Einzug in die stabilen Versionen der Betriebssysteme zunächst von der Android-Canary und der iOS-Entwickler-Beta auf die stabileren Beta-Versionen umziehen. Bei Google dürfte es sich um eine QPR-Beta-Version (Quarterly Platform Release) handeln, bei Apple um eine der künftigen Public-Betas für iOS 26.
Einen genauen Zeitraum für die Veröffentlichung der nahtloseren Transferfunktion gibt es offenbar noch nicht. Bis dahin müssen sich Umzugswillige mit den bislang angebotenen Lösungen wie der „Move to iOS [5]“-App von Apple für Android und der „Android Switch“-App von Google für iOS begnügen.
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[1] https://www.heise.de/ratgeber/Wechsel-zwischen-Android-und-iOS-Nutzerdaten-clever-umziehen-10097825.html
[2] https://9to5google.com/2025/12/08/android-iphone-switching/
[3] https://www.reddit.com/r/android_beta/comments/1phjb6v/android_canary_2512_now_available/
[4] https://www.heise.de/news/Android-Canary-Channel-Google-kuendigt-neuen-Spielplatz-fuer-Entwickler-an-10483754.html
[5] https://www.heise.de/news/Auf-iOS-uebertragen-Apple-beschleunigt-iPhone-Wechsel-App-fuer-Android-10372749.html
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Apple-Überflieger John Ternus.
(Bild: Apple / Bearbeitung: Mac & i)
John Ternus leitet Apples Hardware-Entwicklung und führt iPhones und Macs zu immer neuen Höhen. Wer ist der Ingenieur, der Tim Cooks Nachfolger werden könnte?
Die Umstände für die Präsentation einer historischen Apple-Produktneuerung waren am 10. November 2020 alles andere als ideal. Die Corona-Pandemie breitete sich verheerend schnell aus, die Weltwirtschaft rutschte in eine tiefe Rezession. Trotz der widrigen Rahmenbedingungen wollte Apple-Chef Tim Cook das "One More Thing"-Event nicht absagen. So kam John Ternus, der Leiter der Hardware-Sparte, zu seinem wichtigsten öffentlichen Auftritt: Er präsentierte die initialen Macs mit den hauseigenen M1-Chips. Sie hauchten der altgedienten Gerätekategorie neuen Schwung ein und ließen die vorausgehenden Intel-Macs über Nacht sehr alt aussehen.
Cook beschränkte sich auf eine kurze Einordnung: "Dies ist ein bedeutender Tag für den Mac und für Apple. Fortschritte dieser Größenordnung sind nur möglich, wenn man mutige Veränderungen vornimmt." Danach überließ er dem Jungstar Ternus die Bühne. Seitdem ist der passionierte Schwimmer aus Kalifornien immer wieder für den Chefposten im Gespräch. Beobachter sehen in ihm den künftigen Apple-CEO, sollte Tim Cook sich aus der Führungsspitze verabschieden.
Prominente Keynote-Auftritte bleiben bei Apple nicht dem Zufall überlassen: Sie dienen nicht nur der Produktvorstellung, sondern auch der sorgfältigen Präsentation des potenziellen Führungspersonals. Diese Vorstellung richtet sich nicht allein an Apple-Fans und Kunden, sondern ebenso an den Aufsichtsrat – das Board of Directors – und die Investoren.
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Marcel Kunzmann
Die Warner Bros Übernahme wird immer mehr zum Politikum
(Bild: Savvapanf Photo/Shutterstock.com)
Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery erschüttert Hollywood. Netflix bot 72 Milliarden Dollar, Paramount kontert. Doch Trump könnte alles kippen.
Der geplante Verkauf von Warner Bros. Discovery entwickelt sich zu einem der umstrittensten – und politisch aufgeladensten – Deals der Medienbranche. Nachdem sich Netflix und Warner Bros. Discovery am Freitag auf eine Übernahme für 72 Milliarden US-Dollar geeinigt hatten, legte Paramount am Montag ein konkurrierendes Angebot vor – und wendet sich damit direkt an die Aktionäre.
Paramount bietet 108,4 Milliarden Dollar (rund 94 Milliarden Euro) für den gesamten Warner-Konzern, wie das Unternehmen mitteilte. Das entspricht 30 Dollar je Aktie in bar. Netflix hatte zuvor 83 Milliarden Dollar (rund 71 Milliarden Euro) oder 27,75 Dollar je Aktie geboten, allerdings nur für das Studiogeschäft und den Streamingdienst HBO Max. Das TV-Geschäft mit Sendern wie CNN sollte zuvor abgespalten werden. Jetzt mischt Trump sich ein.
"Die Aktionäre bekommen 18 Milliarden Dollar mehr in bar als bei dem Netflix-Angebot", erklärte das von David Ellison geführte Unternehmen. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein solcher Deal von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werde.
Das Vorgehen ist ungewöhnlich: Paramount hat einen Börsenwert von rund 14 Milliarden Dollar und tritt damit gegen Netflix an, das über 400 Milliarden Dollar wert ist. Der Deal werde vollständig durch die Familie Ellison und RedBird Capital abgesichert, teilte Paramount mit. Dazu kämen Kreditzusagen in Höhe von 54 Milliarden US-Dollar von Bank of America, Citi und Apollo. Oracle-Gründer Larry Ellison ist der Vater von David Ellison.
Paramount warf Warner vor, nie ernsthafte Gespräche geführt zu haben, obwohl das Unternehmen in den vergangenen zwölf Wochen sechs Übernahmevorschläge unterbreitet habe.
In die Auseinandersetzung hat sich nun auch US-Präsident Donald Trump eingeschaltet. Der hohe Marktanteil von Netflix im Streaming-Geschäft könnte ein Problem bei den Übernahmeplänen sein, sagte Trump. Er verwies auf die anstehende Wettbewerbsprüfung und kündigte an, auch in die Entscheidung involviert zu sein.
Netflix ist mit rund 300 Millionen Abonnenten der weltweit führende Streamingdienst, Warner kommt auf fast 130 Millionen Kunden. Die Unternehmen zeigten sich überzeugt, dass die Transaktion einer Prüfung durch Wettbewerbshüter standhalten wird. Zugleich planen sie bis zu eineinhalb Jahre für den Abschluss der Übernahme ein. Netflix verpflichtete sich, Warner eine Vertragsstrafe von 5,8 Milliarden Dollar zu zahlen, falls die Übernahme an den Kartellwächtern scheitern sollte.
Der Finanzdienst Bloomberg berichtete [1], Netflix-Co-Chef Ted Sarandos habe Trump Mitte November besucht, um über die Übernahmepläne zu sprechen. Dabei seien sie sich einig gewesen, dass der Meistbietende gewinnen solle, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Trump bestätigte, Sarandos sei vergangene Woche bei ihm im Oval Office gewesen.
Eine besondere politische Brisanz erhält der Fall durch die Verbindungen der Ellison-Familie zum Weißen Haus. Larry Ellison gilt als Unterstützer Trumps. Die Familie hatte vor vier Monaten Paramount mitsamt der Tochter CBS für acht Milliarden Dollar übernommen. Bei CBS gab es nach dem Kauf Änderungen in der Nachrichtenredaktion, die Leitung von CBS News übernahm die konservative Meinungsjournalistin Bari Weiss.
Medienberichten zufolge ging Paramount angesichts der guten Beziehungen zum Weißen Haus davon aus, sich durchsetzen zu können. Anders als Netflix will Paramount den gesamten heutigen Konzern Warner Bros. Discovery kaufen, zu dem auch Fernsehsender wie CNN gehören. Der Nachrichtensender, der oft kritisch über Trump berichtet, ist dem Präsidenten ein Dorn im Auge. In den USA wurde vielfach spekuliert, das Weiße Haus könne deshalb an einem Erfolg der Ellison-Familie interessiert sein.
Zu den Finanziers des Paramount-Angebots gehört auch Jared Kushner, der Schwiegersohn von Donald Trump, mit seiner Investmentfirma Affinity Partners, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Das Bieterkonsortium hat sein Angebot inhaltlich angepasst: Die an dem Deal beteiligten Staatsfonds von Abu Dhabi, Katar und Saudi-Arabien sollen keinen Sitz im Verwaltungsrat erhalten, die chinesische Firma Tencent ist nicht mehr beteiligt.
Unter Filmschaffenden in Hollywood hatte sich angesichts der geplanten Übernahme durch Netflix Frust breitgemacht. Zahlreiche prominente Persönlichkeiten, darunter der ehemalige Warner Bros.-Chef Jason Kilar und der "Titanic"- und "Avatar"-Regisseur James Cameron, warnten vor einem "Desaster" für Kreative. Sie befürchten eine weitere Konsolidierung sowie eine Stärkung von Netflix' Position als Konkurrent der Filmtheater.
Paramount-Chef David Ellison hingegen erklärte, er wolle Hollywood "retten". Mit dem Netflix-Deal würde der Streaming-Pionier die Kontrolle über eines der wertvollsten Film- und Fernseharchive Hollywoods erlangen, zu dem unter anderem die Rechte an "Harry Potter" und den "Batman"-Comics gehören.
Bei CNN hatte man zunächst aufgeatmet, als der Netflix-Deal bekannt wurde. Eine weitere Übernahme eines großen Medienkonzerns durch Verbündete Trumps schien abgewendet. Mit dem neuen Paramount-Angebot ist nun wieder alles offen.
Einem Bericht des Guardian [2] zufolge hatte Trump vorab mit Larry Ellison über CNN-Moderatorinnen gesprochen, die er gern gefeuert sähe. Medienberichten zufolge hatten sich die Ellisons bereits beim Justizministerium beschwert – unter anderem bei Trump persönlich –, dass der Netflix-Warner-Deal aus kartellrechtlicher Sicht bedenklich sei.
Der Chefanwalt von Paramount ist Makan Delrahim, der ehemalige Direktor der Kartellrechtsbehörde unter der ersten Trump-Regierung. Sollte es bei Netflix bleiben, könnte Paramount beim US-Justizministerium Einspruch einlegen.
Aus kartellrechtlicher Sicht wäre allerdings auch eine Paramount-Übernahme problematisch. Ein solcher Deal würde die großen Hollywoodstudios von zurzeit fünf auf vier reduzieren. Angeblich wollen die Ellisons zudem CNN mit CBS fusionieren.
Die Medienlandschaft in den USA steht vor weitreichenden Veränderungen. Wie der Deal ausgeht und welche Rolle politische Erwägungen dabei spielen werden, ist derzeit offen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-12-07/netflix-co-ceo-ted-sarandos-wooed-trump-personally-ahead-of-warner-bid[2] https://www.theguardian.com/business/2025/dec/08/paramount-skydance-warner-bros-bid
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Bernd Müller
Grüner Wasserstoff soll Industrie und Verkehr klimaneutral machen. Doch zwischen Vision und Realität liegen Welten. Ein Überblick.
Grüner Wasserstoff gilt als ein Schlüssel zur Energiewende. Mit seiner Hilfe soll etwa die Industrie in Deutschland dekarbonisiert werden und auch im Verkehrssektor soll er direkt oder über Derivate eine Rolle spielen.
Doch zwischen politischen Zielen und Realität klafft eine erhebliche Lücke. Bis 2030 sollten eigentlich zehn Gigawatt Elektrolyseleistung installiert sein. Davon wurde allerdings bislang nur ein Bruchteil realisiert. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) [1] wurden bis zum dritten Quartal 2025 nur 185 Megawatt installiert – gerade einmal 1,85 Prozent.
Auch weltweit hinkt der Ausbau der Kapazitäten hinterher. Bis 2023 wurden weniger als zehn Prozent der angekündigten Wasserstoffprojekte [2] realisiert. Die Gründe: hohe Kosten, fehlende Infrastruktur und ein klassisches Henne-Ei-Problem zwischen Angebot und Nachfrage.
Grüner Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Er gilt als Schlüssel für die Dekarbonisierung von Bereichen, die nur schwer elektrifizierbar sind, [3] wie Stahlerzeugung, Chemieindustrie, Schwerverkehr und Fernwärme.
Doch auch hier sieht die Realität ernüchternd aus: 2022 wurden weltweit rund 95 Millionen Tonnen Wasserstoff produziert, aber weniger als 100.000 Tonnen stammten aus Elektrolyse [4]. Der Rest wurde aus fossilen Quellen gewonnen.
Die sogenannte Wasserstoff-Farbenlehre unterscheidet zwischen grauem Wasserstoff aus Erdgas, blauem mit CO2-Abscheidung und grünem aus erneuerbaren Energien. Blauer Wasserstoff ist umstritten [5], weil die langfristige Speicherung des Kohlendioxids mit Unsicherheiten und Leckage-Risiken verbunden ist.
Deutschland plant für das Jahr 2030 mit einem Wasserstoffbedarf von rund 100 Terawattstunden pro Jahr – heute sind es etwa 55 Terawattstunden. Nur etwa ein Drittel des Bedarfs wird dann wohl im Inland produziert, die übrigen Mengen müssen importiert werden.
Europa rechnet bis 2050 mit einem Bedarf zwischen 700 und 2.800 Terawattstunden, je nach Nutzungsszenario. Allein für die robuste Mindestnutzung in Industriewärme [6], Kraftwerken und Fernwärme werden etwa 700 Terawattstunden benötigt.
Dafür bräuchte es allerdings Elektrolyseure mit einer Leistung zwischen 300 und 1.067 Gigawatt sowie Speicherkapazitäten von rund 300 Terawattstunden – etwa so viel wie die heutigen europäischen Erdgasspeicher fassen.
Drei Haupttechnologien dominieren die Elektrolyse: die alkalische Elektrolyse (AEL), die Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyse (PEM) und die Hochtemperatur-Elektrolyse (HT). Dass in diesem Bereich tüchtig geforscht wird, zeigt die seit 2015 steigende Zahl der Patente, angeführt von PEM und AEL.
Der Elektrolyseur-Markt soll, so die früheren Prognosen, jährlich um rund 25 Prozent wachsen. Neuere Untersuchungen gehen schon von einem deutlich höheren Wachstum aus. So heißt es bei Global Market Insights [7], der Markt wachse von 2025 bis 2034 um jährlich 44 Prozent. Gut am Markt platziert haben sich hier Anbieter aus den USA, Deutschland und China.
Innovative Ansätze versprechen weitere Effizienzgewinne: So wurde etwa ein neuer Katalysator vorgestellt, der gleichzeitig Sonnenlicht und Strom nutzt. Das soll die Leistung um das Zehnfache steigern [8].
Forscher entdeckten zudem ein Blasen-Phänomen [9], das die Elektrolyse beschleunigt. Eine neuartige Flüssigkeit ermöglicht es auch, Wasserstoff bei Raumtemperatur mit einer Dichte von 6,9 Gewichtsprozent zu lagern. Diese Flüssigkeit soll den Transport von Wasserstoff [10] einfacher machen.
Die Bundesnetzagentur hat im Jahr 2024 das deutsche Wasserstoff-Kernnetz genehmigt [11]: 9.040 Kilometer soll es bis 2032 umfassen. Rund 60 Prozent davon soll durch die Umwidmung von bestehenden Gasleitungen bereitgestellt werden.
Die Kosten belaufen sich auf rund 18,9 Milliarden Euro, erste Abschnitte sollen 2025 in Betrieb gehen.
Beim Transport schneiden Pipelines mit einem Wirkungsgrad [12] von 57 bis 67 Prozent am besten ab. Derivate des Wasserstoffs wie Ammoniak erreichen 51 bis 64 Prozent, Methanol 44 bis 62 Prozent und synthetisches Erdgas 39 bis 62 Prozent. Technologien wie flüssiger Wasserstoff oder LOHC sind derzeit noch nicht ausgereift.
Ein zentrales Projekt ist der südliche Wasserstoffkorridor SouthH2 [13], der Afrika und Europa verbinden soll. Die Pipelines erstrecken sich 3.500 bis 4.000 Kilometer von Nordafrika über Italien und Österreich nach Deutschland. Und zu knapp 70 Prozent sollen sie aus umgerüsteten Leitungen bestehen.
Ab 2030 sollen dann bis zu vier Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr nach Europa fließen, etwa 55 Terawattstunden allein nach Deutschland.
Entgegen den Erwartungen hat sich grüner Wasserstoff bislang nicht als kostengünstige Alternative herausgestellt. Hatte man einen Preis von drei Euro je Kilogramm anvisiert, so ist er noch wesentlich teurer.
In Abhängigkeit vom Standort und anderen Faktoren mussten bislang bis zu zehn Euro je Kilogramm gezahlt werden. In einer Prognose geht der BDEW von knapp acht Euro im Jahr 2030 [14] aus.
Damit der Markthochlauf gelingen kann, fehlt es entsprechend an öffentlichen Förderungen, die den Differenzbetrag ausgleichen. Schätzungen zufolge müssten bis 2030 zwischen zwei und zehn Milliarden Euro notwendig werden, bis 2045 könnten es 30 bis 100 Milliarden Euro werden – in ungünstigen Szenarien sogar bis zu 200 Milliarden Euro [15].
Global werden rund eine Billion US-Dollar an zusätzlicher Förderung benötigt, um alle bis 2030 angekündigten Projekte umzusetzen.
Die EU hat mit einer Wasserstoffbank auf die Herausforderungen reagiert, die Subventionen über Auktionen vergibt. Damit auch europäische Hersteller etwas abbekommen und die Fördermittel nicht an chinesische Anbieter fließen, wurden hier neue Resilienz-Kriterien [16] definiert. Sie begrenzen etwa den chinesischen Anteil bei geförderten Projekten auf maximal 25 Prozent.
In der Stahlindustrie setzt etwa das Saarland auf Wasserstoff: Das Projekt Power4Steel plant eine wasserstoffbasierte Eisenreduktion [17] und soll ab 2027/2028 rund 3,5 Millionen Tonnen grünen Stahl erzeugen. Die CO2-Emissionen würden um rund 55 Prozent sinken.
Bei ThyssenKrupp in Duisburg ist die Zukunft des Wasserstoff-Projekts dagegen ungewiss. Das Unternehmen bekennt sich zwar weiterhin dazu, doch betont, dass es an der Grenze zur Wirtschaftlichkeit liege.
Ein neues Verfahren verspricht nahezu CO2-freien Zement [18] durch Kopplung mit Stahlrecycling.
In der Schifffahrt wird Ammoniak als Treibstoff getestet. Vor der Küste Westaustraliens gelangen im vergangenen Jahr erstmals sichere Ship-to-Ship-Transfers [19] von jeweils 4.000 Kubikmetern. Allerdings ist Ammoniak giftig und zwei- bis viermal teurer als herkömmliche Kraftstoffe. Bislang wurden weltweit auch nur 25 Ammoniak-Schiffe bestellt.
Das Fraunhofer-Institut entwickelte eine Ammoniak-Brennstoffzelle mit 60 Prozent Wirkungsgrad [20]. Ein MIT-Ableger spaltet Ammoniak 70 Prozent effizienter [21] als bisherige Verfahren.
BMW erhält 273 Millionen Euro Förderung für einen Brennstoffzellen-Antrieb im X5 ab 2028 [22]. Gleichzeitig tritt aber das Problem auf, dass die Zahl der Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland weiter sinkt. Regionale Pilotprojekte wie Wasserstoff-Busse in Vorpommern-Rügen [23] zeigen, dass die Technologie funktioniert – nur fehlt es noch an einer breiten Infrastruktur.
Damit Wasserstoff sein Versprechen von Nachhaltigkeit in der Energiewende einhalten kann, fordert das Wuppertal Institut in einer Studie verbindliche Kriterien für Importe [24]. Ein Mix aus ordnungsrechtlichen, ökonomischen und kooperativen Instrumenten soll negative Effekte wie Wasserknappheit und Landnutzungskonflikte in Exportländern vermeiden.
In Deutschland selbst reichen laut aktuellen Untersuchungen die Wasserressourcen aus: Der Bedarf für zehn Gigawatt Elektrolyseleistung [25] entspricht nur 0,15 Prozent der heutigen Wasserentnahmen. Allerdings sind 141 von 401 Landkreisen potenziell von Wasserstress bedroht. Ob Elektrolyseure in wasserreichen Gebieten aufgebaut werden, hängt letztlich auch vom Ausbau des H2-Netzes ab.
Deutschlands 10-Gigawatt-Ziel wird momentan deutlich verfehlt. Nur 0,185 Gigawatt sind installiert, weitere knapp 200 Megawatt im Bau. Großprojekte wie das von ArcelorMittal wurden gestoppt [26], das Unternehmen HH2E ist insolvent.
Jorgo Chatzimarkakis, Chef von Hydrogen Europe, kritisierte: "Europa verliert sich in Detailregeln. [27]" Strenge Vorgaben wie die stündliche Korrelation von Strom und Wasserstoffproduktion verteuern Projekte um bis zu ein Drittel.
Gleichzeitig fordert die EU neue Resilienzkriterien und Maßnahmen zur Cybersicherheit – was letztlich nicht nur Investitionen erschwert, sondern auch den gesamten Markthochlauf in Mitleidenschaft zieht.
Forscher des MIT entwickelten ein Verfahren zur CO2-freien Ammoniak-Herstellung [28] tief unter der Erde. Wasser wird in eisenreiches Gestein gepumpt, wo es mit Eisen reagiert und Wasserstoff erzeugt, der sich mit Stickstoff zu Ammoniak verbindet. Das Verfahren befindet sich allerdings noch im Laborstadium.
Die Debatte um blauen Wasserstoff hält an – und angesichts des langsamen Markthochlaufs von grünem Wasserstoff wird der blaue Verwandte als Übergangslösung propagiert. CCS und CCU setzen aber funktionierende CO2-Speicher voraus, deren Langzeitfolgen unsicher sind [29]. Zudem konkurrieren sie mit anderen Nutzungen.
Grüner Wasserstoff bleibt ein zentraler Baustein der Energiewende. Doch zwischen politischen Zielen und Realität klafft eine erhebliche Lücke. Hohe Kosten, fehlende Infrastruktur und komplexe Regulierung bremsen den Hochlauf.
Europa kann seinen Bedarf langfristig weitgehend selbst decken, doch dafür braucht es massive Investitionen und klare Rahmenbedingungen. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, ob Wasserstoff sein Potenzial als Klimaretter entfalten kann.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.dena.de/infocenter/elektrolysekapazitaeten-in-deutschland/[2] https://www.telepolis.de/article/Gruener-Wasserstoff-Grosse-Luecken-zwischen-Ambition-und-Wirklichkeit-10242112.html[3] https://www.telepolis.de/article/Habeck-Deutschland-hat-Chancen-Leitmarkt-fuer-gruenen-Wasserstoff-zu-werden-9749737.html[4] https://www.telepolis.de/article/Elektrolyse-zur-Herstellung-von-gruenem-Wasserstoff-gewinnt-stark-an-Bedeutung-9747089.html[5] https://www.telepolis.de/article/Blauer-Wasserstoff-Die-groesste-Luege-der-Energiewende-9957262.html[6] https://www.telepolis.de/article/Fraunhofer-Analyse-Europa-kann-Wasserstoffbedarf-selbst-decken-10038796.html[7] https://www.gminsights.com/de/industry-analysis/electrolyzer-market[8] https://www.telepolis.de/article/Wasserstoff-Neuer-Katalysator-nutzt-Sonne-und-Strom-10182776.html[9] https://www.telepolis.de/article/Blasen-Phaenomen-koennte-Wasserstoff-Kosten-drastisch-senken-10399416.html[10] https://www.telepolis.de/article/Wasserstoff-Revolution-Neue-Wunderfluessigkeit-macht-Transport-einfach-10495733.html[11] https://www.telepolis.de/article/Bundesnetzagentur-genehmigt-Wasserstoff-Kernnetz-in-Deutschland-9990902.html[12] https://www.telepolis.de/article/Energiewende-So-koennte-gruener-Wasserstoff-nach-Deutschland-gelangen-9985351.html[13] https://www.telepolis.de/article/Neuer-Wasserstoff-Korridor-verbindet-Europa-und-Afrika-10252243.html[14] https://www.bdew.de/media/documents/Wasserstoffgestehungskosten_online_o_jaehrlich_CI_03062025.pdf[15] https://www.telepolis.de/article/Energiewende-Schock-200-Milliarden-Euro-fehlen-fuer-Wasserstoff-Zukunft-9981487.html[16] https://www.telepolis.de/article/EU-sagt-Chinas-Wasserstoffmacht-den-Kampf-an-9957063.html[17] https://www.telepolis.de/article/Thyssen-Krupp-Unsichere-Zukunft-fuer-Milliarden-Projekt-Gruener-Stahl-9987640.html[18] https://www.telepolis.de/article/Gruener-Zement-Neues-Verfahren-senkt-CO2-Ausstoss-auf-nahezu-Null-9731362.html[19] https://www.telepolis.de/article/Wasserstoff-Erste-Erfolge-mit-Ammoniak-als-CO2-freiem-Treibstoff-bei-Schiffen-9997667.html[20] https://www.telepolis.de/article/Fraunhofer-entwickelt-effiziente-Ammoniak-Brennstoffzelle-10006405.html[21] https://www.telepolis.de/article/Gruener-Treibstoff-Ammoniak-spalten-statt-verbrennen-11092786.html[22] https://www.telepolis.de/article/HyPowerDrive-Warum-Bund-und-Bayern-BMW-massiv-foerdern-11080323.html[23] https://www.telepolis.de/article/Vorpommern-Ruegen-setzt-auf-Wasserstoff-Busse-im-Linienverkehr-9998695.html[24] https://www.telepolis.de/article/Nachhaltige-Wasserstoff-Importe-Ein-Leitfaden-fuer-Deutschland-9659109.html[25] https://www.telepolis.de/article/Wasserstoff-Produktion-in-Deutschland-Reicht-unser-Wasser-fuer-die-Energiewende-10573785.html[26] https://www.telepolis.de/article/Energie-Deutschlands-Wasserstoff-Strategie-droht-zu-scheitern-10518221.html[27] https://www.telepolis.de/article/Europa-verliert-sich-in-Detailregeln-beim-Wasserstoff-10633390.html[28] https://www.telepolis.de/article/Neue-Wasserstoff-Methode-verspricht-CO2-freie-Ammoniak-Herstellung-10255800.html[29] https://www.telepolis.de/article/Blauer-Wasserstoff-Die-groesste-Luege-der-Energiewende-9957262.html
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Paul R. Pillar
Vertriebene Palästinenser kehren nach dem Waffenstillstand im Januar 2025 und in den Norden des Gaza-Streifens zurück. Foto: Anas Mohammed, shutterstock.
Israel bleibt straflos, während die Zahl der Waffenstillstandsverstöße steigt. Am 7. Dezember wurde die Teilung von Gaza verkündet. Ein Gastbeitrag.
Im Gazastreifen gibt es keinen Waffenstillstand, obwohl ein am 9. Oktober erreichtes Abkommen [1] angeblich einen solchen etabliert hat.
Der israelische Angriff auf den Streifen geht weiter, wenn auch in geringerem Tempo als in den vergangenen zwei Jahren. Einer Zählung zufolge hat Israel zwischen dem 10. Oktober und dem 2. Dezember 591 Mal [2] den Waffenstillstand verletzt – durch eine Kombination aus Luft- und Artillerieangriffen sowie direkten Schüssen.
Das Gesundheitsministerium in Gaza berichtet [3], dass in diesem Zeitraum 347 Palästinenser getötet und 889 verletzt wurden. Das Muster von Opfern unter Frauen, Kindern [4] und auch Journalisten setzt sich fort.
Währenddessen sind im selben Zeitraum kaum israelische Opfer im Gazastreifen dokumentiert [6], abgesehen von einem frühen Schusswechsel in Rafah, bei dem Israel sagt, ein Soldat sei getötet worden, während Hamas erklärt, damit nichts zu tun zu haben.
Welche Einsatzregeln Israel sich während dieses "Waffenstillstands" gegeben hat, zeigt die Tötung zweier Palästinenser [7] am vergangenen Wochenende entlang der "Gelben Linie" nahe Chan Yunis.
Das israelische Militär erklärte, seine Kräfte hätten "zwei Verdächtige identifiziert", die "verdächtige Aktivitäten ausgeführt" hätten, woraufhin "die Luftwaffe – gelenkt von Bodentruppen – die Verdächtigen eliminierte, um die Bedrohung zu entfernen". Die "Bedrohung" bestand aus zwei Jungen im Alter von 9 und 10 Jahren, die ihr Zuhause verlassen hatten, um Holz zu sammeln.
Dasselbe Muster israelischen Verhaltens zeigt sich im Libanon, wo im November 2024 ein Waffenstillstandsabkommen [8] erreicht wurde. Die UN‑Interimsstreitkraft im Libanon (UNIFIL) hat mehr als 7.500 Luftraumverletzungen und fast 2.500 Bodenverletzungen durch Israel dokumentiert [9], die der UN‑Sonderberichterstatter als "völlige Missachtung des Waffenstillstandsabkommens" bezeichnet.
Die israelische Haltung gegenüber Waffenstillständen zeigte sich auch nach einem Abkommen [10] im Januar dieses Jahres über einen Waffenstillstand in Gaza und einen teilweisen Gefangenenaustausch. Israel begrüßte einige freigelassene Geiseln und nutzte die Atempause für seine Streitkräfte, bevor es im März den Waffenstillstand beendete und den Großangriff [11] wieder aufnahm.
Offensichtlich hatte die israelische Regierung nie die Absicht, die späteren Phasen dieses Abkommens umzusetzen.
Abgesehen davon, dem Waffenstillstand zuzustimmen, waren Hamas oder andere Palästinenser nicht [12] an dem aktuellen 20‑Punkte‑"Friedensplan" für Gaza beteiligt. Die Trump‑Administration entwarf ihn, wobei das Ausmaß israelischen Einflusses unklar blieb, das Ergebnis aber klar Israel bevorzugt. Hamas lehnt den Plan daher ab [13] und verweist unter anderem darauf, dass er die Palästinenser einer Fremdherrschaft unterstellt.
In Gaza würde diese Fremdherrschaft ein internationales Gremium einschließen, angeführt von einem entschiedenen Unterstützer Israels: Donald Trump. Das einzig weitere namentlich genannte potenzielle Mitglied ist der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, der unter Arabern aufgrund seiner Rolle beim US‑Einmarsch in den Irak 2003 und seiner späteren Tätigkeit als internationaler Gesandter im Nahostkonflikt umstritten [14] ist.
Hamas nennt weitere Aspekte, in denen der Plan stark gegen palästinensische Interessen [15] gerichtet ist, darunter solche, die eine internationale Stabilisierungstruppe betreffen. "Der internationalen Truppe Aufgaben und Rollen innerhalb des Gazastreifens zuzuweisen, einschließlich der Entwaffnung des Widerstands", so Hamas, "nimmt ihr die Neutralität und macht sie zu einer Partei des Konflikts zugunsten der Besatzung."
Angesichts der Tatsache, dass der Plan stark Israel begünstigt, könnte man annehmen, dass die Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu eher geneigt wäre, ihn vollständig umzusetzen als das Abkommen vom Januar.
Doch einer der Hauptvorteile für Israel besteht darin, Israel zu erlauben, Teile des Gazastreifens auf unbestimmte Zeit zu besetzen, wenn bestimmte Bedingungen nicht erfüllt sind – und Israel selbst entscheiden zu lassen, ob diese Bedingungen erfüllt wurden. Der Plan schafft die Grundlage dafür, dass Israel erklären kann, es müsse nicht nur die Besatzung, sondern auch seine tödlichen Militäroperationen fortsetzen.
Die wichtigste Bedingung ist die Entwaffnung [16] der Hamas – etwas, das Netanjahu in seiner Rhetorik betont. Da Hamas signalisiert hat, auf eine direkte Regierungsrolle in Gaza zu verzichten [17], käme eine vollständige Entwaffnung der faktischen Umsetzung von Netanjahus früher erklärtem Ziel gleich, Hamas zu "zerstören [18]".
Es überrascht kaum, dass ein Ziel der Zerstörung nicht bereit ist, alle seine Waffen abzugeben. Besonders wenig überraschend ist dies im Fall der Hamas, da sie nicht am Entwurf des Plans beteiligt war.
Und während der Text eine "Garantie" fordert, dass Hamas ihren Verpflichtungen nachkommt, enthält er weder etwas über israelische Verstöße [gegen den Waffenstillstand] noch über die Tatsache, dass Israel um ein Vielfaches mehr Tod und Zerstörung verursacht hat, als Hamas.
Währenddessen hat die Trump‑Administration erhebliche Schwierigkeiten, Länder für die vorgeschlagene internationale Stabilisierungstruppe [19] zu gewinnen. Der Hauptgrund für die Zurückhaltung potenzieller Teilnehmer ist, dass die Militäroperationen in Gaza weiterhin andauern – statt eines echten Waffenstillstands, den man überwachen oder durchsetzen könnte.
Regierungen wollen sich insbesondere nicht an der Entwaffnung der Hamas beteiligen. Wenn zwei Jahre brutaler Krieg durch Israel dieses Ziel nicht erreichen konnten, wird es eine kleinere und schwächere internationale Truppe erst recht nicht. Zudem wollen vor allem arabische, aber auch andere mehrheitlich muslimische Länder nicht so erscheinen, als würden sie Israels Drecksarbeit erledigen.
Netanjahus Motivation, den Krieg fortzusetzen, bleibt weitgehend unverändert. Sein Gesuch um eine Begnadigung [20], die das Korruptionsverfahren gegen ihn beenden soll, könnte einen Beweggrund schwächen. Doch die Idee einer solchen Begnadigung ist – trotz Präsident Trumps Unterstützung – innerhalb Israels umstritten [21], und es gibt keine Garantie, dass Präsident Isaac Herzog sie gewähren wird.
In jedem Fall bedeutet Netanjahus Machterhalt, eine rechte Koalition zusammenzuhalten, die Extremisten einschließt, die vor nichts zurückschrecken [22] außer vor einer vollständigen ethnischen Säuberung der Palästinenser. Ausdruck dessen ist Israels jüngste Ankündigung, den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wieder zu öffnen – jedoch nur für Palästinenser, die Gaza verlassen [23], nicht für jene, die zurückkehren wollen.
Konzentrierte Aufmerksamkeit und Nachverfolgung durch die USA könnten Teile des 20‑Punkte‑Planes möglicherweise retten, aber die Trump‑Administration wird eine solche Aufmerksamkeit kaum aufbringen.
Der Großteil der hochrangigen diplomatischen Kapazitäten ist derzeit durch den Russland‑Ukraine‑Krieg gebunden, wobei sowohl Sondergesandter Steve Witkoff als auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der zuvor fast ausschließlich auf den Nahen Osten fokussiert war, sich kürzlich in Moskau mit Wladimir Putin getroffen haben [24].
Falls Trumps Interesse an internationalen Abkommen in den Nahen Osten zurückkehrt, dürfte es eher Iran betreffen als Israel‑Palästina. Trotz des fortbestehenden Misstrauens, verschärft durch die israelischen und US‑amerikanischen Angriffe auf Iran im Juni, hat Iran seine Bereitschaft zur Diplomatie und sein Interesse an einem neuen Atomabkommen signalisiert [25].
Trump ist kein Mann der Nachbereitung. Er interessiert sich weit mehr dafür, irgendetwas zu unterzeichnen oder anzupreisen [26], das er als Friedensabkommen bezeichnen kann – unabhängig von dessen Wirksamkeit. Alles Neue zu Ukraine oder Iran dürfte ihm wichtiger sein als die Arbeit, die nötig wäre, um echten Frieden in Gaza zu schaffen.
Die Aussichten sind daher: kein Frieden in diesem elenden Gebiet, kein tatsächlicher Waffenstillstand und geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Großteil des 20‑Punkte‑Plans umgesetzt wird. Es wird keinen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern geben, solange erstere letztere unterdrücken.
Die eine neue Wendung in dieser altbekannten traurigen Geschichte ist die langfristige Teilung des Gazastreifens [27] entlang der Gelben Linie, wobei Israel etwas mehr als die Hälfte des Streifens direkt besetzt – einschließlich des Großteils des landwirtschaftlich nutzbaren Territoriums. Israel errichtet [28] bereits Infrastruktur entlang der Gelben Linie, die auf Dauerhaftigkeit ausgelegt ist.
Was sowohl die israelische Regierung als auch die Trump‑Administration offenbar im Sinn haben, ist, das Argument zu untermauern, dass Palästinenser unter israelischer Herrschaft ein besseres Leben hätten als in einem von Hamas regierten Gebiet.
Um dieses Argument zu stützen, hat die Trump‑Administration ihre Absicht angekündigt, Wohnanlagen zu errichten [29] – auf der israelischen Seite des Streifens – die eine Verbesserung gegenüber der Mischung aus Zelten, Trümmern und Schlamm darstellen sollen, die für viele Gazaer zu ihren Wohnstätten geworden sind.
Die andere Seite dieser Strategie des Kontrasts zwischen geteilten Territorien besteht darin, die nicht‑israelische Seite weiterhin im Elend zu halten. Zu diesem Zweck beschränkt Israel weiterhin humanitäre Hilfe. Nach Angaben des UN‑Büros für Projektdienste wurden nur etwa 20 Prozent der Hilfstrucks [30], die gemäß dem Waffenstillstandsabkommen in den Gazastreifen gelassen werden sollten, tatsächlich hineingelassen.
Paul R. Pillar ist nicht-residierender Senior Fellow am Center for Security Studies der Georgetown University und nicht-residierender Fellow am Quincy Institute for Responsible Statecraft. Er ist außerdem Associate Fellow des Geneva Center for Security Policy.
Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [31] auf Englisch.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.timesofisrael.com/full-text-of-oct-9-israel-hamas-deal-on-trumps-plan-for-comprehensive-end-to-gaza-war/[2] https://www.aljazeera.com/news/2025/11/11/how-many-times-has-israel-violated-the-gaza-ceasefire-here-are-the-numbers[3] https://www.aljazeera.com/news/2025/11/11/how-many-times-has-israel-violated-the-gaza-ceasefire-here-are-the-numbers[4] https://www.aa.com.tr/en/americas/despite-ceasefire-and-trump-guarantees-israel-kills-palestinian-journalist-in-gaza/3759993[5] https://responsiblestatecraft.org/author/ppillar/[6] https://www.theguardian.com/world/live/2025/oct/28/middle-east-crisis-israel-gaza-benjamin-netanyahu-orders-strikes-hamas-live-latest-updates[7] https://www.nytimes.com/2025/11/29/world/middleeast/israeli-forces-gaza-children-attack.html[8] https://www.timesofisrael.com/full-text-the-israel-hezbollah-ceasefire-deal/[9] https://www.nrc.no/news/2025/november/lebanon-israels-attacks-continue-one-year-into-ceasefire[10] https://www.npr.org/2025/01/15/g-s1-42883/ceasefire-israel-hamas-gaza-hostage-release[11] https://www.npr.org/2025/03/17/g-s1-54401/israel-launches-deadly-series-of-attack-on-gaza[12] https://www.bbc.com/news/articles/c70155nked7o[13] https://thesoufancenter.org/intelbrief-2025-october-6/[14] https://www.aljazeera.com/news/2025/9/28/why-is-the-divisive-tony-blair-now-touted-for-post-gaza-war-interim-role[15] https://www.reuters.com/world/middle-east/hamas-rejects-un-gaza-resolution-says-international-force-would-become-party-2025-11-17/[16] https://www.timesofisrael.com/netanyahu-vows-to-disarm-hamas-as-us-said-to-wobble-on-gaza-demilitarization/[17] https://www.arabnews.com/node/2618615/middle-east[18] https://www.theguardian.com/world/article/2024/jun/01/no-end-to-gaza-war-until-destruction-of-hamas-says-netanyahu-israel[19] https://www.washingtonpost.com/world/2025/11/29/isf-gaza-trump-international-force/[20] https://apnews.com/article/mideast-wars-netanyahu-pardon-5dbc2461b440c8edc8d82d31650cdbe8[21] https://www.timesofisrael.com/netanyahus-disingenuous-pardon-request-and-how-herzog-should-handle-it/[22] https://www.theguardian.com/commentisfree/2025/jan/28/israel-far-right-planning-gaza-without-palestinians[23] https://x.com/cogatonline/status/1996126168320208937[24] https://www.pbs.org/newshour/show/witkoff-and-kushner-meet-with-putin-for-latest-talks-to-end-russias-war-with-ukraine[25] https://www.reuters.com/world/middle-east/iran-says-us-sending-contradictory-messages-nuclear-talks-2025-11-11/[26] https://nationalinterest.org/blog/paul-pillar/donald-trumps-peacemaking-method-side-with-the-bully[27] https://abcnews.go.com/International/live-updates/israel-gaza-live-updates-idf-chief-yellow-line/?id=128200730[28] https://www.msn.com/en-us/news/world/a-trip-to-gaza-s-new-yellow-line-shows-israel-is-digging-in/ar-AA1PmHXn[29] https://www.nytimes.com/2025/11/25/world/middleeast/us-compounds-palestinians-israel-gaza-strip.html[30] https://www.aljazeera.com/news/liveblog/2025/12/2/live-israeli-forces-continue-demolition-destruction-around-gaza-city?update=4144798[31] https://responsiblestatecraft.org/israel-violating-gaza-ceasefire/
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(Bild: iX, erstellt mit Midjourney)
Die Arbeit von Softwarearchitekten erfordert nicht nur technisches Wissen, sondern auch eine ganze Menge Kommunikation. Tipps und Templates helfen dabei.
In der praktischen Arbeit müssen Softwarearchitektinnen und -architekten mit Personen in vielen unterschiedlichen Positionen und Rollen zusammenarbeiten. Dabei agieren sie überwiegend ohne Macht, sie müssen also kommunikativ eher mit Motivation arbeiten statt mit der Autorität einer Führungsposition. Abbildung 1 zeigt eine Auswahl der wichtigsten Kommunikationspartner.
Natürlich sollten Softwarearchitekten darauf achten, keinen Tod durch Meetings zu erleiden. Diese sollten sich auf das notwendige Minimum beschränken, denn Überkommunikation ist genauso kontraproduktiv wie Unterkommunikation. Das Wasserfallmodell tendiert anfangs oft zu Unterkommunikation, aber in späteren Phasen, bisweilen auch Panikmodus genannt, zu Überkommunikation. In agilen Umgebungen verteilen sich im Idealfall die Kommunikationsaufwände gleichmäßig über die Projektlaufzeit.
Die Softwarearchitektur dient als verpflichtende Guideline zur Umsetzung des Problems, sprich der Anforderungen. Daher ist deren Kommunikation nicht nur für Entwickler essenziell. Für die Kommunikation empfehlen sich folgende Mittel:
Die Architekturdokumentation darf nicht nur das Was und das Wie berücksichtigen, sondern muss auch das Warum der getroffenen Architekturentscheidungen abdecken. Manchen Architekturdokumenten ist anzusehen, dass die Architekten unmotiviert ihrer Dokumentationspflicht nachgekommen sind, was die Sache für die Zielgruppen und letztendlich auch die Architekten selbst schwierig macht. Daher sollten sie sich vorher genau überlegen, welche Informationen Stakeholder wie zum Beispiel Produktmanagerinnen, Tester oder Entwickler benötigen.
Zur Strukturierung und Komplettierung dieser Dokumente empfiehlt es sich, auf ein vorhandenes Template wie arc42 zuzugreifen [1]. Abbildung 2 zeigt die Vorgaben von arc42 mit Ebene 1 (Whitebox-Beschreibung des Gesamtsystems und Blackbox-Beschreibungen der darin enthaltenen Bausteine) und Ebene 2 (Hineinzoomen in einige Bausteine der Ebene 1). Ebene 3 würde wiederum in Ebene 2 hineinzoomen und so weiter.
(Bild: arc42)
Solche Templates basieren auf jahrzehntelangen Erfahrungen und weisen in der Regel einen Topdown-Ansatz auf, um Leser nicht zu überfordern. Natürlich dürfen die Dokumente nicht zu umfangreich sein, sondern sollten für Detailinformationen auf entsprechende Dokumente zu Subsystemen oder Komponenten verweisen. Ein Umfang von maximal 60 bis 80 Seiten pro Dokument erweist sich in der Praxis als zielführend.
Erfolgreiche Kommunikation darf sich nicht im Austausch von Dokumenten erschöpfen, sondern sollte als Multi-Channel Communication auch über Präsentationen und Workshops erfolgen. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, vor der Übergabe des Architekturdokuments eine Präsentation mit den wichtigsten Kernelementen zu zeigen. Einige Unternehmen organisieren zu diesem Zweck sogar Workshops mit Nutzern und Kunden.
Um Kommunikationspartner zu überzeugen, müssen Architekten ihre Entscheidungen begründen können. Architecture Decision Records (siehe Abbildung 3) helfen dabei. Sie geben das Thema der Entscheidung an, zeigen mögliche Alternativen und erläutern, weshalb eine Alternative den Vorrang bekommen hat. Ihre Speicherung erfolgt zusammen mit der Codebasis in Source-Management-Systemen wie GitHub. Davon profitieren nicht nur Newbies, sondern alle Stakeholder, die sich über Entscheidungen informieren wollen.
Aus Software-Pattern (siehe Abbildung 4) entsteht eine idiomatische Sprache für effektivere Kommunikation, von der alle Beteiligten profitieren. Statt beispielsweise von einer Ereignisquelle, einer Ereignisschnittstelle und Ereignisnutzern zu sprechen, reicht die Nennung des Observer-Pattern aus. Dadurch ist es überflüssig, einzelne Klassen und Schnittstellen zu erläutern, sondern man nutzt eine höhere Abstraktionsebene. Das gilt auch für DDD-Pattern (Domain-driven Design) auf Fachdomänenebene.
Das Nutzen einfacher Arbeitsmittel wie Whiteboards, Blackboards oder Flipcharts in einem Low-Tech-First-Ansatz hat viele Vorteile. Sie erlauben eine freiere und interaktivere Kommunikation sowie Zusammenarbeit und helfen, für jeden Zweck ein adäquates Mittel zu verwenden. Ohnehin erhöht häufiger Medienwechsel die Aufmerksamkeit. Ein relativ simples Verfahren besteht in Karteikärtchen, die in drei Bereiche unterteilt sind. Im oberen schlanken horizontalen Segment schreibt man einen Klassen- oder Komponentennamen (siehe Abbildung 5), darunter auf der linken Seite folgt eine Spalte „Responsibilities“ mit den Verantwortlichkeiten der Komponente und rechts daneben die Spalte „Collaborators“, also anderen Komponenten, mit denen die vorliegende zusammenarbeitet.
Diese CRC-Karten (Class-Responsibilities-Collaborators) lassen sich einfach erstellen, auf einer Pinnwand befestigen, gruppieren oder über Fäden verbinden. Auf diese Weise erhalten Entwurfsdiskussionen ein adäquates Tool zur Kommunikation. UML-Tools dokumentieren anschließend die Arbeitsergebnisse solcher Diskussionen in einem elektronischen Format.
Es hat sich bewährt, dass Softwarearchitektinnen und Entwickler mit Fachdomänenexperten getreu dem Ansatz des Domain-driven Design (DDD) eine Ubiquitous Language entwerfen, die die Fachkonzepte und ihre Beziehungen definiert. Dadurch lassen sich später Missverständnisse vermeiden. Die Entwicklung und Verbesserung dieser Sprache erfolgt kontinuierlich. Zusätzlich bietet DDD einen von der Problemdomäne gesteuerten Ansatz, der verhindert, dass sich Entwicklerinnen und Entwickler zu schnell auf die Lösungsdomäne stürzen. So konzentrieren sich Softwarearchitekten bei DDD auf die Entwicklung einer geeigneten Sprache für die Fachdomäne und befassen sich zu Beginn ausschließlich mit dem Problemraum beziehungsweise der Fachdomäne.
Wenn Architekten anderen Beteiligten die Dokumentation nur hinwerfen, sich aber danach nicht mehr darum kümmern, kommt es fast immer zu einer Architekturdrift. Das heißt, die Implementierung entspricht nicht dem Entwurf. Die Gründe dafür können vielfältig sein: Möglicherweise waren Entwickler unter Zeitdruck, haben die Architektur nicht verstanden oder haben aus ihrer Sicht unsinnige Entscheidungen durch eigene Alternativen ersetzt.
Daher ist es ratsam, Management by Walking zu betreiben, sich also kontinuierlich unter die Developer zu mischen, deren Feedback einzuholen und Fragen zu klären. Ebenso sollten Architekten an der Implementierung mitarbeiten, und zwar nicht nur, um der „Eat your own dog food!“-Regel zu folgen, sondern um in Kontakt mit Entwicklern zu bleiben. Es wäre allerdings kontraproduktiv, wenn Architekten im kritischen Pfad arbeiten.
Reviews besitzen neben Optimierungsaspekten auch Kommunikationsaspekte. Durch ein Architektur-Review lassen sich erfahrungsgemäß sowohl Fragen klären als auch Problematiken und Risiken aufspüren. Zudem erhöht sich das Verständnis aller Beteiligten von Problemen und der Architektur. Diesen Aspekt unterschätzen viele Projekte. Reviews sollten bei jedem Inkrement beziehungsweise Sprint erfolgen, um frühzeitig Probleme zu beheben. Das gilt selbstverständlich auch für Code oder Design Reviews.
Als leichtgewichtige Methode bieten sich Architecture Design Reviews an, um kurzfristig Feedback von Kundinnen oder Nutzern zu erhalten. Dazu stellt die Architektin Dokumente oder Entwicklungsartefakte und einen Fragebogen mit Aufgaben zusammen. Zum Beispiel hat das Entwicklungsteam eine Cloud-basierte Persistenzlösung mit AWS S3 erstellt und benötigt Feedback zur Nutzerfreundlichkeit. Die Architektin stellt die Implementierung samt Dokumentation zur Verfügung oder liefert eine URL, über die Reviewer den Dienst nutzen. Hinzu fügt sie für die Reviewer einen Fragebogen, der unter anderem abfragt: „Wie viel Zeit haben Sie benötigt, um über die API ein Verzeichnis zu kreieren und ein neues Objekt dort abzulegen?“ oder „Ist die Dokumentation aus Ihrer Sicht angemessen? Falls nein, tragen Sie bitte Verbesserungsvorschläge ein.“ Der Aufwand für solche Reviews hält sich in Grenzen, der Nutzen ist trotzdem groß. Ratsam ist, für den Verfasser des Reviews einen Tag einzuplanen und für den oder die Reviewer je einen weiteren Tag.
Knowledge Replicas: In einigen Projekten ergeben sich dadurch Stolperfallen, dass gewisse Kompetenzen nur in einzelnen Köpfen vorhanden sind. Verlässt eine Person das Unternehmen, entstehen Probleme. Daher empfiehlt sich eine Information-Sharing-Kultur, zu der auch Softwarearchitekten beitragen. Über jedes kritische Wissen sollten mehrere Personen verfügen. Die Informationen lassen sich via Coaching oder Mentoring teilen. Das gilt insbesondere für das von externen Beratern eingebrachte Wissen. Derartige Wünsche stoßen mitunter auf den Widerstand der Wissensträger, die ihren Wissensvorsprung und ihre Bedeutung für das Unternehmen dadurch sichern wollen, weshalb es entsprechender Anreize bedarf, etwa zusätzliche monetäre Vergütungen oder sichtbare Wertschätzung.
Metriken und Qualitätsprüfung durch Architekturevaluierungswerkzeuge (siehe Abbildung 6) ermöglichen die Bewertung der Architekturqualität, beispielsweise hinsichtlich Abhängigkeitszyklen, Größe der Codebasis, Fehlerbrennpunkten oder Komplexitätsaspekten. Was zunächst wie eine rein technische Facette erscheinen mag, bewährt sich auch für die Kommunikation, da reines Bauchgefühl oft nicht überzeugt. Durch handfeste Zahlen lassen sich andere Beteiligte eher dazu motivieren, Verbesserungsmaßnahmen vorzunehmen und zu finanzieren.
Frühzeitige Klärung offener Fragen spielt beim Projektstart eine wichtige Rolle. Softwarearchitekten sollten gezielt auf andere Beteiligte zugehen, um geschäftliche Aspekte, Anforderungen oder die Teststrategie zu klären. Das gilt selbst dann, wenn andere Rollen für diese Aktivität verantwortlich sind. Oft ist beispielsweise der Anforderungskatalog verbesserungswürdig, weil wichtige Informationen oder eindeutige Prioritäten fehlen, insbesondere in Bezug auf Qualitätsattribute. Im letzteren Fall erstellen Softwarearchitekten einen Utility Tree mit selbst eingeschätzten Prioritäten. Den diskutieren sie dann mit den verantwortlichen Rollen und ergreifen so die Initiative.
Softwarearchitekten und -entwickler stehen in Projekten häufig einem nebulösen und dynamischen Umfeld gegenüber. Der Anforderungskatalog ist nicht fertiggestellt oder besitzt mangelnde Qualität. Es fehlt an Erfahrungen mit neuen Technologien, das Team verfügt über zu wenig Wissen oder Ressourcen und vieles mehr. Zwei Faktoren helfen in solchen Situationen. Zum einen bietet ein agiler Prozess mit hintereinander folgenden Sprints und dadurch schnellem Feedback Vorteile. Zum anderen müssen Architektinnen und Architekten mit der entsprechenden Courage Sachverhalte aktiv klären (siehe vorhergehender Aspekt). Sind die Anforderungen unvollständig, sorgen Softwarearchitekten im Idealfall dafür, dass zumindest die wichtigsten 20 bis 30 Prozent der Anforderungen zeitnah vorliegen. Damit können sie eine ausreichende Architecture Baseline (Basisarchitektur) gewährleisten.
Parallel zur Klärungsphase lassen sich zum einen technische Prototypen erstellen, um die Brauchbarkeit und Eigenschaften neuer oder bisher nicht verwendeter Technologien zu eruieren, und zum anderen die dafür notwendigen Fortbildungsmaßnahmen organisieren und durchführen. Dieser Ansatz stammt vom sogenannten Twin-Peaks-Modell. Auch hierfür ist die Überzeugung anderer Beteiligter notwendig.
Blinde Flecke: Wer schon einmal ein Dokument oder ein Programm erstellt und einen darin befindlichen Fehler trotz mehrfacher Prüfung einfach nicht gefunden hat, weiß, dass das Gehirn Details unbewusst verdrängen oder zu falschen Kontexten vervollständigen kann. Ein berühmtes Beispiel ist das vermeintliche Gesicht auf der Mondoberfläche. Hier können andere Mitarbeiter gut unterstützen, weshalb Pair Programming oder Pair Designing hilfreich sind.
Retrospektiven beziehen sich auf die häufig unterschätzte Aktivität, auf die Vergangenheit zurückzublicken, um daraus für die Zukunft zu lernen. Treiber sind die Fragen „Was waren die Ursachen für Fehlschläge oder Probleme?“ und „Was waren die wichtigsten Erfolgsfaktoren?“. Neben technischen Aspekten ergeben sich oft auch kommunikative Defizite, die für Unheil gesorgt haben. Wer in der Rolle des Softwarearchitekten die Vergangenheit retrospektiv analysiert, sollte sich die Frage stellen, wo er oder sie besser hätten agieren können.
Natürlich kann dieser Artikel nicht alle Eventualitäten abdecken, doch vor jeder Art von Kommunikation können sich Softwarearchitektinnen und -architekten beispielsweise folgende Fragen stellen:
Dazu kommt ein entscheidender und oft unterschätzter Faktor, der immer in das Kommunikationsverhalten hineinspielt: Wie schaffe ich es, einen guten Eindruck zu hinterlassen?
Es gibt eine ganze Reihe von Mustern für die psychologische Ebene der Kommunikation, die sich auch innerhalb von Softwareprojekten als nützlich erweisen. Die geschilderten Methoden beschränken sich dabei nicht nur auf Projektsituationen.
Active Listening: Ein Software Engineer A (Anfragender) hat ein Problem und ersucht B (Berater) um Hilfe. Der angesprochene Kommunikationspartner B lässt sich das Problem schildern und sollte in diesem Szenario offene Fragen stellen, um A auf die Sprünge zu helfen. Etwa „Wie könnte ein möglicher Lösungsausweg aussehen?“ oder „Warum versuchst du es nicht mit Pattern X?“. Geschlossene Fragen wie „Hast Du es schon mal mit X probiert?“ lassen sich nur mit „ja“ oder „nein“ beantworten und führen meistens nicht zum Ziel. Es sei natürlich vorausgesetzt, dass B selbst keine handfeste Lösung kennt.
Die Feedback-Methode bewährt sich in Situationen, in denen Person A bewusst oder unbewusst Person B auf die Füße getreten ist. In diesem Fall schildert Person B die sachlichen Umstände des Vorfalls und verdeutlicht gegenüber Person A in Ich-Form und ohne Vorwürfe das Gefühl, das die Situation in ihr verursacht hat. Dann macht A auch einen Verbesserungsvorschlag, um zukünftig ähnliche Situationen zu vermeiden.
ZIMT stammt aus der Psychologie für Konfliktmanagement. Es handelt sich nicht um das Gewürz, sondern um die Abkürzung für „Zuhören-Informieren-Mitteilen-Transfer“. Ziel der Methode ist es, Konflikte zu entschärfen. Angenommen, eine Person A ärgert sich über ein Vorkommnis und richtet ihre Verärgerung gegen Person B. Es ist an dieser Stelle unerheblich, ob B die tatsächliche Ursache des Ärgers ist. In diesem Szenario sollte Person B der Person A zunächst geduldig zuhören (Phase Z).
A könnte beispielsweise den Vorwurf in den Raum stellen: „Du hast gestern deine Komponente nicht eingecheckt, weshalb wir den Integrationstest für das neue Release nicht durchführen konnten.“ Danach geht es in der Phase I für B darum, sachlich die näheren Umstände des verursachten Ärgers zu klären: „Kannst Du mir bitte erläutern, warum ihr den Test gestern durchführen wolltet statt heute?“. Danach erfolgt durch B die Mitteilung (M) „Du hast recht. Es tut mir leid, dass ich den anberaumten Test übersehen habe“, gefolgt vom Transfer (T): „Ich werde mir in Zukunft einen Alarm im Kalender setzen, um solche Situationen zu verhindern.“
Kommunikation auf gleicher Ebene: In der Psychologie gibt es unterschiedliche Modelle für die Arten der Kommunikationsebenen. Eine davon besteht aus drei Ebenen, dem autoritären Ich, dem erwachsenen Ich und dem kindlichen Ich (siehe Abbildung 7). Eine gesunde Kommunikation spielt sich zwischen den erwachsenen Ichs der Gesprächspartner, also auf sachlicher beziehungsweise inhaltlicher Ebene ab. Wenn eine autoritäre, dominante Person mit einer eingeschüchterten Person spricht, zieht sich letztere meist auf das kindliche Ich zurück, was zu einer Asymmetrie führt. Diese Asymmetrien gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. In letzter Konsequenz bedeutet dies, möglichst immer auf der Sachebene zu bleiben.
Preisgeben von Informationen über die eigene Person hilft, Teilnehmende für sich einzunehmen und sie mit ins Boot zu holen. Das gilt zum Beispiel auch für das Zugeben eigener Fehlentscheidungen. Wenn Gesprächspartner nicht so tun, als wären sie perfekt, schaffen sie eine offenere Atmosphäre.
Körpersprache hat eine hohe Priorität. Ein Vortragender oder Gesprächspartner, der Augenkontakt vermeidet, verliert auf Dauer seine Zuhörer. Es ist daher nicht ratsam, bei Anwesenheit von Vorgesetzten nur deren Blick zu suchen. Wer lässig agieren will, aber mit verschränkten Armen auftritt, vermittelt den Zuhörenden unbewusst den Eindruck zu schauspielern.
Fragen stellen an die Gesprächspartner integriert diese und hilft ihnen dabei, aktiv mitzuwirken. Dieses Mittel hat allerdings seine Grenzen. Wer Zuhörerinnen und Zuhörer mit Fragen bombardiert, verkehrt den Vorteil ins Gegenteil.
Negatives zuerst: Laut verschiedenen Studien bleibt bei Zuhörern am besten das hängen, was am Schluss vorkommt. Daher ist es ratsam, positive Aspekte immer am Schluss anzubringen, negative hingegen am Anfang.
Die sieben Cs kommen aus dem Englischen, betreffen Kommunikationsaspekte und geben Hilfestellung für eine effektive Kommunikation.
Das Berufsleben von Informatikerinnen und Informatikern besteht, im Gegensatz zu gängigen Vorurteilen, nicht nur aus Architektur- und Designaktivitäten am Computer. Stattdessen spielt Kommunikation eine wesentliche, wenn nicht sogar die entscheidende Rolle. Softwarearchitekten repräsentieren Anlaufstellen für die Kommunikation mit diversen Beteiligten. Wer von Natur aus wenig Freude an Kommunikation empfindet, sollte diese Rolle nicht übernehmen. Leider vernachlässigen Institutionen und Organisationen, aber auch die betroffenen Personen selbst diesen Aspekt.
Wichtig ist daher das Verbessern der eigenen kommunikativen Fähigkeiten, sei es durch Schulungen, Seminare oder andere Weiterbildungsmaßnahmen. Da Softwarearchitektinnen und -architekten eher mit Überzeugen und Motivieren statt mit Führungsmacht arbeiten, erweist sich ihre Kommunikationsfähigkeit als umso wichtiger. Kommunikation benötigt allerdings Zeit. Sitzen Softwarearchitekten zu lange in irrelevanten Meetings, dann geraten sie unter Zeitdruck und der Burnout ist vorprogrammiert.
Wegen des notwendigen Kommunikations-Overheads jedes Projekts sollten Architekten und Entwicklerinnen nicht zeitgleich an zu vielen verschiedenen Projekten mitwirken. Entscheidend ist es, sich zu vergegenwärtigen, dass die Softwarearchitektur selbst letztendlich als Medium zur Kommunikation dient. Ein Vernachlässigen dieses Gesichtspunkts führt häufig zu Projektfehlschlägen und Stolpersteinen.
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[1] https://www.heise.de/select/ix/2024/14/seite-106
[2] mailto:who@heise.de
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Mit dem Monitoring- und Debugging-Tool Whamm greifen Entwickler zur Laufzeit auf Wasm zu. Module lassen sich unabhängig von der konkreten App wiederverwenden.
Ein neues WebAssembly-Tool steuert und analysiert Wasm-Anwendungen zur Laufzeit. Entwicklerinnen und Entwickler nutzen es zum Monitoren, Testen und Debuggen von Wasm-Apps. Es analysiert Ressourcen von Workloads, die Nutzung des Caches oder das Einhalten von Sicherheitsrichtlinien. Außerdem kann es auf Module, Komponenten und Kernel-Events zugreifen.
Whamm liefert eine spezielle Domänensprache [1] im Stil von DTrace, die Aktionen auslöst, wenn Events mit bestimmten Bedingungen auftreten. Um diesen Code zur Laufzeit in die Wasm-Anwendung zu integrieren, gibt es zwei Möglichkeiten [2]: entweder den Bytecode der Anwendung zu ändern oder auf Ebene der Runtime zuzugreifen. Letzteres hat den Vorteil, dass die Anwendung selbst unangetastet bleibt, wobei diese Möglichkeit von den Fähigkeiten der Engine abhängt. Die Einzige, die laut der Whamm-Autorin Elizabeth Gilbert derzeit überhaupt eine derartige Instrumentierung erlaubt, ist Wizard [3].
(Bild: ejrgilbert.github.io/whamm/ [4])
Gilbert empfiehlt Entwicklerinnen und Entwicklern für ihre Projekte, die Möglichkeiten der Engine-Injection auszureizen und nur Anforderungen, die darüber hinausgehen, per Änderung des Bytecodes umzusetzen.
Ein weiterer Vorteil der Engine-Injection ist, dass sich diese Whamm-Module für andere Projekte wiederverwenden lassen, da sie von der konkreten Anwendung unabhängig sind.
Weitere Informationen zu Whamm gibt es auf der GitHub-Seite [5], in der Doku [6] oder in einem Video zu einem Vortrag von Gilbert [7] auf der diesjährigen KubCon.
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[1] https://ejrgilbert.github.io/whamm/intro/language.html
[2] https://ejrgilbert.github.io/whamm/intro/injection_strategies.html
[3] https://github.com/titzer/wizard-engine
[4] https://ejrgilbert.github.io/whamm/
[5] https://github.com/ejrgilbert/whamm?tab=readme-ov-file
[6] https://ejrgilbert.github.io/whamm/
[7] https://colocatedeventsna2025.sched.com/event/28D4w/whamm-a-framework-for-performant-sandboxed-instrumentation-elizabeth-gilbert-carnegie-mellon-university
[8] mailto:who@heise.de
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JetBrains hat Version 2025.3 seiner IDEs veröffentlicht, darunter IntelliJ IDEA. Es nutzt das neue Islands Theme und setzt auf den K2-Modus für Kotlin.
Der Softwarehersteller JetBrains hat zahlreiche seiner Entwicklungsumgebungen in Version 2025.3 veröffentlicht, darunter das vorrangig auf Java und Kotlin ausgelegte IntelliJ IDEA, WebStorm für JavaScript/TypeScript sowie PyCharm für Python. Die IDEs verbindet, dass sie nun im neuen Islands Theme erscheinen. Daneben gibt es spezifische Updates für die jeweiligen Einsatzzwecke.
IntelliJ IDEA 2025.3 bietet unter anderem Support für die aktuellen Versionen Spring Boot 4, Spring Framework 7, Java 25 und Vitest 4. Auch hat das Entwicklungsteam den K1-Modus für Kotlin nun als deprecated (veraltet) markiert, da es zum K2-Modus migriert [1]. Der neuere K2-Compiler gilt seit dem Release von Kotlin 2.0 [2] vor rund eineinhalb Jahren als stabil und soll deutliche Performance-Verbesserungen ermöglichen.
Updates gibt es auch für einige Funktionen: Unter anderem zeigte Find Usages bisher nur Dateinamen an, was in komplexen Codebasen nicht immer eindeutig war. Jetzt werden teils auch relative Pfade angezeigt. Für die Barrierefreiheit hat das JetBrains-Team die Funktionsweise der Lupe in Windows korrigiert und viele UI-Bereiche für den Umgang mit Screenreadern verbessert. Zudem ist inzwischen nativer Support für die KI-Agenten Junie und Claude Agent vorhanden. Insgesamt wurden in diesem Release 800 Bug-Reports und Usability-Schwierigkeiten behoben.
Darüber hinaus ändert sich etwas Grundlegendes bei IntelliJ IDEA: Die Ultimate Edition und die Community Edition werden nun als eine einzige Distribution gehandhabt, statt wie bisher separat. Das soll den Entwicklungsprozess vonseiten JetBrains vereinfachen. Eine ähnliche Neuerung gibt es bei PyCharm [4], wo die Community Edition und die Pro Edition zusammengelegt wurden. Direkt aus der IDE heraus lässt sich dort die kostenpflichtige Pro-Version ausprobieren.
Nicht nur IntelliJ IDEA, sondern auch die weiteren JetBrains-IDEs nutzen in Version 2025.3 das Islands Theme. Diese neue Standardansicht soll klarer und verständlicher sein. Unter anderem bietet es abgerundete Ecken, veränderte Abstände und eine deutlicher sichtbare Begrenzung von Toolfenstern. Auch sind aktive Tabs nun klarer markiert als zuvor, wie JetBrains demonstriert:
(Bild: JetBrains-Blog [5])
Detaillierte Informationen zu IntelliJ IDEA 2025.3 liefern der Blogeintrag zur Ankündigung [6], die „What’s New“-Seite [7] und die „What’s Fixed“-Seite [8]
Die Version 2025.3 haben auch weitere IDEs wie PyCharm [9], PhpStorm [10], GoLand [11], WebStorm [12] und CLion [13] erreicht. Die Entwicklung der IDE Fleet wurde dagegen beendet [14], zugunsten einer darauf aufbauenden, geplanten neuen IDE mit Fokus auf Agentic Development.
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[1] https://blog.jetbrains.com/idea/2025/12/the-deprecation-of-k1-mode/
[2] https://www.heise.de/news/Kotlin-2-0-ist-mit-K2-Compiler-auf-Multiplattform-Entwicklung-ausgelegt-9730953.html
[3] https://kotlin.bettercode.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_kotlin.empfehlung-ho.link.link
[4] https://blog.jetbrains.com/pycharm/2025/12/pycharm-2025-3-unified-ide-jupyter-notebooks-in-remote-development-uv-as-default-and-more/
[5] https://blog.jetbrains.com/platform/2025/12/meet-the-islands-theme-the-new-default-look-for-jetbrains-ides/
[6] https://blog.jetbrains.com/idea/2025/12/intellij-idea-2025-3/
[7] https://www.jetbrains.com/idea/whatsnew/
[8] https://blog.jetbrains.com/idea/2025/12/what-s-fixed-in-intellij-idea-2025-3/
[9] https://blog.jetbrains.com/pycharm/2025/12/pycharm-2025-3-unified-ide-jupyter-notebooks-in-remote-development-uv-as-default-and-more/
[10] https://blog.jetbrains.com/phpstorm/2025/12/phpstorm-2025-3-is-now-out/
[11] https://blog.jetbrains.com/go/2025/12/08/goland-2025-3-is-out/
[12] https://blog.jetbrains.com/webstorm/2025/12/webstorm-2025-3/
[13] https://blog.jetbrains.com/clion/2025/12/2025-3-release/
[14] https://www.heise.de/news/Game-Over-JetBrains-beendet-Fleet-und-startet-mit-KI-Plattform-neu-11107825.html
[15] mailto:mai@heise.de
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Während für die USA die Schaffung einer Artificial General Intelligence (AGI) und besonders einer Artificial Superintelligence (ASI) von zentraler Bedeutung sei, wolle China mit KI einfach Geld verdienen und die Wirtschaft stärken. Der Gründer und Chef des chinesischen Technologiekonzerns Huawei, Ren Zhengfei, hat im Gespräch mit Studenten gesagt : "Die USA und China verfolgen unterschiedliche Ziele im Bereich KI. Die USA erforschen AGI und künstliche Superintelligenz. China untersucht den Einsatz von KI in realen Szenarien, um Mehrwert zu schaffen und das Wachstum anzukurbeln."
Das Land strebe danach, die "Sicherheit in Städten zu gewährleisten" , Bildung und Gesundheitswesen zu verbessern und remote gesteuerten Bergbau und Zementherstellung zu erreichen, meinte der chinesische Milliardär.
Tatsächlich sei die strategische Annahme in den USA, dass die erste Nation, die ASI kontrolliert, für Jahrzehnte einen entscheidenden geopolitischen, militärischen und wirtschaftlichen Vorteil erlange. Das stellte der Anfang 2024 im Auftrag des US-Außenministeriums veröffentlichte Gladstone AI-Report dar . Die Nation, die ASI kontrolliert, könne die gegnerische IT-basierte Kriegsführung sofort neutralisieren und die technologische Forschung (Runaway-Szenario) auf Dauer dominieren.
Chinas Präsident Xi Jinping nannte in der Chinesischen Akademie der Wissenschaften im Mai 2021 Wissenschaft und Technologie das "Hauptschlachtfeld" des internationalen Wettbewerbs. Die herrschende Klasse Chinas sieht KI primär als Werkzeug zur Perfektionierung der Regierungsführung (Social Governance), um die Gesellschaft so effizient zu steuern, dass Instabilität unmöglich würde.
Ren sagte den Gewinnern der International Collegiate Programming Contest Foundation – ein Programmierwettbewerb für Universitäten – in den gerade veröffentlichten Q & A auf dem Lianqiu Lake Campus: "Aktuell verkehren in China täglich über 10.000 Hochgeschwindigkeitszüge. Jeder Knotenpunkt dieses Schienennetzes erfordert Echtzeitberechnungen. Aufgrund dieses riesigen Schienennetzes spielt künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle bei der Disposition und Koordination des Zugbetriebs."
Ein weiterer Einsatzbereich für KI ist laut Ren die Stahlerzeugung: "Nehmen wir beispielsweise die Eisenerzeugung in Hochöfen. Mithilfe von KI-Modellen können wir die Temperatur in jeder Ofenschicht präzise steuern, sie bedarfsgerecht reduzieren und die Mischung von Brennstoff und Erz optimieren."
KI-gestützte Softwareprogrammierung habe die Arbeitsbelastung von Softwareentwicklern um etwa 30 Prozent reduziert, "und dieser Wert könnte zukünftig sogar 60 bis 70 Prozent erreichen" , erklärte Ren.
KI spiele bei Huawei eine wichtige Rolle, doch aktuell liege das Hauptaugenmerk auf der Kommunikationstechnologie. Ren betonte: "Unverbundene Computernetzwerke führen zu Informationssilos, isolierte KI repräsentiert keine echte Intelligenz."
Zugleich lobte Ren erneut die USA. Das Land böte "ein fruchtbares Umfeld für Talente, und es ist gut, dass viele talentierte Menschen, darunter auch viele junge Chinesen, zur persönlichen Weiterentwicklung in die USA gehen." Auch China profitiere davon. Apple, Microsoft, Nvidia und Intel würden indirekt Werte für China schaffen.
"Die USA erlauben Huawei zwar nicht, Technologien mit US-Komponenten zu verwenden, aber das bedeutet nicht, dass sie China oder anderen Teilen der Welt die Nutzung ihrer Technologien verbieten. Wenn Talente aus aller Welt in die USA gehen und neue Technologien entwickeln, trägt das zum globalen Fortschritt bei" , meinte Ren
Zugleich kritisierte der 81-Jährige die mangelnde Öffnung Chinas: "Aus heutiger Sicht muss China meiner Meinung nach noch offener werden, von allen anderen Ländern der Welt lernen und deren Kulturen zulassen. Wir dürfen uns nicht vom Rest der Welt abschotten."

Auch wenn die Inflation eingedämmt wurde: Die Energiepreise liegen nach wie vor hoch. Viele überlegen sich vor dem Hintergrund genau, auf welche Temperatur sie ihre Wohnung heizen. Gleichwohl möchte man die eigenen vier Wände nicht allzu stark auskühlen lassen. Auch Frieren ist nicht jedermanns Sache.
Hier kommen smarte Thermostate ins Spiel. Mithilfe einer App lassen sich individuelle Heizpläne erstellen. Beispiel Berufstätigkeit: Wer um 18 Uhr nach Hause kommt und während der Abwesenheit 18 Grad einstellt, müsste händisch wieder die Wunschtemperatur einstellen. Bis die erreicht ist, vergeht je nach Heizung etwas Zeit. Ein smartes Thermostat hätte vermutlich schon gegen 16 Uhr mit dem Heizen begonnen.
Als besonders beliebt gilt Fritz DECT 302. Es wurde bei Amazon im vergangenen Monat über 5.000-mal verkauft und gilt als Bestseller Nr.1 in seiner Kategorie. Vorübergehend kostet es bei Amazon nun wieder den Black-Friday-Preis.
Besitzern einer Fritzbox muss man vermutlich nicht erklären, dass man das DECT 302 per Knopfdruck in das Ökosystem des Routers integriert. Voraussetzung ist eine Fritzbox, die mindestens Fritz OS 6.83 unterstützt und installiert hat. Steuerbar sind die Thermostate anschließend per App und über die Benutzeroberfläche der Fritzbox.
Werte zeigt das Fritz DECT 302 über ein E-Ink-Display an. Es gilt als besonders energiesparend, da es sich nur bei Zustandsänderung aktualisiert und nicht mehrmals die Sekunde wie ein typisches LCD-Display. Über die Tasten am Thermostat lassen sich auch manuelle Temperaturen einstellen. Außerdem gibt es einen Aufheizknopf.
Zeitlich befristet zahlt man 46,55 Euro nach 33 Prozent Rabatt auf die durch Amazon hinterlegte UVP, wobei Fritz (vormals AVM) als Verkäufer fungiert. Andere Shops im Geizhals-Preisvergleich verlangen mindestens 49 Euro. Laut Produktseite gilt der Preis bis zum 21. Dezember – oder solange die Rabattvorräte reichen.
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AVM FRITZ!DECT 302 (Intelligenter Heizkörperregler für das Heimnetz, für alle gängigen Heizkörperventile und FRITZ!Box mit DECT-Basis, FRITZ!OS ab Version 6.83)
Zum AngebotBefristet reduziert ist auch das FritzFon C5. Das Komforttelefon bietet ein Farbdisplay und stellt HD-Telefonie in Aussicht. Es werden kurze Zeit 59,99 Euro nach 33 Prozent-UVP-Rabatt fällig. Andere Shops im Geizhals nehmen mindestens 66 Euro, während wir diese Nachricht schreiben.
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FRITZ!Fon C6 DECT-Komforttelefon (hochwertiges Farbdisplay, HD-Telefonie, Internet-/Komfortdienste, Steuerung FRITZ!Box-Funktionen) weiß, deutschsprachige Version
Zum AngebotDieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem.de eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Ein fünftägiges Pokerturnier zwischen künstlichen Intelligenzen wurde mit einem Sieg des o3-Modells von OpenAI beendet. Die Veranstaltung auf der experimentellen Plattform Pokerbattle.ai hat neun führende Sprachmodelle zusammengebracht, die Tausende Runden No-Limit Texas Hold'em gespielt haben, wie die Tech-Website Techradar berichtet .
Jedes KI-System hatte ein Startkapital von 100.000 US-Dollar und spielte an Tischen mit zehn und 20 US-Dollar Blinds . Neben OpenAI o3 nahmen Anthropics Claude Sonnet 4.5, X.ais Grok, Googles Gemini 2.5 Pro, Metas Llama 4, DeepSeek R1, Kimi K2 von Moonshot AI, Magistral von Mistral AI und Z.AIs GLM 4.6 teil.
Das Turnier gewann OpenAI o3 mit 36.691 US-Dollar Gewinn. Anthropics Claude belegte mit 33.641 US-Dollar Gewinn den zweiten Platz, Grok sicherte sich mit 28.796 US-Dollar Gewinn Rang drei. Das Turnier lieferte Einblicke, wie verschiedene KI-Systeme strategische Entscheidungen unter Unsicherheit treffen.
Poker gilt als aussagekräftiger Maßstab für die Bewertung künstlicher Intelligenz. Anders als bei Spielen mit vollständiger Information wie Schach müssen Spieler Entscheidungen treffen, ohne die Karten der Gegner zu kennen. Dies entspricht realen Szenarien, in denen Entscheidungen mit unvollständigen Daten getroffen werden müssen.
Die Turnierorganisatoren gaben allen Teilnehmern identische Anfangsprompts. Während des Spiels gab es keine menschliche Intervention, die Veranstaltung war ein rein maschinengesteuertes Ereignis. Die KI-Systeme mussten Spielsituationen interpretieren, Wahrscheinlichkeiten berechnen und Strategien eigenständig umsetzen.
OpenAI o3 zeigte eine durchgehend konstante Leistung und gewann drei der fünf größten Pots. Das Spielverhalten des Modells entsprach weitgehend etablierten Preflop-Strategieleitlinien . Googles Gemini erzielte moderate Gewinne, während Moonshots Kimi K2 mit einem Rest von 86.030 US-Dollar abschloss – ein Verlust von 13.970 US-Dollar.
Metas Llama 4 schnitt schlecht ab und verlor früh im Turnier das gesamte Startkapital. Die übrigen Modelle landeten mit unterschiedlichen Ergebnissen zwischen den Extremen.
Bei der Analyse des Spielverlaufs zeigten sich Muster. Die meisten KI bevorzugten aggressive Strategien. Die Modelle versuchten häufig zu bluffen, bauten ihre Bluffs aber oft auf einem Missverständnis der eigenen Karten statt auf taktischer Täuschung.
Einige Modelle passten ihre Strategie nicht an – ein grundlegender Aspekt des Pokerspiels. Auch grundlegende mathematische Berechnungen führten bei mehreren Systemen gelegentlich zu Fehlern.
Dem Bericht nach verdeutlichte das Turnier sowohl die wachsenden Fähigkeiten als auch die Grenzen aktueller Sprachmodelle. Die Systeme können komplexe Szenarien verarbeiten und Strategien in Echtzeit anpassen. Dennoch machen sie Fehler, die menschlichen Spielern eher nicht passieren.
Die Resultate deuten darauf hin, dass KI zwar strategische Komplexität bewältigen kann, abgestufte Urteilsfähigkeit in mehrdeutigen Situationen jedoch weiterhin ein Problem darstellt.
(Bild: Daniel AJ Sokolov)
Open-Source-Lizenzen werden ersetzt, populäre Projekte beendet und Images entfernt. Die Anzeichen verdichten sich: Die goldenen Cloud-Native-Zeiten sind vorbei.
Blickt man in den Rückspiegel, erscheinen die vergangenen rund 10 Jahre wie das Paradies für Entwickler und Betreiber von Serversoftware im Cloud-Native-Umfeld. Docker hatte 2013 die Containertechnik salonfähig sowie praktikabel gemacht und so den Weg geebnet für vieles, was später kommen sollte. Seither wird Software aller Art als Containerimage bereitgestellt, manch ein Anbieter liefert seine Produkte gar nicht mehr anders aus.
Der nächste Meilenstein folgte zwei Jahre später. Kubernetes 1.0 erschien im Jahr 2015 und hat sich schnell als Industriestandard fürs Betreiben von großen Containerinfrastrukturen etabliert. Ein Erfolgsfaktor: Google hatte viel Geld und Ressourcen in die Entwicklung von Kubernetes gesteckt und dabei seine Erfahrung aus dem Betrieb der internen Plattform Borg einfließen lassen. Kubernetes traf einen Nerv und Google hätte die Chance gehabt, sich und seine eigenen Cloudangebote unersetzlich zu machen. Doch anstatt Kubernetes exklusiv in der Google Cloud zu offerieren, veröffentlichte man die Software unter Apache-Lizenz. Der Code wurde dann an die eigens dafür gegründete CNCF, eine Tochterstiftung der Linux Foundation, übertragen.
Ein altruistisches Geschenk an die Menschheit? Mitnichten. Google wollte mehr als das schnelle Geld, nämlich die ganze Industrie verändern: Auch Amazon AWS und Microsoft stiegen ins Kubernetes-Spiel ein, boten Managed-Kubernetes-Dienste an und steckten Ressourcen in die Weiterentwicklung des Containerorchestrators, anstatt Alternativen zu bauen. Ein herstellerunabhängiger und quelloffener Standard für den Containerbetrieb – das überzeugte viele, ihre Anwendungen in Cloudrechenzentren zu betreiben. Weil Google sein Kind von Anfang an losließ, konnte es so weit wachsen und das Cloudgeschäft so sehr beschleunigen.
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Leibniz-Gründungspreis 2026: Das Gewinnerteam aus dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (v. links): Uhland Weißker, Paul Günther, IFW-Vorständin Juliane Schmidt, Stefanie Hartmann, Andreas Winkler, Mehrzad Roudini.
(Bild: Leibniz-Gemeinschaft)
Der Leibniz-Gründungspreis 2026 geht an ein Start-up für ein neuartiges Verfahren zur Herstellung gedruckter Elektronik auf 3D-Drucken.
Bei dem neuen Verfahren sorgt ein von den Forschenden am IFW Dresden entwickelter Aerosoldruckkopf für neue Produktionsmöglichkeiten. Aerosole sind Mischungen aus Gas und darin fein verteilten festen oder flüssigen Aerosolpartikeln, in diesem Fall den leitenden Bestandteilen. Eine integrierte, chipbasierte mikroakustische Quelle sorgt für eine besonders effiziente Verteilung der Aerosole. Gleichzeitig beeindruckt der Druckkopf durch seine kompakte Bauweise und die stark vereinfachte Systemarchitektur.
Die Entwicklung und Vermarktung des Verfahrens liegt in den Händen von Sonojet. Das Start-up ist als Ausgründung des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW Dresden) entstanden. Sonojet erhält für das Verfahren den mit 50.000 Euro dotierten Leibniz-Gründungspreis 2026. Das Unternehmen hat sich im industriellen Mikrodruck in der Halbleiter- und Elektronikbranche einen guten Ruf erarbeitet. Das Verfahren hat sich in wenigen Jahren zur bevorzugten Lösung für gedruckte Elektronik auf 3D-Oberflächen entwickelt.
Sonojet fertigt damit Leiterbahnen, Antennen oder Sensoren direkt auf 3D-Bauteilen, Gehäusen oder flexiblen Trägermaterialien. Das Unternehmen verarbeitet eine breite Palette funktionaler Tinten. Durch das neue Verfahren lassen sich teure Materialien wie Edelmetalltinten deutlich sparsamer einsetzen. Die Technologie findet Anwendung in der Unterhaltungselektronik, der Automobilindustrie, der Medizintechnik und im Verteidigungssektor.
Die Gründer richteten Sonojet im Mai 2025 als GmbH ein. Der Start des operativen Betriebs ist für Mitte 2026 geplant. Bis Ende 2026 erhält das Start-up Förderung aus dem Programm "Exist Forschungstransfer" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die Technologieentwicklung finanzierte in den Vorjahren zusätzlich das Bundesforschungsministerium, der Freistaat Sachsen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft durch Projektmittel.
Wie der Informationsdienst Wissenschaft (IDW) berichtet [1], will Sonojet das Preisgeld in die Präsenz auf internationalen Industriemessen und in den professionellen Ausbau des Marketings investieren. Schon bald soll der Druckkopf als Bestandteil einfach bedienbarer Komplettdrucksysteme auf den Markt kommen.
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[1] https://idw-online.de/de/news862855
[2] https://www.heise.de/make
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Apple Fitness+ gibt es ab dem 15. Dezember auch mit deutsch übersetzten Tonspuren
(Bild: Apple)
Apple will Fitness+ mit synchronisierten Tonspuren in Deutsch und Spanisch attraktiver machen. KI-generierte Stimmen basieren auf den Original-Trainern.
Apple will seinen Dienst Fitness+ durch synchronisierte Tonspuren attraktiver für Nutzer in nicht-englischsprachigen Ländern machen. Bislang gibt es zwar schon Untertitel, wer sich während eines Trainings anfeuern lassen möchte und nur zuhören kann, muss jedoch der englischen Sprache mächtig sein. Der iPhone-Hersteller kündigte an [1], dass der Fitness- und Wellness-Service ab Montag, 15. Dezember, eine Synchronisation in Deutsch und Spanisch anbietet. Außerdem wird die Verfügbarkeit von Fitness+ auf zusätzliche Länder erweitert.
Bei der Synchronisation der englischsprachigen Anleitungen setzt Apple auf Künstliche Intelligenz. Die Übersetzung erfolge mit digital synchronisierten Sprachen, heißt es in der Medienmitteilung. Es sei die größte Erweiterung des Services seit seiner Einführung vor fünf Jahren. Nach Deutschland kam der Dienst im Jahr 2021 [2]. Für den Start der Übersetzungen seien bereits Hunderte von Fitness+-Trainings und Meditationen mit einer computergenerierten Stimme auf Deutsch und Spanisch digital synchronisiert worden, wobei jede Woche weitere synchronisierte Episoden hinzukommen sollen.
Die synchronisierten Trainings und Meditationen verfügen laut Apple über eine computergenerierte Stimme, die auf den Stimmen der 28 Fitness+-Trainer basiert. Die Trainings und Meditationen bieten zusätzlich auch Untertitel. Anfang nächsten Jahres folgt Japanisch als weitere übersetzte Sprache.
Nutzer können die Audiosprache auswählen, nachdem sie ein synchronisiertes Training oder eine Meditation gestartet haben. Wenn man in den Einstellungen der Fitness App Deutsch, Japanisch oder Spanisch auswählt, wird die Episode automatisch in dieser Sprache abgespielt, sofern eine synchronisierte Version verfügbar ist. Für das Abrufen der Synchronisation sind iOS 26.1, iPadOS 26.1 oder tvOS 26.1 nötig.
Apple Fitness+ ist als Abonnement für 9,99 Euro pro Monat oder 79,99 Euro pro Jahr verfügbar. Aktuell ist der Dienst in Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indonesien, Irland, Italien, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Österreich, Portugal, Russland, Saudi-Arabien, der Schweiz, Spanien, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten verfügbar. Ab dem 15. Dezember kommen Chile, Hongkong, Indien, die Niederlande, Norwegen, die Philippinen, Polen, Schweden, Singapur, Taiwan, Vietnam und 17 weitere Länder und Regionen hinzu.
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[1] https://www.apple.com/de/newsroom/2025/12/apple-fitness-plus-introduces-dubbing-in-spanish-and-german/
[2] https://www.heise.de/news/Apple-Fitness-jetzt-in-Deutschland-Schweiz-und-Oesterreich-6228280.html
[3] https://www.heise.de/mac-and-i
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Der globale Foldable-Markt hat im dritten Quartal 2025 so stark zugelegt wie nie zuvor. Als der Gewinner geht Samsung hervor.
Die weltweiten Lieferungen von faltbaren Smartphones sind laut den Marktforschern von Counterpoint Research im dritten Quartal 2025 um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Vor allem auf Samsungs Galaxy-Z-Fold-7-Serie [1] sei der Zuwachs zurückzuführen.
Laut den Zahlen von Counterpoint Research [2] liegt der Anteil von Foldables an den weltweiten Smartphone-Lieferungen im dritten Quartal 2025 bei 2,5 Prozent, da sich ihre Verbreitung auf das Premium-Segment ausweitete. Der Anteil am gesamten Smartphonemarkt ist der Zahl entsprechend weiterhin gering und eine Nische, allerdings lege das Segment weiter zu.
Der Zuwachs wurde vor allem durch die Einführung des Samsung Galaxy Z Fold 7 und „die anhaltende Stärke der Mate-Serie von Huawei angetrieben“ – beide Geräte im Buchformat. Außerdem seien auch die Lieferungen von Foldables im „Klapphandy“-Stil angestiegen. In dieser Gerätekategorie hätte neben Samsungs Galaxy Z Flip 7 auch Motorolas Razr-60-Serie [3] eine hohe Nachfrage gehabt.
Counterpoint identifiziert vor allem Samsungs neue Foldable-Modelle als die erfolgreichsten der Gerätekategorie. Vor allem der „schlankere Rahmen, die leichtere Hardware, die verbesserte Haltbarkeit des Scharniers und die geringere Sichtbarkeit der Falte des Z Fold 7 erweiterten seine Premium-Attraktivität und führten zu einem stärker als erwarteten Anstieg,“ erklärt Counterpoint.
(Bild: Counterpoint Research)
Aber auch weitere Hersteller konnten punkten: Huawei behielt laut Counterpoint „mit seiner Mate-Serie seine stabile Dynamik bei“, während Honor und Vivo durch ihre aktualisierten dünnen Foldables „weiterhin ihren Beitrag leisteten“. Motorola entwickelte sich den Marktforschern zufolge „zu einem der weltweit herausragenden Anbieter und baute seine Marktposition im Bereich der faltbaren Smartphones durch wettbewerbsfähige Preise, starke Vertriebspartnerschaften und positive Bewertungen der Benutzerfreundlichkeit seiner Produkte aus“.
Die Marktforscher gehen davon aus, dass die Kategorie der Foldables das Jahr 2025 voraussichtlich mit einem Wachstum im mittleren Zehnerbereich gegenüber dem Vorjahr abschließen könnte, da Nutzer von Premium-Geräten „aufgrund der höheren Produktivität und besseren Haltbarkeit zunehmend zu größeren Bildschirmen tendieren“.
Für das Jahr 2026 prognostiziert Counterpoint den Eintritt der Foldables in „eine ausgeprägtere Expansionsphase“. Dabei zählen zu den wichtigsten Faktoren für das Wachstum eine „verbesserte Haltbarkeit, eine Verringerung der Dicke und des Gewichts, optimierte Scharnier- und Panelstrukturen sowie erweiterte KI-gesteuerte Softwareerlebnisse“ – diese Tendenz ließ sich teilweise schon bei den 2025er Modellen beobachten.
Zudem gehen die Marktforscher davon aus, dass Apple im Zuge der zweiten Jahreshälfte 2026 in das Segment einsteigen könnte und einen wichtigen Neuzugang darstellen würde. Denn ein faltbares iPhone könnte die „solide iPhone-Nutzerbasis“ erreichen und die „Premium-Upgrade-Zyklen in den Kernregionen stärken“, heißt es.
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[1] https://www.heise.de/tests/Falt-Smartphones-Samsung-Galaxy-Z-Fold7-und-Flip7-im-Test-10486284.html
[2] https://counterpointresearch.com/en/insights/global-foldable-smartphone-market-q3-2025
[3] https://www.heise.de/news/Razr-60-Ultra-und-Razr-60-Neue-Foldables-von-Motorola-10361075.html
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(Bild: BigTunaOnline/Shutterstock.com)
In der aktuellen Beta-Version des beliebten Messengers Whatsapp können erste Nutzer erweiterte Sicherheitseinstellungen mit einem Klick aktivieren.
WhatsApp [1] kann als Einfallstor für Schadsoftware dienen: In den vergangenen Monaten kursierten Berichte, denen zufolge sowohl iPhones [2] also wohl auch Samsung-Galaxy-Geräte [3] über den Meta-Messenger angegriffen wurden. Um Angreifern möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, integriert Meta in seinen Messenger eine neue Funktion, die mit einem Klick erweiterte Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen aktiviert. Die Funktion nennt sich „strikte Kontoeinstellungen“.
Wie Meta im Supportdokument zu der Funktion schreibt [4], wurde sie für Benutzerinnen und Benutzer entwickelt, „die Ziel solcher Angriffe sein könnten“. Nutzer sollten die Einstellungen nur aktivieren, wenn sie dazu einen Anlass sehen, betont das Unternehmen – etwa wenn man glaubt, Ziel einer „raffinierten Cyberkampagne“ zu sein. „Die meisten Personen sind von solchen Angriffen nicht betroffen,“ heißt es weiter. Nutzer, die WhatsApp mit einem möglichst weitreichenden Schutz verwenden wollen, können die Funktion dennoch nutzen, jedoch ist die Einstellung nicht prominent platziert.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Derzeit steht das Feature nur registrierten Nutzern der Beta-Versionen des Messengers für Android und laut WABetaInfo für iOS [5] zur Verfügung. Nutzer der Beta finden den Knopf zur Aktivierung der „strikten Kontoeinstellungen“ künftig unter „Einstellungen“ > „Datenschutz“ > „Erweitert“.
Nach Aktivierung der „strikten Kontoeinstellungen“ blockiert das Feature sämtliche Medien von unbekannten Absendern. Zudem deaktiviert die Funktion Linkvorschauen und schaltet Anrufe von unbekannten Nummern stumm. Die werden jedoch in der Anrufübersicht angezeigt. Ferner schränkt die Funktion Gruppeneinladungen ein und erzwingt eine zweistufige Verifizierung. Überdies begrenzen die „strikten Kontoeinstellungen“ die Sichtbarkeit von Profilen. Sie leiten außerdem zum Verschleiern der eigenen IP-Adresse Anrufe über WhatsApp-Server weiter.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Auch der „Zuletzt online“-Zeitstempel und der „Online“-Status, das Profilbild und die Nutzerinfo sind laut Meta nur für die eigenen Kontakte oder eine zuvor festgelegte, eingeschränktere Liste von Personen sichtbar. Zudem rät Meta Nutzern mit aktivierten Backups, die Ende-zu-Ende-verschlüsselte Backup-Funktion zu verwenden.
Laut WhatsApp können Nutzer die strikten Kontoeinstellungen nur über das Hauptgerät ein- und ausschalten. Weiter heißt es, dass Nutzer alle gegen Änderungen gesperrte Einstellungen unter dem Punkt „Einstellungen“ > „Datenschutz“ > „Erweitert“ > „Strikte Kontoeinstellungen“ > „Gesperrte Einstellungen“ ansehen können.
Wann WhatsApp die Funktion aus der Beta-Version hievt und für alle Nutzerinnen und Nutzer bereitstellt, ist derzeit unklar.
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[2] https://www.heise.de/news/Zero-Click-Angriff-auf-Apple-Geraete-via-WhatsApp-10626629.html
[3] https://www.heise.de/news/Jetzt-patchen-Attacken-auf-Android-Smartphones-von-Samsung-beobachtet-10645224.html
[4] https://faq.whatsapp.com/846698564598022/?cms_platform=android&helpref=platform_switcher
[5] https://wabetainfo.com/whatsapp-beta-for-ios-25-36-10-70-whats-new/
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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