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IT-Weiterbildung: "Die Zertifikate sind eher Blendwerk"

Von Andrea Pawlowski
Unglaubliche Zeitverschwendung oder tolle Jobchance? Wir haben euch nach Erfahrungen mit IT-Weiterbildungen vom Arbeitsamt gefragt. Hier kommen die Antworten.
IT-Weiterbildungen im Arbeitsamt - Eigeninitiative gefragt (Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images)
IT-Weiterbildungen im Arbeitsamt - Eigeninitiative gefragt Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images

Wer glaubt, eine IT-Umschulung über die Bundesagentur für Arbeit sei ein direkter Weg in einen Zukunftsberuf, wird in den Erfahrungsberichten aus der Golem-Community ein Wechselbad der Gefühle erleben. Zwischen Erfolgsgeschichten, in denen Menschen trotz schlechter Kurse eine neue Karriere starten, und Frustberichten über chaotischen Unterricht, Fehlberatung und fehlende Praxis klafft eine enorme Lücke. Was die Teilnehmenden erzählen, zeigt ein System, das Talente fördern kann, aber viel zu oft an den eigenen Strukturen scheitert.

Viele berichten von Dozenten ohne fachliche Tiefe, Kursinhalten ohne roten Faden und Prüfungen, die in keiner Weise auf die Realität im späteren Job vorbereiten, so wie es auch kürzlich eine Recherche des ZDF zeigte. Manche schaffen es trotzdem in die Branche, doch meist mit massig Eigeninitiative und Wochen voller Überstunden, um die echten Grundlagen nachzuholen. Andere brechen ab, werden nicht übernommen oder finden trotz Zertifikaten keinen Einstieg.

Und doch gibt es auch Lichtblicke. Einige Teilnehmer berichten von guten Trägern, starken Dozenten und echten Chancen im Praktikum. Die Schere zwischen gelungenen Karrierestarts und komplett vergeudeter Zeit zeigt, wie unberechenbar diese Maßnahmen sind und warum es so wichtig ist, genauer hinzusehen.

Wir wünschen viel Spaß bei der spannenden Lektüre! Noch kurz zwei Anmerkungen vorneweg: Wir hatten so viele Einsendungen, dass sie diesen Artikel gesprengt hätten. Daher mussten wir auf einige Beiträge verzichten – ganz besonders jene, die Erfahrungen beschreiben, die bereits sehr lange zurückliegen.

Und: Wir haben natürlich die Bundesagentur für Arbeit um eine Stellungnahme gebeten. Leider blieb es bei einer vorgefertigten Standardantwort, die im Kern dieses Zitat beinhaltet: "Die Entscheidung über die Akkreditierung einer Zertifizierungsstelle und die Zertifizierung von Bildungsträgern und deren Trägermaßnahmen liegen nicht im Verantwortungsbereich der Bundesagentur für Arbeit." Falsche Beratungen seien nicht ausgeschlossen, aber Einzelfälle.

Zuerst wollen wir die Absolventen zu Wort kommen lassen. Berücksichtigt haben wir Einreichungen, die den vergangenen ca. 5 Jahren Maßnahmen absolviert haben. Es gab einige wenige positive Stimmen – dort lag die Schulung allerdings zehn Jahre und mehr zurück. Im Anschluss kommen Kolleginnen und Arbeitgeber mit ihren Erfahrungen dran. Zum Schluss schildern noch zwei Trainer ihre Eindrücke.

"Ich war geschockt von der echten Codebasis"

➤ Meine zweijährige Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung habe ich vor etwa vier Jahren erfolgreich abschließen können. Erfolgreich im Sinne von: IHK-Prüfung bestanden.

Ich glaube, das war das primäre Ziel des Umschulungsträgers: Möglichst viele Umschüler durch die Prüfung kriegen. Geklappt hat es so etwa bei der Hälfte. Bei einigen war schon nach den ersten Tagen absehbar, dass das nichts werden konnte. Hier wurde durch die Arbeitsagentur offensichtlich falsch beraten. Vielleicht ging es auch nur darum, die Leute für zwei Jahre aus den Statistiken zu bekommen. So waren es für diese Umschüler jedenfalls zwei verschenkte Jahre, die sie unter anderem damit zubringen durften, die Kreuzworträtsel eines südafrikanischen Opernsängers zu lösen, der sich als Englischdozent beim Bildungsträger was dazuverdiente.

Ich selbst habe die Umschulung als sehr frustrierend wahrgenommen und mich irgendwann ausgeklinkt, selbstständig an Projekten gearbeitet und mich so gut es ging auf die Prüfung vorbereitet. Während eines integrierten Pflichtpraktikums kam ich dann zum ersten Mal mit dem echten IT-Berufsleben in Kontakt und war zunächst geschockt angesichts einer echten Codebasis. In der Umschulung ging es teilweise kaum über Hello World hinaus ...

Obwohl ich mich auch nach der Umschulung überhaupt nicht ausgebildet oder qualifiziert gefühlt habe, wurde ich von meinem Praktikumsbetrieb fest eingestellt. Mittlerweile bin ich in einem anderen Unternehmen als Software Consultant unterwegs und würde sagen, dass sich das Ganze für mich gelohnt hat und die Umschulung meine Eintrittskarte in die IT war. Trotzdem fühlt es sich so an, als hätte ich es nicht wegen, sondern trotz der Umschulung geschafft ...

➤ Vorkenntnisse waren bei mir vorhanden, aber viele Jahre veraltet. Ich hatte das Glück, insgesamt zwei Jahre diverse Kurse absolvieren zu dürfen. Danach hatte ich jede Menge Jobinterviews und konnte auswählen.

Der Einstieg war nicht einfach. Jetzt bin ich drei Jahre in der Firma, nicht in dem Bereich, wo die Schwerpunkte der Kurse lagen, sondern im IT-Support. Die Bezahlung ist für die Region gut. Dienstwagen obendrauf.

Das in den Kursen Gelernte nutze ich für ein Start-up im Nebenjob. Das würde ich gern auch im Hauptjob machen, das gaben die Jobangebote aber nicht her.

➤ Ich habe mich bei einem Schulungsinstitut nach einem Kurs 'Fachkraft IT-Anwendungsentwicklung' telefonisch erkundigt. Der Kurs kann auch durch einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur gefördert werden.

Ohne viel Federlesen bekam ich am nächsten Tag eine Mail mit einem 'Testergebnis' welches meine hervorragende Eignung zum Bestehen dieses Kurses bescheinigte.
Ich bin in der Softwareentwicklung nicht ganz unbeschlagen und traue mir daher eine Einschätzung zu. Obwohl der Kursinhalt nur angerissen wurde und der Flyer die iOS- Entwicklung beschrieb (ich hatte nach Android-Entwicklung gefragt), kratzt der Lehrgang gerade mal an der Oberfläche.

Ich hätte in einem seriösen Unternehmen keine Chance auf einen Job gehabt.

➤ Ich habe eine Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung erfolgreich abgeschlossen. Für viele ist der Prozess reines Roulette. Die wichtigste Hürde ist bereits die Auswahl des Bildungsträgers. Die Träger erhalten von der Arbeitsagentur monatlich Geld pro Umschüler. Bei diesen Anreizen gibt es viele Träger, die jeden durchschleifen. Die Qualität des Wissens hängt von den – häufig freiberuflichen – Lehrern ab. Gute Dozenten sind Mangelware und daher auch begehrt. Schlechte Träger haben häufig wechselnde Dozenten.

Ich habe bei meiner Auswahl meines Trägers u. a. auch auf die Bewertungen der Freiberufler in puncto ihrer Vergütung geachtet.

Ich bin parallel mit zwei Studenten aus dem Praktikum in einem kleinen Unternehmen mit flachen Strukturen übernommen worden und hatte an den Akademikern einen guten Vergleich, dass die Ausbildung für den Einstieg auf Junior-Level große praktische Vorteile bietet. Noch wichtiger waren allerdings die Leidenschaft für die IT und die Lust auf die Arbeit. Egal wie man als ITler einsteigt: Das Tempo ist hoch und es gibt enorm viel zu lernen. Es hat Vorteile, wenn man darauf Bock hat.

Drei Jahre sind seitdem vergangen und ich leite jetzt mein eigenes kleines Team. Für mich hat es sich gelohnt. Abschließend sei noch erwähnt, dass mein Sachbearbeiter bei der Agentur fantastisch war. Er kannte sich gut im IT-Arbeitsmarkt aus und hat für mich viele Hebel kurzfristig in Bewegung gesetzt. Dank ihm konnte ich ein halbes Jahr schneller starten und damit auch Geld verdienen.

➤ Ich habe eine einjährige Weiterbildung zum Cyber-Security-Experten gemacht und dabei viele CompTIA-Zertifikate bekommen (A+, Network+, Linux+, Security+, Pentest+ und die stackable Zertifikate CIOS, CLNP, CSIS, CNVP, CSSS und einen Abschluss als Cyber Security Advisor (IHK) ).

So viel zur Theorie.

Praktisch gesehen bringt das nicht viel, weil auf dem Stellenmarkt Leute mit Erfahrung gesucht werden. Ich hatte direkt nach der Weiterbildung einen Job als Cyber Security Analyst und Pentester bekommen, wurde aber nach sechs Wochen gekündigt, weil sie einen Mitarbeiter mit mehr Erfahrung gesucht hatten. Die Zertifikate sind eher Blendwerk (so mein Eindruck/Erfahrung).

"Bis heute immer wieder überfordert"

➤ Ich habe eine 14-monatige Weiterbildung in der WE-Entwicklung durchlaufen. Ich habe zwar direkt im Anschluss an ein Praktikum einen Job gefunden. Wurde aber nach zwei Jahren gekündigt. Daraufhin habe ich erneut einen Job gefunden. Bis heute fühle ich mich jedoch mit den aufkommenden Themen immer wieder überfordert.

➤ Fit wie ein Turnschuh. Aber nicht dank der Umschulung, sondern dank Eigeninteresse und Verwandtschaft, die den Job 15 Jahre ausübt. In Umschulungen sitzen nur drei bis vier Gruppen: Geldgierige, Denken-leichtes-Leben, Unwissenheit² und ich. Folglich können Sie sich selbst Zahlen ausdenken, wie produktiv die anteilige Anteilnahme an der Umschulung war. 45 von 60 kannste in die Tonne werfen.

➤ Die sechsmonatige Weiterbildung hat mir nichts gebracht. Man erhält fünf Expertentitel, aber mich mit denen zu bewerben, würde ich mich schämen. Themen werden nur leicht oberflächlich angekratzt. Da kann man sich nicht direkt Experte nennen. 8.000 bis 9.000 Euro hat es das Amt gekostet ... für nichts.

➤ 2020 absolvierte ich drei Kurse eines Data Scientist/Engineer-Programms. Zwei weitere wurden mir angerechnet – Python durch eine frühere Schulung, Statistik durch mein Studium. Eine echte Prüfung der Vorkenntnisse fand nicht statt und mir fehlten einige Basics. Dank Erfahrung mit anderen Programmiersprachen kam ich gut zurecht, obwohl das Lerntempo wegen überforderter Teilnehmer sehr langsam war.

Trotz Wissenslücken gehörte ich mit 98 bis 100 Punkten zu den Besten. Auffällig: Auch Teilnehmer mit kaum Grundlagen erhielten über 80 Punkte. Meine Betreuerin bei der Arbeitsagentur sah darin kein Problem – ich hätte ja mein Zertifikat.

Drei Monate später begann ich als Data Engineer. Der Einstieg war hart: Git, Softwarearchitektur, Python, SQL, Spark, agile Methoden – vieles musste ich mir mühsam erarbeiten. Ich arbeitete über 55 Stunden pro Woche, bis mir ein erfahrener Mentor half. Nach einem Jahr konnte ich echten Mehrwert liefern.

➤ Ich komme aus dem Marketing (bin also nicht vollkommen IT-fremd) und habe bei der Agentur eine sechsmonatige Umschulung zum Data Scientist beantragt.
Obwohl ich vorher verschiedene Bildungsträger verglichen hatte, stieß ich bei meiner Sachbearbeiterin auf taube Ohren. In diesem Bereich hätte ich keine Chance, weil der IT-Markt bereits viel zu überlaufen sei, die Agentur nur schlechte Erfahrungen mit der Job-Vermittlung gemacht hätte etc. etc.

Dass einem diese Weiterbildungen hinterhergeschmissen werden, kann ich daher nicht bestätigen. Alternativen kann mir die Agentur auch keine nennen. Wahrscheinlich wieder bei jeder Dienststelle und bei jedem Sachbearbeiter anders.

"Viele Inhalte waren unpräzise, verwirrend oder gar falsch"

➤ Um mir nach einer längeren Pause den Wiedereinstieg in die Softwareentwicklung zu erleichtern, vereinbarte ich mit der Arbeitsagentur eine vierwöchige Online-Fortbildung zum Thema Scrum ... die ich dann in der zweiten Woche abgebrochen habe.

Dort wurden die Inhalte von zwei bis drei Seminartagen auf vier Wochen breitgewalzt, vermutlich, um eine hohe Erfolgsquote bei der Prüfung zu erreichen. Viele Inhalte waren unpräzise, verwirrend oder gar falsch, und ich glaube nicht, dass jemand, der diese Fortbildung durchlief, unbedingt danach kompetent mit agiler Entwicklung umgehen kann.

Ich vermute, es gibt da eine ganze Menge Fortbildungsanbieter, die genau wissen, wie sie die Agentur melken können. Die Agentur fällt leider drauf rein, und die wirklich guten Anbieter werden von der Agentur nicht unterstützt.

➤ Seit acht Monaten bin ich arbeitslos und wollte zu Beginn meiner Arbeitslosigkeit eine IT-Weiterbildung beginnen. Die Agentur lehnte dies ab, da die Kosten von 15.000 Euro für sechs Monate als zu hoch angesehen wurden und ich als hochqualifiziert galt, schnell eine Stelle zu finden.
Ich habe im Projektmanagement gearbeitet, hauptsächlich in Digitalisierung und W-Commerce.

Aufgrund des schwierigen Marktes habe ich jedoch bisher nichts gefunden, und selbst die typischen Headhunter-Anfragen auf Linkedin sind ausgeblieben.
Ich bezweifle, dass die Weiterbildung in der aktuellen Situation eine Verbesserung gebracht hätte, da der Markt für Juniorstellen so begrenzt ist, dass Unternehmen mit einer großen Anzahl von Bewerbern zu kämpfen haben.

"Das Gros der Mitschüler wurde übernommen"

➤ Ja, Umschulung 2017 mit IHK-Abschluss. Offenbar hatten wir ein gutes Institut erwischt. Sofort nach der Maßnahme einen Job bekommen. Das Gros der Mitschüler wurde von den jeweiligen Praktikumsbetrieben übernommen. Aber: Etliche Mitschüler waren für die IT nicht wirklich geeignet, hatten kaum Interesse am Thema. Sahen nur die guten Jobaussichten.

➤ Ich habe meine Maßnahme abgebrochen, aber vielleicht wollt ihr meinen Erfahrungsbericht ja dennoch lesen.

Ich habe im Jahr 2022 eine Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei der CBW in Hamburg begonnen. Mein Ziel war es, mich aus dem IT Customer Support heraus zu entwickeln, und auch die Arbeitsagentur wollte mich hierbei unterstützen. Unser Kurs begann mit 18 bunt zusammengewürfelten Leuten, von Altenpflegern über Studienabbrecher bis Langzeitarbeitslosen (keine Wertung!). Die angebotenen Zertifikate lasen sich recht gut: PHP Zend, Java, Scrum, AWS u. v. w. Der Kurs sollte zwei Jahre gehen, wobei 1,5 Jahre Unterricht waren, an die sich sechs Monate Betriebspraktikum anschlossen und mit einer IHK-Prüfung endeten.

Die Hamburger Handelskammer hat zu dieser Zeit nur eine Präsenzpflicht von 50 Prozent aller Kursinhalte vorgeschrieben. Also saßen wir alle erst einmal im Homeoffice. Die ersten Wochen hatten wir nur theoretische Inhalte wie Arbeitsrecht (nebst Besuch im Arbeitsgericht), Datenschutz am Arbeitsplatz und ähnliche Inhalte, immer in 2-Wochen-Blöcken. Erst nach sechs Wochen haben wir die ersten Zeile Code in Python schreiben dürfen. Die Inhalte bauten nicht aufeinander auf. Java folgte auf UML, C# auf Scrum, Netzwerkgrundlagen auf PHP und es änderten sich dadurch auch immer die Lehrer.

Die Qualität der Lehrer schwankte extrem. Es handelte sich ausschließlich um Honorarkräfte. Der Lehrer für Arbeitsrecht war ein netter Mann, bat uns aber öfters in die Eigenarbeit, da er Schlaf nachholen musste (leider kein Witz). Der HTML/CSS/JS-Lehrer hatte viel Erfahrung mit Projektmanagement, aber leider keine Ahnung vom Coding. Ein Kommilitone und ich haben dem Rest des Kurses (der noch mitmachen wollte) am Ende React beigebracht, was in zwei Wochen nicht möglich ist.

Der Scrum-Lehrer war uns aus Saudi-Arabien zugeschaltet. Er war ein älterer Herr, der dort für eine andere Firma arbeitete. Es stellte sich heraus, dass er keine Ahnung von Scrum hatte, so dass er ausgetauscht werden musste. Da wir keine Zeit mehr hatten, hat uns die neue, viel bessere Lehrerin nur noch zeigen können, wie man gut betrügen kann bei der Zertifizierung.

Für Python hatten wir leider zwei Lehrer, eine sehr guten und einen nicht so guten. Auch bei dieser Zertifizierung musste betrogen werden. Beim ersten Versuch sind alle Teilnehmer durchgefallen. Beim zweiten Versuch musste betrogen werden. Wir bekamen die Fragen und Antworten eines vorangehenden Kurses, denn die Fragen rotieren wohl nicht so oft. Die Kamera im Raum wurde zudem so ausgerichtet, dass man die Handys nutzen konnte.

Da die Python-Zertifizierung auf Kosten des Trägers wiederholt werden musste, wurde das AWS-Cloud-Engineer-Zertifikat herabgestuft (auf das erste der verfügbaren). Wir mussten drei Wochen Python wiederholen, so dass für AWS nicht mehr genug Zeit war. Das PHP-Zend-Zertifikat wurde ersatzlos gestrichen. Das Java-Zertifikat haben nur drei Teilnehmer bestanden.

Unser Kurs ist auf sieben Teilnehmer zusammengeschrumpft. Das Beste war: Die IHK hat den Homeoffice-Anteil gestrichen. Es herrschte sofortige Präsenzpflicht, was zum Chaos bei der CBW in Hamburg führte, denn in Berlin konnte 100 Prozent Homeoffice gemacht werden. Aber nur für die Umschüler, nicht für die Lehrer! So saßen wir alle in engen Räumen, in einem Teams-Meeting.

Das Ende vom Lied: Nur drei Teilnehmer haben eine Praktikumsstelle bekommen. Ich habe leider keines bekommen und habe mir wieder einen Support-Job gesucht. Ich programmiere privat aber sehr viel und sehr gerne. Ich habe dem Arbeitsamt meine Erfahrungen in einem umfangreichen Bericht geschildert, aber nie eine Rückmeldung erhalten.

Die Maßnahme war ein Witz

➤ Ich habe eine Qualifizierung durchlaufen. Von 32 Teilnehmern haben 30 nicht bestanden. Ich war einer von den beiden, die bestanden haben. Die Auswahl der Teilnehmer ließ schon am ersten Tag darauf schließen, dass es hier mehr darum geht, Förderungen abzugreifen als darum, Leute weiterzubilden. Es waren Leute in der Ausbildung, denen die Grundlagen in Mathematik und Englisch gefehlt haben.

➤ Die Maßnahme war ein Witz. Der Kurs fand ausnahmslos remote statt. Anwesend war, wer eingeloggt war. Die Qualität der Ausbilder war großteils schlecht und die Inhalte haben nicht auf ein reales IT-Leben vorbereitet.

Ich habe die Maßnahme abgebrochen, da ich in meinem alten Beruf wieder eine Stelle finden konnte. Ich bin mir sicher, ich wäre im Berufsleben vollkommen abgeschmiert mit dem Wissen, was man mir dort vermittelt hat.

➤ Ich bin tatsächlich der Meinung, dass viele dieser Fortbildungen nicht geeignet sind! Auch ein Beratungsangebot eines Trägers, der in diesem Bereich tätig ist, konnte mir nichts Neues erzählen ~ ich war sehr enttäuscht. Vor Abstimmung eines (für mich kostenlosen) Termins klang das noch ganz anders ... Upps, läuft das etwa über eine Förderung je Termin?

Die durch den Bildungsgutschein angebotenen Fortbildungen müssten praktischer sein – bereits Verbindungen zu potenziellen Arbeitgebern geschaffen werden!

"Zeitverschwendung"

➤ Die Umschulung war ehrlich gesagt Zeitverschwendung. Man hat uns weder auf den Beruf noch auf die IHK-Prüfung ausreichend vorbereitet. Ich wäre nicht weniger erfolgreich gewesen, wenn die Agentur mir selbst das Curriculum und die 35.000 Euro gegeben hätte. Es war am Ende komplette Eigenleistung.

➤ Ich habe ein Bootcamp für Full-Stack-Entwickler gemacht. Soweit ich weiß, ist keiner der Klassenkameraden in dem Bereich untergekommen. Aber! Bitte unterscheidet Umschulung und Weiterbildung. Umschulungen mit IHK-Abschluss sind mit Ausbildungen vergleichbar. Weiterbildungen sind fragwürdig.

➤ Habe die Umschulung zum Fachinformatiker für Systemintegration gemacht über einen Träger. Unterricht war unstrukturiert, und wenn überhaupt auf das Bestehen der IHK-Prüfung ausgerichtet. Trotz des bestandenen Abschlusses ist es dennoch fast unmöglich, eine passende Arbeitsstelle zu finden, da viele Arbeitgeber Erfahrungen mit speziellen Programmen voraussetzen, die im arbeitsfernen Umschulungssystem nicht vermittelt wurden.

Gar nicht fit und suche schon 1,5 Jahre nach einem Job!

➤ Ich habe eine Ausbildung zum Anwendungsentwickler gemacht, wurde danach aber arbeitslos. Später absolvierte ich eine Weiterbildung zum Full-Stack-Entwickler, die sich jedoch als nutzlos herausstellte. Sie war sogar weniger wert als ein IHK-Zertifikat, weil man dort nur oberflächlich lernt.

Eine Ausbildung hat heutzutage auch kaum noch Wert, denn im Grunde lernt man dort nur objektorientierte Programmierung – und das kann man sich mittlerweile auch selbst zu Hause beibringen.

➤ Gar nicht fit und suche schon 1,5 Jahre nach einem Job!

➤ Ich stecke grad in einer Umschulung. Ich habe mich aber ganz bewusst gegen einen Bildungsanbieter entschieden und mache eine betriebliche Umschulung, die wie eine duale Ausbildung funktioniert.

Ich hatte auch Angst, danach auf dem Arbeitsmarkt nicht Fuß zu fassen. Jetzt muss ich zwar mit Mitte 30 wieder zur Berufsschule, aber ich glaube, das ist die einzige realistische Möglichkeit.

Bei den Bildungsanbietern besteht die Praxiserfahrung meist nur aus einem sechsmonatigen Praktikum, in dem man sein Abschlussprojekt umsetzt. Da ist es verständlich, dass solche Absolventinnen und Absolventen bei Arbeitgebern oft weniger gefragt sind als ausgebildete Azubis oder Quereinsteiger mit echter Berufserfahrung.

"Themen werden in beliebiger Reihenfolge gelehrt"

➤ Ich bin 34, Mutter, befinde mich aktuell in einer Umschulung in Teilzeit zur Systemintegratorin in Bayern. Die Qualität des Unterrichts ist mittelmäßig. Die Dozierenden sind Freiberufler. Sie bekommen die Themen vorgegeben, aber kein Material. Mancher Dozent ist toll, andere referieren über Themen, von denen sie offensichtlich selbst kaum Ahnung haben. Bei vermehrtem negativen Feedback arbeitet der Träger nicht mehr mit diesen Dozierenden zusammen, das hilft uns aber nicht, da die Woche(n) dann für uns verloren sind.

Auch bauen die Themen nicht aufeinander auf, sondern werden pro Woche in beliebiger Reihenfolge gelehrt. IP, Virtualisierung, Schutzbedarf, Wiso, Linux.

Dadurch haben wir zwar Kenntnis über einzelne Dinge, allerdings fehlen uns die Zusammenhänge. Vor der AP1 werden wir nicht alles behandelt haben, was drankommen kann, dafür hatten wir bereits Stoff aus dem dritten Lehrjahr.

Der Unterricht erfolgt zu 100 Prozent über Teams, wir sind eine kleine Klasse. Jeder Standort des Trägers hat unterschiedliche Regelungen. Ein Teil darf Homeoffice machen, manche dürfen ihren Laptop mitnehmen oder bekommen ein Zweitgerät für zu Hause – an meinem Standort bekommen wir nichts davon und es wird jeden Tag kontrolliert, ob wir wirklich körperlich anwesend sind.

Manche Standorte helfen beim Schreiben von Bewerbungen für die Betriebe, in denen wir die Praxisstunden ableisten müssen, andere lassen die Teilnehmer komplett hängen, selbst wenn diese keinen Betrieb finden.

Auf unseren Laptops/PCs haben wir keinerlei Berechtigungen und benötigte Programme sind oft nicht installiert, wenn wir sie brauchen, was zu zwei Tagen Verzögerung führt. VMs werden alle 90 Tage gelöscht. Einige Geräte erfüllen die technischen Anforderungen nicht, um Virtualisierungen flüssig zu betreiben.

Alles in allem ist es sehr chaotisch und wir sind überrascht, wenn wir einen Dozenten bekommen, der sowohl inhaltlich als auch didaktisch gut ist. Mit viel Eigeninitiative kämpfen wir uns von Woche zu Woche und hoffentlich durch die Prüfungen.

"Absolut unterirdisch"

➤ Ich habe vor ca. vier Monaten eine Weiterbildungsmaßnahme bei einem AZAV-zertifizierten Institut zum App-Entwickler begonnen und musste die Maßnahme nach zwei von vier Modulen jetzt abbrechen, weil die Arbeitsagentur die Finanzierung gestrichen hat.

Jetzt bin ich wieder da, wo ich vorher war, nämlich im Bürgergeld- bzw. der Grundsicherung. Mein Vermittler im Jobcenter eröffnete mit kürzlich, dass die Situation für mich zwar unbefriedigend sei, aber er mich aufgrund des Vermittlungsvorrangs dann halt doch wieder in irgendeine Helfertätigkeit bringen müsse.

Ach ja, studiert habe ich eigentlich Geologie auf Diplom (Uni Heidelberg/KIT), konnte aber keinen Einstieg in den Arbeitsmarkt in Deutschland realisieren. In Afrika (Auslandsaufenthalt von 2013 bis 2015) habe ich aber als Junior Geologist an einem Staudamm-Projekt mitgearbeitet. Nach Auskunft des Vermittlers gelte ich aber nach fünf Jahren ohne Job in dem Bereich nun wieder als 'ungelernt'...?!

➤ 2019 eine Umschulung zum Anwendungsentwickler gemacht. Kam aus der Geschäftsführung und hatte Vorwissen. Umschulung war coronabedingt komplett online. Die Qualität des Unterrichts war bis auf die Kurse von einigen wenigen Dozenten absolut unterirdisch. Ohne eine Menge an Eigeninitiative via Udemy usw. wäre das Ganze ein Totalreinfall geworden.

Mittlerweile arbeite ich als Software Engineer bei einem der größten Versicherer. Meine Meinung zur Ausbildung und Umschulung sind generell gemischt. In dem Beruf muss generell ein hohes Maß an Eigeninitiative und Lernbereitschaft gegeben sein. 80 Prozent meiner damaligen Mitschüler hatten dieses nicht und sie haben von der Agentur und der Umschulungsstelle trotzdem das Blaue vom Himmel versprochen bekommen.

➤ Sehr wichtiges Thema. Ich habe selber an einer Weiterbildung teilgenommen, unter anderem für KI, und habe mir hier den Weiterbildungsmarkt vorher genauer angeschaut. Hier wird viel Geld für wenig Ergebnis ausgegeben. Die wichtigsten Themen habe ich mir selber beigebracht, der Kurs selber war beinahe unbrauchbar.

Natürlich ist das Thema auch eine Herausforderung für die Weiterbildungsanbieter, da die Teilnehmer der Kurse sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. Mir scheint hier der effiziente Einsatz von KI für eine individuell angepasste, persönliche Weiterbildung viel Potenzial zu haben. Damit könnte man in einigen Gebieten effizienter lernen und damit Kosten sparen. Grundsätzlich halte ich eine Weiterbildung für sinnvoll.

Das meinen Kolleginnen und Arbeitgeber

➤ Wichtigste Voraussetzung für jeden ITler sind Leidenschaft und das vorhandene Fachwissen. Beides kann man in einem Interview und einer kleinen Arbeitsprobe gut validieren.

Dazu können manche Quereinsteiger stabile Persönlichkeiten und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme als enorme Vorteile in ihre Teams einbringen. Bei Umschulungen ist ein sechsmonatiges unbezahltes Praktikum verpflichtend. In der Zeit kann ein Arbeitgeber sehr genau einschätzen, wie gewinnbringend eine Übernahme wäre.

➤ Wir haben regelmäßig mit Menschen Kontakt, die über 3rd-Party-Betriebe Weiterbildungen absolvieren. Diese suchen meist im 3. Ausbildungsjahr ein Praktikum für ein halbes Jahr.

Man merkt häufig an den Lebensläufen, dass diese Menschen von Maßnahme zu Maßnahme wechseln. Im Gespräch zeigen diese Menschen hohes Interesse und eine hohe Zuverlässigkeit, welche bereits nach den ersten vier Wochen deutlich nachlässt. Häufige Krankheits- oder Abwesenheitstage sind die Folge. Ergänzend brechen vier von fünf Kandidaten innerhalb der ersten drei Monate ab.

Die Mitarbeiter, die Interesse am Thema und eine intrinsische Motivation für die Sache mitbringen, bleiben bei uns, schließen die Ausbildung gut ab und sind im Anschluss wertvolle Mitarbeiter, die sich auch nach der Ausbildung stetig weiterentwickeln und Einsatz zeigen. Meine Position: Teamleiter / Abteilungsleiter IT-Support, Ausbilder.

➤ Liegt meiner Erfahrung weniger an der Ausbildung als am Auszubildenden. Wenn in der IT kein eigenes Interesse besteht, hilft IMHO die beste Ausbildung nicht. Habe in einer Firma gearbeitet, da wurde ein Fachinformatiker Sys Integration ausgebildet. Zwölf Wochen vor der Prüfung fragte ich ihn, ob er denn weiß, was ein DNS ist.



In den Zeilen oben steht seine Antwort. Die Prüfung hat er mit gut bestanden.

"Echtes Fachwissen sieht anders aus"

➤ Kollege mit Umschulung als IT-Systemintegrator. Chat GPT ist sein bester Freund, kaum eine Aufgabe, die er nicht damit löst. Echtes Fachwissen sieht anders aus.

➤ Grottig. Berufsbedingte Vokabeln waren vorhanden, der Inhalt dazu nicht. Die beiden betroffenen Kollegen haben das IT-Umfeld recht schnell verlassen.

➤ Der Quereinsteiger-Kollege hat sich wohl über die Arbeitsagentur aus eigenem Antrieb auf die Umschulungsmaßnahme beworben. Erzählt hat er uns mal, dass der Alltag an der "Schule" dann geprägt war von unmotivierten Lehrkräften, Unterrichtsausfall und Rumsitzen. Entsprechend qualitativ hochwertig war die Maßnahme dann.

Das eigentliche Problem ist aber, dass der Markt überhaupt keine (egal wie qualifizierte) Umschüler braucht, sondern Fachkräfte. Die Agentur für Arbeit zahlt ja keinen Cisco-Architect o. ä. Man bekommt also ungefähr das Niveau eines mittelmäßigen Berufseinsteigers nach der Ausbildung ohne spezielle Qualifikation.

Hätte man die Person selbst inhouse ausgebildet, hätte dies zwar auch Ressourcen gekostet, man hätte aber jemanden, der direkt mit den Prozessen vertraut ist, den Kundenstamm und das Arbeitsumfeld kennt und in den/die man gern das Geld für Zusatzqualifikationen investiert, weil man eben auch weiß, wo dessen Kompetenzen liegen.

Nicht mehr als die Basics

➤ Man sollte berücksichtigen, dass Personen, die an einer Weiterbildung teilnehmen, oft die praktische Erfahrung fehlt, da der direkte Praxisbezug in solchen Maßnahmen in der Regel nicht gegeben ist.

➤ Sie bekommen leider oft nur die minimalen Basics vermittelt, aber es wird so getan, da sie danach sofort durchstarten und gutes Geld verdienen können. Dabei ist gerade mal der Grundstock gelegt, auf dem man aufbauen kann. Da gibt es eine Diskrepanz zwischen Erwartungen und Realität. Es ist gut, aber es sollte nicht suggeriert werden, dass man danach der High Flyer ist.

➤ Katastrophal. Vor allem IT-Sicherheit-"Experten"-Schulen. Kein Grundlagenwissen, reines Lernen in sechs Monaten auf Zertifikate. Sollte dringend gestoppt werden.

➤ Wir haben einen Quereinsteiger mit einer 24-monatigen Umschulung bei uns. Ihm fehlen grundlegende Basics, und wenn ich Basics sage, dann meine ich unter anderem, den Unterschied zwischen einem USB-B-Port und einem RJ45-Port zu kennen.

➤ Ich sehe bei Quereinsteigern selbst nach Jahren in der Branche fast immer folgende zwei Probleme:

1. Ihnen fehlt das Mindset, wie u. a. bei SysEng, dass Stabilität vor Neuerungen kommt, oder die Herangehensweise an Probleme. Sie versuchen es auch häufig, den Nutzern jeden noch so kleinen Wunsch zu erfüllen und sehen nicht die Folgen bzw. den Rattenschwanz, den das mit sich bringt. 2. Ihnen fehlt das in der Jugend selbst erlernte Grundwissen und die Faszination für die Technik. So habe ich schon ADs mit eigenen TLDs (local.$Firma) gesehen, CIDR ist grundsätzlich unbekannt und Virenscanner werden als Allheilmittel vor regelmäßigen Updates gestellt. Auch fehlt die Neugier an neuer Technik oder die Freude, aus einem Problem etwas Neues gelernt zu haben.

➤ Zu oberflächlich qualifiziert. Kaum für den beruflichen Alltag vorbereitet.

➤ Kurze Einordnung: Die Perspektive der Praktikumsbetriebe fehlt hier leider oft. Ich möchte deshalb einmal unsere Erfahrungen teilen.

Wir sind eine größere Einrichtung des öffentlichen Dienstes in einer strukturschwachen Region Deutschlands. Jährlich bilden wir rund zehn Auszubildende in drei Lehrjahren zum/zur Fachinformatiker/in aus. In unserer Region sind die Möglichkeiten für qualifizierte IT-Talente begrenzt, weshalb wir besonders auf engagierte Bewerber angewiesen sind.

Regelmäßig erreichen uns Anfragen von Schülern über einschlägige Bildungsträger für ein halbjährliches Praktikum, teilweise auch im Rahmen von Projekten für den IHK-Abschluss. Bis 2020 haben wir pro Jahr mindestens einen Praktikanten aus diesen Programmen eingestellt. Inhaltlich haben wir keine Probleme mit den Bildungsträgern. Wir nutzen Nachhilfeangebote der Träger, um Ausfälle in der Berufsschule auszugleichen. Entscheidend ist jedoch die Eigeninitiative der Teilnehmer, was sich bereits in der sehr unterschiedlichen Qualität der Bewerbungen zeigt.

Einige Bewerbungen sind gut nachvollziehbar und passen klar zum angestrebten Berufsbild. Andere erwecken den Eindruck, dass die einzige Voraussetzung für die Maßnahme darin besteht, einen Computer zu besitzen. Leider entspricht seit 2020 fast jede Bewerbung diesem zweiten Muster.

Unsere Erfahrungen mit diesen Bewerbern bestätigen leider oft das Klischee: Manche erschienen gar nicht, obwohl sie zuvor mehrfach zugesagt hatten. Andere zeigten wenig Motivation oder waren schlicht für IT-Aufgaben ungeeignet. Für uns als Ausbilder ist es herausfordernd, die Praktikumszeit sinnvoll zu gestalten, wenn grundlegende Motivation oder Vorwissen fehlt.

Im Gegensatz dazu konnten einige der besonders engagierten und talentierten Kandidaten später eine feste Anstellung bei uns erhalten. Diese Top-Kandidaten zeigten von Anfang an Begeisterung, brachten eigene Ideen ein und lernten schnell dazu.

Unser Fazit: Aus unserer Sicht nehmen viel zu viele Teilnehmer an diesen Maßnahmen teil, die dort eigentlich nicht hingehören. Gleichzeitig bieten die Programme für motivierte und geeignete Bewerber jedoch eine wertvolle Einstiegsmöglichkeit in die IT und können für beide Seiten, Praktikant und Betrieb, erfolgreich sein.

Mittlerweile sind wir dazu übergegangen, Personen direkt auszubilden, die einen beruflichen Neustart wagen, ohne den Umweg über einen Bildungsträger. Diese Kandidaten sind von Anfang an hochmotiviert und haben sich intensiv mit dem Berufsfeld auseinandergesetzt, was die Ausbildung erheblich erfolgreicher und produktiver macht.

Es kommt auf das Vorwissen an

➤ Es kommt stark auf das Vorwissen der Personen an. Jemand, der schon immer IT-affin war und dann über eine Qualifizierung ins IT-Leben starten möchte, hat es leichter als jemand, der die Maßnahme nur aus Gehaltsgründen macht, jedoch keinerlei IT-Berührungen vorher hatte. Ich stelle solche Leute auch grundsätzlich ungern ein, da meine Erfahrung gezeigt hat, dass sie die Probezeit nicht überstehen.

➤ Eher negativ, den Umschülern fehlen teils jegliche Grundlagen für den IT-Beruf. Nicht zwingend aus Sicht der Umschulung, sondern eher schon in der Auswahl, wer für diese Umschulung in Frage kommt.

Es werden teilweise Menschen umgeschult, die keinerlei Affinität für das Thema IT besitzen und sich schon schwer tun, selbst einen PC zu bedienen. Langfristig können diese Personen in der IT keinen Job finden.

Wir hatten die letzten zehn Jahre fünf bis zehn Umschülern die Chance gegeben, ein einziger ist für den Job im Systemhaus geeignet. Und dieser eine war davor schon in unserem Unternehmen angestellt und hat die Umschulung nur gemacht, um eine abgeschlossene Ausbildung in dem Bereich zu haben.

Ohne eine sinnvolle Einschätzung, ob überhaupt eine Eignung für den Job in dem Bereich vorliegt, handelt es sich in meinen Augen nur um Zeit- und Geldverschwendung.

Und zum Abschluss kommen noch zwei aus Maßnahmen zu Wort:

➤ Ich bin seit 25 Jahren in der IT und seit drei Jahren als Dozent für geförderte Umschulungen zum Fachinformatiker sowie Weiterbildungen tätig. Was mir aufgefallen ist, dass es für einen Teil der Umschüler*innen nicht leicht ist, sich von einer Tätigkeit in der Fertigung oder Ähnlichem zu einem ganztägigen Lernen umzustellen. Das hat nicht unbedingt etwas mit Motivation oder der Qualität des Unterrichts zu tun, sondern ist der Umstellung geschuldet. Denn eine wichtige Sache lernen wir in der Schule, von der ersten Klasse bis zur Uni ... immer länger die Konzentration zu halten und dabei zu lernen.

"Manche sind Müll, andere leistungsstark"

➤ Ich melde mich mal hier. Ich war in den letzten Jahren regelmäßig für verschiedene Träger als Trainer tätig. Habe also die Kurse zur Programmierung geleitet und teilweise mit ausgearbeitet.

Die Kurse und Teilnehmer sind sehr unterschiedlich. Manche Träger sind gelinde gesagt Müll, andere selber große Konzerne mit undurchsichtigen Strukturen und Verantwortlichkeiten und wieder andere bringen gute Leistung.

Im Idealfall richtet sich die Qualifizierung oder Umschulung an Menschen mit Bezug zur IT. Oder zumindest einer Affinität. Ein Elektriker mit kaputten Knien kann sich auch in die Fachinformatik der Systemintegration einarbeiten. Ein Naturwissenschaftler, der aus der universitären Forschung will, kann problemlos nach zwei bis drei Programmierkursen auf hohen Niveau arbeiten (viele lernen schon an der Uni nebenbei Programmieren) ... Jemand um die 30, Hauptschulabschluss und ohne Ausbildung, wird wohl kein Anwendungsentwickler nach zwei Jahren Umschulung.

Bei manchen Trägern werden die Leute wild ausgewählt für die Kurse, unabhängig von ihrer Eignung.

Problematischer sehe ich es auch, wenn die Teilnehmer mit Problemen in die Qualifizierung starten. Teilweise starke Sprachschwierigkeiten, ADHS, Legasthenie und Dyskalkulie. Ein bis zwei ließen sich abfangen. Die Teilnehmer könnten sich auch untereinander helfen. Dafür braucht es aber ein breites Leistungsmittelfeld und Talentierte oder Vorverfahrene im Kurs. Wenn die Spitze im Mittelfeld endet und der Kurs an gescheiterte Inklusion und Integration erinnert, ist die Maßnahme vergeudete Zeit.

Im Großen und Ganzen fand ich die Maßnahmen schon positiv. Viele der Teilnehmer sind sehr motiviert und geben sich Mühe. Vor allem die Weiterbildungen sind oft Nachqualifizierungen von Fachkräften. Unter den Umschülern haben viele mit ihrer aktuellen Qualifikation wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die brauchen eine Qualifizierung und Hilfe, um ihren Weg zu gehen.
Manche Träger sind leider sehr problematisch und versauen den Ruf. Vor allem die Umschüler bekommen das mit.

Persönlich würde ich die kleinen Träger empfehlen. Hier sind die Ansprechpartner greifbar, die Entscheider kennen sich alle und es gibt noch eine gewisse Flexibilität. Bei den größeren Trägern ist alles träge und die Strukturen oft undurchsichtig. Da kann es drei Jahre dauern, bis ein Fehler in einer Folie korrigiert wird – erst abstreiten, danach herausfinden, wer die Folie erstellt hat (die Person ist meistens nicht mehr da), klären, wer verantwortlich ist, den Aufwand abschätzen, Kontingent freistellen und zum Schluss ändert jemand genau eine Folie und bekommt drei Wochen Zeit dafür. Eine saubere Auflistung aller Fehler gibt es nicht, weil niemand sich verantwortlich gefühlt hat, aber es gab so viele Beschwerden, dass jemand drei Wochen dafür brauchen muss. Gelebte Effizienz eines Großunternehmens ...

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  • 17. November 2025 um 10:20

Apple und OpenAI müssen sich der Klage Elon Musks stellen

Von Heise

(Bild: Bild: photosince/Shutterstock.com)

Ein US-Gericht hat die Kartellklage von Musks Unternehmen xAI gegen Apple und OpenAI als zulässig erachtet.

Im August [1] hatte Elon Musk Apple und OpenAI verklagt, [2] weil sie angeblich gemeinsame Sache machen, um seinen Chatbot Grok zu behindern. Apple mache es unmöglich, dass andere als ChatGPT die Nummer 1 in den App-Store-Charts werden können. Das sei ein eindeutiger Verstoß gegen das Kartellrecht. Ähnliches gelte auch für den Client zu seiner Plattform X, der weniger erfolgreich sei als früher Twitter.

Experten halten diesen Vorwurf zwar für ziemlich absurd und sowohl Apple wie OpenAI bestreiten ihn. Trotzdem hat jetzt der Bundesrichter Mark Pittman [3] in Texas entschieden, dass die Klage zulässig sei. xAI fordert nicht nur bessere Platzierungen über den App-Store-Algorithmus, sondern auch Zugang von Grok zu Siri, Apples Sprachassistentin. Sollte sich Musk mit seiner Klage durchsetzen, drohen den beschuldigten Unternehmen außerdem Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe. Der Richter hat nicht erklärt, warum er seine Entscheidung getroffen hat, aber alle beteiligten Unternehmen müssen jetzt Anträge einreichen und Argumente vortragen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080412

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Grok-nicht-die-Nummer-1-im-App-Store-Musk-droht-Apple-mit-Klage-10519168.html
[2] https://www.heise.de/news/KI-Wettbewerb-und-App-Store-Rankings-X-und-xAI-verklagen-Apple-und-OpenAI-10617453.html
[3] https://www.fjc.gov/history/judges/pittman-mark-timothy
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:jes@ct.de

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  • 16. November 2025 um 17:54

Anthropic gegen China: KI-Firma stoppt staatlich geförderte Hacker-Kampagne

Von Matthias Lindner

Matthias Lindner

Eine Person, die auf einem Laptop mit dem Claude AI Logo tippt, in einem sauberen Arbeitsbereich mit einer minimalen und modernen Atmosphäre.

(Bild: Thaspol Sangsee / Shutterstock.com)

Eine KI soll 90 Prozent eines Hackerangriffs selbst gesteuert haben. Doch Experten halten das für Marketing – und fordern Beweise.

Das KI-Unternehmen Anthropic hat kürzlich einen bemerkenswerten Fall veröffentlicht: Eine mutmaßlich chinesische, staatlich geförderte Hackergruppe soll das KI-Modell Claude Code für eine Cyber-Spionage-Kampagne missbraucht haben.

Laut Anthropic [1] führte die künstliche Intelligenz dabei 80 bis 90 Prozent der taktischen Operationen autonom durch – ein Grad der Automatisierung, der bislang nicht dokumentiert war. Doch unabhängige Sicherheitsexperten äußern erhebliche Zweifel an dieser Darstellung.

Anthropics Darstellung: KI als autonomer Angreifer

Die als GTG-1002 bezeichnete Gruppe zielte im September 2025 auf etwa 30 Organisationen ab, darunter große Technologieunternehmen, Finanzinstitute und Regierungsbehörden in mehreren Ländern.

Anthropic zufolge nutzte die Gruppe Claude Code als Orchestrierungssystem, das komplexe Angriffsketten in einzelne technische Aufgaben zerlegte. Die KI führte Aufklärung, Schwachstellenanalyse, Ausnutzung von Sicherheitslücken, Datenextraktion und laterale Bewegung im Netzwerk weitgehend selbstständig durch.

Menschliche Eingriffe beschränkten sich demnach auf wenige strategische Entscheidungspunkte: die Freigabe des Übergangs von der Aufklärung zur aktiven Ausnutzung, die Autorisierung der Nutzung erbeuteter Zugangsdaten und die finale Entscheidung über den Umfang der Datenexfiltration.

Die Angreifer umgingen Sicherheitsvorkehrungen durch Rollenspiele, indem sie vorgaben, Mitarbeiter legitimer Cybersicherheitsfirmen zu sein, die defensive Sicherheitstests durchführten.

Technische Umsetzung und Grenzen der Automatisierung

Claude Code fungierte als Ausführungsmotor innerhalb eines größeren automatisierten Systems. Die KI steuerte Standard-Open-Source-Hacking-Tools wie Netzwerkscanner, Datenbank-Exploitation-Frameworks und Passwort-Cracker.

Das System zerlegte Angriffe in Phasen und sequenzierte die Aktionen basierend auf entdeckten Informationen.

Von den 30 anvisierten Zielen gelang eine "Handvoll" erfolgreicher Kompromittierungen. In einem dokumentierten Fall entdeckte Claude autonom interne Dienste, kartierte die Netzwerktopologie und identifizierte hochwertige Systeme wie Datenbanken.

Die KI extrahierte Zugangsdaten, testete diese systematisch und generierte automatisch eine umfassende Dokumentation des Angriffs.

Eine wesentliche Schwäche der KI, so berichtet das [2] Wall Street Journal (WSJ), waren "Halluzinationen": Claude meldete fälschlicherweise Erfolge, behauptete etwa, Zugangsdaten erhalten zu haben, die nicht funktionierten, oder identifizierte angeblich kritische Entdeckungen, die sich als öffentlich zugängliche Informationen herausstellten. Dies erforderte eine sorgfältige menschliche Validierung aller Ergebnisse.

Sicherheitsforscher zweifeln an der Autonomie

Mehrere unabhängige Experten äußern erhebliche Zweifel an den Behauptungen von Anthropic. Dan Tentler, Gründer der Phobos Group, wird von Ars Technica mit den Worten zitiert [3]:

"Ich weigere mich weiterhin zu glauben, dass Angreifer irgendwie in der Lage sind, diese Modelle dazu zu bringen, Dinge zu tun, die sonst niemand kann. Warum geben die Modelle diesen Angreifern in 90 Prozent der Fälle, was sie wollen, während der Rest von uns sich mit Arschkriecherei, Ausflüchten und Halluzinationen herumschlagen muss?"

Der Cybersecurity-Forscher Daniel Card bezeichnete die Veröffentlichung auf der Plattform X als "Marketing-Stunt", berichtet [4] Heise Online. Kevin Beaumont kritisierte, so heißt es weiter, dass Anthropic keinerlei "Indicators of Compromise" (IoC) veröffentlicht hat – also digitale Spuren, die eine unabhängige Überprüfung der Behauptungen ermöglichen würden.

Fehlende Beweise und geringe Erfolgsquote

Ein zentraler Kritikpunkt ist die fehlende Transparenz. Ohne veröffentlichte IoCs lässt sich weder die Zuordnung zu einer chinesischen Gruppe noch der behauptete Automatisierungsgrad unabhängig validieren.

Zudem stellt sich die Frage nach der Effektivität: Bei 30 anvisierten Zielen gelang nur eine "kleine Anzahl" erfolgreicher Angriffe. Forscher argumentieren, so Ars Technica, dass traditionelle, stärker von Menschen gesteuerte Methoden möglicherweise eine höhere Erfolgsquote erzielt hätten.

Der Einsatz von leicht verfügbaren Open-Source-Tools anstelle von neuartiger Malware deute darauf hin, dass die KI bestehende Techniken orchestrierte, anstatt neue zu erfinden. Mehrere Experten verglichen den Fortschritt demnach mit etablierten Hacking-Frameworks wie Metasploit und sehen keinen grundlegenden Paradigmenwechsel.

Implikationen für die Cybersicherheit

Anthropic reagierte auf die Kampagne, indem das Unternehmen die betroffenen Konten sperrte, die Algorithmen zur Erkennung verbesserte und Behörden sowie betroffene Organisationen benachrichtigte.

Das Unternehmen argumentiert, dass die gleichen Fähigkeiten, die für Angriffe missbraucht werden können, auch für die Verteidigung entscheidend sind. Die Threat-Intelligence-Abteilung von Anthropic nutzte Claude selbst zur Analyse der enormen Datenmengen, die während der Untersuchung generiert wurden.

Unbestritten ist, dass KI-Tools Arbeitsabläufe in der Cybersicherheit beschleunigen können – etwa bei der Log-Analyse, dem Reverse Engineering oder der Triage. Ob sie jedoch bereits zu vollautonomen Angriffen in großem Maßstab führen, bleibt umstritten.

Die Orchestrierung von Angriffen mit KI könnte zwar die Eintrittsbarrieren senken und weniger ressourcenstarken Gruppen komplexe Operationen ermöglichen. Doch die dokumentierten Einschränkungen – von Halluzinationen bis zur geringen Erfolgsquote – zeigen, dass der Weg zu wirklich autonomen Cyberangriffen noch weit ist.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080444

Links in diesem Artikel:
[1] https://assets.anthropic.com/m/ec212e6566a0d47/original/Disrupting-the-first-reported-AI-orchestrated-cyber-espionage-campaign.pdf
[2] https://www.wsj.com/tech/ai/china-hackers-ai-cyberattacks-anthropic-41d7ce76
[3] https://arstechnica.com/security/2025/11/researchers-question-anthropic-claim-that-ai-assisted-attack-was-90-autonomous/
[4] https://www.heise.de/news/Autonomer-KI-Cyberangriff-Zweifel-an-Anthropics-Untersuchung-11080212.html

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  • 16. November 2025 um 19:30

Störungsmeldung vom 16.11.2025 12:55

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
16.11.2025 12:55
Region
Günzburg (08221)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 16. November 2025 um 12:55

Kritische Sicherheitslücke: Angreifer können DSL-Router von Asus übernehmen

Von Heise

(Bild: Sashkin/Shutterstock.com)

Ein wichtiges Sicherheitsupdate schließt eine gefährliche Softwareschwachstelle in einigen DSL-Routern von Asus.

Nutzen Angreifer eine "kritische" Sicherheitslücke in bestimmten DSL-Router-Modellen von Asus aus, können sie mit vergleichsweise wenig Aufwand die volle Kontrolle über Geräte erlangen. Ein Update schließt die Schwachstelle.

Angreifer aussperren

Einer Warnmeldung des Herstellers zufolge [1] sind konkret die DSL-Router DSL-AC51, DSL-AC750 und DSL-N16 bedroht. Der Beschreibung der Schwachstelle (CVE-2025-59367) zufolge [2] können entfernte Angreifer ohne Authentifizierung an der Lücke ansetzen. Dabei ist die Anmeldung auf einem nicht näher beschriebenen Weg umgehbar. Wie Attacken im Detail ablaufen könnten und ob es bereits Angriffe gibt, ist bislang nicht bekannt. Um Router zu schützen, müssen die Besitzer von betroffenen Modellen die Firmware 1.1.2.3_1010 installieren.

Ob davon auch Router betroffen sind, für die der Support (End-of-Life, EOL) bereits ausgelaufen ist, geht aus der Warnmeldung nicht hervor. Asus führt darin jedenfalls Sicherheitstipps für EOL-Modelle auf. So sollten diese unter anderem nicht für einen Fernzugriff über etwa VPN eingerichtet und somit aus dem Internet erreichbar sein. Überdies gibt der Hersteller noch Standard-Sicherheitstipps zu starken Passwörtern und dem regelmäßigen Überprüfen auf Sicherheitsupdates.

Zuletzt gab es im Juni dieses Jahres [3] Attacken auf Asus-Router.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080369

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.asus.com/security-advisory
[2] https://www.cve.org/CVERecord?id=CVE-2025-59367
[3] https://www.heise.de/news/Warnung-vor-Angriffen-auf-Connectwise-Craft-CMS-und-Asus-Router-10424978.html
[4] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:des@heise.de

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  • 16. November 2025 um 17:10

Sicherheitslücken: Attacken auf Dell Alienware Command Center möglich

Von Heise
Ein symbolischer Updatebalken füllt sich.

(Bild: AFANASEV IVAN/Shutterstock.com)

Ein Sicherheitsupdate schließt Schwachstellen in Dell Alienware Command Center.

Mehrere Softwareschwachstellen gefährden PCs, auf denen Dell Alienware Command Center 6.x installiert ist. Eine reparierte Version steht zum Download bereit.

Mit der Software können Nutzer verschiedene Einstellungen vornehmen, um etwa Stromprofile auszuwählen oder Computer zu übertakten.

Systeme vor möglichen Attacken schützen

Wie aus dem Sicherheitsbereich von Dells Website hervorgeht [1], können Angreifer an fünf Sicherheitslücken ansetzen, um PCs zu attackieren. Bislang gibt es noch keine Berichte zu Angriffen, Admins sollten das Patchen aber nicht zu lange hinauszögern.

Zwei Lücken (CVE-2025-46369, CVE-2025-46367) sind mit dem Bedrohungsgrad "hoch" eingestuft. Bei Schwachstellen sind aber nur ausnutzbar, wenn Angreifer bereits über niedrige Nutzerrechte verfügen. Ist das gegeben, können sie ihre Rechte hochstufen oder sogar Schadcode ausführen. Danach erlangen Angreifer in der Regel die volle Kontrolle über Systeme.

Durch das erfolgreiche Ausnutzen der verbleibenden Lücken können Informationen leaken. Die Entwickler versichern, die Ausgabe 6.10.15.0 gegen die geschilderten Attacken abgesichert zu haben. Alle vorigen Versionen sollen verwundbar sein.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080361

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.dell.com/support/kbdoc/en-us/000379467/dsa-2025-392
[2] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[3] mailto:des@heise.de

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  • 16. November 2025 um 16:02

Angreifer steigen über Zero-Day-Lücke bei Logitech ein

Von Heise
Nullen und Einsen, darunter versteckt sich die Zeichenkette DATALEAK

(Bild: heise online / dmk)

Beim Hersteller für Computerperipherie Logitech gab es einen IT-Sicherheitsvorfall. Dabei konnten Angreifer auf interne Daten zugreifen.

Angreifer hatten Zugriff auf Computersysteme von Logitech International. Dabei haben sie den Angaben des Computerzubehörherstellers zufolge Daten von Kunden und Mitarbeitern kopiert.

Schwachstelle mittlerweile geschlossen

Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung hervor [1]. Derzeit geht der Hersteller davon aus, dass die Angreifer durch das erfolgreiche Ausnutzen einer Zero-Day-Sicherheitslücke in einer Drittanbieter-Softwareplattform in interne IT-Systeme eingebrochen sind und Daten kopieren konnten.

Eine Zero-Day-Lücke bezeichnet eine Schwachstelle, für die es zum Zeitpunkt von Attacken noch keinen Sicherheitspatch gibt. Logitech versichert, dass sie die Lücke mittlerweile über ein Update geschlossen haben.

Datenbeute

Die Verantwortlichen geben an, dass die Angreifer "wahrscheinlich" Zugriff auf "begrenzte" Informationen von Kunden und Mitarbeitern hatten. Über den konkreten Umfang und die kopierten Inhalte gibt es derzeit keine weiteren Details. Logitech schließt zum jetzigen Zeitpunkt aber aus, dass sich darunter persönliche Informationen wie Ausweisnummern und Kreditkartendaten befinden.

Der IT-Sicherheitsvorfall habe keine Auswirkungen auf die Produkte, den Geschäftsbetrieb oder die Fertigung des Herstellers. Der Vorfall werde mithilfe einer externen Sicherheitsfirma weiter untersucht. Logitech geht davon aus, dass eine Cyberversicherung für die entstandenen Kosten durch den Schaden und die forensischen Untersuchungen aufkommen wird.

Die Täter

Weil die Cyberkriminellen von Clop jüngst Logitech in ihre Opferliste aufgenommen haben [2], liegt es nahe, dass sie hinter der Attacke stecken. Es ist davon auszugehen, dass sie den Hersteller nun erpressen und die erbeuteten Daten als Druckmittel für eine Lösegeldzahlung benutzen.

Die Clop-Bande gibt an, über eine "kritische" Lücke (CVE-2025-61882) in Oracle E-Business Suite in IT-Systeme von verschiedenen Herstellern eingestiegen zu sein. Die Lücke wurde im Oktober dieses Jahres geschlossen [3].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080333

Links in diesem Artikel:
[1] https://ir.logitech.com/press-releases/press-release-details/2025/Logitech-Cybersecurity-Disclosure/default.aspx
[2] https://www.heise.de/news/Monsta-FTP-Kritische-Luecke-ermoeglicht-Angreifern-Schadcode-Ausfuehrung-11072415.html
[3] https://www.heise.de/news/Oracle-Patchday-374-Softwareflicken-bessern-Schwachstellen-aus-10793883.html
[4] https://aktionen.heise.de/heise-security-pro?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:des@heise.de

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  • 16. November 2025 um 15:17

Sam Altman: ChatGPT macht weniger Gedankenstriche

Von Heise

(Bild: Tada Images / Shutterstock.com; Bearbeitung: heise medien)

In einem Post bei X erklärt der OpenAI-Chef, dass man ein leidiges Problem mit den überlangen Querstrichen in den Griff bekommen hat.

In den letzten Monaten waren in KI-generierten Texten, wie Schulaufsätzen, E-Mails, Kundenservice-Chats, Werbetexten oder Online-Posts, vermehrt Gedankenstriche aufgetaucht. Diese sind im englischen Sprachraum eher unüblich und ließen erkennen [1], dass die Texte von der KI geschrieben wurden. Das wiederum war den vermeintlichen Autoren oft gar nicht recht und vielleicht auch peinlich.

Offenbar kamen Chatbots nicht um die häufige Verwendung der Gedankenstriche herum, selbst wenn man es ihnen im Prompt angewiesen hatte. Das Problem [2] war OpenAI zwar bekannt, aber unverständlich, und sie konnten es bisher nicht lösen. Nun hat der OpenAI-CEO Sam Altman in einem Beitrag auf der Platform X [3] gemeldet, dass man der Lösung näher gekommen sei. Er schreibt: "Wenn man ChatGPT in benutzerdefinierten Anweisungen vorgibt, keine Gedankenstriche zu verwenden, funktioniert es endlich wie gewünscht."

Das Unternehmen bestätigt dies auch in einem Beitrag auf Threads [4]: "Es ist wahr, ChatGPT ist nun besser darin, Gedankenstriche nicht zu nutzen – sofern Du es in den benutzerspezifischen Anweisungen explizit vorgibst." Der Gedankenstrich wird so nicht standardmäßig vollständig aus der Ausgabe entfernt, man hat aber zumindest mehr Kontrolle über seine Häufigkeit. Dann folgt ein witziger Screenshot, in dem gezeigt wird, wie ChatGPT 5 zu einer Entschuldigung gezwungen wird. Die fällt allerdings recht ambivalent aus. "Der Gedankenstrich kann immer noch sehr elegant sein. Geschmackvoll. Gelegentlich. In speziellen Fällen."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080329

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.rollingstone.com/culture/culture-features/chatgpt-hypen-em-dash-ai-writing-1235314945/
[2] https://community.openai.com/t/prevent-chatgpt-from-using-dashes-and-indented-bullet-points/1232370
[3] https://x.com/sama/status/1989193813043069219?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1989193813043069219%7Ctwgr%5E2260ddaefc06eecfd30d696be3c6f818b1be996e%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Ftechcrunch.com%2F2025%2F11%2F14%2Fopenai-says-its-fixed-chatgpts-em-dash-problem%2F
[4] https://www.threads.com/@chatgpt/post/DRC0CsJicjs
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:jes@ct.de

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  • 16. November 2025 um 15:16

Apple-CEO Tim Cook könnte kommendes Jahr aufhören

Von Heise
Tim Cook

Apple-CEO Tim Cook: Hört er kommendes Jahr auf?

(Bild: Apple / Screenshot YouTube)

Einem Medienbericht zufolge bereitet Apple das Ende von Tim Cooks Zeit als CEO vor. Für die Nachfolge gibt es einen Favoriten.

Apple bereitet sich laut einem Medienbericht offenbar auf einen Wechsel an seiner Spitze vor. Demnach soll Tim Cook kommendes Jahr als CEO des Tech-Giganten nach über 14 Jahren aufhören. Als potenzieller Nachfolger ist offenbar Apples Hardwarechef John Ternus im Gespräch.

Die Financial Times [1] (FT) will das aus informierten Kreisen erfahren haben. Demnach gebe es intensive Gespräche zwischen Apple-Vorstand und Spitzenführungskräften. Auch wenn 2026 offenbar für einen Führungswechsel im Raum steht, könne sich dieser Termin aber noch jederzeit ändern. Laut FT-Informationen stehe der mögliche Cook-Abgang nicht mit dem aktuellen Geschäftserfolg von Apple [2] in Verbindung. Der Konzern legte beim Umsatz um 8 Prozent auf nun 102,5 Milliarden US-Dollar zu. Laut Tim Cook war es das erfolgreichste September-Quartal von Apple jemals. Für das kommende Weihnachtsquartal erwartet Apple einen Rekordumsatz aufgrund der iPhone-17-Nachfrage, auch hier rechnet Cook mit einem Rekordquartal

Zu einem möglichen Wechsel auf dem CEO-Posten hat Apple noch nicht Stellung genommen. Der 65-jährige Cook ist seit 2011 am Ruder, übernahm damals direkt von Gründer Steve Jobs. Dass auf Cook wiederum Ternus folgen könnte, darüber hatte es schon lange Spekulationen gegeben [3]. Der 50-Jährige ist seit 2001 bei Apple, gilt intern wie extern als beliebt und ist vergleichsweise jung, was ihm eine lange Zeit als CEO ermöglichen würde. Als Senior Vice President of Hardware Engineering berichtet er derzeit direkt an Cook und trägt quasi bei jedem Apple-Produkt eine Verantwortung. Als Technologe hätte er die Voraussetzungen, um den Konzern für die Zukunft aufzustellen.

Dass Apple einen Wechsel an seiner Spitze offiziell bekanntgibt, damit rechnet die FT nicht vor dem nächsten Quartalsbericht des Konzerns Anfang Januar. Dieser Zeitpunkt würde dem Konzern genügend Zeit für Vorbereitungen verschaffen, bevor wichtige Events wie die Apple Keynote anstehen, vermutet die Zeitung.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11080261

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.ft.com/content/0d424625-f4f8-4646-9f6e-927c8cbe0e3e
[2] https://www.heise.de/news/Dank-iPhone-17-Apple-erwartet-bestes-Weihnachtsquartal-wieder-Umsatzrekord-10965375.html
[3] https://www.heise.de/news/Apples-naechster-CEO-Spekulationen-um-die-Nachfolge-vom-Tim-Cook-10712408.html
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:nen@heise.de

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  • 16. November 2025 um 13:01

Rocket Lab verschiebt Neutron-Erstflug auf Mitte 2026

Von Marcel Kunzmann

Marcel Kunzmann

Eine Rakete im Erdorbit

Rendering der Neutron-Rakete beim Aussetzen von Satelliten im Orbit: Bis dahin wird es noch dauern

(Bild: Neutron)

Das Raumfahrtunternehmen will bei seinem neuen Mittelklasse-Träger keine Risiken eingehen. Die Entwicklungskosten steigen auf 400 Millionen Dollar.

Rocket Lab [1] hat den Erstflug seiner wiederverwendbaren Neutron-Rakete [2] um mehrere Monate auf das Jahr 2026 verschoben.

Das im kalifornischen Los Angeles ansässige Unternehmen begründete die Verzögerung mit seinem Anspruch, bereits beim ersten Versuch erfolgreich eine Umlaufbahn zu erreichen. Dies berichtete [3] das Portal Space News.

Geschäftsführer Peter Beck teilte während einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen am 10. November mit, dass die erste Neutron-Rakete nun im ersten Quartal 2026 am Startplatz in Virginia positioniert werden soll. Der tatsächliche Start werde "danach" erfolgen, erklärte Beck.

Ursprünglich hatte Rocket Lab einen ersten Start noch vor Ende dieses Jahres angestrebt. Noch im Februar hatte das Unternehmen an diesem Ziel festgehalten, nachdem ein Finanzanalyst einen möglichen Aufschub bis Mitte 2027 prognostiziert hatte. Im August räumte Beck ein, dass für einen Start 2025 ein "grünes Licht" ohne jegliche Rückschläge nötig wäre.

Gründliche Tests statt Eile

Beck nannte keine spezifischen technischen Probleme als Grund für die Verschiebung. Stattdessen verwies er auf den methodischen Testansatz des Unternehmens, den er als "Rocket Lab-Prozess" bezeichnete.

"Wir haben gesehen, was passiert, wenn andere mit einem unerprobten Produkt zum Startplatz eilen, und das weigern wir uns zu tun", sagte Beck. Das Unternehmen wolle nicht mit Ausreden wie "wir haben zumindest den Startplatz verlassen" einen Erfolg vortäuschen.

Der Geschäftsführer erklärte, dass sich das Unternehmen derzeit in einer "intensiven" Testphase befinde, in der erstmals alle Komponenten der Rakete zusammengebaut würden. "Das ist die Zeit, in der man am Boden herausfindet, was richtig und was falsch gemacht wurde, anstatt das beim ersten Start zu erfahren", so Beck.

Die Tests umfassen sowohl die Archimedes-Triebwerke als auch die charakteristische "Hungry Hippo"-Nutzlastverkleidung der Neutron, die zur Wiederverwendung an der Rakete befestigt bleibt.

Steigende Entwicklungskosten

Die Verzögerung führt zu höheren Entwicklungskosten. Finanzvorstand Adam Spice gab bekannt, dass Rocket Lab bis Ende 2025 insgesamt 360 Millionen Dollar für die Neutron-Entwicklung ausgegeben haben wird. Dies übertrifft die ursprünglichen Schätzungen von 250 bis 300 Millionen Dollar deutlich. Die Gesamtkosten dürften bei etwa 400 US-Millionen Dollar liegen.

Die vierteljährlichen Personalkosten für das Neutron-Projekt belaufen sich laut Spice auf 15 Millionen Dollar. Die Ausgaben sollen im vierten Quartal dieses Jahres ihren Höhepunkt erreichen.

Starke Quartalszahlen und Kapitalzufluss

Trotz der Verzögerung reagierten Investoren positiv auf die Nachrichten. Die Rocket Lab-Aktie stieg im Zuge der Ankündigung im nachbörslichen Handel um mehr als acht Prozent. Grund waren die starken Quartalsergebnisse mit einem Rekordumsatz von 155 Millionen Dollar im dritten Quartal.

Das Unternehmen nutzte den Kursanstieg für eine Kapitalerhöhung und sammelte im dritten Quartal 468,8 Millionen Dollar ein. Rocket Lab verfügt nun über etwas mehr als eine Milliarde Dollar an liquiden Mitteln.

Geplante Übernahme und Expansionspläne

Ein Teil der Mittel soll für die geplante Übernahme des deutschen Unternehmens Mynaric verwendet werden, das optische Kommunikationsterminals herstellt. Der im März angekündigte Deal steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die deutsche Regierung.

Beck zeigte sich zuversichtlich, dass die Übernahme voranschreiten werde. Mynaric habe im August eine Finanzrestrukturierung abgeschlossen, die "ein entscheidender Moment im Übernahmeprozess" gewesen sei.

Das Unternehmen prüft laut Beck weitere Übernahmen, die von spezialisierten Nischenfirmen bis hin zu größeren strategischen Deals reichen könnten. "Wir suchen immer nach großen, richtungsweisenden Sachen", erklärte er.

Vorsichtiger Ansatz bei der Landung

Die Neutron-Rakete soll eine Nutzlastkapazität von 13 Tonnen in den niedrigen Erdorbit [4] haben, wenn sie im wiederverwendbaren Modus betrieben wird. Der erste Flug wird als Demonstrationsmission ohne Kundennutzlasten durchgeführt.

Das Unternehmen plant, bereits beim zweiten Flug eine Landung der ersten Stufe zu versuchen. Dafür entwickelt das Unternehmen ein Drohnenschiff namens "Return on Investment". Zahlende Kunden sollen ab dem zweiten Start befördert werden. Beck betonte, dass ein erfolgreicher Start zu jedem Zeitpunkt im Jahr 2026 einen guten Beginn für die Neutron-Ära darstellen würde, angesichts der Schwierigkeiten bei der Entwicklung großer neuer Raketen.

Rocket Lab wurde im Juni 2006 von Peter Beck in Auckland gegründet und zählt heute zu den wenigen global relevanten privaten Raumfahrtunternehmen.

Ursprünglich mit dem Ziel gestartet, kostengünstige Raketen für Kleinsatelliten zu entwickeln, verlegte das Unternehmen 2013 seinen Hauptsitz von Neuseeland nach Kalifornien und betreibt heute unter anderem moderne Produktions- und Startanlagen in den USA sowie einen Startplatz auf der Māhia-Halbinsel in Neuseeland. Der Start der Neutron-Rakete dürfte der wichtigste Bewährungstest für das kommerzielle Portfolio des Unternehmens sein.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11074595

Links in diesem Artikel:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Rocket_Lab
[2] https://www.heise.de/tp/article/SpaceX-Starship-scheitert-erneut-Hat-das-Konzept-noch-eine-Zukunft-10418299.html
[3] https://spacenews.com/rocket-lab-delays-first-neutron-launch-to-2026/
[4] https://www.heise.de/tp/article/Asteroid-2024-YR4-Wegschieben-rammen-oder-sprengen-10750688.html

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  • 16. November 2025 um 16:00

HyPowerDrive: Warum Bund und Bayern BMW massiv fördern

Von Matthias Lindner

Matthias Lindner

Black BMW X5, SUV parkt in der Stadt

Den BMW X5 soll es künftig auch mit einem Brennstoffzellen-Antrieb geben.

(Bild: Everyonephoto Studio / Shutterstock.com)

BMW entwickelt einen Brennstoffzellen-Antrieb für den X5. Doch die Zahl der Wasserstofftankstellen in Deutschland sinkt weiter.

Der Autobauer BMW bekommt für sein Wasserstoff-Projekt "HyPowerDrive" eine staatliche Förderung in Höhe von rund 273 Millionen Euro. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder übergaben kürzlich den Förderbescheid in Berlin.

Der Bund steuert [1] etwa 191 Millionen Euro bei, Bayern rund 82 Millionen Euro. Ziel ist die Entwicklung eines Brennstoffzellen-Elektroantriebsstrangs für Pkw. Ab 2028 sollen die ersten Fahrzeuge auf den Markt kommen.

X5 mit fünf Antriebsoptionen geplant

BMW plant [2], den kommenden X5 mit fünf verschiedenen Antriebsarten anzubieten. Neben Benzin, Diesel, Plug-in-Hybrid und reinem Elektroantrieb soll ab 2028 auch eine Wasserstoff-Brennstoffzelle verfügbar sein.

Das Projekt ist Teil [3] der europäischen Initiative "Important Project of Common European Interest Wasserstoff", die bereits 2021 gestartet wurde. Die beihilferechtliche Genehmigung durch die EU-Kommission erfolgte im Mai 2024.

BMW-Entwicklungsvorstand Joachim Post betonte: "Nur Innovationen schaffen Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft – nicht Verbote." Die Münchner setzen damit auf Technologievielfalt. Anders als bei der auf 100 Exemplare begrenzten Kleinserie des iX5 Hydrogen soll es sich künftig um eine Serienproduktion im großen Maßstab handeln.

Die Entwicklung läuft in Kooperation mit Toyota. Es handelt sich um die dritte Generation des Brennstoffzellen-Antriebs bei BMW. Die Komponenten werden in München, Landshut und im österreichischen Steyr gefertigt. Der X5 selbst wird im US-Werk Spartanburg gebaut.

Politische Motive hinter der Förderung

Bundesverkehrsminister Schnieder bezeichnete Wasserstoff [4]als zentralen Baustein für die Klimaziele im Verkehr. "Mit HyPowerDrive stärkt BMW die technologische Vielfalt und Wettbewerbsfähigkeit des Automobilstandorts Deutschland", so der CDU-Politiker. Das Projekt stehe für einen technologieoffenen Ansatz.

Söder ergänzte: "Wir dürfen das Auto nicht aufgeben und der Konkurrenz wie China überlassen." Der CSU-Politiker sprach sich erneut gegen ein striktes Verbot neuer Verbrenner in der EU ab 2035 aus. Man brauche "Hightech-Verbrenner, aber auch Elektro und Technologien wie Wasserstoff". Laut Söder können durch das Projekt insgesamt 2.500 Arbeitsplätze entstehen.

Hintergrund ist die Sorge vor Massenentlassungen in der Autobranche. Die auf den Verbrenner zugeschnittenen Zulieferstrukturen [5]sind besonders anfällig für Transformationseffekte. Die Förderung soll helfen, diese Strukturen zu erhalten.

Infrastruktur bleibt Knackpunkt

Eine zentrale Herausforderung bleibt die Infrastruktur. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger forderte [6] den Aufbau einer flächendeckenden Tankstelleninfrastruktur für Wasserstoffautos. Doch die Realität sieht anders aus: Die Zahl der Wasserstofftankstellen in Deutschland ist zuletzt rückläufig, wie Daten des Betreibers H2.live [7] zeigen.

BMW ist derzeit der einzige deutsche Hersteller, der aktiv auf Wasserstofftechnologie [8]im Pkw setzt. Toyota und Hyundai bieten bereits einzelne Modelle mit Brennstoffzellen-Antrieb an. Insgesamt spielt diese Technologie in der Autoindustrie aber nur eine geringe Rolle.

Das Bundesverkehrsministerium fördert im Rahmen des IPCEI auch weitere Wasserstoff-Projekte. Dazu gehören das Projekt Pegasus von Daimler Truck für Brennstoffzellen-Lkw sowie NextGen HD Stack von EKPO Fuel Cell Technologies für Brennstoffzellenmodule.

Kritische Stimmen zum Wasserstoff-Pkw

Experten stellen den Nutzen von Wasserstoff im Pkw für die Klimaziele immer wieder infrage. Die Effizienz des Gesamtsystems liegt deutlich unter der von batterie-elektrischen Fahrzeugen [9]. Auch die Herstellung von grünem Wasserstoff [10] ist aufwendig und teuer.

Ob sich Wasserstoff im Pkw-Bereich durchsetzen kann, bleibt offen. BMW setzt mit seiner Strategie auf mehrere Pferde gleichzeitig. Der X5 soll zeigen, ob es für diese Technologie einen Markt gibt. Informationen zu erwarteten Stückzahlen oder konkreten Zielmärkten gibt es bislang nicht.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2025/059-schnieder-bund-und-bayern-foerdern-ipcei-wasserstoff-projekt-bmw-ag.html
[2] https://www.press.bmwgroup.com/deutschland/article/detail/T0453948DE/naechster-meilenstein-fuer-die-mobilitaet-der-zukunft:-bmw-group-erhaelt-foerderung-fuer-brennstoffzellentechnologie
[3] https://www.electrive.net/2025/11/14/bund-und-bayern-foerdern-bmws-wasserstoff-projekt-mit-273-millionen-euro/
[4] https://www.heise.de/tp/article/Europa-verliert-sich-in-Detailregeln-beim-Wasserstoff-10633390.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/Nexperia-Krise-Produktion-wird-zwischen-Europa-und-Asien-neu-verteilt-11068863.html
[6] https://www.fnp.de/wirtschaft/273-millionen-euro-fuer-bmw-wasserstoff-autos-kommen-2028-das-ist-der-plan-zr-94037952.html
[7] https://www.energie-und-management.de/nachrichten/detail/wasserstofftankstellen-in-deutschland-2025-323097
[8] https://www.heise.de/tp/article/Wasserstoff-Revolution-Neue-Wunderfluessigkeit-macht-Transport-einfach-10495733.html
[9] https://www.heise.de/tp/article/250-TWh-Die-Energieluecke-der-europaeischen-E-Mobilitaet-10655901.html
[10] https://www.heise.de/tp/article/Wasserstoff-Produktion-in-Deutschland-Reicht-unser-Wasser-fuer-die-Energiewende-10573785.html

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  • 16. November 2025 um 14:45

Gasausstieg: Deutschland plant das Ende der Anschlusspflicht

Von Christoph Jehle

Christoph Jehle

Gashahn mit Pfeil auf Schließen

Die Gasversorger dürfen künftig Kunden vom Netz nehmen – auch ohne deren Zustimmung. Doch wer zahlt die Stilllegung?

Obwohl die Politik gerne von einer Transformation des Erdgasnetzes in ein Wasserstoffnetz [1]spricht und auch Fachleute immer wieder eine molekulare Energiewende [2] beschwören, um große Teile der Energieinfrastruktur in Betrieb halten zu können, wird jetzt am geordneten Ausstieg aus fossilem Erdgas gearbeitet, denn noch ist vollkommen unklar, wo der benötigte grüne Wasserstoff [3]oder das Biomethan herkommen sollen und wer für die Kosten aufkommen soll.

Die Zeiten, als Kohle, Gas und Mineralöl preisgünstiger waren als elektrische Energien, gehen ihrem Ende entgegen, weil künftige molekulare Energieträger auf dem Umweg über Strom gewonnen werden müssen, wenn Deutschland bis 2045 klimaneutral werden will.

Zumindest im Neubau zeigt der Trend auch schon in diese Richtung, denn mittlerweile ist die Wärmepumpe die häufigste Heizart im Neubau und auf Platz zwei folgt die Fernwärme.

Auch wenn die CO2-Abgabe [4] in den Bereichen Bauen und Verkehr jetzt für ein weiteres Jahr nicht dem Markt überlassen werden soll, wird sie nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Die meisten Verbraucher scheinen bislang noch zu hoffen, dass die Bundesregierung diesen Kelch an ihnen vorüberziehen lässt.

In einem ersten Schritt soll die Anschlusspflicht für Erdgas [5]entfallen. Nach aktuellem Recht sind die Gasversorgungsunternehmen verpflichtet, Verbraucher mir Erdgas zu versorgen, falls sie dies wünschen. Diese Verpflichtung kollidiert jedoch sowohl mit den politischen Klimazielen als auch mit der erwarteten Preisentwicklung der nächsten Jahre bei den europäischen Emissionszertifikaten.

Der VKU fordert klare Regeln für den Gasausstieg

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), in welchem die meisten Gasverteilunternehmen organisiert sind, hat jetzt festgestellt, dass seine Mitglieder jetzt prüfen [6] müssen, welche Stränge ihres bestehenden Gasnetzes auf grüne Gase umgerüstet werden und welche stillgelegt sollen, wenn Deutschland klimaneutral mit Fernwärme, Wärmepumpen oder grünen Gasen statt Öl und Erdgas heizen will.

Der VKU [7]meldete [8]im Oktober 2025 [9]:

"Doch für 46 Prozent der Stadtwerke und kommunale Energieversorger steht noch nicht fest, was mit ihrem Gasnetz passiert. Mehr als jedes fünfte Stadtwerk (23 Prozent) plant eine Mischung aus Stilllegung und Umrüstung auf grüne Gase wie Wasserstoff. Das geht aus einer Branchen-Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 609 Stadtwerken und kommunalen Energieversorgern hervor."

Der VKU fordert daher von der Berliner Politik Klarheit für einen geordneten Ausstieg aus dem Erdgas, oder für die Umrüstung zu Wasserstoffverteilnetzen oder für die Nutzung mit Biomethan als auch für eine Netzstilllegung.

Nach Kenntnis des VKU [10] "haben 15 Prozent der Stadtwerke vor, ihre Stränge zum Einsatz grüner Gase für den Mittelstand umzurüsten. Nur acht Prozent der befragten Unternehmen planen, Teile der Leitungen zum Heizen für private Haushalte auf grüne Gase umzustellen."

Der Verband verweist darauf, dass Gasnetze ursprünglich für den Dauerbetrieb gebaut wurden. Für einen Ausstieg fehlen bislang die rechtlichen Grundlagen. Unklar ist oftmals auch, wer die Kosten für die Stilllegung der Gasvierteilnetze übernehmen muss. Für viele überregionale Leitungen scheint es bislang aufgrund der in Deutschland geplanten, aber von Brüssel noch nicht freigegebenen Gaskraftwerke [11]eine Art Galgenfrist zu geben, für die nicht die Energiekunden, sondern jeder Steuerzahler aufkommen muss.

Die Bundesregierung will dem Wunsch nach Klarheit jetzt nachkommen

Dies geht zumindest aus einem Referentenentwurf aus dem Wirtschaftsministerium hervor. Die Bundesregierung plant daher eine kurzfristige Änderung des Energiewirtschaftsrechts. Mit dieser Gesetzesnovellierung soll es Stadtwerken und kommunalen Unternehmen grundsätzlich ermöglicht werden, Gasnetze stillzulegen und Verbraucher somit von der Gasversorgung abzuschneiden. Damit möchte die Bundesregierung ihrer Verpflichtung nachkommen, das EU-Gaspaket von 2024, bestehend aus der Richtlinie (EU) 2024/1788 und der Verordnung (EU) 2024/1789, in deutsches Recht umzusetzen.

Energieversorger sollen dem Entwurf zufolge frühzeitig sogenannte Netzentwicklungspläne für ihre Gasnetze erarbeiten. Diese Pläne bilden dann die rechtliche Grundlage für eine Umwidmung oder die Außerbetriebnahme der Netze. Diese Pläne müssen wohl erstellt werden, sobald eine dauerhafte Verringerung der Erdgasnachfrage innerhalb der nächsten zehn Jahre zu erwarten ist.

Die Pläne müssen dann durch eine zuständige Behörde genehmigt und in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

In diesen Plänen soll dann auch stehen, ob ein bestehendes Gasnetz auf andere, unter anderem grüne Gase umgerüstet werden soll, oder ob das Netz außer Betrieb genommen werden soll. Alternativen zu Erdgas wären Wasserstoff oder Biomethan. Für Letzteres soll mit dem Gesetz eine Möglichkeit geschaffen werden, dass es künftig leichter und schneller ins bestehende Gasnetz eingespeist werden kann.

Energieversorger sollen jetzt auch das Recht bekommen, Verbraucher vom Gasnetz zu trennen, wenn sie keine weitere Verwendung für das Netz sehen. Dies soll ausdrücklich auch ohne Zustimmung des betroffenen Letztverbrauchers möglich werden. Die Verbraucher müssen allerdings lange im Voraus in mehreren Schritten über die Stilllegung und mögliche Trennung vom Gasnetz informiert werden.

Dabei müssen die Energieversorger mitteilen, warum sie den Verbraucher vom Gasnetz trennen wollen und welche Alternativen er zur Wärmeerzeugung dann noch haben wird. Außerdem muss erläutert werden, welche finanziellen Unterstützungs- und Förderungsmöglichkeiten es für die Umrüstung der Heizung der bislang mit Gas versorgten Kunden gibt.

Für die Gasversorger gibt es mit der Gesetzesnovelle offensichtlich die Erleichterung, dass die Gasnetze nicht zurückgebaut werden müssen, denn dies würde viel Zeit und Geld kosten Grundstückseigentümer sollen somit stillgelegte Leitungen auf ihrem Grundstück dulden müssen, wenn sie nicht nachweisen können, dass von diesen Leitungen eine Gefahr ausgeht.


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[1] https://www.heise.de/tp/article/Europa-verliert-sich-in-Detailregeln-beim-Wasserstoff-10633390.html
[2] https://molekuelwende-inside.de/energiewende-stromwende-molekuelwende/
[3] https://www.heise.de/tp/article/Wasserstoff-Revolution-Neue-Wunderfluessigkeit-macht-Transport-einfach-10495733.html
[4] https://www.zew.de/das-zew/aktuelles/die-meisten-sind-auf-diese-preise-nicht-vorbereitet
[5] https://www.heise.de/tp/article/US-Erdgas-fuer-Europa-Australische-Experten-warnen-vor-Abhaengigkeit-11072037.html
[6] https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-heizen-in-vielen-kommunen-ist-die-zukunft-der-gasnetze-noch-offen-100.html
[7] https://www.vku.de/presse/pressemitteilungen/vku-umfrage-zukunft-der-gasnetze-bei-46-prozent-der-stadtwerke-noch-offen/
[8] https://www.vku.de/presse/pressemitteilungen/vku-umfrage-zukunft-der-gasnetze-bei-46-prozent-der-stadtwerke-noch-offen/
[9] https://www.vku.de/presse/pressemitteilungen/vku-umfrage-zukunft-der-gasnetze-bei-46-prozent-der-stadtwerke-noch-offen/
[10] https://www.vku.de/presse/pressemitteilungen/vku-umfrage-zukunft-der-gasnetze-bei-46-prozent-der-stadtwerke-noch-offen/
[11] https://www.heise.de/tp/article/Gaskraftwerke-Teuer-umstritten-und-politisch-riskant-10752277.html

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  • 16. November 2025 um 14:00

Sam Altman: ChatGPT macht weniger Gedankenstriche

Von Heise

(Bild: Tada Images / Shutterstock.com; Bearbeitung: heise medien)

In einem Post bei X erklärt der OpenAI-Chef, dass man ein leidiges Problem mit den überlangen Querstrichen in den Griff bekommen hat.

In den letzten Monaten waren in KI-generierten Texten, wie Schulaufsätzen, E-Mails, Kundenservice-Chats, Werbetexten oder Online-Posts, vermehrt Gedankenstriche aufgetaucht. Diese sind im englischen Sprachraum eher unüblich und ließen erkennen [1], dass die Texte von der KI geschrieben wurden. Das wiederum war den vermeintlichen Autoren oft gar nicht recht und vielleicht auch peinlich.

Offenbar kamen Chatbots nicht um die häufige Verwendung der Gedankenstriche herum, selbst wenn man es ihnen im Prompt angewiesen hatte. Das Problem [2] war OpenAI zwar bekannt, aber unverständlich, und sie konnten es bisher nicht lösen. Nun hat der OpenAI-CEO Sam Altman in einem Beitrag auf der Platform X [3] gemeldet, dass man der Lösung näher gekommen sei. Er schreibt: "Wenn man ChatGPT in benutzerdefinierten Anweisungen vorgibt, keine Gedankenstriche zu verwenden, funktioniert es endlich wie gewünscht."

Das Unternehmen bestätigt dies auch in einem Beitrag auf Threads [4]: "Es ist wahr, ChatGPT ist nun besser darin, Gedankenstriche nicht zu nutzen – sofern Du es in den benutzerspezifischen Anweisungen explizit vorgibst." Der Gedankenstrich wird so nicht standardmäßig vollständig aus der Ausgabe entfernt, man hat aber zumindest mehr Kontrolle über seine Häufigkeit. Dann folgt ein witziger Screenshot, in dem gezeigt wird, wie ChatGPT 5 zu einer Entschuldigung gezwungen wird. Die fällt allerdings recht ambivalent aus. "Der Gedankenstrich kann immer noch sehr elegant sein. Geschmackvoll. Gelegentlich. In speziellen Fällen."


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.rollingstone.com/culture/culture-features/chatgpt-hypen-em-dash-ai-writing-1235314945/
[2] https://community.openai.com/t/prevent-chatgpt-from-using-dashes-and-indented-bullet-points/1232370
[3] https://x.com/sama/status/1989193813043069219?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1989193813043069219%7Ctwgr%5E2260ddaefc06eecfd30d696be3c6f818b1be996e%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Ftechcrunch.com%2F2025%2F11%2F14%2Fopenai-says-its-fixed-chatgpts-em-dash-problem%2F
[4] https://www.threads.com/@chatgpt/post/DRC0CsJicjs
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:jes@ct.de

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  • 16. November 2025 um 15:16

FTTR-to-WiFi-7-System: Huawei Konkurrenz zur Fritzbox verfügbar

Von Achim Sawall
Ein Großhändler verkauft das Huawei FTTR-to-WiFi-7-System mit dem Router Optixstar F50 auch in Deutschland. In Kürze kommt es auch für alle in den Onlinehandel.
Das FTTR-to-WiFi-7-System von Huawei (Bild: Huawei)
Das FTTR-to-WiFi-7-System von Huawei Bild: Huawei

Huaweis FTTR-to-WiFi-7-System ist in Deutschland erhältlich. Das gab der Schweizer Großhändler Also Group bekannt . Angaben zum Preis sind nur für registrierte Unternehmenskunden verfügbar. Der Tech-Journalist Harald Karcher, der das Huaweis FTTR-to-WiFi-7-System bereits testen durfte, erklärte unter Berufung auf Huawei, es werde nur noch Tage dauern, bis die Produkte im Onlinehandel auftauchen.

Die Also Group bietet den Modemrouter Optixstar F50, mehrere Sub-FTTR-Access Points, einen FTTR-Splitter und selbstklebende transparente Single-Mode-Glasfaser-Kabel. Der F50 ist das Hauptgerät, von dem aus Glasfaserkabel in jeden Raum verlegt werden können.

Huawei bietet seine transparente, biegsame Klebeglasfaser zusammen mit einem Fiber-to-the-Room-Paket bereits über einen anderen Partner an: Auf der Branchenmesse Anga Com wurde am 3. Juni 2025 der Vertriebspartner Carrierwerke bekannt gegeben. Der erste Anbieter ist der Netzbetreiber Glasfaser Direkt. Man hoffe, dass das Fiber-to-the-Room-Paket in den nächsten zwei Jahren auch direkt bei Media Markt und Saturn verfügbar sei, sagte ein Vertreter von Carrierwerke auf der Anga Com zu Golem.

F50 unterstützt bis zu 256 Geräte

Der F50 unterstützt bis zu 256 Geräte gleichzeitig und bietet 2,5GE- oder 10GE-Netzwerkanschlüsse auf der Nutzerseite, um 10 GBit/s in einem Raum zu realisieren, vorausgesetzt diese Datenrate ist auch von außen verfügbar.

Der F50 virtualisiert laut Huawei das gesamte Wi-Fi-Netzwerk in einen sogenannten Super-Wi-Fi-Hotspot, was die Roaming-Handover-Latenzzeit auf 10 ms verkürzen soll.

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  • 16. November 2025 um 16:13

Nvidia bietet keine Ersatzteile: 10.000-Dollar-Grafikkarte nach Transport irreparabel

Von Andreas Donath
Trotz modularen Aufbaus ist eine beschädigte RTX Pro 6000 nicht reparierbar und damit wertlos – Nvidia bietet kein Ersatzteil an.
RTX Pro 6000 mit abgebrochenem PCIe-Stecker (Bild: Youtube/NorthridgeFix)
RTX Pro 6000 mit abgebrochenem PCIe-Stecker Bild: Youtube/NorthridgeFix

Eine Workstation-Grafikkarte im Wert von 10.000 Dollar ist nach einem Transportschaden funktionsunfähig und nicht zu retten. Die Nvidia RTX Pro 6000 eines Content Creators brach unter ihrem eigenen Gewicht ab, als der Besitzer seinen Rechner transportierte, ohne die schwere Karte auszubauen, wie das Blog WCCF-Tech berichtet .

Der Reparaturdienstleister Northridge Fix aus Los Angeles dokumentierte den Fall in einem Youtube-Video : Der PCIe-Steckverbinder ist mittig sauber durchgebrochen. Ursache waren das erhebliche Eigengewicht der Karte und die Bewegungen während des Transports des Rechners, in dem sie steckte.

Modulbauweise ohne Ersatzteilservice

Paradox: Die RTX Pro 6000 verfügt über ein modulares Design. GPU-Chip, Speicher und Stromversorgung sitzen auf einer Platine, die PCIe-Schnittstelle auf einer separaten. Eigentlich wäre ein simpler Austausch des defekten Moduls möglich.

Doch Nvidia liefert keine Ersatzteile für diese Profi-Grafikkarten. Reparaturtechniker stehen damit machtlos da, trotz einer eigentlich reparaturfreundlicher Konstruktion. Ein ähnlicher Fall mit einer RTX 5090 Founders Edition wurde erst gelöst, nachdem das Problem online Aufmerksamkeit erhielt und Nvidia eine Austauschkarte bereitstellte.

Schwere Karten vor dem Transport ausbauen

Northridge Fix warnt: PCIe-Anschlussbrüche häufen sich bei Nvidias aktuellen Oberklasse-Geräten. Die 10.000-Dollar-Karte bleibt funktionslos, doch vielleicht gewährt der Hersteller auch hier Kulanz.

Ansonsten gilt, dass schwere Grafikkarten vor dem Transport des Rechners unbedingt ausgebaut werden müssen. Wer das nicht selbst bewerkstelligen kann, muss wohl Fachleute damit beauftragen.

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  • 16. November 2025 um 15:00

Schwarz Digits: Erster Spatenstich für Rechenzentrum in Lübbenau

Von Achim Sawall
Künftig verfügt Lübbenau neben Gurken, Kähnen und Trachten auch über eine Anschlussleistung von 200 Megawatt. Schwarz Digits beginnt dort offiziell den Bau eines Rechenzentrums.
Lübbenau im Spreewald im Dezember 2023 (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Lübbenau im Spreewald im Dezember 2023 Bild: Achim Sawall/Golem.de

Am 17. November 2025 beginnt mit dem symbolischen ersten Spatenstich offziell der Bau eines Rechenzentrums in der Spreewaldstadt Lübbenau. Das gab die Schwarz-Gruppe bekannt.

Ausschlaggebend für die Standortwahl seien die gute Versorgung mit grünem Strom, ausreichend verfügbare Flächen für weiteres Wachstum, der Zugang zu qualifiziertem Personal und eine starke infrastrukturelle Anbindung. Das Rechenzentrum entsteht zudem weit abseits der tourischen Attraktionen.

Alle Rechenzentren der Schwarz-Gruppe befinden sich in Deutschland und Österreich: in Deutschland im baden-württembergischen Neckarsulm (DC01), in Ellhofen (Stackit DC08) und künftig in Lübbenau sowie im österreichischen Ostermiething das DC 10. Die Cloud ist auch für andere Unternehmen zugänglich .

Stackit ist der Cloud- und Colocation-Anbieter von Schwarz Digits, der IT-Sparte der Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören.

Rechenzentrum mit einer Höhe von 33 Metern

Das neue Rechenzentrum in Lübbenau am Spreewalddreieck auf einem früheren Kraftwerksgelände wird eine Höhe von 33 Metern und eine elektrische Anschlussleistung von 200 Megawatt haben. Es entsteht auf 13 Hektar Fläche direkt neben einem Kaufland-Lager. Die Bauweise in sechs einzelnen Modulen soll eine hohe Ausfallsicherheit des Standortes garantieren.

Erste Kapazitäten will der Handelskonzern bereits in der zweiten Jahreshälfte 2027 bereitstellen. Die Abwärme will man der Touristenstadt Lübbenau und ihren knapp 16.000 Einwohnern zur Verfügung stellen. Jährlich besuchen etwa 9,2 Millionen Tagesgäste den Spreewald.

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  • 16. November 2025 um 14:30

Rätsel gelöst: Perus 5.200 Löcher waren ein antikes Buchhaltungssystem

Von Marcel Kunzmann

Marcel Kunzmann

Karge Landschaft mit Löchern in Schwarz-Weiss

Historische Luftaufnahme des Geländes aus dem Jahr 1933

(Bild: Uni Cambridge)

Tausende gleichmäßig angeordnete Löcher in den peruanischen Anden gaben Rätsel. Neue Forschungen zeigen: Sie waren Teil eines ausgeklügelten Wirtschaftssystems.

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Dr. Jacob L. Bongers von der University of Sydney hat das jahrhundertealte Geheimnis des "Bandes der Löcher [1]" in Peru gelöst. Die etwa 5.200 kreisförmigen Löcher auf dem Monte Sierpe im Pisco-Tal dienten demnach als monumentales Buchhaltungs- und Handelszentrum, das Jahrhunderte vor der Ankunft der Europäer entstand.

Die Löcher, die sich über fast 1,5 Kilometer durch die kargen Hügel ziehen, wurden zwischen 1000 und 1400 nach Christus vom Chincha-Königreich als Tauschmarktplatz angelegt und später vom Inka-Reich als Tributsammelstelle genutzt, wie die Forscher in der Fachzeitschrift Antiquity berichten [2].

Drohnentechnologie enthüllt mathematische Muster

Erst moderne Drohnentechnik ermöglichte es, die komplette Struktur der Anlage zu erfassen. "Bis zur Drohnentechnologie war die Stätte Monte Sierpe an der Oberfläche extrem schwer zu kartieren", erklärte [3] Co-Autor Professor Charles Stanish von der University of South Florida. "Sobald wir präzise Aufnahmen aus geringer Höhe hatten, wurde sofort klar, dass diese Stätte von enormer Wichtigkeit war."

Die Luftaufnahmen offenbarten mathematische Muster in der Anordnung der Löcher. In mehreren Abschnitten erscheinen die Gruben in wiederholten numerischen Gruppierungen – hauptsächlich Sequenzen von Siebener- und Achtergruppen. Jedes Loch misst zwischen einem und zwei Metern im Durchmesser und bis zu einem Meter in der Tiefe.

Das Team sammelte 21 Sedimentproben aus verschiedenen Löchern und analysierte sie auf mikroskopische Pollen, Stärkekörner und Pflanzenfossilien. Die Ergebnisse zeigten Spuren von Mais, Kürbis und Binsen - Pflanzen, die üblicherweise mit Handelsgütern, Korbflechterei und Transport in Verbindung stehen.

Vom Tauschmarkt zur Inka-Verwaltung

Die strategische Lage von Monte Sierpe nahe einer Kreuzung alter Handelsrouten und zwischen den Inka-Verwaltungszentren Tambo Colorado und Lima La Vieja machte es zu einem idealen Ort für den Handel. Das Chincha-Königreich bestand laut historischen Aufzeichnungen aus Wirtschaftsspezialisten: mindestens 10.000 Fischer, 10.000 Bauern und 6.000 Handwerker und Händler lebten in verschiedenen Teilen des Chincha-Tals.

"Diese Daten stützen die Hypothese, dass örtliche Gruppen in vorhispanischer Zeit die Löcher regelmäßig mit Pflanzenmaterial auskleideten und Waren hineinlegten, wobei sie geflochtene Körbe und Bündel für den Transport verwendeten", sagte Bongers.

Nach der Eroberung des Chincha-Königreichs durch die Inka im 15. Jahrhundert änderte sich die Funktion von Monte Sierpe offenbar. Die segmentierte Anordnung - Blöcke von Löchern, die durch offene Räume getrennt sind - ähnelt der Struktur von Inka-Quipus [4], den geknoteten Schnüren zur Aufzeichnung von Zensusinformationen, Tributen und Inventaren.

Ein solches Quipu, das in der Nähe von Pisco gefunden wurde und sich heute im Berliner Ethnologischen Museum befindet, weist ein nahezu identisches Muster gruppierter numerischer Sequenzen auf wie das in Monte Sierpe beobachtete.

Widerlegung von Alien-Theorien

Wie die nahegelegenen Nazca-Linien war Monte Sierpe jahrzehntelang Ziel von Spekulationen über außerirdische Besucher. Anhänger von "Ancient Astronaut"-Theorien behaupteten, die Tausenden von Löchern seien Landeplätze für Aliens oder Überreste außerirdischen Bergbaus gewesen.

"Die Stätte war schon immer sehr prominent in der Pseudo-Archäologie-Welt mit wilden Spekulationen und Fehldarstellungen der Daten vor Ort", sagte Stanish. "Einer der Vorteile wissenschaftlicher Arbeit ist die Widerlegung unbegründeter Behauptungen, die in vielerlei Hinsicht indigene Völker ihres rechtmäßigen Besitzes ihrer Vergangenheit berauben."

Die Entdeckung zeigt, dass Monte Sierpe Teil eines einheimischen andinen Informationssystems war und unterstreicht die Raffinesse indigenen Wissens lange vor dem europäischen Kontakt.

Bedeutung für die Archäologie

Die Forschung erweitert das Verständnis präkolumbischer Wirtschaftssysteme erheblich. Indigene Gesellschaften wie die Chincha und Inka entwickelten ausgeklügelte Systeme der Zahlenkunde, Logistik und Aufzeichnung, um komplexe regionale Handelsnetzwerke zu verwalten - und das ohne geschriebenes Alphabet.

"Diese Studie trägt eine wichtige andine Fallstudie dazu bei, wie vergangene Gemeinschaften Landschaften veränderten, um Menschen zusammenzubringen und Interaktion zu fördern", erklärte Bongers. "Unsere Erkenntnisse erweitern unser Verständnis von Tauschmarktplätzen und den Ursprüngen und der Vielfalt indigener Buchhaltungspraktiken innerhalb und außerhalb der alten Anden."

Stanish kündigte weitere Forschungen an: "Jetzt, da wir festgestellt haben, dass diese Stätte zur Lagerung und Umverteilung diente, wird unser Team zusätzliche Arbeiten durchführen, um die Bandbreite und Herkunft der verschiedenen Pflanzen zu bestimmen, insbesondere der medizinischen."


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Links in diesem Artikel:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Band_der_L%C3%B6cher
[2] https://www.cambridge.org/core/journals/antiquity/article/indigenous-accounting-and-exchange-at-monte-sierpe-band-of-holes-in-the-pisco-valley-peru/41D83389D230D99CFF18194CF274A9A3
[3] https://www.livescience.com/archaeology/scientists-may-finally-have-an-explanation-for-the-centuries-old-5-200-mystery-holes-in-the-peruvian-andes
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Quipu

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  • 16. November 2025 um 08:00

Anzeige: Neue Top-Jobs in Security, Cloud, DevSecOps & Systembetrieb

Von Golem Karrierewelt
IT-Sicherheit, Prozesskoordination, Cloud-Betrieb und Softwareentwicklung: Diese Positionen bieten Verantwortung in stark regulierten oder hochspezialisierten Umgebungen.
Bild: Golem.de

In IT-Teams mit Fokus auf Sicherheit, Automatisierung und Infrastruktur gewinnen Themen wie DevSecOps, Cloudbasierung und Incident Response weiter an Bedeutung. Gleichzeitig wächst der Bedarf an spezialisierten Fachkräften im Schnittfeld von Entwicklung, Betrieb und Governance.

Im Golem Jobmarkt finden sich aktuelle Positionen in Forschungseinrichtungen, öffentlichen Institutionen und technologieorientierten Unternehmen.

Sechs neue IT-Positionen im Überblick

Folgend findest du eine Auswahl an aktuellen Top-Positionen:

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  • Software Developer (w/m/d) React / ProseMirror : Die semantics Kommunikationsmanagement GmbH in Aachen entwickelt moderne Redaktionswerkzeuge für die automatisierte Massenkommunikation. Gesucht wird Erfahrung mit React und strukturierten Editoren wie ProseMirror oder Remirror.
  • IT-Experte / Systemadministrator (m/w/d) : Das Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried vergibt eine Position mit Fokus auf Storage- und HPC-Infrastruktur – ideal für Linux-Spezialist*innen mit Erfahrung in wissenschaftlichen Umgebungen.
  • DevSecOps Entwickler*in im SOC (m/w/div) : Die Deutsche Rentenversicherung Bund bietet eine Position im Security Operations Center – gesucht wird Entwicklungserfahrung mit Fokus auf Automatisierung, Monitoring und Systemintegration.

IT-Profis finden im Golem Jobmarkt eine spezialisierte Suchumgebung für IT-Fachkräfte – mit modernen Funktionen wie einem KI-gestützten Lebenslaufgenerator, einem Tool zur automatisierten Erstellung von Anschreiben sowie einem persönlichen Job-Alarm. Stellenausschreibungen lassen sich durch intelligente Filter nach Positionen im öffentlichen Sektor, Remote-Anteil, Fachgebiet oder Branche gezielt eingrenzen.

Bei Fragen zur Nutzung des Jobmarkts oder zu den Angeboten der Golem Karrierewelt steht dir das Team werktags zwischen 8 und 18 Uhr zur Verfügung – telefonisch, per E-Mail oder direkt über unseren KI-Chatbot Klara. Alle Informationen, Tools und Weiterbildungen sind zentral über die Golem Karrierewelt erreichbar.

Weiterbildung gefällig? In der Trainingssuche der Golem Karrierewelt findest du Onlineworkshops, E-Learnings und weitere Bildungsangebote zu sämtlichen aktuellen IT-Themen wie Security, künstliche Intelligenz oder Cloud.

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  • 16. November 2025 um 07:07

Störungsmeldung vom 15.11.2025 21:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
15.11.2025 21:00
Region
Bremen (0421)
Provider
T-Online
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  • 15. November 2025 um 21:00

Cyberangriff: Bundestagspolizei warnt Fraktionen vor gefährlichen USB-Sticks

Von Heise

(Bild: In Green/Shutterstock.com)

In vielen Abgeordnetenbüros sind Postsendungen auf Englisch mit einem USB-Stick eingegangen. Die Polizei mahnt, solche Geräte nicht an Computer anzuschließen.

Der Bundestag sieht sich erneut mit einem sicherheitsrelevanten Vorfall konfrontiert: Im Laufe der Woche gingen bei Abgeordnetenbüros mehrerer Fraktionen Postsendungen mit einem englischsprachigen Anschreiben und einem USB-Stick ein. Die Bundestagspolizei reagierte umgehend und warnte die Parlamentsfraktionen nachdrücklich davor, diese Geräte an Computer anzuschließen. Dies geht aus einer internen Mail der CDU-Geschäftsführung hervor, über den die Welt berichtet. Andere Fraktionen haben den Erhalt solcher Datenträger ebenfalls bestätigt.

Die Polizei bat der Meldung zufolge [1] um die Übersendung der Sticks in einem "gesonderten Umschlag". Ein Sprecher der CDU-Fraktion erklärte gegenüber der Welt, es sei nicht bekannt, dass Volksvertreter oder Mitarbeiter aus den eigenen Reihen den Datenträger in ihre Rechner gesteckt hätten. Die Rückmeldung sei vielmehr, "dass er entsprechend der Anweisung vernichtet oder eben übersendet wurde." Auch die AfD-Fraktion meldete, dass "mehrere Abgeordnete der AfD-Fraktion einen Brief mit einem entsprechenden USB-Stick erhalten" hätten und diese in den "bekannten Fällen" der Bundestagspolizei übergeben worden seien.

Während die genauen Inhalte der aktuellen Päckchen zunächst unklar blieben und die Bundestagsverwaltung sich bislang nicht dazu äußerte, scheint die Fraktion Die Linke nach Angaben ihrer Parlamentarischen Geschäftsführerin, Ina Latendorf, bisher verschont geblieben zu sein. Zumindest lagen in ihrem Büro bis Freitagnachmittag keine Hinweise darauf vor, dass die Fraktion betroffen wäre. Auch von den Grünen gab es vorerst Entwarnung.

Erinnerungen an den "Bundestagshack"

Unabhängig davon signalisiert die Vorsichtsmaßnahme der Bundestagspolizei und die sofortige Sensibilisierung der Parlamentarier die gesteigerte Aufmerksamkeit und die Lehren, die aus der Vergangenheit gezogen wurden [2]. Social Engineering und Phishing-Versuche, bei denen physische Medien wie USB-Sticks als Einfallstor für Schadsoftware dienen können, gelten als klassische IT-Angriffsarten.

Der Vorgang erinnert an frühere, schwerwiegende Cyberattacken, die das deutsche Parlament und hochrangige Politiker trafen und die anhaltende Bedrohung durch staatlich gesteuerte oder kriminelle Akteure verdeutlichen. Der wohl bekannteste Angriff war der sogenannte Bundestagshack von 2015 [3], bei dem mutmaßlich russische Cybergangster der Gruppe APT28 ("Fancy Bear") über 16 Gigabyte an Daten inklusive E-Mails von Abgeordneten entwendeten und die IT-Systeme des Bundestags massiv kompromittierten. Sogar das Abgeordnetenbüro der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war betroffen.

Ein weiterer, symbolträchtiger Vorfall war die Cyberattacke auf Merkels Handy 2013 [4], die die Verwundbarkeit selbst der höchsten politischen Ebenen aufzeigte. Solche Vorkommnisse zeigten, dass der Bundestag weiterhin ein "begehrtes Ziel" für Angriffe bleibe, wie es die Sicherheitsbeauftragte der SPD-Fraktion, Marja-Lisa Völlers, indirekt zum Ausdruck brachte. Sie teilte der Welt mit: "Sicherlich besorgt uns der Vorgang, alle Abgeordneten sowie Mitarbeitenden der Fraktion wurden informiert sowie sensibilisiert. Alles Weitere werden die Ermittlungen zeigen, die durch die Bundestagsverwaltung eingeleitet wurden." Völlers ließ offen, ob Sozialdemokraten diesmal betroffen waren.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.welt.de/politik/deutschland/article69175ab358d2cfb625f5c624/sicherheitsvorfall-usb-sticks-an-bundestagsabgeordnete-gesendet-polizei-schickt-warnung-an-fraktionsbueros.html
[2] https://www.heise.de/news/IT-Sicherheit-Bundestag-testet-heimlich-Phishing-Resilienz-von-Abgeordneten-9995453.html
[3] https://www.heise.de/thema/Bundestags_Hack
[4] https://www.heise.de/news/Geheimakte-BND-NSA-Das-Merkel-Handy-als-Katalysator-3642584.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:nen@heise.de

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