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Arbeitslos wegen KI: Laut einer Studie holen Unternehmen ihre Mitarbeiter zurück

Von Heise
Entlassener Angestellter mit Habseligkeiten in Papierbox

(Bild: Andrey_Popov/Shutterstock.com)

Studien zeigen: Bisher können KI-Modelle menschliche Mitarbeiter nicht ersetzen. Wer entlassen wird, könnte deshalb bald wieder am selben Schreibtisch sitzen.

Aktuell verlieren Tausende Angestellte in den USA ihren Arbeitsplatz. Als Grund für den massenhaften Stellenabbau wird unter anderem der Einsatz neuer KI-Tools genannt. Einerseits legen diverse Studien aber nahe, dass Unternehmen diese Entlassungen früher oder später bereuen werden. Andererseits könnte KI auch nur als Vorwand dienen, um Stellenstreichungen zu rechtfertigen. Laut einer Analyse von Visier, über die Axios [1] exklusiv berichtet, hat sich der Anteil der Mitarbeiter, die nach dem Ausscheiden erneut von ihren früheren Arbeitgebern eingestellt werden, zuletzt leicht erhöht.

KI als Ausrede für Massenentlassungen?

Die Angst, durch den zunehmenden Einsatz von KI arbeitslos zu werden, ist bei vielen Menschen groß. Laut einer PWC-Studie [2] befürchten 22 Prozent der Angestellten in Deutschland, durch die neue Technologie abgehängt oder überflüssig zu werden. Vor allem junge Erwachsene im Alter von 18 bis 29 Jahren, die im Vergleich zu anderen Generationen als technikaffiner gelten, sind besorgt. Das Problem: Tech-CEOs schüren diese Ängste oft bewusst. So warnte beispielsweise Anthropic-Chef Dario Amodei [3] davor, dass KI-Tools Millionen gut bezahlter Bürojobs gefährden und die Arbeitslosenquote auf 20 Prozent ansteigen lassen könnten. Tatsächlich wurden in den USA zuletzt massenhaft Entlassungen bekannt gegeben. So will Amazon 14.000 Stellen streichen, und auch UPS hat dieselbe Anzahl an Mitarbeitern entlassen – hier sind sogar Kürzungen von insgesamt 48.000 Arbeitsplätzen geplant.

Eine Analyse von Visier, einem Unternehmen, das auf People Analytics und Personalbedarfsplanung spezialisiert ist, kommt allerdings zu dem Ergebnis, dass etwa 5,3 Prozent der entlassenen Mitarbeiter von ihren ehemaligen Arbeitgebern wieder eingestellt werden. Für die Auswertung wurden Daten von 2,4 Millionen Angestellten aus 142 Unternehmen weltweit untersucht. Diese Quote sei seit 2018 relativ stabil, habe zuletzt aber leicht zugenommen. "Die Vorstellung, dass KI jetzt kommt und absolut jeden Arbeitsplatz ersetzt, ist noch immer nicht bewiesen", so Andrea Derler, die bei Visier als Leiterin tätig ist. Der zunehmende Einsatz von KI sei allerdings eine „sehr bequeme Erklärung für Entlassungen“. Derler sieht in der aktuellen Entwicklung ein größeres Planungsproblem: Bisher hätten sich viele Führungskräfte nicht damit befasst, was KI tatsächlich leisten kann und welche Kosten die Einführung mit sich bringen würde. Für sie sei es wichtig, die Vorteile und Risiken genau abzuwägen, um herauszufinden, wo tatsächlich auf Menschen und ihre Fähigkeiten verzichtet werden kann.

KI kann Mitarbeiter bisher nicht ersetzen

Auch andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen: So können laut einer neuen Benchmark, die von Experten des Datenannotationsunternehmens Scale AI und der gemeinnützigen Organisation Center for AI Safety entwickelt wurde, selbst aktuelle Spitzenmodelle bisher nur etwa drei Prozent [4] der Aufgaben, die im Arbeitsalltag anfallen, zuverlässig übernehmen. Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass ein aktueller Bericht von Forrester [5] zeigt, dass mehr als die Hälfte aller Arbeitgeber, die Stellen abgebaut und durch KI ersetzt haben, diese Entscheidung bereuen. "Entlassungen sind niemals kostenlos", sagt die Visier-Managerin Derler. Unternehmen sollten deshalb immer genau Kosten und Nutzen gegeneinander abwägen.

Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de [6] erschienen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11066882

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.axios.com/2025/11/04/ai-jobs-layoffs-amazon
[2] https://www.pwc.de/de/mittelstand/pwc-umfrage-ki-im-arbeitsalltag.pdf
[3] https://t3n.de/news/anthropic-ceo-warnt-ki-koennte-millionen-gut-bezahlte-jobs-vernichten-1690332/
[4] https://t3n.de/news/ki-statt-echter-mitarbeiter-so-schnell-kommen-aktuelle-modelle-an-ihre-grenzen-1714865/
[5] https://www.forrester.com/report/predictions-2026-the-future-of-work/RES185020
[6] https://t3n.de/news/arbeitslos-wegen-ki-laut-einer-studie-holen-viele-unternehmen-ihre-mitarbeiter-zurueck-1715282/
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:jle@heise.de

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  • 05. November 2025 um 17:02

Störungsmeldung vom 05.11.2025 21:07

Von heise online

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  • 05. November 2025 um 21:07

Atomkraft-Projekt Sizewell C: Finanzierung über 5 Milliarden Pfund steht

Von Matthias Lindner
Kernkraftwerk von Sizwell

Symbolbild: Kernkraftwerk Sizewell

(Bild: Love all this photography / Shutterstock.com)

Britisches Kernkraftwerk erreicht Financial Close. Erstmals finanzieren private Investoren ein Atomkraft-Projekt weltweit. Frankreichs Industrie profitiert.

Das britische Atomkraft-Projekt Sizewell C hat am 4. November 2025 den Financial Close erreicht. Damit beginnt die Finanzierung zu fließen und ermöglicht den Start der Vollbauphase der Atomkraft-Anlage in der Grafschaft Suffolk, wie die Projektgesellschaft Sizewell C mitteilte [1].

Die beiden geplanten EPR-Reaktoren mit einer Leistung von 3,2 Gigawatt sollen bis zu sechs Millionen Haushalte für mindestens 60 Jahre mit Strom versorgen.

Neues Finanzierungsmodell für Atomkraft senkt Verbraucherkosten

Sizewell C ist das erste Atomkraft-Projekt weltweit, das mit unabhängigen privaten Finanzinvestoren [2] realisiert wird.

Die britische Regierung hält 44,9 Prozent der Anteile, die kanadische Pensionskasse La Caisse 20 Prozent, der Energiekonzern Centrica 15 Prozent, der französische Staatskonzern EDF 12,5 Prozent und Amber Infrastructure 7,6 Prozent. EDF wird während der Bauphase maximal 1,1 Milliarden Pfund investieren, wie der Konzern erklärte [3].

Das Projekt nutzt erstmals das Regulated Asset Base (RAB)-Modell für Atomkraft. Anders als beim bisherigen Contract-for-Difference-System (CfD), bei dem Entwickler erst Einnahmen erhalten, wenn das Kraftwerk Strom produziert, leisten Verbraucher [4] beim RAB-Modell bereits während der Bauphase Beiträge.

Die britische Regierung schätzt, dass dies Einsparungen von 30 Milliarden Pfund gegenüber anderen Finanzierungsmodellen bringt.

Exportkredit über 5 Milliarden Pfund für französische Atomkraft-Industrie

Die Fremdkapitalfinanzierung umfasst eine Exportkredit-Fazilität über 5 Milliarden Pfund, garantiert von der französischen Exportkreditagentur Bpifrance Assurance Export.

Dreizehn Banken sind an der Finanzierung beteiligt: ABN Amro Bank, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Santander CIB, BNP Paribas, Crédit Agricole Corporate and Investment Bank, CaixaBank, Citibank, Crédit Industriel et Commercial, HSBC Bank, Lloyds Bank, National Westminster Bank, Natixis und Société Générale, wie aus den Mitteilungen hervorgeht.

Die französische Regierung unterstützt das Atomkraft-Projekt mit einer Garantie über 4,7 Milliarden Pfund gegen verschiedene Risiken, wie das französische Wirtschaftsministerium mitteilte [5].

Die staatliche französische Bank Sfil wird als Hauptkreditgeber auftreten [6] und arbeitet mit den kommerziellen Banken zusammen. Zusätzlich gewährt der britische National Wealth Fund ein Darlehen, und eine Gruppe der Banken stellt eine Betriebsmittel-Fazilität über 500 Millionen Pfund bereit.

Investment-Grade-Ratings und Green-Label für Atomkraft-Finanzierung

Die Ratingagenturen Moody's, S&P und Fitch vergaben dem Projekt starke Investment-Grade-Ratings. Die Exportkredit-Fazilität wurde als Green Loan gemäß dem Green Financing Framework von Sizewell C strukturiert.

S&P Global Ratings bewertete das Finanzinstrument mit "Medium Green", der zweithöchsten Stufe für nachhaltige Finanzierungen.

"Durch die Förderung der Atomkraft schaffen wir Tausende hochwertiger Arbeitsplätze im ganzen Land", sagte der britische Energieminister Ed Miliband laut Sizewell C. Das Projekt soll über 10.000 hochqualifizierte britische Arbeitsplätze schaffen, Tausende weitere in der Lieferkette und 1.500 Ausbildungsplätze. Mehr als 70 Prozent des Auftragswerts gehen an britische Unternehmen.

Französische Atomkraft-Expertise für britisches Projekt

Die französische Atomkraft-Industrie liefert Schlüsselkomponenten: EDF und Edvance steuern Ingenieurstudien bei, Framatome den Hauptprimärkreislauf, einschließlich Reaktordruckbehälter, Dampferzeuger und Sicherheitsleittechnik, Arabelle Solutions den Turbogenerator.

Rund 40 französische Zulieferer sind beteiligt. Das Projekt soll direkte wirtschaftliche Effekte von über 6 Milliarden Euro in Frankreich generieren, wie die französische Regierung erklärte.

"Für die französische Atomkraft-Industrie im weiteren Sinne wird dies dazu beitragen, Kompetenzen zu erhalten und Skaleneffekte für das EPR2-Programm in Frankreich zu erzielen", betonte EDF. Das Design von Sizewell C repliziert weitgehend das des im Bau befindlichen Atomkraft-Projekts Hinkley Point C in Somerset.

Die Gesamtkosten des Atomkraft-Projekts werden auf etwa 38 Milliarden Pfund geschätzt. Die endgültige Investitionsentscheidung war im Juli 2025 gefallen. Laut Sfil wird die Atomkraft-Anlage jährlich die Emission von neun Millionen Tonnen CO2 vermeiden. Sobald Sizewell C in Betrieb ist, könnte es laut Projektgesellschaft Einsparungen von 2 Milliarden Pfund pro Jahr im künftigen Stromsystem schaffen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11067075

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.sizewellc.com/news-views/sizewell-c-reaches-financial-close-with-5-billion-export-credit-backed-debt-raise-and-strong-investment-grade-credit-rating/
[2] https://www.heise.de/tp/article/Clean-Tech-Aktien-mit-Kursgewinnen-von-bis-zu-500-Prozent-10966308.html
[3] https://www.edf.fr/groupe-edf/espaces-dedies/journalistes/tous-les-communiques-de-presse/edf-annonce-la-finalisation-du-financement-du-projet-sizewell-c-financial-close
[4] https://www.heise.de/tp/article/Mieterstrom-Ploetzlich-guenstiger-Strom-direkt-vom-Dach-10711882.html
[5] https://presse.economie.gouv.fr/la-france-soutient-lindustrie-francaise-a-linternational-a-travers-la-garantie-dun-pret-de-5-milliards-de-livres-sterling-via-bpifrance-assurance-export-pour-la-construction-de-la-centrale-nucleaire/
[6] https://sfil.fr/en/communique-de-presse-sfil-principal-preteur-au-sein-du-credit-export-de-la-centrale-nucleaire-britannique-sizewell-c-portee-par-lexcellence-de-la-filiere-nucleaire-francaise/

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  • 05. November 2025 um 18:07

Störungsmeldung vom 05.11.2025 21:50

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  • 05. November 2025 um 21:50

Störungsmeldung vom 05.11.2025 21:10

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  • 05. November 2025 um 21:10

Anschluss an Stromnetze: Halbleiter statt Kupfer im Solid State Transformer

Von Heise

Um Rechenzentren oder Stromtankstellen ans Netz zu koppeln, ersetzen Solid State Transformer (SST) zunehmend klassische Transformatoren.

Wer ein Rechenzentrum, eine Stromtankstelle, einen Wind- oder Solarpark oder einen Batterie-Großspeicher ans Stromverteilnetz anschließen möchte, braucht einen Transformator. Denn die Hochspannungsnetze arbeiten mit Spannungen von mehreren Zehntausend Volt. Dabei kommen immer häufiger sogenannte Solid State Transformer (SSTs) zum Einsatz, die mehrere Vorteile versprechen im Vergleich zu klassischen Transformatoren mit tonnenschweren Magnetkernen und Kupferwicklungen.

Für die KI-Rechenzentren, die derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen, ist vor allem kurze Lieferzeit wichtig. Denn nur wenige spezialisierte Hersteller wie ABB, General Electric und Hitachi fertigen Hochspannungstransformatoren der Multi-Megawatt-Leistungsklasse – und haben Lieferzeiten im Bereich von Jahren.

SSTs hingegen sind schneller lieferbar, immer mehr Anbieter drängen auf den Markt. Aber SSTs versprechen noch weitere Vorteile.

SST-Technik

Ein SST lässt sich grob als gigantisches Schaltnetzteil beschreiben. Darin sitzen Hochleistungs-Halbleiterschalter wie Siliziumkarbid-Transistoren [1] (SiC) oder IGBTs, die mit höheren Frequenzen als der Netzfrequenz arbeiten und sich dynamisch ansteuern lassen. Wegen der höheren Frequenzen genügen kleinere Transformatoren für dieselben Leistungen. Danke der Steuerungsmöglichkeit lassen sich SST-Module für höhere Gesamtleistung zusammenschalten.

SSTs können Netze mit verschiedenen Frequenzen koppeln oder direkt aus dem Mittelspannungsnetz in die für KI-Rechenzentren ebenfalls vorteilhaften Hochspannungs-Gleichstromnetze einspeisen (HVDC mit 800 Volt) [2]. Auch für Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ), die etwa bei Erdkabeln und Seekabeln zum Einsatz kommt, sind SSTs vorteilhaft.

Batteriespeicher zur Überbrückung von Ausfällen (USV) oder zur Zwischenlagerung von billigem Strom aus Schwachlastzeiten sollen sich mit SSTs ebenfalls einfacher ankoppeln lassen. Manche SST-Hersteller nennen die Technik daher auch "Power Router".

SSTs kommen aber beispielsweise auch in Elektrolokomotiven zum Einsatz. Sie sind kompakter und leichter als Magnetkerntransformatoren, können für unterschiedliche Bahnstromsysteme verschiedener Länder ausgelegt werden und einphasig mit beispielsweise 16,67 Hertz eingespeiste Leistung direkt an dreiphasige Motoren weiterleiten.

SST-Wettrüsten

Solid State Transfomer (SST) des EU-Projekts TIGON

Das EU-Projekt TIGON nutzt einen Solid State Transfomer (SST) mit 150 kW zur Kopplung an ein 3-kV-Netz.

(Bild: TIGON)

Die Nachfrage nach starken Transformatoren für Stromverteilnetze schießt derzeit in die Höhe. Der KI-Boom heizt den Bau vieler neuer Rechenzentren an. Der Stargate-Standort Abilene in Texas [3] soll im Endausbau mehr als 5 Gigawatt fressen, was ungefähr dem Leistungsbedarf von Österreich entspricht. Die Energiewende hin zu Windkraft und Photovoltaik erfordert mehr Anschlusspunkte und zusätzliche Stromtrassen sowie Batteriespeicher [4]. Dazu kommen noch starke Ladestationen für E-Autos und bald auch Lastwagen (Megawatt Charging System/MCS) [5].

Heute kündigt Infineon, Hersteller unter anderem von SiC-Transistoren, eine SST-Kooperation mit dem Photovoltaik-Unternehmen SolarEdge an.

Im August meldete die auf Energieverteilsysteme spezialisierte Firma Eaton die Übernahme von Resilient Power Systems. Letzte fertigt besonders kompakte SSTs für Auto-Ladestationen.

Im März erwarb ABB einen Anteil an DG Matrix. Das Unternehmen aus North Carolina baut modulare 200-kW-Wandler, vor allem für KI-Rechenzentren.

Die EU fördert etwa das Projekt SSTAR für SSTs [6] sowie auch TIGON [7] für deren Einsatz in Microgrids.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11067013

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Erstes-PC-Netzteil-mit-effizienten-Siliziumkarbid-SiC-Transistoren-10237237.html
[2] https://www.heise.de/news/Gleichstrom-mit-400-bis-800-Volt-fuer-Server-und-Industrie-HVDC-10418716.html
[3] https://www.heise.de/news/KI-Monsterprojekt-Stargate-ist-bereits-im-Bau-10256185.html
[4] https://www.heise.de/news/Baubeginn-fuer-weltweit-groessten-Batteriespeicher-in-der-Schweiz-10378797.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Ueber-1000-kW-Ladeleistung-Das-Megawatt-Charging-System-fuer-Lkw-10624080.html
[6] https://sstar-project.eu/
[7] https://tigon-project.eu/news/solid-state-transformer-installed-at-spanish-demo-site/
[8] https://www.heise.de/ct
[9] mailto:ciw@ct.de

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  • 05. November 2025 um 18:32

Pilze statt Silizium: Shiitake-Myzel zeigt Memristor-Eigenschaften

Von Daniel Schwabe
Man sieht Pilze, die mit Kabeln an ein Breadboard angeschlossen sind.

Ohio State University

Ein Team der Ohio State University zeigt in einer Studie: Pilzgeflecht kann elektrische Zustände speichern und wiedergeben.

Ein Forschungsteam der Ohio State University hat Memristoren aus Shiitake-Myzel entwickelt, also aus dem Wurzelgeflecht eines Speisepilzes. Memristoren sind elektronische Bauelemente, deren Widerstand vom bisherigen Stromverlauf abhängt. Sie können sich Zustände merken und gelten als Schlüsselbausteine für neuromorphe Systeme, also Elektronik, die ähnlich wie biologische Nervennetze funktioniert und Aufgaben wie Lernen oder Mustererkennung erledigen soll.

Statt auf seltene Metalle und Reinraumfertigung zu setzen, kultivierten die Forscher Myzel in einfachen Nährmedien, trockneten die Proben und reaktivierten sie später durch leichtes Befeuchten. Das Material behielt seine elektrischen Eigenschaften bei und zeigte typische Memristor-Kennlinien bei niedrigen Frequenzen um 10 Hz. Gleichzeitig konnten die Proben im Versuch als flüchtiger Speicher bis 5,85 kHz arbeiten. Und das mit etwa 90 Prozent Genauigkeit beim Auslesen des Zustands.

Wachsende Elektronik

Für Maker ist das weniger ein Aufruf zum Pilzzüchten, sondern ein Hinweis auf eine mögliche technologische Richtung: Elektronik, die wächst, statt gefertigt zu werden. Biologische Materialien bringen Eigenschaften mit, die klassische Mikroelektronik erst aufwendig imitieren müsste: Verteilte Struktur, Anpassungsfähigkeit, Selbstorganisation und Reparaturpotenzial. Myzel bildet von Natur aus verzweigte Netze, in denen elektrische Impulse sich verändern und verstärken können.

Hinzu kommen Nachhaltigkeitsaspekte. Memristoren gelten als zentrale Bausteine für Edge-KI. Wenn sie zukünftig aus organischem Material bestehen könnten, würde das Rohstoffe, Energie und Industrieanlagen sparen. Die Studie zeigt [1], dass das Grundprinzip funktioniert und Pilz-Basiselemente nach einer einfachen Trocknung lager- und transportfähig bleiben. Diese Stabilität ist für Anwendungen entscheidend, die nicht in Laboren laufen.

Zukunftsmusik

Interessant sind auch mögliche Einsatzgebiete außerhalb klassischer IoT-Szenarien. Shiitake-Myzel gilt als vergleichsweise strahlenresistent. Elektronik, die kosmischer Strahlung wenig Angriffsfläche bietet und nicht gekühlt werden muss, wäre z.B. in Satelliten ein Vorteil. Noch ist das Zukunftsmusik, doch das Thema knüpft an laufende Experimente mit widerstandsfähigen Pilzen in der Raumfahrt an.

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse steht die Forschung noch am Anfang. Die bisherigen Proben sind groß, variieren stark und arbeiten zuverlässig vor allem bei niedrigen Frequenzen. Für Chips, die mit heutiger Hardware konkurrieren, wäre eine Miniaturisierung hinunter bis in Mikro- oder sogar Nanostrukturen nötig. Außerdem müssten Herstellungsprozesse standardisiert werden, damit Bauteile konsistent funktionieren.

Wer jetzt mehr Grün in den eigenen Maker-Projekten braucht, findet es in unserem Artikel über Salatzüchtung mit Arduino [2].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11066754

Links in diesem Artikel:
[1] https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0328965
[2] https://www.heise.de/ratgeber/Mit-Arduino-Salat-zuechten-6017193.html
[3] https://www.heise.de/make
[4] mailto:das@make-magazin.de

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  • 05. November 2025 um 16:46

Dia-Browser für den Mac: Ein bisschen Arc

Von Heise
Dia-Browser mit angepinnten Tabs rechts

Dia-Browser mit angepinnten Tabs rechts: Alte Arc-Funktion neu wieder da.

(Bild: Screenshot via Benny Bowden / X)

Die Browser Company, mittlerweile Teil von Atlassian, hat Funktionen aus Arc in Dia zurückportiert – allerdings noch etwas anders als erwünscht.

Noch immer trauern viele Web-Intensivnutzer dem offiziell nur noch sporadisch weiterentwickelten Browser Arc [1] hinterher. Die Macher hinter der Software, das risikokapitalfinanzierte Unternehmen The Browser Company aus Brooklyn, wollte sich lieber um das hippere KI-Surfwerkzeug Dia [2] kümmern. Nun, nach Aufkauf der Browser Company durch den Softwarekonzern Atlassian [3] gibt es zumindest Hoffnung, dass Teile dessen, was Arc einst populär machte, nun auch in Dia landen. Das berichten Nutzer, die Zugriff auf Vorabversionen haben.

Firmenchef äußert sich

So veröffentlichte der Designer Benny Bowden auf X Screenshots samt einem Video [4], die zeigen, dass die berühmte Tab-Seitenleiste von Arc in Dia landen könnte. Die Funktion war einst das Markenzeichen von Arc, doch Dia setzte auf eine konventionelle horizontale Tab-Anordnung. Wie sich nach etwas Ausprobieren zeigte, handelt es sich bei der Funktion allerdings nicht um eine echte Tab-Leiste, sondern sogenannte Pinned-Tabs – beziehungsweise ein Redesign derselben. Diese lassen sich jetzt seitlich anordnen, wie man das von Arc kannte – zudem auch horizontal.

Auf die Frage, ob aus Dia jetzt Arc werde, gibt es vom Browser-Company-Chef Josh Miller, der auch nach dem Aufkauf durch Atlassian zunächst an Bord geblieben ist, eine klare Antwort [5]: Man wird nicht zu Arc zurückkehren, stattdessen aber dessen "Greatest Hits" zu Dia holen, um sie dort nativ einzubinden. Dazu gehört auch ein "Sidebar-Modus für Arc-Fans". Die grundlegende Architektur von Dia soll sich aber nicht verändern – denn die sei "viel besser für KI, Geschwindigkeit, Sicherheit". Miller sprach zudem von "Dia + Arc", die zusammen "flotter, smarter und einfacher by default" seien. Er kündigte zudem weitere Arc-Funktionen über einen noch unbekannten "Pro Mode" an.

Dia bleibt Dia, Arc immer noch nicht quelloffen

Das Problem an dieser Strategie: Nutzer, die nur einen modernen Browser mit neuartigen Features – etwa die vereinfachte Nutzung von Web-Apps – benötigen, wollen Dia, dessen Hauptfunktion KI-Browsing bleibt, eigentlich nicht. Sie hatten gehofft, dass die Browser Company Arc weiterpflegt. Das geschieht derzeit aber nur, um die größten Sicherheitslücken und Probleme zu beheben.

Die Entscheidung, Arc vielleicht an die Open-Source-Gemeinschaft zu übergeben [6], hat die Browser Company noch immer nicht getroffen. Somit bleibt die Software für ihre Fans weiter zwischen Baum und Borke, doch wenigstens funktioniert sie soweit noch.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11050838

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Arc-The-Browser-Company-erwaegt-Verkauf-oder-Open-Sourcing-10411421.html
[2] https://www.heise.de/tests/Chatten-mit-Tabs-und-KI-Das-kann-der-neue-Dia-Browser-10629117.html
[3] https://www.heise.de/news/Atlassian-uebernimmt-The-Browser-Company-fuer-610-Millionen-US-Dollar-10632666.html
[4] https://x.com/itsMeBennyB/status/1984676995863839143
[5] https://x.com/joshm/status/1985171215485652995
[6] https://www.theverge.com/news/674503/the-browser-company-wont-open-source-arc-yet
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de

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  • 05. November 2025 um 17:25

Mac Studio mit M5 Ultra im kommenden Jahr

Von Heise
Mac Studio mit Ports

Ein Mac Studio, hier ein älteres Modell.

(Bild: Apple)

Apples Workstation kommt derzeit in einer merkwürdigen Konfiguration: M4 Max trifft auf M3 Ultra. Kommendes Jahr soll alles beim M5 landen.

Apple plant im kommenden Jahr eine schnellere Variante seines kompakten Hochleistungsrechners Mac Studio [1]. Die Desktop-Workstation soll vom M3 Ultra gleich auf den M5 Ultra wechseln, heißt es in einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg [2]. Damit wird es ein M4-Ultra-Modell nicht (mehr) geben, was Beobachter bereits erwartet hatten. Unklar bleibt, wie es mit Apples teuerstem Desktop, dem Mac Pro, weitergehen wird.

Letzter Mac Studio im Frühjahr ein Jahr auf dem Markt

Der Mac Studio war im März 2025 zuletzt aktualisiert worden – auf ungewöhnliche Art. Statt alle Modelle auf den zu diesem Zeitpunkt aktuellen M4-Chip zu bringen, entschied sich Apple dazu, eine Ultra-Variante des M3 neben einer M4-Max-Variante ins Angebot zu nehmen. In der Praxis bedeutete das, dass man für das schnellste Modell nicht auch den neuesten Chip erhielt. Vom M4 gab es somit keine Ultra-Variante und zu dieser wird es nun wohl auch nicht kommen. Stattdessen geht Apple gleich zum M5 Ultra über.

Bislang existiert die Chipbaureihe nur in der Standardvariante als M5, verbaut im iPad Pro M5 [3] sowie als bislang einzigem Mac im MacBook Pro M5 [4]. Mit M5-Pro- und M5-Max-Varianten wird im Frühjahr 2026 gerechnet – dann im MacBook Pro. Auch ein Mac mini M5 und M5 Pro sowie ein iMac M5 und ein MacBook Air M5 stehen auf Apples Liste. Der M5 basiert auf der TSMC-3-Nanometer-Technik der dritten Generation und verspricht mehr Leistung bei geringerem Stromverbrauch. KI-Funktionen wurden außerdem verbessert.

UltraFusion M5 Ultra auch im Mac Pro?

Ein M5 Ultra würde aus zwei kombinierten M5-Max-Chips bestehen, intern verbunden durch Apples nahezu latenzfreie UltraFusion-Technik. Beim M4 gelang Apple hier die Umsetzung nicht, sodass der Konzern zum älteren M3 wechselte. Liegt der M5 Ultra einmal vor, wäre es für Apple leicht, diesen auch im Mac Pro zu verwenden.

Dieser ist beim mittlerweile veralteten M2 Ultra steckengeblieben, wird vom Hersteller aber nach wie vor zum Vollpreis von mindestens 8299 Euro (Tower, Rack-Variante 8999 Euro) verkauft. Die Maschine ist erweiterungsfähig, externe GPUs erlaubt Apple aber nach wie vor nicht. Das dürfte auch beim M5 Ultra in einem kommenden Mac Pro so bleiben – die On-Chip-GPUs haben Vorrang.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11066303

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Mac-Studio-M3-Ultra-Apples-schnellster-Mehrkerner-im-Test-10311863.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-11-04/apple-readies-a-low-cost-laptop-to-rival-chromebooks-and-windows-pcs
[3] https://www.heise.de/tests/Flach-und-flott-Das-neue-iPad-Pro-M5-im-Test-10792884.html
[4] https://www.heise.de/tests/Staubsaugen-im-Apple-Home-Diese-Haushaltsroboter-lohnen-sich-10751677.html
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
[7] mailto:bsc@heise.de

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  • 05. November 2025 um 15:28

Erste Beta von iOS 26.2: Neue Features in vielen Bereichen

Von Heise
iOS 26 auf dem iPhone

iOS 26 auf dem iPhone.

(Bild: Apple)

Nach der Finalversion von iOS 26.1 ist nun die erste Entwicklervorschau von iOS 26.2 verfügbar. Apple reicht noch einige Neuerungen nach.

Nach Apples lange erwarteter Aktualisierung auf iOS 26.1 [1], die seit dieser Woche der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, beginnen die Tests des nächsten großen Updates iOS 26.2. Mit diesem ist vermutlich im Dezember zu rechnen – und Apple wird noch eine ganze Reihe neuer Features integrieren. Das zeigt die am Dienstagabend erschienene erste Developer-Beta, der in den kommenden Tagen eine erste öffentliche Vorabversion [2] nachfolgen dürfte.

Schlaf und Podcasts

Apple führt in iOS 26.2 Beta 1 kleinere wie große Veränderungen ein. So baut Apple seine neue Schlafbewertung ("Sleep Score") aus und unterscheidet verschiedene Abstufungen deutlich feiner. Damit das funktioniert, wird die Beta von watchOS 26.2 benötigt, schließlich erfasst die Apple Watch die Daten. Die neuen Werte reichen nun von "sehr niedrig" über "niedrig", "okay" und "hoch" bis hin zu "sehr hoch". Auch wurden Zuordnungen geändert. Insgesamt wirkt die Bewertung nun neutraler. Der Score-Wert berechnet sich aus Dingen wie Schlafdauer, Unterbrechungen und Konsistenz.

In der Podcasts-App, die Teil von iOS 26.2 Beta 1 ist, kann man nun schneller über Kapitel navigieren – diese werden gegebenenfalls automatisch erstellt. Eine neue "Mentions"-Funktion hebt andere Podcasts hervor, die in einer Show vorkommen. Weiterhin ist der Zugriff auf in einer Episode hinterlegte Links leichter möglich. Podcaster können nun auch, nach Apple Music, auf andere Podcasts, Apple TV und Apple News verlinken. Die Zuordnung erfolgt auf Wunsch zeitgenau im Transkript.

Live-Übersetzungen, Uhr und Freeform

Optische Veränderungen gibt es beim Sperrbildschirm: Man kann nun das "Liquid Glas-Niveau" der Uhrenanzeige händisch einstellen, statt nur zwischen "Glas" und Undurchsichtig zu unterscheiden. Die Passwörter-App kann Websites festlegen, bei denen Passwörter nicht gespeichert werden sollen. iOS 26.2 bereitet zudem die Freischaltung der AirPods-Live-Übersetzung für die Europäische Union [3] vor, die Freeform-App beherrscht Tabellen, und Erinnerungen lassen sich mit Alarmen verknüpfen.

Schließlich scheint Apple noch an der AirDrop-Funktion zu schrauben – Code im Betriebssystem zufolge könnte es demnächst möglich sein, PINs sicher zu versenden sowie AirDrop mit ausgewählten Personen für eine bestimmte Periode zu erlauben, die dann automatisch endet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11066307

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/iOS-26-1-11-Tipps-zu-den-Neuerungen-11056734.html
[2] https://beta.apple.com/
[3] https://www.heise.de/news/AirPods-Pro-und-AirPods-4-Live-Uebersetzung-kommt-nach-Europa-11055015.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] mailto:bsc@heise.de

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  • 05. November 2025 um 14:34

News-Deprivation: Die stille Krise der Schweiz

Von Timo Rieg
Mikrophon vor einer Schweizer Flagge

Bild: Shutterstock.com

Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt ohne Nachrichten – und entfremdet sich von Politik und öffentlicher Debatte. Medienkolumne.

Wer hat's erfunden? Nun ja, erfunden hat die Schweiz die Qualitätsmessung von Journalismus zwar nicht, aber immerhin gibt es dort ein seit vielen Jahren erprobtes Instrumentarium.

Schweiz misst die Qualität ihrer Medien

Und so hat nun bereits zum 16. Mal das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich ein "Jahrbuch Qualität der Medien" vorgelegt (vgl. Telepolis [1] 2011).

Darin wird den Schweizer Nachrichtenmedien insgesamt ein Punktwert von 6,2 bei maximal möglichen 10 Punkten zuerkannt, womit sie "in einem guten Bereich" liegen, wie es in der Studie heißt.

Dieser aktuelle Wert für Beiträge aus dem vergangenen Jahr entspricht dem Durchschnitt der Messungen seit 2015 – was für Kontinuität spricht, die man allerdings positiv oder negativ bewerten kann. Die Schwankungen in den letzten zehn Jahren waren marginal.

Erfasst werden eine Vielzahl von Eigenschaften journalistischer Beiträge, die letztlich in vier Bereiche zusammengefasst werden: Relevanz, Einordnungsleistung, Professionalität und Vielfalt.

Verbessert hat sich im langjährigen Vergleich die Relevanz der Berichterstattung.

Sichtbar wird dies erstens in der gestiegenen Akteursrelevanz: Die Medien fokussieren stärker auf gesamtgesellschaftliche Aspekte statt auf Einzelpersonen. Zweitens wird dies in der gestiegenen Beitragsrelevanz deutlich: Hardnews (Politik, Wirtschaft und Kultur) stehen häufiger im Vordergrund als Softnews (Sport und Human Interest).

Diese Entwicklung hängt vor allem mit der Coronavirus-Pandemie, den Kriegen in der Ukraine und in Gaza sowie den Wahlen 2024 in vielen großen Ländern zusammen, die zahlreiche politische Akteur:innen involvieren und den Fokus auf die Politik verschieben.

Jahrbuch Qualität der Medien 2025 [2]

Einen Qualitätsrückgang beobachten die Zürcher Forscher bei der Einordnungsleistung, die sie über alle Medien hinweg mit 3,9 von 10 möglichen Score-Punkten bewerten.

Unterschiede bei den Medientypen zeigen sich erwartungsgemäß: Das öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen liegt mit 7,5 bzw. 7,6 Punkten in der Gesamtwertung an der Spitze, während die Boulevardzeitungen nur auf 4,1 Punkte kommen.

In ihren Online-Ausgaben stehen die Boulevardmedien mit 4,8 Punkten etwas besser da als ihre Print-Versionen.

Abonnement-Zeitungen liegen gedruckt wie online bei 6,4 Punkten. Das Privatfernsehen kommt auf 5,7 Punkte.

Bei den deutschsprachigen Titeln schneidet die in Deutschland zunehmend kritisch wahrgenommene Neue Zürcher Zeitung (NZZ) mit 8,1 Punkten für die Online- und 7,8 Punkten für die Print-Version am besten ab, gefolgt von der kleinen linken Wochenzeitung [3] mit 7,6 Punkten.

Die Tagesschau des öffentlich-rechtlichen Senders SRF liegt zum Vergleich bei 7,4 Punkten.

Methodik

Um die Bewertungen zu verstehen, muss man einen Blick auf die Methodik werfen. Die fög-Studie analysiert die Qualität aller in der Schweiz relevanten Medien (Presse, Rundfunk und Online).

Als relevant gilt ein Medium, wenn es mindestens wöchentlich erscheint bzw. bei Online-Titeln mindestens täglich eine Aktualisierung vorgenommen wird, wenn das Medium öffentlich zugänglich ist und in der jeweiligen Sprachregion (von einzelnen Ausnahmen abgesehen) mindestens 0,5 Prozent der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren erreicht, und wenn der Inhalt als "General Interest" gelten kann, also ein heterogenes Nachrichtenangebot enthält "und dabei auf die Vermittlung von neuesten Nachrichten ausgerichtet" ist.

Zudem müssen sich die Medien zeitnah selbst redaktionell mit dem berichteten Geschehen auseinandersetzen.

In die Analyse einbezogen wird nur eine Stichprobe aller Beiträge der 68 relevanten Medien.

In den vier Qualitätsdimensionen werden allen analysierten Beiträgen normativ definierte Codes gegeben. Dabei gilt zum Beispiel der Akteur eines Beitrags als umso relevanter, je überregionaler er wirkt. Akteur kann hier auch die Gesamtbevölkerung oder eine Körperschaft sein.

Ein Berichterstattungsthema aus der Politik (10 Punkte) wird höher gewertet als eines aus der Wirtschaft (9 Punkte) oder aus dem Sport (4 Punkte).

Nur bedingte Aussagekraft

Diese normativen Werte sind zwar nicht aus der Luft gegriffen, sondern folgen verbreiteten sozial- und politikwissenschaftlichen Annahmen zur Leistung des Journalismus in einer Demokratie.

Dennoch ist es kritisch zu sehen, dass journalistische Inhalte im Jahrbuch regelmäßig nur formal betrachtet werden.

So spielt etwa die Richtigkeit von Beiträgen gar keine Rolle. Das teilt die fög-Studie zwar mit vielen anderen Untersuchungen zur Medienqualität, führt aber dazu, dass auch ein Nonsens-Beitrag (siehe Zugabe am Ende) mit hohem Punktwert in die Zählung einfließen kann.

Deutliche Probleme zeigte dieses Verfahren bei einer Sonderauswertung zur Corona-Berichterstattung 2020 (Telepolis [4]).

Vieles hat sich später als falsche Annahme oder unzulängliche Interpretation herausgestellt, was mit einer tieferen inhaltlichen Untersuchung schon seinerzeit hätte wenigstens mit Fragezeichen versehen werden können, weil tragfähige Begründungen fehlten oder Alternativen gar nicht erst diskutiert wurden.

Auch dass bei Fernsehberichten nur der gesprochene Text, nicht aber das Bild in die Analyse einbezogen wird, obwohl dies oft viel entscheidender für die Gesamtwahrnehmung ist, muss man kritisieren: Qualitätsaussagen über das Fernsehen zu treffen, ohne die gezeigten Bilder bzw. Filme zu berücksichtigen, würde ich mutig nennen.

Mediennutzung

Das Jahrbuch 2025 enthält auch die Ergebnisse aus drei Vertiefungsstudien: einer zu den Folgen einer geringen Nutzung journalistischer Medien auf das persönliche Wissen und die Einstellung zur Schweizer Demokratie, einer Studie zur Bedeutung journalistischer Inhalte in Antworten von KI-Chatbots und eine Befragung von "Medienschaffenden" zum Einfluss von KI im Redaktionsalltag.

Fast die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer (46 %) zählt 2025 zu den News-Deprivierten. Die Folgen sind schwerwiegend: News-Deprivierte vertrauen Politik und Medien weniger, nehmen seltener am demokratischen Prozess teil und fühlen sich weniger mit dem demokratischen Gemeinwesen verbunden.

Ladina Heimgartner, Ringier-Verlag, im Vorwort des Jahrbuchs

Als News-Deprivierte werden in der Studie Personen bezeichnet [5], "die keine oder kaum Nachrichten nutzen – und wenn, dann hauptsächlich über Social Media".

Wer gar keine Nachrichten konsumiert, schnitt beim Wissenstest über Themen aus den vier Wochen vor der Befragung deutlich schlechter ab als Nutzer klassischer Medien. Was die "Nachrichtenverweigerer" selbst nicht wundern dürfte. Denn alle Befragten wurden auch um eine Selbsteinschätzung ihres Politikwissens gebeten.

"News-Deprivierte" schätzen ihr eigenes Wissen auf einer sechsstufigen Skala (0: "gar nicht hoch"; 6: "sehr hoch") als sehr tief (2,2) ein. (...) Am höchsten stufen die "Intensivnutzer:innen" ihr Wissen ein (4,4).

Erstaunlich: Die Gruppe der ausschließlichen Social-Media-Nutzer schnitt im Wissenstest etwas besser ab als die Gruppe derer, die neben Social-Media auch "sporadisch elektronische Medien" konsultiert. Bei der Selbsteinschätzung hingegen verortete sich die zweite Gruppe als etwas wissender als die erste.

KI-Bots nutzen Journalismus

Mit 1176 Prompts auf Deutsch und Französisch haben die fög-Forscher zudem die KI-Angebote ChatGPT und Perplexity getestet. Demnach ist Journalismus der wichtigste Quellentyp bei Fragen zu aktuellen Ereignissen und Nachrichten.

Bei ChatGPT stammen 73,2 Prozent der ausgewiesenen Quellen von journalistischen Medien aus dem In- und Ausland, bei Perplexity 66,5 Prozent, wobei überwiegend auf ausländische Medien zurückgegriffen wurde.

Nur bei spezifischen Fragen zu Schweizer Ereignissen sind Schweizer Medien die zentrale Quelle, mit 36,7 Prozent bei ChatGPT und 47,1 Prozent bei Perplexity. Rund zwei Drittel dieser Schweizer Quellen stammen von privaten Medien, allen voran Blick.ch von Ringier, ein Drittel von der SRG, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Schweiz (SRF.ch und Swissinfo.ch).

Interessanter Nebenbefund: 90 Prozent der KI-Antworten wurden von den Forschern als korrekt bewertet, womit aber immer noch jede zehnte Aussage falsch ist.

KI-Nutzung durch Journalisten

Ferner wurden 730 Journalisten aus allen Sprachregionen zu ihrer beruflichen KI-Nutzung befragt. 87 Prozent gaben an, KI-Tools zu nutzen – vor allem für unterstützende Aufgaben wie Transkriptionen oder Korrekturen.

Die Hälfte der Journalisten nutzt KI häufig oder sehr häufig für Vorschläge zu Headlines und Leads bzw. Teasern, den kurzen Zusammenfassungen zum Beginn eines Beitrags.

11,4 Prozent setzen KI (sehr) häufig ein, um Beiträge aus anderen Medien umzuschreiben, weitere acht Prozent machen dies gelegentlich. Und immerhin knapp fünf Prozent geben an, (sehr) häufig KI zur Erstellung ganzer Beiträge zu nutzen.

Zurückhaltend wird jedoch die Effizienz von KI beurteilt. Lediglich ein Fünftel berichtet von einer stark gesteigerten Beitragsmenge. Knapp 30 Prozent der Befragten geben an, dank KI mehr Zeit für Recherchen zu haben.

Fazit

Die Forscher formulieren als Fazit aus ihrer vielschichtigen Untersuchung drei Handlungsempfehlungen:

Das Problem der News-Deprivation priorisieren, in der Medienpolitik Lösungen zur Vergütung des Journalismus durch KI-Anbieter entwickeln und in der Branche gemeinsame Standards für den Einsatz von KI verankern.

Mark Eisenegger, Daniel Vogler, Linards Udris und Maude Rivière im Jahrbuch

Aus meiner medienjournalistischen Sicht bleibt die Zürcher Forschungsstrategie zu sehr an der Oberfläche, was sich auch an der Kontinuität der Ergebnisse über die Jahre zeigen könnte. Sollten nicht etwa durch die KI-Nutzung Qualitätsverbesserungen zu erwarten sein (gerade bei der nicht erhobenen Kategorie Richtigkeit)?

Die Methode, Einzelfälle zu untersuchen, ist in der empirischen Forschung etwas verpönt. Große Datenmengen und relativ einfache Noten-Berechnungen für journalistische Qualität gelten als attraktiver.

Doch dabei bleiben nicht nur manche Perlen unberücksichtigt. Vor allem Defizite werden so oft nicht erfasst, obwohl man dann durchaus vom Einzelfall lernen könnte, wie ich am Feld des Gesundheitsjournalismus [6] mal aufgezeigt habe.

Eine anderthalbstündige Vorstellung der Ergebnisse des Jahrbuchs Qualität der Medien 2025 gibt es auf Youtube [7].

Schnelldurchlauf

Nach dem bisherigen Feedback – technisch erfasst und auch im TP-Forum bekundet – wird diese Medienkolumne nun erstmal monothematisch sein.

Aber für diejenigen, die gerade die Vielzahl an (kommentierten) Hinweisen schätzen, wollen wir den "Schnelldurchlauf" erstmal beibehalten. Wer's nicht mag, verstehe es als Zugabe: es ist nicht unhöflich, jetzt schon zu seinem Auto oder seiner S-Bahn-Station zu gehen.

* Herdecke-Update. Die neu gewählte und laut Medien von ihrer eigenen Adoptivtochter schwer verletzte Bürgermeisterin von Herdecke (TP [8]) hat sich zu Berichterstattung und Reaktionen aus der Politik geäußert.

Offenbar mit Blick auf den Bundeskanzler, dessen Worte in der Causa auch bei Telepolis Anlass zu Gedanken gaben, sagte sie der Welt:

Ich will jetzt Herrn Merz keinen Vorwurf machen (...) Aber sich binnen Minuten zu Dingen zu äußern, von denen man so wenig weiß und dann da eine Meinung zu zu haben, das finde ich extrem schwierig.

Iris Stalzer, Welt [9]

* Weimer-Update. Gegenüber Alice Weidel hat die Weimer Media Group GmbH eine Unterlassungserklärung abgegeben [10], "Frau Dr. Alice Weidel, als 'unsere Autorin' zu bezeichnen und/ oder zu präsentieren".

Auch "Werbepartner", die mit ihren politischen Ämtern zuvor bei Weimer-Medien vertreten waren, wurden nach rechtlichen Schritten entfernt [11].

* Wikipedia-Update. Elon Musks Unternehmen xAI hat die KI-erstellte Online-Enzyklopädie Grokipedia gelauncht. Die Tagesschau [12] befürchtet bei dem Neuling "rechte Tendenzen" und verweist mit Berufung auf Washington Post und Wired auf den Eintrag zu "Gender [13]", welcher die "binäre Klassifizierung von Menschen als männlich oder weiblich basierend auf dem biologischen Geschlecht" herausstreiche.

* Medien-Enten. Teilweise recht wortreich haben sich Journalisten über eine ab Januar geltende Geschwindigkeitsbegrenzung für Fußgänger in der Slowakei ausgelassen. Problem dabei nur: es wird sie nicht geben. Das Tempolimit auf Gehwegen bezieht sich nur auf Fortbewegungsmittel mit Rädern, die in der Slowakei auch das Trottoir benutzten.

Die SZ [14] hat ihren reichlich kommentierenden und spekulierenden Text um eine Anmerkung ergänzt, die alles vorherige leider obsolet macht. Beim Spiegel [15] steht die Meldung bisher ohne Korrektur.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11061698

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.telepolis.de/article/Die-Qualitaet-der-Informationsmedien-nimmt-ab-3391543.html
[2] https://www.news.uzh.ch/dam/jcr:efa0955d-16fa-4df8-8563-aef5ba61959f/JB_2025_20251022_final.pdf
[3] https://www.woz.ch/info/woz
[4] https://www.telepolis.de/article/Elementare-Defizite-der-Berichterstattung-4926002.html
[5] https://www.news.uzh.ch/de/articles/media/2025/jahrbuch-medien-foeg.html
[6] https://journalistik.online/ausgabe-3-4-2024/qualitaetsdefizite-im-medizin-und-gesundheitsjournalismus/
[7] https://www.youtube.com/watch?v=rMeHYFJH_pE
[8] https://www.telepolis.de/features/Herdecke-ist-ueberall-Wie-Medien-Relevanz-schaffen-10764740.html
[9] https://www.welt.de/politik/deutschland/article69050e435abf2df99bc563a9/buergermeisterin-herdecke-haette-ruecksichtsvoller-sein-koennen-iris-stalzer-kritisiert-medien-und-politik-in-ersten-interview-nach-messerangriff.html
[10] https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/eilmeldung-sieg-fuer-alice-weidel-weimer-unterzeichnet-unterlassungserklaerung
[11] https://x.com/Haintz_MediaLaw/status/1983932249314595174
[12] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/digitales/musk-grokipedia-wikipedia-ki-100.html
[13] https://grokipedia.com/page/Gender
[14] https://www.sueddeutsche.de/panorama/slowakei-tempolimit-fussgaenger-li.3331847
[15] https://www.spiegel.de/panorama/slowakei-fuehrt-tempolimit-fuer-fussgaenger-ein-a-59600410-09de-45c9-8fe7-bc01415f5b57

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  • 05. November 2025 um 13:00

Autonome Segelroboter vor dem militärischen Durchbruch

Von Uwe Kerkow
Ein zweigeteiltes Bild: Links die Segekdrohne mir Metallsegel, rechts eine Rakenabschussrampe

Grafik: Saildrone

Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin steckt 50 Millionen Dollar in den Hersteller Saildrone. Dessen Segeldrohnen sollen künftig Raketen tragen. Doch die Technologie hat Schwächen.

Der US-Rüstungsriese Lockheed Martin investiert 50 Millionen Dollar in das kalifornische Unternehmen Saildrone, um dessen unbemannte Oberflächenfahrzeuge zu Waffenplattformen umzurüsten. Die 22 Meter lange "Surveyor"-Seedrohne soll nach den Plänen beider Unternehmen künftig Lockheeds JAGM Quad Raketensystem transportieren können.

Das Pentagon hat im Ukraine-Krieg gesehen, wie effektiv die Kiew Seedrohnen gegen die russische Marine eingesetzt hat. Wie das Handelsblatt meldet [1], zielt Lockheeds Investment darauf ab, die Entwicklung größerer Seedrohnen zu beschleunigen, von denen sogar Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert oder U-Boote bekämpft werden könnten.

Von der Meeresforschung zur Kriegsführung

Saildrone-Gründer Richard Jenkins erklärte [2] anlässlich der Bekanntgabe der Kooperation, die Ozeane seien nur unvollständig vermessen und kaum überwacht. Eine unbemannte Lösung sei die naheliegende Antwort gewesen, da sie eine dauerhafte Präsenz biete.

Die erste Saildrone segelte 2013 von San Francisco nach Hawaii. Aber als Jenkins ein Jahr später versuchte, sein Produkt an die US-Marine zu verkaufen, war diese noch skeptisch: "Wir haben große Schiffe mit großen Kanonen, wie könnten wir da ein kleines, unbemanntes Segelboot einsetzen?", zitierte Jenkins die damalige Reaktion.

Technische Grundlagen

Saildrone konzentrierte sich zunächst auf meteorologische und ozeanographische Messungen für die US-Wetterbehörde NOAA. Dabei legten die Fahrzeuge über eine Million Seemeilen zurück und stellten viele Rekorde für autonome Oberflächenfahrzeuge (USV) auf, darunter die erste Umrundung der Antarktis sowie die längste ununterbrochene Mission von mehr als einem Jahr ohne Wartung.

Die Segelroboter verfügen über ein festes, elektromotorisch verstellbares Segel. Ein Elektromotor, der von einer Pufferbatterie gespeist wird, kommt zum Einsatz, wenn der Wind für den Vortrieb nicht ausreicht. Die Energie für die Batterie gewinnt das Boot aus Solarzellen, die in der Oberfläche des Rumpfes verbaut sind.

Solche USVs werden künftig monatelang allein über die Ozeane fahren. Die Steuerung läuft per Satellit. An Land überwacht ein Team das Schiff rund um die Uhr. Vor Ort bleibt es dagegen ruhig: keine Brücke, keine Kombüse, nur Sensoren, Antennen, Kameras und Software, die Kurs halten.

Wie Ingenieur.de meldet [3], erhielt der 20 Meter lange Segelroboter Surveyor Ende August als erstes Fahrzeug seiner Art die volle Zulassung durch das American Bureau of Shipping. Damit gilt die Drohne offiziell als sicher, seetauglich und bereit für den weltweiten Einsatz.

Militärische Anwendungen

Im Jahr 2020 nahm Saildrone an der weltweit größten internationalen Marineübung RIMPAC teil, und erhielt daraufhin den ersten Demonstrationsauftrag von der US-Küstenwache. Die COVID-Pandemie beschleunigte den Einsatz der Segeldrohnen, die ihre Missionen einfach fortsetzten, während andere Schiffe unter Quarantäne im Hafen festsaßen.

Seit 2021 arbeitet das Unternehmen mit der Task Force 59 der US-Marine zusammen, die sich auf die Integration von unbemannten Systemen und künstlicher Intelligenz in maritime Operationen konzentriert. Mittlerweile sind Segelroboter rund um die Uhr in mehreren Einsatzgebieten weltweit aktiv.

Wie heise online berichtet [4], setzt auch Dänemark bereits vier autonome unbemannte Überwasserdrohnen des Typs "Voyager" von Saildrone bei einer militärischen Überwachungsmission ein. Der Einsatz der allerdings nur zehn Meter langen Drohnen wird zunächst auf drei Monate beschränkt und läuft in den dänischen Gewässern der Nord- und Ostsee.

Mögliche Probleme in der Anwendung

Segelroboter sind als preiswerte und ausdauernde Aufklärer wohl kaum zu übertreffen. Doch trotz der geplanten militärischen Aufrüstung dürften sie als Waffenplattformen einige Nachteile mit sich bringen: Sie sind deutlich langsamer als herkömmliche Kriegsschiffe und dadurch für Gegner gut sichtbar und angreifbar.

Aufgrund ihrer Segelfläche sind die Systeme gut erkennbar und relativ leichte Ziele für feindliche Aufklärung und Waffen. Die wetterabhängige Fortbewegung erschwert eine präzise Einsatzplanung und macht die Fahrzeuge in kritischen Situationen unberechenbarer. Ihre Abhängigkeit vom Wind macht sie unzuverlässiger.

Jenkins kündigte an, dass das Unternehmen bereits 2020 mit der Entwicklung eines noch deutlich größeren Modells begonnen habe. Es soll die Saildrone-Technologie nutzen, aber groß und schnell genug sei, um ähnliche Fähigkeiten wie Kriegsschiffe zu bieten. Der Bau soll Anfang 2026 beginnen. Details will das Unternehmen nicht bekannt geben.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10974611

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/ruestung-lockheed-martin-steigt-bei-seedrohnen-firma-ein/100169459.html
[2] https://www.saildrone.com/news/ceo-richard-jenkins-message-lockheed-martin-announcement
[3] https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/verkehr/weltweit-groesstes-unbemanntes-schiff-erhaelt-zulassung/
[4] https://www.heise.de/news/Daenemark-setzt-Ueberwasserdrohnen-zur-Ueberwachung-von-Nord-und-Ostsee-ein-10450944.html

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  • 05. November 2025 um 12:30

Venezuela unter US-Druck, Regierung bittet um militärische Hilfe

Von Franziska Lindner
Trainings- und Schießmanöver von Rekruten der Reserve und Milizen.

Trainings- und Schießmanöver von Rekruten der Reserve und Milizen.

(Bild: Humberto Matheus / Shutterstock.com)

Russland liefert offenbar Waffen nach Caracas. Ein Frachtflugzeug mit bis zu 50 Tonnen Ladung ist eingetroffen.

Am Sonntag erklärte [1] der Sprecher des Kremls Dmitri Peskow gegenüber der Nachrichtenagentur TASS, dass Moskau die Lage in Venezuela aufmerksam beobachte. Russland sei daran interessiert, dass die Lage zwischen Venezuela und den USA friedlich bleibt. "Die Welt ist bereits voller Konflikte", fügte [2] Peskow hinzu.

Damit kommentierte er einen Bericht der Zeitung Washington Post, wonach der Präsident der Bolivarischen Republik Nicolás Maduro vor dem Hintergrund der wachsenden militärischen Bedrohung seines Landes durch die USA eine Anfrage an den russischen Präsidenten Wladimir Putin bezüglich der Lieferung von Raketen, Radargeräten und Flugzeugen gestellt habe.

US-Mobilmachung in der südlichen Karibik

Zuvor, am 31. Oktober, hatte die Zeitung Miami Herald berichtet [3], dass die US-Regierung beschlossen habe, militärische Ziele in Venezuela anzugreifen. Angriffe könnten demnach in den nächsten Tagen oder Stunden erfolgen.

Zwar spielte [4] Trump in einem Gespräch mit Reportern die Möglichkeit eines Krieges der USA gegen den Karibikstaat herunter, deutete aber gleichzeitig an, dass die Tage Nicolás Maduros als Präsident Venezuelas gezählt seien.

Maduro, der in den USA wegen angeblichen Drogenhandels angeklagt und auf dessen Festnahme seit August ein Kopfgeld von 50 Millionen US-Dollar ausgesetzt ist, wirft Washington vor, die Bekämpfung des Drogenhandels als Vorwand zu nutzen, um in Caracas einen Regimewechsel [5] zu erzwingen und so des venezolanischen Erdöls habhaft zu werden.

Seit September hat das US-Militär Angriffe gegen mindestens 16 Boote unternommen, die angeblich Drogen in die USA transportierten, wobei mehr als 60 Zivilisten ums Leben kamen.

Der Pentagon-Chef und US-Kriegsminister Pete Hegseth erklärte [6], dass ein am Sonnabend angegriffenes Boot von einer als terroristisch anerkannten Organisation betrieben worden sei; ohne zu präzisieren, um welche es sich handelte. Bei dem Angriff, der in internationalen Gewässern erfolgte, starben drei Männer.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Vereinten Nation (UN) Volker Turk sowie andere Menschenrechtsorganisationen benennen [7] die Angriffe als "außergerichtliche Tötungen". Washington hat bislang keine Beweise vorgelegt, dass die Boote Drogen schmuggelten oder eine Bedrohung für die USA darstellten.

In den vergangenen Monaten hat Washington Tausende Soldaten, strategische Bomber vom Typ B-1B und B-52 und Kriegsschiffe in die südliche Karibik verlegt, darunter Zerstörer, amphibische Angriffsschiffe, ein Atom-U-Boot sowie den Flugzeugträger USS Gerald R. Ford.

Laut Reuters haben Mitte September Bauarbeiten zur Wiederherstellung des ehemaligen Marinestützpunktes Roosevelt Roads in Puerto Rico nahe Venezuela begonnen [8]. Auf der vor mehr als 20 Jahren geschlossenen Basis, die einst eine der größten US-Marinestützpunkte weltweit war, werden die Rollwege zur Start- und Landebahn erneuert, Munitionslager eingerichtet sowie moderne Überwachungs- und Aufklärungssysteme installiert.

Unterstützung aus Moskau

Vor diesem Hintergrund warf [9] der venezolanische Präsident Maduro der US-Administration vor, einen Krieg zu inszenieren und ließ ein Video [10] der Streitkräfte Venezuelas veröffentlichen, das die Bewaffnung und Ausbildung von Spezialeinheiten zeigt.

Mit einem weiteren Video [11] der venezolanischen Luftwaffe, in dem zwei SU-30MK2-Kampfflugzeuge mit russischen Kh-31A-Schiffsabwehrraketen fliegen, demonstriert Caracas die Einsatzbereitschaft seiner Kampfflugzeuge vor seinen Küsten.

Die russischen Kh-31A-Raketen könnten die militärische Abschreckung erhöhen, denn der Verlust oder die Beschädigung eines Flugzeugträgers oder anderer Kriegsschiffe wäre für das Pentagon gewissermaßen eine Niederlage mit Imageschaden hinsichtlich der Verwundbarkeit der US-Militärtechnik. Doch wie gefährlich die Raketen für die US-Marine wirklich sind, ist derzeit fraglich.

Dennoch verdichten sich damit Spekulationen, dass Russland der Bolivarischen Republik kürzlich Schiffsabwehrraketen geliefert haben könnte. Am 26. Oktober war ein russisches schweres Frachtflugzeug des Modells Il-76 nach einem zweitägigen Flug über Armenien, Algerien, Marokko, Senegal und Mauretanien in Caracas gelandet.

Das Flugzeug mit der Nummer RA-78765 wird von dem Unternehmen Aviacon Zitotrans betrieben, welches aufgrund seiner Verbindungen zu russischen Militärstrukturen unter Sanktionen [12] steht. Vereinzelt berichteten [13] Medien von einem zweiten Flug, der in Caracas eingetroffen sein soll.

Während Moskau die Ankunft offiziell nicht kommentierte, blieb auch die Ladung des Flugzeugs, das bis zu 50 Tonnen Fracht transportieren kann, unklar. Einige russische Politologen mutmaßten [14], dass es sich um Schiffsabwehrraketen handeln könnte. Gegen die Lieferung von Luftabwehrsystemen spricht ihrer Meinung nach, dass diese das Gleichgewicht in der Region nicht grundlegend verändern würden. Schiffsabwehrraketen stellten dagegen eine Bedrohung für die Schiffe der Flugzeugträgergruppe dar.

Venezuela ist bereits seit Längerem mit dem Buk-M2E, ein russisches Mittelstrecken-Luftabwehrsystem, ausgestattet, welches in der Nähe von Caracas und bei Ölförderanlagen stationiert sein soll. Wie Maduro selbst mitteilte, seien im Land ferner über 5000 Igla-S-Komplexe, ein russisches, schultergestütztes Raketensystem zur Flugabwehr, aufgebaut.

Eine Verstärkung der militärischen Zusammenarbeit hatten Russland und Venezuela jüngst in einem Ende Oktober ratifizierten bilateralen Abkommen über eine strategische Partnerschaft (Telepolis berichtete [15]) vereinbart.

Medienberichten zufolge [16] strebt Caracas darüber hinaus den Kauf moderner Radarsysteme aus China sowie den von Kampfdrohnen [17] mit einer Reichweite von bis zu 1.000 km und GPS-Störsystemen aus dem Iran an.

Geopolitische Implikationen

Das Risiko einer militärischen Eskalation in der Region ist damit derzeit extrem hoch. Während die erste Regierung unter Donald Trump bei ihrer Ausübung maximalen Drucks auf Venezuela noch auf wirtschaftlichen Druck und Sanktionen gegen den venezolanischen Ölsektor setzte, legte sie den Fokus unter der zweiten Amtszeit auf die militärische Bedrohung.

Die enorme militärische Mobilmachung in der südlichen Karibik vor der Atlantikküste Venezuelas spricht dafür, dass es sich um weit mehr als eine Operation zur Bekämpfung des Drogenhandels handelt. Vielmehr soll eine seit Langem politisch unliebsame Regierung gestürzt werden.

Dafür spricht auch, dass die sogenannte Oppositionsführerin und aktuelle Friedensnobelpreis-Trägerin María Corina Machado jüngst erklärte, dass ihre Anhänger bereits einen Plan zur Machtübernahme im Falle einer US-Intervention vorbereitet hätten.

"Wir haben Teams, wir haben Pläne, wir wissen, was wir in den ersten 100 Stunden, in den ersten 100 Tagen tun müssen", so Machado in einem Interview gegenüber [18] Bloomberg.

Ferner liegt es im US-Interesse, die Karibik militärisch zu dominieren, nicht nur um dortige Regierungen unter Druck zu setzen, sondern diese auch als alleinige Einflusszone zu behaupten und der wachsenden Bedeutung Chinas [19] in der Region entgegenzuwirken.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11066331

Links in diesem Artikel:
[1] https://tass.com/politics/2038671?utm_source=twitter.com&utm_medium=social&utm_campaign=smm_social_share
[2] https://tass.com/politics/2038677
[3] https://www.miamiherald.com/news/nation-world/world/americas/venezuela/article312722642.html
[4] http://C:\Users\User\Desktop\DonaldTrumphatdieMöglichkeiteinesKriegesderUSAgegenVenezuelaheruntergespielt,aberangedeutet,dassNicolásMadurosTagealsPräsidentdesLandesgezähltseien
[5] https://www.heise.de/tp/article/Drogenkrieg-als-Vorwand-Plant-Washington-einen-Regimewechsel-in-Venezuela-10665584.html
[6] https://www.bbc.com/news/articles/cn401vzjx48o
[7] https://www.aljazeera.com/news/2025/10/31/un-human-rights-chief-says-us-strikes-on-alleged-drug-boats-unacceptable
[8] https://www.reuters.com/graphics/USA-CARIBBEAN/MILITARY-BUILDUP/egpbbnzyrpq/
[9] https://www.aljazeera.com/news/2025/10/26/venezuelas-maduro-says-the-us-is-fabricating-a-war-against-him
[10] https://www.instagram.com/reel/DQij9lHiogw/
[11] https://en.defence-ua.com/news/venezuela_is_threatening_the_us_with_russian_kh_31a_missiles_but_are_they_really_that_dangerous_for_the_us_navy-16349.html
[12] https://sanctionssearch.ofac.treas.gov/Details.aspx?id=40185
[13] https://venezuelanalysis.com/news/russia-reiterates-support-for-venezuela-maduro-govt-requests-military-assistance/
[14] https://dzen.ru/a/aQIccnMQeHz-pJR5
[15] https://www.telepolis.de/features/Russland-Venezuela-Strategische-Partnerschaft-mit-Zukunft-10965222.html
[16] https://www.aa.com.tr/en/americas/maduro-turns-to-moscow-beijing-tehran-as-us-presence-builds-in-caribbean/3732330
[17] https://www.heise.de/tp/article/Wettlauf-der-Systeme-Kanonen-Raketen-Laser-gegen-Drohnen-10652839.html
[18] https://www.bloomberg.com/news/videos/2025-10-31/internal-embaroged-mhs-maria-corina-machado
[19] https://www.heise.de/tp/article/Machtpoker-um-Bagram-Wenn-US-Interessen-auf-chinesische-Dominanz-treffen-10690904.html

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  • 05. November 2025 um 12:00

Gnome wirft X11-Backend endgültig raus

Von Heise
Gnome 48 Desktop auf Laptop

(Bild: David Wolski)

Angedeutet hatte es sich schon, nun haben die Entwickler durchgezogen: Sie haben den X11-Backend-Code aus Gnome entfernt.

Die Gnome-Entwickler haben tabula rasa gemacht und den Code des X11-Backends aus dem Entwicklungszweig getilgt. Der Schritt kommt nicht unerwartet. Die Programmierer hatten die X11-Session inzwischen bereits deaktiviert.

Im kürzlich erschienenen Gnome 49 hatten die Entwickler die Standardeinstellungen bezüglich X11 [1] angepasst. Damit bietet der Gnome Display Manager (GDM) keine X11-Session mehr an. Distributionen konnten jedoch noch darauf zurückgehen, da der Code noch enthalten war.

X11-Backend-Entfernung gemerged

Vor wenigen Stunden haben die Entwickler jedoch den vor vier Monaten angeleierten Prozess durch einen Merge [2] im Gnome-50-Entwicklungszweig Richtung Ende geführt. Der besiegelte gegen kurz nach Mittag am 5. November das Ende von X11 in Gnome.

Damit setzt Gnome 50 nur noch auf Wayland [3] für die Desktop-Umgebung. Die großen Linux-Distributionen sind ebenfalls auf diesem Pfad unterwegs. Das gerade erschienene Fedora 43 hat standardmäßig auf Wayland umgestellt und X11 aus Gnome Session [4] getilgt – den letzten Schritt für die vollständige Entfernung aus dem Gnome Display Manager gehen die Maintainer dort jedoch noch nicht. Ubuntu 25.10 handhabt es ebenso [5]. Die Kompatibilität mit X11-Anwendungen stellt dann XWayland her.

Einige wenige Änderungen müssen die Entwickler noch vornehmen, sahen diese jedoch nicht als gravierende Showstopper. " Ich denke, es ist sinnvoll, dies frühzeitig zusammenzuführen und sich später mit den restlichen 'hängenden Früchten' zu befassen", schrieb der Entwickler Carlos Garnacho dazu.

Projekte wie Wayback schicken sich an, Xorg zu ersetzen [6]. Das ist ein auf dem moderneren Wayland-Protokoll aufbauender Compositor, der auch ohne das veraltete und nicht mehr so recht weiterentwickelte Xorg Desktop-Umgebungen wie Mate oder Xfce den Betrieb ermöglicht. Ein Entwickler versucht, der Entwicklung durch den Fork Xlibre des Xservers aus Xorg wieder signifikant Leben [7] einzuhauchen. Der Maintainer von Xlibre fiel jedoch des Öfteren mit Aussagen und Herangehensweisen aus dem politisch rechten Spektrum auf, was ihm von vielen Seiten Kritik einbrachte. Dem Projekt haben sich eigenen Angaben [8] zufolge inzwischen 30 Maintainer angeschlossen, die Code-Änderungen beisteuern.


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https://www.heise.de/-11066916

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Gnome-49-frischt-Apps-auf-und-deaktiviert-X11-Session-10667428.html
[2] https://gitlab.gnome.org/GNOME/mutter/-/merge_requests/4505
[3] https://www.heise.de/thema/Wayland
[4] https://www.heise.de/news/Fedora-Linux-43-Adieu-X11-Hallo-WebUI-10912606.html
[5] https://www.heise.de/news/Ubuntu-25-10-Rust-statt-C-Wayland-statt-X11-10722802.html
[6] https://www.heise.de/news/Linux-Simple-Wayland-Umgebung-soll-Xorg-beerben-10464066.html
[7] https://www.heise.de/news/Wayland-Wechsel-bei-Kubuntu-und-Fork-des-Xservers-Xorg-10457397.html
[8] https://github.com/X11Libre/xserver
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[10] mailto:dmk@heise.de

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  • 05. November 2025 um 17:30

software-architektur.tv: Teamwork – Müssen wir darüber sprechen?

Von Heise
Logo software-architektur.tv: Team Work – Müssen wir darüber sprechen?

(Bild: software-architektur.tv)

In dieser Episode gehen Aino Vonge Corry und Lisa Maria Schäfer der Frage nach, ob man heute überhaupt noch über Teamwork diskutieren muss.

In der IT müssen die meisten Softwareentwicklerinnen, -architekten und andere Rollen aus verschiedenen Gründen in Teams arbeiten. Wer überzeugt ist, dass das nicht immer einfach ist, und zudem denkt, über Teamwork sei schon alles gesagt worden, der sollte die neue Episode nicht verpassen: denn Aino Vonge Corry [1] und Lisa Maria Schäfer werden gemeinsam nochmals die wichtigsten Aspekte beleuchten – von Team Topologies über psychologische Sicherheit, Persönlichkeitstypen, Körpersprache, Remote-Arbeit in Teams bis hin zur ganz allgemeinen Kommunikation. Aino Vonge Corry und Lisa Maria Schäfer diskutieren all diese Themen und freuen sich auf Eure Fragen.

Aino Vonge Corry wird außerdem Ende November einen Vortrag beim Software Architecture Gathering [2]halten, mit dem Titel "Was wir aus 'Der Herr der Ringe' gelernt haben (sollten)".

Da Lisa Maria Schäfer vor der Kamera ist, wird sie dieses Mal keine Sketchnotes malen.

Livestream am 6. November

Die Ausstrahlung findet am Donnerstag, 6. November 2025, live von 13 bis 14 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat, Bluesky [4], Mastodon [5], Slack-Workspace [6] oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [7] einbringen.

software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, Blogger sowie Podcaster auf iX [8] und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren bindet iX (heise Developer) die über YouTube gestreamten Episoden im Online-Channel ein, sodass Zuschauer dem Videocast aus den Heise Medien heraus folgen können.

Weitere Informationen zur Folge finden sich auf der Videocast-Seite [9].


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[1] https://metadeveloper.com/about-me/
[2] https://conferences.isaqb.org/software-architecture-gathering/
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://bsky.app/profile/ewolff.com
[5] https://mastodon.social/web/@ewolff
[6] https://join.slack.com/t/softwarearchi-z7a7941/shared_invite/zt-1tulnbk2p-RfGUvFstUIqywdZFU3MhAw
[7] https://software-architektur.tv/
[8] https://www.heise.de/developer/Continuous-Architecture-2687847.html
[9] https://software-architektur.tv/
[10] mailto:map@ix.de

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  • 05. November 2025 um 12:00

Daily am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Oder nicht?

Von Heise
Kaffetrinken im Team

(Bild: sebra / Shutterstock.com)

Ich glaube zwar nicht an "Best" Practices, aber trotzdem frage ich manchmal danach. So auch bei der Frage, wann der beste Zeitpunkt für ein Daily ist.

Ein Daily, auch Stand-up oder Daily Scrum genannt, ist kein Status-Meeting. Es dient einerseits dazu, den Fortschritt in Richtung Sprint-Ziel zu hinterfragen. Das bedeutet schon mal, dass es ohne Sprint-Ziel kein Daily [1] benötigt, oder? Der andere Zweck des Dailys besteht im Planen des bevorstehenden Arbeitstags. Wer macht was, um das Team dem Ziel näherzubringen? Aufgrund dieses Zwecks habe ich das Daily lange Zeit am frühen Vormittag verortet.

Nach und nach hat sich mein Blick verändert, und das hat vor allem damit zu tun, dass in meinen Beratungsaufträgen ein Phänomen häufiger vorkommt: In den vergangenen Jahren treten immer mehr Entwickler an mich heran, um nach persönlichem Rat zu fragen. Es geht also nicht um Teamprobleme oder Fragen der gesamten Organisation, sondern um individuelle Herausforderungen, denen die einzelnen Personen gegenüberstehen. Dazu gehören Projektdruck, fehlende Wertschätzung und daraus resultierendes mangelndes Wohlbefinden.

Die häufigsten Fragen, die Antworten und die Tipps, die meine Kollegen und ich geben, haben wir unter dem Titel "Develop Happiness in 30 Weeks [2]" zusammengetragen; die Nutzung ist kostenlos. Und ein Tipp in dieser Sammlung betrifft meinen Umgang mit dem Daily.

Abschalten nach der Arbeit

Es geht darum, dass es bei hohem Projektdruck nicht leicht ist, nach der Arbeit abzuschalten. Viele Menschen nehmen die unerledigten Gedanken mit nach Hause und dort führen sie zum Grübeln und Nachdenken; ausgerechnet in einer Zeit, die sogar per Gesetz [3] eine "ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden" umfassen sollte.

Um diese Last zu vermeiden, empfehlen wir den Menschen, mit denen wir arbeiten, folgendes Vorgehen: Die letzten 15 Minuten der täglichen Arbeitszeit sollte jede Person der persönlichen Planung des nächsten Tages widmen. Von den üblichen 8 Stunden Arbeitszeit dürfen maximal 6 verplant werden. Der Plan soll aus einer kurzen Liste von To-dos bestehen. Wenn jede Aufgabe geschätzte 60 Minuten erfordert, wäre das also eine Liste von sechs Punkten; natürlich sind 6 Punkte à 60 Minuten ein Default.

Für manche Tätigkeiten passt vielleicht besser ein Punkt mit 360 Minuten. Die Zahl der To-dos darf und soll sich an die eigene Situation anpassen. Mehr als sechs Stunden dürfen es aber nicht werden. Die restlichen zwei Stunden sind für Unerwartetes reserviert. Doch damit nicht genug: Wenn die sechs Punkte abgearbeitet sind, muss man die Arbeit für den Tag beenden; vorausgesetzt der Arbeitgeber spielt mit, versteht sich. Stellt man im Laufe der Zeit fest, dass sechs Punkte und sechs Stunden nicht aufgehen, ändert man die Planung entsprechend. Wer regelmäßig nach vier Stunden fertig ist, fängt langsam an, mehr einzuplanen. Gleiches gilt für den Puffer von zwei Stunden für unerwartete Dinge.

Die Methode wirkt aus zwei Gründen:

Man bekommt an einem Arbeitstag endlich mal "alles" fertig; nicht alles, was im Backlog steht, aber alles, was der Tagesplan enthält. Gerade für Menschen, die eine "Ever-Growing To-Do List" haben und sich damit belasten, was sie alles nicht geschafft haben, ist das sehr wertvoll. Es funktioniert aber nur, wenn man die Arbeit wirklich beendet, sobald die geplanten Dinge erledigt sind.

Sauberer Abschluss

Die Planung am Ende des Arbeitstags sorgt nicht nur für einen Abschluss. Sie vermittelt darüber hinaus das Gefühl, dass man sich auch um die nicht erledigten Dinge gekümmert hat. Diese Dinge sind zwar nicht "done", aber man hat sie in geeigneter Weise behandelt.

Und wie passt das mit dem morgendlichen Daily zusammen?

Je mehr Leute im Team gegen Ende eines Arbeitstags mit der 6-Punkte-Planung den nächsten Tag planen, umso mehr bietet es sich an, das Team-Daily damit zu verbinden und es zum Beispiel auf den Nachmittag zu legen. Neben dem mentalen Vorteil für jedes einzelne Teammitglied kommt hinzu, dass man am nächsten Morgen ohne Regelmeeting in einen bereits geplanten Arbeitstag starten kann. Hier kann jeder die Startzeit nach seinem persönlichen Rhythmus wählen, falls nicht ein anderes Meeting die freigewordene Daily-Lücke füllt. Zusammengefasst bin ich immer mehr geneigt, meine ehemalige Best Practice "Daily am Morgen" aufzugeben.

Was denkt Ihr darüber? Schreibt doch mal in die Kommentare, ob und gegebenenfalls zu welcher Uhrzeit Euer Team ein Daily durchführt.

Erst Lesen, dann Handeln

Wenn Du die Themen, die ich im Blog anspreche, in Deiner Firma verbessern möchtest, komm' in unsere Leadership-Community für Softwareentwickler [4]. Sie wirkt auch ohne Führungsposition. Mit dem Code "heisedev" gibt’s den Heise-Rabatt für Interactive Members.


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[2] https://kutura.digital/develop-happiness
[3] https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__5.html
[4] https://kutura.digital/leadership
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  • 05. November 2025 um 10:19

Mobilfunkantennen: Telekom gegen Neueinstufung als kritische Infrastruktur

Von Achim Sawall
Die Bundesnetzagentur hat auf Nachfrage eine technische Begründung für ihren Vorstoß nachgeliefert. Telekom und die Standardisierung widersprechen.
Richtfunk bei einer 5G-Mobilfunkantenne (Bild: Telefonica / Jörg Borm)
Richtfunk bei einer 5G-Mobilfunkantenne Bild: Telefonica / Jörg Borm

Die Deutsche Telekom wendet sich gegen die Neueinstufung von Mobilfunkantennen als kritische Infrastruktur durch die Bundesnetzagentur, was den weiteren Einsatz von Huawei-Technik gefährden würde. Telekom-Sprecher Stephan Broszio sagte Golem auf Anfrage, man sei der Meinung, "dass zusätzliche Regulierungen Innovationen nicht verhindern sollten. Es geht um die beste Versorgung unserer Kundinnen und Kunden und um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands."

Auch hätten sich im Juli 2024 die drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber und die Bundesregierung auf eine Lösung verständigt, die verbleibende Sicherheitsrisiken minimiere. "Dazu unterzeichneten sie jeweils einen rechtsverbindlichen Vertrag mit der Bundesregierung, der weiterhin gültig ist."

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte im Juli 2024 klargestellt , dass es bei ihrem Vertrag mit den Mobilfunkbetreibern zum Umgang mit chinesischen Ausrüstern nicht um den Ausbau von Hardware geht. "Es geht um Technik, die in Rechenzentren etc. vernetzt ist. Es geht nicht um Hardware" , sagte Faeser am 11. Juli 2024. Öffentlich-rechtliche Verträge mit allen drei Betreibern würden aktuell unterzeichnet, betonte sie.

Betrachtung von aktuellen oder potenziellen internationalen Konflikten

Judith Henke, Sprecherin der Bundesnetzagentur, lieferte Golem am 5. November 2025 die technische Begründung nach: "Die Basisstationen im RAN übernehmen in der neuen Ausprägung der Funknetze zentrale Funktionen als Sicherheits- und Steuerungselemente und sind bezüglich der Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit als kritisch einzustufen." Die Behörde hatte den Entwurf für neue Anforderungen zur Konsultation (PDF) gestellt.

Diese Einstufung habe sich durch die Übernahme von logischen Funktionen in Richtung RAN und durch eine größere Breite der remoten Steuerungsmöglichkeiten der RAN-Komponenten "stark verfestigt" . Die Kritikalität bestätige sich bei Einbeziehung der erweiterten Funktionen und der damit verbundenen Ausfallszenarien in den Erfahrungen aus Naturkatastrophen und auch bei der Betrachtung von aktuellen oder potenziellen internationalen Konflikten.

"Wegen der modularen Architektur ist es nicht auszuschließen, dass sich Vorfälle und mögliche Angriffe auch auf mehrere Funkzellen oder ganze Regionen auswirken. In gleichem Maße können auch Vertraulichkeit und Integrität des Zugangsnetzwerks nicht mehr nur lokal betrachtet werden" , betonte die Sprecherin. Der Entwurf des neuen Sicherheitskatalogs der Bundesnetzagentur ist zur Kommentierung verteilt worden.

Standardisierungsebene hat sich nicht verändert

Auf Standardisierungsebene hat sich die Rolle der Base Station zwischen Release 15 und Release 18 jedoch nicht wesentlich verändert. Die Basisstationen arbeiten nicht unabhängig, sondern stets unter der Steuerung des Kernnetzes. Alle externen Schnittstellen der gNBs sind offene Schnittstellen, und die Nachrichten darüber sind detailliert spezifiziert. Daher ist genau bekannt, welche Eingaben eine gNB empfängt, und die Rolle der gNB ist weitgehend auf die Weiterleitung der Signalisierung zwischen UE und Kernnetz beschränkt. Ihre Funktion bei der Verwaltung von Funkressourcen ist lokal und den Operationen des Kernnetzes untergeordnet. Die gNodeB ist nicht für zentrale Netzwerkfunktionen und -maßnahmen verantwortlich, die maßgeblich zur Steuerung oder Verwaltung des Netzwerkzugriffs und -verkehrs dienen.

Damit scheint es wesentlich, die Rolle von US-Hyperscalern und US-Komponenten/-Technologie für die deutschen 5G-Kernnetzen zu hinterfragen, statt Basisstationen für kritisch zu erklären.

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  • 05. November 2025 um 18:39

Elektroautos: Wirtschaft kritisiert Verschiebung des Emissionshandels

Von Friedhelm Greis
Die EU-Mitgliedstaaten haben sich auf die Klimaziele für 2040 geeinigt. Dadurch könnte Geld für die Finanzierung der Kaufprämie für E-Autos fehlen.
Das Emissionshandelssystem ETS 2 soll fossile Brennstoffe teurer machen. (Bild: Pixabay)
Das Emissionshandelssystem ETS 2 soll fossile Brennstoffe teurer machen. Bild: Pixabay

Nach der Einigung der EU-Mitgliedstaaten auf neue Klimaschutzziele äußern mehrere Wirtschaftsverbände Kritik. "Mit der Verschiebung des ETS2 für Gebäude und Verkehr wird ausgerechnet jenes marktwirtschaftliche Leitinstrument geschwächt, das kosteneffizienten Klimaschutz ermöglichen sollte" , teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit . Ähnlich äußerte sich der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einer Stellungnahme .

Die Umweltminister der 27 EU-Mitgliedstaaten hatten sich zuvor darauf verständigt , bis zum Jahr 2040 den Ausstoß von Treibhausgasen um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Ein Anteil von 5 Prozent kann über "hochwertige internationale Emissionszertifikate" kompensiert werden. Der Europäische Rat beschloss darüber hinaus, die Einführung des EU-Emissionshandelssystems für Gebäude und Straßenverkehr (ETS 2) um ein Jahr auf 2028 zu verschieben.

Widerspruch zu Klimaschutzzielen

Nach Ansicht des VDA steht der Aufschub im Widerspruch zu der geplanten Reduzierung der CO 2 -Emissionen. "Wer solch weitreichende Klimaziele beschließt, darf nicht gleichzeitig die zentralen Instrumente zur Zielerreichung aufweichen" , sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller und fügte hinzu: "Statt eines klar planbaren, frühzeitigen CO 2 -Preissignals droht durch die Verschiebung ein klimapolitischer Rückschritt."

Diese Einschätzung wird vom BDEW geteilt. "Dieses marktwirtschaftliche Instrument hätte europaweit wichtige Preissignale für die Wärmewende und den Hochlauf der Elektromobilität gesetzt und ist eine zentrale Maßnahme für die Erreichung des gerade beschlossenen Klimaziels."

Der ETS 2 soll das Heizen und Tanken mit fossilen Brennstoffen teurer machen . Die Einnahmen aus dem Handel sollten unter anderem in den Europäischen Sozialfonds fließen und einkommensschwachen Haushalten zugutekommen.

Ausbau der Ladeinfrastruktur gefordert

Die Bundesregierung plant unter anderem, die Mittel aus dem Fonds für die Förderung der E-Mobilität einzusetzen . Wenn der ETS 2 verschoben wird, müsste die Kaufprämie für E-Autos daher ein weiteres Jahr mit Mitteln des Bundeshaushalts gefördert werden.

Nach Einschätzung des VDA ist "weiterhin nicht absehbar" , dass die Emissionen bis 2040 tatsächlich um 90 Prozent reduziert werden können. Um die Ziele erreichen zu können, müsse der Fokus im Verkehrssektor "vor allem auf der europaweiten Lade- und H 2 -Tankinfrastruktur liegen" . Dieser sei für den Erfolg der neuen Modelle auf den Straßen essenziell. Darüber hinaus müsse "der Beitrag, den grüne Moleküle wie Wasserstoff, biogene Gase und erneuerbare Kraftstoffe auf dem Weg zur Klimaneutralität leisten können, stärker berücksichtigt werden" .

Anlass für die EU-weite Einigung ist die anstehende Klimaschutzkonferenz COP30 in Brasilien. Auf der Konferenz soll besprochen werden, wie die Erderwärmung begrenzt werden kann. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen steuert die Erde mit der aktuellen weltweiten Klimapolitik bis zum Ende des Jahrhunderts auf 2,8 Grad Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit zu. Sehr wahrscheinlich werde das international vereinbarte 1,5-Grad-Ziel schon innerhalb des nächsten Jahrzehnts überschritten, heißt es im Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP vom 4. November 2025.

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  • 05. November 2025 um 17:55

Anzeige: Nur 2,51 Euro pro Kabel - 3er-Pack USB-Kabel nie günstiger

Von Claus Ludewig
Aktuell zahlt man für einen 3er-Pack USB-Ladekabel nur 2,51 Euro pro Kabel bei Amazon.
USB-Ladekabel Iniu DI-D5C historisch günstig im 3er-Pack bei Amazon (Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon)
USB-Ladekabel Iniu DI-D5C historisch günstig im 3er-Pack bei Amazon Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon

Zwar kann man mit USB-C schnell laden und muss sich beim Anstecken keine Gedanken machen, in welcher Richtung der Stecker anzuschließen ist, doch gibt es noch Milliarden Geräte mit USB-A. Wenn man nun ein Smartphone mit USB-C etwa am PC mit Strom versorgen möchte, ist ein passendes Ladekabel sinnvoll. Nun gibt es bei Amazon gleich einen 3er-Pack USB-C-auf-A-Kabel zum historisch niedrigen Preis. Doch dieses Bestpreis-Angebot gilt nur, solange der Vorrat reicht.

Was hat das USB-Ladekabel Iniu DI-D5C zu bieten?

Der chinesische Hersteller Iniu ist längst kein Geheimtipp mehr. Neben der beliebten Powerbank Iniu BI-B5 gehört auch das USB-A-auf-C-Kabel DI-D5C zu den Bestsellern des Unternehmens. Das Lade- und Datenkabel richtet sich an Nutzer, die Wert auf eine solide Verarbeitung und hohe Ladeleistung legen – auch ohne USB-C-Power-Delivery.

Schnellladen mit bis zu 15,5 Watt

Das Iniu DI-D5C unterstützt USB-Schnellladefunktionen mit einer maximalen Leistung von 15,5 Watt (5 Volt bei 3,1 Ampere). Die Begrenzung liegt in der Natur des USB-A-Steckers, der keine höheren Spannungen unterstützt. Für viele Geräte reicht diese Leistung jedoch aus, beispielsweise für Smartwatches oder einige Smartphones.

Ein Beispiel: Beim Samsung Galaxy S22 lädt der Akku laut Iniu in nur 30 Minuten von 5 auf 70 Prozent. Möglich wird das durch die Unterstützung des Samsung-Standards Super Fast Charging 2.0.

Im Gegenzug kann es praktisch sein, dass das Iniu DI-D5C auf einen USB-A-Stecker setzt. Schließlich lässt es sich somit beispielsweise an Desktop-PCs anschließen, da diese oftmals noch keinen USB-C-Anschluss zu bieten haben.

Datenübertragung mit 480 MBit/s

Das bis zu zwei Meter lange USB-C-Kabel eignet sich nicht nur zum Laden, sondern auch zum Datentransfer. Hier erreicht es eine USB-2.0-Geschwindigkeit von 0,48 GBit/s (480 MBit/s).

Robustes Design mit Flyweave-Geflecht

Optisch und haptisch erinnert das Kabel an einen hochwertigen Sportschuh: Das sogenannte Flyweave-Geflecht sorgt für Flexibilität, Abriebfestigkeit und eine lange Lebensdauer. Iniu setzt beim Innenleiter auf hochleitfähigen 28-AWG-Kupferdraht – eine vergleichsweise dicke Ader, die für einen stabilen Stromfluss sorgt.

Zusätzliche Details runden das Design ab: Eine Status-LED am USB-Stecker zeigt, ob gerade Strom fließt, und ein verstärkter Knickschutz an beiden Enden verhindert Kabelbrüche bei häufigem Biegen oder Ziehen.

Drei Kabel bekommen, aber nur 2,51 Euro pro Kabel zahlen

Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung verkauft Amazon das Iniu-DI-D5C-USB-Kabel im befristeten Angebot für nur 7,53 Euro. Da im Lieferumfang gleich drei Kabel mit unterschiedlichen Längen enthalten sind, zahlt man pro USB-A-auf-C-Kabel nur 2,51 Euro. Laut Amazon gilt dieses Angebot nur, solange der Vorrat reicht bzw. bis zum 13. November. Ein Blick in die Keepa -Preishistorie verrät, dass es dieses USB-Kabel im 3er-Pack noch nie günstiger zu kaufen gab.

Reklame

Iniu USB-C-Kabel DI-D5C [3 Stück 2m+2m+0,5m] 3.1A Ladekabel USB-C auf USB-A

Jetzt im befristeten Angebot

Preis, Daten und Fakten zum Iniu-DI-D5C-USB-Ladekabel

  • Mit 28AWG-Kupferdraht ist das Iniu-DI-D5C-USB-Ladekabel ausgerüstet. Zudem soll eine Ummantelung im Flyweave-Geflecht für hohe Flexibilität und eine lange Lebensdauer sorgen.
  • Das bis zu zwei Meter lange USB-C-Kabel eignet sich nicht nur zum Laden, sondern auch zum Datentransfer.
  • Einerseits besitzt es einen USB-C-Stecker, während andererseits ein USB-A-Stecker sitzt.
  • Aktuell verkauft Amazon das Iniu-DI-D5C-USB-Kabel im befristeten Angebot für nur 7,53 Euro. Dabei erhalten Käufer einen 3er-Pack und zahlen so nur 2,51 Euro pro USB-Kabel. Doch dieses Angebot gilt nur, solange der Vorrat reicht.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem.de eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

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  • 05. November 2025 um 17:42

Störungsmeldung vom 04.11.2025 14:12

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
04.11.2025 14:12
Region
Garching (a d Alz) (08634)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 04. November 2025 um 14:12
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