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Alle gegen Nvidia: Offener Standard "UALink" vernetzt KI-Cluster

Von Heise

Nvidia dominiert bei KI-Beschleunigern und koppelt sie per NVLink. Dagegen setzen AMD, Intel, Broadcom, Cisco und die Hyperscaler nun UALink und Ultra Ethernet.

Das explosive Marktwachstum bei den KI-Servern krempelt die Technik um. Nvidia dominiert nicht nur den Markt für KI-Rechenbeschleuniger, sondern dadurch mit dem proprietären NVLink wiederum die dafür nötige, superschnelle Vernetzungstechnik.

Deshalb kooperieren nun die Firmen AMD, Broadcom, Cisco, Google, HPE, Intel, Meta und Microsoft beim offenen Interconnect Ultra Accelerator Link (UALink). Dabei spielen auch Ultra Ethernet sowie der Compute Express Link (CXL) auf Basis von PCIe 5.0 eine Rolle.

Interconnect hängt an Rechenbeschleunigern

Cluster aus aktuellen KI-Hochleistungsrechenbeschleunigern sind anders miteinander vernetzt als etwa ältere Supercomputer. Der Interconnect ist in den einzelnen Rechenknoten nicht mehr an den Hauptprozessoren (CPUs) angebunden, sondern direkt an den KI-Beschleunigern (GPUs). Diese sind einerseits innerhalb des Knotens extrem schnell miteinander gekoppelt, um auch KI-Modelle schnell verarbeiten zu können, die nicht in den lokalen Speicher eines einzelnen Rechenbeschleunigers passen. Andererseits haben mehrere der KI-Beschleuniger auch externe Anschlüsse, um weitere Knoten über einen Switch mit hoher Bandbreite und niedriger Latenz zu erreichen.

Dabei setzt Nvidia seit einigen Jahren auf NVLink. [1] Vor vier Jahren hat das Unternehmen für sieben Milliarden US-Dollar den Netzwerk-Experten Mellanox zugekauft.

Blockschaltbild KI-Server mit AMD Instinct MI

Die 200G-Ethernet-Adapter zur Vernetzung mehrerer Server mit KI-Rechenbeschleunigern von AMD hängen an letzteren, nicht an der CPU.

(Bild: AMD)

Konkurrenz abgehängt

Innerhalb der einzelnen Knoten nutzen die jeweiligen Hersteller von KI-Beschleunigern proprietäre Verfahren wie AMD Infinity Fabric [2] oder den offenen Standard Compute Express Link (CXL) [3]. Der Ultra Accelerator Link soll künftig die externe Brücke zwischen maximal 1024 Knoten eines KI-Clusters bilden.

Mit Infiniband steht zwar seit Jahren ein schneller Interconnect für Cluster bereit. Anscheinend schreitet die Entwicklung dort aber nicht rasch genug voran, und es gibt nur (noch) wenige Firmen, die Infiniband-Hardware fertigen.

Bei Ethernet gibt es mehr Konkurrenz, und die Infrastruktur aus Kabeln und Switches ist flexibler nutzbar. Unter anderem Intel arbeitet bereits an 800G-Ethernet-Adaptern [4], Broadcom an Switch-Chips [5]. An der Spezifikation für 1,6-TBit-Ethernet wird bereits gewerkelt (IEEE P802.3dj draft [6]). Verfahren wie Remote DMA over Converged Ethernet (RoCE) [7] stehen zur Hochleistungsvernetzung von Clustern als Alternative zu Infiniband bereit.

Unter dem Dach der Linux Foundation arbeitet seit Ende 2023 das Ultra Ethernet Consortium (UEC) [8]. Es will Datentransfers auf allen Ebenen beschleunigen und optimieren: Physical Layer, Link Layer, Transport Layer und Software Layer.

Innerhalb der kommenden vier Monate will das Ultra Accelerator Link Consortium eine erste Version der Spezifikation veröffentlichen, sich formal gründen, und dann sicherlich eine Website einrichten. Bisher gibt es nur eine Pressemeldung [9], die wenige Tage vor der Computex 2024 herausgegeben wurde.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-9742371

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nvidia.com/de-de/data-center/nvlink/
[2] https://www.heise.de/news/Supercomputer-El-Capitan-Mehr-als-2-Exaflops-mit-AMD-Zen-4-und-Radeon-Instinct-4676080.html
[3] https://www.heise.de/news/PCI-Express-6-0-und-CXL-2-0-sollen-Server-umkrempeln-6324090.html
[4] https://www.heise.de/news/Intel-SmartNIC-Netzwerkadapter-mit-800-Gbit-s-fuer-Cloud-Rechenzentren-7084171.html
[5] https://www.heise.de/news/Broadcom-Tomahawk-5-Netzwerk-Chip-mit-ueber-51-2-TBit-s-7223216.html
[6] https://www.keysight.com/de/de/about/newsroom/news-releases/2024/0319-pr24-051-keysight-demonstrates-first-full-line-rate-1-6-ter.html
[7] https://www.heise.de/news/ARM-Serverprozessor-mit-Ethernet-RDMA-2177226.html
[8] https://ultraethernet.org/
[9] https://www.businesswire.com/news/home/20240530653602/en/
[10] https://www.heise.de/ct/
[11] mailto:ciw@ct.de

Copyright © 2024 Heise Medien

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  • 30. Mai 2024 um 20:33

Recht auf schnelles Internet: Erster Provider zur Mindestversorgung verpflichtet

Von Heise
Eine große Kabeltrommel mit orangefarbenem Kabel steht auf einer günen Wiese

Idylle ohne Internet.

(Bild: ThomBal/Shutterstock.com)

Nach langer Verzögerung hat die Bundesnetzagentur erstmals einen Internetanbieter verpflichtet, einen Haushalt mit Mindestbandbreite zu versorgen – ohne Kabel.

Eigentlich hätte die Bundesnetzagentur schon spätestens Anfang März 2023 erste Provider dazu verdonnern müssen [1], nicht ans Internet angeschlossenen Haushalten hierzulande eine Mindestversorgung auf Basis des seit Anfang Juni 2022 bestehenden Rechts auf "schnelles" Internet [2] anzubieten. Denn damals stand bereits fest, dass zumindest in einem Dutzend Fälle kein Telekommunikationsunternehmen einen angemessenen Internetanschluss zur Verfügung stellen konnte. Mit einem Jahr Verspätung war es inzwischen soweit: Im März 2024 verpflichtete die Regulierungsanbieter erstmals einen Internetanbieter, einen Haushalt in Niedersachsen mit Internet- und Telefondiensten zu versorgen.

Dies hat die Bundesregierung in einer jetzt veröffentlichten Antwort [3] auf eine Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion erklärt. Die Abgeordneten warfen der Regierung darin vor, das Recht auf schnelles Internet nicht umzusetzen. Dem widerspricht das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), ohne Details zu nennen.

Laut einem Bericht [4] von Netzpolitik geht es um ein Grundstück im niedersächsischen Mittelstenahe bei Cuxhaven. Es sei keiner der in der Region ausbauenden Provider – Telekom und EWE – zur Mindestversorgung angewiesen worden, sondern der Satellitenanbieter Starlink.

Tausende Haushalte fühlen sich unterversorgt

Zwischen Juni 2022 und Februar 2024 erreichten die Bundesnetzagentur der Regierung zufolge insgesamt 5581 Eingaben über eine mögliche Unterversorgung. Die meisten Beschwerden kamen demnach von Bürgern sowie juristischen Personen aus Niedersachsen und Bayern. Seit 2021 seien 6451 Vorgänge ohne Verfahren eingestellt worden.

In 29 Fällen habe der Regulierer seit Juni 2022 eine Unterversorgung festgestellt, die etwa 46 Standorte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen (NRW), Hamburg und Bayern betreffen, schreibt das BMDV. Der Löwenanteil entfalle mit 16 Entscheidungen auf Bayern, wo Altbauten betroffen seien. Elf Feststellungen betrafen laut der Antwort Niedersachsen, jeweils eine Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Dabei handele es sich mit einer Ausnahme um Neubauten.

13 Unterversorgungserklärungen seien zwischenzeitlich aufgehoben worden, da die Grundlage für eine formale Verpflichtungsentscheidung entfallen war. In allen diesen Fällen seien "kurzzeitig realisierte Versorgungsmöglichkeiten" über Mobilfunk oder Festnetz geschaffen worden oder würden in absehbarer Zeit sichergestellt.

Höhere Mindestbandbreiten lassen auf sich warten

Die Netzagentur brachte anfangs eine Größe von bis zu 330.000 potenziell von einer Unterversorgung betroffener Haushalte ins Spiel. Das BMDV geht nun davon aus, dass diese Zahl "aufgrund von Verbesserungen am Festnetz gesunken ist". Zu beachten sei zudem, dass Versorgungsmöglichkeiten über Satelliten- und Mobilfunk nicht mit in die erste Sondierung eingeflossen seien.

Gegenüber dem Bundesrat sagte die Bundesregierung Mitte 2022 zu [5], sie werde Mitte 2023 die mit dem Rechtsanspruch verknüpfte Mindestbandbreite im Download von derzeit 10 MBit/s auf mindestens 15 MBit/s sowie auch die Mindestbandbreite im Upload anheben. Letztere beträgt derzeit 1,7 MBit/s. Das Versprechen hat die Regierung noch immer nicht eingelöst [6].

Das BMDV beharrt darauf, dass eine Novelle der Verordnung über die Mindestanforderungen für das Recht auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten [7] (TKMV) erst auf Grundlage einer Evaluation eingeleitet werden könne. Letztere sei nun nach dem Einholen mehrerer Gutachten "weit vorangeschritten".


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-9742415

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Unterversorgung-Regulierer-hat-noch-keinen-Provider-zum-Anschluss-verpflichtet-8989241.html
[2] https://www.heise.de/news/TKG-Novelle-Bundestag-beschliesst-schnelles-Internet-fuer-alle-6024446.html
[3] https://dserver.bundestag.de/btd/20/114/2011415.pdf
[4] https://netzpolitik.org/2024/mindestversorgung-mit-internet-starlink-soll-angeblich-deutsche-breitbandluecken-schliessen
[5] https://www.heise.de/news/Bundesrat-sattelt-beim-fuer-Recht-auf-schnelles-Internet-nicht-drauf-7137031.html
[6] https://www.heise.de/news/Bundesregierung-haelt-Zusage-fuer-Recht-auf-schnelleres-Internet-nicht-9288816.html
[7] https://www.heise.de/news/TKG-Novelle-Bundestag-beschliesst-schnelles-Internet-fuer-alle-6024446.html
[8] mailto:vbr@heise.de

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  • 30. Mai 2024 um 18:48

Business? Nein, danke!

Von Golo Roden

(Bild: Andrii Yalanskyi/Shutterstock.com)

Software zu entwickeln bedeutet, Code zu schreiben. Um die Business-Aspekte sollen sich andere kümmern. Ist die Welt für Entwickler wirklich so einfach?

Viele Menschen fürchten sich davor, Fehler zu machen. Ich persönlich sehe das ein wenig anders: Ich finde es per se nicht schlimm, wenn etwas misslingt. Natürlich freue ich mich über einen Erfolg mehr als über einen Misserfolg, aber man kann aus Fehlern eine ganze Menge lernen, und das wiederum ist unglaublich viel wert. Einen Fehler, den ich selbst vor langer, langer Zeit gemacht habe, beobachte ich immer wieder bei zahlreichen Entwicklerinnen und Entwicklern – und so "schön" Fehler in gerade eben genanntem Sinne sind: Denselben Fehler immer und immer wieder zu machen, ist letztlich ineffizient, auch wenn es jeweils unterschiedliche Personen betrifft.

Ein Entwicklertraum?

Worum geht es? Vor rund 15 Jahren, irgendwann zwischen 2009 und 2011, arbeiteten ein befreundeter Entwickler und ich in unserer Freizeit, also abends und am Wochenende, an einem gemeinsamen Projekt, das wir uns überlegt hatten. Technisch gesehen zielte unser Vorhaben darauf ab, den Zugang zu Downloads zu beschränken, oder besser gesagt: Zu kontrollieren. Wir wollten beispielsweise Downloads nur für eine begrenzte Zeit verfügbar machen, oder sie nur im Tausch gegen einen Zugangscode ermöglichen, oder ausschließlich für bestimmte Nutzerinnen und Nutzer freischalten. Wir hatten uns damals überlegt, dass das ein unglaublich praktischer und durchaus wertvoller Service werden könnte, etwa für E-Books, digitale Musik oder Video-Streaming.

Die Idee war, dass wir die Software bereitstellen würden, die legitime Zugriffe auf digitale Inhalte ermöglichen und gleichzeitig die Rechte der Urheber schützen würde. Wir stellten uns vor, dass das ein riesiger Markt sein müsste. Und wir hatten alles, was das Entwicklerherz begehrt: Unsere Codebase war extrem gut strukturiert, der Code war sauber und aufgeräumt, wir hatten für praktisch alles Unit- und Integrationstests und so weiter. Und natürlich hatten wir auch einen bedeutsamen Namen und, ganz wichtig, ein schickes Logo. Das Einzige, was uns fehlte, waren Kunden. Und noch viel schlimmer: Wir hatten absolut keine Idee, wie wir potenzielle Kunden hätten identifizieren oder gar ansprechen sollen.

Technik, aber kein Business

Und genau das ist der typische Fehler, den viel zu viele Entwicklerinnen und Entwickler machen: Zu glauben, man bräuchte nur ein technisch herausragendes Produkt, und der Rest würde dann von alleine passieren. Die Realität ist aber: Wenn man ein technisch herausragendes Produkt hat, dann hat man genau das – ein technisch herausragendes Produkt. Aber außer einem selbst weiß niemand davon, und deshalb kauft es auch niemand. Wenn man nicht weiß, wie man ein Produkt vermarktet und wie man ein Business rund um ein Produkt aufbaut, dann kann man es sich eigentlich schon fast sparen, überhaupt mit der Entwicklung anzufangen.

Und dabei hatten wir bis zu diesem Punkt sogar eine ganze Menge richtig gemacht: Wir hatten uns gut organisiert, wir haben die Arbeit sinnvoll auf uns beide verteilt, wir waren uns einig über Aspekte wie Qualität, Zeit und Kosten, wir hatten einen guten Draht zueinander und damit auch eine gute Kommunikation, und so weiter. Und all diese Dinge, die man üblicherweise wahrscheinlich unter Schlagwörtern wie "Projektmanagement" und auch "Teambuilding" zusammenfassen würde, selbst diese sind ja schon nicht selbstverständlich!

Denn wie viele Teams gibt es, die bereits daran scheitern? Die keinen guten Entwicklungsprozess haben? Wo ständig umgeplant wird, weil es (wenn man mal ehrlich wäre) gar keinen wirklichen Plan gibt? Wo das Verhältnis zwischen Entwicklung und Management von gegenseitigem Misstrauen und Missgunst geprägt ist? Und so weiter?

Noch mehr Probleme

Doch selbst wenn wir das mit der Vermarktung und der Kundenansprache hinbekommen hätten, wären wir rasch an einem ganz anderen Punkt gescheitert, über den wir vorher ebenfalls nicht nachgedacht hatten: Wir hatten uns nämlich keinerlei Gedanken gemacht, wie wir ein Unternehmen um das Ganze herum aufbauen könnten. Zu jenem Zeitpunkt waren wir beide sehr unerfahren, was das Thema "Gründen" angeht. Wir hatten keinerlei Ahnung von den rechtlichen Aspekten, von Rechtsformen, Verträgen, Buchhaltung, Steuern und all den Themen, die dazu gehören.

Und deshalb, so hart das auch ist, muss ich mir rückblickend eingestehen: Das, was wir damals gemacht haben, war kein "Start-up", auch wenn wir damals beide der Illusion nachhingen, dass es sich so anfühlen würde. Es war de facto noch nicht einmal eine Geschäftsidee. Tatsächlich waren wir, ganz realistisch betrachtet, einfach nur zwei Jungs, die ihren Spaß daran hatten, gemeinsam ein bisschen auf der grünen Wiese zu programmieren. Und wenn das das Ziel ist, dann ist ein solches Vorgehen auch völlig in Ordnung. Aber für das, womit die meisten von uns Geld verdienen, dafür genügt das allein nicht. Dafür braucht es mehr.

Raus aus der technischen Komfortzone

Und ich weiß, das ist etwas, das viele Entwicklerinnen und Entwickler nicht gerne hören, weil sie es sich in ihrer technischen Komfortzone bequem gemacht haben, aber: Wenn man Software entwickelt, um damit Geld zu verdienen – völlig unabhängig davon, ob man nun selbstständig ist, ein eigenes Unternehmen hat oder in einem Unternehmen angestellt ist – dann ist es fahrlässig, sich auf die Position zurückzuziehen, man sei lediglich für den Code zuständig.

Denn, und das ist entscheidend: Software wird nicht deshalb entwickelt, weil es so faszinierend ist, Software zu entwickeln. Sondern Software wird entwickelt, weil es da draußen (hoffentlich) jemanden gibt, dessen fachliche Probleme man damit löst. Um das aber zielgerichtet und effizient machen zu können, muss man nicht nur über das notwendige Domänenwissen verfügen, sondern es ist auch enorm hilfreich, wenn man versteht, wie das Ganze drumherum funktioniert: Wie Projektplanung funktioniert, wie man Zeit und Ressourcen plant, wie man Aufwände schätzt, wie man mit Risiken umgeht, wie man ein Team aufbaut, wie man wertschätzend kommuniziert, wie man eine Marke aufbaut, wie man verkauft, wie man Werbung macht, wie man über das, was man macht, berichtet – sei es in Blogs, in Artikeln, auf Meetups, auf Konferenzen oder sonst wo – und wie das Business hinter all dem funktioniert.

"Aber das betrifft mich doch gar nicht!"

Nun werden viele Entwicklerinnen und Entwickler sicherlich nicht mit all diesen Punkten aktiv in Berührung kommen, und gerade wenn man in einem größeren Unternehmen arbeitet, dann werden dort für die meisten Aspekte, die ich gerade genannt habe, eigene Teams vorhanden sein, wie zum Beispiel ein Marketing- oder ein Sales-Team. Aber auch mit diesen Teams gibt es am Ende des Tages Berührungs- und Anknüpfungspunkte.

Denn – und ich weiß, dass die Realität oft leider ganz anders aussieht – auch ein Marketing-Team kann nur das bewerben, was in der Entwicklung vorhanden ist, und vor allem auch nur das, was es von dem Vorhandenen wirklich verstanden hat. Deshalb ist es hilfreich, wenn Entwicklerinnen oder Entwickler wissen, wie Marketing funktioniert, damit sie besser mitreden und proaktiv Vorschläge machen können. Und das gilt natürlich nicht nur für das Marketing: Das gilt gleichermaßen für Sales, für Legal, für HR, und so weiter. Und natürlich muss man nicht alles aus diesen Bereichen wissen, aber es hilft, eine grobe Vorstellung zu haben und die grundlegenden Konzepte zu kennen.

"Business ist langweilig …"

Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Wenn mich jemand vor 15 Jahren nach diesen Themen gefragt hätte, hätte ich geantwortet, dass ich das weder als meine Aufgabe ansehen würde (denn ich habe mich als reinen Entwickler verstanden), noch dass ich Zeit oder gar Lust gehabt hätte, mich mit diesen Themen zu befassen (denn ich habe mich, wie gesagt, als reinen Entwickler verstanden). Ich hätte überhaupt nicht gewusst, warum ich mich mit diesen Themen beschäftigen sollte, und ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass das auch nur ansatzweise Spaß machen könnte. Und heute?

Ich bin so froh, dass ich das heute anders sehe. Und das beginnt schon auf unserem YouTube-Kanal [2]: Jedes Video, das wir veröffentlichen, muss zeit- und ressourcentechnisch eingeplant werden. Es gilt, diverse rechtliche Aspekte zu beachten. Es gibt auch steuerliche Aspekte zu berücksichtigen. Einen guten Titel zu finden, einen passenden Beschreibungstext zu verfassen, das ist Marketing. Jedes Mal, wenn ich sage: "Und falls Du das noch nicht gemacht hast, dann abonniere jetzt unseren Kanal", dann ist das ein Pitch, mit dem ich versuche, jemanden als dauerhafte Zuschauerin oder als dauerhaften Zuschauer zu gewinnen.

Daher: Falls Sie das noch nicht gemacht haben, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, unseren Kanal zu abonnieren [3]! Und wenn Sie das machen, dann denken Sie daran, auch die Glocke zu aktivieren, damit Sie von YouTube über neue Videos von uns benachrichtigt werden.

Marketing in der Praxis

Wer diesen Blogpost im Anschluss gleich noch einmal liest, wird feststellen, dass ich nicht einfach nur sage, dass Entwicklerinnen und Entwickler meiner Meinung nach dies und jenes tun sollten, aus diesen und jenen Gründen, sondern ich habe das Ganze mit einer persönlichen Geschichte verknüpft. Auf diesem Weg hebe ich das Thema nämlich auf eine emotionale Ebene und mache es lebendiger und greifbarer.

Das nennt man übrigens Storytelling, und auch das ist ein Begriff aus dem Marketing. Das heißt, dass vieles von dem, was ich in diesem Blogpost angesprochen habe, durchaus praktisch sein kann, aber dass einem im Alltag oft gar nicht direkt bewusst ist, wo das alles drinsteckt. Deshalb kann ich nur noch einmal sagen: Ich wünschte, ich hätte vieles über all diese Themen deutlich früher gewusst. Und ich kann jeder und jedem nur nahelegen, sich damit zu beschäftigen. Wie es in dem Film "Matrix" so schön heißt: "Ich kann Dir nur die Tür zeigen. Durchgehen musst Du selbst."

PS: Für alle, die zu diesem Thema mehr erfahren wollen, veranstaltet die the native web GmbH ab dem 8. Juli 2024 eine Webinarreihe: "Business-Grundlagen für Entwickler" [4].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-9733902

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[2] https://www.youtube.com/@thenativeweb
[3] https://www.youtube.com/@thenativeweb
[4] https://www.thenativeweb.io/techlounge/masterclass
[5] mailto:map@ix.de

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  • 29. Mai 2024 um 08:17

Vor 50 Jahren: Das Netz der Netze wird der Fachwelt vorgestellt

Von Heise

Im Mai 1974 schlug die erste Definition des Transmission Control Protocol wie eine Bombe ein. Das feierte das IEEE kürzlich als erste Keimzelle des Internets.

Das Internet hat bekanntlich viele Geburtstage. Am 19. Mai war so einer, jedenfalls für das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE). Im Mai 1974 erschien nämlich in der Verbandszeitschrift "IEEE Transactions on Communication" der Aufsatz "A Protocol For Packet Network Intercommunication" von Vinton Cerf und Robert Kahn. Der Fachwelt wurde erstmals die Idee eines Transmission Control Protocol (TCP) vorgestellt, das sich eignet, um aus mehreren paketvermittelnden Netzen ein Netzwerk der Netzwerke aufzubauen. Es sollte das Network Core Protocol des Arpanet ablösen.

Zum 50. Geburtstag gibt es gleich mehrere Veranstaltungen, denn neben dem speziellen IEEE-Geburtstag würdigte das IEEE auch den Xerox Alto Computer, das Ethernet und den Laserdrucker. Den Abschluss bildete eine Veranstaltung im Computer History Museum. Zum Auftakt wurden drei IEEE-Milestone-Plaketten am PARC-Forum des Stanford Research Institute [1] angebracht. Sie sollen an die herausragenden Erfindungen erinnern, die am damals von Xerox unterhaltenen Palo Alto Research Center (PARC) [2] gemacht wurden.

Eine Plakette erinnert an den Xerox Alto als Urvater der Personal Computer [3], mit dem der Mythos vom großen Benutzeroberflächenraub [4] verbunden ist. Eine weitere Plakette feiert den ebenfalls an PARC entwickelten Laserdrucker mit dem nerdigen Namen EARS (Ethernet-Alto Research Character Generator Scanning Laser Output Terminal) und eine dritte Plakette das am PARC entwickelte Ethernet beziehungsweise den IEEE-Standard 802.3. Ethernet-Erfinder Bob Metcalfe [5] erhielt im Jahre 2023 den Turing Award und war bei dieser im Stream abrufbaren Hybrid-Veranstaltung zusammen mit Vint Cerf vor Ort.

Arpanet, ALOHAnet und TCP

Der extrem rührige und gut vernetzte Metcalfe war auch derjenige, der nach den Erinnerungen von Vint Cerf Ende 1973 nach einer Computerkonferenz im britischen Brighton Cerf den Herausgebern der IEEE vorstellte. Metcalfe zeigte den Teilnehmenden, wie das Arpanet funktioniert und erklärte sein Ethernet mitsamt den Wurzeln im ALOHAnet [6], das Norman Abramson entwickelt hatte. Cerf gab einen ersten Einblick in die Überlegungen von Robert Kahn und ihm. Diese sollten schließlich zu TCP führen und an den Erläuterungen Cerfs ist auch gut zu erkennen, wie und warum das veraltete NCP-Protokoll des Arpanets abgelöst wurde.

Nach der Konferenz arbeitete er zusammen mit seinem Partner Robert Kahn [7] fieberhaft an dem für die IEEE vorgesehenen Artikel (PDF) [8], der in der Fachwelt wie eine Bombe einschlug. Aus diesem Grund feierte das IEE zusammen mit Cerf und Kahn am vergangenen Wochenende die Veröffentlichung des Artikels [9].

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war TCP weit davon entfernt, ein fertig definiertes Protokoll zu sein. Der an der Unversität von Kalifornien lehrende Informatiker Cerf [10] überließ es seinen Studenten, die Details des Protokolls auszuarbeiten. "Ich musste für zwei Wochen weg und beauftragte nach der groben Skizze Yogen Dalal [11] und Carl Sunshine [12], die Details zu beschreiben", erzählte Cerf die Entstehung im Buch "Soul of the Internet". Dementsprechend finden sich auch die Namen der beiden Promovierenden im RFC-Dokument 675 [13], mit dem TCP im Dezember 1974 im Arpanet angekündigt wurde.

Doch aus heutiger Sicht muss die Liste um Gérard Le Lann und Hubert Zimmermann erweitert werden. Die beiden Franzosen waren 1974 Sommergäste an der Universität von Kalifornien. Daheim arbeiteten sie am Projekt Cyclades, das ihr Professor Louis Pouzin [14] ins Leben gerufen hatte. Die Spuren dieser Zusammenarbeit finden sich in den Fußnoten zu RFC 675. Pouzin war zuvor Teilnehmer einer französischen Delegation gewesen, der das Arpanet vorgestellt wurde und entwickelte mit Cyclades und den Cigales genannten "Datagrams" die französische Variante eines paketvermittelnden Datennetzes. Im April 1974 besuchten Vint Cerf und Bob Kahn das Institut von Pouzin in Frankreich. Zurück in Kalifornien begann die detaillierte Arbeit an TCP.

Das aller-allererste Internet-Datenpaket schickte ein zur mobilen Sendestation umgerüsteter Lieferwagen (Brotlaster) 1977 auf eine Rundreise über mehrere Länder und Kontinente, Satellitenstrecken eingeschlossen.

(Bild: Stanford Research Institute)

"Ich habe eine sehr lebendige Erinnerung daran, wie Bob Metcalfe, Le Lann und ich auf dem Boden meines Hauses in Palo Alto riesige Diagramme malten, wie das System arbeiten sollte." Sie finden sich als ASCII-Kunstwerk im erwähnten RFC 675, dem ersten Dokument, in dem von einem Internet die Rede ist.

Transmission Control Protocol/Internet Protocol

Dieses Request-Dokument war erst der Anfang der technischen Entwicklung des Internet Transmission Control Protocol. "Im Frühjahr 1976 begannen wir, das Protokoll in zwei Hälften aufzuteilen. Ich wechselte von der Universität zu ARPA und arbeitete dort unter der Leitung von Bob Kahn," erinnerte sich Cerf später an die Entstehung von TCP/IP, die mit ihren vielen "Requests for Comment" im RFC 9293 dokumentiert ist [15]. Zu diesem Teil der weitschweifigen Internetgeschichte gehörten auch Tests, wie jener des "Brotlasters", der 1976 das erste TCP-Paket auf eine transkontinentale Internetrundreise [16] schickte. Die große Umstellung erfolgte nach vielen Testläufen erst im Januar 1983 [17].

Vint Cerf und Bob Kahn waren auch bei der Online-Gedenkfeier zum 50. Jahrestag des IEEE-Artikels über TCP [18] dabei. Mit von der Partie war auch die Informatikerin Judy Estrin, die TCP als Doktorandin unter Cerf auf Herz und Nieren getestet hat. Ihr Vater Jerry Estrin war der Professor, der Vint Cerf als Assistent an die Universität von Kalifornien holte und seine Dissertation betreute. Jerry Estrins Ehefrau, die Informatikerin Thelma Estrin [19] war die erste Vizepräsidentin der IEEE.

Die Feier ging am Montag mit einem Stream aus dem Computer History Museum [20] weiter, allerdings unter etwas anderen Vorzeichen. Es wurde diskutiert, wie nach dem TCP-Vorschlag von Cerf und Kahn das IEEE 802-Standardisierungs-Komitee (PDF) [21] entstand und was es mit den Plaketten für den Xerox Alto, das Ethernet und den Laserdrucker auf sich hat.

Außerdem wurde eine weitere Milestone-Plakette vergeben. Sie ging an Googles Page Rank [22], den Algorithmus, der zur Gründung von Google in den Jahren 1996 bis 1998 führte. Entsprechend der nichtstofflichen Natur des Algorithmus gibt es nur eine virtuelle Gedenk-Plakette. Sie könnte der 80-jährige Vint Cerf annehmen, der nunmehr als "Chief Internet Evangelist" seit 2001 bei Google angestellt ist [23]. Dort arbeitet er an dem interplanetarischen Internet als nächster Entwicklungsstufe von TCP [24].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-9725646

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.sri.com/press/story/sri-to-be-presented-with-three-ieee-milestones-for-innovations-that-have-transformed-our-lives/
[2] https://www.heise.de/news/Vor-50-Jahren-Xerox-eroeffnet-das-Forschungszentrum-PARC-4800890.html
[3] https://www.heise.de/news/Desktop-Pionier-Einblick-in-den-Source-Code-des-Xerox-Alto-2429865.html
[4] https://www.heise.de/blog/Der-grosse-Benutzeroberflaechenraub-3911701.html
[5] https://www.heise.de/news/Turing-Award-fuer-Ethernet-Erfinder-Bob-Metcalfe-8116158.html
[6] https://www.heise.de/news/Surfin-in-the-USA-zum-Tode-des-Informatikers-Norman-Abramson-4988176.html
[7] https://www.heise.de/news/TCP-IP-Entwickler-erhalten-den-Turing-Award-2004-135628.html
[8] https://www.cs.rice.edu/~eugeneng/teaching/f07/comp529/papers/ck74.pdf
[9] https://ieee-region6.org/2024/ieee-triple-milestone-event-50th-anniversary-internet-tcp-ip/#i50
[10] https://optimism.ucla.edu/profiles/cerf/
[11] https://ethernethistory.typepad.com/about.html
[12] https://ieeexplore.ieee.org/author/38275605600
[13] https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc675
[14] https://www.internethalloffame.org/inductee/louis-pouzin/
[15] https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc9293
[16] https://www.heise.de/select/ct/2021/27/2120416053681489063
[17] https://www.heise.de/news/Vor-30-Jahren-Arpanet-stellte-auf-TCP-IP-um-1775269.html
[18] https://ieee-region6.org/2024/ieee-triple-milestone-event-50th-anniversary-internet-tcp-ip/#i50
[19] https://ethw.org/Thelma_Estrin
[20] https://computerhistory.org/
[21] https://grouper.ieee.org/groups/802/802%20overview.pdf
[22] https://www.heise.de/hintergrund/Das-steckt-hinter-dem-Google-Algorithmus-4691138.html
[23] https://spectrum.ieee.org/vint-cerf
[24] https://www.heise.de/meinung/Einfach-neue-Software-hochladen-275768.html
[25] https://www.heise.de/ct/
[26] mailto:dz@ct.de

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  • 25. Mai 2024 um 08:45

Entwickler-Infotag online am 11. Juni 2024 zu .NET 9.0, C# 13.0 und KI

Von Dr. Holger Schwichtenberg

(Bild: Pincasso/Shutterstock.com)

Der eintägige Online-Infotag widmet sich diversen Themen rund um die kommenden Versionen von C# und .NET sowie KI-unterstützte Softwareentwicklung.

Im zwölften Jahr in Folge organisiere ich auch 2024 wieder einen Infotag für Softwarearchitektinnen und -architekten sowie Entwicklerinnen und Entwickler im Umfeld von .NET, der auch dieses Jahr wieder als eintägiges Online-Event stattfinden wird. Wie immer bei den Infotagen von www.IT-Visions.de erhalten die Teilnehmenden von den prominenten Sprechern eine geballte Informationsladung und eine unabhängige Meinung ohne Sponsoreneinfluss. Beim letzten Infotag im Mai 2023 hatten wir 361 zufriedene Teilnehmende. Neben allen Themen rund um .NET 9.0 bieten wir dieses Jahr als besonderes Highlight einen Vortrag zur KI-unterstützten Softwareentwicklung.

Vorträge beim Softwareentwickler-Update 2024

  1. Neuerungen in .NET 9.0: SDK, Runtime, Basisklassen
  2. Aktuelle Updates für Visual Studio 2022
  3. Neuerungen in C# 13.0
  4. Neuerungen in .NET Multi-Platform App UI (MAUI) 9.0
  5. Neuerungen für Windows-Desktop-Entwickler (Windows Forms 9.0, WPF 9.0, WinUI3 1.x)
  6. Neuerungen für Webentwickler in ASP.NET Core 9.0 und Blazor 9.0
  7. Neuerungen beim Datenbankzugriff mit Entity Framework Core 9.0
  8. KI-unterstützte Softwareentwicklung mit OpenAI, Azure OpenAI und Copilot
  9. Frage- und Antwort-Runde mit allen Vortragenden

Sprecher

An diesem Infotag werden neben meiner Person [1] drei weitere bekannte .NET-Experten und Microsoft Most Valuable Professionals (MVPs) vortragen: André Krämer [2], Thomas Claudius Huber [3] und Rainer Stropek [4]. Sie stehen den Teilnehmenden im Rahmen der Veranstaltung wie immer auch für alle individuellen Fragen gerne zur Verfügung.

Kurze Fakten

Dienstag, 11.06.2024
von 9.00 bis ca. 18.00 Uhr
Online-Live-Event via Zoom inkl. Aufzeichnung

15 Prozent Rabatt mit diesem Gutscheincode für Blogleserinnen und -leser:
IT24-HD-15-A

Preis mit Gutscheincode: 169 Euro statt 199 Euro, bei Gruppenanmeldungen (ab drei Personen): 139 Euro

Weitere Informationen und das Anmeldungsformular sind unter it-visions.de [5] verfügbar.


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Links in diesem Artikel:
[1] http://www.it-visions.de/about/experte.aspx/Hschwichtenberg
[2] http://www.it-visions.de/about/experte.aspx/Akraemer
[3] http://www.it-visions.de/about/experte.aspx/Thuber
[4] http://www.it-visions.de/about/experte.aspx/Rstropek
[5] https://it-visions.de/[QBLOG]/infotag
[6] mailto:mai@heise.de

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  • 24. Mai 2024 um 14:00

Anklage und mögliche Millionenstrafen wegen Robocalls mit Deepfake-Biden

Von Heise
Jo Biden lächelnd vor zwei Mikrofonen

Der echte Biden (Bild) war not amused (nicht im Bild).

(Bild: Weißes Haus)

Automatisierte Anrufe mit KI-generierter Biden-Stimme sollten Wähler in die Irre führen. Sie könnten den Auftraggeber ins Gefängnis führen.​

New Hampshire erhebt vier Anklagen gegen Steve Kramer, der Anfang des Jahres Bürger mit automatisierten Anrufen (Robocalls) belästigt und dabei eine Deepfake-Stimme US-Präsident Joe Bidens eingesetzt hat. Zusätzlich drohen Millionenstrafen der Telecom-Regulierungsbehörde FCC. Kramer ist zum grundsätzlichen Sachverhalt geständig und behauptet, mit den Anrufen auf die Gefahren von Deepfakes [1] aufmerksam machen zu wollen. Er ließ den KI-generierten Biden sagen, dass die Wähler nicht zur Vorwahl gehen sollen.

Bei der Vorwahl entscheiden wahlberechtigte Einwohner New Hampshires, wer die Kandidaten der Parteien der Demokraten sowie der Republikaner sind, die bei der Wahl im November auf dem Stimmzettel stehen werden. Der Vorwahl in New Hampshire kommt stets besondere Aufmerksamkeit zugute, weil es die erste im Reigen der US-Vorwahlen ist.

Wählerunterdrückung

Kramer engagierte sich in der Kampagne eines Demokraten-Politikers, der Präsidentschaftskandidat seiner Partei werden wollte – ein Wunsch mit geringen Erfolgsaussichten, möchte doch der amtierende US-Präsident Joe Biden wieder antreten. Die KI-generierte Biden-Stimme empfahl den Angerufenen, nicht zu wählen, um sich ihre Stimme für die Präsidentenwahl im November "aufzuheben". Tatsächlich dürfen Wahlberechtigte sowohl bei der Vorwahl als auch bei der eigentlichen Wahl im November jeweils eine Stimme abgeben. Außerdem soll sich Kramer bei den Anrufen fälschlich als Kandidat ausgegeben haben.

Der Rat, sich die Stimme "aufzuheben", ist irreführend; wer darauf hereinfällt, verliert seinen Einfluss bei der Vorwahl, ohne bei der eigentlichen Wahl einen Vorteil zu haben. Hätte Kramer die richtigen Leute hereingelegt, hätte das die Chancen "seines" Kandidaten verbessert. Dieser gibt an, von Kramers Machenschaften nichts gewusst zu haben, und distanziert sich ausdrücklich davon. Der Auftragnehmer, der die falsche Biden-Stimme generiert hat, gibt das ebenfalls zu, will aber nichts vom geplanten Einsatzzweck gewusst haben. Er ist nicht angeklagt. Biden gewann die Vorwahl haushoch.

Nun erhebt New Hampshire Anklage gegen Kramer: 13 Mal wegen des Verbrechens der Wählerunterdrückung, worauf jeweils 3,5 bis 7 Jahre Haft stehen, und 13 Mal wegen des Vergehens, sich fälschlich als Kandidat auszugeben, wofür Geldstrafen drohen. Jeweils 13, weil Kramer für den Prozess 13 Anrufe nachgewiesen werden sollen. Diese gingen an Anschlüsse in vier verschiedenen Countys, weshalb sich Kramer gleich vier parallelen Strafprozessen stellen muss. Das hat Justizminister John Formella, ein Republikaner, am Donnerstag bekanntgegeben [2].

FCC-Verfahren auch gegen Netzbetreiber

Die FCC (Federal Communications Commission) hat ebenfalls ein Verfahren gegen Kramer eröffnet (Az. FCC 24-59). Sie möchte ihm eine Geldstrafe von Höhe von sechs Millionen US-Dollar aufbrummen. Einerseits ist es in den USA illegal, Anrufe zu Mobiltelefonen sowie Festnetzanschlüssen in Privatwohnungen "mit künstlicher oder voraufgezeichneter Stimme" [3] durchzuführen, sofern der Angerufene nicht vorab zugestimmt hat. Andererseits soll Kramer auch gegen das Verbot gefälschter Rufnummern (Caller-ID) verstoßen haben.

Laut Medienberichten ließ er es so aussehen, als kämen die Anrufe vom Anschluss einer ehemaligen Parteivorsitzenden der Demokraten in New Hampshire. Die Dame kam unschuldig zum Handkuss.

Zwei Millionen Dollar Strafe möchte die FCC über den Netzbetreiber Lingo Telecom verhängen (Az. FCC 24-60). Dieser soll die Anrufe in Kramers Auftrag vermittelt und dabei mit digitalen Signaturen nach STIR/SHAKEN signalisiert haben, dass die angezeigte Caller-ID korrekt sei. STIR/SHAKEN ist gerade ein Mittel im Kampf gegen Telefon-Spam [5]. Der Netzbetreiber wäre verpflichtet gewesen, die Identität des Auftraggebers zu prüfen (Know Your Customer, KYC), soll diese Pflicht aber nicht erfüllt haben.

Die Strafverfahren heißen alle State of New Hampshire v. Steven Kramer und tragen folgende Aktenzeichen: 211-2024-CR-00211 (Belknap County Superior Court), 215-2024-CR-00203, 215-2024-CR-00204, 215-2024-CR-00205 (Grafton County Superior Court), 217-2024-CR-00443, 217-2024-CR-00444 (Merrimack County Superior Court) sowie 218-2024-CR-00480 (Rockingham County Superior Court).


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/EU-Studie-Forscher-sehen-durch-Deepfakes-die-Demokratie-gefaehrdet-6224455.html
[2] https://www.doj.nh.gov/news/2024/20240523-kramer-voter-suppression.html
[3] https://www.heise.de/news/Auch-Telefon-Spam-mit-KI-Stimme-ist-Spam-9623364.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/news/STIR-SHAKEN-Nordamerika-signiert-Rufnummern-im-Kampf-gegen-Spam-6127147.html
[6] mailto:ds@heise.de

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  • 23. Mai 2024 um 21:31

FreshRSS 1.24.0

Von Alkarex

A few highlights ✨:

  • New shareable user query mechanism to share lists of articles by HTML, RSS, OPML
    • Deprecates RSS sharing with master token
  • New CLI for database backup & restore
  • New JSON scraping mode to consume JSON data and JSON Feeds
  • New support for HTTP POST
  • New option to automatically add labels to incoming articles
  • New button to download a feed configuration as OPML
  • Many bug fixes

This release has been made by several contributors: @aledeg, @Alkarex, @andris155, @CilgaIscan, @cn-tools, @den13501, @eta-orionis, @Frenzie, @FromTheMoon85, @gmgall, @hkcomori, @jakopo87, @laxmanpradhan, @loviuz, @math-GH, @MayMeow, @OctopusET, @PedroPMS, @roughnecks, @soniyaprasad77, @th0mcat, @thomasrenes, @tiborepcek, @wolfpld, @yzqzss, @zukizukizuki
and several newcomers @eta-orionis, @gmgall, @hkcomori, @jakopo87, @jgtorcal, @krm-shrftdnv, @laxmanpradhan, @loviuz, @PedroPMS, @roughnecks, @soniyaprasad77, @th0mcat, @zukizukizuki

Full changelog:

  • Features
    • New shareable user query mechanism to share list of articles by HTML, RSS, OPML #6052
      • Deprecates RSS sharing with master token
    • New JSON scraping mode to consume JSON data #5662, #6317,
      #6369, #6476
    • New support for JSON Feeds #5662
    • New support for HTTP POST #5662
    • New options to automatically add labels to incoming articles #5954
    • New button to download a feed configuration as OPML #6312
    • Web scraping support more encodings such as EUC-JP #6112
    • Web scraping support password-protected queries (refactor some cURL options and use CURLOPT_USERPWD) #6177
    • Web scraping HTTP GET allow UTF-8 even when charset is far from top #6271
    • Allow manual refresh of disabled feeds #6408
    • Allow multiple authors on enclosures #6272
    • New system option in data/config.php for number of feeds to refresh in parallel from UI #6124
  • CLI
  • API
    • New compatible app Read You #4633, #6050
    • Reduce API memory consumption #6137
    • Allow negative feed IDs for future special cases #6010
    • Only return OK for requests without query parameters #6238
  • Bug fixing
    • Better account for some edge cases for cron and automatic labels during feed refresh #6117
    • Better support for thumbnails in RSS feeds #5972
    • Auto-update PostgreSQL or MariaDB / MySQL databases for column details changes since FreshRSS 1.21.0 #6279
      • For SQLite, DB update require running ./cli/db-backup.php ; ./cli/db-restore.php --force-overwrite
    • Fix SQLite import of exports produced before FreshRSS 1.20.0 #6450
    • Fix SQLite release handle to fix deleting users on Microsoft Windows #6285
    • Fix to allow admins to create user even when there are Terms Of Service #6269
    • Fix updating the uncategorized category deletes the title #6073
    • Fix disable master authentication token #6185
    • Fix CSS selector preview #6423
    • Fix CSS selector encoding #6426
    • Fix export of CSS selector in OPML of individual feeds #6435
    • Fix OPML import of CURLOPT_PROXYTYPE #6439
    • Fix favicon with protocol-relative URLs have duplicate slashes #6068
    • Fix feed TTL+muted logic #6115
    • Fix apply mark as read to updated articles too #6334
    • Fix ZIP export on systems with custom temp folder #6392
    • Fix number of posts per page during paging #6268
    • Fix clipboard sharing UI #6301
    • Fix shortcut for clipboard sharing #6277
    • Fix user-query filter display #6421
  • SimplePie
  • Security
    • Replace iframe allow attribute #6274
  • Deployment
    • Disable unused PHP modules in our Debian-based Docker image #5994
  • UI
  • i18n
  • Extensions
    • Sanitize parsing list of extensions names and version number #6016,
      #6155, Extensions#214, #6186
    • Apply filter actions such as mark as read after the entry_before_insert hook for extensions #6091
    • New developer command to test all third-party extensions Extensions#228, #6273
      • composer run-script phpstan-third-party
    • New function Minz_Extension::amendCsp() for extensions to modify HTTP headers for Content Security Policy #6246
    • New property FreshRSS_Entry::isUpdated() for extensions to know whether an entry is new or updated #6334
  • Compatibility
    • Fix PHP 7.4 compatibility for automated tests #6038, #6039
    • Fix PHP 8.2+ compatibility for e-mails #6130
    • Use PHP 8.3+ #[\Override] #6273
  • Misc.
  • 23. Mai 2024 um 11:54

IoT: So wollen Forscher das Internet der Dinge per Satellit ausweiten​

Von Heise
Eine runde Dishy-Antenne für Starlink steht in einer Wiese

Ein Klassiker: Die runde "Dishy"-Antenne für Starlink

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Um mehr Geräte ans Internet anzuschließen, gelten Starlink & Co als Mittel der Wahl. Doch oft bleiben nur kurze Zeitfenster für Datenaustausch.​

Ein neues Modell zur effektiveren Anbindung von Geräten ans Internet haben katalanische Wissenschaftler entwickelt. Sie wollen das Internet of Things (IoT) durch bessere Synchronisierung der Verbindungszeiten mit Satelliten unterstützen, konkret mit erdnahen Konstellationen wie Starlink, OneWeb und das geplante Kuiper [1]. Aktuell sind geschätzt 15 Milliarden Objekte wie Autos, Bewässerungssensoren, Wetterstationen und autonome Drohnen Teil des Internets der Dinge. Bis 2030 soll sich diese Zahl verdoppeln. Eines der Haupthindernisse auf dem Weg dorthin: Viele der Geräte stehen an entlegenen Orten ohne Mobilfunk.

Als beste Lösung gelten dann Satellitennetzwerke. Doch oft bleiben aufgrund Besonderheiten auf beiden Seiten nur kurze Zeitfenster für den Datenaustausch, sodass ausgefeilte Abstimmung nötig ist. Guillem Boquet und Borja Martínez von der Wireless-Networks-Gruppe des interdisziplinären Instituts der Universitat Oberta de Catalunya (UOC) in Barcelona zeigen in einer jetzt veröffentlichten Studie [2] Möglichkeiten zu verbesserter Koordination zwischen Objekten auf der Erde und erdnahen Satelliten [3] (LEO für Low Earth Orbit).

Für die Nutzung dieser Trabanten spricht Boquet zufolge viel: "Sie benötigen weniger Sendeleistung, um eine zuverlässige Kommunikation zu erreichen." Das spart Energie, verlängert die Batterielebensdauer und reduziert damit Wartungskosten. Außerdem sind die Satellitenverbindungen günstiger als andere Anbindungen und bieten bessere Abdeckung.

IoT-Geräte sind in der Regel batteriebetrieben und verfügen über regelmäßige Schlaf- und Aktivitätsintervalle, um Energie zu sparen. Für diese Arbeitszyklen sind sogar eigene Standards etabliert. Da LEO-Satelliten aber nicht unbedingt ununterbrochene Abdeckung bieten, kommt es den Forschern zufolge zu kleinen, unregelmäßigen Kommunikationsfenstern. Entscheidend seien daher "fortschrittlichere Synchronisierungsstrategien", um passgenauen und zuverlässigen Zugriff sicherzustellen.

Erfolgreicher Test mit dem Mini-Satelliten Enxanet

Um die Ansprüche beider Seiten unter einen Hut zu bringen, ist eine Vorhersage der Verbindungsfenster erforderlich. Die Wissenschaftler haben ein Modell entwickelt, das Satellitenumlaufbahnen ausgehend von einem bekannten Ausgangspunkt berechnet. Dieser Ansatz hat aber seinen Preis: Die Berechnung braucht Energie, ebenso die Aktualisierung der Daten, falls die tatsächlichen Gegebenheiten abweichen. Ein erster Test der Lösung in einer realen Kommunikationssituation mit dem Nanosatelliten Enxaneta der katalanischen Regierung [4] ist vielversprechend verlaufen: Die Satellitenzugriffsrate habe sich um bis zu 99 Prozent verbessert, was eine langfristige Netzwerkverbindung gewährleiste, berichten die Forscher. Gleichzeitig sei der Energieverbrauch minimiert worden.

Als Nächstes möchte das Team die Kosten-Nutzen-Analyse der Implementierung des Modells unter Berücksichtigung verschiedener Anwendungen, Dienstnetzwerke, Arten von Satellitenkonstellationen, IoT-Geräten und Kommunikationsverfahren eruieren, dann energiesparende Modi vorschlagen und umsetzen. Mittelfristig soll sich die Lösung automatisch den Kommunikationsbedürfnissen und den sich ändernden Bedingungen nicht-terrestrischer Netzwerke anpassen.


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[1] https://www.heise.de/news/Amazon-bringt-erste-Prototypen-seines-Satelliteninternets-in-den-Orbit-9325384.html
[2] https://ieeexplore.ieee.org/document/10190364
[3] https://www.heise.de/thema/Satellit
[4] https://www.fullsdenginyeria.cat/lenxaneta-senlaira-amb-exit
[5] mailto:ds@heise.de

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  • 22. Mai 2024 um 21:49

Softwareentwicklung trifft Business: Ankündigung der tech:lounge Masterclass

Von Golo Roden
Distance,Education,Online,Learning,Concept.,Robot,Teacher,,Abstract,Classroom,Interior

(Bild: Besjunior/Shutterstock.com)

Die the native web GmbH veranstaltet ab dem 1. Juli 2024 insgesamt zwölf Webinare zu den Themen KI, Business-Grundlagen, Accessibility und DSGVO.

Im Sommer veranstaltet die the native web GmbH insgesamt zwölf Webinare aus den Themenbereichen Künstliche Intelligenz, Business-Grundlagen, Accessibility und DSGVO.

Die Webinare finden ab dem 1. Juli jeweils montags, mittwochs und freitags von 9:00 Uhr bis 12:30 Uhr statt und vermitteln die aktuellen Themen der zeitgemäßen Softwareentwicklung auf anschauliche und verständliche Art in Theorie und Praxis. Die Themenauswahl umfasst sowohl grundlegende als auch fortgeschrittene Themen.

KI-gestützte Softwareentwicklung (Details anzeigen [1])

  • 01.07. – OpenAI, Prompts & Co. in der Praxis
  • 03.07. – GitHub Copilot effizient nutzen
  • 05.07. – KI rechtssicher lokal ausführen

Business-Grundlagen für Entwickler (Details anzeigen [2])

  • 08.07. – Projektmanagement für Entwickler
  • 10.07. – Marketing, Copy-Writing & Co.
  • 12.07. – Von der Gründung bis zur Rechnung

Accessibility rechtssicher umsetzen (Details anzeigen [3])

  • 19.08. – Einführung in moderne Accessibility
  • 21.08. – Zeitgemäße Techniken und Werkzeuge
  • 23.08. – Strategien für gelungene Accessibility

Die DSGVO in der Praxis (Details anzeigen [4])

  • 26.08. – Praktische Einführung in die DSGVO
  • 28.08. – Die DSGVO rechtskonform umsetzen
  • 30.08. – Weiterführende Themen und Compliance

Die Webinare werden als Livestream durchgeführt, sodass man einfach und bequem teilnehmen kann – ganz gleich, ob von zu Hause oder aus dem Büro. Für Fragen steht ein Chat zur Verfügung.

Der Preis beträgt 179 Euro pro Webinar. Wer drei Webinare aus einem Themenbereich als Paket bucht, erhält mehr 25 % Rabatt gegenüber der Einzelbuchung, der Preis beträgt dann 399 Euro. Darüber hinaus gelten noch einmal günstigere Konditionen für Teams. Alle Preise verstehen sich jeweils zuzüglich 19 % Umsatzsteuer.

Im Preis enthalten ist neben der Teilnahme am Livestream auch der Zugriff auf die Aufzeichnung des Webinars und die Codebeispiele.

Alle weitergehenden Informationen und eine Buchungsmöglichkeit finden sich auf der Webseite der tech:lounge Masterclass [5].


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https://www.heise.de/-9715006

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[1] https://www.thenativeweb.io/techlounge/ai-aided-software-development
[2] https://www.thenativeweb.io/techlounge/business-essentials-for-developers
[3] https://www.thenativeweb.io/techlounge/implementing-accessibility
[4] https://www.thenativeweb.io/techlounge/gdpr-in-practice
[5] https://www.thenativeweb.io/techlounge/masterclass
[6] mailto:map@ix.de

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  • 21. Mai 2024 um 10:31

heise-Konferenz zu Storage, Server, Network: Programm ist online

Von Heise

(Bild: iX)

Im Oktober startet in Hamburg die S2N, die heise-Konferenz zu Storage, Server, Network. Jetzt ist das Programm online. Frühbucher können kräftig sparen.

Am 9. Oktober beginnt in Hamburg die S2N, die zweitägige heise-Konferenz zu Storage, Server, Network. Jetzt steht das Vortragsprogramm [1]. Für begrenzte Zeit gibt es noch Tickets mit einem sehr attraktiven Frühbucherrabatt: Für Very Early Birds kostet das Ticket bis zum 3. Juni nur 399 Euro, statt 499 zum regulären Preis.

Die S2N [2] gibt Administratoren und IT-Leitern Gelegenheit, sich intensiv mit modernen Speicherlösungen, Netzwerkarchitektur und -management, Trends und Praxiserfahrungen von Kollegen auseinanderzusetzen. Die Konferenz führt die Speicherkonferenz storage2day mit neuem Namen, breiterem Themenkonzept und noch einmal erweitertem Vortragsprogramm fort. In Hamburg finden jetzt vier Tracks parallel statt.

In den Vorträgen geht es um die aktuellen Herausforderungen, denen sich RZ-Profis heute entgegensehen: Der Umstieg auf Open-Source-Virtualisierung von Servern und Storage, etwa mit Proxmox, Ceph und OpenStack ist genauso ein Thema wie das praktische Umsetzen moderner Netzwerk-Konzepte wie EVPN Fabric oder die Herausforderungen, die Machine Learning an die Infrastruktur im Rechenzentrum stellt. Hier können Administratoren vor allem von den Erfahrungen im High Performance Computing profitieren, denn der KI-Boom lässt Enterprise-IT und HPC zusammenrücken. Daneben kommen auch die Security-Themen nicht zu kurz, etwa der Schutz vor Ransomware, die Wiederherstellung nach einem Totalausfall oder das Absichern des Active Directory mit Tiering-Konzepten.

Veranstalter der S2N sind iX, das Magazin für professionelle IT, und der dpunkt.verlag. Wer über den Verlauf der Konferenz informiert werden möchte, kann sich auf der Konferenz-Website für den Newsletter [3] eintragen.


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[1] https://s2n.heise.de/programm.php
[2] https://s2n.heise.de/
[3] https://s2n-heise.de/
[4] https://s2n-heise.de/index.php
[5] https://s2n-heise.de/location.php
[6] https://s2n-heise.de/programm.php
[7] https://www.heise.de/ix/
[8] mailto:ulw@ix.de

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  • 21. Mai 2024 um 12:30

Mobile communications: The O2 network gets a digital twin

Von Heise

(Bild: Telefónica Deutschland)

Telefónica Deutschland can draw on a digital twin of its own mobile network for network planning and fault management.

Telefónica Deutschland has created a "digital twin" of its mobile network that shows the current state of the network and can help analyze problems. The tool resembles an interactive map of the network and was developed internally, the company announced on Tuesday.

The digital twin shows the status of the network's 28,000 antenna sites, routers and other hardware as well as over 50,000 fiber optic or radio relay links in real time. With the help of the software, Telefónica's network technicians can see in detail how the individual components are working and how the network is utilized.

"Real-time information and routes"

"The digital network twin provides us with comprehensive real-time information and routes - like a map app for the network," explains CTO Mallik Rao. "We work ten times faster with the self-developed application than with previous tools. We can optimize our network in a more targeted manner, better identify performance restrictions and identify alternative transport routes more quickly."

Telefónica Deutschland also wants to be able to react more quickly to disruptions with the tool. The digital twin can be used to simulate failure scenarios and various solutions - for example, which routes are suitable for bypassing failed hardware and how they cope with additional load. In an emergency, the digital twin then suggests sensible alternative routes.

The company also hopes to gain insights into how to cope with the growing volume of data on the network. According to the company, mobile data usage in O2's network is increasing "exponentially". In 2023, the network will have processed 4.8 billion gigabytes of mobile data.

A digital twin is the digital representation of a physical object or process. This digital image makes it possible to carry out simulations and analyses without affecting the real object. A digital twin can be built for machines, real estate or immaterial processes or even entire cities [1]. It combines all information and functions.


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https://www.heise.de/-9724574

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Digitaler-Zwilling-Entwicklung-vom-3-D-Stadtmodell-zur-Metaverse-City-7459718.html?from-en=1
[2] mailto:vbr@heise.de

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  • 21. Mai 2024 um 11:16

Mobilfunk: Das O2-Netz bekommt einen digitalen Zwilling

Von Heise

(Bild: Telefónica Deutschland)

Für Netzplanung und Störungsmanagement kann Telefónica Deutschland auf einen digitalen Zwilling des eigenen Mobilfunknetzes zurückgreifen.

Telefónica Deutschland hat einen "digitalen Zwilling" seines Mobilfunknetzes geschaffen, der den aktuellen Zustand des Netzes abbildet und bei der Analyse von Problemen helfen kann. Das Tool gleicht einer interaktiven Karte des Netzes und wurde intern entwickelt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Der digitale Zwilling bildet den Status der 28.000 Antennenstandorte, Router und andere Hardware sowie über 50.000 Glasfaser- oder Richtfunkstrecken des Netzes in Echtzeit ab. Mithilfe der Software können Netztechniker von Telefónica detailliert nachvollziehen, wie die einzelnen Komponenten funktionieren und wie das Netz ausgelastet ist.

"Echtzeitinformationen und Routen"

"Der digitale Netz-Zwilling versorgt uns mit umfassenden Echtzeitinformationen und Routen – wie eine Karten-App fürs Netz", erklärt CTO Mallik Rao. "Mit der selbstentwickelten Applikation arbeiten wir zehnmal schneller als mit bisherigen Tools. Wir können unser Netz zielgerichteter optimieren, Performanceeinschränkungen besser erkennen und alternative Transportrouten schneller identifizieren."

Telefónica Deutschland will mit dem Tool auch schneller auf Störungen reagieren können. Anhand des digitalen Zwillings lassen sich Ausfallszenarien und verschiedene Lösungsansätze simulieren – etwa welche Routen sich eignen, um ausgefallene Hardware zu umgehen, und wie die mit zusätzlicher Last klarkommen. Im Ernstfall schlägt der digitale Zwilling dann sinnvolle Alternativrouten vor.

Auch im Hinblick auf die Bewältigung der wachsenden Datenmengen im Netz verspricht sich das Unternehmen Erkenntnisse. Die mobile Datennutzung im Netz von O2 [1] steigt laut Unternehmensangaben "exponentiell an". Im Jahr 2023 habe das Netz 4,8 Milliarden Gigabyte an mobilen Daten verarbeitet.

Ein digitaler Zwilling ist die digitale Repräsentation eines physischen Objekts oder Prozesses. Dieses digitale Abbild ermöglicht es, Simulationen und Analysen durchzuführen, ohne das reale Objekt zu beeinträchtigen. Ein digitaler Zwilling kann für Maschinen, Immobilien oder immaterielle Prozesse oder auch ganze Städte [2] gebaut werden. Er fasst sämtliche Informationen und Funktionen zusammen.


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https://www.heise.de/-9724470

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/O2
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Digitaler-Zwilling-Entwicklung-vom-3-D-Stadtmodell-zur-Metaverse-City-7459718.html
[3] mailto:vbr@heise.de

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  • 21. Mai 2024 um 08:30

FCC chief wants to secure the Border Gateway Protocol

Von Heise
Routerports mit Ethernetkabeln

(Bild: Maximumm/Shutterstock.com)

The Internet has been susceptible to data routing errors. RPKI would remedy this, but ISPs are not obliged to do so. The head of the FCC wants to change that.

The routing tables of the Internet (Border Gateway Protocol, BGP) are susceptible to manipulation. Through "BGP hijacking", data traffic is maliciously rerouted, foisted or brought to a standstill. In addition, incorrect entries are made by mistake, resulting in disruptions. The Chairman of the US regulatory authority FCC, Jessica Rosenworcel, now wants to oblige US broadband providers to at least take precautions against erroneous incorrect routes.

Resource Public Key Infrastructure (RPKI) is used for this purpose. Only once RPKI has been rolled out can the next security measure, BGPsec, which offers better protection against deliberate BGP hijacking, take effect. Rosenworcel wants to convince her four colleagues at the FCC that the agency should require US broadband providers to secure their data routes with RPKI.

The nine largest ISPs in the country will also have to submit reports: A secret report outlining their plans to implement RPKI, as well as quarterly public progress reports that should also show whether the implementation plan is reasonable. Rosenworcel cites [1] unspecified security warnings from US intelligence agencies, as well as the results of an FCC investigation from 2022 and a Border Gateway Protocol Security Workshop from last summer.

Delay due to the abolition of net neutrality

The problem of unsecured data routes has been known for a long time. Even when BGP was introduced in 1989, experts pointed out that traffic on the internet could easily be redirected so that attackers could see, change or simply make the data traffic disappear. Little happened for a long time. About 20 years ago, cryptographic protection of the routing system was finally designed using RPKI and BGPsec. However, implementation has been slow, even though state attackers, particularly from Russia, have repeatedly attacked the Internet infrastructure.

However, it is easy to explain why the FCC is only now taking action: shortly before the end of Donald Trump's term of office as US President, the FCC withdrew its responsibility for internet regulation. In this way, the Republican majority in the FCC at the time managed to abolish net neutrality. And after Democrat Joe Biden took office, Republicans in the US Parliament prevented the appointment of a Democratic FC Commissioner for a long time.

It was only a few weeks ago that the FCC was able to regain responsibility for regulating internet service providers and reintroduce net neutrality [2]. This will take effect at the end of June. Accordingly, it now makes sense to tackle further aspects of internet regulation.

BGP and RPKI

The BG protocol (RFC 1105) specifies the exchange of information between routers, because of which they can identify the best route for the data packets transmitted between their networks – the Autonomous Systems (AS) –. The border routers record the best paths in routing tables. The Border Gateway Protocol suffers from the fact that it originates from a time when people still trusted each other in the network. Anyone can declare any route they want, there are no automatic controls.

In so-called prefix hijacking, an attacker passes off the prefixes of his victims as his own. For example, the attacking network can announce more specific addresses from the victim's network or claim to offer a shortcut to certain IP address blocks. Routers without RPKI simply have to believe this.

With RPKI (RFC 6840 plus over 40 other RFCs [3]), Route Origin Authorizations (ROA ) can be used to determine which IP prefixes an autonomous system is responsible for. If it suddenly announces other IP prefixes, this triggers an alarm. This is primarily intended to prevent the frequently occurring errors when announcing routes. Perhaps the best-known example of this is the redirection of YouTube traffic to Pakistan Telecom.

BGPsec dreams of the future

Theoretically, there has also been a weapon against deliberate BGP hijacking since 2017: BGPsec (RFC 8204) [4]. It secures the routing information on its way through the network. Instead of simply checking the authenticity of the origin of a route announcement, the aim is to ensure that no manipulation occurs along the path. However, it would only help if, firstly, RPKI was rolled out and, secondly, all network operators switched to BGPsec at the same time so that unsigned information could be ignored. Such a changeover is not in sight, because this would require the replacement of many routers and the network operators would have considerable additional work to manage all the BGPsec keys required for each routing hop.

In addition, BGPsec requires that the issuers of the cryptographic certificates are trusted. However, if these bodies are under state control, there may not be much to be gained. This is because most manipulations are the result of perpetrators from corrupt countries or even state actors pursuing their own interests. They could also issue certificates that give their attacks the appearance of legitimacy.


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[1] https://docs.fcc.gov/public/attachments/DOC-402579A1.pdf
[2] https://www.heise.de/news/USA-Die-Netzneutralitaet-ist-wieder-da-9698966.html?from-en=1
[3] https://blog.apnic.net/2021/03/15/which-rpki-related-rfcs-should-you-read/
[4] https://datatracker.ietf.org/doc/html/rfc8205
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 17. Mai 2024 um 23:36

Neu in .NET 8.0 [22]: Neues Steuerelement OpenFolderDialog für WPF

Von Dr. Holger Schwichtenberg

(Bild: charnsitr/Shutterstock.com)

Microsoft liefert in .NET 8.0 nach vielen Jahren erstmals wieder ein neues Steuerelement für die Windows Presentation Foundation.

Viele Jahre lang gab es keine neuen Steuerelemente für die Windows Presentation Foundation (WPF). In .NET 8.0 liefert Microsoft nun einen neuen Dialog (Klasse Microsoft.Win32.OpenFolderDialog) für das Auswählen von Ordnern im Dateisystem (siehe Listing).

Es öffnet sich der Standarddialog des Windows-Betriebssystems. Realisiert wurde die Klasse Microsoft.Win32.OpenFolderDialog aber nicht von Microsoft selbst, sondern dem Community-Mitglied Jan Kučera [1].

OpenFolderDialog openFolderDialog = new OpenFolderDialog()
{
    Title = "Select folder to open ...",
    InitialDirectory = 
      Environment.GetFolderPath(Environment.SpecialFolder.ProgramFiles),
};

string folderName = "";
if (openFolderDialog.ShowDialog() == true)
{
    folderName = openFolderDialog.FolderName;
}

So zeigt sich der neue WPF-Dialog in Windows 11.

(Bild: Screentshot (Holger Schwichtenberg))


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[1]  https://github.com/miloush
[2] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-1-Start-der-neuen-Blogserie-9574680.html
[3] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-2-Neue-Anwendungsarten-9581213.html
[4] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-3-Primaerkonstruktoren-in-C-12-0-9581346.html
[5] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-4-Collection-Expressions-in-C-12-0-9581392.html
[6] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-5-Typaliasse-in-C-12-0-9594693.html
[7] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-6-ref-readonly-in-C-12-0-9602188.html
[8] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-7-Optionale-Parameter-in-Lambda-Ausdruecken-in-C-12-0-9609780.html
[9] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-8-Verbesserungen-fuer-nameof-in-C-12-0-9616685.html
[10] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-9-Neue-und-erweiterte-Datenannotationen-9623061.html
[11] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-10-Plattformneutrale-Abfrage-der-Privilegien-9630577.html
[12] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-11-Neue-Zufallsfunktionen-9637003.html
[13] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-12-Eingefrorene-Objektmengen-9643310.html
[14] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-12-Leistung-von-FrozenSet-9649523.html
[15] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-14-Neue-Waechtermethoden-fuer-Parameter-9656153.html
[16] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-15-Geschluesselte-Dienste-bei-der-Dependency-Injection-9662004.html
[17] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-16-Neue-Methoden-fuer-IP-Adressen-9670497.html
[18] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-17-Zeitabstraktion-fuer-Tests-mit-Zeitangaben-9675891.html
[19] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-18-Ein-Zeitraffer-mit-eigenem-FakeTimeProvider-9683197.html
[20] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-19-Razor-HTML-Rendering-in-beliebigen-NET-Anwendungen-9691146.html
[21] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-20-Neue-Code-Analyzer-fuer-NET-Basisklassen-9706875.html
[22] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-20-Neue-Code-Analyzer-fuer-ASP-NET-Core-9710151.html
[23] https://www.heise.de/blog/Neu-in-NET-8-0-22-Neues-Steuerelement-OpenFolderDialog-fuer-WPF-9722901.html
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  • 17. Mai 2024 um 14:59

FCC-Chefin will das Border Gateway Protocol absichern

Von Heise
Routerports mit Ethernetkabeln

(Bild: Maximumm/Shutterstock.com)

Das Internet ist seit jeher anfällig für Fehler beim Datenrouting. RPKI würde abhelfen, ISPs sind dazu aber nicht verpflichtet. Die FCC-Chefin will das ändern.​

Die Routingtabellen des Internet (Border Gateway Protocol, BGP) sind anfällig für Manipulation. Durch "BGP-Hijacking" wird Datenverkehr böswillig umgeleitet, untergeschoben oder zum Erliegen gebracht. Hinzu kommen irrtümlich falsche Einträge, die Störungen nach sich ziehen. Die Vorsitzende der US-Regulierungsbehörde FCC, Jessica Rosenworcel, will US-Breitbandanbieter nun dazu verpflichten, zumindest Vorkehrungen gegen irrtümlich falsche Routen zu setzen.

Dazu dient Resource Public Key Infrastructure (RPKI). Erst wenn RPKI ausgerollt ist, kann die nächste Sicherheitsmaßnahme BGPsec greifen, die besseren Schutz gegen absichtliches BGP-Hijacking bietet. Rosenworcel möchte ihre vier Kollegen in der FCC davon überzeugen, dass die Behörde US-Breitbandanbieter dazu verpflichtet, ihre Datenrouten mit RPKI abzusichern.

Die neun größten ISP des Landes sollen außerdem Berichte vorlegen müssen: Einen geheimen Bericht, der ihre Pläne zur Einführung von RPKI darlegt, sowie quartalsweise öffentliche Fortschrittsberichte, die auch zeigen sollen, ob der Umsetzungsplan vernünftig ist. Zur Begründung verweist Rosenworcel [1] auf nicht spezifizierte Sicherheitswarnungen von US-Geheimdiensten, sowie auf Ergebnisse einer FCC-Untersuchung aus dem Jahr 2022 und einen Border Gateway Protocol Security Workshop aus dem letzten Sommer.

Verzögerung durch Abschaffung der Netzneutralität

Das Problem ungesicherter Datenrouten ist lange bekannt. Schon als BGP 1989 eingeführt wurde, haben Experten darauf hingewiesen, dass Verkehr im Internet leicht umgeleitet werden kann, sodass Angreifer den Datenverkehr sehen, verändern oder einfach verschwinden lassen könnten. Lange geschah wenig. Vor etwa 20 Jahren wurde schließlich die kryptographische Absicherung des Routing-Systems durch RPKI und BGPsec entworfen. Die Einführung erfolgt jedoch nur schleppend, obwohl staatliche Angreifer insbesondere aus Russland immer wieder die Internet-Infrastruktur angreifen.

Warum die FCC erst jetzt tätig wird, ist allerdings leicht erklärt: Kurz vor Ende der Amtszeit Donald Trumps als US-Präsident hat sich die FCC selbst die Zuständigkeit zur Internetregulierung entzogen. Auf diese Weise schaffte es die damalige Republikaner-Mehrheit in der FCC, die Netzneutralität abzuschaffen. Und nach dem Amtsantritt des Demokraten Joe Biden verhinderten Republikaner im US-Parlament lange Zeit die Nachbesetzung eines den Demokraten zustehenden FC-Commissioners.

Erst vor wenigen Wochen konnte die FCC sich die Zuständigkeit für die Regulierung von Internet Service Providern wieder sichern und die Netzneutralität wieder einführen [2]. Das greift Ende Juni. Entsprechend hat es nun Sinn, weitere Aspekte der Internetregulierung in Angriff zu nehmen.

BGP und RPKI

Das BG-Protokoll (RFC 1105) spezifiziert den Austausch von Informationen zwischen Routern, auf deren Basis sie die beste Route für die zwischen ihren Netzen – den Autonomen Systemen (AS) – übermittelten Datenpaketen identifizieren können. In Routing-Tabellen halten die Border-Router die besten Pfade fest. Das Border Gateway Protocol krankt daran, dass es aus einer Zeit stammt, als man einander im Netz noch vertraut hat. Jeder darf beliebige Routen verlautbaren, automatische Kontrollen sind nicht vorgesehen.

Beim sogenannten Präfix-Hijacking gibt ein Angreifer die Präfixe seiner Opfer als eigene aus. Beispielsweise kann das angreifende Netz spezifischere Adressen aus dem Netz des Opfers ankündigen oder behaupten, eine Abkürzung zu bestimmten IP-Adressblöcken zu bieten. Router ohne RPKI müssen das einfach glauben.

Mit RPKI (RFC 6840 plus über 40 weitere RFCs [3]) kann mittels Route Origin Authorisations (ROA )festgelegt werden, für welche IP-Präfixe ein Autonomous System verantwortlich ist. Kündigt es plötzlich andere IP-Präfixe an, löst das Alarm aus. Damit sollen in erster Linie die häufig vorkommenden Fehler bei der Ankündigung von Routen verhindert werden. Das vielleicht bekannteste Beispiel dafür ist die Umleitung von YouTube-Verkehr zur Pakistan Telecom.

Zukunftsmusik BGPsec

Theoretisch gibt es seit 2017 auch eine Waffe gegen absichtliches BGP-Hijacking: BGPsec (RFC 8204) [4]. Es sichert die Routing-Informationen auf dem Weg durch das Netz ab. Statt allein die Authentizität des Ursprungs einer Routenankündigung zu prüfen, soll so sichergestellt werden, dass entlang des Pfades keine Manipulationen passieren. Es hülfe aber nur, wenn erstens RPKI ausgerollt ist und zweitens alle Netzbetreiber gleichzeitig auf BGPsec umstellten, sodass unsignierte Informationen ignoriert werden dürften. Eine solche Umstellung ist nicht in Sicht, weil dafür viele Router ausgetauscht werden müssen und die Netzbetreiber erheblichen Mehraufwand für die Verwaltung all der BGPsec-Schlüssel hätten, die für jeden Routing-Hop notwendig sind.

Außerdem setzt BGPsec voraus, dass man den Ausstellern der kryptografischen Zertifikate vertraut. Stehen diese Stellen jedoch unter staatlicher Kontrolle, ist vielleicht nicht viel gewonnen. Denn die meisten Manipulationen gehen auf Täter aus korrupten Ländern oder gar auf staatliche Akteure, die ihre eigenen Interessen verfolgen, zurück. Sie könnten auch Zertifikate ausstellen, die ihren Attacken den Anschein von Legitimität verleihen.


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  • 16. Mai 2024 um 22:29

Java: Einladung zur Mitgestaltung des Programms Support & Care for Apache Maven

Von Falk Sippach
Duke mit einer Eule und dem Schild: We want you

OpenElements startet gemeinsam mit den Maintainern von Apache Maven ein Support&Care-Programm und ruft die Java Community zur Mitarbeit auf.

Open Elements [1] setzt sich zusammen mit Maintainern des Open-Source-Projekts Apache Maven [2] und Experten der Apache Foundation dafür ein, dass das Java-Build-Tool Maven mit nachhaltiger, öffentlicher Förderung langfristig unterstützt wird. Das neue Support & Care for Apache Maven Programm [3] soll die Pflege und Weiterentwicklung dieses zentralen Open-Source-Werkzeugs gewährleisten. Hierzu wird die gesamte Java-Community eingeladen, sich mit Ideen einzubringen und so aktiv die Zukunft von Maven mitzugestalten.

Logo zu Support & Care for Apache Maven™

Warum Maven?

Maven hat sich als der Industriestandard für Build-Tools im Java-Ökosystem etabliert. Mit ca. 75 % aller Java-Projekte, die Maven verwenden [4], und über 100 Millionen Downloads pro Jahr [5] ist es der Standard zum Bauen und Verwalten von Java-Anwendungen. Von kleinen Projekten bis hin zu globalen Softwareunternehmen verlässt sich eine breite Entwicklerbasis auf Maven, um ihre Builds zu konfigurieren und zu automatisieren. Allerdings entwickelt sich die Technologie rund um Java schnell weiter, was regelmäßig neue Versionen und Verbesserungen hervorbringt. Maven muss daher kontinuierlich angepasst werden, um die aktuellen Java-Versionen zu unterstützen. Dies umfasst nicht nur die Implementierung neuer Funktionen, sondern auch das Bereitstellen von Updates, um den Anforderungen an Stabilität und Sicherheit gerecht zu werden.

Zusätzlich gibt es mit dem Erscheinen von Maven 4 zwei Major Versionen (Maven 3 und 4), die in Zukunft von Enterprise Anwendungen benötigt werden, da diese einige Zeit zur Migration auf die neue Java Version benötigen. All dies macht die Entwicklung und das Bugfixing von Maven komplizierter. Hinzu kommt, dass Stand heute kein einziger Entwickler für die Arbeit an Maven bezahlt wird. Selbst der Chair des Projektes bekommt hier nur minimale Spenden über GitHub Sponsoring.

Was ist Support & Care for Maven?

Um Maven als Open-Source-Projekt auch in Zukunft sicher und stabil nutzen zu können, werden Ressourcen benötigt. Dies das Projekt Support & Care for Apache Maven [6] ermöglichen. Die Firma Open Elements, die mit dem klaren Fokus der Förderung von Open Source und Java gegründet wurde, hat sich hier mit verschiedenen Committern, Maintainern sowie Expertinnen und Experten der Maven- beziehungsweise Java-Szene zusammengetan, um gemeinsam öffentliche Gelder für die Weiterentwicklung von Maven zu akquirieren und transparent für die Umsetzung von dringend benötigten Meilensteinen zu verwenden.

Durch Support & Care for Apache Maven wird hierbei etwas ermöglicht, was für einzelne Developer des Maven Projektes bisher nicht realisierbar war: Mit Open Elements kann eine Legal Entity nach außen das Projekt vorantreiben und committet sich dazu, die Einnahmen für das Projekt transparent und ziel- sowie Community-orientiert zu verwalten. Das Vertrauen, das die Maven-Community hierbei Open Elements als transparenten Player im Open Source Bereich entgegenbringt, ist einmalig und ermöglicht dieses Vorhaben überhaupt erst.

Mitgestaltung durch die Community

Da das Ganze bereits von Anfang an so offen und transparent wie möglich gestaltet werden soll, ist die gesamte Community eingeladen, sich mit Vorschlägen bezüglich benötigter Meilensteine und Features zu beteiligen. Auf der JSail Unconference [7] im Juni werden die finalen Meilensteine definiert, die durch geförderte Ressourcen umgesetzt werden sollen. Bis dahin können alle ihre Vorschläge in den Diskussionen des GItHub-Repository zu Support & Care for Apache Maven [8] einreichen. Auf dieser Basis werden dann auf der JSail in einem moderierten Meeting die finalen Meilensteine und die Roadmap definiert. Auch dieses Event ist öffentlich.

Bisherige aktive Mitglieder der Initiative

Nächste Schritte

Sobald die Roadmap finalisiert ist, kann die Gruppe hinter Support & Care for Apache Maven mit der konkreten Beauftragung von geförderten Finanzen beginnen. Der Status wird hierbei jederzeit transparent im GitHub Repository des Projekts [9] geteilt. Ziel ist es, das Tool Maven zukunftsbereit und sicher zu gestalten und zu zeigen, dass solche Vorhaben transparent in der Community umsetzbar sind. Hierbei werden die Workflows und Anträge selbstverständlich nach der Beantragung öffentlich bereitgestellt, um auch anderen Communities zu helfen diesen Schritt zu gehen.

WE NEED YOU

Das Projekt kann nur mit und durch die Community realisiert werden. Daher laden wir hier noch einmal herzlich dazu ein, sich bei der Diskussion um benötigte Features unter https://github.com/OpenElements/maven-support-care/discussions [10] zu beteiligen.

Duke und eine Eule mit einem Schild auf dem steht: "We want you"


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[1] https://open-elements.com/
[2] https://maven.apache.org/
[3] https://open-elements.com/support-care-maven/
[4] https://bit.ly/3Wazfga
[5] https://bit.ly/449qVz0
[6] https://open-elements.com/support-care-maven/
[7] https://jsail.ijug.eu/
[8] https://github.com/OpenElements/maven-support-care
[9] https://github.com/OpenElements/maven-support-care
[10] https://github.com/OpenElements/maven-support-care/discussions
[11] mailto:rme@ix.de

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  • 16. Mai 2024 um 17:03

Studie: Knapp 80 Prozent der Haushalte könnten Gigabit nutzen

Von Heise
Große Rollen mit orangefarbenem Glasfaserkabel zur Verlegung im Boden an einer Baustelle in Beber, Niedersachsen.

(Bild: juerginho/Shutterstock.com)

Glasfaser nimmt gerade bei Wettbewerbern der Telekom Fahrt auf, geht aus einer Analyse hervor. Aber nicht schnell genug, um die Gigabitziele 2030 zu erreichen.​

Mitte 2024 können 35,9 Millionen der insgesamt 45,7 Millionen Haushalte und kleinere Unternehmen einen Gigabit-Anschluss über Glasfaser- oder TV-Kabelnetze beziehen. Die Gigabit-Versorgbarkeitsquote wird dann bei 78,6 Prozent liegen – und damit nur 2,2 Prozentpunkte über der des Vorjahres [1]. Das ist der am Mittwoch veröffentlichten 6. Gigabitstudie des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) zu entnehmen.

17 Millionen Haushalte und KMU können laut der Erhebung mit "hybriden Glasfaser-Koaxial-Anschlüssen (HFC)" versorgt werden – also über das bewährte TV-Kabelnetz. 8,9 Millionen Haushalte oder Unternehmen sind direkt mit Glasfaser anschlussfähig (FTTB/H). Weitere 10 Millionen haben die Wahl zwischen Glasfaser und Kabel. Die Branche spricht dabei von "Homes Passed", bei denen eine Anschlussleitung oder Leerrohrsystem in der Nähe oder auf dem Grundstück ist, die für die Installation eines Gigabit-Anschlusses ausgelegt ist.

80 Prozent der gigabit-fähigen Haushalte werden laut der vom VATM und dem Beratungshaus Dialog Consult durchgeführten Untersuchung [2] von Wettbewerbsunternehmen erreicht, nur 20 Prozent von der Deutschen Telekom. Fast 60 Prozent sind auf Basis von HFC-Netzen realisierbar, der FTTB/H-Anteil nimmt im ersten Halbjahr 2024 aber deutlich um 2 Millionen auf 18,9 Millionen zu (41,2 Prozent).

Von den insgesamt 35,9 Millionen versorgbaren Haushalten und KMU nutzen 13,2 Millionen gigabitfähige Anschlüsse tatsächlich. "Homes Activated" sind ans Netz angeschlossen und es besteht ein aktiver Vertrag mit einem Internetanbieter. 8,6 Millionen entfallen dabei auf HFC, 4,6 Millionen auf Glasfaser.

90,9 Prozent der Gigabit-Vertragskunden oder 12 Millionen beziehen ihren Anschluss von den Wettbewerbsunternehmen, nur 9,1 Prozent (1,2 Millionen) von der Telekom. Die Konkurrenten haben zudem mehr als doppelt so viele Anschlüsse betriebsfertig im Vergleich zur Telekom ("Homes Connected": Leitung ist installiert, aber Vertrag besteht nicht). Das ergibt eine Take-up- beziehungsweise Buchungsrate von 35 bei den Wettbewerbern und 13 Prozent bei der Telekom.

Warnung vor Remonopolisierung

Insgesamt steigt die Glasfaserversorgungsquote bei Homes Connected im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Punkte auf 17,7 Prozent (8,1 Millionen Haushalte). Dabei beträgt der Anteil der Telekom-Herausforderer 70,4 Prozent. Auch hier sind es dem VATM zufolge die Wettbewerber, die den flächendeckenden Glasfaserausbau vorantreiben. Das zeige nicht zuletzt ihr Anteil von über 72 Prozent beim staatlich geförderten Leitungsverlegen im ländlichen Raum.

Es sei "noch viel Tiefbauarbeit" nötig, um die Gigabitziele der Bundesregierung mit flächendeckender Glasfaserversorgung bis 2030 zu erreichen, erklärte Andreas Walter, Geschäftsführer von Dialog Consult, bei der Präsentation der Ergebnisse am Mittwoch. Eigentlich sei bereits absehbar, dass daraus nichts werde.

Auch 2024 basieren immer noch knapp zwei Drittel der von den Kunden genutzten Breitbandanschlüsse auf dem Kupferdoppelader-Anschlussnetz der Telekom: 64,8 Prozent entfallen auf DSL, worüber momentan maximal 250 MBit/s als erreichbar gelten. Dabei gelinge dem Magenta-Konzern momentan sogar eine "Remonopolisierung", erklärte Walter. Aufgrund der eingeführten "Regulierung light" und wachsweichen Open-Access-Vorgaben für einen offenen Netzzugang sei der Anteil von Wettbewerbern wie 1&1, die bei VDSL ein Vorleistungsprodukt der Telekom beziehen und dieses dann selbst vermarkten, von 45 Prozent 2021 auf 42 Prozent dieses Jahr gefallen.

Über die Hälfte der Kunden fragt mittlerweile aber Bandbreiten von 250 MBit/s und mehr nach. Die durchschnittlich gebuchte Bandbreite beträgt aktuell 485 MBit/s im Privatsektor und 636 MBit/s bei Geschäftskunden. Das über gigabit-fähige Anschlüsse erzeugte Datenvolumen liegt bei pro Anschluss und Monat im Durchschnitt bei 435 Gigabyte und ist allein im ersten Halbjahr 2023 um gut 7 Prozent gewachsen.

VATM sieht Politik und Regulierer gefordert

Die Schlussfolgerungen, die die Branche aus den Zahlen zieht, sind ähnlich wie voriges Jahr. Die Telekom habe 6,8 Millionen gigabit-fähige Anschlüsse oder rund 75 Prozent "gar nicht fertig gebaut", monierte Walter. Sie gehe in viele Gemeinden, werfe ihr Handtuch aus [3] und wolle so Wettbewerber blockieren. Zudem konzentriere sich der Bonner Konzern meist nur auf Kerngebiete von Gemeinden, was eine Analyse zum vielfach kritisierten Überbau inzwischen bestätigt [4].

Es gebe noch "viel Raum für die Telekom, den Wettbewerb auszubremsen", kritisierte VATM-Präsident David Zimmer. Da werde die oft geforderte Migration auf Glasfaser zur großen Herausforderung. Die Bundesregierung müsse daher jetzt endlich handeln und dürfe sich "nicht länger schützend vor die Telekom stellen". Nötig seien Planungssicherheit, eine investitionsfreundliche Kulisse und eine schärfere Zugangsregulierung bei FTTH.

An die Bundesnetzagentur appellierte Zimmer, den Markt "aktiv" zu gestalten und nicht nur zu verwalten. VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer forderte zudem die EU-Kommission auf, ein "klares Bekenntnis zum Wettbewerb" zu geben. In einem Weißbuch zum künftigen Telekommunikationsmarkt vermisste er klare Signale. Ein Abschaltdatum für Kupferanschlüsse könne man ohne Vollversorgung mit Glasfaser nicht nennen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/VATM-Marktstudie-Konkurrenz-wirft-Telekom-problematisches-Verhalten-vor-9543623.html
[2] https://www.vatm.de/wp-content/uploads/2024/05/VATM_DIALOG-CONSULT_Gigabitstudie-24.pdf
[3] https://www.heise.de/news/Breko-Verband-fordert-weniger-staatliche-Foerderung-9545114.html
[4] https://www.heise.de/news/Regulierer-Telekom-geht-beim-Glasfaser-Ueberbau-tendenziell-aggressiver-vor-9682317.html
[5] mailto:vbr@heise.de

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  • 15. Mai 2024 um 16:06

Österreichs Mobilfunker: Bei Klage Geld zurück

Von Heise
Turm mit Antennen

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Monatliche Grundgebühren plus eine jährliche Zahlung - wofür eigentlich? Österreichische Verbraucher verklagen ihre Mobilfunker. Mit Erfolg.​

Zusätzlich zu den monatlichen Grundgebühren haben die großen österreichischen Mobilfunk-Anbieter seit zirka 2011 ein jährliches "Servicepauschale" oder "SIM-Pauschale" von 20 bis 35 Euro eingehoben. Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) brachten jedoch die Rechtsgrundlage ins Wanken, weil die mit dem Pauschale angeblich abgegoltenen Leistungen mager sind und oft gar nicht in Anspruch genommen werden. Nun zahlen die Mobilfunker die eingehobenen Pauschalen zurück – wenn der Kunde zu Gericht geht.

Laut österreichischer Medienberichte haben mindestens 250 Kunden Ihr Geld bereits zurückerhalten, nachdem sie Klage erhoben hatten. Insgesamt betreut die Verbraucherschutzorganisation Verein für Konsumenteninformation (VKI) über 1.000 solche Klagen. In einigen Fällen lassen sich die Mobilfunker allerdings doch auf einen Gerichtsprozess ein. Sechs Urteile sind laut Berichten im Sinne der Verbraucher ergangen, eines davon ist rechtskräftig.

Eine generelle Rückerstattung ohne vorherige Klage ist dennoch nicht geplant. Das könnte die Anbieter einer Schätzung zufolge eine halbe Milliarde Euro kosten. Darauf zielt eine im April erhobene Verbandsklage des VKI [1] gegen A1 (Telekom Austria), Magenta (Deutsche Telekom) und Drei (Hutchison) ab.

Die Geschichte der unbeliebten Gebühren

Die unpopulären jährlichen Servicepauschalen gibt es auf dem österreichischen Telekommunikationsmarkt seit etwa 2011. Eingeführt wurden sie zunächst von großen Internet Service Providern (ISP), bald sprangen auch die großen Mobilfunker auf den Zug auf. Ein jährliches Pauschale lässt Tarife auf den ersten Blick billiger aussehen, als sie sind. Offiziell soll damit beispielsweise der Aufwand für die Aktualisierung von Kontaktdaten, wenn der Kunde umzieht, ersetzt werden, oder für den Tausch von SIM-Karten, wenn sie kaputt oder verloren gehen.

Gerne wurde das jährliche Entgelt im Kleingedruckten versteckt, was sich aber als rechtlich unzulässig, weil irreführend [2] (OGH 4 Ob 220/12z), erwies. Außerdem behielten sich die Anbieter das gesamte Pauschale selbst dann, wenn der Kunde unter dem Jahr kündigte. 2016 entschied das Handelsgericht Wien in einem Prozess gegen Marktführer A1 (Telekom Austria), dass Österreichs Telecom-Abieter das Pauschale anteilig zurückzuzahlen [3] haben, wenn der Vertrag endet. Diskontanbieter wie HoT [4] und Yesss verzichten allerdings seit jeher auf die unbeliebten Pauschalen.

Erst vor einigen Monaten begann ein Abrücken von den Servicepauschalen, allerdings nur für neu abgeschlossene Verträge. Verbraucher profitieren nun von transparenteren Angeboten ohne Servicepauschalen, aber nicht unbedingt von niedrigeren Gesamtkosten. Das heise-Vergleichsportal Tarife.at [5] hat erhoben, dass die neuen Tarife von A1 und Drei zwar leicht günstiger sind, Magenta hingegen das weggefallene Pauschale auf die monatlichen Gebühren aufgeschlagen hat. Auch die virtuellen Anbieter Red Bull Mobile und MTEL haben demnach ihre monatlichen Gebühren hochgeschraubt.

Neue Rechtsprechung hilft

Der Sinneswandel der Telecom-Anbieter ist vor dem Hintergrund eines 2022 ergangenen Urteils des österreichischen Obersten Gerichtshofes (OGH, Az. 3 Ob 155/22y [6]) erfolgt. Der VKI verklagte erfolgreich ein Fitnesscenter, weil es 20 Euro Anmeldegebühr, 20 Euro für die Zutrittskarte und halbjährlich 20 Euro Servicepauschale verrechnete. Alle diese Gebühren sind unzulässig, weil ihnen kein über die sowieso vertraglich geschuldeten Leistungen hinausgehender Aufwand gegenübersteht.

Die Entscheidung stützt sich auf vorangegangene Rechtsprechung des EuGH. Die Mobilfunker waren der Auffassung, dass sich diese Rechtsprechung nicht auf Mobilfunkverträge anwenden lasse. Österreichische Gerichte sehen das offensichtlich anders.


URL dieses Artikels:
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Links in diesem Artikel:
[1] https://konsument.at/servicepauschale-ak-klagt-a1-magenta-drei
[2] https://www.ogh.gv.at/entscheidungen/entscheidungen-ogh/ein-fernsehwerbespot-ist-irrefuehrend-wenn-der-zuseher-die-gebotene-information-nicht-rasch-genug-erfassen-kann-und-dadurch-einen-unrichtigen-eindruck-gewinnt/
[3] https://www.heise.de/news/Oesterreich-Telecom-Pauschale-ist-anteilig-zurueckzuzahlen-3348105.html
[4] https://www.heise.de/news/HoT-Mobilfunk-zum-Kampfpreis-bei-oesterreichischer-Aldi-Tochter-2498404.html
[5] https://www.tarife.at/
[6] https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Justiz/JJT_20221117_OGH0002_0030OB00155_22Y0000_000/JJT_20221117_OGH0002_0030OB00155_22Y0000_000.html
[7] mailto:ds@heise.de

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  • 14. Mai 2024 um 05:14

German Regulator: Extend mobile radio frequencies instead of auctioning them off

Von Heise
Mobilfunkantennen auf dem Dach eines Wohnblocks mit einem rötlichen Abendhimmel im Hintergrund.

(Bild: Timofeev Vladimir/Shutterstock.com)

The established network operators are to be allowed to continue using frequencies until 2030 and expand in the area. 1&1 is to share in the frequency cake.

On Monday, the German Federal Network Agency published a long-awaited consultation draft on the upcoming allocation of mobile frequencies in the 800 MHz, 1.8 GHz and 2.6 GHz ranges. According to the draft, the regulatory authority wants to extend the frequency usage rights of the three established mobile network operators Deutsche Telekom, Vodafone and Telefónica (o2), which expire in 2025, by five years. In return, they are to provide around 99.5% of the area with at least 50 Mbit/s from 2030. Newcomer 1&1 is also to be given access to area frequencies. If necessary, the regulator also wants to enforce national roaming.

The requirements also include [1] Telekom, Vodafone and Telefónica providing 99% of households in rural communities and all federal highways with 100 Mbit/s as well as all state and national highways and inland waterways with 50 Mbit/s from 2029 in every federal state. From 2030, they would also have to offer 50 MBit/s on district roads.

Newcomer 1&1 also wants a slice of the frequency pie and is pushing for the opportunity to acquire usage rights itself. The Federal Network Agency does not provide for this in its draft, but it links the extension to the obligation to grant 1&1 "cooperative shared use" of at least 2×5 MHz of spectrum "below 1 GHz". Müller explained that this requirement would be deemed to have been met if one of the providers granted the newcomer this amount of spectrum.

National roaming for 1&1

The regulator also wants to impose another negotiation requirement for national roaming in favor of the fourth network operator. In parallel, Telefónica Deutschland is to be obliged to continue the existing transfer of 2 x 10 MHz in the 2.6 GHz band [2] for the duration of the extension at 1&1's request. If national roaming is not granted by any nationwide network operator from 2026, the Network Agency reserves the right to order a corresponding shared use option. Müller expects "that the market will find a solution". At the same time, deadlines are being set so that a decision can be made in an emergency.

In an initial statement, 1&1 was at least not dismissive. "We are open to a cooperative solution," said CEO Ralph Dommermuth on Monday afternoon. "The important thing is that we can use a sufficiently large amount of frequency at market conditions in order to adequately supply our more than 12 million customers."

The regulatory authority is thus essentially sticking to its proposal, which it already outlined in key points in September and put up for discussion [3]. Affected companies and organizations now have until 8 July to submit their comments. Following their evaluation, the agency's three-member Presidential Chamber will then decide on the frequency allocation in the fall "in consultation" with its 32-member Advisory Board.

The regulator intends to make the extended frequency spectrum available for mobile communications at a later date together with the usage rights from the 700 MHz, 900 MHz, 1.5 GHz and 1.8 MHz ranges, which expire in 2033. This is likely to be via an auction again. However, such an auction could take place "in many different forms", Müller explained. The market would also be consulted on this. The idea is to put together as large a package as possible so that "many players can take part".

Network operators slam the proposal

The planned frequency procedure has been causing unrest for some time. In February, former Federal Constitutional Court judge Udo Di Fabio came to the conclusion in an expert opinion for 1&1 that the plan was unlawful [4]. Researchers and consultants had previously determined on behalf of the Network Agency that no special protective measures were necessary for the newcomer [5]. The Monopolies Commission argued that the licenses should be extended for a maximum of three years [6].

The Federal Cartel Office had spoken out against extending the rights of use [7]. "The allocation of frequencies is a central and decisive factor for competition in the mobile communications sector," said Andreas Mundt, President of the Federal Cartel Office, on Monday. "It is important that any extension is accompanied by effective measures to promote competition." Müller assured that all requirements had been evaluated. There are "weighty regulatory reasons" for the path outlined.

Sharp criticism came from the German Broadband Association (Breko): With the proposal, the Federal Network Agency is giving incumbent operators "two gifts at once - without any compensation for their competitors". In addition to the extension of usage rights, the top dogs would not have to fear any unwelcome competition in the future. By continuing to "stick to the ineffective negotiation requirement", the regulator is missing the opportunity "to create effective competition in mobile telephony with the introduction of a service provider obligation [8] ".


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[1] https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/OffentlicheNetze/Mobilfunk/EntwurfPKE2024.pdf?__blob=publicationFile&v=1
[2] https://www.heise.de/news/Mobilfunk-1-1-Drillisch-mietet-Frequenzen-von-Telefonica-4619488.html?from-en=1
[3] https://www.heise.de/news/Bundesnetzagentur-Lieber-Mobilfunkausbau-als-Frequenzmilliarden-9305497.html?from-en=1
[4] https://www.heise.de/news/Ex-Bundesverfassungsrichter-Frequenzverlaengerung-ohne-1-1-ist-rechtswidrig-9635158.html?from-en=1
[5] https://www.heise.de/news/Bundesnetzagentur-Gutachter-sehen-wirksamen-Wettbewerb-im-Mobilfunkmarkt-9606120.html?from-en=1
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[7] https://www.heise.de/news/Frequenzplan-der-Netzagentur-Bundeskartellamt-sorgt-sich-um-1-1-9356839.html?from-en=1
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  • 13. Mai 2024 um 19:24

Regulierer: Mobilfunkfrequenzen fünf Jahre verlängern – gegen Flächenabdeckung

Von Heise
Mobilfunkantennen auf dem Dach eines Wohnblocks mit einem rötlichen Abendhimmel im Hintergrund.

(Bild: Timofeev Vladimir/Shutterstock.com)

Die etablierten Netzbetreiber sollen Frequenzen bis 2030 weiter nutzen dürfen und dafür in der Fläche ausbauen. 1&1 soll am Frequenzkuchen beteiligt werden.

Die Bundesnetzagentur hat am Montag einen lange erwarteten Konsultationsentwurf zur anstehenden Vergabe von Mobilfunkfrequenzen in den Bereichen um 800 MHz, 1,8 GHz und 2,6 GHz veröffentlicht. Die Regulierungsbehörde will demnach die 2025 auslaufenden Frequenznutzungsrechte der drei etablierten Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (o2) um fünf Jahre verlängern. Im Gegenzug sollen die ab 2030 etwa 99,5 Prozent der Fläche mit mindestens 50 MBit/s versorgen. Newcomer 1&1 soll zugleich auch Zugang zu Flächenfrequenzen erhalten. Zur Not will der Regulierer auch nationales Roaming durchsetzen.

Zu den Anforderungen gehört zudem [1], dass Telekom, Vodafone und Telefónica ab 2029 in jedem Bundesland 99 Prozent der Haushalte in Gemeinden im ländlichen Raum sowie alle Bundesstraßen mit 100 MBit/s sowie alle Landes- und Staatsstraßen sowie Binnenwasserstraßen mit 50 MBit/s ausstatten. Von 2030 an müssten sie zudem auch auf Kreisstraßen 50 MBit/s anbieten.

Der Neueinsteiger 1&1 will auch am Frequenzkuchen beteiligt werden und drängt auf eine Möglichkeit, selbst Nutzungsrechte erwerben. Das sieht die Bundesnetzagentur in ihrem Entwurf nicht vor, doch verknüpft sie die Verlängerung mit der Pflicht, 1&1 die "kooperative Mitnutzung" von mindestens 2×5 MHz Spektrum "unterhalb von 1 GHz" zu gewähren. Diese Auflage gelte als erfüllt, wenn einer der Anbieter dem Neuling Spektrum in diesem Umfang überlasse, erläuterte Müller.

Nationales Roaming für 1&1

Zudem will der Regulierer zugunsten des vierten Netzbetreibers erneut ein Verhandlungsgebot für nationales Roaming anordnen. Telefónica Deutschland soll parallel verpflichtet werden, die bestehende Überlassung von 2 x 10 MHz im 2,6-GHz-Band [2] für die Laufzeit der Verlängerung auf Nachfrage von 1&1 fortzuführen. Würde ab 2026 von keinem bundesweiten Netzbetreiber National Roaming gewährt, behält sich die Netzagentur vor, eine entsprechende Mitnutzungsmöglichkeit anzuordnen. Müller erwartet, "dass der Markt eine Lösung findet". Zugleich setze man dafür Fristen, um im Notfall selbst entscheiden zu können.

1&1 zeigte sich in einer ersten Stellungnahme zumindest nicht ablehnend. "Einer kooperativen Lösung stehen wir offen gegenüber", sagte CEO Ralph Dommermuth am Montagnachmittag. "Wichtig ist, dass wir eine ausreichend große Frequenzmenge zu marktgerechten Konditionen nutzen können, um unsere mehr als 12 Millionen Kundinnen und Kunden angemessen zu versorgen."

Die Regulierungsbehörde bleibt damit im Wesentlichen bei ihrem Vorschlag, den sie im September schon in Eckpunkten skizzierte und zur Diskussion stellte [3]. Bis zum 8. Juli können betroffene Unternehmen und Organisationen nun Stellungnahmen einreichen. Nach deren Auswertung soll dann im Herbst die 3-köpfige Präsidentenkammer der Agentur "im Benehmen" mit deren 32-köpfigen Beirat über die Frequenzvergabe entscheiden.

Das verlängerte Frequenzspektrum will der Regulierer zu einem späteren Zeitpunkt zusammen mit den 2033 auslaufenden Nutzungsrechten aus den Bereichen 700 MHz, 900 MHz, 1,5 GHz und 1,8 MHz für den Mobilfunk zur Verfügung stellen. Dann voraussichtlich wieder über eine Auktion. Eine solche Versteigerung könne aber "in vielfachen Ausprägungen" erfolgen, führte Müller aus. Auch dazu werde man den Markt konsultieren. Die Idee sei, ein möglichst großes Paket zu schnüren, damit "viele Akteure zum Zuge" kommen könnten.

Netzbetreiber verreißen den Vorschlag

Das geplante Frequenzverfahren sorgt bereits seit Längerem für Unruhe. So kam der Ex-Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio im Februar in einem Gutachten für 1&1 zum Schluss, dass das Vorhaben rechtswidrig sei [4]. Forscher und Berater ermittelten zuvor im Auftrag der Netzagentur, dass für den Neuling keine speziellen Schutzmaßnahmen nötig sind [5]. Die Monopolkommission plädierte dafür, die Lizenzen um maximal drei Jahre zu verlängern [6].

Das Bundeskartellamt hatte sich dagegen ausgesprochen, die Nutzungsrechte fortzuschreiben [7]. "Die Frequenzvergabe ist ein ganz zentraler und vorentscheidender Faktor für den Wettbewerb im Mobilfunksektor", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag. "Wichtig ist, dass eine etwaige Verlängerung mit wirksamen wettbewerbsfördernden Maßnahmen flankiert wird." Man habe alle Bedarfe ausgewertet, versicherte Müller. Für den aufgezeigten Weg gebe es "regulatorisch gewichtige Gründe".

Scharfe Kritik kommt vom Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko): Mit dem Vorschlag mache die Bundesnetzagentur den etablierten Betreibern "gleich zwei Geschenke – ohne jeglichen Ausgleich für deren Wettbewerber". Neben der Verlängerung der Nutzungsrechte müssten die Platzhirsche auch künftig keine unliebsame Konkurrenz fürchten. Indem der Regulierer weiter "am wirkungslosen Verhandlungsgebot" festhalte, verpasse er die Chance, "mit der Einführung einer Diensteanbieterverpflichtung [8] wirksamen Wettbewerb im Mobilfunk zu schaffen".


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[1] https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Telekommunikation/Unternehmen_Institutionen/Frequenzen/OffentlicheNetze/Mobilfunk/EntwurfPKE2024.pdf?__blob=publicationFile&v=1
[2] https://www.heise.de/news/Mobilfunk-1-1-Drillisch-mietet-Frequenzen-von-Telefonica-4619488.html
[3] https://www.heise.de/news/Bundesnetzagentur-Lieber-Mobilfunkausbau-als-Frequenzmilliarden-9305497.html
[4] https://www.heise.de/news/Ex-Bundesverfassungsrichter-Frequenzverlaengerung-ohne-1-1-ist-rechtswidrig-9635158.html
[5] https://www.heise.de/news/Bundesnetzagentur-Gutachter-sehen-wirksamen-Wettbewerb-im-Mobilfunkmarkt-9606120.html
[6] https://www.heise.de/news/Netze-1-1-braucht-eine-Chance-im-Mobilfunkmarkt-9573751.html
[7] https://www.heise.de/news/Frequenzplan-der-Netzagentur-Bundeskartellamt-sorgt-sich-um-1-1-9356839.html
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