FreshRSS

🔒
❌ Über FreshRSS
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.
Heute — 08. Januar 2026Ihre RSS-Feeds

heise+ | Treiber im c’t-Notfall-Windows 2026 nachinstallieren

Von Heise

Falls es überhaupt mal nötig ist, gelingt das Nachinstallieren fehlender Treiber in unserem Notfallsystem mit wenigen Mausklicks.

Jeder Windows-Computer ist ein individuelles Mosaik aus eingebauten und externen Hardwarekomponenten – uniform sind allenfalls Firmenflotten hunderter gleicher Geräte. Die Verbindung zwischen Hardware und Betriebssystem stellen Treiber her, das ist auch beim c’t-Notfall-Windows so. Ohne diese Treiber bleibt das Display schwarz, Mausklicks werden ignoriert und das Netzwerk funktioniert nicht. Jede Komponente braucht einen speziell angepassten Treiber, der sich von Modell zu Modell unterscheiden kann und dessen Details meist nur der jeweilige Hersteller kennt.

Im Idealfall braucht Sie das alles nicht zu kümmern. Denn damit unser Notfall-System auf möglichst vielen Computern funktioniert, egal ob Desktop-PC, Notebook oder Tablet, haben wir dafür gesorgt, dass es von Haus aus Treiber für besonders viele Geräte enthält. Das bedeutet aber nicht, dass Sie beim Bauen des Notfall-Sticks mit einer Terabyte-großen Softwaresammlung hantieren müssen. Viele der integrierten Treiber unterstützen mehrere Geräte. Das bedeutet zwar, dass sie nur selten den vollen Funktionsumfang eines Geräts ausreizen, doch ausgefeilte Stromspartechniken, Kino-Sound oder ultrahohe Display-Auflösungen sind belanglos, wenn es darum geht, Daten zu retten, Viren zu beseitigen oder Passwörter zurückzusetzen. Deshalb haben wir bei der Auswahl der Treiber wenig Wert auf für diesen Zweck entbehrliche Hardware wie Scanner, Webcams & Co. gelegt.

Als Ergebnis wird das Notfall-System auf vielen Computern auch ohne weitere Treiber seinen Zweck zu erfüllen. Doch was, wenn nicht? Für solche Ausnahmen liefert dieser Beitrag vier aufsteigend aufwendige Lösungswege.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11090807

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/c-t-Notfall-Windows-2026-11072902.html
[2] https://www.heise.de/ratgeber/c-t-Notfall-Windows-2026-Das-eigene-Notfallsystem-bauen-10813323.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Probleme-loesen-mit-dem-c-t-Notfall-Windows-2026-11090788.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Virensuche-mit-dem-c-t-Notfall-Windows-2026-11090802.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Treiber-im-c-t-Notfall-Windows-2026-nachinstallieren-11090807.html
[6] https://www.heise.de/ratgeber/FAQ-Notfall-Windows-und-Secure-Boot-11096057.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 08. Januar 2026 um 07:00

heise+ | Mobile Ladegeräte fürs iPhone im Test: Schnell mehr Saft

Von Heise
Netzteil in Steckdose

Netzteil in Steckdose: Große Auswahl.

(Bild: heise medien)

Neue iPhones ziehen bis zu 40 Watt aus dem Netzteil, sofern dieses das schafft. Da Apple kein Ladegerät mehr beilegt, braucht es Alternativen. Unser Test.

Beim Test der neuen iPhones hat sich gezeigt, dass diese viel Strom aufnehmen können. Bis auf 40 Watt steigt die Leistungsaufnahme, wenn man das Display ganz hell macht und alle CPU-Kerne belastet.

Anlass für uns, nach geeigneten Ladegeräten ab 33 Watt Ausschau zu halten. Sie sollten möglichst klein und leicht sein, damit man sie gut als Netzteil unterwegs nutzen kann – wofür eine USB-C-Buchse reicht. Zusammen kamen sechs Geräte ab 14 Euro. Natürlich lassen sich alle auch für ältere iPhones, iPads und sogar MacBooks sowie als Stromquelle für MagSafe oder Qi einsetzen.

Zunächst haben wir ausprobiert, wie viel Strom ein iPhone 17 Pro über die Zeit beim Laden aufnimmt. Dabei war es im Ruhezustand mit Display im abgedunkelten Always-On-Modus. Gemessen haben wir mit einem USB-C-Zwischenstecker. Kurze Zeit nach dem Booten des völlig entleerten Gerätes stieg die Leistungsaufnahme auf den Höchstwert von 26,8 Watt und fing nach 10 Minuten schon wieder an zu sinken, auf dann 23,8 Watt (siehe Diagramm unten).


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11126004

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 08. Januar 2026 um 08:00

Gedankenlesen ist keine Science-Fiction mehr

Von Matthias Lindner

Matthias Lindner

Mann mit Gehirn-Computer-Schnittstelle, die Gedanken in Sprache übersetzen soll

Symbolbild: Eine Gehirn-Computer-Schnittstelle könnte künftig Gedanken in Sprache übersetzen und gelähmten Menschen Kommunikation ermöglichen.

(Bild: Gorodenkoff / Shutterstock.com)

Durchbruch bei Gehirn-Computer-Schnittstellen: Forscher gelingt es erstmals, Gedanken direkt in Sprache zu übersetzen – ganz ohne Sprechen.

Für Menschen mit schweren Sprach- und Bewegungsstörungen könnte bald ein lang gehegter Traum in Erfüllung gehen: Allein durch die Kraft der Gedanken zu kommunizieren. Ein Forscherteam aus den USA hat nun einen entscheidenden Schritt in diese Richtung gemacht.

Ihre Ergebnisse [1] wurden in der renommierten Fachzeitschrift Cell veröffentlicht.

Innere Sprache statt Sprechversuch: Neuer Ansatz erleichtert Kommunikation

Die Wissenschaftler entwickelten eine Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI) [2], die in der Lage ist, innere Sprache zu entschlüsseln. Das Besondere: Anders als bei bisherigen Ansätzen müssen die Nutzer nicht mehr versuchen zu sprechen, was für viele eine große Herausforderung darstellt.

Stattdessen reicht es, wenn sie sich die Wörter und Sätze nur vorstellen – wodurch sich erstmals wirklich Gedanken in Sprache übersetzen lassen.

"Wenn man nur an Sprache denken muss, anstatt tatsächlich zu versuchen zu sprechen, ist das für Menschen potenziell einfacher und schneller", erklärt Benyamin Meschede-Krasa [3] von der Stanford University, einer der Hauptautoren der Studie.

Beeindruckende Genauigkeit trotz frühen Entwicklungsstadiums

In Tests mit vier Freiwilligen, die aufgrund von ALS oder eines Hirnstammschlags gelähmt sind, erreichte das System bereits eine Erkennungsrate von bis zu 74 Prozent bei einem Vokabular von 125.000 Wörtern. Ein beachtlicher Erfolg für eine Technologie, die sich noch in einem frühen Stadium befindet.

Möglich wird dies durch Mikroelektroden, die in den motorischen Kortex implantiert werden – jenen Bereich des Gehirns, der für Bewegungen wie das Sprechen zuständig ist. Die BCI erkennt neuronale Aktivitätsmuster [4], die mit bestimmten Spracheinheiten, sogenannten Phonemen, verbunden sind. Mithilfe von maschinellem Lernen [5] werden diese Muster dann in Wörter und Sätze übersetzt.

Gedanken unter Verschluss: Passwort schützt Privatsphäre

Um die Privatsphäre [6] der Nutzer zu schützen, haben die Forscher auch an ein Sicherheitskonzept gedacht. So lässt sich die Gedankenübersetzung mit einem "gedachten Passwort" steuern.

Erst wenn der Nutzer mental einen bestimmten Ausdruck wie "Chitty Chitty Bang Bang" ausspricht, so heißt es in der Erklärung der Stanford University, beginnt die BCI mit der Entschlüsselung. In Tests erkannte das System das Passwort mit einer Genauigkeit von über 98 Prozent.

Vision einer fließenden Gedankenkommunikation rückt näher

Zwar gibt es noch einige Herausforderungen, doch die Forscher sind zuversichtlich, dass Sprach-BCIs in den kommenden Jahren erhebliche Fortschritte machen werden. "Diese Arbeit gibt echte Hoffnung, dass Sprach-BCIs eines Tages eine Kommunikation wiederherstellen können, die so flüssig, natürlich und angenehm ist wie ein Gespräch", sagt Co-Autor Frank Willett von der Stanford University.

Für Menschen, die aufgrund von Krankheiten oder Unfällen ihre Stimme verloren haben, wäre dies ein enormer Gewinn an Lebensqualität. Die Vision, eines Tages Gedanken in Sprache übersetzen zu können und so wieder mit der Außenwelt zu kommunizieren, ist damit ein großes Stück näher gerückt.

Der Artikel erschien auf Telepolis erstmals am 25. August 2025.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10596905

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(25)00681-6
[2] https://www.heise.de/tp/article/Neuralink-kuendigt-Massenproduktion-von-Hirnimplantaten-ab-2026-an-11126952.html
[3] https://www.eurekalert.org/news-releases/1093888
[4] https://www.heise.de/tp/article/Gehirnwellen-scannen-wie-Radar-Neue-Erkenntnisse-zur-visuellen-Wahrnehmung-10794542.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/Kann-man-KI-Antworten-ueberhaupt-noch-trauen-11114709.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/ChatGPT-liest-mit-Wie-privat-sind-unsere-Gespraeche-mit-KI-10631607.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 08. Januar 2026 um 08:30

Temu dreht den Spieß um: Aus dem Gejagten wird der Jäger

Von Christoph Jehle

Christoph Jehle

Temu-Päckchen mit Prüfsiegeln und Heiligenschein

Die EU-Regeln sollten europäische Händler schützen – jetzt nutzt Temu sie als Waffe gegen die Konkurrenz.

Der deutsche Einzelhandel fühlte sich gegen chinesische Billiganbieter in einer hoffnungslosen Position und setzte sich in Bewegung, um die Marktmacht des Handelsplatzes mithilfe von EU-Vorschriften zu bekämpfen.

Was als Rettungsanker für die europäischen Händler gedacht war, die ihre Ware mangels preiswerten europäischen Angeboten ebenfalls aus China und Südostasien beziehen, wird dank der agileren chinesischen Händlerstrukturen jetzt unvermittelt zur massiven Bedrohung der europäischen Händler.

Temu hat sein Angebot kräftig erweitert

Wer den chinesischen Anbieter nur als Quelle von billigem Fast Fashion Ramsch und billigster Elektronik kennt, hat die letzten Wochen offensichtlich verschlafen.

Die Whaleco Technology in Irland, die hinter dem Temu-Angebot in Europa steckt, hat ihr System seit geraumer Zeit nicht nur auf ein mit Amazon Marketplace vergleichbares Marktplatzsystem [1] erweitert, sondern in diesem Zusammenhang auch um haltbare Food-Produkte [2] erweitert, mit Marken, wie sie auch bei Discountern [3] erhältlich sind.

Wie beim Start von Temu in Europa ist auch die Sortimentserweiterung an der Politik weitgehend unbesehen vorübergegangen, wo man sich bislang auf die in großen Mengen aus Fernost eingeflogenen Fast Fashion und Electronic Look Alikes konzentriert, die letztlich nur als Marketing-Instrument zur Einführung der Marke diente.

Temu und eBay wollen die EU-Vorschriften übererfüllen

Seit einigen Wochen berichten trade-e-bility Kunden, dass Online-Marktplätze wie Temu oder eBay von ihnen verstärkt fordern, Energieeffizienzlabel, zum Beispiel für Beleuchtungsprodukte, vorzulegen.

Vor allem Temu fordert Energieeffizienzlabel zum Beispiel für Lampen, Weihnachtsbaumbeleuchtung, Glühbirnen und generell alles, was mit Beleuchtung zu tun hat. Sonderbar ist, dass Temu in einzelnen Fällen selbst für solche Produkte Label verlangt, für die es in der EU keine solche Verpflichtung gibt.

Zudem verlangt Temu zunehmend Prüfberichte für Spielzeug, die ausschließlich von einer der, so Temu, "zehn international anerkannten Organisationen" stammen, sowie Labortests über physikalische und mechanische Eigenschaften wie scharfe Kanten und Erstickungsgefahr, Entflammbarkeitstests sowie die Gefahr der Migration bestimmter Elemente wie Cadmium, Blei oder Arsen und chemische Grenzwerte wie sie durch die europäische REACH-Richtlinie vorgegeben werden.

Europäische Händler, die Temu und eBay als besseren Absatzmittler sehen, weil sie sich entweder mit den aktuellen Handels-Bedingungen von Amazon schwertun oder weil Amazon ihre Schnelldreher selbst vermarktet oder vergleichbare Produkte unter eigenem Namen ins Sortiment aufnimmt, stehen derzeit auf verlorenem Posten. Denn sie können sich bei einer Abwehr neuer Anforderungen von Temu wohl nicht auf Hilfe aus Brüssel verlassen, weil die EU letztlich kaum gegen die Forderung nach Einhaltung von EU-Vorschriften vorgehen kann.

Wer sich in dem Anforderungsdschungel verloren fühlt, kann somit nur bei spezialisierten Dienstleistern wie die Hamburger trade-e-bility [4] Hilfe suchen.

Ebay fordert von seinen Händlern, innerhalb einer neuen Funktion ihren Angeboten auch Informationen zur Energieeffizienz und Leistung hinzuzufügen. Die neue Funktion wird die Daten aus dem Europäischen Produktregister für Energieeffizienzkennzeichnung (EPREL [5]) verwenden, der offiziellen Datenbank der EU, in der Hersteller und Lieferanten Produkte registrieren, für die Informationen zur Energieeffizienzkennzeichnung erforderlich sind.

Davon betroffen sind Elektrogeräte wie Haushaltsgeräte, Leuchtmittel, Smartphones, Tablets oder Reifen. Um die neue Funktion zu nutzen, sollen Händler die EPREL-Registrierungsnummer [6] zu ihrem Angebot hinzufügen.

Damit kann Temu auf die von der EU vorgegebene Datenbank zurückgreifen, denn der eindeutige EPREL-Code identifiziert das jeweilige Produktmodell in der EPREL-Datenbank, und wenn die Daten verfügbar sind, ruft beispielsweise eBay automatisch die offiziellen Informationen ab und zeigt sie im Angebot des jeweiligen Händlers an.

Hierfür benötigen die Händler gedruckte Etiketten oder Produktdatenblätter, auf denen sich die EPREL-Registrierungsnummer befindet. Es kann auch der QR-Code vom Energieeffizienzlabel oder Reifenlabel gescannt werden. Die Registrierungsnummer befindet sich am Ende der URL-Adresse oder in der heruntergeladenen Produktkarte.

Temu ist bei der Befolgung von europäischen Vorschriften schneller als der Platzhirsch

Die Forderung, dass die elektronischen Marktplätze in Europa ihre Informationspflicht erfüllen, war beim US-Anbieter Amazon lange Zeit nicht so sehr beliebt.

Amazon verweigert durch optimierten Rechnungsweg über Luxemburg bislang die Bezahlung der für Speichermedien vorgesehenen deutschen Abgabe und kann am deutschen Markt entsprechend billiger auftreten als Wettbewerber, die ihre Rechnungen nicht über Luxemburg abwickeln und die Ware selbst aber direkt vom deutschen Importeur und ein deutsches Versandlager an die Kunden in Deutschland liefern.

Interessant ist bei der aktuellen Entwicklung, dass sich Temu die EU-Vorschriften zum Vorbild nimmt, während Amazon mit Amazon Haul [7] versucht, sich an der Startversion von Temu und Shein zu orientieren, die 2024 schon 43 Prozent der deutschen Online-Käufer erreicht haben.

Jetzt scheint Amazon mit seinem Billigangebot offensichtlich auf das damalige Temu-Qualitätsniveau [8] absteigen zu wollen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132532

Links in diesem Artikel:
[1] https://seller-eu.temu.com/login.html?login_scene=200&shop_region=76&shop_site=105&_x_sessn_id=doocnhmnkt&refer_page_name=press&refer_page_id=10506_1767721170024_e9hgvu519i&refer_page_sn=10506
[2] https://www.temu.com/de-en/c/--foods-o4-7143.html
[3] https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article409486040/temu-greift-supermaerkte-an-mit-wurst-asia-nudeln-und-suesskram.html
[4] https://www.trade-e-bility.de/
[5] https://europa.eu/youreurope/citizens/consumers/shopping/energy-labels/index_de.htm
[6] https://eprel.ec.europa.eu/screen/home
[7] https://www.amazon.de/haul/store?ref_=navm_cs_hul_disb
[8] https://www.swr.de/leben/verbraucher/ard-marktcheck/amazon-haul-100.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 08. Januar 2026 um 08:00

Ben Hodges: Der General, der gegen Trumps Ukraine-Kurs rebelliert

Von Luca Schäfer

Luca Schäfer

Ein Mann an einem Mikrophon

Hodges auf einer Konferenz in Riga, Oktober 2024

(Bild: Gints Ivuskans/Shutterstock.com)

Ben Hodges gilt als einer der kritischsten Deuter des Ukraine-Krieges. Warum der US-General a.D. vor falschem Frieden warnt. Eine Analyse.

Ben Hodges ist ein Mann der Armee. Der heute 67-Jährige diente [1] zuletzt als Oberkommandierender der US-Streitkräfte in Europa. Doch von militärisch-gewohnter, öffentlicher Zurückhaltung keine Spur: Er bezeichnete [2] die Wahlversprechen Trumps, innerhalb von 24 Stunden einen Ukraine-Friedensschluss zu erreichen, als heiße Luft und warf der amerikanischen Führung zudem Strategielosigkeit vor.

Zuletzt trat Hodges – vor dem Hintergrund der Novellierung der US-Sicherheitsstrategie (NSS) – erneut mit Markigem an die Öffentlichkeit: Europa sei für Washington "unbedeutend" [3]. Menschen jenes Ranges, die derart offen und kritisch ihre Meinung äußern, sind äußerst rar. Doch vertritt er Kluges?

Schengen-Rüstungsraum

Frederick Benjamin "Ben" Hodges ist ein aus Florida stammender Generalleutnant a. D. In seiner letzten Verwendung hatte er bis Dezember 2017 das Oberkommando über die US-Landstreitkräfte in Europa inne. Hodges absolvierte die Militärakademie West Point. Nach Stationierungen in Deutschland sowie im Irakkrieg wurde Hodges [4] Oberkommandeur der Nato-Landstreitkräfte mit Sitz in Izmir (Türkei).

Bereits in der Frühphase des Ukraine-Konfliktes – die de facto Abspaltung der Donbass-Republiken waren gerade erfolgt –, erregte Hodges mit pointierten Analyseaussagen die Aufmerksamkeit der Medien. So vertrat er [5] die These, dass Russland innerhalb eines halben Jahrzehnts einen großen Krieg vorbereiten würde.

Seine damals als verfrühte Panik verfemte Polemik sollte sich sieben Jahre später zur bitteren Realität mausern. Insbesondere lag Hodges' Fokus auf dem Baltikum: Nach der Großübung Anakonda 2016 war sich der Militär sicher [6], dass das Baltikum nicht zu verteidigen sei – Russland sei schlicht "schneller" vor Ort.

Um diesen auch in breiten Kreisen der Nato-Ostflanke anerkannten Problem Abhilfe zu schaffen, forderte [7] Hodges eine Art Schengen-Raum für militärisches Gerät, um die schnelle Bewegungsfreiheit von US-Truppen zu ermöglichen. So sollten auch US-Panzer ohne Zollformalitäten durch alle Nato-Staaten Europas rotieren können.

Von West Point ins Westend

Nach Ende seiner aktiven Dienstzeit wurde sein geordneter Rückzug nach Florida verkündet, lange hielt es den Privatier jedoch nicht: Verheiratet mit einer Deutsch-Amerikanerin lebt [8] Hodges inzwischen in Frankfurt.

Von der Main-Metropole aus agiert [9]Hodges als spitzzüngiger Interviewpartner, Analyst und Berater in Sicherheitsfragen. Allein seinem mit Osteuropa-Analysen gefüllten X-Account [10]folgen mehr als 200.000 Menschen.

Kriegsverzögerungstaktik

In die aktuelle Debatte um eine insbesondere von den USA intendierte Verhandlungslösung brachte sich Hodges wortgewaltig ein. Dabei stand er im großen Kontrast zu den Mainstream-Meinungen seines ehemaligen Dienstlandes. Während in den Vereinigten Staaten alle verfügbaren Kapazitäten dem weitaus wichtigeren Machtkampf gegen Peking untergeordnet werden sollen, trat Hodges als Meinungsverstärker deutsch-europäischer Befürchtungen auf.

Er sekundierte [11], dass Europa sich als "unbedeutend" allein gelassen fühle, was er als "Schlag in die Magengrube" sowie als "Betrug unter Freunden" deutlich skandalisierte. Jener Verrat an der transatlantisch-tradierten Bindung verschaffe Moskau strategische Vorteile.

Insbesondere bezeichnete [12] er das Bestreben Trumps, Russland wieder in die internationale Ordnung einzubinden und den Konflikt mit der Ukraine mindestens temporär zu befrieden, als schwer verständlich und falsch. Da die aktuellen Verhandlungen Vorschläge enthielten, die de facto Druck auf Kiew zu einer faktischen Kapitulation bedeuten würden [13], würde ein vorschneller Frieden brüchig, schwach und nur einen temporären Aufschub eines noch gewaltigeren Krieges bedeuten.

Gemeinsames Haus Eurasien

Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass Russland als zentrale, geopolitische Schachfigur einer bis in den asiatischen Raum reichenden europäischen Sicherheitsarchitektur nicht unberücksichtigt hingehalten werden kann. Zudem setzt die These Hodges voraus, dass die russischen Absichten einen direkten und weitreichenden Angriff auf Kerneuropa beinhalten – hierzu fehlt es bislang, abseitig des Ukraine-Krieg, an Belegen.

Das subjektive EU-Gefühl des "Alleingelassenwerdens" kann obendrein als überfällige Korrektur eines jahrzehntelangen Ungleichgewichtes oder als realistische Einschätzung der US-Lage im Zustand eines überdehnten Imperiums mit neuer Prioritätensetzung interpretiert werden.

Siegfrieden

Hodges gibt jedoch auch an, wie das ukrainische Schlachtfeld befriedet werden könne: Zunächst mit einer Zunahme der militärischen Intensität. Zur Mobilisierung und Motivierung der ukrainischen Soldaten fordert [14] Hodges sowohl Atamcs-Raketen als auch die Unterstützung durch F-16-Bomber. Damit unterstützt und popularisiert der US-Offizier eine der markantesten und langanhaltendsten Forderungen [15] der Selenskyj-Regierung, die gleichsam eine massive Eskalationstendenz im Krieg um die Ukraine birgt.

Gleichzeitig versteigt [16] sich Hodges in die These, dass die Ukraine auch zum aktuell fortgeschrittenen Zeitpunkt eines vierten Kriegsjahres alle Voraussetzungen erfüllen würde, um den russischen Angriff zurückzuschlagen. So seien nicht nur territoriale Gewinne interessant, sondern die Schwächung Russlands entscheidend.

Doch wer soll diese bringen? Aktuell sind nach dem Veto aus Paris keine europäischen Truppenkontingente zu erwarten. Neben geschätzt 100.000 Deserteuren muss die ukrainische Armee monatliche Verwundeten- und Verlustzahlen in Höhe von 50.000 Personen kompensieren [17].

So wird berichtet [18], dass die Ukraine in manchen Frontabschnitten in einer acht zu eins Unterzahl kämpfen muss. Selbstverständlich, wenn auch alle Zahlenangaben mit äußerster Vorsicht zu genießen sind, sind dies Zahlenkategorien, die kaum ausgleichbar erscheinen. Eine Offensive erscheint, im Anbetracht grassierender Korruption, schwindendem Rückhalt und einem erfolgten Massen-Exodus, als Wunschdenken.

Gewinnen statt überleben

Nach Hodges wird der Krieg erst enden können, wenn Moskau erkennt, dass es ihn nicht gewinnen kann. Hier liegt die Hauptdifferenz zur aktuellen Trump-Linie: Hodges ist bewusst, dass eine derartige Lage nur mit US-amerikanischer Rückendeckung und in steter Kooperation mit den Armeen der EU realisierbar ist. Trump hingegen erwägt [19], die US-Soldatenpräsenz in Europa und Deutschland deutlich zu reduzieren, sein Fokus ist der Indo-Pazifik mit den Nebenschauplätzen Lateinamerika und Naher Osten.

Ohne eine eindeutige militärische Überlegenheit der Ukraine sei ein dauerhafter Frieden unrealistisch. Hodges lehnt daher alle territorialen Zugeständnisse ab.

Er vertritt somit eine offensive, pro-transatlantische Position, die sich im engen Fahrwasser der Mehrheitspositionen der deutschen politischen Klasse bewegt. In deren Lesart gefährden Verhandlungen Sicherheit und Stabilität – Friedensverhandlungen werden brüskiert zurückgewiesen. Der kollektive Westen müsste geeint und entschlossen militärischer handeln. Andernfalls bliebe Moskau eine latente Gefahr. Die Ukraine muss letztlich nicht nur überleben, sondern gewinnen.

Die Schwächung der Nato und die Uneinigkeit im transatlantischen Bündnis böten Moskau und Peking ideale Einflussbedingungen. Als positive Blaupause für die aktuellen Verhandlungen könnte Hodges zu einem entschlossenen westlichen Interventionismus bis zum Sieg der Ukraine raten. Damit steht der ehemalige General im Kontrast zur aktuellen politischen Klasse der USA, was die mediale Aufmerksamkeit erklärt, die seine Thesen in den hiesigen Medien erhalten. Einen Beitrag zur diplomatisch-progressiven Lösung des Blutbades bieten sie hingegen nicht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132967

Links in diesem Artikel:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Ben_Hodges
[2] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/putin-trump-ukraine-krieg-russland-100.html
[3] https://de.euronews.com/my-europe/2025/12/01/ukraine-ben-hodges-trump-russland-aktuell
[4] https://www.army.mil/article/130707/Senate_confirms_Allyn_as_Army_vice_chief/
[5] https://www.wsj.com/articles/weekend-interview-gen-frederick-hodges-on-natos-russian-front-1423266333
[6] https://www.n-tv.de/politik/US-General-Baltikum-ist-nicht-zu-verteidigen-article18013081.html
[7] https://www.bbc.com/news/world-europe-36575180
[8] https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/ukraine-us-general-hodges-sagt-ende-des-kriegs-vorher-18388533.html
[9] https://www.acgusa.org/lt-gen-ret-ben-hodges/
[10] https://x.com/general_ben?lang=de
[11] https://www.focus.de/kultur/ex-us-general-rechnet-mit-trump-regierung-ab-schlag-in-die-magengrube-betrug-unter-freunden_d02a825a-3c7a-4900-ae3f-e174f37986e7.html
[12] https://www.tagesspiegel.de/internationales/amerika-nahert-sich-russland-an-bei-trump-sind-die-kleinen-verhandlungsmasse--auch-wir-europaer-13337176.html
[13] https://uatv.ua/en/ben-hodges-on-the-us-peace-plan-trump-has-leverage-over-russia/
[14] https://newsukraine.rbc.ua/interview/ben-hodges-us-and-germany-must-finally-say-1714647144.html
[15] https://www.deutschlandfunk.de/die-lage-in-der-ukraine-und-angeblicher-sieg-ueber-armenier-in-bergkarabach-dlf-8df612a6-100.html
[16] https://www.pravda.com.ua/eng/podcasts/6319dfdc6cc5b/2024/01/24/7438686/
[17] https://tass.com/world/1906419
[18] https://sceeus.se/en/publications/the-ukrainian-mobilization-challenge-military-and-society-during-full-scale-war/
[19] https://www.fr.de/politik/schwere-schlappe-fuer-nato-usa-wollen-truppen-aus-europa-abziehen-93533775.html#google_vignette

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 08. Januar 2026 um 06:00

Die Produktwerker: User Research operationalisieren

Von Heise
Produktwerker auf einem Bild (3 Männer), dazu Text

(Bild: Die Produktwerker)

User Research zu operationalisieren und als festen Bestandteil der Produktentwicklung zu etablieren – wie das geht, diskutiert Dominique Winter mit Anne Görs.

In dieser Folge sprechen Anne Görs [1], Senior User Researcher, Founder und Managing Director bei der leefs CX GmbH [2], und Dominique Winter darüber, wie sich User Research operationalisieren lässt, sodass sie dauerhaft Teil der Produktarbeit wird. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Teams User Research grundsätzlich schätzen, sie aber als zu langsam, zu aufwendig oder störend für schnelle Entscheidungen wahrnehmen. Genau hier setzt der Gedanke an, User Research zu operationalisieren und so in den Arbeitsfluss einzubetten, dass sie Entscheidungen unterstützt, statt sie auszubremsen.

Entscheidungen auf Basis nachvollziehbarer Erkenntnisse

User Research zu operationalisieren bedeutet, Forschung nicht als einmaliges Projekt zu denken, sondern als wiederkehrenden, verlässlichen Prozess. Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die Wiederholbarkeit ermöglichen, ohne die nötige Flexibilität zu verlieren. Dazu gehören klare Verantwortlichkeiten, abgestimmte Abläufe und ein gemeinsames Verständnis dafür, wofür Erkenntnisse genutzt werden. Forschung wird dadurch planbarer und verliert den Ruf, ein Bremsklotz zu sein. Stattdessen erhöht sie die Wahrscheinlichkeit, mit den getroffenen Entscheidungen tatsächlich Wirkung zu erzielen.

Dazu braucht es auch einen bewussten Umgang mit Unsicherheit. User Research liefert schließlich keine Wahrheiten, sondern reduziert Risiken. Wenn Teams und Stakeholder verstehen, dass Forschung dabei hilft, bessere strategische Wetten einzugehen, verändert sich die Akzeptanz spürbar. Entscheidungen basieren dann nicht mehr ausschließlich auf Erfahrung oder Bauchgefühl, sondern auf nachvollziehbaren Erkenntnissen über Nutzerinnen und Nutzer. Das stärkt Vertrauen in den Prozess und in die Menschen, die ihn verantworten.

Aber damit das Operationalisieren der User Research gelingen kann, braucht es auch Wege, Erkenntnisse so aufzubereiten, dass sie im Alltag genutzt werden. Forschung entfaltet nur dann ihren Wert, wenn sie in konkrete Anforderungen, Prioritäten oder Entscheidungen übersetzt wird. Das erfordert enge Zusammenarbeit mit den Produktteams und ein Verständnis dafür, welche Form von Ergebnissen ihnen wirklich hilft. Einheitliche Templates oder starre Reportstrukturen greifen hier oft zu kurz.

Entscheidend ist also, dass Erkenntnisse anschlussfähig sind und dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Teams profitieren davon, selbst beteiligt zu sein, zuzuhören, Fragen zu stellen und Forschung mitzuerleben. Diese Beteiligung erhöht die Akzeptanz der Ergebnisse und sorgt dafür, dass Erkenntnisse nicht infrage gestellt werden, nur weil sie unbequem sind. Gleichzeitig braucht es fachliche Begleitung, um die Qualität zu sichern und Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Bestehendes hinterfragen

User Research zu operationalisieren heißt daher am Ende auch, kulturelle Voraussetzungen zu schaffen. Eine Organisation muss bereit sein, mit Feedback umzugehen, das bestehende Annahmen infrage stellt. Forschung deckt Schwächen auf und zeigt, wo Ideen nicht wie erwartet funktionieren. Wer das als Chance zur Verbesserung versteht, schafft Raum für kontinuierliches Lernen und bessere Produkte.

Der Blick richtet sich damit weniger auf einzelne Methoden als auf ein Zusammenspiel aus Haltung, Prozessen und Verantwortung. Wenn User Research dauerhaft Teil der Produktentwicklung wird, unterstützt sie Entscheidungen, reduziert Risiken und hilft Teams, näher an den tatsächlichen Bedürfnissen ihrer Nutzerinnen und Nutzer zu arbeiten. Genau dort entfaltet operationalisierte User Research ihre größte Wirkung.

Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der Produktwerker bereit: „User Research operationalisieren [5]“.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11128730

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.linkedin.com/in/anne-goers/
[2] https://leefs.cx/de
[3] https://product-owner-day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://produktwerker.de/user-research-operationalisieren/
[6] mailto:mai@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 08. Januar 2026 um 08:56

Remasters: Bethesda soll an Fallout-Neuauflagen arbeiten

Von Przemyslaw Szymanski
Neue Berichte nähren die Spekulationen, dass Bethesda an Neuauflagen der Fallout 3 und Fallout: New Vegas arbeitet.
Logo von Fallout 3 (Symbolbild) (Bild: Bethesda)
Logo von Fallout 3 (Symbolbild) Bild: Bethesda

Bethesda arbeitet offenbar an Neuauflagen von Fallout 3 und Fallout: New Vegas und will damit zwei der wichtigsten Rollenspiele der Seriengeschichte technisch neu aufstellen. Hinweise darauf liefert ein Bericht von Jez Corden bei Windows Central , der in der Vergangenheit mit Vorhersagen mehrfach richtig lag.

Demnach sollen beide Titel eine ähnliche Behandlung erhalten wie die jüngste Neuauflage von The Elder Scrolls 4 – Oblivion . Gemeint ist keine bloße optische Überarbeitung, sondern eine umfassende Modernisierung auf aktueller technischer Basis, die Darstellung und Bedienung an heutige Standards anpasst.

Aus heutiger Sicht entsprechen beide Spiele in vielen Bereichen nicht mehr dem aktuellen technischen Ansprüchen. Eine Neuauflage böte die Möglichkeit, die Titel zeitgemäß aufzubereiten und sie ohne grundlegende inhaltliche Eingriffe an heutige Plattformen anzupassen.

Konkrete Termine oder offizielle Ankündigungen existieren bislang nicht, Spekulationen über Neuauflagen von Fallout 3 und Fallout: New Vegas gibt es jedoch bereits seit Längerem. Ihren Ursprung haben sie in internen Dokumenten, die im September 2023 im Rahmen des Gerichtsverfahrens zwischen Microsoft und der US-Handelsaufsicht FTC öffentlich wurden. Eine auf 2020 datierte Roadmap listete unter anderem ein Remaster von Fallout 3.

Todd Howard hatte im November 2025 zudem erklärt , dass bei Bethesda derzeit rund 100 Personen am Fallout-Universum arbeiten. Offen blieb dabei, ob sich diese Aussage auf einen neuen Serienteil bezieht oder auf die seit einiger Zeit spekulierten Neuauflagen.

Beweggründe für die Remasters-Strategie

Die Beweggründe für diese Pläne liegen vor allem in der anhaltenden Popularität der Marke. Fallout erlebt seit dem Start der gleichnamigen Fernsehserie einen deutlichen Aufmerksamkeitsschub, der weit über die bestehende Spielerschaft hinausreicht. Die Serie hat das Universum einem neuen Publikum erschlossen und das Interesse an den Spielen spürbar belebt.

Gleichzeitig hat die Neuauflage von The Elder Scrolls 4 – Oblivion gezeigt, dass modernisierte Versionen alter Titel kommerziell funktionieren können. Die Kombination aus Nostalgie und zeitgemäßer Technik spricht sowohl langjährige Fans als auch Neueinsteiger an. Für Bethesda ergibt sich daraus ein Modell, mit dem sich die eigene Historie nutzen lässt, ohne jahrelang auf neue Hauptteile warten zu müssen.

Hinzu kommt die lange Entwicklungszeit neuer Großprojekte. The Elder Scrolls 6 liegt wohl noch in weiter Ferne, ein Fallout 5 ist ebenfalls nicht absehbar. Neuauflagen von Fallout 3 und New Vegas könnten diese Lücke schließen, die Marke präsent halten und den aktuellen Rückenwind nutzen, um neue Spieler in die Spielwelt zu ziehen.

Adblock test (Why?)

  • 08. Januar 2026 um 09:16

Dringend MFA aktivieren: Massenhaft Daten aus Cloud-Instanzen abgeflossen

Von Marc Stöckel
Betroffen sind self-hosted Instanzen von Owncloud , Nextcloud und Sharefile. Daten von 50 Organisationen stehen zum Verkauf, weil die MFA nicht aktiv war.
Daten aus zahlreichen selbst gehosteten Cloud-Instanzen landen im Darknet. (Bild: pixabay.com / stux)
Daten aus zahlreichen selbst gehosteten Cloud-Instanzen landen im Darknet. Bild: pixabay.com / stux

Der Anbieter der Cloudplattform Owncloud hat eine Warnung vor laufenden Angriffen herausgegeben , bei denen Daten aus mehreren selbst gehosteten Owncloud-Instanzen erbeutet wurden. Beobachtet wurden die Attacken von Sicherheitsforschern von Hudson Rock. Der Angreifer bediente sich laut Warnmeldung allerdings keiner Sicherheitslücke in Owncloud , sondern nutzte lediglich gültige Passwörter.

Den Angaben zufolge basiert die Angriffswelle auf erfolgreichen Infostealer-Infektionen. Durch Malware-Varianten wie Redline, Lumma und Vidar konnte der Angreifer Zugangsdaten von Mitarbeitern verschiedener Organisationen abgreifen, um anschließend auf deren Filesharing- und Cloudsysteme zuzugreifen.

Die Anmeldung mit diesen Zugangsdaten war jedoch in den beobachteten Fällen nur möglich, weil es bei den betroffenen Konten keinerlei Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) gab. Der Angreifer brauchte also für die Anmeldung nichts weiter als von der jeweiligen Infostealer-Malware erbeutete Nutzernamen und Passwörter. Anschließend konnte er massenhaft Daten ausleiten.

Auch Nextcloud und Sharefile betroffen

Owncloud drängt vor diesem Hintergrund darauf, auf sämtlichen Instanzen unverzüglich die Multi-Faktor-Authentifizierung zu aktivieren. Zudem sollten Administratoren auf die Durchsetzung starker Passwörter achten, Zugriffsprotokolle auf verdächtige Aktivitäten untersuchen und sämtliche aktive Sitzungen trennen, so dass alle Nutzer sich mit aktiver MFA neu authentifizieren müssen.

Weitere Details zu den beobachteten Attacken sind in einem Bericht von Hudson Rock zu finden. Der Angreifer tritt demnach online unter den Pseudonymen Zestix und Sentap auf und soll Daten von etwa 50 großen Organisationen aus verschiedenen Branchen erbeutet haben. Auch Zugänge für Sharefile- und Nextcloud-Instanzen wurden für den umfangreichen Datendiebstahl missbraucht.

Eine Liste der betroffenen Organisationen ist am Ende des Berichts der Hudson-Rock-Forscher zu finden – inklusive der jeweils erbeuteten Datenmenge sowie Angaben zur Art der abgeflossenen Daten. Zestix bietet die Datensätze wohl im Darknet zum Verkauf an.

Adblock test (Why?)

  • 08. Januar 2026 um 09:00

CES 2026: Dell erteilt KI-Hype eine Absage

Von Nils Matthiesen
Die Dell -Manager Jeff Clarke und Kevin Terwilliger erteilen dem KI-Marketing eine Absage. Die Technik verwirre Kunden beim Kauf eher.
Jeff Clarke kritisiert reines KI-Marketing. (Bild: Kevork Djansezian/Getty Images)
Jeff Clarke kritisiert reines KI-Marketing. Bild: Kevork Djansezian/Getty Images

Auf der CES 2026 hat Dell eine nüchterne Bilanz zur bisherigen Vermarktung sogenannter KI-PCs gezogen. In einem Presse-Briefing, über das PC Gamer berichtet , äußerten sich Jeff Clarke, Chief Operating Officer (COO) und Vice Chairman bei Dell, sowie Produktchef Kevin Terwilliger kritisch gegenüber der Strategie, künstliche Intelligenz als zentrales Verkaufsargument für Hardware zu platzieren. Die Einschätzung der Manager markiert eine Abkehr von der bisherigen Branchenkommunikation, die stark auf KI-Funktionen setzt.

KI verwirre, statt Kaufanreize zu setzen

Laut Kevin Terwilliger führt die aktuelle Fokussierung auf KI-Begriffe bei den Endkunden nicht zwangsläufig zu einem besseren Verständnis der Produkte. "Sie kaufen nicht aufgrund von KI. Tatsächlich denke ich, dass KI sie mehr verwirrt als ihnen hilft, ein spezifisches Ergebnis zu verstehen" , so Terwilliger. Kunden suchten demnach in erster Linie nach Lösungen für konkrete Aufgabenstellungen und weniger nach technologischen Buzzwords, deren direkter Nutzen im Alltag oft schwer zu erfassen bleibt.

Jeff Clarke unterstrich diese Sichtweise und betonte, dass KI lediglich als Werkzeug fungiere, um übergeordnete Ziele zu erreichen. "KI ist ein Werkzeug, das hilft, dorthin zu gelangen, aber sie ist nicht das Ziel an sich" , so der COO. Für Dell stehe künftig die Frage im Zentrum, welchen messbaren Vorteil ein Gerät dem Nutzer bietet – etwa in den Bereichen Produktivität oder Sicherheit. Die zugrunde liegende Technik, wie etwa neuronale Prozessoren (NPUs), sollte dabei für den Anwender weitgehend im Hintergrund bleiben.

Rückbesinnung auf Produktivität und Datenschutz

Ein wesentlicher Teil der Dell-Strategie bleibt die lokale Datenverarbeitung. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Konzepte wie Retrieval Augmented Generation (RAG), um die Vorteile generativer Modelle nutzbar zu machen, während die Datenhoheit beim Anwender verbleibt. Laut dem Management liegt der Fokus darauf, dass sensible Informationen das Gerät nicht verlassen müssen. Damit adressiert Dell klassische Anforderungen von Unternehmenskunden, bei denen Datensicherheit und Zuverlässigkeit oft eine größere Rolle spielen als neuartige Software-Features.

Die Aussagen auf der Messe deuten darauf hin, dass Dell eine Phase der Marktberuhigung erwartet. Nachdem die erste Phase der KI-Vermarktung oft auf abstrakte Fähigkeiten setzte, rücken nun wieder die Grundlagen der Hardware-Entwicklung in den Fokus. Dell positioniert sich hierbei als Anbieter, der den Nutzwert über den aktuellen Technikhype stellt. Anstatt Kunden mit technischen Details zu maschinellem Lernen zu konfrontieren, will der Hersteller demonstrieren, wie Systeme Arbeitsabläufe konkret beschleunigen oder absichern können.

Mit dieser Strategie hebt sich Dell von Wettbewerbern ab, die auf der CES 2026 weiterhin massiv KI-Features bewerben. Das Unternehmen setzt darauf, dass Kunden Hardware anhand konkreter Verbesserungen bewerten – nicht anhand von Marketing-Schlagworten. Alle vorgestellten Dell-Systeme verfügen zwar über NPUs und KI-Funktionen, diese werden jedoch nicht mehr als Hauptargument kommuniziert. Der Erfolg dieser Neuausrichtung wird sich in den Verkaufszahlen der kommenden Monate zeigen.

Adblock test (Why?)

  • 08. Januar 2026 um 08:35

Störungsmeldung vom 07.01.2026 18:56

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider EWE TEL

Details

Beginn
07.01.2026 18:56
Region
Enger (Westf) (05224)
Provider
EWE TEL
Zugangsart
ADSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 07. Januar 2026 um 18:56
Gestern — 07. Januar 2026Ihre RSS-Feeds

Rechteausweitungslücke in MyAsus

Von Heise
Ein Kreis-Pfeil, auf den ein Mensch mit Finger klickt.

(Bild: Shutterstock/chanpipat)

In MyAsus klafft eine als hochriskant eingestufte Sicherheitslücke, die das Ausweiten der Rechte erlaubt. EIn Update steht bereit.

In dem Support-Tool MyAsus für Rechner des Herstellers Asus klafft eine als hochriskant bewertete Sicherheitslücke. Sie ermöglicht Angreifern, dem Werkzeug beliebigen Code unterzujubeln, der mit den Rechten von MyAsus zur Ausführung gelangt – womit sie also ihre Rechte im System ausweiten können.

In der Schwachstellenbeschreibung erklärt Asus [1], dass eine Schwachstelle im „AsusSoftwareManagerAgent“ des Typs „nicht kontrollierter DLL-Ladepfad“ vorliegt. Lokale Angreifer können die App dazu bringen, eine manipulierte DLL aus einem von den Angreifern kontrollierten Ort zu laden, was zur Ausführung von beliebigem Code führt (CVE-2025-12793, CVSS4 8.5, Risiko „hoch“). Das Support-Werkzeug MyAsus ist auf diversen Rechnern von Asus standardmäßig vorinstalliert.

Asus hat auf der Webseite [2] mit Sicherheitsmitteilungen auch den neuen Eintrag für MyAsus ergänzt. Demnach steht MyAsus für alle Asus-PCs von Desktops, Laptops, über NUCs bis hin zu All-in-One-PCs zum Download bereit. Die Fehlerkorrekturen sind ab Version 4.0.52.0 für x64-CPUs und 4.2.50.0 für ARM-Prozessoren in MyAsus enthalten.

Zügige Aktualisierung empfohlen

Die aktuelle Version lässt sich auf der Asus-Webseite herunterladen [3]. Die verweist jedoch auf den Microsoft-Store, der die Installation [4] dann auch passend zur Plattform vornimmt und über den Aktualisierungen verteilt werden können. Asus erklärt zudem in der Sicherheitsmitteilung, dass das Öffnen des MyAsus-Tools mit aktiver Internetverbindung zum Anbieten der Aktualisierung führen sollte.

Bereits Ende November fiel Asus mit einer hochriskanten Sicherheitslücke in MyAsus [5] auf. Auch da handelte es sich um eine Schwachstelle, die Angreifern das Ausweiten ihrer Rechte im System ermöglicht. Sie hat sich jedoch im Wiederherstellungsmechanismus des Asus System Control Interface befunden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132979

Links in diesem Artikel:
[1] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2025-12793
[2] https://www.asus.com/security-advisory
[3] https://www.asus.com/de/support/myasus-deeplink/
[4] https://www.microsoft.com/en-us/p/myasus/9n7r5s6b0zzh?source=lp&activetab=pivot:overviewtab
[5] https://www.heise.de/news/Asus-stopft-hochriskante-Rechteausweitungsluecke-in-MyAsus-11090371.html
[6] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[7] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 14:56

Coupang: Koreanischer E-Commerce-Riese zahlt Kunden Billionen-Entschädigung

Von Heise
Lieferwagen von Coupang

(Bild: yllyso/Shutterstock.com)

Jeder der über dreißig Millionen Kunden erhält 50.000 Won, etwa 30 Euro. Verbraucherschützer warnen: Coupang kaufe sich so von weiteren Ansprüchen frei.

Das südkoreanische E-Commerce-Unternehmen nimmt fast zwei Billionen Won in die Hand, um seine Kunden für die Auswirkungen eines Datenlecks zu entschädigen – umgerechnet etwa eine Milliarde Euro. Ab Mitte Januar erhalten alle 33 Millionen Kunden des Konzerns Gutscheine, die jedoch an Bedingungen geknüpft sind. Der Verursacher des Vorfalls, ein ehemaliger Mitarbeiter des Konzerns, hatte auf Millionen Datensätze zugegriffen und tausende Zugangscodes aufbewahrt.

Die Daten kamen bereits im Juni 2025 abhanden, als der Ex-Mitarbeiter Kundendaten wie Namen, E-Mail- und Lieferadressen und die Bestellhistorie der Coupang-Kunden abgriff. Er hatte sich mittels eines gestohlenen internen Sicherheits-Tokens Zugriff auf die Daten verschafft. Der Täter bewahrte sie jedoch nicht auf – lediglich mehrere Tausend Zugangscodes für die Haustüren der Coupang-Kunden speicherte er. Wie Coupang berichtet [1], entsorgte der Leaker panisch seinen Laptop im Fluss (stilecht in einer Stofftasche mit Coupang-Logo), übergab jedoch einen PC nebst Datenspeichern den Ermittlern.

Coupang-Datenleck: Macbook des Whistleblowers
Coupang-Datenleck: Macbook des Whistleblowers

Aus dem Fluss gefischt: In dieser Coupang-Stofftasche entledigte sich der Leaker des inkriminierten Macbooks und zweier Backsteine.

(Bild: Coupang)

Kurios: Nicht koreanische Strafverfolger fanden den Mann, beschlagnahmten seine Geräte und analysierten sie, sondern Coupang spielte selbst Detektiv. Das sei jedoch keine „Privatermittlung“ gewesen, sondern in enger Absprache mit der koreanischen Regierung passiert, so der Konzern. Man habe sich zudem für forensische Untersuchungen der Dienste dreier „weltweiter Top-Cybersicherheitsfirmen“ bedient, nämlich Google Mandiant, Palo Alto Networks und Ernst & Young (EY). Letztere kassierten gegen den Insolvenzverwalter der Wirecard AG kürzlich eine Schlappe vor dem Bundesgerichtshof [2].

50.000 Won pro Person, aber...

Der Coupang-Geschäftsführer trat im Dezember zurück und übernahm damit die Verantwortung für den Vorfall. Alle Coupang-Kunden waren bereits Ende November über das Leck informiert worden und erhalten nun eine Entschädigung. Die Interims-Geschäftsführung greift tief ins Konzernsäckel und offeriert jedem der 33 Millionen Kunden Gutscheine im Gesamtwert von 50.000 Won (ca. 29,50 Euro).

Allerdings gibt es einen Haken an der scheinbar großzügigen Geste. Die Gutscheine gelten nicht für das gesamte Angebot an Waren und Dienstleistungen, sondern sind viergeteilt: Geschädigte können für je 5000 Won (ca. 2,95 Euro) im Coupang-Marktplatz und bei Coupang Eats einkaufen, je 20.000 Won (etwa 11,83 Euro) entfallen auf die Reisesparte „Coupang Travel“ und R.LUX, Coupangs Beauty- und Luxusshopping-App.

Verbraucherschützer warnen vor den Gutscheinen

Genau für diese Stückelung kritisieren Anwälte den Konzern. Sie erzwinge vier separate Bestellungen für die volle Entschädigungssumme und befördere somit unnötigen Konsum. Zudem versuche Coupang, die finanzielle Belastung zu drücken, indem er lediglich Konsumgutscheine statt einer geldwerten Entschädigung ausgebe.

Besonders schwer wiege jedoch, zitiert die Zeitung Chosun Daily einen Opferanwalt [3], dass eine Klausel in den Gutscheinbedingungen weitere Ansprüche der Geschädigten ausschließe. So bleibe diesen etwa durch das „non-litigation agreement“ in den Bedingungen die Beteiligung an Schadenersatzklagen verschlossen. Ebensolche planen Anwaltskanzleien jedoch gemeinsam mit Betroffenen – und raten daher von einer Annahme der Gutscheine ab.

Coupang: Konzern unter Druck

Das hierzulande fast unbekannte Unternehmen Coupang genießt in Südkorea einen Amazon-ähnlichen Status und offeriert neben Onlineshopping mit Blitzlieferung auch Videostreaming- und Essenslieferdienste. Mit seinen diversen Unternehmungen erwirtschaftet der Konzern hohe Umsätze: Im Geschäftsjahr 2024 waren es mehr als dreißig Milliarden US-Dollar. Doch nicht nur wegen des jüngsten Datenlecks, sondern auch wegen seiner Geschäftspraktiken steht das Unternehmen in der Kritik.

Das koreanische Arbeitsministerium kündigte am 7. Januar an [4], man untersuche mit einer Arbeitsgruppe Vorwürfe illegaler Entlassungen und der Verschleierung von Arbeitsunfällen. Mehrere Mitarbeiter der Coupang-Logistiksparte waren vergangenes Jahr zu Tode gekommen [5].

Kunden ergreifen zudem offenbar in Scharen die Flucht und bringen Coupangs Partner in die Bredouille. Vertreter der Gastronomiebranche und selbstständige Händler, die auf der Plattform des Konzerns ihre Produkte verkaufen, beklagten infolge des Datenlecks massive Umsatzeinbrüche und beklagten die ihrer Meinung nach mangelhafte Reaktion des Konzerns. Sie litten zudem unter hohem Preisdruck, zitiert Chosun [6] den Sprecher einer Händlerorganisation. Das sei „keine Innovation, sondern wirtschaftlicher Mord.“

In der viertgrößten Wirtschaftsnation Asiens gab es im vergangenen Jahr zahlreiche Cyberangriffe und Datenlecks, darunter eines im Regierungsnetzwerk Onnara. Es war durch einen Artikel im US-Hackermagazin Phrack [7] ans Licht gekommen – die ganze Geschichte präsentierten zwei heise-Redakteure auf dem 39C3 [8].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132576

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.aboutcoupang.com/English/news/news-details/2025/update-on-coupang-korea-cybersecurity-incident/
[2] https://www.heise.de/news/Wirecard-Skandal-Wirtschaftspruefer-EY-muss-laut-BGH-alle-Unterlagen-offenlegen-11114231.html
[3] https://www.chosun.com/english/national-en/2025/12/31/6W6XCPREBRCIVOBZGITSUZ5XKM/
[4] https://www.moel.go.kr/news/enews/report/enewsView.do?news_seq=18829
[5] https://www.koreatimes.co.kr/business/companies/20251125/workplace-deaths-becoming-persistent-issue-at-coupang
[6] https://biz.chosun.com/distribution/channel/2026/01/07/SIA3UIHAVRALHF6HYFLIIYSFN4/
[7] https://www.heise.de/news/Passwort-Folge-42-Phrack-ein-Hackermagazin-wird-40-10699354.html
[8] https://media.ccc.de/v/39c3-apt-down-and-the-mystery-of-the-burning-data-centers
[9] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[10] mailto:cku@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 14:05

Krypto-Phishing mit angeblicher Mail des Bundeszentralamts für Steuern

Von Heise
Phishing-Mail

(Bild: heise medien)

Eine aktuelle Phishing-Welle behauptet Abweichungen bei „Krypto-Angaben“ beim Bundeszentralamt für Steuern.

Bei einer aktuellen Phishing [1]-Masche geben die Betrugs-E-Mails vor, vom Bundeszentralamt für Steuern zu stammen. Es seien „Abweichungen bei Krypto-Angaben festgestellt“ worden, heißt es darin.

Das Schreiben versucht, bei den Empfängern Druck aufzubauen. „Dieses Schreiben dient der Information über eine verpflichtende Maßnahme im Zusammenhang mit Ihrer Steuererklärung und Ihre Krypto-Vermögenswerte“, schreiben die Phisher in nicht ganz sauberem Deutsch. Demnach seien „Krypto-Dienstleister verpflichtet, steuerrelevante Daten an die Finanzbehörden zu melden. Die gemeldeten Informationen werden künftig automatisiert mit Ihren Angaben abgeglichen.“

Das steht tatsächlich in der EU-Richtlinie mit dem Namen DAC 8, deren Umsetzung in Deutschland am 19.12.2025 beschlossen [2] wurde und die damit Heiligabend des vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. Das hat noch keine größeren Kreise gezogen, könnte jetzt jedoch für Verunsicherung bei Krypto-Asset-Inhabern sorgen.

Die zu meldenden Daten umfassen laut Phishing-Mail „Identitätsdaten von Steuerpflichtigen, Krypto-Bestände und Wallets, Transaktionen, Übertragungen und Veräußerungen“. Die Betrüger schreiben weiter: „Um steuerliche Unstimmigkeiten, Prüfungen oder Sanktionen zu vermeiden, ist eine Überprüfung Ihrer Krypto-Konten innerhalb von 5 Werkstage erforderlich“ – der sehr kurze Zeitrahmen soll den Druck erhöhen. Empfänger müssten sich daher bei „Mein Elster“ mit ihrem Elster-Zertifikat anmelden und „Krypto-Wallets oder Exchange-Konten gemäß den Anweisungen“ verknüpfen. Darauf folgt eine Schaltfläche „Zur Datenüberprüfung“, die auf die eigentliche Phishing-Seite umleitet – auf Mobil-Browsern, mit Desktop-Browser-Kennung erfolgte eine Umleitung auf web.de. Das soll Malware-Analysten die Arbeit erschweren.

Social Engineering soll Druck aufbauen

Die Betrüger versuchen, noch mehr Druck aufzubauen und so potenzielle Opfer zum Handeln zu bringen: „Bei Abweichungen zwischen gemeldeten und erklärten Daten handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann“, erörtern sie weiter. „Steuerhinterziehung ist hingegen als Straftatbestand eingestuft und kann mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden“, schließt der Text der Phishing-Mail ab.

Es gibt mehrere Indizien, dass es sich um keine echte Mail von der Steuerverwaltung handelt. Der Absender zeigt zwar einen passenden Namen an, die Mail-Adresse selbst hat jedoch überhaupt nichts mit Steuern zu tun und liegt nicht einmal auf einer deutschen Domain. Der Aktions-Knopf leitet auf eine verkürzte, kryptische URL und nicht auf mit dem Elster-System verbundene Domains. Auch die kleineren Rechtschreibfehler sind ein weiteres Indiz. Empfänger sollten diese Mails daher einfach löschen und ignorieren.

Das Bundeszentralamt für Steuern muss des Öfteren für derartige Phishing-Versuche herhalten. Im vergangenen Mai forderten Betrüger etwa angeblich im Namen der Behörde auf, Mahngebühren [3] für verspätete Steuererklärungen zu zahlen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132880

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Phishing
[2] https://dip.bundestag.de/vorgang/gesetz-zur-umsetzung-der-richtlinie-eu-2023-2226/324801
[3] https://www.heise.de/news/Betrueger-senden-E-Mails-im-Namen-der-Steuerverwaltung-10370325.html
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 14:00

heise+ | KI als Werkzeug statt Denkersatz: Was gegen Kompetenzabbau hilft

Von Heise

Wer sich auf ChatGPT & Co. verlässt, lagert kognitive Fähigkeiten aus – und büßt sie letztlich ein. Studien belegen das, lehren aber auch klügere Arbeitsweisen.

Künstliche Intelligenz zu nutzen, bedeutet in vielen Fällen, tiefen Denkvorgängen aus dem Weg zu gehen. Dass diese Fähigkeit dann nicht weiter trainiert wird und verkümmern kann, haben unterschiedliche Untersuchungen bereits gezeigt. [1] [1] Beispielsweise belegten zwei Forscherinnen an der McGill University in Montreal 2020, dass Autofahrer, die sich dauerhaft auf GPS-Navigationssysteme verlassen, letztlich ein schwächeres räumliches Gedächtnis aufweisen. Vergleichbare Kompetenzverluste haben sich bereits in wissenschaftlichen Befragungen unter diversen Wissensarbeitern angedeutet und betreffen so unterschiedliche Arbeitsvorgänge wie Übersetzungen zwischen zwei Sprachen, Textzusammenfassungen und Softwareprogrammierung.

Das Problem besteht darin, dass viele KI-Tools ihre Anwender nicht nur zu effizienterer Arbeit befähigen, sondern ihnen dabei geistige Anstrengungen weitgehend ersparen, wie Michael Gerlich von der Swiss Business School (SBS) in seiner jüngsten Forschungsarbeit ausführt [2] [2]. Große Sprachmodelle, die fertige Texte, Argumentationen oder Entscheidungen liefern, laden besonders stark dazu ein, das Denken zu delegieren. Diese Gefahr ist bei spezialisierten Werkzeugen geringer, etwa bei Suchmaschinen oder Datenanalyse-Tools, die Informationen bereitstellen, aber keine fertigen Schlussfolgerungen vorgeben.

Mit EEG-Scans (Elektroenzephalografie) haben Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) die Hirnaktivität beim Schreiben eines Aufsatzes untersucht [13] [13]. Ihre Ergebnisse machen deutlich, dass Large Language Models (LLM) die Testkandidaten weitgehend von eigenständigen Denkprozessen entlasten. Wer beim Formulieren eines Textes eine Suchmaschine nutzte, wies eine geringere Hirnaktivität auf als Probanden ohne dieses Hilfsmittel, und der Einsatz von LLMs senkte den Wert noch einmal dramatisch.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11079493

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Kuenstliche-Intelligenz-Wie-Nutzer-das-kritische-Denken-verlernen-10296544.html
[2] https://doi.org/10.3390/data10110172
[3] https://www.heise.de/hintergrund/KI-als-Werkzeug-statt-Denkersatz-Was-gegen-Kompetenzabbau-hilft-11079493.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Interview-zu-KI-in-der-Schule-Das-Thema-ist-ein-riesiger-Flickenteppich-10961917.html
[5] https://www.heise.de/news/Europaeische-Rundfunkunion-KI-Systeme-geben-Nachrichteninhalte-oft-falsch-wider-10796779.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Bildung-KI-in-Schule-und-Hochschule-ein-Ueberblick-9691360.html
[7] https://www.heise.de/news/Niedersachsen-und-Hamburg-Kein-pauschales-Handyverbot-an-Schulen-11077713.html
[8] https://www.heise.de/news/Fobizz-im-Auslandseinsatz-Landeslizenz-fuer-Luxemburg-und-Nutzung-durch-den-DAAD-10756860.html
[9] https://www.heise.de/hintergrund/Fobizz-Gruenderin-KI-sollte-Lerninhalt-und-auch-Lerntechnologie-in-Schulen-sein-9209445.html
[10] https://www.heise.de/meinung/n-report-Projekt-Wie-KI-die-Sprache-von-Schuelerinnen-und-Schuelern-veraendert-10751927.html
[11] https://www.heise.de/news/OpenAI-fuehrt-Jugendschutz-fuer-ChatGPT-ein-10674879.html
[12] https://www.heise.de/tests/Buchkritik-Wer-schuetzt-unsere-Kinder-10632116.html
[13] https://doi.org/10.48550/arXiv.2506.08872

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 14:00

Softwaregesperrte Werkzeug-Akkus reparieren

Von Carsten Wartmann
Werkzeug Akkus nicht wegwerfen!

(Bild: Martin Jansson)

Mit Know-how können Maker defekte Akkus wieder zum Leben erwecken. Übereifrige BMS setzen Software-Sperren und verwandeln Akkus zu Elektroschrott.

Moderne Akkuwerkzeug-Akkus enthalten ausgeklügelte Battery-Management-Systeme (BMS), die Zellspannung, Temperatur, Ladezustand und Überlast überwachen. Diese Schutzmechanismen sind grundsätzlich sinnvoll – sie verhindern Schäden an Geräten und Nutzern. Doch was passiert, wenn diese Systeme Fehlalarme auslösen oder temporäre Probleme als permanente Defekte interpretieren?

Die Realität zeigt: Viele Akkus werden durch Software-Lockouts unbrauchbar gemacht, obwohl die Zellen und die Hardware vollkommen intakt sind. Ein kurzzeitiger Spannungsabfall, ein leichtes Zellungleichgewicht nach längerer Lagerung oder ein Firmware-Bug – und der teure Akku wird zum Briefbeschwerer. Die Hersteller bieten meist keine Lösung außer dem Neukauf und selbst in der Garantiezeit kann der Akkutausch umständlich sein.

Zwei bemerkenswerte Open-Source-Projekte nehmen sich nun dieser Problematik an und geben Makern die Werkzeuge in an Hand, ihre Akkus selbst zu reparieren.

Makita LXT: Open Battery Information (OBI)

Der schwedische Entwickler Martin Jansson begann das Projekt [1] vor etwa drei Jahren, nachdem mehrere seiner Makita-Akkus ohne ersichtlichen Grund den Dienst verweigerten. Die klassischen Symptome: Der Akku lässt sich nicht mehr laden, das BMS meldet einen Fehler, aber die Zellen selbst sind in Ordnung.

Janssons ursprüngliche Reverse-Engineering-Versuche mit einem F0513-Mikrocontroller von NEC (Renesas) waren mühsam. Der Durchbruch kam, als er von einem User Romain kontaktiert wurde, der mehrere neuere BMS-Platinen spendete – darunter eine mit einem STM32-Mikrocontroller, bei dem der Read-Protection-Schutz nicht aktiviert war. Innerhalb von fünf Minuten nach Erhalt der Platine konnte Jansson mit Ghidra die Firmware rückentwickeln (Reverse Engineering).

Wie Makita-Akkus kommunizieren

Makita LXT-Akkus nutzen ein auf Maxims OneWire-Protokoll [3] basierendes Kommunikationssystem über den gelben Steckverbinder. Die Timing-Parameter weichen vom Standard ab – vermutlich eine bewusste Verschleierung. Das BMS unterstützt Standard-OneWire-Funktionen wie Reset, Skip-ROM und Read-ROM. Besonders interessant: Es gibt einen versteckten Backdoor-Befehl, der das Protokoll auf Single-Wire-UART umschaltet. Über diesen Zugang lässt sich die komplette Firmware auslesen und sogar der Speicher beschreiben.

Hardware-Anforderungen

Da das OneWire-Protokoll präzises Timing erfordert, funktionieren Standard-Programmer nicht zuverlässig. Jansson entwickelte deshalb den ArduinoOBI – einen Arduino-basierten Programmer, der die zeitkritische Kommunikation übernimmt. Die Hardware beschränkt sich auf einen Arduino mit USB, ein Adapterkabel und ein paar Widerstände.

Was OBI kann

Diagnostik:

  • Auslesen aller BMS-Parameter (Zellspannungen, Temperatur, Ladezustand)
  • Identifikation von Fehlercodes und Lockout-Zuständen
  • Analyse von Zellimbalanzen

Reparatur:

  • Reset von Software-Lockouts
  • Löschen von Fehlermeldungen im BMS
  • Wiederherstellung der Kommunikation zwischen Akku und Ladegerät

Die modulare Architektur von OBI ermöglicht es Entwicklern, Unterstützung für weitere Hersteller hinzuzufügen. Jedes Modul muss lediglich eine get_display_name()-Funktion und eine ModuleApplication-Klasse implementieren. Leider scheint es hier noch keine weiteren Module zu geben.

Installation und Nutzung

Für Anfänger: Die vorkompilierte Windows-EXE aus den GitHub-Releases herunterladen [4] – keine Python-Installation nötig. Allerdings ist das .zip von Chrome als potenziell gefährliche Software deklariert, auch Virustotal warnt. Also besser den Python-Code benutzen:

  1. Repository klonen
  2. Python-Abhängigkeiten installieren (pyserial etc.)
  3. Arduino-Firmware auf den Arduino flashen (Arduino IDE oder PlatformIO)
  4. Verbindungskabel zum Akku bauen
  5. Python-GUI starten und Akku diagnostizieren
Community-Feedback

Die Maker-Community hat OBI begeistert aufgenommen. Ein deutscher Nutzer berichtete im Forum „Fingers elektrische Welt“ [5], dass er nach Kontakt mit dem Entwickler eine spezielle Firmware für ältere Akkus erhielt, die mit dem Python-Tool zunächst nicht funktionierten. Ein Konsolenprogramm auf dem Arduino Nano konnte den Akku dann erfolgreich zurücksetzen.

Das Projekt wird aktiv weiterentwickelt und die Dokumentation auf DeepWiki [6] bietet umfassende Einblicke in die Systemarchitektur.

Ryobi ONE+: Detaillierte Fehleranalyse und Firmware-Modifikation

Badar Kayani wurde zum Ryobi-Akku-Hacker, nachdem drei seiner neuen Akkus unerwartet ausgefallen waren. Seine Neugierde führte ihn tief in die Materie: Er kaufte Dutzende defekte Akkus auf eBay, rückentwickelte die Platine und dokumentierte akribisch alle Fehlermodi und Reparaturschritte.

Das Video ist nicht nur für Besitzer von Ryobi-Tools interessant, sondern insgesamt informativ, wie die Herangehensweise an Hardware-Hacking aussehen kann.

Reverse-Engineering der Ryobi PBP005-Platine

Kayani hat einen vollständigen Schaltplan des PBP005-Modells erstellt [8], der etwa zu 95 Prozent komplett ist. Die Architektur ist typisch für BMS-Schaltungen, mit einigen interessanten Details:

Zentrale Komponenten:

  • AFE-Chip: Unbekannter Chip mit der Markierung „3705T“ – vermutlich ein Klon oder Custom-ASIC. Kayani konnte den I²C-Bus sniffen, aber ohne Datenblatt blieb die Kommunikation schwer zu entschlüsseln
  • Mikrocontroller: NXP LPC804M101 (ARM Cortex-M0+)
  • Load-Detection-Circuit: Erkennt selbst hochohmige Lasten an den Batterieterminals und aktiviert die Entlade-MOSFETs

Debug-Schnittstelle: Das Board verfügt über einen SWD-Tag-Connect-Header, über den sich die Firmware auslesen und modifizieren lässt.

Die acht häufigsten Fehlermodi

Kayani analysierte Dutzende defekte Akkus und katalogisierte folgende Fehlermodi mit ihrer Prävalenz:

Mit 65 Prozent Prävalenz ist der permanente Firmware-Lockout das häufigste Problem. Die Symptomatik: Beim ersten Drücken der Status-Taste blinkt eine LED, bei weiteren Klicks blinken vier LEDs. Der Akku lässt sich weder laden noch entladen.

Kayanis Theorie: Akkus, die längere Zeit gelagert werden, geraten in einen Software-Zustand, in dem das Digitalteil kontinuierlich Strom zieht. Bei einem bestimmten Spannungsniveau während der Entladung setzt die Firmware einen permanenten Lockout. Die meisten betroffenen Akkus waren relativ entladen. Ein weiterer Trigger: Wenn eine Zellbank etwa 0,15 Volt weniger als die anderen hat und die Gesamtspannung in einem bestimmten Bereich liegt, löst das Auflegen auf das Ladegerät einen Lockout aus.

Firmware-Modifikation: Der Heilige Gral

Kayani entdeckte, dass ein einzelnes Byte an Speicheradresse 0x7E90 über den Lockout-Status entscheidet. Ist dieses Byte ungleich null, ist der Akku permanent gesperrt. Wird es auf null gesetzt, lässt sich der Akku wieder normal nutzen.

Benötigte Hardware:

  • Tag-Connect-Kabel: TC2030-IDC-NL (verfügbar bei tag-connect.com [9]) oder TC2030-CTX-NL für eine direkte J-Link-Verbindung
  • J-Link EDU Mini: Erhältlich bei Adafruit oder anderen Händlern (~50 Euro)

Verkabelung: Kayani musste den Batterie-Adapter von Amazon öffnen und modifizieren, um die SWD-Pins zugänglich zu machen. Detaillierte Diagramme in seinem Artikel zeigen die korrekte Verbindung zwischen Tag-Connect-Kabel und J-Link.

Software-Workflow:

  1. SEGGER J-Flash: Firmware als HEX-File auslesen (einige gibt es auf GitHub [10])
  2. VSCode mit HexEditor-Plugin: Firmware analysieren und Lockout-Byte an Adresse 0x7E90 auf null setzen
  3. SEGGER J-Flash Lite: modifizierte Firmware zurück auf den Mikrocontroller flashen

Erfolgsrate: Kayani konnte fünf fast neue Akkus (alle um 3 V/Zelle) allein durch das Löschen des Lockout-Bits wiederbeleben. Nach dem Flashen ließen sie sich direkt auf einem Standard-Ryobi-Ladegerät laden, ohne weitere Eingriffe.

Der J1-Reset-Trick

Für weniger schwerwiegende Lockouts gibt es einen einfacheren Weg ohne weitere Hardware, nur der Akku muss geöffnet werden, einen Versuch ist es wert!

J1-Reset-Prozedur:

  1. Status-Taste drücken
  2. J1-Jumper kurzschließen
  3. Status-Taste erneut drücken, LEDs 2 und 4 leuchten
  4. J1-Jumper öffnen
  5. Fertig

Dieser Reset funktioniert bei Soft-Lockouts und manchen Zellimbalanzen. Kayani betont, dass viele Reddit-Threads über diesen Trick berichten, aber oft nicht zwischen verschiedenen Lockout-Typen unterscheiden.

Ungelöste Fehlermodi

Einige Batterien zeigten Ladefehler, bei denen das Ladegerät sie nicht erkannte. Kayani identifizierte die T1-Schaltung als Problemquelle, konnte aber trotz Kurzschluss-Tests zur Fehlereingrenzung keine dauerhafte Lösung finden. Das Fehlen von Teilenummern für einige Transistoren und die Gefahr, V_BATT an falsche Stellen zu leiten, erschwerten die Reparatur.

Die ethische Frage

Kayani wirft eine wichtige Frage auf: Ist dieser Ansatz mit übermäßigen Firmware-Checks und -Lockouts wirklich besser für Sicherheit und Langlebigkeit? Einerseits will man Katastrophen vermeiden, andererseits haben diese Systeme eine hohe Fehlalarm-Rate, die funktionierende Akkus zu Elektroschrott macht.

Der Zyniker würde vermuten, dass Ryobi bewusst Obsoleszenz einbaut. Kayani glaubt das nicht – Ryobi gewährt drei Jahre Garantie, und seine eigenen Akkus waren jünger als ein Jahr, als sie ausfielen. Sie wurden problemlos ersetzt (wobei ein Ersatz-Akku ebenfalls bald darauf ausfiel).

Seine These: Ryobi hatte gute Absichten beim Design der Sicherheitssysteme, testete aber nicht gründlich genug, um Fehlalarme zu verhindern. Ein permanenter Lockout ohne Self-Reset-Option war möglicherweise ein Designfehler, kein Feature.

Sicherheitsaspekte und Rechtliches

Disclaimer: Beide Projekte betonen, dass Arbeiten mit Lithium-Akkus gefährlich sein können. Nutzer sind für ihre eigene Sicherheit verantwortlich und sollten Best Practices befolgen.

Garantie: Öffnen und Modifizieren von Akkus erlischt in der Regel die Garantie. Bei Akkus, die noch in der Garantiezeit sind, sollte man zunächst den Hersteller-Service kontaktieren.

Gewährleistung: Die Entwickler übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die Nutzung ihrer Tools entstehen. Beide Projekte sind rein zu Bildungs- und Reparaturzwecken gedacht.

Right to Repair: Diese Projekte sind Paradebeispiele für die Right-to-Repair-Bewegung. Sie ermöglichen Nutzern, teure Hardware zu reparieren, statt sie zu entsorgen – ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Fazit

Die Projekte von Martin Jansson und Badar Kayani zeigen eindrucksvoll, was mit Reverse-Engineering, Durchhaltevermögen und Open-Source-Philosophie möglich ist. Sie verwandeln Elektroschrott in funktionierende Werkzeuge und geben Makern die Kontrolle über ihre Hardware zurück.

Für wen sind diese Projekte geeignet?

  • Makita OBI: ideal für Maker mit Arduino-Erfahrung, die diagnostizieren und Software-Lockouts zurücksetzen wollen. Die Plugin-Architektur lädt zum Experimentieren ein.
  • Ryobi-Reparatur: eher für fortgeschrittene Maker mit Elektronik-Kenntnissen. Firmware-Modifikation erfordert spezialisierte Hardware (J-Link) und Verständnis für Low-Level-Debugging.

Beide Projekte sind aktiv und offen für Beiträge. Für Leser etwa mit einem defekten Akkuschrauber-Akku könnte es sich lohnen, diese Projekte auszuprobieren – und vielleicht tragen Leser mit ihren Erkenntnissen zur weiteren Entwicklung bei.

Die Botschaft ist klar: Nur weil ein Hersteller sagt „nicht reparierbar", heißt das nicht, dass es stimmt. Mit den richtigen Tools und Community-Wissen können Maker ihre Geräte länger nutzen und gleichzeitig Elektroschrott reduzieren

Siehe auch:


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11133115

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/mnh-jansson/open-battery-information
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://github.com/rosvall/makita-lxt-protocol
[4] https://github.com/mnh-jansson/open-battery-information
[5] https://www.fingers-welt.de/phpBB/viewtopic.php?t=24670
[6] https://deepwiki.com/mnh-jansson/open-battery-information/1-overview
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://badar.tech/2025/08/24/ryobi-battery-repair-guide/
[9] https://www.tag-connect.com/
[10] https://github.com/bjkayani/ryobi-battery-repair
[11] https://www.heise.de/download/product/open-battery-information?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[12] https://www.heise.de/make
[13] mailto:caw@make-magazin.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 15:41

ESP32-C5 trifft Bosch-Sensoren

Von Daniel Schwabe
Zu sehen ist das ESP-SensairShuttle, dessen Teile nach hinten aufgefächert werden.

(Bild: espressif)

Espressif und Bosch kombinieren ESP32-C5 mit MEMS-Sensoren, um Bewegung und Umwelt lokal auszuwerten.

Espressif und Bosch haben eine Zusammenarbeit angekündigt, die Bosch-Sensoren und ESP-Mikrocontroller zusammenführen soll. Ziel ist es, eine neue Produktreihe anzubieten, die Bewegung, Umweltzustände und Kontext nicht nur erfassen, sondern auch lokal via KI interpretieren können. Die gemeinsame Lösung richtet sich zwar offiziell an Bereiche wie Smart Home, Fitness, Büroanwendungen oder interaktive Spielzeuge, dürfte aber auch für Maker und Entwickler interessant sein.

Im Zentrum steht der neue ESP32-C5, ein Dualband-Wi-Fi-6-SoC, der hier als zentraler Controller dient. Er wird mit mehreren Sensoren von Bosch betrieben. Darunter der Umwelt- und Gassensor BME690, die Bewegungs-IMU BMI270 (IMU: inertial measurement unit) und das Magnetometer BMM350. Zusammen ermöglichen sie mehrdimensionale Erfassung von Bewegung, Lage, Umweltparametern und Magnetfeldern. Für Maker bedeutet das potenziell weniger Einzelbausteine zusammenlöten, weniger eigene Sensorfusion schreiben und mehr Zeit für die eigentliche Idee.

Interessante Architektur

Interessant ist dabei weniger das Marketing-Stichwort „Large-Language-Model-Intelligenz“, sondern die Architektur dahinter. Die Plattform ist darauf ausgelegt, möglichst viel Interpretation lokal auf dem Gerät vorzunehmen. Gesten, Bewegungsmuster oder Zustandsänderungen können direkt ausgewertet und in Aktionen umgesetzt werden, ohne ständig Daten in die Cloud zu schieben. Das spart Latenz und Strom und kann auch in WLAN-losen Umgebungen genutzt werden.

Auch für experimentelle Projekte jenseits des Wohnzimmers ist die Kombination spannend. In Fitness- oder Motion-Tracking-Anwendungen erlaubt die IMU eine lokale Analyse von Bewegungsabläufen, etwa zur Haltungs- oder Gestenerkennung. Die Auswertung kann direkt auf dem Mikrocontroller erfolgen, während Feedback über LEDs, Audio oder Sprache ausgegeben wird. Wer schon immer wollte, dass ein Gerät mahnend piept, wenn die Kniebeuge schief aussieht, bekommt hier zumindest die technischen Grundlagen dafür.

Für den Smart-Home-Bereich kündigt Espressif eine native Integration in Home Assistant an. Geräte auf Basis des ESP32-C5 sollen automatisch erkannt werden und sich darüber konfigurieren lassen.

Zwei Hardwareplattformen

Zur Unterstützung von Entwicklern stellen die Partner zwei Hardwareplattformen vor. Der ESP-SensairShuttle (siehe Titelbild) ist eher als Evaluierungs- und Lernplattform gedacht, modular aufgebaut und mit austauschbaren Sensorboards versehen. Er richtet sich an Ausbildung, Forschung und systematische Tests. Deutlich makerfreundlicher ist der ESP-Spot, ein vollständig quelloffenes Board mit Fokus auf bewegungsbasierte Interaktion. Für Schaltpläne, Firmware und Dokumentation ist bereits eine Wiki-Seite [1] angelegt.

Zu sehen ist das Spot-Modul, dessen einzelne Bestandteile nach hinten aufgefächert werden. Es besteht aus zwei Boards, die aufeinander gesteckt werden.
Zu sehen ist das Spot-Modul, dessen einzelne Bestandteile nach hinten aufgefächert werden. Es besteht aus zwei Boards, die aufeinander gesteckt werden.

Etwas rustikaler: Das Spot-Modul.

(Bild: espressif [2])

Das ESP-SensairShuttle ist bereits auf Aliexpress [3] für 53,22 Euro erhältlich.

Wer mehr über die ESP32-Produktreihe wissen möchte, findet alle Infos in unserem EPS32-Kompass [4].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132803

Links in diesem Artikel:
[1] https://docs.espressif.com/projects/esp-dev-kits/en/latest/esp32c5/esp-sensairshuttle/index.html
[2] https://www.espressif.com/en/news/Espressif_Bosch_Collaboration
[3] https://de.aliexpress.com/item/1005010501471471.html?gatewayAdapt=glo2deu
[4] https://www.heise.de/ratgeber/ESP32-Hardware-Kompass-Welches-Modell-Sie-fuer-Ihr-naechstes-Projekt-benoetigen-10321040.html
[5] https://www.heise.de/make
[6] mailto:das@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 13:03

Luna Band: Displayloser Gesundheitstracker ohne Abo und mit Sprachinterface

Von Heise
Luna Band am Handgelenk einer Frau

Das Luna Band will eine Whoop-Alternative sein.

(Bild: Luna)

Mit dem Luna Band eifert ein weiterer Hersteller dem Whoop-Band nach. Der neue Gesundheitstracker kommt ohne Abo und setzt auf ein Sprachinterface.

Gesundheitstracker ohne Bildschirm [1] scheinen seit dem Whoop-Band immer mehr im Trend zu liegen. Neben dem Whoop 5.0 bieten etwa auch Hersteller wie Amazfit und Polar ähnliche Lösungen an. Im Zuge der CES 2026 [2] hat Luna, ein Tochterunternehmen der indischen Techfirma Noise, das bisher eher für Smartringe bekannt ist, sein Luna Band vorgestellt. Ähnlich wie das Modell von Amazfit und Polar soll der Tracker ohne monatliche Abogebühren nutzbar sein.

Siri-Support

Laut dem Unternehmen [3] soll das Band eine „Echtzeit-Gesundheitsberatung per Sprachausgabe“ bieten. Zudem soll das Luna Band nicht nur Daten anzeigen, sondern auch zeitnahe und umsetzbare Vorschläge liefern. Nutzerinnen und Nutzer können mit dem Band auch Mahlzeiten protokollieren, Symptome aufzeichnen und mithilfe von Sprachbefehlen Gesundheitsratschläge einholen. Laut Hersteller funktioniert das System über verbundene Ohrhörer und die Integration mit Apples Siri. Ob es mit weiteren Sprachassistenten funktioniert, verrät der Hersteller auf seiner Webseite nicht; nach Informationen der britischen Zeitung Independent [4] soll das allerdings der Fall sein.

Das Band sieht ähnlich aus wie andere Produkte dieser Kategorie: Es verfügt über ein dünnes Metallgehäuse, in dem sich die Sensoren und der Akku befinden. Der Tracker sammelt Gesundheitsdaten und synchronisiert diese mit der Smartphone-App, in der Nutzerinnen und Nutzer Statistiken und Ratschläge einsehen können.

LifeOS als Betriebssystem

Softwareseitig basiert der Fitness-Tracker auf dem firmeneigenen Betriebssystem LifeOS, das nach Angaben des Herstellers Tausende physiologischer Signale pro Minute verarbeiten können soll. Laut Luna erkennt LifeOS Veränderungen in den Bereichen Erholung, Stress, circadianer Rhythmus und Hormonmuster und gibt den ganzen Tag über kontextbezogene Empfehlungen. Neben der täglichen Aktivität liefert das Band auch Einblicke ins Schlafverhalten und kann als Zyklustracker verwendet werden. Zudem kann das Band laut Hersteller Erholung und Stress messen.

Im Band stecken optische Sensoren und eine „hochpräzise 6-Achsen-IMU“ (Inertial Measurement Unit). Weitere Details zur Ausstattung nennt der Hersteller nicht. Auch einen Preis verrät Luna bislang nicht. Das Band soll im Laufe dieses Jahres erscheinen.

heise online ist offizieller Medienpartner der CES 2026.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11133133

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Fitnessarmbaender-ohne-Display-im-Test-Helio-Strap-Polar-Loop-und-Whoop-MG-10520194.html
[2] https://www.heise.de/thema/CES
[3] https://www.lunazone.com/pages/luna-band
[4] https://www.independent.co.uk/extras/indybest/gadgets-tech/luna-band-whoop-alternative-ces-2026-b2894456.html
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[7] mailto:afl@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 15:49

OmniOutliner: Planungs- und Nachdenktool erreicht Version 6

Von Heise
OmniOutliner 6

OmniOutliner 6: Grundlegend renoviert.

(Bild: The Omni Group)

Der Gliederungseditor OmniOutliner gehört zu den klassischen Mac-Apps. Nun gibt es eine komplett neue Version – auch für iOS und iPadOS.

Outliner sind praktisch: Dank strukturierter Eingabe von Informationen kann man mit diesen Gliederungseditoren Gedanken ordnen, To-dos aufstellen, Ideen planen oder kreative Projekte umsetzen. Auf dem Mac seit vielen Jahren beliebt ist der OmniOutliner [1] von The Omni Group. Die App wurde immer wieder weiterentwickelt und steht auch für iPhone und iPad bereit – sowie seit Neuestem auch für die Vision Pro. Mit der Version 6 [2] kommt nun eine ganze Reihe von Neuerungen in die App – inklusive KI.

Ein Kauf für alle Varianten

Lobenswert: Angeboten wird der OmniOutliner als sogenannter Universal Purchase. Damit kauft man die App einmal und kann sie auf allen unterstützten Apple-Geräten nutzen. Allerdings muss es ab sofort teilweise das neueste Betriebssystem sein: mindestens iOS 26, iPadOS 26 und visionOS 26. Auf dem Mac ist man aber auch schon ab macOS 15 dabei.

OmniOutliner 6 kommt auf allen Plattformen in einem neuen Look, wurde an Liquid Glass [3] angepasst und hat neue Icons. Dynamische Themen schalten jetzt auf Wunsch automatisch in den Dunkelmodus um. Es gibt einen neuen Template-Picker, der über Plattformen hinweg arbeitet und verschiedene Einstellungen automatisch übernimmt. Dokumente können über Omni Links untereinander verlinkt werden – auch über geteilte Dokumente. Verbesserungen gibt es weiterhin bei den Anhängen – so kann man Bilder vergrößern und verkleinern, kann Anhänge auch bei der Essentials-Edition der App (statt nur Pro) verwenden und bietet verbesserte Filter (mit Nested-AND/OR-NOT-Regeln) und erweiterte Datumseinstellungen. In Sachen KI liefert OmniOutliner 6 nun Unterstützung für Omni Automation [4] mit, die verschiedene Möglichkeiten der Automatisierung bietet. Dabei werden lokal laufende Apple-Grundmodelle verwendet.

„Brandneue“ Vision-Pro-App

Auf iPhone und iPad wurde das Dokumentenmanagement optimiert – zum schnelleren Anlegen neuer Dokumente inklusive iCloud-Drive-Nutzung. Dokumente lassen sich freier „stylen“, gespeicherte Filter laufen jetzt auch auf Mobilgeräten und die Anhänge arbeiten mit der Dateien-App, der Foto-Bibliothek und der Kamera zusammen. Die Vision-Pro-App ist laut The Omni Group „brandneu“ und soll alle wichtigen Features enthalten.

OmniOutliner 6 wird über die Website des Herstellers vertrieben, aber auch via App Store [5] (Mac, iPhone, iPad und Vision Pro). Die Preise hängen vom Funktionsumfang ab: Die Standardversion („Essentials“) kostet 25 US-Dollar als Einmalzahlung, für die Pro-Lizenz werden 100 Dollar fällig. Künftige größere Updates gibt es zum Discountpreis (vermutlich dann Version 7).


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11131399

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.omnigroup.com/omnioutliner
[2] https://www.omnigroup.com/releasenotes/omnioutliner
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Liquid-Glass-Apples-neue-Oberflaeche-fuer-iOS-26-macOS-26-und-Co-im-Detail-10487350.html
[4] https://omni-automation.com/shared/alm.html
[5] http://www.omnigroup.com/download/appstore/omnioutliner-mac
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 12:27

Vision Pro: Apple beginnt Ausstrahlung immersiver Basketballspiele ab Freitag

Von Heise
Immersives Basketball-Spiel

Immersives Basketball-Spiel: Bislang hat Apple vor allem Kurzfilme veröffentlicht.

(Bild: Apple)

Wie angekündigt beginnt Apple mit der Ausstrahlung von NBA-Partien auf der Vision Pro. Künftig könnten auch weitere Sportarten folgen.

Ein "einzigartiges Live-Erlebnis" für Fans der Los Angeles Lakers verspricht Apple ab dem 9. Januar, also kommenden Freitag. Dann startet in zwei Apps auf dem Headset Vision Pro [1] erstmals die Übertragung ganzer Livespiele aus der US-Basketballliga NBA. Apple hatte das immersive Projekt [2] bereits im Herbst angekündigt. Zuvor hatte der Konzern stets nur kürzere Filme und Sportausschnitte in dem Format mit räumlicher Wiedergabe ausgespielt.

Teure Kameras, live nur in bestimmten Regionen

Zum Filmen kommen mehrere Blackmagic-URSA-Kameras zum Einsatz. Die Geräte, die pro Einheit 30.000 US-Dollar kosten, zeichnen mit 8160 mal 7200 Pixeln auf. Apple nennt dies spezifisch „Front Row“, es soll so wirken, als habe man seinen Platz am Spielfeldrand, den traditionell teuersten Plätzen bei NBA-Partien. Apple arbeitet mit der NBA selbst sowie dem Sendernetzwerk Spectrum zusammen. In der Praxis heißt dies, dass nur Vision-Pro-Nutzer im regionalen Sendegebiet der Los Angeles Lakers sowie drei weiteren Weltregionen wirklich live dabei sein können – das liegt an der komplexen Rechtesituation, nicht an der Technik.

Dies sind Hawaii, das südliche Kalifornien sowie Teile Nevadas inklusive Las Vegas. Hinzu kommen Japan, Singapur und Südkorea. Insgesamt sind sechs Partien bis März vorgesehen, am Freitag geht es mit den Lakers gegen die Milwaukee Bucks los. Glücklicherweise bleiben auch User in anderen Gebieten nicht komplett ausgeschlossen: Diese erhalten, wenn auch Tage später, Spielwiederholungen auf der Vision Pro. Die Partie vom Freitag steht laut Apple in Deutschland innerhalb von 24 Stunden bereit.

NBA-App mit kostenlosem Account

User hierzulande können die Wiederholung ansehen, sofern sie einen kostenlosen NBA-Account haben und die NBA-App installieren. Frankreich und Großbritannien sind in Europa ebenfalls dabei, Österreich und die Schweiz leider nicht.

Die Optik soll, so schreibt es Apple zumindest, durchaus beeindruckend sein: „Spectrum Front Row in Apple Immersive bringt die Zuschauer:innen näher an jeden Pass, jeden Wurf und jeden Block. Spielgrafiken wie Untertitel, Aufstellungen, Spiel- und Wurfuhren sowie Spielstände werden in 3D angezeigt, als würden sie direkt vor den Zuschauer:innen schweben.“ Hinzu kommt räumliches Audio, wofür Apple spezielle Ambisonic-Mikrofone nutzt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132662

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Apple-Vision-Pro-M5-im-Test-Doppelt-haelt-besser-10793698.html
[2] https://www.heise.de/news/Ganze-Basketball-Spiele-der-NBA-bald-immersiv-auf-der-Vision-Pro-10751251.html
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/mac-and-i
[5] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 11:59

Rundfunkbeitrag: Rekordeinnahmen und die Frage nach dem Gegenwert

Von Thomas Pany

Thomas Pany

Hundert Euro-Schein mit Funkturm

ARD, ZDF und Deutschlandradio verfügen über ein Rekordbudget von mehr als zehn Milliarden Euro. Kritiker fragen: Rechtfertigt das heutige Programm diese Summe?

Monat für Monat überweisen Millionen Haushalte in Deutschland ihren Rundfunkbeitrag. Die öffentlich-rechtlichen Sender verfügen damit über ein Budget, das weltweit seinesgleichen sucht, wie ein Bericht des evangelischen Pressedienstes [1] (epd) vergangene Woche aufblätterte.

Doch die schiere Höhe der Summe wirft eine unbequeme Frage auf: Wofür wird dieses Geld eigentlich ausgegeben?

Im Jahr 2024 nahmen ARD, ZDF und Deutschlandradio insgesamt 10,4 Milliarden Euro ein. Damit sei das deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunksystem das umsatzstärkste der Welt, so das epd.

Zum Vergleich wurde etwa die britische BBC erwähnt, die ein deutlich größeres Publikum bedient, und 2024 auf Einnahmen von etwa 6,36 Milliarden Euro kam. Die italienische RAI und die französische Holding France Télévisions erreichten jeweils nur rund 2,6 Milliarden Euro.

Das deutsche System der öffentlich-rechtlichen Sender ist damit das finanziell am besten ausgestattete weltweit.

Dass die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender im Jahr 2024 erst jetzt an die Öffentlichkeit kommen, erklärt epd damit, dass es recht lange dauere, bis die Anstalten ihre Jahresabschlüsse mit den verlässlichen Zahlen offiziell bekannt geben.

Von einer verlässlichen Akkuratesse abgesehen könne man aus bisher bekannten Zahlen, davon ausgehen, dass die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender auch in diesem Jahr deutlich über 10 Milliarden Euro liegen.

"Laut den von den Gremien genehmigten Haushaltsplänen für 2026 rechnen die ARD-Anstalten, das ZDF und Deutschlandradio mit Erträgen in Höhe von 10,63 Milliarden Euro."

epd

Rundfunkbeitrag: Einnahmen steigen schneller als die Inflation

Gut 85 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Rundfunkbeitrag – aktuell 18,36 Euro pro Haushalt und Monat. Seit 1995 sind die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender um 76 Prozent gestiegen.

Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust lag im selben Zeitraum bei etwa 40 Prozent. Die Sender haben ihre Einnahmen also fast doppelt so stark erhöht wie die allgemeine Preisentwicklung.

Diese Zahlen werfen für viele Beitragszahler die Frage auf: Bekommen wir für unser Geld auch ein entsprechendes Programm? Die Debatte läuft längst.

"Kaputte Sender!"

Aktuell ärgert sich der Chefredakteur von t-online, Florian Harms, über das Angebot. In seinem Newsletter Tagesanbruch [2] geht er mit seiner Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen in die Vollen.

ARD und ZDF seien "kaputt“, heißt es schon in der Überschrift. Die Sender nennt er "wundersame Apparate, die viel Geld schlucken und heiße Luft produzieren". Die Krimiflut der Sender, die Telepolis zuletzt ausführlich dokumentierte,

Inspiriert ihn zur Bezeichnung "Verbrecherfabrik" .

"Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich in eine Verbrecherfabrik verwandelt, in der mehr Leichen produziert werden als Nachrichten."

Und:

"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk war einst ein Bollwerk gesellschaftlicher Aufklärung. Heute droht er an Überfettung zu ersticken. Es ist Zeit für eine Diät."

Das ist der Kern seiner Kritik. Die Sender produzieren zu viel Überflüssiges, der Apparat selbst habe einen Wasserkopf, "ein Heer aus Intendanten, Chefredakteuren, Fernsehdirektoren, Programmdirektoren und sonstigen Frühstücksdirektoren, die sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben, wenn die öffentliche Kritik am Programm doch mal hochkocht. Die Führungsetagen sind so zahlreich wie die Krimiserien und ihre Gehälter so üppig wie die Budgets, die sie verwalten".

"Selbstbedienungsbetrieb"

Das System sei ein "Selbstbedienungsbetrieb". Konkret werden bemängelt hohe Pensionslasten und Gehälter das Geld für das eigentliche Programm schmälern würden.

Die Wortwahl ist kalkuliert drastisch – und sie trifft einen Nerv.

Aber wie steht es mit Lösungsvorschlägen, außer dem McKinsey-farbigen Gebot nach Sparmaßnahmen?

Zentrale Fragen

Doch so eingängig diese Kritik klingt – sie lässt zentrale Fragen offen. Harms Kritik läuft darauf hinaus, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender auf präzise und neutrale Berichterstattung konzentrieren sollen.

"Neutral" ist hier weniger ein journalistisches Kriterium als eine politische Projektionsfläche.

Bemerkenswert ist, dass Harms, der sich damit wohl deutlich als Unterstützer der Institution öffentlich-rechtlicher Rundfunk markieren will, das Deutschlandradio als "getrost als beste Radioanstalt Europas" heraushebt.

Das mag für kulturelle Beiträge gelten, wenn auch der Vergleich schwierig ist. Wenn es um politische Tendenzen geht, so ist "neutral" nicht wirklich eine zutreffende Kennzeichnung.

Inhalte wie Unterhaltung, Kultur oder Beratung sollten laut Harms jedoch privaten Medien überlassen werden. Ob die es tatsächlich mit ihrer Quotenorientierung besser können?

Die bisherige Erfahrung stimmt da skeptisch. Welcher private Sender kann dem Angebot etwa von arte das Wasser reichen?

Und umsonst sind private Medien auch nicht.

Eine solche Beschränkung stößt zum anderen auf juristische Hürden. Das Bundesverfassungsgericht hat in mehreren Urteilen festgelegt, dass der Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender auch Bildung, Kultur, Unterhaltung und Beratung umfassen muss. Eine reine Fokussierung auf Nachrichten und Informationen würde dieser Rechtsprechung widersprechen.

Die Frage ist daher nicht, ob der Rundfunkbeitrag in seiner aktuellen Höhe gerechtfertigt ist – sondern wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Auftrag im digitalen Zeitalter erfüllen soll.

______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Redaktionelle Anmerkung: Ursprünglich und irrtümlich stand im Text die Formulierung "Die Inflation lag im selben Zeitraum bei etwa 40 Prozent". Das ist so nicht richtig und wurde korrigiert. Der epd-Bericht notiert, dass der inflationsbedingte Kaufkraftverlust im Zeitraum von 1995 bis 2024 rund 40 Prozent betrug.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132999

Links in diesem Artikel:
[1] https://medien.epd.de/article/4123
[2] https://www.t-online.de/nachrichten/tagesanbruch/id_101069430/ard-und-zdf-sind-kaputt.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 07. Januar 2026 um 16:13
❌