Lenovo experimentiert für kommende Notebooks mit rollbaren OLEDs: Auf der CES gab es Prototypen mit seitlich oder nach oben ausfahrbaren Displays zu sehen.
Lenovo verkauft mit dem ThinkBook Plus Gen6 [1] seit vergangenem Herbst bereits ein Notebook mit ausrollbarem OLED-Bildschirm. Diese Bauart wird mit dem frisch vorgestellten ThinkBook Plus Gen7 [2] zwar nicht fortgeführt, doch Lenovos Ingenieure werkeln weiter an Notebooks mit auf- beziehungsweise ausrollbaren Display. Auf der CES zeigte der Hersteller zwei Notebook-Prototypen, die sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven nähern.
Sowohl dem ThinkPad Rollable (Business-Notebook) als auch dem Legion Pro Rollable (Gaming-Notebook) ist gemein, dass Lenovo das besondere OLED-Panel samt zugehöriger Mechanik im Deckel unterbringt. Das war beim ThinkBook Plus noch anders: Dort versteckte sich die Technik im Rumpf, was dessen Entwicklung und Fertigung aufwendig und teuer macht. Bei den neuen Bauarten kann der Rumpf hingegen konventionell ausfallen, sodass ein und dasselbe Notebook mal mit normalem Deckel und mal mit ausrollbarem OLED bestückt werden könnte. Das senkt die Entwicklungskosten.
Bei ThinkPad Rollable läuft das flexible OLED über die obere Deckelkante, wo es von einem gewölbten Stück Gorillaglas geschützt wird. Ein Teil des OLEDs ist immer an der Außenseite des Deckels zu sehen, sodass man auch bei zugeklapptem Deckel Statusinformationen zu Gesicht bekommt. Beim Ausfahren des Bildschirms nach oben läuft dieser Teil dann über eine Walze auf die Innenseite und ergänzt den Windows-Desktop, sodass mehr Bildhöhe als die üblichen 14 Zoll zum Arbeiten an großen Dokumenten zur Verfügung steht.
Die Statusanzeige an der Außenseite verschwindet nicht, weil sich an der Deckelaußenseite noch mehr Bildschirmfläche versteckt, die dann nach oben wandert und nur in diesem Modus angesteuert wird. Die Mechanik ist im ausgefahrenen Zustand durch die Gorillaglasscheibe an der Außenseite sichtbar.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Auch beim Gaming-Notebook Legion Pro steckt ein biegsames OLED-Panel im Deckel. Im Normalbetrieb hat es eine Diagonale von 16 Zoll, doch mit ausrollbaren Bereichen an beiden Seiten kann die Anzeigefläche über den einprogrammierten Zwischenschritt 21,5 Zoll auf bis zu 24 Zoll vergrößert werden – beide selbstredend in extremen Breitbildformaten.
Solche sind bei Gamern beliebt, vergrößern sie doch das Blickfeld, was bei Immersion wie Feinderkennung hilft. Beim Transport nimmt das Legion Pro Rollable hingegen nicht mehr Platz weg als andere 16-Zöller auch. Die Nutzergruppe mag zudem das zusätzliche Gewicht und der arg dicke Deckel nicht abschrecken, denn Gaming-Notebooks sind generell weder leicht noch schlank.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Lenovo wollte nicht ausschließen, dass die beiden Konzeptgeräte künftig einmal als tatsächliche Produkte in den Handel kommen. Aktuell ist dies aber nicht geplant.
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[1] https://www.heise.de/tests/ThinkBook-Plus-G6-Notebook-mit-ausrollbarem-OLED-Bildschirm-im-Test-11081373.html
[2] https://www.heise.de/news/ThinkBook-Plus-Gen7-Auto-Twist-Motorisierter-Bildschirm-dreht-sich-zum-Nutzer-11128652.html
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Luca Schäfer
Der Fall Venezuela: Wenn das Völkerrecht vom Recht des Stärkeren abgelöst wird
(Bild: FXQuadro/Shutterstock.com)
Entführt, sanktioniert, bombardiert – in Caracas zeigt sich die Spitze westlicher Hybris. Das Völkerrecht weicht dem Recht des Stärkeren. Eine neue Normalität?
Caracas rüttelt auf: UN-Generalsekretär António Guterres betonte [1]im Kontext der US-Angriffe auf Venezuela die Wichtigkeit der UN-Charta [2]. Während Spanien – in europäischer Einsamkeit – die Entführung [3] anprangerte [4], blieb es in Brüssel wie Berlin ungewohnt still. Dem selbsternannten Werte-Westen war die Kommandoaktion keine Silbe der Verurteilung wert. Bundeskanzler Merz nannte [5] es "komplex". Generell agiert die Bundesregierung zurückhaltend-kalkulierend, Brüssel kritisierte in homöopathischen Dosen.
Soweit dies unter dem Eindruck der aktuellen Lage – Ukraine-Gespräche in Paris, Mercosur-Abkommen oder das sicherheitspolitische Untertanen-Verhältnis zu Washington – verständlich erscheinen mag [6], hat dies einen entscheidenden Nachteil: Es könnte der Vorbote einer Welt des Rechts des Stärkeren ein. Wählt der Westen Willkür?
Da die US-Spezialeinheiten ohne UN-Mandat und ohne unmittelbare Gefahr für ihr Heimatland agierten, liegt ein klarer Fall vor. Dieser droht, die ohnehin angeschlagenen internationalen Normen gegen Gewaltanwendung weiter auszuhöhlen [7].
Ohne eine klare Selbstverteidigungs- oder UN-Mandatsbasis ist ein solcher Einsatz völkerrechtlich nicht gedeckt – es handelt sich um staatlich legitimierten und organisierten Terrorismus. Dabei ist vollkommen unerheblich, was ein ohnehin international nicht legitimiertes Gericht in New York gegenüber dem "Angeklagten" Maduro befinden sollte [8] – oder wie dessen Herrschaft moralisch-ethisch zu bewerten ist. Es ist bezeichnend, dass eine gerichtliche Entscheidung als nachträgliche Legitimation vorbereitet wird: Der Vorgang stellt völkerrechtliche Grundlagen vom Kopf auf die Füße.
Caracas stellt jedoch nur den vorläufigen Höhepunkt einer wahren Kaskade an primär US-gezielten Verschiebungen der Rechtlosigkeit dar. Zu nennen ist hier neben dem ohne UN-Mandat geführten Irak-Krieg 2003 zuletzt das Bombardement gegen den Iran [9] im Juni 2025. Während man sich im Falle der vermeintlichen irakischen Massenvernichtungswaffen wiederholt mit erfundenen PR-Maßnahmen um ein Mandat bemühte [10], agieren die USA aktuell unverblümt-offen imperialistisch [11].
De jure und ihrem Anspruch nach sollen die völkerrechtlichen Normen ein Gewaltverbot zwischen Staaten manifestieren, die Souveränität der Staaten untereinander garantieren und eine Konfliktlösung auf Basis von Recht festigen.
Es mangelt jedoch an einer Macht, die sie durchsetzt. Eine solche existiert nicht. De facto konnten mächtige Staaten die Normen unter realen oder inszenierten Vorwänden umgehen: [12] Während sich Israel fortwährend auf das Selbstverteidigungsrecht [13] zurückzog, nutzten die USA Terrorismusbekämpfung oder Drogengeschäfte als Vorwände.
Diese Herangehensweise ist mindestens mittel- bis langfristig unterminierend: Die in der aktuellen Sicherheitsstrategie der USA [14] verbriefte Trump-Doktrin schwächt durch stringente Ignoranz die Rolle des UN-Sicherheitsrats als Hüter der Legitimität militärischer Optionen auf ein existenzgefährendes Minimum herab.
Dabei ist die Unterminierung wertebasierter Normen zum Gewaltverzicht an sich keine Neuheit. Aktuell überrascht dennoch dessen Vehemenz und das Tempo, mit der eine taktisch-strategische Neuausrichtung hin zur Zerstörung völkerrechtlicher Normen umgesetzt wird.
Wenn man – wie aktuell zu beobachten – davon ausgeht, dass das internationale Recht ein zahnloser Tiger bleibt, solange nennenswerte Verstöße nicht sanktioniert werden, entfällt für logisch-rational handelnde außenpolitische Akteure jegliche Grundlage, sich daran zu binden. Wenn die westlichen Anschuldigungen gegenüber dem Iran, Russland oder China ihre sachbezogene Grundlage verlieren, sieht es schlecht aus, dass afrikanische Staaten oder Indien je wieder für westliche Sanktionsforderungen empfänglich sein werden [15].
Wenn man – wie aktuell – bereit ist, einen Sündenfall zu tolerieren, sinkt die Hemmschwelle für weitere Missetaten um ein Vielfaches. Die selbsternannten Gralshüter verspielen ihre Weisungskraft und ihre Ausstrahlungsfähigkeit, insbesondere gegenüber Staaten, die keinen Großmachtstatus besitzen.
Wer sich in Bezug auf Caracas nicht zu Handlungen, Sanktionen oder diplomatischen Gesprächen berufen fühlt, wirft den chronologischen Kerngedanken vom Westfälischen Frieden 1648 mit seinem Prinzip der Staatensouveränität, vom Völkerbund 1919 als erster globaler Rechtsgemeinschaft bis hin zum Aufbau internationaler Gerichte, endgültig über Bord.
Die Politik der Bundesrepublik ging selten – und in Bezug auf befreundete Nato-Staaten nie – über die rhetorischen Mittel [16] eines Rufes nach Mäßigung hinaus. Doch selbst diese scheinen zu verstummen. Ein deutliches Zeichen von Hybris, denn damit untergräbt der Westen sein – insbesondere in der ausblutenden Ukraine – dringend benötigtes ideologisches Amalgam.
Insofern könnte die westliche Welt, die in einer einseitig und selektiv einsetzbaren Chimäre von Völkerrecht und juristischen Fixierungen geschlafen hat, in einem Fiebertraum aus Anarchie und Faustrecht aufwachen. Ob der Hurra-Patriotismus, der in weiten Teilen der Jugend kaum Anklang findet, angesichts einer sich zuspitzenden sozialen Schieflage, der deutschen Wirtschaftskrise und des Multi-Milliarden-Euro-Grabes Kiew als Bindemittel eines fortzusetzenden Krieges ausreichen kann, darf stark bezweifelt werden.
Zwar kritisieren auch Russland und China deutlich die Einseitigkeit und doppelten Standards bei der Anwendung des Völkerrechts – nicht nur am Beispiel Venezuela –, gehen jedoch über diese Faustformel hinaus.
Moskau betont [17] in allen – insbesondere auch nach 2022 erfolgten – offiziellen Stellungnahmen, dass es sich prinzipiell zur gleichberechtigten Souveränität aller Staaten bekennt und gleichzeitig die Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten ablehnt.
Peking richtet [18] seine gesamte Außenpolitik auf die zentralen Errungenschaften des Völkerrechts aus: Neben der UN-Charta sind dies die Prinzipien von Nicht-Einmischung und Souveränität sowie die klare Ablehnung unilateraler Zwangsmaßnahmen. Beide Staaten verstärkten [19] ihre übereinstimmenden Positionen in einer gemeinsamen Erklärung aus dem Mai 2025.
Selbst wenn man der Realpolitik (Taiwan, Ukraine-Fragen) kritisch gegenübersteht, sind dies schriftlich dargelegte Bekenntnisse, die in Washington, Brüssel oder Berlin zeitgleich fehlen. In klarer Opposition zur Rolle der USA als Weltpolizist schmieden [20] Peking und Moskau an einem adaptierten internationalen Koordinatensystem. Jenen Projekten könnte der erneute Sündenfall Vorschub leisten.
Zum jetzigen Zeitpunkt besteht wenig Anlass, eine völkerrechtliche Renaissance zu prognostizieren. Dabei spielen die US-Fundamentalopposition und die Nicht-Bereitschaft der südlichen Achse, entscheidende Machtgarantien zur Durchsetzung abzugeben, eine entscheidende Rolle.
Dies wird Konsequenzen haben: Es ist anzunehmen, dass das Risiko gewalttätiger Konflikte zwischen Staaten spürbar zunehmen wird, kleinere abhängige Staaten Bedrängnis geraten und die laufende Fragmentierung internationaler Rechtsvorstellungen zunehmen wird.
Höchstwahrscheinlich wird Caracas als ein Wendepunkt eingehen: Offen bleibt, ob es sich dabei um einen Abzweig zu einer umfassenden Stärkung der Legitimitäts- und Sanktionsmechanismen oder zu einem normativen Rückschritt in Form einer unilateralen Sicherheitspolitik handeln wird.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.reuters.com/world/americas/un-chief-guterres-raises-concerns-about-instability-venezuela-legality-us-2026-01-05/[2] https://www.heise.de/tp/article/UN-Reform-2025-Neue-Charta-fuer-eine-neue-Weltordnung-10231410.html[3] https://www.heise.de/tp/article/USA-greifen-Venezuela-an-Maduro-Entfuehrung-loest-internationale-Empoerung-aus-11127984.html[4] https://www.reuters.com/world/americas/spain-strongly-condemns-violation-international-law-venezuela-pm-says-2026-01-04/[5] https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-us-angriff-reaktionen-102.html[6] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundesregierung-venezuela-usa-voelkerrecht-100.html[7] https://www.theguardian.com/politics/2026/jan/05/venezuela-attack-embolden-china-russia-uk-labour-emily-thornberry[8] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/nicolas-maduro-gericht-new-york-plaediert-auf-nicht-schuldig[9] https://www.heise.de/tp/article/Die-USA-treten-in-den-Krieg-gegen-den-Iran-ein-10455272.html[10] https://www.deutschlandfunk.de/us-intervention-im-irak-fehlt-legitimation-durch-die-100.html[11] https://www.akweb.de/politik/us-angriff-auf-venezuela-unverbluemt-imperialistisch/#:~:text=Wiederholt%20hatte%20US%2DPr%C3%A4sident%20Donald%20Trump%20milit%C3%A4rische%20Angriffe,venezolanischen%20Pr%C3%A4sidenten%20Nicol%C3%A1s%20Maduro%20kamen%20dennoch%20%C3%BCberraschend.[12] https://www.n-tv.de/politik/Der-US-Angriff-auf-Venezuela-hat-rechtlich-keine-Basis-id30199797.html[13] https://www.heise.de/tp/article/Von-Ukraine-bis-Gaza-Wann-verteidigen-Staaten-sich-selbst-10002070.html[14] https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2025/12/2025-National-Security-Strategy.pdf[15] https://www.pravda.com.ua/eng/columns/2026/01/05/8014739/[16] https://de.euronews.com/my-europe/2026/01/05/eu-trump-einhaltung-voelkerrecht-venezuela[17] https://mid.ru/en/foreign_policy/news/2053653/[18] https://www.globaltimes.cn/page/202601/1352265.shtml[19] https://www.fmprc.gov.cn/eng/xw/zyxw/202505/t20250509_11617838.html[20] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/politik_ausland_nt/article68b532165d3e123a945b1f8f/Putin-und-Xi-fordern-bei-Gipfel-in-China-neue-Weltordnung.html
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Bernd Müller
(Bild: EUS-Nachrichten / Shutterstock.com)
Kanzler Merz öffnet die Tür für deutsche Soldaten zur Absicherung eines Ukraine-Waffenstillstands. Auch Einsatz im Land selbst nicht ausgeschlossen.
Einheiten der Bundeswehr [1] könnten schon bald in der Ukraine ihren Dienst tun. Das stellte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag in Aussicht. Die deutschen Truppen sollen dabei helfen, einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine abzusichern, erklärte Merz nach einem Treffen mit Ukraine-Verbündeten in Paris.
Merz betonte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa), dass er für die Bundesregierung "grundsätzlich nichts ausschließe". Das schließt auch den Einsatz deutscher Soldaten auf ukrainischem Territorium ein, heißt es bei der dpa.
Wie tagesschau.de [2] berichtet, erklärte Merz mit Blick auf deutsche Soldaten ausdrücklich: "Es kann auch richtig sein, beides zu tun, sowohl Truppen in der Ukraine zu stationieren [...], aber dann eben auch in benachbarten Staaten zur Ukraine weitere Truppen zu stationieren, die für den Fall einer erneuten russischen Aggression eingesetzt werden können."
Nach einem Treffen im Dezember hatte Merz noch betont, dass eine solche Friedenstruppe [3] im Ernstfall auch gegen russische Streitkräfte kämpfen [4] müsse.
Mit dieser Ankündigung vollzieht Merz einen Kurswechsel. Bisher hatte Berlin abgewartet und argumentiert, die Frage stelle sich erst nach Klärung der Bedingungen für einen Waffenstillstand.
Jetzt erklärt der Kanzler die grundsätzliche Bereitschaft, lässt aber Details zu Truppenstärke und konkreten Aufgaben offen. Die finale Entscheidung liege bei Bundesregierung und Bundestag.
Seit Monaten beraten die Ukraine-Verbündeten über Sicherheitsgarantien [5]. Frankreich und Großbritannien treiben dabei die Planungen voran.
Im September erklärten sich bereits 26 Staaten bereit, Truppen zu entsenden. Paris betonte allerdings, es gehe um Friedenssicherung aus der Distanz, nicht um Fronteinsätze.
Der Entwurf der Verbündeten sieht laut [6] Reuters bindende Zusagen für den Fall neuer russischer Angriffe vor. Dazu zählen militärische Unterstützung, Geheimdienst-Kooperation und weitere Sanktionen. Die USA sollen ein internationales Überwachungssystem für den Waffenstillstand leiten.
Als vorläufige Stationierungsorte kommen die Nato-Staaten Polen, Rumänien, Ungarn und die Slowakei infrage.
Deutsche Soldaten sind bereits in Litauen präsent, Patriot-Systeme [7] schützten bis Dezember den polnischen Logistik-Knotenpunkt Rzeszow. Eurofighter sind in Polen und Rumänien, nahe der ukrainischen Grenze stationiert.
Die Umsetzung bleibt ungewiss. Russland zeigt keine Bereitschaft, westliche Truppen zu akzeptieren, und fordert den Ausschluss der Ukraine von Militärbündnissen. Kiew verlangt dagegen Garantien vergleichbar mit dem Nato-Beistandspakt [8].
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/Bundeswehr-im-Alltag-Zwischen-Notfall-und-Normalitaet-11107955.html[2] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/deutschland-beteiligung-friedenssicherung-100.html[3] https://www.heise.de/tp/article/Macrons-Odessa-Plan-Franzoesische-Truppen-als-Friedenswaechter-fuer-die-Ukraine-11092887.html[4] https://www.telepolis.de/article/Nach-Berlin-Verhandlungen-Wird-die-Bundeswehr-in-die-Ukraine-geschickt-11117404.html[5] https://www.heise.de/tp/article/Lehren-aus-Budapest-Die-Ukraine-Frage-unter-Trump-10223068.html[6] https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/ukraines-allies-meet-with-aim-make-security-pledges-concrete-2026-01-06/[7] https://www.heise.de/tp/article/Laserwaffen-gegen-Drohnen-lohnt-sich-die-Milliardeninvestition-10663728.html[8] https://www.heise.de/tp/article/Ohne-US-Schutzschirm-Ist-Europa-nackt-und-wehrlos-10282710.html
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Meta hat auf der Consumer Electronics Show (CES) 2026 neue Funktionen für die Ray-Ban-Displaybrille angekündigt. Die wichtigste Neuerung: Nutzer können künftig Texte schreiben, indem sie mit dem Finger Buchstaben auf beliebige Oberflächen zeichnen – das Neural Band am Handgelenk erfasst die Bewegungen und wandelt sie in Text um.
Die Funktion startet zunächst für Whatsapp und den Facebook Messenger. Nutzer können physisch Buchstaben nachzeichnen, während das Neural Band die Handbewegungen interpretiert. Meta sieht den Einsatz vor allem in Situationen, in denen das Herausholen des Smartphones unpraktisch wäre.
Eine weitere Neuheit ist der Teleprompter-Modus. Nutzer können Notizen vom Smartphone auf Textkarten übertragen, die dann im Sichtfeld der Brille erscheinen. Über das Neural Band lässt sich zwischen den Karten navigieren, ohne das Telefon zu berühren.
Die Funktion könnte bei Präsentationen oder Reden nützlich sein, wenn man vorbereitete Notizen benötigt, aber gleichzeitig Blickkontakt halten oder sich auf andere Aufgaben konzentrieren muss. Details zu Formatierungsoptionen oder Längenbeschränkungen nannte Meta nicht. Der Rollout soll in dieser Woche beginnen, allerdings in mehreren Phasen.
Die Fußgänger-Navigation wird auf vier weitere US-Metropolen ausgeweitet: Denver, Las Vegas, Portland und Salt Lake City. Die Betafunktion projiziert Wegbeschreibungen direkt ins Sichtfeld der Displaybrille.
Die Brille hat ein monokulares Head-up-Display im rechten Brillenglas mit 600 x 600 Pixel Auflösung und einem Sichtfeld von etwa 20 Grad. Die Helligkeit reicht von 30 bis 5.000 Nits, damit das Displaybild auch im Freien erkannt werden kann. Zusätzlich integriert sind eine 12-Megapixel-Kamera, Lautsprecher und fünf Mikrofone. Die Brille ist für Nachrichten, Navigation und Übersetzungen in Echtzeit gedacht. Erforderlich ist ein Smartphone.

Die USA haben ein neues hochmodernes und bodengestütztes Radarsystem auf der Clear Space Force Station in Alaska errichtet : das Long Range Discrimination Radar (LRDR: Fernbereichsunterscheidungsradar). Es soll Bedrohungen von ballistischen Raketen, sogar mehreren gleichzeitig, mit hoher Präzision erkennen und verfolgen können.
Zudem soll das System unterscheiden können, ob es sich um ein gefährliches Objekt wie eine interkontinentale ballistische Rakete oder um eher ungefährliche Gegenstände wie Trümmerteile handelt. Und genau hierfür steht der Begriff "Discrimination" im Namen. Mit dem LRDR lassen sich die Präzision der Abfangjäger verbessern und ihre Reaktionszeiten verkürzen.
Bereits Ende 2021 wurden die ersten Testversuche des Radars vom US-amerikanischen Raketenabwehramt, der Missile Defense Agency (MDA), durchgeführt. Diese beendete am 4. Dezember 2025 die operative Testphase des Systems. Anschließend wurde die Anlage an das Kampfstreitkräftekommando CFC (Combat Forces Command) der Weltraumstreitmacht U.S. Space Force übergeben.
Laut der Weltraumstreitmacht überwacht das LRDR-System kontinuierlich den Himmel und die Atmosphäre, was das System zu einem zentralen Wächter in der US-Raketenabwehrstrategie macht.
"Die präzise Zuverlässigkeit des LRDR erhöht die Effizienz der US-Raketenabfangfähigkeiten, indem Raketenbedrohungen auf große Entfernungen schnell und präzise erkannt werden" , teilte CFC-Oberst Jared Hoffman mit.
Außerdem würde die anpassungsfähige Architektur zukünftige Upgrades ermöglichen. Überdies gewährleiste die kontinuierliche Bedrohungsüberwachung die Einsatzbereitschaft, auch während der Wartung, und minimiere so potenzielle Ausfallzeiten.

Lenovo hat auf der CES 2026 ein neues AIO mit besonders ungewöhnlichem Display vorgestellt. Das Thinkcentre X AIO Aura Edition verwendet einen 27,6 Zoll großen Bildschirm im 16:18-Format. Er bietet also die Arbeitsfläche von zwei übereinander angeordneten 16:9-Monitoren. Der Billdschirm löst mit einer Auflösung von 2.560 x 2.880 Pixeln auf, was einer doppelten WQHD-Auflösung entspricht.
Das Panel soll den DCI-P3-Farbraum zu 98 Prozent abdecken, leuchtet allerdings nur mit maximal 300 cd/m² – genug für gut ausgeleuchtete Büroräume. Die Bildfrequenz von 60 Hz ist für Büroarbeiten ausreichend schnell.
Das All-in-One integriert sämtliche Hardware zudem im Bildschirm. Lenovo verbaut bis zu einem Core Ultra X7 von Intel. Die neue Generation der Mobilchips kommt mit Arc-12Xe-Grafikeinheit und 50-TOPs-NPU. Dem Prozessor stehen bis zu 64 GByte LPDDR5x-RAM zur Verfügung, der fest integriert und deshalb nicht austauschbar ist. Allerdings können die zwei M.2-SSDs ausgetauscht werden. Standardmäßig ist darauf Windows 11 vorinstalliert.
Auf der Rückseite stehen einige Anschlüsse bereit. Dazu zählen zwei USB-A-Ports, zwei USB-C-Buchsen (1x Thunderbolt 4) und HDMI. Damit können einige weitere Monitore mit dem All-in-One verbunden werden. An der Seite sind zudem ein weiterer USB-A- und ein USB-C-Port nutzbar. Dazu kommt ein 3,5-mm-Port für Headsets oder Lautsprecher.




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Lenovo will das Thinkcentre X AIO Aura Edition ab März 2026 anbieten. Den Startpreis gibt das Unternehmen mit 1.700 Euro an. Wahrscheinlich werden vor allem Konfigurationen mit mehr Arbeitsspeicher im Angesicht der aktuellen RAM-Preise merklich teurer sein.
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(Bild: TimmyTimTim/Shutterstock.com)
In der UniFi Protect Application können Angreifer Schwachstellen für unbefugten Zugriff auf Kameras und DoS-Attacken missbrauchen.
Ubiquiti warnt vor Sicherheitslücken in der UniFi Protect Application. Die Schwachstellen können Angreifern ermöglichen, unbefugt auf UniFi Protect-Kameras zuzugreifen oder die UniFi Protect Application zum Neustart zu bringen. Aktualisierte Software steht bereit, die die Fehler ausbessert.
In einer Sicherheitsmitteilung erklärt Ubiquiti [1], dass zwei Sicherheitslücken in der UniFi Protect Application klaffen. Aufgrund einer Schwachstelle im Discovery-Protokoll in der UniFi Protect Application können Angreifer aus dem angrenzenden Netzwerk unbefugten Zugriff auf UniFi Protect-Kameras erlangen (CVE-2026-21633 [2], CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Details zur Lücke und wie Angriffe darauf aussehen könnten, nennt Ubiquiti jedoch nicht. Bösartige Akteure können zudem aus dem benachbarten Netzwerk heraus das Discovery-Protokoll der UniFi Protect Application überfluten und einen Neustart der App provozieren (CVE-2026-21634 [3], CVSS 6.5, Risiko „mittel“). Auch hier fehlen weitergehende Informationen, die Admins helfen würden, Angriffsversuche zu erkennen.
Beide Schwachstellen hat Trend Micros Zero-Day-Initiative (ZDI) entdeckt und gemeldet. Ubiquiti hat die Aktualisierung auf UniFi Protect Application 6.2.72 veröffentlicht, die die sicherheitsrelevanten Fehler korrigieren soll. Die Übersicht über die Verbesserungen und Fehlerkorrekturen in der Version 6.2.72 [4] nennt jedoch bislang keine der damit geschlossenen Sicherheitslücken. IT-Verwalter, die daher bislang auf das Update verzichtet haben, sollten das nun zügig nachholen – immerhin verpasst die erste Schwachstelle die Einstufung als kritisches Risiko nur sehr knapp.
Ende Oktober hatte Ubiquiti sogar eine Sicherheitslücke mit der Risikoeinstufung „kritisch“ in UniFi Access schließen müssen. Die Auswirkungen waren aufgrund der nebulösen Beschreibung unklar, jedoch ermöglichte das unbefugten Zugriff auf eine API [5].
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[1] https://community.ui.com/releases/Security-Advisory-Bulletin-058-058/6922ff20-8cd7-4724-8d8c-676458a2d0f9
[2] https://www.cve.org/CVERecord?id=CVE-2026-21633
[3] https://www.cve.org/CVERecord?id=CVE-2026-21634
[4] https://community.ui.com/releases/UniFi-Protect-Application-6-2-72/b45268b0-bee2-41c7-b409-8e2d5c0ca47c
[5] https://www.heise.de/news/Ubiquiti-UniFi-Access-Angreifer-koennen-sich-unbefugt-Zugriff-verschaffen-10900318.html
[6] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[7] mailto:dmk@heise.de
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Androidgeräte sind für eine Zero-Click-Attacke anfällig. Dieses Sicherheitsproblem wurde nun gelöst.
Wenn Angreifer Opfern unter Android eine bestimmte präparierte Sounddatei unterschieben, kann es zu Fehlern und Abstürzen kommen. Schon der Empfang einer solchen Datei kann zu Problemen führen, weil Android Audio-Nachrichten zur Transkription lokal dekodiert und damit eine Zero-Click-Attacke möglich ist. Diese Lücke ist schon seit Oktober vergangenen Jahres bekannt und wurde unter anderem bereits in Windows geschlossen. Nun gibt es das Sicherheitsupdate auch für Android-Geräte.
Die Schwachstelle (CVE-2025-54957 „mittel“) betrifft die Verarbeitung von Dolby-Digital-Plus-Bitstreams. Manipulieren Angreifer solche Sounddateien, kommt es zu einem Speicherfehler, was zu Abstürzen führt. Oft kann in so einem Kontext auch Schadcode auf Systeme gelangen. Ob das in diesem Fall auch klappt, ist bislang unklar. Es gibt noch keine Berichte, dass Angreifer die Lücke bereits ausnutzen.
Die Schwachstelle haben Sicherheitsforscher von Googles Project Zero entdeckt. Seitdem gibt es auch Sicherheitsupdates für Windows und andere [1]. Weil Android Audio-Nachrichten zur Transkription lokal dekodiert, kann es zu einer Zero-Click-Attacke kommen. Das bedeutet, dass der alleinige Empfang einer präparierten Audiodatei ohne Zutun eines Opfers Schaden anrichten kann. Das ist offensichtlich auch der Grund, warum die Android-Entwickler die Lücke in einer Warnmeldung als „kritisch“ einstufen [2].
Wer ein noch im Support befindliches Android-Gerät besitzt, sollte sicherstellen, dass das aktuelle Patch-Level 2026-01-05 installiert ist. Das kann man in den Einstellungen prüfen. Neben Google stellt unter anderem auch Samsung (siehe Kasten) monatlich Sicherheitsupdates für ausgewählte Geräte zum Download bereit.
Seit Juli 2025 schließt Google monatlich nur noch besonders bedrohliche Sicherheitslücken [3]. Die verbleibenden Patches werden quartalsweise bereitgestellt.
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[1] https://www.heise.de/news/Sicherheitsleck-in-Dolby-Digital-Plus-Decoder-in-Android-iOS-macOS-und-Windows-10793034.html
[2] https://source.android.com/docs/security/bulletin/2026/2026-01-01
[3] https://www.heise.de/news/Schlecht-fuer-Custom-ROMs-Google-aendert-Android-Sicherheitspatch-Strategie-10645581.html
[4] https://support.fairphone.com/hc/en-us/articles/360048139032-Fairphone-OS-releases-for-FP3-FP3-
[5] https://support.fairphone.com/hc/en-us/articles/4405858220945-Fairphone-4-OS-Release-Notes
[6] https://consumer.huawei.com/de/support/bulletin/
[7] https://de-de.support.motorola.com/app/software-security-update/g_id/7112
[8] https://www.hmd.com/en_int/security-updates
[9] https://security.oppo.com/en/mend
[10] https://security.samsungmobile.com/securityUpdate.smsb
[11] https://xpericheck.com/
[12] https://support.google.com/pixelphone/answer/4457705#pixel_phones&nexus_devices
[13] https://security.oneplus.com/en/home
[14] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[15] mailto:des@heise.de
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Hinweise gab es seit dem Sommer – jetzt räumt Calumet eine „mögliche Datenschutzverletzung“ ein. Betroffene werden informiert.
Die auf Fotografie spezialisierte Online-Plattform des Händlers Calumet ist Opfer eines IT-Vorfalls [1] geworden. Hinweise darauf gab es bereits seit dem Sommer vergangenen Jahres, nun räumt Calumet den Vorfall jedoch ein.
Auf der Webseite erklärt Calumet [2] den IT-Vorfall. „Wir möchten darüber informieren, dass ein unbefugter Dritter kurzzeitig eingeschränkten Zugriff auf ein von uns genutztes System eines Drittanbieters erlangt hat. Es besteht daher die Möglichkeit, dass einige Kontaktdaten von einem Datenleck betroffen waren“, teilt das Unternehmen mit. Die Lücke sei demnach inzwischen geschlossen. Es seien „weder sensible Daten wie Passwörter, Kreditkartendaten oder Kaufinformationen noch Kommunikationsinhalte betroffen“. Calumet arbeite mit der zuständigen Hamburger Datenschutzbehörde zusammen.
Calumet habe die Sicherheitsmaßnahmen überprüfen lassen und „zusätzlich verstärkt, um alle Daten zukünftig noch besser zu schützen“. Betroffene, von denen Daten bei dem Vorfall abgeflossen sind, will das Unternehmen bis zum 10. Januar persönlich kontaktieren, über die dort hinterlegte E-Mail-Adresse.
Bereits im Sommer gab es Hinweise, dass es bei Calumet zu einem Datenabfluss gekommen sein muss. Nur dort genutzte Wegwerf-E-Mail-Adressen erhielten plötzlich Spam-Nachrichten. Das ist jedoch nur ein loses Indiz, da Cyberkriminelle auch über einen Infostealer oder durch schlichtes Ausprobieren an die E-Mail-Adresse gelangt sein könnten. Wie Calumet nun angibt, gehe es „vor allem um die E-Mail-Adresse, die du für deine Anfrage an uns verwendet hast, und um deinen Namen, sofern du ihn angegeben hast.“ In der angekündigten E-Mail an Betroffene will Calumet genau benennen, welche persönlichen Daten im Einzelfall betroffen sind.
Calumet rät Betroffenen, vorerst nichts weiter zu unternehmen. Sie sollen jedoch wachsam sein bei verdächtigen E-Mails oder Telefonanrufen, bei diesen könnte es sich um Betrugsversuche wie Phishing [3] handeln.
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[1] https://www.heise.de/thema/Cyberangriff
[2] https://www.calumet.de/company/datenschutzinformation
[3] https://www.heise.de/thema/Phishing
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Erste Notebooks mit Snapdragon X2 kommen von Asus und HP – und sind gleich Ausnahmen von der später folgenden Masse.
Zu den ersten Notebooks mit Qualcomms neuer Prozessorgeneration Snapdragon X2 gehören die ZenBooks A14 und A16 von Asus und die HP-Modelle EliteBook X G2q sowie OmniBook Ultra G2q. Und beide haben gleich von Beginn an Sonderlocken, die anderen Geräten fehlen werden.
Das ZenBook A14 ist wie sein vor einem Jahr gestarteter Vorgänger ein besonders leichter 14-Zöller, der nun den Sprung auf die neue CPU-Generation macht. Das neue ZenBook A16 ergänzt die Baureihe nicht nur um eine Variante mit größerem 16-Zoll-Bildschirm, sondern ist auch das erste und bislang einzige Notebook, in dem das Topmodell Snapdragon X2 Elite Extreme [1] zum Einsatz kommt.
Dieser Prozessor läuft technisch außerhalb des restlichen X2-Portfolios, weil er eine eigene CPU-Fassung und somit angepasste Mainboards benötigt. Sein Speicherinterface umfasst nämlich drei statt wie sonst üblich zwei Speicherkanäle (192 statt 128 Bit) und obendrein ist der Arbeitsspeicher Teil des CPU-Trägers. Für diese Fassung gibt es bislang auch nur genau ein CPU-Modell, nämlich den 18-Kerner X2E-96-100 mit 48 GByte integriertem LPDDR5X-RAM – ergo hat das Asus ZenBook A16 immer diesen an Bord.
Zu Preis und Verkaufsstart hat Asus bislang keine Angaben gemacht.
HP wiederum beschränkt sich bei seinen 14-Zöllern EliteBook X G2q und OmniBook Ultra G2q nicht auf die bislang von Qualcomm enthüllte CPU-Auswahl, die allen Anbietern zur Verfügung steht. Stattdessen kommen in den voraussichtlich ab März erhältlichen Notebooks die HP-exklusiven Modelle X2E-90-100 (18 CPU-Kerne) und X2E-84-100 (12 CPU-Kerne) zum Einsatz. Sie ähneln den frei verfügbaren Varianten X2E-88-100 beziehungsweise X2E-80-100, haben aber eine aufgebohrte KI-Einheit (Neural Processing Unit, NPU), die auf die bereits herausragenden 80 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) der regulären X2-Modelle noch einen draufsetzt: Hier gibt es 85 TOPS.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Auf die Frage, was man als Nutzer denn von all dieser NPU-Rechenleistung deutlich oberhalb den von Copilot+ vorgeschriebenen 40 TOPS habe, gab Microsofts James Howell zu Protokoll, dass künftig dann schlicht mehrere KI-Modelle parallel laufen können. Wer beispielsweise während eines Teams-Meetings (mit KI-weichgezeichnetem Hintergrund) eine angefragte Datei per E-Mail verschicken will, im Trubel aber vergisst, die Datei tatsächlich anzuhängen, muss künftig nicht noch eine zweite E-Mail samt Entschuldigung hinterherschicken. Stattdessen analysiert ein lokal laufendes Sprachmodell den Inhalt der E-Mail, wenn man auf Senden klickt, und Outlook hakt noch einmal beim Nutzer nach, wenn die KI feststellt, dass von einem Anhang die Rede ist, ein solcher aber fehlt.
Angesichts der Tatsache, dass Microsoft und Qualcomm dieselbe Vision hinsichtlich NPU und KI auf Notebooks teilen und den engen Schulterschluss demonstrieren, steht nicht zu erwarten, dass Qualcomm viel Aufwand in die Unterstützung anderer Betriebssystemen als Windows stecken wird. Diese Erkenntnis hat Ende 2025 bereits dazu geführt, dass Tuxedo sein Projekt, ein Linux-Notebook mit Snapdragon X auf den Markt zu bringen, eingestampft hat [2].
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
An White-Label-Hardware, die kleine lokale Notebook-Anbieter als Basis ihres Geräteangebots verwenden können, mangelt es hingegen nicht: Qualcomm zeigte auf der CES, welche Auftragsfertiger (ODM) hinter den bislang gezeigten und für Benchmarks verwendeten Referenzsystemen stecken. Die Notebooks stammen von Compal (KQX80, KQX81), Wistron (Oryon2 Clamshell) und Quanta (QM8) und die All-in-One-PCs von Longcheer. Womöglich trifft man das ein oder andere Gerät künftig also unter anderem Namen auch im Handel an.
heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.
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[1] https://www.heise.de/news/Qualcomm-enthuellt-technische-Details-des-Notebookprozessors-Snapdragon-X2-Elite-11084135.html
[2] https://www.heise.de/news/Tuxedo-gibt-Linux-Notebook-mit-Snapdragon-X-auf-11089194.html
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Die neue Menügestaltung in macOS Tahoe steht in der Kritik. Einigen ist sie zu überladen.
(Bild: heise medien)
Apples jüngste Designänderung in macOS Tahoe, jedem Menüeintrag ein Icon hinzuzufügen, sorgt für Diskussionen. Kritik kommt vor allem von Entwicklern.
Die Diskussionen über Apples jüngste Designveränderungen reißen nicht ab: Nach Kritik am Liquid-Glass-Design [1] und neuen App-Icons [2] geht es jetzt um die Veränderung in macOS Tahoe, jedem Menüeintrag ein Icon hinzuzufügen. Der Berliner Softwareentwickler Nikita Prokopov hat in einem Blogpost dargelegt [3], dass Apple damit eigenen klaren Designvorstellungen widerspricht, die das Unternehmen erstmals im Jahr 1992 schriftlich dargelegt hat.
In den Human Interface Guidelines hieß es Prokopov zufolge, dass die Zahl grafischer Elemente begrenzt werden sollte, um die Nutzbarkeit zu verbessern. Zu viele komplexe Icons würden die Oberfläche überladen. Prokopov argumentiert, dass Icons eigentlich helfen sollen, Dinge schneller zu finden – wenn aber jedes Element ein Icon habe, hebe sich nichts mehr ab.
Das bis vor kurzem von Alan Dye geführte Designteam Apples ist im Zuge des Redesigns der Betriebssysteme offenbar zu anderen Überzeugungen gekommen. Ob der Weggang von Dye zu Meta [4] oder das Feedback der Nutzer in künftigen Versionen zu einer Nachbesserung führen wird, ist derzeit noch nicht absehbar.
Die Kritik des Softwareentwicklers aus Berlin, die von dem US-amerikanischen Apple-Blogger John Gruber geteilt wird, geht aber noch weiter: In dem mit etlichen Beispielen bebilderten Blogpost legt er ferner dar, dass Apple in seiner Software für die gleichen Funktionen unterschiedliche Icons verwendet. Dies sei inkonsistent und eine schlechte Designumsetzung, kritisiert Prokopov. Auch finden an einigen Stellen bekannte System-Symbole wie das der Tastatur-Kombinationen in anderen Kontexten Verwendung, was Nutzer verwirre. Andere Icons bestehen nur aus Text, sodass keine klare Unterscheidung möglich sei, wo das Icon aufhöre und der Text beginne.
Auch zu feine Unterschiede, zu viele Details auf zu wenig Raum, verwirrende Metaphern und fehlende Symmetrie werden beanstandet. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der Designer und Programmierer Jim Nielsen in einem eigenen Blogpost [5]. Er sei „müde von all dem optischen Rauschen“, beklagt er und weist darauf hin, dass Apple seine Haltung in dieser Frage auch in späteren Fassungen der Interface Guidelines immer wieder bekräftigt habe.
Gruber äußert indessen die Ansicht [6], dass „kein echter UI- oder Icon-Designer“ denke, dass die Änderung eine gute Idee sei. Der bekannte Autor und Podcaster gilt erklärtermaßen als großer Kritiker von Alan Dye, unter dessen Regie Apple die größte Designveränderung seit Jahren vorgenommen hat.
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[1] https://www.heise.de/hintergrund/Liquid-Glass-Apples-neue-Oberflaeche-fuer-iOS-26-macOS-26-und-Co-im-Detail-10487350.html
[2] https://www.heise.de/news/macOS-26-mit-Liquid-Glass-Icon-Aenderung-facht-Diskussionen-an-10512081.html
[3] https://tonsky.me/blog/tahoe-icons/
[4] https://www.heise.de/news/Nach-Liquid-Glass-Apples-Interface-Design-Chef-wandert-zu-Meta-ab-11102445.html
[5] https://blog.jim-nielsen.com/2025/icons-in-menus/
[6] https://daringfireball.net/linked/2026/01/05/hard-to-justify-tahoe-icons
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Mensch mit Foldable: Knitterproblem seit Anfangstagen der Technik.
(Bild: Karlis Dambrans / Shutterstock)
Dass Apple bei seinem ersten Klapp-Smartphone den Knitterbereich reduzieren will, ist bekannt. Auf der CES gab es einen passenden Screen.
Auf der Technikmesse CES in Las Vegas ist kurzzeitig ein Bildschirm von Samsung Display aufgetaucht, der gut zu Apples künftigem iPhone-Foldable [1] passen würde, das im kommenden September erwartet wird. Das Produkt wurde vom Fachblog SamMobile entdeckt [2] und soll mittlerweile wieder entfernt worden sein. Letzteres geschah offenbar abrupt. Von Samsung gab es bislang keinen Kommentar.
Das Display war in einem Demonstrationsbereich zu sehen, wo es neben einem aufgeklappten Galaxy Z Fold 7 platziert wurde. Auf einer Tafel war von „Crease Test“ („Faltentest“) sowie einem „Advanced Crease-less“-Bildschirm die Rede, also einem fortschrittlichen, faltenreduzierten Display. Beide Geräte waren aufgebaut, um die jeweilige Faltenbildung miteinander zu vergleichen.
Das Thema „Bügelfalte“ beschäftigt den Foldable-Markt seit Anbeginn. Alle aktuellen faltbaren Smartphones weisen eine mehr oder weniger je nach Lichteinfall gut sichtbare Knitterung auf – an der Stelle, wo geklappt wird. Der Bereich ist zudem auch bei der Bedienung fühlbar. Das galt lange als technisch unumgänglich. Apple soll intern an Möglichkeiten gearbeitet haben, dies zu verhindern, parallel wurde aber augenscheinlich auch Samsung für seine eigenen Geräte tätig. Pikant: Der südkoreanische Konzern ist neben LG (und, für chinesische Modelle, auch BOE [3]) wichtigster Bildschirmlieferant für Apples iPhone – und soll es auch für das erste Foldable [4] sein, wie die Lieferkette zu wissen glaubt.
In einem Video behauptet SamMobile, auf der CES „möglicherweise“ das Display für das Galaxy Z Fold 8 gesehen zu haben. Der Faltbereich sei „deutlich weniger sichtbar“ als beim Galaxy Z Fold 7. Ob Apples Variante genauso aussieht oder noch faltenfreier, bleibt abzuwarten.
Schon im Juli hieß es, Samsung wolle ebenfalls versuchen, die Falte zu reduzieren. Dabei kommt unter anderem eine Metallplatte zum Einsatz, die den Screen glatt ziehen soll, ohne dass er bricht. Allerdings: Die Dimensionen des auf der CES gezeigten Displays waren offenbar andere als von Apple geplant [5]. Sie entsprechen denen des Galaxy Z Fold 7.
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[1] https://www.heise.de/news/Foldable-ohne-Buegelfalte-So-soll-das-faltbare-iPhone-geschmeidig-bleiben-10488599.html
[2] https://www.sammobile.com/news/samsung-crease-less-foldable-oled-panel-showcased-z-fold-8/
[3] https://www.heise.de/news/Rechtsverletzung-bei-OLED-Technik-Apple-Lieferant-droht-US-Importverbot-10489477.html
[4] https://www.heise.de/news/Samsung-bestaetigt-Foldable-Display-Auftrag-von-amerikanischer-Firma-10678908.html
[5] https://www.heise.de/news/Faltbares-Apple-Handy-Kommt-der-Formfaktor-des-iPhone-mini-als-Pass-zurueck-11125785.html
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(Bild: Devenorr/Shutterstock.com)
Von 80 auf 160 MHz: Je nach Gerät lässt sich nun mehr Signal übertragen. Das hilft aber nur mit passender Gegenstelle.
Laut einem im Dezember aktualisierten und jetzt entdeckten [1] Deployment-Dokument (deutsche Version noch veraltet) für Firmenkunden hat Apple mit iPadOS 26.2 und macOS 26.2 [2] auch Verbesserungen bei der WLAN-Unterstützung verschiedener Macs und iPads vorgenommen. Der Wi-Fi-6E-Support wurde in mehreren Anwendungsfällen von 80 auf 160 MHz Bandbreite erweitert, was zumindest theoretisch deutlich mehr Durchsatz verspricht.
Von der Maßnahme betroffen sind unter anderem Mac mini M2, M2 Pro und M4, die MacBook-Pro-Modelle mit M2, M3, M4 und M5, außerdem iPad Pro M4, iPad Air M3 und iPad mini 7 (mit A17 Pro). Bei Verwendung mit 5-GHz-Gegenstellen wird bei allen Modellen nun nicht mehr nur 80 MHz Bandbreite verwendet, sondern die doppelte Rate, also besagte 160 MHz. Gleichzeitig steigt der maximale PHY-Durchsatz von 1200 auf 2400 MBit/s.
Zuvor hatte Apple das theoretische Maximum nur erlaubt, wenn die Verbindung über 6-GHz-Netzwerke hergestellt wurde. Warum es teils Jahre dauerte, bis die Veränderung vorgenommen werden konnte, ist bislang unklar. Öffentlich kommuniziert wurde die Änderung nicht, auch in den Release Notes der Updates sind keine Angaben dazu zu finden.
Trotz der höheren Bandbreite kann es sinnvoller sein, auf 6 GHz zu wechseln, da dieser Frequenzbereich weniger stark belegt ist als das 5-GHz-Spektrum. Dort waren schon zuvor 160 MHz nutzbar. Mittlerweile sind viele Unternehmen schon bei Wi-Fi 7 gelandet [3], die 6 GHz leisten. Erste Apple-Geräte beherrschen den Standard, darunter die aktuellen iPhones seit Baureihe 16 oder iPad-Pro-Modelle mit M5-Chip. Beim MacBook Pro mit M5 [4] fehlt der neuere Funkstandard noch. Es wird erwartet, dass die M5-Pro- und M5-Max-Modelle, die im Frühjahr erwartet [5] werden, die Technik beherrschen.
Der Unterschied zwischen Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 fällt bei Apple-Geräten derzeit noch gering aus. Was einen großen Sprung bringt, sind aber 160 MHz breite Kanäle und insbesondere in überfüllten Funkräumen das 6-Ghz-Band, hatte Mac & i bereits im Februar berichtet.
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[1] https://support.apple.com/guide/deployment/wi-fi-ethernet-specifications-apple-devices-dep268652e6c/web
[2] https://www.heise.de/news/iOS-26-2-Co-zum-Download-bereit-Updates-fuer-alle-Apple-Betriebssysteme-11107348.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Router-mit-Wi-Fi-7-und-6-GHz-ausprobiert-Was-es-fuer-Apple-Anwender-bringt-10268960.html
[4] https://www.heise.de/tests/Staubsaugen-im-Apple-Home-Diese-Haushaltsroboter-lohnen-sich-10751677.html
[5] https://www.heise.de/news/Monat-der-Leaks-Apples-Dezember-legte-viele-Geraete-fuer-2026-offen-11124450.html
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Bernd Müller
(Bild: Trygve Finkelsen / Shutterstock.com)
BYD überholt Tesla erstmals in Deutschland – die Zahlen offenbaren eine dramatische Verschiebung auf dem E-Auto-Markt.
Der chinesische Hersteller BYD hat Tesla auf dem deutschen Markt für Elektroautos [1] hinter sich gelassen. Im vergangenen Jahr kamen 23.306 Fahrzeuge der chinesischen Marke neu auf die Straße, während der amerikanische Konkurrent 19.390 Neuzulassungen verzeichnete.
Das geht aus den Daten hervor, die das Kraftfahrt-Bundesamt am Dienstag veröffentlichte [2]. Besonders deutlich fiel der Abstand im Dezember aus: Hier lagen die Chinesen bei mehr als dem Doppelten der Tesla-Zulassungen.
Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts offenbaren extreme Verschiebungen: Während BYD seine Zulassungen um mehr als 700 Prozent steigern konnte und nun bei einem Marktanteil von 0,8 Prozent steht, brach Tesla um fast die Hälfte ein und erreichte nur noch 0,7 Prozent. Der absolute Vorsprung bleibt zwar überschaubar, doch die Richtung ist eindeutig.
Jenseits des Kanals zeigt sich ein ähnliches Bild: In Großbritannien kamen über 51.000 BYD-Modelle auf die Straße, Tesla kam auf gut 45.000 Einheiten, berichtet [3] Bloomberg. Dort spielen den Chinesen fehlende Importzölle in die Karten, welche EU-Staaten erheben.
Die Gesamtzahl batterieelektrischer Neuwagen in Deutschland kletterte auf über 545.000 Einheiten – ein Zuwachs von mehr als 43 Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahr. Knapp jedes fünfte neu zugelassene Auto fuhr rein elektrisch, der Anteil erreichte 19,1 Prozent.
Doch Branchenkenner relativieren die positive Entwicklung. Constantin Gall von EY stellt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) klar: Was nach einem Boom aussehe, kompensiere lediglich den Einbruch von 2024.
Verglichen mit 2023 liege das Wachstum bei mageren vier Prozent. Von einem echten Durchbruch der Elektromobilität könne deshalb keine Rede sein.
Insgesamt rollten knapp 2,9 Millionen neue Pkw vom Hof, ein bescheidenes Plus von 1,4 Prozent. Die Käuferstruktur bleibt dabei unverändert: Zwei Drittel aller Neuzulassungen gehen auf das Konto gewerblicher Halter [4], nur ein Drittel entfällt auf Privatpersonen. Diese Schieflage beeinflusst sowohl Modellauswahl als auch Preisniveau am Markt.
Indessen plant Berlin die Rückkehr einer Kaufprämie für Elektroautos [5], die noch in diesem Jahr starten soll. Davon erhoffen sich Hersteller und Handel zusätzlichen Schwung, insbesondere bei privaten Käufern.
Für Tesla wird die Luft allerdings dünner: Etablierte Hersteller wie Volkswagen, Renault und BMW haben ihre Elektro-Palette massiv ausgebaut. Gleichzeitig belasten die politischen Eskapaden von Firmenchef Elon Musk das Image der Marke in Europa.
BYD dagegen baut seine weltweite Präsenz konsequent aus. Mit 2,26 Millionen ausgelieferten Elektrofahrzeugen lag der Konzern deutlich vor Teslas 1,64 Millionen, heißt es bei Bloomberg. Das günstigere Preisniveau chinesischer Anbieter [6] lockt zunehmend Käufer an, die nach bezahlbaren Alternativen suchen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/250-TWh-Die-Energieluecke-der-europaeischen-E-Mobilitaet-10655901.html[2] https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Fahrzeugzulassungen/2026/pm01_2026_n_12_25_pm_komplett.html[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-06/china-s-byd-outsells-tesla-in-europe-s-two-biggest-ev-markets[4] https://www.heise.de/tp/article/E-Mobilitaet-Arbeitgeber-setzen-verstaerkt-auf-Ladeinfrastruktur-10299523.html[5] https://www.heise.de/tp/article/Elektroauto-Foerderung-Bis-zu-5-000-Euro-fuer-Familien-wer-profitiert-11097018.html[6] https://www.heise.de/tp/article/Elektroauto-Markt-Europas-Kehrtwende-beim-Verbrenner-Aus-nutzt-besonders-China-11118854.html
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Marcel Kunzmann
Die derzeitige Überfischung der Meere könnte einen ökologischen Kollaps maritimer Ökosysteme nach sich ziehen
(Bild: Okyela/Shutterstock.com)
Chinas Fischereiflotte dominiert die Weltmeere. Staatliche Subventionen ermöglichen aggressive Fangpraktiken. Doch zu welchem Preis für das Ökosystem?
China verfügt über die mit Abstand größte Hochseefischereiflotte der Welt. Die Flotte umfasst nach verschiedenen Schätzungen [1] rund 16.000 Schiffe. China deckt damit erfolgreich den wachsenden Kalorienbedarf des Riesenlandes, jedoch mit fatalen Folgen für die Umwelt.
Nach einer Analyse [2] der Meeresschutzorganisation Oceana waren zwischen Januar 2022 und Dezember 2024 rund 57.000 chinesische Fischereifahrzeuge, hauptsächlich Trawler, mehr als 110 Millionen Stunden auf See aktiv. Dies entspricht 44 Prozent der weltweiten Fischereiaktivität in diesem Zeitraum. Auf Hoher See entfielen 30 Prozent aller Fangaktivitäten auf chinesische Schiffe, die dort mehr als 8,3 Millionen Stunden fischten.
Der massive Ausbau der chinesischen Flotte wäre ohne umfangreiche staatliche Subventionen nicht möglich. Wie der US-Marinegeheimdienst ONI erklärte [3], wären ohne diese Unterstützung viele Formen der Hochseefischerei, etwa der Tintenfischfang, nicht profitabel. Peking subventioniere nicht nur die Aktivitäten der Fischereifahrzeuge, sondern fördere auch die Modernisierung und das Wachstum der Flotte.
Seit etwa einem Jahrzehnt finanziere China größere und technologisch fortschrittlichere Fischereifahrzeuge, die weiter auf offener See hinausfahren können. Diese neueren Schiffe verfügten über größere Netze, leistungsstärkere Motoren und sind aus Stahl statt aus Holz gebaut.
China hat sich damit als weltweit führende Nation in der Fangfischerei etabliert. Die chinesische Hochseeflotte fängt zwischen 50 und 70 Prozent des weltweiten Tintenfischfangs in der Tiefsee. Umstritten sind die chinesischen Fangmethoden und Aktivitäten allerdings insbesondere vor den Küsten Argentiniens, Ecuadors und anderer lateinamerikanischer Staaten.
Chinesische Schiffe operieren dort häufig direkt an den Außengrenzen der ausschließlichen Wirtschaftszonen mehrerer Länder und zielen dabei auf wandernde Arten wie den Riesentintenfisch ab, wodurch deren biologischer Zyklus gestört wird. Laut [4] dem ehemaligen argentinische Staatssekretär und Fischereiexperten Augusto Lerena habe Argentinien jedoch Anspruch den Bestand vor der eigenen Küste.
Ausländische Schiffe, die unkontrolliert auf Hoher See fischen, würden diesen biologischen Zyklus unterbrechen, da die Art ökologisch gesehen in die Wirtschaftszone zurückkehren müsse, wo sie ihre wichtigste biologische Phase durchlaufe, so Lerena. Die unkontrollierte Fischerei beeinträchtige nicht nur die Nachhaltigkeit der Art selbst, sondern aufgrund ihrer Stellung im Nahrungsnetz auch alle Arten, mit denen sie im Ökosystem interagiere.
Nach Angaben der Financial Transparency Coalition aus dem Jahr 2023 sind acht der zehn Unternehmen, die am stärksten in illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei verwickelt sind, chinesisch. Ein kolumbianisches und ein spanisches Unternehmen vervollständigen die Liste. Der industrielle Fang der chinesischen Flotte auf Hoher See repräsentiere 65 Prozent der nicht gemeldeten Fänge auf Hoher See und 17 Prozent der gesamten Fänge auf Hoher See, gemittelt über den Zeitraum von 1980 bis 2019.
Oceana dokumentierte, dass chinesische Schiffe in mehr als 90 Ländern für über 22 Millionen Stunden fischten. Am aktivsten waren sie in den Gewässern Südkoreas mit 11,8 Millionen Stunden, gefolgt von Taiwan mit 4,4 Millionen Stunden, Japan mit 1,5 Millionen Stunden, Kiribati mit fast 425.000 Stunden und Papua-Neuguinea mit über 415.000 Stunden.
Untersuchungen haben chinesische Schiffe dokumentiert, die illegal in den ausschließlichen Wirtschaftszonen von Ländern von Westafrika bis Südamerika operieren, oft mit absichtlich ausgeschalteten Ortungssystemen. Viele dieser Schiffe setzen zerstörerische Fangmethoden wie Grundschleppnetze ein, die den Meeresboden verwüsten, sowie unterschiedslose Fangmethoden, die zu erheblichem Beifang von Nicht-Zielarten führen, die häufig wieder über Bord geworfen werden.
Obwohl regionale Fischereiorganisationen einen Regulierungsrahmen zur Begrenzung der Hochseefischerei implementiert haben, sind die Regelungen angesichts des enormen geopolitischen Gewichts Chinas oft nicht besonders wirksam. Die Verflechtung von Chinas Fischereiinvestitionen mit anderen Infrastrukturentwicklungsprojekten könne es für Regierungen, die auf chinesische Finanzierung angewiesen sind, schwierig machen, die möglichen Auswirkungen einer Behinderung der chinesischen Fischerei zu entwirren, während sie gleichzeitig mit China an nicht verwandten Projekten arbeiten, erklärte ONI.
Dies zeige sich in Fällen, in denen die chinesische Hochseeflotte Spannungen mit der lokalen Bevölkerung oder Regierungen verursache, aber Widerstand gegen die chinesischen Fischereiaktivitäten könne andere Projekte mit chinesischer Finanzierung oder von chinesischen Unternehmen durchgeführte Vorhaben gefährden.
Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wird bereits über ein Drittel der weltweiten Fischbestände auf biologisch nicht nachhaltigem Niveau befischt. Chinas industrielle Operationen belasten diese gefährdeten Populationen weiter und könnten einige Arten möglicherweise an den Rand der kommerziellen Ausrottung treiben.
Marine Ökosysteme kennen keine nationalen Grenzen, und der Zusammenbruch von Fischbeständen in einer Region könne Welleneffekte durch das gesamte Nahrungsnetz der Ozeane auslösen und die Biodiversität weltweit bedrohen, warnen [5] Experten. Die subventionierte Überfischung führe zu mehr Luft- und Wasserverschmutzung, und verlorene Fallen, Netze und Leinen erhöhten die Umweltkosten.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.atalayar.com/en/articulo/economy-and-business/the-threat-of-chinas-deep-sea-fishing-fleet/20251220100000221623.html[2] https://oceana.org/press-releases/china-dominates-44-of-visible-fishing-activity-worldwide/[3] https://www.oni.navy.mil/Portals/12/reading_room/20210616_Congressional%20Report_Final%20-%20%2019AUG21.pdf[4] https://saeeg.org/index.php/2021/11/26/la-pesca-en-alta-mar-es-ilegal-una-interpretacion-biologica/[5] https://nationalinterest.org/blog/energy-world/chinas-overfishing-problem-is-everyones-problem
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Bernd Müller
(Bild: Towfiqu barbhuiya, Unsplash)
Grüne Investments boomen – doch oft wird dem alten Geschäft nur ein grünes Mäntelchen umgehängt. Gespräch mit Finanzexperten Bernd Villhauer.
Das Weltklima verändert sich und die Nachrichten werden immer düsterer. Mehr Waldbrände, heftigere Wirbelstürme, mehr Hitzetote, steigende Meeresspiegel. Die Signale sind eindeutig, doch das Interesse vieler Menschen am Klimaschutz scheint nachzulassen.
In einem Bereich gibt es einen Gegentrend: bei der Geldanlage. Unternehmen werben mit ihrem Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Banken, Versicherungen, Vermögensverwalter und andere Finanzakteure werben zunehmend mit grünen Investments.
Der Bewusstseinswandel scheint in vollem Gange. Doch das grüne Etikett ist nicht selten trügerisch. Oft wird dem alten, wenig nachhaltigen Geschäft nur ein grünes Mäntelchen umgehängt.
Bernd Villhauer, war bis 2025 Geschäftsführer des Weltethos-Instituts [1]. Außerdem ist er Gründer einer Beratungsgesellschaft für nachhaltiges Finanzwesen. Im Jahr 2023 hat das Buch "Meine Bank wäscht grüner. Die Ökolügen der Finanzbranche" veröffentlicht. Darin beschreibt er die verschiedenen Spielarten des Greenwashings, wie Anleger es erkennen und umgehen können.
Herr Villhauer, der Begriff "Nachhaltigkeit" ist seit seinem Aufkommen umkämpft. Schon vor knapp zwei Jahrzehnten plädierten deutsche Wissenschaftler dafür, dass er im politischen Diskurs nicht nur Faktoren aus Umwelt- oder Klimaschutz enthalten sollte, sondern auch Sicherheit der Arbeitsplätze, regionale Lebensqualität etc. Was verstehen Sie unter "Nachhaltigkeit"?
Der Begriff wird tatsächlich in vielen verschiedenen Zusammenhängen benutzt, in allen möglichen Feldern, mal als Zielbestimmung, mal als Beschreibung. Ich meine, wir können uns immer wieder die klassische Definition in Erinnerung rufen, die im Wesentlichen besagt, wir sollen keinen Raubbau betreiben.
Es geht also darum, mit allen Ressourcen langfristig klug umzugehen. Das lässt sich erweitern und operationalisieren mit den SDGs, den Zielen für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen aufgestellt haben. Wichtig ist, dass wir transparent machen, mit welchem Nachhaltigkeitsbegriff wir jeweils arbeiten.
In einem Newsletter einer internationalen Wirtschaftszeitung fand sich kürzlich ein Text von ExxonMobil. Der Ölkonzern betonte sein Engagement bei der Erzeugung von Wasserstoff und bei der Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid. Ziel sei, die Emissionen um 30 Prozent zu senken. Wird ExxonMobil damit zu einem Kandidaten für nachhaltiges Investment?
Nachhaltiges Investment bedeutet eben nicht nur die Frage: "Kaufe ich die Aktie, oder nicht?" Sondern es bedeutet, z. B. Engagement für strategische Neuausrichtungen genauso ernst zu nehmen.
Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, ExxonMobil als kritischer Aktionär in die Pflicht zu nehmen und alle Möglichkeiten zu nutzen, es zu einem zukunftsfähigen Unternehmen zu machen.
Davon zu trennen ist aber die Frage, ob ich als institutioneller Investor einen bestimmten Prozentanteil meines Portfolios in nachhaltige Investments legen muss – dann genügen Willensbekundungen und ökologische Nebengeschäfte nicht, um den Status als "nachhaltiges Investment" zu bekommen.
Aber hier ist nicht Schwarzweiß-Malerei angesagt, sondern ein realistischer Blick auf Transformationen. Mal sehen, was ExxonMobil wirklich umsetzt.
Wenn Anleger in Fonds oder Einzelaktien investieren möchten, woran können sie erkennen, ob es sich um ein nachhaltiges Investment handelt? Gibt es festgelegte Kriterien dafür?
Da sprechen Sie einen wichtigen, wunden Punkt an. Ich empfehle, nur Finanzakteuren zu vertrauen, die einen langen track record über Anlagen haben, bei denen echte Wirkung, also eine quantifizierbare Verbesserung der Umweltbilanz, gezeigt werden kann.
Sie können natürlich zeigen, wo z. B. eine grüne Anleihe oder die Neuausgabe von Aktien bei der Gründung einer Firma kluge nachhaltige Geschäftsmodelle unterstützen; Impact lässt sich oft messen.
Aber da steckt der Teufel im Detail – und ich meine, wir können nicht von allen Anlegern das Spezialwissen erwarten, das man benötigt, um zu wissen, welche Recyclingfirmen nun wirklich das Mikroplastik in den Weltmeeren verringern und wie ich mit einem Investmentvehikel diese unterstützen kann.
Deshalb: nach den Aktivitäten und Erfahrungen der letzten 15–20 Jahre fragen und die aussondern, die sich eben erst auf den Nachhaltigkeitszug gesetzt haben.
Sie schreiben, am Finanzmarkt geht es um Informationen und weil diese in Zahlen ausgedrückt sind, lassen sich Öko-Schwindeleien der Finanzbranche erkennen. Vorausgesetzt, man hat das entsprechende Fachwissen. Wie tief muss der durchschnittliche Anleger Ihrer Meinung nach in Materie der Finanzbranche eintauchen, um das notwendige Wissen zu erwerben? Und wo kann er sich informieren?
Ich finde, dass es kaum eine spannende Lektüre als Bilanzen gibt – aber das ist nicht jedermann Geschmack. Die Interessierten müssen selbst entscheiden, wie viel Zeit sie für die eigenen Anlagen und deren Nachhaltigkeitsprofil aufwenden wollen. Es gibt begeisterte Rentner, die sich ein Fachwissen angeeignet haben, das Profis aus Fondshäusern in den Schatten stellt.
Aber es gibt auch den (sehr viel häufigeren) Fall, dass ich mich nicht mehr als 5–10 min pro Woche mit diesen Themen beschäftigen möchte. Dann empfehlen sich Fachmagazine wie "finanztest", "ECOreporter" oder "Öko Invest" oder der Blick auf einschlägige Siegel wie das FNG-Siegel.
Fragen Sie sich, wie wichtig Ihnen Ihre finanzielle Souveränität ist. Die Deutschen denken meist über die Anschaffung einer Waschmaschine deutlich länger nach als über den Kauf von Aktien oder Fonds.
Sie zählen in Ihrem Buch einige Beispiele für Greenwashing auf, darunter auch ETFs. Sie argumentieren, weil ETFs nur die jeweiligen Indizes nachbilden, investieren sie auch in automatisch in wenig nachhaltige Unternehmen. Auf der Info-Seite für ETFs, justetf.com, wird allerdings erklärt, dass es jetzt schon 103 Indizes für nachhaltige Investments gibt und 132 entsprechende Fonds. Wird die Finanzbranche schon nachhaltiger oder wie glaubwürdig sind solche Aussagen?
Je größer der Marktanteil nachhaltig agierender Unternehmen wird, umso eher können auch nachhaltige ETFs gebaut werden. Das grundsätzliche Dilemma ist aber nach wie vor das der Marktbreite: wenn ich die Kostenvorteile eines ETF nutzen möchte, dann muss ich auf möglichst einfache Weise automatisiert Indizes nachbilden. Um das kommt man nicht herum.
Aus meiner Sicht gibt es schon gute erste Ansätze für ETFs, die sich auf Nachhaltigkeitsindices beziehen – nur muss man eben genau hinsehen, welche Kriterien diese Indizes als Ausgangspunkt nehmen. Da sieht es oft düster oder dunkelbraun aus. "ESG" im Fondsname genügt nicht, dazu liegen in den genannten Medien schon Vergleichsuntersuchungen vor.
Sie berichten davon, dass die großen Vermögensverwalter aus den USA mit politischem Gegenwind zu tun haben. BlackRock etwa hatte angekündigt, ESG-Kriterien viel stärker bei Investments zu berücksichtigen. Aber große Anleger drohten damit, Gelder abzuziehen. Gibt es auch in Deutschland und Europa eine solche Gegenbewegung? Und wodurch wird sie verursacht?
Bisher haben wir diese Entwicklung in Europa und in Deutschland nur ansatzweise. Die manchmal etwas hysterisch anmutende Auseinandersetzung in den USA hat eine ganz andere Qualität.
Dort sind es unter anderem republikanische Abgeordnete, die eine Schädigung der Öl- und Gasindustrie fürchten (mit dem Verlust von Arbeitsplätzen ihrer Wähler oder womöglich dem Verlust von Wahlkampfspenden) und es gibt einen Kulturkampf um Formen des "woke capitalism".
Das führt dann dazu, dass gar nicht mehr auf ökonomische Vernunft oder Rendite geschaut wird, sondern bestimmte Nachhaltigkeitsstrategien aus grundsätzlichen Gründen bekämpft werden.
Die politische Gemengelage hierzulande ist eine andere und auch die hiesigen Populisten haben sich anders aufgestellt. Aber da wir aus den USA oft das Schlechte kopieren und das Gute liegen lassen, könnte sich noch einiges tun. Die Schlüsselfrage wird sein: Wer sind die Verlierer der ökologischen Transformation?
Zum Abschluss: Ist der Finanzmarkt überhaupt dafür legitimiert, eine nachhaltige Entwicklung herbeizuführen? Oder sollte das nicht demokratisch legitimiert über staatliche Vorgaben geregelt werden?
Wenn wir uns ehrlich fragen, in welcher Welt wir leben wollen und wie wir deshalb mit den ökologischen Krisen (wovon die Klimakrise nur eine und vielleicht noch nicht einmal die wichtigste ist) umgehen wollen, dann müssen wir ökonomische, politische, kulturelle, psychologische und viele andere Rahmenbedingungen ehrlich analysieren.
Von "Legitimierung" würde ich hier nicht sprechen – ich selbst würde jedenfalls nicht wollen, dass vor allem in den Finanztürmen über meine Zukunft entschieden wird. Dazu bin ich zu sehr Demokrat und ein Fan der freien Bürgergesellschaft.
Aber die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft kann nur gelingen, wenn Politik und Wirtschaft zusammenwirken. Die Finanzindustrie hat immer schon mit den Risikolandschaften der Zukunft zu tun gehabt und investiert viel Intelligenz, Zeit und Geld in ein gutes Verständnis des Kommenden – daher hat sie eine Schlüsselrolle.
Das Interview erschein auf Telepolis zuerst am 25. Dezember 2023.
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Links in diesem Artikel:[1] https://weltethos-institut.org/mitarbeiter/villhauer/
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(Bild: tadamichi/Shutterstock.com)
Die Entwickler-Plattform Stack Overflow verliert Nutzer an KI-Tools und reagiert mit „AI Assist“, vereinfachten Regeln und neuen Community-Features.
Bei Programmierproblemen war Stack Overflow jahrelang die erste Anlaufstelle für eine Vielzahl von Softwareentwicklern. Doch seit dem Aufstieg generativer KI-Modelle wie ChatGPT hat sich das Nutzerverhalten grundlegend verändert. Auf die Hochzeit der Plattform zwischen 2014 und 2017 folgt seit etwa 2020 ein kontinuierlicher Abstieg – sowohl bei den Fragen als auch den Antworten. Der Jahreswechsel 2025/2026 markiert einen historischen Tiefstand (siehe Abbildung).
(Bild: Stack Overflow [1])
Entwickler ziehen es offenbar vor, ihre Fragen direkt an KI-Assistenten zu stellen, anstatt sie öffentlich auf Stack Overflow zu formulieren und auf Antworten der Community zu warten. Eine wachsende Zahl von KI-Helfern ist inzwischen unmittelbar in viele Entwicklungsumgebungen integriert, wie beispielsweise Copilot in Visual Studio Code. Aber auch die Integration von KI in die Google-Suche trägt ihren Teil dazu bei, wie Shog9 – ein ehemaliger Stack-Overflow-Moderator – in einer Forendiskussion auf Hacker-News [2] betont.
Wachsender Konkurrenz sah sich Stack Overflow zudem durch alternative Communitys, etwa auf Reddit, Discord und GitHub, ausgesetzt, in denen sich Entwicklerinnen und Entwickler ebenfalls zu Programmierproblemen austauschen.
Laut einer von Kanshi Tanaike auf GitHub veröffentlichten Datenanalyse [3] wirkt sich der Rückgang bei Stack Overflow nicht in allen Themenbereichen gleichermaßen aus. Besonders betroffen seien beispielsweise Fragen zu modernen Programmiersprachen, während ältere Sprachen weniger stark leiden.
Auf die Krise reagiert Stack Overflow mit einer Reihe von Maßnahmen. Während sich die Plattform erstmals 2023 selbst für den Einsatz von KI öffnete, steht seit Dezember vergangenen Jahres nach längerer Testphase nun „AI Assist“ offiziell zur Verfügung.
Laut der Ankündigung im Blog [4] soll die Funktion eine KI-gestützte Suche auf Basis einer Konversation ermöglichen, bei der zunächst Community-verifizierte Antworten aus Stack Overflow und dem Stack-Exchange-Netzwerk angezeigt werden. Erst wenn diese Antworten das Problem nicht zufriedenstellend lösen können, soll ein Sprachmodell die Lücken füllen.
Parallel dazu lockert Stack Overflow seine traditionell eher strengen Regeln. Seit Oktober 2025 testet die Plattform laut eigenen Angaben auch erstmals offene Fragen, die Entwickler-Präferenzen, persönliche Erfahrungen oder Themen mit mehreren „richtigen“ Antworten betreffen. Solche Fragen wurden bislang routinemäßig geschlossen. Eine Beta-Version dieser Funktion soll Anfang 2026 erscheinen.
Um die Einstiegshürden zu senken, hat Stack Overflow zudem das Abstimmungssystem überarbeitet. Bisher benötigten Nutzer 15 Reputationspunkte für Upvotes und 125 für Downvotes. Künftig gibt es auch „Free Votes“, mit denen neue Nutzer ohne ausreichende Reputation an der Bewertung von Inhalten teilnehmen können. Die Plattform erhofft sich davon, dass Neulinge früher in die Community eingebunden werden und häufiger zurückkehren.
Auch den Chat-Bereich hat die Plattform ausgebaut: Noch im Verlauf dieses Monats sollen alle öffentlichen Chaträume für sämtliche registrierten Nutzer geöffnet werden – unabhängig von deren Reputationswert. Neue Lobby-Räume für Anfänger und erfahrene Nutzer sowie verbesserte Moderationswerkzeuge sollen das Angebot abrunden.
Ein neuer Model-Context-Protocol-(MCP)-Server soll es Nutzern ermöglichen, die Wissensbasis der Plattform direkt in KI-Anwendungen und -Agenten zu integrieren. Die Beta-Version ist derzeit noch auf 100 Anfragen pro Tag begrenzt. Darüber hinaus sollen regelmäßig veröffentlichte „Coding Challenges“ Entwicklern eine spielerische Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten zu trainieren und mit der Community in Kontakt zu bleiben.
Von der Summe der im Blog-Beitrag [5] angekündigten Maßnahmen erhofft sich Stack Overflow, eine Trendwende einzuleiten, um den Bedeutungsverlust aufzuhalten. Die Plattform kämpft darum, sich in einer Welt zu behaupten, in der KI-Assistenten für viele Entwickler zur ersten Anlaufstelle geworden sind.
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[1] https://data.stackexchange.com/stackoverflow/query/1003119/total-number-of-questions-answers-compared-by-month?utm_source=openai#graph
[2] https://news.ycombinator.com/item?id=46482345
[3] https://gist.github.com/tanaikech/30b1fc76da0da8ff82b91af29c0c9f83
[4] https://stackoverflow.blog/2026/01/05/what-s-new-at-stack-overflow-january-2026/
[5] https://stackoverflow.blog/2026/01/05/what-s-new-at-stack-overflow-january-2026/
[6] mailto:map@ix.de
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Microsoft experimentiert mit einem neuen Look für seinen Edge-Browser, der sich stark am Design der Copilot-App orientiert. Die Änderungen sind derzeit in den Canary- und Dev-Versionen sichtbar – allerdings nicht auf allen Systemen, wie Windows Central berichtet .
Das neue Design zeigt sich in Kontextmenüs, auf der neuen Tab-Seite und in den Einstellungen. Auffällig sind vor allem die abgerundeten Ecken und die Farbgebung, die direkt von Copilot übernommen wurden. Die Änderungen gelten unabhängig davon, ob der Copilot-Modus aktiviert ist oder nicht, wobei die neue Tab-Seite je nach Einstellung unterschiedliche Inhalte anzeigt.
Mit dem Copilot-Design weicht Microsoft von seinem etablierten Fluent Design System ab, das bisher für Windows 11 und andere Produkte zum Einsatz kommt. Die neue visuelle Handschrift in Edge unterscheidet sich deutlich von diesem Standard und breitet sich nun offenbar auf weitere Anwendungen aus: Auch bei Copilot Discover, einer KI-erweiterten Version von MSN.com, testet Microsoft ähnliche Designelemente. Plattformen wie Windows oder Xbox bleiben bislang beim Fluent Design.
Das Ausrollen der neuen Oberfläche erfolgt schrittweise. Nicht alle Nutzer der Preview-Versionen sehen die Änderungen bereits. Bis zur stabilen Version für alle Anwender dürften noch mehrere Wochen vergehen.
Die unterschiedlichen Designansätze führen zu einer visuellen Spaltung innerhalb der Microsoft-Produktpalette. Während Copilot, MSN und künftig möglicherweise Edge eine gemeinsame Designsprache sprechen, setzen Windows, Xbox und Office weiter auf Fluent Design. Ob Microsoft langfristig eine Vereinheitlichung plant, bleibt offen.